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Squirrel - Memories of the musical child

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3 Kapitel - 3.837 Wörter - Erstellt von: - Entwickelt am: - 247 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

In dieser deutschen Geschichte geht es um Rika, die aber vor einiger Zeit ihr Gedächtnis verlor. Sie wurde von einer Gruppe von Freunden aufgenommen, die sich wie eine Familie um sie kümmern. Doch langsam stellt sich heraus, was an dem Tag wirklich passierte, an dem Rika ihre Erinnerungen verlor.

1
Prolog

Lauf! Schneller!
Er rennt, flieht. Sieht hinter sich. Nur für einen klitzekleinen Moment. Hört das hastige Atmen von ihm und seinem Verfolger. Versucht ihn im zickzack-Lauf zu entkommen. Rechts, links, rechts, links. Muss seine ergatterte Nahrung beschützen. Sieht schon unser Versteck und sprintet noch mit seiner letzten Kraft auf es zu.
Puh! Er atmet durch, hört noch ein einziges Mal, ob unser Feind noch vor unserem Versteck lauert. Nein, nichts. Er hat sich höchst wahrscheinlich schon aus dem Staub gemacht, als der Mann seine Krallen gerade in die Rinde gerammt hatte. In unserer Baumhöhle sind wir vor fast jedem sicher. Nur Diebe wie Mäuse oder kleine Vögel passen durch die enge Öffnung.

„Hast du etwas gefunden?“, eine honigsüße Stimme spricht zu dem atemlosen Vater. Er bückt sich zu dir hinunter und gibt dir einen sanften Kuss auf die flauschige Stirn, dann drückt er dir die roten Beeren in die Pfoten. Dein Gesicht strahlt mit deiner Stimme: „Ich habe ja solchen Hunger! Aber iss du auch etwas Vater, damit du ein wenig Kraft tanken kannst.“
Er muss lächeln. „Sie ist immer so fürsorglich!“, denkt er, „Aber wenn sie so zutraulich wird, dann läuft sie bald der Katze in die Klauen!“ Er sieht zu Boden. „Was ist denn, Vater?“ „Traue nur denjenigen, die dein Vertrauen nicht missbrauchen würden!“ Du verziehst das Gesicht. „Was meinst du damit? Natürlich traue ich nur dir, Vater!“ „Du bist noch zu jung, um es zu verstehen. Doch wenn du alt genug bist, dann denke an meine Worte, ja?“, er sieht dich auffordernd an. „Klar!“, kommt es prompt zurück.



„Rika? Kommst du?“ Ein paar Sekunden vergehen. Dann kommt es zurück:
„Ähm, ja, klar! Geh schon mal vor, in ein paar Minuten bin ich da.“ Rika schafft es gerade noch so ein gequältes Lächeln hervorzubringen.
„Ist alles in Ordnung?“, fragt eine ruhige Stimme. Sie antwortet nur mit einem Nicken. Ein schwerer Kloß in ihrem Hals hindert sie daran, nur noch ein Wort zu sagen. Er dreht sich um, verabschiedet sich mit einem Winken und lässt sie dort stehen. Nicht einsam, alleine.
Für sie ist das ein Unterschied. Zwischen einsam und alleine liegen Welten. Sie mag es alleine zu sein, braucht es sogar manchmal. Einfach zum Nachdenken. So, wie jetzt. Und er versteht das auch, gibt ihr den Freiraum, den sie braucht. Doch einsam ist schrecklich. Bedrängend, traurig. Alleine kann man auch sein, wenn man Freunde, Familie hat. Aber einsam ist man, wenn man niemanden hat.
Rika hingegen hat Freunde. Mit denen sie redet, spielt, auf Futtersuche geht und die sie auch mal alleine lassen können. Sie sind Familie. Für sie zumindest.
Denn seit damals ist alles anders. Damals hatte sie ihr Gedächtnis verloren. Und somit eigentlich alles. Doch seit ein paar Wochen hat sie seltsame Gedanken, die ihr plötzlich in den Kopf schießen. Vielleicht die Erinnerungen, die, wie sie eigentlich glaubte, für immer verschollen wären.
Es wird schon dunkel, also macht sie sich auf den Weg zu ihrem Zuhause. Die Geschichte mit dem Vater schiebt sie einfach in eine Ecke, weit hinten in ihr Gedächtnis. Das Eichhörnchen schluckt den dicken Kloß hinunter und geht dann mit schnellen Schritten nach Hause.

„Wer das wohl war, dieser Mann.“, denkt Rika, als sie sich auf ihr Bett aus weichem Stroh und Gras legt. Jeder hat seine Höhle, in die er sich zurückziehen kann. „Mein Vater? Nein, das glaube ich nicht…oder vielleicht doch? Er hat das gleiche dicke, flauschige Fell, wie ich. Lang und weich. In einem warmen, roten Ton.“ Sie kriecht unter das große Blatt, das sie wie eine Decke vor Kälte schützt und wickelt sich ganz dick damit ein. Ihr ist kalt. Kalt von dem Gedanken, sie hätte ihren Vater vergessen. Wie konnte sie nur? Das ist doch Familie, die vergisst man doch nicht einfach so!
„Nein, das kann nicht sein!“, rutscht ihr es plötzlich heraus.
Es regnet. Vorhin waren es nur ein paar Tröpfchen, jetzt schießt das Wasser förmlich aus den Wolken, die langsam verschwinden. Sie lösen sich auf. Wie ihre Erinnerungen an jenem Tag. Was ist nur passiert? Ihre Augen schließen sich und sie fällt in einen tiefen Schlaf.

„Hey, warte!“, rufst du. Du lachst, rennst, immer weiter. „Du kriegst mich nicht!“ „Na warte nur!“, kommt es fröhlich zurück. „Wah!“ Du fällst. Kullerst den großen Hügel hinunter. Aufgebracht fragt eine Stimme nach dir: „Hey, alles in Ordnung, hast du dir weh getan?“
Eine Frau streckt ihrem Arm nach dir aus. Du siehst auf dein Bein. Blut kommt aus der verletzten Hautstelle an deinem Schienbein. Warm fließt es an deinem Bein entlang. Aufstehen kannst und willst du daher nicht. „Die Wunde tut weh! Kannst du mich nach Hause tragen?“, fragst du also. Die Frau lächelt: „Klar.“
Zu Hause kümmert sie sich dann um dein Bein, wäscht den Dreck aus der Verletzung und verbindet sie mit einem Blatt voll Kräuterpaste. „Bald wird es dir besser gehen!“, stolz auf ihr vollbrachtes Werk dreht sie sich um und räumt die weiteren Verbandssachen wieder auf. Dann schenkt sie dir ein Lächeln. Das schönste Lächeln, das du je in deinem Leben gesehen hast.
Dieses Lächeln möchtest du niemals vergessen, denkst du dir.


Voller Schweiß wacht Rika aus ihrem Traum auf. Kann sich nicht bewegen, hat immer noch die Schmerzen in ihrem Bein. Nur ihre Augen sehen sich hastig um. Heftig atmend kann sie sich langsam aufrichten.
Wer war das?
Wem könnte dieses unglaubliche Lachen gehören?
„Das kann nicht sein…war das meine Mutter? Wer sollte sich sonst so lieblich um mich kümmern? So aus vollem Herzen? Das können nur Eltern. Eltern, die ihre Kinder wirklich lieben. Aber warum jetzt? Warum erinnere ich mich jetzt an meine Eltern? Was war der Auslöser? Davor hatte ich immer nur kleine Ausschnitte, ich konnte nie sagen, wer da mit mir redet.
Verschwommen, alles war verschwommen.“
Rika verwirren die Erinnerungen immer mehr, sie weiß nicht, wie lange sie das noch aushält. Statt, dass alle Erinnerungen auf einmal kommen, quälen sie sie in einzelnen Stücken. Wie ein langsamer, aber qualvoller Tod. Nur dass sie nicht äußerlich stirbt, innerlich zerfrisst es sie aber wie ein ätzendes Gift, das sie langsam aber sicher von innen heraus auflöst.
Das passiert, wenn man mit niemandem darüber reden kann. Nicht darüber reden möchte. Doch irgendwann muss sie sich überwinden. Aber sie hat einfach nicht die Kraft dafür, diese ganzen Erinnerungen noch einmal zu wiederholen. Schon wenn sie nur an sie denkt, spürt sie einen tiefen Schmerz. Tief im Herzen, es sind schließlich Erinnerungen ihrer Vergangenheit, ihrer Familie. Und sie weiß nicht, was mit ihnen und ihr damals passiert ist.
Es ist ein Schmerz, als hätte man dabei zugesehen, wie die Familie geht.
Und genau den muss sie verarbeiten. Erst dann kann sie reden.

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