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Die Statistik vom Quiz

Never Ever! Welches Harry Potter Shipping findest du am schlimmsten? (Lange Auswertung)

30.07 % der User hatten die Auswertung: Herzlichen Glückwunsch, du hast es geschafft! Hiermit verkünde ich dir stolz dein Never-Ever-Shipping: Myrdric! Also die Maulende Myrthe und Cedric Diggory. Falls du dich jetzt fragst "What? Die beiden?", ja, genau darum geht es, die beiden passen überhaupt nicht zusammen! Deshalb jetzt hier ein kleiner Einblick in die Welt von diesem NES, wer weiß, vielleicht sieht deine Sichtweise darauf ja danach ganz anders aus? Hier kommt: Myrdric! --------------------- Vaterstolz - von joulesbuecher Cedric und die Maulende Myrte Sein Schluchzen war leise und stetig, wie das Wimmern eines verwundeten Tieres. Tränen rannen über seine erhitzen Wangen, verfingen sich in seinen dichten Wimpern und mischten sich mit dem warmen Wasser, das ihn umgab. Obwohl ihm stetige Hitze in die Wangen kroch und die blubbernden Seifenblasen, die in schillerndsten Farben vom Grund zu ihm heraufstiegen, so heiß waren, dass sie ihm schier den nackten Körper verbrannten, zitterte er am ganzen Leib. Roter, grüner und blauer Nebel erfüllte den Raum, waberte, bedeckte seine entblößte Haut und bannte ihn in einen Dampf aus Rosen und Lavendel. Langsam hob er seine vom Wasser aufgeweichte Hand und wischte die Tränen hinfort, doch kaum hatte er sie wieder sinken lassen überkam ihn ein weiter Schluchzer und er zog die Beine hoch, hinauf zum Kinn und vergrub sein Gesicht in den nackten Knien. Cedric Diggory war froh, das Bad der Vertrauensschüler an diesem Abend ganz für sich alleine zu haben. In der letzten Zeit kam es zu seinem Bedauern äußerst selten vor, dass er einmal Zeit für sich hatte. Ständig war Trubel um ihn herum, Trimagisches Turnier hier, Trimagisches Turnier da, die Lehrer, die in diesem Schuljahr, seinem letzten auf Hogwarts, mehr denn je von ihm abverlangten und nicht zuletzt die hunderte Mädchen und Jungen aus Hogwarts, Beauxbaton und Durmstrang, die ihm auf Schritt und Tritt folgten, mit ihm reden, lachen und Zeit verbringen wollten, koste es, was es wolle. Dann die Medien, die Zeitungen, die Klatschblätter und Radiosender, die ihm bei jedem Hogsmeadeausflug, hinter jeder Hauswand, jeder Tür und in jedem noch so heruntergekommenen Lokal auflauerten und versuchten, eine heiße Story über den berühmten Hogwartschampion Cedric Diggory aus ihm herauszukitzeln. Und zuletzt: Seine Eltern. Die täglichen Briefe seiner Mutter, die nach seinem Befinden fragten und die wöchentlichen Besuche seines Vaters, der ihm jedes Mal stolz auf die Schulter klopfte, wenn Cedric verkündete, dieses Rätsel oder jene Aufgabe gelöst zu haben. Doch waren es gerade letztere, die wöchentlichen Besuche seines Vaters, die ihm so zu schaffen machten. Die ihn aufschluchzen ließen, zittern und weinen. Wegen denen er zusammengekauert da saß, umgeben von dem süßen Dampf des Vertrauensschülerbades. Cedric war es leid. Er war es leid, dass sein Vater sich nun, zum ersten Mal nach Jahren, ernsthaft für ihn interessierte, jetzt, wo die Augen von ganz England auf ihn gerichtet waren. Er war es leid, dass sein Vater, wenn er ihm seinen wöchentlichen Besuch abstattete, nie danach fragte, wie es Cedric eigentlich erging, was es mit ihm machte, dass sein Leben bei diesem Turnier auf dem Spiel stand, wie seine Mutter es tat. Er war es leid, dass sein Vater ihm nur dann eines seiner seltenen, roswangigen Lächeln zu warf, ihm nur dann väterlich stolz auf die Schulter klopfte, wenn Cedric in diesem Turnier Erfolg erlangte. Und zuletzt war er es leid, dass er sich überhaupt und nur seines Vaters wegen bei dem Schulwettkampf angemeldet hatte. Klar, er war mächtig stolz gewesen, als er dort gesessen hatte, im Versammlungszimmer mit den anderen Champions, in seinen Ohren noch immer die Stimme Dumbledores, die donnernd seinen Namen verkündete und bekannt machte, dass er, Cedric Diggory, vom flammenden Feuerkelch ausgewählt worden war. Selbstbewusst und eine Spur ungläubig hatte er die Brust gereckt und gebannt darauf gewartet, dass diese aufbrausende Neuigkeit seine Eltern erreichte. Diese waren aus dem Staunen gar nicht mehr herausgekommen, seine Mutter hatte ihn in die Arme geschlossen, umgehend, zärtlich und mit Tränen in den Augen und ihn mit Kesselkuchen und den Lakritzzauberstäben, die er als Kind so gern gegessen hatte, überhäuft. Sein Vater hatte die Mundwinkel zu etwas verzogen, dass wohl eines seiner seltenen, ehrlichen Lächeln seinem Sohn gegenüber darstellen sollte und ihm mit einem gemurmelten "Gut gemacht, Junge" auf die Schultern geklopft. Und da hatte Cedric das erste Mal das Gefühl gehabt, dass sein Vater ihn mochte. So hart es klang: Mehr als duldendes Schweigen und den jährlichen Besuchen der Quidditch Weltmeisterschaft waren von ihm nicht ausgegangen. Siebzehn Jahre lang. Umso größer war Cedrics Freude ein halbes Jahr zuvor also gewesen, als sein Vater, kaum hatte er erfahren, dass sein Sohn, sein eigen Fleisch und Blut, die Hogwartsschule beim Trimagischen Turnier vertrat, angereist kam und diesem, väterlich und stolz, wie es selten vorkam, gegenübertrat. Doch diese überraschende Zuneigung war wenig später auch schon wieder verflogen, als es daran ging, sich vorzubereiten, zu trainieren und Rätsel zu lösen. Denn alles, was sein Vater tat, ob es trauliche Gespräche waren, kleine Geschenke oder langatmige Trainingsstunden, war um des Sieges Willen. Für den Erfolg. Für den Preis, den Ruhm, das Gold. Nicht zum Spaß, zum Wohlergehen, geschweige denn zur Zusammenführung der Zaubererschulen. Es ging nicht darum, dass Cedric gefiel, was er machte, wie es ihm dabei erging, was es mit ihm machte, mit einem Mal im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit eines ganzen Landes zu stehen. Nein, alles was zählte war der Sieg. Und Cedric war sich sicher, dass sein Vater keine Ahnung davon hatte, was von Belang war, was seinem Sohn etwas bedeutete, denn das war nicht der Erfolg, nicht Gold, das dem Gewinner des Turniers versprochen worden war. Ja, Cedric war sich sogar gewiss darin, dass sein Vater, sein eigener Vater, nicht einmal gewusst hätte, welches Hogwartshaus der Sprechende Hut einst für ihn ausgesucht hatte, wären seine Hufflepufffreunde, die ihn, zitternd und unterkühlt, nach Beendigung der zweiten Aufgabe, in weiche Handtücher hüllten, nicht in ihren gelb-schwarzen Schulroben aufgekreuzt. Cedric fuhr sich durch das nasse Haar und mit jedem neuen Gedanken an seinen Vater, traten immer mehr Tränen in seine Augen, hinterließen immer mehr nasse, salzige Spuren auf seiner durch die Hitze des Dampfes geröteten Haut. Er versuchte das Schluchzen zu unterdrücken, biss sich auf die Lippe, doch immer wenn er dachte, seine Tränen seien versiegt und er hätte die Kontrolle zurückerlangt, brach es abermals aus ihm heraus. Er weinte, schluchzte und heulte, immer mehr und immer weiter, bis er ganz in sich zusammen sank, die Arme um die Knie schlang und im warmen Wasser kauerte, wie ein Embryo im Leib seiner Mutter. Doch dann riss eine kieksige, viel zu hohe Mädchenstimme seinen Kopf hoch. Erschrocken blickte Cedric auf und wischte hastig die Tränen von seinem Gesicht, damit der Eindringling sie ja nicht sah. Wer wagte es, ohne Anzuklopfen, durch eine von einem Zauber versiegelte Badtür zu schreiten und ihn, heulend und nackt wie er war, so zu verschrecken? "Oh", sprach die Maulende Myrte betont langsam und ihre stumpfen, gräulichen Geisteraugen musterten unverhohlen Cedrics nackten Körper. Dieser ließ abrupt die Knie sinken und versuchte, seine Blöße mit dem rosaschimmernden Seifenschaum zu bedecken. Das Geistermädchen saß auf dem tonfarbenen Beckenrand und ließ die strumpfenen Füße ins warme Wasser baumeln, welches jedoch durch sie hindurch auf Cedric zu schwappte. "So hoher Besuch heute Nacht, der Champion von Hogwarts höchstpersönlich..." Sie blickte ihn mit einem verschwörerischen Grinsen an und rutschte näher an Cedric heran, legte den Kopf schief und grinste noch mehr, als sie sah, wie unbehaglich ihm mit einem Mal zu Mute war. Myrte zwirbelte eine ihrer durchsichtigen Haarsträhnen zwischen den blassbläulichen Fingern und kicherte mädchenhaft, was Cedric einen eisigen Schauer über den Rücken jagte, und das, obwohl das Wasser und der Schaum, der ihn umgab, so angenehm warm und behaglich war. Noch immer grinsend ließ das Geistermädchen sich in das Becken gleiten, was kleine Kräusel und Wellen auf der rosaschaumigen Oberfläche hinterließ und rutschte so nah an Cedric heran, dass er ihren kühlen modrigen Atem auf seiner nackten Haut spüren konnte und Mühe hatte, seinen Unterleib unter dem Schaum weiterhin bedeckt zu halten. Mit einem gequälten Lächeln, dass er sich nur schwerlich abrang, versuchte er, so viel Abstand wie möglich zwischen ihn und die Maulende Myrte zu bringen, doch sie kam nur immer näher und so wischte er sich genervt und innerlich seufzend über die verquollenen Augen. Er hatte ja nichts gegen Myrte. Im Gegenteil. Im vergangen Winter, als die Lösung des Rätsels vom goldenen Ei schwer auf seinen Schultern gelastet hatte, war es Myrte gewesen, die, an einem Abend wie diesem, in den stillen Hallen des Vertrauensschülerbades geholfen hatte, das Geheimnis des Eies zu lüften. Auch wenn Myrte von den meisten seiner Mitschüler für eine Tagediebin, eine Närrin gehalten wurde und er oft genug mitbekam, wie sie für melodramatisch, gar pathetisch erklärt wurde, war er so umso überraschter gewesen, als sie ihm unerwartete Hilfestellung geleistet hatte. Doch heute, an diesem Abend, war ihm nicht nach Rätsellösen oder Tratschen. Er hatte alleine, für sich sein wollen, einmal. Einen einzigen Abend nur er. Einen einzigen Abend, an dem er nachdenken konnte. Einen Abend, wo er zulassen konnte, suchen und finden konnte, was er wirklich wollte. Einen einzigen Abend, an dem er wütend war, traurig und verletzlich. War das denn wirklich zu viel verlangt? -------- Halt, halt. Der Oneshot ist hier natürlich noch nicht vorbei. Wie es weiter geht, kannst du auf Wattpad weiter lesen, unter folgendem Link: https://www.wattpad.com/892603723-kurzgeschichten- aus-hogwarts-eine-kleine Würde mich freuen, wenn du vorbeischaust! Liebe Grüße, joulesbuecher

19.32 % der User hatten die Auswertung: Herzlichen Glückwunsch, du hast es geschafft! Hiermit verkünde ich dir stolz dein Never-Ever-Shipping: Luneroy! Also Luna Lovegood und Gilderoy Lockhart. Falls du dich jetzt fragst "What? Die beiden?", ja, genau darum geht es, die beiden passen überhaupt nicht zusammen! Deshalb jetzt hier ein kleiner Einblick in die Welt von diesem NES, wer weiß, vielleicht sieht deine Sichtweise darauf ja danach ganz anders aus? Hier kommt: Luneroy! -------- Vergissmeinicht und rote Rosen, Vergeben und Vergessen - von joulesbuecher -Luna Lovegood und Gilderoy Lockhart- Die Korridore des siebten Stockes im St. Mungo Hospital waren von einem verwaschenen Grau. Feiner Nieselregen malte Muster und grazile Schlieren an die vergitterten Fenster der Station für magisch-psychatrische Krankheiten und erzählte, in leisem Stakkato, Geschichten von Sünde und Glück. In diesen Tagen, dem ersten Winter nach der Schlacht von Hogwarts, waren die Gänge des Zaubererhospitals menschenleer und wie ausgestorben. Noch immer hatten die Hexen und Zauberer Englands mit den traumatischen Erlebnissen des letzten Krieges zu kämpfen, wachten mitten in der Nacht aus finsteren Albträumen auf, gepeinigt, geplagt, verfolgt von den Bildern, den Gedanken, dem Vergangenen. Und nun, wo die eisige Winterkälte in jede Ritze, jede Spalte kroch und die goldene Sonne dem grauen Nebel wich, hüllten sich die meisten Hexen und Zauberer lieber daheim in Decken, aßen Kesselkuchen und tranken warmen Pfefferminztee, als sich in die Eiseskälte zu wagen oder sich wahrhaftig in psychische Behandlung zu geben. So waren die einzigen Geräusche im langen Korridor das stetige Klopfen des Regens an die gläsernen Fensterscheiben und das leise Quietschen ihrer Schuhsohlen auf dem glatten Linoleumboden, als sie bedächtig den Flur entlang schritt. Luna Lovegood hatte es nicht eilig. Zeit war seit der Schlacht vergangen, viel Zeit, Monate. Doch als sie zum allerersten Mal vorgeschlagen hatte, wie es wäre, hierher zu kommen, zu Besuch, nur ein einziges Mal, da hatte sie gleich gemerkt, dass er noch etwas Zeit bräuchte, bis er die aufwühlenden Erlebnisse des letzten Frühlings hinter sich gelassen hatte und einem neuen gegenüber stehen konnte. Auch bei Neville Longbottom hatte der Krieg seine Narben hinterlassen. Er hatte diesen Sommer gebraucht, diesen einen Sommer, um einmal alles hinter sich zu lassen, das Kämpfen, die Zaubererwelt und so auch seine Eltern. Er hatte Dinge gesehen, Dinge erlebt, die er nicht mehr aus dem Kopf bekam und Luna hatte gespürt, wie sehr er diese Auszeit von allem gebraucht hatte. Doch an diesem Morgen war er in die Küche gekommen, nicht mit dem üblichen müden Lächeln, das nach einem Kaffee verlangte, sondern hellwach und starr. Und da hatte Luna gewusst, dass es nun an der Zeit war, zurückzukehren, dass es nun an der Zeit war, dass Neville seine Eltern wiedersah. Ganz gleich, wie aufwühlend und niederschmetternd ein solches Aufeinandertreffen war. So hatten sie sich aufgemacht, am frühen Morgen, waren ins Atrium des gewaltigen unterirdischen Gebäudes appariert und hatten nicht einmal an der Auskunft nach Geschoss und Zimmernummer fragen müssen: Neville kannte den Weg auswendig. Doch als sie dann vor der Tür gestanden hatten, vor der weißen Tür mit den eisernen Scharnieren, die Neville als kleiner Junge schon so oft aufgestoßen hatte, in der Hoffnung, dies sei der eine Tag, an dem die Erinnerungen von Alice und Frank Longbottom zurückkehrten, als die beiden dort standen, vor der weißen Tür mit den eisernen Scharnieren, die der kleine Neville kaum eine Stunde später dann immer wütend zu geknallt hatte, als er merkte, dass seine Eltern, seine lieben, wahren Eltern, nicht mehr wussten, wer er war, ja, als sie dort gestanden hatten, hatte er inne gehalten. Neville hatte tief geseufzt, geatmet, ein und aus, doch das Zittern, dass durch seinen Körper fuhr, das in jedes Mal erfüllte, wenn er in diesen Korridor trat, hatte nicht nachgelassen. Luna war neben ihn getreten und hatte ihn bloß angelächelt und als Neville leise etwas stotterte von "Ich weiß nicht..." und "Vielleicht sollte ich...", hatte die junge Frau nur genickt und festgestellt: "Du willst mit deinen Eltern alleine sein." Neville hatte zögerlich genickt, als sei es ihm unangenehm, seine Freundin erst mitgeschleift zu haben und sie nun hier stehen zu lassen, doch Luna hatte nur wissend gelächelt und erklärt: "Ich seh mich mal ein bisschen um. Vielleicht kann ich ja was über die Heilung von Gloopys erfahren." Neville hatte geistesabwesend genickt und für gewöhnlich hätte er vermutlich nachgefragt, was, bei Merlin und Morgana, Gloopys waren, doch er war fern mit seinen Gedanken, schon im Raum, auf der anderen Seite der Tür. So hatte Luna sich umgedreht und noch gehört, wie Neville die weiße Tür aufstieß und die eisernen Scharniere quietschten, bevor sie um eine Ecke gebogen war. Gemächlich schritt sie nun den Korridor entlang, der noch immer menschenleer vor ihr lag. Leise summend strich sie mit dem Finger über die graue Raufasertapete und schloss für einen Moment genießerisch die Augen, als würde sie sich an einem heißen Sommertag in der Sonne aalen. Sie dachte an Neville, der jetzt vermutlich schon bei seinen Eltern saß und ihnen berichtete, wie es ihm nach Ende des Krieges ergangen war. Luna wurde warm bei dem Gedanken, dass sich ihr Freund nun endlich traute, seinen Eltern wieder gegenüberzutreten, auch wenn sie wusste, wie viel Geduld, Mühe und Kraft ihm jeder einzelne Besuch bei Mr. und Mrs. Longbottom abverlangte, als sie plötzlich innehielt. "Kann ich Ihnen helfen?" Lunas Stimme klang leise durch den langen Flur, als sie ihre Augen wieder öffnete und direkt in das Gesicht einer rundlichen alten Dame in einem lilafarbenen Schlafrock blickte, die verdutzt den Kopf schief legte und in dessen runden, blauen Kinderaugen Luna förmlich lesen könnte, dass die Dame sich fragte, wie die junge Frau mit den geschlossenen Augen überhaupt gewusst hatte, dass jemand vor ihr stand. Luna lächelte. Sie hatte schon immer die Begabung gehabt, die Anwesenheit Anderer zu spüren, genau zu wissen, was in ihrem Gegenüber vorging und das nicht nur bei Menschen wie Neville, Ginny oder Harry, die sie ihre Freunde nannte, sondern auch Wildfremden, konnte sie ansehen, was diese dachten und wie sie fühlten. Ihr Vater nannte das ihren siebten Sinn. "Mein Luna-Plimpy," sagte er oft in Anspielung auf die Plimpys, die sie so gerne unten am Fluss angelte, und machte dann immer eine ausgeladene Geste. "Mein kleiner, schlauer Luna-Plimpy, genau wie deine Mutter, die hat auch immer hinter alles geblickt." Luna lächelte dann immer, auch wenn sie wusste, dass er das nur sagte, weil er ihre Mutter vermisste. "Haben Sie meinen Chihuahua gesehen?", fragte die alte Dame und strich sich eine ihrer silbernen Locken aus dem Gesicht. "Ich glaube, ich habe meinen Chihuahua verloren", erklärte sie und blickte Luna traurig an. Dann wiegte sie sich langsam hin und her und summte ein leises Lied. "Das ist sein Lieblingslied... Meinen Sie, ich sollte es laut singen, damit er es hört?" Die Dame sah Luna fragend und mit großen Augen an und summte wieder leise vor sich hin. Luna aber legte den Kopf schief und lächelte leise, als sie fragte: "Das ist vielleicht ein bisschen laut, meinen Sie nicht?" Ihre Gegenüber nickte traurig und mit dem schuldbewussten Ausdruck im Gesicht sah die Dame im lilafarbenen Schlafrock fast ein wenig aus, wie ein kleines Kind, dass die Blumenvase, der Großmutter von der Fensterbank gestoßen hatte. "Aber ich helfe Ihnen gerne beim Suchen", schlug Luna vor und erklärte: "Ich hab auch schon oft Sachen verloren, aber alles, was wir verlieren, findet irgendwann den Weg zu uns zurück." Gerade wollte sie sich mit der Dame im lilafarbenen Schlafrock aufmachen und sich auf den Suche nach dem Chihuahua begeben, als sich eine Tür in der Mitte des Flures öffnete und eine Heilerin in einem weißen Kittel und langen schwarzen Haaren auf sie zu stürmte. "Mrs. Geraldin, was machen Sie denn hier draußen?" Sie legte den Arm um die Schultern der Patientin und redete beruhigend auf sie ein, während sie sie langsam in Richtung Tür drückte. Doch Mrs. Geraldin wand sich in den Armen der Heilerin und ihre Stimme nahm einen trotzigen Ton an, als sie erklärte: "Ich mag aber nicht die Tabletten nehmen! Und außerdem muss ich meinen Chihuahua suchen!" Die Heilerin lächelte Luna entschuldigend an und flüsterte leise, damit die Patientin es nicht hörte: "Tut mir leid, falls sie irgendetwas gesagt hat, was..." Doch in dem Moment stampfte Mrs. Geraldin wütend auf und verlangte: "Ich will jetzt meinen Chihuahua!" Die Frau im weißen Kittel nickte verständnisvoll. "Ja, klar, Ihr Chihuahua", seufzte sie, während sie die Patientin mit einem beinahe zärtlichen Blick bedachte. "Und die da soll mitkommen!", forderte Mrs. Geraldin auch so gleich und deutete auf Luna. Diese lächelte nur und als die Heilerin der Patientin erklärte, dass das nun wirklich nicht ging, hob sie die Hand und meinte unverfroren: "Ich würde gerne mitkommen." Verwundert sah die Heilerin sie an, erwiderte jedoch nichts, sondern schob Mrs. Geraldin sanft aber bestimmt in Richtung Tür. Luna folgte ihr und trat in einen hellen Raum, mit Sofas und Bücherregalen, von dem noch einmal drei Türen abgingen. Gerade verschwand die Heilerin samt Patientin in der ersten, während Luna mit einem Mal stehen blieb. Sie hörte ein leises Summen, ein Singsang von ganz nah. Leise, damit niemand sie bemerkte, trat sie an die angelehnte dritte Tür und lächelte, als sie einen Mann in einem blauen Nachthemd auf einem Tisch sitzen sah, der sich mit geschlossenen Lidern langsam hin und her wiegte. Sein gesamter Körper war in eine cremefarbene Daunendecke gehüllt, die den Rest seines Nachthemdes verbarg, sodass Luna nur den oberen Saum ausmachen konnte, doch das Gesicht und das volle Haar des Mannes waren unverdeckt. In der Mitte des Raumes, eingemummt in eine Decke und leise singend saß Gilderoy Lockhart. -------------------- Halt, halt. Der Oneshot ist hier natürlich noch nicht vorbei. Wie es weiter geht, kannst du auf Wattpad weiter lesen, unter folgendem Link: https://www.wattpad.com/884459335-kurzgeschichten- aus-hogwarts-eine-kleine Würde mich freuen, wenn du vorbeischaust! Liebe Grüße, joulesbuecher

20.05 % der User hatten die Auswertung: Herzlichen Glückwunsch, du hast es geschafft! Hiermit verkünde ich dir stolz dein Never-Ever-Shipping: Drily! Also Draco Malfoy und Lily Luna Potter. Falls du dich jetzt fragst "What? Die beiden?", ja, genau darum geht es, die beiden passen überhaupt nicht zusammen! Deshalb jetzt hier ein kleiner Einblick in die Welt von diesem NES, wer weiß, vielleicht sieht deine Sichtweise darauf ja danach ganz anders aus? Hier kommt: Drily! ---------- Die Minuten des Glücks - von joulesbuecher -Draco und Lily Luna- Fassungslos schüttelte Draco Malfoy den Kopf. Er schnaubte und fuhr sich durch das Haar, unsicher, was er als Nächstes tun sollte. Es war dunkel um ihn herum, nur schmale Lichtstrahlen flossen durch den Spalt an der Tür, sodass er die Augen zusammen kneifen musste, um die Person vor sich im spärlichen Licht auszumachen. Vor ihm in der Dunkelheit stand eine leicht angetrunkene Lily Luna, die ihre zerzausten roten Locken über die Schulter warf und sich vor Kichern krümmte. Wie war er nur in diese fatale Situation gekommen? Vorsichtig machte Draco einen Schritt zurück, doch hinter ihm war nur die hölzerne Schrankwand, die es ihm nicht möglich machte mehr Abstand zwischen ihn und das Mädchen zu bringen. Schweißperlen traten auf seine Stirn und er spürte, wie die Nervosität in ihm hoch kroch. Mit dem Handrücken fuhr er über seine schweißnasse Stirn und zuckte merklich zusammen, als Lily sich prustend den Bauch hielt und sich vor Lachen an der Wand abstützen musste. »Was gibt's denn da zu lachen?« zischte Draco das Mädchen unwirsch an, welches ob seines Tonfalls erneut in Kichern ausbrach. Lilys Mundwinkel zuckten und sie wischte sich eine Lachträne aus dem Auge, bevor sie langsam, aber bestimmt auf Draco zuschritt. »Ich bin mir nicht ganz sicher, ob Sie sich bewusst sind, wo Sie sich hier befinden, Mister Malfoy.« gab sie, unbeirrt ob seines Tonfalles, zurück und machte eine allumfassende Geste mit den Händen. Draco, der sich durch die plötzliche Nähe der Potter sichtlich unbehaglich in seiner Haut fühlte, wollte ausweichen, doch abermals stieß sein Rücken gegen die Wand. »In einem Wandschrank?« antwortete er patzig. Dass die Situation noch viel fataler als nur in einem Wandschrank war, ließ er bewusst aus, doch Lily, der sein offensichtliches Unwohlsein nicht entgangen war, kicherte nur. »Schon mal was von dem Spiel Sieben Minuten im Himmel gehört?« fragte sie eine Spur verächtlich. Draco stöhnte innerlich. Merlin, genau so, wie er gedacht hatte. Das konnte doch nicht wahr sein! Er hatte doch nur den Kopf zu Scorpius Zimmertür hereingesteckt, nachdem Kreischen und Schreien durch die gesamten Korridore des Manors gehallt waren. Aus Sorge hatte er nach den Kindern sehen wollen, sich auf dem Weg zum Zimmer seines Sohnes die schlimmsten Szenarien aus dem vergangenen Krieg ausgemalt. Doch alles, was er vorgefunden hatte, war eine kleine Schar an Weasleys und Potters, die zusammen mit Scorpius im Kreis auf dessen Zimmerboden saßen. Grade hatte Harrys Tochter Lily Luna aufgeregt gekreischt und dann die Flasche in ihrer Hand gedreht. Draco schalt sich innerlich dafür, nicht an dieser Stelle bereits den Raum verlassen zu haben, doch hatte ihn die Szenerie so wunderbar an vergangene Abende im Slytheringemeinschaftsraum erinnert. Dass die Flasche auf ihn zeigen und er zusammen mit Lily Luna in den kleinen Wandschrank geschoben werden würde, ehe er Quidditch sagen konnte, damit hatte er nicht gerechnet. Und so stand er nun hier. In diesem winzigen Wandschrank mit einer Lily Luna, die definitiv ein paar Butterbiere zu viel intus hatte. Diese kicherte nun schon wieder und erklärte: »Zwei Leute werden ausgewählt und haben dann sieben Minuten Zeit sich in einem Schrank mindestens zu küssen.« Draco hob abwehrend die Hände. »Ich weiß, ich weiß. Ich kenne das Spiel.« Eine Spur erleichtert lehnte er den Kopf an die Wand. »Gut, dann können wir ja die Zeit einfach absitzen.« Grade wollte er sich an der Wand heruntersinken lassen, als Lily ihn lachend zurückhielt. »Draco.« Er erschauderte und bekam eine Gänsehaut, bei dem Klang seines Vornamens. »Man kann die Minuten nicht einfach absitzen.« tadelte sie ihn. »Man hat sieben Minuten Zeit, doch tut man nichts, verdoppeln sich die sieben Minuten und die Tür öffnet sich erst wenn man sich innerhalb der nächsten sieben küsst.« Verwirrt richtete Draco sich auf. »Das bedeutet, dass wir hier stundenlang drin sitzen könnten, wenn wir nicht...« Er wagte es nicht den Satz zu beenden. »Ganz genau.« Die Potter nickte zustimmend. »Und da ich nicht wirklich Lust habe Stunden in diesem winzigen Schrank zu verbringen...« setzte sie an, doch sie wurde jäh von Draco unterbrochen. »Denk nicht einmal daran!« zischte er forscher, als beabsichtigt. Doch Lily Luna schritt so dicht an ihn ran, dass Draco ihren schmalen weiblichen Körper an seinem spüren konnte. Mit der Hand fuhr sie seinen Hemdkragen entlang und Draco schluckte, als ihre zarten Finger wie aus Versehen seinen Hals berührteren. -------- Halt, halt. Der Oneshot ist hier natürlich noch nicht vorbei. Wie es weiter geht, kannst du auf Wattpad weiter lesen, unter folgendem Link: https://www.wattpad.com/707056525-kurzgeschichten- aus-hogwarts-eine-kleine Würde mich freuen, wenn du vorbeischaust! Liebe Grüße, joulesbuecher

30.56 % der User hatten die Auswertung: Herzlichen Glückwunsch, du hast es geschafft! Hiermit verkünde ich dir stolz dein Never-Ever-Shipping: Narzolly! Also Narzissa Malfoy und Molly Weasley. Falls du dich jetzt fragst "What? Die beiden?", ja, genau darum geht es, die beiden passen überhaupt nicht zusammen! Deshalb jetzt hier ein kleiner Einblick in die Welt von diesem NES, wer weiß, vielleicht sieht deine Sichtweise darauf ja danach ganz anders aus? Hier kommt: Narzolly! ----------- Am Ende dieser Nacht - von joulesbuecher -Narzissa und Molly- Hogwartsschule für Hexerei und Zauberei, 02. Mai 1998, 23:41 Uhr Narzissa Malfoy keuchte. Sie zitterte am ganzen Leibe und Tränen rannen über das Gesicht der sonst so resoluten Reinblüterin. Verzweifelt biss sie die Zähne aufeinander, bemühte sich die bitteren Schluchzer zu unterdrücken, die ihre Schultern zu schütteln drohten, als sie eine weitere Tür aufriss, in ein weiteres leeres Klassenzimmer blickte und den Drang bezwang, ein weiteres Mal wütend aufzuschreien. Hastig wandte sie sich ab, schritt in einer Hektik, die niemand der für gewöhnlich so beherrschten, gesitteten Frau je zugetraut hätte, auf das Ende des Schulkorridors zu und rannte, die zitternde Hand auf das geschwungene Geländer gelegt, die breite Treppe in die gewaltige Eingangshalle hinab. Erst am hohen, schmiedeeisernen Tor verlangsamte Narzissa ihren Schritt und trat hinaus in die tiefschwarze Nacht. Die klamme, kalte Luft kühlte ihre erhitzen Wangen und die tränennassen Spuren auf ihrer Haut, während sie die Augen zu Schlitzen verengte, um in der Dunkelheit etwas erkennen zu können. Es war stockfinster, doch die bunten Lichter der Flüche, die roten Blitze, die grünen Todeszauber, die um sie herum durch die klare Frühlingsnacht jagten, flimmerten und stoben, waren selbst in der Düsternis unverkennbar. Ein silberner Sichelmond stand hoch am tiefschwarzen Firmament und samt der hellen Sterne, die weit über Narzissas Kopf in der Ferne leuchteten, als wären sie einem alten Kindermärchen entsprungen, wirkte es, als wolle der Nachthimmel, in all seiner Idylle und Friedlichkeit, die sterbenden, kämpfenden Zauberer und Hexen dort drunten am Boden verhöhnen. Schreie hallten durch die Nacht, angstvoll, befangen und mutlos und verzweifelte Rufe, nagendes, gepeinigtes Stöhnen erfüllte die eisige Frühlingsluft. Ein donnerndes Klirren hallte von den gewaltigen Schlossmauern wieder, als ein Riese die hohen Fenster der Großen Halle mit der geballten Faust zerschlug. Gläserne Splitter und Scherben der alten Buntglasfenster stoben durch die Luft und eine Gruppe Auroren stürmten auf den Riesen zu, feuerten Flüche auf ihn ab, grüne und rote, bis dieser zu Boden ging und eine kleine Schar Hogwartsschüler unter seinen gewaltigen Massen begrub. Überall lagen Scherben, verschnörkeltes Holz, was wohl ein paar Sekunden zuvor zum Treppengeländer in der Eingangshalle gehört hatte, Steinsbrocken und Geröll, der einst so standhaften, beständigen Mauern von Hogwarts. Hogwarts, die magische Schule für Hexerei und Zauberei lag im Sterben, doch die Schüler, die Lehrer, die Ordensmitglieder, denen das Schloss so viele Jahre ein Zuhause gewesen war, gaben nicht kampflos auf, stellten sich der dunklen Schar an Todessern, die so kurzen Prozess mit ihnen machten, bis von den einst lachenden Gesichtern, den lebendigen Seelen, nur noch trostlose Rümpfe übrig waren, einzelne Arme und Beine und undefinierbare Fleischklumpen aus Blut und Knochen. Sterbende Körper, tote Körper und Körper, kurz vor ihrem letzten Atemzug, lagen zu Narzissas Füßen, doch es war ihr gleich. Ein Hogwartsschüler, ein Schlammblut mehr oder weniger - was machte das schon für einen Unterschied. Wütend trat sie mit der Spitze ihres teuren Lederschuhes einen blutigen Kinderkopf aus ihrem Weg, der beiseite rollte und eine blutrote Spur auf dem taunassen Gras hinter ließ, doch es hätte ihr nicht gleichgültiger sein können. Es war ihr gleich, ob Menschen starben, Zauberer und Hexen in diesem Kampf ums Leben kamen, Hogwartsschüler und Lehrer, Mitglieder des Ordens oder Ministeriumsangestellte, die in den Krieg gerufen worden waren. Ja, sogar der Tod ihrer eigenen Leute, der Todesser, allesamt der Anhänger des dunklen Lords, war Narzissa in diesem Moment egal. Es war ihr gleich, ob ein weiterer Weasley in dieser Schlacht sein Leben lassen würde, so wie es ihr gleich war, dass Dolohov ein paar Meter weiter an ein Mauerstück gelehnt keuchte und sich eine tiefe, blutige Wunde in seinem Unterleib hielt. Und zuletzt war es ihr gleichgültig, ob ihr Herr in dieser Nacht siegen würde, oder ob es Potter war, der diesen Triumph für sich gewann. Denn wenn der dunkle Lord, das Leben mit Lucius und ihre Kindheit als angesehene Blacktochter sie eines gelehrt hatte, dann, dass Blut über alles ging. Dass Blut dicker als Wasser war. Dass Blut, dass Familie, das Einzige war, dass in diesen Zeiten zählte. Dass es das Einzige war, was am Ende des Tages, oder am Ende dieser Nacht, von Wert war. Denn all die Morde die Narzissa in den letzten Stunden begangen hatte, all die Leben, die sie genommen hatte, waren nur gewesen, um Draco zu finden. Sie hatte getötet, gefoltert, geschrien und geschimpft, um ihren Sohn in diesem Chaos aus Scherben, Splittern und Steinen zu finden, doch all ihre Bemühungen, jedes ihrer Opfer, das möglicherweise über den Aufenthaltsort Dracos Bescheid wusste, war umsonst gewesen. Niemand hatte gewusst, wo ihr Sohn war, was er machte oder wie sie ihn finden konnte und so war sie verzweifelt und mit Tränen in den blauen Augen, durch die Korridore gerannt, hatte Türen zu leeren Klassenzimmern, Büros und Kerkerräumen aufgerissen und wieder zugestoßen, sich die blonden Haare gerauft und schließlich hier gelandet. Inmitten von bunten Glassplittern, verschnörketem Holz und blutüberzogenen Leichen. Sie wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war, seit sie sich aus dem Verbotenen Wald, von jener Lichtung, wo ihr Lord seine Leute versammelt hatte, geschlichen und gestohlen hatte und gerannt war, auf die Schlossmauern zu, um Draco zu suchen, ihn in Sicherheit zu wissen. War es eine Stunde her? Oder nur eine halbe? Narzissa wusste es nicht. Doch in einem war sie sich sicher. Ganz gleich, wie diese Nacht enden würde, ob der dunkle Lord den Sieg erlangte, oder Potter: Sie würde sich davon machen. Mit Draco und Lucius fort gehen, fort, wo niemand sie kannte, nicht von ihnen und ihren Taten wusste und sie würden nicht wieder zurück kommen. Niemals. Doch dazu musste sie ihren Sohn erst einmal finden. Oder zumindest in Sicherheit wissen. Verzweifelt wischte sie sich mit dem blassen Handrücken über ihre erhitze Stirn, wo sich Schweißtropfen gebildet hatten und sie atmete schwer, keuchte und stöhnte, doch sie biss die weißen Zähne zusammen und nahm ihren schnellen Schritt von vorhin wieder auf. "Draco!", rief sie und in ihrer Stimme schwang Leid, Hoffnungslosigkeit und Entmutigung mit, doch sie schrie weiter und weiter, immer und immer wieder den Namen ihres Sohnes, "Draco? Draco?", bis ihre Stimme krächzig und kraftlos war. Doch sie gab nicht auf, rannte weiter über den Rasen zur anderen Seite des Schlosses, wo ein riesiges Loch dort klaffte, wo einmal die gewaltige Buntglasfront der Großen Halle gewesen war. Sie stieg durch das zerbarstete Fenster und gab Acht, dass die hoch aufragenden Splitter nicht den dunklen teuren Stoff ihres samtenen Gewandes zerschrammten, zerstachen und zerfetzten. Gebrochen, hoffnungslos und entmutigt, sah sie sich im ehemaligen Speisesaal um, von dem nun nicht mehr als eine Geröllmasse aus losem Holz, Mauerstücken, Glas und vereinzelten Gliedmaßen übrig war. Auf dem, was von den alten Haustischen geblieben war, saßen Schüler und Lehrer, Ordensmitglieder und Auroren, weinend, schluchzend, sterbend. Madame Pomfrey, die Narzissa zu Schulzeiten für minderbemittelt und unfähig gehalten hatte, tröpfelte eine lilafarbene Flüssigkeit in das Auge eines brünetten Mannes, der winselnd am Boden lag. Zwei Mädchen lagen sich wimmernd und schniefend in den Armen und Männer und Frauen mit bedrückten Gesichtern gingen umher und bedeckten die umliegenden Leichen und das, was von diesen übrig war, mit weißen Tüchern und Decken. Doch Narzissa sorgte sich nicht, um die Schmerzen anderer, das hatte sie nie. Es blieb keine Zeit, sie hatte anderes Kopf und so blendete sie alles aus, was ihr gleichgültig war, suchte den Raum nach Draco ab, doch abermals blieb ihre Mühe erfolglos. Gerade wollte sie sich abwenden, wieder über die aufragenden Scherben in die sternenklare Nacht hinaussteigen, als sie ihren geflüsterten Namen hörte. Ganz leise, ganz schwach, ganz leer. Sie fuhr herum, in der Hoffnung es handele sich um ihren Sohn oder jemanden, der Dracos Aufenthaltsort kannte, doch vor ihr stand nur, an die raue Saalwand gestützt, Molly Weasley. Ihre roten Locken, die für gewöhnlich seicht ihr Gesicht umspielten, waren fettig, verfilzt, dreckverschmiert und in offensichtlicher Eile zu einem Zopf im Nacken zusammen gebunden worden, von dem allerdings nicht mehr viel übrig war. Ihre sonst so rosigen Wangen waren blass und die Augen stumpf, als wäre sämtlicher Glanz, sämtliche Lebensfreude aus ihnen gewichen. "Narzissa", wiederholte Molly mit einer Stimme, die so gar nicht zu der resoluten, energischen Weasley passte. Keine Frage, so hatte Narzissa ihre ehemalige Mitschülerin noch nie gesehen. Und als sie gerade zu einer patzigen Antwort ansetzen wollte, dass sie es wirklich eilig hatte, besann sie sich, den mit einem Mal fiel ihr ein, was ihrem Gegenüber in dieser Nacht widerfahren war. In dieser Nacht, es mochte kaum ein paar Stunden her sein, war Molly Weasleys Sohn gestorben, einer der Zwillinge, Narzissa wusste nicht welcher. Und mit einem Mal, sank ihre aufrechte, angespannte Haltung in sich zusammen. Narzissa schaffte es nicht ihre gerade, energische Positur beizubehalten, zu verbunden fühlte sie sich mit einem Mal mit der rothaarigen Weasley. Molly spürte just in diesem Moment am eigenen Leibe das, was Narzissa sich im Traume nicht ausmalen wollte. Molly hatte genau das Schicksal ereilt, was Narzissa um Leben und Tod verhindern wollte. Molly fühlte, spürte, lebte das, wovor Narzissa sich am meisten fürchtete. Wie es war, einen Sohn zu verlieren. -------- Halt, halt. Der Oneshot ist hier natürlich noch nicht vorbei. Wie es weiter geht, kannst du auf Wattpad weiter lesen, unter folgendem Link: https://www.wattpad.com/886980101-kurzgeschichten- aus-hogwarts-eine-kleine Würde mich freuen, wenn du vorbeischaust! Liebe Grüße, joulesbuecher