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Dragon - Die Auserwählte

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10 Kapitel - 5.025 Wörter - Erstellt von: - Entwickelt am: - 174 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Es geht um ein Mädchen, Gracey, sie ist leidenschaftliche Baseballspielerin, doch eines Tages nach einem Streit mit ihren Eltern fährt sie weg und trifft auf einen gut aussehenden Typen, der etwas bei ihr auslöst womit sie nicht gerechnet hat.

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    Kapitel 1

    Gracey O'Shea

    Alle Jubeln, ich einschließlich. Ich renne herum und stoße meinen Schläger in die Luft. Ich habe einen Homerun gemacht und werde jetzt von meinem Team gefeiert, weil endlich die Zeit um ist. In den letzten Minuten habe ich uns in die Höhe geschleudert, denn es war unentschieden. Hätten wir verloren, wäre es das allererste Mal seit 4 Jahren. Also seit ich im Team bin. Ich will jetzt nicht angeben, aber ich bin gut. Joey kommt auf mich zu gerannt und zieht mich in eine Umarmung. „Wow, Gracey! Das war klasse! Ich hatte Schiss, dass du es nicht mehr schaffst, aber ich hab dich mal wieder unterschätzt.“ Er lächelt und lässt mich frei. Ich trete einen Schritt zurück, um ihn anzuschauen. Mit seinen süßen Grübchen, wenn er lacht und seine muskulöse, verschwitzte Gestalt, sieht er gar nicht mal so schlecht aus. Blonde Haare, dunkelblaue mit grünen Punkten durchzogenen Augen und seinen Charakter, bin ich froh ihn als besten Freund zu haben. „Du weißt ja. Ich bin halt die Beste und überrasche alle jedes mal aufs Neue!“ alberte ich zurück. Wir lachen, doch sobald ich Stella, die auf Joey zu rennt, sehe verschwindet meine gute Laune. Joey sieht das und ahnt schon, wer da kommt. Es ist ein offenes Geheimnis, das ich Stella nicht mag. Und schon wirft sie sich an Joeys Hals und knutscht ihn. Ich sehe Joey leise lachen. Oft zieht er mich damit auf, dass ich Stella nicht leiden kann, weil sie das alles – da zeigt er auf sich – nicht haben kann. Danach kitzele ich ihn immer durch, damit er das mal ganz schnell wieder vergisst. Manchmal, aber nur ganz manchmal, bin ich wirklich eifersüchtig. Aber nicht, weil ich auf Joey stehe, sondern weil ich schon immer Single war. Mittlerweile bin ich in der 12. Klasse und hatte immer noch nicht meinen ersten Freund, oder sogar mein erstes Mal. Joey dagegen, er ist ein Playboy. Jedoch seit ihn seine und Stellas Eltern mit Stella verkuppelt haben, macht er aus Anstand nur noch mit ihr rum. Das alles denke ich innerhalb von ein paar Sekunden. Während dieser Sekunden sind meine Familie, mein Trainer und der Rest des Teams auf mich zugekommen. Von überall erhalte ich Glückwünsche und werde von so ziemlich allen umarmt. Ach ja, mein Team. Ich bin fast das einzige Mädchen, nur Stacy und Lena sind noch hier. Ansonsten nur Jungs, Joey ist auch Teil des Teams. Ich lasse mich noch weiter bejubeln, doch irgendwann reicht es dann auch. Ich bedanke mich bei allen und lasse mich erschöpft auf die Bank in der Mädchenumkleide sinken, in der ich mittlerweile stehe. Armer Joey! Er ist ja jetzt in den Fängen von der Oberzicke. Da dauert es ein bisschen, bis er sie wieder los wird.
    Ich denke nicht mehr weiter und ziehe mich um. Ich packe meine Baseballklamotten und meinen Schläger in meine Sporttasche und sehe mich im Spiegel. Nur im BH und Unterhose. Oha. Ich sehe, dass ich ein Sixpack habe. Seit wann das denn? Naja, und wenigstens sind meine Brüste mal gewachsen. Sie waren schon immer etwas kleiner, doch jetzt sind sie schön rund und schmiegen sich an die Halterungen. Plötzlich geht die Tür auf und ich zucke erschrocken zusammen, es ist jedoch nur Lena, die sich auch umziehen wollte. Sie sieht mich an und geht dann an mir vorbei um zu ihren Platz zu kommen. Sie lacht. Ich seufze auf. „Gracey, du musst dich doch nicht erschrecken! Mir ist das auch mal passiert.“ Sie zwinkert mir zu und zieht sich ihre Klamotten aus, um hier zu duschen. Aus ihrer Familie weiß niemand davon, dass sie Baseball spielt, weil es sich nicht schickt, herum zu rennen und einen Ball mit einem Holzschläger durch die Luft zu spielen. Wie bin ich glücklich, dass meine Familie hinter mir steht. Sie sind stolz darauf. Auch wenn bei uns Tradition großgeschrieben wird, verzichten sie hierbei darauf. Mein Bruder ist leider nicht so glücklich darüber, er würde gern selber spielen, doch leider darf immer nur einer aus der Familie in ein Team. Das sind die Regeln. Naja. Meine Schule ist ziemlich streng und das liegt nicht daran, dass die Lehrer so streng sind. Nein. Es liegt daran, dass unsere Schule nur von reichen Kindern oder Kindern mit irgendwelchen hochadligen Titeln, besucht wird. Deshalb müssen sie so streng sein. Lena kommt aus der USA und ihre Familie ist mit dem Präsidenten verwandt. Krass, oder? Joey und seine Familie, die sehr nett ist, kommen auch aus Schottland und sie sind Adelige. Und ich? Ich bin mit der Schottischen Königsfamilie verwandt. Es ist krank. Meine Familie und ich interessieren uns nicht für das Geld oder den prachtvollen Palast, der in Schottland steht und in dem ich aufgewachsen bin. Mit 10 Jahren sind ich, meine Eltern, mein Bruder – der damals 8 Jahre alt war – nach Tasmanien gezogen. Währenddessen antworte ich ihr. „Ach, es war doch gar nichts. Außerdem wo ist eigentlich Stacy?“ Lena sieht mich erstaunt an. „Sie ist mit Jeremy nach Haus. Sie hat dir sogar Tschüss gesagt!“ Ich sehe sie erschrocken an. Verdammt, ich darf nicht immer so viel nachdenken und verschwinden. „Schade, habe ich nicht mitbekommen. Jeremy aus dem Kunstkurs?“ Ich sehe Lena fragend an. Sie nickt bestätigend. „Ja. Ich hoffe, aus den beiden wird was! Sie sind verdammt süß zusammen. Findest du nicht?“ Ich nicke wie wild und antworte „Sie sind verdammt süß. Hast du mitbekommen, das Jeremy ihr Liebesbriefchen schreibt?“ Sie schüttelt erstaunt den Kopf. „Nein, wo hast du das denn gehört?“ Ich lache. „Ich hab es nicht gehört, ich hab es gesehen.“ Sie guckt mich an. „Was du alles mitkriegst!“ Ich bin mittlerweile fertig angezogen und umarme Lena. Danach schnappe ich mir meine Tasche und gehe aus der Umkleide. Im Flur wartet schon Mom auf mich. Sie nimmt mich in dem Arm. Ich drücke sie zurück. „Du warst klasse da draußen!“ „Dankeschön!“ Wir gehen zum Familienauto und steigen ein. Dort sitzen schon Emilio, Dad und Joey. Ich setze mich zwischen Joey und meinem kleinen, bockigen Bruder. Ich versuche Emilio aufzuheitern und gebe ihm einen Kuss. Auch wenn er 16 Jahre alt ist, er verhält sich wie ein Kleinkind. Er nimmt mich in Arm und drückt mich fest. Leise flüstert er mir zu, damit Mom und Dad das bloß nicht mitbekommen, „Du warst toll, dein Homerun! Respekt!“ Ich kicher leise. „Danke“, flüstere ich zurück. Emilio zieht sich zurück und steckt sich seine Kopfhörer in sein Ohr und holt sein iPhone raus. Und weg war er. Sobald er irgendein Medium in der Hand hat, ist er komplett darauf fokussiert. Deshalb wende ich mich Joey zu. „Und? Wie bist du die kleine Schnepfe losgeworden?“ Er seufzt und deutet nach draußen. Neugierig sehe ich an ihm vorbei und versuche nicht los zu prusten. Sie steht da wie ein begossener Pudel und schaut uns traurig nach. Dad startet den Wagen und wir fahren los nach Hause. „Das war echt nicht so leicht, sie davon zu überzeugen, dass sie nicht mit mir kann.“ Er pustet sich eine imaginäre blonde Strähne aus dem Gesicht und ich lache. Joey nimmt mich in den Arm und ich lehne mich an ihn an. Wir beide haben schon immer gern gekuschelt. Mom und Dad ziehen uns immer auf, wenn wir beieinander gekuschelt in meinem Zimmer liegen, dass die Kuschelkatzen wieder da sind. Joey und ich grinsen uns dann einfach nur an und liegen weiter da. Und kaum denke ich an die Spitznamen, kommt auch schon von vorne: „Sieh mal, Schatz! Die Kuschelkatzen sind da!“ Mom hat uns gesehen und fängt an zu lachen. Dad sieht in den Fahrerspiegel und grinst. Während des folgenden Gesprächs über mich und Joey, schließen wir einfach nur die Augen. Ich liege mit dem Kopf auf Joeys gut gebauter Brust und er stützt sein Kinn auf mein Kopf, während er mich mit den Armen umfasst. Stacy sagt immer, dass wenn man uns nicht kennen würde, uns für ein Paar halten könnte. Vielleicht ist es so, interessiert uns aber nicht. Für den Rest der Fahrt liegen wir einfach so da.
    Als wir Zuhause angekommen sind, steigen alle aus und Joey verabschiedet sich von meiner Familie, gibt mir einen Kuss auf die Wange und geht nach gegenüber. Er wohnt nämlich da. Das ist praktisch. Zum Beispiel kann ich in sein Zimmer und er in mein Zimmer sehen. Als Kinder haben wir mal eine Schnur mit zwei Blechdosen von mir zu Joey gespannt und haben so telefoniert. Damals waren wir elf oder so.

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    Kapitel 2

    Gracey O‘Shea

    Unser Haus, dass wir uns damals gekauft haben, ist ein imposantes Haus. Von außen sieht es langweilig und grau aus. Innen jedoch hat jeder von uns ein eigenes Zimmer. Mom und Dad haben im Keller ihre Arbeitszimmer oder auch Sprechzimmer. Das Erdgeschoss hat eine Küche, ein Bad, Moms und Dads Schlafzimmer, unser Wohnzimmer. In der Mitte ist ein großer Flur. Rechts vor dem Bad führt eine weiße Treppe ins 1. Stock. Dort ist links, mein Zimmer mit angrenzendem Bad und einer Sportecke, rechts ist Emilios Zimmer mit eigenem Bad. Zum Glück, sich mit seinem 16 jährigem Bruder ein Bad zuteilen, ist sehr anstrengend.
    Ich will gerade nach oben in mein Zimmer, um duschen zu gehen, als Mom mich zurückhält und Emilio ein Zeichen gibt, nach oben zu verschwinden. Oh oh. Kein gutes Zeichen. Dad setzt sich ins Wohnzimmer und schenkt sich eine Diät Cola ein, mit Wodka vermischt. Verdammt, nicht gut. Mom setzt sich neben Dad und nimmt aus dem Minikühlschrank unter dem Tisch, eine Martiniflasche. Sie schenkt mir und ihr ein Glas ein. Das ist wirklich nicht gut. Sonst darf ich nur außerhalb des Hauses Alkohol trinken, weil ich Emilio ja ein Vorbild sein muss. „Hier, Maus. Das wirst du, glaube ich, brauchen!“ meint Mom zu mir. Ich nehme das Glas aus ihrer Hand und bin auf alles Vorbereitet. Anscheinend nur nicht auf, dass was mir meine Eltern jetzt sagen.

    Wie Recht Gracey damit hatte, es veränderte ihr ganzes Leben.

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    Kapitel 2

    Gracey O‘Shea

    „Du wirst nicht mehr Baseball spielen, Gracey.“ Ich sehe sie fassungslos an. „Was?“ frage ich leise. Dad seufzt. „Du hast uns verstanden, Gracey! Du wirst aufhören und dich komplett auf den Abschluss konzentrieren!“ Sie wollen, dass ich nicht mehr spielen darf? Sind sie verrückt? „Ist das euer Ernst? Ich dachte, ihr steht komplett hinter mir und außerdem ihr wisst, dass ich gut in der Schule bin!“ Ich spüre wie die Wut meinen Körper übernimmt. Ich brülle sie jetzt an. „Scheiße! Ist das wirklich euer Ernst? Ich liebe Baseball und habe mein Team unterstützt und ihr könnt mich nicht raus werfen!“ Den letzten Teil brülle ich noch lauter heraus! Sie haben mich zutiefst verletzt. Mom sieht mich traurig an. „Schatz. Ja, wir meinen es Ernst! Und wir können dich nicht rausschmeißen, da hast du Recht, aber dein Trainer. Wir haben mit ihm geredet und er wird dich aus dem Team werfen.“ Ich bin fassungslos. Und enttäuscht, und wütend. Verdammt wütend! Grr. Ich habe das Gefühl meine Haut platzt gleich und ich hab Angst. Sie wollen mir mein Leben wegnehmen und haben es bereits zerstört. Ich rege mich nicht ab, zwinge mich aber ruhig zu antworten. „Mom, du weißt wie sehr ich Baseball liebe und ich schwöre dir, ich werde Baseball spielen. Und jetzt, entschuldigt mich.“ Sie nicken und ich trinke auf Ex meinen Martini aus und gehe mit hoch erhobenen Kopf aus dem Zimmer. Sofort stürme ich in mein Zimmer hoch, knall die Tür zu, hole meinen Baseballschläger aus der Tasche. Ich laufe durch mein riesiges Zimmer, ich muss irgendwas zerstören. Da hatte ich eine Idee. Ich reiße meine Tür auf, renne nach unten und rufe zu Mom und Dad. „Ihr zerstört mein Leben, dann zerstör ich eures!“ Ich renne mit den Baseballschläger in das Schlafzimmer meiner Eltern und schlage auf Moms heiß geliebte Bilder an der Wand ein. Sie knallen auf den Boden und ich schlage drauf. Dad kommt ins Zimmer gestürmt, reißt mir den Schläger aus der Hand, wirft ihn in eine Ecke und hält mich in einer Umarmung gefangen. Ich versuche mich loszureißen, doch sein Griff ist zu stark. Plötzlich kreischt jemand los. Es ist Mom. Ich sehe sie. Fassungslos, sich am Türrahmen festhaltend, und weinend. Kurz tut es mir leid, aber dann denke ich an mein Spielverbot. „Selber Schuld!“ zische ich sie an. Dad hält mit wütend auf blitzenden Augen mir den Mund zu. So wütend war er noch nie. Ich knurre ebenfalls wütend und schon wieder habe ich das Gefühl, als würde ich platzen. Mit einer Kraft, die ich nicht erwartet habe, befreie ich mich von Dad, schubse ihn in sein Bett und laufe an Mom vorbei. Sie kniet mittlerweile vor ihren zerstörten Bildern. Ich laufe nach oben, packe eilig eine Tasche mit Klamotten, meinem Portemonnaie und der goldenen Kreditkarte, die ich von meiner Großmutter geschenkt bekam. Außerdem noch meine Autoschlüssel und sprinte in die Garage. Mein silberner VW Touran steht ganz vorne und ich springe rein, starte den Motor und fahre aus der Garage, die Main Street runter. Irgendwann halte ich und bemerke, dass ich auf meiner Lieblingslichtung im Wald stehe. Ich schließe die Augen und bemerke, dass ich mich etwas beruhigt habe und jetzt nachdem ich die Wut nicht mehr spüre, kommen die Tränen. Ich lasse meinen Kopf gegen das Lenkrad fallen und weine und weine.
    Nach einer Ewigkeit, fällt mir mein Handy ein. Ich schaue drauf und bemerke 10 verpasste Anrufe von Joey. Ich weiß nicht, ob ich ihn zurück rufen soll, doch da ich mich einsam fühle, rufe ich ihn an. Er geht sofort ran. „Gracey, wo bist du? Ich fahr gerade auf der Main Street lang.“ Ich seufze und antworte leise „Bin auf meiner Lichtung, weißt du?“ Er antwortet mit einem knappen Ja und legt auf. Er ist bald hier und wird sich um mich kümmern, dass weiß ich. Er wird mich verstehen, mich trösten und alles wieder gut werden lassen. So ist es halt mit Joey, er versucht alles wieder ins Lot zu bringen. Nur ein paar Minuten später hält neben mir sein schwarzer Range Rolver. Die Fahrertür geht auf und Joey springt raus. Ich mache meine Tür auf, strecke meine Arme nach Joey aus und er zieht mich aus dem Wagen in seine tröstenden Arme. Ich fange an zu schluchzen und vergrabe mein Gesicht in seinem Shirt. „Ich habe gesehen, wie du aus dem Haus nahezu geflüchtet bist. Was ist passiert, Gray?“ Ich schniefe und rüge ihn leise für meinen hässlichen Spitznamen. „Ich habe dir doch gesagt, du sollst mich nicht so nennen!“ Er lacht leise und sagt „Ich werde alles versuchen, dass es dir besser geht und deshalb werde ich dich wohl ärgern müssen.“ Ich schüttel den Kopf und erzähle ihm die ganze Geschichte.

    „Du willst gehen?“ Joey sieht mich fassungslos an. Ich nicke. „Bitte! Verstehst du das nicht? Meine Eltern hassen mich und ich kann nicht zurück oder weißt du etwa, wo ich hin kann?“ Er schüttelt resigniert den Kopf. „Joey, hör mir zu! DU wirst dich um meine Familie kümmern und ihnen sagen, dass es mir gut geht. Ich werde auch irgendwann mal wieder kommen, aber im Moment geht das einfach nicht.“ Joey sieht mich traurig aus seinen wunderschönen Augen an und umarmt mich ganz fest. „Okay. Ich werde das tun, aber nur, wenn du mir ab und zu schreibst!“ Ich zucke leicht mit den Schultern. „Ich weiß nicht, ob da, wo ich irgendwann lande, Empfang ist.“ Joey guckt zu mir runter und sagt dann leise „Dann versuch es! Ich werde dich vermissen...“ Er drückt noch einmal zu und löst sich aus der Umarmung. Ich bin traurig, ich werde meinen immer scherzenden, coolen, süßen, besten Freund vermissen. Ich werde alle vermissen, aber ich muss. „Joey?“ Er wollte gerade gehen, dreht sich aber noch mal zu mir um. „Ja?“ Ich versuche zu lächeln. „Lass nicht zu, dass die Schnepfe dafür sorgt, dass du mich vergisst, ja?“ Joey muss grinsen. „Das wird sie nicht, Gray! Versprochen, du bist immer da und da!“ Er zeigt auf sein Herz und auf seinen Kopf. Ich lache diesmal richtig. „Danke!“ Ich setze mich wieder in mein Auto und mache die Tür zu. Ich fahre los in eine ungewisse Zukunft.
    Joey sieht traurig und verlassen, Gracey hinterher und flüstert „Ich kann dich nicht vergessen, weil ich dich doch liebe!“ Er fährt sich durch seine Haare und geht.
    Doch natürlich kann sie das nicht mehr hören.

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    Kapitel 3

    Lance Stavros

    Scheiße. Ich muss mich verstecken. Ich renne gerade um mein Scheißleben und versuche mich endlich zu verwandeln, doch es funktioniert immer noch nicht. Hinter mir drei verdammte VW Laster mit jeweils 15 Leuten Besatzung inklusive dem Fahrer. Jeder mit einer M15 bewaffnet. Und ich? Ja, gar nichts. Schnell laufe ich von der Straße in den angrenzenden Wald. Dort können sie mich nicht verfolgen. Doch schon irgendwie, aber nicht mit den Autos. Dadurch gewinne ich an Vorsprung, plötzlich vibriert meine Uhr. Eine neue Nachricht von meinem Assistenten. Ich öffne und lese sie. Verdammt! Sie hat sich einen verdammt schlechten Zeitpunkt ausgesucht, um von Zuhause abzuhauen und das auch noch wütend. Ich muss die Kerle hinter mir loswerden und zu ihr! Ich sprinte los und weiche den Bäumen aus, bis ich an einem See vorbeikomme. Das ist es! Ich schwimme einfach bis zu Gracey. Mein Assistent hat schon vor ein paar Monaten eine Wanze angebracht und so kann ich leicht sehen, wohin sie fährt. Ich springe voll bekleidet in den See und schwimme so schnell ich kann. Brr, ist das kalt! Egal, da muss ich jetzt durch. Gracey ist eine Gefahr für alle, die ihr begegnen, solange sie sich nicht kontrollieren kann.
    Nach ein paar Stunden bin ich endlich an der Südhälfte von Tasmanien angekommen. Ich steige komplett durchgefroren, aus einem großen See, in einem Wald in der Nähe von der Devilsschlucht. Ich schicke meiner Zentrale meine Koordinaten, damit ich ein großes Wohnmobil bekomme. In ca. 4 Stunden wird auch Gracey hier sein. Meine Kameraden kümmern sich um Gracey, damit sie auch sicher hierher findet und erst mal ein kleines Heim hat. Ich ziehe meinen nassen Pullover und meine Hose aus, sodass ich nur in Boxershorts und Oberkörperfrei mich trocknen lasse.

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    Kapitel 4

    Gracey O‘Shea

    Ich bleibe verwirrt auf der Straße stehen. Im Navi sind beide Straßen frei, doch jetzt vor mir ist die rechte Abzweigung gesperrt und nur die linke frei. Eigentlich wollte ich in den Norden fahren, denn im Süden liegt die Devilsschlucht. Ich mag sie nicht. Nicht nur wegen dem Namen, sondern auch durch ihr furchterregendes Aussehen. Überall nur grau und Sandstein. Und es führt nur eine schmale, instabile Holzbrücke durch die ganze Schlucht. Ich kampiere einfach vor der Schlucht, am besten an einer Wasserquelle. Ich biege nach links in Richtung Süden ab, und fahre soweit bis die Sonne untergeht. Zwischendurch konnte ich nie nach Westen oder Osten abbiegen, alles war da lang gesperrt. Merkwürdig. Gerade als die Sonne, als ein roter Feuerball, untergeht, entdecke ich einen See. Umgeben von einem Wald, fühle ich sicher. Ich parke und steige dann aus. Ich strecke mich und habe das Gefühl beobachtet zu werden. Ich sehe mich um und entdecke am Waldrand einen Mann. Er guckt zurück und kommt dann mit einem Lächeln auf den Lippen zu mir. Ich habe plötzlich Herzklopfen und schiebe es auf die romantische Situation. Der Mann ist bei mir angekommen und stellt sich vor. „Hey! Ich bin Lance Stavros, ich wohne etwas weiter hinten auf der Lichtung hier und du bist?“ Ich strecke ihm die Hand hin und er nimmt sie und schüttelt sie. „Ich bin Gracey O‘Shea. Ich wohne in meinem Auto und komme gerade hier an.“ Ich lasse Lances Hand los. Er ist mir schon von Anfang an sympathisch. Er fragt mich mit einem Lächeln, ob ich nicht mit bei ihm stehen möchte. „Klar. Warum nicht?“ antworte ich erfreut. Ich weiß eigentlich sollte man nicht mit wildfremden Typen durch die Gegend laufen, doch ich bin so froh das ich nicht hier allein in der Wildnis bin. Ich hatte mich nämlich schon darauf eingestellt, hier allein zu versauern. Lance geht mit sicheren Schritten vor und ich fahre im Auto hinterher. Schon bald sehe ich ein großes Wohnmobil. Ich parke neben dem Mobil und steige beeindruckt aus. „Ach du meine Güte!“ Lance sieht mich mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht an. „Ja, ich weiß es ist ziemlich riesig aber ich fahre durch die ganze Welt und habe dann sozusagen ein Heim auf Rädern.“ Ich muss lachen. Er macht eine Weltreise? Ich bin etwas neidisch. „Wie kommt es, dass du eine Weltreise machst?“ frage ich neugierig. Er zuckt mit den Schultern und sagt gleichgültig. „Ach, meine Eltern haben mich mit 18 gezwungen auszuziehen und dann habe ich als Verhandlung gesagt, dass ich um die Welt reisen möchte.“ Ich sehe ihn mit großen Augen an. Er lacht als er es sieht. „Du.. du wurdest raus geschmissen?“ Lance nickt. „Ja und warum bist du hier draußen ganz allein?“ Ich zögere kurz aber, dann denke ich daran, dass er mir ja auch von sich erzählt hat. „Also, meine Eltern haben etwas verlangt, das ich nicht aufgeben kann und dann habe ich richtig Scheiße gebaut, weil ich wütend war“, ich zucke mit den Schultern und erzähle mit Tränen in den Augen weiter, „Und dann bin ich von Zuhause abgehauen und habe erst mal auch nicht vor zurück zu gehen!“ Ab etwa der Hälfte fingen meine Tränen an zu laufen. Lance sieht etwas hilflos aus, kommt dann aber zu mir und nimmt mich in den Arm. Ich weine mich bei ihm aus und bemerke, dass er ziemlich gut gebaut ist. Nachdem ich mich halbwegs wieder beruhigt habe, fragt Lance mit vorsichtiger Stimme. „Geht es jetzt einigermaßen wieder?“ Ich nicke mit dem Kopf auf seiner Brust und er drückt mich noch einmal kurz, dann lässt er mich los. Sofort spüre ich seine Wärme nicht mehr und fühle mich einsam. Was ist nur los mit mir? Lance sieht mich aus olivgrünen Augen an. Ich schlucke und merke, dass es mittlerweile stockdunkel geworden ist. „Danke Lance.“ Er nickt und antwortet mit einem hochgezogenen Mundwinkel. „Klar, immer wieder gern.“ Er zwinkert mir zu und dreht sich um. Er geht zur Eingangstür von seinem Wohnmobil und schaut noch einmal zurück. Er sieht von mir zu meinem Auto und wieder zu mir. Dann schüttelt er den Kopf und seine dunkel blonden, kurze Haare schimmern durch das Mondlicht, der Mond ist aufgegangen. Er nickt in sein Wohnmobil und sagt dann „Komm mit rein, Gracey! Du willst doch nicht in deinem Auto schlafen!“ Ich überlege. Dann sage ich kleinlaut „Also, das war eigentlich mein Plan..“ Er schüttelt noch mal wild seinen Kopf und kommt zu mir, nimmt meine Hand und zieht mich in sein Heim auf Rädern. Doch bevor er noch was sagen konnte, war ich schon wieder draußen, laufe zu meinem Auto, hole meine Tasche heraus und sprinte zurück zum Wohnmobil. Lance lacht aus vollem Hals. „Stimmt ja. Das hätte ich dich ja fragen können.“ Ich stimme in sein Lachen ein und ich habe das Gefühl, das ich vielleicht einen neuen Freund gefunden habe.

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    Kapitel 5

    Lance Stavros

    Wieso habe ich sie eingeladen bei mir im Wohnmobil zu schlafen? Sie ist mein Auftrag und am besten wäre es, wenn wir uns nicht so nah kommen würden. Ich mag den Kontakt mit anderen Menschen eigentlich nicht. Aber da Gracey kein normaler Mensch ist, muss ich ihr alles beibringen was sie wissen muss. Und es geht mir auf die Nerven. Sie ist jetzt schon mein zweiter Auftrag und beim ersten Mal ist schon alles schief gegangen. Wenn ich wieder alles verkacke, dann bin ich und die ganze Welt am Arsch! Jetzt geht Gracey in meinem Wohnheim herum und schaut den, mit glitzernden Augen an. Irgendwie sieht sie niedlich aus. Irgendwie.. ich weiß nicht etwas, hilflos. Sie hat es ja auch nicht leicht. Nein. Ich darf sie nicht bewundern, es darf sich nicht alles wiederholen! Doch wie soll ich sie jetzt, nachdem ich sie etwas kenne, wieder von mir wegstoßen? Ich hab keine Ahnung. Gracey ist gerade fertig mit allem angucken, und sie dreht sich zu mir um. Ich gehe an ihr vorbei und deute auf mein Schlafzimmer. „Dort kannst du schlafen!“ Sie guckt mich erstaunt an und fragt mich dann „Und wo schläfst du? Ich kann dir doch nicht deinen Schlafplatz wegnehmen!“ Ich grinse und deute über sie. Verwundert guckt sie dahin und einen Moment später kichert sie. „Ach so, da schläfst du“ Ich zucke mit den Schultern und klettere auf die erhöhte Plattform auf dem ein kleines Bett steht. 90 x 2 m. Von dort schaue ich auf Gracey hinunter. Sie geht ins Schlafzimmer und schmeißt sich aufs Bett. Man kann von hier aus in die Mitte des kleinen Zimmers gucken, in dem das Bett steht. Sie sieht mich an und sagt laut. „Es ist gemütlich. Danke sehr!“ Ich nicke nur und frage sie, ob sie Hunger hat. Gracey überlegt kurz, nickt dann aber und wir machen uns auf den Weg in die Küche. Es gibt Bohnen und Fleisch. Das Essen verbringen wir schweigend und danach hilft mir Gracey, obwohl ich eigentlich Nein gesagt habe, beim Abwaschen. Sie sieht ziemlich fertig aus und schläft sehr schnell ein. Ich kann gerade noch „Gute Nacht“ sagen, bevor sie eingeschlafen ist. Ich mag sie, beim Abwaschen haben wir uns noch über ziemlich belanglose Dinge unterhalten. Ich lerne sie besser kennen, und das war bei Lydia auch so. Verdammt. Lydia… Sie ist nicht mehr da und ich bin am Leben! Das ist nicht gerecht! Ich halte es nicht aus. Ich stürze aus dem Wohnmobil und renne nach draußen, an die frische Luft. Der Vollmond steht hoch am Himmel und die Sterne leuchten wunderschön, doch darum kann ich mich jetzt nicht kümmern. Ich muss mich verwandeln.

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    Kapitel 6

    Gracey O‘Shea

    Das Erste, was ich wahrnehme sind die verkackten Vögel, die total laut zwitschern. Normalerweise kann ich sie doch gar nicht hören! Ich schnelle hoch und merke, dass ich gar nicht in meinem Zimmer liege. Jetzt fällt mir alles wieder ein. Die Tür zu diesem Zimmer ist offen und ich kann Lances schwarze Locken erkennen, die über den Rand der Plattform ragen. Hat er mich beobachtet, während ich geschlafen habe? Mir läuft ein Schauer über den Rücken, ob ich das jetzt gut oder schlecht finde, weiß ich noch nicht. Schließlich ist er ja ein Fremder und ich wohne bei ihm im Wohnwagen! Ich lehne mich im Bett zurück und denke weiter nach. Irgendwann regt sich Lances Kopf und ich schaue gespannt zu. Er setzt sich hin und ich kann sehen, das er Oberkörper frei geschlafen hat. Oh Gott! Er hat ein mega Sixpack und schnell tue ich so, als würde ich noch schlafen. Ich lasse die Augen einen Schlitz offen und bemerke, dass er mich ansieht. Er liegt da noch einen Moment, steht dann aber auf. Er klettert von der Plattform, kommt zu mir ins Zimmer und geht zu seinem Schrank. Ich kann seinen braun-gebrannten Rücken sehen und er ist echt gut gebaut. Ich bemerke wie er sich zu mir umdreht und grinst als er sieht das ich ihn beobachte. "Was wird das?" fragt er mit einem Lächeln.
    Ich zuck gespielt mit den Schultern und grinse. Er kommt auf mich zu und beugt sich über mich. Ich zieh die Augenbrauen hoch und frage "Was wird das?" Er lacht leise und küsst mich. Ich ziehe ihn zu mir und wir verbringen den Rest des Morgens im Bett.

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    Liebe Leser,

    ich hoffe euch hat es soweit gefallen und wir sehen uns bald wieder. Ich werde möglichst bald diese Geschichte weiterschreiben. Bis bald.

    Eure Queen

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