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Die Statistik vom Quiz

Ein Tag in Hogwarts

23.41 % der User hatten die Auswertung: Pauline Potter & Sirius Black Wir kannten uns schon sehr lang, denn er war schließlich der beste Freund meines Bruders. Auch verstanden wir uns immer gut, also war es kein Wunder, dass er mich an James und Lilys Hochzeit fragte, ob wir nicht zusammen tanzen wollten. Es waren schwierige Zeiten und trotzdem brachte er mich immer zum Lachen und dazu, das Böse, was um uns herum war zu vergessen. Es war ein warmer Frühlingsabend und um uns herum standen die Obstbäume in Blüte und ein frischer Duft des herannahenden Windes lag in der Luft. Es wäre alles so perfekt, so unglaublich überwältigend gewesen, wenn nicht in diesem Moment, als mich Sirius in den Armen hielt die Hölle über uns hereingebrochen wäre. Ohne Vorwarnung wurde das Festzelt von einem Angriff der Gefolgsleute Voldemorts erschüttert. Vor uns, neben uns, hinter uns, überall tauchten auf einmal dunkel vermummte Gestalten auf. Die grünen Flüche die sie auf uns los jagten schossen durch die warme Abendluft und fanden nicht selten ihr Ziel. Tausend Gedanken schossen durch meinen Kopf und ich konnte gar nicht so schnell begreifen, was hier vor sich ging. Sirius hingegen wusste genau was zu tun war. Er packte meine Hand und apparierte. Er rettete mir wahrscheinlich das Leben. Als wir an dem Ort zu dem er uns hingezaubert hatte ankamen, begriff ich den Ernst der Lage. Wir waren verraten worden. Niemand außer den Ordensmitgliedern hatte von der Hochzeit gewusst, niemand. Ich sah Sirius in die Augen und fand dort die selbe Angst und Verzweiflung vor, die sich auch in mir breit machte. „James und Lily... Lily ist doch schwanger. Wir müssen zurück, wir müssen zu ihnen!“ sagte ich mit aufgerissenen Augen und hektischer Stimme. Es formten sich Tränen in meinen Augen. Doch Sirius sah mich nur an. Er sagt nichts. „Los! Wir müssen dort hin und kämpfen!“ Ich versuchte verzweifelt ihn zum Mitkommen zu bringen, aber es half nichts. Er stand wie angewurzelt da und sah mich nur an. Die Minuten zogen sich in die Länge und ich wurde immer hektischer und konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Wenn meinem Bruder etwas geschehen würde, oder Lily und dem Baby, dann würde ich es mir nicht verzeihen können, dass wir einfach davon gelaufen sind. „Pauline“ Sirius sagte meinen Namen so sanft, als wäre nichts gewesen, als wären nicht gerade Feinde dabei unsere Familie und Freunde zu bedrohen. Ich sah zu ihm auf. „James wollte, dass ich dich in Sicherheit bringe, falls es zu einem Angriff kommt. Er hat damit gerechnet, dass nicht alles so verläuft wie geplant. Aber jetzt haben wir Gewissheit, dass es einen Verräter gibt.“ „Mich interessiert nicht was James will und auch nicht das wir jetzt Gewissheit haben. Wem nützt diese Gewissheit, wenn die Hälfte des Ordens tot ist?“ Tränen kullerten wieder über meine Wangen. Ich drehte mich von Sirius weg, denn ich konnte es nicht ertragen, dass er das alle smit Leichtigkeit hinnahm. Dann spürte ich eine Hand auf meinem Rücken und drehte mich widerwillig um. Dann umarmte er mich, er umarmte mich und nahm mir gleichzeitig die Angst vor dem Morgen. Die Angst davor, was kommen würde und was nicht. Denn in diesem Augenblick zählte nur, dass wir es gemeinsam auch durch diesen Sturm schaffen würden. Er sagte mir und Worte, dass er immer für mich da ist.

31.51 % der User hatten die Auswertung: Laura Lovegood & George Weasley Vor Hogwarts Meine Oma war gerade im Garten, als eine pummelige Eule gegen unser Dachfenster flog. Ich wusste nicht, dass Hogwarts überhaupt so schusselige Eulen losschickt, deshalb war ich überrascht meinen Brief an ihrem Beim zu finden. Wir fütterten die Eule und strichen ihre Federn glatt, damit sie ihren Rückflug heil überstehen konnte. Als ich ihr hinterher sah, erinnerte ich mich an den Grund für ihre Reise. Natürlich wusste ich, dass der Brief, der Startschuss für meinen Aufenthalt in Hogwarts, früher oder später kommen würde, aber dennoch war ich aufgeregt und überrascht, als ich ihn las. Aufgeregt, weil wohl jeder junge Zauberer in diesem Moment Herzklopfen bekommt. Überrascht, da ich eigentlich damit gerechnet hatte, dass die Eule zu meinem Vater und meiner Schwester fliegen würde. Seit dem Tod meiner Mutter lebte ich bei meiner Oma, da ich es einfach nicht zu Hause aushalten kann. Das liegt erstens daran, dass mich so viele Erinnerungen plagen, wenn ich in der Nähe des Hauses bin. Der zweite Grund ist mein Vater und meine Schwester, denn schon seit vielen Jahren war mir klar, dass wir komplett verschiedene Menschen sind, die wirklich kaum etwas gemeinsam haben. Ich verstehe nicht, warum die beiden an so viel Unsinn glauben und nicht in auf dem Boden der Tatsachen bleiben wollen. Damals war meine Mutter das einzige Glied, dass die Kette zusammen hielt. Mit ihrem Tod zerbrach die Familie und ich beschloss, zu meiner Oma zu gehen. Trotzdem hätte ich gedacht, dass der Brief zuerst bei meinem Vater und bei Luna landet. Umso besser, denn so konnte ich mich mit meiner Oma zusammen freuen. Sie erzählte mir im Anschluss viele Geschichten. Geschichten, von ihrer eigenen Schulzeit und ich spürte mit jedem Lachen das wir teilten, dass die Freude auf Hogwarts immer größer wurde. Das erste Schuljahr Die große Halle war beeindruckend. So beeindruckend, dass sie fast schon einschüchternd wirkte und ich mich kleiner fühlte als je zu vor. In einem so prunkvollen Saal war ich noch nie gewesen. Als ich meinen Namen hörte, welcher von einer großen Frau mit einem spitzen grünen Hut aufgerufen wurde, da wurde mir auf einmal ganz anders und ich machte meine zaghaften und zitternden Schritte zum Sprechenden Hut. Mein Herz klopfte so laut, dass ich das Gefühl hatte, dass jeder es um mich herum hören konnte. Die Stille war einschüchternd und beängstigend, doch blendete ich meine Umgebung aus, um mich auf den Hut zu konzentrieren, der auf meinen Kopf gesetzt wurde. So langsam wie der Moment gekommen war, so schnell war er auch wieder vorüber, denn der Hut rief ganz entschlossen Hufflepuff! Lautes Geklatsche und Gejubel kam von den älteren Schülern und auch vom Lehrertisch. Ich huschte schnell die Stufen herunter und setzte mich auf einen leeren Platz am Hufflepuff-Tisch. Ich atmete tief durch und verfolgte den Rest der Zeremonie. Im Laufe des ersten Schuljahres stellten sich zwei Dinge für mich schnell heraus, in Hogwarts findet man schnell Freunde und Geschichte der Zauberei war das langweiligste Unterrichtsfach der Welt. Ich verstand mich mit vielen Personen gut, aber besonders mit den Weasley Zwillingen. Durch ihre lustige und zwanglose Art fühlte ich mich so lebendig und frei, wie noch nie. Auch wenn ich normalerweise nicht sehr aufgeschlossen war, dann halfen sie mir, mehr aus mir heraus zu kommen. Auch setzten sie sich einmal für mich ein, als Professor Snape Hufflepuff Punkte abziehen wollte, weil ich ihn bat, ein Zaubertrankrezept noch einmal zu wiederholen. Sie standen für mich ein und verteidigten mich. Bewirkt hat es am Ende zwar nur, dass Hufflepuff und Gryffindor Punkte verloren, aber dafür hat sich unsere Freundschaft verstärkt. Die weiteren Schuljahre: Im Laufe der Zeit habe ich gemerkt, dass ich Fred wie einen Bruder lieb gewonnen, aber ich mich in George verliebt hatte. Mit George hatte ich immer das Gefühl schwerelos zu fliegen und mich über alles hinwegzusetzen, was uns im Alltag beschwerte. Als wir beim Yule Ball zusammen tanzten, da wusste ich es. Ich wusste, dass ich verliebt war. Er Abend wäre perfekt gewesen, perfekt, wenn er mich dort geküsst hätte. Doch musste ich warten, Geduld ist schließlich auch eine Tugend. Ich erinnere mich aber noch genau an den Tag, als er endlich den Mut zusammen nahm und mich küsste. In ihrem sechsten Schuljahr rebellierten die beiden gegen Umbridge, aber ich denke die Geschichte kennt jeder junge Zauberer an Hogwarts, zumindest jeder, der nicht viel von Regeln hält. Bevor sie ihren finalen Streich jedoch durchführten, verabschiedeten sich die beiden von mir. Ich kann mich daran erinnern, als wäre es gestern gewesen. Fred umarmte mich und mir wurde das Herz schwer. Schließlich hatten wir unsere gesamte Schulzeit zusammen verbracht und jetzt sollte sich auf einmal alles ändern? Ich wollte gar nicht daran denken, was Molly Weasley davon halten würde, dass ihre beiden Jungen sich gegen den Abschluss und für ein risikoreiches Leben entschieden. Auch ich hatte meine Zweifel, dass es die richtige Entscheidung für Fred und George ist, aber ich hatte im Laufe der Zeit gelernt, mich auf neue Dinge einzulassen und nicht alles so engstirnig zu sehen. Ich hatte gelernt, den Zwillingen zu vertrauen. Fred eilte geschwind die Treppen hinauf um die Besen zu holen und George und ich sahen ihm nach. Das es wohl das letzte mal für die beiden war, durch die großen Hallen und kleinen Kämmerchen von Hogwarts zu schleichen, machte mich traurig. George merkte das. „Sei nicht traurig. Es ist nicht das Ende und das weißt du. Sieh es als... als einen Anfang. Ja. Ein Anfang.“: sagte George leise und mit stetiger Stimme zu mir. „George. Ich habe Angst. Angst davor euch gehen zu lassen. Ihr seid mir so wichtig. Du bist mir so wichtig.“: wisperte ich während meine Augen sich mit großen Elefantentränen füllten. Die Stille vor der großen Halle fühlte sich erdrückend an. Es war so leise, dass man eine Stecknadel hören könnte, hätte sie in dem Moment jemand fallen gelassen. Lange Zeit sagte niemand etwas. Dann brach George die Stille. „In dieser Halle haben wir uns kennengelernt. Ich kann mich noch genau an das Gefühl erinnern, man hat vom See aus das riesige Schloss gesehen und als der goldene Kerzenschein sich in den Fenstern widerspiegelte und man endlich in dieser Halle stand, da hatte man keine Angst, weil etwas neues und aufregendes auf einen zukam. Nein. Man war voller Freude und konnte es gar nicht abwarten in diese magische Welt vollends einzutauchen. Und genauso ist es jetzt auch. Zwar ohne Boote und Kerzenschein, aber es ist ein Neuanfang, vor dem man nicht die Augen verschließen darf.“ Ich wollte seine Worte nicht ganz wahr haben, denn es klang so naiv was er sagte. „George, damals war alles anders, wir waren Kinder! Aber jetzt? Jetzt müssen wir für unsere Fehler gerade stehen. Jetzt ist es nicht egal, wenn etwas mal daneben geht. Und ich kann einfach nicht dabei zu sehen, wie ihr den größten Fehler eures Lebens macht. Es geht um eure Zukunft... um unsere Zukunft.“: sagt ich mit lauter werdender Stimme. Ich atmete schwerer, die ersten Tränen kullerten. Er wischte sie weg. „Genau. Es geht um unsere Zukunft. Du weißt, dass ich nicht für ein Leben wie das meiner Eltern gemacht bin. Das bin ich nicht und das werde ich auch nie sein. Aber weißt du was noch viel wichtiger als das alles ist? Das dort in dieser großen Halle eine alte garstige Kröte auf Dumbledores Thron sitzt und sich wie eine Königin aufspielt. Niemand traut sich ihr etwas entgegen zu setzten und wenn wir nichts tun, dann wird sich auch nie etwas daran ändern. Wir müssen der Widerstand sein.“ Als er das sagte verschwanden plötzlich alle Gegenargumente in meinem Kopf. Denn er und Fred würden sich einfach nicht von ihrem Vorhaben abringen lassen. Ich sah ihm in die Augen. „Versprich mir, dass du vorsichtig bist.“: sagte ich und die letzten Tränen liefen über meine Wangen. Er fing an zu grinsen. „Ich verspreche nichts was ich nicht halten kann.“ Als er meinen bösen Blick sah fügte er schnell hinzu:“Aber eins kann dir versprechen. Auch wenn alles den Bach runter geht und wenn Umbridge zu halten bekommt und wir von ihr persönlich nach Askaban eskortiert werden, dann werde ich die Erinnerungen, die wir zusammen gemacht haben, nie vergessen.“ Er brach den Augenkontakt ab, sah auf den alten Mamorboden und dann wieder zu mir. „Ich habe mich in dich verliebt.“ Ich konnte gar nicht begreifen, was er gesagt hatte und schon gar nicht, als dann seine Lippen meine berührten und er mich küsste. Es war kein langer Kuss, aber die Botschaft war eindeutig „Mach dir keine Gedanken, wir schaffen das zusammen.“. Ich hörte wie Fred die Treppen mit schnellen Schritten und zwei großen Besen in der Hand wieder herunter kam. Er blieb am Ende der Stufen vor uns stehen und ich sah ein verschmitztes Lächeln auf seinen Lippen, welches sofort auf seinen Zwillingsbruder und auf mich überging. „Bereit Bruder?“: fragte er und George antwortete: „Worauf du dich verlassen kannst“. Als die beiden den wohl spektakulärsten Streich in der Geschichte von Hogwarts durchzogen und dann in den Himmel aufstiegen und Hogwarts verließen, stand ich in der jubelnden Menge und sah ihnen mit einem lachenden und einem weinenden Auge nach. Leben nach Hogwarts: Nach dem Krieg hatten wir es nicht leicht, denn das Leben ist ja bekanntlich nicht fair. Als Fred starb, war George so von Trauer erfüllt, dass ich ihn eine lange Zeit nicht wiedererkannt habe. Auch für mich war es herzzerreißend einen Freund, fast schon einen Bruder zu verlieren, doch war diese Kälte, die George ausstrahlte ebenso unerträglich. Unsere Liebe wurde im dieser schweren Phase auf die Probe gestellt, aber wir haben uns gegenseitig nie aus den Augen verloren und es irgendwie geschafft, die Trauer zu bewältigen. Als wir heirateten versprachen wir uns, so wie George damals vor so vielen Jahren in der großen Halle mir, dass wir immer im Herzen des anderen sein werden und unsere gemeinsamen Erinnerung nie vergessen werden würden. Als ich unseren ersten Sohn auf die Welt brachte, da war uns beiden klar, dass dieser kleine Fratz mit dem kupferroten Haar den Namen seines verstorbenen Onkels tragen sollte. Nach Fred wurde ich wieder schwanger. Als ich erfuhr, dass es ein Mädchen war, entschieden wir, dass sie Roxanna heißen sollte, wie meine verstorbene Mutter. Auch wenn ich nach ihrem Tod lange kein richtiges Zuhause hatte und mich nirgendwo zugehörig gefühlt habe, dann weiß ich heute, dass ich in George und meinen Kindern die Familie gefunden habe, die ich mir immer gewünscht hatte.

21.24 % der User hatten die Auswertung: Vivian Kiesing & Severus Snape Im siebten Schuljahr Pure Hektik lag an jenem Tag in der Luft, denn ich rannte so schnell wie ich konnte durch die Gänge, in der Hoffnung, noch irgendwie rechtzeitig zum Kerker zu kommen. Nur Gott weiß, was mit Schülern passiert, die nicht pünktlich zu Zaubertränke kommen, denn ich hatte noch nie gehört, dass es jemand gewagt hatte, sich zu verspäten. Ich dachte an Professor Snape und mir lief es kalt den Rücken hinunter. Nicht, wegen ihm persönlich, sondern weil ich mir nicht ausmalen konnte, wie zornig er wohl sein würde, wenn eine von den Schülerinnen, welche noch einigermaßen akzeptable Leistungen erbrachten, so ein Verhalten an den Tag legen würde. Einigermaßen akzeptable Leistungen bei Professor Snape wären exzellente Leistungen bei anderen Lehrern, das wusste ich. Deshalb fühlte es sich so ausgesprochen gut an, wenn er sich meinen Trank ansah und nickte, ohne etwas zu kritisieren oder sogar die Stirn zu runzeln. Als ich am Eingang zu den Kerkern ankam, rannte ich den langen dunklen Gang im Sauseschritt hinunter und wäre fast vor Erleichterung gestorben, als ich meine Mitschüler vor dem Raum für Zaubertränke warten sah. Ja, Professor Snape ließ die Klassen immer warten, denn er wollte keine einzige Minute länger mit den Schülern verbringen als nötig. In der Menge fand ich meine Freundin, Laura Lovegood, mit der ich zusammen diesen Kurs belegte und atmete tief durch. Es dauerte nicht lang und schließlich öffneten sich die dunklen Holztüren und erlaubten uns den Eintritt. Es war stickig wie immer, doch lag an diesem Tag ein beißender Geruch in der Luft, welcher in den Augen brannte. Anstalten etwas dagegen zu unternehmen machte Professor Snape keine, er wartete ungeduldig hinter seinem Pult. Hastig setzten wir uns auf unsere angestammten Plätze und packten unsere Bücher und Pergamentrollen aus. Neben den Füllfederhaltern hatte ich auch ein paar Bleistifte dabei, da ich es liebte zu zeichnen. Während bei Professor Flitwick auch während des Unterrichts laut und herzhaft gesprochen wurde, so konnte man bei Professor Snape Gift darauf nehmen, dass die Klasse mit Betritt des Raumes in null Komma nichts verstummen würde. Und so war es auch heute. Niemand regte sich und man hätte in dem dunklen, verrauchten Raum denken können, dass man sich auf einem Friedhof befindet. Professor Snapes Stimme schnitt durch die Stille wie eine Schere durch Papier. Er verkündete das Thema dieser Stunde und schrieb es mit zackigen Bewegungen an die Tafel hinter ihm. Mit Glück konnte man dann im Verkauf der Stunde erschließen, was das Geschriebene bedeutet, denn seine Handschrift war so undeutlich, dass man sie kaum lesen konnte. Manchmal schmunzelte ich, da meine eigene Schrift nicht besser aussah und sie manchmal wie Hieroglyphen entschlüsselt werden musste. Doch in diesem Augenblick war mir nicht nach Schmunzeln zu mute, denn das Thema war „Bezoare und ihre Wirkung“. Das bedeutete, dass es eine reine Theoriestunde werden würde. Die Zeit zog sich lang hin und auch wenn man das Gefühl hatte, dass Stunden vergangen waren, handelte es sich trotzdem bloß um Minuten. Mit aller Kraft versuchte ich zuzuhören und mir Notizen zu machen, aber Professor Snape redete zu schnell und ich wollte es auch nicht riskieren, ihn darum zu bitten, langsamer zu sprechen. Wie die meisten anderen Schüler schaltete ich ab und wendete mich meinen Zeichnungen zu. Das Geschwafel von Snape wurde hintergründig und ich konzentrierte mich immer mehr auf das Papier auf meinem Tisch. Dann wieder auf ihn. Dann wieder auf das Papier. So sehr, dass ich nicht bemerkte, dass Professor Snape aufgehört hatte zu reden und mit einem stählernen Blick in die Reihen schaute. Seine Augen blieben bei mir haften und er zog die dunklen Augenbrauen dichter zusammen. „Miss Kiesing, Ich wüsste nicht, dass ich sie angewiesen habe, Protokoll zu der Stunde zu führen und doch haben sie unentwegt den Stift in der Hand.“ Als ich meinen Namen hörte, wurde mir bewusst, in welche Schwierigkeiten ich mich gebracht habe. Ich schaute auf und sein kalter Blick traf meinen und eine unangenehme Stille breitete sich im Raum aus. Es schien, als würde sich niemand trauen zu atmen. „Verzeihung Professor.“: brachte ich leise hervor und dennoch hörte er nicht auf mich anzustarren. Ich versuchte meine Hand ruhig zu halten, schaffte es aber nicht und Ich legte den Stift zitternd ab, ohne dabei den Blickkontakt zu brechen. Jetzt bloß nicht einknicken, dachte ich mir, jetzt bloß nicht einknicken. Auch wenn mein Kopf klar war, schlug mein Herz aus Angst so laut, dass ich dachte, er würde es hören. Das Licht einer Kerze glitzerte in seinen schwarzen Augen und ich hätte schwören können, dass er direkt ihn meine Seele sah. Es fühlte sich nämlich auch so an, als wäre ein ungebetener Gast in meinen Gedanken. Ich wollte gar nicht weiter darüber nachdenken, was geschehen würde, wenn jemand meine verborgensten Wünsche lesen könnte, besonders nicht Professor Snape. Hoffentlich entspricht das nicht der Wahrheit, dachte ich und machte mir vor meinem geistigen Auge einen Vermerk heute in der Bibliothek nach Zaubern mit einer solchen Wirkung zu suchen. Als ich das tat, bemerkte ich, dass er kaum sichtbar grinste und dann seine Augen von mir nahm. Er brach die lähmende Stille im Klassenzimmer: „Jeder der auch das Verlangen danach haben sollte, meine Unterrichtsstunde zu protokollieren, wird bis morgen früh einen Aufsatz über die Wirkung von Bezoaren und ihre Verwendung im Laufe der Zeit in der Zaubererwelt verfassen und ihn bei mir einreichen.“ Ich traute mich schon fast durchzuatmen doch dann fügte er noch hinzu: „10 Punkte Abzug für Ravenclaw für unangemessenes Verhalten. Miss Kiesing sie werden nach der Stunde zu mir kommen, um ihre angemessene Strafe zu erhalten.“ Ich schloss meine Augen und konnte gar nicht fassen, was ich mir da eingebrockt hatte. Laura legte ihre Hand auf meinen Rücken und blickte mich besorgt an, denn jeder wusste, dass Nachsitzen bei Snape kein Zuckerschlecken war. Zu meinem Bedauern verging der Unterricht von diesem Zeitpunkt aus wie im Flug. Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell die Zeit vergeht, wenn man sich vor etwas drücken will und wie langsam, wenn man sich auf etwas freut. Doch war die Stunde nun beendet und ich konnte nichts anderes tun, als zu meinem Professor an den Schreibtisch zu treten und mir meine Strafe abzuholen. „Nun Miss Kiesing“, er sah mich eindringlich an und sprach mit seiner tiefen Stimme weiter, „Da Sie heute ja so eifrig am Werk waren, verlange ich, dass sie die nächsten fünf Unterrichtsstunden in einem Aufsatz zusammenfassen werden und ihn mir jeweils am nächsten Morgen einreichen. Ihr Verhalten heute war inakzeptabel und ausgesprochen enttäuschend. So etwas wird nicht noch einmal vorkommen. Habe ich mich klar ausgedrückt?“ „Ja Professor“: antwortete ich mit wackeliger Stimme. Er nickte und und ich machte mich eilig auf den Weg zu der Tür. Ich wollte so schnell wie möglich aus diesem stickigen Raum hinaus und tief durchatmen. Aber das wurde mir nicht gestattet. „Miss Kiesing“ Ich blieb wie angewurzelt stehen und Angst kam wieder in mir auf. Ich wusste zwar nicht wovor, aber diese Frage beantwortete mir Professor Snape. „Ich möchte das sie mir die Zeichnung geben, welche sie hier angefertigt haben.“ Ich spürte wie mein Puls stieg und mir warm wurde, sehr warm. Alles nur nicht das, dachte ich. „Meine Zeichnung Professor? Ich... Ich“: ich stammelte vor mich hin und falls meine Stimme vor fünf Minuten schon wackelig gewesen war, dann war sie jetzt noch tausendmal so zitterig. Doch nicht nur meine Stimme, sondern mein ganzer Körper zitterte. Die Angst stand mir im Gesicht geschrieben und nur ein Blinder hätte das nicht bemerkt. Doch Professor Snape war kein Blinder und wusste deshalb ganz genau welch Unbehagen er mir mit seiner Bitte bereitete. „Ich wiederhole mich nicht gern, Miss Kiesing“: sagte er ernst, wobei ein sarkastisches Lächeln auf seinen Lippen lag. Ich hatte keine andere Wahl, als meine Zeichnung herauszuholen und ihm zu geben. Mit einem scharlachroten Kopf legte ich sie mit der Rückseite nach oben auf den Tisch und beeilte mich, dass ich den Raum so schnell wie möglich ohne nach links und nach rechts zu gucken, geschweige denn mich noch einmal umzudrehen, verließ. Die Moral von der Geschicht, seine Lehrer malt man nicht.

23.85 % der User hatten die Auswertung: Marlene Grey & Draco Malfoy Im sechsten Schuljahr Wir hatten uns alle verändert und manchmal erkannte ich uns gar nicht wieder. Wir waren alle erwachsen geworden, jeder auf seine Weise, aber manchmal hatte ich dennoch das Gefühl, dass wir nur Kinder waren. Kinder, die das Geschehen dieser Welt nicht ändern können und deren Taten wie Sand im Wind verwehen. Mir wurde klar, dass es nicht nur schwarz und weiß gibt. Nein, wie alle hatten eine gute und eine böse Seite in uns. Diese Rivalitäten zwischen Gryffindor und Slytherin, zwischen Harry und Draco wurden nebensächlich. Denn es ging um so viel mehr als das. Doch Harry verschloss vor dieser Tatsache seine Augen. Seine Naivität und gleichzeitig sein unermesslicher Hochmut waren der Grund für ein Streit zwischen uns. Ich habe mittlerweile vergessen, was er mir alles an den Kopf warf. Was ich aber nicht vergessen habe, war das Thema des Streits. Es ging um Draco Malfoy. Draco und ich kannten uns schon als Kinder, denn unsere Eltern arbeiteten zusammen in der Ministeriumsabteilung. Neben ihrem Blutstatus teilten sie daher auch gewisse Ideen und Ansichten, von denen ich mich aber mit Beginn meiner Schulzeit in Hogwarts losgesagt habe. Dieser erste Schultag besiegelte auch das Ende meiner Freundschaft zu Draco, denn ich lernte Harry kennen, mit dem ich von dort an unzertrennlich war. Wenn ich heute darüber nachdenke, war das wahrscheinlich auch der Auslöser für den Hass, der immer in der Luft lag, wenn die beiden zusammen waren. Aber das ist jetzt unwichtig, denn nach dem Streit mit Harry erkannte ich, dass ich wie geblendet von ihm war. Geblendet von seinem Stolz, seinem Erfolg und seiner Beliebtheit. Ich war wie ein kleines Anhängsel, aber nie ihm gleichgestellt. Als ich dann tränenüberströmt durch die großen Korridore des Schlosses, welches ich mein Zuhause nannte, ging, bemerkte ich, dass ich nicht allein war. Ich hörte hastige Schritte hinter mir und blieb wie angewurzelt stehen. Die Wut kochte wieder in mir hoch und ich musste mich zusammenreißen nicht hier und jetzt meine Beherrschung zu verlieren. Konnte Harry mich nicht einfach in Ruhe lassen? Ich drehte mich um und sah mit meinen nassen Augen das nicht Harry, sondern Draco hinter mir war. In diesem Moment wünschte ich mir, dass es Harry gewesen wäre, denn ich konnte jetzt nicht mit Draco umgehen. Ich fühlte mich schuldig, denn ich hatte ihn allein gelassen. Er hatte es so schwer und ich war nicht für ihn da. Große Elefantentränen liefen über meine Wangen und meine Gedanken überschlugen sich. Als er meine Anwesenheit bemerkte, blieb er stehen und sah mir direkt in die Augen. Auch er hatte geweint und wie es aussah, war auch ihm nur nach Trauer zu mute. Sein Arm stand komisch von seinem Körper ab und als ich ihn genauer musterte, erkannte ich, dass sein sonst so makelloses weißes Hemd von Blutflecken übersät war. Draco brach den Augenkontakt zu mir und drehte sich hastig um. Er lief so schnell er mit seinen Schmerzen konnte den Gang hinab. Ohne lang zu überlegen, rannte ich ihm nach. Ich konnte es ihm nicht verübeln, dass er mich nicht sehen wollte, aber ich musste mich entschuldigen. Mit Leichtigkeit holte ich ihn ein und blockierte ihm den Weg. „Lass mich durch“: sagte er mit rauer Stimme, die nichts von ihrem Glanz mehr hatte, welchen sie einst besaß. „Wer hat dir das angetan?“: fragte ich so gut wie es ging, doch hörte ich mich schwach und verletzlich an. „Das geht dich einen Scheißdreck an. Sonst kümmert es dich doch auch nicht was mit mir ist.“ Er blickte mir in die Augen und ich sah auch seine schwache und verletzliche Seite, die er allerdings mit allen Mitteln vor mir verbergen wollte. Dann viel es mir wie Schuppen von den Augen. Harry war stinksauer und zornig gewesen, als ich den Gemeinschaftsraum nach unserem Streit verließ. Doch das er so gewalttätig werden würde, war mir neu. Es war allerdings ein Beweis. Ein Beweis dafür, dass ich die richtige Entscheidung traf, als ich ihm die Freundschaft kündigte. „Du musst es nicht sagen. Ich weiß wer es war.“ Meine Stimme war nun ruhiger als zuvor. Ich trat einen Schritt näher an ihn heran. „Es tut mir leid.“ Als ich das sagte, lachte er nur. Es war aber kein herzliches Lachen, sondern es fühlte sich an, wie tausend kleine Messerstiche, die sich in mein Herz bohrten. „Was genau tut dir leid? Das du mich einfach abgeschrieben hast, als du Potter kennengelernt hast oder dass ich die Bürde unserer Familien allein tragen muss? Was genau tut dir leid Marlene?“ Das falsche Lächeln von den Augenblicken zuvor verwandelte sich in einen kalten, ernsten Gesichtsausdruck, der mir noch mehr Schmerzen zufügte. „Ich...“ „Nein, du hattest deinen Spaß mit Potter während ich mich all die Jahre allein gefühlt habe. Wir hatten mal einen gemeinsamen Traum, weißt du das noch? Wir wollten unseren Familien zusammen den Rücken kehren. Aber während du dich von allem losgesagt hast, wurde ich noch tiefer in diese ganze Scheiße mit hineingezogen!“ Als ich ihn fragend ansah, verstand er, dass ich keine Ahnung hatte von dem Leid, welches er ertragen musste. Mit einem Ruck zog er den Ärmel seines Hemds hoch und ich erschrak. Das schwarze Mal zierte seinen Unterarm, es war blutunterlaufen und angeschwollen. Mir liefen wieder Tränen über die Wangen. „Alles tut mir leid, wirklich alles. Ich kann nicht beschreiben, wie schuldig ich mich fühle. Es... es... es gibt keine Worte dafür.“ Lange Minuten vergingen in denen keiner etwas sagte. Die Stille war unerträglich. Ich wusste nicht wie ich die Lage retten konnte, geschweige denn, ob es überhaupt einen Weg gab, mich zu entschuldigen. Ich habe schon früh gelernt, dass es im Leben kein Happy End gibt. Aber trotzdem hoffte ich immer wieder auf die glückselige Erlösung aus diesen schweren Augenblicken. „Weißt du, vielleicht gibt es diesen Traum ja noch. Vielleicht können wir versuchen alles hinter uns zu lassen. Vielleicht gibt es noch eine Chance.“: sagte ich leise, fast schon flüsternd. Er sah mich eindringlich an. Sein Blick war voller Trauer und Bedauern, das Feuer der Wut war erloschen. „Es gibt keinen Weg aus dieser Hölle, zumindest für mich nicht. Du hast keine Ahnung, was auf mich, auf uns alle zu kommt. Es ist wie die Ruhe vor dem Sturm und er wird alles mitreißen. Alles und jeden.“ „Es gibt immer einen Weg durch den Sturm, immer einen Weg aus der Hölle. Wir können es zusammen schaffen. Wenn du mir verzeihst, dann werden wir es zusammen durchstehen können.“ Ohne etwas weiteres zu sagen, nahm er mich in den Arm. Es war, als wären zwei Schiffbrüchige in einem endlosen Ozean verloren gegangen und von Wind und Gezeiten in verschiedene Richtungen gespült worden, aber am Ende hatten sie sich wiedergefunden. Diese Umarmung sprach mehr als tausend Worte. Es war ein Versprechen, ein Versprechen, dass man zusammen durch diesen Sturm finden würde.