Springe zu den Kommentaren

Elarras - Die eine und neun andere

star goldstar goldstar goldstar goldstar greyFemaleMale
1 Kapitel - 7.936 Wörter - Erstellt von: - Aktualisiert am: - Entwickelt am: - 347 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Kapitel 30

1
30. Eine Frage des Schuldgefühls
Am nächsten Tag fiebert er wieder, doch es ist schwächer als am Vortag. Ein wenig nur, aber immerhin. Zumindest kann er sprechen, wenn es ihm auch einiges an Kraft abverlangt. Ich kümmere mich so gut um ihn wie ich es eben kann und bisher hat er sich auch nicht beschwert. Gelegentlich kommt Gremgosh ins Zimmer, um nach dem Rechten zu sehen, doch ansonsten herrscht in dem Raum immer vollkommene Ruhe. Solange Helendir nichts weiter braucht, gehe ich wieder meinen früheren Beschäftigungen nach und zeichne, schreibe oder lese. Wenn dann aber mal etwas ist, helfe ich. Es geht den ganzen Tag so, bis in den frühen Abend hinein. Dann vollzieht sich jedoch eine seltsame Wandlung in seinem Wesen. Diese Schwachheit, die er an den Tag legt, und diese Charakterkonsistenz schwinden sobald es Nacht wird, so scheint es. Er setzt sich im Bett auf und sieht mir eine ganze Weile lang zu, wie ich am Tisch sitze und zeichne. Als auch ich aufsehe und unsere Blicke sich treffen, wird mir unwohl zumute. Ein feines Glühen von Wahnsinn glimmt in seinen Augen. Kurz überlege ich hinauszugehen und ihn für die Nacht im Zimmer allein zu lassen, doch diesen Gedanken verwerfe ich schnell wieder. Mir würde er dann zwar kaum gefährlich werden können, aber in seinen Wahnzuständen ist er gerade wohl noch eine größere Gefahr für sich selbst. Er steht auf, kommt langsam zum Schreibtisch hinüber, stellt sich hinter mich und betrachtet meine Zeichnung für einige Minuten. Dann legt er seine Hände auf meine Schultern und stützt sein Kinn auf meinem Kopf ab. Ohne es zu wollen, verkrampfe ich regelrecht und höre instinktiv auf zu zeichnen. „Du tust mir weh“, sage ich leise und will sein Kinn wegdrücken, doch er schiebt meine Hand zurück und lässt seinen Kopf noch schwerer werden. „Zier dich nicht so. Dermaßen wehleidig bist du nicht.“ Mir wird rau in der Kehle. Vielleicht sollte ich ihn doch für diese Nacht alleine lassen. Wenn es schon so anfängt, kann nichts Gutes dabei rauskommen. Aufstehen und gehen kann ich momentan aber nicht. „Hast du Angst vor mir?“, fragt Helendir und legt dabei seine Arme von hinten um meinen Hals. Ich verneine lautlos und wende meinen Kopf zur Seite, sodass er sein Kinn heben muss. Ein Schmunzeln wandert über seine Lippen und er atmet tief durch. Mag es dieser Atemzug sein oder diese unbehagliche Nähe zu ihm, irgendetwas daran lässt es mir flau im Magen werden. „Ich... ich würde gerne weiterzeichnen“, sage ich leise und versuche seine Arme von meinem Hals zu lösen. Er lässt das auch zu, richtet sich auf und tritt an meine Seite. Der Stift in meiner Hand zittert, als ich ihn Richtung Papier bewege. Nur aufsetzen kann ich ihn, doch weiter will er sich nicht bewegen lassen und ein tiefer schwarzer Punkt drückt sich ins Papier hinein. „Gib mal her“, sagt Helendir schließlich und hält mir seine offene Hand hin. Zögerlich lege ich den Stift hinein und erhebe mich von meinem Platz. Er setzt sich, die Flamme der Kerze auf dem Tisch flackert kurz auf, als er hörbar ausatmet. Dann zeichnet er einige Linien, rasch, ohne große Überlegungen und fließend, als würden diese Graphitstriche ein Eigenleben haben. Er zeichnet an meinem unvollendeten Bild weiter. Es zeigt eine der Straßen in Minas Tirith in einer regnerischen Nacht. Auf dieser Straße haben Nethos, Fildis und ich oft mit anderen Kindern gespielt, wenn das Wetter schön gewesen ist. Sie ist nahe den Gärten und wird nicht oft befahren, aber auf dieser Zeichnung sind viele Leute dort zu sehen. Die meisten fügt Helendir hinzu. Ihre Gesichter kann man nicht sehen, sie sind vom Betrachter abgewandt, am Ende der Straße steht ein schwarzes Pferd, auf ihm sitzt eine Gestalt, deren Gesicht nur halb zu sehen ist, denn auch sie ist fast gänzlich abgewandt, ihr Blick ist Richtung Boden gewandt hin zu einem jungen Wolf, der neben dem Pferd hertrottet. Eine ganze Zeitlang beobachte ich ihn dabei, wie er in diesem Bild eine Atmosphäre entstehen lässt, die sowohl bedrückend als auch schicksalhaft erscheint. Dann zwinge ich mich den Blick von dieser Zeichnung fortzureißen und gehe zum Fenster hinüber. Da hört er auf zu zeichnen, das raue Kratzen des Stifts ist nicht mehr zu hören und das Papier raschelt kurz. „Was wird eigentlich mit dir geschehen, wenn Sauron wieder Schönes erschaffen kann?“, frage ich ohne zu ihm zu schauen. Er antwortet nicht. Er bleibt nur eine Weile stumm an dem Platz sitzen, steht nach einigen langen Sekunden auf und geht zu dem Schrank hinüber, in welchem er früher immer einige Flaschen Wein stehen hatte. Erst als er wieder am Tisch sitzt und eine dieser Flaschen öffnet, erwidert er: „Ich werde mich hinauskämpfen müssen. Sauron wird keinerlei Verwendung mehr für mich haben, als dass er mich töten lässt. Was mit dir geschieht... das vermag ich nicht zu sagen, denn ob dein Geist vielleicht noch leben wird und nur dein Körper zugrunde geht, oder ob du einfach nur die Kontrolle über dein Selbst verlierst, wie ein Teil von mir es tat, das weiß ich nicht.“ Ich nicke gedankenverloren und drehe mich zu ihm um. „Gäbe es denn überhaupt noch jemanden, dem es um dich leidtun würde? Jemanden, zu dem du zurückkehren könntest?“ Er senkt den Blick, lässt aber keinerlei Regung in seinen Zügen erkennen. „Wenn es jemanden gab, dann bin ich demjenigen schon längst zum Verhängnis geworden.“ Wie abwesend schenkt er etwas von dem Wein in ein Glas und betrachtet es im Schein der Kerzenflamme. Dann legt sich ein trübseliges Lächeln auf seine Lippen und er schaut zu mir hinüber. „Warum nur? Warum hast du das so geschrieben?“ Ich erschaudere und zucke mit den Schultern. „Ich wollte Wissen erlangen. Aber dass es so ausarten könnte, das habe ich nicht bedacht.“ Ein verächtlicher Laut entweicht ihm und er schüttelt den Kopf. „Wissen. Was möchtest du mit diesem ganzen Wissen? Naiv bist du gewesen. Wolltest ausprobieren was und wie du schreiben kannst. Von Wissen ist bei solchen Dingen kaum die Rede.“ „Deshalb wollte ich diese Geschichte ja tatsächlich durchleben“, werfe ich ein. „Nur... läuft sie nicht ganz so ab, wie ich sie einst schrieb. Wie denn auch? Ihr seid keine Spielfiguren festgeschriebener Bahnen. Ihr könnt frei entscheiden, was ihr tun wollt, so habe ich keinerlei Einfluss mehr auf diese Geschichte.“ „Natürlich.“ Seine Stimme hat einen sarkastischen Ton angenommen und er setzt ein falsches Lächeln auf. „Du könntest darum beten, das Barad-Dûr jetzt zusammenfällt, das alle üblen Geschöpfe Mittelerdes mit einem Schlag verschwinden und nur noch Harmonie in dieser Welt herrscht. Du hättest so etwas schreiben können. Aber du tatst es nicht.“ „Verzeih, dass meine Entscheidungen nicht die deinigen sind. Aber es ist für einen Menschen nicht möglich in einer perfekten Welt zu leben. Für euch Elben, vielleicht, aber Menschen, Menschen können das nicht. Außerdem legte nicht ich den Grundstein für diese Geschichte.“ „Und? Ist es sich nicht gleich? Du hättest diese Geschichte nicht aufgreifen müssen. Du hättest ein völlig neue schreiben können, über eine andere Welt, eine perfekte Welt.“ „Und dann? Helendir, worüber werden Geschichten erzählt? Über das, was gut funktioniert? Oder doch eher über Probleme, die überwunden werden müssen?“ Er grinst und nickt leicht. „Dich zu verstehen ist schon eine Kunst für sich. Aber bitte, wenn du dem Sadismus frönen willst...“ „Das ist doch gar nicht meine Intention gewesen! Nie und nimmer!“ „Wieso schriebst du dann, dass ich meine Familie umbringen sollte? Meine Mutter, meinen jüngeren Bruder, meine Frau und mein ungeborenes Kind? Wieso wenn nicht aus Freude am Leid anderer?“ Ich zucke zusammen und schaue weg von ihm. Gänzlich unbegreiflich ist mir nicht, warum er so denkt. Das nun nicht. Und wenn ich die Möglichkeit hätte, so würde ich das alles auch am liebsten ungeschehen machen, aber das kann ich nicht. „Ich glaubte zuerst nicht daran, dass diese Geschichte je wahr werden würde“, sage ich schließlich leise. „Damals waren es nur Worte auf Papier. Glaub mir, wenn ich es könnte, so würde ich es jetzt ändern, all das, was du durchleben musstest. Aber als ich es schrieb, da wollte ich nur Gründe für dein Handeln finden. Gründe für deinen Lebenslauf. Du hättest dich dort auch anders entscheiden können. Schiebe nicht alle Schuld auf mich.“ „Du besitzt noch die Unverfrorenheit mir zu sagen, dass ich die Schuld daran trage? Wirklich? Was kann ich meinem Schicksal entgegensetzen? Ein Schicksal, das du mir zugeschrieben hast! Sag mir, was?“ Ich schüttle den Kopf und muss seufzen. „Was ist denn schon ein Schicksal? So etwas gibt es nicht. Das einzige, was man Schicksal nennen kann, das ist der Tod. Jedem Menschen ist es einmal beschieden zu sterben. Das ist der Menschen Schicksal. Dein Schicksal ist es ewig zu leben, es sei denn du wirst getötet oder möchtest nicht mehr am Leben sein. Jedenfalls sollte das dein Schicksal sein. Was nun Sauron daraus gemacht hat, ist nicht meine Schuld.“ „Du schriebst davon! Natürlich ist es deine Schuld!“ Sein Gesicht wird rot vor Wut und das Glas in seiner Hand zittert unruhig. Dennoch versuche ich weiterhin souverän zu wirken, wenn auch meine Stimme beginnt zu beben. „Nein, es ist seine Entscheidung gewesen. Das einzige, wofür ich etwas kann, ist, dass ich darum gebeten habe in diese Welt zu kommen, um noch einmal eine heile Welt zu Gesicht zu bekommen. Ich habe meinen Gott nicht gebeten, diese Geschichte eins zu eins in die Tat umzusetzen, welches Recht hätte ich denn dazu gehabt? Ich wollte nur in diese Welt. Ich wusste nicht einmal, ob sie existiert, ich wünschte mir nur, dass dem so wäre. Die Geschichten um diese Welt fand ich einfach zu schön und trotz ihrem Fantasiereichtum so schlüssig und realistisch verpackt, dass mir dieser Wunsch nicht aus dem Kopf wollte. Aber Schönheit wird oft erst in der Tragik sichtbar. Und doch, nicht alles, was auf Papier steht, muss wahr werden. Spring aus dem Fenster wenn du magst, jetzt gerade. Ich hindere dich nicht, aber es ist auch nur ein Vorschlag. Ob du es nun tust oder nicht ist deine eigene Entscheidung.“ „Es ist aber nicht meine Entscheidung gewesen, dass meine Familie vom Tod eingeholt wurde! Hätte ich mich geweigert, so hätte Sauron viel mehr getötet! Wie hätte ich mich denn entscheiden sollen, dass sie heute noch am Leben wären? Sag, wie?“ „Du hättest dich nicht der Kunst hingeben sollen. Sauron hätte dann nie in Erwägung gezogen, dich zu seinem Handlanger zu machen, weil er keine Verwendung für dich gehabt hätte.“ „Wie hätte ich das wissen sollen? Du hast mich ins offene Messer laufen lassen mit dieser Geschichte! Du hast mir die Eigenschaften zugeschrieben, die ich nun habe! Ich hätte es niemals begreifen können, was das Richtige in all dem gewesen wäre!“ „Aber ich schrieb dich nur. Ich formte dich nicht zu einem Lebewesen und hauchte dir nicht das Leben ein, das dein Herz schlagen lässt. Es wird schon einen Grund haben, warum du existierst und warum Eru dich nicht anders erschaffen hat als ich es schrieb. Diesen Grund kann ich dir aber nicht sagen, denn ich weiß ihn selbst doch nicht. Ich kann auch nicht sagen, warum ich selbst so existiere wie ich eben bin. Hätte jemand nun so eine Geschichte über mich geschrieben, was könnte er dafür, dass ihm solche Gedanken in den Kopf gekommen sind?“ Das Glas in seiner Hand zerspringt und schneidet ihm ins Fleisch, bis zum Blut. „Du redest dich heraus!“, schreit er und steht abrupt auf. Ich gehe sofort einige Schritte zurück und stoße dabei an die Bettkante. „Ist es denn nicht auch deine Entscheidung gewesen, darum zu bitten, dass diese Welt existiert? Hättest du das nicht getan, wäre nichts von all dem wahr geworden! Rein gar nichts! Und es wäre besser so gewesen!“ Mit der verletzten Hand packt er mich am Kinn und zwingt mich ihm in die Augen zu schauen, die vor Wahnsinn immer stärker zu glühen scheinen. „Sag, dass du schuld daran bist! Los, sag es! Sag, dass du mir das Leben so zur Qual gemacht hast! Dass du die Schuld am Tod so vieler trägst!“ Er drängt mich noch weiter zurück, sodass ich mich kaum auf den Beinen halten kann und mich an ihm festhalten muss, um nicht aufs Bett zu fallen. Mein ganzer Körper zittert und in meinen Augen stehen Tränen. Er hat irgendwo ja recht, aber irgendwie auch nicht. Doch selbst wenn wir beide recht hätten, was würde es ändern? Ich nicke schließlich gezwungenermaßen, um ihn nicht noch mehr zu reizen und sage kaum hörbar: „Ja, ich bin schuld daran. Und es tut mir leid. Aber was kann ich nun daran ändern?“ Die Glassplitter in seiner Hand graben sich in meine Haut ein, als er fester zudrückt, und lassen mich kurzzeitig mein Gesicht verziehen. Da werden seine Züge weicher, er nickt und tritt einen Schritt zurück. „Das ist alles, was ich von dir hören wollte“, sagt er und sieht zu Boden. „Verzeih meine Grobheit.“ Erst jetzt bemerkt er das Blut, das über seine Handfläche rinnt und zieht erstaunt die Augenbrauen hoch. Bevor er etwas anderes tun kann, sage ich: „Setz dich. Das mache ich schon.“ Er befolgt die Anweisung und setzt sich aufs Bett, während ich die Scherben vom Boden auf den Schreibtisch lege, eine Nadel sowie Tücher und Wasser aus dem Nebenzimmer hole. Die Splitter an meinem Kinn tun nicht sonderlich weh, es brennt nur, als wäre mir jemand mit Schmirgelpapier darübergefahren. Als ich die Kerze vom Tisch neben ihn stelle, mich zu ihm setze, das Blut rasch abwische und beginne die Splitter mit der Nadel zu entfernen, schaut er mich lange an, ohne etwas zu sagen. Nur einmal schaue ich zu ihm auf, da liegt ein Funken Unverständnis in seinem Blick, doch das beachte ich nicht weiter. „Versuchst du deine Fehler wieder gutzumachen?“ Ich schüttle den Kopf und lege den vierten Splitter in ein anderes Tuch. „Das könnte ich nicht wieder gutmachen.“ Wir schweigen eine Weile. „Hasst du mich?“, fragt er schließlich. Er hat mich das schon einmal gefragt, im Traum. Ich habe ihm damals nicht geantwortet, aber jetzt schüttle ich den Kopf. „Ich sollte es vielleicht. Aber man soll auch Böses mit Gutem vergelten, wenn es denn möglich ist.“ Wieder lässt sich Geringschätzigkeit von ihm vernehmen. „Kennst du denn das ganze Buch auswendig?“ Den Spott in diesem Satz nicht beachtend arbeite ich weiter. Nein, ich kenne die Bibel nicht auswendig, aber das muss ich auch nicht, um glauben zu können. „Ich will dir nur helfen“, gebe ich schließlich zurück. „Wie denn? Indem du mir tote Weisheiten aufsagst?“ Nun muss ich schmunzeln, schüttle aber den Kopf. „Nein, indem ich dir die Glassplitter aus deiner Hand entferne. Ich dachte, du kennst mich.“ Jetzt ist er es, der den Kopf schüttelt. „Wohl nicht gut genug. Aber warum? Warum tust du das noch? Was erhoffst du dir davon?“ Ein leises Seufzen entkommt mir. „Nichts. Bei dir ist doch alles Hoffen vergebens. Aber das ändert nichts daran, dass du mir trotz allem noch etwas wert bist.“ Wieder ist es still um uns. Helendir beobachtet ganz genau wie ich die einzelnen Glasstücke aus seiner Handfläche heraushole und seine Hand schließlich mit etwas von dem Rotwein desinfiziere, bevor ich sie mit einem neuen Tuch verbinde. Dabei lässt er sich keinerlei Regung anmerken, als würde es ihn nicht kümmern. Was er gesagt hat beinhaltet vielleicht doch mehr Wahrheit als ich eingestehen wollen würde. Wenn ich nur Sauron nicht zugeschrieben hätte, dass er wieder die Fähigkeit erlangen will Schönes zu erschaffen, dann wäre das alles nie so gekommen. So denkt Helendir doch. Aber was kann man denn jetzt noch daran ändern? Es gibt einiges, was ich ändern wollen würde. Entscheidungen, die Helendir getroffen hat und die ich zu verhindern versuchte. Er hätte anders handeln können und das weiß er auch. Es ist keine Art von Schicksal gewesen. Wahrscheinlicher wäre, dass er seine Eigenkontrolle aufgab oder sich purer Rachsucht hingeben wollte. Doch was weiß ich schon? Die größeren Scherben auf dem Tisch lege ich zu den Splittern ins Tuch hinein und falte es zusammen. Gremgosh wird sie mitnehmen können, wenn er wiederkommt. Ich gehe wieder zum Fenster und stütze mich an der Fensterbank hinter meinem Rücken ab, den Blick zu dem Elb hin gerichtet. Er sieht ebenfalls zu mir, doch seine Augen scheinen noch ein wenig getrübt. Was nur soll ich von ihm halten? Ich kenne ihn besser als ich je zu denken wagte. Nur Nuancen seines Seins sind mir unklar, doch das macht ihn gerade zu dem Charakter, der er eben ist. Mein Blick schweift zu Boden. Er ist nur so, weil er Erfahrungen durchstehen musste, die ich ihm zugeschrieben habe. Das stimmt schon. Vielleicht hat er auch kaum noch Skrupel, weil es niemanden mehr gibt, der ihn vermissen würde, wenn er denn tot wäre. Und auch das ist meine Schuld. Ich habe es so geschrieben. „Es tut mir leid“, sage ich leise, ohne meinen Blick heben zu können. „Du musst es mir auch nicht verzeihen, es kann nicht entschuldigt werden, was du durchstehen musstest, aber bitte glaub mir. Wenn ich könnte, dann würde ich es alles ungeschehen machen.“ Nur ein geringschätziger Laut entkommt ihm, doch die darauffolgenden Worte kommen dem nicht gleich. „War ich dir etwa nicht gut genug, um ein Leben zu führen wie jeder andere?“ „Doch. Aber... aber Geschichten verlieren eben an Schönheit, wenn man ihnen die Tragik nimmt. Ich muss gestehen, von allen Charakteren warst du mir beim Schreiben der schwierigste, aber auch der liebste.“ „Und doch war ich dir eigentlich wertlos. Nur ein Werkzeug, um die Gegenseite in dieser Geschichte darzustellen und dir neue Erfahrungen zu ermöglichen.“ Ich schüttle langsam den Kopf. „Anfangs vielleicht. Aber je mehr ich von dir schrieb, desto mehr wollte ich über dich wissen. Du bist mit Abstand die komplizierteste Figur, über die ich je geschrieben habe. Und damit auch die wertvollste für mich. Glaubst du etwa es fiel mir einfach zu schreiben was du alles angestellt hast und was dir alles widerfahren ist?“ Ein Grinsen breitet sich auf seinen Lippen aus, als ich aufblicke. Nach einem leisen Lachen fragt er: „Ich bin dir also etwas wert? Das sehe ich nicht. Behandelt man so etwa jemanden, der einem wertvoll ist?“ „Wenn es dir nicht reicht, dass ich dir helfen wollte, von dieser Störung loszukommen, würde es dir reichen, wenn ich dir zur Flucht verhelfe?“ Nun stutzt er, lacht darauf aber gleich wieder. „Du? Mir? Du sagtest, dass es nicht mehr möglich ist und überhaupt. Wer von uns beiden kennt sich hier denn wohl besser aus?“ Ich winke ab. „Das ist es nicht. Für mich ist es nicht möglich. Sauron wird erwarten, dass du mich wieder zu ihm bringst, doch das würde dich umbringen. Du sagtest selbst, er hätte dann keine Verwendung mehr für dich.“ „Denkst du denn, dass ich mich nicht selbst aus dieser Misere retten könnte? Ich brauche deine Hilfe nicht.“ „Nein, brauchen würdest du sie wahrscheinlich wirklich nicht. Aber es würde dir einiges erleichtern. Und mir auch. Wenn du fort bist, ist Saurons letztes Druckmittel fort. Ich würde ihm meine Dienste verweigern können, ohne dass er dich als Erpressungsmittel einsetzen kann.“ „Und wenn schon. Du würdest dich auch weigern, wenn er mich hundertmal vor deinen Augen tötet. Nach all dem was wir uns gegenseitig angetan haben, würde mich das noch nicht einmal wundern.“ Wieder muss ich den Kopf schütteln. „Gut, erpressen wird er mich mit deinem Leben zwar nicht können, das stimmt schon. Aber wenn doch die Möglichkeit besteht, wenn du es schaffen könntest wirklich frei zu leben, dir ein neues Leben aufzubauen, würde es nicht Grund genug für mich sein, dir zu helfen?“ „Damit ich dir nichts mehr vorzuwerfen habe? Das ist es doch! Du willst deine Untaten reinwaschen!“ „Ruhig!“, sage ich und schaue ihn streng an. „Nach all dem, was du eigens entschieden hast, ohne dass ich je geschrieben habe, dass es geschehen soll, willst du etwa noch, dass ich dich als Unschuldslamm bezeichnen kann? Ich sagte bereits, das alles ist schon passiert und liegt in der Vergangenheit. Man kann es nicht mehr ändern. Welch anderen Grund willst du haben, als dass ich versuchen will, dieses Unrecht wenigstens halbwegs wieder gutzumachen? Was sollte ich noch tun? Dir mein Erstgeborenes verschreiben? Einen Vertrag mit eigenem Blut unterzeichnen? Lebenslange Knechtschaft? Was willst du von mir?“ Der Wahnsinn kehrt wieder in seine Augen zurück und er lacht. Wieso sollte ich Sauron dienen, wenn er seinen Teil der Abmachung nicht einhält? Warum sollte ich mich ihm unterwerfen, wenn Helendir immer noch unter dieser Störung leidet? Ich wende mich ab von ihm und schaue aus dem Fenster, als er sagt: „Ich würde dich vermissen, wenn du mich gehen lässt. Vermutlich wäre ich da aber der einzige. Oder gibt es etwa noch jemanden, der dir ach so wertvoll erscheint, dass du ihn nicht in Mordor lassen wollen würdest, um deinen Willen durchzusetzen?“ Darauf antworte ich nicht, aber mein Blick wird traurig. Kaum schaue ich zu Helendir hinüber, lässt sich Verwunderung in seinen Augen sehen. Er stockt. Nach einigen Augenblicken begreift er jedoch und schüttelt leise lachend den Kopf. „Ach, den meinst du. Der ist dir etwas wert? Ein Klischee? Ein Klischee ist dir etwas wert? Ich hätte dir mehr Selbstachtung zugeschrieben.“ Mit einem falschen Schmunzeln ziehe ich die Schultern hoch. „Was zählt das schon? Ich sterbe eh bald.“ „Nein, warte! Darüber möchte ich jetzt Klarheit haben. Wie viel ist er dir wert?“ Sein herablassender Ton widert mich nicht nur an, er lässt einen Funken Zorn in mir aufglimmen, den ich rasch zu unterdrücken suche. „Du hörst dich an wie ein Sklavenhändler. Den Wert einer Person zu bestimmen ist unmöglich. Gar töricht.“ „Ja, ja, ja, das sagst du so. Aber dieser Legolas scheint dir doch mehr wert zu sein als andere. Also? Wie viel? Hast du dich etwa verliebt?“ „Ich? In ihn? Denkst du ich wäre motiviert genug für etwas wie eine romantische Beziehung? Ich weiß nicht einmal was Liebe in so einem Sinne bedeutet, wie also könnte ich mich blindlings auf so etwas einlassen wollen? Und überhaupt, wenn es nicht auf Gegenseitigkeit beruht, ist es reine Zeitverschwendung.“ Er lacht. „Zeitverschwendung! Ja, das glaub ich, aber dir kaufe ich es nicht ab. Du warst doch diejenige, die mir einmal sagte, dass Zeit etwas Relatives, etwas Menschengemachtes sei.“ „Ja, das sagte ich. Und? Was nun? Ich sagte auch einmal zu meinem Bruder, dass er gar nicht wisse, was Liebe ist und damals war ich vier Jahre alt! Willst du mir etwa alles nachtragen, was ich je in Unwissenheit gesagt oder getan habe?“ Wieder lacht er, steht auf und kommt zu mir hinüber. „Weißt du, was ich an dir liebe?“ „Offensichtlich vieles, von dem ich nicht möchte, dass du es liebst.“ „Du amüsierst mich. Aber wirklich, deine Kindlichkeit, deine Naivität grenzt schon an einen Naturalismus in seiner größten Vollkommenheit. Findest du es denn nicht gerechtfertigt, dass ich über dich lache?“ „Dass du über mich lachst, ist nicht das Problem. Eher dass du versuchst mir vorzuschreiben, wie ich andere Leute anzusehen habe. Legolas hat mir viel beigebracht. Er hat es geschafft mir überhaupt ein Selbstwertgefühl zu geben und die Sicherheit, dass es auch welche gibt, die zumindest versuchen würden meine Gedanken nachzuvollziehen.“ „Tatsächlich?“ Sein Grinsen wird breiter und er verschränkt seine Arme vor der Brust. Nach einem kurzen Moment zieht sich aber eine Bitterkeit über seine Züge, wie als würden ihm meine Worte nicht recht gefallen wollen. „Es mag ja sein.“ Beinahe geistesabwesend starrt er in meine Richtung, ohne mich wirklich zu fokussieren. „Es mag sein, dass er dich einiges gelehrt hat. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, das zu entscheiden ist nicht meine Sache. Aber war nicht ich schlussendlich derjenige, der dir ermöglicht hat neue Erfahrungen zu sammeln? Was hat Legolas dir Neues ermöglicht oder begreifbar gemacht? Du kanntest schon fast alles von dem, was er dir beibrachte, nur geübt warst du nicht. Er hätte dich nie die Schattenseiten des Lebens erkunden lassen.“ „Schattenseiten?“, unterbreche ich ihn mit zitternder Stimme. Seine Worte verletzen mich und das mit Absicht. Er weiß das, doch warum tut er es dann? So viel Zynismus habe ich ihm eigentlich nicht zugeschrieben. „Meinst du etwa, dass es eine notwendige neue Erfahrung für mich gewesen ist, als Kind jemanden zu töten, den ich liebgewonnen habe? War es notwendig, dass du mich vergewaltigt hast? Ich kann ja verstehen, dass ich in Gefangenschaft war. Meinetwegen hätte ich auch ein paar Jahre länger in dem Kerker schmoren können. Ich kann auch verstehen, dass du das Dorf dem Erdboden gleichgemacht hast, aber warum musstest du auch fast alle Grünfelder ums Leben bringen?“ „Klag mich nicht an. Wenn du Erfahrung und Wissen erlangen willst, dann musst du auch etwas dafür geben.“ Ich wende mich ab von ihm und gehe in Richtung Tür. Nein, vielleicht ist es wirklich keine gute Idee gewesen ihm zu helfen. Vielleicht hat sich die Störung mittlerweile so stark zum Negativen verändert und verfestigt, dass er ein Leben wie er es früher hatte gar nicht mehr aufnehmen könnte. Er packt mich an der Hand und will mich zurückziehen, damit ich nicht gehe, da hole ich aus und schlage ihm ins Gesicht. „Ich hätte es dir vergeben!“, schreie ich ihn an und merke wie meine Augen feucht werden. „Ich hätte es dir alles vergeben, wenn du nur nicht so skrupellos wärst und dich aufführen würdest, als wüsstest du die alleinige Wahrheit über alles in dieser Welt! Warum versuchst du noch mich zu lenken, selbst wenn du weißt, dass mir der Tod vor der Tür steht? Und warum musstest du Unschuldige da mit einbeziehen? Du hast Boromir umgebracht! Er hätte überlebt, wärest du nicht dagewesen!“ Bevor ich weitere Anschuldigungen vorbringen kann, schlägt er zurück, drängt mich an die Wand und hält mir den Mund mit der unverletzten Hand zu. „Lass das bleiben“, erwidert er zischend und funkelt mich zornig an. „Und bevor du noch etwas gegen mich vorbringen willst, schau dich selbst an und verrate mir wann du besser als ich gehandelt hast.“ Dann stößt er mich zu Boden und geht zur Tür. Bevor ich mich aufrichten kann, dreht er von außen den Schlüssel im Schloss herum. Es ertönen aber keine Schritte, also steht er noch immer hinter der Tür. Die Haut an meinem Kiefer brennt und meine Arme tun mir weh, als ich aufstehe. „Du sperrst mich also wieder ein?“, frage ich leise, weiß aber genau, dass er mich hört. „Wie alle anderen vorher auch? Diese Erfahrung hab ich schon tausendmal durchstehen müssen. Es ist nichts Neues für mich.“ Für eine Weile ist es still. Dann höre ich seine Stimme gedämpft durch die Tür. „Beweise mir, dass du besser handeln kannst als ich es getan hätte. Dann lasse ich dich vielleicht wieder hinaus.“ Erst jetzt geht er. Wenige Sekunden später sind auch seine Schritte nicht mehr im Flur zu hören und ich bin vollkommen allein. Ich schaue zu Boden und schüttle meinen Kopf. Zu viele Gedanken schwirren gerade in ihm herum, sodass es schon fast wehtut. Unbewusst verschränke ich meine Finger ineinander und schließe die Augen, als mich ein Anfall von Verzweiflung überkommt. Ich will nicht mehr eingesperrt werden. Egal von wem. Auch nicht von dieser Geschichte. Meine Schultern beben und ich habe Mühe nicht zu weinen. In dieser Verfassung noch vernünftig nachzudenken ist sinnlos, also lasse ich es einfach zu. Ich setze mich aufs Bett, dort wo Helendir vorher noch gesessen hat, vergrabe mein Gesicht in den Händen und lasse die Tränen laufen. Bevor ich irgendeinen klaren Gedanken fassen kann, muss ich erst diese Verzweiflung loswerden, sonst wird sie mich noch genauso zerstören wie sie Helendir einst zerstört hat. Nur wenige Minuten sind vergangen, da bin ich wieder ruhig. Zwar verlassen von jeglicher Kraft, aber damit zumindest auch von der Kraft zu verzweifeln. „Vater, vergib mir“, kommt es mir tonlos über die Lippen. Ich hätte zufrieden sein müssen mit dem was ich hatte. Es ist mir dort schon nicht gelungen aus der Gefangenschaft der Gesellschaft zu entkommen und hier bin ich von einer Gefangenschaft in die nächste geraten. Trotzdem würde ich lieber in dieser Welt sterben als in der, aus der ich stamme. Dort würde man selbst noch nach seinem Tod anderen Probleme bereiten können, sei es auch nur durch die Bestattungskosten. Langsam stehe ich auf und gehe zum Schreibtisch. Die Zeichnung liegt noch dort. Sie sieht schön aus, aber eine seltsame Wirkung geht von ihr aus, wie auch von dem Gemälde, das an der Wand hängt. Es ist nicht das Motiv, auch nicht die Farben, es ist etwas anderes, das diese Bilder so einnehmend und düster wirken lässt. Er hat Talent. Großes Talent. An seiner Stelle hätte ich mich wohl auch lieber der Kunst hingegeben als etwas anderes zu tun. Er wusste ja nicht worauf das hinauslaufen würde. Und ja, es stimmt doch. Eigentlich bin ich schuld an all dem, was hier passiert ist, auch wenn ich es nicht wahrhaben möchte. Zwar lenke ich nicht ihre Gedanken und ihre Entscheidungen als würde ich alles bestimmen, was ihnen zustoßen wird; ich habe sie auch nicht eigenständig zum Leben erweckt, aber im Grunde habe ich ihre Charaktere umschrieben, ihnen eine Richtung vorgegeben, abgewogen, welche Entscheidungen welcher Figuren am wahrscheinlichsten sind und damit diese Geschichte geformt. Daran trage ich Schuld. Daran, dass sie so existieren wie sie eben sind. Aber nicht daran wie sie sich schlussendlich entscheiden zu handeln und zu leben. Ich lege die Zeichnung zu den anderen auf den Stapel, schließe die Weinflasche und stelle sie zurück in den Schrank, dann nehme ich die Kerze und stelle sie neben den Spiegel im Badezimmer. Nadel und Tücher lege ich davor und schaue lange in die Spiegelung meines Selbsts hinein. Beim letzten Mal, als ich in diesen Spiegel geschaut habe, sah ich fast wie tot aus. Das Licht hat mich wieder verändert. Ich sehe nicht aus wie man es meinem Alter entsprechend erwarten würde. Meine Kleidung und mein Verhalten lassen mich älter wirken, meine Gesichtszüge aber und vor allem meine Augen, sie haben noch etwas Kindliches an sich. Wie schon der haradsche Hauptmann gesagt hat, meine Züge sind weich. Nur mein Kiefer ist im Gegenzug ziemlich stark ausgeprägt. Das ist eines der wenigen Dinge, die diese Welt an mir nicht verändert hat. Und eigentlich kann ich damit ganz zufrieden sein. Ich wasche vorsichtig Helendirs Blut von meinem Kinn weg und versuche dann mit der Nadel die kleinen Splitter aus meiner Haut zu holen. Es dauert ein bisschen, bis alle draußen sind, doch zum Glück haben sie sich nicht sonderlich tief eingegraben. Noch einmal wasche ich mein Gesicht und mein Kinn, dann lege ich die restlichen Splitter zu denen von Helendir, stelle die Kerze wieder an ihren Platz zurück und schließe die Tür zum Nebenzimmer. Ein paar Tage nur noch. Dann werde ich nicht mehr leben. Hoffentlich nur nicht zu früh. Wie es Frodo und Sam wohl geht? Sicherlich sind sie gar nicht einmal so weit weg von hier. Sie werden ihren Weg aber auch ohne meine Hilfe schaffen. Das einzige, was ich jetzt noch zu tun habe, ist wohl, dass ich Zeit schinde so gut es denn geht. Zeit schinden und Helendir aus dem allen wieder hinaus schleusen. Morgen werde ich vielleicht mit ihm reden können. Am Tag ist er für gewöhnlich umgänglicher als in der Nacht, doch allzu viel Hoffnung sollte ich mir da auch nicht machen. Ich setze mich aufs Bett und bete leise. Was genau ich tun soll, was ich glauben soll, was meine Intentionen sein sollten, weiß ich nicht, aber wenn ich meinen Gott um Rat frage, dann wird er mir schon antworten. Wenn auch nicht so, wie ich es gerne haben würde. Am nächsten Morgen sitzt Helendir neben mir und versucht zu lächeln, als ich mich aufrichte, aber sein Blick wirkt irgendwie niedergeschlagen. „Hast du Hunger?“, fragt er und ich nicke nach einigem Zögern. Als er aufsteht, um mir etwas zu essen zu bringen, bemerke ich erst, dass an der vorhin von mir abwandten Seite ein provisorischer Verband um seine Hüfte angelegt worden ist. Getrocknetes Blut drückt sich durch den Stoffstreifen über seiner dunklen Hose, doch es scheint ihn nicht sonderlich zu beeinträchtigen. Er muss nicht hinausgehen, um etwas zu essen zu holen. Gremgosh ist dagewesen und hat Brot, getrocknetes Fleisch und eine Flasche Wasser auf den Tisch gestellt. Die Scherben und Glassplitter hat er mitgenommen. Dankend nehme ich etwas von dem entgegen, was Helendir mir ans Bett bringt, habe aber nicht vor das Fleisch zu essen. Wer weiß wovon es stammt. „Wo bist du gestern gewesen?“, frage ich leise. Er schmunzelt traurig, setzt sich wieder neben mich und schüttelt den Kopf. „Es ist nicht so wichtig. Ich weiß selbst nicht, warum es mich dorthin getrieben hat. Nur...“ Er stockt und schüttelt wieder den Kopf. Dann erst sieht er mich an. „Nur war da eine meiner Seiten wohl etwas zu enthusiastisch und hat den Ärger gesucht.“ Stille. Ich esse langsam weiter, was sollte ich dem schon erwidern. Nachdem ich nach mehreren Minuten nichts weiter gesagt habe, fängt er wieder an zu reden, wenn auch nur mit sehr zurückgehaltenem Volumen in der Stimme. „Ich habe dich gestern verletzt, nicht wahr?“ Ich antworte nicht, schaue ihn aber auch nicht an. „Wahrscheinlich würde ich lügen, wenn ich sage, dass ich das nicht wollte. Ich wusste, dass dieser Elb dir recht wichtig ist. Aber... ich dachte in dem Moment wohl nur daran dir wehzutun. Auch wenn ich dir schon oft genug wehgetan habe.“ Immer noch will ich nichts erwidern. Aber ich komme nicht umhin ihn wenigstens kurz anzublicken. Er wendet sich daraufhin von mir ab. „Du hast recht, man kann nicht mehr ändern, was bereits geschehen ist. Vielleicht waren es auch Rachegelüste, die mich gestern überkamen. Und wenn es dir wirklich Schmerz zugefügt hat... dann vergib mir das bitte.“ „Du warst nicht Herr deiner Selbst. Ich hab kein Recht dich dafür zu verurteilen“, antworte ich schließlich und stelle Essen und Trinken beiseite. Als er wieder zu mir schaut, sage ich hingegen: „Wo wir uns jetzt einigermaßen vernünftig unterhalten können... Ich habe es gestern ernst gemeint, dass es mir leidtut. Aber ja, man kann es nun mal nicht mehr ändern, nur... nur um Vergebung bitten kann ich dich noch.“ Er nickt und muss wieder schmunzeln. „Du hast besser gehandelt als ich es getan hätte. Nenn es Irrsinn, aber wäre ich du gewesen, so hätte ich mir gestern wahrscheinlich das Leben genommen.“ Ich schüttle den Kopf. „Dazu fehlt mir der Mut. Ich hätte nie genug Willensstärke, um mir selbst ein Ende zu setzen, auch wenn ich es verdient hätte. Zu feige bin ich dazu.“ Kurzzeitig verzerren sich seine Gesichtszüge wie unter Schmerzen, als ich das sage. Dann dreht er sich zu mir und erwidert: „Es braucht keinen Mut, sich das Leben zu nehmen. Es zu ertragen, auch wenn man weiß, wie sehr man darunter leiden wird, ist das, was einem Mut und Willensstärke abverlangt. Du bist nicht feige. Du weißt nur, dass das Leben hart und ungerecht ist und sich das aber auch nicht ändern wird, wenn man nicht selbst beginnt, sich zu verändern.“ „Sicher? Ich denke eher, ich nehme mir das Leben nur nicht, weil ich mir einbilde, dass es meine jetzige Situation nur verschlechtern würde.“ „Manchmal haben Einbildungen auch ihr Gutes... Ich weiß noch, wie du in deiner Welt gewesen bist. Ohne Einbildungen hättest du dort nicht überlebt. Fast hätte ich dich um deine Kreativität beneiden können, so unglaublich viel konntest du für wahr halten, irgendwo aus dem Nichts heraus erklären oder auch so tun als würde etwas existieren, obgleich es rational betrachtet gar nicht möglich wäre. Bis ich erkannt habe, dass du einfach nur... einsam gewesen bist. Allein nicht, aber einsam. Sehr einsam. Ohne diese Einbildungen wärst du wohl nicht einmal lebensfähig gewesen, weil dir niemand zugesprochen hätte, du nicht die Hoffnung auf etwas Besseres gehabt hättest und Angst vor der Welt, in der du lebtest, hattest. Natürlich, was hättest du auch anderes kennenlernen sollen? Deine Eltern wurden so erzogen, wie hätten sie dich anders erziehen sollen? Diese Einbildungen sind dir wie eine Droge geworden. Du konntest nicht mehr ohne sie. Und jetzt sieh, sie sind wahr geworden.“ Er schweigt. Seine Worte mögen etwas undurchsichtig scheinen, doch ich weiß genau was er meint. „Die Einbildungen sind nicht wahr geworden“, sage ich nach einem langen Schweigen. „Wäre dem so, so würden wir jetzt immer noch in meiner Welt sitzen. Es sind Träume, die wahr geworden sind. Wenn du einen Traum kontrollieren willst, dann kostet es dich Anstrengung. Du wirst am nächsten Tag nicht ausgeschlafen sein. Aber wenn du den Traum einfach auf dich zukommen lässt, dann erinnerst du dich später vielleicht kaum noch dran und wenn dann erinnerst du dich meistens nur noch an eine ganz wirre Handlung mit allerlei miteingewobenen Verrücktheiten. Doch du bist ausgeruht. Sieht diese Geschichte denn nicht genauso aus? Selbst wenn ich könnte, ich will sie gar nicht mehr kontrollieren. Es würde nicht nur ermüdend für mich sein, es würde ja auch bedeuten, dass alles, was jeder einzelne von euch tut, eigentlich bedeutungslos wäre. Das möchte ich nicht.“ „Und was, wenn dieser Traum zu einem Albtraum mutiert?“ „Nun, selbst aus Albträumen kann man noch etwas lernen. Und den würde ich nur kontrollieren wollen, wenn andere auch davon betroffen wären.“ Helendir grinst. „Dass diese Geschichte eine reale Form angenommen hat, bezeichnest du also als Traum... Ich mag das Bild. Hast du mit Legolas auch so geredet?“ Nur leicht lächelnd schüttle ich den Kopf. „Er weiß nicht so viel von mir wie du. Aber ich muss zugeben, dass ich mit ihm vertraulicher reden konnte als mit dir, weil ich nicht befürchten muss, dass er böse Absichten mir gegenüber hegen könnte. Bei dir kann ich darauf leider nicht so sehr vertrauen.“ Er nickt. „Verständlich. Ich würde mir auch kein Vertrauen mehr schenken.“ „Nicht überhaupt kein Vertrauen. Nur nicht so viel wie ihm.“ Wieder fliegt ein Schmunzeln über seine Lippen, aber ein trauriges. Nach kurzem Überlegen muss ich auflachen, was ihn recht verwirrt. „Was ist mit dir?“, fragt er skeptisch. Ich winke nur kopfschüttelnd ab. „Wann ist diese Geschichte so melancholisch geworden? Ich meine, ja, es ist gerade alles ein bisschen scheiße und wahrscheinlich werden gegen Ende dieser ganzen Story mehr Personen tot sein als einem lieb sein kann, aber es ist doch immer noch besser mit einem frohen Gemüt in eine Schlacht zu ziehen als mit einem bedrückten.“ „Das hast du von ihm, nicht wahr?“ Ich muss verlegen lächeln. „Gewissermaßen. Ach, so ziemlich alles was euch ausmacht kommt doch aus meinen Gedanken. Seien es auch nur fremde Gedanken, die von mir umgearbeitet wurden.“ „Na, mittlerweile muss selbst das nicht wahr sein. Du denkst zu kompliziert, Jenny. Viel zu kompliziert... Aber ich könnte mich daran gewöhnen... Was wäre, wenn wir beide von hier fliehen?“ Sofort stutze ich. Das kann er nicht im Ernst gesagt haben. „Zu welchem Zweck? Wenn ich nicht hierbleibe, dann kann ich Sauron auch in keinster Weise von den Gefährten ablenken.“ „Sie würden es auch ohne dich schaffen, im Buch taten sie das doch auch.“ „Aber wozu denn? Was hättest du davon? Was hätte ich davon?“ „Wir würden am Leben bleiben. Ist dir das nicht genug?“ Langsam schüttle ich den Kopf. „Warum sollte man jemandem wenigstens den Versuch zur Beihilfe verwehren, wenn die Freiheit eines ganzen Kontinents auf dem Spiel steht? Bestimmt würden sie es auch ohne mich schaffen, daran zweifle ich nicht. Aber sie könnten auch einiges an Problemen einsparen, wenn Sauron nicht seine ganze Konzentration auf sie lenken würde.“ „Und dafür willst du deinen Tod in Kauf nehmen?“ „Du weißt doch gar nicht ob ich wirklich sterben werde.“ Er seufzt und schüttelt den Kopf. „Aber weißt du es denn? Jenny, wenn Sauron es tatsächlich schafft sich dein Können anzueignen, bevor der Ring vernichtet worden ist, werden ganz neue Probleme auf deine Gefährten zukommen.“ Ich schüttle den Kopf. „Selbst mit denen würden sie fertig werden, solange es noch Hoffnung gibt, dass Saurons Macht nicht lange anhalten wird.“ „Warum gehst du dann überhaupt dieses Risiko ein? Warum nimmst du die Möglichkeit hin sterben zu müssen?“ Unbeteiligt zucke ich mit den Schultern. „Weil ich dir etwas schuldig bin. Du hast zwar viel Mist gebaut, aber auch nur weil ich der eigentliche Oberdrahtzieher im Dunkeln gewesen bin. Irgendwie muss ich das ja wieder gutmachen und wie wenn nicht dadurch, dass du fliehen kannst und wenigstens die Möglichkeit hast dir ein neues Leben aufzubauen.“ „Willst du das wirklich? Du könntest mit mir fliehen, irgendwohin, wo niemand uns kennt, ich weiß nicht, in den Süden vielleicht oder noch weiter nach Osten, in ein Land, in dem noch niemand gewesen ist. Du musst dich nur dazu entscheiden.“ „Du wärst ohne mich besser dran. Und überhaupt, Sauron würde uns beide umbringen, wenn er davon wüsste. Wenn ich bleibe, dann hättest du eine echte Chance zu entkommen.“ Er wendet sich noch mehr in meine Richtung und nimmt meine Hände in die seinigen. „Und was soll ich dann dort alleine?“ Bevor er einen weiteren Satz hervorbringt, stehe ich auf und streife seine Hände ab. „Leben. Das sollst du. Nicht mehr nur dahinvegetieren und dich von Trieben lenken lassen.“ Ich gehe zum Schrank, um meinen Mantel zu holen. Mit Sicherheit hat er gestern etwas angestellt, das nicht gerade nur ein harmloses Gespräch gewesen ist. „Jenny, bitte!“, will er mich zurückhalten und geht mir nach, als ich schon an der Tür stehe. „Wieso ohne dich?“ Ein betretenes Grinsen überfliegt meine Züge, als ich mich wieder zu ihm umdrehe. Jetzt erst fällt mir auf, dass er am ganzen Körper zittert; vielleicht zwei Meter sind wir voneinander entfernt, aber er tritt nicht näher. Irgendetwas stimmt mit ihm nicht. Was es genau ist, das zu sagen ist schwierig. Er ist momentan zwar er selbst, so wie er gewesen ist, bevor er in Saurons Dienste trat, doch irgendetwas an ihm passt nicht. Es ist nicht der Vorschlag, dass wir beide fliehen könnten, es sind auch nicht die Worte, die er sagt. Die passen zu ihm, die sind mir verständlich, nur sind sie etwas zu drängend. Womöglich hat er recht mit dem, was er sagt, mit dem, was die Gefährten angeht, und dass sie es auch ohne meine Beihilfe schaffen würden. Womöglich ist es sogar recht unnötig, dass ich mich in so eine Gefahr begebe, aber Helendir würde mich nicht in Ruhe lassen, wenn Sauron ihn nicht vollends von dieser Störung befreit. Er könnte es nicht, weil seine verschiedenen Persönlichkeiten ihn immer noch quälen und zu Taten treiben würden, die ihm im Nachhinein leidtun. Wir haben einen Handel abgeschlossen, Sauron und ich. Noch hat keiner von uns beiden seinen Teil zur Gänze erfüllt, aber Sauron müsste ihn zuerst erfüllen, denn mich kann er mit nichts und niemandem erpressen, außer damit, mir physisches Leid anzutun oder mich zu töten. Das brächte ihm aber nichts, außer dass er mich dann nicht mehr gebrauchen könnte. Was Helendir angeht, es wäre mir bedeutend lieber, wenn er wieder ein Leben aufnehmen könnte, wie er es zuvor hatte, doch wenn er wirklich nicht wieder ganz gesund werden kann, dann ist der Tod das einzige, was ihn von seinem Leid befreien kann. Dann muss Sauron ihn in Frieden sterben lassen. Immer noch steht er dort und wartet auf eine Antwort. Warum ich denn nicht mit ihm fliehen wollen würde. Nun, die Antwort ist eigentlich ganz einfach. Mich kontrolliert Sauron zwar noch nicht, Helendir aber schon, wenn auch nicht mehr für lange, sofern er denn gesundet. Und wenn ich diejenige bin, die ihm noch von Nutzen ist, Helendir aber in meiner Nähe ist, dann wird er ihn aufspüren und keiner von uns beiden wird fliehen können. Was danach folgen würde, mag ich mir nicht ausmalen. Und überhaupt, wenn ich mich auf diesen Handel schon eingelassen habe, dann will ich ihn auch beenden. Immer noch um keine Antwort reicher geworden, kommt Helendir schließlich doch noch einen Schritt näher und fragt wieder mit leiser Stimme: „Wieso willst du nicht mit mir fliehen? Wieso setzt du dein Leben aufs Spiel?“ Er weiß es eigentlich schon. Er ist schlauer als er zugeben will. Die Antwort, die ich ihm gebe, ist vielleicht weniger rational als sie sein könnte, aber sie ist genauso wahr. „Ich bin schon zu oft davongelaufen. Jetzt wird es langsam Zeit, dass ich mich meinen Konflikten stelle. Und ich will da nicht mehr Leute mit hineinziehen als nötig.“

Kommentarfunktion ohne das RPG / FF / Quiz

Kommentare (31)

autorenew

vor 87 Tagen flag
Bitte schreib eine Fortsetzung
vor 431 Tagen flag
Hey, hatte jetzt wieder Zeit mich zu melden. Es wahr bei mir in meinem Leben echt die Hölle los und mus gestehen, dass ich es komplett vergessen habe deine Geschichten zu lesen. Ich werde versuchen, in Zukunft mehr zu schreiben💟
vor 465 Tagen flag
Juchey :D freut mich echt für dich, dass die Prüfungen vorbei sind; ich hatte jetzt heut auch meine letzte und kann mich hoffentlich wieder mehr auf das Schreiben konzentrieren. Falls die Kapitel doch nicht jede zweite Woche kommen sollten, wie jetzt das letzte, tut es mir leid, da muss ich dann wohl gegen Schreibblockaden ankämpfen. Aber schön mal wieder was von dir zu hören :)
vor 466 Tagen flag
Hey, ich bin's wieder. Sorry, dass ich mich in letzter Zeit nicht mehr gemeldet hab. Hatte noch einihe Prüfungen, Abschlussfahrt und co. Aber jetzt bin ich ja wieder da :))
vor 498 Tagen flag
WOW, diese Kampfszene...
Ich freue mich jedes Wochenende auf einen weiteren Teil von deiner Ff ;3
vor 521 Tagen flag
Nee, nee alles gut. In letzter habe ich leider nur sehr oft Besuch von meinen kleinen Nichten, da ist es ein bisschen schwer sich beim Schreiben zu konzentrieren. Aber ich bemühe mich :)
vor 522 Tagen flag
Ich will ja keinen Stress machen, aber ich vermisse seit einer Woche ein nächster Teil. Ich verstehe, wenn du keine Zeit hast, ich hab mit Prüfungen auch viel zu tun. Wollte nur nachfragen, ob alles in Ordnung bei dir ist...
vor 534 Tagen flag
Hey. Wie immer: vielen Dank. Mir fällt garnichts mehr ein, was ich schreiben soll....
Konnte mich auch nicht regelmäßig melden, da wieder ne Prüfung dazwischen gekommen ist...
vor 552 Tagen flag
Falls Verwirrung aufkommen sollte wegen den drei 14ten Kapiteln: Neuerdings werden keine E-Mails mehr geschickt, wenn eins aufgenommen wird und... das wusste ich nicht. Deshalb hab ich das vierzehnte Kapitel mehrmals eingeschickt (es kam halt nie eine Bestätigung) und deshalb gibt es das jetzt dreimal. Aber das eine habe ich mittlerweile schon durchs fünfzehnte ersetzt - da wird nur leider immer noch "Kapitel 14" in der Zusammenfassung angezeigt - und das dritte werde ich demnächst durch Kapitel 16 ersetzen - könnte aber noch paar Tage dauern.
vor 557 Tagen flag
Ist das jetzt eher gut oder eher schlecht? (Spätestens seit der Existenz Grünfelds ähnelt diese Geschichte gar nicht mehr so wirklich Tolkiens Werken; aber ich bemühe mich die Hauptstory schon beizubehalten - und vor allem Ortsbeschreibungen. Nur halt aus einer anderen Perspektive mit einer etwas ausführlicheren Nebenhandlung.) Aber es freut mich, dass die Handlung nicht ganz so vorhersehbar zu sein scheint :)
vor 560 Tagen flag
Ups. Ich meinte Jenny und Legolas
vor 560 Tagen flag
Echt krass, wie sich die Beziehung von Jenny/Legolas gewendet hat. Ich bin schon seit einer Weile hier auf den Fanfiktion von der Heer der Ringe und habe gerechnet, dass sich, wie in jeder Geschichte hier, alles sich sofort zum Guten wendet und sich Jenny und Legolass sofort wiedererkennen. Bei dir aber nicht. Sie wollen sich doch wirklich gegenseitig umbringen...
Echt, wenn es jetzt schon so kommt, weis ich garnicht mehr, wie sich die Geschichte wenden wird. Damit meine ich, dass deine Geschichte nicht allzu sehr an den Werken von Tolkien ähneln.
vor 571 Tagen flag
WOW. Du steckst mega Zeit in diese Geschichte rein. Aber das merkt mann auch am Ergebniss. Echt klasse. Vielen Dank
vor 574 Tagen flag
Heute ist ein neuer Teil online🙃 Es braucht aber leider immer recht lange, bis die Kapitel von testedich angenommen werden. Hier beim zwölften hat's jetzt ganze sechs Tage gedauert. Trotzdem versuch ich, dass nie mehr als zwei Wochen zwischen den einzelnen Kapiteln vergehen. Und nochmal ein herzliches Dankeschön für's Feedback :)
vor 577 Tagen flag
Tut mir leid, wenn ich verdammt ungeduldig wirke, aber ich muss echt fast jeden Tag gucken, ob ein neuer Teil online ist
vor 591 Tagen flag
Ich merke gerade, dass mein letzter Kommentar garnicht online gestellt wurde. Also versuche ich es, mit diesem Teil hier einbeschlossen, zusammenzufassen. Ich hab versucht, möglichst wenige Infos über der Geschichte zu schreiben (also kommentieren) weil ich nicht wollte, dass ich für andere, die Geschichte noch lesen werden, spoilere. Aber ich kann es nicht mehr lassen. Ich liebe es, wie du Helendir sozusagen ,,zum Leben erwegst". Ich finde es auch ziemlich cool, dass Legolas mit den Gefährten (inklusive Jenny/Elarras) mitreist, ohne einen Schimmer zu haben, dass Jenny noch lebt. Er ist irgentwie der Unscheinbare in der Gruppe und das macht die Geschichte noch viel spannender. Freue mich weiterhin auf weitere Teile :3
vor 607 Tagen flag
Dann mal viel Erfolg bei den Prüfungen; schaffst du schon👍🏼Ist nicht schlimm, wenn du nicht sofort nachgucken kannst. Bemüh' mich mindestens jede zweite Woche ein neues Kapitel fertig zu haben, wenn's klappt, dann vllt sogar jede Woche, so als Anhaltspunkt.
vor 610 Tagen flag
Danke für die Deutschstunde. Bin einfach net so gut in Deutsch...
Und sorry das ich ab und zu nicht sofort nachgucken konnte, ob ein neues Kapitel online ist. Hab bald Prüfungen und muss viel lernen
vor 614 Tagen flag
Danke für das Kompliment, aber nee, ich bin kein berühmter Autor. Ich schreibe nur schon länger Geschichten und hab früher auch oft gelesen; vielleicht kommt's daher :) (übrigens, du kannst "Potential" oder "Potenzial" schreiben; wäre orthographisch beides richtig, wobei ersteres eher zur alten Rechtschreibung gehört)
vor 615 Tagen flag
Ach, ich liebe es... Bist du irgentein berühmter Autor, der gedacht hat, ein wenig auf Teste dich mit einem falschen Namen zu schreiben? Echt, mein ernst. Dein Schreibstil kombiniert mit deinen Details und Einfällen hätte Potentiall (schreibt man des so?) für ein Buch. Also nicht, dass du wirklich ein Autor bist und ich hier mit beispielsweise J. K. Rowlling schreibe die sich gedacht hat, ihre Deutschkenntnisse zu testen😂.