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Durch Raum und Zeit I

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5 Kapitel - 4.333 Wörter - Erstellt von: - Entwickelt am: - 413 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Ich heiße Theresa Hunter und bin die Tochter zweier Todesser. Ich habe eine kleine Schwester. Wir beide sind unzertrennlich....

    1

    Doch dann gab uns Voldemort den Auftrag, uns unauffällig unter die Zauberergemeinschaft zu mischen, um diese auszuspionieren.
    Doch dann ging alles ganz schnell; die Schlacht um Hogwarts brach aus und unsere Eltern starben. Wir beschlossen, den Dunklen Lord mithilfe eines Zeitumkehrers zurückzuholen. Das gelang uns dann auch fast. Aber dann wurde sie von Harry Potter besiegt und nach Askaban verfrachtet.
    Nun bin ich auf mich allein gestellt. Achtung! Das hier ist nur für diejenigen gedacht, die den 8. HP-Teil schon gelesen haben!


    Hi! Cool, dass du auf diese FanFiktion gecklickt hast.

    Ich wollte nur anmerken, dass die Geschichte meiner großen Schwester Sara gewidmet ist. Sie ist die allerbeste Schwester, die man haben kann und hält immer zu mir. Sie ist nett, liebevoll, verständlich und einfach toll! Sie tröstet mich, wenn ich traurig bin, mit den richtigen Worten-und zwar so, wie es niemand anderes könnte.
    Danke, dass es dich gibt, ich will dir noch sagen: Ich habe dich Mega lieb!❤️❤️

    So, das war’s jetzt aber auch! Fangen wir an!

    2
    Wir rannten dich die Gassen von Godrics Hallow. Ich fühlte den Asphalt unter meinen nackten Füßen. Er war hart, kalt und rau. Die Straßenlaternen leuchteten und in den Fenstern der Häuser, an denen wir vorbeirannten, brannten Lichter, die unsere Schatten mal langgezogen, mal winzig klein wirken ließen.
    Der kalte Luftzug wirbelte mir entgegen. Ich fröstelte. Trotz des dicken Wintermantels, den ich trug, war mir eiskalt. Aber dennoch wurde ich nicht langsamer. Wir stießen dicke, weiße Atemwolken aus.
    Irgendwo in der Ferne leuteten Kirchenglocken. Mitternacht.
    „Schneller!“, spornte ich meine Schwester an. „Ich kann nicht mehr!“, jammerte diese. „Können wir nicht fliegen?“, bettelte sie. „Nein!“, beharrte ich. „Wir müssen unsere Kräfte so gut es geht sparen!“ Sie zog eine Schnute. Doch dann schien ihr etwas einzufallen. „Lass uns in der Kirche auf ihn warten!“, schlug sie vor. Ich stimmte zu.

    Als wir die Kirche erreichten, zückte ich meinen Zauberstab. „Alohomora!“, rief ich und richtete ihn aufs Schloss. Es knickte leise und wir huschten durch sie hindurch.
    „Puh! Geschafft!“, seufzte sie erleichtert und ließ sich auf einer der Kirchenbänke fallen. Ich setzte mich neben sie. „Jetzt müssen wir nur noch warten.“, flüsterte ich. Sie nickte. Uns klapperten immer noch die Zähne.
    Auf einmal stand die auf. Sie ging auf einen Kerzenständer auf der linken Seite der Kirche zu. Dort angekommen, nahm sie sich eine Kerze und entzündete sie mit ihrem Stab.
    Mit der kleinen Flamme in der Hand kam sie zu mir zurück und setzte sich wieder.
    Ich legte ihr meinen Arm um die Schulter und die ließ ihren Kopf auf der meinen fallen. Sie schloss ihre Augen und dachte vermutlich dasselbe wie ich; Dass unser Vater stolz auf uns wäre, wenn wir seine Aufgabe erfüllten und er uns endlich mal als seiner würdig empfinden würde. Das war nämlich schon seit Kindheitstagen unser Traum; ihn stolz zu machen.
    Naja, wie auch immer, so saßen wir zumindest eine ganze Weile da und hingen unseren Gedanken nach.
    Ich dachte an Harry Potter und seine Freunde. Ich hatte sie mir vor rund vierzehn Jahren zum spionieren vorgenommen, als unser Vater uns den Auftrag gab. Ich hatte es sogar geschafft, Harrys Vertrauen zu gewinnen. Ich dachte daran, wie er und Ginny Weasley, seine Gefährtin, mir mit leuchteten Augen mitteilten, dass sie ein Kind erwarteten. Es wurde ein Junge namens James.
    Ich selbst war ein Jahr jünger als Ginny, hatte aber nie Hogwarts besucht. Ich wurde immer von Todessern, wenn nicht Voldemort persönlich, unterrichtet.
    Delphie war zwei Jahre jünger als ich, und obwohl sie jetzt schon siebzehn, also volljährig war, würde sie immer meine kleine Schwester bleiben.
    Ich gab ihr einen Kuss auf die Stirn. Sie öffnete die Augen und blickte in die meinen. Ich erwiderte einen Augenblick ihren intensiven Blick.
    Dann setzte sie sich aufrecht hin. „Wie lange noch?“, fragte sie ungeduldig. „Nichtmehr lange“, antwortete ich ruhig. Sie seufzte. Langsam brannte die weiße Kerze, die immer noch vor ihr stand, herunter. „Was wohl das Kreuz auf der Kerze bedeutet?“, fragte ich. „Hm... vielleicht ist es für die Muggel so etwas, wie das Zeichen der drei Heiligtümer des Todes. Nur das die nicht so kreativ sind wie wir. Wir haben eine Dreieck für den Tarnumhang, ein Kreis für den Stein der Auferstehung und einen geraden Strich für den Elderstab. Die haben lediglich zwei Striche draufgekrizelt. Schau mal! Die sind nichtmal gleichmäßig!“, vermutete sie.
    „Hm...“, meinte ich. „Hey! Da vorne hängt das gleiche Kreuz!“, stellte ich fest.
    Wir zuckten zusammen, als draußen ein lauter Knall ertönte. „Bleib du hier, ich guck nach, was da los ist.“, sagte ich und erhob mich. „Ok, aber pass auf!“, rief sie mir noch hinterher, doch ich hatte schon die Tür erreicht und schwang sie auf.
    Als ich ins Freie trat, entdeckte ich in einiger Entfernung eine große Rauchwolke. Die Neugier packte mich.
    Ich setzte mich in Bewegung. Ich lief so schnell ich konnte.
    Ich bog um mehrere Häuserecken und versuchte, die große Wolke im Blick zu behalten und mir gleichzeitig den Weg für den Rückweg zu merken. Links, rechts, links, links, durch einen Park, rechts, um einen Kreisel herum, links, rechts, links, rechts.
    Ich blieb stehen. Mehr konnte ich mir nicht merken. Doch dann fiel mir wieder ein, dass ich meine Schwester in einer kalten Kirche zurückgelassen hatte. Ich drehte auf dem Absatz um und stürmte den Weg wieder zurück.
    Links, rechts, links, rechts. Shit! Ich stand mitten auf dem Kreisel und versuchte, mir in Erinnerung zu rufen, von woher ich gekommen war. Ich geriet in Paik.
    Dann entdeckte ich einen Brunnen an einer Straßenecke. Ja, da musste ich lang.
    Ich rannte weiter. Links, wieder durch den Park, links, rechts... Nein!
    Wo war ich? Ich bin doch gerade eben noch durch den Park gelaufen.
    Ich rannte zurück. Ah ja, da war er wieder!
    Ich ging ein wenig vom Tempo runter. Langsam bekam ich auch Seitenstechen.
    Rechts, rechts, links... ah ja, jetzt nur noch um die Ecke.
    Mein Magen begann zu rumoren. Oh nein!
    Und schon befand ich mich wieder in der heutigen Zeit. Scheibenkleister! Ich rannte dennoch weiter...
    um zu bemerken, dass die Straße in all den Jahren umverlegt wurde und jetzt dort, wo gerade eben noch die Straßenecke gewesen war, ein verdammtes Haus stand. Ich fluchte.
    Dann rannte ich weiter, um die Straße zu umlaufen. Rechts, rechts, rechts. Ah ja, da war ja die Kirche! Ich lief jetzt schneller.
    Beinahe hätte ich die zwei Kinder und die sechs Erwachsenen übersehen, die auf einem Hügel standen.
    Die eine hatte wellige, braune Haare, die andere hatte rote Haare, genauso wie der Mann, der rechts neben ihr war. Ein kleiner Junge, vielleicht vierzehn oder fünfzehn, hielt ihre Hand. Die andere umklammerte ein schwarzhaariger.
    Ein wenig abseits standen zwei Personen, beide mit hellblonden, fast weißen Haaren. Allerdings war der eine vielleicht so alt wie der andere Junge, während das Alter des Mannes dem der anderen Erwachsenen glich. Eine achte Person stand noch zwischen der Brünette und dem Rothaarigen. Sie hatte lange, schwarze, lockige Haare.
    Delphi!

    3
    Kapitel 1
    Ich öffnete die Tür schwungvoll. „Guten Morgen“, wurde ich begrüßt. „Morgen.“, grummelte ich.
    Ich stand im Gerichtssaal. Er war rund und erinnerte mich ein wenig an ein zu klein geratenes Stadion, nur dass er logischerweise kein Spielfeld hatte. Stattdessen war in der Mitte des Saals ein Stuhl mit Fesseln angebracht. Eben diese waren fest um eine dünne und ausgemergelte Person gezerrt.
    Delphi.
    Es brach mir das Herz, wie sie so ausgeliefert dasaß, ohne jegliches Lebenszeichen.
    „Setzt dich hier neben mich.“, forderte Harry mich auf.
    Ich ließ mich zögerlich auf den Platz neben ihm nieder. Wir saßen auf einem hervorgebrachten Podest. Hermine saß auf Harrys anderen Seite. Sie war Zaubereiministerin und Harry der Leiter der Abteilung für magische Strafverfolgung, daher leiteten sie die Sitzung.
    Ich war die Stellvertreterin Harrys und hatte deshalb auch ein gewisses Stimmrecht.
    Und gerade dieses war mir in genau diesem Moment sehr nützlich. Ich würde es nämlich für Delphi einsetzten.
    „Alles ok mit dir? Du bist so still.“, fragte mein Nachbar besorgt. „Alles ok.“, antwortete ich.
    Ich bemerkte, dass die Gefangene den Kopf hob und sich umsah. Ich Blick blieb bei mir hängen. Ich lächelte gequält. Sie blickte mir kalt in die Augen. Was sollte sie denn sonst tun? Mich vor allen Leuten anstrahlen? Nein. Ich war jetzt der letzte Joker. Und den durfte man nicht so einfach verspielen.
    Langsam füllte sich der Saal mit Leuten. „Was passiert jetzt?“, fragte ich Harry. Der richtete sich gerader auf und blickte mir in die Augen. „Jetzt gleich wird die Tochter Voldemorts verurteilt“, antwortete er neutral. „Das weiß ich. Aber wie genau?“, fragte ich. „Das entscheidet Hermine.“, meinte er. „Aha.“, gab ich zurück.
    Doch schon erhob sie die Stimme.
    „Hiermit eröffne ich die Sitzung über die Strafe von Delphi Lestrange!
    Die Angeklagte soll getötet haben.“-„Halt!“, unterbrach sie Delphi. „Ich habe nicht getötet!“ „Aber es versucht haben!“, meinte Hermine. Delphi sah erst so aus, als wolle sie etwas erwidern, senkte dann aber den Kopf. „Gestehst du?“, fragte Hermine. „Ja“, brachte sie hervor. „Gut. Dann soll über die Strafe demokratisch abgestimmt werden. Es gibt folgende Wahlmöglichkeiten:
    -eine lebenslange Haftstrafe in Askaban
    -eine dreijährige Haftstrafe in Askaban
    -die Todesstrafe
    -eine schwere Geldstrafe
    -eine leichte Geldstrafe.
    Ich gebe Ihnen kurz Zeit, um Ihre Wahl zu überdenken.“
    „Was wählst du?“, fragte ich Harry sofort. Ich musste so viele Stimmen wie möglich zusammenkratzen.
    „Na für die Todesstrafe. Ich würde ihr die lebenslange Haftstrafe zwar lieber wünschen, aber dann besteht immer noch die Gefahr, dass sie ausbricht.“, antwortete der sofort. „Wirklich? Ich denke, ich stimme für die dreijährige Haftstrafe. Denn versetzt dich doch mal in sie hinein; sie wurde dazu erzogen zu töten, zu quälen, zu befehlen und zu gehorchen. Was soll sie denn machen!“, diskutierte ich. „Sie hätte sich ihm genauso gut widersetzen können! Das hat Sirius auch gemacht!“, bekräftigte er seine Meinung. „Vielleicht ist Voldemort nicht so wie Walburga Black!“, beschwerte ich mich.
    Doch da ergriff Hermine wieder das Wort. Oh nein! Das ging mir alles zu schnell. „Nun werden wir abstimmen!“, verkündete sie. „Wer stimmt für die lebenslange Haftstrafe in Askaban?“ Es hoben sich 34 Hände. „Wer für die dreijährige Haftstrafe in Askaban?“. Es meldeten sich 37 Leute, darunter ich. Yeah! „Und wer ist für die Todesstrafe?“, fragte die weiter. Es meldeten sich 38 Leute. Nein! Nein, nein, nein! Wieso die Todesstrafe? „Wer ist für die harte Geldstrafe?“ Niemand. „Und wer ist für die leichte Geldstrafe?“, fragte sie ein letztes Mal. Niemand meldete sich.
    Wieso? Wieso die Todesstrafe? Wieso musstest du mir das antun, Harry! WIESO!
    „Gut. Erhebt jemand Einspruch?“, fragte sie. Ich atmete tief durch. Dann hob ich die Hand.
    Erschrocken sahen mich alle an. „Teresa?“, rief sie mich zögernd auf. „Seht euch dieses Mädchen in eurer Mitte an! Ja, ein Mädchen! Sie ist siebzehn Jahre alt und hatte vor nichtmal zwei Monaten Geburtstag! Sie wurde von ihren Eltern so erzogen, wie sie nunmal ist. Zum Töten, zum Quälen, zum Gehorchen und zum Befehlen.“, wiederholte ich die Worte, die ich zuvor an Harry gerichtet hatte. Ich legte eine kleine Kunstpause ein, um meinen Worten Nachdruck zu verleihen. „Seht euch selbst mal an! Ihr habt selbst getötet! In der Schlacht um Hogwarts! Aber die Todesser selbst sind vielleicht nicht frei in ihrer Entscheidung, Va-Voldemort zu dienen. Viele würden dazu gezwungen. Stellt euch doch mal folgenden Fall vor; ihr seid das Kind zweier Todesser - und das ist in diesem Fall noch übertrieben harmlos ausgedrückt - und werdet dazu ausgebildet, so ein Monster wie ihre Eltern zu werden. Ihr habt keine Freunde oder Verwandte, denen ihr euch anvertrauen könnt. Ja, vielleicht dürft ihr euch sogar niemandem anvertrauen, weil euer Herz aus Stein sein soll.
    Sirius Black hat es vielleicht geschafft, zwei Todessern zu entfliehen, aber das Kind in unserer Mitte hat als Mutter die schlimmste, skrupelloseste und brutalste Todesserin und als Vater den Teufel höchstpersönlich!“, rief ich.
    „Seht euch Draco Malfoy an! Er ist bei Todessern aufgewachsen und sein Herz war aus Stein. Er wurde schließlich mit sechzehn Jahren selbst zum Todesser und kämpfte in der Schlacht um Hogwarts an Voldemorts Seite.
    Doch dann hat er sich an die Seite von Harry Potter gestellt und ist jetzt ein ziemlich erfolgreicher Auror.
    Sein Sohn, Scorpius Malfoy, ist der Sohn zweier Slytherins, und einer von denen war ein Todesser. Und nun? Ist er der beste Freund von Albus Potter, Harry Potters Sohn.
    Was ich damit versuchen will, zu erklären, ist, dass niemand ein Herz aus Stein hat! Delphine Lestrange verspürt sicher auch zu jemandem eine gewisse Zuneigung! Nicht?“ Ich richtete meinen Blick auf sie. Sie zögerte. Doch dann, als sie sprach, war ihre Stimme nicht mehr rau und kratzig, sonder warm und weich. „Natürlich fühle ich zu jemanden Zuneigung. Es ist meine Tante, Narzissa Malfoy. Sie ist immer nett zu mir und sorgt sich um mich. Aber meine Mutter hat gemeint, ich dürfe nicht so dumm sein und jemandem vertrauen. Anschließend hat sie mich mit dem Cruciatus-Fluch belegt. Seitdem tue ich immer so, als würde mich Narzissa nur nerven.“
    Stille trat ein. Ich blickte in verschiedene Gesichter. In Harrys, welches ich nicht deuten konnte, in Hermines, in deren sich die Verzweiflung spiegelte und ihr die Frage „Was soll ich jetzt bloß tun?“ auf der Stirn stand, in Rons, der dreinschaute, als kapiere er hier überhaupt nichts mehr, in Ginnys, in deren sich die Einsicht abbildete, in Dracos, der mit offenen Augen dasaß und ein wenig hilflos in der Gegend herumschaute, und zu allerletzte auch noch in Delphis, in deren sich die Erwartung und Nervosität bildete.
    Auf einmal stand ein großer, breitschultriger Mann auf und rief: „Ich erwarte, dass die Abstimmung wiederholt wird!“ Viele stimmten ihm zu. Ich atmete erleichtert aus, bis Hermine schließlich einwilligte.
    „Also gut. Wer ist für die lebenslange Haftstrafe in Askaban?“ Es hoben sich 38 Hände.
    Nein, nein, nein! Falsche Richtung!
    „Wer ist für die dreijährige Haftstrafe in Askaban?“ Es hoben sich 35 Hände. Shit!
    „Wer ist für die Todesstrafe?“ Es hoben sich diesmal 33 Hände. Harry neben mir stöhnte auf.
    „Wer ist für die harte Geldstrafe?“ Es meldeten sich sogar zwei.
    „Und wer für die leichte Geldstrafe?“ Diesmal meldete sich sogar ein Idiot.
    „Somit steht die Entscheidung fest!
    Delphine Lestrange, hiermit verurteile ich dich und trage dir eine lebenslange Gefängnisstrafe in Askaban auf!“, rief Hermine. Delphi senkte den Kopf und warf mir noch einmal einen kurzen Blick zu, bevor sie schweigend herausgeführt wurde.
    „Hiermit beende ich diese Sitzung!“, rief sie, nachdem sich die Tür hinter meiner Schwester schloss.
    „Ich möchte mit dir reden. Bitte komm mit auf mein Büro.“, meinte Harry. Mir gefror das Blut in den Adern.

    An seinem Büro angelangt, öffnete Harry die Tür und ließ mir den Vortritt.
    Ich trat in einen Raum, in dessen Mitte ein voll gerümpelter Schreibtisch, dessen Form man gerade noch von herumliegenden Blättern und Akten gerade erahnen konnte, stand. Die Wände waren bis zur Decke mit Bücherregalen versehen, in denen manche Fächer vollgestopft und andere fast leer waren.
    Zwei Fenster waren gekippt und auf den Fensterbänken standen verdorrte Blumen.
    Er schloss die Tür hinter sich und bedeutete mir mit einer Handbewegung, auf einem Sessel, der vor dem Schreibtisch stand, Platz zu nehmen. Er selbst ließ sich hinter dem Schreibtisch nieder und schaute mir fest in die Augen.
    „Theresa...“, fing er an. Ich schwieg. „Weißt du, als du eben so von dem Leben als Tochter zweier Todesser geredet hast, ist mir aufgefallen, wie gut du dich in sie hineinversetzen konntest. Erst glaubte ich, du wärst darin einfach sehr gut. Doch als du begonnen hast, dieses Leben so genau und mitfühlend zu beschreiben, wurde mir klar, dass da mehr ist, als ein außergewöhnlich gutes Denkvermögen. So lebendig hättest du es unter solchen Umständen niemals erklären können. Da steckt etwas anderes, vielleicht sogar Lebenserfahrung, dahinter. Hast du mir denn irgendetwas verschwiegen, dass ich über dich wissen sollte?“
    „Nein, Harry.“
    „Wirklich nicht?“, fragte er weiter.
    „Nein, du weißt so gut wie alles über mich.“
    „Naja, ich wollte dich eigentlich fragen, ob du mir etwas sagen willst, das Dir auf dem Herzen liegt. Ein Geheimnis, eine Geschichte oder sonst so etwas in der Art.“, meinte er.
    Ich war verblüfft. Ich hätte erwartet, er würde mich beschimpfen und jemand anderen zu seinem Stellvertreter ernennen würde-schließlich hatte ich die Tochter des Mörders seiner Eltern und vielen mehr verteidigt-aber das erstaunte mich wirklich.
    Aber ihm durfte ich mein Geheimnis am wenigsten anvertrauen. Doch irgendein Gefühl sagte mir, ich sollte es tun.
    „Ich...“, stammelte ich. Er schwieg und wartete geduldig auf die Antwort. „Ich... nein.“
    Aus irgendeinem Grund bildete sich ein Klos in meinem Hals.
    „Theresa, du kannst mir ruhig die Wahrheit sagen!“, ermutigte er mich.
    Ich rang mit mir selbst.
    „Ich möchte dir nämlich vertrauen können, wenn wir Seite an Seite kämpfen.“, drängte er.
    „Harry..“-„Bitte!“, unterbrach er mich. Ich seufzte. Das hier machte keinen Sinn. Es war unnötig und verbrauchte meine kostbare Zeit, die ich in den Auftrag stecken sollte. „Nein, Harry. Vertraue mir, ich würde dir sagen, wenn etwas nicht stimmt.“, beteuerte ich und schluckte den Klos hinunter.
    „Theresa“ er beugte sich vor und sah mir tief in die Augen. Ich starrte zurück.
    „Ich kenne meinen Namen“, erwiderte ich etwas zu schroff. Er senkte seinen Blick.
    „Stimmt, sorry. Aber ich merke es doch, wenn etwas nicht mit dir stimmt.“, sagte er.
    „Unterstellst du mir etwa gerade, dass ich dich anlügen würde?“, fragte ich. „Nein.“, antwortete er gelassen. „Aber wir arbeiten jetzt schon seit vier Jahren zusammen. In diesen Jahren habe ich dich kennengelernt und nun sind wir gute Freunde. Und ich möchte nicht, dass eben diese durch ein blödes Geheimnis oder sowas in der Art kaputt geht. Du kannst mir alles sagen.“, meinte er. „Nein Harry, da gibt es nichts.“, beteuerte ich noch einmal.
    Er schien mir zwar nicht zu glauben, gab sich aber vorerst mit der Antwort zufrieden und fragte nicht weiter nach.
    „Du kannst jetzt gehen“, entließ er mich dann.

    4
    Kapitel 2
    Harrys Sicht

    Sie verließ das Büro. Ich stand auf. Mir war soeben ein Geistesblitz gekommen. Ich würde in ihrer Akte nachschauen müssen, ob ich dort irgendwas hilfreiches finden würde.
    Ich wartete noch kurz, bis sie ziemlich sicher nichtmehr vor der Tür war. Dann trat ich hinaus.
    Ich lief den Korridor herunter. Meine Schritte hallten an den Wänden wieder.
    Unten angekommen bog ich rechts ab. Ich kannte mich mittlerweile sehr gut hier aus. „Lumos!“, rief ich, da es stetig dunkler wurde.
    Rechts, links, rechts, die Treppen runter bis ins Untergeschoss, geradeaus, links, rechts, rechts, durch die dritte Tür links in einen weiteren Korridor, von dort aus links, rechts, links. Es wurde immer dunkler und der Gang wurde nur noch spärlich von ein paar Fackeln an den Wänden beleuchtet. Durch eine menschenleere, große Halle, Links, rechts, rechts, links, die Treppen zwei Stockwerke tiefer, geradeaus, am Ende das Gangs links, dann rechts, links, rechts, die Treppen noch ein Stockwerk tiefer, links, rechts, links, rechts. Man, war das Ministerium riesig! Rechts, rechts, links, dritte Tür rechts in einen Nebenkorridor.
    Die Familien- und Menschenakten mussten streng geheim aufbewahrt werden. Nur der Zaubereiminister, der Leiter der Abteilung für magische Strafverfolgung und deren Stellvertreter dürften wissen, wo sie aufbewahrt wurden.
    Links, rechts, links, rechts, durch eine Mauer (sie war extra dazu da, ungebetene Gäste davon abzuhalten, sich Zutritt zum Allerheiligsten zu verschaffen), links, rechts, durch einen fast kreisförmigen Korridor, links, rechts, links.
    Am Ende dieses Korridors blieb ich stehen. „Zitronenbonbon!“, sagte ich.
    Die Wand glitt langsam herunter. Am Boden angekommen, blieb sie stehen.
    Hinter der Wand war ein längerer Korridor zum Vorschein gekommen.
    Ich lief die Türen ab. An ihnen waren verstaubte Schilder angebracht. A, B, C,... H! Theresa Hunter. Ich öffnete die Tür.
    Ich lief die Regale ab, die dicht aneinander gereiht waren. An ihnen waren ebenfalls wie draußen an der Tür Buchstaben angebracht.
    HA, HB, HC,... HU!
    Ich bog ins Regal ein.
    HUB, HUC,... HUNTER!
    Ich durchsuchte das Fach. Dann fand ich, wonach ich suchte. Die Akte von Theresa Hunter. Ich zog sie hinaus. Sie war verdächtig dünn. Ich schlug sie auf. Ein einzelnes Blatt lag darin.

    Fälschung! Siehe bei: Lestrange.

    WAS? Mir fiel die Akte vor Schreck aus der Hand. Was hatte Theresa mit den Lestranges am Hut? Irgendwas war doch faul an der Sache!
    Ich rannte los, ohne die Akte wieder aufzuheben.
    Ich rannte die Regalreihen entlang, stürzte aus der H-Tür und sprintete den Korridor weiter.
    Da! Die L-Tür! Ich riss sie auf und rannte die Regalreihen entlang.
    LA,... LE!
    Ich stürzte das Regal entlang.
    LEA, LEB, LEC,... LESTRANGE!
    Im Fach lagen zwei Akten. Ich zog beide heraus. Beinahe wären sie mir beide aus der Hand gefallen, als ich die Namen las. >Theresa Lestrange< und >Delphine Lestrange<
    Ich schlug Theresas auf.

    Victoria Lestrange
    Deckname: Theresa Hunter
    Aussehen: braune Augen; braune Haare; hohe Wangenknochen; eine Narbe direkt in ihrer Kinnfalte
    Einstufung: XXXXX
    Mutter: Bellartix Lestrange
    Vater: Lord Voldemort

    Bei dieser Stelle fielen mir die Akten doch aus der Hand.
    Voldemort? DER Lord Voldemort? Das kann doch nicht sein! Dann ist sie ja die Schwester von...
    Ich rannte wieder zurück. Ich war immer noch geschockt von der neuen Nachricht. Den gesamten Weg über grübelte ich darüber nach, was ich jetzt tun sollte.
    Mir war wohl nichts anderes übrig, als sie aufzusuchen und zur Rede zu stellen.

    Ich rannte an meiner Bürotür vorbei, den Korridor entlang.
    Ich gelangte in die Haupthalle des Ministeriums, in deren Mitte ein Brunnen stand. An den Wänden waren Kamine, die ans Flohnezwerk angebracht waren, aneinandergereiht.
    Neben dem Brunnen stand auf einem Podest ein Mann mit weißem Bart und hielt eine Rede über den Kapitalismus der Zaubererwelt. Um ihn herum hatte sich eine Menge Leute gescharrt und hörten ihm wie gebannt zu.
    Ich kämpfte mich durch sie hindurch und ignorierte die Proteste, die mir diejenigen zuriefen, die ich zur Seite stieß.
    Ich steuerte auf einen Kamin zu. Dort angekommen, nahm ich eine Handvoll Flohpulver aus einem Gefäß, das davor hing. Doch dann zögerte ich. Wohin sollte ich reisen?
    In ihre Wohnung? Denn dort war sie sehr wahrscheinlich nicht, wenn sie mir entkommen wollte.
    In das alte Black Haus? In die Malfoy Manor? Wo hatte Theresa überhaupt gelebt?
    Fakt war: Ich hatte nur eine Hand Flohpulver. Wenn ich am falschen Ort, z.B der Malfoy Manor landete, hätte ich keins mehr, um zurückzureisen. Dort könnte man ja nicht einfach disapparieren.
    Ich musste ziemlich komisch aussehen, wie ich wie erstarrt mit Flohpulver in der Hand vor dem Kamin stand.
    Auf einmal protestierte die Menge wieder, obwohl ich nur dastand und nichts tat. „Ich zu doch gar nichts!“, rief ich, doch dann verstummte ich. Vor meinen Augen kämpfte sich eine braunhaarige junge Frau durch das Gedränge. Ich sah sie nur von hinten, aber als sie sich zur Seite drehte, sah ich, dass sie sehr hohe Wangenknochen hatte. Sie hatte eine kleine Narbe über dem Kinn. Mir war sofort klar, dass das Victoria Lestrange war.

    5
    Hey! Danke fürs durchlesen, der 2. Teil erscheint so bald wie möglich... versprochen!
    Bitte schreibt doch in die Kommentare eure Kritik an dieser Geschichte! So etwas hilft mir immer weiter! Danke❤️

    Ihr könnt auch einfach ein 👎 oder 👍 reinschreiben, je nachdem, wie die Geschichte euch gefallen hat. Danke!

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Kommentare (3)

autorenew

vor 204 Tagen flag
Dankesehr für die positive Bewertung und danke für deinen Rat, @VeganeKekse! Die Fortsetztung kommt bald.
vor 216 Tagen flag
Es ist eine schöne Geschichte, schöne Idee.
Du könntest dir den Text nochmal durchlesen und ein paar Rechtschreibfehler überarbeiten.
Wieso steht in der Akte zuerst Theresa Lestrange, danach aber Victoria Lestrange?
Aber ich will jetzt auch nicht an allem rumnörgeln...
Ich freue mich schon darauf, die Fortsetzung zu lesen!🙂
👍❣
vor 222 Tagen flag
Sehr schöne Geschichte mach weiter so 👍👍💖