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Warrior Cats- Stürmender Fluss

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16 Kapitel - 18.211 Wörter - Erstellt von: - Entwickelt am: - 186 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Die Schülerin Haselpfote hat es leicht, sich in ihrer Loyalität ihrem Clan zu verpflichten. Doch eines Tages lernt sie einen unverschämten FlussClan-Schüler kennen, der ihr grosses verspricht; schon bald geratet die unwissende Schülerin in einen Strom als Lügen und Verrat, denn der Kater gehörte einst einer Gruppe von Streunern an, die nun Asyl bei den Clans suchen.

    1
    Inhaltsverzeichnis

    1. WolkenClan-Hierarchie
    2. Streuner und Hauskätzchen
    3. Prolog
    4. Kapitel 1
    5. Kapitel 2
    6. Kapitel 3
    7. Kapitel 4
    8. Kapitel 5
    9. Kapitel 6
    10. Kapitel 7
    11. Kapitel 8
    12. Kapitel 9
    13. Kapitel 10
    14. Kapitel 11
    15. Danksagung

    2
    WolkenClan-Hierarchie

    Anführer:
    LERCHENSTERN-
    Schildpattfarbene Kätzin mit braunen Ohren und auffälligem Tigermuster auf der Stirn

    Zweiter Anführer:
    HASENPELZ-
    Staubbraun getigerter Kater

    Heiler:
    NUSSBART-
    Hellbraun gescheckter Kater mit langen dunklen Schnurrhaaren; Mentor von
    TÜPFELPFOTE-
    Junge schildpattfarbene Kätzin mit klaren blauen Augen

    Krieger:
    REGENSCHNURRHAAR-
    Grauer Kater mit langem Pelz
    DROSSELSCHWEIF-
    Gelbbraun-weiße Kätzin mit großen, unerschrockenen Augen
    RIESELSCHWEIF-
    Weißer Kater mit langem Schwanz
    WOLKENFALL-
    Schneeweiße Kätzin mit silbernen Streifen und großen dunkelbraunen Augen.
    ADLERFANG-
    Großer braun getigerter Kater
    BIENENNASE-
    Kleine gelbe Kätzin mit schwarzen Streifen und weißen Ohren
    FAUCHKRALLE-
    Kleiner gelbbrauner Kater
    FUNKELSTREIF-
    Goldbraune Kätzin mit großen Ohren und gelben Augen
    BUSSARDFEDER-
    Cremefarbene Kätzin mit dunkelbraunen Streifen und weißen Pfoten
    MOOSSCHWANZ-
    Schildpattfarbener Kater
    BLUMENFLUSS-
    Junge, frische Kätzin mit hellem Fell
    TAUNASE-
    Grau getigerter Kater
    KLEEFUSS-
    Schwarzer Kater mit weißer Schwanzspitze und weißen Zehen; Mentor von HASELPFOTE
    RANKENPELZ-
    Braun und schwarz getigerte Kätzin
    LILIENSTURM-
    Graue Kätzin
    KNAUTSCHBART-
    Schwarzer Kater; Mentor von
    REHPFOTE
    KIESPELZ-
    Grau gefleckter Kater
    GRASHERZ-
    Hell orangefarben getigerte Kätzin
    FUSSELSTREIF-
    Schwarzer Kater; Mentor von KLIPPENPFOTE
    BIRKENHARZ-
    Cremefarbener Kater mit dunkelbraunen Streifen im Pelz
    SUMPFNASE-
    Schwarze Kätzin mit olivgrünen Augen
    FEUERBRUNST-
    Roter Kater

    Schüler:
    HASELPFOTE-
    Hübsche, feingliedrige braun-weiße Kätzin mit langem Schweif
    WILDPFOTE-
    Schwarz-brauner Kater
    ZWEIGPFOTE-
    Heller Kater mit schwarzen und hellen Flecken und schwarzer Schnauze
    REHPFOTE-
    Rotbraune Kätzin
    VOGELPFOTE-
    Schwarze Kätzin
    KLIPPENPFOTE-
    Silberweißer Kater mit gelben Augen
    EFEUPFOTE-
    Silberweiße Tigerkätzin mit haselnussbraunen Augen

    Königinnen:
    ASCHENHERZ-
    Hell orangefarbene Tigerkätzin; Mutter von HARZJUNGES, BLATTJUNGES und FROSCHJUNGES
    WASSERBLATT
    -
    Wässrig graue Kätzin; Mutter von FURCHTJUNGES-
    Winziger dunkelgrauer Kater mit riesigen orangefarbenen Augen
    BLATTJUNGES-
    Orangegelb getigerte Kätzin
    FROSCHJUNGES-
    Hellgraubrauner Kater
    HARZJUNGES-
    Silbern und brauner Tigerkater mit gelben Augen

    Älteste:
    STURZFLUT-
    Dunkelgrauer Kater mit blauen Augen
    RABENSCHWINGE-
    Langhaariger schwarzer Kater mit dunkelblauen Augen; Wurfbruder von Sturzflut
    FUNKELSTEIN-
    Feuerrot gestreifte Kätzin; fast blind und taub

    3
    Streuner und Hauskätzchen

    FINN-
    Schwarz-weißer Kater
    ROSE-
    Weiße Kätzin mit gelben Augen und langen Schnurrhaaren

    4
    Prolog

    Lange Schatten erstreckten sich wie finstere Geister an den Wänden der grauen Mauer, die den kleinen Hof einrahmte. Kleine Gestalten torkelten unbeholfen über den harten Boden und ihre Schatten vertuschten die scharfen Schulterknochen, die aus dem stumpfen Fell herausragten. Ihre Augen, je zwei verzweifelt blinkende gelbe Lämpchen, blinzelten verdrossen, als sie von einer noch dünneren schwarzen Katze vorangestoßen wurden. Ihre dünnen Schwänzchen ragten in die Luft und wedelten in einer hoffnungsvollen Geste.
    »Wie weit denn noch?«, fragte die brüchige Stimme einer alten Katze, die tiefe Augenringe im hellen Fell hatte und dessen Schwanzspitze traurig nach unten zeigte. Ihre Beine waren schwach und ihr Pelz wies kahle Stellen auf. Mehrere Katzen wurden unruhig und langsam kam die Gruppe stockend zum Stehen. Der schwarze Kater, der die Jungen mit einer wegwerfenden Geste seines langen dürren Schwanzes zum Stehen dirigierte, wirbelte herum und sammelte die Katzen mit einem heiseren Jaulen zusammen. Stolpernd kamen die Katzen näher und sahen den Anführer mit teils Hoffnung, teils Hoffnungslosigkeit in den teilnahmslosen Augen an.
    »Tal bring Neuigkeiten«, hob der schwarze Kater mit einer erstaunlich starken Stimme für so eine heruntergekommene Figur und sah sich zwischen seinen Katzen um. Ein kleiner, muskulöser grau-weißer Kater mit breiten Ohren und zerfetzet Schwanzspitze nickte und trat neben seinen Anführer.
    »Es mag sein, das ihr am Fluss nicht willkommen wart«, miaute er mit einer warmen, zuversichtlichen Stimme, die die Blicke einiger Katzen gleich viel wacher wirken ließ. Mehrere streckten die Schwänze durch und ließen sich erwartungsvoll nieder. Die alte Kätzin sammelte die Jungen zu sich und ringelte den dünnen Schwanz um ihre flauschigen Körperchen, während die silberne Königin neben ihr mit Argusaugen ihre kleinen kostbaren Schätze beäugte, die einzigen, die ihr über die kalte Zeit geblieben waren.
    »Die Katzen dort halten nicht viel von Streunern. Aber ich kenne eine andere Katzengruppe, die euch vielleicht helfen könnte.«
    Der schwarze Kater sah sich in den Gesichtern seiner Gefährten um und schnippte mit dem Schwanz. Schweigen folgte auf die verheißungsvollen Worte des jungen silbernen Katers, der seine blauen Augen über die Versammlung schweifen ließ.
    Ein alter, sehr zerlumpter Kater ergriff das Wort und hustete kurz.
    »Kannst du uns endlich ein Nest und Beute versichern, Tal?« Der Alte schwenkte demonstrativ den Kopf über das karge graue Gelände, das nicht Katzengebiet war, sondern den kühlen Zweibeinern gehörte.
    Tal trat betreten von einer Pfote auf die andere, sein Schatten tanzte ihm hinterher. Das spärliche Licht der Laternen des Hofes verlieh der Versammlung eine gruselige Note.
    »Genau«, giftete eine junge, langhaarige braune Kätzin mit gelben Augen und funkelte Tal an. »Du hast's leicht, in einem warmen Nest am Fluss und Beute, die Dir praktisch in die Pfoten läuft. Du wirst behütet von den Katzen, die dort leben und du brauchst nicht für Junge oder wen anders zu sorgen.«
    Der schwarze Kater trat beschützerisch vor Tal und schlang den Schwanz in einer väterlichen Geste um den jungen Kater.
    »Tal riskiert viel, um jeden dritten Tag bei uns vorbeizuschauen.« Der Kater klang ruhig, doch unter seiner Stimme schwang eine unterschwellige Wut mit. Der graue Kater hinter ihm schlängelte sich vor und baute sich vor den wütend blinkenden Augen der angesammelten Katzen auf.
    »Ich riskiere jedes Mal meinen Pelz, wenn ich meine Gefährten verlasse, um euch zu helfen«, fauchte er mit Feuer in den eisblauen Augen, die jede Katze zum wegsehen zwang. Er strahlte eine Autorität aus, die ungemein selten für so eine junge Katze war. »Ich bringe euch Beute und suche nach Möglichkeiten, euch irgendwo unterzubringen. Auch wenn ihr es nicht verstehen wollt, ich bin euer Freund. Und es liegt nicht bei mir, das ihr keinen geeigneten Platz zum Leben findet. Bedenkt, das ihr eine große Gruppe seid und viele von euch sind nicht in der Lage, zu jagen oder auch nur weit zu laufen.«
    Tal's Blick schweifte zu den Kätzchen, der blinden Königin und den zwei Ältesten, die den Blick schuldbewusst abwandten, weil sie selbst an den Tatkraft des jungen Katers gezweifelt hatten.
    »Nächsten Vollmond könntet ihr eine Chance auf ein besseres Leben bekommen. Ich kann euch nichts versichern, aber es leben nicht nur am Fluss Katzen. Im Wald lebt eine äußerst freundliche Katzengruppe, die möglicherweise eine Zuflucht für euch bieten könnte.«
    Leises Gemurmel machte sich unter den Katzen breit und der schwarze Kater blickte Tal stolz an. Obwohl er nicht der Vater des jungen Katers war, machte ihn der Anblick seines Neffen immer noch stolz. Was für ein stattlicher junger Kater.
    Die Ansammlung löste sich auf und die Katzen teilten sich in kleine Grüppchen. Die blinde Königin mit den beiden Jungen kam zu dem schwarzen Kater und Tal und schmiegte sich an ihre Kinder.
    »Du hast das gut gemacht, Tal. Du bist tapfer. Du bist treu. Du machst uns alle sehr stolz, mein kleiner.«
    Tal sah betreten hoch und schnurrte laut.
    »Danke, Mondschatten. Es macht mich fertig, euch so zu sehen, aber die Katzen am Fluss... nun, sie sind nicht so nett zu fremden. Ihre Anführerin mag mich nicht, also werde ich vorerst auch kein Krieger sein.«
    »Dann ist diese Anführerin eine blinde Kuh und dumm ist sie auch«, verkündete Mondschatten und stupste Tal freundschaftlich in die Seite. Der muskulöse junge Kater schnurrte lauter, drückte seine Wange in die Schulter des schwarzen Katers und ihm erschauderte bei dem Gefühl des Knochens unter dem schütteren Fell. Nunmehr war sich Tal sicher, das er diesen Katzen eine Zuflucht sichern musste, denn in so einem Zustand sollte sich eigentlich keine Katze befinden.

    5
    Kapitel 1

    »Lahme Kuh!«
    »So langsam, und dumm noch dazu.«
    »Huch, sieh mal, die Gans kann laufen!«
    Stolpernd kam Haseljunges zum stehen und funkelte ihre Baugefährten an. Ihre großen weißen Pfoten verschmolzen fast mit dem weißen Schnee am sandigen Boden und sie kniff die Augen zusammen, da das weiße Nass sie so sehr blendete.
    Ein brauner Kater sah sie mit einem funkeln in den Augen an und Haseljunges langte mit der Pfote vor, sie traf mitten auf die schwarze Nase ihres Bruders. Der Kater jaulte und wich zurück, worauf Haseljunges trotzig das Kinn vorstreckte.
    »Wer ist jetzt lahm«, fauchte sie ihren Wurfbruder an. Sie ließ sich nicht anmerken, wie beleidigt sie war, das Wildjunges und Zweigjunges sie immer mit ihrer schlaksigen Statur aufzogen. Sie streckte die Nase hoch und begegnete Zweigjunges Blick, der mit einem Schnurren zu ihr herüberkam. Haseljunges wusste zwar, das ihre Brüder sie gern hatten, doch wurmte es sie, das sie es als einzige Kätzin im Wurf nicht leicht hatte. Wildjunges war, wie sein Name schon sagte, wild und ungestüm und brachte seine Geschwister oftmals um den Verstand.
    »Schon gut, Haseljunges«, schnaufte Wildjunges und leckte sich die zerkratzte Nase. Selbstgefällig schnurrte Haseljunges und trottete zu ihrem Bruder, um ihm die Halskrause zu lecken, doch der Kater entschlüpfte ihrem Griff und tänzelte mit wild wippendem Schwanz nach hinten. Haseljunges tatschte nach ihm, doch er wich ihr noch einmals aus und schnurrte noch lauter, als sie über ihre eigenen Pfoten stolperte.
    Dieses Fuchsherz! Schnaubend rappelte sich Haseljunges hoch, drehte sich um und stolzierte über die winzige Lichtung hinüber zum Bau, wobei sie fast in dem hohen Schnee einsank.
    »Haseljunges! Wildjunges, Zweigjunges!«
    Eine strenge Stimme tönte aus dem warmen Bau und Haseljunges schlüpfte schnell in die Kinderstube. Der warme Dunst empfing sie sanft und sie stolperte zwischen den vier Nestern hindurch, in denen jeweils eine Königin kauerte, mit oder ohne Jungen zwischen den Pfoten.
    Sumpfnase, Haslejunges' Mutter, lag ausgestreckt in ihrem Nest und musste gerade aufgewacht sein, denn sie funkelte ihre Tochter streng an.
    »Sagte ich's doch«, schnurrte eine sanfte Stimme und Haseljunges drehte sich zu Drosselschweif, der ältesten Königin in der Kinderstube, um dessen Pfoten sich Rehjunges und Vogeljunges tummelten. »Sie war nur draußen, um sich die Pfoten zu vertreten.«
    Stolz reckte Haseljunges das Kinn vor und ignorierte Vogeljunges provokativen Blick, der sie auf ihrem Weg zu ihrem Nest verfolgte.
    »Meine Kleine! Wieso bist du rausgegangen? Wo sind deine Brüder?«, stürmisch zog Sumpfnase ihre Tochter zu sich und leckte ihr ungestüm den Kopf. Haseljunges stöhnte leise und wollte sich dem Griff ihrer Mutter entwinden, doch Sumpfnase hielt sie fest. Die olivgrünen Augen ihrer Mutter fixierten sie mit einem besorgten Funkeln.
    »Die spielen draußen im Schnee.«
    Sumpfnase seufzte und vergrub die Nase im Fell ihrer Tochter.
    »Mach Dir nicht so viele Sorgen, Mama. Uns geht's gut.«
    Haseljunges schüttelte den Pelz und kuschelte sich an die flauschige Brust von Sumpfnase, die ihre Tochter wieder und wieder zwischen den Ohren leckte. Grunzend machte es sich die kleine Katze zwischen den Pfoten ihrer Mutter bequem.
    »Sumpfnase hatte wieder den Alptraum«, murmelte Wasserblatt und neigte den hellen Kopf. Die zweibeinige Kätzin seufzte und lehnte sich zu Haseljunges hinüber. Betreten senkte diese den Blick.
    »Ich durchlebe immer und immer wieder den Tod von Schneejunges und Finkenjunges«, klagte die schwarze Kätzin und ließ den Kopf traurig sinken. Sie seufzte und ihre olivgrünen Augen blinkten erschöpft. Wieder einmal würde Haseljunges daran erinnert, wie traurig ihre Mutter war, obwohl ihr drei ihrer Jungen geblieben waren. Manchmal wünschte sie, Schneejunges und Finkenjunges wären noch hier, denn sie hatte das Gefühl, das ihrer Mutter der Verlust ihrer verschollenen Wurfgeschwister seelisch geschadet hatte.
    Niemand wusste Bescheid, war bei Finkenjunges und Schneejunges Verschwinden tatsächlich geschehen war, denn sie waren einfach über Nacht aus dem Bau ihrer Mutter verschwunden. Eines nachts wachte Sumpfnase auf, und nur drei ihrer Jungen heulten kläglich an ihrem Bauch. Das schwarz-weiße und das weiße waren verschwunden.
    Haseljunges war zu klein gewesen, um sich daran zu erinnern, was in jener Nacht geschehen war. Trotzdem wurmte sie der Gedanke, das ihre Geschwister möglicherweise noch lebten.
    Mit einem traurigen Schlenker ihres Schwanzes versenkte Sumpfnase ihre Nase im Fell ihrer einzig übriggebliebenen Tochter. Haseljunges schnurrte besänftigend und seufzte dann. Es war traurig, das ihre Mutter so ein Schicksal ereilt hatte. Immerhin war Sumpfnase noch sehr jung, sie war eine frischgebackene Kriegerin gewesen, als sie in die Kinderstube zog, mit den Jungen des Wurfbruders ihrer besten Freundin Grasherz im Bauch. Birkenharz war zwar ihr Vater, jedoch ein sehr beschäftigter junger Krieger und kam nur selten vorbei, um nach seinen Jungen zu sehen.
    Ohne es zu merken, war Sumpfnase dahingedämmert und Haseljunges strampelte sich unauffällig frei. Sie kuschelte sich mit einem leisen Schnurren an den sehr flauschigen Bauch von Sumpfnase und spitzte die Ohren, als sie Vogeljunges selbstgefällige Stimme hörte.
    »Sumpfnase hat ihre Jungen doch nur verloren, weil sie sich so wenig um sie gekümmert hat, stimmt's?«
    Haseljunges spannte die Muskeln an und spürte, wie Wut in ihr hochkochte. Wie konnte Vogeljunges es wagen, so eine Behauptung über ihre Mutter anzustellen? Hoffentlich würde Drosselschweif ihre dumme Tochter zurechtweisen.
    »Vogeljunges! Beim SternenClan, sag so etwas nicht! Sumpfnase hatte alle ihre Jungen vom Anfang an lieb.«
    Ein Kloß hatte sich in Haseljunges' Kehle gebildet und sie schluckte hart. Immerhin verteidigte Drosselschweif ihre Freundin gegen die unsinnigen und beleidigenden Behauptungen ihrer Tochter.
    »Na, ich meinte, war es nicht des SternenClans Strafe, das ihr Finkenjunges und Schneejunges weggenommen wurden? Immerhin hat sie mir auf ihre Kinder aufgepasst. Andauernd bei Lerchenstern oder bei Birkenharz, oder auf irgendwelchen Patrouillen. Sie hat nie eine große Versammlung ausfallen lassen, um den Willen ihrer Jungen.« Vogeljunges Stimme war dünn, doch sie klang genauso schneidend wie die einer erwachsenen Katze. Haseljunges Bauch wurde von Wut gepikt und sie krallte sich ins Moos, in der Hoffnung, das Sumpfnase schlief und nichts von dem Geplapper der Kätzin hörte.
    »Du kannst dich nicht an die Zeit erinnern, als die zwei noch lebten. Du warst da auch erst zwei Monde alt!«, wies Drosselschweif ihre Tochter nun mit einem gefährlichen Unterton zurecht. Haseljunges reckte den Kopf über den Nestrand und sah die wütend funkelnden Augen der Kätzin in ihrem Nest.
    »Stimmt! Ich kann mich nicht einmal erinnern, welche Augenfarbe die beiden hatten.« Rehjunges sanfte Stimme war wie Balsam für Haseljunges' aufgekratzte Seele. Mit einem seufzen lehnte sich Vogeljunges übertrieben aufmüpfig zurück.
    »Na, wenn schon.« Sie schnaubte abfällig.
    Haseljunges zwang sich, in ihrem Nest zu bleiben und nicht mit den Krallen das ungemein selbstgefällige Gesicht der schwarzen Kätzin zu bearbeiten. Also seufzte sie schwer und setzte sich auf. Sofort wandten sich drei sich sehr ähnliche Gesichter ihr zu und starrten sie an. Verlegen sah Rehjunges weg und schluckte, wobei ihr sichtlich unwohl war. Doch Vogeljunges saß kerzengerade in ihrem Nest und starrte Haseljunges unverwandt in die Augen. Verächtlich hob sie die Oberlippe an und sah die jüngere Kätzin boshaft an. Haseljunges drehte sich in ihrem Nest um und sah Sumpfnase an, die sich genüsslich in ihrem Nest streckte. Dann drehte sich die braun-weiße Kätzin wieder zu Vogeljunges um und schnaubte laut.
    »Hör nicht auf Vogeljunges.«
    Haseljunges wirbelte herum und befand sich Nase an Nase mit Klippenjunges, der aus dem Nest seiner Familie geklettert war und nun bei Haseljunges und Sumpfnase saß. Seine großen blauen Augen blickten sie teilnahmsvoll an, doch die Kätzin war zu aufgewühlt, um sich über die Teilnahme des ältesten Katers in der Kinderstube zu freuen. Schnippisch sah sie zu der Familie ihrer besten Freundin und empfand nichts als Abneigung gegenüber der schwarzen Katze mit den auffallend gelben Augen. Sie bleckte verächtlich die Zähne und wandte sich wieder Klippenjunges zu, der sie wach ansah.
    »Ich und Efeujunges werden bald zu Pfoten«, schnurrte dieser und schien von Thema ablenken zu wollen, worauf Haseljunges liebend gern einging. Sie schnurrte und stupste den zwei Köpfe größeren Kater versuchshalber an.
    »Lass und rausgehen. Sumpfnase ist wieder eingeschlafen.«
    Seite an Seite hoppelten die beiden aus dem Bau und tappten auf die schneebedeckte Lichtung, wo sich Wildjunges und Efeupfote gerade einen schneeaufstäubenden Kampf lieferten. Die große silberweiße Tigerkätzin schlug fauchend auf Wildjunges ein, der sich wegduckte und mit einem geschickten Pfotenschlag die Nase der Kätzin zerkratzte.
    Klippenjunges rollte übertrieben mit den Augen und hetzte seufzend zu den beiden Jungkatzen, woraufhin sie heftig auseinander stoben. Efeujunges blutete über der Oberlippe und Wildjunges hatte sich zwei V-förmliche Vertiefungen in den Ohren eingebüßt. Klippenjunges starrte seine Schwester böse an und zerrte sie mit sich, doch die Kätzin fauchte Wildjunges immer noch mit zurückgezogenen Lefzen und böse blitzenden Augen an.
    »Hör doch mal endlich auf, Efeujunges! Willst du für immer ein Junges bleiben oder auch mal Krieger werden? Du kämpfst gegen ein vier Monde jüngeres Kätzchen und bedrohst es auch noch?«
    Efeujunges bedachte ihren Bruder mit einem abschätzigen Blick und ließ sich neben dem toten Baumstumpf nieder, der mittlerweile voll mit Schnee war. Efeujunges' Nasenspitze war weiß, als hätte man sie in Schnee getippt, das Blut zog eine hauchdünne Schneise über ihr weißes Gesicht.
    »Wir werden bald Pfoten, wie toll. Ich frage mich, wer mein Mentor wird«, schnurrte Klippenjunges und war wieder dabei, seine Schwester zu beruhigen. Diese ging nicht sonderlich darauf ein und schnaubte nur. Klippenjunges leckte ihr die Nase und putzte sie zwischen den Ohren, klopfte ihr den Schnee vom silbernen Fell und sah sie aufmunternd an.
    »Wir werden in der Sonne jagen. Bald kommt die warne Zeit wieder und wir werden als Schüler an den Seiten unserer Mentoren kämpfen und jagen!«, stolz reckte Klippenjunges das Kinn und Haseljunges wurde eifersüchtig. Sie und ihre zwei Wurfbrüder würden noch vier Monde lang Junge bleiben und im Bau ihrer Mutter Mittagsschläfchen halten müssen, während Klippenjunges und Efeujunges kämpfen und siegen würden.

    6
    Kapitel 2

    Haseljunges döste auf einem sonnenbeschienen Fleckchen Gras neben der Kinderstube vor sich hin und lauschte dem Schlagabtausch zwischen Klippenjunges, Efeujunges und ihrer Mutter Wolkenfall.
    »Ich bin doch kein Junges mehr, Mama!«, schimpfte Efeujunges schnippisch und Haseljunges vergrub die Nase zwischen den beiden Pfoten. Sie dachte recht verärgert an die selbstgefällige Kätzin, die meinte, sie seie kein Junges mehr, obwohl sie noch den Beinamen -junges trug und im Nest ihrer Mutter schlief. Haseljunges mochte Efeujunges nicht sonderlich und verspürte auch keine schwesterliche Neigung gegenüber der Baugefährtin aus Wolkenfalls Wurf. Ihre Mutter und die weiße Kriegerin waren eng befreundet und sie wusste, das Sumpfnase und ihre Freundin geplant hatten, gleichzeitig ihre Würfe aufzuziehen und dass ihre Jungen einander gern haben würden. Stattdessen bekriegten sich die geborene Kämpferin Efeujunges und der Wildfang Wildjunges andauernd. Nur zwischen Klippenjunges und Haseljunges war diese geschwisterliche Beziehung vorhanden. Die beiden waren gute Freunde, doch mit dem Alter wurde die Beziehung der beiden komplizierter und die Größe und Kraft des jungen Katers war mittlerweile ein Problem geworden bei spielerischen Kämpfen und bei Stupsspielen. Und außerdem würde Klippenjunges bald zur Pfote werden und dann würden die beiden nicht einmal mehr den Bau teilen.
    Seufzend rappelte sich Haseljunges auf und öffnete die leicht verklebten Augen. Der Schnee um sie herum war gleißend weiß und sie war auf einem getauten Flecken Gras eingedöst. Die kleine Spiellichtung war leer, also schlurfte Haseljunges mit müden Pfoten durch den Schnee und schnaubte, um die feinen Flöckchen aus der Nase zu bekommen. Endlich kam die kleine Kätzin auf den Pfad, der in die Kinderstube führte, dort, wo die Königinnen den Schnee zur Seite geschoben hatten und nun ein freier Durchgang zum Binseneingang der Kinderstube frei gelegt worden war. Mit einem leisen -Miau schob sich Haseljunges in die warme, trockene Kinderstube, wo Wolkenfall gerade Klippenjunges zum Himmel ragenden kurzen Schwanz putzte und Efeujunges mit Abscheu in den Augen zuließ, das ihre Mutter ab und zu über ihren Kopf leckte.
    Wasserblatt lag die Beine von sich gestreckt in ihrem Nest, den wässrig grauen Kopf auf die Nestkante gelegt und schlummerte mit leicht geöffnetem Maul, während ihr Junges Finsterjunges mit riesigen orangefarbenen Augen zwischen den Pfoten seiner Mutter hervorspähte. Schnurrend lieg Haseljunges an ihnen vorbei und erblickte Grasherz, die kürzlich mit Aussicht auf Junge in den Bau gezogen war. Ihr Bauch war noch gar nicht angeschwollen, doch ihr Gefährte Feuerbrunst hatte sie in die Kinderstube verbannt. Sie schlief auf dem Rücken, den Mund ein wenig geöffnet und die Vorderpfoten standen wie lustige Stöcke in die Höhe. Haseljunges trabte an ihr vorbei, vorbei an Drosselschweifs Nest, bis sie bei Sumpfnase angekommen war, die gerade eifrig mit Birkenharz redete. Endlich!
    »Da ist sie ja, deine Tochter«, schnurrte die schwarze Kätzin und zog Haseljunges nervös an sich. Die hellbraune Kätzin rollte mit den Augen und stöhnte, als ihre Mutter sie stürmisch zwischen den Ohren leckte. Dann beäugte sie ihren Vater genauer und suchte nach Ähnlichkeiten zwischen ihr oder ihren Geschwistern und ihrem Vater. Sie wunderte sich darüber, wie ausgeprägt seine Wangenknochen waren und damit genau denen von Zweigjunges glichen. Auch hatten die dunklen Streifen in seinem Fell genau den selben Ton wie Haseljunges Pfotenballen.
    »Schneejunges also«, miaute Birkenharz vorsichtig und augenblicklich würde es im Bau stumm. Selbst Vogeljunges und Efeujunges, die über die Entfernung gezankt hatten, hielten den Mund und alle starrten entgeistert auf Birkenharz, der nervös von einer Pfote auf die andere trat. Haseljunges erstarrte und hielt den Atem an, als sie in die verzweifelt funkelnden Augen ihres Vaters sah. Er musste sich klar geworden sein, das er den falschen Namen benutzt hatte.
    Oh nein, Mama wird durchdrehen!, befürchtete sie, obwohl sie es selbst nicht einmal für so schlimm hielt. Birkenharz war ein beschäftigter Krieger und hatte sehr viel um die Ohren, außerdem waren seine Jungen erst zwei Monde alt, und zwei waren mit einem Mond verschwunden.
    »Haseljunges.«
    Sumpfnase hatte die Zähne zusammengebissen und starrte heftig schluckend auf den Boden vor BirkenHarz Pfoten.
    »Das ist Haseljunges. Deine Tochter.«
    Keine Katze rührte sich, bis Birkenharz miaute: »Klar. Es tut mir leid...«
    Schweigen legte sich wie ein zweiter Pelz über die Kinderstube. Selbst der winzige Furchtjunges, der keinen halben Mond alt war, starrte nur aus gewaltigen Orangegelben Augen an.
    Zum Glück ertönte gerade in diesem Moment ein gewaltiges Jaulen und Haseljunges entwich dem schockierten Griff ihrer Mutter, tänzelte zwischen den Nestern hindurch und fragte sich, wer gejault hatte.
    »Eure Schülerzeremonie!«
    Drosselschweifs Miauen klang verzerrt, doch ihre zwei Jungen hüpften nun entspannt aus dem Bau und Haseljunges ignorierte ebenfalls die grausame Stille, die nach dem Kommentar ihres Vaters eingetreten war.
    Draußen auf der Lichtung war es mittlerweile brechend voll und alles voller Katen. Gespannt bemerkte Haseljunges, das alle Katzen ihre Blicke Richtung Kinderstube gerichtet hatten. Sie duckte sich, doch als sie merkte, das die Katzen Klippenjunges und Efeujunges beobachteten, Die stolz zwischen den Katzen hindurchschritten, erhob sie sich wieder und sah sich unschlüssig um. Wohin sollte sie sich setzen?
    Plötzlich rempelte sie etwas großes, Braunes an und ein übler Atem drang an ihre Schnauze.
    »Pass auf, Kleine«, zischte ein riesiger alter Kater mit langer Schnauze und dunklen Augen. Er hatte zerfetzte Ohren und tiefe Augenringe, sein staubbraunes Fell war von unzähligen Narben durchzogen. Haseljunges schreckte zurück und sammelte ihre Pfoten an ihren Körper. Wer war das?
    »Nun, Nussbart, mach der Kleinen doch keine Angst«, schnurrte eine sanfte, kecke Stimme und Haseljunges riss erleichtert den Kopf hoch, als sie Tüpfelpfote erkannte, die getupfte Schülerin, die bei Furchtjunges' Geburt anwesend gewesen war. Nun stupste sie den mürrischen alten Kater spielerisch an und tänzelte herum. Erleichtert entschlüpfte Haseljunges den Blicken der beiden Heilerkatzen und spürte, wie sich die Blicke der beiden Katzen noch in ihren Rücken bohrten.
    Seltsames Pack, dachte Haseljunges, während sie nach vertrauten Gesichtern suchte. Doch alle Katzen wirkten fremd und groß und keiner schien sie mehr zu bemerken. Alle starrten hoch zu dem riesigen Felsen am Rande der Lichtung und Haseljunges wusste, das es der Hochfelsen war, der Ort, wo der WolkenClan-Anführer den Clan zu Versammlungen und Zeremonien zusammenrief. Sie konnte sich nur noch wage an Feuerbrunst' Kriegerzeremonie erinnern, wo der Kater ein Gelübde abgelegt hatte, um seinen Clan immer zu dienen.
    Mussten Schüler auch ein Gelübde ablegen? Und eine Prüfung machen? Ein wenig erleichtert darüber, das sie sowieso noch nicht Schülerin wurde, seufzte sie und sah sich um, da stach ihr ein feuerroter Pelz ins Auge und Abendsonne, ein sehr freundlicher Kater, Vater von Furchtjunges, schob sich an ihre Seite.
    »Hallo, Haseljunges. Schön, das du groß genug bist um schon draußen herumzustreunen«, miaute er liebevoll spöttisch und stupste sie an. Haseljunges duckte sich verlegen und sah dem Kater in die unfassbar gelben Auge.
    »Komm, Kleine, ich erzähl dir bisschen was über die Katzen. Ich habe gesehen, dass Nussbart über dich gestolpert ist. Nun ja, der arme alte Kater ist schon ein wenig zerstreut. Mach dir keinen Kopf, er wird sowieso bald in den Ältestenbau ziehen.«
    Gespannt spitze Haseljunges die Ohren und genoss den Klang seiner melodischen Stimme. Einen Moment lang dachte sie daran, das sie gern ihren Vater neben sich gehabt hätte, doch als sie ein wenig zwischen die Katzen spähte, entdeckte sie bald seinen hellen Pelz neben einer wunderschönen Kätzin mit satt grauem Fell und riesigen blauen Augen. Haseljunges sah wieder zu Abendsonne und zuckte gespannt mit den Ohren.
    »Unsere Anführerin Lerchenstern kommt-«, er verstummte, als eine riesige schöne Katze auf den Felsen sprang und augenblicklich alle Katzen verstummten.
    Erstaunt betrachtete Haseljunges die Kätzin, ihr Fell war wunderschön gefleckt und die weiße Hauptfarbe glänzte wie der Schnee um sie herum. Ihre mächtigen Pranken waren getupft und ihre Augen sprühten Funken. Sie war sich sicher, noch nie so eine eindrucksvolle Katze gesehen zu haben. Als sie das Maul aufsperrte, erstarrten die Katzen und schwiegen noch eisiger.
    »Alle Katzen, die alt genug sind, um auf die uralte Lärche zu springen, sollen sich unter der Stupsnase zu einem Clan-Treffen versammeln!«
    Haseljunges bewunderte die kräftige Stimme und ein Ruck ging durch die Versammlung, woraufhin die Katzen einen Halbkreis um die Stupsnase und die beiden Jungen davor bildeten.
    Die Katzen blieben still und Haseljunges drückte sich eng an Abendsonnes pelzige Flanke.
    »Nun, Klippenjunges, Efeujunges, tretet vor.«
    Haseljunges richtete sich auf die Hinterbeine und spähte über die Schultern einer zarten goldbraunen Katze, die vor ihr hockte. So bekam sie einen guten Blick auf die beiden jungen Katzen, die langsam vortraten. Lerchenstern sprang von dem Felsen und landete mit einem gewaltigen Sprung auf dem Boden vor den beiden Katzen. Sie landete zielsicher und ohne zu stolpern, ihre Beine blieben durchgestreckt und sie bleib perfekt vor den beiden Jungen stehen.
    »Zurzeit haben wir viele Krieger und keine Schüler. Doch diese beiden hier haben ihren sechsten Mond erreicht und sind bereit, Schüler zu werden.« Lerchenstern sah auf die beiden Kätzchen hinab, Wärme drang durch ihre leuchtenden Bernsteinaugen und Haseljunges entspannte sich bei den Gedanken, so eine warmherzige Anführerin zu haben.
    »Fusselstreif! Komm her.«
    Haseljunges suchte die Lichtung nach der genannten Katze ab und fragte sich, welche der Krieger die Ehre haben würde, eines der beiden Katzen ausbilden zu dürfen. Da entdeckte sie einen grazilen schwarzen Kater, der sich durch die anderen Katzen schlängelte. Dies war also Fusselstreif.
    Haseljunges wollte sich jeden genannten Namen einprägen, so gut sie konnte.
    Fusselstreif, Fusselstreif, Fusselstreif...
    »Fusselstreif, dein Mentor war Regenschnurrhaar. Du bist jung, doch trotzdem zählst du zu den begabtesten jungen Kriegern unseres Clans. Ich bin mir sicher, das du deine Fähigkeiten an diesen jungen Schüler weitergeben wirst. Von diesem Augenblick an, bis er seinen Kriegernamen erhaltet, wird dieser Schüler Klippenpfote heißen.«
    Ein älterer, langhaariger grauer Kater nickte feierlich und Fusselstreif sah mit einem dankbaren Blick zu ihm hinüber. Haseljunges prägte sich ebenfalls Regenschnurrhaars Namen ein, der scheinbar früher Fusselstreifs Mentor gewesen war.
    Klippenpfote streckte die Schnauze vor und berührte die von Fusselstreif. Die beiden Katzen sahen einander an und unwillkürlich fragte sich Haseljunges, wen sie wohl bekommen würde. Vielleicht Abendsonne, den starken, mutigen Vater? Oder Feuerbrunst, der jung war und trotzdem kräftig und tapfer? Oder gar Lerchenstern- nein, Haseljunges verwarf den Gedanken wieder. Natürlich würde sie nicht gleich die Clan-Führerin als Mentorin bekommen.
    Als Klippenpfote und sein Mentor sich unter die Katzen mischten und Freudebekundungen entgegennahmen, sah sich Efeujunges unschlüssig um und Lerchenstern nickte feierlich.
    »Efeujunges. Von jetzt an wirst du Efeupfote heißen. Ich habe dir Birkenharz als Mentor ausgesucht, weil er tapfer und treu ist und eine sehr wichtige Persönlichkeit des Clans ist.«
    Haseljunges erstarrte und sah mit Schrecken in den Augen zu, wie Birkenharz mit kalter Miene durch die Katzen schritt und zu Efeupfote vorlief. Die beiden berührten sich an den Nasen und verschwanden in der Menge, wo einige Katzen Efeupfotes neuen Namen riefen.
    Haseljunges konnte nicht fassen, das ihr Vater jetzt noch mehr beschäftigt sein würde. Er würde nun sicher gar nie mehr in den Bau zu ihnen kommen und mit ihnen spielen. Sie sah weg und duckte sich wieder neben Abendsonne hin, der sie aufmunternd betrachtete.
    »Na, Kleine? Schon aufgeregt auf deine eigene Zeremonie?«, neckte er um sie abzulenken und Haseljunges ging dankbar darauf ein.
    »Schon.« Sie schnurrte und ihr viel sofort ihre Mutter ins Auge, die neben zwei bräunlichen Kätzinnen hockte und entgeistert Birkenharz hinterher starrte. Sie sah mit einem bitteren Ausdruck im Gesicht zu, wie sich ihr Gefährte selbstgefällig neben der schönen graue Katze niederließ und Efeupfote mit einer undefinierbaren Miene betrachtete. Haseljunges schluckte und fragte sich, was ihre Mutter wohl über Birkenharz und die anderen beiden Kätzinnen denken musste, doch Abendsonnes sanfte Stimme riss sie aus ihren trübseligen Gedanken.
    »Willst du ein wenig die anderen Katzen kennenlernen? Wie ich sehe ist das dein erster Besuch auf einer Versammlung und du kennst noch nicht alle Katzen.«
    Haseljunges schnaubte und freute sich insgeheim, sagen zu können: »Ich war schon auf einer Versammlung. Da war ich noch ganz klein und Schneejunges und Finkenjunges waren noch dabei. Wir haben Feuerbrunst' Kriegerzeremonie beobachtet. Aber ja, gerne, ich will ein paar andere Katzen kennenlernen und erzähl mir was über jeden den du kennst!«
    Abendsonne schnurrte und blieb still, bis sich die Versammlung auflockerte und nur noch wenige Katzen auf der riesigen Lagerlichtung befanden. Sumpfnase sah ihre Tochter bei Abendsonne und nickte, bevor sie mit Wildjunges, der mit einer ungemein eifersüchtigen Miene zu Efeupfote hinüber starrte und Zweigjunges, der sich angeregt mit Furchtjunges unterhielt, in die Kinderstube schlurfte.
    Abendsonne lenkte Haseljunges Aufmerksamkeit auf einen staubbraunen Kater, der über die Lichtung stolzierte, zu der grauen Kätzin bei Birkenharz lief und ihr affektiert das Gesicht leckte.
    »Das ist Hasenpelz, unser zweiter Anführer. Komm, lass uns zu den Stückchen Gras dort ohne Schnee gehen und dann erzähle ich dir was über meine Schülerzeit mit ihm. Ich und Hasenpelz sind nämlich Brüder.«

    7
    Kapitel 3

    Die Sonne war schon fast untergegangen, als Haseljunges und Abendsonne immer noch auf dem Grasflecken lagen und sich die Zungen gaben. Katzen liefen über die Lichtung und verschwanden in den Bauen, brachten Beute mit oder aßen welche, andere stritten sich lautstark oder warfen anschmachtende oder boshafte Blicke zu anderen hinüber. Haseljunges hatte viel über den WolkenClan gelernt und über seine Katzen, seine Geschichte und seine Besonderheiten.
    Sie hatte bereits über Hasenpelz und die graue Kätzin, Liliensturm viel erfahren dürfen. Sie wusste nun, das Hasenpelz, der zweite Anführer, ein besonders herrisches Exemplar einer Katze war und seine Gefährtin Liliensturm war, die jedoch sehr viel mit anderen Katern flirtete. Sie hatten ein Junges, Feuerbrunst, um das sie sich wirklich wenig gekümmert hatten und nie wirklich wie ihr Junges behandelt hatten.
    Haseljunges lernte, das sie Clan-Ältesten Sturzflut und Rabenschwinge besonders ruppig waren und viel stritten, da sie Wurfgefährten und sehr verschieden waren. Sie wusste nun, das sie bei den beiden immer eine gute Geschichte zu hören bekommen würde, wenn sie ein fettes Kaninchen - die Lieblingsspeise der Brüder - oder notfalls auch ein Rotkelchen mitbrachte.
    Die WolkenClan-Geschichte kannte sie zwar schon auswendig kannte, wurde ihr von Abendsonne erzählt, mit allen blutigen und dramatischen Details und ohne Ausschmückungen über hübsche Krieger oder gruselige Schatten, die aus dem Wald gekrochen kamen. Es freute Haseljunges, das endlich eine Katze mit ihr nicht wie mit einem frisch geschlüpften Küken umging, sondern ihr auch Sachen erzählte, die nicht als Kinderstubenmärchen gedacht waren. Glücklich lauschte sie den ganzen Abend über die Geschichte des WolkenClans und seine glorreichen sowie schandhaften Epochen.
    Als die Sonne unterging, wurde Haseljunges langsam unruhig. Ihr Bauch knurrte und sie zwang sich, still liegen zu bleiben, doch offenbar hatte Abendsonne ihre Zappellust gemerkt, denn er miaute: »Willst du etwas essen?«
    Verlegen sah Haseljunges auf ihre Pfoten und miaute zaghaft: »Ich habe noch keine feste Nahrung gehabt.«
    Abendsonne starrte sie kurz an, und zu Haseljunges Verwunderung sagte er nichts, sondern stand nur auf und bedeutete ihr, mitzukommen. Haseljunges sprang auf und hoppelte über die Lichtung, wich einem großen braunen Krieger aus, der nach Abendsonnes Bericht Adlerfang hieß und sah, das der große rote Krieger zu dem Frischbeutehaufen steuerte. Ihr Schwanz zuckte aufgeregt bei dem Gedanken, endlich eine Maus zu essen, und als Abendsonne bei dem Haufen stehen blieb, an dem bereits ein paar Katzen saßen, miaute sie ganz leise auf und hoppelte an seine Seite, wo sie sich ängstlich an ihn drückte und sich unter den Blicken der Krieger unwohl fühlte.
    Abendsonne miaute zur Begrüßung und Haseljunges meinte, Bienennase, Taunase, Fauchkralle und Federherz zu erinnern, die Abendsonne ihr vorher beschreiben hatte, doch sicher war sie sich keineswegs.
    »Hallo, Abendsonne. Wie angenehm. Ist das nicht Birkenharz' Kleinste?«, fragte der ruppig aussehende gelbe Kater und verzehrte gerade ein Eichhörnchen mit flauschigen Schwanz, doch deine Stimme klang warm und deine zerfetzten Ohren zuckten interessiert. Die gelblich gestreifte Kätzin neben ihm nickte eifrig und starrte Haseljunges nun unverhohlen neugierig an.
    »Ja, Abendsonne. Ist das die kleine Haseljunges?«, fragte die hellgraue Kätzin neben dem grauen Kater, doch würdigte sie Haseljunges keines Blickes und fraß nur mit eitlen Bissen ihre Maus, ein winziges graues Kerlchen mit langem dünnen Schwanz, wie Haseljunges bemerkte.
    »Das ist sie, Taunase, Federherz. Haseljunges, die beiden Gräulinge sind die Geschwister Federherz und Taunase. Die anderen beiden gelben Katzen sind Bienennase und Fauchkralle, ebenfalls Wurfgeschwister. Nun, unsere kleine probiert zum ersten Mal feste Beute!«
    Bienennase, die freundlich wirkende gestreifte Kätzin schnurrte und besah den Frischbeutehaufen genauer.
    »Was mag sie denn?«, fragte Fauchkralle und schnurrte ebenfalls, bedachte sie mit einem warmen Blick, unter den sich Haseljunges zunehmend wohler fühlte. Sie schluckte und zuckte die Schultern.
    »Hier ist ein Rotkelchen, noch warm, saftig und weich«, berichtete Bienennase nach cihrer Inspektion und zerrte mit geschützten Lippen mit den Vorderzähnen vorsichtig einen bräunlichen Vogel mit roter Brust zwischen den anderen toten Tieren hervor und ließ in vor Haseljunges' Pfoten fallen. Die Kätzin leckte sich übers Maul und setzte sich wieder zurück, dann sah sie Haseljunges auffordernd an.
    »Fürs erste wäre etwas ohne Federn besser«, miaute Abendsonne klug und zog ihr den Vogel weg, den Haseljunges gerade ausgiebig beschnüffelt hatte.
    Bienennase und Taunase schnurrten, als Abendsonne aufstand und im Frischbeutehaufen herumwühlte, bis er eine flauschige dicke Maus hervor zog und sie Haseljunges hinlegte.
    Maus! Begeistert und ohne nachzudenken versenkte die kleine Katze ihre Zähne in der warmen, dicken Maus und genoss das Fleisch, das um ihre Zähne waberte und sie zu liebkosen schien. Sie riss das Stück aus der Maus und mit einem stolpern nach hinten kaute sie daran herum, schluckte es hinunter und schnurrte maßlos begeistert.
    »Schmeckt'e, ne?«, fragte Taunase mit einem seltsamen Akzent und zwinkerte Haseljunges zu, dir freundlich zurück blinzelte und sich kurz über seine komische Stimme wunderte. Doch sie befasste sich nicht weiter damit und genoss das Aroma der Waldmaus, das so viel besser schmeckte als die Muttermilch und die langwelligen Gräser, an denen sie manchmal aus Langeweile knabberte.
    Mit wenigen gierigen Happen und knackenden Knochen hatte sie die Maus verschlungen und leckte sich zufrieden das Maul. Sie sah die Katzen an und schnurrte laut, da stand Federherz auf, die ihre Maus auch aufgegessen hatte und miaute unwirsch: »Ich gehe schlafen.«
    Damit verschwand die helle Kätzin im Bau der Krieger und Abendsonne hob eine Augenbraue.
    »Wer hat der auf die Frischbeute gemacht?«, miaute er zweifelnd Richtung Kriegerbau und seufzte, als er die Überreste seiner Taube in dem mittlerweile aufgetauten Boden verscharrte, Haseljunges' Mauseschwanz gleich dazu.
    »Bist du müde?», fragte er dann freundlich und sah die gähnende Kätzin teilnahmsvoll an. Haseljunges wollte nicht schlafen, doch sie gähnte noch einmal und Abendsonne hob sie ohne Umschweife am Nackenfell auf. Sie versuchte gar nicht zu protestieren sondern ließ sich nach einem Abschiedsschnurren von Bienennase, Taunase und Fauchkralle in die Kinderstube tragen. Dort erwartete sie bereits eine schlummernde Sumpfnase, die glücklich schnurrte, als Abendsonne ihr Junges zwischen die Vorderpfoten absetzte und diese mit schwerem Bauch ins Nest ihrer Mutter kroch. Gähnend schnuppere Sumpfnase am Maul ihrer Tochter und schnurrte, als Abendsonne ihr erzählte, das Haseljunges ihre erste Maus gegessen hatte.
    »Eine kluge Wahl. Ich hatte eine Amsel zum ersten Mal- und glaub mir, ich habe mir noch Monde danach die Federn aus dem Maul gepult«, miaute sie belustigt und Wildjunges fügte neidisch hinzu: »Das nächste Mal nimmst du mich mit und ich esse eine Amsel, ein Rotkelchen und eine Maus!«
    Schnurrend stupste Haseljunges ihren Bruder an und Zweigjunges miaute mürrisch: »Ich will auch etwas essen!«
    Sumpfnase scheuchte ihre Jungen wieder an ihren Bauch und Haseljunges vergrub ihre Nase in dem flauschigen Bauchfell ihrer Mutter. Zweigjunges und Wildjunges kuschelten sich rechts und links neben ihre Schwester und seufzten leise. Auf Milch hatte keines der Jungen mehr Lust, doch trotzdem kneteten sie sanft den Bauch ihrer Mutter und schnurrten. Nach einer Weile waren ihre Brüder eingeschlafen, das konnte Haseljunges an ihrem rhythmischen Atem spüren, doch sie war wach und lauschte dem leisen Gespräch ihrer Mutter und Abendsonne, der sich an das Kopfende des Nest gesetzt hatte und mit gesenktem Kopf zu Sumpfnase redete.
    »Liliensturm ist mit Hasenpelz zusammen. Sie haben sogar ein Junges. Mach dir keine Sorgen, diese Katze flirtet mit jedem Kater«, miaute er gerade besänftigend und Haseljunges spitzte die Ohren. Hatte ihre Mutter etwa Angst, ihr Gefährte würde sich eine neue Partnerin suchen?
    »Es tut mir leid, wegen Schneejunges und Finkenjunges. Ich weiß das du sie vermisst. Und es tut mir leid wegen Birkenharz' dämlichem Ausrutscher wegen Haseljunges' Namen vorhin. Er ist sehr beschäftigt und hat viel um die Ohren. Nun, ich gehe jetzt schlafen und muss mich noch von Wasserblatt und Furchtjunges verabschieden. Gute Nacht, Sumpfnase.«
    Es folgte ein leises Schnurren und Sumpfnase miaute: »Mach's gut, Abendsonne. Schlaf gut.«
    »Schlaf gut.«
    Abendsonne entfernte sich mit einem Rascheln und Haseljunges konnte hören, wie er sich von seiner Gefährtin und Furchtjunges verabschiedete. Traurig dachte sie daran, das Birkenharz sich nie Zeit nahm, um mit seinen Jungen zu spielen oder ihnen auch nur gute Nacht zu sagen.
    Sumpfnase richtete sich zum schlafen ein und die Dunkelheit umschloss den Bau, als Haseljunges sich selbst schwor.
    Ich werde Birkenharz stolz auf mich machen! Als Krieger werden wir gemeinsam jagen und kämpfen und er wird mich nie wieder mit Schneejunges verwechseln! Bestimmt.

    8
    Kapitel 4

    Vier Monde waren seit der Schülerzeremonie von Efeupfote und Klippenpfote vergangen und die beiden benahmen sich schon wie Krieger. Efeupfote war herrisch und kommandierte jeden herum und Klippenpfote tat, als ob er der beste Krieger des Clans wäre.
    Haseljunges hockte an einem sonnenbeschienen Flecken Moos vor der Kinderstube und wärmte sich den Pelz. Die Sonne stand am Himmel, doch Wolken bedeckten ihre ganze Pracht. Die Blattfrische war schleichend gekommen und verlieh dem Wald eine fruchtig-süße Note, die Haseljunges liebte. Sie sah sich im Lager um und freute sich, das sie mittlerweile das älteste Junge in der Kinderstube war. Seit einem halben Mond waren Rehpfote und Vogelpfote aus der Kinderstube gezogen und Drosselschweif mit ihnen und es war endlich ein wenig luftiger geworden, ohne die sich zankende kleine Familie. Es waren nur noch die hochschwangere Grasherz, Wasserblatt und Sumpfnase in der Kinderstube und wachten über ihre Jungen. Furchtjunges, der sich neben Haseljunges auf dem Boden streckte, war ebenfalls gewachsen und seine Augen waren endlich nicht mehr so riesig im Verhältnis zum Körper. Der kleine Kater war schon vier Monde alt und stattlicher als damals, als er noch als winziges Junges, das nur aus orangefarbenen Augen bestand, über den Nestrand seiner Mutter gespäht hatte.
    »Es ist so schön hier draußen!«
    Furchtjunges rekelte sich genüsslich am warmen Boden und Haseljunges hob den Blick.
    »Und warm«, schnurrte sie und schloss die Augen wieder, den Kopf gen Himmel gereckt und lies sich die Sonne ins Gesicht scheinen. Sie war glücklicher als einst, als sie als unglückliches Kätzchen von ihren Brüder geärgert geworden war und sich Sorgen darüber machte, ob ihr Vater sie wohl mögen würde. Ihre Statur war nicht mehr schlaksig sondern schlank und sie war rundum hübsch geworden und außerdem achtete sie nicht mehr viel auf Birkenharz, der mittlerweile eine neue Gefährtin hatte und bei dem jeder nur darauf wartete, das Liliensturm mit ihrem zweiten Wurf in die Kinderstube zog. Es war ihr egal, nur sorgte sie sich darüber, wie Sumpfnase es verkraften würde, ihren ehemaligen Gefährten mit seiner neuen Gefährtin in der Kinderstube zu sehen. Doch vorerst sah es nicht so aus, als würde Liliensturm wieder Junge haben wollen und außerdem würde Haseljunges sowieso bald Schülerin werden.
    Aufgeregt bei diesem Gedanken schlug sie mit dem Schwanz und miaute fröhlich zu Furchtjunges: »Ich freue mich schon darauf, dir von Schülerbau aus Almosen zu bringen!«
    Furchtjunges kniff die Augen zusammen und lachte schnurrend auf, dann widmete er sich wieder seiner Fellpflege und sah nur gelegentlich hoch zu Haseljunges, die die Augen wieder geöffnet hatte und sich aufgeregt auf der Lichtung umsah.
    »Willst du etwas essen?«, fragte sie und sah Furchtjunges an, der den Kopf neugierig hob und sie schnurrte, da sie wusste, wie gefräßig der kleine Kater war. Also liefen die beiden einträchtig nebeneinander über die Lichtung und Haseljunges grüßte Fauchkralle mit einem Schnurren, als sie ihm am Frischbeutehaufen begegnete.
    »Guten Morgen Fauchkralle!«, rief sie fröhlich und setzte sich neben den gelben Kater, der alleine am Frischbeutehaufen stand und den mageren Beutehaufen inspizierte.
    »Morgen«, brummelte dieser und pikste in einen steifen Star, grummelt dann und schob ihn wieder zurück.
    »Nichts gescheites am Haufen?«, miaute sie und stupste den Kater an, er seufzte nur und schüttelte enttäuscht den Kopf. Seine Augen blinkten schelmisch und sie schnurrte, zuversichtlich, da sie den ruppigen Krieger genau hier zum ersten Mal begegnet war, als sie ihre erste feste Beute gegessen hatte.
    »Weißt du noch, meine erste Maus?«, zog sie ihn auf und wühlte zwischen den Beutetieren, bis sie sich bestätigt fühlte, das es tatsächlich nichts gutes gab. Schließlich entschied sie sich für einen halbwegs essbaren Buchfink mit zur Hälfte ausgerupften Federn und schob ihn zwischen sich und Furchtjunges, der den Vogel zweifelnd ansah. Der kleine Kater beugte sich unzufrieden vor, um selbst in Augenschein zu nehmen, wie klein die Auswahl war.
    »Was besseres gibt's nicht«, berichtete sie seufzend und drehte sich dann wieder zu Fauchkralle, der schnurrte und sein verkniffenes Gesicht aufgab.
    »Das war eine Blattleere. Und was für eine! Es war kälter als jetzt und wir hatten Beute im Überfluss«, miaute er traurig und wirkte nur noch niedergeschlagen. Da raschelte es sehr laut im Dornentunnel und Krieger strömten mit federndem Schritt ins Lager.
    Haseljunges und Furchtjunges sprangen auf und Fauchkralle schnurrte laut, als sie entdeckten, das die Katzen viel Beute im Maul trugen. Regenschnurrhaar, der die Patrouille offenbar anführte, trug selbst ein Kaninchen im Maul und kam schnell zu Fauchkralle herüber getrabt. Seine dunkelblauen Augen sprühten Funken und er ließ die Beute fallen, die Fauchkralle gierig für sich beanspruchte. Haseljunges reckte den Kopf und beobachtete, wie die Krieger Beute auf den Haufen fallen und laut schnurrend schob Furchtjunges den verschrumpelten Finken unter die warme, frische Beute. Mit einem miauen holte er sich eine gigantische Taube und Haseljunges versenkte rasch mit gespitzten Ohren die Zähne in der Beute.
    »Wir haben so viel fangen können! Efeupfote ist eine so begabte Jägerin und Rehpfote hört alles!«, schwärmte Feuerbrunst, nachdem er seinen Anteil auf den Haufen abgelegt hatte und sah Fauchkralle zustimmend an. Von den beiden Jungen, die an ihrer Taube herum mampften, nahm keiner Notiz.
    Angewidert rollte Haseljunges mit den Augen. Wieso schwärmte jeder davon, wie toll Efeupfote war? In Haseljunges' Augen war sie nur eine lästige Schleimerin, und wer das Gegenteil behauptete, war ein Dummkopf. Sie sprang auf, nachdem sie ihren Anteil gegessen hatte und wartete noch, bis Furchtjunges den Rest in sich hinein gestopft hatte, dann hoppelte er vor in die Kinderstube und Haseljunges folgte ihm mit majestätischer Miene und Haltung. In der Kinderstube hörte sie schon das Gejammer von Wasserblatt, die sich über ihre schmerzenden Gelenke bescherte und Sumpfnase, die mit Wildjunges und Zweigjunges schimpfte, weil sie so wild gebalgt hatten, das nun ein langer Schnitt in Zweigjunges Ohr klaffte.
    »Ich bin ein Krieger Mama! Jetzt bin ich genau wie Lerchenstern, die hat auch so viele Kampfnarben!«, verteidigte sich der Kater und sträubte das Fell. Furchtjunges krabbelte zu seiner Mutter ins Nest und Haseljunges verabschiedete sich mit einem müden Ohrenzucken von ihrem Freund, dann trabte sie zu Sumpfnase und stupste ihre Mutter freundlich an.
    »Hallo Mama«, miaute sie liebenswürdig und schmiegte sich an ihre Mutter.
    Obwohl sie gerne Schülerin sein würde, freute sie sich, das sie Zeit bei ihrer Mutter verbringen konnte. Sie wusste von Rehpfote, das das Leben als Schülerin nicht nur aus Glanz und guten Sachen bestand, sondern auch aus nervigen Befehlen, frühaufstehen und Kälte leiden, da es im Schülerbau ordentlich zog.
    Sie vergrub ihre Schnauze kurz in der flauschigen Brust ihrer Mutter und lauschte ihrem regelmäßigen Atem, der ihr an die Ohren gepustet wurde. Haseljunges genoss für wenige Momente die wohl behütete Wärme, die sie umgab, dann zog sie sich zurück und schmatzte die letzten Reste der Taube hinunter.
    »Alles gut bei dir, Haseljunges?«, fragte Sumpfnase träge und sah ihre Tochter müde an. Haseljunges freute sich, das ihre Mutter über das Verschwinden ihrer beiden Jungen hinwegkam. Sie hatte keine Alpträume mehr und fürchtete sich nicht mehr davor, das ihre anderen Jungen ebenfalls verschwanden. Sumpfnase sorgte sich nicht mehr übertrieben um sie und ihre Kinder konnten sich frei im Lager bewegen. Doch seitdem Drosselschweif und später auch Wolkenfall ausgezogen waren, wurde Sumpfnase zunehmend gelangweilt und verließ den Bau öfters für längere Zeiten, um sich wieder in das Clan-Leben einzufinden und wieder dad jagen aufzunehmen.
    »Ihr werdet heute bei Sonnenuntergang Schüler«, schnurrte Sumpfnase und neigte den Kopf, sodass ihre langen schwarzen Schnurrhaare die schnurrende Haseljunges an der Wange kitzelten.
    »Ich werde eines Tages Wildkralle heißen! Oder Wildzahn, Wildklaue oder Wildfang«, miaute Wildjunges und streckte die Brust vor. Zweigjunges neben ihm gab ihm einen Klaps auf die Nase und zischte: »Ja, aber ich werde Zweigstern heißen!«
    »Wolkenhirn«, spottete Haseljunges liebevoll dazwischen und kletterte ins Nest, das der Familie mittlerweile zu klein geworden war und zwängte sich zwischen ihre Brüder. »Nur Anführer können den Beinamen -stern tragen.«
    »Wolkenhirn selber!«, gab Zweigjunges stolz zurück und reckte das Kinn höher. »Genau deswegen!«
    Schnaubend rollte Haselschweif mit den Augen und legte den Kopf auf die Pfoten. Vorfreude auf ihr Schülerdasein kribbelte ihr in den Ohren und sie schmatzte leise. Sie würde endlich Haselpfote heißen und endlich würde keine der Kätzinnen im Schülerbau, weder Efeupfote noch Vogelpfote, sie nervigerweise als Junges schelten!
    »Das wird toll«, schnurrte Wasserblatt unbekümmert zu der Familie hinüber. »Endlich keine fünfzehn Junge im Plus, die hier hin und her wuseln.«
    Haseljunges miaute zustimmend und leckte sich über die Schnurrhaare.
    »Ich will auch Schüler werden«, miaute Furchtjunges trotzig und Haseljunges reckte den Kopf, um ihn zu sehen. Der kleine Kater stampfte wütend mit den großen Pfoten auf und schnaubte entrüstet.
    »Tja, du wirst sowieso bestimmt Angsthase heißen.«
    Zweigjunges beugte sich gefährlich über den Nestrand und bleckte verächtlich die Zähne. Wildjunges lachte johlend auf.
    »Oder Zitterfurcht«, feuerte er hinterher und krabbelte aus dem Nest, sträubte sein Fell und demonstrierte einen kämpfenden Krieger. »Oh, ich fürchte mich!«, er warf sich auf den Rücken und spielte eine ängstliche Katze vor.
    Sumpfnase holte mit der Pfote aus und verpasste ihrem Sohn einen Schlag auf die Wange. Wildjunges winselte leise und zog den Schwanz ein, doch er hielt das Fell gesträubt und die Ohren angelegt. Haseljunges fand, das der freche Dummkopf es verdient hatte.
    »Schon gut, Sumpfnase. Furchtjunges wird wegen seinem Namen noch auf viel Beschimpfungen stoßen.« Wasserblatt leckte ihrem Sohn lieblich über den Kopf, und dieser fauchte: »Wieso hast du mich überhaupt so genannt! Ich muss jetzt für immer das blöde Furchtjunge sein!«
    Er holte mit der Pfote aus und gab seiner Mutter einen Schlag auf die Nase, dann hüpfte er aus dem Nest und stolzierte mit hoch erhobenem Schwanz aus der Kinderstube.
    Wasserblatt senkte enttäuscht den Blick und seufzte.
    Sumpfnase zuckte mit den Schultern und schimpfte mit Zweigjunges und Wildjunges, die jedoch keineswegs beschämt waren und nur trotzig die Schnauzen rechten. Haseljunges nervte das Gezänk ihrer Familie und sie schlüpfte geschwind aus dem Nest, lief zwischen den anderen Katzen hindurch und warf Wasserblatt einen unschlüssigen Blick zu, worauf die Königin nur enttäuscht den Kopf schüttelte und sich die zerkratzte Nase leckte. Haseljunges nickte und ging weiter, schlüpfte aus dem Bau und genoss die warmen Sonnenstrahlen und die frische Luft, die sie empfingen, als sie auf die kühle Erde trat. Für einen Moment schloss sie die Augen, dann trabte sie über die Lichtung und sah sich um.
    Am Frischbeutehaufen saßen ein paar Krieger und unterhielten sich leise, Regenschnurrhaar und der zweite Anführer Hasenpelz sprachen miteinander, ein halb aufgegessenes Kaninchen lag zwischen ihnen.
    Abendsonne und Birkenharz kauerten neben Tüpfelpfote, die Kätzin untersuchte Birkenharz' Schulter.
    Haseljunges drehte sich um und suchte nach Furchtjunges, bis sie ihn neben einem harten Farnstängel hocken sah und sie trabte zu ihm hinüber, grüßte währenddessen Taunase und setzte sich zu dem kleinen grauen Kater, der mit aufgeregter Miene zu Haseljunges hinübersah.
    »Wir haben noch Zeit bis Sonnenuntergang, stimmt's?«
    Haseljunges hob den Kopf und sah Furchtjunges fragend an. »Ja?«
    »Birkenharz war auf Patrouille«, berichtete der Graue Kater und zuckte aufgeregt mit den Schnurrhaaren. Die Wut von vorhin war verschwunden und hatte bei ihm einer ungewohnten Erregung Platz gemacht, die Haseljunges erstaunte.
    »Und?«
    »Er hat über eine Füchsin gemeldet, die offenbar Junge hat. Aber Junge haben sie keine gefunden.«
    Haseljunges zuckte mit den Ohren und rückte näher an ihn heran.
    »Haseljunges - ich weiß, wie ich dem Clan beweisen kann, das auch eine Furchtpfote sehr gut sein kann. Aber dafür brauche ich deine Hilfe.« Der Kater machte rune Sprechpause und Haseljunges spitzte überrascht die Ohren.
    »Wir suchen die Fuchswelpen, bevor es Abendsonnes Patrouille tut!«

    9
    Kapitel 5

    Begeistert erklärte Furchtjunges Haseljunges den Plan, wie er aus dem Lager schleichen wollte und die Fuchswelpen vor Abendsonnes Patrouille erreichen wollte. Sie hörte aufmerksam zu und nickte bei jeder Aufforderung, bis Furchtjunges miaute: »Ich denke, wir werden durch den Schülerbau entschlüpfen. Das ist der beste Weg. Die Schüler sind alle auf Patrouille oder essen etwas.«
    Tatsächlich teilten sich Rehpfote und Knautschbart, ihr Mentor, in der Nähe des Lagereingangs ein Eichhörnchen und Klippenpfote und Vogelpfote schnurrten über Efeupfote, die mit einem Stück Borke balgte.
    »Du bist ein strategischer Denker, Furchtjunges«, schnurrte Haseljunges bewundernd und strich um ihn herum, aufgeregt bei der Aussicht auf ihr erster richtiges Abenteuer. Sie zuckte mit den Ohren, dann sprang sie los und huschte mit einer unschuldigen Geste in den Schülerbau. Sie passierte den langen schmalen Durchgang und war dann endlich in der Farnhöhle angekommen, wo ihr Gerüche von den Schülern entgegen wehten. Rehpfotes Nest lag am Rand, Haseljunges stieg hinüber und hoppelte über die Nester von den anderen Schülern, bis sie am Ende kauern blieb und sich zum Eingang umdrehte, wo sich bald darauf Furchtjunges blicken ließ. Seine Augen sprühten Funken, als er zu ihr hinübersetzte und sich zu ihr gesellte.
    Sie schnurrte und zuckte mit den Ohren Richtung Wand des Schülerbaus, Furchtjunges nickte und drehte sich um, steckte die Nase in die Farnwedel und schob sie geschickt auseinander.
    »Den Trick weiß ich von Klippenpfote. Er hat mir gezeigt, wie er immer aus dem Bau kommt«, berichtete er, dann drückte er mit den Pfoten die Farne hoch und bedeutete Haseljunges, hindurch zu schlüpfen. Sie tat dies und fand sich bald darauf im wunderschönen Blattfrische-Wald wieder, der gesäumt war mit Gerüchen und frischen Briesen, die einem ins Gesicht wehten. In wenigen Herzschlägen war ihr Furchtjunges gefolgt und beide genossen kurz ihren ersten Aufenthalt außerhalb des Lagers.
    »Atemberaubend, so ein Blattfrische-Wald«, flüsterte Haseljunges beeindruckt und tat einen vorsichtigen Schritt auf den mit kaltem Morast bedeckten Waldboden. Es fühlte sich seltsam gut an, auf diesem Boden zu stehen, der nicht aus dem salzigen Gestein der Kinderstube oder dem sandigen Untergrund der Lagerlichtung bestand, sondern aus mehrschichtigem Unterholz und Moos. Begeistert hüpfte sie ein wenig herum, sah die riesigen Bäume an und wetzte kurz ihre winzigen Krallen an der Borke, dann trabte sie zurück Zu Furchtjunges, der mit gespitzten Ohren immer noch auf dem Flecken vor dem Schülerbau hockte.
    »Psst, Haseljunges! Da kommt wer!«, mit einem leisen Zischen hetzte Furchtjunges los, jagte über den Boden und wirbelte Flocken von totem Laub auf, der Haseljunges in die Nase wehte. Sie schnaubte und als sie wieder klare Sicht bekam, entdeckte sie den grauen Kater, der auf eine der Eichen zu klettern versuchte und bald auf einen der unteren Äste krabbeln konnte. Haseljunges sprang ihm hinterher und hangelte sich auf dem Baum empor, wobei sie die harte Borke unter den Krallen genoss. Sie erreichte gleich darauf den Ast und drückte sich eng an Furchtjunges.
    »Da kommt Abendsonnes Patrouille«, miaute er leise und deutete in Richtung des Schülerbaus. Tatsächlich kam dort eine Gruppe von Katzen herüber getrottet, die sich lautstark unterhielt, selbstsicher, da sie auf ihrem eigenen Territorium waren.
    Abendsonne führte einige Katzen an, Haseljunges erkannte Drosselschweif, Wolkenfall, Hasenpelz, Lerchenstern, Rehpfote, Moosschwanz, Blumenfuss und Efeupfote. Die Katzen liefen an der knorrigen Eiche vorbei, auf der die beiden Jungen hockten. Haseljunges fürchtete, das sie jeden Moment die Jungen über ihnen entdecken würden, doch tatsächlich liefen sie laut redend an dem Baum vorbei und verschwanden krachend im Gebüsch.
    Erleichtert ließ sich Haseljunges zurücklehnen und sah Furchtjunges mit unterdrückter Freude an.
    »Los! Wir wollen die Fuchswelpen ja vor Abendsonnes Patrouille finden!«, miaute sie zuversichtlich und versuchte mit dem Kopf voran, vom Baum zu kommen. Doch es schwindelte ihr und sie keuchte hüstelnd. Sie wandte sich mit einem fragenden Blick an Furchtjunges, der mit hochgezogenen Augenbrauen nach unten starrte.
    »SternenClan! Wie kommen wir jetzt hier wieder runter?«
    »Mit dem Kopf voran?«
    »Mit dem Schwanz voran?«
    Die beiden Katzen starrten nach unten, dann, ohne ein weiteres Wort, stieß sich Furchtjunges mit den Hinterbeinen vom Baum ab und segelte durch die Luft. Haseljunges sah erstaunt zu, wie er zielsicher auf dem Boden landete und dann unerschrocken zu ihr hinaufrief: »Haseljunges, komm! Es ist ein kleiner Anstieg und man kann hier auf dem Moos prima landen«, miaute er und knetete das Moos mit den Pfoten, dann trat er beiseite und Haseljunges robbte ängstlich vor. Die Entfernung zum Boden schien von hier oben so groß zu sein, das es ihr schwindlig wurde. Unwillkürlich ließ sie die Krallen ausfahren und bohrte sie in den Ast, auf den sie hockte.
    »Komm schon! Es ist wirklich nur eine kleine Entfernung. Komm jetzt, sonst holen wir die Fuchswelpen nie ein!«
    Haseljunges wagte sich einen winzigen Schritt vor, dann fasste sie Mut und ließ sich unbeholfen vom Baum plumpsen. Es war wirklich keine große Entfernung zum Boden gewesen, doch sie war blöd gefallen und nicht auf das Moos sondern ein paar spitze Steine geflogen und ihre Pfote schmerzte nun jedes Mal unangenehm, wenn sie auftrat. Doch die Abenteuerlust hatte sie übermannt und sie wollte umbedingt mit Furchtjunges diese Fuchswelpen finden.
    Eine Weile lang liefen die beiden durch das Unterholz und wichen der ein oder anderen kleinen Patrouille geschickt aus, die auch nur im entferntesten in ihre Nähe kamen. Furchtjunges schlich gerade über einen umgestürzten Baum, als Haseljunges das Maul zu einem Warmnruf aufriss. Doch es war zu spät; Furchtjunges viel steil bergab, in ein dunkles Loch, Haseljunges sprang auf den Baum und starrte in das Loch, in dem ihr Gefährte verschwunden war.
    »Furchtjunges?«
    Ihr Ruf hallte von den Wänden wieder, als sie sich in das Loch beugte, bedacht darauf, nicht hineinzurutschen.
    »Haseljunges! Lass mich nicht allein!«, kam ein panischer Aufschrei zu ihr hoch und die Kätzin trat unschlüssig von einer Pfote auf die andere. Sie war sich nicht sicher, was sie tun sollte, also trat sie nur von einer Pfote auf die andere und starrte in das Loch. Aber sie konnte Furchtjunges unmöglich in dem Loch verrecken lassen, doch sie fürchtete sich davor, ebenfalls im Loch stecken zu bleiben. Sie fasste Mut und streckte Pfoten ins Loch, als sie die steile Wand fühlte, ließ sie sich fallen. Mit einem leisen Aufschrei rutschte sie ein paar fuchslängen tief in der Dunkelheit, bis sie gegen einen stark gebauten Körper krachte.
    Hier drin roch es stickig und ein unbekannter Geruch stieg in ihre Nase. Die Dunkelheit raubte Haseljunges die Sicht und riechen konnte sie auch nicht viel, sie sah nur zwei zu Schlitzen verengte gelbe Augen, die sie unnachgiebig musterten. Sie drückte ihre Pfote an das raue Fell von Furchtjunges neben sich und wunderte sich über die lange Schnauze des Katers, die sich mit einer weißen Umrandung von der Dunkelheit abhob.
    »Haseljunges! Kommst du?«
    Haseljunges riss den Kopf in die Richtung, aus die der verängstigte Ruf gekommen war. Und sie erkannte eine zweite Abzweigung, in der sich eine kleine Gestalt von dunklen Untergrund abhob. Sie sah noch einmal zu der Gestalt neben ihr und blickte geradewegs in gelbe Augen, die sie voller Unmut anstarrten. Sie erinnerte sich augenblicklich, das Furchtjunges Augen nicht gelb waren, sondern orangefarben.
    Mit einem Aufschrei rannte Haseljunges los. Sie hatte gerade erst realisiert, das neben ihr nicht Furchtjunges, sondern ein anderes Tier gehockt sein musste. Mit einem jaulen krachte sie in Furchtjunges, der mit einem Knurren nach hinten fiel.
    »Haseljunges!«, seine Stimme klang gleichzeitig erleichtert und verärgert. »Du hast mich fast umgebracht! Was ist denn los?«
    Haseljunges drückte ihre Pfote vor Furchtjunges' Maul und deutete in Richtung der Abzweigung. Dort regte sich etwas, doch nichts kam näher.
    »Da ist etwas«, hauchte sie leise an sein Ohr. »Es ist größer als ich und hat raues Fell, schlitzartzige gelbe Augen und eine lange, weiße Schnauze.«
    »Ein Fuchswelpe vielleicht!«, zu Haseljunges Überraschung klang Furchtjunges' Stimme heiter, doch er sprach leise und die Kätzin legte die Ohren an.
    »Lass und verschwinden, bevor die Welpen uns finden!«, piepste sie und stupste Furchtjunges ängstlich an. Ihr Herz bebte vor Furcht, sie meinte, In der Dunkelheit das Regen eines Pelzes auszumachen, doch es blieb weiterhin still.
    »Wir wollten die Welpen ja fangen«, widersprach Furchtjunges, seine Schnurrhaaren zitterten an Haseljunges' Wange. »Wir müssen sie irgendwie nach oben schieben!«
    Etwas kläffte warnend und Haseljunges jaulte auf, als zwei paar gelber Augen vor ihnen emporragten. Sie wurden angestarrt von den beiden wirklich großen Füchsen, die sich drohend vor ihnen aufgebaut hatten.
    »Ich dachte, die wären viel kleiner!«, jaulte Haseljunges und dann hörte sie Furchtjunges schreien: »Lauf!«

    10
    Kapitel 6

    Mit trommelnden Pfoten und klopfendem Herzen folgte Haseljunges ihrem Freund durch enge Windungen in dem stockfinsteren Tunnel. Sie fürchtete sich vor den kläffenden und heulenden Füchsen, die unsicher hinter ihnen her trabten. Vorher hatte eine kalte Fuchsschnauze ihre Schwanzspitze berührt, und sie konnte in Gedanken immer noch den heißen Atem spüren, als sie voller Angst vor dem großen Waldtier geflüchtet war. Ihre Pfoten taten weh vom festen Gestein, auf dem sie die ganze Zeit lief und sie hatte jegliches Zeitgefühl verloren. Sie hörte nun immer weniger Fuchsgejohle und fragte sich, ob die Füchse das Interesse verloren hatten oder einfach nur nicht mehr herum jaulten, doch sie blieb auf der Hut und unterdrückte ihr Keuchen, obwohl es ihr schwer fiel. Sie verlangsamte und ließ Furchtjunges Schwanzspitze los, die sie in einer stummen Vereinbarung mit den vorderen Zähnen festgehalten hatte, um sich nicht zu verirren. Der Kater vor ihr lief nur noch ganz langsam, worüber sie dankbar war, denn sie konnte nun ihre Pfoten lockern und sie blieb allmählich stehen.
    »Denkst du, wir haben sie angehängt?«, flüsterte Haseljunges leise und legte die Ohren an. Durch die Finsternis konnte sie Furchtjunges Mimik nicht erkennen, doch seine Stimme blieb fest, als er miaute: »Nun, Ich denke ja. Wir sind geradewegs in ein Fuchsloch gestolpert, noch dazu haben wir die Welpen gefunden!«
    »Riesige Welpen. Und wir wissen nicht einmal, wie viele es sind«, fuhr Haseljunges ihn unfreundlich an. Sie ärgerte sich darüber, dass sie mit ihm gekommen war, da sie mittlerweile bestimmt schon mit ihren Geschwistern über ihre Zeremonie getratscht hätte. Stattdessen kauerte sie in einem dunklen Loch, unzählige Fuchslängen unter der Erde mit Fuchsjungen im Nacken, von deren Anzahl sie keine Ahnung hatten. Sie war wütend und ließ Furchtjunges ihre Wut auch anmerken, in dem sie mit den Krallen den Boden bearbeitete und harte Gesteinskrümel auf den Kater warf. Dieser zuckte nur ab und zu mit den Ohren, was Haseljunges an den seltsamen Schleifgeräuschen an den Wänden erkannte. Ihr Herz begann allmählich, wieder langsamer zu schlagen und sie seufzte auf. Was konnte Furchtjunges eigentlich dafür? Eigentlich nichts. Der kleine Kater hatte nur ein Abenteurer gewollt und Haseljunges war selbstständig mitgekommen, ohne mit der Wimper zu zucken. Sie konnte Furchtjunges nicht böse sein.
    »Wie kommen wir hier raus?« flüsterte sie in die Stille und tastete nach seinem Schwanz, sie bekam ihn mit den Pfoten zu fassen und ließ ihn nicht los, aus Angst, sie könnte den Kater verlieren. Furchtjunges schluckte schwer, doch er schwieg.
    »Es tut mir leid. Meinetwegen hocken wir hier in einem finsteren Loch und ein Fuchs sitzt in unserem Rücken. Ich hoffe, wir kommen hier noch lebend raus.«
    Falls wir überhaupt einen Ausweg finden, wäre es kein Wunder, wenn wir schon tot wären, dachte Haseljunges bitter und schluckte die Worte hinunter. Es hätte Furchtjunges nicht gerade ermuntert, wenn sie die Bemerkung laut miaut hätte.
    »Also. Wir sollten den Weg nehmen, den wir gegangen sind«, miaute Haseljunges, um zumindest etwas zu ihrer Flucht beizusteuern.
    »Äh, Haseljunges... tut mir leid, aber ich habe ein paar unüberlegte Abzweigungen genommen«, kam Furchtjunges verlegene Antwort und er knetete mit den Pfoten den bröckeligen Boden.
    »Mäusedreck!«, fauchte Haseljunges und peitschte mit dem Schwanz gegen die Wand. In ihr keimte Wut auf über die dumme Flucht und sie knurrte: »Dann laufen wie den Weg entlang. Irgendwann wird der Boden wieder ansteigen.«
    So lief Furchtjunges los, Haseljunges nahm seine Schwanzspitze zwischen die Zähne, folgte ihm und sie trabten langsamer als vorher den engen Weg entlang. Sie sahen zwar nichts, doch Haseljunges witterte ein wenig frische Luft. Furchtjunges musste diese Brise ebenfalls aufgefangen haben, denn er miaute leise und zuversichtlich. Haseljunges schnurrte durch zusammengepresste Kiefer und sie liefen im stillen Einvernehmen schneller. Doch plötzlich stolperte Furchtjunges, Haseljunges ebenfalls und die beiden verknäulten sich am Ende der Sackgasse, in dessen Wand sie geradewegs gelaufen waren
    »Fuchsdung!«, fauchte Furchtjunges und entknotete seinen Schwanz aus Haseljunges Krallen. Diese fauchte leise und versuchte sich aus dem Klammergriff des jungen Katers zu entwinden, doch sie waren unweigerlich ineinander verknotet. Die Dunkelheit und die Enge des Tunnels halfen ihnen nicht gerade sich zu entwinden.
    Zum Glück entwand sich Furchtjunges doch in wenigen Momenten aus Haseljunges Griff. Erleichtert und mit gesträubtem Pelzen standen sich die Katzen gegenüber und starrten hoch zu einem winzigen Loch unzählig viele Fuchslängen über ihnen.
    »Mäusemist!«, zischte Furchtjunges und stampfte böse mit der Pfote auf. Es war eindeutig zu hoch oben, um durch das Loch flüchten zu können. Haseljunges fasste Mut, obwohl das Loch so weit oben war. Ohne ein weiteres Wort reckte sie den Oberkörper, bis sie in die Senke kam, in der Furchtjunges stand, zog sich an dem Kater hoch, worauf ein empörtes Jaulen von ihm kam, doch mit einer geschickten Bewegung krabbelte sie ganz auf seinen Rücken und hangelte sich die ersten paar mäuselängen an der Wand hoch. Sie versenkte ihre Klauen in dem bröseligen Gestein und drückte sich auf ein empörtes Fauchen von Furchtjunges mit vollem Körpereinsatz nach oben. Sie sah, dass das Loch nicht mehr so weit entfernt war und zog sich höher. Der Tunnel war gerade so breit, das Haseljunges sich mit gespreizten Beinen an den Wänden abstützen konnte. Furchtjunges unter ihr war außer sich.
    »Haseljunges! Haseljunges - was tust du da!«
    Haseljunges hatte die Zähne vor Anstrengung zusammen gebissen und sie antwortete nicht, da die irgendwie Angst davor hatte, abzustürzen. Also zog sie sich höher und höher, doch sie kam nicht sehr leicht hoch und kam nur langsam voran. Sie spürte, wie Furchtjunges ihr mit den Vorderpfoten die hinteren Beine stützte und erleichtert und zuversichtlich hangelte sie sich höher und höher und ging eine frische Brise auf.
    »Nicht mehr weit!«, rief sie ermutigend, doch Furchtjunges Pfoten stützen sie nicht mehr.
    Adrenalin stieß sie voran, Haseljunges kämpfte sich weiter und das Loch klaffte mittlerweile über ihren Kopf. Zwei schnelle Griffe und Haseljunges' Ohrenspitzen wackelten in der gut riechenden Luft. Mit einem Ruck kraxelte sie aus dem engen Tunnel und ihr Kopf kam endlich an die Luft. Sie holte tief Luft, stemmte sich mit den Hinterbeinen hoch und löste einen heftigen Rieselschauer bröckeliger Erde aus. Furchtjunges unter ihr hustete, sein Husten hallte als Echo zu ihr herauf.
    Ihre Pfoten bekamen das weiche Gras zu spüren und die musste die Augen vor der grellen Sonne zusammenkneifen. Eine leichte Brise zauste ihr goldbraun-weißes Fell und sie streckte die Nase in den Wind, dann rief sie: »Du kannst kommen, Furchtjunges!«
    In diesem Moment donnerte es zu ihren Pfoten und das Loch breitete sich stetig aus. Mit Panik in den Augen sah sie zu, wie das Loch zwischen ihren Pfoten sich mit rieselndem Sand und feiner Erde zu füllen begann. Furchtjunges verschwommenes Gesicht verschwand mit einem dumpfen Geräusch und Haseljunges Leuchte auf. Mit einem Quietschen sprang sie beiseite und versuchte, den einstürzenden Loch zu entkommen, doch nach wenigen Mäuselängen hörte es auf größer zu werden. Stattdessen fand sie eine flache Grube vor, in dessen Mitte eine winzige Kuhle war.
    »Furchtjunges!«, brüllte sie, obwohl es keinen Sinn hatte. Mit fahrigen Pfoten begann sie, an der Kuhle herum zu graben, doch sie konnte nichts mehr anrichten; der kleine Kater war unweigerlich von den Massen der Erde verschlungen worden.

    11
    Kapitel 7

    Zitternd und unsicher starrte Haseljunges mit Schnappatem auf das Loch, welches ihren Gefährten verschlungen hatte. Ihre Kehle brannte vom sinnlosen wimmern und sie starrte hoch zu dem Himmel, der von den Blättern ein paarer Bäume verdeckt war. Sie sah wieder zu dem Loch und seufzte nur leise.
    Hätte ich Furchtjunges gesagt, was ich tun wollte, dann wäre er zuerst losgeklettert und ich wäre ihm nach... dann wären wir beide in Sicherheit.
    Mit schmerzenden Pfoten knurrte sie verzweifelt. Was sollte sie tun?
    Unschlüssig stimmte sie einen Klagelaut an und hoffte, das ihn irgendwer ködern würde. Ihrer Kehle entstieg ein kindliches Jaulen und ein paar laute, traurige Miauer, doch teilweise fürchtete sie sich davor, gefunden zu werden. Immerhin würde sie dann Ärger bekommen, weil sie und Furchtjunges das Lager verlassen hatten und sie die ältere war und damit automatisch die Verantwortung für den kleineren Kater trug.
    Nach einer Weile tat ihr Hals zu sehr weh, um weiter zu miauen. Sie lief um die Senke herum und ließ ab und an ein leises Maunzen hören. Selten vernahm Haseljunges einen Geruch nach WolkenClan und hoffte, endlich gefunden zu werden. Manchmal raschelte es im Gebüsch, dann hob sie den Kopf und lauschte. Als das Rascheln verging, miaute sie nur noch lauter und klagevoller. Ihr wurde zunehmend bewusst, das sich etwas näherte; knacken im Gebüsch und sehr leise Pfotenschritte. Als die herumwirbelte, brach gerade Abendsonnes Patrouille durch das Geäst und versammelte sich mit einer raschen Bewegung um Haseljunges und die Kuhle. Abendsonne war in wenigen Schritten bei ihr und sah mit ruhigen gelben Augen an. Mit einer genauso ausgeglichenen Stimme fragte er: »Haseljunges- wieso bist du nicht im Lager? Und wieso jaulst du durch die Gegend?«
    Mit trockenem Maul drehte sich Haseljunges zu den Katzen, die die
    Kuhle beschnüffelten und um sie herum kreisten. Für ein paar Momente konnte die Kätzin das Maul nicht öffnen und starrte Abendsonne träge an. Dann stieß sie hervor: »E-Er, Furchtjunges... ist in den Loch. Wir haben die Fuchswelpen gefunden und sind gelaufen, dann bin ich den Tunnel hochgeklettert und als ich draußen war, ist er eingestürzt und hat Furchtjunges unter sich begraben.«
    Stotternd neigte sie den Kopf Richtung der Unfallstelle. Abendsonne schnappte nach Luft und folgte ihren Blick. Beide Katzen starrten voller Entsetzen zu den Kriegern, die die Grube beschnüffelten.
    Abendsonne stupste Haseljunges kurz beruhigend an, schimpfte weder mit ihr weil sie das Lager verlassen hatte noch weil sie auf Fuchsjagd gegangen waren, sondern er rappelte sich auf und lief zu der Kuhle. Die Krieger sahen Abendsonne fragend an, dieser erklärte den Kriegern kurz und begann dann mit einem Schwanzschnippen zu graben.
    Kiespelz und Regenschnurrhaar verschwanden im Gebüsch und Bienennase, Rieselschweif und Fusselstreif halfen Abendsonne mit fleißigen Pfoten.
    Bemüht um Fassung ringend stand Haseljunges mit einem Kloß in der Kehle da, ohne zu wissen, was sie tun sollte. Ihr Herz klopfte so heftig, das es ihr fast aus dem Mund gehüpft wäre und ihre Pfoten kneteten unschlüssig den Boden.
    Nach einer Weile Grabarbeit wichen die vier Katzen erschöpft zurück. Abendsonnes Augen blinkten traurig und Bienenase schüttelte enttäuscht den Kopf.
    »Es ist aussichtslos. Der Boden hier ist zu sandig, um zu buddeln. Jetzt liegt sein Schicksal in den Pfoten des SternenClans, denn vielleicht finden KiespelZ und Regenschnurrhaar ihn.«
    Fusselstreif seufzte leise, als Abendsonne seine traurige Verkündung machte. Haseljunges Herz zog sich vor Enttäuschung und Schmerz zusammen; würde sie ihren besten Freund verlieren? Sie floss über vor Kummer und ging in die Hocke, die Krallen verankerte sie im Boden, um ihrem zitternden Körper Halt zu geben. Haseljunges starrte ausdruckslos auf den Boden vor ihren Pfoten und schluckte schwer. Sie sah auch nicht hoch, als Bienennase mit einem tröstlichen Brummen zu ihr herüber kam und sie zwischen den Ohren liebkoste.
    Ihr Herz schien ihr inzwischen in den Bauch gerutscht zu sein und sie fühlte jeden einzelnen qualvollen Atemzug, der doppelt so laut aus ihrer Kehle zu kommen schien. Bienennase versuchte sie zu trösten und miaute: »Wir zwei gehen jetzt ins Lager zurück und bringen dich zu Sumpfnase. Sie wird dich sicher schon vermissen. Am Abend wirst du zur Schülerin ernannt werden und wir werden. Bis dahin haben Abendsonne und seine Katzen Furchtjunges unversehrt nach Hause gebracht.«
    Haseljunges hob den Kopf und sah Bienennase in die Augen, doch der Blick der Kätzin war nicht annähernd so überzeugt wie ihr Tonfall, mit dem sie zu dem Jungen geredet hatte.

    Es dauerte eine Weile, bis die etwas hinkende Haseljunges und Bienennase wieder im Lager angekommen waren. Haseljunges fühlte sich unwohl, als sie an der Seite der weißen Kriegerin durch den Haupteingang schlüpfte und den Blicken aller Katzen ausgesetzt war.
    Drosselschweif und Taunase bemerkten ihr Kommen als erste. Der große graue Kater stürmte auf sie zu und liebkoste zuerst seine Gefährtin und dann Haseljunges, die sich zitternd an ihn presste. Sie fühlte sich nackt und enttäuscht, als sie an der Seite des Kriegers zur Kinderstube geführt wurde.
    Haseljunges musste nicht eintreten, um zu hören, was Wildjunges und Zweigjunges aufgeregt Miauten. Jedoch entging ihr auch Sumpfnases Stimme nicht, die krank vor Sorge war.
    »Wo ist sie bloß? Sie sollte seit Ewigkeiten wieder zurück sein«, jammerte die schwarze Königin besorgt und als Haseljunges eintrat, sah sie Sumpfnase sofort. Diese tigerte unaufhörlich zwischen ihrem und Grasherz' Nest auf- und ab und peitschte mit dem Schwanz.
    Haseljunges Rückkehr bemerkte keiner, doch Taunase und Bienennase, die ihr folgend die Kinderstube betraten, fielen Wildjunges und Zweigjunges sofort auf.
    »Sumpfnase!«, begrüßte Taunase mit einem freundlichen und respektvollen Nicken die Kätzin, die aus dem gleichen Wurf war wie seine Gefährtin. Bienennase trabte zu ihrer Schwester und drückte ihre Nase in das Fell an ihrer schwarzen Halskrause, doch Sumpfnase blickte sofort zu Taunases Pfoten und entdeckte in Sekundenbruchteilen, das es ihre Tochter war, die um die Beine des Kriegers herumstrich. Sie stürzte in wenigen Sätzen zu ihrer Tochter und packte sie grob am Nackenfell. Haseljunges baumelte hoffnungslos zwischen den Kiefern ihrer Mutter und wurde unsanft zwischen ihre grinsenden Geschwister fallen gelassen. Sumpfnase sah sie mit sehr strengen Augen an.
    »Wo warst du?«, fragte sie scharf und setzte sich in ihr Nest, dabei ignorierte sie Bienennase und Taunase, die unschlüssig im Eingang der Kinderstube standen. Haseljunges Kehle war immer noch trocken, sie schüttelte nur kurz und verzweifelt den Kopf. Sumpfnase beäugte sie wütend, doch Haseljunges verstand die Sorge der Königin um sie. Immerhin war sie einfach so verschwunden, und das am Tag ihrer Schülerzeremonie

    12
    Kapitel 8

    Die Sonne schien zwischen den Blättern der Bäume hindurch, die die Lichtung hinter der Kinderstube herum standen, und die Farne raschelten zum Zirpen der Grillen im Gebüsch. Die Blattfrische war eine schöne Epoche des Blattwechsels und bedeutete immer, das auf die kalte Zeit Leben folgte.
    Haseljunges, die am Rande der Lichtung kauerte, starrte blicklos auf das ausgerupfte Grasbüschel zu ihren Pfoten und konnte nichts von der schönen Zeit genießen. Obwohl sie bei Sonnenuntergang ihre Schülerzeremonie haben würde, war das Gefühl der Aufregung aus ihrem Bauch gewichen und hatte einem bekümmerten Unwohlsein Platz gemacht, die von ihr Besitz ergriff. Sie war nicht mehr traurig wegen Furchtjunges Unfall, da Rehpfote mit Nachrichten vorbeigekommen war und berichtet hatte, das der Kater nur die Hälfte seines Schwanzes eingebüßt hatte und eine vielleicht chronische Atemwegserkrankung bekommen hatte, wegen der ganzen Erde in der Lunge und dem eingeatmeten Staub.
    Trotzdem fiel es Haseljunges schwer, sich auf die Zeremonie zu freuen, da sie teilweise befürchtete, wegen ihrem Verstoß gegen die Regeln das Lager verlassen hatte, nicht zur Schülerin ernannt zu werden. Abendsonne hatte zwar vorbeigeschaut und gemeint, Lerchenstern würde ihr Enagment bei Furchtjunges' Rettung zur Kenntnis nehmen, doch sicher war sich Haseljunges immer noch nicht.
    »Du lahme Kuh, kommst du jetzt?«
    Ein Ruf ihres Bruders riss die Kätzin aus ihres Gedanken. Sie hob den Kopf und sah Wildjunges entgegen, der die angespannt musterte. Eine seiner Pfoten ruhte auf Zweigjunges' Brust, der ungeduldig zappelte und nur mit den Augen rollte, als Wildjunges spielerisch eins auf seine Nase verpasste. Überrascht, das sie ausnahmsweise mal zum Spielen eingeladen wurde, zuckte sie wortlos mit dem Schwanz und stand auf, erfreut darüber, endlich von Trübsal blasen abgelenkt zu werden.
    Haseljunges hopste zu ihren Brüdern und stürzte sich in einer geschmeidigen Bewegung auf Wildjunges, der erschrocken aufmiaute und von Zweigjunges stolperte, der sofort aufsprang und seinen dunklen Wurfbruder am Bauch mit den Hinterpfoten mit eingezogenen Krallen bearbeitete. Dieser kreischte auf und schlug um sich, belustigt und zufrieden setzte sich Haseljunges demonstrativ neben seinen Kopf und drückte ihm zum Spaß die Pfote ins Gesicht. Nach einem empörten Aufschrei ließ Zweigjunges von ihm ab und Haseljunges wich zurück. Wildjunges hatte das dunkle Fell gesträubt und sprang auf, dann stellte er sich breitbeinig hin und peitschte mit dem buschigen Schwanz. Seine Augen sprühten Funken, als er sich mit gespreizten Vorderpfoten auf seinen Bruder stöhnte. Haseljunges rollte mit den Augen und war insgeheim belustigt über die Impulsivität Wildjunges', der als Rache mit eingezogenen Krallen einen Hieb auf Zweigjunges' Wange landete und sich dann mit einem hochnäsigen Schnauben zu Haseljunges drehte. Sie legte in gespielter Angst die Ohren an und sah mit aufgerissenen Augen zu, wie er mit aufgestellter Halskrause und gespielt boshaftem Blick zu ihr herüberkam. Doch bevor Wildjunges ihr einen Schlag geben konnte, flutschte sie unter ihm hindurch und tänzelte zu Zweigjunges, der triumphierend jaulte. Befriedigt bleckte Haseljunges die Zähne zu einem herablassenden Grinsen und freute sich über Wildjunges Empörung, doch der braune Kater gab seufzend auf. Er trottete zu seinen Geschwistern und gab ihnen jeweils einen sanften Nasenstüber, worauf Zweigjunges nur zu Schnurren begann und Haseljunges gespielt respektvoll den Kopf senkte.
    Die drei Katzen alberten noch eine Weile herum, bis es draußen allmählich kühler wurde. Haseljunges vergaß ihre Aufregung um ihren Ausflug und die Sorge um ihre Zeremonie und spielte herzlich mit ihren Geschwistern, bis Sumpfnases heiseres miauen aus der Kinderstube kam und ihr kleiner schwarzer Kopf im Ausgang erschien.
    »Kommt rein. Ihr müsst euch für eure Zeremonie hübsch machen.«
    Gehorsam trotteten die drei Junge durch die Öffnung und liefen zu Sumpfnase, die sie mit aufgeregten Blicken bedachte. Haseljunges meinte, einen Anflug von Ärger in den Augen ihrer Mutter zu sehen, als diese ihre Tochter ansah, doch sie vergewisserte sich bald, das sie sich dies nur eingebildet hatte. Sumpfnase wirkte fröhlich und ein wenig fahrig, als sie Wildjunges eifrig am Kopf leckte.
    Sumpfnase erlaubte Haseljunges in Wasserblatts Begleitung nach Furchtjunges zu sehen, und so liefen die beiden schweigend über die Lichtung in den Bau des Heilers, wo sie den alten zausigen Kater Nussbart und seine hübsche Schülerin Tüpfelpfote bemerkten, die mit Abendsonne, Furchtjunges' Vater sprachen.
    »Abendsonne!«, mit einem Ausruf der Erleichterung setzte Wasserblatt zu ihrem Gefährten und rieb ihren Kopf an seiner Wange, während Haseljunges alleine und mit gespitzten Ohren an den Katzen vorbeischlich. Sie entdeckte wenig später Furchtjunges in einer dunklen Ecke des Baus, mit einem grünen Verband am Schwanz und lauter, unregelmäßiger Atmung. Haseljunges tappte leise und vorsichtig an ihn heran, und als er sofort den Kopf hob, schnurrte er wild drauflos.
    »Unsere Fuchsjagd war erfolgreich«, krächzte er und Haseljunges verstand, was Rehpfote mit der Atemwegserkrankung gemeint hatte; beim sprechen röchelte der Kater seltsam und er atmete sehr unregelmäßig. Schnurrend rieb Haseljunges ihre Nase an seiner Wange und hörte seinem Bericht zu.
    »Abendsonne hat die Fuchswelpen gefunden und vertrieben. Regenschnurrhaar hat mich ausgegraben, jetzt ist mein halber Schwanz weg. Und ich huste ganz erbärmlich. Vater meint, das kommt wieder in Ordnung.«
    Sie nickte zustimmend und sah ihn mit Zuneigung in den Augen an, als er mit dem Stummel zu wedeln versuchte, der dick einbandagiert war. Beschwichtigend legte Haseljunges ihre Pfote auf seine feuchte, warme Flanke und schnurrte leise. »Schon gut.«
    »Haseljunges! Komm jetzt. Furchtjunges braucht seine Ruhe.«
    Wasserblatt zuckte mit den Ohren und wandte sich noch einmal den Heilern zu, schnurrte dankbar und rief dann ein zweites Mal: »Haseljunges!«
    Furchtjunges fauchte leise und protestierte sofort: »Ma! Mir geht's gut! Unterhaltung tut mir nur gut.«
    Doch Wasserblatt blieb standhaft und so folgte Haseljunges mit einem knappen Schnurren der Königin hinaus auf die Lichtung und wieder in die warme Kinderstube.
    Eine Weile später stand Haseljunges aufgeregt im Eingang der Kinderstube, während sie gespannt die Sonne beobachtete, die gerade über die Baumwipfel am Rand des Lagers verschwand. Mit fahrigen Pfoten knetete sie den Boden, während Wildjunges und Zweigjunges unablässig miteinander zankten
    »Mein Name soll Wildfang lauten.«
    »Nun, aber ich werde Zweigkralle heißen!«, entgegnete der kleine gescheckte Kater. Wildjunges bleckte die Zähne verächtlich.
    »Du meinst, Kralle so dünn und zerbrechlich wie ein Ast«, gab der dunkle Kater trocken zurück und setzte sich Näher an Haseljunges, die den Gezänk der beiden keine Beachtung schenkte. Tatsächlich genoss sie auch die Wärme von Wildjunges' Fell, als dieser sich an ihre Flanke schmiegte. Der Blattfrische-Wind war kühl, aber nicht unangenehm und wehte ihnen ins Gesicht.
    »Wie würdest du denn gerne heißen?« Wildjunges blies ihr seinen warmen Atem ins Gesicht und sie dachte kurz nach. Gerade, als Haseljunges antworten wollte, ertönte ein Ruf, den sie bereits ein paar mal gehört hatte.
    »Alle Katzen, die alt genug sind, um auf die uralte Lärche zu springen, sollen sich unter der Stupsnase zu einem Clan-Treffen versammeln!«

    13
    Kapitel 9

    Katzen strömten wie Käfer aus den Bauen und bildeten einen gebrochenen Halbkreis um die Stupsnase, während Haseljunges unsicher nach vorne lief, mit ihren Geschwistern auf den Fersen und den Blicken aller Clan-Katzen im Pelz. Sie suchte mit den Augen möglichst unauffällig die Reihen nach bekannten Katzen ab und entdeckte bald darauf die graue Kätzin Liliensturm, an ihrer Seite Birkenharz, der ihr herablassend zuzwinkerte. Haseljunges nickte leicht und sah weg, obwohl sie sich ein winziges bisschen geschmeichelt fühlte, das ihr Vater sie endlich richtig angesehen hatte.
    Stolz durchflutete sie, als Abendsonne ihr ermutigend zunickte. Wasserblatt neben ihm schnurrte so laut und zuversichtlich, dass Haseljunges es ein paar Fuchslängen entfernt auch hören konnte. Sie besah sich wieder dem Weg vor ihren Pfoten und lief den Pfad zur Stupsnase voran, vorbei an Kriegern wie Fauchkralle und Bienennase, die zustimmend nickten oder Taunase, der ihr zurief: »Viel Glück!«
    Der Weg zur Stupsnase schien ihr unerträglich lang, bis sie endlich kurz vor dem Anstieg zum Felsen zum stehen kam. Wildjunges und Zweigjunges hinter ihr tuschelten und leckten sich eifrig an der Brust, als Lerchenstern sie mit einem amüsierten Schwanzschnippen nach oben zu kommen aufforderte. Haseljunges sprang mit einem geschmeidigen Satz auf den Felsen und genoss seine warme, angenehme Statur, dann lief sie den steilen Anstieg zur wirklichen Nase hinauf und blieb in einem ehrfürchtigen Abstand vor der Anführerin stehen.
    So aus der Nähe wirkte die Kätzin noch imposanter und schöner und Haseljunges sah blinzelnd zu ihren Pfoten. Als Wildjunges und Zweigjunges mit fahrigen Pfoten neben ihr zum Stillstand kamen, erhob Lerchenstern wieder ihre zauberhafte Stimme.
    »Wir haben uns hier versammelt, um zu beobachten, wie drei Junge Katzen zu Schülern werden und den Pfad auf neuen Pfoten betreten. Sie haben ihren sechsten Mond erreicht und sind bereit, Schüler zu werden.«
    Zustimmendes Gemunkel folgte ihren Worten und Haseljunges zwang sich, nicht nach hinten zu sehen, obwohl sie es gern getan hätte. Lerchenstern holte mit dem Schwanz aus und legte ihn auf Wildjunges' Nasenspitze.
    »Abendsonne!«
    Enttäuscht blinzelte Haseljunges und sah zu, wie der rote Kater auf den Stein sprang und sich neben Wildjunges stellte. Sie hätte selbst gerne den ruhigen und entspannten Krieger als Mentor bekommen, der ihr mehr und mehr als Vaterfigur gedient hatte. Doch sie freute sich, das sie jetzt immerhin manchmal mit dem starken Kater in Gesellschaft kommen würde, da er die Ausbildung ihres Bruders übernahm.
    »Abendsonne, du bist ein ruhiger und sehr guter Krieger. Ich hoffe, das du deine fähigen Qualitäten an Wildpfote weitergeben wirst. Ich gebe ihn dir zum Schüler, in der Hoffnung, du mögest sein hitziges Temperament zu zügeln lernen.«
    Haseljunges sah amüsiert zu, wie Lerchensterns Blick auf Wildpfotes Nase ruhte, dort, wo ihm vor einigen Monden ein Kratzer von Efeupfote verpasst worden war. Langsam entfernten sich Abendsonne und Wildpfote von Lerchenstern und steckten die Köpfe zusammen. Die Anführerin wandte ihren Blick Zweigjunges zu und neigte den Kopf, bevor sie einen weiteren Krieger zu sich rief.
    »Blumenfuß!«
    Überrascht beobachtete Haseljunges, wie eine sehr junge, weiße Kätzin mit Flecken im Fell zu Zweigjunges kletterte und Lerchenstern fröhlich ansah. Die beiden Kätzinnen wechselten einen sehr intensiven Blick und ähnelten einander sehr mit den genauso dichtem Fell und den wunderbaren Augen, woraus Haseljunges schließen konnte, das Blumenfuß Lerchensterns Tochter war.
    Blumenfuß war blutjung und konnte nicht älter sein als 12 Monde, musste frisch zum Krieger ernannt worden sein, denn sie hatte noch große Augen und große Pfoten, die einen Kontrast zu ihren langen, schlanken Beinen bildeten. Lerchenstern fuhr fort.
    »Blumenfuß, ich selbst habe ich gut ausgebildet und hoffe, das du deine Lebendigkeit und deine Hoffnung mit Zweigpfote teilen wirst.«
    Zweigpfote zuckte mit dem Schwanz und trabte an Blumenfuß' Seite abseits, damit Lerchenstern der gespannten Haseljunges ihren Mentor geben konnte. Es entstand eine Pause, dann rief die Kätzin: »Fauchkralle!«
    Sehr erfreut konnte Haseljunges nicht an sich halten und wirbelte herum, wobei sie Nase an Nase mit dem gelben Krieger stand, der sich neben sie stellte. Er besah sie mit einem warmen Blick und hob dann den Kopf zu Lerchenstern empor
    »Fauchkralle, wie ich weiß pflegst du ein gutes Verhältnis zu dieser Schülerin. Ich hoffe, das du Haselpfote ein guter Mentor sein wirst und ihr alles nötige beibringst, was einer guten Schülerin nicht an wissen fehlen darf.«
    Haselpfote warf den Kopf herum und stieß mit der Nase gegen Fauchkralles', dann trotteten die beiden ein wenig hinunter und liefen mit Blumenfuß, Abendsonne, Wildpfote und Zweigpfote in die Mitte des Halbkreises, den die Katzen gebildet hatten.
    »Haselpfote! Zweigpfote! Wildpfote!«, ein Chor aus schnurrenden Katzenrufen stieg um Haselpfote und ihre Gefährten empor und sie war unheimlich stolz darüber, einen guten Mentor bekommen zu haben. Sumpfnase, die in der ersten Reihe stand, konnte nicht an sich halten und lief zu ihren Jungen herüber, liebkoste sie und murmelte dabei immer wieder ihre neuen Schülernamen, während sie mit dem Schwanz peitschte.
    »Die Versammlung ist beendet.«
    Haselpfote schnurrte laut und alle Katzen strömten zu den frisch gebackenen Schülern und ihren Mentoren, um sie zu beglückwünschen. Bienennase trabte zu Fauchkralle und Haselpfote und sah die beiden neidisch an.
    »Mein Bruder bekommt vor mir eine nette Schülerin. Wie gemein. Jetzt muss ich noch mindestens einen Mond warten, bis Furchtjunges Schüler wird, falls ich überhaupt seine Mentorin werde«, miaute sie wehmütig, doch ihr fehlte es nicht an Zuneigung zu Fauchkralle und seiner Schülerin, die glücklich mit dem Schwanz peitschte. Bienennase wurde bald von einem neuen Strom Katzen weggedrückt, der aus den Schülern bestand.
    Rehpfote drückte sich eifrig an die Flanke der Schülerin, die nicht an Fauchkralle gepresst war.
    »Jetzt schlafen wir endlich im selben Bau!«, flüsterte sie und die beiden Freundinnen steckten die Köpfe zusammen, doch Klippenpfote schob sich mit einem anmaßenden Schnurren dazwischen.
    »Endlich Schülerin, Kleinpfote?«, neckte der silberne Kater liebevoll und schnaubte freudig. Rehpfote an Haselpfotes Seite rollte mit den Augen und hauchte ihr ins Ohr: »Das hat er auch bei mir gemacht. Mit der Zeit hört er auf, spätestens wenn ein neueren Nachschub von Schülern kommt die er nerven kann.«
    Belustigt zuckte Haselpfote mit den Ohren und versuchte Efeupfote und Vogelpfote zu ignorieren, die beiden unangenehmsten Katzen des WolkenClans, die sofort versuchten, die Aufmerksamkeit der Katzen auf sich zu lenken.
    Langsam löste sich der Strom von Schaulustigen auf und es standen nur noch vereinzelt Katzen herum. Haselpfote schluckte und Wandte sich sofort an Fauchkralle.
    »Was machen wir als erstes?«
    Aufgeregt lief sie vor ihn herum und hörte zu, wie Blumenfuß und Abendsonne sich darauf einigten, ihre Schüler in den Bau der Ältesten zu schicken. Sie wäre nur ungern mitgegangen, deswegen betete sie darum, das Fauchkralle nicht von den Plänen der beiden Anderen Krieger mitbekommen hatte. Mit offenem Blick sah sie ihn an, er dachte nach und miaute dann: »Wir könnten heute die uralte Lärche besuchen und ich zeige dir, wie man einfach klettert.«
    Zufrieden über die Wahl der Aufgabe sah Haselpfote selbstgefällig zu ihren Brüdern, die verärgert und aufmüpfig in Richtung des Ältesten-Baues marschierten, während Fauchkralle zu einer Anekdote aus seiner Schülerzeit ansetzte.

    14
    Kapitel 10

    Müde und mit schweren Pfoten schlurfte Haselpfote hinter Fauchkralle her.
    »Wann sind wir endlich bei der uralten Lärche?«, fragte die ermüdet und trottete matt hinter ihrem aufgeweckten Mentor her. Insgeheim wünschte sie sich fast, Fauchkralle hätte die zu den Ältesten geschickt, denn immerhin mussten Zweigpfote und Wildpfote nicht unzählige Fuchslängen gehen. Die Vögel zwitscherten, das Klima war angenehm, doch Haselpfote war längst der Spaß am schönen Wald vergangen.
    »Hat Abendsonne etwas über meine und Furchtjunges Fuchsfang-Aktion erzählt?«, fragte sie, als ihr klar wurde, das noch keiner ein Wort über ihre Aktion im Wald verloren hatte. Sie war müde und erinnerte sich daran, das sie auch schon mit dem anderen Kater weit im Wald gelaufen war.
    »Ja, natürlich hat er.«
    Fauchkralle war ihr wieder mindestens zwei Fuchslängen voraus und schlängelte sich gekonnt durch die Bäume, während Haselpfote an jeder SternenClan-verdammten Wurzel hängen blieb, die ihnen auf dem Weg lag.
    »Wieso hat Lerchenstern nichts davon gesagt?«, erkundigte sich Haselpfote röchelnd und versuchte über einen Baumstumpf zu springen, doch sie war zu untraniert und blieb hängen, worauf Fauchkralle sie erniedrigend aus der Umklammerung der Wurzel ziehen musste, doch taktvollerweise sagte er nichts über ihren Unfall und lief einfach wieder voraus.
    »Sie weiß, das es nichts geholfen hätte. Lerchenstern ist ein kluger Kopf und demütigt dich nicht ohne wirklichen Grund. Sie will nicht, das du und Furchtjunges den Ruf bekommt, von der Anführerin bei deiner Schülerzeremonie von der Anführerin gescheltet geworden zu sein.«
    Zögernd nickte Haselpfote und trottete hinter ihm her, der Duft nach frischem Gras stieg ihr in die Nase und sie wurde unwillkürlich schneller. Ihre Pfoten trugen sie einen leichten Abgang hinab und dann wieder auf eine Anhöhe, wo sich der Wald lichtete und Fauchkralle ein wenig verlangsamte. Am Kamm der Anhöhe blieb er dann stehen und Haselpfote trabte mit zwar müden Pfoten, doch voller Enthusiasmus zu ihm hinauf. Die beiden sahen sich kurz an, Haselpfote keuchte ein wenig und linste über die Anhöhe, wo sich ein riesiger Baum auf einer Grasebene befand.
    Die Kätzin hob den Kopf und legte fragend den Kopf schief, Fauchkralle nickte und sah dann wieder zu dem Baum. »Ja, das ist die uralte Lärche. Hier habe ich auch gemeinsam mit Biennenase von Rabenschwinge und Silberlicht Training bekommen.«
    Schnurrend trabte er los und Haselpfote beeilte sich, den gelben Krieger hinterherzukommen. Obwohl ihre Pfoten unangenehm pochten, überwog die Vorfreude über ihr Schülerdasein und verdrängte den Schmerz der Beine. Haselpfote war auch begierig darauf, etwas über das ehemalige Leben von Fauchkralle zu hören und ein paar Geschichten zu erfahren, wie es früher im Clan zugegangen war. Sie lief durch das hohe Gras, während ihr der Wind um die Ohren sauste und ihr ein frisches Gefühl vermittelte. Das Gelände war ohne Hindernisse und leicht durchqueren und Haselpfote fiel es gleich viel leichter, auf offenem Gelände zu laufen, da das unangenehme Waldstück nicht besonders sympathisch gewesen war. Sie atmete auf und streckte die Nase in den zischenden Gegenwind, ihre Lunge füllte sich mit Luft und reinigte sich.
    So fühlt es sich an, Schüler zu sein! Ihr Herz drohte ihr aus dem Maul zu hüpfen, als die Lärche immer näher kam und sie bald ein wenig abbremste. Fauchkralles gelben Pelz entdeckte sie schon bei den knorrigen Wurzeln des Baumes und er schnurrte freudig, als sie keuchend und prustend bei ihn zum Stillstand kam. Erleichtert darüber, das sie nicht in einer Wurzel hängengeblieben war, ließ sich Haselpfote mit Schnappatem neben ihrem gut gelaunten Mentor fallen. Sie ließ den Kopf hängen und atmete ein paar mal tief durch.
    »Du läufst schnell, für ein kleines Kätzchen«, miaute Fauchkralle im neckischen Tonfall, doch Haselpfote wollte das nicht auf sich sitzen lassen, also überlegte sie kurz.
    »Immerhin laufe ich, aber du rollst. Du bist ja eine winzige Speckkugel, kugelrund.« Sie hob schelmisch den Kopf und verzog den Mund. Das hatte gesessen, denn der korpulente kleine Krieger zog die Augenbrauen verkniffen zusammen und schnaubte, erwiderte aber nichts. Nach wenigen Herzschlägen lachten beide los und Haselpfote sprang ausgeruht auf.
    »Du lässt nichts auf dir sitzen, was?«, fragte Fauchkralle belustigt und begann, seine langen, scharfen Krallen an der Lärche zu wetzen. Ein wenig verwundert sah Haselpfote zu, wie er seine Krallen in den edlen Baum schlug.
    »Darf man das?«
    Fauchkralle dehnte den Rücken durch und streckte den Schwanz genüsslich in die Höhe, dann sah er überrascht zu ihr hinüber, in wenigen Herzschlägen dann verstand er was sie meinte. »Natürlich, die uralte Lärche wird schon nicht sterben weil wir unsere Krallen an ihr kräftigen.«
    Belustigt zuckte der gelbe Kater mit den Schnurrhaaren und drehte sich wieder der Lärche zu. Mit sehr intensivem, konzentriertem Blick bearbeitete er den Baum, dann ließ er von der Lärche ab und drehte sich zu der schnurrenden Haselpfote.
    »Nur zu, das entspannt. Regel Nummer eins in deinem Schülerdasein: Spaß gehört zur Ausbildung!« Fauchkralle sah sie mit schelmisch funkelnden Augen an und ermutigte sie, ihre Krallen an dem Baum zu wetzen. Vorsichtig stellte sich Haselpfote auf die Hinterbeine, stützte sich an der Lärche ab und genoss schnurrend das Gefühl, als ihre Krallen mit einem ratschenden Geräusch durch die Borke glitten. Beide Katzen schnurrten laut, dann hörte Haselpfote wieder auf und sah Fauchkralle herausfordernd an. Dieser lies sich langsam in die Grube zwischen zwei Wurzeln sinken und richtete es sich ein, dann begann er zu miauen.
    »Ich will die zuerst eine Anekdote über meine Schülerschaft erzählen, mit Silberlicht als Mentorin.«
    Haselpfote ließ sich erwartungsvoll in eine Kuhle fallen und spitzte die Ohren, während Fauchkralle zu einer Erzählung ausholte.
    »Silberlicht war eine der kühnsten und schönsten Kriegerinnen, die es zu meiner Schülerzeit gab. Sie war atemberaubend und bezaubernd, hörte immer aufmerksam zu und wag die beste Lehrerin, die man sich wünschen konnte.«
    Fauchkralle sah zu Haselpfote, die an einem Farn herumnestelte, und schenkte ihr einen langen, verträumten Blick, woraus die Schülerin belustigt schließen konnte, das ihr Mentor in seine damalige Lehrerin verliebt gewesen war. Sie selbst kannte Silberlicht nicht, da diese kurz vor Haselpfotes Geburt in einem hitzigen Kampf gegen den FlussClan gestorben war.
    »Silberlicht wurde meine Mentorin und lehrte mir alles, was man brauchte. Ich hatte meine erste Kletterstunde auch hier und war ebenso überrascht, das man die Krallen an der uralten Lärche wetzen durfte.«
    Der Kater begann zu Schnurren und Haselpfote stimmte mit ein, während ihr Blick über die weite Graslandschaft schweifte. Sie entdeckte ein kleines, langes, dunkelbraunes Tierchen zwischen langen Grashalmen entlanglaufen sah und spitzte die Ohren.
    »An ihrer Seite wurde ich zu dem Krieger, den ich immer verkörpern wollte. Doch dann starb Silberlicht, und das traurig- ironischerweise direkt, bevor- bevor sie meine Jungen bekam..«
    Ein trauriger Blick trat in Fauchkralles Augen, als er von Silberlichts letzter Auseinandersetzung mit der FlussClan-Patrouille erzählte. Haselpfote betrachtete ihn mitfühlend und zuckte mit den Ohren, sie wollte keine Trauerstimmung bei ihrem ersten Schülerausflug, doch sie ließ Fauchkralle höflich ausreden.
    »Silberlicht ging mit ein paar anderen Kriegern auf Patrouille, obwohl ich es nicht wollte. Es dauerte keinen Mond mehr, dann würde sie unsere Junge zur Welt bringen. Die Patrouille begleitet mitunter Abendsonne und Lerchenstern. Sie begegneten mitten in unserem Gebiet einer feidnlichen Patrouille und wurden ohne Vorwarnung von den FlussClan-Kriegern angegriffen. Sonnenstern, die damals noch Sonnenpelz hieß, zögerte nicht, die schwangere Silberlicht anzugreifen. Jedenfalls teilte Silberlicht ordentlich aus, doch die Patrouille war in der Unterzahl und es kamen zwei bis drei FlussClan-Katzen auf einen WolkenClan-Krieger. Sonnenpelz und Falkenherz haben Silberlicht dann getötet, weil sie nicht mehr in der Lage war, sich zu wehren.«
    Traurig und mit einem Melancholikern funkeln im den Augen ließ Fauchkralle den gelb getigerten Kopf hängen. Haselpfote verstand es nun mehr, wieso Fauchkralle Bussardfeder nicht zur Gefährtin nahm, die immer um seine pdoten scharwenzelte. Silberlichts Tod war noch zu frisch, der tragische Unfall war erst um die sieben Monde her.
    Verständnisvoll beugte sich die kleine Katze vor und legte Haselpfote ihre Nase an seine Wange. Sie hatte keine Lust, weiterhin über den Tod der Kätzin zu reden, die Fauchkralle so viel bedeutetet hatte und stand zögernd auf und schüttelte ihre Beine mit einer lockeren Geste.
    »Bring mir bei, wie man klettert«, schnurrte Haselpfote und streckte den Schwanz in die Höhe.

    15
    Kapitel 11

    »Puh, der heutige Tag war echt anstrengend.«
    Haselpfote saß mit ihren Geschwistern in der Nähe des Schülerbaus, zwischen ihren Pfoten lag ein halb aufgegessenes Kaninchen gigantischer Größe, welches sie mit Leichtigkeit gefangen hatte. Nun knabberte sie, befriedigt von dem lehrreichen Tag, am zarten Brustfleisch des Kaninchens und hörte belustigt zu, wie Wildpfote und Zweigpfote über die Arbeit im Ältestenbau jammerten. Sie hatte bisher nicht viel erzählt, doch ihre Brüder nahmen an, das sie nur gejagt hatte. Nun war es Zeit, von ihrem anstrengenden Tag zu erzählen. Sie unterbrach Zweigpfote, der gerade zu einer Schimpftriade über seine Mentorin anhob.
    »Ich bin heute über die Ebene gelaufen, die zur uralten Lärche führt. Und ich bin auf diesen imposanten Baum geklettert«, fügte sie hinzu, während Wildpfote und Zweigpfote große Augen machten. Tatsächlich war Haselpfote auf die gewaltige Lärche geklettert, hatte Fauchkralle am Ende des Tages beim letzten Wettklettern geschlagen und sogar das fetteste Kaninchen in ihrer Nähe gefangen. Stolz reckte sie das Kinn und beobachtete, wie Wildpfote beeindruckt nickte, doch dann miaute Zweigpfote eingebildet: »Tja, und ich habe mit Blumenfuß Kampftechniken geübt, nachdem ich mit der Arbeit im Bau der Ältesten fertig geworden bin.«
    Überrascht und ein wenig beleidigt straffte Wildpfote seine Muskeln und schnaubte: »Wie schön das du’s erst jetzt erzählen kannst.«
    Haselpfote schnurrte nur, sie war nicht böse auf Zweigpfote, der nun die bewundernden Blicke seines Bruders genoss. Stattdessen fragte sie mit einem Schwanzzucken: »Und zeigst du mir ein bisschen von dem, was du gelernt hast?« Sie ließ ihren Blick kurz über die Lichtung schweifen und bemerkte Birkenharz in der Nähe des Kriegerbaus, wo er mit einer verdeckten Katze sprach. Die Katze stand offenbar hinter dem Flechtenvorhang, wodurch man sie nicht sehen konnte. Bei einer raschen Bewegung der verdeckten Katze konnte Haselpfote mit gespitzten Ohren einen Flecken schwarzen Fells erhaschen, dann schob sich eine tiefschwarze Kätzin mit angelegten Ohren und gebleckten Zähnen aus dem Eingang und drückte sich an dem verzweifelt gestikulierenden Birkenharz vorbei. Mit einem erschauern erkannte Haselpfote Sumpfnase, die mit steil empor gereckten Schwanz an dem Kater vorbeilief und bei Taunase und Drosselschweif stehen blieb, die in der Nähe des Heilerbaus saßen.
    Was ist da vorgefallen?
    Haselpfote seufzte leise und hörte kaum zu, wie sich Wildpfote und Zweigpfote um das letzte Stück Kaninchen stritten, bis sich eine massige Gestalt gegen sie warf und die Kätzin einen erschrockenen Piepen zurück stolperte. Sie riss die Augen auf und wirbelte überrascht zu den beiden Katern herum, die sie aus zusammengekniffenen Augen musterten. Zweigpfote pikte sich mit der Kralle zwischen die Zehen und pulte ein Stück Kaninchenfell hervor, welches er dann mit breitem Grinsen auf den Boden schmierte.
    »Musste das sein?« fragte sie unfreundlich und schenkte dem gescheckten Kater einen langen, verhassten Blick. Die beiden sahen einander an und die Brüder lachten, Verärgert lockerte Haselpfote ihre Beine und setzte sich wieder hin, dann leckte sie sich über die Pfoten mit den weißen Stutzen und zog sie sich über die dunklen Ohren. Ihre Brüder waren einfach unausstehlich!
    Vorsichtig und nun wachsam spähte sie über die Schulter zum Kriegerbau und entdeckte ihre Mutter mit Deosselschweif, die beiden Kätzinnen kamen mit langen, federnden Schritten zu den drei Schülern herüber, Sumpfnases dunkelschwarzer Pelz bildete einen deutlichen Kontrast zu dem weißen Fell ihrer Freundin, die mit ruhiger Miene an ihrer Seite lief.
    Haselpfote wandte den Blick ab, sie wollte nicht beim lauschen erwischt werden und sah direkt in die schelmisch funkelnden Augen ihrer Brüder. Sie hatte die Wut über ihren dümmlichen Angriff schon vergessen und als Sumpfnase ihre Tochter mit einem sanften Schnurren an der Schulter anstieß. Haselpfote wirbelte herum und befand sich Nase an Nase mit der nachtschwarzen Kätzin und blickte direkt in ihre hellgrünen Augen, in einem plötzlichen, ungewohnten Anflug aus Zuneigung drücke sie ihre Schnauze in das warme Fell ihrer Mutter. Meine erste Nacht im Schülerbau, dachte Haselpfote und ihr wurde klar, das das ihre erste Nacht ohne Sumpfnase sein würde. Ein wenig traurig knetete sie das weiche Fell am Bauch ihrer Mutter und schnurrte schläfrig.

    16
    Danksagung

    Danke, falls du diese Fanfiction bis hier durchgelesen hast! ^^“

    Vermutlich gefällt sie dir, wenn du sie zu »Ende« gelesen hast- und hoffentlich ist dir die taffe Haselpfote mit ihrer spitzen Zunge oder der kleine Furchtjunges mit seiner putzigen Niedlichkeit ans Herz gewachsen- wenn ja, dann lass doch einen Kommentar da, setze die FF auf deine Leseliste und verfolge weiterhin die Geschichte der Katzen!

    Falls sie dir nicht so gefallen hat- sag warum! Verbesserungsvorschläge beachte ich gerne- solange sie nicht „voll scheise ey“ oder „einfach dumm“ heißen, werden sie beantwortet und zur Kenntnis genommen! ^^"

    Die Geschichte ist noch in Arbeit- ich plane weitere Teile, weiß schon, wie es weitergehen wird... ich hoffe ihr wollt es auch wissen ;-)

    tschüssi, eure Lisa // X!

Kommentarfunktion ohne das RPG / FF / Quiz

Kommentare (3)

autorenew

vor 213 Tagen flag
Ich habe die Fanfic zufällig gefunden und muss sagen das sie super gelungen ist 😉
Der Aufbau ist spannend und vor allem wie du die Perspektive nicht wechselt verleiht der Story einen Kick, macht süchtig beim lesen !!😍
Leider hast du an einer relativ guten Stelle aufgehört zu schreiben 😒 Ein Cliffhanger an dieser Stelle war sowas von #%€&!!
Aber ich hoffe das noch Reuploads kommen und ich hoffe es wirklich! Die Geschichte hat Potenzial!! ❤️
Schon mal daran gedacht sie auf Wattpad einzuschreiben? Vielleicht würdest du für die Watty Awards auserwählt oder ähnliches💚 jedenfalls meiner Meinung nach wäre sie mehr als würdig 🙏🏻

Adlerherz!
vor 215 Tagen flag
Danke für deinen lieben Kommi Drol!! <3 ^^“

Ich weiß, das ist sehr anstrengend, leider... Aber ich habe einen Weg gefunden, wie ich diesen „Nachtmodus“ nachempfinden kann. Ich bin vom Handy und bei der IPhone XR Serie geht das ganz gut; wenn du auch von iPhone bist, dann kannst du ja mal ausprobieren wie es geht...

Geh zu Einstellungen, scrolle hinunter bis zu „Bedienungshilfen“ dann zu „Anzeige & Textgröße“ und auf „Farben umkehren-klassisch“ dann kannst du das durch das dreimal auf die ausschalt Taste des Handys drücken auslösen. Dadurch kehren sich die Farben um, schaut meistens hässlich aus da es nicht intelligent umkehrt sondern eben seltsam... aber zum lesen eignet es sich perfekt- da es schwarz zu weiss macht und weiß zu schwarz, also den Hintergrund schwarz und die Schrift weiß ! ^^

Vielleicht arbeitest du ja vom iPhone und da gehts... liebe Grüße ! <3
vor 215 Tagen flag
Eine Sehr Schöne FF gefällt mir sehr, bin gespannt wie es weiter mit Haselpfote geht. Bitte eine Fortsetzung X! ;)

Leider anstrengend zu lesen, was aber an Testedich liegt. Weißer Hintergrund, schwarze Schrift. ich wünschte es gebe ein Nachtmodus xDD