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Eine Psychocamp Liebe [Kapitel ab 101]

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20 Kapitel - 38.424 Wörter - Erstellt von: - Aktualisiert am: - Entwickelt am: - 535 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Danny ist ein Junge welcher eigentlich auf die Oberschule geht, da er dort aber weder Erfolg noch richtige Freunde - geschweige denn eine Freundin hat. Holt er sich immer wieder Krankschreibungen von seiner Kinderärztin. Doch eines Tages bekommt er den Vorschlag in ein Sommercamp zu gehen, welches "auf Jugendliche wie ihn" spezialisiert ist. Als er einwilligt weiß er nicht worauf er sich einlässt ... schnell findet er sich in einem chaotischen Camp voller Psychos wieder, die meisten davon Mädchen in seinem Alter.

    1
    Alter ( Tag 8 Mittwoch Nachmittag) Sie verdreht die Augen und wir betreten die Kanalisation. Ich: "Sorry ich seh nichts, das ist zu dunkel. Der M
    Alter ( Tag 8 Mittwoch Nachmittag)

    Sie verdreht die Augen und wir betreten die Kanalisation.

    Ich: "Sorry ich seh nichts, das ist zu dunkel. Der Monitor .."

    Eileen: "Ja dann komm doch näher du Frosch."

    Die rückt hektisch mit ihrem Stuhl auf mich zu dreht den Monitor.

    Wir spielen weiter und ich bin langsam echt beeindruckt, denn sie spielt das Spiel fast so gut wie ich und scheint auch nicht weniger stark vertieft zu sein als ein echter Gamer. Als sie eine ganze Gruppe von Gegnern auf einmal mit ihrer geliebten Doppelläufigenschrotflinte niederstreckt, wischt sie sich hektisch Haare aus dem Gesicht, von denen mich einige treffen und leicht kitzeln.

    Eileen: "Hey .. dürfte ich den Gentleman bitten"

    Sie kneift mich in den Arm und ich sehe, dass wir vor einer Tür stehen.

    Ich: "Ähm .. ach die, die würde ich nicht in dem Winkel aufmachen, da sind zu viele drin. Wenn du dich auf der rechten Seite, quer stellst, dann kannst du die .."

    Eileen: "Hey, ich spiele das Spiel .. kleiner Spaß, kannst ruhig mitspielen. Ich irgendwie witzig so."

    Sie stellt sich quer, ich öffne die Türe und sie hämmert einen gekonnten Schuss mit der Doppelläufigen in den Raum, welcher fast alle Gegner umnietet. Schnell wechsle ich auf die Pistole mit welcher sie den letzten Überlebenden erledigt.

    Eileen: "Praktisch so zu spielen aber las besser die Finger von meinen Waffen."

    Das dritte Level beginnt und völlig unbedarft rennt Eileen direkt in den Wassergraben.

    Ich: "Vorsicht!"

    Eileen: "Hey, warum hast du geschossen?"

    Sie kneift mich in den Arm.

    Ich: "Unsichtbarer Dämon?"

    Eileen: "Ja klar, als ob."

    Ich: "Doch da liegt er, sieht man nur schwer im Original."

    Sie geht mit den Gesicht näher zum Monitor, schreckt aber schnell wieder zurück und fragt panisch:

    ".. ähm .. was .. von wo .."

    Der Bildschirm wird rot.

    Ich: "Es gibt Zwei davon, einfach im Kreis drehen und schießen .."

    Doch es ist zuspät, der Zweite unsichtbare Dämon im Wassergraben setzt uns ein Ende.

    Eileen: "Naja, besser als immer nur die ersten beiden Level zu spielen. Und Danke, dass du mich zumindest vor dem Ersten gerettet hast .. aber warum konntest du überhaupt für mich schießen?"

    Ich: "Weils zwei Strg Tasten gibt."

    Eileen: "Klingt logisch, es gibt ja auch zwei Shifttasten."

    Wir müssen lachen und sehen uns an, dabei berühren sich zu meiner Überraschung unsere Nasenspitzen. Es wird plötzlich ganz still im Raum, nur der Mini-Soundtrack ist ganz ganz leise zu hören.

    Nichts passiert, bis sie ganz kurz mit den Augenlieder zuckt und ihre Nasenspitz ein ganz wenig fester auf meine drückt.

    .. aber dann klopf es plötzlich an der Türe.

    Eileen: "Ah, der verdammt .."

    Sie schreckt zurück, fällt dabei halb vom Stuhl, welcher mit einem dumpfen 'Plock' auf den Teppichboden umkippt, während sie sich aufrappelt und auf den Knien schnelle das Spiel beendet.

    Deutsch Lehrer: "Alles in Ordnung bei Euch?"

    Der Lehrer öffnet die Türe und lehnt sich in den Raum, als suche er nach dem Gegenstand, der gerade umgefallen ist.

    Eileen: "Jaja, hab mich nur erschreckt. Die Tabelle ist fertig."

    Deutsch Lehrer: "Ah, klasse. Verschiebt diese einfach in den Freigegebenen Ordner und lasst den PC an, ich seh mir das ganze dann drüben an. Ist das schon in HTML konvertiert?"

    Ich nicke und frage mich ob, das einfache Umbenennen von .txt auf .html wirklich als Konvertierung bezeichnet werden darf.

    Deutsch Lehrer: "Ach genau, ich hab noch was für dich."

    Er hält mir ein dünnen Graues Heft in einem Komischen Format hin. Ich nehme es und lesen den Titel:

    "Romeo und Julia"

    Deutsch Lehrer: "Ich muss ja irgendwie deine Noten rechtfertigen und meiner Meinung nach wird auf der Hauptschule eh viel zu wenig Literatur eingesetzt. Oder habt ihr schon mal ein Buch gelesen?"

    Ich: "Ja, wir haben Frag mal Alice 'gelesen'."

    Als ich mich an das Debakel erinnere muss ich leicht schmunzeln und kann nicht anders als gelesen sarkastisch zu betonen.

    Deutsch Lehrer: "Was heißt gelesen."

    Ich: "Naja, wir haben alle eine Exemplar aus der Schulbibliothek bekommen und ich hatte halt verstanden, dass wir das Buch übers Wochenende lesen sollten und hab mir dann das ganze Buch in Happen in drei Tagen durchgelesen."

    Eileen: "Das haben wir auch, hat das nicht nur so 200 Seiten?"

    Fragt sie leicht amüsiert.

    Ich: "Ja ich weiß .. aber ich hab davor nie Bücher gelesen und das war schon anstrengend."

    Deutsch Lehrer: "Na dann ist das doch schon mal ne Leistung, wenn auch etwas zu tief ins kalte Becken gesprungen .. und wie viel Zeit hättest du gehabt?"

    Ich: "Ja das ist ja gerade witzige oder eher komische gewesen. Erst hieß es eine Woche, später hießt es dann zwei Wochen, als viele das Buch nach einer Woche noch nicht gelesen hatten .."

    Deutsch Lehrer: "Ich kann zwar nachvollziehen, warum die Kollegen das gemacht haben .. wie viel heißt Viele?"

    Ich: "Aller außer Ich und ein Mädchen."

    Deutsch Lehrer: "Und was habt ihr dann mit dem Buch gemacht, also wie habt ihr mit dem Text gearbeitet."

    Ich: "Im Unterricht gar nicht. Wir haben nur das Buch bekommen und .."

    Deutsch Lehrer: ".. und wurdet mit dem Text und dem Thema alleine gelassen? Aber irgendwie müssen die Kollegen doch überprüft haben, ob ihr das Buch auch gelesen habt."

    Ich: "Ja, nach der zweiten Woche wurde ein kleiner Test geschrieben, bei dem so gut wie alle alles falsch hatten. Deswegen gab .."

    Eileen: ".. noch eine Woche Zeit?"

    Fragt sie nun endgültig amüsiert, da ich es ihr durchaus zutraue ein 200 Seiten Buch in weniger als einem Tag zu verschlingen.

    Ich: "Ja, das stimmt sogar."

    Deutsch Lehrer: "Warum denn, wenn der Test doch schon gemacht wurde, müsste die Leseleistung doch schon bewertet worden sein."

    Ich: "Es wurde eine Klassenarbeit zu dem Buch angekündigt, also eigentlich heißt es von Anfang an, dass wir zu dem Buch eine Arbeit schreiben sollen."

    Eileen: "Und dann haben alle ganz schnell das Buch wie du in ganz kurzer Zeit gelesen."

    Ich: "Nein, bis kurz vor Beginn hatten nur ein paar das Buch gelesen und .."

    Eileen: ".. du hast als einziger eine gute Note bekommen."

    Ich: "Nein, die Arbeit wurde abgeändert, so dass es nur um das erste Kapitel ging und man durfte sein Buch benutzen."

    Deutsch Lehrer: "Oh mein Gott, das sind ja Zustände, wo es mir schwer fällt zu glauben, dass es die wirklich gibt. Also außerhalb der Sonderpedagogik .. Da könnte ich ja gleich einfach einen bekannten Text aushändigen und diesen dann zur Bearbeitung stellen. Das ist übrigens nicht komisch."

    Eileen: "Ich finde schon .."

    Sie prustet los und wischt sich eine Träne aus dem Auge, während sie in dem Heft blättert, welche sie mir irgendwie abgenommen hat.

    Deutsch Lehrer: "Wie auch immer, wenn wir hier sagen, dass wir mit Büchern arbeiten, dann meinen wir das auch. Lies das Buch, dann schreib ich mit dir eine richtige Arbeit darüber."

    Eileen: "Darf ich auch."

    Deutsch Lehrer: "Ok, aber stell dich hinten an .. ich hab nur ein Buch."

    Eileen: "Wir haben ein Romeo und Julia im Camp, außerdem kenn ich das auch so."

    Deutsch Lehrer: "Das hier ist aber Romeo und Julia auf dem Dorfe von Keller und nicht Romeo und Juliet von Shakespeare."

    Eileen: "hm, ich dachte ich hätte alle Theaterstücke durch, die hier rumfliegen."

    Deutsch Lehrer: "Es ist ja auch eine Novelle."

    Eileen: "Novellen sind dröge."

    Deutsch Lehrer: "Diese hier nicht .. liest sie, dann weißt du es .. aber jetzt raus mit euch, ich will auch mal nach Hause."

    Wir verlassen das Zimmer und machen uns langsam auf in Richtung Treppe, während sie bereits den Klappentext liest.

    Eileen: "Sag mal .. sind die Leute in deiner Klasse wirklich so dämlich oder hast du dir das gerade ausgedacht?"

    Ich: "Die Geschichte stimmt schon .. Also die sind jetzt nicht wirklich dämlich - eher Faul, denn wenn halt alle das Buch nicht lesen, bekommen halt alle einen einfachere Arbeit."

    Eileen: "Ja aber nur weil die Lehrer nachgeben, das ich Hochverrat an der eigenen Berufsgruppe .. und an den Schülern die wirklich was getan haben."

    Ich: "Was hättest du den getan?"

    Eileen: "Alle durchfallen lassen!"

    Ich: "Eine ganze Klasse?"

    Eileen: "Eine ganze Klasse! Ein Buch, eine Woche, eine Arbeit, die Ansage kann doch keiner überhören."

    Ihre Mine verfinstert sich, als wir die Treppen hinunter gehen. Als wir unten ankommen, fragt sie in einem etwas weniger grimmigen Ton:

    "Sag mal .. hattest du gesagt, das Buch war 'Frag mal Alice' oder 'Alice im Wunderland'?"

    Ich: "Frag mal Alice."

    Eileen: "Das andere hätte mich bei einer christlichen Schule auch gewundert."

    Ich: "Warum fragst du?"

    Eileen: "Ehrliche Antwort?"

    [x]Nicken

    [o]Den Kopf schütteln.

    Eileen: "Na weil du in den ersten Tagen so cool geblieben bist, die meisten rasten aus, wenn es denen so langsam schimmert, wo die hier gelandet sind."

    Ich: "Wie schimmert?"

    Wir verlassen das Gebäude und betreten den Weg zum Camp.

    Eileen: "Na .. das kommt ganz drauf an, wie aufmerksam Neue so sind. Und natürlich wann die was sehen und so .. "

    Sie holt mal wieder Lauf für einen ihrer Erklärmonologe:

    "Also im Kern merken Mädchen viel früher was los ist als Jungs, die sind meist etwas unaufmerksamer und spielen dann noch ganz kurz den Harten. Einige Füchse schnallen sofort beim Lesen der Regeln was Sache ist. Zumal wir bis vor Kurzen noch eine Version hatten wo dick 'Psychopharmaka' stand, jetzt steht da ja nur noch Medikamente .."

    Ich: "Bei mir stand nur Medis .."

    Eileen: "Unterbrich mich nicht! Dann achten einige auf die Bilder, Deko und die Silberkuglen. Bei anderen steht dann zufällig mal die Tür zum Käfig auf oder die begegnen ausgerechnet einem von uns der gerade völlig abdreht oder so tut, andere sind so schlau ihre Überweisungen zu lesen oder einfach das Schild .."

    Als wir durch die Schleuse in den Bunker gelangen, deutet sie im vorbeigehen auf einen kleinen Teppich an der Wand, hebt diesen mit dem Finger an, worauf darunter das mit bekannte Schild mit der Aufschrift 'Kinder und Jugend Psychiatrie' zu lesen ist.

    Eileen: "Moment, warum erkläre ich das gerade, wo waren wir eben?"

    Ich: "Frag mal Alice."

    Eileen: "Achso, genau. Das ist doch bestimmt der Grund, warum du hier nicht komplett in Panik verfallen bist, nachdem du spitz gekriegt hast wo du bist oder?"

    Ich: "Kann man so sagen, Ja. .. merkt man denn das so doll?"

    Eileen: "Alter, du verhält dich seit dem ersten Tag an, als wär das hier alles völlig normal .."

    2
    Sitzplätze ( Tag 8 Mittwoch Abends)

    Wir betreten das Camp, welches zu meiner Überraschung nicht nur komplett leer gefegt wirkt, sondern sogar schon langsam in abendliches oranges Licht getaucht ist.

    Ich: "Wou .. wie lange waren wir denn Oben?"

    Eileen: "Ne ganze Weile wies aussieht, beim Spielen vergesse ich immer komplett die Zeit. Aber mal was anderes .. was ist eigentlich dein Ziel hier, ich meine warum bist du noch hier und tust dir das an?"

    [o] Ich finde einfach schön hier

    [x] Na, wegen der Schule.

    Ich: "Na wegen der Schule. Ich will halt das Schuljahr schaffen und wenn mir die Lehrer .."

    Eileen: "Verstehe .."

    Sie legt nachdenklich den Finger an die Lippen und schnauzt mich dann laut an:

    "Dann versteh ich aber nich, warum du dir nicht endlich von mir bei Englisch helfen lässt, ich meine du bist quasi nur deswegen hier .."

    Etwas ruhiger fügt sie hinzu:

    ".. außerdem ist das Kind doch sowie so schon in den Brunnen gefallen, weswegen also noch groß Widerstand leisten, wenn du verstehst was ich meine."

    Wohl eine Anspielung auf mein Geständnis von heute Morgen und meine Angst es könnte mir mit ihr gehen wie mit 'Ihr'.

    Eileen: "Also du geht jetzt da zu dem Tisch im Schatten und ich hole unsere Sache und wenn ich wieder komme und da sitzt auch nur eine Person mit am Tisch, die nichts mit Englisch zu tun hat, dann schlag ich deinen Kopf mit der Nase voran auf die Tischplatte .. verstanden."

    Ich Nicke. Naja, warum soll ich mir eigentlich nicht von ihr bei den Hausaufgaben helfen lassen? Sie gibt ja eh keine Ruhe. Also mach ich mich auf an den einzigen schattigen Tisch und blockiere dort der Vorsicht halber die restliche linke Bank mit meinen Beinen.

    Als ich mich gerade frage, wen ich denn genau davon abhalten sollte, kommt Merle an den Tisch.

    Merle: "Was dagegen, wenn ich mich setzte?"

    [x]Ja

    [x]Nein

    Ich: "Ähm .. leider ist das quasi ein Hausaufgaben Tisch. Ich warte nur noch auf meine Sachen."

    Merle: "Für?"

    Ich: "Ähm .. mich und .."

    Merle: "Nein für welches Fach?"

    Ich: "Englisch."

    Merle: "Darf ich mich setzten, wenn ich mitmache?"

    [o]Nein

    [x]Ja

    Ich: "Denke das geht ok."

    Merle: "Geht immer noch um die Arbeit oder?"

    Ich Nicke.

    Merle: "Damit bin ich zwar schon fertig aber für Schatten tu ich ja viel."

    Sie nimmt auf der anderen Seite der Bank platz und sieht danach eine Weile wortlos in Richtung des Zaunes.

    Merle: "Du arbeitest aber diszipliniert an deinen Sachen."

    Ich: "Jap, eigentlich bin ich ja auch nur deswegen hier .. wenn man genau nimmt."

    Merle: "Und wenn man es nicht genau nimmt?"

    Ich: "Ja dann, damit ich nicht in die Schule muss."

    Merle: "Hausaufgabentisch ja?"

    Ich: "Also nicht in meine Schule."

    Sie lehnt sich mit dem Rücken gegen die Tischplatte.

    Merle: "Was für an angenehmer Grund hier zu sein."

    Ich: "Warum bist den du hier?"

    Stille

    Ich: "Wenn ich das fragen darf .."

    Merle: "Fragen darfst du natürlich .. aber antworten darf ich nicht."

    Sie streckt sich, reckt die Arme nach oben und fährt fort:

    "Sagen wir mal so, meine Eltern haben so ihre Probleme damit Entschuldigungen anzunehmen."

    'Pock' Eine Hand wird neben mir auf dem Tisch geschlagen und eine leicht grantiges paar dunkel brauner Augen sieht mich an.

    Ich: "Ich ..Ähm .. Merle .. Merle wollte mitmachen also bei Englisch."

    Eileen: "Aha .. von mir aus .."

    Sie lässt unsere Sachen auf den Tisch fallen und setzt sich mir gegen über zu Merle.

    Merle: "Warum so?"

    Eileen: "Ach nichts, ist nur das Wetter."

    Offensichtlich hat sie was dagegen, dass Merle mit am Tisch sitzt, kann aber wahrscheinlich nicht viel dagegen ausrichten. Mir kommt Merles Gesellschaft jedoch recht gelegen.

    Ich ziehe meinen Ordner unter dem Wust hervor und schnappe mir meine Federmappe.

    Merle: "Wie kommst du an seine Sachen?"

    Fragt Merle etwas erschrocken.

    Eileen: "Hat er gestern irgendwie liegen lassen, hab sie dann mit zu mir genommen."

    Sagt sie komplett unaufgeregt, was Merle sichtlich beruhigt.

    Merle: "Entschuldige aber ich bin wegen der Tussy noch ziemlich aufgekratzt."

    Ich: "Die mit dem Ethikkomitee."

    Frage ich, während ich meinen Füller bereit mache und schon mal anfange Merles Lösungen von vor ein paar Tagen abzuschreiben.

    Merle: "Ja .. boar .. die dumme Kuh hat meine ganzen Sachen durchwühlt."

    Eileen: "Und hat sie was gefunden?"

    Merle: "Ja. Das .. ähm .. Buch, das du mir geliehen hast."

    Eileen: "Das ist natürlich suboptimal. Las mich raten, ich kanns mir demnächst bei Mario abholen."

    Merle presst die Lippen zusammen und nickt leicht gekniffen. Eileen aber beugt sich unbeeindruckt über den Tisch und liest scheinbar die gleichen Ergebnisse ab wie ich und vergleicht diese mit ihren eigenen. Dabei kann ich zwar in ihren Ausschnitt sehen aber dort wabbeln eh nur die mir bereits bekannten Explantate herum.

    Eileen: "Und falls es dich interessiert. Nein, ich darf selbst als Assistents nicht in ein anderes Zimmer, ich darf ja nicht mal alleine in das Krankenzimmer. Ach der war bestimmt nur langweilig. Ist das ein H?"

    Ich hasse es, wenn Mädchen mehrere Themen in einem Gespräch verknoten.

    Merle: "Auch wenn der Langweilig ist, hat die nichts in meinen Sachen zusuchen. Warum schicken die die denn auch ausgerechnet zu mir auf Zimmer? Ja das ist ein H"

    Eileen: "Weil bei dir gerade frei war und der Weg kurz?"

    Merle: "Als wären die paar Schritte zu Marias Zimmer nicht zu bewältigen gewesen."

    Eileen: "Bei der sieht schlimmer aus als bei Bezy."

    Dummerweise kann ich ein Wort nicht lesen und frage deswegen vorsichtig.

    Ich: "Ähm?"

    Eileen: "Achso, bei Maria liegt der ganze Boden voller Sachen .. Bezy ist ja wenigstens noch so zivilisiert, dass sie einen schmalen Gang in der Mitte freilässt."

    Ich: "Und bei mir stellen sie sich an wegen eines Koffers."

    Merle: "Die räumen über Mittag immer alles vom Boden aufs Bett und dann Abends wieder alles vom Bett auf den Boden. Sowas könnte ich gar nicht."

    Eileen: "Dazu muss man aber sagen, dass wir genug Platz für unsere Sachen haben. Ich hab einen riesigen Kleiderschrank und du belegst eine Kommode für zwei alleine."

    Merle: "Ja aber unser Klamotten Zyklus ist ja auch ein anderer. Wie lange hast du eine Sache an?"

    Ich: "Ähm .."

    Eileen: "Bis das Ding stinkt oder ich es irgendwie einsaue."

    Merle: "Genau, ein Teil mit einer Funktion von Anfang bis Ende. Die ziehen ein Teil an, ziehen aber das dann aber irgendwann am Tag aus und ziehen ein anderes Teil an .. Wohin dann mit dem noch nicht schmutzigen Teil?"

    Eileen: "Schrank?"

    Antwortet sie, während sie sich noch weiter über den Tisch beugt, um mein Helft zu lesen. Ich schiebe es ihr hin.

    Eileen: "Danke geht schon, ich kann super Sachen auf dem Kopf lesen."

    Merle: "Damit es dort alles voll stinkt?"

    Eileen: "Ein anderer Schrank?"

    Sie verdreht langsam die Augen.

    Merle: "Dort wird es dann muffig."

    Eileen: "Keine Ahnung, wie man das draußen regelt."

    Ich: "Stuhl?"

    Merle: "Genau aber die meisten müssen ihre Stühle für Hausaufgaben frei halten, also passen da nur maximal zwei Stücke drauf und auch nur die, die nicht knittern, wenn man sich anlehnt. Also bliebt hier drin nur noch der Boden."

    Eileen: "Wieder was gelernt .. schreibt man das so."

    Sie hält Merle ihr heft hin, welche die Augen zusammen kneift.

    Merle: "Ähm .. ich weiß eigentlich gar nicht was da steht .."

    3
    Hausaufgaben ( Tag 8 Mittwoch Abends)

    Sie dreht das Heft zu mir und sehe mir ebenfalls das Heft an und stelle fest, dass Eileen wirklich eine fürchterliche Schrift hat. Außerdem sind überall lange Ausreißer zu sehen, wo ein Strich über das halbe Heft geht.

    Merle: "Was ist denn da passiert?"

    Eileen: "Wir beide waren uns manch mal nicht ganz einig wohin mit unseren Händen."

    Sie legt in einer schnellen Bewegung den Arm um mich und klopft dabei kumpelhaft auf meine Schulter.

    Merle: "Achso, die Sache mit den Handschellen?"

    Wir nicken.

    Ich: "Schuldigung, warum hast du nichts .."

    Eileen: ".. gesagt? Ich wollte dich nicht bei der Arbeit stören .. du hast einfach einen zu vertiefen Eindruck gemacht."

    Ich: "Das Wort ist übrigens richtig geschrieben."

    Ich schreibe weiter die Ergebnisse ab, während nur mal hier und wieder jemand etwas fragt. Nach einer Weile sehe ich auch die anderen über Gelände wuseln aber der kurze Versuch von Anny sich zu uns zu setzen, wird allein durch die Blicke der beiden Mädchen am Tisch jah unterbrochen.

    "Ist was?"

    Merle sieht mich besorgt an, weil ich nach dem vielen Schreiben wohl mal wieder mein Gesicht verzogen habe, da mir mal wieder meine Hand langsam anfängt weh zu tun.

    Ich: "Meine Hand tut mal wieder weg."

    Merle: "Vom Schreiben? Zeig mal .."

    Ich will gerade Merle meine Hand entgegenstrecken, als Eileen sich diese etwas unsanft schnapp und befühlt.

    Eileen: "Hm .. ja fühlt sich ziemlich verspannt an. Vor allem im Handgelenk .. wie war das noch .. es fuhr ein Kahn im Mondenschein .."

    Sie fühlt oder eher drückt dabei etwas unsicher auf meinem Handgelenk herum.

    " .. im Dreieckig um das Erbsenbein. Vieleck groß, Vieleck klein und der Kopf der muss .. ähm"

    Ich: "Am Hacken sein? Die Handknochen?"

    Eileen: "Genau .. und jetzt halt doch mal still .. also locker."

    Merle: "Du drückst viel zu feste."

    Sie beginnt mit sanfteren aber unbeholfenen Drehbewehgungen mit ihrem Fingerkuppen auf meinem Handgelenk aber lässt dann los und massiert es dann doch lieber mit ihrem Handballen.

    Merle: "Du kannst das nicht, gib mal her."

    Wiederwillig gibt sie meine Hand ab. Gleich spüre ich, dass Merles Finger viel wärmer sind und ihre Berührungen viel zarter.

    Merle: "Das macht man mit Gefühl nicht mit Wissen."

    Sanft knetet Merle meine Finger und massiert mein Handgelenk.

    Merle: "Und nie zwischendrin einfach loslassen, immer eine Hand in Kontakt halten."

    Genervt sieht und Eileen zu, während sie sich mein Heft schnappt un hastig so viel abschreibt wie sie kann.

    Merle: "Langsam, sonst kann ich gleich bei dir weiter machen."

    Eileen: "Geht mir eher um die Lichtverhältnisse."

    Ich sehe auf und merke, wie schnell es dunkel geworden ist. Doch als ich gerade meine Hand aus Merles Griff lösen will.

    'Pock', Der Tisch wird in ein warmes Orange getaucht.

    Peter: "Hier ich macht euch noch die Augen kaputt. Ich schätze ich kann davon ausgehen, dass hier gleich nichts in Flammen steht oder?"

    Eileen: "Ehrenwort."

    Peter hat eine altmodische Camping Sturmlampe auf den Tisch gestellt. Die rote Farbe blättert zwar schon ab aber das warme Licht der züngelnden Flamme macht das Arbeiten um einiges einfacher.

    Ich: "Au, Danke."

    Peter: "Wenn ihr so spät noch Hausaufgaben macht, kann man das doch nur unterstützen."

    Eileen: "Ich hoffe, das zieht keine Klamotten an."

    Peter: "Wie bitte?"

    Eileen: "Ich hoffe, das zieht keine Motten an."

    Peter: "Achso."

    Er verlässt und und Merle beschwert sich:

    "Nicht einfach die Hand wegziehen .."

    Sie massiert weiter meinen Arm.

    Ich: "Aber Sofa."

    Merle: "Als würde Peter was sagen .."

    Maria: "Ihr habt Licht? Darf ich zu euch .."

    Eileen: "Und da sind sie auch schon .."

    Maria: "Wer?"

    Eileen: "Motten .."

    Sie wedelt an der Laterne herum, obwohl da offensichtlich nicht ist.

    Merle: "Ja wenn du nicht störst .. sor und Fertig."

    Merle drückt noch einmal feste meinen Arm und lässt dann los. Ich schüttle meine Hand aus und sie fühlt sich sichtlich besser an.

    Merle: "Halt dein Handgelenk noch eine Weile in die Nähe der Lampe, es sollte jetzt kurz warm gehalten werden."

    Ich mache wie sie gesagt hat.

    Katrin: "Ja, das ist bei Verspannung das Wichtigste."

    Ich drehe mich um und zu meiner Überraschung sitzt Katrin auf einmal neben mir auf der Bank.

    Katrin: "Hast du auch immer Probleme bei langem Schreiben?"

    Ich nicke, worauf sie sofort weiter erzählt:

    "Irgendwann hab ich gelernt meine Hand selber zu massieren, das ist zwar nicht so gut aber man kann es dafür jederzeit machen."

    Merle: "Sich das selber zu machen ist aber nur die letzte Möglichkeit."

    Eileen: "Wie so? Wenn man das einmal drauf hat ist man unabhängig und das ist eine menge wehrt."

    Sie Schreibt ein letztes Wort zuende, schiebt ihr Heft in die Mitte, holt tief Luft und fängt dann an zu erklären:

    "Also ich hab mir das gestern mal genau angesehen und du machst immer wieder die selben Fehler."

    Ah, sie muss wohl mich meinen.

    "Das meiste müsste sich mit etwas Übung leicht ausmerzen lassen aber du musst eben täglich dran bleiben. Was mich aber viel eher interessiert ist, wie du trotz Nachhilfe von .. du scheißt schon wem .. solche Klopper drin haben kannst und ach, du hast ein Problem mit dem richtigen Einsatz von Zeiten."

    Katrin: "Noar .."

    Merle: "Findest du nicht, es ist schon ein bisschen zu Spät für sowas?"

    Eileen: "Kurz vor dem Schlafengehen lernt man am besten."

    Emily: "Ihr redet so kurz vor Schluss noch über Grammatik?"

    Emily und Bezy sind zu uns an den Tisch gekommen.

    Eileen: "Na von mir aus, aber Morgen hörst du dir gefälligst an, was ich zu sagen habe."

    Katrin: "Eh, mach mal Pause. Du weißt, dass dir das auf Dauer nicht bekommt."

    Katrin nimmt Eileen, ihren Ordner weg und schaut auch mich böse aber niedlich an, weil ich wieder angefangen habe zu schreiben.

    Ich: "Nur die paar Sätze noch, ist nur Abschreiben."

    Katrin Nickt und sagt:

    "Ok .. ah ihr habt die Lampe. Zeit für .. Geistergeschichte."

    Sie zieht die Lampe zu sich und stellt sich so, dass ihr Gesicht schaurig von unten beleuchtet wird und macht dabei klischeehafte Gruselbewegungen mit den Händen.

    Da es im Camp schon gut dunkel geworden ist, zuckt das Mädchen neben Katrin sogar kurz zusammen. Ich lehne mich zurück und sehe, dass es von der Körperhaltung her die Schüchterne sein müsste.

    Bezy: "Gruselgeschichten, wie alt seit ihr 12?"

    Katrin: "Ich bin keine 12 ich bin 13!"

    Sagt Katrin künstlich beleidigt, verschränkt die Arme und schmollt. Ich muss schmunzeln.

    Bezy: "Ne wir machen dass anders. Wir nehmen einen Stift, stellen den in die Mitte und wenn der Stift umfällt, muss derjenige, auf den der Stift Zeigt, von seinem ersten Mal erzählen aber ausführlich mit allen Details."

    Emily: "Und was ist, wenn jemand noch Jungfrau ist?"

    Bezy: "Dann eben das, was am nächsten dran war."

    Eileen: "Ich hatte eben seiner Hand in der Hand .."

    Sie deutet auf mich worauf fast alle lachen.

    Bezy: "Dann eben wie man es sich das erste mal selber gemacht hat."

    Eileen: "Ach da haben wir als Privatpatienten Zugriff auf eine gigantische Dildo Sammlung."

    Sie sagt das in einem so flachen Ton, dass ich schmunzeln muss und auch Merle findet den Witz scheinbar recht komisch aber Bezy findest das ausnahmsweise gar nicht komisch.

    Bezy: "Dann eben das sexuell peinlichste, was man erlebt hat. So uns jetzt los."

    Merle: "Nicht den."

    Bezy: "Was ist mit dem?"

    Merle: "Der rollt weg."

    Bezy: "Denn nehmen wir eben einen, der nicht wegrollt. Seid ihr denn überhaupt alle dabei?"

    4
    Wiedersehen ( Tag 8 Mittwoch Abend)

    Bezy: "Ist denn überhaupt jeder dabei? Nicht das am Ende wieder wer behauptet, er hätte gar nicht mit gemacht."

    Sie sieht uns an.

    [x]Nicken

    [o]Mich wegducken

    Ach von mir aus, ich hab ja eh noch kaum was in der Richtung erlebt. Es werden bei meinen kleinen Geschichten zwar alle bitter enttäuscht sein aber da kann ich ja nichts für. Also nicke ich und die anderen zu meiner Überraschung auch, sogar die Schüchterne, auch wenn ich mir nur schlecht vorstellen kann, wie sich viel zu leise und stotternd von ihrem ersten Mal erzählt.

    Bezy: "Du auch .."

    Eileen greift sich an den Ärmel und löst mit einem leisen klicken ihre rote Armbinde und schiebt diese unter eines der Hefte.

    "So in etwa?"

    Sie richtet einen meinen Stifte, einen dicken dreieckigen Bleistift, mit der Spitze nach oben auf der Tischplatte auf und hält die Spitze mit ihrem Zeigefinger.

    Bezy: "Genau und jetzt legt jeder seinen Finger drauf und auf 'Los' lassen alle gleichzeitig los."

    Sie legt ihren Finger auf Eileens und nach und nach legen alle ebenfalls ihre Finger auf den Stift.

    Eilee: "Aua, hört auf so ferste zu drücken, der Stift ist spitz."

    Als vorletztes legt die Schüchterne ihren Finger auf den Turm und als letzter Ich, wobei ich von ihrem glatt polierten Nagel beinahe abrutsche. Ich sehe zu ihr, wo rauf sie leicht rot wird und ganz schnell weg guckt.

    Gespannt sehen sich alle gegenseitig an. Die Campinglampe hüllt unsere Gesichter in ein flackerndes rot, während alle versuchen nicht vom Turm zu rutschen. Als ich mich gerade frage, ob die Atmosphäre nicht doch besser für einer Geistergeschichte wäre, brüllt Bezy plötzlich:

    "Los!"

    Wo rauf alle, teilweise übertreiben hektisch, die Finger von dem Stift nehmen. Viel zu schnell um Spannung aufkommen zu lassen, fällt der Stift eindeutig in Richtung Merle.

    Bezy: "Boar, das macht keinen Spaß, wenn der Stift nicht noch ein bisschen rollt. Nochmal oder?"

    Merle: "Warum?"

    Bezy: "Weil das bei dir irgend so ein Geheimnis ist?"

    Merle: "Wenn es keiner von euch weiter erzählt."

    Bezy: "Außerdem kennen schon fast alle hier die Geschichte."

    Merle: "Und, Regel ist Regel, kein Keifen. Hast du eben selber gesagt."

    Sagt sie kalt. Als ich mich gerade frage, was genau gemeint ist, stößt mich Katrin an und flüstert:

    "Super, die Geschichte ist klasse."

    Emily: "Also ich kenn die Geschichte noch nicht."

    Bezy: "Ok, wer ist noch dafür?"

    Fragt sie etwas genervt.

    [x]Mich melden

    [o]Mich zurückhalten

    Wenn ich das richtig abwäge, dann habe ich durch eine Meldung nur Vorteile. Ich muss selber nichts erzählen und Merle scheint nicht wirklich was dagegen zu haben, ihre Geschichte mit uns zu teilen. Allerdings könnte es auch ihr harter erduldender Wille sein. Als mich aber Katrin in die Seite knufft und schätzungsweise Eileens Fuß mich unter dem Tisch auch noch anstaubst, melde ich mich.

    Bezy: "Na gut aber ziehs nicht in die Länge wie einen alten Kaugummi, dann bekommen wir eventuell noch ne zweite Story hin."

    Sie lässt sich auf die Bank fallen, während Merle einmal kurz in alle Richtungen guckt.

    Emily: "Mach dir keine Sorgen, die anderen sind alle im Wohnzimmer und spielen irgendwas, die können uns nicht hören."

    Trotzdem beugt sich Merle näher zu uns in Richtung Lampe und fängt dann zu erzählen:

    "Es war eine stürmische Nacht, als die Zweige wie die Finger einer alten gebrechlichen Hexe gegen das kleine Fenster auf dem Dachboden trommelten .."

    Sie muss kurz kichern.

    "Keiner Spaß .. Ihr kennt das sicher, dass man so Verwandte hat, die man nur so alle zwei drei Jahre sieht und bei meiner Familie ist das halt noch mal extremer, weil wir halt über ganz Mitteleuropa verstreut leben. Also meine Tante und mein Onkel, also eine Tante und ein Onkel, hab ja recht viele, bei denen haben wir früher mal ziemlich in der Nähe gewohnt und die haben alt auch Kinder und mit denen hab ich mich immer super verstanden, wir haben also als Kinder immer zusammen gespielt und neulich .. naja .. ist jetzt auch schon was her .. da haben wir die in .. ähm."

    Eimly: "in?"

    Merle: "Halt da besucht wo die wohnen. Ich will jetzt auch nicht zu viel verraten, sagen wir .. ähm .."

    Eileen: "Ist das wichtig für die Geschichte? Wenn nicht, las das weg."

    Merle: "Auf jeden Fall waren wir bei denen und ich hab mich auch schon voll gefreut, weil das waren ja quasi mal richtig gute Freunde. Ich komm also da an, mit meinen Sachen. Weil wir wollten halt da übernachten, da am nächsten Tag eine größere Feier anstand, für die man nicht einfach mal kurz reinschaut und die haben eh ein ziemlich großes Haus."

    Emily: "Wou, son richtiges Anwesen?"

    Merle: "Ne, eher so einen ganz normales Haus aber mit zwei Stockwerken aber einem gigantischen Keller und einem riesigen Grundstück, wo dann auch die Feier sein sollte. Ich komm also an, Tante begrüßt, Onkel begrüßt alles ganz normal und halt das übliche 'Man bist du groß geworden'. Ich wunder mich halt, warum meine Cousinen gar nicht dabei waren, denk mir halt, dass die eben in der Schule sind oder so. Ähm .."

    Die Schüchterne zieht Merle am Ärmel und gibt ihr einen Zettel, den Merle kurz überfliegt.

    Merle: "Meine Cousinen waren zu der Zeit so 21 und gerade 18. Aber flüster mir die Fragen einfach ins Ohr, hier Zettel zu hinterlassen ist nicht so die beste Idee. Und alles was ich sage ist 'Burn after Reading' ok?"

    Alle nicken und sie erzählt weiter:

    "Ich geh also hoch in ihr Zimmer, um meine Sachen abzustellen. Ich kenn das Haus ja noch aus meiner Kindheit und seh die ältere Cousine dann in ihrem Zimmer. Alles halt voll mit so Edel Kram."

    Emily: "Aber du stehst doch selber auf so Zeug."

    Merle: "Ne nicht so vintage Zeug, eher so edel Designer Kram. Also so alles voll glatt und ohne Kanten. Was man so bei Neureichen findet aber in der Regel nicht im Kinderzimmer .. egal also .. ich frag mich noch, warum die nicht runter gekommen ist. Aber anstalle mich zu begrüßen, starrt die mich nur dumm an und als ich meine Tasche abstellen will meint die nur: 'Eh nicht dahin .. bla bla'. Keine Ahnung mehr warum aber irgendwas mit Teppich. Ich also beleidigt wieder raus."

    Bezy: "Warum hast du die nicht angepflaumt?"

    Merle: "Ich war ziemlich fertig von der Fahrt und man fängt ja auch nicht einfach zur Begrüßung Streit an. Ich also ins andere Zimmer, also von der jüngeren Cousine, die da aber schon voll mit .. ähm .. nennen wir sie meine erste Schwester .. zugange war."

    Katrin: "Merle hat noch zwei Schwestern, eine davon ist adoptiert."

    Flüstert Katrin mir zu aber Merle hat es ebenfalls gehört und entschuldigt sich:

    "Au, wie unhöflich. Also ich hab noch zwei Schwestern, eine davon ist eigentlich eine entfernte Cousine aber meine Eltern haben sie halt Adoptiert. Die meine ich, aber gerade nicht. Meine .. erste Schwester ist also gerade dabei mit meiner jüngeren Cousine zu reden und ich versteh mich mit meiner ersten Schwester nicht so gut .. auf der kulturellen Ebene."

    Katrin: "Hiphopperin."

    Flüstert Katrin mir ins Ohr, als würde das bereits Bände sprechen.

    Merle: "Sowas in der Richtung. Nicht, dass das was schlimmes wäre oder so, irgend einer Subkultur schließen sich alle Jugendlichen an und ich weiß, wie langweilig ist bin, weil ichs nicht tue aber bei ihr, also meiner Cousine, hätte ich eher drauf getippt, dass die Grundge wird..

    Katrin: "Wer wird den heute noch nachträglich Grunge?"

    Merle: "Bist du nicht Grunge?"

    Sie sieht mich an.

    Ich: "Nirvana oder? Ne eigentlich eher nicht .. aber ich mag die Musik."

    Bezy: "Weiter?"

    Merle: "Ok .. also zumindest hat sie mir noch anständig die Hand gegeben und mich meine Tasche bei sich abstellen lassen. Ich wollte jetzt auch nicht direkt zur nächsten Cousine .. weil das wäre ja schon etwas komisch gekommen, also war ich ne Weile bei denen. Ich versteh nur bis heute nicht, warum gemeinsam laute Musik hören als Gemeinschaftsaktivität gilt. Man versteht doch eh nichts .."

    Sie greift unter die Bank, um einen Schluck aus ihrer Flasche zu nehmen.

    Merle: "Nach einer Weile bin ich dann aber doch los aber eher um mir das Haus anzugucken, um zu sehen, was sich verändert hat und dabei bin ich dann auch meiner dritten Cousine über den Weg gelaufen. Die ist zwar jünger als ich aber ok, mit irgendwem muss ich ja abhängen um nicht mega komisch rüber zu kommen."

    Eileen: "Merles Familie hat so einen Außenwirkungskomplex."

    Merle: "Haben alle von der Größe. Und die konnte sich dann nicht mehr an mich erinnern. Also die Cousine, nicht meine Familie. Egal könnte das Alter sein, hab ich mir gedacht, etwas mit ihr gesprochen und mir von ihr das Haus zeigen lassen."

    Bezy: "Verfass doch gleich einen Roman."

    Da Bezy aber von allen anderen unwirsch angeguckt wird, legt sie sich gleich wieder mit den Armen auf die Tischplatte und seufzt.

    Merle: "War auch ganz nett aber schon hart, dass sie mich nicht mehr kennt. Aber dann bin ich noch meinem Cousin über den Weg gelaufen und der konnte sich dann aber an mich erinnern und war zumindest nicht so scheiße zu mir, wie meine angeblichen früheren Feindinnen. Dazu muss man sagen, dass ich mich, nach dem Schock mit meiner ersten Cousine, auf ihn fast schon am meisten gefreut habe, denn ich hab, oft mit ihm gespielt und sozusagen fast schon auf ihn aufgepasst .. hm .. wenn man das so sagen kann. Ich fand ihn damals immer voll niedlich, war so ne Art Kuscheltier für mich .. also damals."

    Eileen: "Warum hast du nicht einfach deine Cousinen ignoriert und hast was mit deiner anderen Schwester gemacht oder alleine? Das hab ich bis jetzt immer noch nicht verstanden."

    Merle: "Weil meine Eltern dann auf mich zugekommen wären und mir die Schuld daran gegeben hätten, dass ich mich nicht mit meinen Cousinen verstehen will. Die sind da komisch. Und ja ich hab dann einfach mit meinem Cousin, meiner dritten Cousine und meiner zweiten Schwester was gemacht."

    Ich: "Haben die alle keine Vornamen?"

    Merle: "Pah .. Vornamen sind was für den Pöbel."

    Bezy: "Das ist die vereinfachte Anny Version der Geschichte, das hat beim ersten Mal erzählen zwei Tage gedauert, bis die alles verstanden hatte. Erzähl weiter .."

    Merle: "Wo war ich, genau mein kleiner Cousin. Erst dachte ich, der hat halt mittlerweile so einen komischen Humor. Kennt ihr dass, wenn Kinder so Sexualbegriffe aufschnappen und die dann ständig benutzen, wenn gerade keine Erwachsenen in Hörweite sind?"

    Katrin: "Höhö, Tiddn .."

    Merle: "In etwa .. also hab ich ihm so gesagt, dass das nicht witzig ist aber langsam wurde mir dann klar, dass das halt kein dummer Kinderhumor ist, denn dafür war er dann doch zu alt und außerdem war das von der Art irgendwie anders .. ähm .. kennt ihr dass, wenn so früh pubertäre Jungs nur an Sex denken aber nicht wirklich, sondern an so eine komische Vorstellung davon?"

    Katrin: "Da hat das Internet wohl die Aufklärung übernommen."

    Merle: "Auch nicht, sondern .. ach .. so ne Mischung aus Hörensagen, halbherziger abgebrochener Aufklärung und Unsinn den einem Ältere erzählen um einen zu Veralbern."

    Ich: "Ich glaub ich weiß was du meinst, wenn die Eltern anfangen Fragen zu beantworten aber dann der Junge das bei jeder Gelegenheit laut rumbrüllt und die Eltern ab dem Punkt Panik bekommen, dass das in der Öffentlichkeit passieren könnte und ab da Punktum alle Aufklärung einstellen."

    Katrin: "Aber der Wissensdurst so groß ist, dass man sich ab da an von allen möglichen Leuten Unsinn erzählen lässt, denn man aber Aufsaugt wie die letzte Wahrheit?"

    Merle: "Genau!"

    Ich: "Ja das ist nervig."

    5
    Pyjama Party ( Tag 8 Mittwoch Abend)

    Merle: "Ja und dann kommt dieser eigentlich nette Junge von jedem Thema aus auf 'das Thema'. Da konnte man ja noch nicht mal in ruhe Playstation spielen. Wir haben so ne alte UrPlaystation aus dem Keller geholt und an den Fernseher angeschlossen, weil meine erste Cousine uns ja nicht mit ihrer neuen PS2 spielen lassen wollte. Und immer diese Sprüche .."

    Katrin: "Alles kla im BH .. Höhö .."

    Ich: "Hast du ihm nicht gesagt, dass das nervt."

    Merle: "Ja, brachte auch immer kurz was, da er das scheinbar noch leicht drin hatte, auf mich zu hören. Dann wurde er immer ruhig für eine Weile aber dann fing es wieder an. Wahrscheinlich hat er sich dabei einfach zu cool gefühlt oder sowas, er war nur dann fröhlich, wenn es über das Thema reden konnte. Ich hab ich dann auch mal alleine gefragt, als die anderen beiden Chips holen waren, was das soll, dass das nicht witzig ist und warum er immer diese widerlichen Sprüche los lässt."

    Emily: "Und?"

    Merle: "Da kam halt wieder einen Spruch: 'besser widerlich als wieder nicht'. Ich hab ihm dann natürlich sofort gesagt, dass er damit keine Freundin bekommt. Und das er sich damit auch bei den Jungs keine Freunde macht."

    Emily: "Und?"

    Merle: "Er meine nur, dass wenn er einmal eine Freundin bekommt, dass ihn dann alle Jungs und Mädchen bewundern. Natürlich hab ich dann auch die Eltern, also meine Tante und meinen Onkel, drauf angesprochen aber die meinten nur, dass sich das auswächst und er das vor anderen Leuten nicht macht, wenn er das zu Hause darf."

    Eileen: "Und du bist nicht 'andere Leute'?"

    Ich: "Nach dem Motto: 'Hauptsache man siehst nicht.' "

    Emily: "Hä, wenn du nicht da bist, wem drückt der dann die Sprüche?"

    Merle: "Meinen Cousinen."

    Emily: "Sind das nicht .. seine?"

    Merle: "Seine Schwestern? Ja, das ist da das komische und deswegen dachte ich ja auch erst, dass er das nur aus Spaß meint oder um seine großen Schwestern irgendwie zu ärgern, um sich gegen die zu behaupten oder so .. wie was das noch Eilee?"

    Eileen: "Boar, so spät noch Verhaltenspsychologie?"

    Sie hebt müde den Kopf und erklärt dann Tonlos:

    "Ich meine das war so, dass es da einen Effekt gibt, wenn man als Junge zu viele große Schwestern hat und die gleichzeitig in einer Art dominant sind, dass man sich dann entweder unterordnet und halt mehr oder weniger deren Kuscheltier wird oder dass man versucht sich körperlich oder verbal zu behaupten, was aber meist nicht geht, also greift man zur einer speziellen Form der sexuellen Gewalt. Das kann verbal sein, wie bei dir, oder auch Körperlich. Wenn dir deine große Schwester den Weg versperrt, macht sie Platz, wenn du versuchst ihr an die Titten zu fassen, auch wenn sie zwei Köpfe größer ist als du. Wenn dann noch die Eltern nicht eingreifen .."

    Bezy: "Jaja, weiter."

    Merle: "Das war aber halt nur verbal und noch nicht mal konkret, also so Stammtisch Unsinn. Aber ich hab dann weiter mit ihm geredet."

    Emily: "Warum redest du überhaupt mit ihm, geh doch einfach weg. Oder besser klatsch ihm jedesmal eine."

    Merle: "Kennst du den Spruch: 'Friends don't let Friends..' "

    Bezy: ".. use Internet Explorer?"

    Emily: "Hä?"

    Merle: "Was ich meine .. ich kann doch diesen niedlichen Jungen nicht im Stich lassen. Was ist denn, wenn der da nie wieder von runter kommt. Der hatte ja schon Probleme in der Klasse und kaum Freunde."

    Eileen: "Frag sich einer warum .."

    Merle: "Ich hab mich das eher weniger gefragt und gegen Abend hatte dann auch meine zweite Schwester keinen Bock mehr und hat sich zu den Basszombies in den ersten Stock verabschiedet."

    Katrin: "Basszombies gute Zombies."

    Merle: "Zombies triffts ganz gut .. aber als meine Schwester weg war, hat er dann erst recht angefangen Fragen zu gestellt. Die ich dann auch so gut wie möglich beantwortet habe, also meist mit logischen Gegenfragen. Denn am Ende bekommt er sowieso alles raus und besser anständig von mir als irgend einen schädlichen Quatsch. Aber langsam hab ich dann das Gefühl bekommen, dass er die Sachen gar nicht allgemein wissen will, sondern über mich. Leider hab ich das zu spät bemerkt und bin dann via Ausrede hoch zu den Zombies, die hatten die Musik leiser, schätze meine Tante hat denen was dazu gesagt. Ach genau, könnt ihr euch erklären, warum reiche einen auf Ghetto machen?"

    Katrin: "Verleugnung der eigenen Realität."

    Eileen: "Peer Pressure?"

    Emily: "Wie bitte?"

    Ich: "Gruppenzwang."

    Merle: "Egal, dann gabs Essen und es wurde besprochen, wer wo schläft. Und ich denk so: 'Ja, schlaf ich halt bei den Basszombies.' Und sag das auch so aber die Erwachsenen dann: 'Nein, dass geht nicht da ist ja kein Bett.' Ich so: 'Und? Schlaf ich halt auf dem Boden.' Dann haben die sich aber erst recht aufgeregt."

    Schüchterne: "Warum Boden schlafen ist doch toll .."

    Sagt sie ganz leise, worauf Merle antwortet:

    "Du kennst meine Familie nicht, für die ist das schon ein Weltuntergang, wenn man Kranwasser trinkt, weil man keine Lust hat Flaschen aus dem Keller zu holen. Ich dann so: 'Ja wo soll ich denn dann schlafen?'. Ja bei deinem Cousin im 2. Stock. Ich dann natürlich sofort sowas gesagt wie: 'Ich glaube dass das nicht so die gute Idee ist.'."

    Emily: "Warum hast du denen das nicht erzählt."

    Merle: "Hab ich nach dem Essen aber meine Tante meine nur so was wie: 'Ist doch toll, jetzt wo du wieder da bist ist er viel ruhiger und macht viel weniger dumme Witze.'

    Emily: "Wie viele dumme Witze macht er denn, wenn du nicht da bist?"

    Merle: "Das hab ich mich in dem Moment auch gefragt aber viel eher hab ich mich auf der einen Seite natürlich gefreut, dass ich einen positiven Einfluss hatte - auf der anderen hab ich mich natürlich auch gefühlt, wie so ein sinnvollen Werkzeug."

    Emily: "Voll vies und jetzt musstest du den die ganze Nacht aushalten?"

    Merle: "Wir dann also nach dem Essen .."

    Emily: "Ins Bett?"

    Merle: "Nein. Wir sind dann natürlich noch lange wach geblieben und haben exzessiv Playstation gespielt."

    Eileen: "Was denn darum? Ist ja ne Konsole oder?"

    Merle: "Bubble Fight Triologie -- irgendwas, da wo man zusammen Blasen abschießen muss, aus denen dann zwei Kleine kommen. Mach unglaublich Spaß zu Dritt, hab natürlich voll übertreiben und super viel Cola getrunken, damit ich so spät ins Bett kann wie möglich. Wir hatten auch noch ne Flasche Whisky dabei aber davon hab ich nur recht wenig getrunken."

    Bezy: "Besoffen machen die Kinderspiele auf der PS erst richtig Laune."

    Merle: "Aber dann müssen uns die Eltern natürlich den Spaß verderben und uns ins Bett schicken .. um 12 Uhr, damit wir am nächsten Tag um 11 Uhr fit sind. Naja, wir dann hoch und das Bad im ersten Stock natürlich besetzt, ich schnapp mir also meine Tasche, geh hoch in den zweiten Stock und mach mach da im Bad direkt bett fertig."

    Emily: "Und wo ist dein Cousin?"

    Merle: "Der stand dann ne Minute drauf in der Türe und hat mich mit großen Augen angeguckt."

    Emily: "Hattest du nichts an und hast du nicht gesagt?"

    Merle: "Ich hatte mein Nachthemd an und noch meine Zahnbrüste im Mund. Hab dann aber gesagt, dass man anklopft. Er meinte darauf nur: 'Boar geil'."

    Bezy: "Was ziehst du auch dein kurzes Negligee an, wenn du zu anderen auf Übernachtung gehst."

    Merle: "Das war mein ganz normaler Pyjama, der mit den Enten, den ich auch hier anhabe .. hab ihm dann aber gesagt, dass er machen soll dass er raus kommt. Hat er dann auch gemacht, ich dann aber hinterher, denn ich sollte ja in seinem Zimmer schlafen. Natürlich war das noch voll das Kinderzimmer, da standen noch Bagger und Kräne rum und vor allem die bunte Elefantentapete von früher war noch da."

    Ich muss grinsen.

    Ich: "Ja kenn ich, wenn Eltern es zu gut meinen und man die Tapete nicht rechtzeitig los wird. Ein Junge aus meiner Klasse hat uns, bei einem Besuch, mal ganz stolz seine Bundeswehrsachen und Softair in seinem Zimmer gezeigt wo noch Piratentapete an den Wänden war."

    Bezy: "Lustig, weiter."

    Merle: "Er mir also das untere Bett zugewiesen, er hatte ein Hochbett und hat früher in dem Zimmer zusammen mit seiner Schwester gelebt. Ich also da runter und konnte dank der Cola ja mal gar nicht schlafen .. ich hätte besser mehr Whisky trinken sollen."

    Hinter uns knackt ein Ast, wir drehen uns alle erschrocken um.

    Bezy: "Ach du, komm setzt dich zu uns."

    Manuell tritt aus dem Dunkel zu uns an die Lampe und auch der anderen Daniel und Anny setzten sich. Merle überlegt kurz fährt dann aber fort:

    "Dann knarzt halt über mir die Leiter des Bettes. Denk mir aber nichts dabei, kann ja sein, dass er mal raus muss aber als ich die Türe dann nicht höre wundere ich mich und denke, dass er wohl vor mir sitzen muss und mich beobachtet."

    Emily: "Hast du ihn nicht verscheucht?"

    Merle: "Ne, warum genau weiß ich auch nicht mehr genau. Ich war halt irgendwie hin und her gerissen, auf der einen Seite wusste ich halt, dass das mega seltsam ist auf der anderen Seite werde ich halt auch nicht oft bewundert."

    Katrin: "Und du warst betrunken .."

    Merle: "Das auch. Dann hat er irgendwie an meinem Beim rumgefummelt, keine Ahnung was das sollte. Ganz komisch noch nicht mal Oberschenkel oder so sondern irgendwie Schienbein durch die Hose. Dann hat er ganz vorsichtig versucht einen Knopf von meinem Oberteil aufzumachen, hat aber irgendwie nicht geschafft."

    Maria: "BH Verschlüsse sind aber auch schwierig."

    Merle: "Nein, nicht BH einfach einen ganz normalen Knopf an meinem Pyjama."

    Eileen: "Wie kann man das nicht schaffen?"

    Ich: "Wenn man aufgeregt ist?"

    Bezy: "Wenn das Oberteil ordentlich spannt."

    Merle: "Bei mir? Aber sowas hab ich mir im dem Moment auch gedacht und so getan, als würde ich mich im Schlaf auf die Seite drehen. Er hat sich dann kurz erschreckt und versteckt, dann aber noch einmal versucht aber immer noch nicht hinbekommen. Er ist dann wieder hoch zu sich ins Bett."

    Emily: "Und das ist das peinliche? Und wie hast du dich dabei gefühlt?"

    Merle: "Ne das peinlich kommt noch. Also ganz ehrlich .. ich hab mich merkwürdig gefühlt und ich war auch gut aufgeregt, mich hat davon ja noch niemals wer so angefasst. Aber als ich dann endlich gerade einschlafen will, höre ich von Oben halt so ein gerappelt. Ich hab mir natürlich gedacht, na toll, hab ich ja großartig hinbekommen, hoffentlich ist der da oben schnell fertig und lässt mich schlafen."

    Emily: "Was er er .."

    Bezy: ".. kommt gleich."

    Merle: "Aber dann wurde und wurde es da Oben nicht leiser. Genervt bin ich dann aufgestanden, hab mich auf so einen Hocker gestellt und mal nachgesehen, was da oben los ist und er hat sich da tatsächlich unter seiner Decke einen runter geholt oder zumindest versucht."

    Emily: "Wie kann man das denn nur versuchen?"

    Merle: "In dem man irgendwie mit drei Fingern von oben greift und dann dreht."

    Emily: "Eh .. hä?"

    Katrin: "Wenn es einem doch keiner zeigt?"

    Merle: "Ganz vertieft hat der mich auch erstmal gar nicht bemerkt also hab ich gefragt: 'Holst du dir gerade einen Runter?' Er hat sich natürlich sofort erschreckt."

    Emily: "Und dann?"

    Bezy: "Dass war doch jetzt das peinliche Erlebnis oder."

    Merle: "Schon aber die Geschichte geht eigentlich weiter."

    Bezy: "Andermal, jetzt erstmal wer anders."

    Victoria: "Worüber redet ihr .."

    Aus dem Schatten kommt eine dünne Gestalt in viel zu großen Klamotten angeschlichen und streckt sich erstmal.

    Maria: "Wir erzählen uns peinliche Sexgeschichten .."

    Victoria: "Aha."

    Maria: "Merle war gerade dran .."

    Auf einmal verzerrt sich Victorias Gesicht, die angewidert guckt, einen Schritt zurück macht und sagt:

    "Ehhhw .. nicht die Geschichte. Wie auch immer, ihr sollte bitte alle zur Therasse kommen."

    Bezy: "Noar .."

    Behäbig stehen alle nach einander auf und tappen im faden Licht der Laterne durch das fast schon dunkle Camp.

    Eileen: "Wart mal einen Moment."

    6
    Sie hasst mich ( Tag 8 Mittwoch Abend)

    Ich: "Warum."

    Ich drehe mich zu Eileen um, welche am Tisch stehen geblieben ist und unsere Schulsachen zusammen kramt.

    Ich: "Ups entschuldige bitte natürlich."

    Kaum etwas sehend taste ich nach meinen Stiften und stecke diese in meine Federmappe. Jedoch merke ich nach einer Weile, dass es gar nicht so dunkel ist und ich ohne Probleme meine von ihren Ordnern und Blättern unterscheiden kann. Und hat nur die ganze Zeit die Laterne geblendet.

    Eileen: "Also eine Sache interessiert mich dann doch."

    Fragt sie plötzlich, als sie einen Stapel Blätter auf den Tisch stockt und abheftet.

    Ich: "Hm?"

    Eileen: "Warum genau, hat dich Suzy gestern Abend aufgefordert meinen Schwanz zu lutschen?"

    Ich: "Woher weißt du das?"

    Eileen: "Ein Vöglein hat es mir gezwitschert."

    Ich gucke skeptisch, sie grinst und erklärt:

    "Das Vöglein heißt Lisa, sitzt oben auf der Geschlossenen und kennt mich weil ich selber lange dort war, deswegen hat es mich heute Morgen angerufen und mir das alles etwas sehr aufgeregt erzählt."

    Ich: "Wie angerufen."

    Eileen: "Auf dem Wartungstelefon im Heizungsraum vom Geisterhaus, wenn man bestimmte Nummern wählt, kann man hier umsonst kreuz und quer durchs gesamte Krankenhaus telefonieren. Aber erklär ich dir ein andermal. Nimm das mal mit zu dir ja, keine Lust da hoch zu laufen."

    Ich: "Ähm."

    Eileen: "Ich hab gestern auf deine Sachen aufgepasst und du passt heute auf meine auf ok? Aber wühl nicht drum rum wenn es geht."

    [x]Ja

    [o]Nein

    Ich nicke und schleppe einen ganzen Arm voll Schulsachen mit in den Bunker wo ich sie auf meinen Schreibtisch lege und dann wieder die Terrasse aufsuche. Auf dem Weg bin ich teilweise schon zu müde zum Denken. Am meisten denke ich noch kurz über Merles Geschichte nach und frage mich, wer wie viel für das kleine Unglück kann und komme zum provisorischen Schluss, dass die Schlussfolge wohl Cousin, Eltern und erst ganz am Ende Merle lauten sollte.

    Auf der Terrasse angekommen, wundere ich mich, da tatsächlich ein kleines Feuer in der Feuerstelle brennt. Es ist nicht groß und ohne die Kraft von zwei weiteren Campinglampen könnte man wohl zumindest nicht lesen, denn der Himmel ist immer noch leicht bläulich, auch wenn man schon ein paar Sterne sehen kann.

    Ich setze mich auf ein Poster neben Katrin und Victoria, von denen Victoria direkt ein kleines Stück wegrutsch. Ich weiß zwar nicht warum, bin aber zu müde, um mir darüber Gedanken zu machen.

    Mario: "Hab sie."

    Salfia: "Wou .."

    Bezy: "Echt? Klasse!"

    Mario kommt mir einer Gitarre aus dem Spieleraum, setzt sich auf den freien dicken Baumstumpf, legt ein Notenbuch vor sich auf den Boden und stimmt die Gitarre ein.

    Mario: "Ich weiß aber nicht, ob ich das alles noch so gut kenn."

    Katrin: "Gibs zu, du hast seit letztem Monat alles verlernt."

    Emily: "Was gibt es denn da?"

    Sie beut sich vor und liest die Titel der Lieder.

    Emily: "Cumbaja ma Lord .."

    Bezy: "Ne, eh .. das mussten wir in Musik immer singen."

    Emily: "Hm .. hm .. hm ..hm .. ist da nur langweiliges Zeug bei?"

    Mario beginnt unterdessen leise Cumbaja ma Lord zu singen, worauf einige wenig leise mit singen. Da ich nicht singen kann lasse ich es lieber. Kathrin und Viktoria singen zwar mit aber man hört sie kaum. Ich nutzte die Gelegenheit um ein wenig nachzudenken, aber komme zu keinem sinnvollen Gedanken und so schaue ich mir lieber die Sterne an, die langsam sichtbarer werden, auch wenn hin und wieder Wolken vorbei ziehen.

    Als Mario für Bruder Jakob die Gitarre neu stimmt, höre ich das Feuer knistern und spüre den abendlichen Sommerwind auf meiner Haut.

    Bezy: "Ha! Hier ist doch was!"

    Ruft Bezy laut:

    "She fucking hates me!"

    Mario: "Na wenn ihr wollt."

    Als ich mich noch frage, was dieses Lied in einem Notenbuch zwischen den ganzen langweiligen Lieder zu suchen hat, räuspert sich Mario auch schon und fangt mit seiner gesamten Stimmgewalt an zu singen, worauf fast alle mit einstimmen.

    Alle: "Met a girl - thought she was grand - Fell in love - found out first hand!"

    Als ich nicht auf Anhieb mit mache, stößt mir Katrin wütend ihren Ellbogen in die Seite und so hab ich wohl keine andere Wahl als auch mit zu singen. Nach einer Weile merkt man wie fach auf einmal alle sind und wie viel Spaß alle haben.

    Alle: "And she tore my feelings - like I had none!"

    Was vor allem daran liegen könnte, dass die meisten eher schreien als singen und sich deswegen keiner schämen muss, weil er schief singt.

    Alle: "She fuckin' hates me!"

    Nach dem Lied rufen zwar ein paar laut:

    "Zugabe."

    Aber Mario keucht und sagt:

    "Besser nicht, sonst ist morgen meine Stimme weg und es ist auch schon fast Zeit. Mit noch was ruhigem wäre ich aber einverstanden."

    Eileen: "Das eine langsame? Aber ich finds gerade nicht."

    Sie blättert auf den Knien in dem Notenbuch, da sie direkt neben Mario sitzt. Zugegeben hab ich bei dem Lied einen kleinen Moment an sie gedacht. Ich liebe sie und sie hasst mich quasi, also sie denkt dass ich sie liebe, was bis her ja auch passabel funktioniert hat. Eventuell sollte ich mir wirklich von ihn mal bei Englisch unter die Arme greifen lassen.

    Emily: "Wie heißt das Lied denn."

    Eileen: "Shes' killing me softly."

    Emily: "Das heißt einfach nur Killing me softly."

    Ich muss schlucken, schüttle aber dann den Gedanken aus meinem Kopf.

    Eileen: "Ah habs."

    Mario: "Ok, los."

    Als Mario die erste Strophe des Liedes anstimmt versuche ich so gut es geht mitzukommen und einige unliebsame Erinnerungen zu verdrängen. Aber als die Gitarren Melodie erstmal richtig sitzt und meine Lieblingsstellen kommen, packt mich dann doch die Erinnerung um so härter und ich sitze wieder in der großen Halle mit den dicken Holzbalken, dem großen Fenster auf dieser einen Klassen Fahrt und singe mit 'Ihr' dieses Lied.

    Damals hab ich sie die ganze Zeit über angesehen und dieses Lied wurde zu unserem Lied. Ich kann mich noch genau erinnern, wie ich durch die ganze Halle nur sie angesehen habe, wie sich fröhlich singend zwischen ihren Freundinnen saß und auch nur mich angesehen hat. Mit ihren blauen Augen und in ihrem grünen Strickpully an diesem regnerischen Tag im Herbst.

    Aber zum Glück stößt mich Katrin mit ihrem Ellenbogen aus meinen Gedanken, es wird plötzlich wieder Sommer und die Augen des Mädchens auf der anderen Seite wieder braun und ihr Strickpully wird zu dem weißen viel zu großen Krankenhausshirt mit der roten Armbinde. Ich schüttele meinen Kopf und bin mir dieses mal absolut sicher, dass ich viel lieber hier bin als dort.

    Mutig singe ich trotzdem weiter, obwohl die Temperaturen von diesem Abend doch eine erholsame Abwechslung wären. Nach ein paar Strophen ist das Lieb auch schon zu Ende.

    Mario: "So das reicht aber für heute, sonst muss ich morgen alle Anweisungen per Megaphone geben."

    Die Campbewohner zerstreuen sich, einige sagen sich und mir noch gute Nacht.

    Victoria: "Was machen wir mit dem Feuer?"

    Peter: "Gießt einfach ne Flasche Wasser drüber."

    Victoria: "Och ne .."

    Peter: "Warum nicht?"

    Victoria: "Das macht doch die ganze Illusion kaputt, dass es ein richtiges Lagerfeuer war."

    Sie guckt traurig in die kleinen Flammen.

    Mario: "Wir können ja am Wochenende ein großeres machen."

    Peter: "Oder wir fangen schon Nachmittags an, dann es es bis zu Abend aus."

    Bezy: "Dann aber auch mit Würstchen am Stock."

    Peter: "Geht nicht aus hygienischen Gründen."

    Bezy: "Dann am Spieß .. ne Moment .. am Drahtkleiderbügel, die kann man ja spülen."

    Ich: "Wie auch immer, ich geh dann mal schlafen. Gute Nacht."

    Ich wünsche allen die noch da sind eine gute Nacht.

    Katrin: "Gute Nacht und war toll mit dir zu singen."

    Zu meiner Verwunderung greift sie dabei kurz meine Hand.

    Als ich mich umdrehe, sehe ich noch Merle im Schatten stehen, mache einen kurzen Umweg und sage:

    "Gute Nacht."

    Merle: "Ja .. ähm .. Schlaf gut und kein Wort wegen der Geschichte."

    Ich: "Welcher Geschichte, frage ich, als hätte ich bereits alles mit Absicht vergessen."

    Sie lacht herzlich:

    "Genau die richtige Einstellung."

    Ich schleppe mich in den Bunker ziehe mich unter der Decke um und ..

    .. mache schon wieder kein Auge zu. Ich bin erschöpf wie sonstwas aber schlafen kann ich mal wieder trotzdem nicht. Na großartig.

    Genervt lege ich mich auf den Rücken und sehe nach draußen zu den Sternen. Leider kann ich wegen des Gittern kein konkretes Sternzeichen ausmachen, da das Gitter immer mindestens einen wichtigen Stern verdeckt.

    Naja was solls, ich kenne die meisten Namen und Sternzeichen eh nicht. Gerade mal den Orion Gürtel finde ich gelegentlich mal wieder aber schon die Hunde, die da ja irgendwo in seiner nähe sein müssten bekomme ich meist schon wieder nicht lokalisiert.

    Als ich mich strecke und die Decke etwas wegschubse erinnere ich mich, dass er vor allem daran liegen könnte, dass ich mir als Kind immer fleißig eigene Sternzeichen ausgedacht habe, die mich heute teilweise noch verwirren.

    Wie schön wäre es eigentlich mal mit jemandem zusammen den Nachthimmel zu betrachten der Richtig Ahnung von Sternbildern hat. Ich sehe zu den anderen Jungen herüber, die aber alle schon zu schlafen scheinen.

    Ich bin mir zwar sicher, dass der andere Daniel so ziemlich alles wichtige an Sternzeichen kennt aber mit einem Jungen zusammen Sterne zu gucken, wäre schon hart seltsam. Also solange man nicht dabei durch ein Fernrohr guckt und sich auf einem Klemmbrett dazu wichtige Aufzeichnungen macht.

    Eigentlich hatte ich ja gehofft mit 'Ihr' mal nachts die Sterne zu beobachten aber daraus wurde leider nicht. Jetzt wo ich so darüber nachdenke, frage ich mich ehrlich, warum sie mich auch mit der Geschichte so hingehalten hat. Es wäre ja gar keine große Sache gewesen im Winter mal die Hefte für einen Moment bei Seite zu lagen und für eine Weile gemeinsam aus dem Fenster zu schauen.

    Ach verdammt, ich wollte ja eigentlich nicht mehr an sie denken. Es währe eventuell wirklich besser ihren Platz mit einem der Mädchen von hier zu füllen .. hm .. wem würde ich es denn am ehesten zutrauen die Sternzeichen zu kennen .. hm. Katrin könnte sie kennen .. bei Viktoria bin ich mir nicht sicher aber Merle müsste sie kennen, ob wohl ich bei ihr auch davon ausgehen könnte, dass sie die japanischen Sternzeichen kennt. Gibt es eigentlich japanische Sternzeichen oder nur Chinesische?

    Aus irgend einem Grund mache ich die Augen wieder auf und als ich erneut aus dem Fenster sehe, merke ich dass der Mond in mein Zimmer scheint. Och ne, ich muss eingeschlafen und wieder aufgewacht sein.

    Es gibt für mich nichts ärgerliches als das, jetzt kann ich doch erst recht nicht mehr einschlafen. Ich stecke mich, streiche meine Decke zurecht und gucke weiter aus dem Fenster. Der Mond ist zwar noch nicht ganz voll aber trotzdem stört er beim Sternegucken.

    Zu Glück schiebt sich nach einer Weile eine dicke schwarze Wolke vor den Mond. Apropros Wolke, es wäre keine schlechte Sache, wenn es demnächst auch mal regnen würde.

    Es ist zwar von der Themperatur her gerade noch erträglich aber trotzdem kleben meine Beine an der Bettdecke. Ich strecke mich erneut und höre ein Geräusch. Für eine Sekunde halte ich den Atem an aber es war sicher nur das Bett was geknartz hat.

    Ich zucke mit den Schultern rücke meine Bettdecke zurecht und sehe mir wieder die Baumwipfel an. Ich frage mich, warum die Grillen heute gar kein Konzert geben, eventuell haben die Tiere heute mal keine Paarungszeit oder wie ich einfach keinen Bock .. auf gar nichts.

    7
    Stupps ( Tag 8 Mittwoch Abend)

    Das Camp ist zwar schön und die Leute hier echt nett aber wenn mal was los ist dann richtig. Nicht so wie in meiner Klasse, wo schon ein böses Wort zu einem Drama biblisches Ausmaßes aufgeblasen wird aber was soll man machen, wenn einem langweilig ist. Manche Menschen scheinen einfach Probleme so nötig zu haben, wie die Luft zum Atmen.

    Nach einer Weile Wolken gucken beschließe ich, dass das auch für Suzy und ihren komischen Ausraster gelten muss. Jedes normale Mädchen hatte einfach nur gesagt: 'Ok, schade.'.

    Plötzlich bricht draußen ein Ast, ich richte mich im Bett auf.

    Hm .. wahrscheinlich eine Katze.

    Ne Moment, für eine Katze war das Knacken zu laut.

    Stille.

    Ich richte mich im Bett auf und schaue nach draußen, ich sehe den Ilex und die anderen Büche aber keine Katze. Kein Wunder diese sind ja bekanntermaßen nachts alle grau. Die Wolken geben den Mond frei, welcher gespenstische Schatten durch die Büsche wirft.

    Ein wenig gruselig wirkt das ganze schon und ich bekomme leichte Gänsehaut, also beschließe ich mich schnell wieder hin zu legen.

    Als ich mich gerade ins Bett fallen lasse und dabei erleichtert ausatme, raschelt es auf einmal Draußen vor dem Fenster. Um mich selbst zu beruhigen richte ich mich widerwillig auf und schaue nach draußen.

    Doch dieses mal hat sich eine besonders dicke dunkle Wolke vor den Mond geschoben. Es ist stock finster Draußen und alles besteht nur noch aus mehr oder weniger dichten Schatten. Ich blinzle und plötzlich regt sich der Schatten direkt vor meinem Fenster. Ich schrecke zurück und falle fast aus dem Bett, kann mich im letzten Moment aber noch halten.

    "Pssst!"

    Ich nähere mich langsam wieder dem Fenster und sehe, das der Schatten eindeutig menschliche Züge hat und in einer mir bekannten Stimme spricht. Auch wenn ich nicht genau weiß wer es sein könnte.

    Ich: "Alter! Du bist das, was machst hier?"

    Schatten: "Kann nicht schlafen .."

    Nuschelt der Schatten in sein schwarzes T-Shirt, welches er sich über die Nase gezogen hat, während er sich mir den Händen am Fensterrahmen festhält, auf welcher er seinen Kopf abgelegt hat.

    Ich kann immer noch nichts erkennen aber Katrins Stimme ist anders, denke ich zumindest.

    Ich: "Geschöpf der Nacht oder was?"

    Schatten: "Unfreiwillig."

    Hm, die Schüchterne.

    Ich: "Hast du den gar keine Angst?"

    Schatten: "Hm .. nö .. wovor denn? Das Camp ist doch hermetisch abgeriegelt."

    'Hermetisch'? Merle.

    Ich: "Und was machst du dann ausgerechnet bei mir?"

    Schatten: "Willst du mich nicht bei dir haben?"

    Fragt der Schatten beleidigt.

    Ich: "Ähm .. äh .. doch aber warum kommst du mitten in der Nach zu mir?"

    Schatten: "Du hast mir nicht gute Nacht gesagt."

    Ich: "Hab ich doch .. oder?"

    Die Wolken ziehen weiter und das Mondlicht fällt von hinten auf den Schatten. Die im silbernen Licht glänzenden Haarsträhnen verraten, dass es sich wohl um die Tabletten Version von Eileen handeln muss, die ich mittlerweile völlig vergessen habe.

    Beleidigt sehen mich ihren dunklen Augen durch das grüne Gitter hindurch an.

    Ich: "Ähm .. da muss ich dich wohl vergessen haben, ich geh ja nicht zu jedem einzeln noch einmal hin und .."

    Schatten: "Zu Merle bist du extra hingegangen."

    Ich: "Oh .. ähm .. die hab ich zufällig gesehen und nach dem sie .."

    Schatten: "Und mich etwa nicht?"

    Die Tabletten Version von dem sonst so kalten Mädchen, scheint das mit dem gute Nacht sagen wirklich ernst zu sein.

    Ich: "Es tut mir wirklich leid aber ich muss dich übersehen haben."

    Schatten: "Was hat sie denn?"

    Ich: "Wie was hat sie?"

    Schatten: "Du hast doch gesagt: '.. und nach dem sie..' Wie geht der Satz denn weiter?"

    Die übertrieben niedliche Version von Eileen ist zwar nicht so aggressiv wie das Original aber kein Stück weniger streit freudig, was aber zu dieser Urzeit nicht weniger anstrengen ist, denn mir fallen schon fast die Augen von alleine zu.

    Ich: "Sie hat uns doch die Geschichte erzählt, du warst dabei."

    Schatten: "Und das ist mehr wehrt als das was du mir heute morgen erzählt hast."

    Ich: "Hör mal, es tut mir echt leid, ich war müde und hab dich einfach übersehen. Aber du schläfst ja noch nicht, also kann ich dir ja immer noch gute Nacht sagen."

    Ich richte mich auf und gehe mit meinem Gesicht zum Gitter wo ich aus Gewohnheit meine Nase, durch das Gitter gegen Ihre, beweg sie ein paar mal nach recht und links, sage:

    "Nina, Nina, Nup .. schlaf gut und träum was schönes. Gute Nacht."

    Ich will mich gerade hinlegen und rum drehen da höre ich:

    "Ähhh .. was .. was war das?"

    Ich richte mich wieder auf, reibe mir müde ein Auge, sehe dass sie aus ihren T-Shirt heraus gekrochen ist und sage:

    "Nun, dass .. ähm .. keine Ahnung .. so sagt sich meine Familie eben gute Nacht."

    Der Schatten sieht mich mit großen Augen an, als könnte er gar nicht fassen, was gerade passiert ist.

    Schatten: "Ah .. au .. ok .. das .. ähm .. das mag ich. Machen wir das ab jetzt immer so? Aber ohne Gitter."

    Sie drückt ihre Stirn gegen das Gitter und kuschelt sich wieder in ihr T-Shirt.

    Ich: "Von mir aus. Ich kratze mich am Kopf und wische mir danach die Haare aus der Stirn."

    Schatten: "Ähm .. was ist das?"

    Der Schatten guckt auf das Buch, welches das Fenster offen hält.

    Ich: "Damit das Fenster nicht zufällt."

    Schatten: "Willst du es denn gar nicht lesen?"

    Ich: "Hab ich hier eh nie Zeit zu."

    Schatten: "Du hast es hier drin noch 'gar nicht' gelesen?"

    Ich nicke.

    Schatten: "Das ist aber schade, dann musst du dir mal Zeit nehmen, die Anderen einfach mal bei Seite schieben und dir Zeit für dich nehmen. Ich hab das Gefühl das tut dir nicht gut, wenn alle an dir rumreißen."

    Ich: "Ich denk drüber nach."

    Schatten: "Nicht denken, machen."

    Ich: "Ja ich machs."

    Schatten: "Versprochen?"

    Ich: "Versprochen."

    Schatten: "Ok, dann nehme ich solange das Buch und .."

    Ich: "Ne las mal, ich frag morgen Mario, ob er es gegen ein paar Socken eintauscht."

    Nicht dass Real Eileen noch mal wegen des Buches ausrastet.

    Schatten: "Dann tausche ich gegen zwei paar Socken."

    Ich: "Nein, ich meine dass ein paar Socken besser währen, das Fenster offen zu halten. Für deine Socken, bekommst du von jemand anderem sicher mehr."

    Schatten: "Achso meist du das. Aber wer würde denn meine getragenen Socken haben wollen?"

    Ich: "Erklär ich dir, wenn ich wach bin .."

    Schatten: "Ok, gute nacht .. träum schön."

    Ich lasse mich in mein Bett fallen und höre draußen nur noch das immer leiser werdende Rascheln und ein leises:

    "Autsch .. gemeiner Ast."

    8
    Morgenroutine ( Tag 9 Donnerstag Morgen)

    Mario: "Los aufstehen, fertig machen und auf zu neuen Taten."

    Mario reißt die Tür auf, worauf es in den anderen Betten sofort zu regen Bewegungen kommt. Nur ich drehe mich müde um und als ich sehe, wie unser Zimmer bereits voll mit orangenfarbenem Morgenlicht geflutet ist, frage ich mich, warum ich eigentlich erst immer dann wach werde, wenn Mario die Türe aufreißt. Eigentlich müsste ich doch locker von der Sonne geweckt werden, ich meine, Zuhause werde ich ja auch von jedem kleinen Lichtstark wach, welcher durch mein Rollo fällt.

    Domenick: "Als erster im Bad."

    Nayse: "Zweiter."

    Ich: "Och ne .. nicht schon wieder."

    Nuschle ich in meine Decke.

    Mario: "Ja, dass das bei euch ein Problem ist, hab ich bereits mitbekommen und auch schon eine Lösung dafür gefunden, Daniel reich mir mal bitte dein Logbuch."

    Mario war die Zeit über im Türrahmen stehen geblieben. Müde taste ich auf meinen Nachttisch nach meinen Logbuch und mache langsam die Augen auf. Als Mario ins Zimmer kommt, werden ihm zwei Logbücher hingehalten.

    Mario: "Ich meine Daniel .."

    Er guck auf mein Logbuch und ergänzt langsam:

    ".. Helmut? Bestimmt der Opa oder?"

    Ich Nicke.

    Mario: "Grüß ihn mal lieb von mir, wenn du ihr wieder siehst, ich hab auch einen Großonkel der so heißt."

    Nayse: "Hehe Helmut."

    Nayse der vor der Bandezimmertüre wartet grinst, worauf ihn Mario strafend ansieht.

    Ich: "Ist schon gut."

    Mario: "Darum geht es nicht, es geht um die Regeln."

    Ich: "Welche Regel?"

    Ich ziehe meinen Koffer unter dem Bett hervor und stöbere nach einer frischen Unterhose.

    Nayse: "Man darf Campbewohner nicht mit ihren peinlichen Zweitnamen anreden."

    Mario macht mit einem Kugelschreiber ein paar Notizen in mein Logbuch und gibt es mir zurück. Ich sehe auf der Seite 'Zimmerordnung' die Punkte 'Waschraum Pflicht' und 'Kofferausnahme' frisch angekreuzt.

    Ich: "Ähm?"

    Mario: "Damit es zwischen euch keinen unnötigen Streit gibt, wer sich im Bad fertig machen darf und wer in den Waschraum muss .."

    Ich: ".. muss ich immer automatisch dahin?"

    Da ich noch nicht ganz wach bin, klinge ich versehentlich etwas wehleidig.

    Mario: ".. sieh das nicht als Bestrafung an, du kommst nur mit den anderen am besten aus. Ach und die Kofferausnahme bedeutet."

    Ich: ".. das ich meinen Koffer nicht komplett in die Schränke quetschen muss. Klingt nach keinem guten Tausch."

    Ach mist, den Rest wollte ich eigentlich nur denken.

    Mario: "Da hast du recht, sag wenn dir was angemesseneres einfällt."

    [o]Nichts Sagen

    [x]Das Buch wiederhaben

    [o]Weltherrschaft

    Ich: "Also zum Anfang hätte ich gern mein Buch wieder, einen Socken müsste das Fenster auch aufhalten."

    Mario: "Erledige ich gleich für dich aber nun auf in den Waschraum, die erste Tür nach der Küche."

    Als er das Zimmer verlässt, habe ich mich zumindest etwas unter meiner Bettdecke umziehen können. In Boxershorts und einem zu großen schwarzen T-Shirt mit meiner Zahnbürste in der Hand und Klamotten auf dem Arm folge ich langsam Marions Wegbeschreibung, durch den Bunker.

    Das Shirt ist zwar gut lang aber trotzdem wäre es mir leicht unangenehm wenn jetzt eines der Mädchen um die Ecke käme aber zu meiner Überraschung ist noch keinen zu sehen.

    Was die anderen Jungs betrifft so kann ich mich ja ruhig vor denen umziehen. Hab ja die Shorts schon an .. aber Moment mal, dürfte das nicht einfach nur Manuell sein? Aber der hat doch ein Zimmer mit Bad.

    Leicht verwirrt aber in Eile drücke ich die Klinke zum Waschraum herunter und öffne die Türe. Ich sehe in einem ungewöhnlich großen gekachelten Raum. Der so gut wie leer erscheint, nur in der Mitte steht auf einmal eine einzelne Badewanne mitten im Raum, die dort etwas verloren wirkt. Weit hinter der Wanne stehen einige Spinte und vereinzelt liegen Waschlappen und Handtücher in der Gegend herum.

    Ich trete ein und sehe nach links gegen eine Wand und dann nach Rechts ..

    .. Plötzlich wird mir klar, wo all die Mädchen hin sind. Sie stehen so gut wie vollständig auf der Rechten Seite des Raumes vor einer langen Reihe Waschbecken und sehen mich einen Augenblick komisch an. Die Meisten tragen Schlafsachen und sehen fast so müde auch wie ich.

    Bezy: "Hey."

    Anny: "Was machst du hier?"

    Die Schüchterne: "Ahhh ..."

    Victoria: "Guck mich nicht an."

    [x]Die Augen zu machen

    [o]Weiter in ihre Richtung gucken

    Ich: "Ist ja schon gut. Ich soll mich hier Waschen."

    Ich ziehe das Logbuch aus der Hose, die ich über dem Arm trage und reiche es nach hinten.

    Victoria: "Das glauben wir dir auch so."

    Bezy: "Ach, du willst doch nur spannen."

    Sagen die beiden Stimmen, die zwar nicht bedrohlich klingen aber dem Klang nach müssten die Beiden mittlerweile direkt vor mir stehen.

    Die Schüchterne: "Und jetzt?"

    Ich: "Ähm .. "

    Victoria: "Wir können ja schlecht verlangen, dass er sich mit zuen Augen die Zähne putzt."

    Nicht das ich das nicht könnte aber ..

    Die Schüchterne: "Wie wäre es, wenn er sich einfach umdreht?"

    Bezy: "Jetzt mal Schreck bei Seite, was ist denn eigentlich so schlimm?"

    Victoria: "Ich bin nicht geschminkt."

    Emily: "Was so schlimm ist, ich hab Schlafsachen an."

    Bezy: "Und?"

    Emily: "Schlafsachen sind wie Unterwäsche."

    Schüchterne: ".. schlimmer als Unterwäsche."

    Bezy: "Warum?"

    Schüchterne: "Weil man darin Schläft!"

    Wou, geht das schüchterne Mädchen ab im Gegensatz zu Bezy scheint es den anderen ziemlich ernst zu sein. Wenn ich jetzt die Augen aufmache, bin ich wahrscheinlich ziemlich schnell ziemlich tot. Was hat sich Mario eigentlich gedacht, als er mich hier rein geschickt hat?

    Merle: "So schwer ist das doch nicht .."

    Ihre Stimme kommt näher

    ".. einfach ans letzte Waschbecken und rumdrehen."

    Schüchterne: "A .. a .. aber der Spiegel."

    Merle: "Handtuch drüber, Spiegel brauchen Jungs eh nicht."

    Jemand fasst mich bei den Schultern, dreht mich herum und stellt mich vor eines der Waschbecken, während neben mir jemand mit einem Handtuch rum wedelt, welches kurz mein Gesicht berührt.

    Merle: "Sorry."

    Schüchterne: "Das Waschbecken aber .."

    Bezy: "Augen auf. Auch warte noch, das Shirt hat sich verheddert, so .."

    Ich öffne meine Augen, nachdem mir Bezy kurz am Rücken rumfummelt und stehe seitlich an dem Waschbecken, welches am weitesten von den Mädchen entfernt liegt und nur ein paar Schnitt entfernt von der Türe.

    Ich Werfe meine Klamotten auf den hoffentlich sauberen gefleißten Boden und reibe mir erstmal die Augen. Es kann ja sein, dass das für einige eventuell eine 'Interessante' Situation ist aber ich könnte am frühen Morgen gut darauf verzichten. Ich lasse Wasser über meine Zahnbürste laufen und bemerke dass sich glücklicherweise sogar eine Tube Zahnpaster am Waschbecken liegt, versichtig überprüfe ich Konsistens und Ablaufdatum aber da alles ok zu sein scheint fange ich damit an mir die Zähne zu putzen, während die Mädchen im Hintergrund leise tuscheln.

    Pock.

    Jemand schlägt die Türe zum Waschraum auf.

    Eileen: "Morgen."

    Sie dreht sich auf dem Absatz oder eher auf ihren nackten Füßen in meine Richtung um und tritt vor mich an die andere Seite des Waschbeckens. Sie sieht extrem verschlafen aus, da sie nur blinzelt und ziemlich üble Ringe unter den Augen hat. Sie trägt ein viel zu großes Krankenhaus T-Shirt, das noch einmal eine Nummer größer ist als sonst und auch ein paar mehr nicht ganz rausgewaschne Blutflecken aufweißt. Zudem einen dünnen schwarzen Haarreifen, welcher zusammen mit ein paar war los verteilten kleinen Haargummis verhindert, dass ihr ihre fettigen Haare ins Gesicht fallen.

    Ich: "Morgen."

    Die zeigt mit einem Finger auf das Waschbecken und sagt tonlos aber deutlich:

    "Mein Waschbecken."

    Ich: "Also, das ist so .."

    Eileen: "Mir Egal."

    Sie kommt zu mir, packt mich an den Schultern, dreht mich gegen meinen Widerstand einfach um und schiebt mich in Richtung der Mädchen, die Promt aufschreien.

    Emily: "Ahh .."

    Merle: "Eilee nicht!"

    Bezy: "Hey warte mal."

    Eileen: "Achso, stimmt ja .. sorry Leute. Der Bereich Gehirn für den Geschlechterschieß, wird bei mir immer als letzter wach."

    Sie dreht mich wieder um. Klopf meine Schulter ab und sagt müde:

    "Eigentlich ist das Waschbecken ja groß genug für uns Beide. Oder?"

    Sie sieht zu dem verhangenen Spiegel, runzelt erst die Stirn und sagt dann:

    "Ach deswegen auch der Spiegel .. dachte schon jemand wäre gestorben oder so. Naja .."

    Sie zieht ein kleines Kästchen hervor, klappt es auf, worauf es sich als kleiner Spiegel enttuppt mit welchem sie ihre Augenringe begutachtet aber zu keinem klaren Ergebnis kommt und diesen deswegen auf die Waschbeckenablage stellt. Sogar auf meine Seite mit dem Spiegel zu mir, als würde sie ihn mir auch anbieten.

    Ich nicke freundlich.

    Sie lässt Wasser über ihre zerfranste Zahnbürste laufen, nimmt sich dann ein wenig Zahnpaster und fragt:

    "Hast du von meiner Zahnpaster genommen?"

    [x]Ja

    [o]Nein

    Ich: "Wusste nicht, dass das deine ist."

    Sie zuckt mit den Schultern und antwortet mit der Bürste noch im Mund.

    "Pfon ok, wenn ich auch mal was von deiner Pafta haben darf."

    Ich nicke.

    9
    Müdigkeit ( Tag 9 Donnerstag Morgen)

    Wir putzen uns eine Weile wortlos die Zähne. Nur guckt sie immer wieder über meine Schulter und kneift dabei die Augen zusammen. Ich frage mich gerade, warum sie das macht, als ich merke, dass sich in meinem Mund auf einmal der süßliche Geschmack von Blut breitmacht. Verdammt, da muss mein Zahnfleisch schon wieder aufgegeben haben.

    Was mach ich denn jetzt, ich kann ja nicht einfach ..

    Eileen: "Allepf in Ordnung?"

    Sie sieht mich eine Weile an.

    Eileen: "Lopf spruckpf aupf."

    Ich muss kurz grinsen aber realisiere dann, dass ich eben gar nicht bedacht habe, dass ich ja am Ende die ekelige Suppe vor ihren Augen ausspucken muss.

    Eileen: "Wapf lospf .. ipft dir dapf peinlich?

    Ich bin wie erstarrt.

    Eileen: "Eh komm ja nipft auf die Idee dapf runterzuschlucken, dapf ipft mega ungesund."

    [o]Runterschlucken

    [x]Ausspucken

    Ach was solls.

    Ich Spucke meine leicht blutige Suppe ins Waschbecken und möchte direkt vor Scham sterben.

    Eileen: "Pueck .. eh .. schon wieder zu viel Zahncreme genommen."

    Sie spuckt ebenfalls den Inhalt ihres Mundes ins Waschbecken und der ist ..

    .. richtig blutig.

    Eileen: "Als würde das bei mit anders aussehen."

    Ich schnelle sofort hoch und sehe, wie sie verträumt noch eine Weile die Brühe im Becken beobachtet, bevor sie den Wasserhahn aufdreht und sich Wasser ins Gesicht kippt. Aus Reflex mache ich das gleiche.

    Ein großer Fehler, das Wasser ist so kalt, dass ich mich spontan erschrecke.

    Eileen: "Gewöhnt man sich dran .. noch was?"

    Fragt sie leise.

    Ich: "Ähm wie meist du?"

    Eileen: "Ob du noch was waschen willst? Kopf, Füße, Oderkörper?"

    [o] Kopf

    [o] Füße

    [o] Oberkörper

    [x]Nichts

    Allein die Vorstellung von letztem ist in dieser Situation völlig absurd. Obwohl das mit den Füßen käme sicher lustig. Ich schüttle aber trotzdem den Kopf.

    Eileen: "Gut, dann .. wolltest du dich nicht umziehen?"

    Sie deutet auf die Klamotten auf dem Boden. Worauf ich meine meine Hose schnappe und diese einfach über meine Boxershorts und mein zu großes T-Shirt ziehe.

    Eileen: "Was mit dem T-Shirt?"

    Fragt sie verschlafen.

    Ich: "Das reicht so, ich schwitze ja eh beim Spaziergang, kein Grund ein frisches Shirt zu verschwenden."

    "hm .."

    Bekomme ich als Antwort, als sie sich einfach nur eine alte schwarze Sportshorts über .. was auch immer sie drunter trägt .. und ihr riesiges weißes Shirt zeiht. Letzteres ist so lang, dass es sogar noch teilweise unten aus der Sportshorts herausguckt. Sie zieht es aber gleich wieder aus der Hose heraus, nur um dann wie eine Schildkröte in ihrem riesigen T-Shirt zu verschwinden, um sich quasi in ihren Schalfshirt umzuziehen.

    Fasziniert schaue ich zu, einen Moment später kommt sie wieder hervor und zieht sich ihr Schlafshirt über den Kopf, nur um drunter ein etwas weniger großes weißes Krankenhaus Shirt zu tragen. Geschätzte XXL anstelle von 4XL.

    Als ich mir dieses Kunststück so ansehe, berührt mich plötzlich etwas von hinten.

    Bezy: "So sind fertig, kannst dich dann rumdrehen .."

    Victoria: "Nein, noch nicht!"

    Wenn Bezy das sagt, ist mir eigentlich klar, dass ich mich besser nicht umdrehen sollte. Also packe ich einfach immer noch etwas verschlafen meine Sachen zusammen und warte bis mir etwas adäquates einfällt, wie ich möglichst friedlich aus dem Waschzimmer verschwinden kann.

    Zu meiner Überraschung aber sieht mich Eileen mit einem ziemlich sauren Gesichtsausdruck an, eventuell wird sie ja langsam wach, worauf ja ihren übliche Art wieder zum Vorschein kommen dürfte.

    Ich: "Stimmt was nicht?"

    Ich bekomme zwar keine Antwort aber sobald Bezy aus der Tür ist, ändert sich ihn Gesichtsausdruck wieder und sie fragt gähnen:

    "Fertig?"

    Ich nicke, worauf sie das Handtuch vom Spiegel nimmt, es mir übers Gesicht hänge und mich an den Schultern aus dem Waschraum schiebt. Als wir uns gerade erst auf einem der Sofas platziert haben, wo einige der anderen schon auf uns gewartet haben, hallt Marios Stimme durch den Bunker:

    "Warum denn diese Verzögerung? Nun auf auf, Morgenspaziergang!"

    Kaum erreicht er aber das Wohnzimmer da platzen auch schon Victoria, die Schüchterne, Anny und Merle hinter ihm aus dem Waschraum und umringen ihn.

    Victoria: "Seit wann dürfen Jungs mit in den Waschraum?"

    Die Schüchterne: "Ja, warum müssen wir uns zusammen mit Jungs umziehen, wo wir auf der anderen Seite nicht mal Händchenhalten dürfen?"

    Anny: "Das ist so unlogisch!"

    Victoria: "Ist übrigens nichts gegen dich persönlich."

    Sie dreht sich kurz zu mir um, fährt dann aber fort:

    "Demnächst sollen wir noch zusammen mit den Jungs duschen oder wie?"

    Noch eine Weile hageln Argumente und Horror Szenarien auf Mario ein, als sich Katrin neben mich aufs Sofa fallen lässt. Wobei ich mal wieder keine Idee habe, wie sie hier her gekommen ist.

    Katrin: "Was los?"

    Ich: "Ähm .. ich soll mich jetzt immer im Waschraum waschen."

    Katrin: "Alsoo .. dachte wäre was schlimmes."

    Merle: "Ist nur schlimm, wenn man nicht drauf vorbereitet ist."

    Merle hat sich uns gegenüber gesetzt und richtet noch ein wenig den braunen Haarreifen, welcher ihre fast gleichfarbigen Haare hinten hält.

    Katrin: "Also was wirklich schlimmes, waschen im Waschraum ist wirklich scheiße."

    Merle: "Das war aber nur, weil die Zappelkinder damals immer alles durch die Gegen geworfen haben. Aktuell geht es eigentlich .. naja bis gerade eben."

    Katrin: "Ich bin trotzdem froh, dass ich mein eigenes Bad habe. Außerdem steht in der Campordnung steht, dass man sich im Waschraum nur Hände, Arme und Gesicht zu waschen und Zähne zu putzen hat."

    Wie auf ein Stichwort, wiederholt Mario ein paar Meter den Gang rauf vor dem Waschraum fas das gleiche:

    "Das ist ein gemischter Waschraum und nur zum waschen und zähneputzen gedacht, davon, dass ihr euch da umziehen und schminken sollt, war nie die rede."

    Katrin flüstert mir leise zu:

    "Schminken sollt ihr euch eh nicht."

    Mario: "Und schminken ist für eure Therapie hier auch nicht unbedingt nötig."

    Katrin: "Mist, normalerweise benutzt er einen anderen Satz."

    Sie lehnt sich in ihren üblichen schwarzen Sachen zurück ins Sofa und ich bekomme langsam die Ahnung, dass Mario dieses Gespräch regelmäßig führt.

    Mario: "Wenn es weiteren Gesprächsbedarf gibt, dann könnt ihr gern ein Gruppengespräch anstoßen .. bis zum nächsten Morgen ist ja noch ein wenig Zeit. Jetzt aber auf auf zum Drachenfelsen."

    Undöniges Gestöhne geht durch den Pulk um Mario welcher sich behäbig zum Bunkerausgang bewegt.

    Auch wir erheben uns und folgen Mario aus dem Bunker, wo Peter auf uns wartet, kurz abzählt und dann wie immer das Schlusslicht bildet.

    Müde verlassen wir den Bunker, als mich Katrin mit dem Ellenbogen anstößt.

    Katrin: "Und die haben sich da wirklich vor dir umgezogen? Ich meine, die sind ja alle kurz drauf in Klamotten aus dem Waschraum gekommen."

    Ich: "Ich stand mit dem Rücken zu denen .."

    Katrin: "Nicht mal kurz rumgedreht?"

    Eileen: "Nö, ist super diszipliniert, nicht mal den Spiegel wollte er haben."

    Wir verlassen das Campgelände und schlagen den Weg nach oben ein.

    Katrin: "Hö, Spiegel."

    Ich: "Spiegel?"

    Katrin: "Ach stimmt, das weißt du ja alles gar nicht .. also .."

    Sie holt kurz Luft und erklärt dann in einem recht lustigen Ton:

    "Die haben das gleiche Theater, das die gerade bei dir machen, auch bei mir gemacht .. als die erfahren haben, dass ich Lesbisch bin."

    Ich: "Du .. ähm .."

    Was zum? Also das .. aber Zeit zum nachdenken habe ich nicht.

    Katrin: "Naja, eigentlich Bi-Sexuell. Aber ich mag das Wort Bi nicht .. Also die haben sich dann alle voll angestellt und deswegen .."

    Eileen: ".. hab 'ich immer 'meinen Schminckspiegel so aufgestellt, das Katrin trotzdem gucken konnte."

    Katrin: "Genau .. Ha ha .."

    Sie zuckt mit den Schultern und schließt die Augen.

    Katrin: "Hat mir zwar nichts gebracht, weil die eh alle hässlich sind aber .."

    Eileen: ".. der Trotz ist stark in dir jünger Schüler."

    Katrin: "Dafür bin ich leicht genug, dass mich der Ast hält, von dem man aus in den Waschraum gucken kann. Na, wer ist jetzt der Meister?"

    Ich bin mir zwar nicht ganz sicher, wie erst die beiden das meinen aber ich lache einfach mal, weil Katrin das so platt rüber bringt.

    Katrin: "Warum hast du eigentlich den Spiegel nicht benutzt?"

    Ich: "Ähm .. ich finde das wäre gemein gewesen."

    Mist falsche Antwort, ich wusste doch gar nicht, das der Spiegel dafür war. Ich meine wie soll ich den bitte auf die Idee kommen, dass mir ausgerechnet das Mädchen, welches ein Liebesgeständnis quasi aus mir rausprügelt, einen Spiel hinstellt, damit ich andere Mädchen beim Umziehen beobachten kann?

    Katrin: "Au ein richtiger Gutmensch?"

    Ich: "Wenn du sol willst dann .."

    Katrin: "Ich mag keine Gutmenschen, so ein überkorrektes Verhalten ist gruselig."

    Eileen: "Warum? Ist doch ok."

    Katrin: "Nein, ist es nicht! Menschen die nach außen überkorrekt sind, haben meist was zu verbergen, ich mag Leute, die ihre Macken offen nach außen kehren. Deswegen mag ich auch die Stachelschwein Version von dir sehr viel lieber als diese dämliche 'Campassistenz'."

    Sie setzt wütende Anführungszeichen um das Wort Assistenz.

    Katrin: "Und du .."

    Sie deutet auf mich.

    ".. du kommst aus dem Internet, du musst pervers sein. Alles andere glaube ich dir nicht, außer da ist was besonderes los mit dir."

    Sie schnaubt:

    "Wie auch immer, ich wollt eh noch was mit Peter besprechen."

    Sie bleibt auf der Stelle stehen rümpft die Nase und lässt sich so nach hinten fallen. Ich bleibe selber einen kurzen Augenblick stehen, werde aber dann von Eileen angestoßen die flüstert:

    "Los, weiter .. Katrin brauch mal für einen Moment ihre Ruhe."

    10
    Freunde ( Tag 9 Donnerstag Morgen)

    Kurz sehe ich Katrin noch nach, während mich Eileen am Ärmel fest hält und leise gähnt:

    "Sie ist leider nicht so gut drauf, wenn sie schlecht geschlafen hat."

    Ich: "Also das Gegenteil von dir?"

    Eileen: "Wieso?"

    Fragt sie immer noch etwas verschlafen und bemerkt glücklicherweise nicht, das sie das auch gut als Beleidigung hätte auffassen können. Schnell wechsele ich das Thema.

    Ich: "Aber Katrin war eben doch noch .. hatte das jetzt einen Grund oder so?"

    Eileen: "Nun, sie wird wohl den Braten gerochen haben, sie ist ja nicht dumm."

    Ich: "Braten .. welchen Braten?"

    Eileen: "Ja unseren Braten .."

    Sagt sie in einem leicht ungeduldigen Ton, als hätte ich längt verstanden haben müssen, was sie meint. Dabei legt sie einen Schritt zu und erhöht das Tempo. Genervt will ich einfach mein Tempo bei behalten als sie mich anzischt:

    "Los, leg einen Zahn zu."

    Ich: "Warum?"

    Eileen: "Weil ich das immer mache und wenn ich das Heute nicht tue, sondern weiter ganz ruhig neben dir hergehe, können wir unser kleines Problem gleich auf einem Banner vor uns hertragen. Außerdem werde ich dabei wach und im wachen Zustand fällt mir sicher eine Lösung ein also los."

    Als ich gerade anfange ihre Meinung zu teilen, blicke ich zuversichtlich gerade aus und sehe, dass es genau jetzt Berg auf geht. Ich hole tief Luft und beschließe mein Bestes zu gehen.

    Sichtlich ist das Mädchen zu meiner rechten sehr viel ausdauernder als ich, denn trotz Steigung und Tempo erklärt sie:

    "Was ich meine ist einfach, das Katrin jetzt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit weiß, dass zwischen uns was ist. Sie können wir also abhacken .."

    Sie zieht im gehen ihr Logbuch aus ihrer Hose und macht auf einer Seite mit den Namen aller Campbewohner mit ihrem Fingernagel ein Zeichen hinter Katharina K., leider packt sie das Logbuch zu schnell wieder weg, als das ich weitere Namen lesen könnte.

    Ich: "Wie kommst du drauf?"

    Eileen: "Na, wie erkläre ich das am besten, ohne zu Illoyal zu sein? Katrin hat ein bestimmtes Bild von Menschen .. es ist ein eher negatives Bild. Und du bist ihr für einen Jungen viel zu zurückhaltend. Nach ihrer Theorie bist du entweder frisch verliebt oder als Kind schwer missbraucht worden."

    Ich: "Ähm .. Nein?"

    Huste ich, teils aus sich anbahnender Erschöpfung, teils aus Schreck, dass Katrin sowas in betracht zieht.

    Eileen: "Wie auch immer. Bei ihr brauchen wir uns aber eigentlich keine Mühe geben mit der Vertuschung, sie ist einfach zu intelligent. Gleiches gilt übrigens für Merle. Bei Rest müssen wir vorsichtig sein, die sind zwar nicht so schlau aber dafür verdammt neugierig, also erstmal Füße stillhalten, bis mir was einfällt."

    Ich: "Warum eigentlich? Was passiert denn, wenn die das spitz bekommen?"

    Wenn ich meinen ursprünglichen Plan noch mal bedenke, dann sollten eigentlich eher so viele Mädchen wie möglich wissen, dass ich Eileen mag, damit diese mich möglichst in Ruhe lassen.

    Eileen: "Wenn du auslöffeln willst, was in der hiesigen Gerüchteküchen so überkocht, Bitte. Aber denkt dran, dass du mich da mit rein ziehst, ob du willst oder nicht und das hab ich gar nicht gerne."

    Durch das hohe Tempo Bergauf, ist sie wohl jetzt langsam wach geworden und sagt, dieses durchaus beeindruckende Wortspiel, das in ihrem üblichen recht aggressiven Ton, fährt aber etwas ruhiger und neutraler fort:

    "Es gibt eben einen riesen Ärger, weil die Mädchen .."

    Sie nicht in Richtung Anny, Bezy und Co. welche vor uns den Berg hochgehen.

    ".. dann Mario und Peter unter Druck setzten uns bei jeder Gelegenheit zu trennen. Wobei Mario zu Anfang schon ziemlich versucht und aus einander zu halten .. aber eher deswegen, weil er mich für schlechten Umgang hält. Seit ich mich allerdings als Motivationsfaktor betätige, toleriert er es zumindest. Was den Rest angeht, so hab ich noch nichts ausgerechnet .. aber die Kräfteverhältnisse wirft das komplett aus der Bahn."

    Ich: "Du berechnest die Kräfteverhältnisse im Camp?"

    Eileen: "Du nicht?"

    Ich schüttele hustend den Kopf, da die Steigung doch schon gut schlaucht. Sie jedoch ignoriert mein Husten völlig und fragt platt:

    "Deine Meinung dazu?"

    Ich: "Ja .. wir sollten uns den meisten gegenüber so unauffällig wie möglich verhalten aber .. ich finde nicht .. dass wir Katrin und Merle anlügen sollten, das sind ja schließlich unsere Freunde."

    Plötzlich bleibt Eileen stehen und wiederholt leise und tonlos:

    ".. unsere Freunde?"

    Ich dreh mich zu ihr um und sage:

    "Nicht?"

    Sie sieht mich für einen Moment mit großen Augen an, räuspert sich dann aber und nimmt wieder Tempo auf.

    Eileen: "Das ist die Idee."

    Ich: "Ähm .. was genau ist welche Idee?"

    Eileen: "Freunde."

    Ich: "ähm .. ja?"

    Eileen: "Jetzt tu doch nicht so Begriffsstutzig du Bastard .."

    Sagt sie in einem freudigen Ton und fährt fort:

    "Wir verdecken unser Problem einfach mit der Decke der Freundschaft, dann können wir weiter aufeinander rumhängen, ohne dass jemand Verdacht schöpft. Wir müssen nur auf Kumpel tun .. und unsere Problem sind erledigt."

    Ich: "Auf Kumpel tun?"

    Eileen: "Noar, jetzt sei doch nicht immer so Begriffsstutzig. Einfach gegenseitig mal bisschen Knuffen .."

    Sie schubst mich leicht mit dem Ellenbogen.

    ".. mal einen kleinen Spruch drücken und wenn eine von den Mädchen um die Ecke kommt, reden wir über Doom. Die Beiden sind übrigens das beste Beispiel."

    Sie deutet wieder in Richtung von Bezy und Anny. Welche sich wiedermal über irgendwas streiten und etwas kloppen, bis Mario von noch weiter oben verbal eingreift. Als er wieder weg sieht, kitzelt Anny Bezy, welche gleich versucht zurück zu kitzeln.

    "Naja Kitzlern jetzt nicht, würde eh zwar eh nicht funktionieren weil ich nicht kitzelig bin aber du verstehst was ich meine oder? Eben die männliche Form davon. Also regelmäßig über Sachen streiten, den anderen bei Spielen nicht gewinnen lassen und ganz wichtig .."

    Sie macht eine bedeutungsvolle Pause.

    ".. du musst mich mit 'Alter' anderen. Also nicht: 'Das hast du aber Recht oder sas hast du aber toll gemacht Schatz.' - Sondern: 'Was soll der Scheiß Alter?'. "

    Ist das diese Friedzone von der alle sprechen? Oder hat dieses Mädchen noch stärker einen an der Waffel als ich das ohnehin schon vermutet hatte? Egal, ich hab ja nicht umsonst aufgehört mich zu fragen, warum sie was macht.

    Ich: "Wenn du meist dass das hilft .. von mir aus."

    Eileen: "Nein!"

    Sagt sie scharf. Und korrigiert mich dann:

    " 'Wenn du meinst dass das hilft Alter.' "

    Ich: "Wenn du meist dass das hilft Alter."

    Sie nickt zu frieden und sagt dann:

    "Wer als Letzter beim Drachenfelsen ist .."

    Sagt sie und läuft los.

    [x]Mit laufen

    [o]Stehen bleiben

    Ich versuche so gut wie möglich mitzuhalten aber leider keine Chance. Erst knapp eine gnaze Minute später komme ich auf dem Drachenfelsen an, wo aber trotz allem nur die Vorhut, bestehend aus Mario, Victoria und der Schüchternen steht. Denn zumindest Bezy, Anny und Co. konnte ich überholen.

    Keuchend setzt ich mich an den Stein auf dem Eileen sitzt.

    Eileen: "Keine schlechte Leistung Alter. Aber nimm die Arme hoch, dann bekommst du besser Luft. Und Rücken gerade."

    Sie klopft mir auf die Schulter, während ich meine Arme über den Kopf lege und meinen Rücken durch drücke. Für einen Moment bin ich einfach nur kaputt. Erst als ich Annys Stimme höre nehme ich meine Umwelt wieder richtig war.

    "Ahh .. da wo der roten Balken ist, ist gar keine Zahl, wie soll ich das denn ablesen? Soll ich das raten?"

    Mario: "Da ist aber jeweils eine Zahl drüber und eine Zahl drunter, was liegt da in der Mitte?"

    Anny: "Ahh .. es gibt so viele Zahlen zwischen 10 und 5."

    Wortlos stellt Eileen an ihrer Uhr herum als sich Mario überraschend zu und umdreht und fragt:

    "Konntet ihr Beiden soweit alles klären?"

    Ich bin ziemlich überrascht und noch überraschter bin ich als Eileen knapp antwortet:

    "Fast, ist eben kompliziert, wir bräuchten ein bisschen Recherche Arbeit, um allen genau zu wissen."

    Mario: "So genau muss es nicht sein."

    Er dreht sich wieder um und redet mit Victoria.

    Ich: "Ähm .."

    Eileen: "Mario denkt wir hätten was anderes besprochen .. Erklär ich dir später .."

    Ich nicke, während ich sehe, wie mit Peter und Katrin die letzten das Plateau erreichen.

    11
    Drachenfelsen ( Tag 9 Donnerstag Morgen)

    Plötzlich spring Eileen auf einen der großen Findlinge, welche um die Steinwand herum aufgestellt sind.

    "Na dann sind wir ja vollständig und los .. na kommt schon."

    Ich erinnere mich, rappele mich hoch und stelle meine Füße auch auf dem Stein ab.

    Katrin: "Muss das Heute?"

    Eileen: "Das muss jeden Tag, willst du jetzt stärker werden oder nicht?"

    Katrin mault aber begibt sich dann auch in Position.

    Wie Katrin auch nehme ich meine Kräfte zusammen und als das Kommando kommt, legen wir los. Es geht zwar ein wenig besser als Gestern aber bei 6 bekomme ich schon langsam Probleme. Halte aber ganz passabel durch wie ich finde, bei 8 ist zum Glück kurz Pause aber die 9 fühlt sich bereits abartig schwer an.

    Also ich meine gesamte Kraft zusammen nehme und die volle Zehn schaffe bin ich überglücklich und sinke auf den Boden. Nur um kurze Zeit drauf von einem Schuh in die Seite gestupst zu werden ..

    Eileen: "Was los?"

    Ich muss husten.

    Ich: "Ich dachte 10 sind mehr als genug."

    Eileen: "Wer sagt das?"

    Ich: "Du? Gestern?"

    Sie kniet sich vor mir auf den Boden, beugt sich zu mir runter und flüstert mir ins Ohr:

    "Gestern? .. Da waren die Verhältnisse ja auch noch anders .. bei irgendjemanden reichen 10 .. bei meine .. nicht."

    Ich kann das Wort nach 'meinem' leider nicht verstehen.

    [x]Aufhören

    [o]Weitermachen

    Ich: "Tut mir leid aber ich kann echt nicht mehr, ich bin schon fast völlig verschwitzt."

    Eileen: "Du bist also nicht bereit für deine Angebetete nicht noch 2 Sätze zu machen? Hm .. außerdem ist das eh dein Schlafshirt schon vergessen?"

    [o]Aufhören

    [x]Weitermachen

    Ich nehme alle meine Kraft zusammen und stemme mich noch zweimal hoch.

    Eileen: "Von wegen keine Kraft mehr. Kommt 3 schaffst du noch."

    Zu meiner Überraschung hat sie recht, den Dritten bekomme ich gerade noch hin aber als ich zum vierten Ansetzten will ..

    Eileen: "Stop, das reicht."

    Ich weiß zwar nicht, was dass nun wieder soll aber ich richte mich erstmal auf und halte mir meine Schulter.

    Eileen: "Gut gemacht Alter."

    Katrin sie uns beide argwöhnisch an.

    Eileen: "Nicht so wie du, schon bei den ersten 4 schlapp gemacht."

    Peter: "Übertreibt es mal nicht, der Morgenspaziergang ist keine reine Sportveranstaltung. Habt ihr euch denn wenigstens die Temperatur gemerkt?"

    Ich: "Ähm .."

    Katrin: "Nicht sooo genau .."

    Eileen: "17,5 Grad bei 55,6 Prozent Luftfeuchtigkeit."

    Peter: "Gut, was eure überschüssige Kraft angeht, da denke ich mir noch was aus .."

    Er dreht sich rum und begrüßt den Rest welcher sich, getrieben von Mario, den Berg hoch scheuchen lässt. Naja zumindest bin ich nicht der aller schlechteste was Kondition angeht. Während Victoria und Co. noch mal einzeln Temperatur und Luftfeuchtigkeit ablesen, frage ich au reiner Langeweile:

    "Warum eigentlich Drachenfelsen?"

    Eileen: "Fand wohl irgendjemand cool."

    Katrin: "Oder es ist historisch."

    Eileen: "Historisch?"

    Sie sie sich ungläubig die doch recht künstlich wirkende Steinwand an, in welche die Messgeräte eingelassen sind und sagt dann platt:

    ".. wenn die 90er Jahren schon historisch sind .."

    Katrin: "Du hast einfach kein Gefühl für sowas .."

    Eileen: "Für Geschichte oder für Kitsch?"

    Katrin: "Kitsch?"

    Fährt sie beleidigt auf, während Mario im Hintergrund schon zum Abmarsch winkt.

    Katrin: "Drachen sind doch kein Kitsch! Rokoko ist Kitsch, kleine Jungs mit weißen Perücken in Anzügen die Querflöte spielen sind Kitsch."

    Das Bild erinnert mich an meine Tante, in dessen Wohnung beinahe nur so etwas herum steht. Aber Katrin reißt mich erneut aus meinen Gedanken:

    "Drachen sind Toll oder?"

    Sie sieht mich an während wir und auf den Weg machen.

    [o]Drachen sind toll

    [x]Drachen sind nicht so toll

    Ach verdammt, was mache ich bloß. Ich stärke Katrin ja echt gerne den Rücken, besonders wenn es gegen Eileen geht aber ich will auch nicht unehrlich sein. Wenn ich es nur richtig verpacke, kommt es sicher nicht gemein rüber.

    Ich: "Also, ich finde das Drachen in Phantasie .. ähm .. Sachen ein wenig zu oft benutzt werden, wenn es sie gibt, sind sie immer direkt die aller stärksten und das meist einfach mit zu großen Abstand."

    Eileen: "Sag ich doch .."

    Katrin: "Das hast du überhaupt nicht so gesagt, außerdem hast du doch von Phantasie überhaupt keine Ahnung. Du liest keine Phantasiebücher, guckt keine Phantasiefilme und spielst keine Phantasiespiele."

    Eileen: "Also bei dem Kram, denn ich so von meinem alten Ich geerbt habe .."

    Katrin: "Das sind Mangas .."

    Eileen: ".. und Harry Potter."

    Katrin: "Harry Potter ist aber kein High-Phantasie, das ist Popkultur .. nicht dass ich was dagegen hätte aber .."

    Eileen: ".. wenigstens werden da Drachen vernünftig dargestellt, als ganz normale weitere Wesen in einem komplexen Konstrukt. Etwas größere Echsen die teilweise fliegen und Feuer spucken können."

    Katrin: "Und wo sind Drachen keine Echsen, die fliegen und Feuer spucken können?"

    Ich frage mich gerade, ob sich Eileen wirklich ernsthaft für Drachen interessiert oder ob sie sich nur gerne mit Leuten streitet. Wahrscheinlich eher letzteres ..

    Eileen: "Wo denn zum Beispiel? Nenn mal einen Film."

    Katrin: "Herr der Ringe?"

    Eileen: "Und ein Spiel?"

    Katrin: "Warcraft."

    Eileen: "Nenn du mal ein Buch."

    Sie stupst mich an.

    Ich: "Ich les keine Phantasie Sachen .. außer Harry Potter."

    Eileen: "Na Egal aber Spiele müsstest du kennen."

    Ich: "Ja, Dis'cip'les."

    Spreche ich holperig den Namen eines meiner Lieblings Phantasie Spiele aus, während wir weiter den Berg in Richtung herunter gehen.

    Eileen: "Ach Disciples .."

    Katrin: "Du kennst das?"

    Eileen: "Ne aber ich weiß wie man Disciples ausspricht so und jetzt geht mal die Sachen durch und fragt euch, ob die Drachen da nicht zusätzlich auch noch irgendwie uralt sind, zufällig sprechen und ab besten gleich auch noch Zaubern können, super harte Schuppen haben, .."

    Katrin: "Was ist dagegen einzuwenden?"

    Unterbricht Katrin Eileen und verschränkt langsam genervt die Arme.

    Eileen: ".. weil es einfach von der Dramaturgie her keinen Sinn ergibt, wenn man auf einmal Figuren in der Geschichte hat, die alles können, alles wissen und ach .. also die Dinger sind meist super groß, sind super stark, können sprechen, zaubern, sind uralt, wissen alles und können zu allem Überfluss auch noch Feuer spucken und .. fliegen. Mehr geht schon fast gar nicht mehr .. solche übermächtigen Figuren kann man höchstens noch als übermächtige Antagonisten einsetzten."

    Katrin: "Drachen sind nicht per se böse .."

    Eileen: "Wenn man solche Drachen als Protagonisten oder auch nur als Verbündete der Hauptfigur einsetzt, ist das eine absolute Bankrotterklärung jedes Autors und nichts weiter als eine perverse Allmachtsphantasie."

    Katrin schnauft genervt.

    Eileen: "In Spielen wird ja noch dämlicher, da hat man dann einen unüberwindbaren Übertrumpf .. das ist wie zwei Königinnen beim Schach oder einen 8 Ziehen Karte bei Uno oder?"

    Ich: "Naja, nicht immer, die Untoten Drachen bei Discilpes sind eigentlich ganz gut ins Spiel eingebunden .."

    Eigentlich ein eher überflüssiger Kommentar aber ihr gar nichts entgegen zusetzten.

    Eileen: "Und die lebenden Drachen?"

    Ich: "Ähm .."

    Eileen: "Wenn es Untote Drachen gibt, muss es doch auch lebende Drachen geben oder?"

    Ich denke kurz nach und erinnere mich dann an eine Szene in der wirklich mal im Spiel ein lebender Drache aufgetauch ist und antworte wahrheitsgemäß.

    Ich: ".. ja die gibt es auch .. die sind viel zu stark und das mit weitem Abstand."

    Gebe ich zu.

    Eileen: "Hm .. dann geh ich mal davon aus, dass das bei Warcraft auch so ist .. und wie siehts bei diesem .. ähm .. Tabletop aus."

    Ich: ".. viel zu stark mit weitem Abstand."

    Antworte ich lustlos, in der Hoffnung, dass sie eventuell das Thema ändern könnte. Denn Katrin scheint echt kurz davor einfach stehen zu bleiben und uns alleine zu lassen.

    Katrin: "Ihr werdet noch sehen ihr Drachenhasser! Eines Tages wird die Zeit kommen, in der sich ein Drachenlord erhebt und euer Leben bestimmen wird!"

    Sagt sie in einem trotzigen und künstlich ernstem Ton.

    Eileen: "Keine Sorge ich werde mich dem Drachen stellen. Bist du dabei .."

    Sie knufft mich mit dem Ellenbogen in die Rippen.

    Ich: "Auf jeden Fall .. nieder mit dem Drachen!"

    Katrin: "Der Mistgabelmop versammelt sich .. kein Wunder, das Drachen solch missverstandene Kreaturen sind."

    Kurz überlegt Katrin, dann fragt sie mich freudig mit leuchtenden Augen:

    "Meist du Engel sind cool? Mich dich mal nicht ein .."

    Sagt sie danach flapsig zu Eileen.

    [o]Ja

    [x]Nein

    Ich: "Eher nicht, meist werden sie falsch eingesetzt, sie sollten Boten des Himmels sein aber nicht selber als fühlende Charaktere."

    Eileen grinst hämisch, Katrin guck minimal enttäuscht, fragt dann aber weiter:

    "Dämonen."

    [o]Ja

    [x]Nein

    Ich: "Sind ganz cool als Gegner .. ähm .. Antagonisten aber komplexere Gesichten mit ihnen finde ich jetzt nicht so prickelnd."

    Katrin verdreht die Augen, während Eileen leise druckst.

    Katrin: "Untote?"

    [x]Ja

    [o]Nein

    Bevor das ganze noch eskaliert und ich Katrin komplett in den Rücke falle, sage ich an dieser Stelle lieber ja. Das ganze wäre noch nicht mal gelogen, denn von allem was sich in einem Phantasie Universum so breitmachen kann, finde ich Untote so ziemlich am coolsten. Außerdem müsste Katrin, in ihren schwarzen Sachen sicher der selben Meinung sein.

    Ich: "Ich mag Untote."

    Katrin: "Noar .. ihr habt euch doch abgesprochen oder?"

    Eileen: "Wir haben eben Geschmack. Los bester Untoter!"

    [o]Vampir

    [o]Zombie

    [o]Skelett

    [o]Ghoul

    [o]Lich

    [x]Geist

    [o]Nekromant

    Ich: "Also, wenn du eines der Klischees hören willst, dann Geist aber ne Mischform wäre fast am besten."

    Eileen: "Genau deiner Meinung."

    Sie haut mir kumpelhaft auf den Rücken.

    Katrin: "Ach und an uralten, sprechenden, zaubernden, super starken, unsterblichen, Untoten, die eventuell noch schweben können ist nichts auszusetzen?"

    Eileen: "Die können eben nicht alles, Zombies sind langsam, Skelette stumm, Ghoule wild, Lichs fragil und Geister können nicht richtig .. ähm .."

    Katrin: "Und Vampire?"

    Eileen: "Haben Probleme mit Blut und Sonnenlicht, außerdem sind sie das Schlusslicht was die Coolness unter den Untoten angeht und in machen Formen overused und ausgeleiert."

    Katrin: ".. wie Drachen?"

    Eileen: "Ja, aber du kannst Phantasie Kitsch nicht mit einer ehrwürdigen Figur der romantischen Literatur vergleichen."

    Katrin: "Romantisch?"

    Eileen: "Jap, der Vampir ist eine Figur der romantischen Literatur. Klingt komisch aber lernt man in der Schule .. wenn man hingehen würde."

    12
    Peter Peter (Tag 9 Donnerstag Morgen)

    Ich erschrecke mich etwas, als plötzlich beide Mädchen stehen bleiben, bis ich merke, dass wir bereits vor dem Camp angekommen sind.

    Ich: "Wird sind schon da? Wie die Zeit vergeht, wenn man sich beim Spaziergang unterhält."

    Katrin: "Jap, Berg runter ist eben ein Spaziergang, im Vergleich zu bergauf."

    Victoria: "Das entspricht ja auch viel eher der Definition von 'Morgen Spaziergang'. Immer diese Gewaltmärsche."

    Anny: "Warum muss das überhaupt sein?"

    Mario: "Damit alle Wach werden und in den Tag starten können."

    Er öffnet die Bunktertüre worauf alle sofort über das Gelände laufen und sich nach und nach im Bunker einfinden. Auf einmal fasst mich Katrin am Arm an:

    "Du? Selbst du dich am Tisch wieder neben mich .. also zwischen uns?"

    Ich: "Ja kann ich machen."

    Sage ich mit ein wenig fehlender Stimme.

    Katrin: "Super."

    Sie zieht mich an meinen üblichen Platz, wo ich mich sitzend wundere, warum auf einmal die Brötchen alle andere Farben haben.

    Bezy: "Och ne, haben die Antos schon wieder ihre alten Körnerbrötchen bei uns abgeladen?"

    Peter: "Nicht abgeladen .. probier mal die sind frisch."

    Sagt Peter fröhlich, welcher zur Abwechslung statt Mario mal auf unsere Seite des Tischkopfes sitzt, während zwei Plätze weiter sägt Merle mit leuchtenden Augen bereits eines der Brötchen auf und sagt zufrieden:

    "Endlich mal richtige Brötchen."

    Auch ich greife zu einem der dunklen Mehrkornbrötchen.

    Mario: "Nicht mehr als drei Mohnbrötchen pro Person."

    Anny: "Warum?"

    Suzy: "Weil man davon Bauchweh bekommen kann."

    Peter: "Nicht ganz, nur schlägt unser Drogentest für Opium dann aus. Nicht so viel Kornflakes, die anderen wollen eventuell auch noch was .."

    Sagt Peter und sieht Eileen kritisch an, welche sich fast eine ganze Schüssel voll mit Kornflakes schaufelt, worauf diese laut fragt:

    "Wollen die anderen eventuell auch noch was?"

    Da keiner protestiert, schüttet sie munter weiter.

    Peter: "Muss ich das als unnormales Essverhalten eintragen? Die letzten Tage frühstückst du fast gar nicht und jetzt ist du halbe Packungen."

    Eileen: "Ach so, ja .. die Wochenaufgabe ist erfüllt."

    Peter: "Das wo du?"

    Eileen: "Wo ich noch was klären musste, ja, ist geklärt. Mehr dazu in der Skills Gruppe."

    Peter nickt anerkennend, nimmt dann aber die Kornflakespackung und stellt sie so weit weg wie möglich.

    Ich schmiere mir mein Brötchen mit Butter und belege es mit etwas, was wahrscheinlich Emmentaler ist und stelle fest, dass diese herzhafteren Käsesorten auf anderen Brötchen auf einmal echt gut schmecken.

    Merle: "Ist das jetzt eine Ausnahme oder bekommen wir jetzt öfter Essen von den Antros, weil .."

    Peter: "Wird ab jetzt wohl öfter der Fall sein .. wir werden in nächster Zeit wohl etwas gemischt beliefert."

    Bezy: "Och ne .."

    Merle: "Was denn Mehrkorn ist Gesund."

    Bezy: "Ja und macht Pickel."

    Mario: "Mehrkornbrötchen machen keine Pickel, das ist Unsinn. Außerdem keine unangebrachten Beschwerden übers Essen .."

    Eine Weile lang ist es ruhig, ich schmiere mir mein zweites Brötchen mit einem Käse der Edamer sein müsste. Man, ich wünschte ich könnte das an der Farbe unterscheiden. Ich wette Merle wird das können aber ich möchte im Moment lieber stumm zuende essen und sie redet ja auch nicht gerade gerne während des Essens.

    Zu meiner Verwunderung stehen einige schon auf aber da Peter und einige andere noch ganz in Ruhe weiter essen, denke ich, dass ich das auch ruhig machen kann.

    Katrin: "Keine Hektik, die gehen nur Rauchen .."

    Verstanden habe ich das Rauchersystem hier im Camp zwar immer noch nicht aber im Moment interessiert mich eher, was diese komische Wort von eben bedeutet. Denn wenn ich hier eines gelernt habe, dann dass man hier die ganzen Namen und Abkürzungen kennen sollte.

    Und da gerade nur noch recht wenige am Tisch sitzen, scheint mir das eine gute Gelegenheit zu sein. Also kaue so schnell wie möglich zu ende und Frage:

    "Peter .."

    Ich muss kurz husten, da sich ein paar Körner in meinem Mund verlaufen haben und fange den Satz noch mal neu an:

    "Peter .."

    Anny: "Hey, das ist verboten ihn so zu nennen."

    Sagt Victoria aus vollem ernst, von der anderen Seite des Tisches.

    Ich: "Wen wie?"

    Victoria: "Ja Peter."

    Ich: "Aber ich hab doch Peter, Peter genannt."

    Anny: "Genau das darfst du nicht."

    Ich: "Warum?"

    Merle: "Es ist nicht erlaubt Campbewohner und Personal bei ihren peinlichen Zweitnamen anzureden."

    Ich: "Zweitname? Aber ich hab ihn einfach Peter genannt."

    Merle: "Genau, das ist das Problem."

    Ich: "Wie ist denn dann sein erster Name."

    Verwirrt sehe ich mich um. Victoria schaut ernst, Merle sieht leicht amüsiert aus, Katrin versucht ihr Grinsen zu unterdrücken, an Eileens Gesicht ist nichts abzulesen, was aber eher daran liegt, dass sie einen Löffel im Mund hat, und Peter grinst breit.

    Merle: "Den ersten Namen kennst du .."

    Katrin: ".. nicht verraten. Shnuffy kommt schon selber drauf."

    Ich: "Hm .."

    [o]Waldemar

    [o]Ludwig

    [o]Reiner

    [o]Rainer

    [x]Peter

    Hm, ich weiß zwar nicht was das für eine Art von Rätsel ist aber um auch mit zukommen, fasste ich alles noch mal kurz zusammen:

    "Also ich kenn bisher Peter nur als Peter und ihr sagt dass .."

    Anny: "Richtig! Wou du hast das aber schnell raus .."

    Ich: "Hö?"

    Eileen: "Nein, Anny er hat nur noch mal zusammen gefasst."

    Sagt Eileen mit vollem Mund, geht aber unter, als Victoria von ihrem Stuhl aufspringt, sich auf dem Tisch abstützt und lachend erklärt:

    "Das ist so, Peter ist nämlich Pole."

    Peter: "Meine Großeltern kommen aus Polen."

    Victoria: "Und bei Polen ist das so, dass die .. ah Mist wie war das noch?"

    Peter: "Immer mit der Ruhe .."

    Katrin: "Peters Großeltern kommen aus Polen und in Polen gibt es die Tradition, dass man bei jedem .. also bei allem was man so in der Kirche macht .."

    Erklärt Katrin sehr viel langsamer und ruhiger aber nicht weniger amüsiert als Victoria, während sie etwas unruhig auf ihrem Stuhl hin und her rutscht.

    Ich: "Den Sakramenten?"

    Katrin: "Genau denen. Bei jedem Sakrament bekommt man einen weiteren Vornamen und als Peter zur Konfirmation."

    Eileen: "Katholiken haben Kommunion."

    Katrin: ".. und als Peter zur Kommunion gegangen ist."

    Sie lacht kurz aufgeregt und bekommt dann Schluckauf.

    Katrin: "Ah .. hüeck .. verdammt .. nicht jetzt .. hüeck."

    Peter: "Immer mit der Ruhe .."

    Sagt er amüsiert, während er sich noch ein Brötchen mit Frischkäse beschmiert.

    Eileen: "Also .."

    Katrin greift nach ihrem Glas und stupst Eileen über mich hinweg an, während sie das ganze Glas in einem Zug austrinkt. Kurz hustend aber dann ohne Schluck auf fährt sie fort. Eigentlich schade, denn mit Schluck war sie richtig niedlich:

    "Als Peter zur Kommunion gegangen ist, hat er vorher schon ordentlich Party gemacht."

    Peter: "Da ist aber schon Jahre her."

    Katrin: "Und als der Priester gefragt hat, welchen Namen er denn als Zusatznamen haben möchte, hat unser Peter einfach 'Peter' gesagt. Als der Priester dann gesagt hat: 'Aber so heißt du doch schon', hat Peter einfach geantwortet: 'Ich mag den Namen aber'. Und seit dem heißt Peter – Peter Peter."

    Ich muss grinsen. Aber als ich zu Peter rüber sehe und merke, dass er die ganze Geschichte auch komisch zu finden scheint, lache ich etwas lauter ..

    Victoria: "Und da man Leute nicht mit ihren peinlichen Zweitnamen anreden darf, darf man Peter nicht Peter nennen, sondern muss Peter sagen."

    Peter: "Eigentlich ist mir das egal ob jetzt Peter oder Peter, auch Peter Peter ist im Kern ok, solange man das nicht provokativ sagt. Was halt stört ist, dass dann alle immer die Geschichte hören wollen und das kommt eventuell nicht so gut, wenn wir jemanden da haben, der ein Problem mit Alkohol hat."

    Ich: "Nur weil du vor Jahren einmal etwas getrunken hast."

    Eileen: "Das kann Leute schon dazu anstiften, hier auszubüchsen, in die Stadt zu gehen und sich was zu trinken zu holen. Einige sind da leicht zu triggern."

    Ich gucke ungläubig, doch Peter nickt.

    Katrin: "Und?"

    Sie sieht mich an.

    Ich: "Ja, lustige Geschichte .. "

    Sie sieht mich weiter erwartungsvoll an.

    Ich: "Habs mich gut dran gekriegt .. ist das einer eurer Begrüßungsrituale?"

    Victoria: "Begrüßungsrituale?"

    Fragt Sie erschrocken.

    Eileen: "Begrüßungsrituale? Wir haben keine Begrüßungsrituale. Wer hat dir davon erzählt?"

    Fragt sie mit einer künstliche unschuldigen Stimme.

    Ich: "Meine Kinderärztin."

    Peter: "So aber jetzt genug Geschichten, ab in die Schule. Ist schon mehr als Knapp mit der Zeit."

    13
    Andere Camps ( Tag 9 Donnerstag Morgen)

    Ich, Anny, Victoria und Merle machen uns auf den Weg und auch Eileen springt auf, nachdem sie auch noch die aller letzten Kornflakes aus ihrer Schüssel gekratzt hat. Nur Katrin bleibt seelenruhig sitzen und schaut die etwas gehetzte Eileen feixend an.

    Ich renne in mein Zimmer, packe schnell meine Englisch Sachen in eine alte Tasche, welche mir meine Familie mitgegeben hat, da ein ganzer Rucksack für das eine Fach am Tag etwas zu übertrieben ist. Zu allem Überfluss

    Ich verlasse mein Zimmer aber zu meiner Überraschung ist kein Campbewohner mehr da, von dem ich weiß, dass er in die Schule geht. Am Tisch sitzen nur noch Katrin und der andere Daniel und im Bunker sitzen nur Miguel und Suzy am Tisch, wo bei Miguel nur wieder über seinen Bücher brütet und Suzy demonstrativ lustlos durch die Bravo blättert.

    Peter: "Weißt du nicht, wo du hin musst?"

    Ich: "Doch doch .. ich schaff das schon."

    Katrin: "Ware ich komm mit."

    Katrin springt auf, zieht ihr Logbuch aus der Hosentasche, welches Peter gleich ergreift und ihr scheinbar einen Ausgang einträgt. Kaum hat sie ihr Logbuch zurück, läuft sie auch schon auf mich zu, packt mich am Ärmel und zieht mich aus dem Bunker. Auf dem Gelände lässt sie mich los.

    Ich: "Danke aber .."

    Katrin: "Ach nichts zu danken .. ich bin froh, wenn ich mal wieder eine Ausrede haben kurz aus dem Camp hinaus zu kommen."

    Wir gehen schnellen Schrittes aus dem Camp heraus, zum Krankenhaus und den üblichen Weg in Richtung des Gebäudes mit den Teppichböden.

    Katrin: "Witzige Geschichte oder?"

    Ich nicke.

    Katrin: "Ich kann doch gut erzählen oder?"

    Ich: "Ja, wenn du nicht gerade Schluckauf hast."

    Katrin: "Erinnere mich nicht daran, ich hasse Schluckauf."

    Ich: "Ich fands .."

    .. niedlich hätte ich fast gesagt, kann es mir aber noch verkneifen.

    Katrin: "Was?"

    Ich: "Ich find Schluckauf manchmal witzig .."

    Katrin guckt böse.

    Ich: ".. wenn ich den habe."

    Katrin: "Achso."

    Die wirkt erleichtert und sagt leise:

    "Danke."

    Ich: "Wofür?"

    Katrin: "Ach nur so .. vor allem fürs zwischen uns sitzen."

    Ich: "Kein Problem."

    Wir biegen um eine Ecke, betreten das Gebäude mit dem Teppichboden und sehen wie Eileen die neben dem Fahrstuhl lehnt.

    Ich: "Was los?"

    Eileen: "Aufzug hat mal wieder seine Probleme. Ich soll nur dafür sorgen, dass Keiner einsteigt, bis jemand einen adäquaten Hinweis anbringt."

    Ich deute auf den großen Bottich mit einer kleinen Palme darin, welcher neben dem Aufzug steht:

    "Schieb doch einfach das vor die Türe, dann steigt schon keiner ein."

    Katrin: "Hm .. dass könnten einigen auch für einen Schwerz halten .. du glaubst nicht, was die aus dem anderen Camps manchmal so machen."

    Hinter uns öffnet sich eine der Türen und eine Frau mit einem Zettel und etwas Klebeband kommt heraus, winkt uns hektisch bei Seite und klebst dann eine Din A4 Blatt an die Aufzungstüre auf welchem so dünn mit Kugelschreiber das Wort 'Defket' steht, dass man den Rechtschreibfehler kaum bemerkt.

    Eileen: "Bürofachkraft .. so, dann mal die Treppen hoch .. darf ich dein Flnuffy ab hier übernehmen? Oder geschehen noch Wunder und du geht doch wieder zur Schule?"

    Fragt sie leicht amüsiert.

    Katrin: "Was soll ich in der Schule? Aber ich komm trotzdem mit."

    Eileen zuckt mit den Schultern, geht vor uns die Treppe rauf und fragt nach dem ersten Absatz:

    "Du hast doch diesen Metal Freund, welcher irgendwie nur das hört, was eigentlich kein Metal ist oder so?"

    Ich: "Ja?"

    Katrin: "Warum interessiert dich das .."

    Eileen: "Was ist seine Einstellung zu Drachen."

    Katrin: "Noar .. als hätte ich es geahnt."

    Ich: "Der mag Drachen, der nennt sich sogar Dragon .. ähm .. Drachen .."

    Eileen: ".. Lord?"

    Ich: "Ne, .. Silvaar."

    Eileen: "Was soll den das heißen?"

    Ich: "Keine Ahnung."

    Eileen: "Klingt schwul .."

    Katrin: "Thema wechsel? Hä warum bleibst ihr stehen."

    Eileen macht vor der Aufzugtüre auf dem Stockwerk des Englisch Klassenzimmers halt.

    Eileen: "Na, das Ganze noch einmal."

    Katrin: "Noar."

    Nörgelt Katrin, geht ein paar Schritte in einen kleinen Gang, zu einem nahen Fenster, kniet sich hin und legt ihre Arme auf der kleinen braun lackierten Heizung unter dem ebefalls braunen Fensterrahmen ab. Sie sieht verträumt nach draußen und ich stelle mich mit einem Abstand hinter sie.

    Von dem kleinen Fenster aus, kann man fast über das gesamte Areal mit den einzelnen Camps gucken, nur unser Camp ist selbst aus dieser Höhe wegen der grünen Folie nur schwer einsehbar.

    Aber auch ohne unser Camp von oben zu sehen ist klar, das so gut wie alle anderen Camp hübscher sind als unseres.

    Ich: "Irgendwie sind alle Camps hübscher als unseres."

    Eileen: "Klingt auch logisch, wie sind halt der Arsch. Im Kern sind wir ja auch kein Camp im Sinn von Sommerlager, Abnehmcamp, Nachhilfecamp und Co. sondern eine Kinder- und Jugendpsychiartrie."

    Ich: "Ach, das sind alles so Camp mit einer Funktion?"

    Katrin: "Sicher, oder denkst du das würde sich lohnen, wenn die alle nur in den Ferien belegt wären? Oder ein normales Ferienlager quasi direkt, neben einem Krankenhaus zu bauen?"

    Eileen: "Nicht, einsteigen der ist defekt."

    Schnauzt Eileen, etwas zu laut eine Frau an, welche gerade auf den Aufzug zugeht und promt zurück schreckt und sagt dann leise zu uns:

    "Übrigens, Niedersachsen hat Sommerfehrien."

    Katrin verdreht die Augen und sagt:

    "Erinner mich nicht daran."

    Ich: "Was ist denn dann?"

    Katrin: "Dann füllen sich die Camps mit Fehrienkindern. Und auch bei uns wird es dann voller .. aber bitte anderes Thema."

    Eine kurze Zeit ist es Still, da es aber die Art von Stille ist, die ich irgendwie unangenehm finde sage ich:

    "Dieses Camp sieht nett aus."

    Ich deute auf ein Gelände fast direkt unter uns. Anstelle von den üblichen Trampelpfaden wird dieses Camp von hellen Kriesschotterwege durchzogen und anstelle verwitterter Holzbänke gibt es blank polierte Steinbänke. Umzogen ist das Camp nur mit einem niedrigen Zaun und die frischen Pflanzen scheinen leicht asiatisch angehaucht zu sein.

    Eileen: "Da wärst du gern?"

    Katrin: "Ah, dass kenn ich. Das ist die Geronto-Psychiatrie. Da kommt man hin, wenn man Alzheimer hat."

    Katrin lacht, während sich Eileen rumdreht und geht.

    Eileen: "Ich guck mal wo die bleiben, deckt ihr mal den Aufzug."

    Katrin: "Hast du Alzheimer?"

    Sie stupst mich an.

    Ich: "Noch nicht aber ich schätze es könnte sich lohnen."

    Katrin grinst und fügt hinzu:

    "Ob wohl das ja mit den Steinbänken etwas unpraktisch ist."

    Ich: "Zu hart?"

    Katrin: "Und kalt, wenn man auf kalten karten Sachen sitzt bekommt man Hämorriden."

    Ich gucke sie wortlos an.

    Katrin: "Hat mir zumindest mal eine alte Frau gesagt."

    Ich: "Wie?"

    Katrin: "Ja einmal hab ich halt so in der Stadt gesessen und dann kommt da auf einmal eine alt Frau auf mich zu, die ich gar nicht kenne, und sagt so: 'Setzt dich da nicht hin das ist kalt und steinig, davon bekommt man Hämorriden.' Einfach so und wie trocken die das gesagt hat."

    Ich muss grinsen.

    Ich: "Bekommt man die auch nicht noch von so was anderem?"

    Katrin: "Joar .. wenn man öfter mal Eingang und Ausgang verwechselt .."

    Eileen: "Ich weiß zwar nicht genau, bei welchem Thema ich euch gerade störe aber wir hätten dann Englisch."

    Sagt sie während sie ein Schild aus dünner roter Pappe an den Aufzug klebt auf welchem:

    'Außerbetrieb', 'Outa off Ordner' und dann noch mal 'Out of Order' steht.

    Als ich gerade überlege das 'Outa' bestimmt von 'Straight outa Compton' stammt, schnipst es an einem Ohr und ich gehe hinter Eileen ins Klassenzimmer für Englisch.

    Drin angekommen, begrüßt mich erstmal der Englischlehrer und welcher bereits mit Eileen dessen korrigierte Arbeit durch sieht. Also greife ich in meine Tasche und reiche ihm auch meine.

    Englisch Lehrer: "Leg einfach da auf den Stapel."

    Ich tue wie mir gesagt und setzt mich dann an den runden Tisch zu den zwei Mädchen, wo ich auch schon letzte Woche gesessen habe.

    14
    Tasche ( Tag 9 Donnerstag Vormittag)

    Wie letztes Mal auch so unterscheiden sich die beiden vor allem dadurch, dass eine blonde wellige Haare hat und die andere einen Seidenschal fast bis zum Mund um den Hals gewickelt trägt.

    Beschäftigt sind die Beiden mit einer Art Kartenspiel, wobei jede Karte eine kleine Frage, ein Wortspiel oder eine Redewendung enthält. Da ich keine Aufgabe zu bekommen scheine klinke ich mich einfach leicht ein und beantworte die ein oder anderen Frage, wenn beide nicht weiter wissen.

    Blondes Mädchen: "Danke. Hübsche Tasche übrigens."

    Ich: "Echt? Das ist nur so einen altes kaputtes Teil von meiner Familie."

    Schal Mädchen: "Ja, voll retro. Darf ich mal sehen?"

    Ich: "Wenn du auf Kellergeruch stehst."

    So stark riecht die Tasche zwar nicht aber Mädchen sind da ja etwas empfindlich, besser ich habe schon mal gewarnt.

    Das Mädchen mit dem Schal, sieht sich die Tasche an, hält sie aber dabei weit von sich weg, während die Bolde sagt:

    "Aus den meisten Stoffen bekommt man das einfach raus, was ist denn das?"

    Ich: "Leinen? Hanf?"

    Sage ich unsicher.

    Blondes Mädchen: "Hanf? Wer macht den Sachen aus Hanf."

    Schal Mädchen: "Früher hat man viel aus Hanf gemacht, von wann ist die Tasche."

    Ich: "Ähm .. so 1960 müssten meine Eltern in der Schule gewesen sein."

    Blondes Mädchen: "Hä .. ah .. stimmt ja ihr im Psychocamp seit ja alle unter 18."

    Schal Mädchen: "Stimmt, wie niedlich. Ich dürft ja auch so vieles nicht ne?"

    Ich nicke stumm. Sollen die Beiden sich ruhig indirekt über mich lustig machen, ich weiß nicht wie so aber wenn ältere Mädchen das tun, stört mich das irgendwie fast gar nicht.

    Schal Mädchen: "Was war das, nicht küssen?"

    Ich: "Nicht küssen, nicht kuscheln, nicht in einander stehen und ganz wichtig nicht verlieben."

    Sage ich unernst worauf beide kichern.

    Nach ein paar weiteren Fragekarten setzt sich plötzlich Bezy zu uns an den Tisch und fragt:

    "Strippoker?"

    Blondes Mädchen: "Nein, wir doch nicht."

    Schal Mädchen: "Wie kommst du denn auf die Idee?"

    Bezy: "Weil du bei dem Wetter Schal trägst? Vermute du hast den angezogen, damit du eine Runde später nackt bist als die anderen."

    Das Schal Mädchen wird leicht rot, beugt sich dann zu Bezy und flüstert:

    "Ist der Ok?"

    Bezy: "Hä wer?"

    Sie sieht sich zu beiden Seiten um, während das Mädchen mit dem Schal in meine Richtung nickt.

    Bezy: "Auch der, ja der ist cool. Gehört halt zu den ruhigen."

    Ich nicke einfach mal.

    Das Mädchen mit dem Schal, beugt sich zu uns über den Tisch und zieht ganz langsam den Schal Stück für Stück ganz nach unten und wird dabei immer röter. Zum Vorschein kommt ein kleiner Knutschfleck.

    Bezy: "Wou, also geht bei euch was im Camp?"

    Das Schalmädchen versteckt den Knutschfleck wieder, lässt sich in den Stuhl sinken, versteckt ihre Hände in den Ärmeln ihres Pullovers und sagt verschämt:

    "Verrat ich nicht."

    Bezy: "Ihr hab es gut."

    Blondes Mädchen: "Naja, Auswahl ist nicht .. perfekt. Bei euch?"

    Bezy: "Beinahe nicht mehr vorhanden."

    Um das Gesagte nicht als indirekte Beleidigung auffassen zu müssen, beschäftige ich mich lieber mit den Karten.

    Schal Mädchen: "Wie kommts?"

    Bezy: "Ereignisse."

    Blondes Mädchen: "Und wie sieht auf der anderen Seite aus .."

    Stille.

    Blondes Mädchen: "Hey, dich meine ich .."

    Sie stupst mich unter dem Tisch mit dem Fuß an.

    [o]Auswahl ist großartig

    [o]Auswahl ist schlecht

    [x]Ausweichen

    Ich: "Ähm .. ja .. keine Ahnung, bekom ich nicht wirklich was von mit bin zu beschäftigt."

    Das Blonde Mädchen verdreht die Augen uns sagt genervt:

    "Noour .. eh komm schon, keine Ausreden .. du kannst doch nicht ernsthaft so tun als würde dich von den Mädels bei euch keine interessieren. Du bist einmal im Leben der Hahn im Korb und hälst dann die Füße Still?"

    Schal Mädchen: "Las doch, wenn er sich nicht traut .. psst psst."

    Das Schal Mädchen stößt das Blonde Mädchen an und auf einmal sind beide Still. Hinter mir erklingt Eileens Stimme:

    "Na, wie viel stehts?"

    Blondes Mädchen: "Wir spielen nicht nach Punkten."

    Eileen: "Dann stört es euch ja auch nicht, dass ich mir ihn hier mal für eine Weile ausleihe."

    Sie Packt mich am Nacken und zieht mich vom Tisch weg hinter ein Regal voller Bücher und sagt:

    "Du sollst dir ein englisches Buch von etwa 200 Seiten aussuchen oder ein dickeres Buch bis Seite 200 lesen aber das ist in meinen Augen ziemlicher Quatsch, wenn du das liest und ein paar einfache Fragen dazu beantworten kannst, dann bekommt du die Note, die du brauchst. Zudem musst du noch alle üblichen Zeiten mündlich beherrschen aber das bekommen wir hin oder?"

    Ich bin mit meinen Gedanken noch bei dem Gespräch von eben.

    Eileen: "Hallo? Bekommen wir hin oder? Und keine Zickerei!"

    Ich nicke, sie grinst zufrieden und leckt sich dabei über ihre Zähne und fragt dann etwas weniger energisch, mit dem Blick ins Regal:

    "Was darf es denn sein?"

    Völlig überfordert sehe ich in die dürren Regale aus hellem Holz, welche sich tapfer zu schlagen scheinen, nicht unter dem Gewicht der ganzen war los hinein gestopften Bücher zusammen zu brechen.

    Ich sehe mich eine weile um und greife dann einfach ein paar der kleineren Bücher aus dem Regal.

    Ich: "So .."

    Als ich mich umdrehen will, muss ich wohl übersehen haben, dass mir meine Englischnachhilfe in Spee über die Schulter geschaut hat, renne promt in sie rein und trete ihr auf den Fuß.

    Eileen: "Hey .."

    Wir drücken uns kurz an einander aber sie macht einen Sprung nach hinten.

    Ich: "Sorry."

    Eileen: "Alles gut, hab mich nur erschrocken. Was hast du da?"

    Bezy: "Ey, nicht hier einfach hinter den Regalen verschwinden und rummachen."

    Durch die Lücken, welche wegen der Unordnung im Regal klaffen, sieht uns Bezy grinsend an, während die beiden anderen Mädchen sich auf dem Tisch abstützen um zu sehen, was wir hinten den Regalen machen.

    Eileen: ".. los drück den einen dummen Spruch zurück."

    Flüstert sie und haut mir ihren Ellenbogen in die Seite.

    Ich: ".. ich kann einfach nicht anders wenn ich Bücher sehe."

    Sage ich laut und fasse mir dabei an den Nacken.

    Eileen schaubt laut, sagt dann aber leise:

    "Das ist noch deutlich steigerbar und jetzt las mal sehen .."

    Sie nimmt mir die beiden Bücher aus der Hand und sagt dann laut und künstlich anerkennt:

    "Au Theater, ich hätte gar nicht erwartet, das du Geschmack hast."

    Englisch Lehrer: "Ja, Theater ist schon eine Klasse für sich. Aber bitte geht einen Schritt weg von einander. Eileen du weißt, ich mein das nicht böse aber hab nun mal kein gutes Gefühl dabei, wenn du anderen Campbewohnern so nah kommst."

    Sie macht demonstrativ einen Schritt zurück.

    Ehrlich gesagt, hab ich einfach ins Regal gegriffen um überhaupt irgendwo mit der Suche anzufangen aber scheinbar nehmen alle hier einen kleine Griff in eine Richtung gleich als endgültige Entscheidung war.

    Ich: "Ist das schwerer?"

    Englisch Lehrer: "Es kommt drauf an."

    Der Lehrer ist hinter und aufgetaucht und beäugt und kritisch, weil wir wohl doch etwas zu dicht an einander geraten sind.

    Eileen: "Es ist einfacher, weil man nur Dialog hat und keine Beschreibungen."

    Bezy: "Das ist ja gerade das verwirrende, nim lieber einen Roman da wird alles was passiert wenigstens erklärt."

    Eileen: "Die meisten sind völlig überladen, für einen Anfänger ist purer Dialog am besten."

    Ich sehe den Lehrer an aber dieser zuckt nur mit den Schultern, geht zurück an seinen Platz und sagt:

    "Das musst du entscheiden."

    [o]Roman

    [x]Theaterstrück

    15
    Skulpturen ( Tag 9 Donnerstag Vormittag)

    Ich behalte die beiden Bücher in meiner Hand, denn ganz ehrlich gesprochen, kann ich Romane nicht leiden.

    Lehrer: "Nimm dir einfach mal ein paar mit an deinen Platz, lies die ersten paar Seiten und entscheide dich dann für zwei, die du mit ins Camp nimmst."

    Ich: "Zwei?"

    Lehrer: "Ja falls dir einer dann doch nicht gefällt, musst du keine halbe Woche warten."

    Ich nehme mir also noch ein Exemplar aus dem Regal, einfach aus dem Grund, dass mir das Cover gefällt. Bevor ich jedoch erneut ins Regal greifen kann, drückt mit Eileen schon zwei weitere in die Hand und geht zurück an den Tisch.

    Bezy: "Eh nur Theater?"

    Eileen: "Er ist einfach nicht der Typ, der mit kriminellen Römern ins Bett geht."

    Das Mädchen mit dem Schal wird rot. Und während ich mich frage, was diese Anspielung soll. Muss der Englisch Lehrer auch schon lachen.

    Ich: "Wie?"

    Englisch Lehrer: "Ach das, das ist ein kleiner Schwerz, den Rebecca mal unabsichtlich gemacht hat. Ein typisches Problem mit einem falschen Freund. Das passiert nämlich, wenn man .."

    Eileen: ".. ich glaub da kommt er auch selber drauf. Rat mal."

    Ich denke angestrengt nach .. also entweder macht sich hier wirklich ein Lehrer über die Bettgeschichten seiner Schülerin lustig oder aber es ist einer dieser typischen englischen Witze .. wie war das noch gleich.

    Ich: "Also ein falscher Freund ist ja ein englisches Wort, welches einem deutschen Wort gleicht, das aber eine andere Bedeutung hat."

    Englisch Lehrer: "Richtig, und das ist auch hier der Fall denn .."

    Eileen: ".. nicht schon wieder alle vorsagen."

    Englisch Lehrer: ".. wenn du meist, dass du drauf kommst."

    Ich: "Das englische Wort für Römer ist Roman aber das englische Wort für den deutschen Roman war .. "

    Englisch Lehrer: "Novell .. und genau da liegt der Hund begraben .."

    Eileen: "Ich gebs auf .."

    Sagt sie leise beleidigt, lehnt sich zurück und pustet sich die Haare aus dem Gesicht.

    Englisch Lehrer: "Rebecca könntest du den Satz noch mal wieder holen? Rebecca do you like literature?"

    Schal Mädchen: "Yes, I like to go to bed with a criminal roman."

    Antwortet des Mädchen genervt, während Bezy breit grinst.

    Ich: "Ach sie meinte Kriminal Roman? Und keinen kriminellen Römer."

    Englisch Lehrer: "Genau und wie hätte der Satz richtig heißen müssen?"

    Ich: "Yes, I like literature. I used to go to bed with a criminal novel. Ne dann wäre ja das Buch kiminell .. ähm .. crime novel."

    Englisch Lehrer: "Super .. toller langer Satz."

    Ich: "Ja, mein Lehrer will die immer so lang haben."

    Englisch Lehrer: "Im Alltag eher unüblich aber gut wenn mans kann. So aber jetzt wollen die Bücher deine Aufmerksamkeit."

    Ich beginne also damit die jeweils ersten paar Seiten jedes Buches zu lesen.

    Bezy stupt mich mit dem Fuß unter dem Tisch an und flüstert mir zu:

    "Du suchst nicht das Buch aus, das Buch sucht dich aus, wie bei einem Zauberstab .."

    Ich weiß in dem Moment nicht, was mich mehr erstaunt, dass Bezy mir wichtige Tipps zum Umgang mit Literatur gibt oder, dass sie jetzt schon mehrfach Harry Potter Referenzen gebracht hat. Etwas, dass man ihr beides als dem coolsten Mädchen im Camp gar nicht zutraut.

    Englisch Lehrer: "Weißt du, manchmal sucht sich nicht der Leser das Buch aus, sondern das Buch den Leser."

    Ah, sie hat also nur schon mal den Lehrer vorweg zitiert.

    Nach einer Weile habe ich die Anfänge jedes Buches gelesen und sage vorsichtig:

    "Ich denke die beide hier sollen es sein."

    Ich gehe zum Lehrer und halt ihm 'Death of a Salesman' und 'True West' entgegen. Wovon er mir letzteres als erstes abnimmt, das Cover zeigt die Cowboys auf Pferden und ein paar Planwagen.

    Lehrer: "Auje, warum hast du dir das denn ausgesucht?"

    Ich: "Seit der letzten Stunde, interessiert mich irgendwie das Thema Wilder Westen, also die Besiedelung des Westens."

    Lehrer: "Das ist gut aber das Buch ist leider in einem amerikanischen Dialekt geschrieben. Hattest du keine Probleme auf den ersten Seiten."

    Ich schüttele den Kopf.

    Lehrer: "Wenn das mal keinen Knoten in deiner Grammatik verursacht."

    Eileen: "Viel schlimmer kann das kaum noch werden."

    Lehrer: "Lies lieber das Andere."

    Er hält mir 'Death of a Salesman' hin, der Cover zeigt einen etwas gequält lächelnden älteren Gentleman mit runder Brille und Weste.

    Eileen: "Ich bin mir nicht sicher, ob wir das auf unsere Station .."

    Englisch Lehrer: "Ach was, das geht schon, die Figur hat ganz andere Motive. Aber mal wieder zu dir, leist du Theaterstücke auch auf Deutsch oder wie kommts?"

    Ich: "Nein, eigentlich nicht."

    Englisch Lehrer: "Was liest du denn so auf deutsch."

    Ich: "Ähm .."

    Eileen: "Fast nichts, außer einem absurd schwierigem Fachbuch aus dem Spätmittelalter und der Bravo."

    Englisch Lehrer: "Au, dann wird aber mal Zeit, dass du leist."

    Er gibt mir 'True West' zurück und fragt noch schnell:

    "Habt ihr bei euch oben in der Bibliothek immer noch diese ganzen Klassiker auf englisch."

    Eileen nickt und der Englisch Lehrer antwortet:

    "Super, leih dir davon noch ein paar aus. Am besten erst Stevenson, dann Wild aber erstmal Finger weg von Stoker, Dracula klingt zwar cool aber ist recht schwer zu verstehen."

    Ich nicke, während er einfach weiter redet:

    "Gut, fang ab besten gleich damit an. Ich hab hier eh nichts für euch zu tun, ich ruf dann im Camp an, dass ihr kommt."

    Er greift zum Telefon und als wir beide gerade aus der Tür raus wollen, hält er uns noch einmal auf.

    Englisch Lehrer: "Bitte 2 Minuten Abstand."

    Sie geht vor und Bezy sagt in einem künstlich traurigen Ton:

    "Sie können die beiden doch nicht trennen."

    Worauf der Lehrer erst mich und dann den Tisch kritisch anguckt und fragt:

    "Das ist nicht euer Ernst oder?"

    Bezy: "No it's not, just Kathrin and Eileen rival over their new pet."

    Lehrer: "Ok, du kannst."

    Ich: "Moment."

    Ich schnappe mir noch meine Tasche vom Tisch, welche in der Zwischenzeit scheinbar von dem Mädchen dem Schal gründlich untersucht wurde, stopfe die beiden Bücher hinein und verlasse das Klassenzimmer. Kaum ein paar Schritte gegangen treffe ich natürlich wieder auf Eileen, welche sich aber zu meiner Überraschung mit Katrin unterhält.

    Katrin: "Also ich mag das Kunstwerk auch ohne es Erklären zu können."

    Eileen: "Aber du machst dir doch bestimmt auch Gedanken, was der Künstler sagen wollte."

    Katrin: "Das geht nur den Künstler und mich was an."

    Beide stehen vor einer der viele seltsamen kleinen Statuen, welche auf langen dünnen Sockeln stehen. Die Statue gesteht auf den ersten Blick nur aus einer dünnen schwarzen Eisenstange auf dessen Ende ein undefinierbarer Klumpen rauer aus Metal aufgespießt ist.

    Katrin: ".. außerdem ändert sich die Bedeutung den Tag über."

    Eileen: "Hä?"

    Katrin: "Den ganzen Tag über wandert die Sonne durch den Flur hier und der geänderte Lichteinfall lässt es immer anders aussehen."

    Eileen: "Als hätten die das bedacht, das Ding steht hier, weil hier Platz ist."

    Katrin: "Als könnte man nicht mit dem Ding da hinten Plätze tauschen .. schon mal was von Stellung oder Hängung gehört?"

    Eileen kneift eines ihrer Augen zusammen.

    Katrin: "Tija, wer hat jetzt Ahnung von Kultur? Au Hay."

    Sie hat mich bemerkt, Eileen springt weg von mir:

    "Hey, 2 Minuten Abstand."

    Ich kucke verwundert, Katrin rollt mit den Augen.

    Eileen: "Kleiner Spaß."

    Sie tritt wieder vor und haut mir kumpelhaft mit dem Handrücken auf die Brust. Katrin missbilligt dies offensichtlich und setzt sich in Bewegung.

    Katrin: "Ich denke wir gehen dann mal zurück in Camp."

    Still gehen wir die Treppen hinunter. Um die peinliche Stille zu druchbrechen, frage ich Katrin:

    "Hast du die ganze Zeit auf uns gewartet?"

    Katrin: "Nein."

    Ich: "Warst du dazwischen wieder im Camp?"

    Katrin: "Nein."

    Ich: "Wo warst du dann?"

    Katrin: "Maoam!"

    Ich: "Ähm .."

    Katrin: "Kleiner Spaß. Ich war schon in dem Gebäude, ich hab nur nicht auf euch gewartet. Ich hab mir endlich mal ganz in Ruhe alle Kunstwerke angesehen. Also jetzt nicht alle, sondern nur die guten."

    Eileen: "Alles was schwarz und oder gruselig ist, ist automatisch gut."

    Katrin: "Ich habe bis jetzt noch nie gesehen, dass 'du' vor etwas buntem fröhlichen stehen geblieben wärest."

    Eileen: "Kann vorkommen .."

    Katrin: "Ja und zwar wenn etwas so bunt ist, wie ein gewisser Raum bei dem man vor lauter Epilepsie nicht schlafen kann und sich die ganze Nacht rumwälzt und damit andere Leute wach hält."

    Eileen: "Entschuldigung noch mal .. das war eine Nacht."

    Katrin: "Das muss einem doch mal langsam klar werden."

    Wir verlassen die Treppe, durchqueren das Gebäude und gelangen auf den Weg zum Camp.

    Eileen: "Der Raum ist nicht durchgehend so, der geht nach einer Weile aus und wird ruhiger, wenn sich im Inneren eine Weile nichts bewegt .. das wäre ja auch eine viel zu große Stromverschwendung."

    Katrin: "Da habt ihr ja was gemeinsam...

    Wir erreichen endlich die Campschleuse, denn langsam wird mir echt unbehaglich dabei, wie sich die Beiden streiten und mich dabei völlig ignorieren.

    Katrin: ".. Ich würd nur gerne wissen, was sich in dir die letzte Zeit so bewegt."

    Die Schleuse öffnet sich, nachdem Katrin das leere Klingelschild drückt. Wir beide treten ein aber Eileen bleibt wie angewurzelt stehen.

    Katrin: "Was ist denn?"

    Eileen: "Wir sollen 2 Minuten Abstand halten, bei unserem Glück hat der Lehrer das telefonisch so durch gegeben."

    Katrin verdreht genervt die Augen, schiebt Eileen durch die Schleuse auf den Campvorplatz, stellt sich vor sie hin und beginnt dann:

    "Jetzt seit mal nicht albern, sonder zur Abwechslung mal wieder normal .. also .. du selbst. Erst willst du alle Gefährdungen auf Rot, dann willst du Campassistenz werden, nur um andere zu piesacken und jetzt hälst du dich übertrieben an den letzten Buchstaben der Campregeln, die du vor nem Monat noch persönlich verbrannt hats. Irgendwas stimmt nicht mit dir .."

    Katrin stellt sich auf die Zehenspitzen und sieht Eileen kritisch an.

    Eileen: "Hab eben so meine Schwankungen."

    Katrin: "Eileen hat keine Schwankungen."

    Peter: "Ah, da seid ihr ja endlich, wie haben extra auf euch gewartet. Nun hopp hopp Sportsachen an und los."

    Peter und ein paar andere Campbewohner kommen uns in Sportkalotten entgegen, einigen machen unbeholfene Dehnübungen an Bäumen oder Bänken.

    16
    Laufen ( Tag 9 Donnerstag Mittag )

    Katrin: "Sport?"

    Fragt Katrin überrascht.

    Peter: "Ja, ein wenig durch den Wald laufen"

    Eileen: "Wenn es durch den Wald geht, bin ich dabei. Los komm."

    Sie winkt Katrin hinter sich her, welche kurz zögern dann aber mit hoch zum Geisterhaus geht. Ich drehe mich um, mache mich auf zum Bunker, in welchem kaum jemand zu sein scheint und ziehe mich in meinem Zimmer um, welches zu meiner Verwunderung zur Abwechslung mal leer ist. Mein weißes Sportshirt zusammen mit einer grauen Sporthose sind zwar nicht die schönsten Klamotten aber sie sollten reichen.

    Wieder auf dem Gelände müssen wir zusammen nicht lange warten, bis auch Eileen und Katrin wieder eintreffen. Eileen, trägt ihr übliches viel zu großes weißes Shirt und wahrscheinlich eine Sporthose, welche man aber nicht sieht. Katrin trägt dagegen richtige Sportsachen in Form ihrer schon bekannte lange schwarze Trainingshose mit drei weißen Streifen, zusammen mit einem schwarzen Top. Nur die grauen Sportschuhe passen nicht wirklich ins Bild.

    Katrin: "Ja ich weiß, sieht doof aus .."

    Sie muss wohl bemerkt haben, dass ich sie angesehen habe. Und ergänzt:

    ".. aber die hatten einfach keine schwarzen da, in denen ich laufen konnte. Manchmal hasse ich es in einer Kleinstadt zu leben."

    Peter: "Wir hassen hier im Camp nicht .. los gehts. Laufschritt."

    Wir machen uns auf aus dem Camp heraus, biegen aber diesmal nach unten ab. Kein Wunder, bei dem Tempo wäre der Drachenfelsen die reiste Tortur. Wir laufen durch den schönen Teil der gesamten Anlage, rechts und links neben uns liegen die schöneren Camps, mit frisch gestrichenen Kabinen, grünem Gas und meist nur recht niedrigen Zäunen.

    Als ich verwundert einen der Zäune ansehe, spottet Katrin:

    "Höhö, das ist das Fatcamp .. die kommen eh nicht über den Zaun."

    Ich muss lachen und verschlucke mich dabei. Promt drift mich ein Schlag von hinten auf den Rücken.

    Eileen: "Arme hoch."

    Ich: "Geht schon .."

    Wir laufen weiter langsam an einer Pferdekoppel vorbei, auf welchem eine Reitlehrerin Lauf Kommandos gibt und an der Hütte, wo wir Steinmetzkunst haben. Warmer Sommerwind weht durch das hohe goldenen Gras am Wegesrand. Zum Glück ist unter Tempo relativ langsam.

    Katrin: "Hey Hardü!"

    Ruft Katrin laut und bekommt sogar leise Antwort.

    Katrin: "Und wie findest du Hardü?"

    Ich: "Super."

    Katrin: "Und was wird dein erstes großes Werk."

    Ich: "Nen Aschenbecher."

    Antworte ich knapp, denn aufgrund meiner schlechten Kondition fällt mir das Reden echt nicht leicht.

    Katrin: "Meins war einen Briefbeschwerer. Jetzt arbeite ich an einer Schlange."

    Ich: "Die sich um eine Kugel wickelt?"

    Katrin: "Ja genau .. du hast sie gesehen?"

    Sie springt kurz in die Luft und sieht mich dabei freudig an.

    Ich: "Ja .. sah irgendwie nach dir aus."

    Katrin: "Echt unter all den Stücken?"

    Ich: "Auf gefallen ist mir das Ding eher, weils ne Schlage war und alles andere .. ähm."

    Katrin: "Undefinierte Klumpen .. Ja, ich bin ja auch schon weiter als die meisten anderen. Magst du die Schlange denn?"

    Ich: "Ja, ich wünschte ich könnte das so gut."

    Katrin: "Kannst du sicher, wenn du nur dabei bleibst."

    Wir laufen über den Parkplatz, von welchem aus wir zur Ausstellung gefahren sind und hinter und erhebt sich wieder der imposante Bau des Luxusresourts, nach dem ich mich einfach umdrehen muss.

    Als ich wieder nach vorne sehe, steuern wir auf einen großen Tunnel zu. In welchem es angenehm kühl ist.

    Eileen: "Boar, endlich kalt. Komm wir geben Gas, setzen uns an die Spitze und laufen so lange vor Kopf, bis wir an den Bänken oben im Wald ankommen. Da machen wir eh immer Pause."

    Katrin: "Ohne mich."

    Eileen: "Schön, aber du kommst mit."

    Sie versuch mit mit dem Ellenbogen anzustursten aber ich weiche aus.

    Eileen: "Kommt schon, alleine ist das doof, hast auch was gut bei mir."

    [o]Hinten bei Katrin bleiben

    [x]Mit laufen

    Ach was solls, wenn ich mich nicht bewege wird meine Kondition nicht besser. Also hole ich noch mal tief Luft und beschleunige dann beim Tempo. Jedoch beschleunigt Eileen wesentlich stärker als ich, worauf ich mich zumindest zu Beginn sehr ansträngen muss das gleiche Tempo zu erreichen.

    Jedoch geht es nach ein paar Minuten sehr gut, was mich sogar selber überrascht und zugegeben echt gut anfühlt.

    Nach ein paar Sekunden überholen wir sogar Peter, welcher mir aber Nachruft:

    "Daniel, ich glaube nicht, dass das so wirtschaftlich ist, was du da machst."

    Eileen: "Ach quatsch, gleich bei den Bänken sind eh alle gleich kaputt, kommt schon Endspurt."

    Zischt mir Eileen zu, als ich mich zu Peter umdrehe.

    [o]langsamer machen

    [x]Weiter laufen

    Ich: "Ok."

    Huste ich, sehe wieder nach vorne und merke, dass wir nach dem Tunnel verlassen und dabei sind einen Wald zu erreichen, der Weg dorthin führt allerdings Bergauf. Ich muss wieder husten.

    Eileen: "Komm komm .. der kleine Hügel .."

    Ich nehme meine letzte Karft zusammen und laufe gegen den Hügel an. Eine Weile läuft es ganz gut, auch wenn ich jetzt wesentlich langsamer bin als sie. Doch als wir gerade den Wald erreichen, kann ich wirklich nicht mehr, weil ich kaum noch richtig Luft bekomme und aufkommende Seitenstiche mir den Rest geben. Hustend bleibe ich stehen.

    Eileen: "Schon Ende?"

    Ich nicke einfach nur noch und halte mir meine Seite. Soll sie doch denken und sagen, was sie will. Mich interessieren gerade nur meine Lunge und meine Seite.

    Eileen: "Schon gut .."

    Sagt sie zu meiner Überraschung in einem leiseren verständnisvollem Ton und erklärt dann leise:

    "Aber nicht einfach stehen bleiben, dass ist schlecht für den Kreislauf."

    Also gehe ich erst ein paar Schritte weiter, merke dann aber, dass langsam laufen kein so ein großes Problem ist und da die Bänken schon in Sichtweite sind, wird das kleine Stück auch noch zu schaffen sein.

    Eileen: "Hey, aber nicht umkippen ok?"

    Kurz drauf kommen wir bei den Bänken an, wo ich mich erstmal auf den Waldboden fallen lasse und mich an einen großen Stein lehre, wie es sie auch beim Drachenfelsen gibt.

    Die Waldluft tut echt gut.

    Nach einer Weile erreichen auch Peter und dann nach und nach die anderen Campbewohner die kleine Waldkreuzung, wo zu jeder Richtung hin Bänke und Findlinge stehen. Einigen geht es nach wie vor gut, andere sind wie ich völlig außer Atem.

    Peter: "Was hab ich euch gesagt?"

    Eileen: "Was denn .. wir machen doch eh .. eh immer hier Pause."

    Hustet sie, von einer Bank aus, die direkt neben meinem Stein steht.

    Peter: "Unter anderem wegen solchen Aktionen, die ich nicht besonders mag, du weißt warum."

    Eileen: "Diesmal .. hab .. hab ich gut aufgepasst."

    Ich sehe sie dabei aus dem Augenwinkel beleidigt gestikulieren.

    Peter: "Nim die Arme hoch, dann bekommt du auch Luft."

    Sie Packt meinen Arm und legt mir meinen Hand auf den Kopf.

    Peter: "Eigentlich meinte ich deine Hände. Bei dir alles ok?"

    Ich weiß zwar nicht genau, was passiert aber dem Ton seiner Stimme nach zu urteilen hat er sich zu den anderen umgedreht und kümmert sich eher um Victoria.

    17
    Essen ( Tag 9 Donnerstag Mittag )

    Nach einer Weile geht es wieder und ich setzt mich besser auf den Stein als auf den Waldboden. Nach noch ein wenig husten nehme ich auch wieder die Hände vom Kopf um stütze sie auf dem Stein ab, damit nicht mein ganzes Gewicht auf meiner Seite lastet. Dabei berühre ich mit meinem Fingerspitzen etwas warmes weiches.

    Ich bin zwar eigentlich zu kaputt, um extra nachzusehen aber nicht, dass es irgendwas ekeliges ist. Als ich nach unten sehe, merke ich, dass es Eileens nackter Oberschenkel ist, die auf der Bank jetzt viel zu nah bei mir sitzt. Schnall ziehe ich die Hand weg:

    "Schuldigung."

    Eileen: "Hä .. was?"

    Verwirrt dreht sie den Kopf in meine Richtung und ich merke erst jetzt, dass sie ebenfalls ziemlich fertig aussieht und sich mit dem Kragen ihres viel zu großen T-Shirt die Stirn abwischt. Weswegen man ihre kurze Sporthose sehen kann.

    Sie zupft sich ihr Shirt wieder zurecht und sieht mich fragend an und sagt:

    "Was ist los?"

    Ich: "Ich bin eben an dich dran gekommen."

    Eileen: "Na wenn dir das ne Sondermeldung wer ist?"

    Sie springt auf, während alle anderen sich noch ausruhen und streckt sich. Jap, sie trägt eine schwarze ausgewaschene Sporthose, in Anführungszeichen, drunter. Kaum wieder auf den Beinen klopft sie mir auf die Schulter:

    "Gut gemacht, den Willen hast du schon mal, am Rest kann man arbeiten."

    Peter: "Das ist aber nicht der Ansatz, den wir hier verfolgen."

    Eileen: "Warum eigentlich nicht?"

    Peter: "Weil wir die US Armee nicht als führend ansehen, was Sportpädagogik angeht."

    Sagt Peter leicht entwertend, fügt dann aber lobend hinzu:

    "Zumindest hast du dich diesmal verantwortungsvoll benommen."

    Sie nickt, sieht nach einander die verschiedenen Abzweigungen in den Wald hinein an und fragt dann:

    "Wohin geht es weiter."

    Peter: "Vogelbruch."

    Eileen guckt skeptisch und im Hintergrund keucht Victoria:

    "Aber den kann man nicht laufen."

    Peter: "Genau .. Leute, der Rest wird ein Spaziergang und das im wörtlichen Sinne."

    Die meisten atmen erleichtert auf und erheben sich langsam von den Bänken.

    Langsam trotten wir den Waldweg entlang.

    Katrin: "Was sollte das schon wieder? Ich hab dir doch gesagt, du sollt das lassen."

    Eileen: "Was lassen? Wir sind ganz normal gelaufen, ohne Ziel ohne Erster .. also schon mit Ziel, weil .."

    Katrin: "Lenk nicht ab, du weißt was das letzte mal passiert ist."

    Katrin schnaubt und verlässt uns in Richtung der Spitze des Trosses.

    Ich: "Was ist denn .."

    Victoria: "Stör ich?"

    Victoria, lässt sich zu und nach hinten fallen und humpelt ein wenig mit uns mit, da sie sich ebenfalls die Seite hält.

    Ich: "Nein. Ich wollte nur wissen, was Katrin meint mit schon wieder .."

    Eileen: ".. absolut nicht vergleichbar."

    Victoria: "Um was gehts."

    Eileen: "Daniel Nummer 1."

    Victoria: "Und deswegen ist sie sauer? Immer noch."

    Ich: "Daniel Nummer 1?"

    Victoria: "Ach so ja, wir haben hier ja mehrere Daniels die alle mehr oder weniger Waschlappen sind."

    Ich: ".. ähm"

    Eileen: "Hey, wir arbeiten dran."

    Victoria sieht erst Eileen und dann mich an, wird dann recht rot, denn durch die Anstrengung war ihr Gesicht auch vorher schon leicht rosa und stottert dann ein wenig:

    "Ah .. ähm .. du heißt ja auch so .. das ähm .. so meinte ich das nicht, also ich meine dich nicht."

    Ich: "Schon ok."

    Sie guckt für einen Moment auf den Boden. Räuspert sich dann aber und erzählt recht schnell:

    "Also wir hatten hier mal einen Daniel, der konnte immer alles und wusste immer alles und der meine mal er könnte .. oder er währe .. ähm"

    Eileen: "Marathon gelaufen. Achtung Wurzel!"

    Wir biegen in einen Bereich des Waldes ein, wo wir an einem leichten Abhang entlang gehen. Wo jemand scheinbar einfach einen Weg in einen Hügel gegraben hat. Rechts von uns regt es diesen Hügel hinab und Links von uns ist eine kleine Steilwand.

    Victoria macht einen Sprung über über eine der vielen dicken Wurzeln, die aus der Erde von Boden und Steilwand regen.

    Victoria: "Genau und das mit 100 Kilo .. und unsere Sportskanone hier hat ihn dann auf einem Lauf zu einem Wettrennen heraus gefordert und der Typ ist mit gelaufen und hat sich promt gemault. Also so richtig aufs Maul gelegt."

    Sie muss kichern.

    Eileen: "Sieht du, völlig andere Situation. Oder .. Wurzel!"

    Ich weiche einer Wurzel aus und sage dann:

    [x]: "Selber Schuld"

    [o]: "Musste das sein"

    Ich: "Man ist doch selber Schuld, wenn man sich auf sowas einlässt."

    "Obwohl du genau das gleich machst?"

    Katrin ist mal wieder ohne Vorwarnung in unserer Nähe aufgetaucht.

    Eileen: "Das ist was anderes, er ist intelligent und würde niemals bis zum Umfallen laufen."

    Katrin: "Und das weißt du?"

    Eileen: "Ja."

    Katrin: "Na dann ist ja gut."

    Sie guckt erst Eileen böse an, dann Victoria etwas weniger böse, mich fast schon besorgt, dreht sich dann aber rum und setzt sich wieder weiter nach vorne an die Schlange.

    Victoria: "Mal wieder nur nicht nachtragend .. was geht sie das überhaupt an?"

    Eileen: "Sie mochte unsere Nummer 1."

    Victoria: "Den, ist nicht dein Ernst oder? Meist du sie wollte was von .."

    Eileen: "Ach .. nicht mögen im romantischen Sinne .. eher mögen wie .. wie .. ein kaputtes Spielzeug, dass zwar eigentlich nichts mehr kann, das aber trotzdem noch lustige Geräusche macht, wenn man draufdrückt. Man wills auf keinen Fall in seinem Zimmer haben aber wegwerfen kann man dann doch nicht, also vergammelt es irgendwo in der Garage."

    Victoria: "Das ist zwar Menschen verachtend, trifft es aber ganz gut, ich denke da kann man mal eine Ausnahme machen. Was würdest du eigentlich tun, wenn er wieder zurück kommt?"

    Eileen: "Alle bestechen, damit niemand niemanden warnt und dann mal gucken was passiert. Ich verschiffe ihn ja mit Susanne."

    Victoria: "Das Wort heißt shippen."

    Ich sehe sie verwirrt an und sie erklärt darauf:

    "Shippen ist, wenn man sich vorstellt, dass eine Person die man kennt mit einer anderen die man kennt zusammen sein könnte und den Gedanken toll findet."

    Eileen: "Man könnte sich auch aus den Angelegenheiten andere raushalten."

    Victoria: "Tut man doch, man mischt sich dabei ja nicht ein, sonst wäre das coupeling."

    Eileen: "Oder auf deutsch Kuppelei, was bis in die 1970er noch eine Straftat war."

    Victoria: "Och, mache brauchen da einfach einen kleinen Schubs."

    Eileen: "Damit du dann am Rand stehen kannst, um deinen Emotions-Tourismus auszuleben. Dabei würde es dir mal ganz gut tun selber die Bühne zu betreten."

    Victoria: "Nein, ich warte diszipliniert bis sich mit meinem Auftritt an der Reihe bin."

    Eileen: "Sag mal bescheid, wenn ich mal wieder in einer deiner Shipping Geschichten vorkomme, die du so schreibst."

    Victoria: ".. bei dir fällt mir einfach kein neuer Partner ein .. nachdem du so herzlos Tanja verlassen hast."

    Den letzten Teil sagt sie in einem künstlich theatralischen Ton, was wohl vermuten lässt, dass das nur in einer ihrer Geschichten der Fall war. Sie legt sich dabei ihre ausgespritzten Fingerspitzen auf die Brust und hebt den Brustkorb. Dabei kann man ihre Rippen durch ihr blaues ebenfalls zu großes T-Shirt sehen.

    "Ähm .."

    Eileen deutet auf mich.

    Victoria: "Ha!"

    Was zum? Ist sie völlig bescheuert, ihr das einfach zu verraten?

    Victoria: ".. als ob, ich bin ja für gewöhnlich eine Quelle der Phantasie aber das übersteigt selbst meine Vorstellungskraft. Ein Liebespaar, dass sich mit 'Alter' und 'Ey' anredet .."

    Auf einmal biegen wir aus dem Wald auf einen Wiese ab und keine paar hundert Meter weiter stehen wir plötzlich vor einem Zaun, welcher dem ähnelt, welcher unser Camp umgibt. Als Peter ein Tor vor uns öffnet, stehen wir plötzlich in unserem Camp nur irgendwie auf der anderen Seite.

    Ich: "Ist das der Bunker von hinten?"

    Peter: "Nein, das ist das Hauptgebäude von hinten."

    Antwortet Peter wenig hilfreich.

    Der Bunker sieht aus dieser Richtung viel großer aus und hat auf einmal zwei Stockwerke. Naja, dass hat er ja auf Höhe des Balkons auch aber diesmal führt eine Stahltreppe auf die zweite Etage. Verwundert bleibe ich kurz stehen. Und sehe, wie sich oben eine Türe auf dem letzten Absatz der Treppe öffnet.

    Immer noch etwas verwirrt gehe ich den anderen nach, als ich selber durch die Türe trete stehe ich auf einmal im Bunker und zwar ganz hinten am großen Tisch, direkt links wäre mein Zimmer. Dahin führt also diese komische Türe am Ende des Tisches.

    Der Tisch ist bereits gedeckt und einige Campbewohner essen bereits. Ich rieche kurz an meinen völlig durchnässten Sachen und überlege laut:

    "Soll ich nicht besser erst duschen gehen?"

    Eileen: "Unsinn, du hast gleich eh Navy Seals AG, da lohnt sich Duschen mal gar nicht, los setzt dich."

    Ich setzt mich auf meinen Stuhl zwischen Sie und Katrin, während uns Merle jeweils eine Portion Nudeln auf die Teller schaufelt.

    Merle: "Tija, wer zu spät kommt. Mehr ist nicht mehr da."

    Eileen: "Och das reicht .."

    Sie rammt gleich ihre Gabel in die Nudel .. auf meinem Teller und dreht sich einen ganz schönen Haufen zusammen.

    Ich: "Hey."

    Eileen: "Du hast heute Morgen gesagt, du gibt mir was von deiner pasta ab."

    Ich: "Zahn Pasta."

    Eileen: "Ich meine nicht, dass das Wort Zahn in dem Satz vorkam. Aber sagen wir einfach, ich darf diese Gabel behalten, dafür helfe ich dir die Navy Seal AG zu überleben."

    [o]Protestieren

    [x]Einwilligen

    Ich: "Na von mir aus .."

    Eileen: "Supfer."

    Schmatzt sie mit der Gabel schon im Mund, während Katrin genervt mit den Augen rollt.

    18
    Navy Seals ( Tag 9 Donnerstag Mittag )

    Nach einer Weile haben wir die Nudeln mit Tomaten Soße aufgegessen. Zum Glück reicht mit meine Portion und es macht mir gar nichts aus, dass mir eine Gabel fehlt. So kann ich getrost 'Nein' sagen als es wieder diesem komischen Obstsalat gibt, welcher im Grunde nur aus Zuckerwasser besteht, in welchem ein paar Obststücke schwimmen. Wenn man denn Stachelbeeren als Obs bezeichnen kann.

    Merle: "Du magst den Kram auch nicht? Wenigstens einer mit Geschmack .. dass sie das Zeug auch noch in Glasschüsseln servieren, macht es neben einer geschmacklichen auch noch zu einem ästhetischen Verbrechen."

    Langsam komme ich auf die Idee, das Merle nicht so weit weg von Kopf des Tisches sitzt, weil sie eine Außenseiterin wäre, sondern, damit Mario und Peter ihr Genörgel übers Essen nicht hören.

    Ich: "Genau deiner Meinung."

    Merle: "Welche Therapie hast du nach dem Essen?"

    Eileen: "Arbeitsgruppe Navy Seals. Da muss ich auch hin, halt dich einfach 'dicht' an mich. Warte am besten auf dem Vorplatz auf mich."

    Peter: "Wer keinen Nachtisch hat, kann schon mal gehen."

    Da entgegen Merles Wahrnehmung fast niemand den Obstsalat haben wollte, steht fast der gesamte Tisch auf. Also tue ich das gleiche und frage anschließend Mario, da ich Peter nicht finden kann:

    "Was macht man bei der Arbeitsgruppe Navy Seals?"

    Mario: "Wie bitte? Zeig mal dein Logbuch bitte .."

    Ich reiche ihm mein Logbuch.

    Mario: "Achso, ja .. das wirst du dann schon sehen. Zieh dir einfach deine Badehose an und folg den anderen."

    Ich: "Badehose? Ich hab keine Badehose."

    Mario: "Laut den Campregeln solltest du aber eine haben, du hattest doch auch beim Schwimmen eine, wo ist die den hin?"

    Ich: "Die ist zuhause in der Wäsche, ich hab nur eine."

    Mario: "Ich finde nicht, dass wir da direkt ein Verstoß draus machen müssen. Pack schon mal deinen Badekram zusammen und Frag dann einfach ob dir jemand eine leihen kann."

    Ich schaue in die Runde aber da fast nur Mädchen um den großen Tisch wuseln, um das Geschirr abzuräumen, gehe ich in mein Zimmer, nur um lediglich den anderen Daniel anzutreffen.

    Ich: "Sag mal, kann ich mir zufällig deine Badehose ausliehen?"

    Frage ich. Während ich mir schon mal meinen Bademantel drüber ziehe und ein Handtuch über die Schulter werfe.

    Andere Daniel: "Ähm .. äh .. ich hab gar keine mit."

    Ich: "Weißt du wo Domenick und Nayse sind?"

    Andere Daniel: "Nein."

    Verdammt, nicht das mir Domenicks Badehose passen würde aber bei Nils könnte es hinkommen. Also verlasse ich mein Zimmer wieder.

    Mario: "Und Erfolg gehabt?"

    Fragt er, während er hauptsächlich die Mädchen mit dem Geschirr beaufsichtigt.

    Victoria: "Was los?"

    Ich: "Hab keine Badehose."

    Anny: "Haha, dann musst du die rosane Bestrafungshose aus dem Krankenzimmer tragen."

    [x]Von mir aus

    [x]Nein, kommt nicht in Frage.

    Ich: "Von mir aus."

    Ehrlich gesagt, würde mir die Farbe kaum was ausmachen. Immer noch besser als jetzt alle Jungs nach ihren Schwimmhosen zu fragen.

    Mario: "Das ist immer noch keine Bestrafungshose, das ist einfach eine Badehose, die irgendwann mal eine Campbewohnerin hier vergessen hat. Und die ist immer noch kaputt."

    Verdammt.

    Ich: "Ich frag mal Manuel."

    Ich klopfe an seine Zimmertüre, welche ja ebenfalls direkt am Tisch liegt.

    Manuel: "Ja."

    Ich: "Kannst du mir eventuell deine Badehose leihen."

    Manuel: "Ist schlecht .. die ist dreckig."

    Ich: "Ok, trotzdem Danke."

    Als ich die Türe schließe überlege ich mir, dass jetzt eigentlich nur noch Nils übrig bleibt.

    Ich: "Weiß jemand wo Nils steckt?"

    Merle: "Müsste auf dem Gelände sein."

    Ich sage noch kurz Danke, renne dann aber aufs Gelände und sehe ich auf dem Vorplatz um.

    "Da bist du ja endlich können wir dann?"

    Fragt Eileen mich genervt von hinten.

    Ich: "Nein .. also .. ich suche noch Niels also .."

    Eileen: "Las mich raten, keine Badehose."

    Ich nicke stumm.

    Sie sieht sich nach links und recht um und sagt dann platt:

    "Weg drehen."

    Ich: "Hä .."

    Sie packt mich an den Schultern und dreht mich von sich weg.

    Eileen: "Hin drehen."

    Ich drehe mich um und sehe, wie sie mir eine schwarze Badehose vors Gesicht hält. Wo auch immer die sie gerade hergeholt hat.

    Eileen: "You're welcome."

    Ich: "Wo hast du dir her?"

    Eileen: "Unwichtig."

    Ich greife nach der Hose.

    Eileen: "Hey, dafür möchte ich aber gerne was von dir."

    Ich: "Was darf sein?"

    Eileen: "Du tust gleich genau was ich sage .. und .. hm .."

    Sie beugt sich vor, betrachtet meinen neon grünen Microfaser-Bademantel, grinst und fährt in einer begeistert niedlichen Tonlage fort:

    ".. pluschy Bademantel, wäre toll."

    [o]Beides

    [x]Nur eins

    [o]Du bekommst gar nichts

    Ihr gar nichts zu geben wäre gemein, schließlich bewahrt sie mich quasi vor einem Verstoß. Aber bei dem Gedanken alles machen zu müssen, was sie sagt, wird mir jetzt schon innerlich übel.

    Ich: "Übertrieb mal nicht .. eine Sache."

    Eileen: "Hm .. dann plushy Bademantel."

    Ich ziehe meinen Bademantel aus und halt ihn ihr hin.

    Ich: "Aber dafür bekomme ich deinen."

    Sie weicht erschrocken zurück und hält sich den Kragen mit der Haus zu.

    Eileen: "Doch nicht jetzt. Ich sag dir, wenn ich den haben will. Und jetzt los."

    Sie schiebt mich mal wieder quasi aus dem Camp.

    Katrin: "Wohin geht ihr?"

    Ich: "Arbeitsgruppe Navy Seals, was auch immer das ist."

    Katrin: "Ach Kneip Therapie. Da wird man einfach abwechselnd mit heißem und kalten Wasser abgespritzt."

    Eileen: "Noar, jetzt hast du alles verraten."

    Sagt sie, während sie weiter gegen meinen Rücken drückt. Katrin ruft uns noch nach:

    "Lasst euch nicht vom Schwarm erwischen."

    Wir gehen, oder laufen eher, den Weg hinunter zur Kardiologie aber biegen dann in eine andere Richtung ab, wo es fast so weit nach unten, wie rum Ressort geht. Auf dem Weg nach unten fällt mir auf, wie heiß es schon wieder geworden ist. Wir betreten ein Gebäude welches ohne Frage zum Krankenhaus gehören muss. Obwohl es schon nach kurzer Zeit irgendwie nach Schwimmbad aussieht und reicht.

    Eileen: "Also .. ich bin schon fertig, du musst dich noch umziehen. Am besten .."

    "Ah da seids ihr ja endlich."

    Eine grobschlächtige Frau mit einem starken Berliner Akzent kommt uns in einem der gefliesten Gängen entgegen. Sie trägt einen blauen altmodischen Bademantel mit einem Hemd darüber und stemmt die Hände in die Hüften.

    Frau: "Isch wollt ja schon oben angerufen haben, jetzt macht einen bisschen zügisch."

    Eileen: "Einen Moment, ich muss noch kurz erklären .."

    Frau: "Wo die Umkleide isch? Die isch da! Nu komm, du disch ja scho' fertig."

    Sie zeigt auf einen großen Eingang.

    Eileen: "Ok .."

    Sagt sie laut und flüstert mir dann ganz schnell zu:

    "Rechte Seite, ganz hinten, zwei Türen aufschließen, wieder abschließen, dann auf den Dornen das Handtuch aufhängen und die Schieber nach oben drücken."

    Frau: "Nu zagisch zagisch, der junge Mann wird schon wissne wo der Piephanh in die Hose jehörd."

    Eileen: "Und las dich als letztes kalt abduschen."

    Flüstert sie mir noch zu, bevor sie der Frau den Gang hinunter folgt.

    Ich zucke mit den Schultern und mache mich auf in Richtung der Umkleide. Zu meiner Überraschung gibt es anstelle einer zu erwartenden Türe nur einen großen breiten Eingang, hinter welchem direkt eine Mauer liegt.

    Hm .. wenn schon keine Türe, dann wenigstens eine kleine Mauer kürz dahinter. Sonst könnte man auch zu einfach hinein spannen. Nicht dass das so schwieriger wäre aber immerhin. Alles in allem macht die ganze Einrichtung einen sehr altbackenen Eindruck. Die Fliesen sind zwar neu und aus dieser komischen Weltraumtechnologie Keramik, auf welcher man auch mit den nassesten Füßen nicht ausrutschen kann aber das gesamte Layout schreit einem förmlich die 40er Jahre entgegen.

    Als ich in der Umkleide ankomme, staune ich erstmal über dessen Größe. Das Ding ist locker größer als ein Klassenraum und zum meiner Überraschung fast komplett leer. Nur an den Wänden stehen reihenweise Spinte und vor diesen, mit einem sehr unpraktischen Abstand, Holzbänke. In der Mitte des Raumes steht einfach mal nichts.

    Außer mir ist keiner in der Umkleide und so macht es mir gar nicht mal soviel aus, dass es sich um eine Gruppenumkleide handelt. Wenn ich mich mit dem Gesicht zum Spint umziehe, kann man eh höchstens kurz meinen Hintern sehen. Ich überlege noch kurz, was Eileen mir eben genau zugeflüstert hat aber an mehr als an 'ganz Hinten' und irgendwas mit 'Dornen zum aufhängen', kann ich mich nicht erinnern.

    Als ich bis ganz nach Hinten durch gehe, steigt mir sofort der typische Schwimmbadgeruch in die Nase. Eigentlich mag ich ihn ja irgendwo, aber es fühlt sich schon komisch an, die Nase voller Chlor zu haben aber dabei weder Wasserplätschern noch das übliche Schwimmbadgeschrei zu hören. Außerdem weiß ich ja immer noch nicht genau, was mich erwartet.

    19
    Pluschi ( Tag 9 Donnerstag Mittag )

    Als ich vor dem Spint stehe sehe ich, dass in diesen kleine Schlüssel stecken, die man wohl erst abziehen kann, wenn man den Spint abschließt. Wie in den Schwimmbäder, die ich so kenne, sind an den Schlüsseln kleine Armbänder. Ales also wie gewohnt, nur dass man hier keine Münzen einwerfen muss.

    Ich lege Handtuch und Bademantel auf die Holzbank vor meinem Spint, welche wirklich unangenehm weit weg ist, so dass man genau einen halben Schritt tun muss. Ich ziehe wie gewohnt meine Sachen aus und als ich gerade mein T-Shirt über meinen Kopf ziehe höre ich dumpf, wie zwei andere Leute in die Umkleide kommen und sich an den Spinten auf der linken Seite zu schaffen machen.

    Nicht weiter drauf achtend, ziehe ich meine Hose aus und betrachte der Vorsicht halber aber noch mal gründlich die Schwimmshorts, welcher Eileen mir so spontan überlassen hat. Die Stimmen hinter mir ignorierend, fühle ich gründlich den Stoff an, durchsuche die Taschen und rieche kurz dran.

    Als alles in Ordnung zu sein scheint. Tausche ich sie gegen meine Boxershorts aber nicht ohne mich nach wie vor zu fragen, wo das Mädchen so schnell die Hose herbekommen hat. Im besten Fall hat sie einfach immer Ersatz mit, im schlimmsten ..

    Stimme 1: ".. keine Sorge das Zeug ist immerhin Wasserabweisend"

    Stimme 2: "Ja schon aber Wasserabweisend ist nicht Wasserfest."

    Stimme 1: "Und?"

    Doch die zwei Stimmen im Hintergrund reißen mich aus meinen Gedanken, besonders da sie mir irgendwie bekannt vor kommen. Ich drehe mich um und erschrecke mich fast zu tode ..

    Schal Mädchen: "Was ist, wenn die mich mit dem Schlauch am Hals erwischt?"

    Blondes Mädchen: ".. warum sollte dir die Kröte den Wasserstrahl für ne Minute auf den Hals hält?"

    .. es sind die beiden Mädchen aus Englisch.

    Sie stehen mit der Seite zu mir und ziehen sich zu meinem Schrecken wirklich um. Während das Schal Mädchen, schon fast fertig mit dem Umziehen ist und sich eine Art Paste auf dem Hals schmiert. Zieht das blonde Mädchen gerade das Oberteil aus, welches sie schon heute Morgen anhatte, um sich dann einem dünnen weißen Bikini mit Fruchtmotiven drauf anzuziehen. Wobei sie aber mit den vielen Bändel komplett in Tuck kommt.

    Blondes Mädchen: "Nach, verdammt."

    Sie versperrt zum Großteil die Sicht auf das Schal Mädchen, welches jetzt natürlich keinen Schal mehr trägt, sondern einen braunen Bikini mit Hartschalen und es könnte gut sein, dass sie unten gar nichts trägt, da die nach dem Auftragen der Creme ein Stück Stoff in der gleichen Farbe von der Bank aufhebt.

    Viel zu spät merke ich, wie lange ich die Szene bereits beobachtet habe und versuche, so leise es geht aus der Umkleide zu entkommen. Als ich einen Schritt zurück mache, stoße ich jedoch mit dem Fuß gegen meine offen stehende Spinttüre, welche mit lautem Schäpern gegen den Spint knallt. Boar, dieser Bankabstand.

    Blondes Mädchen: "Hey .."

    Die Mädchen drehen sich zu mir um.

    Ich: "Hey, sorry, ich muss dann auch .. bin schon spät dran."

    Schnell schnappe ich mir meinen Kram und will den Spind abschließen aber der verdammte Schlüssel klemmt.

    [x]Versuchen trotzdem abzuschließen

    [o]Ohne Abschließen verschwinden

    Ich kann meine Sachen unmöglich unabgeschlossen lassen und wenn die Beiden die gleiche Therapie haben wie ich, dann holen sie mich eh spätestens da ein.

    Blondes Mädchen: "Nicht so schnell!"

    Mit einer enormen Geschwindigkeit hechtet das blonde Mädchen durch den Raum. Ich drehe mich vom Spind zu ihr und hebe, mich ergeben, die rechte Hand, wobei ich in meiner Linken Handtuch und Bademantel halte.

    Das Mädchen springt über die Bank und steht nur einen halben Schritt entfernt vor mir.

    Blondes Mädchen: "Was soll das?"

    Ich: "Was ähm .. schuldigung ich war noch nie hier .. muss die Umkleide verwechselt haben .. seht ja auch nichts dran."

    Das Schal Mädchen kommt nach, bliebt aber hinter der Bank stehen.

    Blondes Mädchen: "Das ist eine Unisexumkleide. Da muss man besonders umsichtig sein."

    Im Camp selber jeglichen Kontakt verbieten aber uns zur Therapie in Unisexumkleiden schicken. Denke ich mir, das aufgebrachte Mädchen vor mir kurz ignorierend. Die guckt mich mit wütendem Blick an, während ihr die Bändel von ihrem Bikini scheinbar einfach wahllos um den Hals hängen.

    Schnell sehe ich ihr wieder direkt in die Augen, denn wenn ich jetzt nach unten gucke, rastet sie bestimmt vollkommen aus.

    Blondes Mädchen: "Hey, ich rede mit dir."

    Schal Mädchen: "Las doch .."

    Sagt das Mädchen hinter ihr so leise, das ich es kaum verstehe. Worauf sich das Blonde Mädchen aber nur kurz umdreht, der anderen etwas unverständliches zuzischt, was aber die Worte "Bezy" und "Ok" enthält.

    Während sie dafür ihren Kopf nach hinten reißt, nutze ich die Chance kurz nach unten zu blicken. Ich bin ja sonst nicht so aber wenn ich schon auf dem Level angeschnauzt werde, will ich es wenigstens verdient haben. Und ihr Bikini hängt wirklich so extrem schief, dass auf der einen Seite ihre halbe Brust zu sehen ist, so dass man ihren kleinen Nippel sehen kann und auf der anderen Seite lugt ein ganzes Stück unter dem Bikini hervor.

    Schnell gucke ich wieder nach oben und sehe, wie sich jetzt auch das Schal Mädchen aufplustert, auf die Bank springt aber als ich zu ihr aufsehe, dann doch die gleiche Position einnimmt wie ihre Freundin.

    Ich: "Ähm .. tut mir leid, ich .."

    Blondes Mädchen: "Hast du uns die ganze Zeit bespannt?"

    Ich: "Nein, nun last mich doch .."

    Schal Mädchen: "Sicher!"

    Schneidet sie mir in einem ärgerlichen Ton das Wort ab, den ich bis jetzt nur dem blonden Mädchen zugetraut hätte.

    Ich: "Ich hab nur .."

    Schal Mädchen: "Dich in aller Ruhe mit dem Rücken zu uns umgezogen und als du fertig warst dann in aller Ruhe bespannt? Um dir dann gleich .."

    Blondes Mädchen: "Und noch dazu uns nicht mal begrüßt obwohl du uns kennst .. sehr unhöflich."

    Schal Mädchen: "Los sag was!"

    Ich: "Ich war beschäftigt als ihr rein kamt. Und wenn euch das so wichtig ist, warum habt ihr mich dann nicht begrüßt?"

    Versuche ich den Spieß rumzudrehen und zu meiner Überraschung funktioniert es sogar, denn fast genau so verblüfft wie ich, darüber dass es geklappt hat, antwortet das Schal Mädchen:

    "Wir dachen du wärst die Psychopathin, die sagt uns nie guten Tag, ihr seht von hinten irgendwie gleich aus."

    Blondes Mädchen: "Wie auch immer, warum hast du uns so unfair bespannt?"

    Ich: "Nein, ich hab euch gesehen hab mich erschreckt .."

    Blondes: "Warum hast du dich erschreckt, noch nie einen Mädchen gesehen?"

    Ich: "Nicht in einer Umkleide."

    Schaal Mädchen: "Was machst du da überhaupt."

    Sie schnappt sich mein Handtuch samt Bademantel. Zu meinen Glück tut sich bei mir gar nichts, dazu bin ich viel zu aufgeregt und dabei an meiner 'Finalen Erklärung' zu arbeiten. Also nehme ich meine andere Hand auch noch hoch. Und stehe mit dem Rücken gegen die offene Schranktüre gepresst vor den beiden wütenden Mädchen, welcher mir gefühlt immer näher auf die Pelle rücken.

    Ärgerlich aber irgendwie auch enttäuscht sieht mir das Schal Mädchen auf die Badehose.

    Ich: "Meine Sachen festhalten, damit sie nicht auf den Boden kommen?"

    Schal Mädchen: "Erklär uns lieber, warum du uns bespannst."

    Ich: "Habe ich nicht."

    Sage ich etwas genervt. Da sich mein Schreck langsam verflüchtigt, mein Selbstvertrauen langsam wieder kommt und mir wieder einfällt, was man in einer solchen Situation am besten macht. Schließlich war ich schon ein paar mal mit selchen Vorwürfen konfrontiert, bis jetzt allerdings immer völlig haltlos, was ja gerade zumindest minimal anders ist.

    Blondes Mädchen: "Sicher?"

    Ich: "Ja, ich hab euch gesehen, hab mich erschreckt, weil ich nicht wusste dass das eine gemischte Umkleide ist und bin kurz in Stockstarre verfallen."

    Rede ich einfach über das Schal Mädchen drüber, welcher mich zu unterbrechen versucht:

    Schal Mädchen: "Also hast du doch gespannt!"

    Ich: "Wenn du so willst."

    Schal Mädchen: "Ihr aus dem Nord Camp seid echt krank, ihr dürft gar nichts und wenn man euch mal raus lässt dann .."

    Dreht das Schal Mädchen plötzlich auf, worauf selbst das Blonde Mädchen für eine Sekunde komisch guckt, dann aber den Satz weiterführt, wenn auch in einer etwas ruhigeren Tonlage:

    ".. Wenn wir das deinen Campleitern erzählen."

    Ich: "Von mir aus, dann machst das doch."

    Beide gucken mich verwirrt an, als hätte ich sie völlig aus dem Konzept gebracht. Ich nutze den Moment um nachzulegen:

    "Ihr Beide macht auch gar nicht den Eindruck von bespannten Mädchen. Müsstet ihr nicht schreien oder euch in eure Handtücher wickeln? Ich meine ich seh ja jetzt genau so viel wie eben."

    Als wäre es ihr erst jetzt aufgefallen, verdeckt die Blode ihre heraushängende Brust mit dem Arm.

    Ich: "Also irgendwo ist das ja sehr widersprüchlich."

    Blondes Mädchen: "Ok, wir sagen nichts wenn du es fair machst. Und dich auch .."

    Schal Mädchen: "Ja aber wer weiß denn, dass wir uns nicht bedeckt haben?"

    Ich frage mich wirklich langsam, was der Unsinn soll, denn die Beiden scheinen sich ja noch nicht mal unter einander einig zu sein, was sie wollen.

    Schal Mädchen: "Die interessiert sicher, warum wie hier so lange gemacht habe."

    Ich: "So wie die der Fleck an deinem Hals interessiert?"

    Ich habe mich schon gefragt, warum sie diese so angesengt versucht zu verstecken aber einen Grund wird es schon haben und ihr Reaktion zeigt mir eindeutig, dass ich genau ins Schwarze getroffen habe.

    Schal Mädchen: "Der ist in ein paar Stunden weg."

    Ich: "Weg? Der wird doch gerade erst langsam Lila."

    Schal Mädchen: "Noch nie ein Mädchen aus der Nähe gesehen aber über Knutschflecke bescheid wissen wollen."

    Ich: "Fands als Kind lustig Neunauge zu spielen und mir selber welche auf den Arm zu machen, ich weiß, wann die welche Farbe bekommen. Und deiner hält noch genau 2 Tage."

    Blondes Mädchen: "Du willst sie also erpressen?"

    "Hey Bitches!"

    Ein weißes Etwas springt über die Bank und von hinten die beiden Mädchen an, um diese fest in jeweils einen Arm zu nehmen.

    "Was gibt es den spannendes?"

    Eileen hat sich in ihrem Bademantel von hinten angeschlichen, oder ich habe sie durch meinen Tunnelblick einfach nur nicht bemerkt. Die Drückt die beiden Mädchen an sich. Die Blonde scheint sich nichts draus zu machen, das Schal Mädchen sträubt sich kurz, hat mit meinem Bademantel im Arm keine Chance.

    Schaal Mädchen: "Er hat uns bespannt."

    Ich: "Nein, hab mich nur kurz gewun .. "

    Eileen: "Das ist aber nicht nett."

    Schneidet sie mir in einem sadistischen Ton, bei dem es mir kalt den Rücken runter läuft. Verdammt, wenn jetzt auch noch sie mit einstimmt, könnte das für mich echt übel enden. Wenn sie mich aus dem Camp geworfen haben will, hat sie ja jetzt die beste Möglichkeit. Als einzigen Trost, sieht sie mich nicht wie sonst üblich direkt an, sondern knapp an mir vorbei.

    Blondes Mädchen: ".. als er schon komplett umgezogen war."

    Eileen: "Noch viel weniger nett."

    Was hat die Blonde für ein Problem mit dem 'schon umgezogen'. Hätte ich in Boxershorts etwas spannen dürfen.

    Schal Mädchen: "Ja!"

    Eileen: "Und er hat euch die ganze Zeit dabei beobachtet?"

    Schal Mädchen: "Jetzt nicht die ganze Zeit .. aber .. "

    Eileen: "Und was hat er gesehen?"

    Sie redet so, als würde sie mich fast gar nicht kennen. Ich weiß absolut nicht, warum sie das tut aber ihr hoffe es ist nicht zu meinem Nachteil.

    Ich: "Nicht mehr, als ich jetzt auch sehe."

    Lässt sie mich in Ruhe ausreden, beugt sich dann vor, guckt rechts und linkt und sagt dann in einem normalen Ton:

    "Das is ja nicht sehr viel. Das reicht nicht, um bei uns Ärger zu bekommen. Ich denk da müssen wir .."

    Mit einer schnellen Handbewegung, zieht sie der Blonden das ohnehin schon lockere Bikinioberteil weg.

    Blondes Mädchen: "Ähm .. ich denke .. nicht."

    Stottert das Blonde Mädchen, windet sich aus Eileens Arme heraus, und Springt über die Bank, während die ihre Brust mit dem Unterarm verdeckt. Das Schal Mädchen hingegen bleibt wie angewurzelt stehen und sieht mit aufgerissenen Augen grob in meine Richtung.

    Eileen: "So, Party ist zu Ende. Ärgert gefälligst eure eigenen Leute, ist nicht unser Problem wenn bei euch die Demografie nicht stimmt."

    Blodes Mädchen: "Wa .. Was ist denn mit dir verkehrt?"

    Stammelt das blonde Mädchen, während sie ihren Bikini aufhebt und dann zurück weicht.

    Eileen: "Camp Aufsichtassistens ist mit mir verkehrt."

    Blondes Mädchen: "Was du?"

    Eileen: "Ja und ich würde gerne wissen, was hier wirklich vorgeht."

    Blondes Mädchen: "Haben wir doch schon gesagt, dass .."

    Eileen: "Das ist als Assistents ab hier aber mein Problem, ich melde mich schon, wenn fragen bleiben."

    Stille.

    Eileen: "So und jetzt ab mit euch, die gute Frau wartet. Oder soll ich dir mit dem Bikini helfen? Und du, zieh dir ne Hose an."

    Sie stößt das Schal Mädchen gegen die Stirn, welche sich jetzt er wieder rührt, hastig zu ihrem Spind läuft, ihre Sachen zusammen rafft und mit dem Blonden Mädchen verschwindet.

    20
    Thermodynamik ( Tag 9 Donnerstag Nach Mittag )

    Ich: "Danke."

    Huste ich keuchend, als sich die Mädchen zügig un Richtung Ausgang verziehen.

    Eileen: "Dafür? Ach kein Problem und jetzt los. Die Alte wird schon langsam grimmig."

    Ich: "Ware ich .."

    Doch sie lässt mich einfach stehen und verschwindet ebenfalls Richtung Ausgang.

    Ich schließe den Spind hinter mir ab, raffe meine Sachen zusammen und folge ihr aus der Umkleide heraus auf einen langen Gang, wo mich bereits die grobe Frau mit mürrischen Gesichtsausdruck entgegen kommt:

    "Da biste ja endlich, hat ja lange jenuch jedauert. Nu los, such dir eine Ecke aus."

    Sie winkt mich hinter sich her den Gang hinunter, worauf ich ihr natürlich sofort folge. Nach ein paar Schritten sehe ich, dass der Gang alle paar Meter eine Einbuchtung von ein paar wenigen Quadratmetern hat. Getrennt von Wänden, die nicht ganz bis zu decke gehen sehen diese Dinger aus wie riesige Duschen.

    Frau: "Los da hin stellen."

    Ich hänge meine Sachen auf einen Hacken vor der Einbuchtung und betrete mit nackten Füßen diese komische Art Kabine und merke, dass sich unter meinen Füßen Plastikgitter wie in einem Schiwmmbad befinden.

    Frau: "Has du schon'ma ne Kleipkur jemacht?"

    Fragt mich die Frau, welche mittlerweile einen Gartenschlauch in der Hand hält.

    Ich schüttle den Kopf.

    Frau: "Dat is janz einfach, ich spritz dir abwechselt warm und jalt ab und mach zwischendrinne imma wieder Pause und mach das auch mit deine Freunde."

    Noch bevor ich zustimmen oder auch nur nicken kann, dreht die Frau den Gartenschlauch auch schon auf voll Pulle und spritz mich mit eiskaltem Wasser von oben bis unten ab. Aus Schreck verkrampfe ich mich und weiche zurück.

    Frau: "Nich weglaufne."

    Ich: "Schuldigung hab mich nur .."

    Kaum bin ich wieder in der Mitte angekommen, dreht sie auch schon am Schlauch und ich werde mit unangenehm warmem Wasser abgeduscht.

    Frau: "Jet oder is zu schlimm?"

    Fragt sie in einem Ton, der wenig Zweifel daran lässt, dass sollte ich ja sagen, sie mich eindeutig für einen Waschlappen hält.

    Ich nicke und bekomme darauf wieder die volle Dröhnung Eiswasser ab.

    Frau: "So ich mach bei dir jurz Pause. Deine Freunde wollen ja auch noch ihren Spaß hab."

    Sie trottet davon und zieht den Schlauch mit der anderen Hand hinter sich her, während ich mir frierend die Oberarme reibe. Verdammt ist das kalt, denke ich noch, bevor ich aus einer anderen Kabine einen lauten Mädchenschrei höre.

    "Ahhhhh .."

    Frau: "Nu stell dir nisch so an, nimm dir maln Beispiel an deine Freunde."

    Höre ich die Stimme der Frau wieder näher kommen und kurz drauf einen weiteren Schrei, nur in einer anderen Tonlage.

    Frau: "Kein Fleisch mehr die heutige Jugend."

    Als sich die Frau noch mal bewegt, höre ich nur den Wasserschlauch und sie sagen:

    "Dat is aber komische Bademode."

    Als ich ihre Schritte näher kommen höre, nehme ich schnell wieder die Hände von meinen Oberarmen aber zu spät?

    Frau: "Hast du disch selbst so doll lieb oder is dir kalt, nu da hab isch was dajegen .."

    Ich bereite mich schon auf warmes Wasser vor aber es kommt einfach noch kälteres. Erst danach dreht sie mit einem Knarzen wieder an der Schlauchdüse und übergießt mich mit fast schon heißem Wasser, um mich dann einfach stehen zu lassen und wieder zu den anderen Kabinen zu schlendern.

    Ich frage mich in dem Moment, was schlimmer ist warmes oder kaltes Wasser aber noch bevor bevor ich zu einer Antwort komme steht die Frau wieder vor mir und sprüht mich mit kaltem Wasser ab.

    Für einen Moment ist es ganz angenehm aber auch nur für einen Moment.

    Frau: "Deine Freunde sin ja rischtije Warmduscher. Sach mal. Die ham scheinbar schon jenuch."

    Sagt sie verächtlich, während sie mich weiter mit heiß und kalt malträtiert und ich mich wundere, dass man hier scheinbar irgendwie aufgeben kann.

    Frau: "Aber du bis nisch so ne Memme, ne?"

    [o]Nicken

    [x]Kopfschütteln

    Frau: "Dat is jut, du dis ja auch en Mann, ne? So jenuch jeplaudert, deine Freunde woll ja auch noch."

    Ein von weiter hinten Gewimseltes "Nein" ignoriert sie einfach. Zum Glück habe ich genug Zeit zu entscheiden, dass heiß stehen gelassen zu werden eindeutig schlimmer ist. Besonders wenn man bedenkt, wie warm es draußen ist.

    Die Frau erscheint wieder vor meiner Kabine aber anstelle mich einfach abzuspritzen fragt sie:

    "So jenuch für Heut, ihr habt jetrödelt und die anderen warten schon sejensüchtig. Also zum Schluss kalt oder warm?"

    [o]warm

    [x]kalt

    Ich meine mich zwar zu erinnern, dass Eileen mir geraten hat mich zum Schluss warm zu nehmen aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ich es damit heil zurück zum Camp schaffe also sage ich:

    "Kalt .. bitte."

    Frau: "Und auch noch höflich der junge Mann, einmal kalt für den Gentleman."

    Sie übergießt mich mit Wasser, bei dem es mich wundert, warum mich keine Eisstücke treffen und schlendert dann zu den anderen.

    Frau: "So letzte Runde für Heute."

    Ich reibe mir die zitternd die Oberarme, so das ich gar nicht dazu komme mich zu fragen, was ich am besten als nächstes tun sollte.

    "Alter? .. eh Alter? Wo steckst du, du .."

    Ich: "Hä?"

    Eileen: "Ah, direkt neben mir wie praktisch."

    Über die Mauer neben mir ragen ein paar Hände.

    Ich: "Was gibts?"

    Frage ich zitternt.

    Eileen: "Pluschii!"

    Ruft sie in einem überdrehten hohen Ton.

    Ich: "Ähm .."

    Eileen: "Du hast mir Pluschii versprochen."

    Ich: "Achso ja Moment."

    In dem Moment erinnere ich mich, dass ich ihr ja für ihre Badehose meinen Bademantel versprochen hatte, also hole ich ihn von seinem Hacken, strecke mich und reiche ihn ihr an.

    Eileen: "Eh, wenn du über die Brüstung schaust bist du tot."

    Ich: "Keine Sorge, so groß bin ich nicht."

    Sie nimmt mir den Bademantel ab und erscheint kurz drauf auch schon ungefragt vor meiner Kabine. Sie hat den Mantel bis zu ihrer Nase hochgezogen und sagt leise:

    "Aww. Pluschi."

    Und fügt dann in einem Freundlichen, minimal Schuldbewussten Ton hinzu:

    "Wenn du willst, kannst du meinen haben."

    Sie hält mir einen schweren verwaschenen dicken Baumwollbademantel hin, der wohl irgendwann mal weiß war.

    Ich: "Danke."

    Ich nehme den Bademantel und ziehe ihn an. Er tut zwar absolut nichts gegen die Kälte und kratzt fürchterlich, dafür saugt mir die Baumwolle aber sofort gefühlt alle Flüssigkeit vom Körper.

    Eileen: "So los, bevor hier der Schwarm einfällt."

    Sie schubst mich zurück in Richtung Umkleide. Dort angekommen nimmt sie mir meine Sachen ab, holt sie tief Luft und erklärt auf einem überdrehte Art:

    "So du öffnest zwei Türen, stellst deine Sachen so davor, dass die Türen halb offen stehen bleiben."

    Sie demonstriert das in einer enormen Geschwindigkeit an meiner Spinttüre.

    "Dann schließt du die Türen wieder ab, sieht du die Dornen die da oben rauskommen."

    Ich nicke und sehe, dass die Sperrbolzen der Spinttüren im Freien noch oben herausragen.

    "Dann hängst du dein Handtuch, auf die Dornen und schon .. kannst du dich in Ruhe umziehen, ohne von irgendwelchen Schlampen gestört zu werden. Verdammt ist mir kalt."

    Ich: "Trotz Pluschi?"

    Eileen: "Pluschi an sich isoliert nur und wärmt nicht."

    Ich: "Tija, dann sollten wir uns beeilen, das wir nach Draußen kommen."

    Eileen: "Oder .."

    Sie packt mich am Arm, sieht mich an .. lässt mich dann aber ruck artig wieder los.

    Eileen: "Ah .. du hast dich ja kalt abduschen lassen."

    Ich: "Ja ähm .. sorry das warme fühlt sich un erträglich an."

    Sie verdreht die Augen und sagt:

    "Ja ich weiß."

    Ich: "Und? Also, was ist dann schlecht daran."

    Sie schnalzt mit der Zunge und nickt in Richtung Ausgang, wo, zu meiner Überraschung, die beiden Mädchen aus Englisch langsam die Umkleide betreten und zwar jeweils mit dem ganzen Körper an einander gepresst. Sie schieben sich Schritt für Schritt in die Umkleide, als würden sie langsam Tango tanzen ..

    Blondes Mädchen: "Nicht so schnell. Ahh, mir ist so kalt."

    Schal Mädchen: "Egal, Hauptsache lass nicht los! Ahh, mir ist so warm."

    .. als sie näher kommen wirken sie aber eher wie eine riesige Krabbe. Zum Glück achten sie diesmal gar nicht auf mich.

    Eileen: "Witzig ne? So aber los."

    Sie hält mir mein Handtuch auf, welches sie zwischen den Türen aufgespannt hat. Ich schlüpfe unter dem Handtuch durch und wechsle als erstes meine Badehose unter dem Bademantel.

    Ich: "Was ist mit dir?"

    Frage ich verwundert.

    Eileen: "Ich halte Wache .."

    Ein hölzernes Geräusch verrät mir, dass sie wohl gerade auf die Bank gesprungen ist.

    Eileen: "Außerdem kann ich mich auch im Camp noch umziehen und .. ich kann so Pluschii länger behalten."

    Als ich meine Hose zuknöpfe frage ich mich, ob die Mädchen denn wirklich so schlimm sind, dass Eileen extra Wache halten muss, als von dem Eingang her ein ziemlicher Lärm durch die leere Umkleide halt.

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