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Die Liebe stirbt zuletzt (Taehyung FF)

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64 Kapitel - 84.974 Wörter - Erstellt von: - Aktualisiert am: - Entwickelt am: - 4.061 mal aufgerufen - User-Bewertung: 5 von 5.0 - 9 Stimmen- Die Geschichte ist noch in Arbeit - 12 Personen gefällt es

Hallo, mein Name ist (d/n) und das ist meine Geschichte. Die Geschichte, wie ich Teil eines alten, irreal wirkenden Geheimnisses wurde und die Liebe meines Lebens fand - Kim Taehyung, ein Teil der weltberühmten Band BTS.
Doch dieses wundersame Geheimnis brachte mehr mit sich als nur die Liebe. Auch, brachte es viele Gefahren und Opfer mit sich.
Und so ereignete sich eine kummervolle und gefährliche Geschichte, voller Wundern und Liebe.
Zu diesem Zeitpunkt war ich gerade 22 Jahre alt und es begann alles damit, dass ich abends von der Arbeit zurückkam...

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    Es war schon dunkel und das trübe Licht der Straßenlaternen schien milchig auf die einsame Straße, als ich mich auf den Weg nach Hause machte. Es i
    Es war schon dunkel und das trübe Licht der Straßenlaternen schien milchig auf die einsame Straße, als ich mich auf den Weg nach Hause machte. Es ist ein anstrengender Tag gewesen. Mein Chef verlangte von mir, die neuen Praktikanten in die Arbeit einzuführen und mich um sie zu kümmern. An sich nichts sonderlich Anstrengendes. Doch die beiden jungen Mädels, die ich unterhalten musste, stellten Fragen ohne Ende und wussten nie so recht, was zu tun war, sodass ich ihnen immer hinterherlaufen musste. Müde trottete ich nun also durch die Straßen, stets darum bemüht, nicht vor Erschöpfung umzufallen. Ich war alleine und es dauerte wohl noch eine Weile, bis ich zuhause ankommen würde. Jedoch lief ich strikt weiter. Nur selten kreuzte jemand meinen Weg. Doch dann bog ich um die Ecke, nur noch einige Straßen von meiner Wohnung entfernt, als sich plötzlich zwei finstere Gestalten hinter mir auftaten und mich verfolgten. Erst dachte ich, es sei vielleicht ein Zufall, dass die beiden Fremden über zwei Straßen exakt den selben, verwinkelten Weg gingen wie ich es auch tat. Doch so langsam bekam ich Panik. Ich ging schneller, in der Versuchung, aus dem Sichtfeld der unbekannten Männer zu gelangen. Allerdings verloren sie meine Spur nicht und verfolgten mich wie ein Hund sein Herrchen. Sie schwiegen die ganze Zeit über, während ich hastig meinen Weg ging. Mir war unwohl. Wer sind diese Männer? Was wollen sie von mir? Oder ist es vielleicht tatsächlich nur ein Zufall und sie müssen den selben Weg gehen wie ich? Naja, Zufälle gibt's, aber ich will es nicht drauf ankommen lassen... Geschwind bog ich einfach in eine schmale Seitengasse. Dorthin würden die, unter ihren Kaputzen versteckten, Männer mich wohl nicht verfolgen. Zu meiner Erleichterung sah ich niemanden mehr, nachdem ich etwa 5 Minuten nur lautlos in dieser schmalen, verlassenen Gasse stand. Also trat ich sorglos wieder in das trübe Licht der Laterne, wieder auf meinem Weg. Doch plötzlich traten wieder die zwei Männer neben mich. Erschrocken fuhr ich zusammen und gaffte die beiden mit wohl verängstigten Augen an. Die beiden schon wieder! Sie sind also doch nicht fortgegangen. Sie haben auf mich gewartet... Leise stammelte ich ein unsicheres „Hallo“ vor mich hin, in der Hoffnung, die Männer würden mich einfach gehen lassen und mich nicht ansprechen. Doch zu aller Enttäuschung war es natürlich nicht so. Irgendwie schelmisch grinsten die beiden mich unter ihren Kaputzen hervor an. Der Größere von beiden sprach nun in einer tiefen, irgendwie belustigten Stimme:„Oh, Verzeihung, wir wollten Sie nicht erschrecken.“ Der andere, ein etwas dümmlich wirkender Mann lachte:„Wir sind ganz harmlos. Nicht so nervös!“ Während er das sagte, trat er einen Schritt weiter auf mich zu, woraufhin ich reflexartig zurückwich. Nun brach der Kleine in einem höhnischen Gelächter aus und ich wollte einfach umdrehen und wegrennen, als der Riese mir den Weg versperrte und mich auf einmal ruckartig am Arm packte und den Mund zuhielt. Ich versuchte, zu schreien, mich zu wehren, doch der, mir gegenüber, war zu stark und stieß mir nur gewaltvoll sein Knie in den Rücken. Ächzend zuckte ich zusammen und mir traten Tränen in die Augen. Ob aus Angst oder Schmerz, kann ich nicht genau sagen. Schließlich gab ich den Versuch, mich loszureißen, auf und die beiden Kerle zerrten mich unsanft in eine weitere dunkle Gasse, in der ein weißer Van stand. Schnell eilte der Kleine zum Kofferraum und öffnete ihn, während der Große mich hineinstieß, Kabelbinder um Hand- und Fußgelenke band und zu guter Letzt mir den Mund mit einem Tuch verband. Schneller, als ich die Situation überhaupt realisieren konnte, knallten die Männer auch schon die Tür zu und ich saß alleine in diesem kleinen, dunklen Kofferraum. Zitternd saß ich nun dort, darauf wartend, dass sich diese Situation als Traum herausstellte.




    Hey. Das ist jetzt meine dritte FF, die ich schreibe. Ich hoffe, diese gefällt euch. Wer meine anderen FFs schon gelesen hat, dem fällt auf, dass (d/n) in diesen auch entführt wurde.
    Das liegt einfach daran, dass meine Geschichten immer auf meinen Träumen basieren und, was ich träume, suche ich mir nicht aus.^^' Ich hoffe einfach mal, dass euch diese Eintönigkeit nicht stört. XD Aber keine Sorge, es wird schon wohl anders, als meine anderen beiden FFs. Ich würde mich echt freuen, wenn ihr diese FF bis zum Ende lesen würdet, da ich doch immer sehr viel Arbeit in so etwas investiere.^^ Ihr könnt mir zwischendurch auch immer mal wieder gerne ein kurzes Feedback in den Kommentaren geben. Darüber freue ich mich immer sehr. Wie auch immer, viel Spaß beim Lesen!^^

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    Langsam öffnete ich verwirrt meine Augen und erblickte das selbe wie vorher. Nichts. Nur die Dunkelheit. Bin ich blind? Ich wollte einfach aufstehen, doch irgendetwas blockierte meine Bewegung in meinen Gelenken. Schwankend setzte ich mich also mühsam auf und versuchte, mich an irgendetwas zu erinnern. Plötzlich schoss es mir wie ein Pfeil in den Sinn. Ich wurde entführt! Und jetzt sitze ich wohl immer noch in diesem weißen Van fest... Ich spürte ein leichtes, stetiges Rappeln des Vans, was mir bedeuete, dass der Wagen, samt mir im Kofferraum, fuhr. Plötzlich wurde ich panisch. Was wollen diese Leute überhaupt von mir? Ich kann nicht mal aufstehen, meine Gelenke sind steif und mir schmerzt alles. Wollen diese zwei Kerle mich vielleicht vergewaltigen oder so? Ich muss hier raus! Panisch drehte ich mich auf dem kalten Boden herum, in der Hoffnung, dass die Kabelbinder um meinen Gelenken sich lösen würden. Doch vergeblich. Es tat sich nichts. Und auch das Tuch vor meinem Mund lockerte sich kein bisschen. Ich wurde hektisch und kroch wie ein Wurm über den Boden, versuchte irgendetwas zu erfassen. Vielleicht liegen hier irgendwelche Werkzeuge oder sowas rum. Der ganze Kofferraum kann doch nicht leer sein? Ich robbte durch den Kofferraum, doch tatsächlich war da nichts als ich selbst. Hoffnungslos blieb ich schließlich einfach in der Ecke liegen. Mich an die kalte Wand schmiegend, Halt suchend. Vollkommen überfordert fing ich schließlich an, zu weinen und nach einer Weile entglitt ich wieder in die Traumwelt.
    Erst nach einer Weile wurde ich wieder wach, als der Wagen plötzlich ruckartig anhielt und das mittlerweile schon vertraute Motorgeräusch abrupt endete. Nur langsam kam ich wieder zurück in die Realität. Ich hörte das Knallen zweier Türen und Schritte. Auf einmal öffnete sich die Kofferraumtür und grelles Licht blendete mich. Ängstlich rückte ich noch weiter in die Ecke, als ich auf einmal auch meine zwei Entführer in dem Licht stehen sah. Der große Mann kam nun auf mich zu und zog mich aus der Ecke, während ich wimmernd versuchte, mich zu wehren. Doch die Kraft verließ mich sowieso schon und es richtete nichts aus. Geschickt zog der Große mich nun ganz ans Licht und nahm mich über die Schulter. Von da aus sah ich nur noch das hässliche Grinsen des anderen. Wütend sah ich ihn an, woraufhin der Fremde nur noch breiter grinste. Ohne weitere Umschweife oder etwas zu sagen, trugen die beiden mich in ein großes Gebäude. Ich sah nicht viel auf dem Weg dorthin. Nur, dass weit und breit kein anderes Gebäude oder andere Menschen waren. Schon war ich in diesem großen Gebäude. Der Mann trug mich schnell in einen kahlen Raum und setzte mich dort ab. Währenddessen schloss der Kleine die Tür ab. Jetzt kamen sie beide wieder auf mich zu und unerwarteterweise lösten sie die Kabelbinder von meinen Gelenken und ebenso entfernten sie das Tuch vor meinem Mund. Ich war schwach und mir tat alles weh, aber dennoch sah ich die Hoffnung, herauszukommen. Schnell schoss ich hervor, auf den kleineren Mann zu und versuchte, ihm die Schlüssel zu der Tür zu entnehmen. Ich schaffte es sogar und sah noch das überraschte Gesicht des dummen Kerls, doch natürlich stellte sich mir wieder etwas in den Weg. Der Große kam direkt hinter mich her und drückte mich unsanft auf den Boden. Währenddessen nahm der andere Mann mir wieder den Schlüssel ab. Siegessicher grinste der Mann, der mich auf den Boden drückte, an. Plötzlich zog er mich an den Armen hoch und knallte mich mit voller Wucht gegen die graue Wand des Raums. Aufschreiend vor Schmerz blickte ich ihm nun in die vor Belustigung glitzernden Augen und hätte ihm am liebsten ins Gesicht gespuckt. Auf einmal lehnte sie der Mann zu meinem Ohr und flüsterte:„Du bist eine richtige Kämpferin, hm? Nicht anders hätte ich es erwartet. Aber dennoch wirst du schön hier blieben, verstanden?“ Angsterfüllt wich ich nur etwas zurück, woraufhin der Mann mich lachend wieder losließ und ich benommen zu Boden sackte. Grinsend gafften mich meine Entführer an. Endlich brachte ich nun auch etwas aus mich heraus. Mit kratziger Stimme fragte ich:„Was wollt ihr von mir?“ Grinsend hockte sich der Große nun wieder neben mich und schmunzelte:„WIR wollen eigentlich gar nichts von dir. Wir haben dich im Auftrag von Hisoka entführt! Er hat Großes mit dir vor! Schon in einigen Tagen wird er dich begrüßen. Aber vorher müssen wir noch die anderen hier hinbringen. Erst dann geht's weiter!“ Mit diesen Worten verließen die beiden Männer hässlich lachend den Raum und wieder saß ich alleine auf kaltem Boden. Doch mir schossen augenblicklich tausend Fragen in den Sinn. Wer ist Hisoka? Was hat er mit mir vor? Und auf wen müssen wir noch warten? Was hat das alles nur zu bedeuten? Wieder floss eine Träne über mein Gesicht und ich ließ es geschehen. Nun wartete ich auf die anderen. Denn meine beiden Entführer sprachen ja davon, dass erst die anderen kommen müssen. Also wartete ich...

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    Ein Poltern und das Öffnen der Tür schreckten mich aus meinen Träumen heraus. Obwohl ich müde war, schnellte ich direkt hoch und blickte auf die Tür. Darin erschien ein mir vertrautes Gesicht. Der kleinere Mann von denen, die mich entführt hatten, stand dort mit einer Flasche Wasser und einem Apfel, der schon etwas abgeranzt aussah. Die Tür schloss sich wieder und der Kerl trat auf mich zu, stellte den Kram vor mich ab und meinte nur:„Iss! Das wirst du brauchen.“ Gerade wollte er wieder gehen, da fauchte ich gereizt vor mich hin:„Wow. Welch eine königliche Mahlzeit!“ Grinsend drehte sich der Dumme um und lachte:„Ich weiß. So königlich wirst du wohl jetzt längere Zeit essen.“ Daraufhin blickte ich ihn mit finsteren Augen an und murmelte:„Sind diese anderen Leute schon eingetroffen? Ich will endlich hier weg!“ Überlegen schmunzelte mich der Mann an:„Nein, noch nicht. Das wird bestimmt auch noch etwas dauern. Die Kollegen sind heute erst aufgebrochen. Morgen werden sie sicherlich auf dem Rückweg sein. Vorausgesetzt, es gibt keine Komplikationen.“ Mit diesen Worten verließ er die Kammer und ich hörte noch das leise Klicken des Schlosses. Nun senkte ich meinen Blick auf mein heutiges Mahl. Der Apfel war bereits etwas matschig und Fruchtfliegen schwirrten darum. Angewidert wog ich ihn in meinen Händen und seufzte einmal laut. Wenn ich überleben will, dann muss ich das wohl essen... Zögernd biss ich in den Apfel und ich spürte den süßen, aber leicht faulig schmeckenden Saft auf meiner Zunge. Ich verzog ein wenig das Gesicht, aß den Apfel aber dennoch auf. Eine andere Mahlzeit würde ich so schnell nicht wiederbekommen. Nun warf ich einen Blick auf das Wasser. Es sah in Ordnung aus. Ohne zu zögern nahm ich die Flasche an mich, drehte den Deckel auf und nahm einen großen Schluck Wasser. Es schmeckte alt und abgestanden. Keinen Anreiz sehend, noch einen Schluck zu nehmen, stellte ich das Wasser wieder zurück. Seufzend stand ich nun vom Boden auf und lief ein wenig in dem kahlen Raum umher. Dort war nichts außer eine schmuddelige Decke, die man mir als Unterlage zum Schlafen gab. Jedoch gab es ein sehr schmales Fenster, kurz unter der Decke. Es war zu hoch, als dass ich auch nur daran hätte kommen können. Sehnsüchtig blickte ich nur hinauf, durch die Quelle des strahlenden und irgendwie auch Hoffnung gebenden Sonnenlichts. Nun stellte ich mich direkt davor und sprang hoch, während ich versuchte, mit meinen Händen die Kante zu berühren. Doch ich war zu klein und so blieb mir ein Blick in die Sonne erspart. Niedergeschlagen kehrte ich zu meiner ranzigen Decke zurück. Einige Stunden vergingen und ich hörte nicht einen Laut. Doch schließlich hörte ich wieder Schritte und die Tür öffnete sich laut knarrend. Diesmal stand mir der Große gegenüber. Schweigend starrte er mich an. Spottend fragte er jetzt:„Na, hat's gemundet?“ Darauf antwortete ich nicht. Doch das störte den Mann nicht. Stattdessen nahm er die Überreste des Apfels an sich, lehnte sich gegen die kahle Wand und starrte mich schweigend an. Mutlos fragte ich nach einer Weile:„Was soll das hier alles überhaupt? Wer ist dieser Hisoka und was will er von mir? Und warum habt ihr ausgerechnet mich entführt? Da liefen doch noch mehr als nur ich rum.“ Herrisch, aber irgendwie auch etwas mitfühlend lächelte der Mann und erklärte ruhig:„Das wirst du schon noch erfahren. Du wirst es alles verstehen. Aber erst müssen wir auf die anderen warten.“ Wütend, aber auch verzweifelt jammerte ich:„Was denn für andere?“ Jetzt lief der eine meiner Entführer einige Schritte auf mich zu, hockte sich vor mich und schmunzelte:„Das wissen wir selbst noch nicht zu 100%. Es werden Leute sein wie du. Von uns entführt, von Hisoka auserlesen und sie werden deine neuen Kollegen sein. Naja, nennen wir es einfach mal für's erste Kollegen. Hisoka wird euch später alles ganz genau erklären.“ Bevor ich noch etwas sagen konnte, ging der Kerl auch schon wieder. Von Hisoka auserlesen... Heißt das, es werden Leute gezielt entführt? Aber warum sollte man ausgerechnet mich entführen? Was habe ich schon Besonderes an mir?

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    Die Stunden vergingen und es kam niemand mehr in den Raum. Alleine hockte ich dort und wartete nur auf eine Regung. Auf irgendetwas, dass diese Stille in dem Raum beendete. Doch es blieb still. Langsam trat die Dämmerung ein, denn das Licht warf rot-orange Flecken an die Wand. Eine Weile saß ich gelangweilt dort und starrte die bunten Lichter auf der normalerweise grauen Wand an. Und während ich so da saß und die Wand angaffte, kamen wieder Fragen auf. Was wird als nächstes passieren? Wie geht es überhaupt meinen Eltern und meinem kleinen Bruder? Fragen sie sich, wo ich bin? Nein, wahrscheinlich nicht. Schließlich wohne ich nun alleine in einer Wohnung, in einer ganz anderen Stadt als meine Familie. Anrufen tue ich zwar jeden dritten Tag, aber wenn ich dann einmal nicht anrufe, wird es wohl niemandem Sorgen bereiten. Wo genau bin ich überhaupt? In einer verlassenen Fabrik? Es ist doch auch egal, wo ich bin. Hauptsache ist, dass ich hier festgehalten werde, kaum etwas Vernünftiges zu Essen bekomme und nicht weiß, was als nächstes passieren wird. Irgendwie, warum auch immer, schaffte ich es nicht, zu weinen oder Angst zu verspüren. Die Langeweile brachte mich zwar zum Nachdenken, aber ich konnte keine Angst oder Trauer in mir spüren. Ich war in dem Moment einfach nur hungrig und gelangweilt. Zwar konnte ich mir die Langweile in dem Moment ganz gut damit vertreiben, eine von Licht besprenkelte Wand anzugaffen, doch als auch das Sonnenlicht versiegte, war es wieder langweilig. Letztendlich legte ich mich einfach wieder auf meine Decke, nahm einen Schluck von meinem abgestandenem Wasser und legte mich schlafen.

    Eine laute, tiefe Stimme ertönte und ließ mich aus meinem Schlaf aufschrecken. Nun wurde auch die Tür aufgestoßen und der große Mann trat ein. Gut gelaunt pfiff er vor sich hin un auch der Kleine kam jetzt hinter ihm her. Eilig schloss er nur noch die Tür ab, während der größere Mann mir jetzt zwei Scheiben trockenes Brot vor mich legte. Vorwurfsvoll blickte ich ihn an und meckerte:„Soll ich sowas jetzt jeden Tag essen? So etwas Armseliges? Werdet ihr von sowas satt? Ich glaube kaum!" Daraufhin erwiderte der Mann:„Du bist ganz schön frech, dafür, dass du von uns entführt wurdest. Ich hätte gesagt, normalerweise ist man eher zurückhaltend seinen Entführern gegenüber. Aber gut. Mich stört es nicht." Wütend schaute ich nur zurück. Plötzlich meinte der Kleine:„Musst du vielleicht mal auf Klo?" Überrascht sah ich auf und sah meine Chance, irgendwie rauszukommen. Also stand ich ohne Weiteres auf und nickt eifrig:„Ja." Knapp nickten die beiden nun und meinten:„Gut, dann bringen wir dich jetzt zur Toilette und danach kommst du wieder hier rein. Es wird sich nicht angstellt und auch keine Fluchtversuche, verstanden?" Lächelnd nickte ich nur und sie führten mich, jeder einen Arm haltend, durch das riesige Gebäude, bis wir vor einer Tür standen. Nun ließ mich einer los und öffnete diese. Es war ein Badezimmer. Der andere stieß mich plötzlich in den Raum, schloss die Tür wieder und raunte:„Vollrichte dein Geschäft! Du hast 10 Minuten Zeit. Wenn du länger brauchst, kommen wir einfach rein!" Ohne zu antworten schaute ich mich sofort um. Dort waren gleich mehrere Toiletten. Es sah etwas aus, wie die Mädchentoiletten auf meiner damaligen Schule. Sofort entdeckte ich auch ein Fenster. Ich ging einfach schnell in die letzte Kabine, ließ schnell Wasser ab, legte dann vorsichtig den Klodeckel wieder auf, stellte mich darauf und gelangte somit an das Fenster. Vorsichtig versuchte ich, es zu öffnen, doch es war bereits etwas verrostet und ließ sich nur schwer aus den Angeln nehmen. Schließlich schaffte ich es jedoch. Auch, wenn es etwas gepoltert hat, kam zu meiner Überraschung noch nicht mal einer von den beiden rein. Nun zog ich mich schnell hinauf und versuchte, mich durch das schmale Fenster zu zwängen. Ich war gerade mal mit dem Kopf durch, da schreckte ich etwas zurück. Wir waren im zweiten Stock, was ich schon wieder ganz vergessen hatte und das Fenster lag dem entsprechend hoch. Jedoch schüttelte ich nur kurz meinen Kopf und streckte ihn einfach wieder durch das Fenster. Endlich war ich schon mit der Hälfte meines Körpers an der frischen Luft und mein Kopf schwirrte schon vor Höhenangst, da hörte ich auf einmal nur, dass die Tür gewaltvoll aufgestoßen wurde. Hektisch versuchte ich noch, mich ganz herauszuziehen, da erwischte mich schon der große Mann an meinen Beinen und zog mich zurück. Ich hingegen strampelte wild, um mich zu befreien, doch der Mann war stärker. Wütend zerrte er mich einfach weg vom Fenster und presste mich dann gegen eine Wand. Kurz, aber schmerzhaft stieß er auf einmal sein Bein in meinen Bauch und brummte:„Das hast du davon! Du wirst die nächsten zwei Tage keine Mahlzeit bekommen zur Strafe!" Mein Körper zog sich vor Schmerz zusammen und die Tränen stiegen mir in die Augen. Plötzlich hatte ich wieder schreckliche Angst. Ohne weiter Anstalten zu machen, wurde ich von den beiden Männern wieder in mein „Zimmer" verfrachtet und die zwei Scheiben Brot, die ich noch nicht gegessen hatte, wurden mir auch wieder genommen. Einsam und mit schmerzendem Bauch lag ich dort wieder auf dem kalten, dreckigen Boden und weinte. Ich wollte nach Hause.

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    Es vergingen mehrere Stunden und mein Magen knurrte ganz erbärmlich. Nachdem mein Fluchtversuch gescheitert war, wurde mir meine ohnehin schon klägliche Mahlzeit für mehrere Tage gestrichen. Und da ich eh nichts mehr zu essen bekam, kam auch wirklich niemand mehr in meine dunkle, kalte und einsame Kammer. Ich hätte mich sogar über einen kurzen Besuch meiner Entführer gefreut. So hätte ich wenigstens etwas Abwechslung bekommen. Aber stattdessen blieb ich einsam. Es war schrecklich. Mir war kalt, alles tat mir weh, ich war müde, ich hatte Hunger, ich fühlte mich einsam und vor allem hatte ich schreckliche Angst. Ich weinte leise vor mich hin. Es würde doch eh niemand sehen und erst recht niemanden interessieren. So langsam begannen meine Augen schon zu schmerzen und ebenso bekam ich Kopfschmerzen. Die Müdigkeit zeichnete mich in dem Moment aus. Also schlief ich ein, tauchte langsam in die Welt der Träume ein.

    Ich spürte eine Hand sanft an mir rütteln und öffnete langsam meine Augen. Plötzlich blickte ich in das Gesicht eines hübschen Mannes. Erschrocken wich ich zurück und blickte den Fremden mit großen Augen an. Entschuldigend lächelte er und sagte irgendetwas, doch ich konnte es nicht verstehen, da ich diese Sprache nicht sprechen konnte. Also gaffte ich den hübschen Mann nur verwirrt an. Schließlich fragte er in einem brüchigem Englisch:„Sprichst du Englisch?" Zögernd nickte ich nur. Auf einmal machte sich ein breites Grinsen auf dem Gesicht des Jungen breit und ich lächelte nur zögernd zurück. Dann verbeugte sich der Mann leicht und erklärte:„Mein Name ist Taehyung und wer bist du?" Schnell antwortete ich:„Schön, dich kennenzulernen. Ich heiße (d/n)." Daraufhin fragte Taehyung mich neugierig:„Wurdest du auch von diesen Leuten entführt?" Plötzlich war meine Angst, er würde zu denen gehören, wie weggeblasen und ich erzählte leichthin:„Ja, sie haben mich überrascht, als ich von der Arbeit wiederkam. Ich sitze hier schon mehrere Tage fest." Verständnisvoll lächelte der hübsche Taehyung und murmelte nun:„Wir sind vor einigen Stunden erst angekommen. Aber du hast geschlafen, deswegen hast du es nicht mitbekommen." Verwirrt hob ich eine Augenbraue:„Wir?" Wortlos nickte mein neuer Zimmergenosse nur und deutete hinter mich. Ruhig drehte ich mich um und erblickte zu meiner Überraschung ein noch recht junges Mädchen, zusammengekauert, aber wach, in der Ecke. Langsam drehte ich mich wieder zu Taehyung und blickte ihn fragend an, woraufhin er in seinem schlechten Englisch flüsterte:„Wir wurden zusammen entführt. Aber sie hat die ganze Zeit kein einziges Wort von sich gegeben. Nicht mal, als ich sie angesprochen habe." Ich zuckte nur die Schultern und meinte leichthin:„Vielleicht kann sie kein Englisch..." Zustimmend nickte Taehyung nur. Doch nun fragte ich interessiert:„Sag mal, woher kommst du eigentlich? Irgendwo aus dem asiatischen Raum..." Kurz überlegte der hübsche Mann, bevor er antwortete:„Ja, ich komme aus Südkorea. Du kommst aus Deutschland?" Knapp nickte ich lächelnd und fragte noch:„Und wurdest du auch in Deutschland entführt?" Schwach lächelnd nickte Taehyung:„Ja. Ich... ich habe hier Urlaub gemacht." Lächelnd nickte ich und drehte mich dann wieder zu dem Mädchen hinter mich. Sie blickte nach wie vor mit ausdruckslosen Augen an die kahle Wand, zusammengekauert und nicht einen Laut von sich gebend. Leise seufzte ich:„Was meinst du, wie alt sie ist, Taehyung?" Kurz zuckte er mit den Schultern, meinte dann aber:„Vielleicht 18 Jahre? Du kannst mich übrigens auch einfach Tae nennen. Das ist nicht so lang." Dankbar lächelte ich kurz, drehte mich dann aber besorgt wieder zu dem Mädchen. Sie sieht aus, als könne sie auch aus Deutschland kommen. Aber sie ist doch sicher zur Schule gegangen. Da muss sie doch wenigstens ETWAS Englisch gelernt haben! Kurz überlegte ich, bevor ich das Mädchen freundlich erstmal auf Englisch ansprach:„Hey, ich bin (d/n). Und du bist?" Kurz beäugte sie mich ausdruckslos von der Seite, aber sie antwortete nicht. Leise seufzte ich und fragte dann erneut. Nur diesmal auf Deutsch. Plötzlich murmelte das Mädchen:„Ich hab dich wohl verstanden." Etwas überrascht blinzelte ich ein paar Mal und fragte unsicher:„Warum hast du denn nicht geantwortet?" Unbekümmert erklärte das Mädchen:„Mir ist nicht nach Gesprächen..." Also nickte ich nur kurz, lächelte ein letztes Mal mitfühlend und drehte mich schließlich wieder zu Tae. Erwartungsvoll fragte er, was das Mädchen gesagt habe. Schnell erklärte ich es ihm, woraufhin er nur langsam nickte. Nun schwiegen wir eine Weile. Schließlich fing ich wieder ein kurzes Gespräch mit Tae an:„Und ihr wart die einzigen zwei, die entführt wurden?" Zu meiner Überraschung schüttelte Tae den Kopf und erklärte noch schnell:„Nein, sie haben auch meine Freunde mitgenommen. Aber die sind in irgendwelchen anderen Räumen... Weißt du eigentlich, was diese Leute von uns wollen?" Knapp schüttelte ich meinen Kopf und meinte:„Nein, ich weiß nicht, was die von uns wollen. Meine Entführer schwafelten zwischendurch mal etwas davon, dass ich es noch alles von einem Hisoka erklärt bekommen würde. Aber dafür müssten erst die anderen kommen. Die anderen seid wahrscheinlich ihr." Verwirrt blickte Tae auf den Boden und zuckte nur kurz mit den Schultern, bevor er sich zurücklehnte. Etwas belustigt schaute ich ihn an und schmunzelte:„Machst du dir gar keine Sorgen?" Sorglos sagte der hübsche Tae nur:„Naja, ich werde es ja noch erklärt bekommen und momentan sieht es nicht danach aus, als würden wir hierbei draufgehen. Ich möchte erstmal abwarten. Wenn ich mir um etwas Sorgen mache, dann an erster Stelle um meine Freunde. Weiß der Geier, wo die sind..." Irgendwie erleichtert, dass mein neuer Kumpel es nicht so ernst nahm, lächelte ich nur. Irgendwie war ich in dem Moment glücklich. Ich war endlich nicht mehr alleine und hatte jemanden, mit dem ich mich vernünftig unterhalten konnte. Zwar war sein Englisch nicht gerade die Creme de la Creme, aber es reichte für kleine Unterhaltungen aus. Dieses Mädchen in der Ecke machte mich zwar beinahe etwas nervös, aber was sollte sie schon tun? Sie mochte nichts sagen, aber eine Bedrohung stellte sie momentan nicht für mich dar, also war es mir ziemlich egal. In dem Moment zählte nur, dass ich nicht mehr alleine war.

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    Laute Stimmen ertönten in dem Flur vor der gemeinsamen Kammer, in der Taehyung, dieses schweigsame Mädchen und ich uns die Zeit totschlugen. Überrascht starrten wir augenblicklich alle zur Tür, welche sich schon wenige Sekunden später öffnete. Herein kamen zwei Männer. Zum einen der große, der mich entführt hatte und den anderen kannte ich nicht. Mit brummigen Gesichtern kamen sie herein. Das Mädchen in der Ecke richtete ihren Blick sofort wieder gegen die kahle Wand, während Tae, mein neuer Kumpel und ich die Männer erwartungsvoll angafften. Nachdem die Tür abgeschlossen wurde, kamen die Männer auf uns zu. Sie hatten jeweils einen Apfel und eine Scheibe Brot in der Hand. Der Fremde drückte es dem schweigsamen Mädchen in die Hand, während mein großer Entführer den Kram Tae gab. Mich blickte er nur missgünstig an. Nun sprach der Fremde:„Esst auf. Heute Abend brechen wir auf." Gerade wollten die beiden wieder gehen, da sprang Tae auf und fragte auf Englisch:„Wo sind meine Freunde?" Daraufhin schmunzelte der Mann nur boshaft und ging ohne ein weiteres Wort wieder raus. Enttäuscht ließ Tae sich wieder neben mich nieder und seufzte:„Was hat er gesagt?" Schnell erklärte ich es ihm, wobei ich gleich die Frage stellte, wohin wir wohl aufbrechen würden. Ratlos zuckten wir einfach beide mit den Schultern, während das Mädchen nach wie vor keinen Laut von sich gab. Sie gaffte nur weiter mit leerem Blick die Wand an. Hungrig blickte ich auf den Apfel, in den Tae gerade biss, als er innehielt und fragte:„Warum hast du nichts zu Essen bekommen?" Knapp erwiderte ich nur:„Ich habe versucht, zu fliehen. Allerdings wurde ich wieder geschnappt und als Strafe bekomme ich die nächsten Tage nichts zu Essen." Plötzlich meinte mein Zimmergenosse:„In den Apfel hab ich schon reingebissen. Den willst du bestimmt nicht, aber du kannst das Brot haben." Überrascht blickte ich ihn kurz an und lehnte dann dankend ab:„Nein. Du musst selbst essen. Die Mahlzeiten werden in nächster Zeit nicht besser ausfallen. Ich kenn das schon." Doch Tae bestand darauf und gab es mir einfach. Schließlich nahm ich es seufzend, aber wirklich dankbar, an. Langsam kaute ich darauf herum und schon schneller als ich gucken konnte, hatte ich die Scheibe Brot schon verspeist. Doch noch immer knurrte mein Magen, was ich einfach versuchte, zu ignorieren. Doch auf einmal sprach das Mädchen aus ihrer Ecke:„Nimm meinen Apfel. Ich hab eh keinen Hunger und du scheinst hier ja schon mehrere Tage zu hungern. Ich hatte doch vor einigen Tagen sogar noch eine vernünftige Mahlzeit. Also ist dein Hunger größer." Überrascht blickte ich sie an, doch sie starrte schon wieder an die Wand. Der Apfel lag bereits vor mir. Zögernd griff ich danach, ohne das Mädchen aus den Augen zu lassen. „Danke", murmelte ich noch leise vor mich hin, woraufhin ein irgendwie zufriedenes Lächeln über ihr Gesicht huschte. Tae blickte mich nur etwas verwirrt an, wissen wollend, was das sonst so schweigsame Mädchen gesagt hatte. Doch ich lächelte ihn nur einmal kurz an und biss in den Apfel. Er schien es verstanden zu haben, denn auch er lächelte. Nach unserem Mahl teilte ich mir noch mit Taehyung das restliche Wasser, dass man mir zum Glück nicht genommen hatte. Das Mädchen hingegen schwieg wieder und wollte auch nichts von dem Wasser. Die Stunden vergingen und Tae und ich unterhielten uns einfach noch ein wenig. Doch auf einmal öffnete sich wieder die Tür und 5 Männer kamen rein. Der Große war auch wieder dabei. Er sprach:„Los, steht auf! Wir fahren jetzt!" Verwirrt fragte ich:„Treffen wir jetzt diesen Hisoka?" Ruhig meinte er:„Später. Erstmal bringen wir euch an den selben Ort." Schon ergriff er meinen Arm und zog unsanft daran. Auch Tae wurde von zwei Männern festgehalten. Zu mir kam auch noch ein zweiter. Nur das Mädchen wurde von lediglich einem Mann festgehalten. Gemeinsam verließen wir jetzt die kalte Kammer und wurden durch das Gebäude geführt. Schließlich stieß einer der Männer ein großes Tor auf, das nach nach draußen führte. Glücklich sog ich die frische Luft ein und ließ die warme Sonne auf mein Gesicht scheinen. Doch schon zu schnell war dieser Moment der Freiheit zerstört, denn direkt wurde ich wieder in diesen weißen Van verfrachtet. Ach Tae und das Mädchen wurden dort hineingesteckt. Schnell banden sie uns noch Kabelbinder um die Hand- und Fußgelenke. Dann brummte der eine Kerl:„Wir sind gleich wieder da!" Daraufhin knallten sie die Kofferraumtür wieder zu und wir saßen da alleine. Verwirrt fragte Tae:„(d/n), was machen die mit uns?" Selbst etwas panisch zuckte ich nur mit den Schultern und erklärte ihm noch:„Sie wollen uns irgendwo hinbringen. Zu einem Hisoka. Aber ich weiß nicht, wer das sein soll." Nun warteten wir und auf einmal wurde wieder die Tür aufgerissen. Davor standen wieder die Entführer. Jedoch in Begleitung von zwei gutaussehenden, jungen Männern, die ebenso wie Tae aus dem asiatischen Raum zu kommen schienen. Als Taehyung sie schließlich erblickte, rief er aufgeregt etwas auf koreanisch, was ich natürlich nicht verstand. Die beiden Männer wurden nun ebenfalls zu uns gesperrt und einer der Entführer warnte:„Die zwei werden mit euch fahren, weil wir euch alle auf zwei Vans aufteilen müssen. Wenn ihr aber nicht still seid, gibt's Ärger. Wir werden gleich losfahren. Meinetwegen dürft ihr euch unterhalten, aber nicht so laut. Von draußen würd's eh niemand hören. Egal, wie laut ihr seid." Mit den Worten schloss er die Kofferraumtür und wir saßen dort. Tae unterhielt sich aufgeregt mit den beiden anderen asiatischen Männern. Nach einer Zeit fragte ich Tae unsicher leise auf Englisch:„Tae, wer ist das?" Aufgeregt erklärte er mir nun:„Das sind zwei meiner Freunde. Hoseok und Seokjin!" Erfreut lächelte ich die zwei an, doch ich sah, dass sie ebenfalls verwirrt waren über meine Erscheinung. Also stellte ich mich schnell vor:„Hey, ich bin (d/n). Ich wurde auch entführt und war mit Tae in einer Kammer eingesperrt." Scheinbar ging den beiden plötzlich ein Licht auf und auch sie stellten sich noch einmal schnell vor. Nun blickten sie erwartungsvoll das schweigsame Mädchen an. Doch sie schwieg weiterhin und plötzlich fragte dieser Hoseok laut auf Englisch:„Warum sagst du eigentlich nichts? Als wir entführt wurden, hast du auch schon nichts gesagt." Auf einmal seufzte das Mädchen leise und meinte auf ziemlich flüssigem Englisch:„Mir ist nicht nach Unterhaltungen." Leichthin frage Hoseok nun:„Warum nicht? Es ist viel einfacher, diese Situation zu verarbeiten, wenn man sich mit anderen unterhält." Zu aller Überraschung lächelte das Mädchen auf einmal schwach und murmelte:„Vielleicht wäre es das, ja. Aber vielleicht macht es auch keinen großen Unterschied." Etwas enttäuscht lächelte Hoseok nur und Tae meinte:„Lassen wir sie einfach erstmal nachdenken." In der Zeit unterhielten Seokjin, Hoseok, Tae und ich uns über die Entführung. Währenddessen schlugen Seokjin und Hoseok auch vor, dass ich sie doch einfach Jin und Hobi nennen könne, da dies nicht so lang sei. Also nannte ich sie auch so. Der Van fuhr auch irgendwann los und wir saßen hinten in unserem Kofferraum, an die Wände des Wagens gelehnt, im Gespräch vertieft. Das Mädchen sagte weiterhin nichts. Doch auf einmal stand Hoseok so gut es ging auf, taumelte zu dem Mädchen und setzte sich neben sie. Scheinbar etwas verwirrt schaute sie Hobi an, welcher auf einmal fragte:„Du warst auch auf unserem Konzert, oder? Von dort wurdest du auch entführt, nicht?" Verwirrt blickte ich Tae an:„Was für ein Konzert?" Etwas verlegen kratzte sich Tae am Kopf und meinte schließlich:„Meine Freunde und ich bilden eine Band. Vielleicht hast du schonmal von uns gehört. BTS."

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    Überrascht blickte ich Tae an:„Du bist Teil von BTS? Ich kenne die Band nicht wirklich. Ich höre nur andauernd von eurem Erfolg im Radio oder sonst wo." Leichthin meinte das Mitglied von BTS:„Naja, so besonders ist es ja auch nicht. Ich und die Jungs sind zwar berühmt, aber so hervorheben muss man das nicht." Daraufhin fragte Jin verwundert seinen Bandkollegen:„Warum hast du ihr nicht erzählt, dass du zu BTS gehörst?" Etwas verwundert über die Frage nuschelte Tae:„Warum hätte ich es ihr denn erzählen sollen? Was sagt das schon über mich großartig aus?" Irgendwie verständnisvoll lächelte ich nur und schaute nun wieder zu Hobi und dem Mädchen. Endlich antwortete dieses auch:„Ja, ich war mit meiner Schwester auf dem Konzert. Sie ist BTS-Fan." Lächelnd nickte Hobi und interessierte sich nun:„Wie fandest du das Konzert? Waren wir in Ordnung?" Beinahe etwas erleichtert wirkend erwiderte das Mädchen:„Ja, es war sehr gut." Plötzlich fragte Hobi sie mit einem breiten Grinsen im Gesicht:„Wie heißt du denn überhaupt?" Beinahe etwas belustigt antwortete das Mädchen:„Ich heiße Karolin." Jetzt streckte Hobi ihr seine Hand hin und grinste:„Na dann, schön, dich kennenzulernen, Karolin." Daraufhin schlug Karolin schwach lächelnd ein. Etwas überrascht blickte ich die zwei an. Leise flüsterte ich Tae zu:„Wow. Hobi hat das Eis aber schnell gebrochen..." Zustimmend nickte Tae nur und jetzt sprach auch ich noch mal Karolin an:„Sag mal, wie alt bist du eigentlich?" Knapp antwortete Karolin:„Ich bin 15 Jahre alt." Überrascht gafften wir sie alle an und Jin brachte die Stille auf den Punkt, indem er murmelte:„Oh, ich hätte dich älter eingeschätzt. Eher so auf 18." Belustigt grinste das junge Mädchen und meinte:„Ja, ich weiß. Das höre ich oft... Und wie alt seid ihr alle, wenn ich fragen darf?" Der Reihe nach nannten wir jetzt alle unser Alter. Daraufhin meinte Karolin:„Dann hab ich ja einen ganz schönen Abstand zu euch." Zustimmend nickte Hobi mit einem Grinsen im Gesicht, lachte dann aber:„Macht ja nichts. Man versteht sich doch trotzdem." Knapp nickte das Mädchen jetzt nur. Irgendwie schien sie erleichtert. Vielleicht war sie das auch, weil sie endlich auch mit uns sprach. Ich redete mir jedoch ein, dass sie vorher sicher nicht mit uns redete, weil sie die Situation erst verarbeiten musste und Angst hatte. Schließlich war sie erst 15 und wurde dann von einem Konzert entführt. Laut fragte ich jetzt in die Runde:„Was meint ihr, weshalb wir entführt wurden?" Hobi, der immer noch neben Karolin, in der Ecke, saß, zuckte knapp mit den Schultern und auch seine Sitznachbarin zeigte sich als unwissend. Jin mutmaßte:„Vielleicht sind sie scharf auf unser Geld. Aber das hätte eigentlich nur Sinn ergeben, hätten sie nur uns, von BTS, entführt. Oder seid ihr zufällig reich oder so?" Belustigt schüttelten Karolin und ich die Köpfe, doch nun erzählte ich:„Einer meiner Entführer sagte, dass wir zu einem „Hisoka" gebracht werden würden, der uns auserlesen hat, um uns alles zu erklären. Also heißt es, dass sie uns gezielt entführt haben und nicht einfach irgendwen." Nachdenklich nickte Tae und meinte plötzlich lachend:„Puhh, es ist ganz schön schwer, sich die ganze Zeit auf englisch zu unterhalten." Mitfühlend lächelte ich nur. Plötzlich murmelte Karolin aus ihrer Ecke:„Ich werde mich jetzt aufs Ohr hauen. Ich bin müde. Also bis dann mal." Schon legte sie sich auf die Seite und drehte sich mit dem Gesicht zur Wand." Auf einmal meinte Hobi:„Ich schlafe auch ne Runde." Daraufhin murmelte ich nur:„Ja, vielleicht sollten wir das alle tun. So sind wir immerhin ausgeschlafen, wenn wir schon hungern müssen." Also legten wir uns alle hin und machten unsere Augen zu. Und schon nach nicht allzu langer Zeit schiefen wir alle im Kofferraum des Vans. Jedoch brauchte ich etwas länger. Ich dachte nach. Was wird wohl als nächstes passieren? Was wird uns dieser Hisoka sagen und wer ist er überhaupt? Wurden wir wirklich alle gezielt aus den Massen gepickt? Was haben wir denn an uns, was dieser Hisoka braucht? Alles, was uns verbindet, ist, das wir alle jung sind... Mehr würde mir dazu auch nicht einfallen... Naja, immerhin verstehen wir uns ganz gut. Die Jungs von BTS, die ich kennengelernt habe, sind echt nett. Karolin scheint auch ganz in Ordnung zu sein. Wobei sie mir noch etwas verunsichert scheint. Aber gut, das sind wir ja eigentlich alle. Einige mehr, andere weniger...

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    Ein Ruck durchfuhr mich und schreckte mich aus meinen schönen Träumen. Benommen öffnete ich die Augen und ließ meinen Blick durch den dunklen Kofferraum schweifen. Kurz blieb mein Blick an Karolin hängen, welche hellwach in der Ecke hockte und Hobis Kopf auf dem Schoß liegen hatte, da er dort wohl eingeschlafen war. Als sie mich erblickte, lächelte sie schwach, die Hand auf Hoseoks Schulter gelegt. Belustigt grinste ich zurück. Doch plötzlich bemerkte ich, dass der Wagen gar nicht mehr fuhr und ich flüsterte Karolin schnell in unserer Muttersprache zu:„Seit wann stehen wir schon?" Knapp erwiderte sie:„Du bist aufgewacht, als wir angehalten sind. Vielleicht stehen wir nur vor einer Ampel." Doch plötzlich hörten wir das gedämpfte Knallen zweier Autotüren, woraufhin wir beide gleichzeitig wachsam zur Tür des Kofferraums blickten. Tatsächlich öffnete sich diese auf einmal und das von uns allen verhasste Gesicht eines Entführers erschien. Währenddessen schien milchiges Mondlicht in den Kofferraum. Leise brummte der Mann auf einmal:„Steht auf. Wir sind da." Augenblicklich rüttelte ich Tae und Jin wach, während Karolin Hobi übernahm. Verwirrt starrten uns alle drei an, woraufhin ich schnell für alle auf englisch die Situation erklärte. Murrend standen die Jungs nun also auf und unsere Entführer packten uns alle an den Armen. Als schließlich alle aus dem Kofferraum raus waren, wurde der Van abgeschlossen und plötzlich fuhr ein zweiter dieser Art auf den Hof, auf dem wir uns befanden. Darin saßen drei Männer, die von Jin als deren Entführer erkannt wurden. Kurz nickten die, mir unbekannten Männer, ihren Kollegen zu und trotteten dann auch zum Kofferraum ihres Vans. Nicht mal zu meiner Überraschung wurden vier weitere Jungs herausgezogen, welche sich direkt als Rest von BTS herausstellten, als Tae aufgeregt etwas auf koreanisch rief. Daraufhin begrüßte der größte von ihnen auf englisch mit:„Hey Leute, was geht? Wurdet ihr auch entführt?" Knapp nickten Karolin und ich, doch plötzlich stießen uns die Entführer nach vorne und der eine brummte schlecht gelaunt:„Keine Zeit für lange Gespräche. Kommt in die Pötte!" Also schwiegen wir nun, während die Männer uns in das gigantische Gebäude vor uns scheuchten. Ehrfürchtig blickte ich es an. Währenddessen schaute ich mich etwas in der Gegend um. Die Bäume sahen irgendwie tropisch aus und weit und breit waren keine anderen Häuser zu sehen. Doch weiter konnte ich schon gar nicht schauen, da man mich sofort weiterschubste, bis wir tatsächlich in dem Gebäude waren. Eine Weile eilten wir, geführt von unseren Entführern, durch die langen Gänge, bis es plötzlich eine Treppe runter ging. Dort war ein langer dunkler Gang, mit vielen Türen, die jeweils ein kleines Gitter oben hatten. An den Wänden hingen alte, verstaubte Lampen, die nur sperrliches Licht von sich gaben. Ein wenig erinnerte es an einen Kerker. Plötzlich blieben die Männer mit Jin und Hobi stehen, während der Rest weiterging. Beinahe etwas panisch blieb ich abrupt stehen und fragte stur:„Wohin werden die beiden gebracht? Warum werden sie von uns getrennt?" Kalt antwortete einer der Kerle:„Sie kommen in andere Kammern." Widerspenstig blieb ich stehen und fauchte:„Warum kommen wir nicht alle in eine Kammer?" Wütend erwiderte derselbe:„Ihr werdet alle aufgeteilt. und jetzt geht's weiter." Als ich immer noch nicht mitgehen wollte, schlug er unsanft seinen Ellenbogen auf meine Schulter und ich musste die Lippen zusammenpressen, um nicht vor Schmerz aufzuschreien. Herausfordernd sah der Kerl mich nun an und ich ging mit vor Schmerz verzerrtem Gesicht weiter. Vollkommen überfordert starrten die anderen hinter sich, zu Hobi und Jin, die gerade in eine der Kammern gesperrt wurden. Nach und nach blieben jetzt auch die anderen stehen und eingesperrt, bis noch Karolin, Tae und ich unterwegs waren. Aus den Kammern, an denen wir vorbeikamen, drangen Stimmen, die riefen und teilweise sah man durch die Schlitze in den Türen traurige Gesichter. Etwas ängstlich blickte ich die Leidenden an, bevor plötzlich auch Tae und ich stehen bleiben mussten. Verwirrt blickte ich zu Karolin, die eine Kammer weitergeführt wurde. bevor ich ihr noch etwas sagen konnte, schubsten die Männer Tae und mich in unsere Kammer und nahmen uns noch schnell die Kabelbinder von den Gelenken. Jetzt gingen sie weg und schlossen noch die Tür. Als sie weg waren, blickte ich mich unsicher in der Kammer um. Es war ein staubiger, kleiner Raum ohne Fenster. Eine Matratze lag in der Ecke und daneben eine schmierige Decke. Ein abgerissenes Waschbecken hing noch an der gegenüberliegenden Wand und ein kleiner Schrank stand in der Ecke. Ansonsten war das Zimmer leer. Entsetzt starrten Tae und ich gleichzeitig durch das Zimmer. Plötzlich meinte Tae:„Immerhin haben wir diesmal ne Matratze." Schwach lächelte ich und ging nun zur verschlossenen Tür. Ich lukte durch den vergitterten Schlitz in der Tür und auch mein Zimmergenosse wagte einen Blick hindurch. Alles, was wir sahen, war noch die eine alte Lampe an der Wand des Flurs und ein schlichter Holzstuhl etwas weiter von uns entfernt, auf dem einer der Entführer saß und brummig in die Gegend gaffte. Seufzend trat ich nun von der Tür weg und setzte mich auf die schmuddelige Matratze. Als Tae das bemerkte, setzte er sich schweigend neben mich. Leise, beinahe etwas verstört murmelte ich:„Wir sind hier eingesperrt. Was, wenn wir nie wieder rauskommen? Wir sind nicht die einzigen. Es wurden noch mehr entführt und sie alle sitzen hier ebenfalls fest." Nachdenklich blickte Taehyung an die Wand, lächelte mich plötzlich an und versicherte mir:„Wir werden schon noch rauskommen. Sieh's mal so. Es wurden scheinbar so viele Leute entführt, dass alle nach uns suchen werden. Schon bald wird uns jemand finden." Dankbar lächelte ich meinen neuen Kumpel an und flüsterte:„Ja, wir sind nicht alleine..."

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    Gelangweilt saßen Tae und ich auf der dreckigen Matratze in unserer Kammer und fragten uns gegenseitig, wie es wohl weitergehen würde. Nachdenklich starrte ich besorgt an die Tür, die Tränen schon in den Augen stehend, da schaute mich Tae mitfühlend von der Seite an und meinte auf einmal:„Vielleicht können wir etwas spielen, um uns die Langeweile zu vertreiben." Schwach lächelte ich ihn dankbar an und murmelte:„OK und was schlägst du vor?" Kurz überlegte der hübsche Mann, grinste dann auf einmal breit und fragte:„Kannst du singen?" Verwirrt stammelte ich:„Ja, schon. Aber nicht gut." Kurz klatschte der, eher wie ein Kind wirkende, Mann in seine Hände und meinte:„Gut. Dann spielen wir jetzt Lieder-Raten. Einer singt etwas und der andere muss raten, welches Lied es ist." Knapp nickte ich lächelnd. Schon fing Tae an, etwas zu singen. Doch ich vergaß ganz, zu raten, denn seine Stimme war so schön. Die Töne traf er alle, egal, ob sie tief oder hoch waren. Aber das wirklich Beeindruckende war, wie gefühlvoll er sang. Mit offenem Mund starrte ich ihn einfach nur an. Als er schließlich schon fast eine Minute lang sang und ich immer noch nichts sagte, hörte er auf und sah mich gleichzeitig belustigt und vorwurfsvoll an. „Willst du heute noch mal raten?", meckerte er mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Wieder in der Realität schüttelte ich mich kurz und entschuldigte mich dann:„Oh, das hatte ich ganz vergessen. Deine Stimme ist nur so schön." Ein wenig errötete mein Zimmergenosse und meinte dann:„Danke. Wenn du willst, kann ich dir auch einfach ein bisschen was vorsingen." Begeistert nickte ich, woraufhin Tae wieder anfing, seine wunderschöne Stimme erklingen zu lassen. Genießerisch schloss ich die Augen und lehnte mich an die kalte Wand, während Taehyung immer weitersang. Schließlich sang er mir schon seit etwa 20 Minuten vor, da öffnete sich plötzlich die Tür zu unserer kammer. Abrupt endete Tae und wir gafften beide zur Tür. Darin stand einer der Entführer mit einer Flasche Wasser und einer Ecke eines schon trockenen Baguettes. Wortlos gab er beides Tae, blickte dann mich mit finsterem Blick an und meinte:„Du bekommst nichts, sagte mir mein Kollege. Du scheinst wohl rebelliert zu haben, hm?" Als er das sagte, erschien ein schelmisches Grinsen auf dem Gesicht des Mannes und ich blickte nur wütend zurück. Jetzt in leisem Gelächter ausbrechend verließ der Entführer den Raum wieder und die Tür wurde wieder geschlossen. Wütend murmelte ich ihm noch auf Deutsch hinterher:„Blöder Penner..." Mitleidig blickte mich Tae nun an, natürlich nicht verstehend, was ich da vor mich hin murmelte und fragte leise:„Wollen wir wieder teilen?" Dankend schüttelte ich den Kopf:„Nein, iss du. Es ist doch meine eigene Schuld und außerdem kannst du dich ja nicht jedes Mal für mich aufopfern." Daraufhin brach Tae mir einfach trotzdem ein Stück Baguette ab, legte es vor mich und meinte:„Entweder du isst es, oder die Mäuse holen es sich irgendwann." Dann wandte er sich ab und aß sein eigenes Mahl. Seufzend nahm ich nun auch das trockene Stück Brot und kaute darauf herum. Tae ist wirklich nett. Er scheint ein toller Kerl zu sein. Deswegen möchte ich auch nicht, dass er mir die ganze Zeit sein Essen gibt. Dann bekomme ich Schuldgefühle... Leise murmelte ich nun auf einmal:„Danke, Tae. Wirklich. Aber du brauchst mir echt nichts von deinem Essen abgeben. Ich werde schon nicht verhungern... Dennoch möchte ich danke sagen. Du bist echt toll..." Nun drehte sich Tae zu mir, lächelte breit und meinte:„Kein Problem. Ich mach das gerne, (d/n)." Schwach lächelte ich nur zurück und auf einmal begann Tae wieder, zu singen. Dankend sah ich ihn an und starrte nachdenklich in die Luft. Was ist jetzt wohl mit den anderen? Sie sind in den anderen Kammern. Sind sie auch jeweils zu zweit? Aber Karolin wurde alleine in eine Kammer gesteckt... Ich hoffe nur, dass es ihnen allen gut geht. Und was ist jetzt überhaupt mit diesem Hisoka? Werden wir ihn noch zu Gesicht bekommen? Warum passiert das nur alles? Warum würde dieser Hisoka ausgerechnet mich entführen wollen? Was habe ich denn an mir? Oder all die anderen, die hier feststecken? Die anderen... Sie scheinen teils schon länger hier zu sein... Was haben wir gemeinsam?

    10
    Es war dunkel und ich konnte nicht mal mehr meine eigene Hand vor Augen sehen. Nur den warmen Körper von Taehyung spürte ich neben mir auf der Matratze. Es wurde zur Nachtruhe ausgerufen und alle Lichter ausgeschaltet. Gelangweilt gaffte ich in die Schwärze der Dunkelheit und lauschte den Geräuschen der Nacht. Ich hörte das beruhigende Atmen von Tae und spürte seine wärmende Haut seiner Wange an meiner Hand. Wir hatten beschlossen, uns die Matratze und die Decke zu teilen, da es doch sehr kalt gewesen wäre. Und nun lagen wir beide auf der Matratze. Tae schlafend und ich hellwach. Ich war es nicht gewohnt, so nah an jemand anderem zu liegen. Normalerweise hätte ich nun in meiner Wohnung alleine geschlafen. Die Nähe zu Tae machte mich irgendwie etwas nervös. Wir kannten uns erst seit ein paar Tagen und die einzige Verbindung zwischen uns war, dass wir beide entführt wurden. Wir waren Freunde geworden, ja. Aber normale Freunde lagen normalerweise nicht so nah beieinander. Leise seufzte ich nur und lauschte dann wieder. Abgesehen von Taes Atmen konnte ich nämlich auch immer mal wieder leise Schritte auf dem Flur hören oder leises Wispern aus anderen Kammern, welches dann von der Nachtwache unterbrochen wurde, indem er zischte, die Personen sollen leise sein. Auch leises Wimmern, als würde jemand weinen, konnte ich vernehmen. Es war beinahe gruselig. Diese Stille, die von Lauten des Leidens begleitet wurde. Angsterfüllt lag ich da, Knie und Hände nah an meinen Körper herangezogen, als könnte ich mich so vor der Furcht schützen. Plötzlich hörte ich Schritte auf dem Flur und dann leises Gewisper. Ich wurde neugierig und wollte wissen, wer sich da unterhielt. Vorsichtig stand ich leise auf, um den friedlich schlafenden Tae nicht zu wecken und verließ die Matratze. Lautlos ging ich zur Tür, schaute durch den Schlitz, streckte meine Hand hindurch, winkte einmal kurz und flüsterte in den langen Flur:„Ich muss mal auf Toilette." Schon kam die Nachtwache, die sich gerade unterhielt, auf mich zu, murmelte etwas Unverständliches vor sich hin und öffnete dann leise die Tür. Unsanft griff er dann meinen Arm und führte mich durch den Gang. Jetzt sah ich auch den Mann, mit dem sich die Nachtwache unterhalten hatte, doch kennen tat ich ihn nicht. Kurz sprach der Wächter seinem Kollegen zu:„Halt mal kurz die Stellung. Das Mädchen muss mal auf Klo." Kurz nickte der Mann daraufhin und der Wächter führte mich weiter. Plötzlich hörte ich an einer Tür, an der wir gerade vorbeiliefen ein leises Klopfen. Verwundert blieb der Mann mit mir stehen und ich sah durch den Schlitz in der Tür das Gesicht eines Mädchens in etwa meinem Alter. Sie flüsterte schnell auf Englisch:„Ich muss auch mal." Seufzend verdrehte der große Wachmann die Augen und murmelte genervt:„Na gut. Ich nehme euch beide gleichzeitig mit. Aber, wer versucht wegzulaufen, bekommt ne Schelle." Zustimmend nickten die andere junge Frau und ich. Schon holte der Mann nun auch sie aus ihrer Zelle und er packte beide von uns. Nun ging er mit uns den Flur entlang, bis ganz hinten eine Tür war. Jetzt sprach der Mann:„Das ist das Bad. Wer in 10 Minuten noch nicht fertig ist, bekommt ne Schelle." Als Zeichen, dass wir verstanden hatten, nickten die andere Gefangene und ich und wir wurden ins Bad gelassen. Das Licht ging an und endlich konnte ich das Gesicht des Mädchens auch vernünftig erkennen. Sie war eine recht kleine, schlanke, junge Frau, die dennoch durchaus kurvig war. Ihre Haut war scheinbar von der Sonne gut gebräunt und sie hatte schwarze Locken, die ihr bis zum Po reichten. Ihre großen Augen waren in einem schönen, dunkelbraunen Ton und leuchteten freudig. freundlich grinste sie mich mit einem hübschen Lächeln an und stellte sich auf Englisch vor:„Hallo, ich bin Federica. Und wer bist du?" Etwas verunsichert erwiderte ich:„Ich heiße (d/n). Ähm, schön, dich kennenzulernen, Federica. Woher kommst du eigentlich?" Gut gelaunt meinte die junge Frau:„Ich komme aus Italien. Du kommst aus Deutschland, oder? Zumindest bist du mit der deutschen Fraktion gekommen." Verwirrt fragte ich:„Deutsche Fraktion? Heißt das, hier sind Leute aus verschiedenen Ländern?" Unbeschwert meinte die hübsche Federica:„Ja klar, was dachtest du denn? Die Leute hier kommen aus der ganzen Welt." Unsicher fragte ich vorsichtig:„Woher weißt du das denn?" Kurz zuckte die Frau mit den Schultern und erwiderte gelassen:„Ich habe mich hier schon mit recht vielen unterhalten. Wenn sie auf die Toilette gehen, sage ich, dass ich auch muss. Nur, um mich mit ihnen unterhalten zu können. Einige Leute konnten fast gar kein Englisch und haben sich demnach auch nicht mit mir unterhalten, aber andere schon. Ich habe schon welche aus Japan, Afrika, Spanien, Russland und Indien getroffen. Das Mädchen aus Indien konnte zwar kein Englisch. Zumindest nur sehr wenig, aber dass sie aus Indien kommt, sah man ihr an. Das russische Mädchen war mir sehr unsympathisch und sie wollte sich auch nicht mit mir unterhalten, aber dass sie aus Russland kommt, hat sie mir noch erzählt. Der Spanier und die Afrikanerin sind aber sehr nett. Die Japanerin auch." Etwas überrumpelt von den ganzen Informationen gaffte ich Federica einfach nur an. Ach du heilige... Diese Federica kann ja ohne Punkt und Komma reden... Freundlich lächelte ich jetzt einfach nur und erzählte leise:„Ich muss eigentlich auch gar nicht auf die Toilette. Ich wollte nur schauen, mit wem sich die Nachtwache unterhalten hat." Freudig grinste Federica jetzt und meinte:„Gut, dann können wir uns ja noch ein bisschen unterhalten." Zögernd nickte ich und wollte gerade fragen, ob sie weiß, was diese Leute von uns wollen, da redete sie schon wieder los:„Wie alt bist du eigentlich, (d/n)? Und was waren das für Leute, die da mit dir gekommen sind? Sie sahen großteils nicht wie Deutsche aus." Leicht überfordert dachte ich erstmal nach und fing dann an:„Also, ich bin 22 Jahre alt und die Leute, die da bei mir waren, kommen aus Südkorea. Sie hatten nur Urlaub in Deutschland gemacht." Nachdenklich nickte die junge Frau nun, während sie sich gelassen an die Wand lehnte. Plötzlich erzähle sie:„Ich bin 20 Jahre alt. Dann ist ja kein großer Abstand zwischen uns." Leicht lächelte ich und meinte:„Ja, das stimmt. Sag mal, weißt du eigentlich, was diese Leute hier von uns wollen?" Kurz schüttelte sie den Kopf und meinte noch:„Nicht wirklich. Ich weiß nur, dass sie uns noch zu jemandem bringen wollten, der uns alles erklärt. Aber mehr weiß ich auch nicht." Nachdenklich nickte ich, als plötzlich der Mann gegen die Tür klopfte und fauchte:,, Beeilt euch!" Etwas enttäuscht schaute Federica zur Tür und meinte plötzlich:„Die Japanerin und ich wollten uns hier morgen auf dem Klo noch einmal treffen. Willst du dazukommen? Wir können so tun, als wenn wir alle drei auf Klo müssen. Du bekommst dann ja mit, wenn wir auf Klo gehen. Die Japanerin wollte zuerst sagen, dass sie mal muss. Dann kommt sie an beiden Kammern von uns vorbei. Etwas überfordert, aber begeistert von der Idee, willigte ich ein. Es ist sicher spannend, die anderen Leute hier mal zu treffen. Doch wieder hörten wir die ungeduldige Stimme des Wächters, sodass wir endlich wieder aus dem Bad herauskamen. Schlecht gelaunt packte er uns wieder unsanft an unseren Armen und brachte uns zurück in unsere Zellen. Als ich wieder in der gemeinsamen Zelle saß, sah ich Tae wach auf der Matratze sitzen. Irgendwie erleichtert blickte er mich an und flüsterte:„Wo warst du? Ich hab mir schon Sorgen gemacht. Ich dachte, sie hätten dich in eine andere Zelle gesteckt!"

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    Überrascht, aber auch belustigt fragte ich Tae leise:„Du hast dir Sorgen gemacht?" Etwas verärgert blickte mich Tae an und erwiderte knapp:„Ja. Ich möchte mit niemand anderem in eine Zelle. Wir verstehen uns gut. Und alleine will ich definitiv auch nicht sein. Also wo warst du?" Irgendwie fühlte ich mich geschmeichelt und ging langsam wieder zur Matratze, auf der Tae hockte und mich nach wie vor erwartungsvoll anblickte. Lautlos setzte ich mich neben ihn und fing an zu erzählen:„Ich bin wach geworden und konnte nicht mehr einschlafen. Dann habe ich gehört, wie sich jemand auf dem Flur unterhielt und, um dahinter zu kommen, wer es war, sagte ich, ich müsse auf Toilette. Dort habe ich übrigens ein Mädchen kennengelernt, die auch von diesen Leuten entführt wurde." Auf einmal neugierig flüsterte Tae:„Echt? Wie war sie so? Was hat sie erzählt?" Bei der Erinnerung lächelte ich etwas:„Naja. Sie war nett, schien aber sehr viel Gesprächsbedarf zu haben. Sie konnte quasseln wie ein Wasserfall, aber das muss ja nicht negativ sein. Sie erzählte auf jeden Fall, dass hier Leute aus aller Welt sind. Sie selbst kommt aus Italien und heißt Federica. Sie scheint schon etwas länger hier zu hocken und hat die Zeit genutzt, jedes Mal auf Toilette zu gehen, wenn jemand anderes auch musste. So konnte sie sich mit den verschiedenen Leuten unterhalten." Interessiert nickte der hübsche Tae nachdenklich und fragte dann:„Weiß sie vielleicht, warum wir entführt wurden?" Missmutig schüttelte ich nur den Kopf, bis mir wieder einfiel:„Wir wollten uns morgen noch mal auf Klo treffen. Wir hatten den Plan, dass ein japanisches Mädchen, welches Federica schon kennengelernt hatte, zuerst sagen wollte, dass sie mal muss. Wenn die Wache dann mit ihr an unseren Zellen vorbeikommen, sagen wir, dass wir auch auf die Toilette müssen." Schwach lächelnd meinte Tae:„Guter Plan. Vielleicht finden wir so noch etwas mehr heraus." Zustimmend nickte ich, gähnte einmal und murmelte daraufhin:„Ich glaube, ich gehe dann mal wieder schlafen." Schon legte ich mich wieder auf die Matratze. Tae tat es mir gleich und wandte sich extra mit dem Gesicht von mir weg, sodass wir Rücken an Rücken lagen. So konnten wir uns nicht zu nahe kommen, was mir persönlich ganz zu Gute kam. Nicht, weil ich Tae nicht mochte, sondern einfach, weil alles andere ungewohnt war. Einige Momente lang gaffte ich noch nachdenklich in die Schwärze, bevor ich schließlich ins Land der Träume eintauchte.
    Die Dunkelheit lichtete sich etwas, was mich aus dem Schlaf riss. Müde zwang ich mich selbst dazu, die Augen zu öffnen. Nun erkannte ich, dass die Lichter nach und nach wieder eingeschaltet wurden und somit wohl der Morgen anbrach. Jetzt fiel mein Blick auf Tae, der noch seelenruhig neben mir schlief. Er sah ein bisschen wie ein Baby aus, wie er da so schlief. Sein Mund war ein wenig geöffnet und Speichel tropfte auf die Matratze. Seine weichen, schwarzen Haare waren verwuschelt und seine Haut schien so zart und rein wie eben die eines Babys. Gedankenverloren strich ich mit meinen Fingern über seine Haut, um zu prüfen, ob sie wirklich so weich war wie sie aussah. Etwas erschrocken zog ich meine Finger jedoch schnell wieder weg, als ich realisierte, was ich da tat. Warum zur Hölle habe ich das Bedürfnis gespürt, seine Haut zu berühren? Naja... Irgendwie verwirrt stand ich einfach auf und trottete zu der Tür und schaute aufmerksam durch den Schlitz. Auf dem Flur sah ich einen neuen Mann auf dem Wachposten. Noch ein anderer lief über den Flur mit mehreren Äpfeln in der Hand. Schon bald erkannte ich ihn als den Größeren meiner Entführer. Er lief die Zellen ab und gab den Gefangenen scheinbar ihr Frühstück. Als ich das saftige Obst erblickte, knurrte laut mein Magen und erst jetzt bemerkte ich, wie viel Hunger ich überhaupt hatte. Sehnsüchtig starrte ich auf die Äpfel, in der Hoffnung, diesmal vielleicht doch einen zu bekommen. Schließlich kam der Entführer auch zu unserer Zelle und lächelte bereits böse, als er mich durch den Spalt sah. Vor der Tür blieb er stehen und murmelte:„Na, schon Hunger?" Erst wollte ich schnippisch antworten, doch dann ließ ich es doch wieder, als ich an mögliche Konsequenzen dachte. Stattdessen schwieg ich nur und endlich öffnete der große Mann auch die Tür. Herrisch guckte er auf mich herunter, drückte mir auf einmal zwei Äpfel in die Hände und sprach:„Teilen nicht vergessen. Deine Strafe ist jetzt auch aufgehoben. Du hast genug gehungert." Schon irgendwie dankbar lächelte ich und nahm das Obst entgegen, während der Entführer wieder die Zelle verließ und abschloss. Aufgeregt eilte ich nun zu Tae, rüttelte ihn kurz wach und meinte:„Wir haben Frühstück bekommen!" Blinzelnd öffnete mein Zimmergenosse daraufhin seine Augen und murrte etwas auf koreanisch. Gespielt vorwurfsvoll erinnerte ich ihn lachend:„Du weißt, dass ich kein koreanisch spreche!" Nun lächelte Taehyung nur belustigt, wenn auch noch müde und nahm den Apfel dankend entgegen. Gemeinsam verspeisten wir nun unser Frühstück und starrten dann schweigend zur Tür. Tae schien irgendwie traurig, woraufhin ich ihn vorsichtig fragte:„Alles in Ordnung, Tae?" Beinahe etwas erschrocken blickte mich Tae kurz an und stammelte dann:„Ja, alles gut. Ich frage mich nur, wie es meiner Familie wohl geht. Sie sind mir extrem wichtig." Verständnisvoll nickte ich und erwiderte selbst etwas traurig:„Das kann ich verstehen. Ich vermisse meine Familie auch." Plötzlich fragte Tae:„Hast du eigentlich Geschwister?" Mit einem Lächeln auf den Lippen erwiderte ich:„Ja, einen kleinen Bruder. Er ist mittlerweile aber schon 17. Ich erinnere mich immer gerne daran, wie wir damals zusammen gespielt haben. Ein wenig vermisse ich die Zeit..." Daraufhin antwortete Tae:„Ich habe auch zwei jüngere Geschwister. Ich habe immer gerne mit ihnen gespielt. Leider habe ich sie ziemlich lange nicht mehr gesehen, da ich ja vorher immer auf Tour war." Mitleidig meinte ich:„Es ist sicher schwierig als Mitglied einer weltweit berühmten Band, oder? Ich könnte das wahrscheinlich nicht..." Schulterzuckend erwiderte Tae:„Natürlich ist es schwierig, aber ich liebe es, Teil dieser Band zu sein. Ich hätte es bereut, hätte ich mich damals nicht für die Stelle beworben. Und außerdem werde ich meine Familie später sicher öfters sehen..." Nachdenklich nickte ich. Werden wir wirklich jemals wieder unsere Familien sehen? Ich bin mir momentan, um ehrlich zu sein, nicht so sicher. Es weiß ja niemand, was diese Leute hier mit uns vorhaben...

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    „Ich muss mal auf die Toilette", war der englische Satz den ich aus der Ferne hörte und direkt schreckte ich von der Matratze hoch. Verwirrt schaute mich Tae an, der vorher ganz betrübt gewesen war und fragte:„Was ist los, (d/n)?" Knapp erkläre ich:„Das war das Zeichen zum Treffen." Erwartungsvoll lukte ich durch den Schlitz in der Tür und erblickte schon, wie der Wächter zu einer Tür neben uns ging und eine hübsche, junge Frau mit weichen, asiatischen Zügen aus der Zelle holte. Das muss die Japanerin sein, von der Federica erzählt hat. Reflexartig nuschelte ich dem Mann aus meiner Zelle zu:„Ich muss auch auf die Toilette!" Seufzend kam er nun auch zu unserer Zelle und holte mich heraus. Etwas verwirrt, aber durchaus freundlich lächelte mich die Frau in der anderen Hand des Mannes mich an und ebenso lächelte ich verlegen zurück. Nun wurden wir weitergeführt, bis wir vor Federicas Zelle standen. Wie erwartet quengelte die Italienerin, sie müsse auch. Etwas wütend brummte der Mann:„Kannst du nicht noch 5 Minuten warten, bis ich die zwei weggebracht habe?" Stur schüttelte sie den Kopf und behauptete:„Ich muss ganz dringend. Wenn ich noch länger warte, mach ich mir in die Hose!" Murrend rief der Kerl jetzt nach einem zweiten, der also Federica mitnahm. Stolz lächelte Federica uns jetzt unauffällig an und die Japanerin und ich zurück. Schnell wurden wir in das Bad gesperrt, wieder mit der Drohung, wer länger als 10 Minuten brauche, werde bestraft. Doch sobald die Tür verschlossen war, begrüßte uns Federica augenblicklich und erklärte der dritten im Bunde schnell:„Akiko, das ist (d/n). Wir haben uns gestern Nacht kennengelernt." Wie auf ein Kommando gab ich der Japanerin nur schnell die Hand und nuschelte auf Englisch:„Und du bist Akiko?" Stolz nickte die hübsche Frau schnell und fragte:„Du bist aus Deutschland, nicht? Hast du dich schon eingelebt?" Knapp nickte ich nur lächelnd, woraufhin sie auf einmal erzählte:„Ich komme aus Japan. Das hat Federica dir sicher schon erzählt, oder?" Bevor ich antworten konnte, tat Federica es schon und ich nickte nur zustimmend. Leise fragte ich Akiko nun:„Weißt du vielleicht, was die Leute hier von uns wollen?" Bedauernd murmelte Akiko nur:„Nein, leider nicht. Alles, was ich weiß, ist, dass Hisoka uns es noch erklären wollte. Naja, soweit er kann. Er ist stumm..." Überrascht schaute ich die Japanerin an und fragte:„Du kennst diesen Kerl?" Verlegen erzählte Akiko uns:„Naja, kennen ist das falsche Wort. Er ist nur auch Japaner, was man schon an seinem Namen hört. Aber er war bei meiner Entführung dabei. Ich war übrigens die erste, die entführt wurde. Sofern ich das mitbekommen habe, hat er Kollegen aus der ganzen Welt, die ihm die Leute dann eben aus den anderen Ländern entführen. Die Entführten lässt er dann hier hinbringen. Wo genau wir hier sind, weiß ich aber auch nicht. Es sieht auf jeden Fall tropisch aus. Und als ich entführt wurde, war Hisoka eben dabei. Ich hörte nur einen seiner Leute fragen:„Ist sie eine Licht?" Keine Ahnung, was das heißen soll, aber Hisoka hat genickt." Komplett verwirrt nickte ich nur langsam und auf einmal meinte Federica gut gelaunt:„Naja, wir werden es sicher bald herausfinden." Zustimmend nickte Akiko nun und meinte:„Wenn wir schonmal hier sind, kann ich auch gleich auf Toilette gehen." Jetzt fiel mir auf, dass ich auch wohl mal gehen könnte und tat es Akiko also gleich. Akiko war sehr nett. Und hübsch war sie auch. Sie war schlank und hatte lange Beine. Ihre schwarzen, glatten Haare fielen sanft auf ihre Schultern und ihre rehbraunen Augen leuchteten freundlich. Ihre Haut war recht hell, aber ihre Wangen minimal gerötet. Ihre schmale, gerade Nase ergänzte ihr Gesicht so, dass es beinahe wie das einer Puppe schien, so hübsch war es. Ihr Charakter gefiel mir auch sehr. Sie kam mir sehr höflich und nett vor, vielleicht etwas schüchtern und immer ein Lächeln auf den Lippen. Kurz dachte ich noch darüber nach, was sie erzählt hatte. Als ich fertig war, wusch ich mir noch schnell die Hände und wir mussten dann auch schon wieder raus. Zeit für kurze Gespräche blieb nicht mehr und wir wurden einfach zurück in unsere Kammern gesteckt. Als ich reinkam, sah Tae mich neugierig an. „Und, wie war es?" Schnell erzählte ich ihm alles und er murmelte leise vor sich hin:„Ist sie eine Licht... Was wird das wohl heißen?" Ratlos zuckte ich mit den Schultern und meinte:„Wir werden es bestimmt bald herausfinden..."

    13
    Tage vergingen und Tae und ich waren nach wie vor in unserer Zelle eingesperrt. Genauso wie die anderen auch. Selten konnten wir uns mal mit anderen unterhalten, da die Wachen Wind davon bekommen hatten, dass sich Gefangene extra auf der Toilette trafen und haben deswegen die Regel aufgestellt, dass immer nur einer gleichzeitig im Bad sein darf. Jetzt saßen Tae und ich in unserer Zelle und versuchten, die Langeweile totzuschlagen. Während Tae leise etwas vor sich hin sang, lauschte ich ihm nur und starrte die Wand an. Mit den Gedanken bei meiner Familie. Wann werde ich sie wohl wiedersehen? Ob sie mich vermissen oder sich Sorgen machen? Haben sie überhaupt mitbekommen, dass ich weg bin? Muss ja eigentlich sein... Ich vermisse meine Familie und meine Freunde. Ich vermisse sogar schon das ständige Gefrage von den Praktikanten. So sehr würde ich einfach gerne hier raus sein... Leise seufzte ich. Plötzlich hörte Taehyung auf, zu singen und murmelte stattdessen:„Hörst du das, (d/n)?" Verwirrt lauschte ich und hörte nun, wie jemand laut auf dem Flur weinte. Es war das Weinen einer jungen Frau und sie sprach irgendetwas. Doch ich konnte es nicht verstehen. Aber es klang so, als würde sie um Hilfe schreien oder so etwas in der Art. Eines war klar: Sie war in Panik. Gleichzeitig standen Tae und ich vom Boden auf und eilten zu der Tür, um durch den Schlitz zu schauen. Direkt sahen wir die Frau. Sie trug ein langes, buntes, jedoch mittlerweile dreckiges Gewand und ein Kopftuch. Auf ihrer Stirn sah man noch einen verwischten, roten Punkt. Ihre Haut wat gebräunt und ihre Augen blitzen panisch. Leise flüsterte ich zu Tae:„Sie scheint Inderin zu sein." Zustimmend nickte er nur und wir beobachteten, wie zwei Männer die panische Frau an den Armen packten und hinter sich her zogen. Besorgt blickten wir der Inderin hinterher und Tae murmelte:„Was haben sie mit ihr vor?" Unwissend zuckte ich kurz mit den Schultern. Auf einmal kamen wieder zwei Männer und gingen zu der Tür neben unserer. Wenige Sekunden später kamen sie wieder heraus. Sofort erkannte ich Karolin. Ganz im Gegensatz zu der Inderin schien sie relativ ruhig. Auch, wenn man ihr die Angst ansah. Geduldig ließ sie sich von den zwei Männern wegbringen. Leise flüsterte Tae neben mir:„Das ist Karolin. Sie bringen sie und das andere Mädchen irgendwo hin. Aber wohin?" Leise erwiderte ich:„Ich weiß es nicht... Ich hoffe nur, sie tun ihnen nichts." Schweigend blickten wir den beiden noch hinterher, bis die beiden jungen Mädchen von den Männern durch eine Tür in einen anderen Raum gebracht wurden. Verwirrt ging ich wieder von der Tür weg und meinte:„Wir können nichts tun, als abwarten, bis die beiden wieder da sind." Beinahe etwas panisch fragte Tae jetzt:„Was ist, wenn sie nicht wiederkommen?" Kurz überlegte ich und versuchte dann einfach, Tae zu beruhigen, indem ich sagte:„Sie werden sicher wiederkommen." Jetzt kamen auf einmal zwei Männer über den Flur gelaufen. Sie schienen zu streiten und unterhielten sich auf Deutsch, sodass nur ich es verstehen konnte. Der eine meinte wütend und beinahe etwas ängstlich:„Und was sollen wir jetzt mit ihnen machen? Wir brauchen doch nur den einen!" Ruhig meinte jetzt der andere:„Wir stecken sie einfach in irgendeine andere Abteilung. Irgendetwas werden sie ja wohl können. Wieso habt ihr sie denn eigentlich alle mitgebracht?" Verunsichert murrte jetzt der erste wieder:„Wir mussten ihn schnell herschaffen. Und ganz im Ernst. Die sahen alle gleich aus für mich. Und weil ich nicht wusste, welcher von denen es war, haben wir einfach alle sieben mitgenommen." Leise seufzte der zweite nun und Tae sah mich verwirrt an:„Was reden die da?" Kurz gab ich ihm ein Zeichen, einen Moment still zu sein und blickte dann wieder durch das Gitter. Ich sah, wie die beiden Männer zu einer der Türen gingen und Hoseok rausholten. Tae quetschte sich schnell neben mich und als er seinen Bandkollegen sah, rief er laut seinen Namen. Augenblicklich drehte sich Hobi um und sah nur Taes Finger, die er durch die Gitter steckte. Leicht lächelte Hobi nun, wurde aber direkt von den beiden Männern weggeführt. In Panik rief Tae nun seinen Name und trat auf einmal mit voller Wucht gegen die Tür. Erschrocken wich ich etwas von dieser zurück, während Tae immer wieder dagegentrat und versuchte, sie einzutreten. Natürlich bekamen die Entführer das sofort mit, kamen zu unserer Kammer geeilt, rissen die Tür auf und Tae versuchte, an ihnen vorbeizustürmen. Allerdings waren die Männer zu schnell und versperrten ihm den Weg. Tae versuchte, sich zu befreien und schlug wild um sich, doch die Männer zwangen ihn auf den Boden. Gerade hob einer seinen Arm, um Tae eine überzuziehen, doch ich eilte schnell vor und hielt meine Arme beschützend über Taes Kopf. Augenblicklich stoppte der Mann und sah mich finster an, während er bedrohlich leise flüsterte:„Nimm deine Arme weg, Mädchen." Widerspenstig schüttelte ich meinen Kopf und bettelte:„Tun Sie ihm nicht weh! Bitte. Er wird auch nicht noch einmal so hysterisch sein. Ich verspreche es!" Daraufhin gab der Mann seinen Kollegen ein kurzes Handzeichen und überrascht ließen sie ihn los. Sofort nahm ich Tae sanft bei den Schultern und zog ihn vorsichtig zu mir, weg von der Tür und den Männern. Jetzt schlossen die Kerle wieder die Tür, der eine lukte wütend durch den Schlitz und flüsterte auf Englisch, sodass Tae es verstehen konnte:„Glück gehabt." Dann ging er. Tae blickte mich verzweifelt an und wir hörten noch, wie die anderen Jungs von BTS auch aus ihrer Zelle geholt und weggebracht wurden. Nur Tae blieb bei mir, in der Zelle. Aufgelöst und panisch hockte Tae nur auf dem Boden, blickte mich mit kummervollen Augen an und fragte leise:„Was machen sie mit denen?" Ich sah, wie die Tränen drohten, ihm zu entgleiten und ich setzte mich lautlos vor ihn und schloss ihn in meine Arme. Fest umarmte er mich plötzlich auch, scheinbar an mir Halt suchend. Behutsam strich ich ihm durch seine weichen Haare und meinte:„Mach dir keine Sorgen, Tae. Es wird alles gut. Ihnen wird nichts passieren. Sie kommen sicher nur in eine andere Kammer." Jetzt erinnerte ich mich wieder an die Worte der Männer. Wir werden sie einfach in eine andere Abteilung stecken. Wir brauchen nur den einen.... Den Einen. Das ist Tae. Sie brauchen nur ihn. Aber warum? Seufzend umarmte ich Tae nur weiterhin, während er sich Sorgen machte. Es wird alles gut. Das habe ich gesagt. Wird es das wirklich?

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    Schweigend lag Tae immer noch in meinen Armen und starrte einfach in die Leere. Nochmal versicherte ich ihm leise flüsternd:„Mach dir keine Sorgen, Tae. Ich bin mir ganz sicher, dass sie nur woanders hingebracht werden. Und wie du selbst auch schon gesagt hast. Die ganze Welt sucht nach uns. Es wird uns ganz bestimmt bald jemand finden und dann sind wir wieder frei. OK?" Nur ein stummes Nicken gab Tae von sich, dass ich dadurch mitbekam, dass er sein Kinn beim Nicken immer wieder leicht auf meine Schulter drückte. Leicht lächelte ich nun, löste langsam die Umarmung und schaute Tae nun tief in seine wunderschönen, dunklen Augen. Einen Moment war ich wie verzaubert von seinem schönen Gesicht, dass ich vergaß, zu atmen. Doch schließlich fing ich mich wieder und meinte:„Mach dir einfach keine Sorgen mehr." Kurz schaute ich mich um und mein Blick blieb an der Flasche Wasser hängen, die wir beide uns teilen mussten. Schnell nahm ich sie in die Hände, reichte sie dem traurigen Tae und sprach:„Trink einen Schluck. Dann geht es dir gleich auch besser. In Ordnung?" Wieder nickte Tae nur und nahm einen großen Schluck Wasser, sodass nur noch wenig drin war. Den Rest stellte er wieder weg, doch die Sehnsucht nach noch mehr Wasser stand ihm ins Gesicht geschrieben. Also meinte ich, er solle den Rest doch auch noch trinken. Jedoch schüttelte er nur den Kopf und murmelte:„Der Rest ist für dich." Allerdings lächelte ich und log schnell:„Ich habe gar keinen Durst, du schon. Trink es einfach aus." Leicht lächelte mein Zimmergenosse dankend und trank zögernd das letzte bisschen Wasser aus. Nun hörten wir plötzlich wieder laute Stimmen auf dem Flur. Es war eine der Wachen, die zur Nachtruhe ausrief. Leise seufzte ich, lächelte dann Tae an und schlug vor:„Wir sollten uns jetzt auch schlafen legen. Morgen ist ein neuer Tag und ein bisschen Schlaf tut uns nur gut." Wortlos nickte Taehyung und legte sich dann auf die kanrrende Matratze. Mich blickte er erwartungsvoll an, als wolle er, dass ich auch schlafen gehe. Also kam ich auch zur Matratze und legte mich neben Taehyung. Langsam wurden nun auch alle Lichter ausgeschaltet, sodass ich nur noch schwarz sah. Doch nach einer Zeit hatten sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt und ich bemerkte, dass Tae mich ruhig anblickte. Zögerlich lächelte ich, doch er starrte mir nur weiterhin direkt ins Gesicht. Etwas verwirrt blickte ich also einfach an die Decke, darauf wartend, dass einer von uns beiden einschlief und ich glaube, ich war es, die zuerst einschlief. Ich träumte. Ich träumte von Tae und, wie er in meinen Armen lag und ich seinen wärmenden Körper berührte, während sein frischer Atem meine Haare streiften, sodass sie mir im Nacken kitzelten. Irgendwie genoss ich den Traum, der wie ein Rückfahrticket zu der Umarmung an jenem Tag war. Und ich wusste nicht genau, wieso...

    Langsam öffnete ich meine Augen, noch verschlafen und müde. Erst erschrak ich etwas, als ich Taes hübsches, schlafendes Gesicht vor mir entdeckte. Er sah irgendwie so friedlich und schön aus. Wie ein Engel. Verträumt lächelte ich den Schlafenden an. Gerade wollte ich leise aufstehen, da bemerkte ich erst, dass Tae im Schlaf seine Arme um meine Taille geschlungen hatte und mich somit umarmte. Etwas verlegen versuchte ich, seine Arme von mir zu befreien, jedoch wachte er dabei auf. Müde gaffte er mich an und murmelte:„Muss ich schon aufstehen?" Belustigt lächelte ich ihn an:„Nein, du kannst noch ein bisschen weiterschlafen, aber vielleicht musst du mich loslassen, damit ich aufstehen kann." Murrend schloss Tae wieder seine Augen, keine Anstalten machend, seine Arme von mir wegzuziehen. Stattdessen umarmte er mich noch fester, wie ein kleines Kind sein Kuscheltier und nuschelte schlaftrunken:„Du bist aber so schön warm. Ich will dich nicht loslassen..." Und schon war er wieder tief und fest am Schlafen. Amüsiert grinste ich nun und versuchte nicht weiter, mich aus der Zwangsumarmung zu befreien. Stattdessen blieb ich einfach ruhig liegen und starrte Taehyung in das makellose Gesicht. Irgendwie war ich wie verzaubert und konnte nicht aufhören, diesen schönen Mann anzugaffen. Schließlich öffnete er nach einer Zeit wieder seine Augen, sah mich leicht lächelnd an und murmelte:„Guten Morgen, (d/n)." Belustigt antwortete ich daraufhin:„Guten Morgen, Dornröschen." Beleidigt spielend schob Tae nun seine Unterlippe vor und meinte:„Ach, du bist doch doof." Nun zog er auch endlich seine Arme von meinem Körper weg und ich kicherte nur leise:„Ach, jetzt sei doch nicht beleidigt." Jedoch verschränkte Tae seine Arme und murrte:„Bin ich aber!" Kurz wuschelte ich ihm einmal durch die weichen Haare und stand dann auf. Nun fing auch Tae an, zu kichern und folgte mir. Einmal blickte ich kurz durch den Spalt in der Tür und sah bereits einen der Entführer, der gerade Essen verteilte. Kurz grinste ich Tae an und sagte ihm, dass das Essen verteilt wird, woraufhin er vorfreudig grinste. Als wir gerade unser Frühstück bekamen, hörte ich das laute Knallen einer Tür und auf einmal wurde Karolin zurück in ihre Kammer geführt. Allerdings sah sie sehr müde und beinahe krank aus. Sie taumelte stark beim Gehen und ihre Augen waren ausdruckslos und glasig. Besorgt rief ich ihren Namen, doch sie schaute sich nicht einmal um. Taehyung schien sie auch gesehen zu haben, denn er blickte mich total verwirrt und erschrocken an. Die Tür zu unserer Zelle wurde jetzt auch wieder geschlossen und gleichzeitig schauten Tae und ich uns verwirrt an. Tae brachte als erstes ein Wort hervor. „Was war denn mit ihr los? Sie schien total durch den Wind", stammelte er, während er seinen Apfel an den Mund führte. Ratlos zuckte ich mit den Schultern und meinte:„Ich weiß es auch nicht genau... Sie schien fast schon krank." Ich hatte gerade meinen Apfel im Mund, als auf einmal wieder die Tür aufging. Überrascht schaute ich in die Gesichter der zwei Männer, die mich damals auch entführt hatten. Der Große sprach mit seiner dunklen Stimme:„Mitkommen." Verwirrt blickte ich zu Tae, doch der Mann murrte:„Nicht er. Nur du." Bevor ich noch etwas sagen konnte, packte mich auf einmal der andere Mann und plötzlich schrie Tae laut:„Was wollen Sie mit ihr machen?" Augenblicklich preschte er vor, doch ich murmelte in ruhiger Stimme:„Nein, Tae. Bleib einfach ganz ruhig. Es nützt nichts, jetzt Terror zu machen. Ich komme wieder, versprochen. Mach dir keine Sorgen. Spätestens morgen früh bin ich wieder da, OK? Benimm dich in der Zeit, ja?" Besorgt und panisch blickte mich Tae noch an, blieb aber immerhin ruhig. Jetzt gab man mir auf einmal einen unsaften Stoß in den Rücken und ich wurde aus meiner Zelle gebracht. Ich hörte noch ein leises Rufen von Tae nach meinem Namen, doch ich wusste, dass diese Leute jetzt wohl das selbe mit mir machen würden, wie mit Karolin. Nur, was genau das war, das wusste ich nicht. Alles, was ich wusste, war, dass es mir wohl nicht gefallen würde...

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    Rücksichtslos schlörten mich die beiden Männer durch die Flure, bis wir schließlich in einem großen Raum mit mehreren seltsamen Gerätschaften ankamen. Mitten im Raum standen zwei Liegen, wie man sie vom Arzt kannte. Jedoch waren an den Seiten zwei Fesseln befestigt. Für Arme und Beine, wie es aussah. Daneben stand ein Suhl mit Rollen. Etwas weiter in der Ecke stand ein breiter Glasschrank, in dem mehrere Reagenzgläser und bunte Flüssigkeiten aufbewahrt wurden. Auf der gegenüberliegenden Seite war ein langer Schreibtisch, auf dem ein Stapel Papiere und wieder mehrere Reagenzgläser standen. Außerdem lag dort eine Spritze, sowie Desinfektionsmittel und Handschuhe. Doch plötzlich bemerkte ich in der Ecke eine weitere Liege, auf dem tatsächlich jemand lag. Schnell erkannte ich das indische Mädchen. Allerdings trug sie nicht mehr ihr gewöhnliches Gewand, sondern einfach eine weiße Hose und ein weites, weißes T-Shirt. Das trug Karolin auch, als sie wieder in ihre Zelle gebracht wurde. Das Mädchen lag dort einfach reglos, sodass sie aussah, als wäre sie tot. In dem Moment wurde ich etwas panisch und wollte möglichst schnell einfach weg. Jedoch hielt man mich fest, sodass mir kaum eine Möglichkeit blieb, mich auch nur irgendwie zu bewegen. Laut brüllte ich panisch:„Nein, ich will nicht. Lasst mich los! Ich möchte noch nicht sterben! Vorher will ich wenigstens noch einmal meine Familie sehen!" Wütend drückten mich die Männer unsanft auf den Boden und rammten mir ein Knie in den Rücken. Ächzend brach ich nun ganz zusammen und wimmerte nur noch leise auf dem blankpolierten Boden. Plötzlich hörte ich eine unbekannte Stimme, die auf Englisch sprach. Also so, dass ich es verstehen konnte. Ängstlich hob ich meinen Kopf und blickte in das Gesicht eines augenscheinlichen Arztes. Leise murmelte er beinahe angsteinflößend:„Lasst sie mir heile. Ansonsten können wir sie nicht mehr gebrauchen." Einfach nur ängstlich senkte ich wieder meinen Blick und zitterte am ganzen Körper. Doch auf einmal zogen mich die zwei Männer wieder hoch und ich war gezwungen, den Mann anzuschauen. Er war ganz in weiß gekleidet, trug einen Mundschutz und hatte blasse Haut. Sein Haar war dunkelbraun und seine Augen blau. Zudem trug er eine große Brille mit silbernen Rändern. Angsterfüllt sah ich ihn nur an und traute mich nicht, etwas zu sagen. Doch ich sah, wie der Arzt belustigt grinste und mich fragte:„Wie heißt du?" Erst antwortete ich nicht, doch dann gab mir der eine Mann einen stumpfen Schlag auf die Schulter und ich presste gequält hervor:„(d/n)." Zufrieden grinste der Mann und wandte sich nun an die zwei Männer, die mich hielten:„Sie ist Frost?" Knapp nickten die Männer und ich blickte nur verwirrt vom einen zum anderen. Nachdenklich nickte nun der Arzt und befohl:„Bindet sie fest und dann holt die von der Wasser-Fraktion." Gehorchend nickten die Entführer, banden mich auf einer der Liegen fest und verließen dann den Raum. Angsterfüllt blickte ich den Arzt nun an, welcher bedauerte:„Eigentlich eine Schande, dass ich euch nicht das Vorhaben erklären darf. Aber ich soll es noch nicht tun, also mache ich es auch nicht. Hisoka übernimmt das später. Hässlich grinste der Mann nun und rollte auf einmal mit seinem Stuhl zu dem Schreibtisch. Er blätterte schnell seine Zettel durch, pickte sich dann einen heraus und schrieb etwas darauf, während er leise meinen Namen vor sich hin murmelte. Auf einmal öffnete sich jetzt wieder die Tür und ich drehte mich so gut es ging, danach um. Die beiden Männer waren wieder dort, aber diesmal hatten sie eine mir bekannte Peron dabei. Federica. Schwach lächelte ich sie nur an, während sie selbst breit grinste:„Ah, (d/n). Du auch hier? Schön." Irgendwie bewunderte ich Federica. Sie war so ruhig und gut drauf, obwohl wir in einer so misslichen Lage waren. Ich war mir jedoch nicht sicher, ob sie so war, weil sie ein super optimistischer Mensch war oder, ob sie vielleicht einfach ein bisschen dumm war. Jedoch vermutete ich, dass sie einfach sehr optimistisch war. Schnell wurde die hübsche Italienerin auf die zweite Liege gebunden, während der Arzt nun auch sie nach ihrem Namen fragte. Gut gelaunt nannte sie ihn ihm und ich bewunderte mal wieder ihre fröhliche Art. Jetzt kam der Mann wieder auf uns zu. Diesmal hatte er seine Spritze in der Hand. Darin befand sich irgendeine tiefblaue Flüssigkeit. Leise nuschelte er vor sich hin:„Fangen wir einfach mal mit dir an, Federica.“ Kurz krempelte er ihr den Ärmel hoch und setzte die Spritze nun an ihrem Arm an. Zu meiner Verwunderung immer noch seelenruhig schaute Federica einfach nur auf die Spritze, fragte jetzt jedoch vorsichtig:„Was ist das?" Schmunzelnd meinte der Mann:„Nichts Schlimmes. Es wird auch nicht wehtun. Es ist... eine Impfung. Genau. Das ist es." Ruhig führte er die Nadel der Spritze nun in Federicas Arm und spritze die Flüssigkeit nun in ihr Blut. Auf einmal fing die junge Frau an zu krampfen und vor Schmerz zu schreien. Einige Sekunden ging das so und der Arzt grinste nur schadenfroh. Leise murmelte er:„Keine Sorge, es hört gleich auf. Gleich ist es vorbei." Und wie durch ein Machtwort wurde Federica auf einmal ganz ruhig, schloss ihre Augen und ihre Atmung wurde regelmäßiger und langsamer. Verstört blicke ich sie an. Aus dem Augenwinkel sah ich nun, wie der Arzt auch auf mich zukam, wieder mit einer Spritze. Nur diesmal war die Flüssigkeit darin hellblau, fast schon wieder farblos. Panisch blickte ich von der Spritze zu Federica und fing dann laut an zu schreien:„Ist Federica tot? Nein, ich will das nicht. Es ist keine Impfung! Es tötet mich! Ich will das nicht! Nein, bitte nicht!" Ich wand mich wild auf meiner Liege. Versuchte, mich selbst zu befreien. Doch schon eilten wieder die zwei Männer zu mir. Der eine drückte meinen Kopf herunter, der andere meinen Arm. Leise wimmerte ich noch und der Arzt sprach:„Es wird ales gut, keine Sorge." Und schon spürte ich die spitze Nadel in meinem Fleisch und ebenso spürte ich, wie eine Flüssigkeit sich mit meinem Blut vermischte. Plötzlich wurde mir ganz schrecklich kalt und es fühlte sich wirklich so an, als würde das Blut in meinen Adern gefrieren. Es war ein fieses Gefühl und es tat weh. Laut kreischte ich, doch schon bald spürte ich, wie die Welt um mich stiller wurde und auch der Schmerz verflog etwas, während sich meine Sicht immer mehr verabschiedete. Schließlich konnte ich weder noch etwas hören oder sehen. Ich hatte das Gefühl, nicht mal mehr meinen eigenen Körper zu spüren. Bin ich jetzt tot?

    16
    Es war still. Sehr still. Ich konnte weder sehen noch hören. Mein Körper fühlte sich an, als wäre er einfach weg. Ich fühlte mich, als würde ich fliegen und wenn ich versuchte, mich zu bewegen, dann ging es nicht. Alles, was ich noch konnte, war denken. Und das tat ich. Ich dachte, ich sei tot. Ich erinnerte mich noch an die Bilder, die ich vorher gesehen hatte. Wie Karolin totkrank aussehend zurück in ihre Kammer gebracht wurde, wie das indische Mädchen reglos dort lag und, wie Federica schrie, nachdem man ihr die Spritze gegeben hatte. Und ebenso, wie die junge Italienerin schließlich erschlaffte. Ist sie tot? Und das indische Mädchen? Bin ich vielleicht auch tot? Wir alle? Vielleicht wurden wir zugunsten von Menschenversuchen entführt, die Mittel waren zu gefährlich und wir sind kläglich von der Welt gegangen. Vielleicht hat Karolin ein anderes Mittel bekommen, dass sie nicht tötete, sondern nur schwächte. Ist das das Ende meines Lebens? Doch plötzlich hörte ich gedämpfte Stimmen und ein Ruck durchfuhr mich, sodass ich auch wieder meinen Körper spürte. Ich wurde woanders hingebracht. Scheinbar lag ich noch immer auf der Liege, wie es sich anfühlte. Auf einmal wurden die Stimmen lauter und deutlicher. Ich erkannte die Stimme des Arztes und auch die von Federica. Sie unterhielten sich leise. Federica klang jedoch sehr erschöpft und verwirrt. Sie murmelte kaum verständlich:„Wo bin ich und was mache ich hier? Was ist mit mir passiert?" Die Stimme des Arzts ertönte:„Du bist in Sicherheit und du wirst darauf vorbereitet, wieder in deine Kammer zu kommen. Dein Zimmergenosse vermisst dich sicher schon." Wieder hauchte Federica:„Was habt ihr mit mir gemacht?" Scheinbar belustigt antwortete der Mann:„Wir haben dir neue Kraft verliehen." Auf einmal wurde seine Stimme lauter und er rief:„Sie ist fertig. Bringt sie zurück! Aber haltet sie fest. Sie ist noch schwummerig auf den Beinen." Danach hörte ich nur noch das leise Schließen einer Tür und es war wieder alles still. Bemüht versuchte ich, meine Augen wieder zu öffnen. Es war schwer, doch schließlich schaffte ich es und grelles Licht blendete mich. Ich versuchte, mich irgendwie zu bewegen, doch ich schaffte es nicht. Ich war noch immer auf der Liege festgebunden. Angestrengt versuchte ich, meine Augen offen zu halten. Ich versuchte, irgendetwas zu erkennen, doch das Licht blendete mich zu sehr. Doch plötzlich legte sich ein Schatten vor das Licht und ich erkannte das gehässig grinsende Gesicht dieses Arztes. Angespannt starrte ich nur zurück und fauchte:„Machen Sie mich los!" Jedoch grinste der Mann nur noch breiter und meinte:„Gerade erst aufgewacht und schon so aufgeweckt? Das ist selten. Aber geschwächt bist du trotzdem noch. Ich mache dich gerne los." Schon löste er die Fesseln von mir und ich versuchte, aufzustehen. Doch es ging nicht. Ich schaffte es gerade mal, meinen Kopf zu heben, da fiel ich vor Schwindel schon wieder zurück. Belustigt lachte der Arzt nun leise und ich fragte wütend, jedoch am Rande der Verzweiflung:„Was haben Sie mir da gespritzt?" Unbeeindruckt zuckte der Mann mit den Schultern und meinte:„Das ist nicht so wichtig, (d/n). Ruh dich einfach noch ein paar Minuten aus und dann bringen wir dich zurück zu deinem Koreaner." Koreaner? Sie meinen Tae... Still blieb ich einfach nur liegen und versuchte, mich etwas abzuregen, denn ich war panisch. Die ganze Welt um mich herum drehte sich und mir war ganz schrecklich kalt. Ich zitterte am ganzen Leib und meine Glieder fühlten sich an wie eingefroren. Der Mann bemerkte meine Panik und versprach schmunzelnd:„Keine Sorge, (d/n). Es wird bald aufhören. Du wirst dich daran gewöhnen. Dein Körper versucht nur noch, dagegen anzukämpfen. Doch schon bald wird er erkennen, dass er den Kampf nicht gewinnen wird und dann wird er es aufgeben. Dann wirst du auch keine Schmerzen mehr spüren." Geschockt starrte ich den Kerl an, was mir durch meine verschwommene Sicht sichtlich schwer fiel. „Heißt das, ich werde sterben?", hauchte ich leise. Belustigt meinte der Kerl nun:„Nein, das wirst du nicht. Ich meine, früher oder später wirst du es sicherlich tun, aber nicht deswegen. Also keine Sorge." Jetzt öffnete sich auf einmal die Tür und zwei Männer kamen herein. Erwartungsvoll blickten sie vom Arzt zu mir und der Arzt nickte nur. Verwirrt blickte ich um mich und auf einmal kamen die zwei Männer zu mir, griffen mich an den Armen und zogen mich von der Liege hoch. Starke Schwindelanfälle überkamen mich und ich fühlte mich schrecklich. Erst dachte ich schon, ich müsste mich übergeben, doch dies blieb zum Glück aus. Allerdings bemerkte ich jetzt, dass ich gewaschen war und ebenso wie Karolin und die Inderin weiße Kleidung trug. Jetzt fiel mir auch auf, dass die Inderin gar nicht mehr in dem Raum lag. Doch lange nachdenken konnte ich nicht, denn die Männer zogen mich hinter sich her und mir blieb nichts anderes übrig, als hinterherzutaumeln. Ich nahm den Weg, den wir gingen gar nicht richtig wahr, doch auf einmal wurde eine Tür geöffnet und ich erkannte schnell die Kammer, in der Tae und ich eingesperrt waren. Ich weiß nicht genau, was dann passiert ist, weil ich nur gedämpft hören und sehen konnte, aber ich spürte, wie die Männer meine Arme losließen und mich auf einmal jemand stützte, indem die Person mich umarmte. Geschwächt ließ ich mich einfach nur in die Arme fallen und genoss die Wärme, die der Körper abgab. Ich wusste nicht mal, wem ich da in den Armen lag, aber ich fühlte mich dort wohl. Alles, was ich noch spürte, war, dass dieser jemand mich fest umarmte und behutsam über meinen Kopf strich. Ich fühlte mich beschützt. Es war wie damals bei meinen Eltern, wenn ich mich verletzt hatte. Dann nahmen sie mich auch in den Arm.
    Ich merkte, wie ich langsam in den Armen dieser Person einschlief und die Wärme des anderen ausnutzte, um mich selbst zu wärmen.

    „(d/n), wach auf. Es gibt Essen." Eine bekannte Stimme weckte mich. Langsam öffnete ich schwach meine Augen und erkannte Taes hübsches Gesicht. Er saß auf der Matratze, während ich in seinen Armen lag und seinen warmen Bauch fest an mich drückte, so kalt wie mir war. Verwirrt flüsterte ich, nach wie vor Tae umklammernd:„Tae, was ist passiert? Mir ist kalt..." Verständnisvoll lächelte Tae mich an und zog mich noch fester in die wohltuhende Umarmung, während er erwiderte:„Ich weiß nicht genau, was passiert ist. Wichtig ist, dass du wieder hier bist und es dir gut geht. Ich verstehe, dass dir kalt ist. Du bist selbst auch eiskalt. Aber keine Sorge, du kannst dich an mir aufwärmen." Dankbar schloss ich wieder die Augen und schmiegte mein Gesicht in Taes warmen Bauch, während ich meine Knie so an mich zog, dass sie Tae umschlungen. Belustigt lächelte Taehyung und streichelte sanft über meinen Kopf. In dem Moment war er für mich eher wie ein großer Bruder, der mich beschützte als der fast Fremde, mit dem ich seit mehreren Tagen zusammen eingesperrt war. Ich war auch nicht ganz bei Sinnen und mir war egal, dass ich mich wie ein Baby benahm, dass bei der Mutter Schutz suchte. Meine Sinne waren von der Kälte und Müdigkeit ganz benebelt, sodass mir die ungewohnte Nähe gar nichts ausmachte. Ich genoss sie und ich fühlte mich wohl in Taes schützenden Armen.

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    Langsam wachte ich auf. Mir war nach wie vor schrecklich kalt, mir war schwindelig und mein Rücken schmerzte. Völlig fertig versuchte ich, meine Augen zu öffnen und schaffte es auch. Meine Arme hatte ich immer noch um Taes Bauch geschlungen und mein Kopf lag auf seinem Brustkorb, sodass ich seinen beruhigenden Herzschlag vernehmen konnte. Langsam schaute ich auf, in Taes Gesicht. Tae war wach und lächelte mich irgendwie verständnisvoll und belustigt zugleich an. Es war ein schönes Lächeln. Doch vor Schreck, weil ich auf ihn nicht wie ein wehrloses Kind wirken wollte, ließ ich meinen gutaussehenden Zimmergenossen los und rückte etwas von ihm weg. Hastig stand ich auf. Jedoch hatte ich mich überschätzt, denn der Schwindel herrschte immer noch über meine Koordination und ich fiel beinahe hin. Allerdings schoss Taehyung schnell vor und fing mich. Dankbar, aber gleichzeitig verlegen lächelte ich ihn nur an und murmelte:„Ist schon gut. Ich schaff das jetzt alleine, aber danke." Widerwillig schüttelte der hübsche Mann den Kopf und bestand darauf:„Ich setze dich wieder auf die Matratze und dann isst und trinkst du erstmal etwas." Seufzend stimmte ich zu und so setzte Tae mich zurück auf die knarrende Matratze. Nun ging er einige Schritte zu einem Teller, auf dem ein Apfel und zwei Scheiben Brot lagen. Den reichte er mir und meinte währenddessen noch:„Du hast ziemlich lange geschlafen. Zwei Mahlzeiten hast du verpasst, aber ich hab sie dir aufbewahrt." Dankend nahm ich die Mahlzeiten und fragte nun verwirrt:„Wie lange war ich weg?" Knapp antwortete Tae nun:„Naja, du warst für einen Tag weg, in einem anderen Raum. Dann hast du noch circa einen Tag geschlafen. Du warst zwar zwischendurch mal wach und hast dich beschwert, dir sei kalt, aber du bist praktisch sofort wieder eingeschafen." Nachdenklich nickte ich und Tae fragte plötzlich:„Was haben sie da eigentlich mit dir gemacht? Du warst ganz schön durch den Wind. Bist du jetzt ja immer noch etwas. Erinnerst du dich?" Leicht nickte ich und strengte mich an, alle Erinnerungen wieder beisammenzubekommen. Schließlich erinnerte ich mich wieder vage und erzählte:„Sie brachten mich in einen Raum, in dem so Arztzeugs stand und haben mich dort festgebunden. Ein Arzt war dort und Federica, die Italienerin, auch. Sie wurde dort ebenfalls festgehalten. Dieser Arzt gab uns beiden eine Spritze. Es tat fürchterlich weh und dann war ich weg, wie eingeschlafen. Etwas verwirrt nickte Tae nur und hakte noch nach:„Haben sie irgendetwas gesagt?" Ich erinnerte mich:„Ja, aber es war seltsam. Der Arzt fragte, ob ich die Frost sei und Federica brachten sie irgendwie mit Wasser in Verbindung. Aber ich weiß nicht, was das heißen soll... Und der Arzt sagte wieder, dass dieser Hisoka es uns erklären wolle." Nachdenklich nickte Taehyung wieder und empfohl mir dann, einfach etwas zu essen. Dies tat ich auch und es tat mir wirklich gut. Doch die Kälte durchfuhr meinen Körper immer noch und ich zitterte stark. Das bekam mein Kumpel natürlich mit und meinte besorgt:„Du zitterst. Ist dir denn immer noch so kalt?" Wortlos nickte ich einfach nur, woraufhin Tae plötzlich zu mir kam, mich in den Arm nahm und murmelte:„Dann wärme ich dich. Du bist auch immer noch ganz kalt." Erst etwas überrascht blickte ich ihn an, doch schon schnell gewöhnte ich mich daran, dass Tae mir so nah war und ich genoss es einfach. Ich lehnte meinen Kopf an Taes Schulter, während er seine Arme beschützend um mich schlang. Genießerisch schloss ich die Augen und atmete tief den Duft von Tae ein. Er roch gut. Ein bisschen süß. Es erinnerte mich an Erdbeeren. Nun öffnete ich wieder meine Augen und blickte ihm direkt in das makellose Gesicht. Er sah wirklich gut aus. Er lächelte mich mit seinem schönen Lächeln an und seine schwarzen Augen funkelten belustigt. Sie waren so schön und schwarz, dass ich mich darin hätte verlieren können. Seine dunklen, etwas längeren Haare fielen ihm lockig ins Gesicht und ließen ihn noch mehr wie einen Engel wirken. Er sah irgendwie einfach knuffig aus, zum Knuddeln. Und das tat ich praktisch auch. Ich umarmte ihn fest und genoss die Wärme seines Körpers und den Duft, den er verströmte. Und so verfiel ich wieder der Traumwelt und ich träumte von ihm. Von Tae. So langsam hatte ich wirklich das Gefühl, mich vielleicht etwas in das Bandmitglied von BTS verliebt zu haben. Und ich hatte nichts dagegen. Ich hatte mich noch nie zuvor verliebt, aber das, was ich da fühlte, fühlte sich gut an. Und deswegen genoss ich umso mehr, dass Tae mich so schützend in seinen Armen hielt.

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    Die Kälte umhüllte mal wieder meinen Körper und ich fühlte mich schlecht. Tae schlief neben mir, seine Arme wärmend um mich geschlungen. Müde lag ich einfach dort, versuchte, nicht den Verstand zu verlieren, so lange, wie ich dort schon eingesperrt war. Es sind wieder mehrere Tage vergangen und es wurden jeden Tag erneut zwei Leute mitgenommen, aber auch zwei andere wiedergebracht. Sie alle trugen danach die weißen Klamotten und ebenso sahen sie alle nicht gerade gesund aus. Scheinbar bekommen sie auch so eine Spritze. Aber was ist das eigentliche genau? Was haben sie mit uns vor? Und warum sprechen sie über Dinge wie Licht, Wasser oder Frost und bringen dies mit uns in Verbindung? Erschöpft lag ich einfach nur da und auf einmal gingen auch die Lichter wieder an. Es schien Morgen zu werden. Die gewohnten Schritte kamen über den Flur, um Essen zu bringen. Jetzt wachte auch Taehyung neben mir auf und murmelte noch schlaftrunken:„Guten Morgen, (d/n). Gut geschlafen?" Knapp nickte ich nur lächelnd, denn nun kam auch schon die Morgen-Patrouillie herein und brachte uns unser klägliches Frühstück. Doch zu unserer Überraschung gab es diesmal sogar eine warme Mahlzeit, eine Suppe. Taumelnd stand ich immer noch vor Kälte zitternd auf und nahm die warme Mahlzeit dankbar entgegen. Plötzlich meinte der Mann, der das Essen brachte:„Schöne Grüße aus der Küche, von Jin." Überrascht blickten wir den Mann an und ich fragte hastig:„Jin? Wurden die Jungs dort hingeschickt?" Erst schaute mich der Kerl verwirrt an, jedoch schien ihm dann ein Licht aufzugehen und er schwafelte:„Ja, also, sie wurden in andere Gebiete aufgeteilt. Der eine ist eben in der Küche am Kochen und von ihm sollte ich euch Grüße ausrichten." Neugierig fragte Tae nun:„Und was machen die anderen jetzt? Geht es ihnen gut?" Etwas ungeduldig antwortete der Mann:„Ja, denen geht es blendent. Aber keine Ahnung, wo sie jetzt alle hocken. Der eine ist wie gesagt in der Küche, noch ein anderer sitzt im IT-Bereich und wo der Rest so ist, weiß ich doch nicht." So ging der Mann gestresst raus und irgendwie beruhigt grinste mich Tae an:„Es geht ihnen gut. Das ist doch schonmal was. Und jetzt essen wir Jins Suppe." Schwach lächelte ich und wir fingen direkt an, die heiße Suppe gierig zu schlürfen. Wenigstens etwas gesättigt setzten wir uns nun auf die Matratze zurück, als ich plötzlich durstig wurde. Schnell griff ich nach der gläsernen Wasserflasche. Auf einmal sah ich, wie sich Eiskristalle im Wasser bildeten und vor Schreck ließ ich die Flasche fallen, sodass sie scheppernd auf dem Boden zersprang. Ärgerlich zuckte Tae kurz zusammen und fauchte dann:„Was sollte das? Jetzt haben wir nichts mehr zu trinken und wir bekommen nur jeden Tag eine Flasche für zwei! Na toll..." Entschuldigend blickte ich ihn an und stammelte verwirrt:„Aber... da war Eis auf einmal und ich... es hat sich einfach Eis in dem Wasser gebildet!" Nach wie vor verärgert schaute Tae mich nur kopfschüttelnd an und brummte:„Was laberst du? Es hat sich kein Eis in dem Wasser gebildet! Das ist bei der Temperatur unmöglich!" Enttäuscht, dass er mir nicht glaubte und zweifelnd, ob ich das wirklich gesehen hatte, senkte ich meinen Blick auf den Boden und murmelte nur:„Es tut mir leid..." Nun kehrte ich mit meinen Händen schnell die Scherben zusammen, doch scharfkantig wie die Scherben waren, schnitt ich mir daran die Finger blutig. Tae bekam das natürlich mit, seufzte leise und meinte:„Lass gut sein, es ist nicht schlimm. Passiert immer mal. Aber deine Finger sind schon blutig. Zeig mal her. Nicht, dass da noch mehr Scherben drin stecken." Ohne weiteres nahm Tae sanft meine Hände und betrachtete sie fürsorglich. Vorsichtig zog er die Scherben aus der blutigen Haut heraus und legte sie auf einen Haufen. Schmerzverzerrt zuckte ich dabei kurz zusammen, doch ich ließ es geschehen. Nun betrachtete Tae weiter meine blutenden Hände. Kurz überlegte er, zog dann auf einmal sein T-Shirt aus und band es um meine Hände, damit sie aufhörten, zu bluten. Sprachlos starrte ich den oberkörperfreien Mann jetzt an. Als er das bemerkte, grinste er nur belustigt und murmelte dann sanft:„Lass die Scherben das nächste mal liegen. Es ist nicht schlimm." Dankbar lächelte ich ihn zögernd an und setzte mich dann wieder auf die Matratze, Tae daneben. Gedankenverloren lehnte er sich plötzlich gegen mich und murmelte:„Du bist immer noch so kalt..." Leise erwiderte ich:„Ja, aber es ist nicht so schlimm. Da ich noch lebe, ist alles in Ordnung." Ein schwaches Lächeln entglitt mir dabei und Tae strich mir behutsam über die Haare. Etwas verlegen lächelte ich nun nur, woraufhin Tae breit grinste und auf einmal anfing, richtig mit meinen Haaren zu spielen. Belustigt murmelte ich wie ein beleidigtes Kleinkind:„Hör auf. Das sind meine Haare." Stumpf antwortete Tae daraufhin:„Ja, aber sie sind so schön!" Belustigt schüttelte ich jetzt nur den Kopf und ließ meinen Kumpel weiter an meinen Haaren spielen. Doch plötzlich öffnete sich die Tür und zwei Männer standen dort. Verwirrt blickten sie uns an und der eine fragte plötzlich mit einem belustigtem Grinsen im Gesicht:„Stören wir irgendwie?" Überrascht blickte ich die beiden an und murrte:„Nein." Schnell gab ich Tae sein T-Shirt wieder und murmelte:„Zieh es wieder an. Meine Finger haben schon aufgehört, zu bluten. Die Leute denken noch sonst was von uns." Belustigt nahm Tae es wieder an sich, zog es schnell an und meinte dann:„Was sollen die Leute denn denken? Dass wir ein Paar sind?" Knapp nickte ich nur sichtlich verlegen, woraufhin mein Kumpel lachte:„Was ist so schimm daran, wenn sie das denken? Würde dich das stören?" Böse schaute ich ihn an und flüsterte bedrohlich:„Kim Taehyung, wir sind kein Paar und das weißt du selbst doch auch. Warum würde ich dann wollen, dass sie das denken? Du würdest das doch auch nicht wollen." Nun lehnte sich Tae minimal vor und murmelte:„Wieso? Wäre es dir peinlich, weil ich nicht gut genug für dich wäre?" Wütend blickte ich ihn nur an, als Mahnung, den Mund zu halten, als sich endlich wieder auch einer der Männer räusperte:„Ist ja alles schön und gut, aber du musst jetzt mitkommen. Also, steh auf!" Dabei zeigten sie auf Taehyung, welcher sie nur plötzlich besorgt ansah. Leise flüsterte er:„Passiert dann das selbe mit mir wie mit (d/n)? Das will ich nicht." Als er das sagte, rutschte er beinahe etwas ängstlich zu mir und suchte hektisch nach meinem Arm, um sich daran festzuhalten. Wütend kam der eine Mann nun zu uns und brummte:„Du kommst jetzt mit!" Bereits warnend die Hand erhebend kam er auf uns zu und ich blickte Tae schnell an und versuchte, ihn zu überzeugen:„Geh besser mit ihm! Sonst werden sie dir nur wehtun. Und mach dir keine Sorge. Du wirst morgen schon wieder hier bei mir sein und dann passe ich wieder auf dich auf, OK?" Nah an panisch grenzend sah er mich flehend an und meinte:„Ich will nicht mit ihnen mitgehen! Sie haben doch nichts Gutes mit mir vor! Bitte lass sie mich nicht mitnehmen! Ich will bei dir bleiben! Ich kann dich doch nicht alleine lassen!" Beinahe etwas geschmeichelt murmelte ich:„Ich kann auf mich selbst aufpassen, Tae. Geh einfach mit ihnen mit, sonst werden sie nur gewalttätig. Und ich warte hier auf dich, hab keine Angst." Seufzend drehte sich Tae nun zu den Männern um, stand widerwillig auf und meinte:„Na gut." Leise flüsterte ich Tae noch hinterher:„Bis morgen. Ich warte auf dich." Schwach lächelte Tae noch und dann wurde er mitgenommen. Etwas traurig blickte ich ihm hinterher. Er hat Angst, das merkt man. Aber das ist OK... Jedoch darf er sich nicht wehren, denn dann bekomme ich Angst um ihn, denn sie würden ihm wehtun und das will ich nicht. Eigentlich ist er wirklich süß. Ich habe mittlerweile das Gefühl, dass er mehr für mich ist als nur mein Zimmergenosse. Ich habe mich wirklich in ihn verliebt. Er ist so nett zu mir und er sieht auch noch so gut aus. Er ist so talentiert und so fürsorglich. Wie könnte ich da widerstehen? Aber ich glaube, er sieht mich nur als eine Art Schwester, die er beschützen muss. Naja, ich hoffe nur, dass er morgen auch wirklich heile wiederkommt...

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    Stunden vergingen und ich saß besorgt und vor Kälte zitternd auf der Matratze. Darauf wartend, dass Tae endlich zurückgebracht werden würde. Doch es dauerte und ich hockte einfach nur wie verloren dort. Wie ein Kind, dass im Park seine Mama aus den Augen verloren hat und sich dann an den Wegesrand setzte, darauf wartend, dass die Mama vielleicht wieder vorbeikommt. So langsam wurde ich nervös. Ich war ganz alleine und nur selten hörte ich einmal das fürchterliche Gewimmer von anderen Gefangenen. Zwischendurch wurden die Wachen abgelöst und durch jemand anderen ersetzt. Doch von Tae keine Spur. Er blieb einfach fort und erst jetzt konnte ich diese gewisse Panik verspüren, die Tae wohl gespürt hatte, als sie mich mitnahmen. Aber auch verstand ich jetzt die Panik, die meine Familie vielleicht verspürte, seitdem ich verschwunden war. Ich bekam wieder Angst und mir war nach wie vor kalt, ohne genau zu wissen, warum es so war. Ich zitterte am ganzen Leib und so langsam wurden nun auch die Lichter ausgeschaltet und zur Nachtruhe ausgerufen. Alleine legte ich mich nun also auf die Matratze, Taes warmen Körper missend. Zusammengekauert lag ich mit offenen Augen da, unfähig, einzuschlafen. Ich weiß nicht, ob ich vielleicht doch eingeschlafen war, aber auf einmal hörte ich nach Stunden ein leises Schreien. Müde stand ich zitternd auf und taumelte zu der Tür, versuchte einen Blick auf den Ursprung zu erhaschen. Aber natürlich war es ganz dunkel und ich sah nichts. Enttäuscht wollte ich wieder zurück zur Matratze gehen, bis mir auffiel, dass ich mal auf die Toilette musste. Also ging ich leise wieder zur Tür, streckte meine Finger durch den Schlitz und flüsterte der Wache zu. Augenblicklich kam der schlecht gelaunte Wachmann auch schon, holte mich aus meiner Zelle und brachte mich zum Bad. Leise raunte er wie immer:„Nur 10 Minuten!" Wortlos rollte ich einfach mit den Augen und ging schnell auf die Toilette. Danach trottete ich erschöpft zum Waschbecken. Darüber hing ein Spiegel. Gedankenverloren betrachtete ich mich darin. Ich hatte leichte Augenringe, meine Haut sah blass und nahezu weiß aus. Meine Haare fielen verwuschelt auf meine Schultern und sahen unordentlich aus. In der weißen Kleidung sah ich ein wenig wie ein Gespenst aus, wie ein Toter. Mein ganzer Körper zitterte und ich sah ein wenig so aus, als hätte ich gerade eine Art Anfall. Seufzend öffnete ich nun den Wasserhahn und hielt meine Hände unter das laufende Wasser. Augenblicklich gefror das Wasser zu Eis und ich zog schnell meine Hände weg. Erschrocken und komplett verwirrt taumelte ich nach hinten und wurde schließlich von der Wand aufgefangen. Verstört blickte ich einfach auf das Eis, das aus dem Wasserhahn hing und bewegte mich nicht von der Stelle. Wie ist das passiert? Wie kam das Eis dahin? Was ist hier los? Das Wasser ist einfach gefroren, als ich es angefasst habe. Bin ich schuld daran? Liegt es an mir? Es ist garantiert nicht unter 10°C in diesem Raum. Also wie sollte das Wasser zu Eis gefrieren? Liegt es an mir? Ungläubig starrte ich auf meine Hände. Sie sahen aus wie immer, abgesehen davon, dass sie stark zitterten und vielleicht auch etwas blasser waren als sonst. Ich war verwirrt, sehr verwirrt. Ist das alles nur ein Traum oder Einbildung? Ja, es muss Einbildung sein! Plötzlich öffnete sich auch die Tür zum Bad und darin stand der brummige Wachmann. Als er ich dort zusammengekauert an der Wand sah, schien er sehr überrascht und verwirrt. Ich hingegen blickte ihn nur verstört an, zeigte auf das gefrorene Wasser und hauchte wie ein Psychopath:„Das Wasser. Es ist einfach auf einmal gefroren, als ich es berührt habe." Erst schaute der Mann auch überrascht zu dem Waschbecken, zog mich dann jedoch hoch und murrte:„Das bildest du dir nur ein. Du isst zu wenig und dann bildet man sich schnell vieles ein. Das ist einfach so." Ohne mich auch nur noch ein Wort sagen zu lassen, zog er mich wieder durch den Flur. Vollkommen verwirrt murmelte ich die ganze Zeit:„Einbildung? Wie kann man sich so etwas einbilden? Was passiert mit mir?" Verzweiflung sprach aus meinem Gesicht und der Mann schubste mich einfach zurück in meine Zelle. Es war immer noch mitten in der Nacht und so langsam glaubte ich, verrückt zu werden. Ich lag einfach da und gaffte verstört in die Schwärze. Schließlich schlief ich einfach ein.
    Ich wachte erst wieder auf, als sich plötzlich die Tür zu meiner Zelle öffnete. Es waren immer noch alle Lichter ausgeschaltet, also schien auch noch Nacht zu sein. Erwartungsvoll blickte ich einfach zur Tür und erkannte auf einmal die Umrisse von drei Personen. Als ich genauer hinsah, erkannte ich, dass es Tae war, der von zwei Männern zurückgebracht wurde. Er hing schlaff zwischen den Schultern der zwei Männer und wurde eher von ihnen getragen als geführt. Wie ich, trug er jetzt auch weiße Klamotten und war gewaschen. Schnell stand ich auf und taumelte zu ihm. Die Männer ließen ihn nun los und er fiel in meine Arme. Behutsam zog ich ihn nun zur Matratze und setzte mich dort, mit ihm in den Armen liegend, hin. Er war zwar nicht bewusstlos, aber scheinbar unfassbar müde. Nur schwer bekam er seine Augen auf und er flüsterte leise meinen Namen. Seine Haut war feucht, doch es war kein Schweiß. Verwirrt guckte Taehyung nur zu mir auf und flüsterte immer wieder meinen Namen, scheinbar gar nicht wirklich realisierend, dass ich bei ihm war. Sanft presste ich seinen Kopf nur gegen meinen Brustkorb, um ihm das Gefühl zu geben, dass ich bei ihm war und murmelte leise:„Es ist alles in Ordnung, Tae. Du bist jetzt wieder bei mir."

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    Einfach schweigend saß ich auf der Matratze, während Tae in meinen Armen schlief. Er hatte noch immer kaum ein richtiges Wort gesprochen und war verwirrt. Ich hingegen leistete ihm einfach Beistand, indem ich bei ihm saß, ihn in die Arme nahm und ihm somit das Gefühl gab, dass er nicht alleine war. Schließlich brach so langsam schon der Morgen an und die Lichter wurden angestellt. Tae schlief weiterhin seelenruhig in meinen Armen, seinen Kopf gegen meinen Bauch gepresst. Belustigt sah ich ihn an und strich ihm sanft über das schwarze Haar. Es war weich und fiel lockig in sein Gesicht. Er sah nahezu engelsgleich aus und er riss mich damit in seinen Bann. Ich blickte ihm direkt in das seelig schlafende Gesicht und strich sanft durch sein weiches Haar. Plötzlich wurde ich jedoch aufgeschreckt, indem sich die Tür öffnete und ein Mann mit dem Essen hereinkam. Gelangweilt sah er mich an, wie ich Tae in meinem Arm hielt und alles, was er brummte, war:„Essen." Da ich mit Tae auf dem Schoß nicht aufstehen und es entgegen nehmen konnte, fragte ich höflich:„Könnten Sie es vielleicht dort vorne abstellen?" Knapp nickte der Mann, stellte das Essen ab und wollte gerade wieder gehen, da rief ich noch schnell hinterher:„Können sie bitte Jin aus der Küche von uns grüßen? Wir heißen Taehyung und (d/n)." Augenblicklich blieb der Mann stehen und guckte mich an. Leise murmelte er:„Ja, kann ich ausrichten. Soll ich die anderen 5 auch gleich grüßen?" Heftig nickte ich, woraufhin der Mann belustigt lächelte und dann auf einmal murmelte:„Ihr habt Glück gehabt, dass ihr zwei in eine Zelle gekommen seid. Bei den meisten anderen herrscht nicht so eine freundschaftliche Bindung. Sie ignorieren sich oft einfach. Es gibt nur eine andere Zelle, wo die Gefangenen sich richtig unterhalten. Und das ist die, in der die Italienerin ist. Aber es ist auch nur die, die pausenlos brabbelt. Ihr Zimmergenosse ist eher der, der zuhört und zwischendurch mal freundlich nickt. Naja..." Stumm lächelte ich. Er redet von Federica. Sie ist nett, das weiß ich schon. Aber warum erzählt mir dieser Mann das? Naja, vielleicht erzählt er mir ja auch ein bisschen mehr... Freundlich fragte ich:„Können Sie uns vielleicht sagen, warum wir alle hier sind?" Bedauernd schüttelte der junge Mann den Kopf und meinte:„Nein, leider nicht. Ich arbeite hier auch eher zwangsmäßig. Naja, ich bin freiwillig hier hergekommen, aber auch nur, weil ich Geld brauche. Aber ich wurde über nichts eingeweiht. Ich habe nur den Auftrag bekommen, euch das Essen zu bringen. Abwechselnd mit anderen Sachen." Irgendwie traurig nickte der Mann nun und ich fragte schnell:„Wie heißt du?" Knapp antwortete der schmächtige Mann, der eher noch ein Junge war:„Ich heiße Lorenzo. Ich komme aus Brasilien." Interessiert nickte ich kurz lächelnd und meinte dann:„Schön, dich kennenzulernen. Du bist irgendwie noch so menschlich im Gegensatz zu vielen anderen hier." Irgendwie dankbar lächelte der Junge mit den dunklen Haaren, den braunen Augen und der gebräunten Haut:„Ich könnte vielleicht morgen einen eurer Kumpels mitnehmen, wenn ich das Essen verteile. Dann könntet ihr euch etwas unterhalten. Dazu muss ich nur meinen Vorgesetzten überreden, aber das dürfte eigentlich nicht so schwer sein." Überrascht, aber begeistert nickte ich heftig und dankte ihm. Nun lächelte er wieder schwach und murmelte noch:„OK, dann sehen wir uns morgen bestimmt noch einmal. Guten Appetit." Mit den Worten ging er auch schon wieder. Leicht lächelnd blickte ich ihm noch hinterher. Plötzlich bewegte sich Tae und öffnete langsam seine Augen. Belustigt grinste ich ihn an und meinte:„Guten Morgen, Tae. Na, gut geschlafen?" Schwach nickte Tae, umarmte mich etwas fester und murrte dann:„Ich hab Hunger..." Belustigt grinste ich und meinte:„Dann scheint es dir ja noch relativ gut zu gehen. Wir haben auch gerade unser Frühstück bekommen. Wenn du mich eben loslässt, hole ich es dir." Murrend ließ Tae mich daraufhin los und ich holte schnell das Essen. Jetzt gab ich es Tae und er aß es schweigend. Nach einer Weile fragte er jedoch:„Wie lange war ich weg?" Schnell antwortete ich:„Gar nicht mal so lange. Du bist in der Nacht wiedergekommen." Nachdenklich nickte Tae und meinte plötzlich:„Ich habe auch eine Spritze bekommen. Gleichzeitig mit noch so einem anderem, der aber die ganze Zeit über nichts gesagt hat. Die Flüssigkeit in seiner Spritze war schwarz und meine war dunkelblau." Nachdenklich nickte ich und flüsterte:„Meine war hellblau, nahezu farblos..." Gedankenverloren blickte Tae an die Wand und murmelte plötzlich:„Sie haben mich als „Wasser" betitelt und ihn als „Schatten". Ich habe eine Liste gesehen. Da waren viele verschiedene Namen drauf und dahinter stand bei jedem jeweils etwas. Es waren so eine Art Naturgewalten, die dahinter standen. Bei dir stand „Frost" und bei Karolin stand „Wind". Bei Federica und mir stand „Wasser“, den Rest konnte ich von den Namen her nicht erkennen. Aber dahinter stand dann noch sowas wie „Pflanze", „Licht", „Feuer", aber auch sowas wie „Nebel". Was meinst du, hat das zu bedeuten?" Schweigend sah ich ihn an und auf einmal erinnerte ich ich wieder an etwas. Als ich in der Nacht auf die Toilette gegangen bin, ist das Wasser aus dem Wasserhahn zu Eis gefroren, als ich es berührte. Hinter meinem Namen stand „Frost". Sie sagten, sie verleihen uns „neue Kraft". War das vielleicht nur eine Metapher? Was haben sie mit uns angestellt?

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    Schweigend blickte Tae mich an, scheinbar auf eine Antwort wartend oder wenigstens auf eine Reaktion. Beinahe etwas verstört blickte ich meinen Zimmergenossen nun an und fing vorsichtig an:„Es klingt total dämlich und das weiß ich, aber ich glaube, dass uns irgendwie so eine Art Kräfte verliehen worden sind. Ich weiß nicht, wie, warum und was, aber ich weiß, dass ich letzte Nacht das Wasser aus dem Wasserhahn zu Eis verwandelt habe. Du glaubst mir wahrscheinlich nicht. Ich würde es auch nicht tun. Aber ich habe einfach nur das Wasser mit meinen Händen berührt und auf einmal ist es gefroren. Diese Leute sagten, ich sei eine Frost. Was, wenn wir jeder eine Kraft bekommen haben? Und du bist Wasser." Komplett verwirrt gaffte Taehyung mich an und stammelte nur:„Aber wie sollte das denn gehen? Es wäre bestimmt eine schöne Geschichte, aber die Realität? Wie sollten Menschen die Naturgewalten beherrschen können?" Verzweifelt murmelte ich:„Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, was ich gesehen habe. Und zwar habe ich gesehen, wie das Wasser bei Berührung mit meinen Händen zu Eis geworden ist. Das ist alles, was ich momentan weiß..." Kurz schien Taehyung zu überlegen und meinte dann plötzlich:„Haben wir schon ne neue Flasche Wasser?" Stumm nickte ich und zeigte auf die Flasche, die Lorenzo erst vor wenigen Minuten dort abgestellt hatte. Taumelnd stand Tae nun auf und holte die Flasche. Erst nahm er einen großen Schluck davon und drückte sie mir dann ohne Vorwarnung in die Hand. Kaum hatte ich sie in der Hand, gefror das Wasser in der Wasserflasche plötzlich und ich starrte nur wie gebannt darauf. Tae ebenso. Leise hauchte er:„Es stimmt. Du hast das Wasser gefrieren lassen... Das war schon letztens bei der Wasserflasche so. Doch ehe das Wasser ganz gefroren war, hast du es fallengelassen..." Zögernd nickte ich nur, stellte jetzt die Flasche ab und starrte verstört auf meine Hände. Langsam kam Tae jetzt zu mir, nahm meine Hände in seine und betrachtete sie ebenfalls. Während er so konzentriert versuchte, einen Unterschied zu meinen Händen von vorher und jetzt festzustellen, flüsterte ich nun:„Das ist doch nicht möglich... Ich kann Wasser zu Eis gefrieren lassen..." Plötzlich floss eine Träne meine Wange herunter. „Ich will das nicht können", wimmerte ich leise. Jetzt etwas lauter sagte ich mit zittriger Stimme verzweifelt:„Warum kann ich das? Es ist unmöglich, Wasser durch seine Hände gefrieren zu lassen! Ich will das nicht!" Nun schossen die Tränen schneller meine Wange herunter und plötzlich nahm Tae mich fest in den Arm und murmelte beruhigend:„Es ist alles in Ordnung, (d/n). Weine nicht." Verzweifelt jammerte ich nun:„Wie sollte ich nicht weinen? Ich werde hier festgehalten und meine Hände lassen Wasser gefrieren! Das ist einfach nicht normal!" Beruhigend sprach Tae nun wieder auf mich ein:„(d/n), natürlich ist das nicht normal. Aber ist es denn schlimm? Denk doch mal nach. Du kannst etwas, das sonst niemand kann. Das ist etwas Besonderes." Leise hauchte ich nur noch:„Ich will aber nicht besonders sein..." Sanft strich Taehyung nun über meinen Rücken und ließ mich dann aus der Umarmung heraus. Leise meinte er noch aufmunternd:„Es ist alles in Ordnung. Aber bitte hör jetzt auf, zu weinen. OK?" Als er das sagte, wischte er schnell noch vorsichtig die Tränen aus meinem Gesicht und lächelte milde. Dankbar lächelte ich zurück und nahm ihn wieder in den Arm. Das brauchte ich einfach in dem Moment. Ich brauchte jemanden, an dem ich mich festhalten konnte. Jemand, der mich beruhigte und mir versprach, dass alles gut werden würde. Ich brauchte einfach jemanden, an dem ich Halt suchen konnte und den fand ich bei Tae. Nach einer Weile ließ ich ihn wieder los und murmelte noch etwas verwirrt:„Aber dann musst du doch auch etwas können, oder nicht? Dann musst du etwas mit dem Wasser machen können." Leise murmelte Tae mit seinem schönen Lächeln im Gesicht:„Ja, wahrscheinlich schon..." Wortlos nahm er die Flasche mit dem gefrorenem Wasser an sich, doch nichts passierte. Schulterzuckend murmelte er:„Vielleicht muss das Wasser flüssig sein." Zustimmend nickte ich nur. Dann gab Tae mir wieder die Flasche und fragte sanft:„Kannst du es auch wieder umkehren? Dass es wieder flüssig wird?" Ahnungslos zuckte ich nur mit den Schultern und nahm das Wasser wieder an mich. Doch es blieb nach wie vor gefroren. Enttäuscht murmelte ich:„Nein, scheinbar nicht. Tut mir leid..." Unbeschwert meinte Tae:„Ist egal. Wir warten einfach, bis das Eis schmilzt und gut ist's." Nachdenklich setzte ich mich nun nur wieder auf die Matratze und gaffte in die Leere. Tae setzte sich neben mich und schaute mich nur stumm an. Plötzlich nahm er meine Hand und murmelte:„Mir ist langweilig." Belustigt grinste ich und meinte:„Wir entdecken hier gerade den Sh*t des Lebens und alles, an das du denkst, ist, dass dir langweilig ist?" Stolz nickte Taehyung daraufhin und ich umarmte ihn lachend:„Du bist echt lustig, Tae. Danke." Beinahe etwas verwirrt hob Tae eine Augenbraue und meinte selbst belustigt:„Danke? Wofür?" Schwach lächelte ich nun und murmelte:„Dafür, dass du da bist und mich aufmunterst. Du bist echt mein bester Freund!" Schwach lächelte mein Kumpel jetzt und murmelte:„Danke, dass DU da bist. Ohne dich wäre ich hier wie verloren." Schwach lächelte ich nur und lehnte mich gedankenverloren an Tae. Sanft nahm Tae nun meine Haare in seine Hand und spielte etwas damit. Währenddessen sang er leise. Irgendwie war ich glücklich. Die Situation war trotz der Umstände recht schön. Tae war bei mir und unterstützte mich durch seine fröhliche, unbeschwerte Art und ich konnte einfach seine engelsgleiche Stimme genießen.

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    Der Tag war recht schnell vergangen und bestand eigentlich nur daraus, dass Tae und ich in unserer Zelle gesessen hatten, ich zwischendurch mal geweint hatte, weil mich die Situation überfordert hatte und Tae mich dann getröstet hatte. Oft hatte Tae dann für mich gesungen. Nun saßen wir wach auf der Matratze. Der nächste Tag war schon angebrochen, doch es war noch früh am Morgen. Jetzt erinnerte ich mich daran, dass der brasilianische Junge, der dort arbeitete, Lorenzo, uns versprochen hatte, einen der Jungs mitzubringen. Auch, fiel mir ein, dass ich es Tae noch gar nicht erzählt hatte, weshalb ich es dann tat. Er war natürlich begeistert und starrte seitdem ungeduldig auf die Tür, bis uns das Essen gebracht wurde. Schließlich öffnete sich tatsächlich die Tür und Lorenzo kam mit einer Schüssel Suppe herein. Plötzlich sahen wir auch Hobi, der ebenfalls eine Schüssel mit Suppe trug. Breit grinste er uns an und augenblicklich stand Tae auf und eilte zu ihm. Seine Freude war ihm anzumerken und er rief direkt aufgeregt nach seinem Namen. Grinsend begrüßte Hobi uns daraufhin und Tae fragte aufgeregt:„Wie geht es dir? Und den anderen?" Ruhig erwiderte Hoseok:„Uns geht es soweit ganz gut. Wir wurden alle in unterschiedliche Abteilungen gepackt und werden auch immer eingesperrt nachts. Arbeiten tun wir auch nur unter Aufsicht eines anderen, aber immerhin dürfen wir tagsüber arbeiten." Interessiert fragte ich ihn nun:„Und in welche Abteilungen wurdet ihr gesteckt?" Belustigt grinste Hobi nun und erklärte seine gute Laune:„Joonie wurde erst in eine Abteilung geschickt, in der er nähen sollte. Aber wir kennen ihn ja alle. Er hat nur wieder alles kaputt gemacht. Daraufhin wurde er dann als eine Art Dolmetscher eingesetzt. Er soll später sozusagen für die Koreaner hier übersetzen. Hier sind nämlich noch mehr als nur Tae und eben wir. Aber das sind hauptsächlich Arbeiter. Naja, Jin wurde in die Küche verfrachtet und Yoongi soll irgendeinen IT-Kram oder so am PC machen. Jungkook, Jimin und ich sollen den Leuten hier später das Tanzen beibringen." Verwirrt stammelte Tae:„Wofür müssen wir denn tanzen können?" Überrascht blickte Hobi uns an und meinte:„Habt ihr noch gar nichts gesagt bekommen?" Stumm schüttelten wir nur den Kopf. Daraufhin erklärte Hobi:„Uns wurde gesagt, dass ihr morgen alle in andere, hochwertigere Kammern gebracht werdet. Luxus ist das zwar auch nicht, aber naja... Der Chef von dem ganzen Kram hier möchte dann später eine Art Ball veranstalten. Deshalb sollen wir euch klassisches Tanzen beibringen. Wobei das nicht mal so meins ist. Hoho. Naja, wie auch immer... Deswegen sollte Joonie auch erst nähen. Hier sind nämlich noch viele Leute, die dann Ballkleider dafür nähen. Ich bin auch noch voll verwirrt, aber das ist alles, was uns gesagt wurde. Wisst ihr noch etwas?" Verwirrt blickte ich nur auf den Boden, während Tae ihm auf koreanisch, sodass ich es nicht verstand, etwas erzählte. Ich sah nur, wie Hobi komplett entsetzt und verwirrt mich und dann Tae ansah und schnell erklärte mir Tae dann auch, dass er Hobi von unserer Entdeckung mit den Kräften erzählt hatte. Leise fragte Hobi nun wieder auf Englisch:„Was haben sie denn mit euch vor? Wollen sie euch dann so wieder in die Welt schicken oder was?" Ratlos zuckten wir nur mit den Schultern und ich murmelte nur gedankenverloren:„Dieser Hisoka scheint sowieso ein ziemlicher Psychopath zu sein. Wer lässt denn so viele Menschen entführen, verleiht ihnen irgendwelche komischen Kräfte und veranstaltet dann einen Ball? Das ist doch krank!" Zustimmend nickten die beiden Jungs nun und plötzlich räusperte sich Lorenzo:„Wir müssen jetzt weiter. Die anderen brauchen auch noch ihr Frühstück." Schon musste Hobi also wieder gehen und wir riefen ihm nur noch schnell hinterher:„Grüß die anderen von uns!" Schnell zeigte er nur seinen Daumen nach oben und schon war er weg. Wir hörten nur noch, wie er in die Nebenkammer kam und sich mit Karolin unterhielt. Doch die vollständige Unterhaltung bekamen wir nicht mit. Stattdessen raunte ich Tae nun zu:„Es ist wirklich seltsam mit diesem Hisoka... Jetzt will er einen Ball mit uns veranstalten?" Zustimmend nickte Tae mir nur zu und meinte:„Vielleicht sollten wir einfach erstmal essen. Aber es ist wirklich seltsam. Aber immerhin bekommen wir laut Hobi bessere Kammern." Nachdenklich nickte ich nur und meinte noch leise murmelnd:„Hoffentlich kommen wir dann auch wieder zusammen in eine Kammer..." Jetzt meinte Tae:„Ja, das hoffe ich auch. Ich hab keine Lust, mit irgendwelchen ganz fremden Leuten in eine Zelle gesteckt zu werden. Wir kennen uns schon und vor allem verstehen wir uns gut. Ich weiß nicht, ob das bei den anderen Leuten hier auch der Fall wäre." Gedankenverloren nickte ich nur und schlürfte weiter meine Suppe. Es ist wirklich seltsam. Erst entführt, dann über Spritzen Kräfte zugesteckt bekommen und dann einen Ball veranstalten? Ich glaube, dieser Hisoka hat wirklich nicht mehr alle Tassen im Schrank... Aber ich hoffe wirklich einfach, dass Tae und ich wieder in ein Zimmer kommen...

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    Ich lag auf der Matratze und schlief. Auf einmal wurde mir ganz entsetzlich kalt und ich wachte auf. Es war dunkel und ich konnte kaum etwas sehen. Wie ein Blinder tastete ich neben mich, nach Tae suchend. Doch er war nicht da. Panisch setzte ich mich nun auf und suchte die Matratze ab, doch er war einfach nicht da. Hektisch stand ich auf und lief aufgeregt durch die dunkle Kammer. Ich rief seinen Namen, doch bekam keine Antwort. Er war einfach weg. Nun ging ich zur Tür, wollte sie aufstoßen. Doch sobald ich die stabile Tür berührte, bildete sich eine Eisschicht darauf. Schnell nahm ich meine Hände weg. Ich stolperte und fiel zu Boden. Meine Hände berührten den staubigen Boden und auch dort bildete sich sofort eine Eisschicht. Panisch stand ich auf und blickte durch den Raum, der nun vollkommen mit einer Eisschicht überzogen war. Verstört blickte ich auf meine Hände. Sie zitterten vor Aufregung und plötzlich wurden sie an den Fingerspitzen leicht bläulich. Auch sie überzogen sich mit einer Eisschicht. Panisch schrie ich. Wo war Tae? Was passierte mit mir? Die Kälte kletterte immer weiter meinen Körper hoch und drohte, mich zu ersticken. Ich schrie vor Panik und die Tränen rannten mir das Gesicht herunter.
    Plötzlich schreckte ich auf. Panisch blickte ich mich um. Ich lag wieder auf der Matratze, neben mir der noch schlafende Taehyung. Auf dem Flur war schon das Licht an und auch die Zelle wurde nun erleuchtet, was mir bedeutete, dass der Morgen anbrach. Es war kein Eis mehr zu sehen und auch meine Hände sahen wieder ganz normal aus. Es war alles nur ein Traum... Erleichtert setzte ich mich nun ganz auf, stand dann auf und ging zur Tür. Durch den Schlitz konnte ich Lorenzo sehen, der alleine das Frühstück brachte. Scheinbar durfte wohl nicht wieder einer der Jungs mitkommen... Schade drum. Plötzlich ertönte Taes verschlafene Stimme:„Guten Morgen, (d/n)." Belustigt lächelte ich ihn an und erwiderte seinen Morgengruß. Müde erhob Tae sich nun und trottete zu mir. Leise murrte er:„Ich hab Hunger." Verständnisvoll lächelte ich und meinte:„Ich weiß. Ich bin auch hungrig. Aber Lorenzo ist gerade eh mit dem Frühstück unterwegs." Schlech gelaunt brummte Tae:„Das kann man nicht Frühstück nennen. Ein Bettler bekommt mehr zu Essen." Er hatte recht. Es war wirklich nur sehr wenig und konnte einen nicht annähernd sättigen, aber immerhin war es etwas. Leise seufzte ich nur und schon kam Lorenzo zu unserer Kammer. Er trug zwei Teller mit einem Brot und einem Spiegelei darauf herein. Schwach lächelte er uns an und meinte:„Euer Kumpel aus der Küche meint es echt gut mit euch. Er hat zwar immer nur eine bestimmte Menge vorgeschrieben, aber daraus macht er dann auch immer etwas Leckeres!" Zustimmend nickte ich milde lächelnd und nahm dankbar das Mahl an mich. Auch Tae bedankte sich leise und direkt ging Lorenzo auch schon wieder. Schweigend aßen Tae und ich nun unser Frühstück. Es waren erst wenige Minuten vergangen, als wir plötzlich auf dem Flur laute Stimmen hörten. Verwirrt drehten wir uns danach um und erblickten eine Truppe von Männern, die die anderen Gefangenen aus ihren Kammern holten. Wir hörten ihre lauten Stimmen:„Raus da! Wir bringen euch jetzt woanders hin!" Daraufhin waren teils verängstigte und teils einfach verwirrte oder neugierige Stimmen zu hören. Wir selbst wussten ja schon so halbwegs bescheid und Tae brachte es auf den Punkt:„Das sind bestimmt die Leute, die uns in diese besseren Zimmer bringen, wie Hobi gestern meinte." Zustimmend nickte ich nur und wartete darauf, dass auch wir herausgeholt wurden. Allzu lange brauchten wir auch gar nicht zu warten und wir wurden jeweils von zwei Männern gepackt. Mit grimmigen Minen führten sie uns nun durch das ganze Gebäude. Es war groß, wie eine Villa und wir wurden weiter nach oben geführt. Dort gab es auch Fenster und seit Wochen sahen wir nun endlich wieder die Sonne. Irgendwie hoffnungsvoll atmete ich erleichtert aus. Jetzt wurden wir jedoch um eine Ecke geführt und standen nun alle vor einem langen Flur. Dort waren mehrere Zimmer zu sehen in einer Reihe. Es sah eigentlich so ähnlich aus wie auch im Keller, nur viel freundlicher, weniger schmuddelig und heller. Erst jetzt sahen wir auch alle Gefangenen auf einem Haufen. Wir standen alle in einer Reihe, von den Männern festgehalten und darauf wartend, dass wir endlich in unsere Zimmer verteilt wurden. Wir waren insgesamt 20 Gefangene, 10 Mädchen und 10 Jungs. Alle etwa in einem Alter von 10-30 Jahren und aus den unterschiedlichsten Ländern. Doch viel länger gucken, als, um das festzustellen, konnte ich gar nicht, denn wir wurden sofort auf unsere Zimmer gebracht. Glücklicherweise kamen Tae und ich wieder auf ein Zimmer. Es war größer als die vorherige, kleine Kammer und deutlich sauberer war sie auch. Darin befanden sich sogar ein richtiges Bett, ein Schreibtisch mit Stuhl und ein kleiner Schrank. Außerdem gab es ein großes Fenster, vor dem jedoch draußen Gitter angebracht wurden. Doch das reichte zumindest mir vollkommen aus, denn so hatte ich immerhin das Gefühl, noch auf einer normalen Welt zu leben. Wie auch immer, standen Tae und ich nun in diesem Raum, der schon wieder abgeschlossen wurde und schauten uns interessiert um. Ich eilte natürlich gleich zum Fenster, während Tae unser eigenes, kleines Badezimmer abcheckte. Als ich nach draußen sah, konnte ich gewaltige Bäume erkennen und einen klaren Himmel. Irgendwie sah die ganze Landschaft etwas tropisch aus, sodass ich mir nicht sicher war, wo wir uns wohl befanden. Aber das war mir in dem Moment ehrlich gesagt auch ganz egal. Ich konnte wieder die Sonne sehen und frische Luft atmen. Nun kam Tae auch wieder aus dem Badezimmer spaziert und schien ebenfalls recht fröhlich. Gut gelaunt meinte er nun:„Es ist eigentlich ganz nett hier. Es ist sauber, wir haben ein eigenes Bad und ein gemütlicheres Bett sowie ne gute Luftzufuhr und Sonnenlicht." Zustimmend nickte ich nur und meinte dann nachdenklich:„Aber was meinst du, warum sie uns auf einmal bessere Zimmer gegeben haben?" Sorglos zuckte Tae nur mit den Schultern, legte sich plötzlich auf das Bett und murmelte:„Mir ist es ganz egal. Immerhin haben wir jetzt das bessere Zimmer." Nachdenklich murrte er jetzt noch:„Es erinnert mich ein bisschen an so ne Art Jugendherberge oder so. Nur, dass es vielleicht doch noch ein bisschen zu groß dafür ist und verlassen ist von zivilisierten Menschen." Irgendwie zustimmend nickte ich und meinte jetzt:„Vielleicht war es ja mal eine Jugendherberge." Auf einmal öffnete sich jetzt wieder die Tür und ein Mann kam mit gefaltenen Klamotten herein. Schlecht gelaunt brummte er:„Ihr sollt jetzt duschen. Das sind eure Klamotten. Ihr müsst gucken, was für wen ist. Steht aber auch irgendwo drin. Ihr habt 10 Minuten Zeit zum Duschen und müsst demnach gleichzeitig duschen. Shampoo und Duschgel stehen in der Dusche. Danach wird das Wasser übrigens wieder abgeschaltet, also sollte ihr auch wirklich in 10 Minuten fertig sein. Die dreckigen Klamotten legt ihr gleich einfach vor die Tür und es holt im Laufe der Zeit jemand ab." Das waren seine Worte. Er drückte uns noch schnell die Klamotten in die Hand, ging wieder und schloss die Tür ab. Verwirrt blickte mich Tae nun an und murmelte:„Gemeinsam duschen? Wie stellt der Kerl sich das vor?"

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    Ruhig blickte ich Tae an und murmelte selbst nicht gerade begeistert von der Idee:„Naja, ich denke, wir gehen einfach gleichzeitig in die Dusche und schauen uns dabei nicht an." Nachdenklich nickte Tae nun und meinte:„Na, dann los. Die Zeit läuft uns davon." Schon verschwand Tae im Bad und ich folgte ihm mit den Klamotten in der Hand missmutig. Schnell schloss ich noch die Tür zum Bad und drehte mich gerade zu Tae, um ihm zu sagen, dass er sich schonmal umdrehen solle, da hatte er schon sein T-Shirt ausgezogen. Augenblicklich drehte ich mich geschockt um und murmelte nur verlegen:„Ähm, du drehst dich dann auch einfach zu der Wand, OK?" Zustimmend murrte mein Zimmergenosse kurz und ich begann zögernd auch damit, meine Klamotten abzulegen. Als ich damit fertig war und ganz nackt in dem Badezimmer stand und nicht mal wusste, ob Tae auch wirklich wegschaute, räusperte ich mich verlegen:„Dann müssen wir jetzt in die Dusche gehen. Ich gehe da jetzt einfach rein, ohne hinzuschauen und mache schonmal das Wasser an, OK? Und du folgst dann einfach rückwärtslaufend." Tae wandte ein:„Aber dann stolpere ich! Du gibst mir gleich einfach deine Hand und gehst dann unter die Dusche. Wenn ich den Weg von dir geführt bekomme, stolpere ich auch nicht." Unglücklich stimmte ich einfach zu und hielt schon meine Hand nach hinten. Direkt spürte ich auch Taes warme Finger, die sich dann um meine schlossen. Sichtlich peinlich berührt ging ich nun vorsichtig unter die Dusche, ohne mich genauer umzublicken. Tae folgte mir an meiner Hand ganz brav. In dem Duschraum stellte ich dann schnell das Wasser an. Es prasselte augenblicklich auf meinen Körper, doch ich hatte Sorge, dass ich das Wasser vielleicht zu Eis gefrieren lassen würde. Allerdings passierte dies nicht, zum Glück. Tae, der hinter mir stand und mich hoffentlich nicht ansah, murmelte:„Hier ist das Shampoo. Ich reiche es dir rüber." Mit der einen Hand, hielt ich immer noch Taes, um den Abstand einzuhalten und mit der anderen nahm ich nun das Shampoo an. Jedoch musste ich jetzt natürlich kurz Tae loslassen, um mir das Shampoo auch in meine Haare einzureiben. Die Gelegenheit nutzte Tae auch, um das selbe zu tun. Schnell wusch ich mir das Shampoo dann noch aus und rieb meinen Körper mit dem Duschgel ein. Der andere in der Dusche tat es mir wieder gleich. Schließlich waren wir eigentlich schon fertig mit Duschen, als auch das Wasser auf einmal von selbst ausging. Leise raunte Tae nun:„Scheint so, als wären die 10 Minuten dann auch vorbei. Also sollte wir uns dann einfach wieder anziehen." Zustimmend brummte ich nur kurz und nahm wieder Taes Hand, die er mir schon erwartungsvoll hinstreckte. Diesmal musste Tae die Führung übernehmen und ich stolperte ihm ungeschickt hinterher. Natürlich, ohne ihn anzusehen. Nun gab Tae mir plötzlich die Klamotten und meinte einfach:„Ich zieh mich dann mal wieder an." Daraufhin ließ er meine Hand wieder los und ich zog mich ebenfalls schnell an. Als ich schon fertig war, fragte ich Tae zögerlich und immer noch peinlich berührt, ob er fertig sei. Kurz antwortete er einfach mit einem „Ja“ und ich drehte mich langsam zu ihm. Er blickte mich auch an und lächelte verschmitzt. Jetzt nahm ich noch unsere dreckigen Klamotten und ging wieder aus dem Badezimmer heraus. Die Dreckwäsche legte ich also kurz vor der Tür ab und Taehyung kam auch wieder in das Zimmer. Gut zufrieden murmelte er:„Das war ja gar nicht so schlimm mit dem gemeinsamen Duschen..." Zustimmend nickte ich, fügte aber etwas beschämt hinzu:„Aber es war ein bisschen peinlich." Unerwarteterweise trat Tae nun etwas näher zu mir, grinste mich an und murmelte:„Es ging. Wieso? Bin ich dir etwa peinlich?" Verlegen wich ich etwas zurück und erwiderte verwirrt:„Nein, wieso auch? Es war nur irgendwie peinlich, weil es so ungewohnt war..." Überrascht fragte Tae:„Warum ungewohnt? Duschst du denn nicht manchmal mit deinem Freund zusammen?" Überfordert antwortete ich schnell:„Ich hab gar keinen Freund. Hatte ich noch nie..." Verlegen lächelte ich noch schnell, woraufhin Tae grinste:„Echt nicht? Kann ich mir gar nicht vorstellen. Aber gut..." Beinahe etwas belustigt fragte ich jetzt:„Wieso kannst du dir das nicht vorstellen?" Knapp erwiderte Tae ernst:„Naja, du bist doch total hübsch und nett. Da müssten die Kerle doch eigentlich auf dich fliegen, oder nicht?" Total überrascht, aber auch verwirrt und geschmeichelt lief ich rot an und murmelte:„Oh, ähm... Danke..." Belustigt lächelte Tae mich nun einfach an und wandte sich dann ab, zu dem Fenster. Nachdenklich schaute er heraus und schwieg einfach vor sich hin. Plötzlich meinte er dann:„Ich hatte eigentlich erwartet, dass das Wasser gefriert oder so..." Zustimmend nickte ich, doch plötzlich meinte Tae:„Ich glaube, ich hab es verhindert." Belustigt grinste ich nun und scherzte:„Wieso? Weil du so heiß bist?" Überrascht von dem, was ich gesagt habe, drehte sich Tae zu mir um und grinste breit. Ich wiederum lief einfach nur rot an, bis ich wie eine Tomate aussah. Belustigt fragte Tae nun:„Ja? Findest du?" Doch zum Glück redete er sogar schon weiter, dass ich nicht wirklich zu antworten brauchte:„Ich glaube, dass ich das Wasser irgendwie stetig wieder zurück zum Wasser gewandelt habe, als du es eigentlich hast gefrieren lassen. Ich hab gespürt, dass ich irgendwie meine Kraft anwandte..." Noch immer beschämt wegen vorhin nickte ich nur leicht. Jetzt öffnete sich die Tür und ein Mann trat herein, um die Wäsche abzuholen. Auf einmal murrte er:„Macht euch schonmal für nachher bereit." Verwirrt fragte ich:„Bereitmachen? Wofür?" Nahezu belustigt meinte der Kerl nun:„Glaubt ihr, ihr durftet duschen, weil's so schön ist? Nein, ihr trefft jetzt gleich Hisoka. Und dafür müsst ihr auch gut riechen. Er wird euch gleich alles erklären. Aber jetzt hopp!" Hisoka. Er scheint der Chef vom Ganzen zu sein. Und gleich wird er uns endlich alles erklären... Endlich...

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    Nachdenklich blickte mich Tae an und murmelte:„Jetzt wird uns alles erzählt..." Plötzlich machte sich ein breites Grinsen auf seinem Gesicht breit und er meinte zu dem Mann, der immer noch in unserem Zimmer stand:„Wir kommen sofort." Knapp nickte der Mann nur und brummte noch:„Gut, aber trocknet noch eben eure Haare und bürstet sie. Ihr sollt vor Hisoka gut aussehen." Mit den Worten verließ der Mann kurz den Raum, während ich schon mal seufzend ins Bad ging und mir ein Handtuch holte, um mir somit meine Haare zu trocknen. Allerdings nahm Tae es mir ab und meinte gut gelaunt:„Ich trockne sie dir. Das geht schneller." Und schon rubbelte er mit dem Handtuch sanft über mein Haar, um es zu trocknen. Zwischendurch bürstete er sie mir noch einmal kurz durch und murmelte dann irgendwie stolz:„So, fertig." Belustigt drehte ich mich nun zu ihm um. Sein eigenes Haar fiel lockig wild in sein hübsches Gesicht. Schnell reckte ich mich, um an seinen Kopf zu kommen und richtete seine Haare etwas. Als ich fertig war, schaute ich Tae noch einmal belustigt an, schüttelte dann für mich den Kopf und wuschelte seine Haare in die gewohnte Unordnung. Dabei lachte ich gedankenverloren:„So sieht es doch besser aus." Dann öffnete sich auch schon auf einmal wieder die Tür und der Mann kam erneut ein. Schnell winkte er uns zu sich, woraufhin wir auch etwas zögernd kamen. Schnell legte er uns Fesseln um die Handgelenke, damit wir nicht so schnell abhauen konnten und zog uns dann auf den Flur, auf dem schon die anderen Gefangenen, gehalten von vielen anderen Entführern, standen. Auf einmal bemerkte ich, wie Karolin neben mir stand, mich schwach anlächelte und meinte:„Ach, auch hier?" Beinahe belustigt nickte ich und wollte gerade etwas antworten, da setzte sich die Karawane aus Gefangenen auch schon in Bewegung. Mal wieder wurden wir gefühlt durch das ganze, riesige Gebäude geführt, bis wir schließlich vor zwei großen Türen standen. Schon wurden sie aufgestoßen und ich erkannte einen großen Saal, an dessen Rändern lange Tische standen und eine Art Balkon sich so darüber erstreckte, dass man von da aus wohl einen Blick auf den gesamten Saal hatte. Erstaunt blickte ich mich um, doch schon wurden wir weitergeführt, zu einem der langen Tische. Wir wurden alle einem Platz zugewiesen und die Entführer stellten sich als Wachen an allen Türen auf. Ich saß zwischen Tae und Karolin, mir gegenüber Federica. Plötzlich fragte mich Karolin leise von der Seite:„Habt ihr auch schon etwas herausgefunden?" Knapp nickte ich nur und erwiderte leise die Frage. Knapp nickte Karolin nun und meinte:„Sie scheinen uns eine Art Kräfte der Natur verliehen zu haben." Zustimmend nickte ich und meinte schnell:„Ich hab Frost, du?" „Luft", war Karolins einzige Antwort, denn dann öffnete sich auf einmal die Tür des Balkons und ein Mann mit ernster Mine betrat den imposanten Balkon. Er hatte asiatische Züge, hatte jedoch einen düsteren und geheimnisvollen Blick und schwieg einfach, während er herrisch auf uns hinabblickte. Plötzlich folgte ihm auch ein anderer und stellte sich neben ihn. Es war ein kleiner, schmächtiger Mann, der eine große, runde Brille auf der Nase trug und irgendwie etwas ängstlich schien. Ehrfürchtig blickten wir alle zu den zwei Männern hinauf. Akiko sagte, Hisoka komme auch aus Japan, also scheint er das wohl zu sein. Aber wer ist der mit der Brille? Nun hob Hisoka auf einmal ruhig seine Hand und blickte abermals herablassend zu uns. Plötzlich räusperte sich der kleine Mann neben ihm auf Englisch:„Seid gegrüßt. Dies neben mir ist Hisoka. Er ist stumm, weshalb ich euch ihn übersetzen werde." Nun fing Hisoka an, in Gebärdensprache zu reden und der andere Mann übersetzte ihn gleichzeitig:„Ihr seid alle wegen einem bestimmten Grund hier. Einige von euch haben ihn, oder vielleicht wenigstens die Ansätze, schon herausgefunden.
    Ihr habt alle eine Veranlagung. Die Veranlagung, Naturgewalten zu beherrschen. Dies ist sehr selten, weshalb ihr alle auserlesen wurdet. Jedoch hat jeder von euch nur die Veranlagung dazu, genau eine Kraft auszuüben. Zum Einen gibt es die vier Elemente, Wasser, Feuer, Erde und Luft. Allerdings gibt es auch viele andere Kräfte und zwar Schatten, Licht, Pflanze, Elektrizität, Nebel und Frost. Ihr wurdet auserlesen, damit diese Kräfte in euch aktiviert werden konnten. Es scheint irreal, solche Kräfte zu besitzen, doch es ist die Realität und ein altes Geheimnis, das lange aufbewahrt wurde, um nun genutzt zu werden. Hisoka ist der Hüter dieses Geheimnisses und hat auch als einziger die Kraft zu erkennen, wer eine Veranlagung dazu hat, eine Kraft auszuüben und wer nicht. Ihr habt sie und deswegen seid ihr hier. Ihr werdet eure Kräfte selbst trainieren und zwar in einer ganz besonderen Art und Weise, die Hisoka jedoch erst später verkünden wird. Wie auch immer, haben immer zwei von euch die Veranlagung, die selbe Kraft zu beherrschen. Ihr werdet nachher sehen, wer euer „Gleichgesandter" ist. Doch zur Einweihung dieses besonderen Ereignisses, hat Hisoka sich etwas Besonderes überlegt. Er will einen Ball veranstalten. Ihr werdet die passende Kleidung später zugeteilt bekommen. Jedoch müsst ihr vorher das Tanzen erlernen und euch außerdem einen Tanzpartner suchen. Tanzlehrer haben wir euch arrangiert und euren Partner zum Tanzen könnt ihr euch selbst suchen. Dazu werdet ihr gleich direkt Zeit haben. Die erste Tanzprobe wird gleich morgen sein. Doch vorher habt ihr jetzt eine halbe Stunde Zeit euch auszutauschen und euch einen Tanzpartner zu suchen. Für die Leute, die mich nun nicht verstanden haben, haben wir Dolmetscher eingeladen, welche gleich auch einmal direkt zu euch kommen werden und euch fragen werden, ob ihr alles verstanden habt. Das war's für's erste. Danke für's Zuhören." Das waren die Worte, die Hisoka uns mitteilen wollte und direkt mit diesem Ende seiner Rede verschwanden er und sein Kumpan. Etwas verwirrt blickte ich nun kurz zu Tae, welcher mich verlegen angrinste und auf einmal fragte:„Willst du meine Tanzpartnerin sein?" Belustigt lächelte ich und stimmte natürlich sofort zu. Jetzt kamen plötzlich mehrere Leute in den Saal. Unter anderem Namjoon. Als er uns erblickte, kam er sofort zu uns und meinte:„Hey, schön, euch wiederzusehen." Lächelnd nickte ich knapp, während Namjoon Tae sicherheitshalber noch einmal alles auf koreanisch erklärte, was soeben gesagt worden war. Nun schaute ich mich etwas um. Andere Gefangene unterhielten sich schon aufgeregt und plötzlich sah ich, dass Federica und Akiko auf mich zukamen. Sie grinsten mich freundlich an, während Tae nur etwas verlegen zurücklächelte. Federica brabbelte direkt gut gelaunt los:„Jetzt hat sich ja alles geklärt. Jetzt wissen wir, was sie von uns wollen. Aber ich wusste auch schon, dass ich eine Kraft bekommen habe. Ich hab auf einmal Wasser bewegen können, also scheine ich eins der vier Elemente, nämlich Wasser, bekommen zu haben." Aufgeregt meinte Tae nun:„Ich habe auch Wasser als Kraft." Akiko erzählte nun:„Naja, ich hab Licht. Was hast du, (d/n)?" Knapp erzählte ich:„Frost." Interessiert lächelte Akiko und Federica meinte dann:„Wir gehen dann mal weiter. Bis dann." Knapp nickte ich und meinte zu Tae:„Lass uns doch auch ein bisschen zu den anderen gehen." Einwilligend nickte Tae und wir gingen einfach mal zu Karolin und einem südlich wirkendem Mann, die sich gerade ganz gut unterhielten, allerdings auf einer Sprache, die ich nicht verstand. Verwirrt blickte ich Karolin an, die dann kurz für uns auf Englisch erklärte:„Das ist Juan. Er kommt aus Spanien. Sein Element ist Erde. Ich kann auch Spanisch sprechen, weil ich es in der Schule lerne." Verstehend nickte ich nur knapp und begrüßte Juan kurz. Allerdings schien sein Englisch eher grenzwertig, was mich jedoch auch nicht weiter störte. Nun zog ich Tae am Arm wieder mit mich und erkannte nun einen großen, blassen Mann, mit aschblonden Haaren und eisblauen Augen, der ernst in der Ecke stand und alle beobachtete. Neben ihm stand ein blondes Mädchen, dass irgendwie sehr zickig aussah. Finster blickten sie uns beide an, weshalb ich einfach schnell weiterging. Nun sah ich einen Jungen in der Ecke stehen, der vielleicht ein oder zwei Jahre jünger war als ich. Er stand nervös weit abseits von den anderen. Er hatte dunkle Haare, blasse Haut und starke Augenringe. Er schien irgendwie ebenso finster in der Ecke, wie das Paar von vorhin auch, weshalb wir auch an ihm vorbeigingen. Jetzt sahen wir noch das indische Mädchen wieder, das damals noch bewusstlos auf der ärztlichen Station lag. Sie blickte sich ängstlich um und zitterte am ganzen Leib. Freundlich lächelte ich sie an, doch sie guckte direkt weg. Zu Karolin und Juan ist nun auch noch ein wirklich junges, afrikanisches Mädchen mit Afro gekommen. Sie sah so aus, als wäre sie gerade mal 10 oder 11 jahre alt. Es hatten sich einige Grüppchen gebildet, aber es standen auch viele einfach alleine rum, weshalb wir uns letztendlich einfach dazu entschieden, wieder zu Karolin und ihrer Gruppe zu gehen. Das afrikanische Mädchen stand recht schweigsam neben Karolin und hörte zu, wie Juan gerade etwas erzählte. Auch, wenn sie sein spanisches Gelaber wohl kaum verstand. Als wir dazukamen, lächelte sie uns schüchtern an. Karolin erzählte begeistert:„Das hier ist Malou. Sie kommt aus Afrika. Sie scheint die jüngste hier zu sein." Daraufhin erwiderte das junge Mädchen schnell:„Hallo, schön, euch kennenzulernen. Wie heißt ihr?" Schnell stellten wir uns beide vor. Wir unterhielten uns noch alle ein bisschen, als plötzlich ein Mann laut rief:„Genug geplaudert. Jetzt geht es zurück in eure Zimmer!"

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    Enttäuscht blickte ich den Ursprung der lauten Stimme an und murmelte leise vor mich hin:„Schade, ich hätte mich lieber noch etwas unterhalten..." Plötzlich berührte Tae meine Schulter, lächelte mich an und meinte, da er mein Murmeln wohl gehört hatte:„Macht doch nichts. Wir sehen uns morgen doch scheinbar zum Tanzen alle wieder." Schwach nickte ich nur und grinste zurück:„Hast ja recht. Lass uns gehen." Zusammen gingen wir dann wieder zum Eingang in den Saal, vor dem sich nun alle versammelten. Ähnlich wie beim Kommen, wurden wir alle von den Entführer am Arm gepackt, einmal durchs ganze Gebäude geschleppt und dann in unsere Zimmer gebracht. Die Tür wurde wie gewohnt abgeschlossen und Tae und ich standen nun nachdenklich in unserem Zimmer. Gut gelaunt sprach Tae plötzlich:„Ich freue mich schon auf morgen, wenn wir tanzen müssen. Hobi hat ja erzählt, dass er, Jimin und Jungkook als Tanzlehrer arrangiert wurden. Dann sind sie das morgen sicherlich, die wir dort morgen treffen." Lächelnd stimmte ich zu:„Ja, da hast du sicherlich recht. Du kannst bestimmt schon tanzen, oder? Soweit ich weiß, müsst ihr das in euren Musikvideos und auf der Bühne oft machen." Etwas verlegen erzählte Teahyung nun:„Naja, klassische Tänze kann ich zwar wohl ein bisschen tanzen, aber nicht so gut. Von BTS aus tanzen wir ja ganz anders. Das hat nichts mehr mit den klassischen Tänzen zu tun." Verständnisvoll lächelte ich ihn an und plötzlich fragte er:„Kannst du tanzen, (d/n)?" Ebenso verlegen wie er vorhin sprach ich:„Naja, nicht wirklich. Ich hab zwar mal einen Grundkurs mitgemacht, aber das ist jetzt schon 7 Jahre her. Daran erinnere ich mich nicht mehr." Gütig grinste mein Zimmergenosse nun und meinte fröhlich:„Auch gut. Dann können wir beide gleichzeitig das Tanzen üben. Dann ist niemand dem anderem voraus." Knapp nickte ich lächelnd und ging auf das Fenster zu, um einen Blick nach draußen zu werfen. Es war immer noch Vormittag und die Sonne stand knapp über den hohen Bäumen. Man hörte das wilde Gerufe von verschiedenen Vogeln. Sie klangen fremd und exotisch. Interessiert starrte ich einfach nach draußen und versuchte, einen Blick auf die bunten Vögel zu werfen. Plötzlich spürte ich weiche Haare, die mein Gesicht kitzelten und die tiefe Stimme von Tae ertönte plötzlich direkt neben meinem Ohr:„Was gibt es denn da zu gucken?" Erschrocken fuhr ich zurück und hielt mich am Fensterrahmen fest. Nun blickte ich direkt in Taes hübsches Gesicht, das nicht weit von meinem entfernt war. Er lächelte milde und fragte belustigt:„Hast du dich so sehr erschrocken?" Beinahe etwas beleidigt murrte ich:„Ja, hab ich. Mach das nie wieder, OK?" Gerade wollte ich dann den Fensterrahmen loslassen als ich bemerkte, dass es irgendwie nicht ging. Taes Blick wanderte bereits auf meine Hände und er grinste:„OK. Aber das ist doch kein Grund, den Fensterrahmen einzufrieren." Nun wagte ich auch einen Blick auf meine Hände und erkannte jetzt auch, warum ich meine Hände nicht bewegen konnte. Durch den Schrecken, den Tae mir eingejagt hatte, habe ich mich wohl so erschrocken, dass ich irgendwie Eis gezaubert habe. An diesem hingen jetzt meine Hände und die Fensterbank fest. Ruckartig zog ich einfach meine Hände aus den selbstgeschaffenen Eisfesseln. Allerdings hatte ich zu viel Kraft angwandt und ich fiel rückwärts nach hinten. Doch plötzlich spürte ich zwei starke Arme unter meinem Rücken und sah, dass Tae mich festhielt. Dankbar lächelte ich ihn daraufhin einfach an und erwidete nun nach gefühlten Uhrzeiten auch seine eigentliche Frage:„Ich wollte die Vögel angucken." Immer noch belustigt nickte Tae einfach, während mein Blick wieder auf den Fensterrahmen fiel. Er war komplett vereist und es hatten sich gefährlich wirkende Eiszacken gebildet. Nachdenklich ging ich etwas darauf zu und murmelte:„Ich wusste gar nicht, dass ich das Eis auch einfach aus dem Nichts holen kann. Ich dachte, ich könnte nur Wasser direkt in Eis umwandeln." Tae räusperte sich nun:„Vielleicht hast du das Wasser aus der Luftfeuchtigkeit gezogen." Ihm recht gebend nickte ich gedankenverloren und seufzte nun etwas. Schweigend ging ich nun in dem Zimmer herum und setzte mich schließlich auf das Bett, während ich einfach in die Leere starrte. Sanft lächelte Tae mich an, setzte sich zu mir und murmelte:„Schon verrückt, was es nicht doch alles gibt..." Zustimmend nickte ich nach wie vor verträumt und auf einmal hob Tae meine Haare hoch und tat so, als wolle er mir einen Zopf machen. Währenddessen sang er leise eins seiner Lieder vor sich hin. Ich hingegen saß nur belustigt da und ließ meinen Kumpel mit meinen Haaren spielen. Plötzlich hörte Taehyung jedoch auf, zu singen und murmelte:„Ich mag deine Haare. Sie sind schön weich." Belustigt grinste ich und erwiderte einfach, ohne wirklich darüber nachzudenken:„Ich mag DEINE Haare. Sie sind so schön lockig. Du siehst ein bisschen wie ein Engel damit aus." Überrascht, aber belustigt meinte Tae nun:„Danke, aber dann müsste ich ein gefallener Engel sein. Die normalen haben blondes Haar. Meistens habe ich aber auch glatte Haare. BigHit schreibt mir und natürlich auch den anderen Jungs vor, wie wir unsere Haare tragen." Nachdenklich lächelte ich und meinte:„Ich glaube, du siehst mit den Haaren, die du jetzt hast, besser aus als mit glatten. Ich mag deine Frisur." Gedankenverloren strich ich mit meinen Fingern nun durch seine eher kurzen, lockigen Haare und lächelte dabei milde. Belustigt lächelte Taehyung mich nun an und starrte mir direkt ins Gesicht. Leise murmelte er:„Ich komme immer noch nicht darauf klar, dass du keinen Freund hast." Belustigt fragte ich verwirrt:„Wieso?" Schulterzuckend sprach Tae, während er mich weiter anstarrte:„Du bist wirklich hübsch. Und nett auch. Deswegen..." Geschmeichelt lief ich rot an und blickte etwas beschämt zur Seite. Scheinbar erst jetzt realisierend, was für ein Gefühl Tae mit seiner Aussage in mir ausgelöst hatte, lächelte er beinahe belustigt. Nun stand er vom Bett auf und meinte:„Ich freu mich schon darauf, morgen mit dir zu tanzen. Ich hab selten mit so einem hübschen Mädchen getanzt." Jetzt erst recht rot angelaufen, blickte ich fast schon etwas beschämt aus dem Fenster. Tae ist so charmant... Ich frage mich, ob er bei allen Mädchen so ist oder vielleicht nur bei mir... Er freut sich darauf, mit mir zu tanzen... Weil er gerne tanzt oder wegen mir? Ach, warum muss bei mir gerade in so einer unpassenden Situation so ein Gefühl entstehen? Aber gut, ich bin sicher, ich bin nicht die erste, die sich in diesen perfekt erscheinenden Mann verliebt hat - in Kim Taehyung...

    27
    Sonnenstrahlen fielen grell in mein Gesicht und zwangen mich dazu, die Augen zu öffnen. Verwirrt setzte ich mich auf und ließ meinen Blick langsam durch den, in helles Licht eingetauchten, Raum schweifen. Jetzt fiel mir erst wieder ein, dass wir in neue Zimmer gesteckt worden waren. Müde seufzte ich nun einmal leise auf und blickte zum Fenster, durch das das morgendliche Licht fiel. Jedoch legte ich mich nun verschlafen wieder hin und drehte mich zur Seite, während ich die Augen schon wieder geschlossen hatte. Plötzlich spürte ich in meinem Gesicht jedoch ein warmes Lüftchen und öffnete zögerlich wieder meine Augen. Nun erkannte ich, woher dieser warme Hauch kam. Taehyungs Gesicht lag nur wenige Zentimeter von meinem entfernt und er atmete regelmäßig. Wie er so schlief, sah er noch viel mehr wie ein Engel aus. Sein süßer Geruch strömte mir entgegen und brachte mich dazu, etwas tiefer einzuatmen. Lächelnd betrachtete ich nun das makellose Gesicht, das so ruhig schlief. Das lockige, schwarze Haar des jungen, attraktiven Mannes fiel sanft auf seine Stirn und bedeckte beinahe seine geschlossenen Augen. Sein Mund war etwas geöffnet, dass er ein wenig wie ein Püppchen aussah. So bezaubernd. Nachdenklich strich ich dem Mann die Haare von der Stirn, dass man seine Augen auch wieder sehen konnte. In dem Moment sehnte ich mich irgendwie danach, dass er sie öffnete, denn ansonsten blieb mir dieser, in seinen Bann ziehende Anblick verborgen. Denn jedes Mal, wenn ich in Taes wunderschönen Augen sah, verlor ich mich darin. Sie waren so dunkel, dass sie irgendwie endlos tief schienen. Wie ein Loch, in das man reinfallen würde und nie wieder herausfinden würde. Ein Blick genügte für mich und ich wusste, dass ich verliebt war. Seine Augen spiegelten das Gefühl in mir irgendwie wieder. Ich war in die Liebe gefallen und kam nicht wieder heraus. So schienen seine Augen auch.
    Bei dem Gedanken lächelte ich etwas und stand dann leise seufzend auf, während Tae einfach seelenruhig weiterschlief. Lautlos, damit ich meinen Zimmergenossen nicht weckte, lief ich ins Badezimmer. Dort ging ich schnell auf die Toilette und wollte mir dann die Hände waschen. Doch direkt erinnerte ich mich daran, dass ich das Wasser sicherlich wieder gefrieren würde. Zögerlich stand ich einfach davor, das Wasser schon laufend und überlegte, wie ich diese Kraft, die ich nun beherrschte, unterdrücken konnte. Schließlich seufzte ich einfach einmal leise und streckte meine Hände unter das laufende Wasser, die Augen geschlossen. In der Hoffnung, dass das Wasser so vielleicht nicht gefror. Doch direkt, als das Wasser meine Finger berührte, spürte ich schon wie es kalt wurde und meine Hände in seiner Feste umschloss. Enttäuscht öffnete ich meine Augen wieder und blickte auf das Eis, dass meine Hände gefangen nahm. Knapp zog ich einmal kräftig und hatte mich so aus dem Eis befreit. Seufzend überlegte ich nun, wie ich meine Hände dann waschen sollte. Als Tae und ich zusammen geduscht haben, blieb das Wasser in seiner flüssigen Form. Tae sagte, dass er spüren konnte, wie er seine Kraft anwandte und das Eis einfach dauerhaft zurückwandelte. Muss ich mir nun etwa jedes Mal gleichzeitig mit Tae die Hände waschen?
    Plötzlich öffnete sich die Tür und herein trat der schläfrige Tae. Müde blickte mich der gutaussehende Mann an und brummte einen kurzen Morgengruß. Dann wanderte sein Blick jedoch auf den Wasserhahn und das vereiste Wasser, dass noch daraushing. Beinahe belustigt lächelte er und murmelte:„Mensch, (d/n), was machst du denn hier schon wieder?" Kurzerhand ging er auf das Waschbecken zu, berührte einmal das Eis und es wurde sofort wieder zu Wasser. Nun griff er einfach nach meiner Hand und hielt sie gleichzeitig mit seiner eigenen unter das Wasser und es blieb in seinem Zustand. Die Gelegenheit nutzte ich natürlich, um normal meine Hände zu waschen. Als ich fertig war, zog ich meine Hand wieder weg und murmelte leise, schwach lächelnd:„Danke." Knapp nickte Tae einfach, sah mich dann wortlos an und meinte schließlich:„Ich muss jetzt pinkeln. Willst du nicht rausgehen? Meinetwegen kannst du auch hier bleiben. Das ist mir egal." Während er das sagte, grinste er belustigt und ich murmelte nur verlegen:„Ja, ich geh dann mal... Hehe..." Mit den Worten verließ ich dann das Bad und ging zurück in das Zimmer.
    Genau in dem Moment kam auch Lorenzo mit dem Frühstück in den Händen herein. Außerdem hatte er eine Flasche Wasser dabei. Freundlich lächelte er mich an und murmelte schnell:„Guten Morgen. Hier ist euer Essen. Denkt dran, dass ihr nachher zu eurer ersten Tanzstunde müsst. Aber das dauert, glaube ich, eh noch 2 Stunden. Naja, es wird auf jeden Fall jemand kommen und euch holen. Guten Appetit euch beiden. Und wieder Grüße aus der Küche."
    Dankend nickte ich, als auch Tae nun wieder ins Zimmer trat, schnell grüßte und sich ebenso bedankte. Ich nahm in der Zeit schon das Essen sowie das Wasser entgegen und stellte es auf dem Tisch ab, während Lorenzo wieder ging. Jedoch bemerkte ich auch zu meinem Unmut direkt wieder, dass ich das Wasser in der Glasfasche gefroren hatte, als ich es entgegennahm. Tae bemerkte das natürlich auch, nahm das die vereiste Wasserflasche nun an sich und schmolz das Eis somit direkt wieder. Nun nahm er einige Schlucke davon und reichte mir das Wasser nun. Ich jedoch fragte nur hoffnungslos:„Wie soll ich denn trinken? Ich gefriere das Wasser doch nur wieder..." Sanft grinste Tae nun und erklärte knapp:„Ich helfe dir einfach wieder. Du trinkst ganz normal und ich halte die Flasche währenddessen auch fest, sodass das Eis wieder direkt schmilzt." Dankend lächelte ich ihn daraufhin an und wir machten es wie besprochen. Doch nach dem Trinken fragte ich leise und irgendwie traurig:„Aber wie soll das denn auf Dauer gehen? Ich werde ja nie wieder irgendetwas ohne dich machen können..." Beruhigend nahm Tae mich kurz in den Arm und tröstete mich:„Mach dir mal keine Sorgen, (d/n). Du wirst es später sicherlich kontrollieren können. Hisoka meinte, wir werden unsere Kräfte trainieren. Und dann wirst du lernen, es zu kontrollieren, OK?" Dankbar für seine Aufmunterung nickte ich einfach kurz und nahm dann das Essen an mich. Ein Käsebrot mit Gurken darauf. Doch auf einmal fiel mir auf, dass jemand die Gurken so geschnitzt hatte, dass dort „WWH" stand. Verwirrt zeigte ich es kurz Tae, welcher sich daraufhin an seinem Brot verschluckte vor Lachen. Erst hatte ich Angst, er könne ersticken, doch dann fing er sich wieder und ich blickte ihn nur noch fragend an. Nun erzählte er mir:„Jin nennt sich selbst immer „Worldwide Handsome". „WWH" ist die Abkürzung dafür. Damit wollte er uns wohl schöne Grüße ausrichten." Belustigt grinste ich und aß einfach das Brot zuende.
    Nachdem wir fertig mit dem Essen waren, ruhten Tae und ich uns einfach noch ein bisschen aus. Beziehungsweise, Tae machte Quatsch, indem er mit seinen Kräften spielte und einfach kurzerhand ein paar Tropfen Wasser begeistert schweben ließ und ich schaute ihm dabei belustigt vom Tisch aus zu und dachte darüber nach, wie süß Tae doch war. Süß. Das ist er wirklich. Er sieht extrem gut aus und ist dazu auch noch so putzig. Wie geht das überhaupt? Naja, mittlerweile habe ich sowieso das Gefühl, dass Tae alles kann. Er kann singen, tanzen, gut aussehen, süß sein, charmant sein, wie ein Engel aussehen und sich auch so anhören und gute Laune verbreiten. Was ist Tae? Kann so ein wunderbares Wesen überhaupt von dieser Erde sein? Naja, soweit ich weiß, nennen ihn einige seiner Fans ja auch „Alien". Vielleicht haben sie damit ja irgendwie recht...

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    Aber danke noch einmal an wirklich alle, die sich meine FF durchlesen!^^
    LG Emily W.

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    Schnell kämmte Tae mir das Haar, während wir schon Stimmen auf dem Flur hörten. Die Gefangenen sollten sich versammeln, um, von den Entführern geführt, zur ersten Tanzstunde gebracht zu werden. Noch war niemand bei uns gewesen, doch wir wussten, dass sie jeden Moment kommen würden und sie wollten, dass wir gut aussehen und tatsächlich wollte ich auch von mir aus gut aussehen. Schließlich kam ich nach mehreren Tage endlich wieder vernünftig unter Menschen und da wollte ich nicht wie der größte Penner wirken. Hektisch kämmte Tae also noch schnell zu Ende, bevor ich mich zu ihm umdrehte und ihm schnell einen Fussel aus seinen schwarzen Lockchen frimelte. Zufrieden lächelte ich ihn nun an, während er ebenso zurückgrinste.
    Nun kam auch, wie erwartet, jemand rein und brummte:„So, seid ihr bereit?" Knapp nickte ich und wir gingen direkt zu dem Bediensteten. Dieser packte uns schnell Fesseln an die Handgelenke und wir wurden wieder als Karawane aus Gefangenen durch das Gebäude geführt.
    Wieder standen wir vor den großen Toren des gigantischen Saals. Und schon wenige Sekunden später standen wir sogar schon direkt darin. Die Fesseln wurden uns nun dankenswerterweise auch wieder abgenommen und alle Türen verschlossen, als auch jeweils von zwei Wachen besiedelt. Die 20 Gefangenen standen nun teils vorfreudig und teils lustlos da und warteten darauf, dass etwas passierte.
    Die Zeit, in der noch nichts passierte, nutzten Tae und ich natürlich wieder sofort, um uns zu unterhalten. Schnell stellten wir uns erst zu Federica und Akiko, unterhielten uns kurz mit ihnen und gingen dann weiter zu Karolin, Juan und Malou. Die drei unterhielten sich schon ganz gut und wenn ich mich so umsah, bemerkte ich, dass sich noch mehr kleine Gruppen gebildet hatten. Viele standen jedoch auch alleine.
    Ich konnte drei Grüppchen erkennen. Die erste bestand aus Federica und Akiko, die zweite aus Karolin, Juan und Malou und die dritte Gruppe bestand aus Leuten, die ich nicht kannte. Doch ich wusste, dass sie mir nicht sympathisch waren. Es waren die finsteren Gestalten, wie ich sie gerne nannte. Man merkte sofort, dass diese Gruppe bereits eine Art Anführer gefunden hatte. Es war ein großer, dürrer Mann, dessen Haut so blass war, als hätte sie noch nie das Sonnenlicht gesehen. Sein Haar war kurz und aschblond und ließ sein Gesicht irgendwie noch finsterer aussehen. Seine Augen lagen tief in den Höhlen und waren eisblau. Seine Nase lag spitz und schmal zwischen ihnen. Seine Wangen waren eingefallen und seine Lippen sehr schmal. Die ganze Zeit blieben sie unbewegt, emotionslos. Diese ganze Gestalt wirkte schon schrecklich emotionslos und finster, wie sie da stand und alle aus kalten Augen schweigend beobachtete.
    In seiner Begleitung war ein blondes Mädchen, die sehr hochnäsig wirkte. Ihr Haar war vollkommen glatt und reichte bis knapp unter ihre Brust. Ihre Nase war spitz und verlieh ihren blauen Augen irgendwie einen zickigen Blick. Ihre schmalen Lippen kräuselten sich zu einem gehässigen Lächeln, während sie herrisch auf alle anderen herabblickte.
    Zudem gehörte ein mittelgroßer, muskulöser Mann zu der Truppe. Irgendwie wirkte er dumm, aber gefährlich. Er hatte seine Arme verschränkt und ein dunkler Dreitagebart zierte sein markantes Gesicht. Seine Augen waren dunkel und wirkten wütend.
    Der letzte im Bunde war ein recht großer Mann mit normaler Statur. Sein schwarzes Haar hing strähnig und ungepflegt wirkend in sein finsteres Gesicht. Seine dunklen Augenbrauen waren brummig nach unten verzogen und ließen seine dunklen Augen noch tiefer in ihren Augenhöhlen verschwinden, sodass sich Schatten über sie legten. Darunter hingen tiefe, lila Augenringe, welche ihn sehr krank wirken ließen. Sein schmales Gesicht wurde von einer langen, geraden Nase geziert und seine Lippen waren minimal nach oben verzogen, als würde er lächeln. An seinem markanten Kinn machten sich vereinzelte Bartstoppeln das Leben schön. Die Haut des düsteren Gesellen war hell, bleich. Sein Erscheinungsbild war krank, als hätte er seit Tagen nicht geschlafen. Schweigend starrte er einfach in die Runde.
    Beunruhigt wandte ich meinen Blick von der seltsamen Truppe ab.
    Stattdessen blickte ich nun durch den Rest der Gefangenen. Sie standen alleine und verklemmt am Rand.
    Mein Blick blieb an einem dürren Mädchen hängen. Sie war noch recht jung, vielleicht 12 Jahre alt. Sie hatte ein rundes, hübsches Gesicht mit großen, braunen Augen. Ihr Haar war lang und dunkel. Ihre Haut war gebräunt. Das Mädchen schien sehr unsicher und schüchtern, aber eigentlich nicht unbedingt ängstlich. Irgendwo her meinte ich, dieses Gesicht zu kennen, doch ich kam nicht darauf, an wen das Mädchen mich erinnerte.
    Plötzlich öffnete sich eines der großen Tore und drei mir bekannte, gutaussehende Männer betraten den Saal.
    „Hobi, Kookie und Jimin", flüsterte Taehyung plötzlich neben mir und lächelte fröhlich, drei seiner Bandmitglieder wiederzusehen. Leise flüsterte ich ihm lächelnd zu:„Unsere Tanzlehrer sind eingetroffen."

    29
    Grinsend blickte Tae mich freudig an und dann wieder zu den drei Bandmitgliedern.
    Nun erblickten Hobi, Jimin und Jungkook auch uns und nickten uns knapp, grinsend, zu. Selbstsicher schritten die drei gutaussehenden Männer nun in die Mitte, zwischen all die Gefangenen. Hobi erhob nun laut seine Stimme in einem eher brüchigem, wie man es von den meisten BTS-Mitgliedern schon kannte, Englisch:„Hi. Wir drei", dabei zeigte er auf sich und die anderen zwei „sind eure Tanzlehrer. Denn wie ihr wisst, möchte Hisoka mit euch einen Ball veranstalten." Jimin fragte nun:„Habt ihr alle einen Tanzpartner? Wer nicht, soll einfach eben hier hinkommen, der bekommt jemanden zugeteilt." Tatsächlich kam jedoch niemand in die Mitte und Hobi fuhr fort:„Gut, dann stellt euch erstmal mit eurem Tanzpartner auf und dann bringen wir euch die Grundschritte bei."
    Wie gesagt, so getan. Tae zog mich sanft am Ärmel zur Seite, damit man erkennen konnte, dass wir zusammen tanzten.
    Plötzlich sahen wir, wie Jungkook Tae anblickte und bedeutungsvoll mit den Augenbrauen zuckte, dann auf mich zeigte und einen Kussmund machte. Ärgerlich blickte Tae nun zurück und schüttelte strikt seinen Kopf, während sich Jungkook, weit entfernt von uns, neben Jimin, kaputtlachte.
    Leise fragte ich Tae nun etwas verunsichert:„Was meinte Jungkook?" Immer noch grantig guckend, erklärte Tae mir leise:„Er meint, ich wäre in dich verliebt oder so. Nur, weil wir zusammen tanzen..."
    Beinahe etwas enttäuscht nickte ich stumm. So, wie Tae sich anhört, scheint er wohl nichts für mich zu empfinden. Aber das ist OK. Was habe ich denn überhaupt gedacht? Dachte ich wirklich, er hätte sich vielleicht auch in mich verliebt? Ich bin wirklich naiv... Er sieht in mir nur eine Art Zimmergenossin, mit der er sich ganz gut versteht. Er ist einfach nur charmant. Er fühlt nicht mehr für mich...
    Plötzlich wurde ich aus meinen Gedanken gerissen, als Taehyung meine Hand berührte, mich direkt anblickte und etwas verlegen lächelnd meinte:„Wir sollen in die Grundstellung gehen. Kookie und Jimin haben sie gerade gezeigt. Hast du nicht zugehört?" Verlegen guckte ich ihn an und tat einfach so, als hätte ich zugehört. Schnell legte ich meine Hand auf seine Schulter, während er seine an meine Taille legte. Etwas zuckte ich bei dieser Berührung zusammen.
    Nun versuchte ich auch, mich ein wenig mehr auf Jimins Anweisungen zu konzentrieren. Er und Kookie zeigten nun die Grundschritte, während Hobi umherlief und schaute, ob es alle richtig machten.
    Aufrichtig sah ich ihm dabei nach, mal wieder abgelenkt, und sah nun, dass er vor Karolin und Juan stehenblieb. Karolin stand unsicher und augenscheinlich komplett überfordert da. Sie war wohl nicht so die Tänzerin.
    Kurzerhand löste Hobi nun Juan ab und zeigte Karolin so nun schnell, wie sie zu tanzen hatte. Nach dem kurzen Tanz und einer vor Scham knallroten Karolin, ging Hobi grinsend weiter und gab noch schnell einigen anderen eine Hilfestellung.
    Ich konzentrierte mich mittlerweile mehr darauf, dass ich Tae nicht auf die Füße trat. Dabei starrte ich also fast die ganze Zeit auf den Boden.
    Doch auf einmal ließ Tae kurz meine Taille los, um mit seinem Finger mein Kinn etwas anzuheben. Somit war ich gezwungen, ihm direkt ins Gesicht zu schauen. Grinsend blickte er mir nun direkt in die Augen, legte seine Hand wieder auf meine Taille und erklärte sein vorheriges Handeln schmunzelnd:„Du musst beim Tanzen nach oben gucken. Alles andere sieht doof aus." Verlegen lächelte ich und blickte Tae zurück an. Seine Augen funkelten belustigt und seine Lippen verzogen sich zu einem hübschen Lächeln.
    Wie gebannt starrten wir uns beide gegenseitig an, während wir langsamen Walzer tanzten. Plötzlich schrak ich zusammen und hörte abrupt auf zu tanzen, als ich meinen Namen hörte. Kookie stand neben uns und meinte gleichzeitig verärgert und belustigt:„Der Tanz ist zu Ende. Schon seit einer halben Minute oder so. Habt ihr gar nicht mitbekommen, hm? Ihr wart zu sehr damit beschäftigt, euch anzugaffen." Nun kam Jimin dazu und grinste:„Weitere 10 Sekunden und die zwei hätten sich geknutscht!"
    Taehyung, welcher etwas verlegen neben mir stand, boxte Jimin nach seiner Aussage am Arm und blickte ihn finster an. Doch, statt wütend über den Boxer zu werden, brach Jimin nun in Gelächter aus und auch Kookie kicherte neben ihm.
    Plötzlich bemerkte ich auch, wie uns alle anderen Gefangenen angafften und ich lief knallrot an. Nur Karolin lächelte mich verständnisvoll an. Federica hingegen grinste breit und aus Akikos Gesicht war nur ein mildes Lächeln abzulesen.
    Jetzt fuhren wir jedoch mit dem nächsten Tanz fort und Hobi erklärte vorne wieder. Als sich herausstellte, dass noch recht viele Unsicherheiten da waren, ging Hobi seufzend durch die Reihen, auf der Suche nach einer Tanzpartnerin. Nicht mal zu meiner Überraschung, blieb er vor Karolin stehen, zog sie am Arm mit sich in die Mitte und grinste sie breit an. Karolin hingegen sah eher gequält und peinlich berührt aus, lächelte aber auch milde. Hobi zog sie nun in die Grundstellung und fing dann einfach an, zu tanzen. Karolin brachte er somit währenddessen die Schritte bei und er erklärte währenddessen noch laut für alle anderen.
    Auf einmal beugte sich Tae zu mir rüber, grinste mich an und flüsterte amüsiert:„Scheint so, als würde Hobi Karolin echt gerne mögen. Vielleicht hat er sich in sie verliebt." Belustigt schüttelte ich den Kopf und erwiderte skeptisch:„Tae, Karolin ist 15 Jahre alt und er ist schon 26. Meinst du wirklich, er verliebt sich in ein Mädchen, dass 11 Jahre jünger ist als er? Wahrscheinlich hat er sie genommen, weil er sie schon kennt." Stur schüttelte Tae daraufhin den Kopf und bestand darauf:„Ich sag, er hat sich verliebt."
    Wissend, dass Tae dies nur behauptete, um sich sozusagen dafür zu rächen, dass die Jungs meinten, er sei in mich verliebt, schüttelte ich belustigt den Kopf vor mich hin.
    Die Tanzstunde ging noch etwa 2 Stunden lang, bis sie endlich aufhörte.
    Durchaus angestrengt davon, dass wir so viel getanzt hatten, stützte ich mich etwas an Taes Schulter.
    Karolin, Juan, Malou, Federica und Akiko, hingegen, stellten sich wieder zusammen und unterhielten sich kurz.
    Zu uns kamen jetzt Hobi, Jimin und Kookie. Grinsend kamen sie bei uns an und Kookie neckte Tae sofort wieder:„Na, schön getanzt?" Wütend schaute Tae nur zurück und ich meinte schnell:„Ihr drei seid echt gute Tanzlehrer." Dankbar lächelte mich Hobi an und meinte:„Dabei sind klassische Tänze gar nicht so unseres. Wir haben uns einfach auf YouTube schnell zu allem ein Erklärvideo angeguckt und dann konnten wir es schon ganz gut." Tae meinte nun auf einmal:„Ich bin echt froh, euch mal wiederzusehen. Wie geht's euch denn eigentlich so? Alles in Butter?" Knapp nickte Jimin daraufhin und meinte:„Ja, alles ganz gut. Unsere Zimmer sind recht angenehm und wir haben immer mal was zu tun. Gelegentlich treffen wir auch mal den Rest. Die sind auch gut zufrieden.
    Aber wie ist es mit euch? Wir haben gehört, ihr habt Naturkräfte bekommen? Wie ist es damit so?" Tae erzählte begeistert:„Mit meiner Kraft hab ich mich schon gut angefreundet. Es hat sich nicht allzu viel verändert. Abgesehen davon, dass ich das Wasser schweben lassen kann. Aber bei (d/n) ist es echt nervig. Jedes Mal, wenn sie Wasser berührt, gefriert es zu Eis. Jetzt müssen wir uns jedes Mal zusammen die Hände waschen, denn ich kann das Wasser gleichzeitig zurück zum Wasser wandeln." Verwirrt fragte Kookie nun:„Müsst ihr dann nicht auch zusammen duschen?" Knapp nickte Tae einfach, während Jimin, der gerade etwas getrunken hatte, das Wasser wieder ausspuckte und stattdessen anfing, zu lachen. Wütend guckte Tae seine belustigten Freunde an und fauchte:„Hört auf jetzt, zu lachen. Wir haben uns extra nicht angeguckt!" Nun lachten die drei jedoch noch mehr und ich blickte beschämt auf den Boden. Hobi merkte meine Unsicherheit jetzt jedoch und befahl ernst:„OK, jetzt hört auf, zu lachen. So lustig ist es nicht." Dankbar schaute ich Hobi an, während die beiden anderen Jungs sich nun auch wieder fingen.
    Plötzlich öffneten sich jedoch wieder die Tore und die anderen Entführer kamen wieder dazu. Einer rief nun laut:„Kommt zusammen! Die Tanzstunde ist zu Ende!"
    Etwas enttäuscht blickte ich zu dem großen Mann, zu dem wir kommen sollten, während Jimin nun meinte:„Keine Sorge, morgen ist schon die nächste Tanzstunde."
    Leicht lächelte ich nun, nahm Tae an der Hand und meinte:„OK, lass uns jetzt besser gehen. Sonst bekommen wir nur wieder Anschiss..."
    Schnell verabschiedeten wir uns nun noch bei den dreien und gingen dann zu den Männern. Doch im Hintergrund hörte ich noch das Kichern der drei Jungs.
    Sie denken echt, zwischen Tae und mir wäre etwas. Aber das ist es nicht. Leider...

    30
    Das Mondlicht sickerte trübe durch die Fensterritzen und tauchte den sonst so dunklen Raum in ein milchiges Licht. Es war still. Nahezu lautlos.
    Ruhig atmend lag ich noch wach in dem Bett. Mein Blick galt der Person, die so seelenruhig neben mir schlief.
    Taehyung lag schlafend neben mir, während ich einfach nicht schlafen konnte. Mir gingen zu viele Gedanken durch den Kopf. Warum habe gerade ich diese Veranlagung, diese Kraft des Frostes auszuführen? Warum passiert das alles? Und warum möchte Hisoka dann einen Ball mit uns veranstalten? Hisoka. Er scheint sowieso nicht mehr alle Tassen im Schrank zu haben. Er entführt 20 Leute aus alles Welt, um ihnen diese Kräfte zu verleihen, hält sie unter nicht gerade guten Bedingungen gefangen und möchte dann mit ihnen einen Ball veranstalten, um damit einzuweihen, dass wir nun unsere Kräfte trainieren? Das ist doch krank...
    Dieser Mann sagte, dass wir unsere Kräfte trainieren würden, aber er sagte uns nicht, in wie fern. Wieso nicht? Hat es vielleicht mehr damit auf sich, als ich vielleicht dachte? Warum sonst sollte er es uns jetzt noch nicht erzählen?

    Leise seufzte ich und schaute dann einmal auf meine Hände. Sie waren zittrig und in ihren Spitzen leicht bläulich. Das waren sie, seitdem ich diese Kraft bekam.
    Traurig seufzte ich einmal leise und flüsterte zu mir selbst:„Ich will diese Kraft nicht beherrschen können..."
    Nun blickte ich wieder Tae an. Er schlief nach wie vor friedvoll und sah dabei mal wieder aus wie ein Engel. So wunderschön und perfekt. Für einen Moment verspürte ich den Drang, mit meinen Lippen seine zu berühren, doch schnell schüttelte ich diesen Gedanken wieder ab und drehte mich von Tae weg, um seinen schönen Anblick nicht weiter standhalten zu müssen.
    Warum muss ich mich gerade in ihn verlieben? Er ist ein Idol. In der ganzen Welt bekannt und von fast allen geliebt. Und dann komme ich. Die kleine, naive (d/n), die sich etwas darauf einbildet, dass sie als hübsch betitelt wurde. Das ist lächerlich. Ich bin lächerlich. Tae ist einfach nur charmant. In mich sieht er nicht mehr als seine Zimmergenossin, die ohne ihn nicht mal die Hände waschen kann.
    Ich will diese Kraft nicht... Sie bringt nichts als Ärger.

    Traurig lag ich einfach da und zu meiner Verwunderung verließ eine Träne plötzlich mein Auge. Ich weinte. Doch nicht etwa, weil ich meine Familie vermisste, sondern, weil ich mich verliebt hatte und zu wissen glaubte, dass er mich nicht liebte.
    Ich weinte weiter, stumm und irgendwann schlief ich ein.
    Der nächste Morgen brach an und ich schlief noch ganz friedlich. Doch plötzlich spürte ich einen Wind in meinem Gesicht. Murrend zuckte ich einmal zusammen und versuchte einfach, weiterzuschlafen. Doch wieder spürte ich diesen Wind und plötzlich auch ein leises Kichern. Müde öffnete ich meine Augen und blickte in das belustigte Gesicht von Tae. Er pustete mir ins Gesicht und hatte mich somit aus dem Schlaf gerissen.
    Beleidigt schaute ich ihn nur kurz an und schloss meine Augen wieder. Über meinen Kopf zog ich das Kissen.
    Belustigt hörte ich Tae neben mir lachen:„(d/n), steh auf! Mir ist langweilig und das Frühstück ist noch nicht da." Schlecht gelaunt murrte ich:„Dann langweile dich ohne mich!" Sich veräppelt fühlend sprach Tae nun wieder:„(d/n), das ist gemein. Bitte steh auf!" Jedoch dachte ich gar nicht erst dran und schlief einfach weiter.
    Plötzlich hörte ich Tae leise lachen und spürte auf einmal ein Gewicht auf meinem Rücken. Tae hatte sich einfach auf meinen Rücken gelegt.
    Murrend murmelte ich jetzt:„Geh runter! Du bist schwer." Doch anstatt, dass er runter ging, lachte er nur triumphierend:„Ich weiß. Ich geh aber erst runter, wenn du mir versprichst, dass du dann aufstehst!" Stur meinte ich einfach:„Nö", und schlief einfach weiter, egal, dass Tae auf mir lag. Nun rollte er jedoch wieder runter, hob das Kissen, unter dem ich meinen Kopf versteckt hatte, hoch und grinste mich an. Böse schaute ich verschlafen zurück, konnte mich dann aber nicht mehr zusammenreißen und lächelte belustigt. Triumphierend rief Tae nun:„Ha! Du bist wach, also kannst du jetzt auch aufstehen!" Müde seufzte ich als Einwand:„Ich bin aber trotzdem noch müde, also lass mich schlafen." Gleichzeitig zog ich mir das Kissen wieder über den Kopf.
    Daraufhin hörte ich Tae jedoch nur kichern und ich spürte über die Federung der Matratze, dass er aufstand. Friedvoll lächelte ich erst, doch plötzlich spürte ich, wie Taehyung seine Hände unter meinen Rücken und meine Beine schob und mich einfach hochhob. Nun trug er mich auf seinen Armen durch das Zimmer, während ich ihn beleidigt anblickte und murrte:„Tae, lass mich jetzt runter!" Doch Tae dachte gar nicht daran und trug mich weiter umher. Mittlerweile breit grinsend schaute ich ihn nun an und jammerte nur wie ein Kind:„Lass mich runter! Du brichst dir noch den Rücken!"
    Daraufhin grinste Tae und zog kurz seine Hände weg, sodass ich dachte, er würde mich fallen lassen. Panisch klammerte ich mich nun also an seinen Hals, während er köstlich amüsiert lachte. Böse schaute ich ihn daraufhin einfach an und fauchte:„Was soll das?" Immer noch belustigt schaute er mich an und meinte auf einmal:„Du bist echt süß, wenn du böse auf mich bist!" Erst etwas verwirrt, aber dann wieder einfach nur beleidigt, kämpfte ich mich aus seinen Armen, sodass ich wieder selbstständig stand und murrte:„Such dir ein anderes Opfer!"
    Beleidigt trottete ich dann ins Bad und bürstete mir erstmal die Haare.
    Plötzlich kam jedoch Tae ins Bad, grinste mich schelmisch an und kam dann auf mich zu. Belustigt umarmte er mich dann und meinte:„Ach (d/n), sei doch nicht so! Ich will dich doch nur ein bisschen ärgern!" Stumpf antwortete ich:„Ja, dann lass das. Ich bin weder deine Schwester, noch deine Freundin, also hast du auch kein Recht darauf, mich so zu behandeln."
    Daraufhin schob Tae gespielt beleidigt und traurig seine Unterlippe vor und murmelte:„Tut mir leid, OK? Aber du bist meine Kumpeline! Und als dein Kumpel, darf ich das! Oder nicht?"
    Belustigt grinste ich den gespielt traurigen Tae an und lachte nun:„Ja, wir sind Kumpels, aber wenn ich müde bin, werde ich ungemütlich! Also solltest du mich dann besser in Frieden lassen!" Nun wieder belustigt grinste Tae, der mich immer noch freundschaftlich umarmte, an und meinte:„Na gut. Aber jetzt bist du ja eh schon wach."
    Grinsend schaute ich ihn nun an. Seine Augen funkelten belustigt und sein Lächeln war wunderschön. Durch die Umarmung war sein Gesicht nicht weit von meinem entfernt. Und für einen Moment lehnte ich mich langsam vor und ich bildete mir ein, dass Tae mir auch von sich aus näher kam, doch plötzlich hörten wir eine laute Stimme in unserem Raum und wir schraken gleichzeitig auf.
    Verlegen lächelte ich ihn kurz schief an und ging dann schnellen Schrittes in den Raum, aus dem Bad heraus. Komplett verwirrt war ich nun, immer noch nicht realisieren könnend, dass Tae und ich uns gerade fast geküsst hätten.
    Und ich war mir nicht mal sicher, ob ich es mir vielleicht nur eingebildet habe, dass er auch näher kam. Aber da es sowieso nicht zu einem Kuss kam, wollte ich mich auch nicht weiter damit beschäftigen, sondern schaute nach, wer dort in das Zimmer kam.

    31
    Immer noch beschämt und komplett verwirrt schaute ich also nach, wer da in unser Zimmer kam. Es war Lorenzo, der uns das Essen brachte. Der schmächtige Junge lächelte mich verlegen an und begrüßte mich knapp:„Hey, (d/n). Ist dein Zimmergenosse im Bad? Ich habe mich gewundert, wo ihr beide seid." Schnell stammelte ich:„Ähm, ja. Taehyung ist noch im Bad. Wir hatten uns dort etwas unterhalten." Knapp nickte der brasilianische Junge kurz und meinte dann:„OK. ich hab euch das Essen schon auf den Tisch gestellt. Irgendwann nachher werdet ihr auch wieder zum Tanzen gebracht."
    Gerade wollte ich antworten, da kam Tae plötzlich auch wieder dazu und grüßte gut gelaunt:„Hi! Wie geht's dir, Lorenzo?" Gut gelaunt erwiderte Lorenzo nun:„Mir geht's soweit ganz gut. Und dir?" Knapp antwortete Tae nun:„Auch ganz gut. Danke für das Essen übrigens." Daraufhin nickte Lorenzo nur knapp und verließ dann wieder unser Zimmer, aber nicht, ohne vorher abzuschließen.
    Tae und ich saßen nun gemeinsam am Tisch und kauten auf unserem, wie immer, magerem Essen. Ich starrte schweigend auf den Tisch und dachte über die Situation im Badezimmer nach. Es war seltsam gewesen, wie wir uns auf einmal so nahe kamen und es brachte mich stark zum Nachdenken. Tae hingegen schien so sorglos und gut drauf zu sein, wie immer, dass ich dachte, ich hätte mir das Ganze nur eingebildet. Wahrscheinlich ist einfach meine Fantasie mit mir durchgegangen und wir sind uns gar nicht so nahe gekommen, wie es mir vorkam. Vielleicht war es nur Einbildung...
    Auf einmal riss Tae mich aus meinen Gedanken, indem er gut gelaunt durch sein Essen nuschelte:„Ich mag Lorenzo. Er ist echt nett. Irgendwie so menschlich im Gegensatz zu all den anderen Leuten, die hier arbeiten und nicht entführt wurden." Stumm nickte ich nur nachdenklich, mit den Gedanken eigentlich noch dabei, was im Bad passiert ist. Und da sollten meine Gedanken wohl auch den restlichen Tag bleiben.
    Einige Stunden nach dem Essen wurden wir auf jeden Fall wieder alle in den großen Saal zum Tanzen gebracht.
    Die Tanzstunde lief tatsächlich nicht viel anders, als die erste. Uns wurden die Tänze von Hobi, Jimin und Kookie gezeigt und zwischendurch wurden wir immer mal korrigiert in unserer Art zu tanzen. Den Blickkontakt mit meinem Tanzpartner, Tae, vermied ich jedoch, denn es machte mich unfassbar nervös, sein schönes Gesicht zu erblicken. Stattdessen schaute ich die meiste Zeit, während des Tanzens, einfach den anderen zu.
    Es war durchaus spannend, die anderen anzuschauen. Man lernte sie so langsam kennen und konnte an ihrer Gestik und Mimik erkennen, was für Leute sie wohl waren. So konnte ich gleich drei oder vier Leute erkennen, die ich als sozial unbegabt und finster beschreiben würde. Allerdings sah ich auch viele fröhliche Gesichter. Malou, Akiko und Federica gehörten dazu. Juan schien einfach nur ruhig und zufrieden, während Karolin, zum Beispiel, meist sehr ernst guckte, aber zwischendurch auch immer mal lächelte. Die Situation des Tanzens und der vielen unbekannten Menschen schien sie etwas zu stressen, doch sie blieb stets gut gelaunt und höflich. Federica war da schon irgendwie anders. Sie war die ganze Zeit gut drauf und quasselte ihren Tanzpartner voll. Sie war etwas hyperaktiv und lachte die ganze Zeit. Sie war mir sehr sympathisch und man konnte gut mit ihr kramen. Auch Akiko mochte ich sehr gerne. Sie lächelte stets und war höflich, auch, wenn sie nicht gerade viel sagte. Sie hielt sich lieber etwas zurück. Malou und Juan waren beide eher so, dass sie zwar die ganze Zeit gut drauf waren, aber dennoch eher ruhig.
    Jedoch blieb mein Blick immer wieder an diesem einen Mädchen hingen, dass ich schon am Vortag gesehen hatte. Das junge Mädchen, das so schweigsam war und mich an jemanden erinnerte und ich einfach nicht wusste, an wen. Und irgendwie ließ mich auch die Frage nicht los, an wen sie mich erinnerte.
    Nach vielen Stunden Tanzen unterhielten wir uns schließlich alle wieder miteinander.
    Juan, Karolin, Malou, Akiko und Federica schienen mittlerweile eine Art feste Gruppe gebildet zu haben. Ebenso wie die finsteren Gestalten, die sich jedoch einfach nur anschwiegen.
    Tae und ich standen mal wieder bei den drei Jungs, Jimin, Hobi und Kookie. Gut gelaunt unterhielten sich die Jungs, während ich abgelenkt zu dem Mädchen spähte, das alleine am Rand stand und sich etwas schüchtern umblickte. Nach wie vor, fiel mir einfach nicht ein, an wen sie mich erinnerte.
    Nach einer geraumen Zeit zog ich Tae einmal kurz am Ärmel und murmelte:„Ich geh mal kurz da vorne rüber. Ich bin sofort wieder da."
    So ging ich sicheren Schrittes auf das Mädchen zu und blieb schließlich lächelnd vor ihr stehen. Etwas verwirrt lächelte sie mich zurück an und ich stellte mich kurzerhand auf Englisch vor:„Hallo, ich bin (d/n). Wer bist du?" Unsicher lächelte das Mädchen und erzählte leise:„Hallo, ich heiße Lívia. Ähm, ich komme aus Brasilien. Woher kommst du?" In dem Moment schoss es mir in den Sinn. Brasilien! Sie erinnert mich an Lorenzo, natürlich! Freudig, dass es mir jetzt eingefallen war, erwiderte ich:„Ich komme aus Deutschland." Vorsichtig fügte ich nun hinzu:„Kennst du vielleicht einen Lorenzo?" Lächelnd erwiderte Lívia:„Du meinst sicher den, der uns immer das Essen bringt, oder?" Heftig nickte ich und fragte nun:„Du siehst ihm recht ähnlich, weißt du das? Seid ihr vielleicht verwandt oder so?" Daraufhin schmunzelte das Mädchen:„Ja, er ist mein Bruder." Irgendwie überrascht und irgendwie auch nicht, nickte ich und fragte neugierig:„Wie kommt es, dass ihr beide hier seid?" Zögernd schaute Lívia mich an und meinte:„Naja, ich hab eben eine Kraft bekommen, Nebel. Und Lorenzo arbeitet hier." Irgendwie verwirrt nickte ich nur und meinte dann:„Ich gehe jetzt wieder zurück zu meinen Kumpeln. Möchtest du mitkommen?" Direkt lehnte das Mädchen ab:„Nein, danke. Ich bleibe lieber hier..." Verständnisvoll nickte ich nur knapp und ging dann wieder wortlos zu Tae und den Jungs.
    Warum arbeitet Lorenzo hier? Ist es wirklich so, dass er Geld braucht? Wenn ja, warum ist seine Schwester dann als Gefangene hier? Oder ist er vielleicht deswegen hier, weil er seine Schwester nicht alleine lassen wollte?
    Plötzlich stubste Tae mich an und holte mich somit zurück in die Realität. Lächelnd fragte er mich:„Was hast du bei dem Mädchen gemacht?" Knapp erwiderte ich noch etwas verwirrt:„Naja, sie hat mich an jemanden erinnert und ich wusste nicht, an wen. Deswegen bin ich zu ihr gegangen, um es in Erfahrung zu bringen. Sie ist die Schwester von Lorenzo."
    Verwundert fragte Tae jetzt:„Lorenzo? Warum sind sie denn beide hier? Ich dachte, Lorenzo arbeitet hier." Nachdenklich nickte ich nur und meinte:„Das habe ich mich nämlich auch schon gefragt..."

    32
    In dem Moment endete die Tanzstunde. Wir verabschiedeten uns nur noch schnell von den Jungs, bevor wir wieder auf unsere Zimmer gesperrt wurden.
    Dort saß ich nun auf dem Stuhl, vor dem Fenster und blickte verträumt heraus. Die großen Bäume standen herrschaftlich dort und die Vögel krächzten laut. Ich dachte über Lívia und Lorenzo nach. Warum sind sie gemeinsam hier? Wer war ursprünglich hier? War erst Lorenzo hier zum Arbeiten, wie er es gesagt hat und hat seine Schwester sozusagen ausgehändigt oder ist er erst hergekommen, als sie seine Schwester mitnahmen?
    Leise seufzte ich, woraufhin Tae aus der anderen Ecke des Zimmers fragte:„Worüber denkst du nach, (d/n)?" Ehrlich antwortete ich ihm und er erwiderte nachdenklich:„Ist doch eigentlich egal, wer eher hier war. Ansonsten können wir Lorenzo auch einfach fragen." Zustimmend nickte ich wortlos und erinnerte mich plötzlich wieder an das Geschehen am Morgen im Bad. Noch immer wusste ich nicht, ob er mir letztendlich auch so nah gekommen war oder, ob vielleicht auch einfach alles Einbildung gewesen war. Unwissend blickte ich einfach aus dem Fenster, in der Hoffnung, dort etwas Spannenderes zu finden, sodass ich mich von dem Gedanken an Tae ablenken konnte.
    Doch plötzlich hörte ich Tae lachen und drehte mich langsam um, um nachzusehen, was er da machte. Er lag im Bett und schaute mich erwartungsvoll an. Verwirrt zog ich eine Augenbraue hoch, doch Tae lachte noch stärker. Nun fiel mir auf, dass er seinen Zeigefinger erhoben hatte und ich konnte mir denken, was er dort tat - er wandte seine Kraft an. Mich veräppelt fühlend, wagte ich einen Blick über mich und sah eine Kugel aus Wasser, die über mir schwebte. Ernst blickte ich Tae nun an und warnte ihn:„Mach das bloß nicht!" Doch schon ließ er seinen Finger sinken und somit fiel augenblicklich das Wasser aus der Luft, drohte auf meinen Kopf zu fallen. Doch ich streckte dem Ganzen schnell meine Hände entgegen und die Kugel aus Wasser wurde zu Schnee. Nun hatte ich einen Schneeball in der Hand.
    Triumphierend grinste ich Tae an, der nun ebenso grinste, sein Urteil schon kennend. Denn kurzerhand schmiss ich den Schneeball nach ihm. Kurz zuckte Tae vor Kälte zusammen, als der Schneeball ihn traf. Doch dann grinste er mich frech an und meinte:„Ich wusste gar nicht, dass du daraus auch Schnee lassen werden kannst." Schulterzuckend antwortete ich einfach:„Scheinbar schon."
    Nun stand ich auf, trottete etwas näher zu Tae und meinte mit einem leichten Lächeln auf den Lippen:„Aber jetzt hörst du auf, ja? Sonst haben wir nachher den ganzen Raum unter Wasser stehen." Gehorchend nickte Tae und grinste mich an.
    Plötzlich murmelte er grinsend:„Mir ist langweilig. Wollen wir zusammen etwas spielen oder irgendetwas zusammen machen?" Belustigt zuckte ich mit den Schultern und meinte:„Meinetwegen können wir etwas zusammen machen. Was willst du denn tun?" Kurz überlegte Tae nun und schlug dann vor:„Wir könnten zusammen tanzen." Verwirrt lächelnd fragte ich:„Tanzen?" Tae nickte nur kurz:„Ja, entweder können wir noch einmal die klassischen Tänze üben oder ich bringe dir ne Choreo von uns bei." Lachend meinte ich:„Na gut. Such du aus, was du lieber machen möchtest." Begeistert sprang Tae daraufhin vom Bett auf und brabbelte direkt drauf los:„Super! Wir können ja beides machen. Wenn ich dir die Choreografie beibringe, kannst du später mit uns tanzen, falls wir hier jemals wieder rauskommen." Kurz dachte ich darüber nach. Falls... Ja, falls wir hier jemals rauskommen sollten... Momentan bin ich mir noch nicht so sicher, ob wir hier noch rauskommen...
    Doch bevor ich weiter nachdenken konnte, zog Tae mich am Arm begeistert etwas weiter in die Mitte des Raums und überlegte, was er mir beibringen wolle. Schließlich entschied er sich dazu, mir den Tanz von „ON" beizubringen.
    Nach einer halben Stunde des Tanzens gab ich es jedoch auf und murmelte verlegen:„Ich glaube, Choreos sind nichts für mich. Das ist zu kompliziert für mich. Ich kann mir die Schritte einfach nicht merken. Weiß der Geier, wie du das machst." Belustigt grinste mich Tae an, zog mich plötzlich am Arm in die Grundstellung für den langsamen Walzer und murmelte, während er mir tief in die Augen schaute:„Macht nichts, (d/n). Dann tanzen wir halt klassisch." Und schon fing er an, zu tanzen und ich folgte belustigt seinen Schritten.
    Er grinste mich an und blickte mir direkt ins Gesicht, was mich wirklich sehr nervös machte. Verlegen lächelte ich schief zurück, woraufhin Tae leise lachte:„Du bist echt süß!" Daraufhin lief ich rot an und blickte verlegen zur Seite. Belustigt murmelte Tae:„Bin ich dir peinlich oder warum wirst du so rot?" Fast schon ein bisschen beleidigt guckte ich ihn an und versuchte, mich aus meiner Verliebtheit rauszureden:„Wer wird denn nicht rot, wenn man ein Kompliment bekommt?" Leicht lächelte Taehyung mich an und meinte:„Aber es ist die Wahrheit." Verlegen schaute ich einfach zurück, wurde dabei aber irgendwie etwas traurig. Er ist nur charmant. Er empfindet nichts für mich. Warum mache ich mir also Hoffnungen? Warum macht er mir die Hoffnungen? Leise seufzte ich nur und Tae fragte nahezu besorgt, während wir immer noch miteinander tanzten:„Alles in Ordnung, (d/n)?" Leise log ich schwach lächelnd:„Ja, alles in Ordnung. Ich bin nur traurig, dass ich nicht bei meiner Familie bin." Gewissermaßen war das sogar noch nicht mal eine Lüge. Ich vermisste meine Familie, aber das war nicht der Grund dafür, dass ich traurig war. Der Grund für meine Trauer war alleine, dass ich in Tae verliebt war und er nicht in mich. Doch damit musste ich wohl leben...

    33
    Der nächste Tag brach an und ich war bereits wach. Ich war im Bad und blickte traurig in den Spiegel. Ich vermisste meine Familie, mein gewohntes Leben und wollte einfach nicht mehr diese Kraft besitzen. Diese Kraft, Wasser gefrieren zu lassen, sobald ich es nur berührte. Ich wollte einfach nicht anders sein, diese Veranlagung nicht haben. Doch ich hatte sie und konnte wohl nichts daran ändern. Also versuchte ich einfach, diese Kraft wenigstens etwas unter Kontrolle zu bekommen. Seufzend stand ich vor dem Waschbecken, drehte den Wasserhahn auf und streckte nun meinen Finger darunter, in der Hoffnung, dass einfach gar nicht passierte. Doch vergebens. Das Wasser gefror nur direkt wieder. Seufzend zog ich meinen Finger wieder weg und gaffte nur ausdruckslos auf das Eis.
    Eine Weile stand ich dort nun, berührte das Eis immer und immer wieder, doch ich bekam es einfach nicht hin, es wieder zurück zu Wasser zu wandeln. Demotiviert und enttäuscht stand ich nun also einfach nur da und versuchte, nicht zu verzweifeln.
    Nach einer Weile öffnete sich jedoch plötzlich die Tür zum Badezimmer und Tae kam zögernd herein. Als er mich erblickte, lächelte er auf seine süße Art und murmelte:„Guten Morgen. Was machst du da?" Schnell erklärte ich:„Ich versuche, das Eis zurück zu Wasser zu wandeln." Mitfühlend lächelte Tae daraufhin, denn er schien meine Verzweiflung zu spüren. Tröstend legte er seine eine Hand auf meine Schulter und mit der anderen berührte er das Eis, sodass es wieder zum Wasser wurde. Sanft lächelte er mich an und flüsterte:„Ist doch halb so wild, (d/n). Du hast mich. Und solange du es selbst nicht zurückwandeln kannst, tue ich es für dich, OK?" Leise, kaum hörbar murmelte ich:„Ja, vielleicht gehören wir einfach zusammen." Doch dies hatte Tae wohl nicht verstanden, denn er meinte auf einmal nur:„Das Frühstück kommt sicher gleich. Lass uns zurück ins Zimmer gehen, ja?" Und schon trottete Tae gut gelaunt zurück ins Zimmer. Leise seufzend blieb ich erst noch stehen, bevor ich ihm folgte.
    Wir gehören zusammen... Tun wir das wirklich? Ich brauche ihn. Zumindest habe ich das Gefühl, aber ich bin für ihn nicht wirklich wichtig. In mich sieht er nicht mehr, als eine Freundin. Und ich? Ich bin in ihn verliebt...
    Langsam folgte ich ihm nun einfach und wie gerufen kam in dem Moment auch Lorenzo mit dem Essen in das Zimmer.
    Gut gelaunt wie immer lächelte er uns an und stellte das Essen auf dem Tisch ab. In dem Moment erinnerte ich mich jedoch an Lívia und daran, dass sie sagte, Lorenzo sei ihr Bruder. Kurzerhand sprach ich den brasilianischen Jungen darauf an:„Du Lorenzo, ich habe gestern ein Mädchen kennengelernt. Sie heißt Lívia und du siehst ihr sehr ähnlich. Sie hatte uns erzählt, dass du ihr Bruder seist.“ Beinahe etwas verlegen kratzte sich Lorenzo nun am Kopf und murmelte„Ja, das bin ich...“ Interessiert fragte ich lächelnd:„Aber ich dachte, du arbeitest hier? Was macht Lívia dann als Gefangene hier?“ Plötzlich ernst guckend murmelte Lorenzo:„Naja, sie wurde von Hisoka auserwählt...“ Mehr sagte er schon gar nicht dazu und ging aus dem Zimmer heraus.
    Etwas verwirrt blickte ich Tae an, welcher ebenso überrascht schien. Leise murmelte er:„Lorenzo schien es ja recht eilig gehabt zu haben...“ Zustimmend nickte ich und sprach noch meine Gedanken laut aus:„Aber warum? Wir haben ihm doch eine ganz normale Frage gestellt. Meinst du, Lorenzo hat Lívia vielleicht hier hingebracht, weil er dafür Geld bekommen hat?“ Unwissend zuckte Tae daraufhin mit den Schultern und meinte:„Ich kann es mir eigentlich nicht vorstellen.“ Nachdenklich meinte ich:„Ich nämlich auch nicht... Aber es ist ja auffällig, dass er weitergehen wollte. Naja...“ Mich aus meinen Gedanken reißend sprach Tae nun:„Ist ja auch egal. Lass uns erstmal frühstücken.“ Schon ging er zum Tisch, auf dem das Essen schon stand. Schweigend folgte ich ihm und wir aßen zusammen.
    Als wir fertig waren, wollte ich gerade das leere Geschirr schon vor die Tür stellen, damit es später wieder jemand mitnehmen konnte, als sich diese gerade öffnete.
    Herein schaute nun ein grimmiger Mann mit mal wieder frischer Kleidung in der Hand. Die drückte er uns in die Hand und murrte:„Ihr müsst duschen! Geht wieder zusammen, damit du das Wasser nicht gefrierst.“ Dabei schaute er mich an.
    Irgendwie schuldbewusst nahm ich nun einfach die Kleidung entgegen, während der Mann uns wieder einschloss. Leise murmelte ich nun irgendwie traurig und verwirrt vor mich hin:„Meinst du, die schicken uns extra immer zusammen unter die Dusche und generell in ein Zimmer, weil ich sonst alles gefriere?“ Lächelnd meinte Tae:„Ist doch auch vollkommen egal. Dann haben sie sich ja immerhin ein bisschen was dabei gedacht. Und wie gesagt, ist es ja nicht schlimm, dass du es gefrieren lässt. Du bekommst es schon noch unter Kontrolle, keine Sorge.“ Dankbar lächelte ich Tae nun an und schlenderte schonmal ins Badezimmer. Tae folgte mir natürlich.
    Wie gewohnt, drehte ich mich mit meinem Gesicht zur Wand und murmelte verlegen:„Du guckst wieder weg, oder?“ Grinsend scherzte mein Zimmergenosse, in den ich mich verliebt hatte, nun:„Ne, ich gaffe dich die ganze Zeit an.“ Daraufhin schenkte ich ihm nur einen bösen Blick und er drehte sich schon lachend weg.
    Etwas beruhigt legte ich nun meine Kleidung von meinem Körper ab, Tae ebenso, doch wir schauten uns nicht an. Ich schaute ihn zumindest nicht an.
    Wie letztes Mal auch, nahmen wir uns wieder an die Hand, um nicht irgendwo gegenzulaufen und duschten dann.
    Danach zogen wir uns schnell wieder an und gingen zurück ins Zimmer.
    Dort trocknete Tae mir nun die Haare, während ich nachdenklich fragte:„Glaubst du, wir werden Hisoka wieder treffen? Schließlich mussten wir das letzte Mal wegen ihm gut aussehen.“ Tae sprach unbekümmert:„Vielleicht stinken wir auch einfach.“ Beinahe etwas besorgt fragte ich nun:„Habe ich für dich gestunken?“ Amüsiert darüber, dass ich mir Sorgen um meinen Geruch machte, lachte Tae:„Nein, du hast nicht gestunken. Du hast gut gerochen. Ich sage das nur, weil die sicherlich denken, dass wir schon müffeln. Bei mir will ich das nicht ausschließen, aber du duftest eher.“ Dankbar lächelte ich vor mich hin, während Tae weiter an meinen Haaren rumfummelte. Tae stinkt auch nicht. Er riecht so gut. Nach Erdbeeren irgendwie. Aber so frisch. Ach, keine Ahnung, wie Tae riecht. Auf jeden Fall gut.
    Schließlich, als Tae fertig damit war, mir die Haare zu trocknen, schaute ich ihn lächelnd an. Er lächelte nur zurück.
    Nun öffnete sich wieder die Tür und ein Mann kam herein. Er brummte:„Seid ihr fertig? Dann komm du mit!“ Dabei zeigte er auf Tae. Ich schaute daraufhin nur etwas besorgt und hielt Tae bereits etwas schützend am Arm fest. Jedoch bemerkte der Mann meine Sorge und vergewisserte:„In 2 Minuten kommt noch eine Frau, die dich mitnimmt. Ihr sollt nur eure Ballklamotten anprobieren.“
    Zögerlich ließ ich Taes Arm nun also los und er ging mit dem Mann fort.
    Wie versprochen kam danach jedoch auch schon eine Frau und nahm mich mit. Sie führte mich schnell in einen Raum. Dort stand ein Ständer mit einem Kleid daran. Es war ein wunderschönes Kleid. Es war hellblau und hatte einen schönen Ausschnitt, auf den Schneeflocken gestickt waren.
    Begeistert schaute ich erst das Kleid an und dann die Frau:„Und das Kleid soll ich tragen?“ Knapp nickte die Frau daraufhin und ergänzte:„Es ist noch nicht ganz fertig, aber den Feinschliff gibt es später. Du sollst es erstmal nur anprobieren und ein paar Schritte darin tanzen, um zu schauen, ob du das auch hinbekommst.“
    Gehorchend nickte ich und nahm das Kleid schonmal an mich. Schnell zog ich es nun an.
    Gut gelaunt sprach ich:„Passt.“ Knapp nickte die Frau und führte mich dann vor einen Spiegel, um es mir zu zeigen. Lächelnd blickte ich mein Spiegelbild an und meinte:„Sieht gut aus.“
    Stumm nickte die Frau nur und bedeutete mir schnell, mich wieder umzuziehen.
    Als ich damit fertig war, schaute ich die Frau an und fragte:„Wissen Sie, was jetzt als nächstes passiert?“
    Stumpf meinte die Frau auf einmal:„Ja. Die Kleider werden erst noch schnell angepasst und dann werdet ihr heute Abend fertig gemacht.“
    „Fertig gemacht? Wofür?“
    „Für den Ball. Er ist heute Abend. Hat euch das niemand erzählt?“






    Heyyy^^

    Danke für 1000 Aufrufe! Das geht ja echt schnell!^^'
    Danke auch für die vielen lieben Kommentare. Natürlich freue ich mich aber natürlich, wenn ihr mir weiterhin zwischendurch mal ein Feedback gebt. Auch Kritik nehme ich gerne an.
    Ich würde mich natürlich ebenso freuen, wenn ihr mir eine Sternebewertung oder dergleichen gebt, aber natürlich ist das jedem selbst überlassen.^^'

    LG Emily W.

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    Wirklich überrascht schaute ich die Frau an und murmelte:„Nein, das wurde uns nicht erzählt... Aber gut zu wissen." Unbekümmert zuckte die Frau nur noch mit den Schultern und sprach dann:„OK, eigentlich sind wir hier jetzt auch schon fertig. Ich bringe dich dann noch schnell wieder in dein Zimmer und dann kommt, soweit ich weiß, gleich noch einmal jemand vorbei, um euch irgendwelche Anweisungen zu geben." Als Zeichen, dass ich verstanden hatte, nickte ich knapp und wurde dann augenblicklich wieder zu meinem Zimmer geführt.
    Tae saß schon wieder dort und lächelte mich freudig an. Neugierig fragte er nun:„Wie sieht dein Kleid so aus?" Beinahe etwas stolz erwiderte ich:„Meiner Meinung nach sehr schön. Wie ist es mit deinem Anzug?" Knapp meinte Tae:„Auch gut." Kurz dachte ich nun nach und meinte dann:„Die Frau hat mir erzählt, dass der Ball schon heute Abend stattfinden wird." Wissend nickte mein gutaussehender Zimmergenosse nun und meinte:„Das hat man mir gerade auch erzählt. Der Kerl will gleich noch mal wiederkommen und irgendwas mit uns klären." Ebenfalls wissend nickte ich nun auch und wir warteten schweigend darauf, dass etwas passierte.
    Schon nach wenigen Minuten öffnete sich die Tür und der Mann kam erneut herein. Wie gewohnt schaute er uns schlecht gelaunt an und brummte:„Ihr wisst ja, dass heute Abend der Ball ist. Hier läuft alles schon auf Hochtouren und, da Hisoka natürlich auch da sein wird, soll alles perfekt werden. Und zwar wirklich alles. Also, könnt ihr vernünftig tanzen?" Selbstsicher nickte Tae für uns beide, woraufhin der Angestellte nachdenklich in die Gegend gaffte und dann meinte:„Ihr müsst natürlich auch in den Saal einmarschieren. Dafür werdet ihr in einer Reihe aufgestellt und müsst dann in den Saal spazieren. Ihr habt die A*schkarte gezogen, ihr seid die ersten. Also müsst ihr sozusagen alle anderen leiten. Euch wird nachher der Weg noch einmal genau erklärt. Er ist auch nicht schwer. Ihr müsst einfach nur in den Saal spazieren und eine große Runde an allen Tischen vorbei drehen. Ihr lauft also einmal im Kreis durch den Saal, müsst dann kreisförmig weiter zur Mitte kommen und bleibt dann stehen, wenn euch das letzte Paar sozusagen gegenübersteht. Schließlich folgen sie alle in einer Schlange. Letztendlich steht ihr dann alle in einem Kreis und sollt dann anfangen zu tanzen. Der Rest erklärt sich fast von selbst. Nach allen Tänzen sollt ihr dann auf euren Platz gehen. Der ist euch zugeschrieben. Und dann erklärt sich wieder alles von selbst, klar?" Zögerlich nickte ich nur, während Tae vollkommen entspannt neben mir stand.
    Jetzt nickte der Mann zufrieden und wollte gerade wieder gehen, als er noch einmal stehenblieb und zu uns sagte:„Ihr könnt ja noch einmal ne Runde tanzen. Aber übertreibt es nicht, damit ihr danach nicht so nach Schweiß stinkt. Ihr werdet dann nachher auch noch ein bisschen gestylt. Das Mädchen wird wahrscheinlich ein bisschen eher abgeholt werden, wie ihr sicherlich verstehen werdet."
    Mit den Worten ging der Mann auch schon und schloss uns wieder ein. Leise seufzte ich noch und schaute dann zur Seite. Tae grinste mich an, streckte mir auf einmal seine Hand entgegen und fragte mit dem charmantesten Lächeln, das ich jemals gesehen habe:„Willst du tanzen? Der Kerl meinte, wir sollen es tun." Belustigt grinste ich nun und stimmte lachend zu.
    Also nahm ich seine Hand entgegen und er zog mich in die Grundstellung für den Wiener Walzer. Ich schaute ihm direkt in das perfekte Gesicht, das mich so fröhlich anlächelte. Allein bei dem Anblick musste ich auch lächeln. Er sah so gut aus und war auch irgendwie richtig süß. Seine Augen funkelten begeistert und sein schwarzes Haar fiel ihm weich auf die Stirn.
    Als ich ihm während des Tanzens so in die Augen blickte, konnte ich meinen Blick kaum noch abwenden. Ich hatte mich verliebt, das wusste ich. Und diese dämliche Veriebtheit brachte mich dazu, ihn die ganze Zeit anzugaffen.
    Doch ich merkte, dass Tae wohl nichts für mich fühlte. Er schien einfach nur belustigt und amüsiert. Und auch sein Blick entsprach nicht meinem. Denn während ich ihn so verzaubert und verträumt mit leuchtenden Augen anschaute, grinste er nur und wandte den Blick immer mal wieder ab, um einen Blick auf die Tür zu werfen, wenn gedämpfte Geräusche zu hören waren. Auch sang er zwischendurch amüsiert und grinste wirklich ununterbrochen. Für mich war das ein klares Zeichen dafür, dass er mich nur als eine Freundin sah, aber nicht als das, was ich in ihm sah. Ich nämlich sah in ihm ein perfektes Wesen und, um ehrlich zu sein, war ich auf mich selbst wütend. Ich wollte nicht verliebt sein. Es brachte doch nur Ärger.
    Dennoch tanzten wir eine Weile, bis Taehyung mal auf die Toilette gehen musste. So wurde der Tanz ganz stumpf unterbrochen und ich setzte mich in der Zeit einfach auf die Bettkante und lauschte den ganzen Geräuschen auf dem Flur. Es war laut und wild durcheinander. Die Stimmen von vielen unbekannten Leuten war zu vernehmen.
    Laut dem Mann läuft alles auf Hochtouren momentan. Also hängt es wohl damit zusammen. Der Ball - die Einweihung für unser Training. Aber was beinhaltet wohl unser Training? Ich hoffe nur, wir werden danach endlich wieder gehen gelassen...

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    Die Tür öffnete sich und ich zuckte etwas erschrocken zusammen, während Tae einfach von seinem Gealbere mit seiner Kraft aufsah. Herein kam eine Frau, die mich ausdruckslos anblickte und dann meinte:„Kommst du mit? Du sollst jetzt für heute Abend zurecht gemacht weden." Stumm nickte ich daraufhin und trottete zu ihr. Schnell winkte ich noch dem eher wenig beigeistert aussehendem Tae zu und meinte:„Du wirst sicher auch gleich geholt."
    Und schon packte die Frau mich an meinem Arm und zog mich mit sich. Sie brachte mich in einen großen Raum mit mehreren Spiegeln und Stühlen davor. Es sah ein wenig aus wie in einem Friseuresalon.
    Plötzlich fiel mir auf, dass dort auch schon viele andere Mädchen saßen. Unter anderem Federica, Malou und Lívia. Freundlich lächelte ich sie an und sie zurück.
    Die Frau drückte mich jetzt nicht gerade sanft auf einen der Stühle, sodass ich neben Federica und einem leeren Platz saß. Ich lächelte die nette Italienerin nun an und fragte:„Wie sieht dein Kleid aus?" Freundlich antwortete Federica mal wieder gefühlt in einem halben Roman:„Wirklich schön. Es ist blau und wird ein bisschen grünlich nach unten hin. Der Schnitt ist auch sehr schön. Es ist irgendwie ein bisschen schräg, sodass ein Bein herausguckt, während die andere Seite bis zum Knöchel reicht. Wie ist deins?" Etwas knapper antwortete ich lächelnd:„Auch sehr schön. Beim Ausschnitt wurden ein paar Schneeflocken aufgestickt und ansonsten ist das Kleid recht schlicht und hellblau." Gut gelaunt brabbelte Federica weiter:„Hört sich echt gut an. Ich denke, sie wollen mit den Kleidern unsere Kräfte repräsentieren. Aber die Frau meinte, dass das Kleid noch einen letzten Feinschliff benötigen würde. Ich frag mich, wie es dann aussieht."
    Freundlich lächelte ich nur und blickte dann wieder zur Tür, da sie sich gerade öffnete. Hereingebracht wurden Karolin und das indische Mädchen, das jedoch nie etwas sagte. Die beiden wurden auch auf ihre Plätze gebracht und nun saß ich auch neben dem indischen Mädchen. Ich wusste zwar, dass ihr Englisch sehr schlecht sein musste, doch ich versuchte dennoch eine Unterhaltung aufzubauen:„Hey, ich bin (d/n). Wer bist du?" Doch anstatt eine Antwort zu bekommen, lächelte mich das Mädchen nur einmal ängstlich an und wandte ihren Blick direkt wieder ab.
    Karolin, welche zwei Plätze weitersaß, zuckte kur lächelnd mit den Schultern, als sie den wenig erfolgreichen Versuch einer Unterhaltung mitbekam. Leise seufzte ich nur. Scheint so, als wäre ihr Englisch extrem schlecht oder sie ist einfach nur wenig kontaktfreudig. Naja...
    Unsanft kämmte mir die Frau hinter mir nun die Haare und steckte sie nach oben, sodass die Haare nicht mehr in mein Gesicht fallen konnten. Nun kramte die Frau einen Haufen Schminke hervor und puderte mein Gesicht sanft. Nicht gerade begeistert schaute ich zur Seite, wo Karolin gerade versucht wurde das Gesicht zu pudern, jedoch währte sie sich dagegen, hielt den Arm der Frau von sich und fauchte:„Ich möchte nicht geschminkt werden! Das Zeug raubt meiner Haut die Möglichkeit zu atmen! Also gehen Sie weg damit! Ich fühle mich sonst meiner Freiheit beraubt. Pfoten weg, die Würde des Menschen ist unantastbar!" Belustigt schmunzelte ich etwas, so wie alle anderen in dem Raum auch. Schließlich ließ die Frau dann von Karolin ab und murrte:„Na gut, immerhin ist deine Haut ziemlich rein. Darf ich dir denn auch keine Wimperntusche auftragen?" Strikt erwiderte Karolin nun gereizt:„Mach doch, soll mir egal sein. Aber mehr auch nicht!" Etwas gestresst seufzte die Frau nur und trug daraufhin schnell die Wimperntusche auf.
    Mir wurden währenddessen die Haare wieder geöffnet, da die eine von den vielen Angestellten Damen, die für mich verantwortlich war, mit dem Schminken bereits fertig war. Nun holte sie schnell einen Lockenstab und machte mir damit schöne, große Locken.
    Schließlich sprühte sie noch schnell etwas Haarspray zur Festigung darüber.
    Es waren mittlerweile auch schon mehrere Stunden vergangen und die anderen Mädels waren auch schon fast fertig. Nur bei Malou dauerte es noch etwas, ihren Afro in Form zu bringen. Als wir dann schließlich fertig waren, wurden wir in einen nächsten Raum gebracht. Dort standen all die Kleider. Zu meiner Verwunderung sah mein Kleid noch genauso aus wie vorher und ich fragte unsicher:„Sollte nicht noch etwas vorgenommen werden?" Stumpf erwiderte die Frau, die mir gerade beim Ankleiden half:„Ja, das wird sofort gemacht, zieh es erstmal an." Also zog ich das Kleid schnell an und schaute mich schonmal nach den anderen um. Sie zogen auch gerade ihre Kleider an und ich war erstaunt, wie schön sie alle aussahen.
    Doch plötzlich wurde ich aus meinen Gedanken gerissen, als die Frau mich am Arm etwas zur Seite zog und dann murrte:„Du wirst nun den letzten Feinschliff einbringen." Verwirrt stammelte ich:„Ich?" Knapp nickte die Frau nur und zeigte dann auf Akiko, die neben mir stand. Sie hatte ein helles Kleid und tippte einmal darauf. In dem Moment erleuchtete das Kleid auf einmal in hellem Licht und es funkelte noch wunderschöner. Erstaunt schaute ich die ohnehin schon hübsche Japanerin an und fragte sie bewundernd:„Wie hast du das gemacht?" Etwas verlegen erwiderte Akiko nun schlechthin:„Naja, ich habe einfach meine Kraft angewandt." Stimmt. Akikos Kraft ist Licht...
    Nachdenklich schaute ich nun auf mein eigenes Kleid herunter und dann auf meine Hände. Kurz schloss ich die Augen, um mich auf meine Kraft konzentrieren zu können und strich dann einmal sanft über den beinahe durchsichtigen Stoff über dem hellblauen Unterrock.
    Zu meiner Überraschung überzog sich der Stoff augenblicklich mit einer leichten Eisschicht, die beinahe malerisch Eiskristalle und Muster auf dem Stoff formte. Wie verzaubert starrte ich auf mein Kleid und als Federica mich sah, staunte sie:„Wow, du siehst wunderschön aus, (d/n)!" Mich geschmeichelt fühlend lächelte ich und bedankte mich leise.
    Als ich mich so umblickte, konnte ich nun auch die anderen Kleider betrachten. Das Kleid von Malou war in einem braunen Ton, da sie das Element Erde bekommen hatte. Jedoch hatte sie mit ihrer Kraft einige bunte Edelsteine hinzugefügt und ließ das Kleid so in einem bunten Glanz erstrahlen.
    Das Kleid der Inderin war mit schönen Ranken und exotischen Blumen überzogen, was mich darauf schließen ließ, dass ihre Kraft die der Pflanzen war.
    Lívias Kleid war von einer Nebelschicht umhüllt, sodass sie fast schon ein wenig wie ein Geist wirkte, wenn sie dort so umherlief.
    Karolins Kleid war weiß und wurde nach unten hin hellblau. Jedoch waren unten am Saum rote Ahornblatter aufgestickt. Plötzlich erzeugte Karolin mit ihren Händen einen kleinen Wirbelsturm und ließ ihn um ihr Kleid und ihre Haare sausen, sodass sie ständig in Bewegung blieben und es tatsächlich einfach so aussah, als würde sie im Wind stehen. Fast schon stolz lächelte Karolin vor sich hin, woraufhin ich etwas belustigt schmunzelte.
    Federica hatte ihr Kleid nun mit einer Wasserschicht überzogen und es sah etwas so aus, als würde ein Wasserfall ihr Kleid hinuntersausen.
    Viel weiter konnte ich schon gar nicht umhhergucken, denn plötzlich rief uns eine Frau zusammen und schien dabei ziemlich gestresst. Mich zog sie als erstes zur Seite und stellte mich ganz nach vorne. Alle anderen reihten sich hinter mir ein. Nun sah die Frau mich plötzlich an und brummte:„Komm mit. Jetzt geht es gleich los. Der Plan wurde dir und deinem Tanzpartner ja soweit schon erklärt. Aber es wird euch gleich noch einmal erklärt."
    Und schon ging die Frau vor und ich folgte ihr schnell eilig, sowie die anderen mir, dass es aussah wie eine Karawane. Schließlich wurden wir vor die zwei großen Tore geführt, die zu dem riesigen Saal führten. Die Männer standen schon alle davor und ganz vorne Tae.
    Schnell führte mich die Frau neben ihn, was er erst gar nicht so wirklich bemerkte. Er unterhielt sich stattdessen mit Juan, Karolins spanischem Tanzpartner.
    Jedoch räusperte sich die Frau nun und Tae drehte sich zu uns um. Als er mich sah, klappte ihm der Mund auf und er blickte mich erstaunt an.
    Die Frau erklärte uns jedoch noch einmal schnell, wie der Plan war und ich hörte angestrengt zu, um auch alles richtig zu machen.
    Als die Frau schließlich mit Erklären fertig war, nickte sie uns kurz zu und ermutigte uns:„Ihr schafft das schon. Macht einfach, was ich euch gesagt habe. Ihr müsst dann losgehen, wenn ich euch das Zeichen gebe, nicht vorher. Verstanden?" Knapp nickte ich nur und die Frau verschwand nach hinten, um da noch einmal etwas zu erklären.
    Auf einmal bemerkte ich, dass Tae mich anstarrte. Verlegen lächelte ich ihn nur an und er meinte plötzlich:„Du siehst wunderschön aus, (d/n)!" Mal wieder rot anlaufend stammelte ich:„Ähm, danke. Du siehst aber auch toll aus." Tae trug übrigens einen dunkelblauen Anzug, der wie ein Unterwassergraben schien, so dunkel. Bei genauerem Hinschauen bemerkte man auch, dass eine dünne Wasserschicht über den Stoff gezogen war und somit aussah, als bestünde der Stoff aus einem Meer.
    Wie verzaubert schaute ich Tae in sein wunderschönes Gesicht und ich bildete mir ein, dass er genauso gedankenversunken in mein Gesicht starrte. Plötzlich sah ich aus dem Augenwinkel das wilde Winken der Frau - das Zeichen. Beinahe etwas überfordert blickte ich sie an, während sich in dem Moment die riesigen Toren langsam öffneten und bereits herrschaftliche Musik aus dem Inneren des Saals drang.
    Belustigt lächelte mein gutaussehender Tanzpartner, in den ich mich verliebt hatte, mich nun an und streckte mir plötzlich seine Hand entgegen. Zögernd nahm ich sie und auch alle hinter uns nahmen nun die Hand ihres Tanzpartners.
    Beinahe etwas gestresst atmete ich einmal tief aus und Tae lächelte mich beruhigend an. Leise murmelte er mir zu:„Keine Sorge, (d/n). Wir kriegen das schon hin. Ich führe auch." Neckend grinste ich ihn an und meinte:„Ja dann wird's erst recht nichts." Beleidigt spielend stubste Tae nun mit seinem Ellenbogen in meine Seite und grinste nur.
    In dem Moment war die Tür ganz geöffnet und die Frau gab uns das endgültige Zeichen.
    Vollkommen entspannt ging Tae nun los, während ich nervös geradeaus schaute. Jetzt geht es los. Jetzt beginnt der Ball.

    36
    Aufgeregt blickte ich nach vorn, in den gigantischen Saal. Taehyung hingegen schien neben mir komplett entspannt. Sanft hielt er meine Hand und ging die ersten Schritte. Nervös folgte ich ihm, bis wir mitten im Saal standen. Wie geplant liefen wir einmal durch den ganzen Saal, während der Rest uns folgte. Wir liefen letztendlich einmal im Kreis durch den Saal und blieben stehen, wie es uns gesagt wurde - wenn das letzte Tanzpaar uns sozusagen gegenüber stand. Und auch die anderen hielten nun an.
    Mit uns stoppte auch die Musik. Kurz war es still im Saal und ich wagte gar nicht, mich umzuschauen. Stattdessen blickte ich lieber aufgeregt Tae ins Gesicht, während wir in die Grundstellung für den ersten Tanz gingen. Dabei zuckte ich etwas zusammen, als Taes warme Hand meine Taille berührte. Doch mein Tanzpartner lächelte mich warm an, was mich dazu brachte, etwas ruhiger zu werden.
    In dem Moment spielte die Musik wieder und Tae fing an, zu tanzen. Versuchend, ruhig zu bleiben, folgte ich seinen Bewegungen und tanzte elegant mit. Ich versuchte, die Welt um mich herum auszublenden, denn sie machte mich nervös. Ich blickte dem gutaussehendem Mann, der mit mir tanzte, einfach die ganze Zeit wie verzaubert ins Gesicht, während er freundlich lächelte. Er wandte seinen Blick ebenfalls kaum von mir ab, doch ich vermutete, dass er auch nur den Rest der Welt ausblenden wollte.
    Leise murmelte Taehyung plötzlich:„Du siehst wirklich hübsch aus, (d/n). Nicht nur jetzt, sondern immer, aber jetzt siehst du noch schöner aus als sonst." Augenblicklich lief ich rot an und murmelte verlegen:„Danke. Aber du siehst auch sehr gut aus. Nicht nur jetzt, sondern immer." Belustigt grinste Tae nun und wir hörten, wie die Musik langsam endete. So gaben wir auch diesem Tanz ein Ende, bevor direkt der nächste anfing. Jetzt murmelte Tae auf einmal verträumt:„Du siehst in dem Kleid aus wie eine Prinzessin." Wieder geschmeichelt lief ich rot an und versuchte, seinem Blick standzuhalten. Doch sein perfektes Gesicht machte mich so furchtbar nervös. Allerdings schaffte ich es, seinem Blick standzuhalten und blickte ihn also auch die restlichen Tänze über an.
    Die Musik endete und ich blieb nervös stehen, ebenso wie Tae. Die Tänze waren zu Ende und wir mussten nun auf unseren Platz. Also liefen wir geordnet mit den anderen Gefangenen im Schlepptau zu unserem langen Tisch. Schnell ließen wir uns nieder, sodass ich zwischen Taehyung und Karolin saß, da diese mit Juan hinter uns lief.
    Als schließlich alle an ihrem Platz saßen, wagte ich endlich einen Blick in das Geschehen.
    Der Saal war hell erleuchtet und nicht nur die Gefangenen waren dort. Auch all die Bediensteten fanden Platz in dem atemberaubend riesigem Saal. Einige standen als Wachen an den Türen, während die anderen an ähnlichen Tischen wie wir saßen.
    Jetzt huschte mein Blick zu dem Balkon, der sich so über den Saal erstreckte, dass die, die darauf standen einen Blick über das gesamte Geschehen im Saal hatten.
    Auf dem Balkon stand, nicht zu meiner Überraschung, ein bekanntes, schweigsames Gesicht - Hisoka. Der Japaner stand stumm dort und blickte mit einem zufriedenem Lächeln auf uns alle herab. Um alle zum Schweigen zu bringen, erhob er nun seine Hand und wieder tauchte der schlanke Mann mit Brille neben ihm auf. Er trug, ebenso wie Hisoka, einen Anzug, jedoch mit dem Unterschied, dass Hisoka dennoch deutlich teurer gekleidet aussah. Der zierliche Mann neben dem Führer der ganzen Organisation erhob nun etwas unsicher seine Stimme:„Herzlich Willkommen ihr alle. Ich spreche für Hisoka. Er freut sich, dass ihr hier seid und freut sich umso mehr auf das Fest und den Anlass für dieses. Gütig, wie Hisoka ist, hat er für euch alle Essen herrichten lassen, welches jetzt gebracht wird."
    In dem Moment öffneten sich die Tore und viele weitere Angestellte traten mit Töpfen, welche sie auf den langen Tischen verteilten, ein. Ich war schon irgendwie überrascht, dass wir etwas zu Essen bekamen, freute mich aber durchaus darüber.
    Als schließlich das gesamte Essen verteilt wurde, verließen diese Angestellten wieder den Saal und der zierliche Mann sprach für Hisoka weiter:„Lasst es euch schmecken. Ein solches Mahl werdet ihr sicher nicht noch mal bekommen." Bei dem letzten Satz sah ich, wie Hisoka bösartig lächelte und ich wurde etwas skeptisch.
    Taehyung stubste mich nun freudig an, zeigte auf einen der Nachbartische und murmelte:„Schau, da sind die Jungs!" Schnell schaute ich dorthin, wo Tae hinzeigte und erblickte sofort die 6 jungen Koreaner. Sie winkten uns freudig von der Ferne zu und wir zurück.
    Jetzt wanderte mein Blick wieder zu unserem eigenen Tisch. Er war gedeckt und das Essen dampfte in den Töpfen. Freudig nahm Tae sich nun einfach etwas und lud sich seinen Teller voll. Karolin hingegen schien deutlich gemäßigter. Sie tat sich nur ein wenig auf den Teller und nahm das Besteck, ganz im Gegenteil zu vielen anderen am Tisch, sehr manierlich in die Hände. Beinahe belustigt von dem großen Unterschied zwischen Tae und Karolin in dieser Beziehung, lächelte ich leicht. Schweigend lud ich mir nun auch ein wenig auf meinen Teller und begann, zu essen. Um mich herum sah ich, wie sich recht viele unterhielten. Akiko und Federica unterhielten sich miteinander und auch Juan erzählte, in seinem brüchigem Englisch etwas. Auch Malou schaltete sich in das Gespräch mit ein. Nur Karolin saß einfach schweigend daneben und hörte zu. Auch Tae und ich unterhielten uns zwischendurch mal mit dem Rest.
    Die Musik spielte währenddessen weiter und ich war auch schon mit dem Essen fertig. Seit Tagen war ich wieder satt. Tae hingegen knabberte immer noch an einem Hähnchenschenkel, woraufhin ich etwas grinsen musste. Da Karolin immer noch nur schwieg, versuchte ich nun, ein Gespräch mit ihr anzufangen:„Du bist so schweigsam, Karolin." Ehrlich erwiderte die 15-jährige knapp:„Ich fühle mich inmitten von so vielen fremden Menschen auf solchen Veranstaltungen nicht wohl." Daraufhin sagte ich dann auch nicht mehr wirklich viel zu ihr. Stattdessen unterhielt ich mich mit vielen anderen.
    Plötzlich wurde es wieder ruhiger im Saal, als Hisoka und sein Redner wieder am Balkon erschienen und der Zierliche sprach:„Hisoka fordert noch mal zum Tanz auf. Alle dürfen tanzen."
    So traten die Männer wieder zurück und die Musik fing erneut an, zu spielen. Plötzlich sah ich, wie die Jungs von BTS leise etwas vor sich hinmurmelten, dann alle aufstanden, sich verstreuten und ich beobachtete, wie die Jungs alle nach einer Tanzpartnerin suchten. Hobi kam in unsere Richtung, um Karolin aufzufordern, indem er sie angrinste:„Ich hab schon mal mit dir getanzt und möchte wissen, ob du dich verbessert hast seitdem. Tanzt du also eine Runde mit mir?" Leicht lächelte Karolin daraufhin und meinte:„Ich hasse tanzen, aber diesen einen Tanz schenke ich dir." Belustigt grinste ich die beiden an, während Hobi uns plötzlich zuwinkte, um uns zu bedeuten, auch auf die Tanzfläche zu kommen. Also nahm Taehyung mich augenblicklich bei der Hand und führte mich ebenfalls zur Tanzfläche. Dort hatten sich mittlerweile auch alle Jungs von BTS mit Tanzpartnerinnen versammelt.
    Natürlich fingen wir augenblicklich an, zu tanzen, jedoch tanzten Tae und ich direkt neben Namjoon und seiner Tanzpartnerin. Er lächelte mich freundlich an und meinte:„Du siehst echt toll aus, (d/n)." Dankbar lächelte ich zurück und merkte plötzlich, wie Taehyung mich anstarrte. Verwirrt warf ich nun einen Blick zu ihm rüber und er murmelte:„Warum wirst du nicht rot? Du hast gesagt, wenn dir jemand ein Kompliment macht, dann wirst du rot. Als ich gesagt habe, dass du hübsch aussiehst, wurdest du knallrot und bei Joonie nicht. Wieso?" Genau in dem Moment lief ich rot an, denn ich kannte den Grund dafür und hatte Angst, er würde dem Grund vielleicht auf die Schliche kommen. Denn ich war in Tae verliebt und in Namjoon nicht. Wenn mich Tae also als hübsch betitelte, erzeugte das in mir deutlich mehr Scham als, wenn Namjoon mich so nannte.
    Schnell log ich nun:„Wenn es einem schon gesagt wurde, gewöhnt man sich schon dran." Etwas ungläubig grinste Taehyung mich nun an, doch sehr zu meinem Glück fragte Namjoon nun ebenfalls belustigt lächelnd:„Kommt ihr eigentlich mit euren Kräften gut klar?" Tae antwortete sofort grinsend:„Ich komme damit ganz prima zurecht, aber (d/n) lässt alles direkt gefrieren, wenn sie es anpackt und ich muss ihr dann immer helfen." Erst etwas ärgerlich, aber dann einfach nur beschämt schaute ich auf den Boden. Jedoch bemerkte mein Tanzpartner dies und lächelte warm:„Ist aber ja nicht schlimm. Ich helfe (d/n) immer gerne dabei, das wieder in Ordnung zu bringen und außerdem wird sie sicher bald lernen, damit umzugehen. Simmt's (d/n)?" Dabei suchte Tae lächelnd meinen Blick und hob dafür mit seinem Finger mein Kinn etwas hoch. Verlegen lächelte ich ihn daraufhin an, bis plötzlich Hobi von der Seite angetanzt kam und rief:„Ihr seid so süß zusammen! Tae ist zu 100% verliebt!" Wütend blickte Taehyung daraufhin seinen Bandkollegen an und fauchte:„Und du bist ganz sicher in Karolin verliebt, so gerne wie du dich mit ihr unterhälst und mit ihr tanzt!" Daraufhin schmunzete Karolin etwas, da sie zugehört hatte und Hobi lachte:„Ja, das wär's noch! Ist ja nicht so, als wären etwa 10 Jahre Unterschied zwischen uns! Wir verstehen uns halt einfach recht gut! Aber du hast nicht widerlegt, dass du in (d/n) verliebt bist!" Triumphierend grinste Hobi nun, während Tae ihn einfach nur wütend anblickte. Aus dem Augenwinkel sah ich noch, wie Karolin Hobi einen leichten Klaps auf den Hinterkopf gab und murrte:„Jetzt ärgere den Armen doch nicht! Vielleicht verstehen sich die beiden auch einfach nur gut." Dankbar lächelte Tae sie daraufhin an und meinte:„Ganz genau. Karolin hat recht!“ Daraufhin grinste Karolin und meinte:„Ich weiß, ich habe immer recht.“ Belustigt grinste ich nun, während Tae einfach weiterwetterte:„Ich frag mich sowieso, wie ihr beide euch so gut versteht! Karolin ist so lieb und vernünftig und du bist so frech und albern!" Daraufhin schaute Hobi etwas beleidigt und meinte dann:„Naja, Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an. Yoongi und ich verstehen uns ja auch super." Nun fügte Karolin hinzu:„So unterschiedlich sind wir eigentlich auch nicht. Ich bin nur so ruhig, wenn ich unter vielen fremden Menschen bin. Sonst bin ich auch eher aufgedreht... Meistens zumindest." Schwach lächelte Karolin dabei. Karolin und aufgedreht? Das kann ich mir gar nicht vorstellen. Sie ist sonst eigentlich immer eher ruhig und vernünftig. Naja, sie ist hier ja auch unter vielen fremden Menschen, wie sie selbst schon gesagt hat. Eine Weile unterhielten wir uns noch alle miteinander. Dabei fiel mir auch auf, dass Jimin mit Federica tanzte und die beiden sich wohl auch ziemlich gut verstanden, da die beiden praktisch nur miteinander sprachen.
    Die Musik verklang, wir saßen schon lange wieder auf unseren Plätzen und ich unterhielt mich gerade gut gelaunt mit Federica, als nun plötzlich eine Stimme von dem Balkon ertönte. Augenblicklich schaute ich herauf und sah wieder den stummen Hisoka und seinen mageren Kumpan. Die beiden standen wie vorhin nebeneinander. Irgendwie unterschieden sich die beiden wie Tag und Nacht. Hisoka war recht groß, kräftig, hatte einen finsteren Blick und schien stets emotionslos, aber sehr selbstsicher und erhaben. Seine Augen waren dunkel und schmal. Er war Japaner, weshalb seine Augen generell eher schmal waren, aber sie schienen skeptisch und dadurch noch schmaler. Er war eher schlecht raisiert. Ich schätzte ihn auf etwa 50 Jahre.
    Sein Kumpan hingegen war recht klein und zierlich, beinahe zerbrechlich erscheinend. Sein Haar war etwas länger als das von Hisoka und fiel glatt auf seine Stirn. Seine Augen waren relativ groß für die eines Asiaten und schienen ängstlich. Auf seiner langen Nase trug er eine große, runde Brille. Auch er war rasiert, jedoch deutlich besser. Ihn hätte ich als etwas jünger eingeschätzt. Vielleicht 42 Jahre alt.
    Irgendwie hatten die beiden etwas gemeinsam, doch ich konnte nicht wirklich sagen, was es war. Vielleicht auch einfach nur die asiatischen Züge.
    Hisokas Kumpan hob nun auf jeden Fall zitternd seine Stimme:„Wie ihr wisst, hat Hisoka dies alles organisiert. Er hat euch auch eure Kräfte „verliehen". Wie schon mal erwähnt, ist Hisoka eine Art Wächter eines alten Geheimnisses. Und zwar des Geheimnisses eurer Kräfte. Ihr alle seid Träger dieses Geheimnisses." Dabei schaute er direkt zu unserem Tisch, dem Tisch der Gefangenen. Nun fuhr der Mann fort:„Ihr seid die Auserwählten von Hisoka. Ihr seid hier, um ihm zu zeigen, was ihr könnt. Und zwar, indem ihr eure Kräfte trainieren werdet. Euer Training wird bereits morgen beginnen. Es wird ein sehr besonderes Training sein und vielleicht stellt ihr es euch ganz anders vor, als wie es wirklich ist. Es ist sogar sehr wahrscheinlich." Auf einmal sah ich wie Hisoka ein böses Lächeln aufsetzte und ich bekam irgendwie etwas Angst. Angst vor Hisoka und vor dem, was kommen würde. Ich wusste zu wenig über ihn und seine Pläne.
    Doch nun fuhr Hisokas Kumpan fort:„Ich möchte euch im Namen von Hisoka erklären, wie euer Training aussehen wird. Aber vorher sollte ich euch vielleicht ein wenig über die Kräfte selbst erzählen. Nun... es gibt 10 verschiedene Kräfte - Wasser, Erde, Feuer, Luft, Pflanze, Elektro, Nebel, Schatten, Licht und Frost. Hier sind jeweils zwei, die eine Kraft haben. Immer eine weibliche und eine männliche Person.
    Naja, vielleicht erzähle ich einfach mal die Geschichte von der Geschichte dieser Kräfte. Vor vielen Jahrtausenden gab es Menschen, die diese Kräfte beherrschen konnten. Sie hatten diese Macht dazu in ihrem Blut. Wie auch immer... Es gab, ebenfalls wie bei euch, 20 Leute, denen diese Hilfsmittel vermacht wurden, sodass sie die Kräfte beherrschten. Sie wurden ihnen vermacht, um die Menschheit zu beschützen. Doch wie man sich vielleicht denken kann, wurden diese Kräfte teilweise missbraucht und die Menschen strebten nach Macht. Diese wollten sie mit ihrer Kraft erzielen. Doch die Auserwählten, die nicht nach dieser Macht strebten, versuchten daraufhin, die Machtgierigen zu bekämpfen. Das taten sie auch und schließlich artete dieser Kampf aus. Doch er wurde auch gewonnen. Es überlebte allerdings nur einer. Dieser eine beschloss, die Kräfte nun für immer zu bewahren und sie nie wieder an die Öffentlichkeit zu lassen, da sonst nur zu viel Schaden entstand. Also nahm er von den Toten das Blut und bewahrte es auf. Auch von seinem eigenem Blut entnahm er etwas, damit auch er keine Kraft mehr hatte. Denn in ihrem Blut war die Macht. Durch das Blut floss die Kraft und wenn er das Blut hatte, hatte er auch die Macht. Jedoch wollte er sie nicht missbrauchen, sondern sie bewahren. Also schloss er das Blut, in dem die Macht war, weg und versteckte es. Dieser Überlebende wollte, dass diese Mächte nie wieder an das Tageslicht gelangten. Er beschützte das Blut und, als er schließlich starb, vermachte er das Blut seinem Sohn. Und so wurde das Blut in dieser Familie immer weiter gereicht, damit die Macht nie wieder ausbrechen konnte.
    Der jetzige Wächter ist Hisoka. Er besaß das Blut. Doch, statt es zu verstecken, beschloss er, es ans Licht zu bringen. Er sah in diesem Geheimnis eine Chance. Also ließ er euch alle herbringen und spritzte euch das Blut der Auserwählten in euer Eigenes, sodass ihr selbst zu Auserwählten wurdet."
    Geschockt und auch komplett verwirrt saß ich nur dort und starrte hoch. Meine Gedanken flossen wild durch meinen Kopf. Das Blut wurde doch scheinbar extra versteckt, damit es NICHT wieder ans Tageslicht gelangte und nun ist es das doch - wegen Hisoka. Was für eine Chance sieht er denn? Ich sehe nur die Gefahr, dass wieder dieses Verlangen nach Macht und schließlich auch das Chaos ausbrechen könnte.
    Hisoka lächelte nach wie vor böse vor sich hin, während sein Kumpan weitererzählte:„Hisoka sieht die Chance, die Kräfte zu trainieren und sinnvoll zu nutzen. Deswegen seid ihr letztlich hier. Ihr werdet seine Chance wahrmachen. Naja, eine Person von euch wird ihm diese Chance erfüllen..."
    Plötzlich huschte ein noch breiteres, gefährlich wirkendes Grinsen über das Gesicht des stummen Japaners. Irgendwie breitete sich eine Angst in mir aus. Nur einer wird diese Chance erfüllen... Was heißt das?
    Der zierliche Mann beantwortete mir diese Frage:„Ihr werdet selbst einen auserkoren, der die Chance erfüllt.
    Derjenige, der damals überlebt hat, hätte diese Chance auch schon erfüllen können, doch er entschied sich dagegen. Nun geht es darum, den neuen zu finden. Heißt? Ihr werdet gegeneinander kämpfen und, wer überlebt, ist DER Auserwählte. Ihr werdet morgen in eine Arena geschickt. Naja, man kann es so nennen. Es ist eine riesige Landfläche, die jedoch auf hochmoderne Art beschränkt wird. Es ist wie ein Wald. In diesen werdet ihr geschickt. Und dann geht es darum, dass ihr euch selbst trainieren müsst, um am Ende gegen alle anderen zu gewinnen, indem er sie mit eurer Kraft tötet. So, wie es damals auch geschehen ist. Ihr werdet praktisch so viel Zeit haben, wie ihr wollt, um euch gegenseitig zu töten. Theoretisch werdet ihr aber vielleicht vorher getötet. Der Anreiz bei der ganzen Geschichte? Der Gewinner überlebt und kann später wieder nach Hause. Der Rest ist eben tot und wer sich weigert, den jeweils anderen zu töten, wird eben von jemand anderem getötet. Hauptsache ist, ihr werdet alle sterben. Nur eine Person von euch wird überleben und, wer es ist, entscheidet ihr selbst."



    Tut mir leid, dass ich dieses Kapitel erst so spät vollendet habe, jedoch habe ich momentan ziemlich viel Stress wegen der Schule. Aber jetzt ist es ja fertig. Wer also vielleicht erst den ersten Teil des Kapitels gelesen hat, sollte das Kapitel dann vielleicht noch einmal lesen oder eben von der Stelle, wo es vorher geendet hat. Tut mir leid noch einmal deswegen. ^^'

    37
    Wir sollen uns gegenseitig töten? Fassungslos schaute ich Hisoka an, welcher gehässig grinste. Ich war geschockt und auch verängstigt. Langsam drehte ich mich nun zu Tae, wollte seine Reaktion sehen. Auch er schien geschockt. Er hatte die Augen weit aufgerissen und den Mund offen stehen. Nun blickte ich zu Karolin, welche auf meiner anderen Seite saß. Sie war sichtlich nervös und in ihrem Blick war ein Hauch von Panik zu erkennen. Auch die Gesichter der anderen waren nicht viel anders. Nur das Gesicht von einem schien gar nicht verängstigt, sondern eher vorfreudig. Und zwar das Gesicht von dem dürren Mann, der stets so finster blickte und so bleich und mager war, dass er auch schon als Leiche durchgehen könnte. An seinem von Eis überzogenem Anzug erkannte ich, dass er wohl die selbe Kraft hatte wie ich - Frost.
    Doch nun sprach Hisokas Gehilfe schon weiter und ich wandte meinen Blick wieder zu ihm. Er meinte:„Jetzt kennt ihr euer Training und wisst auch, wann es losgehen wird. Nämlich morgen. Ihr werdet dann vorher noch mit alltagstauglicher Kleidung ausgestattet und dann in die Arena geschickt. Ihr werdet alle an der selben Stelle rausgesetzt, also solltet ihr möglichst schnell fliehen, wenn ihr eure Kraft noch nicht vernünftig beherrscht.
    Naja, der Ball ist hiermit auch schon beendet und ihr werdet jetzt zurück in eure Zimmer gebracht." Mit den Worten verschwanden der bösartig grinsende Hisoka und sein eher verunsicherter Kumpan vom Balkon und die Wachen kamen bereits langsam auf uns zu, um uns dann später in unsere Zimmer zu bringen.
    Die paar Sekunden unter den Leuten nutzten viele, um in Panik zu verfallen. Ich sah, wie Lívia kreidebleich dastand und sich panisch umblickte, scheinbar auf der Suche nach jemandem. Malou stand bei Karolin, die versuchte, Juan schnell die Situation auf Spanisch zu erklären. Alle drei schienen recht aufgewühlt. Juan war einfach nur geschockt, als Karolin ihm noch mal schnell alles erklärte und Malou hielt sich ängstlich an Karolins Arm fest.
    Ich konnte außerdem sehen, dass Federica und Akiko beisammen standen und leise miteinander tuschelten.
    Dann konnte ich noch die „finsteren Gestalten" erkennen. Sie schienen seltsamerweise gar nicht besorgt oder ängstlich. Sie standen nur emotionslos wie immer da. Der Anführer der Gruppe, der große, bleiche mit den aschblonden Haaren und der dürren Statur, lächelte schwach vor sich hin. Das blonde Mädchen, das immer so besserwisserisch auf alle hinabschaute, stand nah bei ihm und lächelte gehässig. Dann gab es noch den großen Mann, der sehr kräftig, aber vielleicht ein bisschen dumm aussah, der einfach ganz normal guckte.
    Zu guter letzt gab es noch den jungen Mann mit den dunklen Haaren, die er nach hinten und zur Seite gekämmt hatte und dessen Haut so blass war, während sich unter seinen dunklen, tiefliegenden Augen starke Augenringe abzeichneten. Er blickte irgendwie ausdruckslos in die Masse, als schien ihn gar nicht zu stören, dass dort so viele Leute waren, die in Panik gerieten.
    Plötzlich spürte ich eine Hand an meinem Arm, die mich sanft zu sich zog. Ich erkannte Tae. Er blickte mich besorgt an und deutete dann plötzlich auf Karolin, um die sich einige Leute versammelt hatten. Federica, Akiko, Malou und Juan standen um sie herum und Karolin selbst schien gerade etwas zu erzählen.
    Interessiert traten Tae und ich nun dazu und hörten zu, was Karolin da sprach. „Wir sollen uns gegenseitig umbringen. Aber was, wenn wir uns einfach als Gruppe weigern?", war, was Karolin da murmelte. Ich schaltete mich nun zögerlich dazu:„Wollt ihr euch einfach gegenseitig töten?" Gleichzeitig schüttelten alle ängstlich den Kopf und ich sagte nun:„Also. Warum tun wir uns nicht als Gruppe zusammen und versuchen, zusammen zu überleben? Wenn wir angegriffen werden, müssen wir uns eben verteidigen." Federica fügte nun nachdenklich hinzu:„Genau. Und, wenn wir dann am Ende noch übrig bleiben, weigern wir uns, uns gegenseitig zu töten." Ich sah, wie alle zustimmend nickten und Karolin murrte noch schnell:„OK, dann werden wir uns ja morgen in der Arena sehen."
    Mit den Worten wurde sie gerade von einem der Wächter weggeführt, zur Tür. Dort sollten sich die Gefangenen versammeln, damit sie in ihre Zimmer gebracht werden konnten.
    Auch Tae und ich wurden nun weggeführt, bis wir schließlich zu zweit in unserem Zimmer standen. Wir schwiegen beide, bis ich schließlich ängstlich die Stimme hob:„Was, wenn wir sterben?" Tae blickte mich an, überlegte kurz und beruhigte mich dann:„Das werden wir nicht. Wir werden uns als Gruppe zusammentun. Überleg doch mal. Karolin, Federica, Akiko, Malou, Juan, du und ich. Wir sind sieben Leute. Sieben von zwanzig. Wenn wir dann zusammenhalten und zusammen kämpfen, können wir die anderen besiegen. Die meisten sind wahrscheinlich eh alleine unterwegs." Leise murmelte ich nun, während mir die Tränen bereits in die Augen schossen:„Ich weiß, aber ich will doch niemanden töten. Und selbst wenn, wie sollte ich das machen? Ich beherrsche meine Kraft doch gar nicht vernünftig." Nun brach ich vollkommen in Tränen aus, denn der Gedanke machte mir schreckliche Angst.
    Tröstend kam Tae daraufhin auf mich zu und umarmte mich sanft. Leise flüsterte er nun, während er seine Arme beschützend um mich geschlungen hatte:„(d/n), mach dir keine Sorgen. Ich verstehe, dass dir das Angst macht. Mir ja auch, aber was sollen wir schon dagegen tun? Wir werden eine Gruppe sein und auf uns aufpassen. Wir werden das schaffen, OK?" Wimmernd nickte ich nur und schmiegte mein verheultes Gesicht etwas in Taes Schulter. Es tat gut, jemanden zu haben, der einen umarmte. Ich fühlte mich geborgen und meine Angst schwand ein wenig.
    Leise murmelte ich nun:„Ich werde mich jetzt umziehen. Ich kann ja nicht die ganze Nacht dieses Kleid tragen." Warm lächelte mich Tae an und ließ mich jetzt auch los, während er meinte:„OK, dann gehst du ins Bad und ich ziehe mich eben hier um." Stumm nickte ich nur und ging ins Bad. Ich wollte gerade den Reißverschluss meines Kleids öffnen, doch ich kam nicht daran. Leise seufzte ich und ging wieder aus dem Bad heraus, um Tae um Hilfe zu bitten. Der stand jedoch gerade oberkörperfrei da und starrte mich etwas verlegen an. Schnell wandte ich meinen Blick ab, damit er nicht dachte, ich würde ihn beobachten und murmelte verlegen:„Kannst du mir vielleicht eben den Reißverschluss von meinem Kleid hinten aufmachen?"
    Belustigt lächelte Tae daraufhin und meinte:„Ja, klar." Dann ging er auf mich zu. Ich drehte mich schon mal um und legte meine Haare nach vorne, damit sie nicht störten. Tae öffnete nun vorsichtig den Reißverschluss und berührte dabei mit seinen warmen Fingern meine Haut. Etwas zuckte ich dabei zusammen, während Tae amüsiert grinste. Schließlich hatte er den Reißverschluss komplett geöffnet, ich bedankte mich schnell bei ihm und eilte dann zurück ins Bad. Dort zog ich mich dann ganz um, schminkte mich schnell ab und kämmte meine Haare.
    Nachdenklich schaute ich mich nun im Spiegel an und seufzte leise. Das bin ich. Aber werde ich noch lange bestehen bleiben? Morgen könnte ich schon tot sein und die Wahrscheinlichkeit, dass ich es sein werde, ist sogar ziemlich hoch. Mit meinen Kräften komme ich eh nicht weit... Bedauernd blickte ich auf meine Hände und dann auf den Wasserhahn. Vorsichtig öffnete ich ihn und das Wasser sprudelte heraus. Zögernd hielt ich nun meinen Finger unter das Wasser und es gefror augenblicklich. Deprimiert seufzte ich leise und ging einfach wieder aus dem Bad heraus.
    Tae hatte sich auch schon fertig umgezogen und hockte nun auf der Bettkante. Als er mich sah, lächelte er mir kurz zu. Schwach lächelte ich zurück und trottete nun zu ihm. Schweigend ließ ich mich neben ihm nieder und starrte einfach in die Luft.
    Nach einer Weile flüsterte ich gedankenverloren:„Vielleicht sollten wir schlafen gehen..." Knapp nickte Tae daraufhin und legte sich schon in das Bett. Langsam legte ich mich auch hin, mit dem Rücken zu ihm und starrte weitherhin Löcher in die Luft.
    Nach einigen Minuten hörte ich plötzlich Taes Stimme leise hinter mir:„Die Nacht ist so unfassbar ruhig. Sie könnte einem fast Angst machen." Irgendwie verwirrt schaute ich Tae an und meinte:„Naja, nachts schlafen nun mal alle..." Belustigt schaute Tae mich nun an und sagte:„Ich weiß. Ich wollte dich auch eigentlich nur von deinen Gedanken ablenken. Ich wusste ja, dass du nicht schläfst." Belustigt grinste ich nun und murmelte:„Das hast du ja geschafft. Aber ich mache mir dennoch Sorgen. Ich meine, wie soll das denn alles ablaufen? Wenn wir morgen alle an der selben Stelle rausgelassen werden und nicht schnell genug wegkommen, werden wir von jemand anderem getötet..." Ruhig blickte der gutaussehende Mann mich an und erwiderte:„Ich weiß. Aber wir werden schnell genug wegkommen, OK? Die anderen sind genauso unerfahren wie wir und werden ihre Kräfte wohl nicht besser beherrschen als wir. Theoretisch sitzen wir alle im gleichen Boot." Leise murrte ich nun:„Ja, aber praktisch wollen uns alle anderen umbringen, um selbst lebend rauszukommen." Leicht lächelte Taehyung daraufhin und meinte:„Vielleicht hast du recht, aber wir sollten nicht so pessimistisch an die ganze Sache rangehen. Denk dran, wir sind eine Gruppe aus 7 Leuten und wir werden zusammenhalten. Dann kann uns niemand etwas anhaben. Wir schaffen das!"

    38
    Laute Stimmen ertönten auf dem Flur und rissen mich und Tae aus dem Schlaf. Verwirrt öffnete ich die Augen und versuchte, die Geräusche zu identifizieren. Ich hörte lautes Rufen von vielen verschiedenen Personen. Ich erkannte die Stimme eines Jungen, der auch zu den Gefangenen zählte, mit dem ich mich aber noch nie unterhalten hatte. Ich wusste nur, dass seine Kraft Nebel war.
    Dieser Junge schrie hysterisch:„Nein, ich will nicht. Ich werde mich nicht umbringen lassen! Lasst mich gehen! Sucht euch jemand anderen für eure komischen Pläne!" Ebenso erkannte ich die Stimme einer Wache:„Geh zurück in dein Zimmer und versuch ja nicht noch einmal, auszubrechen!" Daraufhin hörte man nur das stumpfe Schließen einer Tür und die panischen Schreie des Junge erstarben."
    Erst war ich verwirrt und fragte mich, was wohl passiert war, bis es mir auf einmal wieder einfiel und mein Blick verfinsterte sich sofort, denn an dem Tag noch sollten wir in diese Art Arena geschickt werden.
    Auch Tae war wach und schaute mich noch schlaftrunken aus kleinen Augen an, während ich einfach aus dem Bett sprang und ihn etwas belustigt leicht anlächelte. Doch hauptsächlich sprach aus meinen Augen Angst und Besorgnis.
    Müde erhob er sich nun auch und er erkannte natürlich, dass ich mir wieder viele Gedanken machte. Doch er murmelte nur beruhigend:„Mach dir keine Sorgen, (d/n). Das ist nur die Aufregung. Es wird alles gut." Ungläubig starrte ich nur vor mich hin und flüsterte eher ironisch zu mir selbst:„Ja, es wird alles gut. Sicherlich. Wir werden nur alle in den Tod geschickt..." Doch Tae schien das einfach zu überhören, denn er antwortete darauf nicht. Stattdessen ging er ins Bad und trieb da seinen Unfug.
    Als er wiederkam, saß ich gerade mal wieder vor dem Fenster und gaffte heraus. Leise seufzte mein Zimmergenosse nun, kam dann zu mir, legte eine Hand auf meine Schulter und fragte leise:„Na, was gibt es da zu sehen?" Gedankenverloren zuckte ich nur mit den Schultern und starrte weiter in die Ferne.
    Nach einer Weile jedoch fragte ich leise:„Wie sollen wir das nur überleben?" Tae flüsterte nur leise hinter mir:„Wir werden es überleben. Wir haben doch schon besprochen, wir tun uns als Gruppe zusammen und dann können sie uns nichts anhaben." Nach wie vor blickte ich nur skeptisch nach draußen.
    Natürlich sind wir als Gruppe stärker. Aber sind wir auch stark genug? Es muss nur einer kommen, der stärker ist als wir. Es muss nur einer getötet werden und unsere Existenz steht schon auf der Kippe. Ich bin mir nicht sicher, ob wir das wirklich überleben werden...
    Plötzlich öffnete sich die Tür und ich fuhr augenblicklich zu dieser herum, Tae ebenso. Lorenzo stand dort. Er hatte nichts zu Essen dabei, doch er sah komplett fertig aus. Sein Gesicht war rot, seine Augen geschwollen, seine Haare zerzaust und er atmete schwer. Aufgelöst blickte er uns an und fing an, zu sprechen:„Ich darf eigentlich nicht hier sein und ich will es irgendwie auch gar nicht. Aber ihr zwei seid meine letzte Hoffnung." Verwirrt blickte ich den brasilianischen Jungen an und fragte verwundert:„Was meinst du damit? Was willst du uns sagen?" Auf einmal fing Lorenzo an, etwas zu wimmern und er schluchzte:„Ihr musst mir unbedingt helfen. Lívia ist meine Schwester, wie ihr wisst und sie ist ebenfalls eine Auserwählte. Bitte, ihr müsst in dieser Arena auf sie aufpassen!" Beide etwas verwirrt schauten wir uns erst gegenseitig und dann Lorenzo an. Taehyung sprach mir nun wie aus der Seele:„Warum seid ihr denn eigentlich beide hier?"
    Nun brach Lorenzo komplett in Tränen aus und meinte:„Es ist nur meine Schuld. Diese Leute haben mich auf der Straße aufgegabelt und meinten, sie könnten uns ein besseres Leben ermöglichen, wenn ich ihnen meine Schwester verkaufen würde. Das wollte ich nicht, aber ich habe ihnen vorgeschlagen, dass wir für sie arbeiten könnten. Sie haben zugestimmt und uns mitgenommen, aber ich wusste nicht, dass sie so etwas Abgefahrenes vorhaben. Ich dachte, wir sollen einfach nur für sie arbeiten und habe Lívia deswegen überzeugt, mitzukommen. Und jetzt soll sie in diese Arena geschickt werden. Aber das würde sie niemals ohne Hilfe überleben. Ihr zwei müsst auf sie aufpassen, bitte!"
    Irgendwie etwas überfordert blickte ich von Tae zu Lorenzo und stammelte:„Wusstest du denn vorher gar nichts von dem Ganzen?" Verzweifelt schüttelte der Junge nur den Kopf und Tae sagte plötzlich:„Wir werden auf sie aufpassen, Lorenzo." Zustimmend nickte ich und fügte hinzu:„Wir werden als Gruppe auf sie aufpassen." Dankbar lächelte Lorenzo uns nun an und murmelte irgendetwas Unverständliches vor sich hin.
    Auf einmal ertönten jetzt jedoch noch mehr Stimmen auf dem Flur und Lorenzo sah uns panisch an:„Das sind sie. Ich muss jetzt gehen..." Und sofort verschwand der Junge schon wieder und wir hörten noch die lauten, gedämpften Stimmen auf dem Flur.
    Noch etwas verwirrt, aber auch schockiert, schaute ich Tae an und murmelte:„Lorenzo tut mir wirklich leid. Wenn er schon so naiv war und damals bei diesen Männern mitgekommen ist, muss er wirklich sehr gelitten haben und jetzt leidet er noch mehr, weil er vielleicht seine Schwester verliert. Alles, was er noch hat..." Traurig nickte Tae nur und meinte:„Jetzt wissen wir auch, warum sie beide hier sind. Aber wir werden ja auf sie aufpassen. Wir passen alle gegenseitig auf uns auf."
    In dem Moment wurde wieder die Tür aufgerissen und zwei Männer traten ein. Sie blickten uns finster an, packten uns unsanft am Am und zogen uns aus dem Zimmer heraus. Auch die anderen wurden gerade aus ihren Zimmern geholt und schließlich wurden wir alle in eine kleine Halle gebracht, wo verschiedene Klamotten lagen. Sie drückten jedem etwas in die Hand und wir mussten es anziehen. Es waren hauptsächlich Klamotten aus Leder oder aus festen, braunen Stoffen. Auch feste Schuhe bekamen wir.
    Als wir schließlich umgezogen waren, standen wir nur alle in dieser kleinen Halle. Die meisten hatten sich weit abseits von den anderen aufgestellt. Nur Juan, Federica, Akiko, Malou und Karolin standen wieder beieinander. Leise erklärte Karolin wohl etwas und Tae und ich stellten uns dazu. Nun konnten wir auch Karolin verstehen, welche mit ernstem Blick sprach:„Wenn wir erstmal in die Arena gesetzt werden, sollten wir möglichst schnell fliehen, bevor die anderen uns vielleicht direkt kaltmachen. Ihr müsst einfach versuchen, so schnell wie möglich wegzukommen und lasst euch am besten nicht von den anderen trennen. Ansonsten kommen wir nie wieder zusammen. Ihr dürft auch nicht alle in unterschiedliche Richtungen laufen. Verstanden?" Zögerlich nickten daraufhin alle, eingeschlossen Tae und ich.
    Doch nun schaute ich mich kurz um, auf der Suche nach Lívia. Sie stand abseits von den anderen, schaute aber schon zu uns rüber. Schnell ging ich zu ihr und Tae folgte. Leise sprach ich ihr nun zu:„Hallo Lívia. Möchtest du dich mit uns verbünden? Wir wollen als Gruppe zusammenbleiben und gegenseitig auf uns aufpassen." Beinahe etwas feindselig fragte Lorenzos kleine Schwester nun:„Lorenzo hat euch gesagt, dass ihr auf mich aufpassen sollt, oder?" Ehrlich antwortete Tae nun:„Ja, er war bei uns. Aber wir fragen dich auch, weil es in unserem eigenen Interesse liegt, dass du überlebst. Nicht nur, weil Lorenzo uns darum gebeten hat." Kurz überlegte das brasilianische Mädchen nun und meinte dann:„Na gut, ich werde mit euch kommen. Aber ihr braucht nicht glauben, dass ich nicht auch auf mich selbst aufpassen kann." Etwas überrascht lächelte ich und erklärte dann knapp:„Der Plan ist, dass wir einfach, sobald wir in der Arena sind, von den anderen wegrennen. Du rennst uns dann einfach hinterher, OK?" Knapp nickte das Mädchen daraufhin und wollte wohl gerade etwas sagen, als plötzlich wieder eine laute Stimme ertönte. Augenblicklich drehten sich alle zu ihr um. Es war ein Mann, der gerade alle zusammentrommelte. Ich sah, wie alle zögernd dastanden und plötzlich meinte der Mann:„Wollt ihr euch heute noch in Bewegung setzen? Folgt mir!" Schon ging der Mann los, auf eine Tür zu. Hinter dieser Tür war ein langer Tunnel.
    Seufzend folgten wir dem Mann nun alle, auch, wenn einige einfach am liebsten weggerannt wären. Jedoch versperrte eine Art Nachhut diese Möglichkeit.
    Wie in einer Karawane wurden wir nun also durch den Tunnel geführt, bis wir nach mehreren Minuten schließlich in einer weiteren unterirdischen Halle standen.
    In der Mitte waren 20 Kreise markiert, die selbst zusammen einen Kreis bildeten.
    Plötzlich befahl der Kerl:„Verteilt euch auf die Markierungen!" Zögerlich schaute ich daraufhin Tae an, welcher mir knapp zunickte, als Zeichen, dass ich dem Befehl des Mannes folgen sollte.
    Also stellte ich mich auf einen der Kreise. Tae stellte sich auf den Kreis neben meinem und auch die anderen verteilten sich, bis schließlich jeder Kreis belegt war. Nervös schauten wir uns nun alle um und warteten ängstlich darauf, dass etwas passierte.
    Schließlich ertönte plötzlich eine vertraute Stimme aus der Ecke der unterirdischen Halle. Es war der Kumpan von Hisoka und Hisoka selbst stand neben ihm. Er sprach mit etwas zittriger Stimme, wie immer:„Seid gegrüßt. Jetzt seid ihr hier alle versammelt. Gleich werdet ihr in die Arena geschickt. Um genau zu sein, werdet ihr jetzt in die Arena geschickt. Es geht los, sobald das Signal ertönt. Viel Glück also euch allen. Mögen die Kämpfe beginnen!"
    Und schon bewegten sich die runden Plattformen, auf denen wir standen auf einmal nach oben und führten uns durch Röhren in der Decke an das Tageslicht.
    Nervös stand ich nur da und bekam beinahe eine Panikattacke.
    Doch, als wir plötzlich alle oben angekommen waren, standen wir auf einmal alle wieder in dem Kreis dort. Nervös schaute ich nun zu Tae hinüber. Dieser schien nun auch sichtlich nervös und lächelte mich etwas verkrampft an. Auch zu dem Rest unserer Gruppe wanderte mein Blick.
    Karolin stand mit ernstem Blick da und sah schon so aus, als würde sie jeden Moment davonsprinten.
    Malou stand eine Markierung weiter und blickte die ganze Zeit nervös zu Karolin, als würde sie bei ihr Hilfe suchen. Federica und Akiko blickten einfach nur nervös umher und blieben mit ihrem Blick schließlich bei Karolin hängen. Sie hatte nämlich sozusagen den Plan entworfen, wie wir davonkommen sollten und sie zeigte nun auch in die Richtung, in die wir rennen sollten.
    Juan stand zu meiner Verwunderung relativ ruhig da und wartete einfach auf das Startsignal.
    Lívia hingegen stand mit entschlossenem Blick da und schaute zu Tae und mir, bereit, um jeden Moment loszusprinten.
    Ich hingegen schaute wieder zu Tae, welcher auch mich anschaute.
    Plötzlich ertönte ein lautes Geräusch und ich wusste, dass es das Startsignal war. Jetzt geht es los. Jetzt heißt es: Renne um dein Leben!

    39
    Das laute Startsignal ertönte und dröhnte noch einen Moment in meinen Ohren, sodass mir erst sehr schwindelig wurde. Nach einigen wenigen Sekunden fing ich mich wieder und sah, wie die Leute überall wegrannten. Ich erkannte, wie Karolin Malou am Arm hielt und sie mit sich zog, in den Wald. Akiko und Federica folgten ihr, ebenso wie Juan.
    In dem Moment war ich irgendwie verwirrt, bis plötzlich Tae meinen Arm griff und mich mitzog, hinter Karolin hinterher. Lívia rannte neben uns her und ich drehte mich während des Rennens noch Mal schnell um. Ich erkannte vier Leute, die unbewegt beisammen auf der Lichtung standen und einfach nur finster hinter uns her starrten. Sie sahen so gelangweilt und finster aus, als würde diese Situation ihnen gar nichts ausmachen.
    Ich bekam irgendwie etwas Angst vor ihnen und rannte Tae nur schnell hinterher. Dieser schien nämlich Karolin und die anderen immer noch im Blick zu haben, während ich sie schon verloren hatte. Eine Weile rannten wir einfach und so langsam ging mir schon die Puste aus, bis wir plötzlich endlich zum Stehen kamen und ich sah nun auch wieder die anderen aus unserer Gruppe.
    Wir standen alle auf einer kleinen Lichtung, mitten im Wald. Abgesehen von uns war niemand anderes in der Nähe zu sehen. Nur wir standen alle prustend dort, während Karolin ihren Blick durch die Runde schweifen ließ und dann kurz zu sich selbst nickte. Nun erhob sie die Stimme:„Es sind alle da, das ist schon mal gut. Aber jetzt brauchen wir einen Plan." Ich sah Akiko nur stumm zustimmend nicken, während Federica nun ihre Stimme hob:„Vielleicht können wir uns einfach verstecken." Malou, welche sich etwas ängstlich an Karolins Arm klammerte, murmelte:„Ja, aber die Frage ist, wo wir uns verstecken..." Karolin schaute sich nun etwas nachdenklich um und meinte schließlich:„Wir sollten vielleicht erstmal weitergehen, bis wir etwas näher am Rand der Arena sind. Wenn man das hier überhaupt Arena nennen kann. Für mich ist es eher eine eingegrenzte Landschaft. Naja, wir sollten auf jeden Fall näher zum Rand vorschreiten. Dort halten sich weniger Leute auf." Ich sah, dass alle zustimmend nickten, woraufhin Karolin zufrieden nickte und ging dann direkt los. Dabei sagte sie in ernstem Tonfall:„Denkt dran, dass wir zusammenbleiben müssen. Wenn jemand gesehen wird, der nicht zu unserer Gruppe gehört, wird das sofort gesagt. Und, wenn ihr mal ne Pause braucht, könnt ihr das auch ruhig sagen."
    So gingen wir unter Karolins Führung los. Tae und ich liefen etwas weiter hinten, Lívia einige Meter schweigend neben uns.
    Leise unterhielten Tae und ich uns. „Es ist schon irgendwie seltsam, auf einmal hier als Gruppe unterwegs zu sein", fing Tae das Gespräch leise an. Ich erwiderte leicht lächelnd:„Schon. Es erinnert mich ein bisschen daran, als ich früher mal ins Zeltlager gefahren bin. Da haben wir im Wald Spiele in Gruppen gespielt und unsere Gruppe hat sich verirrt." Belustigt grinste Tae mich an und schaute nun etwas um sich. Dann meinte er plötzlich grinsend:„Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie die kleine (d/n) verloren im Wald rumrennt." Beleidigt spielend boxte ich meinem Kumel daraufhin leicht gegen den Arm und murrte:„Ich war ja nicht alleine und außerdem war ich da gar nicht mehr so klein. Ich war etwa 12 Jahre alt." Grinsend erwiderte Tae nun stumpf:„Sag ich doch, die kleine (d/n)." Amüsiert lächelte ich nur und schaute nun nach vorne, um zu sehen, wo wir langgehen wollten. Dabei sah ich auch, wie Malou dicht neben Karolin ging, als suche sie bei ihr Schutz. Juan lief ruhig neben ihnen und Federica wiederum lief neben ihm und textete ihn zu. Jedoch schien er gar nicht wirklich zuzuhören. Akiko lief mittlerweile neben Lívia und versuchte wohl, ein Gespräch mit ihr aufzubauen, das jedoch eher holprig endete.
    Belustigt lächelte ich leicht vor mich hin, drehte mich jedoch immer wieder nervös um, aus Angst, dass vielleicht plötzlich jemand hinter uns war. Tae bemerkte meine Nervosität natürlich und versuchte, mich etwas abzulenken, indem er meinte:„Dieser Wald hier ist sehr interessant. Sieht aus, wie ein Urwald. Was meinst du?" Leise gab ich nur von mir:„Ich weiß es nicht, aber ich hoffe eigentlich, dass es kein Urwald ist. Sonst haben wir demnächst irgendwelche Schlangen vor uns sitzen..."
    Wir liefen schon seit mehreren Stunden und der Weg war komplett verwuchert, sodass es uns immer schwerer fiel, ihn zu gehen.
    Schließlich sprach Federica den Wunsch von wohl uns allen aus:„Können wir bitte eine Pause machen? Ich kann nicht mehr..." Zustimmend nickte Karolin an der Spitze und sprach selbst schon keuchend:„Ja, wir legen hier eine Pause ein." Somit blieb sie stehen und auch die anderen gingen nicht mehr weiter. Erschöpft ließ ich mich nun an einem Baum nieder und lehnte mich dagegen. Ich sah, wie Federica zu mir kam, während Tae sich mittlerweile zu Akiko gesellt hatte. Dies machte mich jedoch ehrlich gesagt etwas eifersüchtig, da sie sich wirklich gut unterhielten und Akiko dazu auch noch sehr hübsch war. Jedoch versuchte ich einfach, diese Eifersucht auszublenden und lächelte stattdessen Federica an.
    Diese lächelte erschöpft, aber trotzdem gut gelaunt zurück und meinte:„Hey, wie geht's so?" Schwach lächelnd erwiderte ich nur:„Mir geht's ganz gut. Dir?" Mal wieder voll in ihrem Element brabbelte Federica:„Mir geht's auch gut. Naja, den Umständen entsprechend halt. Aber ich bin wirklich froh, dass wir diese Gruppe gebildet haben. Wir harmonieren alle ganz gut zusammen und so sind wir auch gleich viel sicherer." Zustimmend nickte ich nur lächelnd und schaute mich dann etwas um. Karolin hockte gedankenverloren auf einem Stein und schien nachzudenken, während Malou wie eine Klette neben ihr saß und sich interessiert umschaute. Juan hatte sich entspannt auf den Boden gelegt und sah so aus, als würde er schlafen. Tae und Akiko unterhielten sich immer noch, doch ich schaute schnell weg, weil ich nicht wieder eifersüchtig werden wollte. Stattdessen schaute ich zu Lívia, die am Rand hockte und gerade einen leichten Nebel zwischen ihren Fingern balancierte.
    Plötzlich erhob Karolin ihre Stimme:„Wie gut kommt ihr mit euren Kräften klar? Wenn wir angegriffen werden, müssen wir uns verteidigen können. Wer kann also schon was, beziehungsweise was nicht?" Erwartungsvoll schaute Karolin uns nun alle an und Federica fing direkt an, ihren Roman zu erzählen:„Ich bin noch nicht sooo gut, aber ich kann immerhin Wasser etwas in der Luft bewegen. Wenn also irgendwo Wasser ist, kann ich es sozusagen hochheben und durch die Luft schweben lassen." Weiter kam Federica jedoch nicht, denn sie wurde von Karolin unterbrochen, indem sie recht desinteressiert murrte:„Supidupi. Taehyung, was ist mit dir?" Belustigt lächelte ich bei Karolins Reaktion, da man merkte, dass Federicas ständiges Gerede ihr scheinbar etwas auf den Geist ging. Tae erzählte nun knapp:„Ungefähr das selbe wie Federica, aber ich habe auch nicht viel mehr ausprobiert." Knapp nickte die Anführerin unserer Gruppe daraufhin und fragte Akiko. Diese antwortete mit ihrer leisen Stimme:„Ich kann Licht erzeugen, aber eher so, dass ich es zwischen meinen Händen balancieren kann." Dies führte sie direkt vor, indem sie einen Lichtball in der Große eines Fußballs zwischen den Händen, in der Luft, balancierte. Zufrieden nickte Karolin und fragte auch schnell die anderen. Dabei stellte sich heraus, dass Malou und Juan leichte Erhebungen im Boden hervorrufen lassen konnten und Lívia einen Raum mit Nebel füllen konnte.
    Als letztes wurde ich befragt und es war mir beinahe etwas peinlich, als ich erzählte:„Ich gefriere jedes Wasser, das ich berühre, kann es aber nicht wieder zurückwandeln. Aber Tae kann es..." Diese Aussage nickte Karolin auch nur schnell weg und erklärte nun noch irgendetwas, doch ich hörte gar nicht wirklich zu.
    Stattdessen war ich zu sehr damit beschäftigt, nachzudenken. Wir sind scheinbar alle noch nicht ganz so überragend mit unseren Kräften, aber ich bin immer noch das Schlusslicht. Was, wenn ich die Gruppe damit gefährde, dass ich meine Kraft nicht kontrollieren kann? Was, wenn ich uns alle in Gefahr bringe? Was, wenn wir meinetwegen sterben? Warum bin ich nur so inkompetent?

    40
    Erschöpft trottete ich neben Federica her, die scheinbar unermüdlich redete. Sie erzählte gerade von ihrem Leben in Italien und schwärmte:„Ich lebe dort in Rom, nicht weit vom Petersdom entfernt. Es ist wunderschön dort. Das inspiriert mich sehr, was mir sehr zugute kommt, da ich Künstlerin bin." Ich war zwar müde und konnte kaum mehr einen Schritt weitergehen, aber mein Interesse hatte sie geweckt und ich fragte:„Echt? Hört sich wirklich interessant an. Aber verdient man als Künstlerin denn überhaupt genug Geld, um sich über Wasser zu halten?" Etwas verlegen wirkend meinte Federica nun:„Naja, man verdient wirklich nicht allzu viel. Zumindest nicht, wenn man nicht einfach irgendwelche Werke verkauft, die man mal gemalt hat, ohne dafür irgendwelche Vorlagen bekommen zu haben. Meistens bekomme ich nämlich Aufträge von reichen Leuten, dass ich Portraits oder derartiges malen soll. Besonders von der Kirche bekomme ich recht viele Aufträge. Aber ich halte mich meistens gut bei Laune. Ich arbeite nämlich gleichzeitig als Kellnerin und Händchen für alles in der Pizzeria meines Onkels. Somit komme ich ganz gut um die Runden." Irgendwie bewundernd lächelte ich die freundliche, junge Frau an. Sie war mir sehr sympathisch. Vor allem, weil sie trotz der misslichen Lage stets bei Laune blieb und andere auch etwas damit ansteckte. Ich hatte ein wenig das Gefühl, dass Federica in unserer Gruppe dafür sorgte, dass keine Aggressionen oder so ausbrachen. Denn die hätte ich mir sehr gut vorstellen können in dieser Situation mit so vielen Leuten und unter so einem Druck.
    Stattdessen siegte momentan eher die Müdigkeit, da seit unserer letzten Pause wieder einige Stunden vergangen waren und ich hörte Karolin an der Spitze fauchen:„Wie weit reicht diese blöde Arena denn? Ich krieg die Krise mit diesen blöden Pflanzen im Weg und diese Insekten nerven auch gewaltig, die hier überall schwirren. Ich weiß nicht mal, was das für Viecher sind..." Beinahe etwas belustigt lächelte ich, konnte Karolin aber nur Recht geben. Und da war ich wohl nicht alleine. Wir waren alle erschöpft und so langsam fing es auch schon an, zu dämmern.
    Deshalb rief Karolin nun zur Rast aus, über die sich alle sehr freuten. Sie erläuterte:„Es dämmert bereits und wir sind alle müde. Wir werden hier eine Art Lager aufschlagen und die Nacht verbringen." Ich hörte Tae erleichtert neben Akiko murmeln:„Danke. Meine Grundbedürfnisse sind nämlich schon ganz unten angelangt." Daraufhin erwiderte Federica in ihrer unbeschwerten Art:„Grundbedürfnisse ist ein gutes Stichwort. Ich hab Hunger." Ich sah, wie daraufhin alle nickten und auch ich merkte jetzt, wie hungrig ich war." Knapp meinte Karolin nun:„Gut. Dann sollten wir vielleicht nach etwas zu essen suchen. Fragt sich nur, was wir essen sollen. Wir sind nämlich, so wie es aussieht, in einem Urwald oder dergleichem und da kommt es auch gerne mal vor, dass die ein oder andere Beere giftig ist." Ich schaltete mich nun ein:„Das stimmt wohl. An sich gibt es hier genug Beeren, aber die meisten davon sehen schon giftig aus." Nachdenklich sah ich Karolin nur nicken, bis sie mit ihrem gewohnt ernsten, beinahe verärgertem, Blick fragte:„Kennt sich jemand von euch mit Pflanzen aus?" Stumm schüttelten die meisten den Kopf, doch die sonst eher schweigende Lívia räusperte sich auf einmal wie aus dem Nichts:„Ich kenne viele Pflanzen, da ich in Rio de Janeiro fast schon an einem Dschungel gewohnt habe." Zufrieden nickte Karolin nun und murmelte:„Wunderbar. Dann sollten drei Leute vielleicht, unter Lívias Führung, nach Nahrung suchen und der Rest bleibt hier. Ich werde wohl bei der Nahrungssuche helfen. Wer kommt noch mit?" Juan meldete sich direkt zu Wort, dass er mitkommen wolle und so sprach Karolin:„OK, wunderbar. Dann gehen wir jetzt los. Wir werden uns wohl auch nicht allzu weit entfernen. Wichtig für euch ist nur zu wissen, dass ihr zusammenbleiben müsst. Auch, wenn ihr vielleicht angegriffen werdet, müsst ihr zusammenbleiben. Niemand wird zurückgelassen! Verstanden?" Gehorchsam nickten wir wie im Chor und schon verschwanden die drei im Gebüsch.
    Solange setzten wir uns alle auf den dicht bewachsenen Boden und warteten darauf, dass die kleine Truppe wiederkam.
    Ich saß mal wieder mit Federica zusammen, während Tae sich mit Akiko und Malou unterhielt. Mal wieder etwas eifersüchtig schielte ich zu den dreien rüber, da es mir tatsächlich nicht passte, dass Tae und Akiko sich so gut verstanden. Jedoch versuchte ich einfach, dieses Gefühl abzuschütteln und unterhielt mich weiter mit Federica:„Irgendwie fühle ich mich sehr wohl in dieser Gruppe. Du nicht auch?" Begeistert nickte die lockenköpfige Italienerin nun und fügte hinzu:„Wir verstehen uns alle ziemlich gut und meiner Meinung nach passen wir sehr gut aufeinander auf." Zustimmend nickte ich lächelnd und meinte:„Das stimmt. Vor allem Karolin passt gut auf alle auf. Sie legt sehr viel Wert darauf, dass alle gleich behandelt werden und, dass niemand zurückgelassen wird, wie es mir scheint. Ich glaube, in ihr haben wir eine Art Anführerin gefunden." Lächelnd sprach Federica:„Ja, aber sie macht ihren Job wirklich gut. Ich finde es irgendwie lustig, dass sie unsere Anführerin ist. Schließlich ist sie noch sehr jung und, wenn man mal so überlegt, wir sind 5 Jahre älter als sie." Etwas belustigt grinste ich und stimmte zu.
    Wenige Minuten später kamen Karolin, Juan und Lívia auch schon zurück. Sie trugen alle die Arme voll mit Beeren oder anderen Pflanzen und Früchten. Diese legten sie nun auf einem flachen Stein ab und Karolin ergriff das Wort:„Wir sind wieder da. Also, wir haben hier einfach mal alles Essbare mitgebracht. Lívia hat uns genau gezeigt, was man essen kann und was nicht. Also braucht man eigentlich keine Angst haben, tot umzufallen." Etwas belustigt fragte Tae nun plötzlich:„Und uneigentlich?" Etwas finster schaute Karolin den perfekten Mann nun an, lächelte dann aber leicht und erwiderte schlechthin:„Und uneigentlich könnten wir trotzdem daran sterben, aber das ist dann nicht Lívias Schuld. Haut rein, mit dem besten Gefühl, dass ihr sterben könntet, es aber wohl nicht werdet."
    Belustigt grinste ich. Ich mochte Karolins Sarkasmus und stand auch direkt von meinem Platz auf, nahm mir zwei seltsam geformte, gelb-orange Früchte und ging damit zurück zu Federica. Ich drückte ihr die eine Frucht in die Hand und wir aßen sie.
    Mittlerweile hatten wir alles, was die drei mitgebracht hatten, aufgesgessen und erfreuten uns bester Gesundheit, während es schon stockduster war.
    Lívia lag bereits mucksmäuschenstill an einen Baum gelehnt und schien zu schlafen. Malou hatte sich neben Karolin zusammengerollt und gähnte lang. Federica war mittlerweile wieder zu Akiko gegangen und ich saß nun alleine vor einem breiten Baum und beobachtete alle. Juan und Karolin waren noch wach und unterhielten sich leise auf Spanisch.
    Tae saß nicht weit von mir entfernt und plötzlich bemerkte ich, dass er mich beobachtete. Verlegen lächelte ich ihn an und er grinste etwas frech zurück. Mit diesem Grinsen stand er auch von seiner Stelle auf und hockte sich neben mich. Verlegen versuchte ich, ein Gespräch zu beginnen:„Du hast dich ja echt gut mit Akiko unterhalten." Knapp nickte Tae:„Ja, sie ist sehr nett und höflich. Man kann sich wirklich gut mit ihr unterhalten." Nachdenklich nickte ich nur und ärgerte mich insgeheim darüber, dass die beiden sich gut verstanden, bis Tae murmelte:„Und du hast dich gut mit Federica verstanden?" Knapp nickte ich nur und meinte etwas emotionslos klingend:„Ja, das hab ich schon immer. Sie ist sehr sympathisch. Sie verbreitet gute Laune." Zustimmend nickte Tae daraufhin lächelnd und meinte:„Ich werde so langsam ziemlich müde. Du auch?" Belustigt sprach ich:„Wenn du müde bist, geh doch einfach schlafen. Tu dir keinen Zwang an." Belustigt grinste Tae mich an und murmelte nur:„Na gut, dann leg ich mich jetzt schlafen." Mit den Worten legte er seinen Kopf auf meine Schulter, schloss seine Augen und fiel so langsam in den Schlaf. Belustigt lächelte ich den schlafenden Mann nur an.
    „Jemand muss Wache halten. Ich mache das, aber nach der halben Nacht sollte mich vielleicht jemand ablösen", flüsterte Karolin in die teils schlafende, teils wache Runde. Kurzerhand sprach Federica:„Ich übernehme dann wohl die andere Hälfte der Nacht." Dankbar nickte Karolin nur und murmelte noch:„Dann solltet ihr jetzt schlafen gehen. Morgen wird wieder ein anstrengender Tag. Da solltet ihr wenigstens etwas ausgeschlafen sein."
    Ein anstrengender Tag... Ja, das wird es sicherlich werden... Gedankenverloren schaute ich nun den schlafenden Tae an. Er schlief so friedlich, dass er einem Engel glich. Er ist so schön, aber ich werde ihn niemals mein Eigen nennen können, deswegen ist es auch eigentlich gar nicht wichtig. Meine Gefühle sind eigentlich auch nicht wichtig... Wichtig ist nur, dass wir überleben werden und, dass Tae bei mir ist. Wenn er auch nur als Kumpel an meiner Seite ist. Die Hauptsache ist wirklich einfach, dass wir alle zusammenbleiben. Nur so können wir überleben... Und ich hoffe, das werden wir auch wirklich...

    41
    Die Sonne stand gerade mal knapp über den hohen Bäumen und ließ den Wald in seiner ganzen Schönheit erstrahlen.
    Plötzlich spürte ich ein Pieksen in meiner Wange und ich wandte mich erst einfach wild herum, bis ich dann doch die Augen öffnete und in Taes belustigtes Gesicht blickte. Müde murrte ich:„Was los?" Grinsend erwiderte der gutaussehende Mann nun:„Wir wollen aufstehen und überlegen, was wir als nächstes machen." Seufzend setzte ich mich nun auf und blickte mich um. Es waren fast alle wach.
    Nur noch Karolin schlief tief und fest. Leise fragte ich Tae gähnend:„Karolin schläft noch?" Knapp nickte er belustigt und meinte:„Wir versuchen schon seit 20 Minuten, sie zu wecken. Sie scheint zwar auch noch zu leben, macht aber keine Anstalten aufzustehen." Malou, welche das Gespräch wohl mitgehört hatte, lachte nun:„So ist sie immer. Zumindest kenne ich sie nicht anders. Karolin könnte den ganzen Tag lang schlafen." Belustigt lächelte ich und fragte:„Du warst mit Karolin auf einem Zimmer, oder?" Knapp nickte das Mädchen nur und ich schaute wieder zu Karolin. Diese lag immer noch unbeweglich da und murrte schlecht gelaunt irgendwas vor sich hin. Juan, der an ihr rüttelte, seufzte verzweifelt in seinem schlechten Englisch:„Sie will einfach nicht aufstehen. Bist du sicher, dass sie nicht krank ist, Malou?" Grinsend meinte Malou:„Ja, ziemlich sicher." Ich musste nur leicht grinsen, doch Tae meinte auf einmal:„Ich hab ne Idee." Dann hob er seine Hände etwas an und plötzlich hoben sich viele Wassertropfen aus dem Boden. Diese sammelte er zu einem großen Wasserball an und ließ ihn über Karolins Kopf schweben. Grinsend senkte er nun seine Hände und mit ihnen fiel auch das Wasser herunter, auf Karolins Kopf.
    Augenblicklich schnellte Karolin hoch und fauchte:„Welcher Vollhong war das?" Wütend blickte sie sich nun um und erblickte Tae. Dieser grinste sie nur frech an, sie stand auf, ging ruhig zu ihm und gab ihm dann einen leichten Klaps auf den Hinterkopf. Dabei fauchte sie:„Mach das nie wieder! Ich hasse die Nässe! Du kannst mich gerne durch die Gegend tragen oder sonst was, aber bei Wasser hört die Liebe dann auf." Gespielt entschuldigend blickte Tae Karolin nun an und jammerte in einer Kinderstimme:„Ja, Karolin. Ich werde es nie wieder tun, versprochen." Jedoch fing Tae daraufhin an, zu lachen und Karolin schenkte ihm einen bösen Blick.
    Das Wasser trief ihr immer noch von der Kleidung und von den Haaren. Immer noch verärgert schaute die 15-jährige an sich herunter und erzeugte dann plötzlich einen kleinen Wirbelsturm, der sie umhüllte und augenblicklich waren ihre Klamotten trocken.
    Mit ihrem ernsten Blick schaute sie uns nun alle an und schien durchzuzählen, ob alle da waren. Als sich ihr das bestätigt hatte, ergriff sie das Wort:„Wir sollten nun weitergehen. Auf dem Weg können wir nach etwas zu essen suchen. Und vielleicht solltet ihr auch versuchen, eure Kräfte zu trainieren. Im Falle eines Falles sollten sie zu gebrauchen sein. Und glaubt mir, dieser Fall wird ganz sicher eintreffen." Beinahe etwas verängstigt sah ich sie an. Dieser Fall wird eintreffen. Ja, da hat sie sicher recht. Irgendwann wird uns ein Feind über den Weg laufen und dann müssen wir gewappnet sein. Aber ich glaube nicht, dass ich das schaffe...
    Tae schien die Sorge in meinem Blick zu erkennen, denn er stupste mich aufmunternd an und meinte:„Du kriegst das noch hin, keine Sorge." Dankbar lächelte ich ihn an und fragte mich insgeheim, ob er Gedanken lesen könne.
    Wir liefen weiter und waren seit einigen Minuten unterwegs. Karolin lief wieder recht weit an der Spitze und unterhielt sich mit Lívia. Das erfreut mich ziemlich, da Lívia vorher doch ziemlich verklemmt gewesen war und nun schien sie durch Karolin etwas aufgetaut. Die Brasilianerin hielt währenddessen Ausschau nach etwas Essbarem und jedes Mal, wenn sie dann etwas sah, holte sie dies und gab es jemandem. Dabei kletterte sie oft flink auf Bäume. Bewundernd schauten wir ihr dann alle dabei zu und Karolin lobte:„Du scheinst dich im Klettern ja wirklich gut auszukennen." Etwas verlegen lächelte uns Lívia nun an und murmelte irgendwie dankbar:„Ja, ich war früher oft im Dschungel, am Rand der Stadt. Dort habe ich auch das Klettern erlernt." Als Zeichen ihrer Bewunderung klopfte unsere Anführerin ihr dann kurz auf die Schulter und meinte dann in ihrer gewohnt ernsten Stimme:„OK, dann lasst uns mal weitergehen."
    So geschah es und wir gingen weiter. Mittlerweile hatte auch jeder etwas zum Essen bekommen und ich lief gedankenverloren neben Taehyung her.
    Auf einmal bemerkte ich, wie er mich ansah und ich fragte etwas verlegen:„Ist etwas? Hab ich was im Gesicht?" Belustigt lächelte Tae nun und meinte:„Ja, du hast da sowas." Dabei kniff er einmal in meine Nase und meinte grinsend:„Seltsam. Geh gar nicht ab." Mich veräppelt fühlend blickte ich ihn an und er lachte:„Nein, Spaß. Du hast, abgesehen von deiner Nase, nichts im Gesicht. Ich schaue dich nur gerne an." Verwirrt hob ich eine Augenbraue und lachte:„Aha? Und warum schaust du mich gerne an? Brauchst du was zum Lachen oder was?" Belustigt lächelte Tae noch und beteuerte:„Nein, dein Gesicht ist nicht zum Lachen. Es ist sehr hübsch. Deswegen schaue ich es gerne an." Daraufhin lief ich natürlich wieder augenblicklich rot an und Tae grinste:„Da ist mein Tomätchen ja wieder."
    Karolin, die vorne zwischen Malou und Lívia lief, rief belustigt:„Na, flirtest du wieder mit (d/n), Tae? Vielleicht hatte Hobi ja doch recht." Beleidigt schaute Tae sie finster an und drohte:„Soll ich dir wieder Wasser über den Kopf gießen?" Schmunzelnd erwiderte Karolin nun:„Nein, danke. Ich verzichte. Lass dich doch nicht von mir ärgern. Ich bin 15 und du 24. Und ich mache doch nur Scherze." Zwar immer noch etwas beleidigt, aber hauptsächlich belustigt lächelte Tae und, da die anderen alle noch kicherten, verteidigte Karolin Tae wieder auf ihren eigenen Spruch hin:„Vielleicht ist er auch einfach nur charmant. Charme ist euch wohl nicht gegeben, also macht euch darüber nicht lustig." Dankbar lächelte Tae nun irgendwie und ich blickte einfach zur Seite. Ist Tae wirklich nur charmant? irgendwie hoffe ich doch tatsächlich, dass er nicht einfach nur charmant ist... Aber die Wahrscheinlichkeit, dass es so ist, ist sehr gering. Warum mache ich mir also überhaupt Hoffnungen?
    Wir gingen weiter und mittlerweile hatte sich Tae zu Juan gesellt. Ich sprach unterdessen mit Federica. Wir liefen weiter hinten und bildeten die Nachhut. Federica murmelte gerade gut gelaunt vor sich hin:„Wir bilden irgendwie schon ne lustige Truppe. Tae der Charmante, Lívia die Überlebenskünstlerin, Juan der Ruhepol, Akiko die Höfliche, Malou das Nesthäkchen, Karolin die Anführerin, ich, die Stimmungsmachende und du, die, die unter Taes Charme leiden muss." Belustigt grinste ich und irgendwie hatte sie recht. Ich ergänzte:„Wir sind ein bisschen wie eine Familie. Eine ziemlich seltsame Familie. Und Karolin ist dabei ein bisschen wie eine Mutter, die sich um alle kümmert." Federica murmelte:„Ja, das ist wohl so. Ich finde es toll, wie sie Wert darauf legt, dass jeder gleich behandelt wird und, dass niemand zurückgelassen wird." Zustimmend nickte ich nur und fragte mich insgeheim, wie Karolin in dem jungen Alter schon so reif war.
    Gerade erzählte Federica von ihrer Katze, als vorne plötzlich alle stehenblieben und ich noch einen leisen Schrei hörte und, wie Karolin und Juan plötzlich voreilten und Malou an den Armen hielten. Verwundert schauten wir nach vorne und sahen, dass dort eine riesige Schlucht war und Malou beinahe hineingefallen wäre. Nur Juan und Karolin, die sie an den Armen festhielten, verhinderten das noch. Schnell zogen die beiden Malou von der Kante und sie atmete schnell vor lauter Aufregung und hielt sich, nach Schutz suchend, an Karolin fest.
    Diese schaute nun die Schlucht entlang und meinte ernst:„Scheint so, als müssten wir sie umgehen. Oder aber Juan oder Malou versuchen, mit ihren Kräften eine Art Brücke aus Stein zu bauen." Mit diesen Worten schaute sie die beiden an und meinte:„Das wäre doch eigentlich ne schöne Übung. Versucht es doch mal."
    Ich sah nur, wie Juan ruhig nickte und sich auf einmal auf den Boden kniete, während er die Hände auf die Erde legte.
    Plötzlich ragte ein Fels aus der Kante und erstreckte sich wie eine Brücke über die tiefe Schlucht. Bewundernd sah ich Juan an und klatschte begeistert:„Wow, Juan, das ist ziemlich gut!" Zustimmend nickte Karolin daraufhin knapp und murmelte:„Dann muss sie nur noch halten."
    Gerade wollte Karolin noch etwas sagen, da ging Malou plötzlich schon einfach rüber. Doch auf einmal hörte man ein leises Knacken und die Steinbrücke rutschte etwas nach unten. Streng und etwas panisch schrie Karolin:„Malou, komm sofort zurück!"
    Doch in dem Moment sackte der Stein noch weiter runter und Lívia sprintete ebenfalls über die Steinbrücke, schubste Malou rüber, sodass sie auf der anderen Seite stand und sprang selbst von dem gerade herunterfallenden Stein ab, bis sie mit ihren Händen an der Kante zur anderen Seite baumelte. Schockiert schauten wir zu, wie Lívia dort baumelte und ich rief in Panik ihren Namen. Doch in dem Moment zog Lívia sich selbst schon hoch, sodass sie neben Malou hockte. Erleichtert atmeten wir alle aus und Karolin schimpfte rüber:„Was sollte das, Malou? Ich hab doch gesagt, wir müssen erst schauen, ob es hält!" Traurig murmelte Juan:„Nein, es ist meine Schuld... Ich habe sie nicht stabil genug gebaut."
    Karolin schaute ihn jedoch nur streng an und erwiderte gereizt:„Es ist nicht deine Schuld. Malou hätte einfach nur warten sollen."
    Malou schaute auf der anderen Seite betroffen nach unten und Karolin sprach gestresst:„Naja, ist jetzt ja auch egal. Wichtig ist, dass wir wieder zueinanderfinden. Wir gehen jetzt die Schlucht entlang und gut ist. Es ist ja zum Glück gut gegangen..."
    Immer noch schockiert schaute ich zu Malou und Lívia, während Karolin schon losging, die Schlucht entlang.
    Das hätte ganz schön schiefgehen können... Wenn wir nach nicht mal einem Tag schon fast jemandem durch so etwas verloren hätten, wie soll das dann auf Dauer werden?

    42
    Moin Leude. Eigentlich wollte ich heute, naja eigentlich ja gestern, weil es 01:21 Uhr ist, ein neues Kapitel veröffentlichen. Ich habe es auch geschrieben und war fast fertig, bis auf einmal das Internet abgestürzt ist und das Kapitel verloren gegangen ist. Danach war ich erst mal kurz davor, die Mücke in meinem Zimmer aus Wut gegen die Wand zu klatschen, hab es aber nicht hinbekommen, weil ich inkompetent bin und hab mir stattdessen eine Schokolade reingepfiffen und mein Handy fallen gelassen. Das war sehr schön.
    Um auf den Punkt zu kommen... Tut mir leid, dass ich jetzt nicht das ganze Kapitel noch einmal schreibe, aber dazu habe ich momentan keine Nerven.
    Grüße gehen raus an der Stelle an die Mücke, die mir gerade ganz wunderbar Beistand leistet.
    Dafür werde ich morgen (*heute) ein neues Kapitel schreiben.
    Und jetzt erst mal gute Nacht. XD




    Schlecht gelaunt ging Karolin vorne voraus, während Lívia und Malou auf der anderen Seite der Schlucht liefen und schwiegen. Tae lief neben Akiko, während ich und Federica nur knapp hinter Karolin und Juan liefen. Karolin starrte etwas brummig vor sich hin, während auch Juan etwas betrübt schien. Das bemerkte unsere Anführerin natürlich sofort und redete auf Spanisch auf Juan ein. Zwar verstand ich kein Wort, doch Juans Gesichtsausdruck zu urteilen, schien sie ihn irgendwie aufzumuntern. Leise unterhielten sich die beiden dann noch etwas, während Karolin wie immer etwas schlecht gelaunt aussah. Brummig schien Karolin irgendwie immer, zumindest kannte ich sie nicht anders. Zwar war sie immer freundlich und höflich und verstand auch durchaus Spaß, aber schlecht gelaunt, oder wenigstens müde oder gestresst, schien sie trotzdem immer. Aber ich glaube, es lag auch einfach in ihrer Natur, brummig zu gucken. Ich wusste nicht, ob sie vielleicht eigentlich nur so brummig guckte und in Wahrheit ganz gut drauf war, denn sobald man sie ansprach, hörte sie sich vollkommen normal an, wenn auch manchmal mit einem etwas müden Unterton.
    Doch anstatt mir weiter Gedanken über Karolins Stimmung zu machen, unterhielt ich mich nun mit Federica, die mal wieder voll in ihrem Element plapperte:„Zum Glück ist alles gut gegangen. Lívia sei Dank. Aber das war echt mutig von ihr, wie sie einfach über die Schlucht gesprungen ist, um Malou zu retten." Mit einem bewunderndem Blick zu Lívia auf der anderen Seite der Schlucht murmelte ich zustimmend:„Ja, das war es wirklich. Sie hat ihr eigenes Leben für das von Malou aufs Spiel gesetzt..."
    Wir liefen nun seit schon knapp einer Stunde die Schlucht entlang und mittlerweile hatten sich auch die Grüppchen geändert. Tae lief nun wieder neben mir, was ich ganz gut fand, da ich zu eifersüchtig geworden war, wenn er bei Akiko gewesen war. Federica hingegen war nun zu der Japanerin abgezischt und auch Juan hatte sich zu den zwei hübschen Frauen gesellt, sodass Karolin vorne nun alleine langlief, den Blick stets auf die zwei jüngsten Gruppenmitglieder, auf der anderen Seite der gähnenden Sclucht, gerichtet.
    Unterdessen jammerte Tae leise neben mir:„Wie lang will diese blöde Schlucht denn noch gehen? So langsam tun mir echt die Füße weh..." Mitleidig lächelte ich ihn nur an und gab ihm recht. Auch mir ging es so langsam ziemlich auf die Nerven, dass wir hier die ganze Zeit an dieser dummen Schlucht entlangliefen.
    Ich wollte auch gerade meine Stimme erheben, als Karolin vor uns wie gerufen plötzlich gut gelaunt sprach:„Ich sehe das Ende der Schlucht!"
    Tatsächlich war unsere Gruppe wenige Minuten später schon wieder vereint und wir standen alle beisammen. Die Möglichkeit nutzte Karolin erstmal, um Malou noch einmal eine Moralpredigt zu halten. Daraufhin blickte die 10-jährige Afrikanerin nur beschämt und traurig auf den Boden. Leise seufzte Karolin nun und ergriff wieder das Wort:„Ist jetzt ja auch egal. Es ist alles gut gegangen und für's nächste Mal weißt du jetzt bescheid. Wir gehen jetzt erstmal noch etwas weiter, bis wir von dieser Schlucht etwas entfernt sind und lassen uns dann für die Nacht nieder."
    Wie gesagt, so getan. Nachdem wir wieder etwa eine viertelstunde gelaufen waren, errichteten wir eine kleine Art Lager. Dort ließ ich mich erschöpft an einem Baum nieder und seufzte irgendwie etwas glücklich:„Nie wieder werde ich so viel laufen." Doch Karolin erwiderte sofort stumpf:„Das wirst du aber müssen, wenn du nicht umkommen willst. Morgen werden wir schon weiterziehen müssen. Je mehr wir uns von den anderen entfernen, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie uns nicht finden oder wenigstens sehr viel länger dafür brauchen. Die Zeit können wir gut nutzen, denn wie man so schön sagt, Zeit ist Geld!" Leise seufzte ich, denn ich wusste, dass Karolin recht hatte und sie fügte noch hinzu:„Die Zeit sollten wir nutzen, indem wir unsere Kräfte trainieren. Wie ihr heute gesehen habt, ist es von Nutzen und sogar überlebenswichtig, dass wir unsere Kräfte beherrschen. Tut euch einfach zu zweit zusammen oder so und trainiert eure Kräfte."
    Ich sah, wie um mich herum viele seufzten und auch ich konnte mir dies nicht verkneifen. Meine Kräfte trainieren? Na toll, dann bin ich wahrscheinlich die, die nur wieder nichts hinbekommt. Ich werde meine Kraft wohl nie vernünftig beherrschen können...

    Hier ist jetzt das nächste Kapitel. Danke an der Stelle für den Tipp mit den Notizen. So habe ich es diesmal nämlich gemacht. XD

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    Schweigend saß ich da und spielte mit einem kleinen Stein. Tae hockte neben mir und schaute mir gedankenverloren dabei zu. Federica und Akiko waren gerade mit Lívia auf der Suche nach etwas Essbarem, während Juan und Malou versuchten, aus kleinen Zweigen eine Art Mini-Tipi zu bauen. Karolin stand an einen Baum gelehnt und starrte verträumt in die Gegend, wie sie es so oft tat, wenn sie nichts zu tun hatte. Ihre Schuhe hatte sie ausgezogen, mit der Begründung, dass sie Schuhe als unbequem empfindet und sie ihren Schuhen die Freiheit rauben. Tae hatte sich daraufhin auch erstmal die Schuhe ausgezogen.
    Plötzlich sah ich, wie das Häuschen von Malou und Juan in sich zusammenbrach und die junge Afrikanerin murmelte:„So ein Dreck..." Belustigt lächelte ich daraufhin etwas vor mich hin, bis Tae plötzlich nach oben, in den Himmel, blickte und vor sich hinnuschelte:„Sieht so aus, als würde es nachher regnen..." Interessiert schaute ich nun auch nach oben und erkannte erst jetzt den grauen Himmel, der praktisch nach Niederschlag schrie. Auch Karolin blickte auf einmal in den Himmel, seufzte dann leise und murrte:„Ich hasse Regen..."
    In dem Moment kamen auch Federica, Akiko und Lívia, vollbepackt mit Früchten und Beeren, wieder. Schnell verteilten sie diese und setzten sich dann auch einfach dazu. Schweigend aßen wir einfach und, als alle fertig waren, erhob Federica plötzlich gut gelaunt ihre Stimme:„Wollen wir nicht eigentlich mal so ne Art Vorstellungsrunde machen? Wir kennen uns ja schon recht lange, aber trotzdem weiß ich hier über die wenigsten etwas." Malou klatschte begeistert in die Hände und fügte hinzu:„Das könnte bestimmt unser Gemeinschaftsgefühl stärken." Zustimmend nickte ich nun, denn ich fand die Idee ebenfalls sehr gut. Erwartungsvoll schaute ich nun auch die anderen an, ihre Reaktion abwartend. Akiko zeigte ihr schönes Lächeln und nickte dabei leicht. Lívia schien eher neutral und Juan zuckte als Zeichen, dass er nichts dagegen hatte, mit seinen Schultern. Tae ließ die anderen auch seine Meinung wissen:„Ich find die Idee auch gut." Karolin nickte nur knapp und meinte:„Scheint ja niemand was dagegen zu haben. Oder doch?" Da sich niemand zu Wort meldete, hüpfte Federica nun aufgeregt herum und meinte:„OK, super. Dann setzt euch am besten alle in einen Kreis, damit wir auch jeden sehen können." So taten wir es auch und Federica fing direkt an, zu erzählen:„Also, wie ihr wisst, heiße ich Federica, komme aus Italien und bin 20 Jahre alt. Ich bin Künstlerin, was leider nicht so viel Geld einbringt, aber ich arbeite auch nebenbei in der Pizzeria meines Onkels. Mein größtes Hobby ist, neben zeichnen, Limbo. Außerdem habe ich Höhenangst und kann nicht klettern, weil ich im Alter von 5 Jahren von einem Kirschbaum gefallen bin. Dabei habe ich auch mein Augenlicht auf dem rechten Auge verloren. Naja, ich kann zwar noch ein bisschen etwas sehen darauf, aber nur, wenn ich dafür mein linkes Auge zukneife und mich ganz doll anstrenge. Ach ja, und ich bin stolze Besitzerin einer gehörlosen Katze."
    Nun schaute die hübsche Italienerin zu ihrer Rechten, wo Akiko saß. Diese überlegte nun kurz und fing dann an, zu erzählen:„Mein Name ist Akiko, was ihr ja wissen dürftet. Ich komme aus Japan und bin erst 18 Jahre alt. Ich bin Einzelkind und meine Mutter ist in jungen Jahren gestorben. Ich mache momentan eigentlich ein Jurastudium und ich lese sehr gerne." Nun reichte sie das Wort weiter zu Tae. Dieser erzählte nun:„Mein Name ist Taehyung, ich komme aus Südkorea, bin 24 Jahre alt und ich bin Teil der Band BTS. Mein Stagename ist „V" und ich bin Vocalist. Ich singe natürlich sehr gerne und spiele meinen Freunden aber auch gerne Streiche. Ich glaube, ansonsten ist nicht viel an mir interessant." Als Zeichen, dass ich als nächste dran war, lächelte mich der gutaussehende Koreaner nun an und ich fing an, zu erzählen:„Ich heiße (d/n), bin 22 Jahre alt und komme aus Deutschland. Ich habe einen kleinen Bruder, wohne aber nicht mehr bei meiner Familie, weil ich schon arbeite. Jedoch ist mir meine Familie sehr wichtig. Hobbies habe ich viele..." Ein bisschen erzählte ich noch von mir, bevor ich das Wort an Lívia weitergab. Diese schien erst stark zu überlegen und erhob dann zögerlich ihre Stimme:„Ich heiße Lívia, komme aus Brasilien, aus Rio de Janeiro, und bin 13 Jahre alt. Ich habe einen großen Bruder und der Rest meiner Familie ist tot. Mein Bruder und ich haben uns meist auf den Straßen rumgetrieben, aber ich habe auch viel Zeit im Dschungel verbracht, denn das war so ziemlich der einzige Ort, wo ich etwas Vernünftiges zu essen fand." Etwas geschockt schauten wir sie erst alle an, bis dann auch Juan anfing, zu erzählen:„Ich heiße Juan, ich komme aus Spanien und bin 19 Jahre alt. Ich habe drei jüngere Schwestern und wir wohnen zusammen mit unserer Mutter, unserem Onkel und unserer Oma auf einer Art Bauernhof. Ich kümmere mich dort immer um die Schafe und bringe sie auf die Weide. Allerdings bin ich eher als Handwerker tätig. Zumindest verdiene ich dadurch mein Geld. Da mache ich auch so ziemlich alles. Egal, ob dachdecken, maurern oder Schuhe flicken, ich kann so ziemlich alles."
    Nun stellte Malou sich vor:„Ich heiße Malou, bin 10 Jahre alt und komme aus Afrika. Anders als viele andere Kinder dort, hatte ich jedoch die Möglichkeit, zur Schule zu gehen. Dafür mussten ich und meine Freunde aus dem Dorf dann zwar immer ein paar Kilometer wandern, aber das war nicht so schlimm. Nachmittags habe ich dann immer im Dorf geholfen und Wasser geholt oder so."
    Erwartungsvoll schaute Malou nun Karolin an, welche zögerlich erzählte:„Ich heiße Karolin und bin 15 Jahre alt. Ich wurde zwar aus Deutschland entführt, bin dort aber nur mit meiner kleinen Schwester wegen des BTS-Konzerts, auf das sie unbedingt wollte und meine Eltern nicht mit ihr gehen wollten, gewesen. Eigentlich komme ich nämlich aus Österreich. Naja, ich habe 6 Geschwister und bin die dritt-älteste. Ich lebe mit meiner Familie zu zehnt in einem Haus auf dem Land und wir haben Pferde und Katzen."
    Aufgeregt unterbrach Federica sie nun:„Pferde? Cool. Reitest du denn auch?"
    Irgendwie mit etwas traurigem Blick erwiderte Karolin nun leise:„Nein. Ich bin zwar geritten, jedoch hat mich das Pferd dann abgeworfen und ich habe mir dabei den Arm gebrochen. Seitdem traue ich mich nicht mehr auf's Pferd...
    Naja, ich habe, abgesehen von lesen, nicht so viele Hobbies und ja..."
    Knapp nickte Federica nun und Akiko fragte plötzlich:„Ist das denn nicht eigentlich ziemlich anstrengend mit so vielen Geschwistern?" Etwas zögernd erwiderte die Österreicherin nun:„Ja, schon. Aber man gewöhnt sich daran. Es kann manchmal durchaus ermüdend und stressig sein. Zwar haben viele Geschwister viele Vorteile, aber auch ebenso viele Nachteile... Aber ich würde trotzdem niemanden meiner Geschwister missen wollen. Familie ist für mich am wichtigsten..."
    Malou erzählte nun gut gelaunt:„Ein Mädchen aus meinem Dorf hat sogar 9 Geschwister! Aber sie sagt immer, dass viele Geschwister doof sind, weil man andauernd vernachlässigt wird. Aber ich denke, das ist bei uns, in Afrika, sowieso nicht zu vermeiden."
    Nun fielen alle in aufgeregte Gespräche und lachten viel. Auch ich mischte mich in dem Gespräch ein. Nur Lívia und Karolin hielten sich etwas zurück. Lívia hörte einfach nur mit einem schwachen Lächeln auf den Lippen zu und Karolin starrte gedankenverloren vor sich hin. Sie schien irgendwie etwas traurig. Warum sagt Karolin denn so wenig? Naja, bestimmt ist sie einfach müde und vermisst ihre Familie.
    Mittlerweile war die Sonne schon untergegangen und Schatten legten sich über unser kleines Lager und ließ die gigantischen Bäume noch höher erscheinen. Da wir uns kaum noch sehen konnten, hatte Juan ein kleines Lagerfeuer für uns entfacht. Gut gelaunt saßen wir alle darum.
    Die fröhlichen Gespräche gingen weiter und Malou meinte plötzlich gut gelaunt:„Wollen wir vielleicht Limbo spielen?" Sofort sprang Federica begeistert auf und rief:„Ja, super Idee! Ich hab euch ja gesagt, wie gerne ich Limbo mache! Hat jemand einen langen Stock oder so?" Schon verschwand Akiko hinter einem Baum und zog schnell einen langen Ast hervor. Sie hielt das eine Ende und ich stand nun grinsend auf, um das andere Ende zu halten.
    Nach einigen Runden war der Stock schon einige Etagen tiefer gewandert und Federica schlängelte sich gerade geschickt unter dem Ast her. Als Tae dann dran war, verlor er das Gleichgewicht, fiel auf den Rücken und lachte:„Wie machst du das, Federica?" Grinsend zuckte die Italienerin triumphierend mit den Schultern und wir fuhren fort, bis jeder Mal dran war. Selbst Karolin und Lívia konnten wir dazu überreden, mal mitzumachen.
    Jedoch saßen die beiden jetzt eher nachdenklich an dem rot flackerndem Lagerfeuer und starrten in sein helles Licht. Nur zwischedurch schmunzelten die beiden mal zu uns rüber.
    Plötzlich bekam Malou die Idee, dass zwei Leute gleichzeitig versuchen, sich unter dem Ast herzuschlangeln. Als erstes wurden Federica und Akiko darunter hergescheucht und die beiden schafften es sogar. Doch nun sollten Tae und ich gleichzeitig unter unsere „Limbostange" herkriechen. Jedoch musste ich lachen, verlor das Gleichgewicht, hielt mich dann an Tae fest, fiel aber trotzdem hin und riss ihn mit auf den Boden. Lachend lagen wir dort nun beide. Bei dem Sturz war ich jedoch auf Taehyung gelandet und dieser lag nun lachend und gleichzeitig hustend unter mir, während ich mich vor lauter Lachen gar nicht davonbewegen konnte.
    Schließlich hatte Karolin mich grinsend von ihm gezogen und meinte:„Wenn du noch länger auf dem armen Jungen liegst, erstickt er."
    Gackernd lag ich nur weiterhin auf dem Boden, während Tae sich mittlerweile aufgesetzt hatte, aber immer noch stark lachte. Nach einer Zeit kriegte sich Tae dann wieder ein und stand auf.
    Ich hingegen lag immer noch lachend auf dem Boden und konnte mich vor lauter Lachen kaum erheben.
    Also ging Tae zu mir, reichte mir grinsend seine Hand und ich griff nach ihr. Nun wollte Tae mich hochziehen, doch weil ich selbst keine Anstalten machte, aufzustehen, bekam er es nicht hin. Also kam Karolin dazu, nahm meine andere Hand und auf drei zogen mich die beiden dann hoch. Jedoch hatten sie dabei zu viel Schwung angewandt, ich fiel vorne über und zog beide mit auf den Boden.
    Nun brach auch Karolin in lauten Gelächter aus und Tae lachte plötzlich:„Du klingst wie Jin, Karolin. Der lacht genauso!" Unfähig, zu antworten, lachte Karolin einfach weiter und Federica brach in Lachen aus:„Karolins Lachen klingt wie der alte Scheibenwischer von dem Fiat meines Onkels!"
    Nun mussten alle lachen und es dauerte erst mal eine Weile, bis wir uns wieder gefangen hatten.
    Nach mehreren Minuten ging es dann aber doch wieder und wir hatten uns wieder alle um das Feuer versammelt. Gut gelaunt unterhielten wir uns nun noch alle, doch schließlich wurden wir müde und legten uns schlafen. Federica löschte für uns noch schnell das Feuer und wir schliefen ein.
    Nur Juan, welcher die erste Wache übernahm, blieb noch wach.
    Doch ich schmiegte mich unterdessen an Tae, um einzuschlafen und lächelte dabei leicht. Der Abend war irgendwie sehr schön. Wir haben uns alle besser kennengelernt und jetzt weiß ich auch, was Karolin auf dem Ball damit meinte, dass sie auch ziemlich aufgedreht sein konnte. Denn das hat sich durch ihren Lachanfall heute bestätigt. Aber am besten fand ich irgendwie, wie ich auf Tae lag und nicht aufhören konnte, zu lachen. Es war schon irgendwie schön... Aber naja, ich bin nun mal in ihn verliebt...

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    „Sie wacht schon wieder nicht auf. Wie kann man so schlafen? Sie ist wie ein Stein oder wie ein Toter", hörte ich Akikos belustigte, aber auch gleichzeitig fast schon genervte Stimme. Verschlafen öffnete ich meine Augen und erkannte, wie Akiko und Tae neben der tief schlafenden Karolin standen. Juan, Malou und Lívia waren weg. Etwas panisch fragte ich:„Wo sind Juan, Malou und Lívia?" Überrascht drehten sich Tae und Akiko nun zu mir um und Federica, welche sich gerade die lockigen Haare auseinanderfrimelte, antwortete gut gelaunt:„Die sind auf Nahrungssuche. Lustig war sowieso, als sie gehen wollten und Karolin sich plötzlich geräuspert hat, sie sollen nicht zu weit weggehen." Akiko murmelte:„Ja, sie schläft wie ein Stein, bekommt aber trotzdem irgendwie alles mit. Ich hab das Gefühl, sie hat einfach keinen Bock, aufzustehen."
    Plötzlich brummte Karolin stumpf, während sie ihre Augen nicht öffnete und vollkommen reglos liegen blieb:„Ja, so ist es auch." Belustigt grinste ich und meinte:„Vielleicht müssen wir ihr wieder Wasser über den Kopf schütten." Schnell widersprach Tae:„Ne, dann bringt die uns um! Sie meinte ja, dass ich sie gerne umhertragen darf. Also mache ich das jetzt auch." Auf einmal brummte Karolin wieder reglos:„Mich kriegst du gar nicht hoch", und machte keine Anstalten, ihre Augen zu öffnen. Tae grinste nur und murmelte:„Doch, das krieg ich hin", und nahm die schlafende Anführerin hoch. Diese öffnete nun verärgert ihre Augen und hielt sich etwas an Taes Schulter fest, bevor er sie fallen ließ und murrte:„Ist ja gut. Ich bin wach. Lass mich runter!" Wie befohlen ließ Tae Karolin nun wieder herunter, während diese schlaftrunken versuchte, stehenzubleiben und nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Schlecht gelaunt kniff sie nun ihre Augen zusammen und brummte:„Ich hasse das Licht..." Grinsend sprach ich nur:„Scheinbar ist Karolin nicht so das Tagtier." Federica lachte nun:„Mir scheint es so, als würde Karolin nachtaktiv sein. Warum hat sie nicht die Kraft des Schlafens bekommen?" Leicht schmunzelnd erwiderte Karolin nun gähnend:„Die Kraft brauche ich nicht mehr. Die hab ich auch so schon." Belustigt grinste ich nur und stellte mich neben Tae. Dieser lächelte nur vor sich hin und schaute auf einmal wieder nach oben. Verwirrt fragte er:„Hat es immer noch nicht geregnet?" Stumpf erwiderte Karolin plötzlich:„Wenn du dir den Regen so sehr wünschst, kannst du ja einen Regentanz aufführen. Du bist doch so ein Tänzer." Spaßend fing Tae auf einmal an, zu tanzen und lachte:„Ich werde jetzt den Regen hinaufbeschwören, pass auf!" Lachend schauten wir ihn an und plötzlich stellte sich Federica neben ihn und fing auch an, zu tanzen. Karolin schmunzelte die beiden nur an und lief, nach wie vor barfuß, durch das Lager.
    Plötzlich spürte ich einen Tropfen Wasser auf meiner Haut und schaute nach oben. Es regnete. Lachend schaute ich nun Tae und Federica an, die immer noch gut gelaunt tanzten und meinte:„Hey, euer Regentanz bringt's richtig!" In dem Moment fing es richtig an, in Strömen zu regnen und ich hörte Karolin verärgert murren:„Ey, was seid ihr für Fürze? Na toll, jetzt regnet es wegen euch. Ihr hättet euch euren Tanz auch sparen können." Allerdings lächelte sie auch leicht, was zeigte, dass sie ihnen nicht wirklich böse war.
    Gedankenverloren schaute ich nun nach oben und ließ des Wasser in mein Gesicht prasseln. Was ist, wenn ich den Regen zum Schnee werden lassen kann? Nachdenklich schaute ich meine Hände an, schaute dann wieder nach oben und streckte meine Hände gen Himmel.
    Plötzlich wurde der Regen tatsächlich zu Schnee und ich zog meine Hände etwas erschrocken wieder zurück.
    Überrascht schauten mich nun alle um mich herum an und Tae fragte neugierig:„Kannst du es auch wieder rückgängig machen?" Kurz versuchte ich es, schüttelte nach dem misslungenen Versuch jedoch meinen Kopf. Karolin meinte plötzlich ernst:„Lass du es aufhören, Tae. Ich mag Schnee zwar lieber als Regen, aber es fällt nur über uns der Schnee. Die anderen könnten schnell herausfinden, dass wir hier sind." Gehorchend nickte Tae, schnipste nur einmal mit den Fingern und schon war es wieder Regen. Nun kam unsere Anführerin zu mir und murmelte, als sie sah, wie frustriert ich schaute:„Mach dir keine Sorgen, dass du es nicht wieder rückgängig machen kannst. Du wirst es lernen und solange haben wir noch Tae und Federica. Die bringen das wieder in Ordnung." Dann kehrte sie mir schon wieder den Rücken zu und stellte sich unter einen Baum, um nicht ganz so nass zu werden.
    In dem Moment kamen auch Juan, Malou und Lívia, vollbepackt mit irgendwelchen Beeren und Früchten, wieder. Lívia fragte etwas verwirrt:„Warst du das mit dem Schnee, (d/n)?" Etwas beschämt nickte ich nur und bevor noch jemand etwas fragen konnte, meinte Federica sehr zu meiner Freude:„Ich hab Hunger. Bekomme ich was?" Knapp nickte das brasilianische Mädchen daraufhin nur und drückte ihr eine gelbe Frucht, die einer Mango ähnelte, in die Hand. Auch der Rest bekam etwas zu essen.
    Nach dem Essen meinte Karolin:„Wir gehen jetzt weiter. Packt alle, das, was ihr hier noch von euch habt zusammen und dann geht's direkt los."
    Wie gesagt, so getan.
    Wir liefen mal wieder seit einigen Stunden und mittlerweile hatte der Regen auch aufgehört. Da wir alle bis aufs letzte durchnässt waren, hatte Karolin uns kurzerhand mit ihrer Kraft getrocknet, indem sie einfach einen kleinen Wirbelwind um uns alle sausen ließ. Karolin beherrscht ihre Kraft schon ziemlich gut, habe ich das Gefühl...
    Wir liefen gerade an einer kleinen Becke vorbei, als wir plötzlich ein gewaltiges Donnern hörten und ein heller Blitz gefährlich über den Himmel zuckte. Karolin schreckte dabei stark zusammen und murmelte verärgert:„Ich hatte gerade einen halben Herzinfarkt." Auch Malou hatte sich erschrocken und hielt sich unterdessen ängstlich an Karolins Arm fest. Leise murmelte die Afrikanerin:„Ich habe Angst vor Gewittern..." Juan war vollkommen ruhig und meinte nachdenklich:„Ungünstig ist nur, dass wir hier mitten in einem Wald stehen und man während eines Gewitters eigentlich nicht unter Bäumen stehen sollte."
    Plötzlich flüsterte Karolin mit einem sorgvollen Blick in den Himmel:„Das ist kein normales Gewitter. Da wendet jemand seine Kraft an..." Vorsichtig fragte ich nun leise:„Ist das für uns jetzt besser als ein normales Gewitter oder schlechter?" Ruhig antwortete Karolin:„Schlechter. Das heißt nur, dass diese Kraft sehr stark ist und das könnte uns gefährden. Wir ziehen augenblicklich weiter."
    Gerade wollte Akiko etwas erwidern, als ein lauter, hoher Ton erklang und plötzlich eine laute, vertraute Stimme wie aus dem nichts auftauchte:„Dies war das Zeichen, dass die erste Person gestorben ist. Jedes Mal, wenn eine Person stirbt, werdet ihr durch diesen Ton benachrichtigt. Nur so wisst ihr, wie viele ihr noch besiegen müsst." Schockiert schauten wir alle nach dem Ursprung des Geräuschs und Akiko murmelte plötzlich mit einem Hauch von Angst in der Stimme:„Das war Hisokas Sprecher. Sicher wurde uns das über Lautsprecher mitgeteilt." Ruhig wirkend, aber mit einem panischen Unterton sprach Karolin mit fester Stimme:„Wir gehen. Trainiert eure Kräfte währenddessen..."
    Ängstlich schaute ich in den Himmel, nach einem weiteren Blitz Ausschau haltend, während die anderen schon eilig weitergingen.
    Plötzlich spürte ich eine warme Hand an meiner eigenen und schaute Tae in die besorgten Augen. Leise sprach er, während ich immer noch ungerührt ängstlich da stand:„Komm mit, (d/n). Sonst hängen wir hinterher." Schon zog er mich an der Hand sanft mit, während ich beinahe verstört zurückblickte, mich dann an Taes Arm klammerte und leise wimmerte:„Ich will noch nicht sterben, Tae.."
    Tröstend antwortete der gutausehende Koreaner nun:„Das wirst du nicht, wir werden alle dafür sorgen, dass wir als Gruppe überleben", und nahm mich dann kurz in den Arm. Ich vergrub währenddessen mein Gesicht in seiner Schulter und genoss die Wärme, die von seinem Körper ausging. Ich will noch nicht sterben! Ich will zurück nach Hause! Ich will einfach nicht sterben!

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    Ich war müde und erschöpft und es fiel mir schwer, einen nächsten Schritt zu tun. Wir liefen schon wieder seit einigen Stunden, stets bemüht, möglichst schnell wegzukommen, bevor auch einer von uns sein Leben lassen musste. Doch mittlerweile taten mir meine Füße weh und ich konnte einfach nicht mehr. Die Hitze des Regenwaldes benebelte meine Sinne und brachte mich dazu, die ganze Welt nur noch verschwommen zu sehen. Die Geräusche nahm ich nur noch gedämpft wahr und ich taumelte stark. Mein Kopf pochte und ich hatte Angst, dass ich jeden Moment umkippen würde. Dennoch versuchte ich, mich weiter durch das hohe Gras zu zwingen.
    Tae hielt mich an meinem Arm, um sicherzugehen, dass ich auch wirklich hinterherkam. Doch natürlich bemerkte er, wie schwach ich war und er blieb extra stehen, schaute mir besorgt in die Augen und murmelte:„Alles in Ordnung, (d/n)?“ Schwach nickte ich nur. Unfähig, auch nur irgendein Wort hervorzupressen.
    Plötzlich blieb auch Karolin vorne stehen, sah mich und erkannte sofort, wie erschöpft ich, aber auch die anderen waren.
    Augenblicklich sprach sie:„Wir legen eine Pause ein“, und drängte sich besorgt zu mir durch. Sie blickte mich kurz an und sorgte sich:„Alles in Ordnung bei dir, (d/n)? Du siehst gar nicht gut aus...“ Bevor ich auch nur etwas antworten konnte, befahl die Anführerin schon:„Federica, komm her.“ Natürlich kam die junge Italienerin sofort und Karolin erklärte knapp:„Flöß ihr etwas Wasser über die Luft ein. Sie muss dringend etwas Flüssigkeit zu sich nehmen.“ Wie ihr befohlen war, ließ die lockenköpfige Frau mir etwas Wasser in den Mund träufeln und ich nahm alles gierig in mich auf. Nun blickte Karolin mich noch mal genauer an und fügte zu Federica hinzu:„Forme eine Art Wasserball und leg ihn (d/n) in die Hände. Sie wird ihn gefrieren lassen. Tae wird ihr den Eisklotz dann in den Nacken halten. Sie muss unbedingt gekühlt werden!“
    So wurde es auch gemacht. Federica formte schnell den Ball aus Wasser, ich ließ ihn, ohne es wirklich zu wollen, gefrieren und Tae hielt mir das kalte Eis in den Nacken, während ich selbst wohl kurz davor war, umzukippen.
    Unterdessen hatte Karolin sich wieder zum Rest gewandt und fragte leise:„Wer von euch traut sich zu, noch eine kleine Runde zu gehen und etwas zum Essen zu sammeln?“ Direkt meldete sich Lívia leise und Karolin nickte zufrieden und murmelte:„Gut, dann werden wir jetzt zu zweit nach etwas zu essen suchen und ihr bleibt hier. Federica hat jetzt die Aufsicht solange. Haltet aber (d/n) schön kalt. Sie hat die Kraft des Frostes. Jeder weiß, dass es nicht friert, wenn es heiß ist. Ich denke, deswegen geht es (d/n) so schlecht. Vielleicht ist sie auch einfach so nicht an Hitze gewöhnt, aber ihre Kraft wird mit etwas damit zu tun haben. Also passt auf sie auf, verstanden?“ Alle nickten knapp, während Tae beschützend hinter mir saß und die ganze Zeit das Eis in meinen Nacken hielt. Währenddessen verschwanden Lívia und Karolin im Gestrüpp.
    Meine Sicht wurde wieder klarer und ich fühlte mich nicht mehr ganz so schlecht. Auch hören konnte ich wieder halbwegs normal. Erschöpft war ich aber dennoch und hockte immer noch müde auf dem Boden. Tae hielt mich unverändert kalt und sang irgendwelche Lieder vor sich hin. Malou und Akiko waren gerade dabei, sich gegenseitig dabei zu helfen, ihre Kräfte zu trainieren, während Juan es alleine tat. Federica saß einfach gut gelaunt auf einem Stein, wippte leicht zu Taes Gesang hin und her und wachte über uns alle.
    Leise murmelte ich nun auf einmal:„Es tut mir leid...“ Verwirrt schaute Tae mich an und fragte:„Was tut dir leid?“ Betrübt erwiderte ich:„Dass ihr wegen mir anhalten musstet. Nur wegen mir machen wir diese Pause. Und, wenn die anderen nun schneller zu uns aufschließen, ist das meine Schuld...“ Gerade wollte Tae etwas erwidern, da sprach Federica nun, welche dem Gespräch wohl gelauscht hatte:„Hör auf, dich zu entschuldigen, (d/n). Wir sind alle froh, dass wir diese Pause machen. Und nur, weil wir mal ne kleine Pause machen, schließen die ja nicht gleich zu uns auf. Wir sind ihnen bestimmt einen ganzen Tagesmarsch voraus.“ Dankbar lächelte ich meine neue Freundin an und sah auch die anderen zustimmend nicken, als ich mich umschaute. Tae fügte nun auch hinzu:„Und außerdem kannst du ja nichts dafür, wenn du mal erschöpft bist.“ Dankbar und etwas beruhigt lächelte ich den Mann, der einem Engel so sehr glich, an und umarmte ihn kurz. Etwas überrascht erwiderte Taehyung die Umarmung nur und lächelte mich dann schüchtern an.
    In dem Moment kamen auch unsere Nahrungssucher wieder, verteilten alles und es wurde erstmal gegessen.
    Währenddessen erkundigte sich unsere Anführerin bei mir:„Geht es dir schon besser?“ Knapp nickte ich lächelnd, woraufhin Karolin auch zufrieden nickte.
    Nach dem Essen murmelte ich, immer noch etwas schuldbewusst:„Theoretisch können wir meinerseits jetzt auch weiterziehen. Mit geht es nämlich wieder gut...“ Doch strikt schüttelte die Österreicherin den Kopf und erläuterte:„Es dämmert schon. Da brauchen wir nicht mehr weiterziehen. Es sei denn natürlich, ihr wollt riskieren, in irgendwelche Höhlen oder so zu fallen, weil ihr nichts sehen könnt.“ Juan lächelte und murmelte in seinem schlechten Englisch:„Ich verzichte.“
    Also errichteten wir dort unser Lager für die Nacht. Karolin schlörte gerade ein paar Sträucher hinter sich her, als sie leise fluchte:„So ein Mist. Blöde Dornen...“ Als ich zu ihr blickte, erkannte ich, dass sie wohl in einen Dorn getreten war und ich schmunzelte nur:„Das kommt davon, wenn man keine Schuhe trägt.“ Schlecht gelaunt brummte die Anführerin nun, während sie sich den Dorn aus dem Fuß zog:„Schuhe sind ungemütlich und nervig. Wofür hast du denn Hornhaut an den Füßen? Nicht, um sie die ganze Zeit mit so bezwängenden Schuhen zu schonen...“ Zustimmend grinste Tae nun:„Sie hat recht. Schuhe sind was Blödes. Ich kann zwar nicht so wie Karolin den ganzen Weg barfuß gehen, aber, wenn ich mich dann mal niederlasse, ziehe ich meine Schuhe auch lieber aus.“ Belustigt drehte ich mich zu ihm um, blickte vorwurfsvoll auf seine nackten Füße und verspottete ihn etwas:„Ja, das hab ich schon mitbekommen. Ihr seid trotzdem selber schuld, wenn ihr in irgendetwas reintretet.“
    Die Sonne war schon verschwunden und wir saßen gemeinsam bei einer kleinen Flamme, die Juan mal wieder für uns entfacht hatte, und unterhielten uns leise. Ich saß bei Federica und Akiko, während Tae sich zu Juan gesellt hatte. Karolin saß desinteressiert am Rand, auf ihrem Sträucherpolster, während Malou sich anhänglich an ihrem Arm festhielt.
    Malou und Karolin kamen einem sowieso manchmal eher sie Schwestern vor. Malou suchte bei Karolin immer nach Schutz, wenn sie mal Angst hatte, wie bei einer großen, fürsorglichen Schwester. Und so benahm Karolin sich auch. Sie passte speziell auf die junge Malou gut auf und achtete darauf, dass jeder gut zufrieden war. Sie setzte auf Gerechtigkeit. Sie behandelte alle gleich und lebte nach dem Motto: Entweder alle oder keiner!
    Für sie galt nur die Option, zumindest schien es mir so. Entweder wir blieben alle zusammen und sorgten dafür, dass alle es schaffen, oder wir werden alle untergehen.
    Lívia hingegen schlief bereits und hatte den Rücken zu uns gewandt. Sie schien die Einsamkeit zu genießen. Auf mich wirkte es so, als würde Lívia nicht gerne im Mittelpunkt stehen. Sie engagierte sich zwar immer und half, wenn mal Hilfe benötigt war, aber ansonsten schien sie eher nicht ganz so menschenbezogen. Dennoch war ich der Überzeugung, dass sie eine herzensgute Person war, die niemals jemanden enttäuschen würde.
    Akiko murmelte leise:„Ich habe die Sorge, dass es doch einige Leute hier gibt, die erpicht darauf sind, alle umzubringen... Ich habe mich mit vielen Leuten unterhalten oder sie zumindest in ihrem Verhalten beobachtet und denke schon, dass es da einige Leute gibt, die uns gefährlich werden könnten...“ In dem Moment schaute plötzlich Karolin auf und meinte:„Was weißt du denn über unsere Mitstreiter? Es könnte durchaus hilfreich sein, etwas mehr über sie zu wissen.“ Nun stand Karolin auch auf und setzte sich zu uns, während Malou schon eingeschlafen war.
    Zögernd murmelte die Japanerin nun leise:„Naja, ich kenne nicht allzu viele von den anderen Leuten, aber... Ich kann vielleicht trotzdem etwas erzählen.
    Also... ich war die ersten paar Tage mit einem Mann in einer Zelle, der Callum heißt. Er ist etwa 25 Jahre alt, groß, dürr, bleich und hat aschblondes Haar. Er sieht ein bisschen aus wie ein Toter, so bleich und dürr wie er ist.“
    Direkt wusste ich, um wen es sich handeln musste - den Anführer der „finsteren Gestalten“. Er schaute stets finster, ich hatte ihn noch nie reden, geschweige denn lächeln gesehen und er wirkte auf mich irgendwie gefährlich.
    Akiko fuhr nun fort:„Er kommt aus New York. Das war alles, was ich wirklich aus ihm herausbekam. Beziehungsweise, wusste ich es von einem der Entführer, denn er hatte es einem seiner Kollegen erzählt. Ebenso hat er ihm erzählt, dass Callum wohl gut verdienender Geschäftsmann dort war. Alles, was ich selbst über Callum in Erfahrung bringen konnte, war, dass er extrem gefühlskalt ist. Er zeigt kein Mitgefühl oder generell irgendeine Emotion. Er sagt kaum etwas und er wirkt auf mich nicht gerade freundlich. Als wir die paar Tage zusammen in einer Zelle waren, war seine liebste Beschäftigung die, Spinnen mit seinen Daumen zu zerdrücken. Aber dann wirklich qualvoll. Erst hielt er sie an einem Bein hoch und riss ihnen ein Bein nach dem anderem heraus. Manchmal ließ er sie dann noch mit drei Beinen herumirren, wenn sie nicht schon gestorben war. Er ließ sie möglichst lange leiden.
    Natürlich kann man sagen, dass es bei Spinnen etwas Anderes ist, aber ich glaube trotzdem, dass er nicht gerade freundlich ist.“
    Nun erinnerte ich mich plötzlich an den Ball und murmelte leise:„Als uns gesagt wurde, dass wir uns gegenseitig umbringen sollten, hat er gelächelt...“ Etwas schockiert schaute mich Federica an und Akiko murmelte nur:„Da zeigt sich ja noch einmal mehr, dass er wohl nichts Gutes im Sinn hat...“ Karolin schaute nur ganz ernst und fragte:„Über wen weißt du noch etwas?“ Kurz überlegte Akiko und erzählte dann:„Da gibt es dann noch Rafael. Er hat die Kraft der Elektrizität. Er hat sich immer recht gut mit Callum verstanden. Naja, sie haben sich gegenseitig ganz wunderbar angeschwiegen. Er ist groß und stämmig, hat dunkles Haar und einen Bart. Er kommt wahrscheinlich auch irgendwo aus dem Süden. Er scheint mir etwas dumm zu sein. Aber, wer Kraft hat, kann nicht auch gleichzeitig ein Hirn haben... Dann gibt es noch zwei andere Leute in dieser Gruppe. Aber die kenne ich nicht wirklich. Ich weiß nur, dass ein blondes Mädchen dabei ist, die immer zickig guckt und ein Mann, der aussieht, als hätte er seit drei Tagen kein Auge mehr zugemacht. Seine Augen liegen tief und dunkel in seinen Augenhöhlen, darunter zeichnen sich tiefe Augenringe ab. Seine Haut an sich ist auch eher blass. Sein Haar ist dunkel und sieht ungepflegt aus. Als wenn es eigentlich ein Kurzhaarschnitt sein sollte, aber sie schon wieder zu lang gewachsen sind. Fettig sind sie auch etwas und nach hinten und zur Seite gekämmt. Er hat außerdem eine lange, gerade und recht schmale Nase. Seine schmalen Lippen sind etwas nach innen gewölbt und lächeln tut er auch nie.“
    Federica meldete sich nun zu Wort:„Das Mädchen kenne ich. Naja, so halb. Sie heißt Irina und kommt aus Russland. Sie scheint ein bisschen so, als würde sie diesen Callum vergöttern. Sie wirkt total zickig und erhaben, als würde sie in sich etwas Besseres sehen. Im Gegensatz zu den anderen dort, scheint sie aber immerhin mal zu reden. Dabei klingt sie jedoch sehr herablassend und sie hat Spaß daran, sich über Schwächere lustigzumachen. Irirna hat die Kraft des Feuers, also eins der vier Elemente. Den Mann kenne ich nicht...“
    Nachdenklich nickte Karolin nun und meinte:„Den kenne ich auch nicht wirklich. Lívia kennt ihn vielleicht. Ich weiß, dass sie mit ihm am Anfang in einem Zimmer war. Aber sie schläft. Wir werden sie morgen danach fragen.
    Apropos schlafen, ihr solltet euch jetzt auch aufs Ohr hauen. Ich werde die erste Wache übernehmen. Die nächste Wache wollte Juan übernehmen.“
    Callum, Rafael, Irina und der Unbekannte. Sie bilden eine Gruppe, die uns gefährlich werden könnte. Wir müssen uns auf sie gefasst machen... Sie scheinen kein Erbarmen zu zeigen. Ich glaube auch, dass sie heute die erste Person ihres Lebens beraubt haben. Es gab ein Gewitter. Wahrscheinlich hat Rafael mit seiner Kraft die Blitze erzeugt und damit auch die erste Person getötet. Ich glaube, dass diese Leute nun genug Zeit hatten, ihre Kräfte zu trainieren und sie nun endlich anwenden wollen. Sie sind ab jetzt unsere Feinde...


    Hiii!
    Danke für 2000 Aufrufe und für die vielen lieben Kommentare!
    Darüber freue ich mich wirklich sehr. Falls ihr es noch nicht gemacht habt, könntet ihr dieser FF ja vielleicht eine Sternebewertung geben oder auf „gefällt mir“ drücken.
    Auch über ein kleines Feedback für zwischendurch freue ich mich, wie gesagt, sehr.
    Es ist aber natürlich jedem selbst überlassen, ob er/sie sich durch diese Arten äußert, wie er/sie meine FF findet.^^'
    Ich wollte einfach noch mal danke an alle sagen!^^
    LG Emily W.

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    „(d/n), steh auf! Wir müssen weiterziehen!"
    Verwirrt öffnete ich meine Augen und konnte erst gar nichts sehen, so dunkel war es. Doch an der Stimme, die mich geweckt hatte, erkannte ich, dass Karolin vor mir stand.
    Schlaftrunken rieb ich mir die Augen und murrte:„Was ist denn los? Es ist mitten in der Nacht!" Mit ernster Mine erwiderte Karolin leise:„Ja, aber ich habe ein Feuer gesichtet. Nicht weit von uns. Irgendjemand kommt uns näher und wir können nicht riskieren, dass diese Personen uns vielleicht zu nahe kommen", während sie schon zu Taehyung weiterschlich und ihn aus dem Schlaf riss.
    Augenblicklich stand ich nun auch auf und blickte mich beinahe etwas panisch um. Feuer? Dieses Mädchen, das Irina heißt und bei diesen gefühlskalten Leuten rumeiert, hat das Element Feuer. Was, wenn sie uns näherkommen? Sie würden uns gnadenlos umbringen!
    Mittlerweile standen schon alle müde in der Dunkelheit, während Karolin hellwach durchzählte, ob auch wirklich alle da waren.
    Akiko gähnte nun:„Wo hast du denn das Feuer gesehen?" Knapp erwiderte unsere Anführerin, ohne aufzuschauen:„Ich hab es während meiner Wache vom Baum aus gesehen. Es ist gewaltig und..." Weiter kam Karolin nicht, denn plötzlich wurde sie von einem lauten, uns bereit bekannten Ton unterbrochen.
    Ängstlich flüsterte Malou:„Jemand ist gestorben..."
    Nun noch eiliger packte Karolin ihre letzten Sachen zusammen und sprach mit einem leichten Anflug von Panik in der Stimme:„OK, weiter geht's... In der Dunkelheit können wir schlecht sehen. Akiko, komm du nach vorne und erzeuge für uns bitte eine leichte Lichtquelle. Der Rest hält sich dicht hinter uns und, wenn etwas ist, wird sofort bescheidgegeben!"
    So marschierten wir direkt los, mit Akiko an der Spitze, die anhand eines kleinen Lichtballs in ihrer Hand, den Weg erleuchtete.
    Ich lief dicht neben Taehyung und die Angst war mir wohl deutlich anzumerken, denn Tae nahm schützend meine Hand und murmelte beruhigend:„Mach dir keine Sorgen, (d/n). Wir ziehen einfach sofort weiter und dann finden sie uns schon erstmal nicht."
    Bei der Berührung unserer Hände zuckte ich erst etwas zusammen und lief rot an, was er durch die Dunkelheit aber nicht sehen konnte und ich lächelte ihn schließlich nur dankbar an, während ich seine Hand nach wie vor etwas ängstlich umschloss.
    Die Angst klebte aber nicht nur an mir. Auch Malou war ängstlich und klammerte sich an Karolins Arm fest, wie sie es immer tat, wenn sie Angst hatte. Lívia kennzeichnete sich durch ein schweigendes, aber nervöses Wesen. Akiko schien es vorne auch recht eilig zu haben. Karolin starrte nur ernst vor sich hin, blickte aber immer wieder nervös hinter sich. Das schien aber sowieso eine Art Tick von ihr zu sein, den mir war schon eher aufgefallen, dass sie sich IMMER zwischendurch mal umdrehte, als wenn sie Angst hätte, dass sie jemand verfolgen würde.
    Juan war vollkommen entspannt und ruhig, wofür ich ihn sehr bewunderte. Er schien sowieso immer die Ruhe selbst zu sein.
    Und Federica schien zwar auch etwas nervös, blieb aber dennoch bei ihrer guten Laune und summte irgendein fröhliches Lied vor sich hin, das gut ein Volkslied hätte sein können.
    Es war eine Zeit vergangen und so langsam schien die Panik bei einigen zu steigen. Schließlich hatten sie nun genug Zeit während des stillen Marsches gehabt, darüber nachzudenken, was passieren würde, wenn man uns finden würde. Die Stimmung wurde immer angespannter und Malou schien vorne fast schon zu weinen, bis Federica beschloss, die Stimmung etwas zu lockern, indem sie meinte:„Ich hab diese Nacht geträumt, dass wir bei meinem Onkel zusammen eine Pizza belegt haben. Jeder durfte sich drei Belege aussuchen. Jetzt hab ich mich gefragt, was ihr wohl daraufgetan hättet."
    Tae schwärmte sofort:„Pizza ist echt lecker. Was ich jetzt nicht alles dafür geben würde!" Malou hingegen fragte verwirrt, was eine Pizza sei. Schnell erklärte die Italienerin es ihr und sie überlegte, was sie wohl darauf tun würde. Juan schwärmte in der Zeit:„Pizza mit Meeresfrüchten ist lecker!" Karolin ekelte sich nun:„Meeresfrüchte? Was bist du denn für ein schmantiger Furz? Das letzte, was ich da drauftun würde, wäre das. Mais, Ananas und Schinken. Das ist der wahre Gaumenschmaus!" Belustigt grinste ich nun:„Gaumenschmaus? Wer sagt denn das noch?" Karolins Ausdrucksweise fand ich aber sowieso lustig. Schmantiger Furz, Gaumenschmaus... Sie benutze schon lustige Wörter.
    Nun verfielen wir alle in eine wilde Diskussion darüber, wer denn noch „Gaumenschmaus" sagt und, was man auf einer Pizza gut essen kann und was nicht.
    Wenn ich so darüber nachdachte, war es echt lustig. Wir waren gerade auf der Flucht vor dem Tod und alles, was uns dazu einfiel, war, darüber zu streiten, was man sich auf seine Pizza legen muss. Aber ich war eigentlich ziemlich froh, dass wir in diese sinnfreihe Diskussion verfallen waren, denn so waren wir von unserer Angst abgelenkt. Federica hat es mal wieder geschafft. Sie hat uns dazu gebracht, unsere Angst zu vergessen und uns über Pizza zu streiten. Wer weiß, wer ohne sie hier schon alles um den Verstand gekommen wäre?
    Schließlich lachte Federica nur:„OK, sobald wir hier raus sind, lade ich euch alle auf eine Pizza ein! Dann kann sich jeder seine Pizza selbst so belegen, wie er will!"
    Daraufhin musste ich jedoch wieder etwas traurig lächeln. Falls wir hier überhaupt lebend wieder rauskommen...
    Tae erkannte meine Betrübtheit natürlich wieder sofort und murmelte:„Ich hätte deine Art, wie du deine Pizza belegen würdest, gemocht." Schwach lächelte ich:„Dann können wir uns ja später zusammen eine Pizza belegen." Fröhlich lächelte Tae mich nun an, während er seinen Arm um meine Schulter legte, seinen Kopf an meinen legte und belustigt brummte:„Ich hab jetzt schon keine Lust mehr, zu laufen." Grinsend spaßte ich nun:„Was willst du mir damit sagen? Soll ich dich tragen?" Stumpf grinste Tae nun:„Ja, ich bitte darum", und lehnte sich schon so an mich, dass ich mehr von seinem Gewicht tragen musste als er selbst. Schmunzelnd schob ich nun seinen Kopf von meiner Schulter und murmelte:„Ne, du kannst selber laufen."
    Beleidigt spielend schob der Mann, in den ich mich verliebt hatte, die Unterlippe vor und brummte mit belustigtem Unterton:„Ach menno."
    Mittlerweile fing es an, zu dämmern und die ersten Sonnenstrahlen kreuzten unseren bisher schattigen Weg. So langsam ließ Akiko sich auch etwas zurückfallen, da ihre Kräfte nicht mehr benötigt wurden. Stattdessen unterhielt sie sich jetzt mit Tae, während ich praktisch nur noch Luft für ihn war. Eifersüchtig, wie ich war, gesellte ich mich nun also zu Federica. Sie würde ich so ziemlich als meine beste Freundin betiteln. Wir verstanden uns sehr gut miteinander und mit ihr konnte ich viel lachen. Außerdem konnte ich mich so besser von meiner Eifersucht wegen Akiko und Tae ablenken.
    Stattdessen unterhielten wir uns gerade über unsere Familien und darüber, wie sehr wir sie vermissten, als wir plötzlich hinter uns einen lauten Trubel vernahmen. Akiko sprang erschrocken zurück, während Tae, der neben ihr stand geschockt auf den Boden blickte und irgendetwas rief, das ich nicht verstand. Schnell folgte ich seinem Blick und entdeckte eine Schlange, die sich zischend vor Akiko räkelte. Nun erblickte ich auch eine Bisswunde an Akikos Bein, die sie wohl zum Aufschreien gebracht hatte.
    Aus dem Augenwinkel sah ich noch, wie Lívia vorschoss und auf die Schlange trat. Diese wendete sich natürlich nun wild unter Lívias Fuß und versuchte, auch sie zu beißen. Allerdings hielt Lívia das gefährliche Tier geschickt fest und sprach dann mit ruhiger Stimme, ohne von der Schlange aufzublicken:„Ich brauche einen Stein." Ohne zu zögern erschuf Juan plötzlich einen und reichte ihn der Brasilianerin. Diese schlug nun einmal fest damit auf den Kopf der Schlange, sodass sie erschlaffte.
    Wie gebannt starrten wir Lívia alle an und ich murmelte bewundernd:„Wow, das war echt mutig von dir, Lívia." Dankbar lächelte Lívia mich nun etwas verlegen an und meinte:„War nur ne Schlange. Die bin ich schon gewohnt."
    In der Zeit schaute Karolin zu Akiko und sprach ernst:„Sie hat dich gebissen... Lívia, weißt du, ob die Schlange giftig ist?" Knapp erwiderte das Mädchen nun:„Ja, ist sie. Aber das Gift löst hauptsächlich nur Wahnvorstellungen und Schwindelanfälle aus. Töten wird das Gift sie nicht. Dennoch sollten wir versuchen, es aus ihrem Fleisch heruaszubekommen." Neugierig fragte Karolin nun:„Und wie stellst du dir das vor?" Beinahe etwas belustigt erwiderte Lívia:„Jemand muss die Wunde aussaugen. Wer stellt sich zur Verfügung?"
    Tae wollte gerade die Stimme erheben, da sprach ich schnell:„Ich mache das." Etwas überrascht schauten mich alle an und ich ging schnell an Tae vorbei, zu Akiko. Ich nahm ihr Bein nun in meine Hand und fragte ernst:„Einfach so aussaugen?" Schmunzelnd meinte Lívia nun:„Ja, einfach aussaugen."
    Schnell tat ich, wie mir befohlen und meinte dann etwas schlecht gelaunt:„Supidupi. Bein ist ausgesaugt. Dann können wir ja weiter."
    Direkt ging ich zu Karolin zurück und meinte mit gestresstem Unterton:„Wollen wir dann?" Belustigt grinste unsere Anführerin und murmelte:„Ja, wir können dann."
    Sofort gingen wir weiter und plötzlich hörte ich Karolins belustigte Stimme leise neben mir:„War es so eine schlimme Vorstellung für dich, dass Taehyung es auslutscht, sodass du es selbst gemacht hast?" Beinahe etwas erschrocken sah ich sie an und meinte:„Hat man so doll gemerkt, dass ich nicht wollte, dass Tae es macht?" Schwach lächelnd flüsterte Karolin nun zurück:„Naja, man hat es schon gemerkt. Aber nur, wenn man weiß, dass du auf ihn stehst, kann man es so wie ich in Verbindung bringen. Ich merke ja, dass du eifersüchtig bist, weil Akiko und Tae sich auch verstehen." Beinahe etwas besorgt fragte ich, schon wieder knallrot:„Merkt man wirklich so sehr, dass ich in Tae verliebt bin?"

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    „Naja, ich merke es schon. Ob der Rest das auch mitbekommt, kann ich nicht sagen. Aber Lívia hat es auf jeden Fall auch schon mitbekommen", war Karolins flüsternde Antwort. Beinahe etwas verzweifelt erkundigte ich mich nun leise stammelnd:„Weiß Tae selbst es denn auch?" Knapp schüttelte Karolin nun den Kopf und meinte:„Glaub ich nicht. Wenn man selbst betroffen ist, bekommt man davon meist nicht viel mit. Aber er scheint dich auch sehr zu mögen. Ob es bei ihm auch Liebe ist oder vielleicht wirklich nur Charme, kann ich dir nicht so genau sagen..."
    Einerseits erleichtert und andererseits etwas traurig seufzte ich einmal und blickte nun nach hinten, wo Tae gerade Akiko etwas stützte und dabei wohl nichts von der Unterhaltung von Karolin und mir mitbekommen hat, zumal wir auf Deutsch gesprochen hatten.
    Karolin fing das Thema nun wieder auf:„Du brauchst aber auch nicht eifersüchtig werden. Ich glaube, dass Akiko und Tae sich auch einfach nur gut verstehen." Etwas zweifelnd fragte ich nun weiterhin auf Deutsch, sodass der Rest es nicht verstehen konnte:„Aber was, wenn da doch mehr hintersteckt und die beiden sich vielleicht doch lieben? Dann steh ich da." Ruhig antwortete die Anführerin nun schmunzelnd:„Mach dir mal darüber keine Sorgen. Sieh erst mal zu, dass du hier heile wieder rauskommst. Und selbst, wenn es so kommen sollte, was ich gar nicht glaube, wird es dich auch nicht umbringen. Man verliebt sich mal in den, mal in den und am Ende stellt sich sowieso heraus, dass es keine wahre Liebe gibt." Überrascht blickte ich Karolin an und stammelte:„Wieso? Glaubst du nicht, dass es wahre Liebe gibt?" Stumpf erwiderte die 15-jährige, während sie strikt nach vorne blickte:„Nein, das glaube ich nicht. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass eine Person dich genauso liebt, wie du sie auch. Vielleicht gibt es Liebe, ja. Aber ganz sicher keine wahre Liebe, bei der du sagst:„Wir lieben uns für immer und ewig und es gibt niemanden, den ich mehr liebe." Es gibt immer jemanden vor dir. Man kann zwei Personen nie gleichermaßen lieben und ich persönlich habe die Erfahrung für mich gemacht, dass ich nie die Nummer 1 sein kann." Verwirrt murmelte ich:„Wieso? Hast du dich denn mal in jemanden verliebt, der dich nicht geliebt hat?" Mit emotionslosem Gesichtsausdruck guckte die Österreicherin nun direkt an und meinte:„Nein, das nicht. Auf sowas lege ich keinen Wert, weil ich weiß, dass es eh nichts bringt, sich Hoffnungen für die Person zu machen, wenn es nicht mal etwas bei den engsten Leuten etwas bringt."
    Verwirrt dachte ich über das nach, was Karolin gesagt hatte. //Wenn es nicht mal bei den engsten Leuten etwas bringt? Was meint sie damit?// Gerade wollte ich sie das fragen, als Karolin sich zu dem Rest drehte und natürlich wieder auf Englisch meinte:„Jetzt brauchen wir irgendeinen Plan. Wir müssen uns selbst irgendwie schützen. Die Frage ist, wie wir das machen. Jemand Vorschläge?" Malou überlegte:„Wir könnten uns einfach verstecken." Direkt kritisierte Karolin:„Und wo willst du dich verstecken? Auf den Bäumen? Wenn sie mit ihrem Feuer alles plattmachen, haben wir da oben auch Pech gehabt."
    Juan ergänzte:„Vielleicht in einer Höhle? Da ist überall Stein oder Erde und das kann nicht brennen." Akiko erwiderte sofort:„Siehst du hier irgendwo eine Höhle?" Federica schaltete sich nun dazu:„Malou und Juan haben das Element Erde. Vielleicht können sie damit eine Höhle schaffen." Lívia murmelte leise ironischerweise:„Ja, hat letztes Mal ja schon mit der Schlucht so gut geklappt, die Kräfte einzusetzen."
    Karolin erhob nun wieder ihre Stimme:„Da hat Lívia recht. Wir können nicht riskieren, dass noch einmal so etwas passiert wie bei der Schlucht. Dazu sind wir noch zu ungeübt." Ich sah, wie Juan betroffen den Kopf senkte, doch Karolin ergänzte sofort:„Ist ja auch ganz normal, dass wir es alles noch nicht so gut beherrschen. Dazu üben wir hier ja zwischendurch immer mal. Aber solange wir es noch nicht perfekt können, sollten wir so große Schritte nicht wagen. Hat jemand vielleicht noch ne andere Idee?" Angestrengt überlegten wir alle, bis Tae schließlich murmelte:„Wir könnten ja auch einfach erst mal weiter zum Rand vordringen und gucken, ob uns noch etwas einfällt."
    Knapp nickte Karolin und murmelte:„Guter Plan, also geht es jetzt weiter. Wir werden dann auch auf dem Weg nach Nahrung suchen."
    Der Himmel verfärbte sich mal wieder grau und wir merkten schon, dass die Luftfeuchtigkeit zunahm. Es schien also wieder kurz davor zu sein, zu regnen.
    Ich blickte gerade wieder zum Himmel hinauf, während Federica entspannt neben mir lief, als ich leises Genuschel hinter mir hörte. Als ich mich umschaute, sah ich, dass Akiko und Tae sich wieder unterhielten. Sie verstanden sich wirklich gut und Tae hatte einen Arm um Akiko gelegt, um sie somit etwas zu stützen, während sie sich gerade gut gelaunt angrinsten. Das erregte in mir natürlich wieder großen Neid und ich drehte mich einfach wieder zu meiner so ziemlich besten Freundin, Federica. Ich versuchte, mich selbst abzulenken, indem ich ein Gespräch anfing:„Hast du eigentlich einen Freund?" Beinahe etwas belustigt erwiderte Federica:„Nö, die würden mich alle gar nicht wollen. Entweder mag ich sie nicht oder sie mich nicht. Außerdem möchte ich mich momentan eher darauf konzentrieren, genug Geld zu verdienen. Naja, eigentlich laufe, naja spaziere, ich momentan um mein Leben. Aber hey, ist doch mal ne schöne Abwechslung." Belustigt lächelte ich und sprach meine Gedanken laut aus:„Ich mag es, dass du immer so positiv bist und aus solchen Situationen was Lustiges machst. Du kannst dir selbst alles schönreden, oder?" Beinahe etwas stolz erwiderte Federica jetzt:„Naja, es bringt nunmal nichts, sich zu viele Sorgen zu machen. Man muss das Leben genießen und das kann man nicht, wenn man schlecht gelaunt ist. Und, was schlecht zu sein scheint, kann sich immer noch als gut herausstellen. Das gilt in allen Lebenssituationen. Das merke ich auch immer beim Malen. Am Anfang sieht es immer schlecht aus und ich denke, es würde hässlich werden, aber dann wird es am Ende doch gut. Dann bin ich immer froh, die Zeichnung nicht aufgegeben zu haben. Im Leben darf man nichts aufgeben und schlechte Laune verleitet einen nur schnell dazu, aufzugeben." Irgendwie fasziniert von Federicas Optimismus lächelte ich sie an.
    Plötzlich hielten wir an und Karolin sprach:„Wir werden jetzt unser Nachtlager aufschlagen. Dies scheint ein recht geschützter Platz zu sein. Ich möchte auch wieder darum bitten, dass ihr eure Kräfte etwas trainiert, während Lívia, Tae und ich jetzt nach etwas zum Essen suchen."
    Etwas überrascht schaute Tae die selbsternannte Anführerin dieser Gruppe an, wehrte sich aber nicht gegen die Aufforderung, mitzukommen und tat, wie ihm befohlen.
    Ich schaute in der Zeit zu Malou, die gerade mit Juan ihre Kräfte trainierte. Sie liesen kleine Hügel aus der Erde wachsen, die den von Maulwürfen ähnelten. Akiko hockte gerade einfach alleine an einem Baum und betrachtete die Bisswunde der Schlange.
    Plötzlich stupste mich Federica an und fragte heiter:„Wollen wir auch unsere Kräfte trainieren?" Etwas zögernd murmelte ich:„Ich kann sie aber noch nicht gut beherrschen. Ich kann das, was ich umwandle, nicht mal mehr zurückwandeln." In ihrer optimistischen Art grinste die lockenköpfige Italienerin nun:„Ist doch egal. Ich helfe dir dann." Dankend lächelte ich meine Freundin nun an und wir übten etwas zusammen.
    Die Truppe, die nach Nahrung suchte, kam nun wieder und verteilten schnell alles.
    Nach dem Essen entfachte Juan wieder ein kleines Feuer und wir saßen alle darum verteilt. Ich saß neben Taehyung und erzählte ihm gerade davon, dass wir unsere Kräfte trainiert hatten. Karolin hockte bei Lívia und Malou bei Juan. Akiko und Federica saßen ebenfalls beisammen und unterhielten sich etwas. Dabei fiel mir auf, dass Tae immer wieder zu ihnen rüberspähte und ich wurde etwas ungeduldig, da sich wieder die Eifersucht in mir breitmachte.
    Ich versuchte natürlich einfach wieder, sie zu ignorieren und fragte leise und irgendwie demotiviert:„Hast du irgendwas Interessantes zu erzählen?" Beinahe etwas überrascht lächelte Tae mich nun mit seinem wunderschönen Lächeln an:„Langweilst du dich etwa?" Monoton erwiderte ich nur:„Nein, ich möchte mich nur irgendwie unterhalten." Verständnisvoll, aber gleichzeitig auch belustigt lächelte Tae mich nun an und schmunzelte:„Und dafür fragst du mich? Federica kann doch viel besser erzählen." Leise murmelte ich nur als Antwort:„Du brauchst auch nichts erzählen, wenn du nicht willst..." Jedoch lächelte der perfekte Mann mich nur nachdenklich an und meinte:„Ich erzähle dir gerne etwas. Mir fällt nur gerade nichts ein, worüber ich dir erzählen könnte. Soll ich dir vielleicht einfach etwas von meinen Tätigkeiten bei BTS erzählen?" Knapp nickte ich nur, während ich mich etwas müde an Tae lehnte und er fing an, zu erzählen.
    Nun erzählte er:„Unser Fandom nennt sich A.R.M.Y.
    Akiko hatte mir heute erzählt, dass sie auch dazu gehört. Das war irgendwie überraschend. Ich hätte nicht gedacht, dass sie ein A.R.M.Y ist."
    Leise seufzte ich etwas. Und jetzt redet er schon wieder von Akiko... Es geht nur um sie...
    Tae meinte nun plötzlich:„Karolin war ja damals auch auf unserem Konzert, als wir entführt wurden. Aber, soweit ich es mitbekommen habe, ist sie mit ihrer Schwester dort gewesen. Ich frag mich, ob sie selbst auch ein Fan von uns ist oder nur ihre Schwester." Ratlos zuckte ich nur mit den Schultern, gut zufrieden, weil Tae nicht mehr über Akiko redete und meinte stumpf:„Frag sie doch einfach." Jetzt meinte Tae:„Naja, morgen vielleicht. Ich wollte mich auch noch ein bisschen mit Akiko unterhalten, wenn das für dich in Ordnung ist."
    Traurig nickte ich nur. Ja, geh du nur zu deiner Akiko. Sie scheint dir wichtiger zu sein als ich. Geh und hab Spaß. Lass mich ruhig alleine hier hocken...
    Gut gelaunt stand Tae, welcher von meiner Trauer und Eifersucht gar nichts mitbekommen hatte, nun einfach auf und verschwand bei Akiko.
    Ich hingegen blieb seufzend an meiner Stelle hocken und starrte gedankenverloren in die flackernde Flamme.
    Plötzlich sah ich aus dem Augenwinkel, wie Karolin aufstand und zu mir kam. Lívia hatte sich unterdessen zu Malou und Juan gesetzt, ebenso wie Federica mittlerweile auch.
    Karolin lächelte mich nun freundlich an und murmelte auf Deutsch:„Na, hat er dich sitzengelassen?" Niedergschlagen antwortete ich einfach nicht und Karolin tröstete mich direkt:„Mach dir mal keine Sorgen. Ich glaube, dass die beiden sich einfach gut verstehen. Akiko ist doch scheinbar ein Fan von BTS. Wahrscheinlich braucht Tae einfach jemanden, der sich vielleicht ein wenig mit dem ganzen Zeug auskennt. Er sieht in Akiko wahrscheinlich so etwas wie eine Verbündete. Vermutlich kennt sie auch die ganzen Insider und alle Songs und das freut Tae wahrscheinlich einfach. Es ist für ihn sicher wie Alltag. Sonst ist er doch auch immer auf Konzerten und Fantreffen und weiß der Geier, was. Da muss er sich auch die ganzen Fans antun. Möglicherweise gibt sie ihm einfach ein bisschen das Gefühl, dass alles ganz normal sei. Bestimmt lenkt sie ihn mit ihrem fanatischen Fanverhalten einfach von der ganzen Situation ab. Ohne, dass ich weiß, ob sie tatsächlich fanatisch ist. Eigentlich kann ich es mir bald nicht vorstellen." Kurz überlegte ich und meinte dann etwas aufgemuntert:„Ja, vielleicht hast du recht." In ihrer etwas stumpfen Art grinste Karolin nun:„Ich habe immer recht." Belustigt grinste ich nun und Karolin sprach noch:„Du brauchst dir auf jeden Fall keinen Kopf deswegen machen."
    Kurz dachte ich jetzt jedoch nach und stellte in Frage:„Was ist mit dir? Du hast gesagt, du glaubst nicht an wahre Liebe. Wie kommt es dann, dass du dir keinen Kopf darüber machst?" Beinahe etwas traurig wirkend murmelte das Mädchen nun:„Wenn ich nicht glaube, dass es existiert, dann mache ich mir auch keinen Kopf darüber. Das habe ich schon genug gemacht. Irgendwann findet man sich damit ab."
    Vorsichtig fragte ich nun:„Wer hat dir denn den Glauben gegeben, dass es keine wahre Liebe gibt?"
    Knapp erwiderte das Mädchen nun mit leerem Blick in das helle Feuer:„Verschiedene Leute, praktisch jeder." Neugierig hakte ich wieder nach:„Und in wie fern?" Seufzend sprach Karolin nun:„Weißt du, man ist nie gut genug für diese Welt. Das haben mir alle meine Mitmenschen damals beigebracht. Sie haben wir gezeigt, dass ich niemals gut genug für auch nur irgendwen sein könnte. Daraus resultiert, dass man niemals die erste Wahl sein wird. Die erste Wahl ist man nur, wenn man mehr geliebt wird, als alle anderen. Und die erste Wahl war ich nie. Werde ich auch niemals sein. Es wird immer mindestens eine Person über mir geben." Leise fragte ich wieder:„Für wen warst du denn nie die erste Wahl und in wie fern nicht?" Beinahe etwas gestresst erwiderte Karolin jetzt:„Für praktisch jeden. Für meine Familie war ich auch nie gut genug. Ich konnte sie alle so sehr lieben wie ich wollte, ich hatte nie das Gefühl, genauso sehr auch von ihnen geliebt zu werden. Natürlich habe ich 6 Geschwister und da ist es sowieso noch einmal was Anderes. Ich gehöre zu den Mittelkindern und die werden bekanntlich ans Ende der Schlange verfrachtet. Die Mutter hat immer ein liebstes Kind und das ist in unserem Fall der Älteste. Aber das Problem ist, dass ich gefühlt ganz am Ende der Schlange stehe. Meine Geschwister hatten alle immer etwas, worauf meine Familie stolz sein konnte. Die eine war so süß und lustig und sportlich, die andere war so hübsch und schlank, noch ein anderer war einfach immer die Ruhe selbst, war immer gut zufrieden und auch nie anstrengend. Dann hab ich noch einen jüngeren Bruder, der total anstrengend ist und oft wütend wird und, wenn er mal etwas macht, dass einem nicht gefällt und man ihn kritisieren will, dann heißt es, dass der Junge sich doch mache und so lieb sei und so toll und ich solle doch aufhören, ihn anzumotzen. Immer wird er bevorzugt. Der Älteste war ja sowieso immer perfekt. So schlau und gutaussehend und schlank und witzig und einfach perfekt. Was hatte ich? Ich war immer nur zu dick, zu dumm und untalentiert. Und das wurde mir auch immer vorbehalten. Und da war ich die einzige, die sich das immer wieder anhören musste. Und es hat niemanden gekümmert, dass mich ihre Worte traurig machten. Es hat auch niemanden gekümmert, wenn ich sagte, es ginge mir schlecht. Dann hieß es nur, ich wolle Schule schwänzen. Immer wieder musste ich mir nur all sowas anhören, bis ich der Überzeugung war, wirklich zu dumm, zu dick, zu schlecht zu sein. Vielleicht war ich nie das Vorzeigekind, aber ich sah mich trotzdem nie als so schlecht, wie ich dargestellt wurde. Aber ich wollte auch etwas haben, worauf meine Familie stolz sein konnte. Also lernte ich viel, bis ich praktisch zur Vorzeigeschülerin wurde. Eigentlich hatte ich nämlich da einen Vorteil. Ich konnte fleißig sein. Dabei war MIR immer egal, ob ich nun gute oder schlechte Noten hatte. Ich wollte einfach nur etwas haben, auf das meine Familie stolz sein konnte. Sie lobten mich dann auch, aber das war auch das einzige, für das sie mich lobten. Naja, vielleicht habe ich auch immer nur das Gute überhört. Vielleicht dramatisiere ich alles über. Naja, das war, was meine Familie zumindest immer sagte. Ich stand auf jeden Fall immer noch am Ende der Schlange und irgendwann war es mir egal. Irgendwann konnte ich mich damit abfinden, dass ich nicht gut genug war. Ich will auch nicht sagen, dass meine Familie mich nicht liebt, denn das wäre sicher nicht die Wahrheit. Aber trotzdem kann ich von der Überzeugung ausgehen, dass ich trotzdem am Ende der Schlange stehe. Wenn ich Pech habe, vermisst meine Familie mich nicht mal wirklich... Deswegen bin ich der Überzeugung, dass echte Liebe nicht existiert. Zumindest nicht gleichermaßen. Aber wen interessiert das schon? Jetzt bin ich sowieso hier und dann ist mir auch egal, dass ich nicht gut genug bin. Vielleicht gehe ich hier sowieso ein, dann kann mir auch niemand mehr sagen, nicht gut genug zu sein. Aber mittlerweile ist es mir sowieso egal. Mittlerweile kann ich mich damit abfinden, nicht gut genug zu sein.
    Aber weißt du, ich will, dass niemand sonst so ein Gefühl hat wie ich. Deswegen versuche ich, jeden gleich zu behandeln. Deswegen setze ich so sehr auf Gerechtigkeit. Ich möchte, dass es nicht so wie bei meinen Geschwistern und mir läuft. Einige werden bevorzugt, andere sind nicht so wichtig. Ich möchte das niemandem antun, denn ich weiß, was das für Selbstzweifel hervorrufen kann. Ich werde immer von allen als sehr selbstbewusst eingestuft. Ich glaube aber, dass ich in Wahrheit einfach nicht meine Verletzlichkeit zeigen will."
    Irgendwie traurig schaute ich ins Feuer.
    Plötzlich stupste mich Karolin aufmunternd an und meinte:„Aber ich glaube, dass Tae dich wohl etwas mag. Als wir heute zusammen nach etwas zu Essen gesucht haben, hat er auf jeden Fall in den höchsten Tönen von dir geschwärmt." Überrascht schaute ich Karolin an und fragte:„Echt?" Schmunzelnd nickte Karolin nur und meinte:„Deine Chancen stehen nicht auf Null!"

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    „Meinst du wirklich?", fragte ich hoffnungsvoll. Lächelnd nickte Karolin nun und meinte:„Ja, ich glaube schon, dass Tae dich durchaus mag. Ich hab mich etwas mit ihm über dich unterhalten und er schwärmte nur die ganze Zeit davon, dass du so freundlich und lustig seist und, dass du irgendwie knuffig seist." Belustigt fragte ich, während mein Herz gerade einen freudigen Satz machte:„Knuffig?" Stolz lächelte Karolin nickend und ergänzte:„Er meinte, du seist so knuffig in deiner Art, wie du immer rot anläufst, wenn er dir ein Kompliment macht. Er hat dich Tomätchen genannt. Und ich glaube nicht, dass er das tun würde, wenn er wirklich gar kein Interesse an dir hätte." Etwas aufgeregt grinste ich und gab ein leises Quieken von mir. Karolin lachte nun:„Uiuiui, du scheint ja wirklich richtig verliebt zu sein. Aber ich glaube auch, dass du nicht die erste bist, die sich in Tae verliebt hat, von sofern..." Etwas dankbar lächelte ich Karolin nun an und meinte:„Danke, dass du mich so aufmunterst und dir auch die Mühe gemacht hast, dich mit ihm über mich zu unterhalten." Etwas belustigt lächelte Karolin nun und murmelte:„Kein Problem. Ich war schon immer ganz gut im Vermitteln. Es macht mir irgendwie Spaß. Und ich freue mich, wenn ich so helfen kann." Glücklich lächelte ich die junge Anführerin nun an und fragte plötzlich:„Bist du eigentlich auch ein A.R.M.Y oder warum warst du damals auf dem Konzert?" Leise erwiderte das Mädchen nun:„Naja, als Fan würde ich mich nie bezeichnen, weil ich damit immer so aufdringliche Mädchen assoziiere, die die Bandmitglieder heiraten wollen oder so. Ich höre die Musik ganz gerne und mag die Persönlichkeiten der Jungs, aber das ist eigentlich schon alles. Ich war wegen meiner Schwester auf dem Konzert. Meine Eltern hatten keine Lust, mitzukommen, also sollte ich das Konzert mit ihr besuchen."
    Plötzlich neugierig fragte ich:„Wie lief das denn eigentlich ab mit der Entführung und so? War das während des Konzerts oder danach?" Kurz überlegte Karolin und erzählte dann:„Während. Es liefen auf einmal Männer mit Waffen herum und wollten die Jungs entführen. Eigentlich sollte ja auch nur Tae entführt werden, aber scheinbar wussten sie nicht, welcher von ihnen es war, weshalb sie einfach alle mitgenommen haben. Naja, es wurde auf jeden Fall eine Warnung ausgerufen und alle Fans wollten gleichzeitig herausstürmen. In dem Trubel hab ich meine Schwester verloren und bin als einzige wieder ins Geschehen gerannt. Dort habe ich sie dann gesehen, wie sie von einem Mann festgehalten wurde. Als ich zu ihnen rannte, wollte er mich erst erschießen. Aber ich habe ihn überzeugt, statt meiner Schwester mich mitzunehmen. Sie haben dann meine Schwester gehen lassen. Aber, was dann mit ihr passiert ist, weiß ich nicht. Ich wurde dann einfach mit den Jungs in einen Transporter gesteckt und ich hab die ganze Fahrt lang geschwiegen." Etwas verwirrt fragte ich:„Du hast also deine Schwester davor bewahrt, hier hingebracht zu werden? Aber die Veranlagung für eine Kraft hat doch nicht jeder. Wie kommt es dann, dass sie eingewilligt haben, dich statt ihr zu nehmen?" Knapp zuckte Karolin mit den Schultern, während sie ausdruckslos ins Feuer gaffte und murmelte:„Ich weiß es nicht. Vielleicht hatten wir sie beide. Schließlich ist sowas sicherlich vererbbar. Aber mir ist es auch egal. Ich hoffe nur, dass meine Schwester jetzt in Sicherheit ist." Leise fügte Karolin nun kaum hörbar hinzu:„Ihre Sicherheit ist meiner Familie wahrscheinlich sogar eh wichtiger als meine..."
    Nun wieder etwas lauter meinte Karolin:„Naja, ist jetzt ja auch egal. Ich frag mich sowieso, wieso uns noch niemand gefunden hat oder so. Schließlich müsste die Entführung auch auf Kamera und so aufgenommen sein, aber es wurde wahrscheinlich auch alles von vorne bis hinten geplant... Deine Frage hab ich beantwortet. Ich glaube, ich werde mich dann auch schlafen legen. Gute Nacht, (d/n)." Lächelnd erwiderte ich ihren Nachtgruß und Karolin schmunzelte noch:„Träum süß von Tae!" Belustigt grinste ich noch und sah dabei zu, wie Karolin sich im Schatten eines Baums verkrümelte.
    Auch die anderen legten sich so langsam schlafen. Nur die Nachtwache, Lívia, blieb noch wach. Sie löschte auch schnell das Feuer und ich legte mich auf meinen Platz, während Taehyung sich auch zu mir begab. Freundlich lächelnd legte er sich neben mich, in das grüne Gras, schaute nach oben und murmelte:„Ich hab gesehen, dass du dich mit Karolin unterhalten hast. Aber auf Deutsch. Worüber habt ihr euch so unterhalten?" Halberlei ehrlich erwiderte ich:„Über alles Mögliche. Über die Entführung zum Beispiel. Sie scheint übrigens kein A.R.M.Y zu sein. Zumindest meinte sie, würde sie sich nie als Fan bezeichnen, obwohl sie euch und eure Musik durchaus mag. Sie meint aber, dass sie damals hauptsächlich wegen ihrer Schwester auf dem Konzert war." Interessiert nickte Tae schweigend und legte seinen Kopf nun auf meinen Bauch und sah mich grinsend an. Belustigt grinste ich zurück und erzählte dann einfach weiter:„Wusstest du, dass sie eigentlich Karolins Schwester mitnehmen wollten, aber Karolin sich praktisch für sie geopfert hat?" Stumpf schüttelte Tae nun den Kopf über meinen Bauch und meinte:„Aber das überrascht mich nicht wirklich. Ihre Familie ist Karolin doch am wichtigsten." Ja und das, obwohl sie sich von ihrer Familie scheinbar nicht genug geliebt fühlt. Aber vielleicht ist das ja auch einfach ganz normal. Vielleicht ist es ja auch einfach das Alter oder so...
    Plötzlich lachte Tae leise:„Dein Bauch ist übrigens echt gemütlich, (d/n)." Verliebt lächelte ich ihn an und kicherte:„Freut mich. Kannst mich ja als Kissen benutzen." Nun grinste Tae frech:„Jap, mache ich auch. So ein schönes Kissen kann ich mir nicht entgehen lassen!" Belustigt lächelte ich und irgendwie war ich in dem Moment glücklich. Vielleicht hat Karolin recht. Vielleicht mag Tae mich doch mehr... Naja, ich hoffe es. Aber Karolin sagt ja, sie habe immer recht. Vielleicht hat sie dabei auch recht...
    Müde schlug ich meine Augen auf und spürte direkt Taes warmen Kopf auf meinem Bauch. Belustigt grinste ich den tief schlafenden Mann an. Sein Kopf lag nach wie vor auf meinem Bauch, seine Arme hatte er auch darum geschlungen, während er seine Beine nah an sich gezogen hatte, dass er ein wenig so aussah wie ein kleines Baby. Belustigt lächelte ich ihn einfach an und blickte mich dann weiter um. Es war schon hell und die meisten schliefen noch. Nur Malou, die zweite Nachtwache, war noch wach, obwohl sie recht müde schien. Freundlich lächelte die 10-jährige Afrikanerin mich an und flüsterte belustigt auf Tae deutend:„Er sieht aus, wie ein kleines Kind, dass sein Kuscheltier im Arm hält. Und das bist du! Ich glaube, ihr wärt ein süßes Paar." Fast schon etwas glücklich über Malous Bemerkung grinste ich sie an und flüsterte zurück:„Du hast recht damit, dass er aussieht wie ein kleines Kind."
    In dem Moment wachte Tae auch auf, rieb sich verschlafen die Augen und fragte gähnend:„Wer sieht aus wie ein kleines Kind?" Kichernd erwiderte Malou nun:„Du! So, wie du (d/n) umarmst. Sieht aus wie ein Kleinkind mit dem Kuscheltier!" Leise murrte Tae:„Was denn? (d/n) ist schön kalt. Sie hat schließlich die Kraft des Frostes. Und hier im Regenwald ist es mir zu warm!" Belustigt grinste ich, während Tae mich langsam losließ und sich aufsetzte. Leise brummte er jetzt auch:„Ich hab Hunger!" Daraufhin schlug ich vor:„Wir könnten zusammen nach etwas zu Essen suchen für alle." Tae stimmte zu und stand bereits auf, während er Malou leise zunuschelte:„Du sagst bescheid, wo wir sind, wenn jemand fragt, ja?" Gerade wollte das jüngste Gruppenmitglied antworten, da ertönte auf einmal Karolins brummige Stimme:„Aber geht nicht zu weit weg und denkt daran, alles noch mal Lívia zu zeigen, ob es auch wirklich essbar ist." Überrascht drehten wir uns alle zu Karolin, die mit geschlossenen Auge und reglos dalag, sodass man denken konnte, sie sei tot, hätte sie nicht gerade etwas gesagt. Belustigt grinste Tae nun:„Aufstehen tut sie nie, aber hören tut sie alles." Nun murrte Karolin wieder wie im Schlaf:„Ich höre alles und jeden. Selbst, wenn ich schlafe. Ich hab nur keinen Bock, mich deswegen aufzurichten oder so. Und jetzt geht endlich, bevor ihr alle weckt. Aber seid vorsichtig!"
    So gingen Tae und ich zusammen auf die Suche nach etwas Essbarem und Tae lachte wieder:„Karolin ist echt lustig in der Beziehung! Sie steht nicht auf, bewegt sich noch nicht mal und jeder denkt, sie sei tot, doch in Wahrheit schläft sie nur. Dann kann man natürlich denken, dass sie im Schlaf nichts mitbekommt, aber nein. Sie hört alles und ist sogar scheinbar irgendwie wach, aber regen tut sie sich trotzdem nicht! Schon lustig." Lachend ergänze ich:„Wenn man so darüber nachdenkt, scheint Karolin also eigentlich ne ziemlich faule Sau zu sein." Daraufhin grinste Tae dann und meinte:„Ich mag unsere ganze Gruppe. Sie sind alle sehr freundlich und lustig." Zustimmend nickte ich und meinte:„Wir haben alle irgendwie so unser Image. Karolin ist einfach die Anführerin, die sich um alles und jeden kümmert, während Malou das Nesthäkchen der Gruppe ist. Juan ist ein bisschen wie ein Vater, der immer ruhig und ausgeglichen ist. Federica ist ne richtige Stimmungsbombe und Akiko ist eher die Schüchterne, die aber immer gute Vorschläge macht. Lívia ist sie ruhige Überlebenskünsterlin und du bist der immer gut gelaunte Sohn, der die ganze Zeit etwas singt." Tae lachte nun:„Ja und du bist unser Tomätchen!" Wieder lief ich rot an und Tae grinste, während er mir durch die Haare wuschelte:„Siehst du? Da ist unser Tomätchen schon wieder!" Etwas beleidigt wollte ich ihm gegen den Arm boxen, doch er hielt mich grinsend zurück und murmelte bespaßt:„Und gewalttätig ist das Tomätchen auch noch!" Wie ein beleidgtes Kleinkind murrte ich nun immer noch knallrot:„Nenn mich nicht Tomätchen! Sonst nenne ich dich..." Kurz musste ich überlegen und Tae lachte:„Na, findest du keinen schönen Spitznamen für mich?" Etwas verlegen lachend schaute ich ihn beleidigt an und meinte:„Na gut, mir fällt nichts ein. Aber hör trotzdem auf, mich so zu nennen!" Triumphierend lächelte Tae nun und meinte überlegen:„Und was willst du dagegen machen?"
    Etwas verlegen erwiderte ich leise:„Keine Ahnung, dann hau ich dir einfach eine." Belustigt lachte Tae nun:„OK, dann sollte ich wohl wirklich damit aufhören, Tomätchen!"

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    Grinsend kam ich Tae näher und wollte ihm gerade einen leichten Klaps auf den Hinterkopf geben, als plötzlich das laute Kreischen von Vögeln und ein recht lautes Knarren ertönte. Etwas erschrocken blickte ich zu den Bäumen, auf der Suche, nach einer Ursache für die Aufruhe der Tiere, da spürte ich auf einmal einen Ruck über den Boden und ich hörte ein tiefes Beben.
    Tae griff reflexartig nach meiner Hand und zog mich näher zu ihm, sodass ich etwas gegen ihn taumelte. Beinahe etwas ängstlich fragte ich nun:„Was war das, Tae?“ Unwissend zuckte er mit ernstem Blick mit den Schultern und murmelte nachdenklich:„Keine Ahnung. Aber wir sollten zurückgehen. Nicht, dass bei ihnen noch etwas passiert ist. Denn ich vermute unsere Erd-Kraft-Leute...“
    Schnell liefen wir mit dem bisschen zu Essen, das wir schon gesammelt hatten, zurück zu dem Nachtlager, wo die anderen sein mussten.
    Direkt erkannten wir dort auch Malou, die erschrocken um sich blickte und Juan, der sich etwas beschützend vor sie stellte, dabei aber so seelenruhig wie immer wirkte. Ebenso, sahen wir Akiko und Federica, welche aufrecht dastanden und etwas ängstlich abwechselnd Malou und den Boden anblickten. Lívia stand abseits von den anderen, mit großen Augen, aber einer recht ruhigen Aura. Karolin hingegen schien nicht ganz so entspannt. Sie stand verklemmt da und starrte ernst und etwas gestresst wirkend auf den Boden, als würde sie auf etwas warten.
    Tae sprach meine verwirrten Gedanken aus:„Was zum Henker ist passiert und warum schaut ihr alle so... verstört?“ Karolin schien nun etwas aus ihrer Starre herausgefunden zu haben und murrte mit schlecht gelauntem Blick:„Malou hat wohl ihre Kraft angewandt und dabei wohl ein winziges Erdbeben ausgelöst. Das hat uns alle geweckt und auch etwas erschrocken...“ Beinahe etwas erleichtert, dass es nichts Schlimmeres war, atmete ich einmal kurz auf und bemerkte dann erst, dass Tae noch meine Hand hielt, weil er mich vorhin zurück zum Lager gezogen hatte. Auch Tae schien es nun zu bemerken, denn er ließ schnell los und ich lief natürlich sofort rot an.
    Auch Lívia bekam das natürlich mit, grinste und räusperte sich nun in der recht unangenehmen Stille:„Wie ich sehe, wart ihr zwei auf Nahrungssuche. Lasst mich mal nachschauen, ob das auch alles wirklich essbar ist.“
    So kam sie zu uns, überprüfte kurz alles und sprach:„Jap, passt alles.“ Karolin nickte in ihrer Ecke nur zufrieden und murmelte:„Supidupi. Dann verteilt mal bitte alles.“ Währenddessen schlenderte sie nun zu Malou und erkundigte sich fürsorglich, ob bei Malou selbst auch alles OK war, nachdem sie dieses kleine Erdbeben erzeugt hatte.
    Nachdem sich die Anführerin dann vergewissert hatte, dass es allen Beteiligten gut ging, sprach sie schonmal:„Wir werden nach dem Frühstück direkt weiterziehen. Aber eigentlich brauchen wir irgendwie einen Plan. Wir können schließlich nicht ewig wegrennen. Irgendwann werden wir sie bekämpfen müssen. Selbst, wenn nur noch einer übrig ist.“ Akiko humpelte mit ihrem Schlangenbiss am Bein etwas vor und überlegte:„Naja, wenn wir die ganze Zeit wegrennen, könnten wir höchstens noch darauf warten, dass der letzte verhungert oder wegen etwas ganz Simplen stirbt. Aber vielleicht wäre es ja auch ganz gut, wenn wir einfach an einer Stelle bleiben und uns einfach auf eine Art Verteidigungskampf vorbereiten. Dann würden wir auch nicht so viel Energie mit dem Wandern verbrauchen.“ Direkt konterte die Österreicherin:„An sich eine wirklich ganz nette Idee, aber bedenke, dass wir bei weitem noch nicht so weit sind, dass wir uns irgendwie richtig verteidigen können. Tut mir leid, das jetzt so sagen zu müssen, aber alles, was wir momentan können, ist Mini-Erdbeben erzeugen, ein Licht in der Größe einer Schreibtischlampe erstrahlen lassen, Regen in Schnee wandeln auf einer Fläche von vielleicht 30 m² gerechnet, instabile Steinbrücken bauen und Wasserbälle durch die Luft schweben lassen. Und damit werden wir wohl kaum jemanden wie beispielsweise unseren Elektro-Freund bezwingen können. Dafür braucht es weitaus mehr...“ Lívia schien Karolin recht zu geben, was sich nur dadurch kennzeichnete, dass sie nickte und Juan schlug nun vor:„Wenn ihr mich fragt, sollten wir weiterziehen. Auf der Wanderung trainieren wir unsere Kräfte eben noch stärker. Theoretisch können wir die anderen unser Arbeit verrichten lassen. Sie töten sich alle gegenseitig, am Ende bleibt wahrscheinlich nur noch einer übrig und den nieten wir dann zusammen schnell um.“ Karolin stimmte zu:„Hört sich für mich nach einem vielversprechendem Plan an.“
    Nun dachte ich ein wenig nach. Wir warten, bis sich alle gegenseitig umgebracht haben und den letzten töten wir gemeinsam. Ist es nicht irgendwie grausam? Was, wenn da draußen noch mehr Leute sind, die nicht töten wollen und auch nicht sterben wollen? Was, wenn wir ihnen helfen könnten? Stattdessen denken wir nur daran, unseren eigenen Hintern zu retten... Leise warf ich meine Gedanken in den Raum und direkt bekam ich die klare Ansage von Karolin:„Das mag barbarisch und egoistisch klingen, aber wir dürfen jetzt nicht erst mal an die anderen denken. Wir müssen jetzt nur auf uns selbst achten. Für alle anderen tut es mir leid, aber wir können jetzt nicht jeden abklappern und erstmal fragen:„Hey! Na, willst du uns töten oder dich uns anschließen?“ So geht das nicht! Bevor wir es dann wissen, sind wir möglicherweise tot. Wir werden einfach abwarten müssen, bis das alles endlich vorbei ist...“
    Wahrscheinlich hat Karolin recht... Aber irgendwie ist diese Aussage so untypisch für sie. Sonst lebt sie nach dem Motto, dass wir alle in einem Boot sitzen und uns gegenseitig helfen müssen. Niemand wird zurückgelassen! Aber jetzt gerade scheint es fast schon so, als wäre Karolin das Boot zu voll und sie wolle Ballast loswerden, bevor das Boot deswegen untergeht.
    Aber sie hat wirklich recht. Wir können sowieso nicht allen helfen und außerdem wissen wir ja auch gar nicht, wer unsere Hilfe will und wer nicht. Wir werden einfach abwarten und hoffen müssen...


    Hey Leute, tut mir leid, dass das Kapitel erst so spät kommt, aber wir hatten gestern einige WLAN- Probleme.

    Ich zeichne übrigens auch sehr, gerne, was vielleicht schon einige mitbekommen haben. Wegen eines Malwettbewerbs, den meine Schwester und ich in letzter Zeit machen, habe ich mehrere neue Zeichnungen von BTS veröffentlicht. Wenn ihr wollt, dürft ihr gerne mal vorbeischauen und mir vielleicht sagen, welchen Member ihr am besten gelungen findet und, ob die alte oder neue Version besser ist (ich habe sie vorher schon mal gemalt und diese Zeichnungen sind dort auch zu finden.)
    Um meine Zeichnungen zu finden, müsst ihr einfach nur bei meinen Quizzen und so schauen. Da hab ich sie unter „Meine Zeichnungen“ hochgeladen.^^
    LG Emily W.

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    Der Himmel war grau und die Hitze drang trotz der hohen Feuchtigkeit in der Luft bis durch meine Klamotten. Das Atmen fiel einem bei der Schwüle fast schon schwer und ich wartete nur darauf, dass der Regen endlich fallen würde. Und das tat er nun auch endlich. Der Regen prasselte hart auf die grünen Pflanzen, aber auch auf uns und durchnässte uns bis auf die Knochen. Meine Sicht verschlechterte sich durch das ganze Regenwasser in meinem Gesicht und meine Haare klebten auf meiner Stirn und meinen Schultern. Auch die anderen schienen nicht allzu glücklich über das Wetter zu sein und stapften teils schlecht gelaunt, teils einfach nur schweigend, vor mir her.
    Tae hingegen lief neben mir und schien den Regen aber fast schon zu genießen. Er murmelte gut gelaunt:„Wie schön der Regen doch ist. So erfrischend!" Leise murrte ich nur:„Kein Wunder, dass du Wasser bekommen hast. Regen ist ne schreckliche Angelegenheit und du findest ihn toll..." Belustigt grinste Tae mich nun an und scherzte:„Mein Tomätchen scheint ja echt kein Wasser-Freund zu sein." Spottend erwiderte ich beinahe etwas beleidigt:„Ja, wenn dein Tomätchen nämlich zu viel Wasser bekommt, ertrinkt es noch." Tae grinste nun:„Hat mein Tomatchen sich endlich mit seinem Namen angefreundet?" Etwas beleidigt murrte ich:„Nein, das hab ich nicht. Und ich bin auch nicht DEIN Tomätchen, wenn überhaupt." Schmunzelnd fragte Tae nun, während er sich seine nassen Haare aus den Augen strich:„Warum denn nicht? Ich hab dir deinen Spitznamen gegeben und ich bin der einzige, der dich so nennt. Also bist du MEIN Tomätchen!" Federica, welche die Unterhaltung wohl verfolgt hatte, lachte nun vor uns:„Tae, du kannst sie nur DEIN Tomatchen nennen, wenn ihr ein Paar seid und das seid ihr offensichtlich nicht!" Karolin lachte an der Spitze nun leise:„Noch nicht..." Tae bekam das natürlich mit und schenkte ihr einen bösen Blick. Ich lief wieder etwas rot an, drehte meinen Kopf aber schnell zur Seite, bevor Tae oder sonst wer es sehen konnten. Malou erhob nun plötzlich gut gelaunt ihre Stimme:„Aber ihr wärt ein supersüßes Paar!" Akiko schaltete sich plötzlich auch dazu:„Oh ja, das wärt ihr! Wenn ihr mich fragt, dauert es bestimmt auch nicht mehr lange, bis sie es sind. Schaut euch doch nur mal an, wie er (d/n) immer Tomätchen nennt und sie immer damit ärgert! Wie heißt es so schön? Was sich neckt, das liebt sich!" Karolin kicherte vorne nun, während Tae etwas wütend wurde, zu ihr stapfte und sie leicht schubste. Jedoch verlor die Anführerin ihr Gleichgewicht, fiel kichernd zu Boden und murrte dann nur noch schmunzelnd:„Warum schubst du mich denn jetzt, Tae? Ich hab doch gar nichts gesagt!" Tae brummte nur kurz und ging daraufhin also zu Akiko und wollte sie schubsen, jedoch lief Akiko schnell vor ihm weg.
    In der Zeit stand ich einfach nur verlegen am Rand und beobachtete schüchtern das Geschehen. Ein süßes Paar? Wären wir das wirklich? Und ob Akiko wohl recht hat? Liebt Tae mich wirklich? Naja, ich kann mich nicht auf die Theorien eines A.R.M.Ys verlassen...
    In dem Moment kam Lívia überraschenderweise zu mir und murmelte so leise, das nur ich es hören konnte:„Du magst ihn. Das weiß ich. Du hättest sicher nichts gegen eine Beziehung mit ihm, oder?" Etwas überrascht, aber gleichzeitig ebenso verlegen lächelte ich das brasilianische Mädchen an und murmelte zurück:„Du kennst die Antwort doch... Aber er ist doch eh nur charmant und das ist auch OK. Außerdem muss ich mich so oder so erstmal darauf konzentrieren, dass ich hier lebend rauskomme..." Irgendwie Verständnisvoll lächelte mich Lorenzos Schwester an und meinte:„Naja, vielleicht mag er charmant sein. Aber dann nur bei dir. Also kannst du davon ausgehen, dass er dich mag."
    Plötzlich machte mein Herz einen Satz. Meint sie wirklich, dass er mich mag? So richtig und nicht nur als Kumpeline? Bevor ich sie das fragen konnte, war sie schon wieder verschwunden und lief erneut abseits von den anderen.
    Tae hingegen lief noch wild hinter Akiko her, die gerade Juan als Schutz nutzte, gab es dann jedoch auf und lief einfach wieder neben mich. „Richtige Hühner", murmelte er brummig vor sich hin, als er zu Akiko und Federica guckte, die unterdessen amüsiert kicherten. Leise murmelte ich Tae nun aufmunternd zu:„Lass dich nicht ärgern. Du weißt es doch besser als sie..." Dankbar, aber irgendwie mit einem Blick, den ich nicht so ganz identifizieren konnte, lächelte er mich sanft an und flüsterte:„Danke, Tomätchen." Doch in diesen zwei Worten, die er sprach, lag ein seltsamer Unterton. War das so etwas wie Trauer oder Sehnsucht? Oder vielleicht doch eine Art von Enttäuschung?
    Ich überspielte meine Verwirrung einfach, indem ich ihn etwas beleidigt anlächelte und meinen Blick dann wieder nach vorne wandte.
    Dort liefen die anderen wieder in ihren Grüppchen. Malou quasselte gerade Karolin voll, welche aber gar nicht richtig zuzuhören schien, Juan lief wortlos daneben, Federica und Akiko kicherten leise vor sich hin und Lívia lief schweigend, ein paar Meter von dem Rest entfernt, neben uns her.
    Irgendwie fühlte ich mich fast schon wie in einer Familie mit diesen Leuten. Und Tae war für mich wie ein guter Freund, der einfach irgendwie da war und in den ich mich einfach unendlich verliebt hatte. Und ich konnte nichts dagegen tun, dass mein Herz in Wahrheit jedes Mal einen kleinen Freudensprung machte, wenn mich dieser perfekte Mann „Tomätchen" nannte und, dass es sich jedes Mal vor Eifersucht zusammenzog, wenn er mal wieder bei der hübschen Akiko war.

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    „Wir sind für heute genug gelaufen. Wir werden jetzt unser Lager aufschlagen", drang Karolins feste Stimme in meine Ohren. Danke! Ich bin fertig. Ich hätte nicht einen Schritt weitergehen können.Auch die anderen freuten sich sichtlich und Maou ließ sich augenblicklich auf den feuchten Boden fallen und murmelte:„Endlich!"
    Ich setzte mich einfach auf den Boden und beobachtete, was der Rest so tat. Karolin zog natürlich sofort wieder ihre Schuhe aus, die sie auch vorher nur widerwillig angezogen hatte, um sich nicht die Füße wundzutreten. Tae tat es der Anführerin gleich, während er sich neben mich setzte. Federica legte sich nun neben Malou auf den Boden und murmelte gut gelaunt:„Ich mag es, im feuchten Gras zu liegen." Beinahe etwas angewidert brummte Karolin nun:„Bist du verrückt? Wer macht sich denn schon freiwillig nass?" Ich grinste nur vor mich hin, denn ich gab Karolin recht. Juan hingegen ließ gerade einen Stein aus dem Boden hervortreten und setzte sich darauf. Akiko setzte sich einfach stumpf dazu, während Lívia wie immer schweigend am Rand hockte und gedankenverloren mit ihrer Kraft spielte.
    Plötzlich raunte Tae mir leise zu:„Ich hab Hunger. Wollen wir zu zweit etwas suchen, Tomätchen?" Mich etwas veräppelt fühlend schaute ich ihn leicht lächelnd an und wollte gerade mit einem „Ja" erwidern, da rief Malou, die wohl mitgehört hatte:„Ich komme auch mit!" Tae protestierte:„Aber sind wir dann nicht vielleicht zu wenig Leute hier im Lager? Es reicht doch bestimmt, wenn wir nur zu zweit gehen, oder nicht?" Karolin amüsierte sich nun:„Tae, hier sind noch 5 Leute, wenn ihr zu dritt unterwegs seid. Wir sind hier nicht zu wenig. Und außerdem bringen viele Hände ein schnelles Ende. Nehmt Malou doch mit. Dann geht sie mir nicht auf die Nerven." Daraufhin schaute Malou Karolin beleidigt an, woraufhin Karolin anfing, zu lachen:„Wie schnell Malou doch eine beleidigte Leberwurst wird!" Nun grinste auch Malou, während ich Tae leise neben mir seufzen hörte. Verwirrt schaute ich ihn an und flüsterte:„Magst du Malou nicht? Warum willst du nicht, dass sie mitkommt?" Leise erwiderte Tae nun missmutig:„Doch, natürlich mag ich sie." Erwartungsvoll hakte ich nach:„Aber?" Nun seufzte Tae wieder, schien kurz zu überlegen und meinte dann:„Es gibt kein Aber. Ich möchte nur nicht, dass Malou sich vielleicht wehtut oder so..." Leicht lächelte ich ihn an und sprach:„Mach dir da mal keine Sorgen. Malou ist taffer, als du glaubst. Sie kann durchaus auf sich aufpassen." Mit den Worten stand ich auch auf und meinte nur:„Wir nehmen dich mit, Malou." Tae stand nun auch auf und murmelte:„Na dann los..." Karolin rief uns noch hinterher:„Aber geht nicht zu weit weg und passt aufeinander auf, ja?"
    „Kann man das essen", fragte Malou gut gelaunt. Tae, welcher schweigend neben mir lief, zuckte nur lustlos mit den Schultern und ich murmelte, etwas verwirrt, wegen Taes Verhalten:„Ich weiß nicht genau. Aber ich glaube, dass Lívia schonmal so eine Frucht mitgebracht hat. Wir nehmen sie einfach mit und Lívia sagt uns dann, ob sie wirklich essbar ist oder nicht." Zufrieden nickte die junge Afrikanerin nun und kletterte direkt geschickt zu dem Baum hoch.
    Die Zeit, ohne Malou direkt neben uns, nutzte ich, um Tae zu fragen:„Was ist los? Du wirkst so demotiviert, Tae." Schwach lächelte mich Tae nun an und erwiderte:„Nein, das ist Einbildung. Ich bin höchstens hungrig." Nachdenklich nickend nahm ich seine Aussage an, hielt sie aber dennoch für eine Lüge. Doch ich ließ mir nicht anmerken, dass ich skeptisch war. Stattdessen schaute ich einfach zu Malou und lobte sie, als sie wieder am Fuße des Baums stand:„Du kannst ja echt gut klettern, Malou!" Die 10-jährige erwiderte nun stolz:„Danke. Ich bin damals oft auf Bäume geklettert, als ich noch in Afrika war und nicht hier. Obwohl es nicht so große Bäume waren wie hier." Leicht lächelte ich das Mädchen nun an, während Tae weiterhin nachdenklich schwieg.
    Nach etwa einer halben Stunde schon hatten wir recht viel gesammelt und gingen zurück zum Lager, wo die anderen auf uns warteten. Schnell zeigten wir Lívia das Gesammelte und sie sortierte schnell ein zwei Früchte aus, die nicht essbar waren.
    Während des Essens hatte ich mich zu Karolin und Lívia gesetzt. Tae hingegen saß mal wieder bei Akiko, was mich sofort eifersüchtig machte.
    Nachdenklich kaute ich gerade auf meiner Frucht herum und dachte über Taes seltsames Verhalten nach, als Karolin auf einmal fragte:„Worüber denkst du nach, (d/n)?" Ehrlich antwortete ich ihr leise:„Naja, Tae hat sich vorhin so seltsam benommen und ich weiß nicht, wieso. Er war so schweigsam und demotiviert. Das fing an, als Malou mitkommen wollte. Aber ich weiß nicht, ob es damit etwas zu tun hat." Lívia nuschelte auf einmal durch ihre Mango hervor:„Vielleicht wollte Tae einfach Zeit mit dir alleine verbringen. Naja, ich vermute es." Karolin fügte nun überzeugt hinzu:„Er hat ja besonders betont, dass man doch auch zu zweit gehen könne. Ich denke, es liegt nicht an Malou, sondern einfach daran, dass er Zeit mit dir alleine verbringen wollte." skeptisch murmelte ich nun:„Und warum sollte er ausgerechnet mit mir Zeit verbringen wollen?" Karolin erwiderte nun schlechthin:„Sieh doch einfach mal dem Fakt ins Auge, dass Tae dich vielleicht einfach sehr gerne hat." Lívia nickte:„Ja. Wenn du mich fragst, sieht er mehr in dir als nur eine Freundin." Leise stellte ich nun in Frage:„Wie kommt ihr darauf? Was ist mit Akiko? Mit der versteht er sich doch auch so toll. Was, wenn er in sie verliebt ist?" Überzeugt schüttelte Lívia nun den Kopf und Karolin sprach ihre Gedanken aus:„Er ist ganz sicher nicht in Akiko verliebt. Wenn, dann in dich. Ist dir noch nie aufgefallen, wie er dich immer anlächelt? So lächelt er hier sonst niemanden an." Lívia bestätigte:„Nicht mal Akiko!"
    Nachdenklich und gleichzeitig hoffnungsvoll schaute ich nun zu Tae, der gerade bei Akiko hockte und ihr gerade gut gelaunt etwas erzählte. Sie hingegen saß lächelnd vor ihm und hörte ihm einfach zu.
    Nun drehte ich mich wieder zu der Brasilianerin und der Österreicherin und murmelte:„Aber Akiko ist doch viel hübscher als ich. Und netter wahrscheinlich auch. Außerdem beherrscht sie, im Gegensatz zu mir, ihre Kraft." Karolin zuckte nun mit den Schultern:„Das ist Geschmackssache. Und vielleicht beherrscht Akiko ihre Kraft besser als du, aber das heißt doch nicht, dass du deswegen schlechter bist als sie. Und außerdem kommt es doch auf den Charakter an und nicht auf das Können." Lívia fügte nun hinzu:„Und du hast echt Charakterstärke. Ich meine, nichts gegen Akiko, wir mögen sie alle sehr, aber ihr Charakter ist nicht so ausgeprägt wie deiner. Du bist viel offener als sie." Mich selbst nach wie vor schlechtreden wollend, murrte ich:„Aber viele Kerle stehen doch auf so schüchterne Mädchen." Karolin seufzte nun:„Aber du weißt doch nicht, ob Tae das auch tut." Lívia versprach nun:„Du brauchst dir keine Sorgen machen. Ich glaube nicht, dass Tae in Akiko verliebt ist."
    Kurz dachte ich nach. Naja, vielleicht haben die beiden ja wirklich recht. Ich hoffe es... Warum lasse ich mich eigentlich von einer 13-jährigen und einer 15-jährigen beraten? Ich bin 22 und gebe mich mit so jungem Volk ab. Naja, sie scheinen ja trotz ihren jungen Alters recht weise zu sein. Hoffen wir mal, dass sie so weise sind, dass sie auch recht haben damit...

    52
    „Ich glaube nicht, dass er wirklich in mich verliebt ist", murmelte ich traurig vor mich hin.
    Ich saß nach wie vor mit Karolin und Lívia auf dem Waldboden, etwas abseits von den anderen.
    Irgendwie traurig schaute ich nun zu Tae rüber, welcher immer noch bei Akiko saß. Er sah glücklich aus, er lachte und die hübsche Akiko strahlte ihn mit ihrem hübschen Lächeln und ihren glitzernden Augen an. Ihr schwarzes Haar fiel sanft auf ihre Schultern und sah so seidig aus wie eh und je.
    Tae selbst schaute sie lachend an und seine dunklen Augen verzogen sich dabei zu engen Schlitzen, während er sein bezauberndes Box Smile einsetzte.
    Ich seufzte bei dem Anblick leicht, denn es machte mich traurig, dass Akiko ihn gerade so glücklich machte und nicht ich.
    Doch Karolin brummte auf einmal ernst:„Jetzt sei doch nicht so pessimistisch, (d/n)!" Leise fauchte ich auf Deutsch, damit nur sie es verstehen konnte:„Sagt gerade die Richtige. Du bist doch die, die meint nicht gut genug zu sein und, dass deine Familie und niemand dich lieben würde!" Dies schien die Anführerin sehr getroffen zu haben, denn auf einmal entgleitete ihrem Gesicht das freundliche Lächeln und stattdessen schaute sie schweigend auf den Boden, während sich in ihrem Blick so etwas wie Trauer, aber auch Wut und Verletztheit widerspiegelten. Irgendwie kamen nun Schuldgefühle in mir hoch, aber ich war zu stolz, um mich deswegen jetzt zu entschuldigen.
    Lívia murmelte nun:„Du brauchst nicht glauben, dass Akiko oder sonst wer dir deinen Stellenwert nimmt. Bist es du oder sie, die von ihm Tomätchen genannt wird? Und er schläft auch jede Nacht neben dir. Würde er das tun, wenn er in Akiko verliebt wäre?" Kurz musste ich überlegen und musste ihr dann irgendwie recht geben. Jedoch versuchte ich gleich wieder, ein Gegenargument zu finden:„Was, wenn er einfach nur schüchtern ist? Vielleicht sieht er in mir nur eine Freundin und traut sich nicht, Akiko seine Gefühle zu gestehen. Sowieso, wenn er in mich verliebt wäre, würde er doch wahrscheinlich auch nicht bei mir schlafen. Dazu wäre er doch bestimmt viel zu schüchtern." Etwas unmutig schüttelte Lívia nur etwas schmunzelnd den Kopf und meinte dann:„Gut, dass ich nicht so Probleme hab wie du. Wobei eigentlich wäre es fast schon schön. Denn ich persönlich sehe da kein Problem."
    Anstatt zu antworten, spähte ich nur wieder zu Tae und Akiko rüber. Sie unterhielten sich gerade auf irgendeiner Sprache, die ich nicht verstehen konnte. Wahrscheinlich auf Japanisch.
    Plötzlich hörte ich Federicas gut gelaunte Stimme:„Moin Leude. Na, was macht ihr hier so?" Nun drehte ich mich wieder zu den anderen und sah nun auch, dass Federica sich neben uns gesetzt hatte und uns in ihrer gewohnten Weise angrinste. Selbst nun auch lächelnd erwiderte ich:„Ach, nicht so viel. Wir hocken hier nur rum. Und du so?" Federica brach nun natürlich wieder in ihrem Element aus und fing an, zu brabbeln:„Gerade noch hab ich ein bisschen mit Malou und Juan geplaudert. Wir haben Schiffe versenken gespielt. Juan hat eine kleine Mauer aus Erde zwischen Malou und mir geschaffen und hat uns dann ein paar kleine Steine als Schiffe gebaut. Mit einem Stock haben wir uns dann das Feld einfach in dem Sand aufgemalt. Ich hab übrigens gewonnen, wobei es ziemlich schwierig war, zu erkennen, ob ich das Feld im Sand gerade schon durchgestrichen habe oder nicht. Hehe..." Belustigt lächelte ich sie an und bemerkte, dass Karolin immer noch vollkommen geistesabwesend auf den Boden schaute und auch gar nicht wirklich zuzuhören schien. Lívia hingegen lächelte Federica nur leicht an.
    Ich meinte jetzt einfach, selbst auch etwas besser gelaunt:„Hört sich doch gut an." Federica grinste nun nur noch:„Ja, war auch gut. Aber jetzt wollten die beiden Schnarchnasen schon schlafen gehen. Ich aber noch nicht. Also bin ich zu euch gekommen."
    Karolin brummte nun leise wie aus dem Nichts:„Ich glaube, ich gehe dann auch mal schlafen. Ich sag nur vorher Akiko bescheid, dass sie die erste Nachtschicht übernimmt. Die nächste hast du, (d/n), weißt du ja."
    Und schon stand die 15-jährige Österreicherin auf, trottete gedankenverloren zu Akiko, gab ihr schnell bescheid und legte sich dann an einen Baum, nicht weit von Juan und Malou entfernt. Ihr Gesicht hatte sie dabei dem Baum zugewandt.
    Ich sah ihr nachdenklich hinterher. Da haben wir die alte Karolin wieder. So, wie sie die ersten paar Tage nach unserer Begegnung war - schweigsam, gedankenverloren, nicht gerade menschenbezogen und mit leerem Blick. Ist das jetzt meine Schuld, weil ich ihr vorgeworfen habe, sie sei immer pessimistisch. Vielleicht hätte ich das nicht sagen sollen, denn es hat sich angehört, als würde ich ihr vorwerfen, sie würde übertreiben. Naja, vielleicht tut sie es auch. Sie hat ja selbst gesagt, dass sie wahrscheinlich übertreibt...
    Nun wurde ich jedoch von Federica aus meinen Gedanken gerissen, als sie meinte:„OK, dann sollte ich vielleicht auch schlafen gehen."
    So legte auch sie sich schlafen und bald legte sich auch der Rest schlafen, so auch ich.
    Tae lag, wie gewohnt, neben mir und wünschte mir noch schnell eine gute Nacht, während er sich gerade etwas umherwälzte. Ich gab auch nur ein leises „gute Nacht" von mir und legte mich so hin, dass es recht gemütlich war. Jedoch konnte ich noch nicht schlafen, denn ich dachte irgendwie über alles Mögliche nach. Darüber, dass ich meine Kraft immer noch nicht beherrschte, aber gleichzeitig auch irgendwie gar keine Lust dazu hatte, sie zu trainieren. Ich wollte mich selbst nicht dadurch enttäuschen, dass ich es nicht wirklich hinbekam, also ließ ich es lieber. Dazu kam die Sorge, dass wir es vielleicht alle gar nicht überleben würden und auf einmal hatte ich wieder schreckliche Angst. Ich wollte noch nicht sterben und vor allem nicht wegen so etwas. Nicht, weil ich scheinbar auserwählt wurde, so eine doofe Kraft zu beherrschen, mit der ich doch noch nicht mal klarkam. In dem Moment regte ich mich irgendwie etwas auf. Über mich selbst, über Hisoka, weil er sich das Ganze ausgedacht hatte und über die ganze Situation. Sowieso fragte ich mich, ob Hisoka wirklich die ganze Wahrheit erzählt hatte. Naja, ob sein Kumpan die ganze Wahrheit in seinem Namen erzählt hatte. Es konnte doch nicht wirklich das Wahre sein, dass der Überlebende eine Chance ermöglichte. Eine Chance wozu überhaupt? Die Welt zu beherrschen oder steckte mehr dahinter oder vielleicht auch weniger?
    Ich war verzweifelt und dann musste ich mich auch noch an das ganze Gefühlschaos mit Tae erinnern. Das gab mir dann den Rest und ich fing an, leise zu weinen. Ich hatte Angst, dass Akiko, welche die Nachtwache darstellte, es vielleicht hören könnte und so versuchte ich einfach, aufzuhören, an nichts mehr zu denken und einzuschlafen.
    Und das passierte zu meinem Glück auch. Langsam fiel ich in einen tiefen schwarzen Schlaf, ohne Träume.

    „Wacht auf! Los, macht schon! Steht auf!"
    Eine panische Stimme drang in meine Ohren und ich erkannte, dass es Akiko war. Müde schlug ich die Augen auf und schaute mich um. Akiko stand panisch da und versuchte, uns alle zu wecken. Um uns herum war es dunkel, doch in nicht allzu weiter Ferne erkannte ich ein helles Leuchten.
    Verwirrt blickte ich in die Richtung, während Akiko weiterhin wie eine Wildgewordene brüllte:„Steht jetzt auf! Sie kommen!"
    Verwirrt stand ich nun auf und wollte gerade fragen, wovon die Japanerin sprach, doch schon sah ich plötzlich 4 Gestalten wie aus dem Nichts aus der Richtung auftauchen, aus der auch das helle Leuchten kam.
    Sofort erkannte ich diese Personen und auch, dass das helle Leuchten ein Feuer war. Es waren die „finsteren Gestalten" wie ich sie nannte. Der Unbekannte, Irina, Rafael und Callum.
    Sie standen dort erst ungerührt und starrten uns an. Ich erkannte dabei, dass der Anführer dieser Gruppe, Callum, boshaft grinste.
    Augenblicklich bekam ich Panik und auch die anderen waren nun hellwach und standen ebenso aufgelöst wie ich dort und starrten unsere 4 Feinde an.
    Plötzlich sah ich, wie Callum seine Hand gebieterisch hob und dann zu uns zeigte.
    In dem Moment hauchte Karolin:„Rennt!"
    Das brauchte ich mir nicht zweimal sagen lassen. Sofort rannte ich los und versuchte, in einer Gruppe mit den anderen zu bleiben. Doch schneller, als ich gucken konnte, zuckten auf einmal gewaltige Blitze über den Himmel und zwischen uns und wir wurden geteilt.
    Ich rannte nun einfach, so schnell ich konnte, los und versuchte, davonzukommen. Ich bekam Panik. Ich sah die anderen nicht mehr und nicht mal meine eigene Hand vor Augen, weil es so dunkel war. Doch ich rannte einfach weiter. Zwischendurch stolperte ich immer mal wieder und fiel dabei fast hin. Aber ich rannte einfach unbeirrt weiter. Ich wusste nicht, in welche Richtung ich rannte, wo die anderen waren, wie weit ich schon von unseren Feinden entfernt war und auch nicht, ob ich schon in Sicherheit war.
    Schließlich blieb ich einfach hinter einem breiten Baum stehen, blickte mich einmal um und sah auch nicht mal mehr das helle Leuchten des Feuers oder die zuckenden Blitze am Himmel.
    Irgendwie erleichtert, aber gleichzeitig noch voller Angst und Sorge verschnaufte ich nun erstmal. Daraufhin schaute ich mich dann einfach um und hielt Ausschau nach einem meiner Gruppenmitglieder. Doch ich sah nichts und niemanden. Alles, was ich in der Dunkelheit noch so vage erkennen konnte, war der gigantische Baum vor mir.
    Kurz überlegte ich und kletterte den Baum dann einfach hinauf. Als ich schließlich einen breiten Ast, recht weit oben, erfasste, zog ich mich kurz herauf und setzte mich dort hin.
    Von da oben hatte ich die Dunkelheit gut im Blick und ich war wenigstens etwas geschützter.
    Nun hatte ich auch etwas Zeit zum Nachdenken. Wo sind die anderen? Haben sie es überlebt? Muss ja eigentlich. Zumindest habe ich nicht diesen Ton gehört, der uns benachrichtigen soll, wenn jemand gestorben ist. Oder habe ich ihn vielleicht überhört? Ich bin so schnell gerannt, dass es auch gut sein kann, dass ich nichts mitbekommen habe.
    Was mache ich denn jetzt? Ohne die anderen? Meine Kraft nicht wirklich beherrschend? Alleine auf diesem Baum?
    Bitte, lass es nur einen Traum sein! Bitte ist das nicht wahr! Tae hat mir gesagt, wir würden das überleben, weil wir in einer Gruppe sind. Aber jetzt sind wir getrennt und zumindest ich bin auf mich alleine gestellt. Jetzt werde ich nicht mehr überleben können.
    Oh bitte lass es nur einen Traum sein!

    53
    Ich vernahm das leise Gezwitscher von Vögeln und Licht schien in mein Gesicht. Verwirrt öffnete ich meine Augen und erschrak mich erst sehr. Ich hockte auf einem Baum, weit oben und niemand von den anderen war da. Erst war ich verwirrt, doch dann fiel es mir wieder ein.
    Letzte Nacht wurden wir praktisch überfallen und ich bin hierhin geflohen. Wo der Rest ist, weiß ich nicht... Also war es doch kein Traum...
    Ich richtete mich etwas mehr auf und schaute mich leise um. Es war keine einzige Person oder Anfälligkeit zu vernehmen. Alles, was ich sehen konnte, waren hohe Bäume, bunte Pflanzen und den blauen Himmel. Also sah es so aus, wie sonst auch überall.
    Ruhig überlegte ich nun, was ich als nächstes machen sollte. Hier bleiben? Meinen Weg alleine gehen? Die anderen suchen?
    Ich entschied mich dafür, vorsichtig zurück zu unserem letzten Lager zu gehen. Ich dachte, dass sie vielleicht auch dorthin zurückgehen würden.
    Jedoch gab es dabei ein Problem. Und zwar wusste ich nicht mehr, aus welcher Richtung ich am vorherigen Tag kam.
    Ratlos blieb ich erstmal einfach auf meinem Ast hocken und bekam wieder etwas Panik. Was soll ich jetzt machen? Was, wenn die anderen vielleicht schon gestorben sind? Oder was, wenn ich auch sterbe? Was, wenn mich unsere Feinde wiederfinden? Ich kann mich selbst nicht verteidigen. auch gestern sind wir ja einfach nur weggerannt. Was soll ich jetzt nur machen?
    Ich verzweifelte wieder und mir war wirklich zum Heulen zumute, aber dann habe ich mich doch noch aufraffen können und bin einfach vorsichtig den Baum hinuntergeklettert.
    Unten angekommen schaute ich mich erst noch einmal um. Vielleicht konnte ich sehen, wo ich langgelaufen war, anhand plattgetretener Pflanzen oder dergleichen. Doch es sah alles gleich aus und ich konnte keinen Unterschied an den Pflanzen feststellen. Ich überlegte. Ich überlegte, was ich nun machen sollte, in welche Richtung ich gehen sollte.
    Letztendlich entschied ich mich einfach dazu, in irgendeine Richtung zu gehen und zu hoffen, dass ich vielleicht jemanden traf.
    Und so lief ich los. Doch schon nach etwa 20 Minuten war mir klar, dass dies sicher nicht der richtige Weg sein würde. Ich ließ mich einfach an einem Baum nieder, legte meinen Kopf auf die Knie und fing an, zu weinen. Ich war in Panik, ich fühlte mich verloren und hatte Angst. Nicht nur um mich selbst, sondern auch besonders um Tae. Was, wenn ihm etwas passiert ist? Was, wenn er schon längst gestorben ist und ich das Signal nur nicht gehört habe? Was soll ich nur machen? Ich werde sterben! Ohne die anderen erst recht!
    Als ich etwa 5 Minuten einfach nur schluchzend da saß, hob ich meinen Kopf wieder etwas und schaute mich um.
    Plötzlich fiel mir auf, dass es um mich herum schneite. Verwirrt stand ich augenblicklich auf und schaute mich um. Scheint so, als würden meine Kräfte emotionsbedingt funktionieren... Als ich mich damals erschrocken habe, habe ich Eis erzeugt und jetzt, wo ich weine, lasse ich es schneien... Kann ich meine Kraft durch meine Emotionen beherrschen? Ist das vielleicht der Schlüssel? Darf ich, damit es aufhört, auch einfach nichts fühlen?
    Mit noch glasigen Augen starrte ich auf meine zittrigen Finger und dann wieder in den Himmel, aus dem es schneite, als würde es Watte regnen.
    Etwas unsicher, in der Angst, dass jemand in der Nähe vielleicht den Schnee sehen würde, schaute ich mich rasch um.
    Nun schloss ich meine Augen und murmelte leise zu mir selbst:„Du darfst nichts fühlen! Denke einfach an nichts, (d/n)! Du kannst das! Du darfst einfach nicht daran denken..." Einen Moment verharrte ich nun mit geschlossenen Augen dort und breitete meine Hände etwas nach vorne aus, während ich einfach an nichts dachte. Naja, an nichts, kann man nicht sagen. Ich verdrängte einfach die negativen Emotionen, indem ich an meine Familie dachte. Und an Tae. An alle Menschen, die ich liebte und es beruhigte mich. Ich fühlte mich, alleine dadurch, dass ich an sie dachte, irgendwie beschützt und meine Angst verflog. Alles, woran ich nun noch dachte, war, wie sehr ich sie alle liebte.
    Langsam öffnete ich nun wieder meine Augen und erkannte zu meiner eigenen Überraschung, dass es auf einmal aufgehört hatte, zu schneien. Und auch der Schnee, der eigentlich auf dem Boden hätte liegen müssen, war wie weggefegt.
    Irgendwie begeistert schaute ich mich um. Ich hatte es tatsächlich geschafft, meine Kraft wenigstens etwas unter Kontrolle zu bekommen. Ich war stolz auf mich selbst und plötzlich schöpfte ich neuen Mut. Meine Angst war wie verschollen und stattdessen hatte sich eine Art Selbstsicherheit in mir ausgebreitet.
    Überzeugt lächelte ich nun etwas, schaute mich erneut um und kletterte kurzerhand auf den Baum, vor dem ich gerade eben noch geweint hatte und kletterte ganz in die Spitzen und schaute von dort aus umher.
    Ich hatte nun den Überblick über einen recht großen Teil des Waldes. Jedoch sah ich natürlich nur die anderen Baumspitzen. Doch an einer Stelle waren die Baumspitzen verkohlt und schwarz und ich nickte zufrieden vor mich hin. Das muss der Ort sein, an dem gestern unsere Feinde am Werk waren. Irina, die Russin in der Truppe, hat die Kraft des Feuers. Sie hat gestern sicher auch die Bäume in Brand gesteckt. Ich muss einfach nur in die Richtung gehen und dann dürfte ich auch unser Lager finden!
    Irgendwie selbstsicher kletterte ich den Baum wieder hinab und schlug schnell den Weg ein, auch wenn ich ihn stets mit Vorsicht ging, da ich doch noch etwas Angst hatte, von unseren Feinden überrascht zu werden.

    54
    Vorsichtig schlich ich leise durch den dichten Urwald, stets darauf gefasst, wegzurennen, falls ich überrascht werden sollte. Ich war auf dem Weg zu unserem letzten Lager, in der Hoffnung, dort die anderen zu finden.
    Ich blickte mich etwas nervös um, doch hinter mir war nichts als bunte Pflanzen. Langsam schlängelte ich mich nun weiter zwischen den dicht beieinander stehenden Bäumen durch, während mein Blick nach vorne gerichtet war.
    Ich lief nun schon seit einiger Zeit, als ich endlich die verkohlten Bäume sah und mittendrin das verbrannte Lager. Nur der Stein, den Juan aus dem Boden emportreten hat lassen, stand noch genauso stattlich und unverändert dort wie vorher. Doch von den anderen war keine Spur. Von unseren Feinden aber zum Glück auch nicht.
    Ich lief nun ein wenig herum und betrachtete alles genau. Die Pflanzen auf dem Boden waren verbrannt und stattdessen lag dort graue Asche. Die Bäume hatten schwarze Brandnarben an ihren Stämmen und die Blätter in den Kronen waren verkohlt. Die Überreste von Karolins Schuhen lagen dort noch, denn sie hatte sie während des Schlafens nicht getragen. Ich sah die Steinchen in dem Sand, mit denen Malou, Juan und Federica Schiffeversenken gespielt hatten.
    In dem Moment lief mir irgendwie ein Schauer über den Rücken. Es war wie eine Geisterstadt, nur, dass es lediglich ein kleines Lager war. Aber die Erinnerungen lagen noch in der Luft. Ich bekam wieder etwas Angst. Was, wenn es wirklich nur noch Erinnerungen sind? Wenn sie alle Erinnerungen sind? Wenn sie gestorben sind und ich es gar nicht mitbekommen habe? Was, wenn sie jetzt gerade vielleicht in Not sind oder auch tot im Graben liegen? Und ich stehe hier... Ich bin einfach weggerannt. Habe ich sie im Stich gelassen? Nein. Ich habe mir nur meinen Hintern gerettet. Wäre ich ihnen weiter hinterhergerannt, hätte ich es nicht geschafft. Dann wäre ich jetzt tot und das würde auch niemandem etwas bringen.
    Ich versuchte, mich wieder etwas zu beruhigen und steckte meine Hand etwas heraus. In dem Moment entstand ein langer, spitzer Eiszapfen in meiner Hand und ich nickte zufrieden vor mich hin.
    Ich beherrschte meine Kraft nun einigermaßen und hatte jetzt sogar selbst eine Art Waffe geschaffen. Ich wog den Eiszapfen kurz in meiner Hand und schaute mich dann weiter um.
    Es war nicht ein Lebewesen zu sehen. Alles, was ich sehen konnte, waren verkohlte Bäume und Asche. Erst in einigen Metern Entfernung war wieder grün zu sehen.
    Ich seufzte leise und schlug kurzerhand einen neuen Weg ein. Ich ging den Weg, den wir ursprünglich weitergehen wollten, weiter zum Rand vordringend. Das war der letzte Plan, den wir hatten. Sie werden diesem Plan sicher weiter nachgehen. Sie können sich wahrscheinlich denken, dass ich darauf komme, den selben Weg zu gehen. Unter Karolins Führung werden sie bestimmt weiter zum Rand vordringen. Also werde ich das jetzt auch tun. Dann werde ich sie wohl bald treffen...
    So ging ich weiter, mein Ziel stets im Auge, wobei ich aus Nervosität immer wieder nach hinten blickte.
    Nach einer Zeit bekam ich jedoch Hunger und ich blickte mich suchend um. Schon bald erblickte ich einen Baum, der gelbe Früchte trug. Sie kamen mir bekannt vor. Ich wollte sie gerade pflücken, da zögerte ich. Was, wenn sie doch nicht essbar sind? Das letzte Mal, als ich Nahrung gesammelt habe, hat Lívia im Nachhinein auch etwas aussortiert, von dem ich sicher war, dass man es essen kann. Ich möchte mich nicht umbringen, indem ich aus Versehen etwas Giftiges esse. Vorher möchte ich lieber verhungern...
    Also ging ich hungrig, aber auch entschlossen weiter, meinen Eiszapfen stets in der einen Hand, als Waffe einsetzbar. Es vergingen Stunden und so langsam gab ich fast schon wieder die Hoffnung auf. Ich hatte den ganzen Weg über nicht ein Lebenszeichen gesehen. Nur einige kleine Affen, kreischende Paradiesvögel und schwirrende Insekten hatten meinen Weg gekreuzt.
    Seufzend ließ ich mich auf dem Boden nieder und starrte die graue Wolkendecke an, die sperrlich durch die Baumkronen zu sehen war. Irgendwie schien dieser Moment trostlos zu sein. Ich war allein, der Himmel war grau, ich wusste nicht, wo die anderen waren und ob es ihnen gut ging. Wie sehr ich mir in dem Moment doch einfach nur jemanden gewünscht habe, der bei mir war. Egal, ob Juan, Malou, Akiko oder Tae oder sonst wer. Doch am meisten wünschte ich mir Tae an meiner Seite. Er hätte gewusst, wie man mich hätte aufmuntern können. Er hätte mir die Angst genommen... Doch er war nicht da. Ich war vollkommen alleine.
    So langsam fing es an, zu dämmern und ich beschloss, eine Nachtruhe einzulegen. Ich kletterte auf einen hohen Baum und setzte mich dort wieder auf einen Ast.
    Von dort aus beobachtete ich das bunte Treiben in dem Wald, während mein Magen knurrte. Doch ich wusste, dass ich jetzt nichts essen durfte. Nicht, wenn ich nicht zu 100% sagen konnte, dass es auch wirklich essbar war.
    So langsam fing es nun auch an, zu regnen. Die dicken Regentropfen prasselten auf die großen Blätter der Pflanzen und erzeugten somit einen irgendwie beruhigenden Ton. Unter dem Blätterdach des Baums war ich etwas vor der Nässe geschützt. Es war schon recht dunkel und mir war langweilig auf meinem Ast. Also beschloss ich, meine Kräfte etwas zu trainieren, indem ich es für einen winzigen Moment schneien ließ, es dann jedoch wieder rückgängig machte. Das wiederholte ich noch zweimal. Ich war irgendwie stolz auf mich selbst. Ich konnte nun wenigstens meine Kraft auch mal unterdrücken. Alles, was ich dafür tun musste, war, auch die Emotionen zu unterdrücken - die negativen Emotionen. Vielleicht hat es also doch etwas gebracht, dass uns unsere Feinde getrennt hatten. So war ich auf mich alleine gestellt und musste lernen, selbst mit meiner Kraft umzugehen. Ich hatte weder Federica, noch Tae, um mir zu helfen. Ich hatte nur noch mich. Ich musste mir selbst helfen. Aber das konnte ich jetzt ja endlich.
    Dennoch wollte ich zurück zu den anderen. Ich wollte wieder die Führung von Karolin genießen, die Kenntnisse von Lívia über Pflanzen zu meinem Nutzen machen, Juans Ruhe auf mich selbst überleiten, Federicas gute Laune zu meiner eigenen machen, selbst auf Akiko wollte ich wieder eifersüchtig sein, weil sie sich gut mit Tae verstand. Und Tae vermisste ich erst recht. Ich vermisste, dass er mich Tomätchen nannte. Ich vermisste, dass er mir durch die Haare wuschelte. Ich vermisste, dass sein warmer Körper nachts neben meinem lag. Ich vermisste seine Stimme. All das vermisste ich an Tae. Und das, obwohl ich gerade mal einen Tag von ihm getrennt war. Ich wollte einfach, dass er wieder bei mir war und ich hatte Angst, dass ich ihn vielleicht nie wieder bei mir haben würde. Ich hatte Angst, dass er vielleicht eher sterben würde und ich ihn nie mehr wiedersehen würde.
    Ich hatte Angst um sein Leben.


    Hey Leute, hier ist ein neues Kapitel. Ich hoffe wirklich, dass es euch gefällt. Ihr dürft mir natürlich gerne auch ein kleines Feedback geben.
    Und vielen Dank für 3000 Aufrufe!^^
    In nächster Zeit werde ich eventuell nicht ganz so oft Kapitel hochladen können, denn ich muss mittlerweile wieder zur Schule und habe dementsprechend weniger Zeit. Aber ich werde trotzdem mein Bestes geben, jeden Tag ein Kapitel hochzuladen. Und wenn das dann doch nicht klappt, hoffe ich, dass ihr mir das verzeihen könnt.^^'
    Naja, das war's dann auch wieder von mir: D
    LG Emily W.

    55
    Es war ruhig und die Natur schrie nach Idylle. Alles, was man hörte, war das leise Zirpen der Insekten und das vertraute Rascheln der Blätter im sanften Wind, der durch die Baumkronen zischte. Die Luft roch noch nach Regen und es war dunkel. Nur der Mond warf trübes Licht auf die Lichtung und ließ es wirken, als hätte sich eine Nebelschwade aus Licht über die Umgebung ergossen.
    Ich schlief noch auf dem breiten Ast des hohen Baumes, als ich plötzlich durch eine laute, vertraute Stimme geweckt wurde. Sie klang panisch und plötzlich wurde sie noch von weiteren Stimmen begleitet.
    Augenblicklich öffnete ich meine Augen und sah mich um. In der Ferne glühte ein kleines Licht, aus dessen Richtung auch die Schreie kamen. Angestrengt versuchte ich, dieses Licht oder die Stimmen zu identifizieren.
    Auf einmal entflammte das Licht jedoch zu einem gewaltigen Feuer und ich sah 7 Gestalten, die daraus hervortraten und in meine Richtung liefen. Sie schrien verzweifelt meinen Namen und plötzlich erkannte ich, wer die Gestalten waren. Meine Verbündeten - Malou, Karolin, Lívia, Juan, Akiko, Federica und Tae.
    Sie rannten verzweifelt vor dem Feuer weg und ich rief aufgeregt nach ihnen, als plötzlich noch vier weitere Gestalten aus dem Feuer traten. Sie blickten finster und machten sich gar keine Mühe, hinter meinen Kumpanen herzurennen. Es ware unsere Feinde - Rafael, Irina, der Unbekannte und Callum.
    Ich erschrak und schrie verzweifelt meine Freunde an, sie sollen schneller rennen.
    Doch in dem Moment erhob Irina, die Russin mit der Kraft des Feuers, ihre Hände und das Feuer preschte nach vorne, überrollte meine Verbündeten und sie verschwanden darin. Ich hörte nur noch ihre qualvollen Schreie und plötzlich erkannte ich Taehyungs Gesicht in den Flammen, das mich traurig anblickte und dann plötzlich wieder in dem heißen Rot verschwand.
    Ein letztes Mal vernahm ich die qualvollen Schreie, bevor sie plötzlich erloschen und stattdessen sieben mal der selbe, laute, angsteinflößende Ton erklang, der den Tod verkündete.
    Geschockt starrte ich in die Flammen, bis der letzte Ton verklang und mir beinahe den Verstand raubte.
    Plötzlich traten die vier Gestalten erneut aus dem Feuer und ich blickte direkt in die Gesichter von Irina, Rafael, dem Unbekannten und Callum. Auf einmal hob Callum kurz seine Hand, woraufhin Irina wieder ihre Arme hob und das gewaltige Feuer nun auch mich überrollte.
    Plötzlich schrak ich erneut auf und ich hockte auf meinem Ast. Alles war vollkommen normal. Es brannte nicht, ich hörte keine Stimmen und es war vollkommen dunkel.
    Nur ich saß schweißgebadet und weinend dort in der Finsternis.
    Leise flüsterte ich mir selbst zu:„Es war nur ein Traum. Es ist alles in Ordnung. Es geht ihnen sicher allen gut. Nur ein Traum..." Doch ich konnte mir meine Lüge selbst nicht abkaufen. Es war zwar nur ein Traum, aber ich konnte nicht davon ausgehen, dass es ihnen wirklich allen gut ging. Vielleicht ging es ihnen tatsächlich gut, doch ich konnte das in dem Moment einfach nicht glauben.
    Stattdessen hockte ich aufgelöst und weinend auf dem Ast, in der Dunkelheit, denn ich hatte unglaubliche Angst. Angst, dass dieser Albtraum vielleicht in Erfüllung gehen würde. Ich hatte Angst um Tae und all die anderen. Doch am meisten Angst hatte ich tatsächlich um Tae. Ich liebte ihn und es machte mich verrückt, nicht zu wissen, ob es ihm gut ging.
    Also weinte ich leise weiter und plötzlich spürte ich etwas Kaltes auf meiner Haut. Verwirrt schaute ich auf und merkte, dass ich es wieder schneien ließ, jedoch nur über meinem Kopf. Ich versuchte, mich zu beruhigen und schluchzte nur noch zwischendurch, während die Schneeflocken immer vereinzelter fielen, bis sie schließlich ganz versiegten. Ich hingegen saß nur noch mit verheultem Gesicht da und starrte ausdruckslos in die endlose Schwärze. Währenddessen spielte ich etwas mit meinen Kräften. Ich erschuf eine große Schneeflocke und ließ sie leichtfüßig durch die Luft tanzen.
    Irgendwann wurde mein Kopf jedoch wieder schwer und ich nickte erneut ein. Diesmal träumte ich jedoch nicht. Meine Gedanken blieben schwarz, doch die Sorgen blieben dennoch.
    Nach einigen Stunden wachte ich erneut auf, als die warme Sonne meine Nase kitzelte. Schläfrig hob ich meinen Kopf und öffnete meine, noch vom Weinen verklebten, Augen. Müde blinzelte ich der strahlend hellen Sonne entgegen und streckte mich dann einmal genüsslich. Danach blickte ich mich nachdenklich um. Es schien alles wie immer. Ich sah keine Anzeichen von menschlichen Wesen, sondern lediglich die exotischen Pflanzen und Tiere.
    Einen Moment blieb ich noch demotiviert auf meinem Ast hocken, bevor ich mich hinunterschwing und geschickt nach unten kletterte. Mein Magen knurrte dabei mal wieder, doch ich wusste, dass ich nicht wagen durfte, etwas zu essen, von dem ich nicht zu 100% sagen konnte, dass es auch wirklich essbar war.
    Also ging ich schweren Herzens an den bunten Beeren vorbei, die direkt vor mir wuchsen. Stattdessen schlug ich direkt den Weg zum Rand der Arena ein.
    Ich schlängelte mich durch riesige Bäume hindurch, überquerte einen reißenden Fluss und stieg eine leichte Steigung hinauf. Dabei war ich jedoch stets darauf bedacht, dass niemand hinter mir her lief und mich verfolgte. Ich stieg gerade über einen umgefallenen Baum, als plötzlich ein lauter, mir bereits bekannter und verhasster Ton erklang - der Ton des Todes. Dabei zuckte ich stark zusammen, ein Eisstrahl verließ meine Hand und ich drehte mich erschrocken um. Auf der Suche nach einem Täter, als wäre es direkt hinter mir passiert, dass gerade eine Person gestorben ist. Aber natürlich sah ich nichts und niemanden. Doch plötzlich schoss es mir wie ein Pfeil in den Sinn. Was, wenn es einer meiner Gruppenmitglieder war? Vielleicht sogar Tae? Sofort bekam ich Panik und blickte mich hektisch um. Ich wollte Taes Namen brüllen, doch ich wusste, dass das nicht gerade schlau gewesen wäre.
    Also brach ich wieder in Tränen der Sorge aus. Ich wollte zu ihm - zu Tae. Doch er war nicht dort und ich wusste noch nicht mal, ob er überhaupt noch lebte.
    Letztendlich versuchte ich einfach, mich selbst davon zu überzeugen, dass es ihm gut ging und ich lief einfach weiter. Meine Gedanken blieben aber dennoch betrübt. Was sollte ich schon machen, wenn Tae vielleicht stirbt? Es würde mir das Herz brechen. Ich glaube, ich würde gar nicht ohne ihn weiterleben wollen. Ich möchte nicht hier herauskommen, wenn Tae es nicht schafft.
    Naja, Karolin würde jetzt wahrscheinlich sagen:„Schwärmereien für eine Person kommen und gehen. Wahre Liebe kann daraus sowieso nicht werden! Denn die gibt es gar nicht. Nur der Schein, der trügt." Sie würde das nie im Bezug zu mir sagen... Sie möchte mich aufheitern und mir Hoffnungen machen, aber ich weiß ja, was ihre wahre Meinung zum Thema Liebe ist... Sie selbst glaubt nicht wirklich daran. Naja, vielleicht ist es ja auch einfach das Alter...
    Was soll ich jetzt nur machen? Ich möchte zurück zu den anderen. Und vor allem zu Tae.

    Leise seufzte ich und kämpfte mich mühevoll weiter durch die dicht beieinander wachsenden Pflanzen und Gräser, die mir den Gang deutlich erschwerten.
    Irgendwann legte ich eine Pause ein und legte mich in das hohe Gras, während ich überlegte und in die Baumkronen der Urwaldriesen blickte. Wie es den anderen wohl geht? Sind sie beisammen und nur ich von der Gruppe getrennt? Ich hoffe es... So wären ihre Chancen immerhin besser...
    Ich hoffe wirklich, es geht ihnen gut. Vielleicht hat Federica ja immer noch ihre gute Laune beibehalten und Juan ist immer noch die Ruhe selbst. Ich hab das Gefühl, den kann nichts erschüttern. Karolin ist wahrscheinlich brummig wie immer, aber solange sie sie weiterhin gut anführt, ist das ja egal. Lívia sorgt sicher dafür, dass sie nicht verhungern und Malou läuft wahrscheinlich wieder gut gelaunt zwischen Juan und Karolin her. So wie immer. Und Akiko? Sie ist sicher bei Tae und die zwei verstehen sich super...
    In dem Moment überkam mich wieder ein leichter Anflug von Eifersucht, doch die Sorge ließ sie verblassen.
    Naja, solange sie auch wirklich alle noch beisammen sind, ist es mir egal. Aber was, wenn einer von ihnen bereits gestorben ist? Eine weitere Person ist immerhin gestorben und ich weiß nicht, wer.
    Oh bitte lass es niemanden von ihnen sein! Aber was, wenn doch?

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    Ich hatte eine weitere Nacht alleine verbracht und meine Sorge wuchs immer weiter. Jedoch versuchte ich immer, mich abzulenken, indem ich ein wenig mit meiner Kraft trainierte. Allerdings machte ich immer nur Kleinigkeiten, um nicht das Aufsehen von Mitstreitern in der Nähe zu erregen. Kurzzeitig hatte ich sogar darüber nachgedacht, vielleicht doch etwas Großes zu machen, sodass meine Verbündeten es sahen und zu mir kamen, aber das war mir dann doch zu gefährlich. Schließlich waren wir ja nicht alleine in dieser Arena. Doch mir war klar, dass ich sie finden musste. Also lief ich weiter, in Richtung des Randes.
    Ich lief schon seit einigen Stunden und mein Magen knurrte ganz erbärmlich. Aber ich durfte nichts essen. Nicht, wenn ich nicht zu 100% sagen konnte, dass man es auch wirklich essen konnte, ohne dabei tot umzufallen. Und das konnte ich leider nirgendwo sagen. Für mich sahen die Früchte und Pflanzen alle ziemlich ähnlich aus.
    Ich kämpfte mich gerade durch einige Gräser, als plötzlich ein lautes Grollen ertönte. Verwirrt und gleichzeitig ängstlich blickte ich mich um und sah am Himmel plötzlich einen Blitz zucken. Sieht so aus, als würde dieser Rafael wieder seine Kraft einsetzen...
    Schnell kletterte ich den nächstbesten Baum herauf, um von dort aus einen besseren Blick auf den Blitz zu haben. Er war einige Kilometer entfernt, wie es aussah. Gleichzeitig beruhigt, dass sie relativ weit von mir entfernt zu sein schienen, und besorgt, dass vielleicht auch Tae oder sonst wer bei ihnen in der Nähe war, kletterte ich den Baum wieder hinunter und überlegte, was ich nun tun sollte. Doch ich war ratlos. Sollte ich einfach weitergehen? Oder vielleicht doch gezielt nach den anderen suchen? Vielleicht könnte ich auch in Richtung meiner Feinde gehen und versuchen, sie zu besiegen. Nein, das wäre lebensmüde. Sie sind stärker als ich. Viel stärker. Alles, was ich bisher kann, ist, es schneien zu lassen, kleine Wassermengen zu Eis wandeln und Eiszapfen erschaffen. Sie können ganze Waldflächen abfackeln, Blitze über den ganzen Himmel zucken lassen und weiß der Geier, was noch. Nur von Callum und diesem Unbekannten habe ich noch nicht viel mitbekommen. Callums Kraft ist die des Eises und, soweit ich weiß, ist die des Unbekannten die Kraft des Schattens. Zumindest lag damals um seinen Anzug beim Ball so eine dunkle Schwade, die wie ein Schatten schien... Naja, auf jeden Fall sind sie zu stark für mich.
    Ich sollte wahrscheinlich einfach weitergehen.

    Also ging ich weiter. Schließlich legte ich eine Pause ein und setzte mich auf einen umgefallenen Baum. Dort saß ich einfach ein wenig und starrte nachdenklich auf meine eigenen Füße. Ich sang leise ein Lied vor mich hin, dass Tae öfters gesungen hatte. Irgendwie beruhigte es mich. Den Text, den ich da sang, verstand ich selbst nicht mal. Nur zwischendurch mal waren englische Wörter zwischen den koreanischen. Wahrscheinlich war es ein Lied von BTS.
    Plötzlich wurde ich aus meinen Gedanken gerissen, als ein kleiner Vogel neben mich, auf den Baumstamm, flog. Er blickte mich neugierig an und putzte kurz sein gelbes Gefieder. Belustigt lächelte ich den Vogel an. Neben ihm landeten plötzlich zwei etwas größere Vögel, die aber scheinbar von der selben Rasse waren.
    Alle drei hockten die bunten Vögel nun dort und gafften mich an. Sie sahen wie eine Familie aus und plötzlich wurde ich etwas traurig, denn ich vermisste meine eigene Familie.
    Zum einen vermisste ich die Familie, die aus meinen Eltern und meinem jüngeren Bruder bestand, aber zum anderen vermisste ich auch die Familie, mit der ich in dieser Arena gefangen war. Ja, diese Menschen, die mit mir in der Arena waren und nicht gerade meine Feinde, bezeichnete ich mittlerweile als meine zweite Familie. Sie waren mir mittlerweile wohl genauso wichtig geworden wie meine echte Familie und ich machte mir riesige Sorgen um sie. Ich hatte Angst, dass sie vielleicht gerade in Gefahr waren und vielleicht sogar schon tot. Ich hatte Angst um jeden einzelnen von ihnen. Ich hatte Angst um Karolin, Malou, Juan, Lívia, Federica, Akiko und auch um Tae. Besonders um Tae. Ich liebte ihn. Auch, wenn ich nicht wusste, ob er mich auch liebte. Doch es war mir in dem Moment auch egal, ob er mich auch liebte. Mir war nur wichtig, dass es ihm gut ging. Doch auch davon konnte ich mich nicht überzeugen. Ich konnte mich von niemanden meiner neuen Familie überzeugen, dass es ihm gut ging. Nicht von Federica, die für mich wie eine Zwillingsschwester war. Nicht von Juan, der wie ein großer Bruder war, der auf mich aufpasste und stets die Ruhe bewahrte. Nicht von Karolin, die wie eine große, strenge Schwester war, die sich aber immer um alle kümmerte und vielleicht auch nur deswegen so streng war. Nicht von Malou, die wie eine kleine, verspielte Schwester war. Auch nicht von Lívia, die wie eine Schwester war, die zwar nicht viel sagte, der man aber alles anvertrauen konnte. Nicht von Akiko, die wie die Schwester war, auf die man manchmal etwas eifersüchtig sein konnte. Und auch nicht von Tae, der aber für mich vielmehr wie einfach ein Freund war, in den ich mich unsterblich verliebt hatte. Ich wusste von niemanden von ihnen, wie es ihnen ging und das machte mich nahezu verrückt.
    Ich MUSSTE einfach wissen, wie es ihnen ging. Also stand ich auf und ging weiter. Ich wollte sie endlich finden!

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    Mir war heiß, weshalb ich mir eine kleine Wolke geschaffen hatte, die die ganze Zeit über mir schneite, während ich weiter auf dem Weg war, die anderen zu finden.
    Obwohl es mir so vorkam, als wäre es schon lange Abend, war es noch mitten am Tag und die Sonne warf helle Lichtflecken auf den sonst schattigen Waldboden. Eigentlich war es eine sehr schöne Umgebung, in der ich mich da gerade befand. Ein schöner Wald, dessen riesige Bäume sich weit über mich erstreckten, voller bunt blühender Blumen und untermalt von dem wilden Gerufe der Tiere, während der Lichteinfall hübsche Muster auf den grünen Boden malte.
    Das Licht erinnerte mich irgendwie an Akiko. Es war genauso hübsch wie sie, aber vielleicht erinnerte es mich auch nur deshalb an die schöne Japanerin, weil ihre Kraft die des Lichtes war.
    Leise seufzte ich. Was würde ich nur dafür geben, jetzt bei Akiko zu sein... Oder bei irgendjemand anderem. Egal. Ich möchte nur wieder mit einem von ihnen vereint sein. Egal ob mit Federica, mit der ich sehr viel zu tun habe, oder mit Juan, mit dem ich eher weniger viel zu tun habe. Ich mag sie alle sehr gerne und mir ist auch nur wichtig, einen von ihnen zu sehen. Egal, wen.
    Irgendwie etwas traurig, weil ich sie vermisste, ging ich weiter. Ich dachte viel über meine „zweite Familie“ nach und ich fragte mich, ob es ihnen wohl allen gut ging. Ich hoffte es. Bitte sind sie alle noch am Leben. Alles andere würde ich mir nie verzeihen! Schließlich hätte ich ihnen vielleicht auch einfach weiter folgen können, anstatt mich über einen anderen Weg direkt aus dem Staub zu machen. Vielleicht bin ich eine schlechte Freundin, weil ich sie allein gelassen habe... Ich habe ihnen versprochen, alles dafür zu tun, dass wir hier zusammen rauskommen! Was, wenn wir es dann doch nicht tun? Was, wenn vielleicht ein Teil von uns stirbt? So wie schon zwei andere... Von der dritten Person weiß ich ja nicht mal, ob es eine Person war, die zu unserer Gruppe gehörte oder eine ganz andere Person... Vielleicht ist schon einer von ihnen tot...
    Beinahe etwas verzweifelnd schüttelte ich den Kopf und blickte zu Boden, während ich weiter meinen Weg ging.
    Nach einer Weile hob ich meinen Kopf wieder und plötzlich sah ich in der Ferne, dass der Wald sich zu lichten schien. Ist der Wald dort vorne zu Ende? Habe ich vielleicht ein Ende erreicht? Und wenn ja, sind dort vielleicht auch die anderen?
    Aufgeregt rannte ich los, um zu sehen, ob ich vielleicht tatsächlich ein Ende gefunden hatte. Kaum zu halten preschte ich zwischen den Bäumen her und achtete irgendwie gar nicht mehr so wirklich auf den Rest meiner Umgebung.
    Ich war nur noch wenige Meter von dem scheinbaren Ende des Waldes entfernt, als plötzlich ein Blitz unmittelbar vor mir einschlug.
    Abrupt blieb ich erschrocken stehen und schaute mich verwirrt um. Ich konnte aber niemanden sehen. Dennoch bekam ich Angst und wollte umdrehen. Doch auf einmal stand dort Irina, die Russin, die zu unseren Feinden gehörte. Sie lächelte mich gehässig an und in ihrem Blick lag so etwas wie Triumph. Verhasst schaute ich zurück und drehte mich kurz um, auf der Suche nach einem Fluchtweg. Doch dort stand auf einmal Rafael. Der, der wohl auch den Blitz vor mir hat einschlagen lassen.
    Verzweifelt schaute ich nun von der einen Person zur anderen. Während Rafael nur vollkommen ernst blickte, lächelte Irina weiterhin. Ängstlich schaute ich die beiden an, versuchte aber, stark und furchtlos zu wirken, indem ich verhasst murmelte:„Was wollt ihr von mir? Lasst mich gehen!" Nun erschien auch in Rafaels Gesicht ein Grinsen und Irina lachte verachtend:„Hey, endlich mal eine, die sich nicht komplett in die Hosen pisst! Willst du sie erledigen, Rafa? Oder soll ich das machen? Na, was meinst du?" Amüsiert erwiderte der kräftige Mann mit dem dunklen Bart nun:„Mach du das. Feuer ist effektiver gegen Frost als Elektro." Nun erhob Irina schon langsam ihre eine Hand, ich spürte schon eine leichte Hitzewelle auf mich zukommen und ich kniff instinktiv ängstlich die Augen zusammen, bis ich plötzlich von jemanden am Arm gezogen wurde und ich nur einen kleinen Aufschrei hörte. Verwirrt öffnete ich also wieder die Augen und erblickte, wie Irina und Rafael klitschnass auf dem Boden lagen, während mich jemand am Arm mit sich zog. Zwar erkannte ich in dem Moment nicht direkt, wer mich da gerettet hatte, aber ich rannte ihm einfach hinterher, während er mich immer noch am Arm festhielt und somit sicherging, dass ich ihm folgte. Er rannte sehr schnell und zwar wieder in den Wald hinein. Ich hörte hinter mir nur noch die aufgebrachten Rufe von Irina und Rafael.
    Plötzlich sprang mein Retter einen kleine Abhang hinunter und zog mich näher zu sich, sodass ich mit meinem Rücken gegen die Felswand knallte. Kurz schaute er hinter sich, sichergehend, dass sie uns nicht gefolgt waren und auf einmal zog er mich durch einen kleinen Schacht, der so unauffällig war, dass ich ihn erst gar nicht gesehen hatte.
    Völlig außer Atem stand ich nun mit meinem Retter in der kleinen Höhle und blickte hoch, um mich zu bedanken.
    In dem Moment drehte sich die Person um und ich erkannte ein vertrautes Gesicht. Überrascht murmelte ich:„Tae?" Stumm lächelte mich der gutaussehende Mann nur an und ich fiel ihm augenblicklich um den Hals.
    Er war sichtlich überrascht und ich schluchzte:„Ich hab mir solche Sorgen um dich und alle anderen gemacht! Ich dachte, ihr wärt vielleicht getötet worden!" Leise antwortete Tae nun leise, während ich ihm immer noch im Arm lag:„Naja, das selbe habe ich auch gedacht..."
    Nun löste ich mich von diesem perfekten Mann und fragte verwirrt:„Wo sind eigentlich die anderen?" Leise murmelte er:„Das weiß ich nicht. Ich wurde ebenso von ihnen getrennt, wie du auch..." Bedauernd senkte ich etwas meinen Blick, doch auf einmal wurde ich irgendwie wütend und verwirrt zugleich:„Warum hast du mich dann gerettet? Ich dachte, die anderen würden dir vielleicht Deckung geben? Du kannst doch nicht einfach so dazwischenspringen, nur, um mich und mein erbärmliches Leben zu retten und zu riskieren, selbst dabei draufzugehen! Was sollte das? Du hättest sterben können! Was hättest du gemacht, hättest du es nicht geschafft, hm? Warum hast du dein eigenes Leben für meines riskiert?"
    Verlegen kratzte Tae sich nun am Hinterkopf, während er irgendwie etwas ängstlich und gleichzeitig peinlich berührt lächelte. „Naja..."

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    Erwartungsvoll und gleichzeitig auch etwas vorwurfsvoll blickte ich Tae an und hob eine Augenbraue:„Also? Was sollte das? Du hättest mich doch besser sterben lassen können. Wärst du nämlich dabei draufgegangen, wäre ich es doch auch. Warum hast du mich trotzdem gerettet?"
    Nun setzte Tae wieder an:„Naja, also... Ich dachte, wir müssen alle zusammenhalten. Niemand wird zurückgelassen. Das ist es, was Karolin uns beigebracht hat..." Leise erwiderte ich etwas wütend:„Ja, aber es bringt doch auch nichts, wenn wir beide sterben. So viel Verstand musst du doch wohl haben!" Leise seufzte der perfekte Mann nun und blickte betroffen zu Boden. „Ich konnte dich nicht sterben lassen. Nicht nur, weil Karolin mir beigebracht hat, niemanden zurückzulassen", murmelte Tae. Verwirrt blickte ich ihn an und fragte mit herausforderndem Blick:„Warum denn noch nicht?"
    Plötzlich wurde Tae wieder etwas nervös und plötzlich stammelte er leise:„Ich... ich liebe dich, (d/n)... Ich habe mich in dich verliebt. Deswegen konnte ich dich nicht sterben lassen..."
    Komplett überfordert und unfähig, auch nur irgendetwas zu sagen, starrte ich ihn einfach nur mit offenem Mund an. Träume ich oder hat er das gerade wirklich gesagt? Nun hob Tae etwas seinen Blick und schaute mir beinahe etwas ängstlich in die Augen, während er murmelte:„Aber es ist in Ordnung, wenn du mich nicht liebst. Das... das verstehe ich."
    Ungläubig den Kopf schüttelnd schaute ich diesen perfekten Mann an und flüsterte:„Soll das ein Scherz sein? Sehe ich so aus, als würde ich dich nicht lieben? Ich bin schon lange in dich verliebt. Ich dachte ehrlich gesagt, du wüsstest das..."
    Überrascht schaute Tae mich nun an und hauchte hoffnungsvoll:„Wirklich?" Nun musste ich etwas lächeln und fragte leise und beinahe etwas beschämt:„Glaubst du, ich mache Scherze darüber?"
    Plötzlich machte sich nun ein fröhliches Grinsen auf Taes Gesicht breit und er murmelte glücklich:„Ich liebe dich, Tomätchen." Leise erwiderte ich überglücklich lächelnd:„Ich dich auch, Tae", und langsam kamen wir uns näher, bis ich plötzlich Taes heiße Lippen auf meinen spürte.
    In dem Moment fühlte ich mich plötzlich, als würde ich schweben und ich genoss ihn. Tae hatte seine Arme um meine Taille geschlungen und ich stellte mich etwas auf Zehenspitzen, um besser an Tae heranzukommen, während ich meine Hände an seinen Schultern platziert hatte.
    Als wir uns wieder lösten, lächelte er mich glücklich an und ohne, dass ich es kontrollieren konnte, fing ich plötzlich an, vor Freude zu weinen. Beinahe etwas verwirrt nahm Tae mich nun in die Arme und beruhigte mich:„Ach (d/n), bitte hör auf, zu weinen. Dafür gibt es doch gar keinen Grund!" Doch es wurde nur schlimmer und plötzlich überkamen mich die ganzen Gedanken aus den letzten Tagen. „Ich dachte, du wärst tot! Ich dachte, ich hätte dich vielleicht verloren! Ich hatte solche Angst um dich! Und außerdem dachte ich, hättest du dich in Akiko verliebt", schluchzte ich leise in Taes Schulter.
    Beruhigend strich Tae mir nun zärtlich über den Rücken und meinte beinahe etwas belustigt:„Ach (d/n), hör jetzt bitte auf, zu weinen! Du siehst ja, dass es mir gut geht. Und wie kommst du darauf, dass ich mich in Akiko verliebt hätte?" Leise schluchzte ich noch, während ich Tae nun direkt in die Augen blickte:„Naja, du hast dich immer so gut mit ihr verstanden und warst manchmal mehr bei ihr als bei mir und außerdem ist sie viel hübscher als ich..." Verliebt lächelte Tae mich nun an:„Also erstens stimmt es nicht, dass Akiko hübscher ist als du. Sie ist zwar auch hübsch, aber du bist noch 1000000 mal hübscher und du bis viel süßer als sie. Sie ist eine gute Freundin, aber niemand, in den ich mich verlieben würde. Und außerdem war ich so oft bei ihr, weil ich mir bei ihr Rat geholt habe wegen dir. Sie wollte mir dabei helfen, dir zu gestehen, dass ich dich liebe. Ich dachte nämlich die ganze Zeit, dass du mich nur als Kumpel sehen würdest." Leise murrte ich in einer Stimme, die einem beleidigten Kleinkind ähnelte:„Nein."
    Nun grinste Tae und lachte:„Du bist so süß, Tomätchen!" Natürlich lief ich wieder rot an und kicherte leise, bevor ich ihn zärtlich küsste. Tae erwiderte den Kuss natürlich und murmelte dann leise:„Ich liebe dich so sehr. Ich bin wirklich froh, es endlich los zu sein. Ich wollte es dir eigentlich sogar schon vorher sagen. Erinnerst du dich daran, als ich mit dir alleine was zu Essen für alle suchen wollte und ich danach so schlecht drauf war, weil Malou mitwollte?" Lachend antwortete ich:„Na klar, ich bin ja nicht dement! Ich hab mich danach die ganze Zeit mit Lívia und Karolin beraten, was mit dir los war. Die beiden wussten nämlich, dass ich in dich verliebt bin." Ein Lächeln huschte über das Gesicht des gutaussehenden Koreaners und er murmelte:„Naja, da wollte ich dir eigentlich auch schon meine Liebe gestehen. Aber ich wollte es nur dir sagen und nicht auch Malou oder sonst wem." Verträumt lächelte ich Tae an, umarmte ihn erneut überglücklich un murmelte:„Dann hat sich diese Gelegenheit ja richtig angeboten!" Tae kicherte nun:„Ja, deswegen habe ich sie jetzt ja auch dafür genutzt." Belustigt grinste ich nun und strahlte Tae an. Wieder gab er mir einen Kuss, den ich natürlich erwiderte und danach murmelte er nachdenklich:„Ich liebe dich, Tomätchen. Ich bin so froh, dass du endlich wieder bei mir bist! Ich hätte es ohne dich nicht weiter ausgehalten!"


    Hey Leute, hier ist das neue Kapitel. Ich weiß, dass ihr lange darauf gewartet habt. XD
    Ich hoffe, es gefällt euch. Und ebenso hoffe ich natürlich, dass ihr jetzt noch weiterlest und an den folgenden Kapiteln Spaß haben werdet.
    Ich schreibe bewusst noch einmal, dass diese Ff noch NICHT zu Ende ist. Eigentlich ist das ja auch klar, aber bei meiner letzten Ff gab es dem bezüglich einige Missverständnisse. ^^'
    Deswegen schreib ich es lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig.
    Lasst mir gerne auch ein Feedback da.
    Und danke in dem Zuge auch an all die, die mich mit ihren Kommentaren und so weiter unterstützen und auch danke für die vielen Aufrufe! ^^ <3
    LG Emily W.

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    Liebevoll lächelte ich diesen perfekten Mann an und erwiderte leise:„Ich hätte es auch nicht ohne dich ausgehalten. Ich habe mir die ganze Zeit solche Sorgen gemacht. Aber jetzt sind wir wieder vereint und wir müssen uns keine Sorgen mehr um den jeweils anderen machen." Tae erwiderte, nachdem er mir einen zärtlichen Kuss gab:„Ja und ich werde dich garantiert nicht noch einmal alleine lassen!" Nun umarmte Tae mich und vergrub sein Gesicht in meinen Haaren. Ich wiederum legte meinen Kopf auf seiner Schulter ab und lächelte glücklich, während ich seinen angenehmen Geruch, der mich etwas an Erdbeeren erinnerte, in mich aufnahm. Ich kann es immer noch nicht fassen, dass ich Tae wiedergefunden habe und er mir dann auch noch seine Liebe gestanden hat! Ich dachte, ich wäre die einzige, die etwas von uns beiden fühlt. Ich bin so unfassbar glücklich!
    Nach einer Weile lösten wir uns wieder voneinander und Tae lächelte mich nur noch gedankenverloren an.
    Doch ich fragte nun leise:„Und wie soll es jetzt weitergehen? Wir können schließlich nicht die ganze Zeit über hier drin hockenbleiben." Kurz überlegte Tae nun und meinte dann:„Naja, wir müssen immer noch die anderen wiederfinden. Wir sind eine Gemeinschaft und müssen zusammenhalten. Niemand wird zurückgelassen!" Lächelnd murmelte ich:„Karolins Wille scheint sich ja ganz schön tief in dir verankert zu haben!" Tae erwiderte nun schulterzuckend:„Naja, sie hat damit ja auch recht. Wir müssen zusammenhalten, wenn wir überleben wollen und dann dürfen wir niemanden zurücklassen. Siehst du das etwa nicht so?" Direkt antwortete ich:„Doch, auf jeden Fall. Ich weiß nur nicht, wie wir sie so schnell wiederfinden sollen. Zumal es sehr gefährlich sein wird..." Tae umarmte mich nun wieder und sprach:„Ja, das wird es sein. Aber ich werde dich mit meinem Leben beschützen, versprochen!" Dankbar umklammerte ich Tae und murmelte:„OK, aber versuch nicht noch einmal, dein Leben auf so dämliche Art und Weise auf's Spiel zu setzen!" Nun lachte Tae:„Na gut, Tomätchen. Ich werde einfach gar nicht erst zulassen, dass sie dich noch einmal in die Finger bekommen!" Belustigt lächelte ich nur und gab Tae einen schnellen Kuss auf die Wange, bevor ich fragte:„Weißt du eigentlich noch etwas über diese Leute? Hast du sie noch einmal eher getroffen?" Knapp schüttelte Tae den Kopf und erklärte:„Alles, was ich über sie weiß, dürftest du auch wissen. Irina, die Russin, beherrscht das Feuer. Rafael ist Portugiese und hat die Kraft der Elektrizität. Dazu scheint wohl Gewitter und so zu gehören. Callum ist so ziemlich der Chef der Gruppe, kommt aus New York und war da Geschäftsmann, während er, ebenso wie du, die Kraft des Frostes hat. Von dem mit den dunklen Haaren, der aussieht, als hätte er mehrere Tage nicht geschlafen, ist eigentlich nichts bekannt." Nachdeklich murmelte ich:„Naja, das Meiste davon wusste ich tatsächlich. Aber von dem, von dem nicht viel bekannt ist, weiß ich, dass er die Kraft des Schattens hat. Das hab ich während des Balls anhand seines Anzugs feststellen können. Aber was soll Schatten schon können? Will er uns mit seiner Dunkelheit verwirren?" Tae zuckte nur mit den Schultern und murmelte:„Naja, unterschätzen würde ich ihn nicht. Er könnte noch gefährlich werden... Naja, jetzt brauchen wir erstmal einen Plan. Was machen wir als nächstes?"
    „Vielleicht sollten wir einfach weiter in Richtung des Randes gehen. Das war auch mein letzter Plan. Denn, wenn der Rest noch zusammen ist, werden sie sicher auch weiter in die Richtung gehen." Nun nickte Tae zustimmend und grinste mich an:„Guter Plan, Tomätchen. Also, würde ich sagen, gehen wir einfach direkt los, oder?" Schmunzelnd nickte ich knapp und Tae gab mir einen schnellen Kuss auf die Stirn, bevor er langsam wieder zum Eingang der kleinen Höhle ging.
    In der Zeit fragte ich leise:„Woher kanntest du diese Höhle überhaupt?" Leise erwiderte mein Liebster, während er vorsichtig nach draußen spähte:„Naja, ich bin vor einem Jaguar weggerannt und bin dabei in diese Höhle gefallen. Ich hab mich nämlich an diese kleine Felswand gestellt und auf einmal bin ich durch den Eingang gefallen. Der war nämlich so sehr unter Pflanzen bedeckt, dass ich ihn wirklich gar nicht sehen konnte."
    Amüsiert musste ich grinsen, bis Tae leise murmelte:„Die Luft scheint rein zu sein", und aus der Höhle trat. Ich folgte ihm schnell und schaute mich draußen um.
    Währenddessen fragte Tae interessiert:„Wie bist du die Tage allein eigentlich so um die Runden gekommen, Tomätchen?" Schmunzelnd wegen dem Spitznamen, den Tae mir gegeben hatte, erwiderte ich:„Naja, ich habe die Nächte auf Bäumen verbracht und gegessen habe ich nichts, weil ich mir nicht sicher sein konnte, dass es auch wirklich essbar war."
    Tae meinte:„Tja, so hab ich es auch gemacht. Also wird es höchste Zeit, endlich Lívia und die anderen wiederzufinden. Dann können wir auch endlich wieder etwas essen!" Zustimmend nickte ich nur, nahm Taes Hand und zusammen gingen wir weiter, in Richtung des Randes, stets in Bereitschaft wegzurennen, falls uns jemand über den Weg laufen sollte, den wir nun nicht gerade erwünschten.

    60
    „Was machen wir eigentlich, wenn wir sie nicht finden? Oder, wenn sie vielleicht tot sind, bevor wir sie finden?"
    Ich hielt Taes Hand und schaute betroffen auf den Boden. Wir waren den ganzen Tag gelaufen und mittlerweile war es schon dunkel. Wir saßen zusammen auf dem Boden, dicht beieinander.
    Ich hatte nach wie vor Sorgen um die anderen und unsere Zukunft. Werden wir hier jemals lebendig wieder herauskommen? Und wenn ja, werden wir auch ALLE lebend hier herauskommen? Was, wenn beispielsweise Federica sterben würde? Wie würde ich sie dann jemals vergessen können? Wenn ich hier lebend herauskomme, ist die Wahrscheinlichkeit nicht hoch, dass ich vielleicht trotzdem nicht glücklich sein werde? Ich habe hier so viele Menschen kennengelernt und viele sind mir so sehr ans Herz gewachsen, als wären sie meine eigene Familie. Was, wenn ich hier rauskomme, aber meine „Familie" auf einmal nicht mehr da ist? Oder noch schlimmer... Was, wenn ich Tae verliere?
    Liebevoll blickte Tae mich nun an, drückte meine Hand etwas fester, um mir zu symbolisieren, dass er bei mir war und tröstete mich:„So wird es nicht kommen, (d/n). Wir werden sie finden. Und wir werden diese Arena alle lebend wieder verlassen. Mach dir keine Sorgen." Mit Tränen in den Augen fragte ich:„Aber was gibt dir diese Sicherheit, dass es auch wirklich so kommen wird, wie du es sagst?" Lächelnd nahm Tae mich nun in die Arme, streichelte zärtlich über meinen Kopf und murmelte mir beruhigend ins Ohr:„Ich verlasse mich einfach darauf. Ich weiß nicht genau, wie ich es mache. Ich weiß einfach, dass wir zusammen eine starke Truppe sind und wir werden sie finden. Es ist nicht so, als könnten sie sich gar nicht zur Wehr setzen. Sie haben mehr drauf, als sie bisher gezeigt haben. Da bin ich sicher." Schweigend umarmte ich Tae etwas fester, während er sein Kinn auf meinen Kopf legte und mir nur behutsam über den Rücken strich.
    Leise murmelte Tae:„Aber jetzt haben wir uns ja immerhin schon mal gegenseitig und das ist für mich ein riesiges Glück, denn ich liebe dich mehr als alles und jeden auf dieser ganzen Welt. Solange ich dich habe, ist es mir so ziemlich egal, dass wir hier rumhocken. Ich bin froh, dass ich hier bin und nicht wie gewohnt in Südkorea im Dorm. Denn sonst hätte ich dich nie kennengelernt, Tomätchen."
    Verliebt lächelte ich meinen Freund an, lief natürlich etwas rot an und meinte:„Du bist süß, Tae! Ich liebe dich so sehr!" Lächelnd kam Tae mir nun näher und drückte mir einen zärtlichen Kuss auf die Lippen. Glücklich erwiderte ich diesen, grinste Tae danach an und konnte meinen Blick gar nicht von seinen Augen abwenden. Nachdenklich murmelte ich:„Deine Augen sind so schön. Sie sind so dunkel, dass ich mich darin verlieren könnte. Ich könnte den ganzen Tag einfach nur in deine Augen starren." Belustigt grinste Tae und fragte ungläubig:„Meine Augen? Wenn meine Augen schon schön sind, was sind deine dann? Zu schön für diese Welt? Ja, so muss es sein. Du bist zu schön für diese Welt, Tomätchen!"
    Sofort lief ich rot an und murrte in einer Stimme eines beleidigten Kleinkindes:„Hör auf! Das stimmt nicht!" Grinsend kam Tae mir nun näher und flüsterte:„Oh doch. Und wie das stimmt! Und deswegen höre ich auch nicht auf, Tomätchen!"
    In dem Moment lehnte der perfekte Mann sich plötzlich schnell vor und presste seine Lippen auf meine, während ich etwas kichern musste.
    Als wir uns lösten, grinste Tae nach wie vor und ich flüsterte nur lächelnd:„Ich hab dich lieb, Tae." Tae küsste mich nun erneut und grinste dann:„Nicht so sehr, wie ich dich liebe!" Lachend antwortete ich:„Das glaub ich dir nicht!" Nun meinte Tae:„Ich aber. Und ich glaube nur an die Wahrheit!"
    Gerade wollte ich noch etwas erwidern, da umarmte Tae mich urplötzlich und meinte:„Ich gehe jetzt schlafen, Tomätchen. Du auch?"
    Belustigt grinste ich:„Versuchst du etwa, vom Thema abzulenken, damit du das letzte Wort behältst und dann sagen kannst, dass du mich mehr liebst als ich dich?" Grinsend meinte Tae nun:„Ja, ganz genau. Also protestiere nicht weiter! Jetzt geht's ab in die Heiapopeia!"
    Ich konnte mir ein Grinsen wegen Taes Wortwahl nicht verkneifen, kommentierte dies aber nicht weiter und legte mich einfach hin.
    Tae hatte es sich inzwischen neben mir gemütlich gemacht und umarmte mich nun, als wenn ich sein Kuscheltier gewesen wäre.
    Glücklich lächelnd umarmte ich ihn auch und murmelte nur noch leise:„Gute Nacht, Tae. Hab dich lieb." Leise erwiderte er meinen Nachtgruß und fiel auch schon bald in einen Schlaf, ebenso wie ich.
    Ich war so unfassbar glücklich, obwohl ich mir dennoch Sorgen um die anderen machte. Ich war nun immerhin mit Tae zusammen und konnte diesen Moment mit ihm genießen.
    Nie hatte ich zu träumen gewagt, dass ich wirklich einmal mit diesem wunderbaren Mann zusammen sein könnte. Nie hatte ich zu träumen gewagt, so wunderbare Liebe zu erfahren. Und obwohl die Gesamtsituation eher beunruhigend war, wünschte ich mich an keinen anderen Ort.
    Und dennoch wusste ich nicht, was der nächste Tag bringen würde. Vielleicht sogar den Tod? Ich wusste es nicht. Aber es war mir egal. Mir war in dem Moment nur wichtig, dass ich bei Tae war und seine weichen Lippen auf meinen spürte. Nichts war mir in dem Moment wichtiger, als bei Tae zu sein.

    61
    Die morgendlichen Sonnenstrahlen fielen seicht durch das dichte Blätterdach und sprenkelten helle Flecken auf den bemoosten Waldboden. Die Paradiesvögel riefen aufgeregt und im Unterholz quakten bunte Frösche.
    Ich schlief seelenruhig auf dem Boden. Plötzlich kitzelte es mich an der Nase. Murrend drehte ich einfach einmal herum und schlief einfach weiter. Doch es kitzelte wieder. Kurz rieb ich mir an der Nase und machte weiterhin keine Anstalten, die Augen zu öffnen. Doch es hörte einfach nicht auf und auf einmal ertönte dazu ein leises, tiefes Kichern.
    Verwirrt öffnete ich die Augen und blickte in Taes hübsches Gesicht. Erst jetzt erinnerte ich mich wieder, wo ich war und mit wem ich dort war.
    Ein Lächeln erschien auf meinen Lippen und ich murmelte schlaftrunken, während ich mich streckte:„Guten Morgen, Tae. Hast du gut geschlafen?"
    Statt einer vernünftigen Antwort bekam ich jedoch vorerst nur einen zärtlichen Kuss. Überrascht erwiderte ich ihn lächelnd. Als Tae und ich uns wieder voneinander lösten, antwortete er auch endlich:„Guten Morgen, Tomätchen. Ich hab super geschlafen. Schließlich lag ich neben dem schönsten Tomätchen dieser ganzen Welt! Und du?" Belustigt setzte ich mich nun auf und fragte:„Wie viele Tomätchen kennst du denn? Aber ich hab gut geschlafen, danke der Nachfrage." Tae grinste nun auch, überlegte kurz und meinte dann:„Naja, ich würde sagen, ich kenne genug, um sagen zu können, dass die das allerschönste Tomätchen bist." Belustigt schüttelte ich nur den Kopf, gab Tae einen schnellen Kuss und stand dann auf.
    Tae erhob sich daraufhin auch und murmelte verträumt:„Es ist ein sehr schöner Morgen, meinst du nicht?" Lächelnd schaute ich ihn an und erwiderte:„Ja, es ist wirklich ein traumhaft schöner Morgen." Tae ergänzte nun:„Besonders, weil du hier bist, Tomätchen."
    Ich wurde augenblicklich rot, umarmte Tae sanft und flüsterte:„Du bist wirklich süß, Tae! Ich hab dich lieb..."
    Tae erwiderte dies nur und jetzt überlegten wir, was wir als nächstes machen sollten.
    Wir waren beide sehr hungrig, entschlossen uns aber dennoch dazu, nicht einfach irgendetwas zu essen, von dem wir glaubten, es könne essbar sein. Stattdessen wanderten wir sofort weiter.
    Dabei hielten wir die ganze Zeit Händchen und zwischendurch gab Tae mir immer mal wieder einen sanften Kuss.
    Nach einigen Stunden sahen wir plötzlich, dass sich der Wald lichtete. Und dieses Mal lichtete er sich tatsächlich und es war keine Falle, so wie das letzte Mal, als ich dachte, der Wald würde endlich enden. Da hatte Irina nämlich nur einen Teil des Waldes abgefackelt.
    Diesmal war der Urwald jedoch tatsächlich zu einem Ende gekommen. Erstaunt blickten Tae und ich uns die Landschaft an.
    Es war eine weite, begraste Fläche, die zu einem Berg anstieg. Tae schlug direkt vor:„Wir sollten auf den Berg klettern. Vielleicht haben wir von dort aus einen besseren Überblick. Vielleicht sehen wir von dort aus auch einen der anderen."
    Sofort stimmte ich zu und so stiegen wir den Berg hinauf. Teilweise war es ein wirklich steiler Anstieg, jedoch kämpften wir uns einfach weiter hoch.
    Aufgeregt sprach ich, während Tae mir eine steile Kante hochhalf:„Hoffentlich sind die anderen hier auch in der Nähe." Zustimmend nickte Tae und meinte:„Ich glaube, wir sind auf dem besten Weg, sie wiederzu..."
    In dem Moment zischte auf einmal ein Lichtstrahl an uns vorbei, blendete mich aber so sehr, dass ich den Halt verlor und beinahe den Berg hinunterfiel. Jedoch hielt Tae mich an meinem Arm fest, sodass ich nicht fallen konnte und zog mich wieder vernünftig auf die Beine.
    In dem Moment sah ich auf einmal undeutlich eine Person hinter einem Stein herrennen und augenblicklich schoss ich durch meine Kraft einen Pfeil aus Eis durch die Luft in Richtung der Person, woraufhin Tae mich überrascht angaffte.
    Doch auf einmal wirbelte starker Wind um uns herum und ich erkannte fast nichts mehr, weil mir meine Haare in mein Gesicht wehten und mir somit die Sicht nahmen.
    Tae griff nun beschützerisch nach meinem Arm, zog mich zu ihm und versuchte so, mich irgendwie zu beschützen.
    Doch auf einmal legte sich der Wind ruckartig und eine vertraute Stimme ertönte.
    „(d/n), Tae?" Verwirrt blickte ich mich um und sah auf einmal Karolin hinter einem Felsvorsprung des Bergs hervortreten. Plötzlich trat auch Akiko neben sie und aufgeregt rief ich ihre Namen.
    Aufgeregt liefen die beiden nun zu uns und Akiko umarmte Tae und mich kurz überglücklich, während Karolin einfach neben uns stand und erleichtert und gleichzeitig irgendwie stolz lächelte. Akiko freute sich in der Zeit:„Wir haben euch und die anderen erst überall gesucht, aber nicht gefunden. Dann haben wir einfach überlegt, unser altes Ziel, also weiter zum Rand vorzudringen, wieder aufzunehmen. Die Idee hattet ihr ja scheinbar auch!" Verwirrt fragte ich nun:„Die anderen gesucht? Ich dachte, die wären vielleicht auch bei euch?" Bedauernd schüttelte die Anführerin nun den Kopf und erklärte:„Nein. Sie wurden ebenso von uns getrennt wie ihr von uns. Wir haben keine Ahnung, wo sie nun abgeblieben sind. Nur Akiko und ich sind noch zusammengeblieben." Die hübsche Japanerin fügte nun hinzu:„Naja, wir hoffen nur, dass sie auch wenigstens zu zweit unterwegs sind wie Karolin und ich oder ihr beide."
    Tae verbesserte sie nun:„Naja, wir haben uns erst später wiedergefunden. Wir waren ursprünglich beide alleine unterwegs." Ich nickte knapp und erzählte:„Ja. Ich wurde von Irina und Rafael aufgegabelt. Tae hat mich gerade noch rechtzeitig gerettet. Wobei er dabei sein eigenes Leben auf's Spiel gesetzt hat." Beim letzten Satz blickte ich Tae etwas vorwurfsvoll an, während er mich nur anschmunzelte und mir plötzlich einen schnellen Kuss gab.
    Nun schauten Akiko und Karolin uns komplett überrascht und vielleicht sogar etwas verstört an und ich erzählte schnell verlegen:„Ach ja. Tae hat mir danach seine Liebe gestanden und wir sind jetzt ein Paar."
    Karolin grinste nun triumphierend und meinte:„Na dann, herzlichen Glückwunsch. Hab ich dir nicht sogar gesagt, dass er hundert pro auf dich steht?" Verlegen murrte ich:„Ja, hast du." Akiko lächelte unterdessen:„Und ich habe Tae gesagt, dass du ganz sicher auch etwas für ihn empfindest."
    Daraufhin grinste Tae:„Dann hatten wir ja beide irgendwie einen Ansprechspartner."
    Akiko nickte nun nur mit ihrem hübschen Lächeln, während Karolin sprach:„So schön das auch alles ist... Wir müssen immer noch die anderen finden. Wir können nicht mal sagen, ob sie noch alle leben. Eine Person ist seit unserer Trennung gestorben, aber wer das war, wissen wir nicht." Leise murmelte ich traurig:„Wir können nur hoffen, dass diese Person nicht zu uns gehörte." Nachdenklich nickte Karolin nun auch, während Akiko nur betroffen zum Boden starrte und Tae beschützend meine Hand hielt.
    Schließlich erzählte Karolin:„Naja, auf diesem Berg haben Akiko und ich uns ein kleines Lager eingerichtet. Von hier aus kann man sich gut verteidigen. Ihr habt ja selbst gemerkt, dass man sich von weiter unten nicht allzu gut verteidigen kann. Von oben ist es ganz anders."
    Plötzlich redete Tae dazwischen:„Was war das eigentlich gerade eben, Tomätchen? Seit wann kannst du dich anhand deiner Kraft so gut verteidigen? Auch, wenn du nicht getroffen hast..."
    Verlegen erzählte ich nun knapp zusammengefasst:„Naja, als ich noch alleine war, ist mir aufgefallen, dass sich meine Kräfte durch Emotionen beherrschen lassen. Ich glaube, ich musste einfach mal auf mich allein gestellt sein, um mich selbst kontrollieren zu können." Karolin murrte nun in einem etwas gefühlskalten Ton:„Wunderbar, dass du diese Erkenntnis hattest. Naja, um meinem Geschwafel ein schnelles Ende zu setzen... Ich würde vorschlagen, eine Zeit auf dem Berg zu verbringen. Von hier aus sehen wir, wenn uns jemand näherkommt und wir können entsprechend reagieren."

    62
    Schweigend führte Karolin uns weiter den Berg hinauf, während Akiko direkt neben Tae und mir lief und sichtlich glücklich, wieder andere Menschen zu treffen, etwas erzählte.
    „Wir sind da. Hier verbringen Akiko und ich, und jetzt auch ihr, die Nächte", murrte Karolin.
    Wir standen recht hoch oben auf dem Berg, auf einer Art kleinen Podest. Eine kleine Kuhle deutete eine Höhle im Berg an. In dieser kleinen Höhle wurden Blätter als Polster ausgelegt und das Licht schien noch fade hinein. Akiko ergänzte nun lächelnd:„Von hier aus können wir näherruckende Feinde sofort erkennen, sie uns aber nicht. Deswegen haben wir unser Lager hier aufgeschlagen." Leiser fügte sie noch hinzu:„Und Karolin scheint auf Berge zu stehen. Ich glaube, es liegt an der guten Luft hier oben. Aber manchmal ist es hier wirklich windig..."
    Karolin, die Akiko trotz ihrer gedämmten Stimme gehört hatte, rechtfertigte sich nun mit gelangweiltem Blick:„Ich habe das Element Luft bekommen. Da wird es mir doch zustehen, mich auch nach guter Luft und Wind in meinen Haaren zu sehnen. Wenn es dir nicht gefällt, Akiko, kannst du ja auch am Fuße des Bergs auf unserer Feinde warten."
    Belustigt schüttelte Akiko den Kopf und flüsterte:„Karolin ist schon die ganze Zeit so schlecht drauf. Liegt wohl in ihrer Natur." Leicht grinste ich und schaute zu Karolin, welche uns einfach zu ignorieren schien.
    Ich setzte mich nun auf den Boden und fragte vorsichtig:„Und was machen wir jetzt?" Stumpf antwortete die Anführerin:„Nichts. Wir warten und schauen, ob irgendetwas passiert." Tae hockte sich nun neben mich und murmelte grinsend:„Langweilst du dich, Tomätchen? Wir könnten ein bisschen kuscheln, um diese Langeweile zu vertreiben." Fröhlich grinste ich ihn an und murmelte, während ich ihm langsam näher kam und zu einem Kuss ansetzte:„OK, hört sich gut an."
    Doch bevor es zu dem Kuss kommen konnte, räusperte sich Karolin:„Ich werde eben ein paar Polster für euch für die Nacht holen." Akiko hob gerade die Stimme, um zu fragen, ob sie mitkommen solle, da lehnte Karolin sofort indirekt ab:„Ich werde einfach kurz alleine gehen. In den paar Metern werde ich schon nicht umkommen. Bis gleich also."
    Und schon war Karolin verschwunden, während ich ihr etwas verwirrt hinterhersah. Tae gab mir jedoch schnell meinen Kuss, woraufhin Akiko uns angrinste:„Ihr seid echt ein süßes Paar. Ich freue mich wirklich für euch, dass ihr euch endlich eure Gefühle gestanden habt." Lächelnd erwiderte ich:„Da bist du aber sicher auch nicht ganz unschuldig. Durch dich hat Tae ja seine Bestätigung bekommen, dass er mir überhaupt gestehen sollte." Tae fügte gut gelaunt hinzu:„Genau. Ohne deine Hilfe hätte ich mich das sicherlich nicht getraut. Also danke, Akiko." Lächelnd nickte ich noch zustimmend, während Akiko etwas verlegen grinste und murmelte:„Kein Problem. Das hab ich gerne gemacht."
    Nun fragte Tae leise:„Wie war es eigentlich so ohne uns alle? Habt ihr noch irgendwas herausgefunden oder so?" Nachdenklich erwiderte die Japanerin:„Naja, es ist recht viel geschehen, seit wir getrennt wurden. Wir sind vorerst einfach nur weggerannt und haben uns dann erst überlegt, ob wir euch suchen sollten oder so. Das haben wir auch kurz gemacht, sahen es dann aber als aussichtslos. Also wollten wir weiterziehen, in der Hoffnung, dass wir euch dann währenddessen finden.
    Auf dem Weg sind wir zwischendurch auf Callum und Co. getroffen. Wir haben sie etwas beobachten können, aber zum Glück haben sie uns nicht bemerkt.
    Dabei hat sich dann auch etwas die Gruppenaufteilung geklärt, zumindest für mich. Callum ist der Anführer. Er ist kaltherzig. Auch seinen Kollegen gegenüber. Er spricht auch bei ihnen eher wenig, aber man merkt, dass, wenn er etwas sagt, ist es in einem sehr herrischen Ton. Ich glaube, er lässt die anderen gerne seine Arbeit vollrichten. Außerdem ist er sehr intelligent.
    Ganz im Gegensatz zu Rafael. Der wirkt auf mich sehr dumm. Das ist seine Schwäche. Aber dafür ist er sehr stark. Er ist ein richtiger Schrank, folgt Callum aber wie ein Schaf. Er tut, was man ihm sagt und er denkt gar nicht erst darüber nach, ob es nun sinnvoll ist oder nicht. Würde Callum ihm sagen, er solle sich in einen reißenden Fluss werfen, weil man dort gut fische kann, er würde es tun.
    Irina gehorcht ihrem Anführer auch ohne mit der Wimper zu zucken, aber sie ist immerhin nicht dumm. Sie nutzt ihre Intelligenz, um Schwächere fertigzumachen. Sie ist zickig, rechthaberisch und weiß, wie man den Schwächeren noch mehr schwächen kann. Übrigens scheint sie eine Schwäche für Callum zu haben. Sie folgt ihm auf Schritt und Tritt und hängt immer an seinem Hals. Naja, soweit er das zulässt.
    Der letzte im Bunde heißt Michal, wie sich herausgestellt hat. Er ist Pole und seine Kraft ist die des Schattens. Über ihn weiß ich aber nicht gerade viel. Er ist schweigsam und scheint im Gegensatz zu Rafael und Irina auch einen eigenen Kopf zu haben. Er gehorcht Callum zwar, aber man merkt ihm an, dass er nicht von allem angetan ist. Dumm ist er ganz sicher nicht. Alles, was sich über ihn noch feststellen lässt, ist, dass er etwas verstört wirkt. Manchmal wirkt er vielleicht auch etwas verletzlich, aber das sind nur minimale Momente. Hauptsächlich wirkt er stark, als wenn ihn nichts erschüttern könnte. Und das, obwohl er kaum etwas sagt."
    Leise murmelte ich:„Muss auch eine Gabe sein... Naja, dann habt ihr aber ja schon viel herausgefunden." Zustimmend nickte Akiko nur und meinte noch:„Sonst ist auf unserer Reise aber nicht mehr allzu viel passiert. Zwar hat sich mein Schlangenbiss zwischendurch leicht entzündet, was auch dazu beigetragen hat, dass wir hier auf dem Berg nun bleiben." In der Erinnerung schwankend, lächelte ich:„Ich erinnere mich, als das Gift aus deinem Bein heraus musste, hatte Tae sich freiwillig gemeldet. Aber ich habe es dann gemacht. Ich wollte nicht, dass Tae dir zu nahe kommt, denn ehrlich gesagt, war ich ziemlich eifersüchtig." Belustigt grinste Akiko nun:„Ja, das hat man in dem Moment sogar etwas gemerkt. Sonst war es eher unauffällig. Aber das hättest du nicht sein müssen. Du siehst ja, wie sehr Tae dich liebt."
    Nun lächelte mich mein Freund an und murmelte:„Das stimmt. Ich liebe dich mehr als alles andere auf dieser Welt, Tomätchen." Langsam kam er mir nun näher, drückte mir einen langen, sanften Kuss auf die Lippen und hielt mich danach nur fest umschlungen.
    In dem Moment kam auch Karolin mit den Bettpolstern wieder und schmunzelte direkt, als sie uns sah. Leise lachte sie:„Ich sehe schon, hier wird wieder Liebe kundgetan. Naja, hier sind auf jeden Fall eure Polster." Dabei legte sie sie kurz ab und beendete dann ihre Auskunft:„Ihr könnt sie euch selbst zurechtlegen. Wir werden dann auch gleich wahrscheinlich schon direkt zur Nachtruhe kommen."
    Erst jetzt fiel mir auf, dass es mittlerweile schon dämmerte. Schnell bedankten Tae und ich uns noch bei Karolin, bevor wir dann unser „Bett" aufbauten.

    63
    „Und wie seid ihr sonst so zurechtgekommen?"
    Die Mücken schwirrten durch die Luft, es war schwül und alles deutete darauf hin, dass es bald regnen würde. Leise hörte man das laute Treiben des naheliegenden Regenwaldes, während auf dem Berg selbst Ruhe herrschte. Nur ein leichter Wind zischte zwischendurch mal durch unsere Ohren.
    Wir hockten gemeinsam um ein kleines Lagerfeuer, vor der kleinen Höhle des Bergs, sodass das trübe Mondlicht noch in unsere Gesichter fiel.
    Ich saß nah an Tae gekuschelt, während er seinen Arm liebevoll um mich geschlungen hatte. Sein Kinn hatte er auf meiner Schulter abgelegt, sodass ich stets seinen warmen Atem an meiner Wange spürte. Karolin hockte im Schneidersitz vor uns und schaute uns erwartungsvoll an. Akiko hingegen hatte sich schon auf ihre Polster gelegt und hörte uns gespannt zu.
    Endlich antwortete ich nun auch auf Karolins Frage, wie es uns ergangen ist:„Naja, ich würde sagen, ganz OK. Ich meine, immerhin leben wir noch, wir haben uns gegenseitig gefunden und wissen nun, dass wir uns lieben." Taehyung fügte lächelnd hinzu:„Genau. Und (d/n) beherrscht ihre Kraft nun auch besser. Also eigentlich hat es fast schon Vorteile mit sich gebracht." Nachdenklich nickend meinte ich:„Nachteile gibt es aber natürlich auch jede Menge, das darf man nicht vergessen. Wir haben seit Tagen nichts gegessen, sind von dem Rest getrennt und wissen nicht mal, ob sie überhaupt alle noch leben." Karolin murmelte nun:„Naja, Lívia hat das Problem sicher nicht, dass sie seit Tagen nicht gegessen hat." Akiko stellte nun in Frage:„Naja, falls sie überhaupt noch lebt." Karolin seufzte nur:„Ja, das ist natürlich die Voraussetzung."
    In dem Moment zuckte ich irgendwie ein bisschen zusammen, was Tae dazu brachte, mich noch fester zu umarmen und er sprach:„Wir müssen einfach hoffen, dass es ihnen allen gut geht." Akiko fügte hinzu:„Ja. Vielleicht sollten wir auch davon ausgehen. Somit bleibt uns der Optimismus. Wir dürfen uns nicht unnötig Sorgen machen. Das führt zu nichts." Die Anführerin der Truppe schaltete sich nun auch wieder ein:„Du sprichst mir aus der Seele, Akiko. Und naja, wie sagt man so schön? Die Hoffnung stirbt zuletzt. Also sollten wir uns vielleicht tatsächlich nicht so viele Sorgen machen. Vielleicht haben wir ja Glück und wir finden den Rest gleich morgen." Leiser fügte sie eher zu sich selbst hinzu:„Auch, wenn ich das nicht glaube..."
    In dem Moment fielen plötzlich auch die ersten Regentropfen und ich blickte nachdenklich nach oben. Aus dem Hintergrund hörte ich nur Karolin noch leise fluchen:„Ich hasse Regen" und sie stand gerade auf, um vor der Nässe zu flüchten. Doch ich schloss langsam meine Augen, ließ die Tropfen auf mein Gesicht fallen und als ich meine Augen wieder öffnete, war es plötzlich kein Regen mehr, sondern Schnee. Doch dieser andere Niederschlag erstreckte sich nur über unser Lager.
    Lobend blickte Karolin mich an und meinte:„Du scheinst deine Kraft ja doch schon ganz gut im Griff zu haben. Sehr gut! Weißt du, so lässt es sich auch gleich viel besser unter freiem Himmel aushalten. Gegen Kälte hab ich nichts." So setzte sich die Österreicherin dann auch wieder auf ihren vorherigen Platz und genoss den Schnee, wie er ihr sanft ins Gesicht rieselte. Auch Akiko schien das weiße Wunder zu gefallen, denn sie blickte mit leuchtenden Augen in den Himmel.
    Tae lächelte mich hingegen glücklich an, drückte mir einen zärtlichen Kuss auf die Lippen und fragte flüsternd:„Kannst du es eigentlich auch überall scheinen lassen? Also in dem ganzen Regenwald?" Unwissend zuckte ich erst nur mit den Schultern, lächelte dann aber, schloss meine Augen und, als ich sie dann wieder öffnete, schneite es auf einmal überall, wo mein Blick hinreichte. Stolz lächelte Tae nun:„Du bist echt gut, Tomätchen." Dankbar lächelte ich nun und murmelte:„Aber ich darf es nicht zu lange schneien lassen. Sonst sterben die Tiere hier. Sie sind nicht für die Kälte gemacht." Zustimmend nickte Tae, während er mir tief in die Augen schaute und plötzlich wandelte sich der Schnee zurück in Wasser und wir hörten augenblicklich Karolins Gefluche:„Ich hasse Regen! Wer von euch Pappnasen war das?" Und so verkrümelte sie sich in der Höhle, während Akiko nur leise kicherte. Währenddessen saßen Tae und ich nach wie vor in dem Regen, schauten uns gegenseitig tief in die Augen und amüsierten uns über Karolins Laune. Auf einmal presste Tae wieder seine weichen Lippen auf meine und er legte seine Arme sanft um meine Taille. Glücklich erwiderte ich den Kuss und als wir uns wieder trennten, raunte ich Tae zu:„Du weißt aber, dass ich es auch alleine hätte zurückwandeln können, oder?" Grisnend erwiderte Tae nun:„Ja, das weiß ich natürlich, Tomätchen." Und schon kam Tae mir wieder näher, um mich zu küssen und ich lehnte mich ebenfalls schon lächelnd vor. Schließlich waren wir nur noch wenige Zentimeter voneinander entfernt, als Karolins genervte Stimme aus der kleinen Höhle ertönte:„Kommt ihr dann auch mal oder wollt ihr weiter im Regen hocken und euch knutschen?" Belustigt musste ich grinsen und auch Tae konnte sich, trotz seiner Enttäuschung, dass es nicht zu einem Kuss gekommen war, ein Grinsen nicht verkneifen.
    Langsam stand ich nun also auf, griff dann nach der Hand des gutaussehenen Mannes und gemeinsam gingen wir in die Höhle.
    Dort hatten es sich Karolin und Akiko schon auf ihren Polstern gemütlich gemacht und auch wir wollten uns dort niederlassen. Karolin murrte jedoch unterdessen:„Einer von euch beiden muss noch die erste Nachtwache übernehmen. Die zweite werde ich übernehmen." Direkt opferte sich Tae:„Ich werde die erste Nachtwache übernehmen." An mich gerichtet fügte er dann hinzu:„Dann kannst du dich noch ein bisschen ausruhen. Aber keine Sorge, ich werde die Nacht trotzdem die ganze Zeit an deiner Seite verbringen." Liebevoll lächelte ich nun und sprach:„Ich liebe dich, Tae." Er selbst erwiderte nun grinsend:„Ich dich doch auch, Tomätchen."
    Gerade kamen wir uns wieder näher, da brummte Karolin aus ihrer Ecke:„Und ich liebe meinen Schlaf! Also haltet den Rand und gute Nacht!"

    64
    Belustigt schüttelte ich den Kopf auf Karolins Bemerkung hin, lächelte Tae noch einmal an und legte mich dann auf mein Bett aus Blättern, um zu schlafen. Ich spürte noch, wie Tae sich im Schneidersitz neben mich setzte und nach meiner Hand griff. Von Karolin und Akiko war nichts mehr zu hören. Nur noch das leise Treiben der Nacht und das laute Prasseln des Regen waren noch zu vernehmen, bevor ich einschlief.

    Ich wachte wieder auf, als helles Licht direkt in mein Gesicht schien. Müde schlug ich die Augen auf und erblickte direkt, dass noch fast alle schliefen. Nur Akiko, welche die zweite Nachtwache übernommen hatte, war noch wach und kämpfte scheinbar mit der Müdigkeit. Lächelnd flüsterte ich:„Leg dich ruhig noch ein bisschen schlafen, Akiko. Ich bin jetzt wach und passe auf alles auf." Dankbar lächelte sie mich dann kurz an und schlief direkt ein, sobald sie sich hingelegt hatte. Belustigt lächelte ich nun vor mich hin und ließ meinen Blick durch das restliche Lager schweifen. Karolin schlief tief und fest in der Ecke der kleinen Höhle und zuckte einmal kurz leicht mit dem kleinen Finger. Die Sonne schien nicht ganz bis zu ihr. Nun fiel mein Blick auf Tae. Er schlief direkt neben mir und hatte meinen Körper im Schlaf umschlungen. Sein Gesicht hatte er in meinem Bauch vergraben. Er sah wie ein kleiner Engel aus. So schön, so unschuldig und friedlich. Einfach nur perfekt.
    Liebevoll strich ich mit meiner Hand sanft über seine Wange und gab ihm einen leichten Kuss auf diese. Danach stand ich langsam auf, um ihn nicht zu wecken und lief aus der Höhle heraus, bis ich an der freien Luft stand. Der Wind zischte warm durch mein Haar und brachte gleichzeitig den tropischen Geruch des Waldes mit. Die Sonne hingegen erhellte die Landschaft und ich hatte einen sehr guten Blick auf die gesamte Umgebung. Allerdings war dort nichts Auffälliges zu entdecken.
    Schweigend ließ ich mich nun auf dem kleinen Felsvorsprung nieder und schaute einfach in die Gegend. Irgendwie wartete ich nur darauf, dass etwas passierte. Vielleicht erhoffte ich mir, dass die anderen, sprich Federica, Lívia, Malou und Juan, auftauchten. Ich weiß nicht so genau, was ich damals erwartete. Jedenfalls hockte ich dort einige Momente, vielleicht eine Stunde lang und gaffte in die nicht vorhandene Abwechslung.
    Doch plötzlich spürte ich zwei Hände, die mich wie aus dem Nichts umschlungen und ich erschrak so sehr, dass ich dabei wie aus Reflex den ganzen Boden um mich vereiste. Blitzartig drehte ich mich auch um und erblickte plötzlich Taes grinsendes und gleichzeitig überraschtes Gesicht. Leise fragte er:„Habe ich dich wirklich so sehr erschreckt?", während er sich neben mich setzte. Noch immer mit rasendem Herzen wegen des Schrecks, murrte ich leise, um die Schlafenden nicht zu wecken:„Ja. Du hast dich richtig herangeschlichen, da kamen deine Hände wie aus dem Nichts!" Beinahe etwas schuldig lächelte Tae, nahm vorsichtig meine Hand und fragte:„Bist du böse auf mich?" Liebevoll lächelnd meinte ich nun:„Nein, natürlich nicht. Dir könnte ich nicht böse sein. Und erst recht nicht wegen sowas." Beruhigt lächelte Tae daraufhin und gab mir einen sanften Kuss auf die Stirn. Glücklich lehnte ich mich etwas an ihn und starrte weiter auf die weite Landschaft.
    Leise murmelte ich nun:„Eigentlich ist es schön hier. Wären wir nicht unter diesen Umständen hier, würde es mir hier gefallen. Aber leider müssen wir uns weiter um die anderen sorgen... Was meinst du, was sie gerade machen? Oder sind sie vielleicht schon tot?"
    Einfühlsam schloss der perfekte Mann nun seine Arme um mich und flüsterte:„Mach dir keine Sorgen, Tomätchen. Ich bin sicher, es geht ihnen gut. Ich wette, Federica sorgt bei ihnen gerade für gute Laune, während Malou neben Juan herspringt und er selbst ruhig vor sich hin summt. Und Lívia besorgt ihnen bestimmt gerade ihr Frühstück oder rettet sie wieder alle. Sicherlich werden wir sie bald wiederfinden." Dankbar lächelte ich ihn an. „Du schaffst es auch immer wieder, mir Mut zu machen", murmelte ich. Zärtlich strich mein Freund mir daraufhin über die Haare und erwiderte schmunzelnd:„Dafür bin ich doch da. Was hab ich sonst schon für einen Nutzen?" Beleidigt grinste ich nun:„Hör auf, das zu sagen! Du hast noch einen viel größeren Nutzen! Du bist mein ein und alles! Da kannst du nicht nur so einen kleinen Nutzen haben!" Belustigt lächelte Tae nun und beteuerte dann:„Aber ich liebe dich noch viel mehr!" Verliebt lächelte ich ihn nun an, gab ihm einen sanften Kuss und umarmte ihn, während wir noch einige Zeit einfach so dasaßen.
    „Guten Morgen, gut geschlafen?", ertönte Karolins verschlafene Stimme. Verwirrt blickten Tae und ich hinter uns und er hob überrascht eine Augenbraue:„Schon wach? Hey, ein Wunder ist geschehen! Karolin ist aufgestanden, ohne, dass wir sie erst durch die halbe Weltgeschichte tragen mussten!" Daraufhin schickte Karolin dem Mann einen tödlichen Blick und brummte:„Akiko pennt noch. Wird sie wahrscheinlich auch noch ein bisschen.
    Hier in der Nähe ist ein Fluss, in dem viele Fische sind. Ich wollte versuchen, ob man vielleicht ein paar fangen und braten kann. Da wohnen nämlich auch Lachse drin und von denen weiß ich, dass sie essbar sind.
    Tae, kommst du mit? Du hast die Kraft des Wassers, das könnte hilfreich werden." Knapp nickte Tae, stand auf und meinte:„Jap, ich werde mitkommen." Erwartungsvoll schaute ich unterdessen die Anführerin an, auf eine Anweisung wartend. Endlich wandte sie sich auch zu mir und meinte:„Du bleibst hier, bei Akiko und passt auf alles auf. Sollte irgendetwas sein, versteckt ihr euch am besten einfach. Aber von hier oben habt ihr sowieso die besseren Voraussetzungen. Jedoch werden wir eh nicht allzu lange und weit weg sein, also wird wohl nichts passieren." Als Zeichen, dass ich verstanden hatte, nickte ich noch knapp, bevor ich mich an Tae wandte, ihm einen schnellen Kuss auf die Wange gab und meinte, er solle auf sich aufpassen. Als Antwort lächelte Tae nur und meinte:„Mach dir keine Sorgen, Tomätchen. Ich bin ja nachher schon wieder da."
    Mit den Worten verschwanden Karolin und er dann auch und ich stand alleine dort, während Akiko in der kleinen Höhle noch schlief. Gelangweilt hockte ich einfach nur dort und wartete weiterhin auf eine Abwechslung.
    Nach einiger Zeit waren dann auch Tae und Karolin wieder da und trugen zwei große Fische. Als sie bei uns angekommen waren, hatte Tae sich gefreut:„Das hat richtig gut geklappt mit dem Fischen! Ich hab den Fluss einfach sozusagen stillgelegt und so konnten wir die Fische besser sehen. Dann haben wir mit spitzen Stöckern einfach auf die Fische eingestochen." Stolz hatte ich ihn dann angegrinst und umarmt.
    Mittlerweile war ich gerade dabei, ein Feuer zu entfachen, über dem wir die Fische braten wollten, während Karolin die Fische ausnahm. Tae stand neben mir und summte leise etwas vor sich hin, während es mit meinen Haaren spielte.
    Schließlich, als die Fische gebraten waren und ich Akiko geweckt hatte, aßen wir dann auch. Generell war Fisch eigentlich nicht so meins, aber dieses Mal schmeckte er mir richtig gut, was vielleicht auch einfach nur daran lag, dass ich seit Tagen nicht gegessen hatte.
    Endlich wieder etwas essen! Ich dachte schon, wir würden verhungern... Aber es sieht ja doch stark danach aus, als würden wir wohl nicht mehr verhungern. Vielleicht wird jetzt alles wieder besser. Vielleicht finden wir die anderen vier heute wieder und dann bleiben wir auf diesem Berg und warten, bis die anderen sich gegenseitig umgebracht haben und dann haben wir gewonnen! Ja, vielleicht geht es nun endlich wieder bergauf!


    Hey, hier ist endlich ein neues Kapitel. Ich hoffe, es gefällt euch.^^
    Bei der Gelegenheit möchte ich euch noch ein RPG empfehlen. Es heißt „Dream or Reality?“ und handelt natürlich um BTS. Aber ebenfalls wie in meiner Ff, spielt dort auch Fantasy eine große Rolle.
    Wenn ihr Interesse habt, mitzumachen, schaut dort gerne mal vorbei!^^ Wir freuen uns über jeden, der mitmachen will.^^
    Der Link zu diesem RPG folgt:

    https://www.testedich.de/quiz65/quiz/1590574121/BTS-Dream-or-Reality

    Ich kann euch dieses RPG, wie gesagt, wirklich nur empfehlen!^^

    LG Emily W.

Kommentarfunktion ohne das RPG / FF / Quiz

Kommentare (83)

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vor 12 Stunden flag
Hallo @Nachtbrise und @#Chickencrew xD,
danke erstmal für euer liebes Feedback.^^ Mich freut das sehr, wirklich! <3

Was deine Frage anbelangt, @#Chickencrew xD... Das kann ich dir leider nicht beantworten. Da hab ich keine Ahnung von.
Ach ja, und ich mag deinen Namen. XD

LG Emily W.
vor 18 Stunden flag
Ach ja... Und ich seh gerade...
Ist das normal, dass manche User die gleiche ID haben?
Weil die von mir und @Nachtbrise sind gleich...
Könnte mir das bitte jemand sagen? 🤔
vor 18 Stunden flag
Hey!
Ich bin neu hier auf teste.dich und ich muss sagen, dass mir deine FF sehr gut gefällt!
Du hast einen sehr ausgeprägten, schönen Schreibstil und deine Kapitel sind immer sehr spannend und informativ aufgebaut. Auch finde ich die Länge des jeweiligen Kapitels passend!
Mach weiter so!
vor 18 Stunden flag
Heyyo!
I`m back XD
Ich war leider ein bisschen länger nicht on, aber habe jetzt endlich mal Zeit gefunden, die neuen Kapitel zu lesen! Ich denke, dass du meine Meinung weißt :)
Auf jeden Fall ist es einer der besten FFs, die es bislang gibt!

LG Nachtbrise
Gestern flag
Hi, SugaDerStein.^^
Ich wollte mich hiermit nochmal herzlichst bei dir für dein regelmäßiges Feedback bedanken. Das ist wirklich sehr lieb von dir!
(Natürlich auch von allen anderen, die mir hier ein Feedback hinterlassen!)

Und keine Sorge wegen dem KAPITEL. Das macht überhaupt nichts. XD

LG Emily W.
vor 2 Tagen flag
Yay!
Und sorry, dass ich Kapitel in ganz groß geschrieben habe, macht meine Autokorrektur manchmal*-*.

LG SugaDerStein
vor 3 Tagen flag
Heyyy
Hoffe, dass heute noch ein KAPITEL kommt... Das Kapitel, was du als letztes hochgeladen hast, ist jedenfalls sehr gut geworden.
vor 6 Tagen flag
Hallo an alle!
Danke nochmal für euer Feedback!^^ Ich hatte vorher leider nicht so wirklich Zeit, zu antworten...^^'
Mich freut es wirklich, wenn es euch gefällt. Ich habe auch gerade das neue Kapitel hinzugefügt^^
LG Emily W.
vor 7 Tagen flag
Hallu!
Juhu, endlich ist es raus! XD
Du hast das echt süß geschrieben und ich werde natürlich!!! weiterlesen.
vor 7 Tagen flag
Und noch ein super Kapitel!
vor 8 Tagen flag
Hiii
Super Kapitel, wie immer...^^

LG SugaDerStein
vor 8 Tagen flag
Hey!
Du hast das mega gut geschrieben!
Aber echt fies, dass du genau an DER Stelle aufhörst -_-
XD nein Spaß! Das soll ja Spannung erzeugen ^^
Aber dann erwarte ich, dass du gaaaanz schnell weiterschreibst!!! ^^ ;)

LG Nachtbrise
vor 8 Tagen flag
Ohhhhh.....da knistert es ein echt tolles Kapitel ❤❤❤😂
vor 8 Tagen flag
Es ist wieder sehr gut geschrieben.
Ich liebe es.
Mach weiter so du bist so talentiert.
Lg Suela
vor 8 Tagen flag
Hey Leute, heute hab ich zwei neue Kapitel veröffentlicht. Gebt mir gerne ein kleines Feedback dazu. Das würde mir sehr helfen^^
LG Emily W.
vor 9 Tagen flag
Hey! ^^

Jaa, ich melde mich auch nochmal! XD
Das Problem war nur in den letzten Tagen, dass teste.dich deine FF bei mir auf dem Laptop nicht mehr angezeigt hatte... Und heute kam ich auf die glorreiche Idee, es mal auf dem Handy zu versuchen XD
Hier funktioniert`s ,KA warum das auf dem Laptop nicht klappt... (":

Die letzten Kapitel sind aber mega gut und spannend geworden!
Ich finde die Idee, dass sich die Kräfte mit den Emotionen der Person kontrollieren lassen, echt cool ^^

LG und einen schönen Feiertag!
vor 10 Tagen flag
Mega tolles Kapitel ❤
vor 11 Tagen flag
Mega cooles Kapitel
vor 11 Tagen flag
Ich fände es okay, wenn du weniger oft Kapitel hochlädst...

LG SugaDerStein
vor 14 Tagen flag
Hallo nochmal. XD
Nein, nein, es ist ganz sicher nicht so rübergekommen, als würdest du sie schlecht finden. Ich wollte damit nur nochmal zeigen, wie unfassbar perfektionistisch ich bin. Damit wollte ich dir auch keinesfalls irgendwie zu nahe treten. Ich wollte damit wie gesagt nur noch mal meinen Perfektionismus beschreiben.
Ich bin dir auch keinesfalls böse oder sonst was. Tut mir leid, sollte das so rübergekommen sein. (Wenn man das so liest, kann man ja schlecht das Gesicht des jeweils anderen sehen oder die Betonung heraushören. XD)
Es ist also alles vollkommen in Ordnung.
Und danke auch für dein Lob. Das freut mich sehr. Ich werde in Zukunft auch versuchen, vielleicht etwas weniger die Nebensituationen zu beschreiben. ^^' (:
LG Emily W.