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Die Statistik vom Quiz

Magic Love

27.72 % der User hatten die Auswertung: Zusammen mit meiner Kröte Mr. Sullivan versteckte ich mich in einer kleinen Seitengasse, so dass ich eine gute Sicht auf Madame Rosmerta hatte, welche gerade ziemlich wütend aussehend aus dem drei Besen stürmte. „Cecely! Wo steckst du? Ich weiß genau das du Stinkbomben versteckt hast! Schon wieder! In meinem Lokal!“ Leise kichernd schlich ich mich vom Ort des Geschehens davon und machte mich auf den Weg nach Hause. Allerdings durfte ein kleiner Abstecher in den Honigtopf nicht fehlen, wo ich, wie so oft, einige Lakritz Zauberstäbe mitgehen ließ. Zuhause angekommen führte mich mein Weg direkt in mein Zimmer und von dort aus genau in mein Bett, wo ich mir meine Beute schmecken ließ, ziemlich zufrieden mit meinem heutigen Streich. Alle Bewohner Hogsmeades kannten mich und meine Streiche. Es gab kaum jemanden hier, dem ich noch keinen gespielt hatte. Besonders gerne spielte ich sie allerdings Madame Rosmerta. Nachdem ich auch den letzten Lakritz Zauberstab versputzt hatte, begann ich stöhnend meinen Koffer zu packen. Ich hasse diese Beschäftigung besonders, da ich immer irgendetwas vergesse. Eine Mutter, die einen immer daran erinnerte dies und jenes nicht zu vergessen, hatte ich nicht mehr, sie war verstorben, als ich gerade einmal 2 Jahre alt war. Mein Vater war in dieser Hinsicht genauso verpeilt wie ich, weshalb es keinen Sinn hätte ihn zu fragen. Außerdem hatte er immer ziemlich viel im Laden zu tun, auch wenn ich ihm ab und an half. Davon profitierte ich aber auch, denn immer, wenn ich aushalf, ließ ich einige der Scherzartikel heimlich mitgehen um sie entweder für meine Streiche hier zu verwenden oder sie mit nach Hogwarts zu nehmen. Natürlich war mein Koffer wieder viel zu voll und es passten nicht mehr alle Scherzartikel hinein die ich unbedingt mitnehmen musste. Also entschloss ich mich den einen Kleiderstapel gegen diese auszutauschen und der Stapel landete wieder in meinem Schrank. Morgen Abend würde es zurück nach Hogwarts gehen, ich war 15 und somit schon im 5. Schuljahr. Anders als meine Freunde fuhr ich nicht mit dem Hogwartsexpress, sondern wartete am Bahnhof auf die Ankunft der Anderen. Schließlich war ich ja schon hier in Hogsmeade. Ungeduldig stand ich am Bahnhof und wartete. Und wartete…und wartete…bis endlich der Hogwartsexpress einfuhr und die ersten Schüler aus den Waggons stiegen. Suchend ließ ich meinen Blick über die ganzen Leute schleifen, auf der Suche nach meinen besten Freunden, als mir plötzlich jemand von hinten die Augen zu hielt. „Na, wer bin ich?“ „Fred nimm deine Hände weg, sonst kann ich euch doch gar nicht bewundern!“, lachte ich ehe ich mich umdrehte. Dort standen Fred, George, Lee und Katie, meine besten Freunde. In der großen Halle angekommen setzten wir uns, über einen von Georges Witze lachend, an den Gryffindortisch. Der sprechende Hut hat damals lange überlegen müssen ob er mich nach Hufflepuff, wo mein Dad war, oder nach Gryffindor steckte und nach langem Überlegen hat er sich für Gryffindor entschieden. „Ich habe viel zu viel gegessen“, stöhnte ich auf dem Weg in den Gemeinschaftsraum, erntete aber nur Gelächter von meinen Freunden. „Solltest du das jemals nicht tun, müssten wir dich in den Krankenflügel schicken Ceccy!“, lachte Lee und ich musste ihm grinsend zustimmen. „Was du für ein Glück hast, du kannst soviel essen wie du willst, nimmst aber trotzdem nicht zu!“, beschwerte sich Katie. „Da kann ich aber auch nichts dafür, das ist einfach so“, rief ich empört, „da trifft mich keine Schuld, sag das lieber deinen Genen!“ Einige Tage später hatte sich der Schulalltag schon wiedereingestellt und wir beschlossen, dass es höchste Zeit für einen neuen Streich wurde. Da gerade Hogsmeade Wochenende war, saßen wir in meinem Zimmer und überlegten fieberhaft, was wir anstellen konnten. Lees Idee, Mrs. Norris in einem leeren Klassenzimmer einzuschließen und den Schlüssel zu verstecken, verwarfen wir gleich wieder. Zu oft hatten wir Filch im letzten Schuljahr damit geärgert. Wir brauchten etwas Neues, etwas Aufregenderes, etwas, was nicht nur Filch, sondern die ganze Schule mitbekommen sollte. „Leute, ich weiß was wir machen können! Seit letzter Woche haben wir Schleimbomben im Sortiment, wenn wir zuerst einen Gang fluten und die dann da hochgehen lassen, haben wir ein Schleimparadies erschaffen!“ Mit glänzenden Augen sah ich meine Freunde an, welche alle begeistert nickten. „Das bekommt dann auch jeder mit, denn der Gang ist ja dann nicht mehr betretbar“, warf Katie grinsend ein. „Und am Besten machen wir das ganze in den Kerkern, direkt vor dem Eingang in den Slytheringemeinschaftsraum!“, ergänzte Fred unseren perfekten Plan. Bevor wir zurück nach Hogwarts aufbrachen, schauten wir noch schnell bei meinem Vater im Laden vorbei, sodass ich schnell noch eine Handvoll Schleimbomben einstecken konnte. Eine Woche später führten wir unseren perfekt geplanten Streich durch und, was soll ich sagen, es funktionierte! Der negative Effekt dabei war nur, dass natürlich alle wussten wer hinter dem Chaos steckte und so fanden wir uns einen Tag später beim Nachsitzen bei Professor McGonagall wieder. Völlig fertig vom Pokale polieren, schlurften wir gegen zwanzig Uhr zurück in den Gemeinschaftsraum, wo wir einige Erstklässler von unseren Sesseln in der hintersten Ecke des Raumes scheuchten und uns über unseren ersten Streich des neuen Schuljahres zu unterhalten. Allerdings hatten wir irgendwann nichts mehr darüber zu erzählen und wir fingen an uns zu langweilen. So beschlossen wir schließlich schlafen zu gehen, es war ein langer Tag gewesen und wir waren inzwischen alle recht müde. Katie und ich verabschiedeten uns von den Jungs, gingen in unseren Schlafsaal und machten uns bettfertig. Als ich im Bett lag, hatte ich aber plötzlich gar keine Lust mehr zu schlafen, stattdessen würde ich jetzt viel lieber schwimmen gehen. „Katie“, flüsterte ich, „bist du noch wach?“ „Ja, was ist denn?“ „Was hältst du davon jetzt schwimmen zu gehen?“, fragte ich und ein leises grinsen war in meiner Stimme zu hören. „Jetzt noch? Es ist doch schon Sperrstunde.“ „Na und? Das hat uns doch noch nie aufgehalten.“ So kam es, dass wir kurz darauf in unseren Nachthemden zu dem Schlafsaal der Jungs schlichen. „Fred, George, Lee? Seid ihr wach?“, flüsterte ich leise in den dunklen Raum. „Ceccy? Katie? Was macht ihr denn hier?“, hörte ich Fred flüstern. „Wir wollen schwimmen gehen, kommt ihr mit?“ Natürlich waren die Jungs dabei, und wir schlichen uns heimlich raus zum schwarzen See. Es war Ende September und mitten in der Nacht, weshalb es doch kälter war als gedacht. Doch das hielt uns nicht davon ab, direkt in den See zu springen. Zuerst schwammen wir einige Runden damit uns etwas wärmer wurde, doch dann begannen wir uns gegenseitig unterzutauchen und nasszuspritzen, solange bis wir alle blaue Lippen hatten. Zitternd schlichen wir uns zurück ins Schloss, wo wir uns kurz vor einem noch etwas glühenden Kamin im Gemeinschaftsraum aufwärmten. Dabei fiel mir ein, dass ich gar kein zweites Nachthemd dabeihatte, schließlich musste es aufgrund des Platzmangels für die Scherzartikel weichen, und mein jetziges war komplett durchnässt, darin konnte ich unmöglich schlafen. Und auch sonst war meine Anzahl an gemütlichen, zum Schlafen geeigneten Klamotten sehr gering. Um ehrlich zu sein so gering, dass ich gerade absolut nichts in der Richtung hatte, weshalb ich mich an meine Freunde wandte. „Leute, hat jemand von euch vielleicht was, was ich zum schlafen anziehen kann? Ich habe nichts dabei und das nasse Nachthemd will ich nicht anlassen…“ Dummerweise wusste auch keiner von uns den richtigen Zauberspruch zum trocknen von Kleidung, weshalb ich ein T-Shirt von Fred bekam, welches mir bis zur Mitte der Oberschenkel ging und somit perfekt als Nachthemd fungierte. Ab dieser Nacht schlichen wir uns öfter nachts nach draußen um schwimmen zu gehen. Von Oktober bis April mussten wir allerdings eine Pause einlegen, da es in dieser Zeit einfach zu kalt zum schwimmen gehen gewesen war, zumindest für die anderen. Ich liebte das Wasser schon immer und auch wenn es eigentlich viel zu kalt zum schwimmen gewesen wäre, war ich im Wasser, die Kälte schien mir dort nichts auszumachen. Inzwischen waren einige Monate vergangen und wir feierten gerade den Geburtstag von Katie und Lee, die beide kurz nacheinander Geburtstag hatten, am schwarzen See. Es wurde viel gegessen, geredet und gelacht. Es begann schon langsam zu dämmern, als ich am Steg saß und meine Füße im Wasser baumeln ließ, da bemerkte ich, dass sich mir eine Person näherte und sich schließlich neben mich setzte. „Na, keine Lust mehr auf die Party?“ „Ich brauch gerade einfach mal eine kleine Pause, Fred“, antwortete ich. „Perfekt, ich brauch jetzt nämlich auch mal ne kleine Pause, da kann ich ja dann einfach hierbleiben und die Pause mit dir verbringen“, meinte er schmunzelnd. Wir saßen eine Weile stumm nebeneinander und blickten auf den See hinaus, während im Hintergrund leise die Geräusche der Party zu hören waren. Plötzlich bemerkte ich aus dem Augenwinkel, wie Fred mich angrinste, ich wollte gerade fragen, was denn so lustig sei, da lag ich auch schon im Wasser. Prustend und lachend tauchte ich wieder auf. „Deswegen hast du gerade so gegrinst, du Idiot!“ „Gut möglich“, grinste er mich frech an. „Na dann hilf mir jetzt wenigstens wieder raus“, schmunzelte ich während ich zurück zum Steg schwamm und ihm meine Hand hinhielt. „Ne, ganz sicher nicht, so wie ich dich kenne, liege ich dann selber im See“, lachte er mich an. „Ach was, du bist schuld daran, dass ich jetzt im Wasser bin, dann wirst du mir ja wohl auch wieder heraushelfen können!“ Nach kurzem Überlegen, beschloss er tatsächlich mir zu helfen und nahm meine immer noch ausgestreckte Hand an. Bevor er mich hochziehen konnte, hatte ich ihn allerdings schon ins Wasser gezogen und als er auftauchte und mir sauer, aber mit einem leichten Schmunzeln, ins Gesicht sah, mit den Worten „Ich wusste es doch, du kleines Biest!“, begann ich herzlich zu lachen. In dieses Lachen stieg er wenige Sekunden später mit ein. Doch das Lachen verging mir gründlich, als ich auf einmal unter Wasser gedrückt wurde. Kurz darauf besann ich mich allerdings und griff mir seine Schultern, woraufhin er sich mir gegenüber unter Wasser befand und mich geschockt anstarrte. Ich grinste ihn an, als ich auf einmal ein Kribbeln in meinem Körper spürte, ausgehend von meinen Schultern, auf welchen Freds Hände lagen, aber auch von meinen Händen aus, welche wiederum auf seinen Schultern lagen. Kurz darauf löste sich Fred von mir und tauchte auf. Ich blieb einen Moment länger unter Wasser, ehe auch ich wieder auftauchte. Unsicher schauten wir uns in die Augen und mein Herz begann schneller zu schlagen. Was war denn das gerade? So etwas hatte ich noch nie zuvor gespürt. Könnte es sein, dass ich mich… Nein, er ist doch mein bester Freund, schon immer! „Ähh, Ceccy, deine Haare… Was ist mit deinen Haaren los?“, riss mich Fred aus meinen Gedanken. „Hää“, war alles was ich zustande brachte. „Äh, sie sind irgendwie… naja, lila“, stammelte er verwirrt. Er hatte Recht, meine sonst roten und leicht gewellten Haare, waren eindeutig lila und schimmerten im Wasser. „Ja, ich weiß, so sehen sie immer aus, wenn ich im Wasser bin“, meinte ich schulterzuckend. „Das haben du und die anderen nur noch nie bemerkt, wir waren ja immer im Dunkeln schwimmen.“ „Wow, und sobald du aus dem Wasser draußen bist, sind sie wieder rot?“, fragte er beeindruckt. „Jep, das ist schon seit ich denken kann so, keine Ahnung warum“, murmelte ich. Nach diesem Zwischenfall, waren wir auch wieder auf den Steg geklettert, denn Fred hatte ziemlich gefroren, was man gut an seinen blauen Lippen erkennen konnte. Ich hingegen, hatte die Kälte im Wasser wieder einmal überhaupt nicht gespürt, doch kaum waren wir draußen, begann auch ich zu zittern. Schnell trockneten wir unsere Kleider, inzwischen konnten wir den Zauber, und kehrten zu der Party zurück. Dort angekommen, kam uns sofort George entgegen. „Mensch, wo wart ihr denn so lange! Wir haben euch gesucht, wir wollten den anderen doch unsere Neueste Erfindung vorstellen!“ „Schwimmen“, antworteten wir George grinsend. Ungefähr einen Monat später, erreichte uns die Nachricht vom Weihnachtsball. Auf einmal ging es nur noch darum, wer mit wem hingeht und welches Kleid man nur anziehen sollte. Dank meines Aussehens, welches aus brustlangen roten Haaren, die leicht gewellt sind, einigen Sommersprossen, die auch im Winter noch zu sehen waren und olivgrünen Augen bestand, bekam ich einige Einladungen zum Ball. Allerdings nahm ich keine von ihnen an, denn ich wollte nicht mit jemandem dorthin gehen, den ich kaum bis gar nicht kannte. Vielleicht wartete ich auch darauf, dass Fred mich fragen würde, doch das würde ich mir niemals eingestehen. Fred fragte mich nicht, er fragte Angelina, was mir einen ziemlichen Stich versetzte, denn beide schienen sich sehr zu freuen gemeinsam zum Ball zu gehen. Katie erzählte mir, dass Lee sie gefragt hätte und wollte wissen mit wem ich den jetzt hingehen würde, doch ich konnte ihr keine Antwort geben. Sie wusste, dass ich gehofft hatte, Fred würde mich fragen. Inzwischen waren es nur noch wenige Tage bis zum Ball, und ich hatte mich damit abgefunden, allein dorthin zu gehen. Ich saß mit meinen besten Freunden im Gemeinschaftsraum und wir teilten uns gerade eine Schachtel Bertie Botts Bohnen und diskutierten über eine von Fred und Georges neuesten Erfindungen, als George sich plötzlich zu mir drehte. „Ceccy, hättest du Lust mit mir auf den Ball zu gehen?“ Leicht sprachlos sah ich ihn an. „Du hast noch keine Begleitung? Der Ball ist doch schon in vier Tagen.“ „Na und? Du hast doch auch noch keine, wie ich gehört habe“, schmunzelte er grinsend. „Gehst du jetzt mit mir hin oder nicht? Als Freunde, versteht sich“, zwinkerte er mir zu. „Gerne“, antwortete ich zufrieden lächelnd. Ich würde also doch nicht alleine dort auftauchen, perfekt. Freds Sicht Nach einigen Stunden saßen nur noch George und ich im Gemeinschaftsraum, die anderen hatten sich alle in ihre Schlafsäle verabschiedet, verständlich, es war auch schon kurz nach Mitternacht und morgen war Schule. „Warum hast du sie gefragt?“ Wütend schaute ich meinen Bruder an. „Warum hätte ich sie nicht fragen sollen? Sie ist meine beste Freundin und außerdem ziemlich hübsch“, erwiderte er mir schulterzuckend. „Du hättest jede andere haben können George, stehst du auf sie? Ist es das?“, funkelte ich ihn an. „Wenn du so reagierst denke ich eher, du bist derjenige der auf Ceccy steht Fred!“, schmunzelte er. „Mach dich nicht lächerlich George, sie ist meine beste Freundin, genau wie deine!“ „Und genau deshalb habe ich sie gefragt ob sie mit mir zum Ball geht, es sind nicht mehr viele Tage bis dahin und wir hatten beide noch keine Verabredung. Eigentlich habe ich gedacht, dass du sie fragst, aber das hast du nicht. Stattdessen gehst du mit Angelina! Man Fred, ich sehe doch wie du Cecely anschaust!“, redete George sich immer mehr in Rage. Darauf erwiderte ich nichts. Hatte ich wirklich Gefühle für Ceccy? Für meine beste Freundin? Entsetzt schaute ich meinen Zwillingsbruder an. „Ja Freddie, ich glaube dich hat es ziemlich erwischt“, lächelte mich ebendieser an. „Warum hast du sie denn nicht gefragt?“ Schweigend schaute ich ihn an. Ja, warum hatte ich sie nicht einfach gefragt? Deine Sicht Die wenigen Tage bis zum Ball vergingen wie im Flug. Gerade stand ich mit Katie in unserem Schlafsaal und steckte ihr die letzten Haarsträhnen mit silbernen Haarnadeln fest. Sie trug ein wunderschönes dunkelrotes Kleid, welches mit silbernen und goldenen Blumen verziert war und ihr bis kurz unter die Knie ging. Ich dagegen trug ein dunkelblaues Kleid, welches oben eng anliegend war und ab der Taille locker bis zur Mitte meiner Schienbeine fiel. Einige silberschimmernde Ornamente waren schwach darauf zu erkennen und das ganze Kleid glitzerte im Licht ebenso leicht silbern. Meine roten, leicht gewellten Haare, hatte ich vorne leicht zurückgesteckt, ansonsten fielen sie mir locker bis unter die Brust. Genauso wie Katie hatte ich mich nur leicht geschminkt, wodurch meine grünen Augen mit braunen Sprenkeln besonders gut zur Geltung kamen. Auch meine Sommersprossen auf meinen Wangen waren sehr gut zu erkennen, ich liebte sie, weshalb ich sie auch heute Abend nicht überschminkt hatte. Insgesamt war mein Aussehen heute sehr besonders, denn normalerweise schminkte ich mich so gut wie nie. Pünktlich um acht Uhr schritten Katie und ich die Treppen in den Gemeinschaftsraum hinunter, wo unsere Begleitungen bereits warteten. Lee hatte Katie gefragt, worüber sie sehr glücklich war, denn seit den Sommerferien schwärmte sie schon von ihm. Während sie also von ihm in Empfang genommen wurde, hakte ich mich bei George ein und zusammen liefen wir in Richtung große Halle. „Also Ceccy, ich muss schon sagen, dich zu fragen war kein Fehler, du siehst unfassbar schön aus“, meinte George auf dem Weg breit grinsend zu mir. „Liegt vielleicht daran, dass ich mich heute mal geschminkt habe“, schmunzelte ich. „Was? Du hat dich geschminkt? Wer bist du und was hast du mit meiner besten Freundin gemacht?“ Gespielt entsetzt schaute er mich an, bevor wir beide herzhaft begannen zu lachen. Kurz nachdem die Champions mit ihren Partnern den Eröffnungstanz hinter sich hatten, zog George mich auf die Tanzfläche und grinste mich an. „George, du weißt doch, dass ich nicht tanzen kann!“, zischte ich ihm verzweifelt zu. Die Tanzstunden die McGonagall uns gegeben hatte, hatte ich leider verpasst, da ich zu dieser Zeit mit einer starken Erkältung im Bett lag. „Vertrau mir einfach Ceccy, du kannst das“, war alles was ich hörte bevor George auch schon begann mich schwungvoll im Kreis zu drehen. Begeistert lachte ich auf, gegen meine Erwartung machte mir das tanzen mit George unglaublich viel Spaß. Ich hätte nie gedacht, dass er so ein guter Tänzer war und vor allem, dass ich so tanzen konnte. Wir tanzten ewig, auch als die Schicksalsschwestern übernahmen tanzten wir weiter. Doch immer wieder bemerkte ich, wie Fred George und mich oft traurig, aber auch manchmal wütend anstarrte, und sich kaum auf Angelina, seine Begleitung zu konzentrieren schien. Ich versuchte dem sowenig Beachtung wie möglich zu schenken, doch ganz konnte ich sie nicht ausblenden. Ich wusste auch nicht, was die Blicke zu bedeuten hatten, deshalb fragte ich George, doch dieser behauptete, nicht zu wissen was mit Fred los wäre. Allerdings kaufte ich ihm das nicht so ganz ab. Nach dem, keine Ahnung wievielten Lied, beschlossen wir eine Pause zu machen. Ich setzte mich auf eine der Bänke, während George losging, um etwas zu trinken für uns zu besorgen. Während ich auf ihn wartete, ließ ich meinen Blick über die tanzenden Paare schweifen. Ich entdeckte einen strahlenden Lee, welcher eine ebenfalls strahlende Katie schwungvoll im Kreis drehte, was auch mich zum Strahlen brachte, es schien so, als hätten die zwei sich endlich gefunden. Mein Blick glitt weiter über die Tanzenden, bis er an Fred und Angelina hängen blieb. Ich beobachtete die beiden eine Weile, da sah ich, wie Angelina Fred küsste. Dieser Anblick verursachte einen heftigen Stich in meiner Brust. Schnell wand ich meinen Blick ab, trotzdem schossen mir die Tränen in die Augen und ich bahnte mir schnell einen Weg aus der großen Halle und rannte hinunter zum See. Durch meine Flucht sah ich nicht, wie Fred Angelina von sich stieß und sich von ihr entfernte. Am See angekommen liefen mir die Tränen nur so die Wangen hinunter, ohne auf die Kälte oder sonst etwas zu achten, schlüpfte ich aus meinem Kleid und sprang in den See. Das Wasser half mir mich etwas zu beruhigen, doch wenn ich an Fred und Angelina dachte, stach es immer noch schmerzhaft in meiner Brust und die Tränen begannen erneut meine Wangen hinabzulaufen, ehe sie sich mit dem Wasser des Sees vermischten. Ich verstand mich selbst nicht mehr. Was war nur los mit mir? Warum reagierte ich so wenn ich Fred ein Mädchen küssen sah? Sollte ich mich nicht eher für meinen besten Freund freuen, dass er jemanden gefunden hatte? Warum tat es so weh? Freds Sicht Obwohl ich gerade mit Angelina tanzte, lag meine Aufmerksamkeit nicht auf ihr, sondern auf meinem Zwillingsbruder und Cecely. Sie schienen viel Spaß zu haben, denn sie waren die ganze Zeit am Lachen. Anscheinend hatten sie beschlossen eine Pause einzulegen, denn während Cecely sich auf eine nahegelegene Bank setzte, machte sich George auf den Weg zum Getränketisch. Plötzlich bemerkte ich, dass Angelina mir immer nähergekommen war, doch ehe ich sie wieder etwas von mir wegschieben konnte, lagen ihre Lippen schon auf meinen. Erschrocken riss ich die Augen auf, schaffte es aber erst nach einigen Sekunden mich von ihr zu lösen und stieß sie weg von mir. Aus dem Augenwinkel sah ich noch, wie Cecely aus der Halle nach draußen verschwand. „Ich…sorry Angelina, aber…“ „Du erwiderst meine Gefühle nicht. Ist okay. Ich habe es mir schon fast gedacht“, fiel sie mir ins Wort. „Na los, worauf wartest du noch, lauf ihr hinterher, ich habe doch gesehen, dass du sie die ganze Zeit angeschaut hast und nicht mich.“ Erstaunt aber auch unendlich erleichtert sah ich sie an, ich hatte nicht erwartet, dass sie so reagierte. Ich schaute sie noch einen kurzen Moment an, ehe ich mich von ihr abwandte und ebenfalls aus der Halle stürmte. Ich wusste ziemlich genau wo ich Cecely finden würde. Deine Sicht Ich hatte gar nicht bemerkt, dass ich untergetaucht war, so sehr war ich in meine Gedanken versunken gewesen. So tauchte ich erst wieder auf, als ich bemerkte, wie jemand dicht neben mir ins Wasser gesprungen war. „Krass, wie lange warst du denn unter Wasser?“, grinste Fred mich unsicher aber doch erstaunt an. „Keine Ahnung, aber ich kann ziemlich lange unter Wasser bleiben, wenn ich will“, murmelte ich, den Blick starr auf die Wasseroberfläche gerichtet. „Ehm, alles klar bei dir Ceccy? Warum bist du hier und nicht in der großen Halle bei George?“, höre ich ihn fragen. „Warum bist du nicht auf dem Ball bei deiner Angelina?“, fuhr ich ihn schärfer als ich beabsichtigt hatte an. Kurz war es still. „Bist du etwa eifersüchtig?“, fragte mich Fred grinsend und hob dabei die rechte Augenbraue. In dem Moment wurde mir bewusst, dass ich in ihm schon länger nicht mehr nur meinen besten Freund sah. „Vielleicht“, antwortete ich ihm deshalb schmunzelnd. Ehe ich mich versah, hatte er mich schon zu sich gezogen und seine Lippen landeten auf meinen. Es war ein langer, zarter Kuss, voller Liebe und mein ganzer Körper kribbelte. Meine Arme schlangen sich wie von selbst um seinen Hals und auf einmal befanden wir uns unter Wasser. Da Fred dort allerdings ziemlich bald die Luft ausging, tauchten wir nach kurzer Zeit wieder auf und strahlten uns glücklich an. „Cecely Zonko, du bist das schönste, lustigste, perfekteste Mädchen, dass ich jemals kennenlernen durfte, du machst jeden Mist mit, versorgst uns mit Scherzartikeln und rettest mich und die anderen des Öfteren vor dem Nachsitzen, deshalb hätte ich dich unfassbar gerne als meine feste Freundin, denn, Ceccy, ich liebe dich.“ „Ich dich auch du Idiot“, lachte ich glücklich, ehe wir uns erneut küssten. Am nächsten Tag erzählten wir den anderen die frohe Nachricht, welche uns sofort umarmten und uns viel Glück wünschten. So ging das Schuljahr weiter und endlich wurde es draußen wärmer, so dass wir uns nun nicht immer heimlich in der Nacht nach draußen schleichen mussten, sondern auch am Tag schwimmen gehen konnten, ohne Ärger zu bekommen. Tatsächlich verbrachten wir auch die meiste Zeit am See, oft zu zweit, doch meistens mit George, Katie und Lee. Auch Alicia Spinett war die letzte Zeit des Öfteren mit dabei, ich glaube sie und George verstehen sich ziemlich gut. Doch auch wir anderen fanden sie sehr nett, somit war unsere Freundesgruppe um ein Mitglied reicher. Cedrics Tod kurz vor den Sommerferien machte uns alle schwer zu schaffen, deshalb war die Stimmung am Bahnhof nicht so ausgelassen wie sonst immer. Ich verabschiedete mich von meinen Freunden, die jetzt alle noch eine ziemlich lange Zugfahrt vor sich hatten, mit einer Umarmung und küsste Fred zum Abschied. Die ersten zwei Wochen der Ferien würde ich zuhause verbringen, ehe mich Katie in der dritten Woche besuchen kommen würde und ich in der vierten und fünften Woche bei Fred und George im Fuchsbau sein würde. Die Ferien waren wie im Flug und nicht ohne viele Streiche vergangen. Gerade stand ich wieder am Bahnhof und dachte daran, dass ich im nächsten Schuljahr meinen Abschluss machen würde, da fuhr der Zug auch schon ein. Obwohl Fred und ich uns erst vor einer Woche das letzte Mal gesehen hatten und wir uns auch regelmäßig Briefe geschickt hatten, konnte ich es kaum erwarten, ihn endlich wieder zu sehen. Als erstes entdeckte ich jedoch Alicia und Katie und winkte sie fröhlich grinsend zu mir. Sie entdeckten mich und kamen ebenso grinsend zu mir gerannt, um mich sofort in eine enge Umarmung zu ziehen. „Na, schöne Ferien gehabt ihr zwei?“, fragte ich sie, sobald wir uns wieder voneinander gelöst hatten. „Und wie, kaum zu glauben, dass ich dieses Jahr meinen Abschluss mache!“, antwortete mir Alicia kopfschüttelnd. „Merlin sei Dank, dass wir den erst nächstes Jahr machen Ceccy!“, seufzte Katie. „Oh ja, dieses Jahr können wir uns also noch voll und ganz auf unsere Streiche konzentrieren“, lachte ich und die anderen stimmten schmunzelnd in mein Lachen mit ein. „Na was gibt’s denn hier zu lachen? Hast du keine Zeit deinen Freund zu begrüßen? Den du nebenbei erwähnt, seit über einer Woche nicht gesehen hast!“, hörte ich auf einmal eine mir allzu bekannte Stimme sagen. Schwungvoll drehte ich mich zu meinem Freund um. „Das ist wirklich eine Schande, dass ich solange auf deinen wundervollen Anblick verzichten musste, Fred“, meinte ich todernst, begann aber kurz darauf zu lachen. Kaum hatte ich es mich versehen, hatte Fred mich aber schon zu sich gezogen und küsste mich. Durch ein räuspern wurden wir nach einigen Minuten jedoch unterbrochen: „Also eigentlich würde ich meine beste Freundin auch ganz gerne noch begrüßen, ehe du sie aufgegessen hast, liebster Bruder.“ Grinsend lösten wir uns voneinander, da befand ich mich auch schon in einer festen Umarmung von George. Nachdem ich auch noch Lee begrüßt hatte, konnten wir endlich in eine der Kutschen steigen. Das Schuljahr hätte gut werden können, richtig gut, wäre nicht die pinke Pest an unsere Schule gekommen und hätte uns das Leben zur Hölle gemacht. Natürlich war ich dabei, als Harr, Ron und Hermine die DA gründeten und das üben machte mir richtig Spaß. Spaß machte mir auch immer noch das schwimmen und tauchen im See, welcher dieses Jahr wieder zu einem meiner Lieblingsorte zählte. Waren wir nicht am See, tüftelten Fred, George und ich die meiste Zeit an neuen Scherzartikeln. In den Sommerferien hatten sie mir von ihrem Plan, einen eigenen Scherzartikelladen zu eröffnen, erzählt, und davon, dass Harry ihnen das ganze Preisgeld des trimagischen Turniers geschenkt hatte, wodurch dieser Plan nun nicht mehr weit davon entfernt war, Realität zu werden. Natürlich war ich begeistert, ich selbst wusste, dass meine berufliche Zukunft ähnlich aussehen würde, denn da ich Einzelkind war, würde ich den Laden meines Vaters, Derek Zonko, übernehmen. So nahm das Schuljahr seinen Lauf, George und Alicia hatten es kurz vor Weihnachten geschafft, sich endlich ihre Gefühle zu gestehen und waren von da an ein Paar, was uns alle sehr freute, doch als diese dumme pinke Kröte der DA auf die Schliche kam und wir alle nachsitzen mussten, sollte sich alles ändern. Ich bemerkte, dass meine Lieblingszwillinge etwas planten, weshalb ich beschloss ihrem Geheimnis auf die Schliche zu kommen. Wir saßen, wie immer, abends im Gemeinschaftsraum, aßen Schokofrösche und Kesselkuchen, als ich bemerkte, dass Fred und George sich schon wieder solche Blicke zuwarfen. „Sagt mal, was ist denn los mit euch zwei? Seit zwei Wochen oder so habe ich das Gefühl, ihr haltet irgendetwas vor uns geheim!“, stellte ich sie zur Rede. „Was? Wir würden niemals…“, begann George, doch Fred fiel ihm ins Wort. „George…sie haben ein Recht darauf es zu erfahren, sie sind unsere Freunde. Und zwei davon sind unsere festen Freundinnen.“ Seufzend nickte George: „Also gut, wir planen abzuhauen und die Schule zu schmeißen.“ Geschockt starrten wir sie an. „Das ist nicht euer Ernst!“, entsetzt schaute Lee sie an. „Das könnt ihr doch nicht machen, was ist mit eurem Abschluss!“, schrie Katie die beiden schon beinahe an. „George, du kannst mich doch nicht alleine lassen, ich brauche dich hier!“, Alicia schien den Tränen nahe. Ich hingegen war still. „Ceccy?“, Fred schaute mich unsicher an. Nach einigen Minuten Stille, gab auch ich schließlich meine Meinung preis. „Gut.“ „Gut?“, fragte Fred erstaunt, auch die anderen starrten mich mit offenen Mündern an. „Gut, ich komme mit“, antwortete ich ernst. Nach meiner Antwort war ein großer Streit ausgebrochen. Fred und George weigerten sich mich mitzunehmen und auch die anderen waren ihrer Meinung. Ich allerdings war stocksauer, ich war alt genug und konnte sehr gut meine eigenen Entscheidungen treffen, dass Fred mir schlussendlich verbot mitzukommen, brachte das Fass allerdings zum überlaufen. Ich schrie sie alle an, dass sie mich mal kreuzweise könnten, was sie dachten wer sie wären und, dass ich sehr gut alleine entscheiden könnte was gut und was schlecht für mich wäre. Danach stürmte ich raus. Raus aus dem Gemeinschaftsraum, raus aus dem Schloss. Erst beim schwarzen See angelangt wurde ich langsamer. Mit einem eleganten Kopfsprung sprang ich in den See und blieb auch die nächsten Minuten unter Wasser, wo mir die Tränen nur so aus den Augen schossen. Als ich am Morgen der ZAG-Prüfungen der Fünftklässler aufwachte, wusste ich, dass dies meine letzte Nacht in Hogwarts gewesen sein würde. Auch wenn Fred und George bisher geweigert hatten mich mitzunehmen, würde ich es trotzdem schaffen mit ihnen zu kommen. Ich wusste, dass sie geplant hatten, die Prüfungen zu sprengen, weshalb ich mich vor der großen Halle bereitstellte. Das ich dadurch Unterricht verpasste, fand ich nicht schlimm, wenn alles funktionieren würde, wäre ich morgen sowieso nichtmehr hier. Fred hatte mir versprochen, sich, bevor sie endgültig fliegen würden, bei mir zu verabschieden. Vor den anderen hatte ich behauptet, ich hätte mich beruhigt und würde hierbleiben und meinen Abschluss machen. Kurz vor Ende der Prüfungen, begann es. Auf einmal brach ein riesiges Feuerwerk los und ein riesiger Feuerdrache jagte Umbridge nach draußen. Kurz darauf bogen Fred und George auf ihren Besen um die Ecke und jagten einige Runden über den Innenhof, ehe beide noch einmal in den Sturzflug gingen und George bei Alicia und Fred neben mir landete. Ab diesem Moment ging alles ganz schnell, Fred landete neben mir, zog mich zu sich, küsste mich und murmelte ein „Ich liebe dich, vergiss das nicht Ceccy“, woraufhin er auch schon wieder losfliegen wollte. Allerdings hatte er dabei seine Rechnung ohne mich gemacht. Blitzschnell hatte ich mich hinter ihn auf den Besen gezogen und klammerte mich an ihm fest. „Ich habe gesagt ich komme mit, und wenn ich etwas sage, dann meine ich das auch so und jetzt flieg endlich los, sonst wird das heute nichts mehr!“ Vom Besen schubsen konnte er mich nicht, zu sehr klammerte ich mich an ihm fest, weshalb ihm nichts anderes übrig blieb, als loszufliegen. Als wir abhoben und eine letzte Runde über dem Hof drehten, konnte ich trotz des ganzen Trubels ziemlich gut Katies wütende Stimme hören, die nach mir schrie. Inzwischen waren einige Monate vergangen. Die Zwillinge, insbesondere Fred, waren beide ziemlich sauer auf mich gewesen, doch schlussendlich lachten wir darüber und ich durfte bleiben. Mein Vater war der einzige, vor dessen Reaktion ich ziemlich Angst hatte, welche allerdings völlig unbegründet gewesen war. Anstatt mich anzuschreien, lachte er über unsere Aktion und war sogar stolz auf mich. Dass ich keinen Schulabschluss hatte, war auch nicht weiter schlimm, denn den Laden von meinem Vater konnte ich auch ohne übernehmen, und bis es soweit war, konnte ich bei Fred und George im Laden aushelfen. Wohnen konnte ich selbstverständlich auch bei meinen Lieblingszwillingen, ich teilte mir ja sowieso ein Zimmer mit Fred. Der Laden lief mehr als gut und die Arbeit machte uns dreien unfassbar viel Spaß. Auch Katie, Alicia und Lee waren uns des Öfteren besuchen gekommen und hatten mir auch sehr schnell verziehen. Zu Bill und Fleurs Hochzeit begleitete ich Fred selbstverständlich und ich freute mich sehr alle mal wieder zu sehen. Die Zeremonie war wunderschön und das tanzen mit Fred machte unglaublich Spaß. Als Kingsleys Patronus auftauchte und uns berichtete, dass der Minister tot sei, das Ministerium gefallen wäre und die Todesser auf dem Weg hier her wären, apparierten Lee, Katie, Alicia, die Zwillinge und ich und gründeten den Radiosender POTTERWATCH. Eines Abends, wir saßen gerade in unserem Zelt auf dem Sofa und redeten über die neuesten Opfer, schrie ich erschrocken auf. Ich spielte gerade mit der Galleone aus den DA Zeiten herum, die trug ich immer noch ständig mit mir herum, einfach aus Gewohnheit, als diese plötzlich glühend heiß wurde. Erschrocken sahen mich alle an, doch ich schaute nicht weniger erschrocken zurück, denn ich hatte bereits gelesen, was nun auf der Galleone geschrieben stand. „Es geht los, wir müssen nach Hogwarts.“ Kurze Zeit später befanden wir uns Mitten in der Schlacht. Es herrschte ein großes Durcheinander, überall rannten Menschen herum, es war unfassbar laut und tausende Flüche schossen durch die Luft. Schon bald lag ein großer Teil des Schlosses in Trümmern. In diesem Chaos war es nicht verwunderlich, dass wir uns verloren. Ich kämpfte verbissen, wehrte Flüche ab und schoss welche auf Gegner. Als Voldemort uns eine Pause gab, machte ich mich sofort auf den Weg in die große Halle. Unterwegs traf ich auf Katie, ihr schien es, den Verhältnissen entsprechend, gut zu gehen und gemeinsam setzten wir unseren Weg fort. Die Angst, jemanden nahestehenden verloren zu haben, schnürte mir beinahe die Kehle zu. Hoffentlich ging es allen gut. Gemeinsam mit Katie betrat ich die große Halle. Überall sah man Menschen, leicht verletzte, schwer verletzte, aber auch viele Tote. Als ich eine Gruppe rothaariger Menschen um jemanden stehen sah, setzte mein Herz für eine Sekunde aus. „Bitte nicht“, flüsterte ich schwach. Auch Katie hatte die Gruppe entdeckt. Gemeinsam, Hand in Hand, liefen wir langsam auf sie zu. Bitte nicht Fred, bitte nicht Fred, war alles woran ich in diesem Moment denken konnte. Ohne ihn könnte ich nicht mehr leben, ich brauche ihn. Ginny war die Erste, die mich entdeckte. Traurig, mit Tränen in den Augen, blickte sie mich an, ehe mein Blick auf die Person am Boden fiel. „Nein.“ Meine Hand rutschte aus Katies, ehe ich neben George auf die Knie sank. „Nein, er kann nicht…er darf nicht…“, erst jetzt begannen die Tränen langsam meine Wangen hinunterzulaufen. Ich strich ihm die Haare von der Stirn. Er war so kalt, so kalt. Schluchzer schüttelten meinen Körper, während ich mich immer fester an Fred klammerte. „Nein. Er ist nicht…Er lebt, er lebt. Ganz bestimmt.“ Ich krallte mich in seinen Pullover, legte meinen Kopf auf seine Brust, die sich nicht ein bisschen mehr hob oder senkte. Neben mir hörte ich George schluchzen, welcher begonnen hatte mir leicht über den Rücken zu streichen, was ich jedoch kaum wahrnahm. Wie viel Zeit vergangen war, wusste ich nicht. Am Rande nahm ich wahr, wie Leute auf mich einredeten, doch ich verstand nicht was sie sagten, wollte nicht verstehen was sie sagten. Auf einmal versuchte man mich von Fred wegzuziehen, doch ich klammerte mich an ihm fest und begann wieder heftiger zu schluchzen. Auch als Voldemort bekannt gab, dass Harry tot wäre, bewegte ich mich nicht. Irgendwann brach erneut der Kampf los, doch ich blieb bei Fred. Als ich aufwachte, fühlte ich mich schlecht wie noch nie. Mein Kopf brummte, mein Hals war trocken, mein kompletter Körper tat mir weh und ich fühlte eine große Leere in mir. Als ich die Augen aufschlug, blendete mich helles Licht. Nach kurzer Zeit hatten meine Augen sich daran gewöhnt und ich erkannte, dass ich im Fuchsbau war. Genauer gesagt lag ich in Freds Bett. Schon wieder schossen mir die Tränen in die Augen und ich schluchzte leise auf. Kurz darauf spürte ich, wie jemand meine Hand nahm und beruhigend über meinen Handrücken strich. Als ich aufschaute, sah ich einen blassen George mit tiefen Ringen unter den Augen an meinem Bett sitzen. Er sah genauso aus wie ich mich fühlte. „George, ich…es tut so weh…“, schluchzte ich leise. „Ich weiß“, auch er hatte nun wieder Tränen in den Augen. „Er fehlt mir so, schon jetzt“, hauchte er schwach. Da konnte ich ihm nur leise zustimmen. Die nächsten Tage, Wochen und Monate, waren die schlimmsten, die ich je erlebt habe. George schien es ähnlich zu gehen. In dieser Zeit war ich so gut wie immer im Wasser zu finden. Da ich es weder im Fuchsbau, noch zuhause, in der Wohnung über dem Laden aushielt, wohnte ich übergangsweise bei Bill und Fleur. Die beiden wohnten in einem Haus, nahe dem Meer, was mir sehr gelegen kam. Unsere Freunde und Familien halfen uns so gut es ging und drei Monate nach Freds Tod, beschloss George den Laden wieder zu öffnen. Fred hätte es so gewollt. Deshalb begann auch ich wieder zu arbeiten. Doch während George langsam aber sicher zurück ins Leben fand, verbesserte sich mein Zustand nicht. Noch immer weinte ich jeden Tag, besonders wenn ich abends im Bett lag, denn da fühlte ich mich immer schrecklich allein. Auch bei der Arbeit war ich nicht wirklich anwesend, doch George war neben meinem Vater der einzige der mich verstand, weshalb er nichts sagte, sondern mich einfach machen ließ. Inzwischen muss wohl ein halbes Jahr oder mehr vergangen sein, doch noch immer hatte sich nicht viel an meinem Zustand geändert. Ab und zu schaffte ich es über einen Witz der anderen leicht zu lächeln, was diese als Besserung meines Zustandes ansahen. Es war Sonntag, der Laden hatte zu weshalb ich nicht arbeiten musste, deshalb befand ich mich schon seit dem Morgen im Meer. Im Wasser schaffte ich es immer den tiefen Schmerz in meinem Inneren etwas auszublenden. Gerade versuchte ich mich voll und ganz auf die Ruhe unter Wasser zu konzentrieren, als ich eine Stimme flüstern hörte: „Marina? Bist du es? Nach so langer Zeit?“ Erschrocken riss ich die Augen auf. Einige Meter entfernt, sah ich eine Frau mit langen blau-violetten Haaren schwimmen. Sie schien Unter Wasser atmen zu können, denn ihre Brust hob und senkte sich. „Ich, nein, ich heiße Cecely. Meine Mutter hieß Marina“, antwortete ich, ohne daran zu denken, dass ich mich ja unter Wasser befand. Staunend nahm ich zur Kenntnis, dass kein Wasser in meinen Mund gelangte als ich sprach. „Seltsam, du siehst genauso aus wie sie“, misstrauisch sah mich die Frau an. „Das sagt mein Vater auch immer…“, murmelte ich. „Aber wer bist du?“ „Ich heiße Mayla und war einst eine gute Freundin deiner Mutter“, antwortete sie. „Sie kam oft zu mir ins Wasser und erzählte mir über die Welt der Menschen, doch irgendwann kam sie einfach nicht wieder… Ich habe lange auf sie gewartet, habe sie jetzt aber seit 15 Jahren nicht mehr gesehen.“ „15 Jahre… vor 15 Jahren wurde meine Mutter ermordet“, murmelte ich. „Ermordet? Wie schrecklich! Das wusste ich nicht, ich dachte sie wollte mich nicht mehr sehen!“, rief Mayla erschrocken aus. „Wie kommt es das du nie nach ihr gesucht hast? Und was meintest du eben mit `Welt der Menschen´?“, fragte ich sie verwirrt. „Oh, entschuldige, da du die Tochter von Marina bist, dachte ich du wüsstest es. Ich bin eine Nixe, deshalb kann ich leider nicht an Land. Deine Mutter hingegen war nur zur Hälfte Nixe, immer wenn sie das Wasser berührt hat, wurde sie zur Nixe und wir sind zusammen geschwommen, am liebsten haben wir mit den kleinen Regenbogenfischen gespielt. Hast du dich denn nie gewundert, warum das Wasser so anziehend auf dich wirkt? Warum deine Haare lila werden, wenn sie nass sind? Oder du solange unter Wasser bleiben kannst, ohne das dir die Luft ausgeht? Cecely, du bist zum Viertel eine Nixe!“ „Ich, was!“ „Mein Vater hat mir erzählt, ich würde das Wasser eben besonders gerne mögen und deshalb so gerne im Wasser sein.“ „Nein Cecely, du stammst von Nixen ab. Ich kenne deine Großmutter, sie hieß Ilayda. Vor vielen Jahren hat sie sich in einen Menschen verliebt, kurz darauf kam deine Mutter auf die Welt. Leider ist sie vor wenigen Wochen verstorben, sonst hättest du sie kennenlernen können“, erzählte mir die Nixe. In den nächsten Wochen traf ich mich sehr oft mit Mayla, sie erzählte mir mehr über meine Großmutter und über meine Mutter, aber auch über die Nixen an sich erfuhr ich einiges. Kaum einer der Menschen weiß, dass sie existieren, denn sie beruhen auf einer alten Legende, die von den meisten als Aberglaube oder Unsinn abgestempelt wurde. Laut dieser Legende soll der Wassergott Poseidon vor langer Zeit einmal erschienen sein und habe bestimmte Menschen, Hexen und Zauberer, als auch Muggel, ausgewählt und hat sie in Nixen verwandelt, um die Meere und Seen zu schützen. Als Mayla mir jedoch erzählte, dass sich alle Nixen in ihrem Leben nur einmal verlieben konnten, brach die Welt über mir zusammen und die Tränen begannen heftiger den je zu fließen. Besorgt fragte sie mich, was ich denn hätte, so erzählte ich ihr alles, von Fred und mir, wie glücklich wir waren, wie er gestorben war und wie sehr ich unter seinem Verlust litt. Daraufhin schwieg sie. Diese Reaktion war eine völlig andere, als ich erwartet hatte. Nach einiger Zeit der Stille, begann sie zögerlich zu reden: „Cecely, wenn ich mich nicht täusche, gibt es eine Möglichkeit ihn zurück zu holen.“ Völlig geschockt, aber mit neuer Hoffnung, starrte ich sie an. „Wie?“, war alles was ich herausbrachte. „Ich muss dich warnen, es wird nicht einfach werden. Außerdem würdest du alle deine Nixenkräfte verlieren“, erklärte Mayla mir. „Solange ich Fred wiederbekomme, mache ich alles, auch wenn es mich meine Nixenkräfte kostet“, ich weinte fast, so froh war ich über ihre Worte. „Es kann auch sehr gut passieren, dass du dich danach an nichts mehr von dieser Welt erinnern kannst. Du wirst vergessen, dass du jemals hier warst, was du getan hast. Du wirst mich, sowie diese komplette Welt vergessen und dich nie wieder daran erinnern können. Bist du dir sicher, dass du es trotzdem versuchen willst?“, fragte sie mich und sah mich ernst an. „Ja, ich bin mir absolut sicher.“ Nachdem mir Mayla alles genau erklärt hatte, machte ich mich fest entschlossen auf den Weg zu meinem Vater. Ich wollte endlich erfahren, warum meine Mutter ermordet wurde. Zuvor war er immer ausgewichen, wenn ich das Gespräch in diese Richtung gelenkt hatte, doch nun musste ich es wissen. Ich stellte meinen Vater zur Rede und er erzählte mir unter Tränen, dass meine Mutter, Marina Zonko, von Muggeln ermordet wurde, die herausgefunden hatten, dass sie anders war, dass sie eine Nixe war. Auf die Frage, warum er mir dies nicht schon früher erzählt hatte, beichtete er mir, dass er sich Vorwürfe macht. Er konnte meine Mutter damals nicht beschützen und hatte Angst, dass ich ihm dies nicht verzeihen könnte. Außerdem hatte er Angst, die Muggel könnten herausfinden, dass auch ich eine Nixe war, wenn auch nur zum Viertel, und würden auch mich umbringen. Daraufhin erzählte ich ihm, dass ich bereits wusste wer ich bin, und dass ich ihm deswegen auf keinen Fall böse sein könnte. Außerdem berichtete ich, wie ich Mayla kennengelernt hatte und was sie mir über Fred erzählt hatte. Er freute sich sehr für mich und begann sofort mit mir nach dem Amulett meiner Mutter zu suchen. Es war ein Erbstück meiner Familie mütterlicherseits, was bedeutete, dass es von den Nixen abstammte. Eigentlich gehörte das Amulett inzwischen mir, doch ich hatte es nie mit nach Hogwarts genommen, da ich so schon keinen Platz mehr in meinem Koffer hatte. Mayla hatte mir erzählt, dass jede Nixe ein solches Amulett besaß, welches immer weitervererbt wurde. Wir suchten im kompletten Haus und nach einigen Stunden der Suche, hatten wir es endlich gefunden. Ich war unendlich glücklich es gefunden zu haben, denn nun hatte ich alles beisammen, was ich brauchte, um Fred wieder zurückzuholen. Im nächsten Monat wurde ich von Mayla unterrichtet. Sie brachte mir mäarisch bei, die alte Sprache der Nixen. An der Zeremonie, welche an Neumond stattfinden sollte, musste ich in dieser Sprache das Wasser bitten, mir Fred zurück zu geben und einen komplizierten Spruch aufsagen. Heute war es soweit. Um Punkt 0 Uhr holte mich Mayla am Meeresrand ab. Bevor ich zu ihr ins Wasser sprang, zauberte ich mir noch schnell einen Kopfblasenzauber, ich konnte zwar lange unter Wasser bleiben und auch reden, allerdings würde die Zeremonie über eine Stunde gehen und solange hielt ich es auch nicht unter Wasser aus ohne zu Atmen. Gemeinsam tauchten wir hinab auf den Meeresgrund, bis zu einer Art Höhle, in der sich ein Altar befand. Dort warteten auch schon der Rat der Ältesten Nixen auf mich, ihnen hatte mich Mayla auch schon vorgestellt, denn ich brauchte ihre Zustimmung um Fred zurück zu holen. Langsam und unter den wachsamen Blicken der Anwesenden, trat ich an den Altar und öffnete das Amulett, welches um meinen Hals hing. Mit zitternden Händen öffnete ich es und schüttete den Inhalt der Phiole, die mir Mayla gereicht hatte, in ebendieses. Darin befand sich die Träne einer Nixe, welche ich von ihr bekommen hatte. Sobald diese sich in meinem Amulett befand, schloss ich dieses wieder und legte es in die vorgesehene Vertiefung auf dem Altar, wo es perfekt hineinpasste. Nun bat ich das Wasser darum, mir Fred zurück zu geben. Ich wartete auf eine Antwort und dachte schon, ich hätte die Erlaubnis nicht bekommen, doch da begann das Wasser um mich herum zu sprudeln, was bedeutete, ich hatte die Erlaubnis bekommen. Nun konzentrierte ich mich auf die Formel, die ich aufsagen musste. Ich sprach die Worte, doch je näher ich dem Ende der Formel kam, desto schwächer wurde ich. Mit Mühe schaffte ich es die letzten Worte zu flüstern, ehe ich mein Bewusstsein verlor. Das Erste was ich bemerkte als ich zu mir kam war, dass ich nicht mehr im Wasser war und jemand meine Hand hielt. Ich blinzelte schwach und es dauerte einige Sekunden bis ich erkennen konnte wer derjenige war. Als ich Fred erkannte, lächelte ich schwach. „Du lebst.“ „Und das verdanke ich ganz allein dir“, grinste er mich an, ehe er ernst wurde. „Du hast all das getan, nur um mich zurück zu holen? Warum?“ „Weil ich ohne dich nicht leben kann Fred, ich liebe dich“, murmelte ich schwach, aber lächelnd. Kurz darauf musste ich wieder ohnmächtig geworden sein, denn ich lag in einem Bett, als ich aufwachte. Neben mir im Bett lag Fred und schlief tief und fest. Wir befanden uns, der Umgebung nach zu schließen, in dem Gästezimmer von Bill und Fleur, welches die letzte Zeit als mein Zimmer fungiert hatte. Ich war stolz auf mich, ich hatte es geschafft, Fred lebte. Er war wieder hier. Bei mir. Auch wenn ich nicht mehr wusste, wie ich das geschafft hatte, war ich unfassbar glücklich. Nach einem Blick auf die Uhr, welche mir verriet, dass wir schon lange Nachmittag hatten, stieg ich aus dem Bett und zog mich an. Dabei fiel mir ein schönes goldenes Amulett auf, dass von meinem Hals baumelte und irgendwie hatte ich das Gefühl, es gehöre mir und es wäre unheimlich wichtig, doch mehr wollte mir dazu nicht einfallen. Mit einem letzten Blick auf den friedlich schlafenden Fred, öffnete ich leise die Tür und ging die Treppen hinunter. Mein Ziel war die Küche, aus welcher ich fröhliche Stimmen hören konnte. Als ich eintrat, verstummten für einen kurzen Augenblick alle Gespräche und alle Anwesenden starrten mich an. Keine Sekunde später brachen die Fragen nur so über mich herein. „Geht es dir gut?“ „Möchtest du dich setzen?“ „Wie fühlst du dich?“ Mit dieser Situation komplett überfordert, stand ich einfach nur da und brachte kein Wort heraus. Auf einmal stand George vor mir und schloss mich in eine feste Umarmung. „Danke“, flüsterte er, „Danke, dass du Fred zurückgeholt hast.“ Als er sich aus der Umarmung gelöst hatte, bemerkte ich das er vor Freude weinte. „Gerne“, gab ich leise zur Antwort, mehr brachte ich in diesem Moment nicht heraus. „Cecely Schätzchen, setz dich doch. In ein paar Minuten ist das Abendessen fertig, du musst dringend etwas essen Kind!“, meinte Molly lächelnd. Wir waren noch nicht fertig mit Essen, da hörte ich jemanden die Treppe herunterkommen und kurz darauf betrat Fred die Küche. „Hallo meine Lieben, ich bin zurück unter den Lebenden! Na, hab ich euch gefehlt?“ Später erfuhren Fred und ich, dass Fleur uns ohnmächtig am Strand, nahe dem Haus, gefunden hatte. Da ich nicht pünktlich wie sonst immer zum Abendessen erschienen war, hatte sie sich auf die Suche nach mir gemacht und uns beide gefunden. Natürlich hatte sie sofort die ganze Familie informiert, welche auch sofort kam, samt Katie, Lee und Alicia, um sich selbst davon zu überzeugen, dass Fred lebte. Inzwischen war der Alltag wieder eingekehrt. Selbstverständlich lebte ich nicht mehr bei Bill und Fleur, sondern wieder bei Fred und George in der Wohnung über ihrem Laden. Die Zwillinge arbeiteten heute, während ich meinen freien Tag hatte. Als es auf den Abend zuging, beschloss ich heute für die beiden Abendessen zu kochen. Normalerweise bestellten wir uns immer etwas, da nach der Arbeit niemand mehr Lust dazu hatte zu kochen. Gerade als Fred und George unsere Wohnung betraten, hatte ich das fertige Essen auf den Tisch gestellt. Kaum hatten die beiden das Essen gesehen, stürzten sie sich auch schon darauf, was mich schmunzeln ließ. Nach dem Essen machten wir es uns alle auf dem Sofa bequem und schauten einen Film über Piraten, der auch ziemlich witzig war. Ich hatte mich an Fred gekuschelt und da ich so müde und Fred so bequem war, schlief ich kurz vor Ende des Films ein. Das passierte mir öfter und normalerweise trug mich Fred dann immer ins Bett, doch heute wurde ich von ihm durch einen Kuss geweckt. Verwirrt schaute ich Fred an, als ich bemerkte, dass ich noch auf dem Sofa lag und der nächste Tag noch nicht begonnen hatte. Dieser deutete mir allerdings nur, aufzustehen, was ich sogar tat. Ohne ein Wort zu sagen, zog er mich auf unseren Balkon. „Fred, was soll das Ganze hier werden? Ich bin müde, warum darf ich nicht weiterschlafen?“, murrte ich. „Wirst du noch sehen, warte nur noch einen Moment“, flüsterte er mir zu. Als ich begann zu zittern, zog er mich näher an sich. Ich wollte mich gerade darüber beschweren, was das Ganze hier denn nun werden sollte, als auf einmal ein großes Feuerwerk am Nachthimmel zu explodieren begann. Fasziniert, aber auch leicht verwirrt, sah ich ihn an. „Habe ich was verpasst? Ist schon Silvester? Wir haben doch erst Anfang September?“ Alles was ich an Antwort bekam, war ein belustigtes Kopfschütteln, woraufhin ich mich wieder von ihm abwandte und weiter das wunderschöne Feuerwerk beobachtete. Auf einmal beobachtete ich, wie sich das Muster des Feuerwerks immer mehr veränderte, bis man schließlich klar und deutlich die Worte „Willst du mich heiraten?“ zu erkennen waren. Noch verwirrter als zuvor, drehte ich mich zu Fred um. Dieser stand allerdings nicht mehr hinter mir, sondern kniete auf dem Boden. Ehe ich etwas sagen konnte, begann er zu sprechen: „Cecely Zonko, du bedeutest mir die Welt, nur dank dir, lebe ich und kann hier sein, auch wenn ich bis heute nicht weiß, wie du das geschafft hast. Ich liebe dich, niemand könnte perfekter sein als du, auch wenn du mir, zugegebener Maßen, ziemlich auf die Nerven gehen kannst, eindeutig zu viele Süßigkeiten isst und ich nicht verstehe warum deine Fingernägel immer bunt lackiert sein müssen, frage ich dich hiermit ganz offiziell. Willst du mich heiraten?“ Bei seinen letzten Worten hatte er eine kleine dunkelblaue Schachtel hervorgeholt. „Natürlich will ich dich heiraten du Idiot!“, lachte ich glücklich und fiel ihm um den Hals. Am 22.06. heirateten wir schließlich. Es war einer der schönsten Tage meines Lebens, die ganze Familie, sowie unsere besten Freunde waren da und die Hochzeitstorte war die Beste, die ich jemals gegessen hatte. Zugegebenermaßen war ich davor noch nie auf einer Hochzeit, doch die Torten an George und Alicias, sowie an Katie und Lees Hochzeit, welche ebenfalls noch in diesem Jahr stattfanden, waren bei weitem nicht so gut wie unsere. Die Jahre vergingen und inzwischen war George zusammen mit Alicia und ihrem kleinen Sohn Josh aus unserer Wohnung ausgezogen. Sie wohnten nun in einem kleinen Häuschen auf dem Land. Fred und ich hatten vorerst beschlossen keine Kinder zu bekommen, doch als wir den kleinen Josh und die kleine Sophie, die Tochter von Katie und Lee, sahen, änderte ich unsere Einstellung ziemlich schnell und zwei Monate später war ich mit den Zwillingen Leo und Luke schwanger. Als ich zwei Jahre später erneut schwanger wurde, diesmal mit unserer Tochter Lynn, wurde die Wohnung über dem Laden zu klein für uns und wir zogen in die Nähe von George und Alicia aufs Land. Wenige Straßen weiter in unserem Dorf, wohnten auch Katie und Lee. Unsere jüngste Tochter, Ann, kam drei Jahre später zur Welt. Während Leo und Luke, beide nach Gryffindor kamen, genau wie zwei Jahre später ihre Schwester Lynn, wurde Ann eine Hufflepuff. Zusammen mit ihren Freunden heckten alle vier, genau wie George, Katie, Lee, Fred und ich, einige Streiche aus, wobei es vorkommen konnte, dass wir ihnen auf ihre Bitten hin, gerne hin und wieder einige unserer Scherzartikel zuschickten, wenn ihr Vorrat in Hogwarts drohte auszugehen. Als mein Vater einige Jahre später beschloss in den Ruhestand zu gehen, bekam ich den Laden, welchen wir ebenfalls in Weasleys Zauberhafte Zauberscherze umbenannten und somit eine weitere, wenn auch kleinere Filiale als in der Winkelgasse, eröffneten. Immer wenn wir bei Bill und Fleur zu Besuch waren, wanderte ich am Strand entlang, bis zu dem Fleck, an dem Fleur uns damals gefunden hatte, doch wie ich es damals geschafft hatte, Fred von den Toten zurückzuholen, wusste ich nicht mehr und es fiel mir auch nie wieder ein. Nur ab und an, wenn ich von dieser Stelle hinaus aufs Meer schaute, kam es mir so vor, als würde dort draußen auf einem Felsen eine Frau mit seltsamen blauen Haaren sitzen und mir zu winken.

24.2 % der User hatten die Auswertung: Heute war Silvester. Für mich allerdings, war es ein Tag wie jeder andere, denn ich hatte keine Familie mit der ich den Beginn eines neuen Jahres hätte feiern können. Meine Familie bestand nämlich nur noch aus meinem Vater Garrick Ollivander, meine Mutter habe ich nie kennengelernt, da sie bei meiner Geburt verstorben ist. Allerdings muss ich ihr sehr ähnlich sehen mit meinen honigblonden, brustlangen Haaren, meiner normalen Figur und meinen sturmgrauen Augen. Nur mein Muttermal an meiner linken Schläfe habe ich von meinem Vater. Doch dieser hat sich mit der Zeit immer mehr von mir abgewandt, warum weiß ich nicht genau, doch ich habe den Verdacht, dass er krank ist. Immer wenn ich ihn darauf anspreche blockt er ab, das ging inzwischen soweit, dass ich ihn kaum noch zu Gesicht bekomme. Den ganzen Tag sitzt er in seinem Zimmer und kommt nur raus, wenn ich nicht in der Nähe bin. Nicht einmal an Weihnachten ist er rausgekommen und so waren das ziemlich einsame Feiertage für mich. Seufzend stehe ich auf und mache mich fertig. Trotz des Feiertages wollte ich den Laden heute nicht geschlossen lassen, die Arbeit würde mich wenigstens etwas ablenken, und ich hätte dadurch auch etwas Sinnvolles zu tun. Dad hatte mir nämlich letztes Jahr an meinem Geburtstag seinen Laden vererbt. Das war auch der Zeitpunkt, ab dem ich wusste, dass etwas mit ihm nicht stimmte. Niemals hätte mein Vater mir einfach so seinen Laden überlassen. Nicht das ich keine Zauberstäbe herstellen konnte oder wollte, ich liebte diese Beschäftigung und Dad hatte es mir schon sehr bald beigebracht, doch er liebte diese Arbeit genauso sehr wie ich. Nachdem ich mir noch einen Apfel aus der Küche geschnappt hatte, ging ich nach unten in den Laden und begann seufzend erst einmal etwas aufzuräumen. Gestern hatte nämlich jemand einen neuen Zauberstab gekauft und dabei ist einiges durcheinandergeraten und zu Bruch gegangen, bevor wir den richtigen Stab gefunden hatten. Ich war fast fertig mit aufräumen, als ich das Klingeln der Tür hörte, die mir ankündigte, dass jemand den Laden betreten hatte. Als ich in den vorderen Teil des Ladens lief, sah ich einen mir nur allzu gut bekannten, rothaarigen Typen vor dem Tresen stehen. „Hey Fred, was treibt dich denn so früh hier her?“, rief ich ihm grinsend zu, ja ich kann die Zwillinge auseinanderhalten. „Früh? Wann hast du denn das letzte Mal auf die Uhr geschaut? Wir haben schon 14 Uhr!“, meinte er stirnrunzelnd. „Waaaaas? Da habe ich vor lauter aufräumen wohl mein komplettes Zeitgefühl verloren. Aber jetzt sag schon, was verschlägt dich hier her? Ist George schon wieder aus Versehen auf deinen Zauberstab getreten?“ „Nein, dieses Mal ausnahmsweise nicht. Es gibt einen anderen Grund warum ich hier bin. Heute ist doch Silvester, und da du niemanden hast mit dem du feiern kannst, dachten George und ich wir fragen einfach, ob du nicht Lust hättest mit uns und unserer Familie im Fuchsbau zu feiern?“ Bevor ich irgendetwas darauf erwidern konnte, fuhr er auch schon fort. „Mom würde sich freuen dich endlich kennenzulernen, schließlich erzählen wir ihr schon seit einem halben Jahr von der hübschen Tochter von Mr. Ollivander, die jetzt sogar seinen Laden übernommen hat“, zwinkerte er mir zu. „Fred…ich weiß nicht. Ich will euer Familienfest nicht stören.“, warf ich unsicher ein. „Ach was, du störst doch nicht Coco! Biiiiitte komm doch mit, du würdest George und mir eine große Freude machen.“ „Na gut, du hast mich überredet, ich komme mit. Wann geht’s los?“, seufzte ich ergeben. „Wir holen dich um Punkt 18 Uhr hier ab, ich muss jetzt muss ich auch wieder los, sonst ertrinkt der arme George noch im Ansturm der Menschenmassen in unserem Laden“, zwinkerte er mir zu und kurz darauf war er auch schon wieder draußen. Seit einem halben Jahr waren die Zwillinge und ich nun schon befreundet, eigentlich seit sie die Schule geschmissen und in der Winkelgasse, nicht weit entfernt von meinem Laden, ihren eigenen Laden eröffnet hatten. Ich mochte die zwei Chaoten echt gerne, bevor sie hier auftauchten war ich ziemlich einsam. Nicht weil ich keine Freunde habe, ich habe welche, allerdings schaffe ich es nicht, mich oft mit ihnen zu treffen, weshalb der Kontakt auch immer weniger wird. Um kurz vor 18 Uhr stand ich fertig unten im Laden und wartete, bis man mich abholen würde. Ich hatte ein knielanges, dunkelrotes Kleid an und eine schwarze Weste, wir würden apparieren, weshalb ich nichts Wärmeres brauchen würde, wir sind ja nicht lange draußen. Meine Haare hatte ich leicht gewellt und ein paar Strähnen hatte ich nach hinten festgesteckt. Außerdem trug ich ein dezentes Makeup. Wie versprochen klingelte es um Punkt 18 Uhr. Ich rief noch schnell ein „Ich bin jetzt weg Dad!“, nach oben, ehe ich nach draußen trat und in zwei staunende Gesichter sah. „Wow, Coco, so kennt man dich ja gar nicht. Du siehst wunderschön aus“, war das Erste was ich von Fred und George zu hören bekam. „Danke“, murmelte ich und wurde rot, „Wollen wir los?“ Kaum waren wir appariert, zogen mich Fred und George auch schon ins Haus. Wir wurden anscheinend schon erwartet, denn fast alle Plätze an dem vollgedeckten Tisch waren schon besetzt. Es duftete nach den verschiedensten Speisen und ich freute mich schon diese probieren zu dürfen. Am Tisch saßen fünf Personen, alle mit leuchtend roten Haaren, wie die von Fred und George. „Hallo“, murmelte ich nur schüchtern in die Runde, während Fred und George ein lautes und fröhliches „Hier sind wir und wir haben noch jemanden mitgebracht!“, schrien. Eine rundliche, freundlich aussehende Frau steht auf und kommt auf mich zugelaufen, um mich kurz darauf auch schon in ihre Arme zu schließen. „Hallo Schätzchen, ich bin Molly, schön dich kennenzulernen. Fred und George haben schon viel über dich erzählt.“ Nachdem sie mich wieder losgelassen hatte, schauten mich alle an. „Ähh… Hi, ich bin Coralie…“ Alle lächelten mich freundlich an und Molly, Fred, George und ich setzten uns zu den anderen an den Tisch. Da wir nun anscheinend vollzählig waren, begann das Festessen. Ich saß zwischen Fred und George, die es schafften, mir während sie Unmengen an Essen in sich stopften, zu erzählen wer wer war. So erfuhr ich, dass das einzige Mädchen am Tisch die 15-jährige Ginny Weasley war, der älteste der Brüder von Fred und George war Bill und ihr Vater hieß Arthur. Molly kannte ich ja schon. Nur der Name des letzten, zweitältesten der Weasleys, ließ mich nachdenklich werden. Charlie. Charlie Weasley, irgendwoher kam mir der Name bekannt vor und als er mich das Erste Mal ansah und angrinste, als Fred und George wieder einmal einen ihrer Witze gerissen hatten, wusste ich auch woher. Ich kannte ihn wirklich. Aus Hogwarts. Zwar war er in Gryffindor, und zwei Stufen über mir gewesen, und ich in Ravenclaw, aber jeder hatte den erfolgreichen Sucher und Kapitän der Quidditchmannschaft der Gryffindors gekannt. Außerdem muss ich zugeben, dass ich damals ziemlich für ihn geschwärmt hatte. Und tatsächlich sieht er heute sogar noch besser aus als vor einigen Jahren in Hogwarts. Nach dem Essen setzten wir uns alle in das gemütliche Wohnzimmer der Weasleys und redeten und lachten viel ehe es Zeit wurde nach draußen zu gehen um das neue Jahr zu begrüßen. Tatsächlich war es draußen kälter als gedacht, und ich zitterte ein wenig, als sich plötzlich jemand neben mich stellte. „Du, sag mal Coralie, kann es sein das wir uns schon einmal gesehen haben? Du kommst mir irgendwie bekannt vor“, fragte Charlie mich leise. Ich wurde leicht rot. Verdammt, warum war ich nur so schüchtern! „Schon möglich, ich war zwei Schuljahre unter dir in Hogwarts“, erwiderte ich lächelnd. „Könnte es dann möglich gewesen sein, dass du diejenige warst, die ich aus Versehen fast umgebracht hätte?“ Ich wurde knallrot. Ja, er hatte Recht, das war ich gewesen. Ich saß damals total versunken in eines meiner Lieblingsbücher ganz oben auf der Tribüne beim Qidditchfeld und hatte nichts mitbekommen. So kam es auch, dass ich nicht mitbekam, wie die Gryffindors ihr Training begannen. Das Ganze endete damit, das Charlie, der vollkommen auf den Schnatz fixiert war, samt Besen in mich hineinkrachte, ich daraufhin das Gleichgewicht verlor und beinahe einige Meter in die Tiefe gestürzt wäre, hätte Charlie nicht geistesgegenwärtig meine Hand gepackt und mich wieder auf die Tribüne gezogen. Das alles war mir ziemlich peinlich, weshalb ich schnell meine Sachen zusammenpackte und zurück zum Schloss rannte. Seitdem bin ich Charlie aus dem Weg gegangen, der mich in den ersten Wochen nach dem „Unfall“ ständig zu verfolgen schien. Von meinen Freunden erfuhr ich schlussendlich, dass er sich bei mir Entschuldigen wollte. Mit einer Packung Pralinen und einem Blumenstrauß. Merlin sei Dank gab er dieses Vorhaben nach drei Wochen auf, da er mich nie erwischte, weil ich ihm ja schließlich aus dem Weg ging. „Ja, das könnte auch sein“, murmelte ich leise, doch er hatte mich trotzdem verstanden. „Und warum bist du mir danach die ganze Zeit aus dem Weg gegangen? Ich wollte mich bei dir entschuldigen, doch du warst immer sofort weg, wenn ich zu dir wollte.“ Die Antwort auf diese Frage blieb mir, Merlin sei Dank, erspart, denn kurz nachdem er zu Ende gesprochen hatte, gingen die Ersten Feuerwerkskörper los und Fred zog mich schwungvoll in seine Arme. „Frohes Neues Coco!“ „Frohes Neues Fred“, lächelte ich zurück, froh um eine Antwort herumgekommen zu sein. Am nächsten Morgen wurde ich durch ein Klopfen an meinem Fenster geweckt. Schnell stand ich auf und lies Snow, meine kleine Schleiereule, herein. Nachdem ich ihr etwas Futter und Wasser hingestellt hatte, widmete ich mich dem Brief den sie mir gebracht hatte. War ein echt schöner Abend gestern, ich bin froh das du dabei warst. Fred Ja, gestern war ein wirklich schöner Abend gewesen. Nachdem wir uns alle zusammen das wunderschöne Feuerwerk angesehen hatten, waren wir wieder nach drinnen gegangen um anzustoßen. Kurz darauf war ich aber auch schon wieder nach Hause appariert, denn auch heute sollte ich meinen Laden öffnen. Nach Silvester kamen immer besonders viele Kunden. Ich weiß nicht genau wie, aber viele schafften es an diesem Abend ihren Zauberstab zu beschädigen. Nachdem ich, mal wieder erfolglos, an die Tür meines Vaters geklopft und einen Cappuccino sowie einen Toast mit Marmelade gefrühstückt hatte, ging ich nach unten in den Laden und öffnete ihn. Nach einiger Zeit betraten die ersten Kunden den Laden und ich fing an meiner Arbeit nach zu gehen und diverse Zauberstäbe zu reparieren. Die Arbeit machte mir Spaß, ich spüre zu jedem Zauberstab eine gewisse Verbindung und es ist fast so, als würden sie mir zuflüstern, an welcher Stelle ich etwas ausbessern oder geradebiegen musste. Als es kurz vor 19 Uhr war, war ich gerade dabei den Laden zu schließen, allerdings stürmte genau in dem Moment als ich nach meinem Zauberstab griff um die Tür abzuschließen und das „Geöffnet“-Schild auf „Geschlossen“ drehen wollte, noch jemand in den Laden. „Entschuldigung, aber hätten sie eventuell noch kurz Zeit für mich?“, fragte mich die Person gestresst und schien in einer vollbepackten Tasche nach ihrem Zauberstab zu suchen. Nach einem kurzen Augenblick in dem ich mich erst einmal sammeln musste, so sehr hatte mich diese Situation überrumpelt, antwortete ich. „Ähh… also eigentlich wollte ich gerade schließen, aber ich kann mir ihren Zauberstab gerne einmal ansehen.“ Anscheinend hatte der Typ seinen Zauberstab endlich gefunden, denn erst jetzt kam er dazu mich anzuschauen, er sah überrascht aus. Aber das war ich auch. Vor mir stand nämlich Charlie Weasley. „Oh, Coralie, du arbeitest hier? Wo ist denn mit Mr. Ollivander?“, fragte er ziemlich verwirrt. „Hi Charlie, ich, ähm, ja ich arbeite hier…, meinem Vater geht es nicht besonders gut…“, stammelte ich verlegen. Das ich nicht nur hier arbeitete, sondern der Laden jetzt mir gehörte musste er ja nicht gleich wissen, er war ja so schon verwirrt genug. „Deinem Vater? Mr. Ollivander ist dein Vater?“ Charlie starrte mich entgeistert an. „Wow!“ „Ja, ist er. Aber was ist denn jetzt mit deinem Zauberstab, deshalb bist du doch hier, oder?“, wollte ich wissen. „Äh ja genau, nach dem du gestern weg warst, ist mir ein kleines Missgeschick passiert. Wie genau kann ich dir nicht sagen, aber auf einmal sah mein Zauberstab so aus.“ Er hielt mir seinen Zauberstab entgegen, er war ziemlich schlicht und ich schätzte ihn auf circa 12 Zoll. Sobald ich ihn in meinen Händen hielt, wusste ich, dass er aus Eschenholz bestand und einen Kern aus Drachenherzfasern besaß. Ich lächelte, er passte gut zu Charlie. Allerdings wusste ich auch sofort was das Problem war. Sein Zauberstab vibrierte leicht wenn man ihn berührte und das Holz wies einige Kerben auf, die dort nicht sein sollten. „Das bekomm ich hin, warte schnell, ich bin gleich wieder da“, murmelte ich und verschwand samt Zauberstab im hinteren Teil des Ladens. Dort suchte ich die passende Tinktur heraus und strich den Zauberstab vorsichtig damit ein. Ich lies diese wenige Minuten einwirken und schon war Charlies Zauberstab wieder wie neu. Nachdem dies geschafft war, lief ich wieder zu Charlie nach vorne in den Laden. Dieser strahlte mich überglücklich an, als ich ihm seinen nun wieder funktionstüchtigen Zauberstab überreichte. „Danke Coralie! Wieviel bekommst du dafür?“ „Da wir uns kennen und du der Bruder von Fred und George bist, nichts“, meinte ich lächelnd und tatsächlich konnte sein grinsen noch breiter werden. „Danke, du bist ein wahrer Engel!“, antwortete er daraufhin und zog mich in eine kurze Umarmung. „Und wo ich schonmal hier bin, frag ich dich jetzt einfach ob du nicht Lust hättest ein Butterbier im Tropfenden Kessel mit mir zu trinken?“ Erst war ich mir ziemlich unsicher gewesen ob ich auf Charlies Angebot eingehen sollte, doch er hatte mich schon bald, dank seiner grandiosen Überredungskünste, überredet gehabt. Und deshalb saßen wir jetzt, jeder mit einem Butterbier vor sich, im Tropfenden Kessel und redeten schon seit etwa einer Stunde über alles Mögliche. „Sag mal Coralie, hast du eigentlich einen Spitznamen? Dein richtiger Name ist zwar wunderschön, aber doch ziemlich lang“, schmunzelte er nachdem einige Zeit vergangen war. Durch das unerwartete Kompliment wurde ich etwas rot. „Fred und George nennen mich Coco“, zuckte ich mit den Schultern. „Ja stimmt, so haben sie dich gestern genannt. Aber irgendwie passt der Name nicht so gut zu dir, ich weiß auch nicht.“ Er dachte einige Minuten angestrengt nach, bevor er mich glücklich anstrahlte. „Wie wäre es denn, wenn ich dich Cora nennen würde. Ich finde der Name passt viel besser zu dir als Coco.“ „Ähm ja okay, warum denn nicht“, murmelte ich leise. Ich denke mit diesem Namen kann ich mich anfreunden. Irgendwie gefällt er mir sogar besser als Coco. Es war ein sehr schöner Abend gewesen. Wir hatten noch bis halb Elf geredet und uns wirklich gut verstanden. Charlie bezahlte trotz meines, zugegeben ziemlich leisen Protestes, ich bin einfach zu schüchtern, unser Butterbier und brachte mich noch nach Hause bevor er zurück nach Rumänien disapparierte. Dort, das hatte ich unter anderem an diesem Abend erfahren, arbeitete er nämlich in einem Drachenreservat, weshalb er auch die vielen kleinen Brandnarben im Gesicht und an den Händen hatte. Seit diesem Abend apparierte Charlie jeden Freitagabend, kurz bevor ich den Laden schloss, in eben diesen und wir gingen ein, zwei Butterbier trinken oder einfach in der Winkelgasse spazieren, schauten uns die Schaufenster an und redeten viel miteinander. Inzwischen waren wir sehr gute Freunde geworden und ich freute mich immer die ganze Woche lang auf Freitagabend. Als ich mehrere Monate später morgens, nach einem lustigen gemeinsamen Abend mit Charlie, aufstand und aus meinem Zimmer ging, sah ich, dass die Tür zum Zimmer meines Vaters offenstand. Überrascht trat ich hinein, bereit meinen Vater endlich einmal zur Rede zu Stellen, doch das Zimmer war leer. Das einzige was ich fand, war ein Brief, der auf seinem großen Schreibtisch lag und auf dem feinsäuberlich in seiner Handschrift mein Name stand. Coralie Ollivander Ich hatte Angst diesen Brief zu öffnen, er sah so förmlich aus und ich hatte ein sehr schlechtes Gefühl als ich ihn da liegen sah. Nach einigen Minuten, in denen ich reglos auf der Türschwelle stand, ging ich langsam auf den Brief zu und nahm ihn zitternd an mich. Mit dem Brief lief ich in unsere Küche, ließ mich auf einen Stuhl sinken und öffnete langsam, mit stark zitternden Fingern den Brief und begann zu lesen. Coralie, meine liebste Tochter, Es tut mir so leid, was ich dir die letzten Monate angetan habe. Es tut mir leid, dass ich nicht mehr mit dir gesprochen habe, dich einfach ignoriert habe und nicht mehr aus meinem Zimmer kam. Doch ich konnte es nicht mehr. Weißt du noch, als ich vor einem dreiviertel Jahr in den tropischen Regionen Afrikas war, um Affenbrotbaum- und Ölpalmenholz für neue Zauberstäbe zu besorgen? Dabei wurde ich von Todessern überrascht und konnte nur knapp fliehen. Allerdings hatte mich ein Fluch von ihnen erwischt. Was für einer es genau war, wusste ich nicht, doch es begann mir von Tag zu Tag schlechter zu gehen. Es tut mir leid es dir nun so sagen zu müssen, aber wenn du diesen Brief hier liest, werde ich vermutlich Tod sein. Ich hoffe du kannst mir verzeihen und du weißt, dass du mein Ein und Alles warst und auch immer sein wirst, meine geliebte Tochter. Bitte trauere nicht lange um mich, ich bin wahrscheinlich mit letzten Kräften an meinen Lieblingsort appariert. Ich möchte keine Beerdigung, der Platz an dem ich mich befinde, ist mein letzter Ruheort und so versteckt, dass ihn niemand finden wird. Ich bin froh, dass du genauso eine Liebe für Zauberstäbe empfindest, wie ich und es dir Spaß macht dich um den Laden zu kümmern. Du bist eine wirklich perfekte Besitzerin, ich bin so stolz auf dich. Lebe wohl meine geliebte Tochter und bitte verzeihe mir. In Liebe Dad Während dem lesen hatte ich begonnen zu weinen. Ich hatte mit vielem gerechnet, aber nicht damit. Mein Dad war tot. Einfach weg. Ich konnte mich nicht einmal mehr von ihm verabschieden. Jetzt war ich wirklich allein. Ich hatte niemanden mehr. Alle aus meiner Familie waren gestorben und nur noch ich war übrig. Ich drückte den Brief fest an mich und kauerte mich auf meinem Stuhl zusammen während ich von Schluchzern geschüttelt wurde. Auch wenn ich das letzte halbe Jahr kaum mit meinem Vater gesprochen oder ihn gesehen hatte, so hatte ich doch immer gewusst das ich nicht allein in diesem Haus war. Doch jetzt war ich allein und ich fühlte mich sehr, sehr einsam. Mit einem Wink meines Zauberstabs beförderte ich ein Stück Pergament, sowie eine Feder und ein Tintenfass zu mir und begann einen kurzen Brief an Charlie zu schreiben, während mir immer noch Tränen die Wangen hinunterliefen. Charlie, Es ist etwas schreckliches passiert. Ich brauche dich, bitte. Cora Ich gab Snow, die neben mir auf dem Tisch saß, den Brief und sie flog sofort los. Völlig entkräftet und immer noch weinend, ließ ich meinen Kopf auf die Tischplatte sinken. Ich musste irgendwann einfach eingeschlafen sein, denn ich wachte durch einen lauten Knall neben mir auf. Vor mir stand ein sehr besorgter Charlie. Als ich ihn sah kam alles wieder hoch und ich begann erneut zu schluchzen. Schnell kam er zu mir und schloss mich in seine Arme bevor er mich leicht hochhob, sich selbst auf den Stuhl setzte und mich auf seinen Schoß zog. Ich weinte eine gefühlte Ewigkeit bis Charlie es schaffte mich zu beruhigen. Er drückte mich leicht von sich weg, so dass er mir ins Gesicht schauen konnte. „Jetzt erzähl mir bitte was passiert ist Cora“, sagte er und schaute mich ernst an. Ich nickte leicht ehe ich stockend zu erzählen begann. Als ich endete schaute Charlie mich entsetzt an. „Oh Cora. Das tut mir schrecklich leid. Aber du hast doch noch mich. Und Fred und George sind auch immer für dich da.“ Ich lächelte ihn schwach an und murmelte ein leises „Danke.“ Die nächsten Tage blieb Charlie, auf meine Bitte hin, bei mir. Ich brauchte jetzt seine Nähe, die Trauer und die Einsamkeit hätten mich sonst wahnsinnig gemacht. Wir redeten in dieser Zeit sehr viel, er fragte mich viel über meinen Job und ich beantwortete ihm alle seine Fragen. Unter anderem wollte er wissen, aus was denn mein Zauberstab bestand und so erzählte ich ihm, dass ich einen Zauberstab aus Kokosnussholz mit einem Kern aus Einhornhaar besitze, welcher 12 ½ Zoll lang ist. Nachts schlief Charlie mit mir im Bett, da ich mich so besser fühlte und ihm schien es nichts auszumachen. Nach drei Tagen ging es mir wieder besser und Charlie musste zurück nach Rumänien. Und auch ich musste meinen Laden wieder öffnen. Meine Arbeit lenkte mich ab, so fühlte ich mich nicht so allein. Charlie musste Fred und George geschrieben haben, denn jeden Abend stand mindestens einer von ihnen vor meiner Tür um etwas mit mir zu unternehmen und mich so abzulenken. Freitagabends jedoch kam weiterhin Charlie vorbei und ich freute mich sehr darüber. Ich vertraute ihm und es waren immer lustige und sehr schöne Abende. Trotzdem fühlte ich mich, vor allem nachts, sehr unwohl, ich war alleine in einem relativ großen Haus, zumindest fühlte es sich für mich so an, und die dunklen Zeiten in denen wir lebten machten mir die ganze Situation nicht angenehmer. An einem Freitagabend, Charlie und ich saßen gerade in einem kleinen Park auf einer Bank, fiel mir auf, wie nervös Charlie heute war. Er konnte nicht ruhig sitzen bleiben und konnte mir nicht richtig in die Augen schauen, wenn wir redeten. „Charlie, was ist denn heute mit dir los? Du hörst mir ja gar nicht richtig zu“, seufzte ich als es mir reichte. „Ja, also, du kennst ja Bill. Und du kennst ja auch Fleur“, fing er leicht stotternd an zu erklären. „Mhm, ja die kenne ich“, unterbrach ich neugierig Charlies Gestotter. Charlie und auch Fred und George hatten mich öfter Mal zu sich nach Hause mitgenommen und inzwischen kannte ich alle Weasleys recht gut. „Ja, genau und die zwei wollen heiraten“, stotterte Charlie weiter. „Was? Wirklich? Das ist ja toll!, freute ich mich und unterbrach Charlie schon wieder. „Wann denn?“ „In zwei Tagen?“ Charlies Antwort klang eher wie eine Frage. Doch bevor ich ihm vorwerfen konnte warum er mir das erst jetzt erzählte, redete er auch schon weiter. „Und ich wollte dich fragen ob du mich begleitest?“ Er sah mich unsicher an während ich ihn nur anstarrte. Damit hatte ich jetzt nicht gerechnet. Doch bevor ich antworten konnte schob er noch schnell etwas hinterher „Nur als Freunde natürlich!“ Zugegeben, ich war ziemlich enttäuscht über diese Aussage, doch trotzdem stimmte ich ihm glücklich zu. „Klar, warum nicht. Jetzt muss ich nur noch schauen woher ich so schnell noch ein passendes Kleid bekomme“, schmunzelte ich. Charlie schien sichtlich erleichtert und grinste mich glücklich an. Zwei Tage später apparierten Charlie und ich zum Fuchsbau. Dort trafen gerade nach und nach die Gäste ein. Ich begrüßte einige Bekannte und Charlie stellte mich einigen vor. So lernte ich auch Harry Potter und Hermine Granger kennen, beide schienen sehr nett zu sein. Danach setzten wir uns aber auch schon in den Pavillon auf unsere Plätze und warteten auf die Braut. Die Zeremonie war wunderschön, doch jetzt begann der nächste Teil der Hochzeit. Es wurde gegessen, getrunken, gelacht und getanzt. Auch Charlie und ich tanzten, doch wir mussten feststellen, dass wir dabei nicht die besten waren. So hatten wir nach drei Tänzen keine Lust mehr und setzten uns lieber an einen der Tische, tranken etwas und redeten viel. Oft wurden wir gefragt, ob wir zusammen wären, doch wir verneinten jedes Mal und grinsten uns an. Insgeheim verpasste mir jedes Nein von Charlie aber einen kleinen Stich in meine Brust, doch ich ignorierte es so gut wie möglich. Wir waren nun mal nur Freunde. Nicht mehr und nicht weniger. Charlie und ich hatten uns gerade noch einmal am Tanzen probiert, als ein Patronus auftauchte und uns mitteilte, dass das Ministerium gefallen sei und Todesser auf dem Weg hierher wären. Sofort brach ein Chaos aus, einige apparierten, andere rannten herum und schrien. Ich starrte Charlie nur entsetzt an. Er schaute mich ebenso entsetzt an. „Cora du musst hier weg, appariere zu dir nachhause, hier ist es gleich viel zu gefährlich für dich.“ „Aber ich kann mitkämpfen! Ich lasse euch hier jetzt doch nicht alleine!“, protestierte ich sofort. „Bitte Cora! Ich melde mich bei dir sobald das alles hier vorbei ist, ich verspreche es dir!“ „Aber…“, wollte ich wieder protestieren, doch er schaute mich so ernst an, dass ich ihm nur noch stumm zunickte und mit Tränen in den Augen disapparierte. Davor flüsterte ich ihm aber noch ein kurzes „Pass bitte auf dich auf“, ins Ohr. Sobald ich zuhause war, wartete ich sehnsüchtig auf die versprochene Nachricht von Charlie. Als ich schritte vor meiner Wohnungstür wahrnahm, sprang ich sofort auf und öffnete die Tür. Doch draußen stand nicht Charlie. Stattdessen erwarteten mich zwei Todesser, die mich verwundert anstarrten, während ich vor Schreck erstarrte. „Na sowas erlebt man auch nicht alle Tage, welch freundlicher Empfang“, grinste mich der eine an, während sie schnell näherkamen, mich grob an den Armen packten und aus meiner Wohnung zerrten. Ich versuchte mich so gut es ging mit Händen und Füßen zu wehren, meinen Zauberstab hatte ich dummerweise auf dem Sofa liegengelassen, hatte aber keine Chance gegen die zwei größeren Männer. Auch versuchte ich nach Hilfe zu rufen, doch da war es schon zu spät. Die beiden Todesser apparierten mit mir und zurück blieb nur eine leere Wohnung. Charlies Sicht: Wir hatten uns erfolgreich gegen die Todesser verteidigt und alle in die Flucht geschlagen. Trotzdem war ich sehr froh, dass ich Cora überreden konnte zurück zu sich nach Hause zu apparieren. Sie ist mir unfassbar wichtig und ich hätte es mir nicht verzeihen können, wenn ihr etwas passiert wäre. Ich hatte ihr versprochen mich bei ihr zu melden, also schrieb ich ihr einen kurzen Brief, dass allesgutgegangen war, ich sie aber am nächsten Morgen abholen kommen würde, da ich der Meinung sei, dass es inzwischen einfach zu gefährlich in der Winkelgasse wäre und sie deshalb bei mir und den anderen im Fuchsbau bleiben könne. Zufrieden, aber auch ziemlich kaputt von dem anstrengenden Tag, schickte ich Errol mit dem Brief los und fiel bald darauf erschöpft in mein Bett. Am nächsten Morgen apparierte ich gegen zehn Uhr in die Winkelgasse zu Coras Wohnung. Als ich jedoch die offenstehende Wohnungstür sah, beschlich mich ein sehr ungutes Gefühl. Schnell lief ich in die Wohnung und rief ihren Namen, doch ich bekam keine Antwort. Panisch begann ich jetzt die komplette Wohnung nach ihr zu durchsuchen, doch das einzige was ich fand, war ihr Zauberstab. Cora war weg, vermutlich wurde sie entführt, denn ohne Zauberstab würde sie nie das Haus verlassen, besonders nicht in diesen Zeiten. Ich machte mir furchtbare Vorwürfe, schließlich war ich derjenige gewesen, der sie nachhause geschickt hatte. Hätte ich das nicht getan, wäre das vermutlich gar nicht passiert und sie wäre in Sicherheit. Deine Sicht: Wir apparierten in einen großen Saal und anscheinend wurden wir auch schon erwartet. Vor uns stand Bellatrix Lestrange und neben ihr saß, auf einem Thronähnlichen Stuhl der dunkle Lord höchstpersönlich. Ich traute mich nicht sie anzuschauen und starrte deshalb lieber auf den Boden. Sie fragten mich viele Dinge, hauptsächlich über einen Elderstab. Über diesen wusste ich allerdings nur, dass er existierte, dass hatte mir mein Vater einmal erzählt. Als der dunkle Lord keine Antworten von mir bekam, ließ er mich von Bellatrix foltern, doch ich konnte ihnen nichts mehr sagen. Ich schrie und kreischte vor den Schmerzen, die einfach nicht enden wollten. Nach gefühlten Jahren ließ der unerträgliche Schmerz endlich nach und ich blieb kraftlos auf dem Boden liegen. Anscheinend hatten sie bemerkt, dass sie keine Antwort mehr von mir bekommen würden, weshalb ich hochgezerrt und einige Treppen hinuntergezogen wurde, nur um danach in einem dunklen, kalten sowie schmutzigem Kerkerverlies zu landen. Die Schritte von demjenigen, der mich hier hergebracht hatte entfernten sich wieder und es wurde ruhig. Ich weiß nicht wie lange ich nun schon hier war, es kommt mir vor als wären es Jahre, wobei wahrscheinlich nur einige Monate vergangen sind. Jeden Tag brachte man mir etwas zu essen, doch es reichte nur gerade so zum Überleben. Nicht nur das zerrte an meinen Kräften, sondern auch die Foltern mit dem Cruciatusfluch oder einem Messer taten dies, doch egal wieviel sie mich folterten, ich konnte ihnen nichts sagen. Der Tag, ich schätzte einfach mal es war Tag, schließlich war ich wach, begann zunächst wie jeder andere. Ich hatte Glück und musste mich heute keiner weiteren qualvollen Befragung stellen, doch als ich leise fremde Stimmen von oben vernahm, wurde ich hellhörig. Ich wusste nicht woher, aber ich meinte einige der Stimmen zu kennen. Kurz darauf brachte man weitere Personen zu mir in den Kerker, diese schienen mich jedoch zunächst nicht zu bemerken. Plötzlich hörte ich laute Schreie von oben, sie erinnerten mich an meine, wenn ich „befragt“ wurde. Ab diesem Moment ging alles ziemlich schnell. Ein Hauself tauchte auf und versprach den Personen bei ihrer Flucht zu helfen. Ich trat aus meinem Versteck, wurde anscheinend erkannt und wusste auch endlich woher ich die Stimmen kannte. Es waren Ron und Harry, die ich von mehreren meiner Besuche im Fuchsbau kannte und die mich wohl ziemlich schnell erkannt hatten, auch wenn ich furchtbar aussehen musste. Dobby, so hieß der Hauself wie ich herausgehört hatte, würde zunächst mit mir apparieren und dann direkt zurückkehren um die anderen zu holen und in Sicherheit zu bringen. Er nahm mich also an der Hand und apparierte mit mir. Ich musste wohl vor Erschöpfung und Erleichterung ohnmächtig geworden sein, denn als ich aufwachte, lag ich in einem bequemen Bett und neben mir auf einem Stuhl saß Charlie und schlief. Ich wollte aufstehen, doch als ich es versuchte, schmerzte mein ganzer Körper und ich ließ mich wieder in die Kissen sinken und war kurze Zeit später auch schon wieder eingeschlafen. Das nächste Mal weckte mich eine leise Stimme und ich bemerkte, dass jemand meine Hand hielt. Ich ließ die Augen allerdings geschlossen, um zu hören was geredet wurde. „Cora, wach bitte auf, ich brauche dich. Ich mache mir solche Vorwürfe, ich hätte dich nicht nachhause schicken sollen, ich hätte dich früher zu mir holen sollen, dann wärst du in Sicherheit gewesen und all dies wäre nicht passiert. Dann würdest du hier jetzt nicht so blass im Bett liegen, auch wenn du immer noch wunderschön aussiehst. Es tut mir leid. Ich war so ein Dummkopf! Wach bitte auf Cora. Bitte“, hörte ich, wie ich schnell erkannt hatte, Charlie reden. Am Schluss konnte man gut hören das er angefangen hatte zu weinen. „Ich bin doch wach Charlie“, murmelte ich leise, schlug meine Augen auf und sah Charlie an. Dessen Gesichtsausdruck verwandelte sich innerhalb von Sekunden von unendlich traurig und niedergeschlagen, zu überrascht und verwirrt und schlussendlich breitete sich ein glückliches lächeln über sein ganzes Gesicht aus. Ich setzte mich auf, was mir kaum noch Schmerze bereitete, wurde kurz darauf aber direkt in Charlies Arme gezogen und an ihn gedrückt. „Du bist wach, du bist endlich wach! Wie geht es dir? Tu ich dir weh? Brauchst du irgendwas?“ So schnell wie er mich an sich gedrückt hatte, drückte er mich auch wieder vorsichtig von sich weg und sah mich fragend an. „Ein Glas Wasser wäre nett, aber sonst geht es mir gut“, lächelte ich ihn an und er lief sofort los um mir ein Glas Wasser zu holen. Inzwischen waren einige Tage vergangen und mir ging es inzwischen wieder einigermaßen gut. Ich war immer noch etwas abgemagert und ich konnte auch nicht wirklich etwas von meiner Gefangenschaft erzählen, ohne dass ich anfing zu weinen. Ich hatte erfahren, dass mich der Hauself Dobby gerettet hatte, indem er mit mir zu dem Haus von Bill und Fleur apparierte. Er hat auch Harry, Ron und Hermine gerettet, hatte dafür aber mit seinem Leben bezahlt. Das traf mich sehr, ich konnte mich nicht mal wirklich bei ihm bedanken. Bill und Fleur hatten, als sie mich soweit versorgt hatten, Charlie Bescheid gegeben, der daraufhin sofort hierherkam und wohl auch beschlossen hatte nicht mehr zu gehen. Es war abends und während die anderen im Haus waren und sich mit Zauberschach und anderen Spielen beschäftigten, saßen Charlie und ich draußen auf den Felsblöcken und beobachteten das Meer. Wir saßen da, beobachteten das Meer und schwiegen, doch nach einiger Zeit unterbrach Charlie dieses. „Cora, ich weiß nicht wie ich das jetzt sagen soll…“ Ich sah ihn fragend an, aber er sprach nicht weiter, sondern zog mich einfach näher an sich und küsste mich. Im ersten Moment war ich überfordert, doch nach wenigen Sekunden realisierte ich, was gerade passierte und erwiderte den Kuss glücklich. Nach einigen Minuten lösten wir uns aufgrund des Luftmangels und als wir wieder zu Atem gekommen waren, begann Charlie zu sprechen. „Cora ich liebe dich. Ich habe das erst wirklich realisiert als du entführt wurdest und ich habe mir solche Vorwürfe gemacht, nicht besser auf dich aufgepasst zu haben und…“ Ich unterbrach seinen Redeschwall lächelnd, „Ich liebe dich auch Charlie. Und hör bitte auf dir ständig Vorwürfe zu machen, was passiert ist, ist passiert, da kann man jetzt auch nichts mehr dran ändern. Außerdem geht es mir doch gut.“ Seit diesem Abend waren wir ein Paar. Als wir es den Anderen erzählten, hörten wir hauptsächlich ein „Das wurde jetzt aber auch Mal Zeit“ oder ein „Endlich!“. Fred und George grinsten bis über beide Ohren als wir es ihnen erzählten. „Da hat es unser Werter Bruder also endlich geschafft! Glückwunsch ihr zwei!“ Alles wäre perfekt gewesen, wäre da nicht die Angst vor dem was kommen würde und das ewige verstecken. Doch all dies fand plötzlich ein Ende, als es eines Nachts hieß, dass der Kampf beginnt. Wir apparierten alle nach Hogsmeade und gelangten über einen Geheimgang nach Hogwarts, wo sich schon viele andere eingefunden hatten um zu kämpfen. Dieses Mal schaffte Charlie es nicht mich zu überreden zuhause zu bleiben, ich war fest entschlossen zu kämpfen. Und genau dies tat ich auch, als die Schlacht begann. Ich wehrte Flüch ab, wich ihnen aus und schoss selbst welche auf möglichst viele Todesser. Als wir eine Pause bekamen in der sich Harry Voldemort stellen sollte, lief ich so schnell ich konnte in die große Halle. Mir selbst ging es, bis auf einige Kratzer, gut, doch ich hatte Angst, dass Charlie oder den anderen etwas passiert war. Zuerst erblickte ich Charlie und war sehr erleichtert das er lebte und es ihm gut zu gehen schien. Doch als ich sah, dass er weinte und zusammen mit seiner Familie auf eine Person, die am Boden zu liegen schien, stand, bekam ich Angst. Ich lief das letzte Stück auf sie zu und erkannte, um wen sie trauerten. Es war Fred. Fred war tot. Auch mir begannen die Tränen die Wangen hinunterzulaufen und ich schluchzte leise auf. Fred war mit George mein bester Freund gewesen. Ich konnte ihm alles erzählen und er und George waren immer für mich da gewesen, wenn sonst niemand da war. Wir trauerten solange um Fred, bis es hieß Harry sei tot, er es aber doch nicht war und der Kampf wieder startete. Am Ende gingen wir zwar als Sieger aus der Schlacht, doch der Preis dafür war hoch. Inzwischen sind acht Jahre vergangen. Nach der Schlacht sind Charlie und ich zusammen in meine alte Wohnung gezogen und ich habe den Laden wiedereröffnet, während Charlie seinen Job in Rumänien endgültig aufgegeben hatte um mich im Laden zu unterstützen. Anfangs haben wir auch George in seinem Laden unterstützt, solange bis Ron dies übernommen hatte. George ist zwar einigermaßen mit unserer Hilfe über den Tod von Fred hinweggekommen, doch so ganz verkraften wird er es wohl nie können. Zwei Jahre nach der Schlacht, am 29.05.2000 haben Charlie und ich im kleinen Kreis geheiratet und inzwischen haben wir eine vierjährige Tochter namens Claire und einen einjährigen Sohn namens Constantin. Die beiden kommen ganz nach ihrem Vater, sie lieben es wenn Charlie ihnen von Drachen erzählt und er hat ihnen versprochen mit ihnen, sobald sie alt genug sind, einmal nach Rumänien zu gehen und ihnen die Drachen zu zeigen, mit denen er früher einmal gearbeitet hat und auch jetzt, wo er nichtmehr dort arbeitet, noch mindestens viermal im Jahr vorbeischaut.

48.07 % der User hatten die Auswertung: Zusammen mit meinem vier Jahre älteren Bruder Jeremy saß ich vor unserem Küchenfenster und schaute wartend hinaus. Wir warteten auf die Post, denn heute sollten die Hogwartsbriefe ankommen. Ich war sehr aufgeregt und hoffte, dass dieses Jahr auch ein Brief für mich dabei sein würde, denn vor zwei Tagen war ich endlich elf geworden, alt genug um endlich auch nach Hogwarts zu gehen. Jeremy würde dieses Jahr in die fünfte Klasse kommen, doch er war genauso aufgeregt wie ich und hoffte, dass auch für mich ein Brief dabei sein würde. Gebannt starrten wir aus dem Fenster und als wir endlich die Eule sahen, rissen wir das Fenster auf, damit sie sofort hereinkommen konnte. Kaum war sie auf unserem Küchentisch gelandet und hatte die Post fallengelassen, stürzten Jeremy und ich uns auf die Post und warfen den Tagespropheten und die Briefe an unsere Eltern zur Seite. Tatsächlich lagen dort dieses Mal zwei Briefe aus Hogwarts. Sofort schnappte ich mir meinen vom Tisch und jubelte zusammen mit meinem Bruder laut los. Von unserem Geschrei angelockt, betraten unsere Eltern die Küche. Es sah so aus als wollten sie uns bitten leiser zu sein, doch als sie den Brief in meiner Hand entdeckten lächelten sie nur glücklich. „An Miss Jolena Burningham, Mozartstraße 11, erster Stock, zweites Zimmer rechts“, las ich strahlend vor. Zusammen mit meinen Eltern und meinem Bruder stand ich beim Gleis 9 ¾ und verabschiedete mich schnell von ihnen, ehe ich mit meinem Bruder auf die große Lok zulief und in einen der Waggons einstieg. „Ich gehe jetzt zu meinen Freunden, kommst du mit oder suchst du dir ein eigenes Abteil Jojo?“, fragte mich mein Bruder. „Ich such mir lieber ein eigenes Abteil, geh du nur zu deinen Freunden“, antwortete ich und lief schon los, auf der Suche nach einem freien Abteil. Doch weit kam ich nicht. Nach einigen Metern übersah ich einen Koffer, der nebenbei erwähnt, mitten im Weg stand und natürlich stolperte ich darüber. Ich rechnete schon damit auf dem harten Boden aufzukommen, doch stattdessen fiel ich nicht auf den Boden, sondern gegen einen Jungen, der mich geistesgegenwärtig auffing. „Huch, da hattest du aber noch einmal Glück das ich hier war, sonst hättest du wohl mit dem harten Boden Bekanntschaft gemacht“, lachte er. „Stimmt, wäre wohl nicht so schön gewesen, bei meinem Glück hätte ich mir dabei mein Handgelenk verstaucht“, antwortete ich schmunzelnd. „Ich bin übrigens Sirius“, sagte er. „Ich bin Jolena, hi.“, antwortete ich ihm lächelnd. Wir unterhielten uns noch kurz und ich fand heraus, dass Sirius genau wie ich das erste Jahr nach Hogwarts gehen würde. Nach einigen Minuten beschloss ich allerdings weiter nach einem Abteil zu suchen, in dem noch Platz für mich war. Sirius hatte mir zwar angeboten mit mir zu suchen, er hatte schon einen Platz gefunden und war nur noch einmal nach draußen gegangen um seinen Koffer mit hinein zu nehmen, doch ich lehnte dankend ab. Ich schaffte das schließlich auch alleine. Nachdem ich an einigen Abteilen geklopft, aber immer nur vollbesetzte Abteile vorgefunden hatte, fand ich endlich eines in dem nur zwei Personen saßen. Die eine war ein Mädchen mit roten Haaren und grünen Augen und neben ihr saß ein Junge mit schwarzen, etwas fettigen Haaren. Ich schätzte beide ungefähr auf mein Alter und da sie ganz nett aussahen, fragte ich ob ich mich zu ihnen setzen dürfe. Sie nickten mir beide freundlich zu und ich setzte mich neben den Jungen. „Ich bin übrigens Jolena und wie heißt ihr?“ „Ich heiße Lily und das ist mein bester Freund Severus“, sagte das Mädchen und zeigte auf den schwarzhaarigen Jungen. „Hi“, sagte Severus und lächelte mich leicht an. Inzwischen sind zwei Jahre vergangen und Lily, Severus und ich sind seit dieser Zugfahrt die besten Freunde geworden. Severus, welchen Lily und ich nur Sev nannten, und ich waren nach Slytherin gekommen, wie mein Bruder, während Lily nach Gryffindor kam. Das wir nicht im selben Haus waren, ist zwar schade, doch trotzdem verbringen wir die meiste Zeit gemeinsam. Lily, Sev und ich waren gerade auf dem Weg in die große Halle um noch einige Hausaufgaben zu erledigen, als wir von zwei uns nur allzu gut bekannten Personen aufgehalten wurden. „Na wen haben wir den da, den kleinen Schniefelus, heute hast du wieder eine extra Portion Fett in deine Haare geschmiert, was?“, lachte Potter höhnisch. „Und deine zwei Leibwächterinnen hast du auch wieder dabei, traust dich wohl nicht alleine rumzulaufen!“, fügte Black hinzu und grinste ihn herablassend an. „Lasst ihn doch einfach in Ruhe, habt ihr nichts Besseres zu tun!“, fauchte Lily die zwei Gryffindors an, was auch Wirkung zeigte und die zwei sahen sich unsicher an, ehe sie sich an uns vorbei drängten. Genau in dem Moment, als sich Black an mir vorbeidrängte, huschte mein schwarzer Kater Lucifer hinter mir hervor, so dass Black über ihn stolperte und sich beim Versuch, nicht auf dem Boden zu landen, an mir festklammerte. Dummerweise war ich nicht darauf vorbereitet gewesen und so kam es, dass ich zusammen mit Black auf dem Boden landete. „Sag mal kannst du nicht aufpassen!“, schrie ich ihn wütend an, stand schnell wieder auf und klopfte mir den Schmutz vom Umhang. „Wusste ja nicht das du gleich umfällst, wenn man dich berührt Burningham“, zischte er zurück während er sich ebenfalls aufrappelte. Wir schauten uns noch kurz wütend in die Augen, ehe er sich umdrehte und Potter folgte. Diese Begegnung war kein Einzelfall, ständig wenn wir uns über den Weg liefen, passierte irgendetwas und immer waren Black und ich darin verwickelt. Das ging schon seit unserem ersten Schuljahr so. Inzwischen befanden wir uns in unserem vierten Schuljahr und immer noch verging kein Monat, ohne dass ich mit Black zusammenstieß oder sonstiges. Die Prüfungen rückten immer näher und Sev, Lily und ich verbrachten die meiste Zeit damit zu lernen. Auch heute hatten wir uns in den Schatten einer großen Trauerweide am schwarzen See gesetzt, die Bücher aufgeschlagen. Während meine Freunde sich bestens konzentrieren zu können schienen, saß ich da und starrte in mein Buch, ohne zu verstehen was ich eigentlich gerade las. Es war ein wirklich warmer Tag und das Wasser des schwarzen Sees glitzerte in der heißen Nachmittagssonne. Wie gerne ich jetzt die Bücher zuklappen und in den See springen würde… „Jo, du sollst lernen und nicht träumen!“, wurde ich von Lily, die mich vorwurfsvoll anstarrte aus meinen Gedanken gerissen. „Ich weiß Lily, aber wir sitzen hier jetzt schon seit drei Stunden und es geht so langsam einfach nichts mehr in meinen Kopf“, seufzte ich. „Es war abgemacht, wir lernen heute die restlichen Aufschriebe für Verwandlung und das ziehen wir jetzt auch durch“, erwiderte Lily streng. Klagend sah ich Sev an, doch von dem erntete ich nur ein zustimmendes Nicken. Frustriert stöhnte ich auf. Na gut, aber wenn wir fertig sind will ich heute von lernen nichts mehr hören.“ Wir waren gerade dabei unsere Bücher zusammenzupacken, da tauchten Potter und Black auf. Wie immer versuchten wir sie zu ignorieren, was nicht lange gut ging, denn nachdem sie einige dumme Sprüche hatten hören lassen, auf die wir nicht reagierten, schnappten sie sich eines von Sevs Büchern und rannten damit davon. Sev, der sein Buch brauchte, schließlich waren bald Prüfungen, rannte sofort hinterher, um sich sein Buch zurückzuholen. Lily und ich verdrehten genervt die Augen, ehe wir unsere Bücher, die wir gerade zusammenpacken wollten, fallen ließen und Sev folgten. Als wir sie schließlich eingeholt hatten, standen wir auf einem der Stege und das gestohlene Buch schwebte über dem Wasser des schwarzen Sees. „Gebt ihm sein Buch zurück!“, fauchte Lily die beiden wütend an, während ich sie nur mit böse anstarrte. „Warum sollten wir?“, grinste Black selbstgefällig. „Weil wir in wenigen Wochen Prüfungen haben und es im Gegensatz zu euch Leute gibt, die dafür auch lernen!“, schrie Lily sie an, was anscheinend Wirkung zeigte, denn die beiden sahen sich leicht betreten an. Allerdings nicht lange. „Wenn ihr es so dringend braucht, dann fangt es doch“, meinte Potter höhnisch und mit einem Wink seines Zauberstabs beförderte er das Buch mit Schwung Richtung Steg. Wir schauten alle nach oben und versuchten das Buch zu fassen zu bekommen, unsere Zauberstäbe hatten wir dummerweise alle drei im Gemeinschaftsraum liegengelassen. Bei dem Versuch das Buch zu fangen, stolperte ich. Ich versuchte mich noch an der Person festzuhalten die mir am Nächsten stand, doch diese hatte damit scheinbar nicht gerechnet, verlor das Gleichgewicht und wir landeten beide im See. Als ich auftauchte und mich am Steg festklammerte um nicht von meinen nassen Klamotten hinuntergezogen zu werden, sah ich die schmunzelnden Gesichter von Lily, Sev und Potter. Nach einem Blick nach rechts, wusste ich, dass sich Black neben mir im Wasser befand und sich ebenfalls am Steg festklammerte. Natürlich war er derjenige gewesen, der mit mir in den See gefallen war, wie hätte es auch anders sein können. „Grinst nicht so blöd, helft mir lieber hier raus“, herrschte ich sie an und sofort hielten mir Sev und Lily jeweils eine Hand hin. Die Prüfungen waren geschrieben, ich hatte ein recht gutes Gefühl dabei und ich hätte zusammen mit Sev und Lily die letzte lockere Zeit vor den Ferien genießen können, wären da nicht Potter und Black. Wenn sie zusammen mit Lupin und Pettigrew unterwegs waren, waren sie gar nicht mal so übel, denn dann hielten sie sich meistens von uns fern, aber sobald sie zu zweit waren, wusste ich es würde wieder irgendetwas zwischen Black und mir passieren. Lily und Sev nannten es nur noch die „Black Zufälle“, was mich nur die Augen verdrehen ließ. Endlich hatten die Sommerferien begonnen. Ich freute mich schon darauf meinen Bruder wiederzusehen, der inzwischen begonnen hatte im Ministerium zu arbeiten. An meinem Geburtstag bekam ich von ihm einen wunderschönen schwarzen Ring geschenkt, den ich jedoch beschloss nicht am Finger zu tragen, weil er dort nur stören würde, stattdessen befestigte ich ihn an einer schönen, ebenfalls schwarzen Halskette, welche ich von nun an nicht mehr ablegen würde. In der letzten Ferienwoche kamen Sev und Lily zu Besuch und gemeinsam fuhren wir zum Gleis 9 ¾, wo ich schnell meine Eltern und meinen Bruder verabschiedete, ehe wir in den Zug stiegen. So begann unser fünftes Schuljahr und wir wussten nicht, was in diesem Jahr noch alles passieren würde. Es begann damit, dass Lily uns erzählte, dass sie am ersten Hogsmeade Wochenende nicht wie immer, zusammen mit Sev und mir, nach Hogsmeade gehen würde, sondern zusammen mit Potter. Wir starrten sie fassungslos an und konnten nicht verstehen warum sie, nach all den Jahren in denen sie ihn abgewiesen hatte, nun mit Potter ausging. Vorsichtig schaute ich hinüber zu Sev und konnte in seinen Augen einen verletzten Ausdruck erkennen. Erst in den Ferien hatte er mir erzählt, dass er in Lily verliebt war. Als Lily uns einige Wochen später erzählte, dass sie nun mit Potter zusammen war, platzte Sev der Kragen und er nannte sie ein Schlammblut. Nachdem Sev Lily verletzt hatte, war die Freundschaft zwischen den beiden beendet und ich litt sehr darunter. Da wir dieses Jahr unsere ZAGs schreiben würden, nahm mich die Schule sehr in Anspruch, Sev ging Lily aus dem Weg und da diese nun sehr viel Zeit mit Potter verbrachte, verständlich, sie waren ja auch ein Paar, verlor ich langsam aber sicher den Kontakt zu ihr. Mit Sev blieb ich weiterhin befreundet, auch wenn ich sehr wütend auf ihn gewesen war. Normalerweise spielte ich sehr gut Quidditch, darum war ich schließlich auch als Jägerin in unserer Hausmannschaft, doch ausgerechnet beim Spiel gegen Gryffindor traf mich ein Klatscher mit voller Wucht an meinem Ellenbogen. Durch den Schwung des Klatschers wurde ich vom Besen geworfen und fiel mehrere Meter in die Tiefe, ehe ich hart auf dem Boden aufschlug und um mich herum alles schwarz wurde. Allerdings konnte ich noch einen besorgt dreinschauenden Black erkennen, den Schläger noch in der Hand. Mit dröhnendem Kopf wachte ich im Krankenflügel auf. Mein Arm schien schon wieder in Ordnung zu sein, denn ich spürte in ihm keine Schmerzen mehr. Wenige Minuten später kam Madame Pomfrey angewuselt und erklärte mir, dass sie meinen Arm zwar geheilt habe, ich aber auch eine Gehirnerschütterung hätte und deshalb noch einige Tage hierbleiben müsse. Nachdem sie mir irgendetwas absolut widerliches zu trinken gegeben hatte, was gegen meine dröhnenden Kopfschmerzen helfen sollte, bemerkte ich, dass das Bett neben meinem besetzt war. Da ich sehr neugierig war, setzte ich mich leicht auf und schaute, wer genau dort lag. Als ich erkannte, dass es Black war, der dort lag, wusste ich nicht ob ich wütend sein sollte, schließlich war es seine Schuld das ich hier lag, oder ob ich lachen sollte, denn anscheinend hatte auch ihn ein Klatscher erwischt. Während ich ihn musterte, schlug er plötzlich die Augen auf und grinste mich verschmitzt an. „Na, gefällt dir was du siehst?“ „Ein von einem Klatscher getroffener Black ist der beste Anblick seit Wochen“, antwortete ich höhnisch und zog eine Augenbraue nach oben. „Kann ich nur zurückgeben“, konterte er. Nachdem eine Weile eine angenehme Stille zwischen uns geherrscht hatte, begann er erneut zu reden. „Was hältst du von einer kleinen Wette Burningham? Wer zuerst aus dem Krankenflügel entlassen wird.“ „Und um was wollen wir Wetten?“, fragte ich und schaute ihn prüfend an. „Sagen wir, derjenige der gewinnt hat einen Wunsch beim anderen frei.“ „Gut, der Wunsch muss allerdings erfüllt werden, egal was es ist“, stimmte ich schließlich zu. Zwei Tage später wurde Black entlassen. Sofort begann ich zu protestieren, warum ich nicht gehen dürfe, doch Madame Pomfrey meinte nur, es wäre besser mich noch eine Nacht hierzubehalten. Am nächsten Tag wurde auch ich endlich entlassen. Da ich immer noch extrem wütend wegen der verlorenen Wette war, erzählte ich sofort Sev von der ganzen Geschichte. Der riet mir aber nur, mit Black zu reden und die Wette für ungültig zu erklären, da ich wegen meiner Gehirnerschütterung nicht wirklich bei Sinnen gewesen wäre, doch dafür war ich zu stolz. Wir hatten gerade Zaubertränke bei Slughorn, welcher uns soeben darüber in Kenntnis gesetzt hatte, dass wir heute nicht in unseren üblichen Zweierteams arbeiten würden, sondern er, um den Zusammenhalt unter den Häusern zu fordern, selbst Teams erstellt hätte, welche heute zusammenarbeiten müssten. Verzweifelt warf ich Sev einen Blick zu, welcher allerdings nur hilflos mit den Schultern zuckte. Ohne ihn wäre ich aufgeschmissen. Ich verstand absolut nichts von Zaubertränken und nur Dank Sevs Hilfe hatte ich die letzten Jahre überhaupt bestanden. Slughorn begann nun vorzulesen, wer zusammenarbeiten würde. Ich warf Sev einen mitleidigen Blick zu, als ich hörte, dass er zusammen mit Lily in einem Team war. Die beiden hatten seit ihrem Streit nichtmehr miteinander geredet und schienen es auch heute nicht vorzuhaben. Als jemand seinen Arm um meine Schulter legte, zuckte ich zusammen. „Hast du gehört Burningham, wir arbeiten heute zusammen“, flüsterte Black mir ins Ohr. Sofort schüttelte ich seinen Arm ab und trat einen Schritt zurück. Er war mir gerade eindeutig zu nahe gewesen. „Darauf könnte ich verzichten. Ich hoffe nur für dich, dass du einigermaßen begabt in Zaubertränken bist, auch wenn du nicht so aussiehst.“ Leider hatte er, ebenso wie ich, nicht ein bisschen Ahnung von Zaubertränken und so kam es, dass unser Trank zum kompletten Gegenteil dessen wurde, was er hätte eigentlich werden sollen. Anstatt klar und flüssig, war er zäh und undurchsichtig und anstatt er einen schönen violetten Farbton angenommen hätte, war er von einem ekelhaftem dunkelbraun. Als der Trank zum Ende hin auch noch überkochte, begannen wir uns lautstark gegenseitig zu beschuldigen Schuld an dem vollkommen schiefgelaufenen Trank zu sein. Das Ganze ging bald soweit, dass wir uns auch noch anfingen mit dem Schleim aus unserem Kessel zu bewerfen. Da wir nicht immer unser Ziel, das Gesicht des jeweils anderen, trafen, war schon bald der ganze Klassenraum vollkommen verschmutzt. Die anderen Schüler hatten sich schon längst unter ihren Tischen in Sicherheit gebracht. Doch natürlich musste Slughorn genau in dem Moment, indem Black erneut ausholte und warf, wieder den Klassenraum betreten. Der Schleim, der eigentlich unser Trank gegen Doxybisse sein sollte, traf Slughorn mitten im Gesicht. Entsetzt starrten wir ihn an, ehe er auch schon begann loszuschreien. „WAS FÄLLT IHNEN EIN EINE SOLCHE SAUEREI ZU VERANSTALTEN! BLACK, BURNINGHAM ICH ERWARTE SIE MORGEN PÜNKTLICH UM ACHT IN MEINEM BÜRO! UND WAGEN SIE ES NICHT ZUSPÄT ZU KOMMEN! UND JETZT RAUS! RAUS MIT IHNEN!“ Pünktlich um acht standen Black und ich am nächsten Abend in Slughorns Büro und bekamen die Aufgabe, den Schleim von den Wänden und dem Boden des Klassenzimmers zu kratzen und zu schrubben. Ohne Zauberstäbe. „Und wenn sie auch nur anfangen sich anzuschreien, bedeutet das für den restlichen Monat nachsitzen, verstanden?“ „Ja, Sir“, murmelten Black und ich. Einen Monat nachsitzen? Darauf hatte keiner von uns große Lust. So begannen wir kurz darauf mit der mühevollen Arbeit, die uns aufgetragen wurde. Wir arbeiteten stumm und als wir nach zwei langen Stunden endlich fertig waren, wollte ich nur noch in mein Bett fallen und schlafen. Doch als ich den Raum gerade verlassen wollte, hielt mich Black zurück und sah mich grinsend an. „Was!“, herrschte ich ihn an, ich hatte gerade wirklich keine Lust mit ihm zu reden. „Ich hab noch einen Wunsch bei dir frei, den ich jetzt gerne einlösen würde.“ „Und was genau willst du, Black?“ „Zuerst hätte ich gerne, dass du mich nicht mehr Black nennst“, meinte er nachdenklich. „Gut“, antwortete ich, auch wenn mir das nicht leichtfallen würde. „Und dann hätte ich gerne, dass du mich zum Halloweenball nächste Woche begleitest.“ Entsetzt starrte ich ihn an. Nie im Leben würde mir einfallen zusammen mit ihm auf einen Ball, geschweige denn irgendwohin zu gehen. Er schien meine Gedanken erraten zu haben, denn er meinte frech grinsend: „Ob du willst oder nicht, du musst mit mir zum Ball gehen. Du selbst hast im Krankenflügel gesagt, dass der Wunsch erfüllt werden muss, egal was es ist.“ Pünktlich schritt ich am Halloweenabend die Treppen zur Großen Halle hinab. Meine hüftlangen, schwarzen Haare fielen mir heute leicht gewellt den Rücken hinab und meine dunkelbraunen Augen, schienen durch mein schwarzes bodenlanges Kleid, ebenfalls beinahe schwarz zu leuchten. Black, pardon, Sirius, wartete bereits am Ende der Treppe auf mich. Bei ihm angekommen hakte ich mich bei ihm unter und zusammen gingen wir in die Große Halle. Im Nachhinein gesehen, war der Ball gar nicht so schlimm gewesen. Um ehrlich zu sein hatte ich sogar ziemlich viel Spaß. Sirius und ich hatten uns zunächst an einen der Tische gesetzt und den anderen beim tanzen zugesehen, ehe wir selbst die Tanzfläche betraten. Dort mussten wir allerdings feststellen, dass keiner von uns ein sonderlich begabter Tänzer war. Trotzdem versuchten wir es. Das Ganze endete darin, dass wir unsere eigenen Tänze erfanden, die nicht wirklich mehr etwas mit Walzer zu tun hatten. Als die Musik von klassisch zu Pop wechselte, wurde uns die Tanzfläche bald zu voll und wir setzten uns wieder an einen der Tische um etwas zu trinken, wobei wir uns das erste Mal vernünftig unterhielten. Sev war von meinen Erzählungen weitaus weniger begeistert. Er verstand nicht, warum ich Sirius nicht einfach abgesagt hatte und mit jemand besserem auf den Ball gegangen war. Der Herbst verging und es wurde Winter. Damit rückte auch Weihnachten und damit die Ferien näher. Da ich meinen Aufsatz über die Verwandlung eines Pelikans in einen Pokal in meinem Schlafsaal vergessen hatte, war ich ziemlich spät dran und rannte schon beinahe die Gänge entlang. Ich bog gerade um eine Ecke, als ich plötzlich mit jemandem zusammenstieß. Dreimal dürft ihr raten wer es war. Genervt verdrehte ich die Augen, zwar verstanden Sirius und ich uns inzwischen deutlich besser und wir redeten auch hin und wieder über belanglose Themen, doch gerade passte mir dieses Zusammentreffen überhaupt nicht, ich wollte nicht viel zu spät zu Verwandlung kommen. Deshalb nickte ich ihm nur kurz zu und wollte dann schnell weiter gehen. Doch ich konnte mich nicht bewegen. Irritiert starrte ich auf meine Füße. Auch Sirius schien bemerkt zu haben, dass hier etwas nicht stimmte, denn er sah mich grinsend an. „Wenn du heute noch pünktlich zum Unterricht kommen willst, musst du mich jetzt küssen.“ „Was! Spinnst du?“, fauchte ich ihn an. Nur weil wir uns inzwischen einigermaßen verstanden und so etwas wie Freunde geworden waren, konnte er sich doch nicht einbilden, dass ich ihn küssen würde. Schulterzuckend schaute er mich an und deutete nach oben. „Ich habe Zeit, im Gegensatz zu dir, habe ich jetzt eine Freistunde und danach ist der Unterricht für heute vorbei.“ Verwirrt schaute ich auf was er da deutete und als ich entdeckte, was er meinte stöhnte ich auf. Über uns befand sich ein Mistelzweig. Bei meinem Glück, war ja auch nichts anderes zu erwarten gewesen. Nachdenklich schaute ich zu Sirius, welcher mich abwartend anschaute. „Na küss mich endlich, ich habe keine Lust den ganzen Stoff nachzuholen“, forderte ich ihn auf. Dies ließ er sich nicht zweimal sagen, mit einem schnellen Griff hatte er mich näher zu sich gezogen und ehe ich es mich versah, lagen seine Lippen schon auf meinen. Ich wusste zwar, dass dieser Kuss kommen würde, trotzdem hatte er mich überrumpelt. Der Kuss war kein kurzer, vorsichtiger Kuss. Es war ein langer und immer leidenschaftlich werdender Kuss, den ich zu meiner eigenen Überraschung ziemlich schnell begann zu erwidern. Atemlos lösten wir uns nach einigen Minuten wieder voneinander und schauten uns überrascht an. „Ich…ich muss jetzt wirklich los, ich bin sowieso schon viel zu spät“, meinte ich atemlos und wollte mich an ihm vorbeidrängen. Allerdings hielt er mich zurück und drückte mir noch einen kurzen Kuss auf die Lippen, ehe er mich verschmitzt angrinste. Ich lächelte ihm noch kurz zu, ehe ich mich schnell umdrehte und schon beinahe in mein Klassenzimmer stürmte. Seit diesem Tag, sahen Sirius und ich uns öfter und diese Treffen führten meistens dazu, dass wir in irgendeiner Nische standen und knutschten. Keiner von uns hinterfragte diese Treffen und wir achteten sehr darauf nicht erwischt zu werden. Sev fiel schon bald auf, dass ich mich veränderte und er sprach mich auch darauf an, doch ich meinte nur, ich sei gerade einfach glücklich. Das stimmte auch, ich war glücklich, die Schule lief gut, die Ferien rückten immer näher und die heimlichen Verabredungen mit Sirius taten mir unfassbar gut. Ob wir wirklich zusammen waren, wusste ich nicht, niemand von uns sprach darüber. So vergingen die Jahre, inzwischen hatte ich Sev von Sirius und mir erzählt. Dieser hatte daraufhin zwar eine Woche nicht mit mir gesprochen, doch schon bald hatte er es akzeptiert und ließ mich mit der Begründung, es sei mein Leben und ich könnte machen was und mit wem ich wollte, bezüglich Sirius in Ruhe. Auch Potter, Lupin und Pettigrew wussten Bescheid, doch sie waren mir gegenüber noch immer sehr vorsichtig, was auf Gegenseitigkeit beruhte. Zusammen mit Sirius saß ich im Raum der Wünsche, er hatte ihn mir gezeigt und ich war begeistert gewesen, und lernte für die Abschlussprüfungen. Zumindest versuchte ich zu lernen, Sirius schienen seine Abschlussprüfungen nicht so wichtig zu sein, denn anstatt in seine Bücher zu schauen, versuchte er mich vom lernen abzulenken indem er ständig versuchte mich zu küssen. „Sirius, lass es, ich muss lernen“, murmelte ich versunken in meine Notizen von Geschichte der Zauberei und schob ihn bestimmt von mir weg. „Och komm schon, sei doch nicht so spießig Jo“, nörgelte er und versuchte es weiter. „Nein Sirius, es reicht, im Gegensatz zu dir sind mir meine UTZ wichtig, ich muss einen guten Abschluss haben um den Job im Ministerium zu bekommen!“, platzte mir nun der Kragen. Wütend schaute er mich an. „Gut, dann geh ich eben, wenn dir deine Noten so wichtig sind, bitte!“ „Ja verschwinde, dann kann ich mich endlich auf die wichtigen Dinge im Leben konzentrieren!“, brüllte ich zurück. Mit einem letzten funkelnden Blick sah er mich an, ehe er verschwand. Im Nachhinein bereute ich was ich gesagt hatte, doch mich bei ihm zu entschuldigen kam nicht in Frage, das verhinderte mein verdammter Stolz. Die letzten Wochen vergingen und Sirius und ich wechselten kein Wort mehr miteinander. Trotzdem sah ich ihm an, dass auch er unseren Streit bereute, doch ich wusste, dass auch er sich niemals dazu herablassen würde, sich zu entschuldigen, dazu besaß auch er zu viel Stolz. Erfolgreich beendete ich mein letztes Schuljahr. Mit meinen Noten war ich mehr als zufrieden und ich bekam tatsächlich die Stelle im Ministerium. Zuhause war ich ausgezogen und wohnte nun in einer kleinen gemütlichen Wohnung in der Welt de Muggel, nicht weit entfernt vom tropfenden Kessel. Die Arbeit machte mir Spaß und am Wochenende traf ich mich häufig mit Sev in der Winkelgasse. Zu meiner Erleichterung war der Kontakt zu ihm nach der Schule nicht abgebrochen und wir verstanden uns beinahe noch besser als zu Schulzeiten. Als ich von dem Tod Lilys und ihrem Mann erfuhr, war ich geschockt. Niemals hätte ich gedacht, dass so etwas schlimmes wirklich passieren würde. Besonders traf es mich aber, da ich es nie geschafft hatte mich mit ihr auszusprechen. Anfangs war ich wirklich skeptisch gegenüber ihrer Beziehung mit Potter gestanden, doch als ich begonnen hatte mich mit Sirius zu treffen, hatte ich verstanden was sie an ihm fand. Auch von Sirius unfassbarer Tat hatte ich gehört, doch ich konnte nicht glauben, dass er ein Massenmörder war. So ein Verhalten passte nicht zu ihm, niemals hätte ich mir vorstellen können, dass er so auf den Tod seines besten Freundes reagieren würde. Sev besuchte mich am folgenden Abend völlig fertig in meiner Wohnung, wo ich ihn sofort in meine Arme schloss. Der Tod Lilys, welche er noch immer über alles liebte, hatte ihn stark getroffen. An diesem Abend erzählte er mir, dass er ein Todesser war und Voldemort auf die Spur von den Potters gebracht hatte. Er machte sich furchtbare Vorwürfe und ich versuchte ihn so gut es ging zu trösten, auch wenn es mich geschockt hatte, zu erfahren, dass er ein Todesser gewesen war. Doch als ich ihn darauf ansprach, erklärte er mir, dass er, falls der dunkle Lord zurückkehren sollte, auf der guten Seite stehen und Dumbledore unterstützen würde. Die Jahre vergingen, inzwischen dachte ich nur noch selten an Sirius, welche nun seit beinahe zwölf Jahren in Askaban saß. Noch immer arbeitete ich im Ministerium und lebte mit meinem Kater Lucifer in meiner keinen Wohnung. Heute würde mich mein Bruder Jeremy mit seiner Verlobten besuchen kommen, deshalb war ich gerade dabei den Tisch zu decken und Kaffee zu kochen. Kurze Zeit später klingelte es auch schon an der Tür und ich öffnete sie lächelnd ehe ich Jeremy und seine Verlobte Lauren begrüßte. Wir setzten uns und sie erzählten mir während wir Kuchen aßen von ihren Hochzeitsplänen. Ich freute mich für meinen Bruder, dass er so eine nette Freundin gefunden hatte. Lauren und er passten wirklich perfekt zusammen. Wieder einmal schweiften meine Gedanken zu Sirius… Ich sollte aufhören an ihn zu denken, wir waren nie wirklich zusammen gewesen und außerdem saß er in Askaban. „Na Jojo, hast du die letzte Zeit mal jemanden kennengelernt?“, riss mich mein Bruder aus meinen Gedanken. Auch Lauren sah mich neugierig an. „Nein, ich hatte zwar letztens wieder ein Date, aber es hat einfach nicht gepasst“, erwiderte ich schulterzuckend. Ich hatte schon öfter Verabredungen, doch nie ist etwas daraus geworden, es hatte einfach nie gepasst. Nachdem ich mich von Lauren und Jeremy verabschiedet hatte, beschloss ich noch eine Runde joggen zu gehen. Ich war schon immer ziemlich sportlich gewesen und ich liebte es mich zu bewegen, dabei bekam ich meinen Kopf immer so schön frei. Nach kurzem Überlegen hatte ich beschlossen eine Runde im Park in der Nähe joggen zu gehen. Schon als ich aus der Tür, hinaus auf die Straße trat, bemerkte ich, dass etwas anders war als sonst. Es befanden sich weniger Leute als sonst auf der Straße und die wenigen die draußen waren hasteten eilig und ohne viel zu reden die Wege entlang. Ich dachte mir nichts dabei und machte mich ohne groß auf meine Umgebung zu achten auf den Weg in den Park und begann zu joggen. Als ich eine Stunde später außer Atem und verschwitzt, aber mit klarem Kopf zurück in meine Wohnung kam, bemerkte ich die Eule auf meinem Küchentisch zunächst nicht. Erst als ich frisch geduscht aus dem Badezimmer kam, fiel sie mir auf und ich band ihr verwirrt den Brief vom Bein. Bevor ich diesen las, stellte ich ihr aber noch etwas Wasser und zwei Eulenkekse hin. Ich kannte die Eule, sie gehörte Sev, doch es wunderte mich sehr, dass er mir einen Brief schickte, übermorgen würden wir uns doch im tropfenden Kessel treffen. Mit dem Brief in der Hand ließ ich mich auf mein gemütliches Sofa fallen und öffnete ihn. Was ich da las ließ mich erst einmal aufatmen. Ob vor Schock oder vor Erleichterung wusste ich in diesem Moment selbst nicht. Jo, Black ist aus Askaban ausgebrochen. Keiner weiß wie er das geschafft hat. Die Muggel sind schon informiert worden, aber wie ich dich kenne, hast du mal wieder nichts mitbekommen. Pass bitte auf dich auf, du hattest in der Vergangenheit etwas mit ihm zu tun und ihr habt euch ja nicht unbedingt im Guten getrennt. Wir vermuten zwar, dass er eher nach dem jungen Potter sucht, doch bei einem Wahnsinnigen wie ihm kann man nie wissen. Wir sehen uns, Sev Was ich nach diesem Brief wusste war, dass ich keine Angst hatte. Irgendetwas sagte mir, dass ich vor Sirius Black keine Angst haben musste. Eher war ich sogar erleichtert, dass er nicht mehr in Askaban war. Worüber ich mir allerdings Sorgen machte war, wie er es geschafft hatte aus Askaban auszubrechen. Wenn er es geschafft hatte, könnten es doch auch andere, gefährlichere Hexen und Zauberer schaffen oder nicht? Das Jahr verging und ein Neues begann, ohne dass man Sirius Black fand. Von Sev erfuhr ich, dass er sich in der Nähe von Hogwarts aufhalten musste, er hatte an Halloween sogar versucht in den Gemeinschaftsraum der Gryffindors zu gelangen, allerdings war es ihm nicht gelungen. Von seiner Gefangengenahme und anschließender Flucht auf Hogwarts bekam ich erst in den Sommerferien wirklich mit, als Sev es mir bei einem unserer Treffen erzählte. Das neue Schuljahr hatte gerade erst begonnen, als Sev eines Abends vor meiner Tür stand. Verwirrt ließ ich ihn hinein, da begann er auch schon zu erklären. „Entschuldige mein unangekündigtes Erscheinen, Jo, doch Dumbledore schickt mich.“ Fragend sah ich ihn an. „Ich habe dir doch schon einmal vom Orden des Phönix erzählt.“ Zustimmend nickte ich, soweit ich wusste war Sev selbst im Orden. Mir hatte man es kurz nach meinem Abschluss auch angeboten, doch ich zog die Stelle im Ministerium vor, unter anderem auch, weil Sirius ebenfalls im Orden war. „Nun, wir bräuchten in unserem Hauptquartier jemanden der dort die Stellung hält, und da habe ich dich vorgeschlagen.“ Zweifelnd sah ich ihn an. „Ich weiß nicht ob ich dafür die richtige Person bin, ich liebe meine kleine Wohnung und was ist denn mit meiner Arbeit im Ministerium?“ „Jo, ich weiß genau, dass dir der Job im Ministerium keinen Spaß mehr macht, deine Wohnung kannst du ja behalten, ich denke nicht, dass du dein komplettes Leben nun im Hauptquartier verbringen musst. Außerdem ist es kein Problem, wenn du Lucifer mitnimmst.“ Damit hatte er mich überzeugt. Die Stelle im Ministerium war ich wirklich leid, jeden Tag derselbe Scheiß mit dem ich mich herumquälen musste, da kam mir dieses Angebot doch gerade Recht. „Okay, wann kann ich anfangen?“, antwortete ich Sev. Zwei Wochen später stand ich mit Sev in der Küche des Grimmauldplatz Nummer 12 und sah mich interessiert um. Die Einrichtung war ziemlich alt und düster gehalten, was mich allerdings nicht störte. Dumbledore war ebenfalls anwesend und erklärte mir, was genau hier nun meine Aufgabe sein würde. Es hörte sich recht simpel an, ich sollte einfach nur aufpassen, dass ein Mitglied des Ordens das Haus nicht verlässt und ihm Gesellschaft leisten. Nach einiger Zeit verabschiedeten sich der Professor und mein bester Freund und ich beschloss etwas zum Abendessen für mich und meinen mir noch unbekannten Mitbewohner zu kochen. Ich war so versunken in die Zubereitung des Essens, dass ich heftig erschrak, als ich hinter mir einen fassungslosen Aufschrei vernahm. „Jo? Jolena Burningham!“ Schnell drehte ich mich um. Und dort stand er. Sirius. Sirius Black. „Sirius?“, brachte ich schließlich heiser flüsternd heraus. Er nickte und kam langsam näher, ehe er mich in den Arm nahm. Als wir uns nach einiger Zeit wieder gelöst hatten, half er mir das Essen fertig zu kochen und anschließend aßen wir zusammen. Wir hatten uns ziemlich viel zu erzählen. Über das, was in der Schule geschehen war, redete allerdings keiner. Eine Woche verging und Sirius und ich verstanden uns immer besser. Wenn wir einmal kein Thema mehr fanden, über welches wir reden konnten, spielten wir Zauberschach, putzten das Haus oder kochten zusammen. Auch heute standen wir wieder zusammen in der Küche. Heute hatten wir uns überlegt, einmal wie die Muggel zu kochen, also ohne Magie. Ich glaube wir hatten uns das beide einfacher vorgestellt, als es war. Während Sirius gerade versuchte die Kartoffeln zu Kartoffelpüree zu verarbeiten, schnitt ich das Gemüse für den Salat. Ich lachte gerade noch über einen von Sirius Witzen, im nächsten Moment schrie ich jedoch schmerzhaft auf. Mit dem Messer, mit dem ich gerade eine Paprika kleingeschnitten hatte, war ich abgerutscht und hatte mir in tief in meinen linken Zeigefinger geschnitten. Der Schnitt musste ziemlich tief sein, denn es tat so weh, dass mir die Tränen in die Augen schossen. Verzweifelt drückte ich auf den Schnitt, in der Hoffnung, die Blutung wenigstens etwas stoppen zu können. Sirius war sofort bei mir und verfrachtete mich besorgt auf einen Küchenstuhl, ehe er hektisch begann die Schränke in der Küche zu durchsuchen. „Hier muss doch irgendwo…Wo ist er denn…Verdammt!“, murmelte er dabei vor sich hin. „Nimm doch deinen verdammten Zauberstab zischte ich ihn an. Tatsächlich hörte er auf mich. „Accio Verbandskasten“, murmelte er. Da kam aus dem hintersten Schrank auch schon der Verbandskasten angeflogen. Er setzte sich neben mich und begann endlich meine Wunde zu versorgen. Als mein Finger versorgt war, reichte er mir noch ein Stück Schokolade. „Für die Nerven. Remus hat uns zur Beruhigung auch immer Schokolade gegeben“, meinte er aufmunternd lächelnd. Stirnrunzelnd sah ich auf das Stück Schokolade in meiner Hand. „Probiere es, es hilft wirklich“, forderte er mich noch einmals auf. Zögernd tat ich was er sagte und tatsächlich half es etwas. „Danke“, meinte ich ehrlich lächelnd zu Sirius. „Ich bin in so einer Situation immer total überfordert.“ „Weiß ich doch“, grinste er mich an. Als Antwort streckte ich ihm nur die Zunge raus. Das war aber auch nur einer vieler Vorfälle, wir schienen diese Zufälle immer noch magisch anzuziehen. Einige Tage später saßen wir müde auf einem der Sofas im Salon, vor uns brannte ein gemütliches Feuer im Kamin. Ich hatte mich an Sirius gelehnt und las ein Buch, welches ich mir aus der Bibliothek geholt hatte. Es ging um die bedeutendsten Entdeckungen der modernen Zauberei und hatte mich völlig in seinen Bann gezogen. Normalerweise war ich nicht die Person die sonderlich viel las, doch ab und zu machte es wirklich Spaß und man lernte auch noch dazu. Sirius spielte währenddessen mit meinen Haaren und schien mit seinen Gedanken wo ganz anders zu sein. Bald schon bemerkte ich, dass mir langsam die Augen zufielen. Eigentlich wäre jetzt der Zeitpunkt gekommen, aufzustehen und ins Bett zu gehen, doch es war gerade so gemütlich, dass ich sitzen blieb. Wenige Minuten später war ich auch schon eingeschlafen. Sirius Sicht: An mich gelehnt saß Jo und las in einem dicken Buch, es schien sie wirklich zu interessiere, denn sie war tief darin versunken. Meine Gedanken schweiften ab, während ich mit ihren langen schwarzen Haaren spielte. Sie war noch immer unfassbar süß und auch immer noch genauso schlagfertig wie früher. Ich wusste nicht, was das damals in der Schule genau zwischen uns gewesen war, wir hatten nie darüber gesprochen. Was ich wusste war, dass ich sie die letzten Jahre unfassbar vermisst hatte und ich war unglaublich glücklich gewesen, als ich sie hier wiedergesehen hatte. Erst hatte ich mich bei Dumbledore beschwert, ich brauchte doch keinen Babysitter, doch mit Jolena war es hier definitiv weniger langweilig. Mein Blick glitt zu der jungen Frau neben mir. Sie atmete tief und gleichmäßig. Schmunzelnd bemerkte ich, dass sie eingeschlafen war. Auch ich war ziemlich müde, wir hatten den ganzen Tag damit verbracht eines der vielen Zimmer in diesem Haus zu entrümpeln und wieder bewohnbar zu machen, denn bald würden Ferien sein, und dort würden einige Leute hierherkommen und bräuchten eine Unterkunft. Auch Harry würde kommen, was mich besonders freute. Wie zuvor Jolena, fielen auch mir jetzt die Augen zu und kurz darauf war ich eingeschlafen. Deine Sicht: Als ich aufwachte, war etwas anders als sonst. Zuerst wusste ich nicht genau was, doch dann bemerkte ich, dass mich jemand im Arm hielt. Erschrocken riss ich die Augen auf. Als ich jedoch erkannte, dass es Sirius war, beruhigte ich mich wieder ein wenig. Trotzdem war mir diese Situation irgendwie unangenehm und ich wand mich vorsichtig aus seinen Armen und stand auf um uns Frühstück zu machen. Wochen und Monate vergingen, es passierte nicht sonderlich viel. Immer mal wieder gingen Leute des Ordens ein und aus und natürlich, wie sollte es auch anders sein, stolperten Sirius und ich des Öfteren übereinander, nicht selten war mein Kater Lucifer Schuld daran. Wir hatten uns an diese Zwischenfälle schon gewöhnt und lachten inzwischen eher darüber, als das wir peinlich berührt wären. Doch heute war es kein einfaches übereinander stolpern. Es war ein langer Tag gewesen, wir waren früh aufgestanden und hatten uns heute die Kammer unter der Treppe in der Eingangshalle vorgenommen. Das knifflige dran war, nicht zu laut zu sein. Wir konnten dies allerdings nicht immer verhindern und das bescheuerte Gemälde von Walburga Black, Sirius Mutter, begann rumzubrüllen. Sirius und ich hatten ganz schön Mühe, sie jedes Mal wieder zum Schweigen zu bringen. Auch Kreacher, der alte Hauself, machte uns die Arbeit nicht einfacher. Ständig lief er uns im Weg herum und fischte Dinge, welche wir bereits in den Müll sortiert hatten, wieder aus diesem heraus, nicht ohne dabei wütend vor sich her zu grummeln. Schlussendlich hatten wir es aber doch geschafft und jetzt war ich todmüde auf dem Weg in mein Bett. Doch als ich mein Zimmer betrat, schrie ich entsetz auf. Mein Bett, in welches ich mich am liebsten sofort geschmissen hätte, war belagert von Doxys. Sirius, von meinem Schrei angelockt, trat hinter mich und schmunzelte. „Anscheinend wirkt dein Bett sehr anziehend auf die Biester, wenn sie dafür sogar schon ihre geliebten Gardinen verlassen.“ „Sehr witzig Sirius, wo soll ich denn jetzt schlafen? Wir haben kein Doxyzid mehr da, ich wollte morgen schnell in die Winkelgasse um neues zu holen!“, fauchte ich. „Na ist doch kein Problem, du schläfst heut Nacht einfach mit bei mir im Bett“, antwortete er, als ob es das selbstverständlichste auf der Welt wäre. „Nein danke, da bevorzuge ich schon eher das Sofa“, mit zusammengekniffenen Augen sah ich ihn an. „Ach komm schon Jo, das Sofa ist echt unbequem, als wir letztens darauf eingeschlafen sind, hatten wir beide den ganzen Tag schlechte Laune, weil wir so verspannt waren. Außerdem ist es ja nicht so, dass du das erste Mal mit mir in einem Bett schlafen würdest.“ Schlussendlich gab ich nach und so lagen wir eine Viertelstunde später zusammen in Sirius Bett. Tatsächlich musste ich zugeben, dass es hier deutlich gemütlicher war, als auf dem Sofa. Zufrieden rollte ich mich zusammen und konnte mich nicht davon abhalten, mich an den neben mir liegenden Sirius zu kuscheln. Dieser legte daraufhin einen Arm um mich und kurz darauf war ich auch schon eingeschlafen. Weihnachten rückte immer näher und Sirius und ich hatten beschlossen zu diesem besonderen Anlass das Haus zu dekorieren. Er hatte es sich nicht nehmen lassen, auch einige Mistelzweige aufzuhängen. Und natürlich kam es dazu, dass wir beide unter einem dieser verfluchten Dinger landeten. „Warum kommt mir diese Situation nur so seltsam bekannt vor?“, fragte ich ihn ironisch. „Keine Ahnung, aber ich denke wir haben dieses Mal beide keine so große Lust ewig hier herum zu stehen. Du verpasst dieses Mal vielleicht keinen Unterricht, aber soweit ich weiß, wolltest du dich in einer halben Stunde mit Snape im tropfenden Kessel treffen und ich sollte dringend dem armen Seidenschnabel sein Abendessen bringen, nicht das er wieder meine Mutter aufweckt“, sagte er, während er so tat als würde er angestrengt nachdenken. „Oh verdammt, das Treffen mit Snape! Ich wusste doch ich hab was vergessen!“, fluchte ich. „Na, dann sollten wir vielleicht mal schauen das wir hier wegkommen, oder nicht?“, fragte er grinsend. „Ja, dann küss mich doch endlich, früher hast du dich doch auch nie…“, begann ich, wurde allerdings durch den Kuss unterbrochen. Sofort begannen die Schmetterlinge in meinem Bauch wieder zu fliegen, nicht so wie in Hogwarts, nein, viel heftiger. Und in diesem Moment musste ich es mir vollends eingestehen, ich hatte mich in Sirius Black verliebt. Das, was ich nie wahrhaben wollte, weder zu Schulzeiten noch danach und es war mir auch wirklich gut gelungen es zu verdrängen, war geschehen. Völlig von meinen Gefühlen geleitet, erwiderte ich den Kuss und wie vor vielen Jahren auf Hogwarts, wurde der Kuss immer leidenschaftlicher. Als wir uns nach einiger Zeit wieder voneinander lösten sahen wir uns einen kurzen Moment stumm an, ehe wir beide gleichzeitig begannen zu reden. „Ich glaub ich hab mich in dich verliebt, so richtig“, sagte ich. „Fändest du es schlimm, wenn ich dir sagen würde, dass ich mich in dich verliebt habe?“, sagte er. Sprachlos schauten wir uns an. „Nein?“, antwortete ich schließlich auf seine Frage. „Gut, dann würde ich sagen, wir sind ab heute endlich ein Paar. Offiziell.“, grinste er und ich grinste glücklich zurück. Inzwischen waren wir seit einem Jahr zusammen und Sirius Patenkind, der berühmte Harry Potter, würde heute zu uns in den Grimmauldplatz gebracht werden. Inzwischen war das Haus deutlich voller geworden, denn einige der Ordensmitglieder, unter anderem auch die Familie Weasley mit einigen ihrer Kinder, wohnten inzwischen hier. Alle waren mir außerordentlich sympathisch, auch wenn sie mir gegenüber zunächst skeptisch waren. Als sie jedoch erfahren hatten, dass ich mit Sirius zusammen war und dieser immer wieder beteuerte, dass ich vertrauenswürdig wäre, auch wenn ich ziemlich arrogant sein konnte, vertrauten sie mir endlich. Besonders freute ich mich allerdings darauf, Harry kennenzulernen. Dieser war ziemlich erstaunt, als sein Pate mich als seine feste Freundin vorstellte. Allerdings freute er sich sehr für ihn und wir verstanden uns schnell ziemlich gut. Ich erzählte ihm einiges über seine Mutter, schließlich waren wir bis zur 5. Klasse sehr gut befreundet gewesen, und er hörte mir gerne zu. Als Harry dann zusammen mit den anderen Schulpflichtigen abreisen musste, da das Schuljahr begann, wurde es wieder ruhiger im Grimmauldplatz Nummer 12. Da Voldemort im Sommer zurückgekehrt war, hatte der Orden wieder mehr zu tun. Ich selbst, war kein richtiges Mitglied und bekam daher auch kaum etwas von ihren Machenschaften mit. Zwar hatte ich gefragt, ob ich nicht auch beitreten durfte, doch Sirius war strikt dagegen gewesen und ich wollte keinen Streit mit ihm beginnen, weshalb ich es dabei beließ. Kurz vor Weihnachten wurde Mr. Weasley angegriffen und stark verletzt, doch Dank Harry hatte er es überlebt. In den kurz darauf folgenden Ferien war das Haus wieder voll besetzt und Mrs. Weasley war der festen Überzeugung, Sirius und ich hätten nicht richtig geputzt und entrümpelt, weshalb nun jeder der Anwesend war helfen musste, dies ordentlich zu tun. Dieses Weihnachten war wunderschön gewesen, das Haus war voll, alles war feierlich geschmückt, es duftete nach frisch gebackenen Plätzchen und im ganzen Haus herrschte fröhliche Stimmung. Besonders glücklich machte mich jedoch der Anblick meines Freundes. Er sah so glücklich und zufrieden aus und seine Augen strahlten. Seit unserer Zeit auf Hogwarts hatte ich ihn nichtmehr so aufgeweckt gesehen. Im März begannen mich auf einmal seltsame Träume heimzusuchen. In diesen Träumen starb Sirius immer auf eine andere Weise. Jedes Mal wachte ich kurz nach seinem Tod schwer atmend und verschwitzt auf. Wenn der Tod besonders schlimm gewesen war, kam es nicht selten vor, dass ich auch schrie. Anfangs hatte Sirius mich immer noch gefragt, was ich denn Schlimmes geträumt habe, doch ich konnte und wollte es ihm nicht sagen. Inzwischen fragte er schon gar nicht mehr und nahm mich einfach nur tröstend in den Arm und beruhigte mich solange, bis ich wieder eingeschlafen war. Jeden Abend, bevor ich einschlief, hoffte ich, dass mich die Träume endlich in Ruhe ließen, doch anstatt sie das taten, wurden sie nur immer realistischer. Anfangs starb Sirius noch durch einen Sturz von einer Klippe oder einen Autounfall, doch nun wurde er immer von einem anderen Todesser umgebracht. Es war ein Mittwochabend im Juni, als ich träumte, wie Bellatrix Lestrange persönlich einen Todesfluch auf Sirius abschoss und ihn traf. Doch damit nicht genug. Hinter Sirius war auf einmal ein seltsamer weißer Torbogen, durch welchen er fiel und einfach verschwand, während Bellatrix verrückt lachte. Schreiend, heulend und am ganzen Körper zitternd vor Angst wachte ich endlich auf. So realistisch war noch keiner meiner Träume gewesen. Als ich mich etwas beruhigt hatte, fand ich mich in Sirius Armen wieder, welcher mich mit großer Besorgnis anschaute. „Jo, so schlimm ist es noch nie gewesen. Erzähl mir bitte endlich von was du da immer träumst.“ Während ich erzählte, dass ich Nacht für Nacht träumte, wie er ums Leben kam und dass sich diese träume immer mehr gesteigert hatten, bis zu diesem täuschend echten Traum heute Nacht, strich er mir beruhigend über den Rücken und hörte mir einfach zu. „Jolena, ich verspreche dir, dass ich nicht sterben werde, okay. Und jetzt versuchen wir noch einmal etwas zu schlafen.“ Erschöpft nickte ich und kurz darauf waren wir wieder eingeschlafen. Am nächsten Abend wollten Sirius und ich gerade hoch ins Bett gehen, als uns ein Patronus erreichte. Er erzählte uns, dass im Ministerium ein Kampf stattfinden würde und das Harry dort wäre. Und Todesser. Einen kurzen Moment sahen Sirius und ich uns an. „Ich komme mit“, meinte ich, ehe er etwas sagen konnte. Wenige Augenblicke später waren wir im Zaubereiministerium, wo schon ein Kampf zwischen den Todessern und Harry und seinen Freunden stattfand. Auf die Schnelle erkannte ich Tonks und Kingsley, von letzterem war der Patronus gewesen. Wir stürzten uns in den Kampf, hatten uns allerdings schon bald aus den Augen verloren. Erst als wir uns alle in einem großen runden Raum gegenüberstanden, sahen wir uns wieder. Ich kämpfte gerade mit dem Todesser Avery, als es mir auffiel. Dieser Raum, war der Raum aus meinem letzten Traum. Panisch sah ich zur Seite. Dort stand Sirius und duellierte sich mit Bellatrix Lestrange. Wie in Zeitlupe sah ich den grünen Blitz auf meinen Freund zu kommen, doch ich konnte mich nicht rühren. Avery hatte ich zuvor außer Gefecht gesetzt, sonst wäre ich jetzt wahrscheinlich schon tot. Sirius lachte, er sah die Gefahr die ihm drohte anscheinend nicht. Wie in Trance schnappte ich nach Sirius Hand und zog ihn zu mir, sodass der Fluch knapp an seinem linken Arm vorbeizischte. Frustriert schrie Bellatrix auf und wollte schon einen weiteren Fluch auf uns abfeuern, als sie plötzlich innehielt. Auch um uns herum waren die Kämpfe verstummt und kurz darauf verschwanden die Todesser. „Danke“, flüsterte Sirius mir ins Ohr, „du hast mir gerade das Leben gerettet.“ „Du hast mir versprochen, dass du nicht stirbst und beinahe hättest du dein Versprechen gebrochen!“, hauchte ich, immer noch etwas in Trance. Harry, der mitbekommen hatte was passiert war, war mir unendlich dankbar gewesen. Er selbst hatte es an diesem Abend noch mit Voldemort höchstpersönlich aufnehmen müssen, doch da waren Sirius und ich schon wieder zu Hause gewesen. Bei der großen Schlacht auf Hogwarts waren wir selbstverständlich dabei und überlebten. Aber wir erlitten beide große Verluste. Remus, Sirius einzig verbliebener Freund aus der Schule war ums Leben gekommen, zusammen mit seiner Frau, Tonks. Auch ich hatte meinen besten Freund verloren. Sev wurde, wie Harry mir später erzählt hatte, auf Voldemorts Befehl von dessen Schlange Nagini umgebracht. Der Verlust unserer Freunde machte uns allen schwer zu schaffen, doch gemeinsam schafften wir es, über sie hinwegzukommen. Geheiratet hatten Sirius und ich nie. Wir brauchten diese Zeremonie nicht um zu wissen, dass wir zusammengehörten. Nicht lange nach der Schlacht, stellte ich fest, dass ich schwanger war. Ich wusste nicht, ob ich mich freuen sollte, zwar wollte ich immer Kinder haben, doch Sirius und ich hatten nie darüber gesprochen und zudem waren wir mit 39 auch nicht mehr die jüngsten. Doch Abtreiben kam für mich auf keinen Fall in Frage, weshalb ich beschloss es zu behalten und Sirius zu erzählen, dass er Vater werden würde. Ich ging aus dem Badezimmer geradewegs hinunter in die Küche, wo mein Freund am Tisch saß und bei einer Tasse Kaffee den Tagespropheten las. Ich setzte mich ihm gegenüber ehe ich begann zu erzählen. „Schatz, ich fürchte ich hab eine ziemlich teure Anschaffung gemacht, ich hoffe du bist mir nicht böse, aber es ist für uns beide… Lieferzeit ist in 9 Monaten und wir brauchen mehr Platz!“ Zuerst schaute er mich verwirrt an, ehe er zu verstehen schien. „Du bist schwanger!“ Jetzt doch etwas unsicher, nickte ich. Er würde sich doch freuen, oder? „Das ist ja wunderbar! Wir müssen sofort Harry Bescheid geben! Und einkaufen!“, völlig aus dem Häuschen sprang er auf. Dann nahm er mich in den Arm und wirbelte mich glücklich herum. „Wir werden Eltern! Ist das nicht wunderbar?“ Glücklich nickte ich. „Ich freue mich auch.“ Acht Monate später brachte ich unseren kleinen gesunden Sohn Quinn zur Welt, welcher in Hogwarts einer der Besten Hüter werden würde, den die Schule je gesehen hatte.