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Die unglaubliche, magische Geschichte der Alyssa

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13 Kapitel - 3.094 Wörter - Erstellt von: - Aktualisiert am: - Entwickelt am: - 551 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Setz dich doch bitte. Ich habe eine unglaubliche Geschichte für dich. Mach das später. Diese Geschichte duldet keinen Aufschub. Denn der Zauber einer Geschichte verfliegt nie.

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    Setz dich. Kuschel dich ein. Oh, Moment, der Tee! Den habe ich in der Küche vergessen. So. Jetzt aber. Brauchst du ein Kissen? Du hast eins? Um so be
    Setz dich. Kuschel dich ein. Oh, Moment, der Tee! Den habe ich in der Küche vergessen. So. Jetzt aber. Brauchst du ein Kissen? Du hast eins? Um so besser. Nun, dann lausche der Geschichte. Sie nimmt dich mit und hüllt dich mit ihrem Zauber ein. Bequem? Perfekt! Dann los... Wie? Ein Termin? Blödsinn, jetzt musst du hier zuhören und nicht zum Arzt oder so. Nun. Diese Geschichte habe ich schon deiner Mama erzählt als sie klein war. Denn sie ist wahrlich wahr.

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    Als ich ein junges Mädchen war, spielte ich oft im Wald. Mein Vater, dein Urgroßvater war nämlich Waldarbeiter, musst du wissen. Deshalb wohnten wi
    Als ich ein junges Mädchen war, spielte ich oft im Wald. Mein Vater, dein Urgroßvater war nämlich Waldarbeiter, musst du wissen. Deshalb wohnten wir direkt neben dem Wald. Ich spielte nach der Schule jeden Tag mit deinem Großonkel dort. Nur manchmal traf er sich mit Freunden und ich hatte den Wald für mich allein. Ob ich mich einsam gefühlt habe? Oh nein. Ich konnte jedes Gefühl eines Baumes, jedes seufzen hören. Ich kannte dort jedes Tier. Der Wald war mein Zuhause. Eines Nachmittags war mein Bruder wieder einmal bei seinem Freund. Ich war alleine im Wald und konnte durch die Wälder streifen so viel ich wollte. Plötzlich entdeckte ich einen Schatten am Waldboden. Einen Schatten, den ich hier noch nie gesehen hatte. Vorsichtig schlich ich mich näher und sah für einen kurzen Moment ein Mädchen. Schnell war sie wieder davon gehuscht doch ich hatte sie gesehen; Und ich würde sie in den kommenden Tagen und Wochen nicht aus den Augen lassen.

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    Mein Bruder war am nächsten Nachmittag wieder da. Aus irgendeinem Grund wollte ich ihm nicht von der Sache erzählen. Was sagst du? Wir hätten sie z
    Mein Bruder war am nächsten Nachmittag wieder da. Aus irgendeinem Grund wollte ich ihm nicht von der Sache erzählen. Was sagst du? Wir hätten sie zusammen leichter gefunden? Blödsinn! Ich habe sie auch alleine gefunden! Das wirst du schon sehen! Aber jetzt sei still, ich erzähle weiter. Also kam mein Bruder am nächsten Tag nach der Schule auch zu mir und fragte ob wir im Wald spielen sollten, doch ich nickte bloß. „Was ist los?“, fragte er da, doch ich bemühte mich zu lächeln und ging mit ihm in den Wald. Das Laub knisterte unter unseren Füßen und ich lief immer schneller. Da war sie wieder. Wie ein Schatten in der Nacht tanzte sie am Waldboden. Ich lief ihr nach, rannte, so schnell ich konnte, doch auch dieses Mal entwischte sie mir. „Schwesterherz!“, sprach mein Bruder mich eindringlich an. Diesen Tonfall benutzte er nur, wenn es ihm ernst war. „Schwesterherz, was war los, warum bist du weggelaufen?“ „Da...“, ich suchte nach einer Ausrede, doch mir fiel keine ein. „Ein Eichhörnchen?“, fragte mein Bruder sanft. Du weißt doch, dass die so schwer zu fangen sind!“ Ich nickte, glücklich über den Einfall meines Bruders. Doch so recht schien er sich auch mit seiner selbst erdachten Antwort nicht zufrieden zu geben.

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    Am nächsten Nachmittag sah ich meinem Vater beim Holzhacken zu. „Vater, du kennst den Wald wie deine Westentasche“, sprach ich ihn an. Er hielt k
    Am nächsten Nachmittag sah ich meinem Vater beim Holzhacken zu. „Vater, du kennst den Wald wie deine Westentasche“, sprach ich ihn an. Er hielt kurz inne und nickte. „Ja. Ich kenne jeden Baumstumpf, jedes Tier.“ Dann sah er mich forschend an. „Doch du auch. Was hast du auf dem Herzen?“ „Gibt es auch noch andere Menschen im Wald?“, fragte ich und da legte er die Axt zur Seite und setzte sich zu mir. „Andere Menschen? Aber sicher, es können auch andere Menschen hier sein. Warum?“ Ich sah zu Boden und murmelte: „Weil ich ein Mädchen gesehen habe...“ Mein Vater lachte und schüttelte den Kopf. Du brauchst dir keine Sorgen zu machen. Hier gibt es reichlich und der Wald ist für alle da. Vielleicht hatte sie sich auch verlaufen. Hast du sie gefragt?“ Ich schüttelte den Kopf, stand auf und bedankte mich für den Rat. Mein Vater nickte. „Ich hoffe, du findest es heraus. Wenn du sie findest, lade sie doch einmal in unsere Hütte ein!“ Er zwinkerte. „Denn aus den Märchen wissen wir- es könnte auch eine geheime Prinzessin sein!“ Und mit. Diesen Worten machte er sich wieder an die Arbeit und ich verschwand im Wald.

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    An einem Tag im Winter hatte ich das Mädchen schon fast vergessen. Sie war nicht mehr als eine ferne Erinnerung. Mein Bruder hatte sich wieder mit ei
    An einem Tag im Winter hatte ich das Mädchen schon fast vergessen. Sie war nicht mehr als eine ferne Erinnerung. Mein Bruder hatte sich wieder mit einem Freund getroffen um auf der Straße zu spielen. Darum war ich allein. Es lag schon Schnee und ich hatte mich dick eingemummelt. Herrlich, durch den Schnee zu stapfen, die eingeschneiten Bäume und die glitzernden Büsche zu sehen. Doch ich sah noch etwas. Einen Schatten, ein Mädchen, das leichtfüßig über den Schnee tanzte. Sie trug nicht einmal Schuhe, doch ihr schien nicht kalt zu sein. Als ich ihr eine Weile bei ihrem Tanz zugesehen hatte meinte ich: „Du tanzt schön!“ Sie fuhr herum und sah mich panisch an dich ich beruhigte sie: „Keine Angst, ich tue dir doch nichts, ich wolle dir nur ein Kompliment machen!“ Das Mädchen sah mich erstaunt an, dann verzog sie den Mund zu einem Lächeln. „Danke!“, flüsterte sie und ihre Stimme klang Glockenhell. „Wer bist du und wieso bist du hier so ganz alleine im Wald?“, fragte ich und sie seufzte. Statt einer Antwort führte sie mich zu einem hohlen Baumstumpf. Er war groß und geräumig und wir hatten beide Platz. Es war sogar etwas wärmer als draußen. „Es war einmal...“, begann das Mädchen, und ein Zauber schien sich wie eine Decke über uns auszubreiten.

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    Ihr Name war Alyssa. Sie war ein fröhliches Mädchen, dass tief im Wald lebte. Nein, nicht in diesem Wald. Fern, weit in der Ferne. Sie nannten ihn d
    Ihr Name war Alyssa. Sie war ein fröhliches Mädchen, dass tief im Wald lebte. Nein, nicht in diesem Wald. Fern, weit in der Ferne. Sie nannten ihn den Buchenwald. Alyssa war wie gesagt ein sehr fröhliches Mädchen und sie liebte es, mit den Tieren im Wald zu spielen. Ihr liebster Freund, war ein kleines Eichhörnchen. Sie hatte es Nussknacker getauft, nach ihrem Lieblingsmärchen.„Na du?“, fragte sie eines Morgens, als sie wieder einmal zu Nussknacker kam. „Wie geht es dir?“ Nussknacker keckerte und sprang auf Alyssas Arm. Die musste lachen. „Hey du kleiner! Ich nehme das als Ja!“ Nussknacker schnüffelte kurz, dann sah er Alyssa an. „Ach Ja!“, lachte sie. „Das hätte ich fast vergessen! Hier, für dich!“ Sie griff in ihre Jackentasche und zog 3 Haselnüsse heraus. „Aber ich finde, du bist langsam alt genug, Dein Essen selbst zu suchen!“ Nussknacker sah sie lange an, la würde er überlegen. Dann sprang er von Alyssas Arm. „Hey, sei jetzt nicht beleidigt!“, rief sie ihm nach, doch er war gar nicht beleidigt- er wollte Alyssa nur etwas zeigen. „Das hast du die ganze Zeit gehütet?“, fragte Alyssa fassungslos, als sie auf den Haufen Nüsse sah, den Nussknacker ihr präsentierte. „Für den Winterschlaf brauche ich dir dann ja nichts mehr zurecht zu legen!“ Nussknacker keckerte wieder und sprang auf Alyssas Arm. „Warte, ich habe gehört, es soll auf einer Lichtung wunderbare Nüsse geben!“ Sie wollte schon loslaufen, doch Nussknacker war auf ihrem Arm eingedöst. „Hey!“, meinte sie und lachte. „Jetzt ist doch noch gar kein Winter!“

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    Alyssa legte Nussknacker zurück auf einen Ast und sah sich im Wald um. Wo blieben bloß die anderen? Normalerweise kamen auch die immer freudig anges
    Alyssa legte Nussknacker zurück auf einen Ast und sah sich im Wald um. Wo blieben bloß die anderen? Normalerweise kamen auch die immer freudig angesprungen. Dich diesmal nicht. Alyssa fuhr herum. Hatte da nicht gerade ein Ast geknackt? Dann atmete sie erleichtert auf. „Oh, Amalie, du bist es! Du hast mich aber erschreckt!“ Das Rehkitz schien zu lächeln und tobte um sie herum. Alyssa musste lachen. „Ihr seid die allerbesten! Ich könnte mir ein Leben ohne euch nicht vorstellen! Aber das Geld wird knapp. Ich hoffe es reicht.“ Sie setzte sich betrübt auf einen Baumstumpf und ließ die Finger über das Holz gleiten. „Weißt du was?“, fragte sie Amalie dann. „Ich komme einfach mit euch in den Wald, wenn das Geld nicht mehr reicht. Dort gibt es zahllose Beerensträucher... Und Nussknacker hat eh genug Nüsse für alle gesammelt!“ Jetzt musste sie lachen. „Aber dich lasse ich natürlich auch nicht alleine. „Wie geht es deiner Mutter? Ist sie immer noch so schwach?“ Amalie ließ den Kopf hängen und Alyssa sah sie mitfühlend an. „Du Arme! Und deine Arme Mutter! Aber eines sei dir gesagt: Du wirst dich immer auf mich verlassen können!“

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    Alyssa schob einen störenden Zweig beiseite. Sie spürte das Igeljunge noch bevor sie es sah. „Du armes. Keine Sorge. Ich kümmere mich schon noch
    Alyssa schob einen störenden Zweig beiseite. Sie spürte das Igeljunge noch bevor sie es sah. „Du armes. Keine Sorge. Ich kümmere mich schon noch um dich!“ Es war ganz allein und saß ängstlich in einem Haufen Blätter. Alyssa hob ihre Hand als es sich einrollen wollte. „Nein. Ich bin eine Freundin. Ich werde dir nichts tun. Bitte.“ Das Igeljunge rollte sich wieder auseinander und sah sie ängstlich an. Alyssa hob ihn sanft am Bauch hoch. „So ist es gut. Ganz ruhig. „Na. Du kommst mit. Wie heißt du denn? Na? Wie sollen wir dich nennen? Ich nenne dich... Moment...“ Sie überlegte kurz. Dann dachte sie an einen verstorbenen Freund und lächelte traurig. „Ich nenne dich Thomas. Du weißt nicht, wie toll dein Namensgeber war. Er hat immer mit mir Tiere versorgt. Aber den letzten Winter hat er nicht überlebt. Seine Familie hatte zu wenig Geld. Der Winter war aber auch wirklich kalt!“ Einen Moment dachte sei noch an Thomas. Er war ihr bester Freund gewesen. Sie hatten zusammen gespielt und gelacht. Doch er war immer schon ein schmächtiger Junge gewesen. Und den letzten Winter hatte er einfach nicht überlebt. Seither waren die Tiere ihre besten Freunde. Mit diesem Gedanken wurde Alyssa wieder in die Gegenwart zurück geholt. „Sie streichelte den Bauch des Igels und lächelte wieder. „Aber ihr bleibt bei mir, nicht? Und ich bei euch. Ich werde immer für euch sorgen.“ Plötzlich spürte sie ein Gewicht auf ihrer Schulter und musste grinsen. „Ah. Nussknacker, willkommen zurück!“

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    Alyssa kam zu einer kleinen Hütte im Wald. Immer noch trug sie Thomas vorsichtig in den Händen und Nussknacker hatte es sich auf ihrer Schulter bequ
    Alyssa kam zu einer kleinen Hütte im Wald. Immer noch trug sie Thomas vorsichtig in den Händen und Nussknacker hatte es sich auf ihrer Schulter bequem gemacht. Die Tür der Hütte öffnete sich knarrend. „Alyssa, Gott sei Dank, wo warst du denn so lange? Du weißt doch, du sollst nicht so lange draußen bleiben wenn es dunkel wird! Jetzt aber schnell!“ „Tut mir leid Mutter“, murmelte sie. „Aber sieh nur. Dieser kleine Igel hat seine Mutter verloren!“ Alyssas Mutter schüttelte den Kopf. „Alyssa, wir haben doch nicht ein Mal für uns wirklich Geld, wir können nicht auch noch diese Tiere durchfüttern!“ „Ich suche ihnen im Wald Futter!“, schlug Alyssa vor, doch ihre Mutter schüttelte wieder nur den Kopf. „Mach das. Aber jetzt komm einfach rein und setzt dich. Wir wollen zu Abend essen.“ Alyssa nickte Gehorsam und trug Thomas in die Hütte. Sie holte ein Tuch hervor und legte es in einen Korb. „Ich weiß, es ist nicht viel. Aber ich werde für dich sorgen, bis du groß bist!“ Thomas sah sich ängstlich um, dann beschloss er, ihr einfach zu vertrauen. Alyssa musste lächeln. Nussknacker keckerte auf ihrer Schulter. „Na? Hast du dir keine Nüsse aus dem Wald mitgebracht?“, fragte Alyssa, während sie ihre Jacke auszog. Plötzlich rollten Nüsse über den Boden. Verdutzt sah sich Alyssa um. Wo kamen die denn auf einmal her? Nussknacker keckerte und deutete mit der Pfote auf ihre Kapuze. Alyssa verstand. „Du kleiner Schlingel!“, lachte sie. „Deswegen war die Kapuze so schwer!“

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    In der Nacht erwachte Alyssa. Sie setzte sich in ihrem Bett auf und horchte. „Was? Was... war das?“ Sie setzte sich im Bett auf und horchte. War d
    In der Nacht erwachte Alyssa. Sie setzte sich in ihrem Bett auf und horchte. „Was? Was... war das?“ Sie setzte sich im Bett auf und horchte. War da jemand? Nein. Es klang eigentlich mehr wie der Ruf eines wilden Tiers. Doch es kam ihr vertraut vor... Mit einem Satz war Alyssa aus dem Bett und schlich sich zur Haustür, um niemanden aufzuwecken. Dann öffnete sie die Tür, versuchte, nicht zu laut mit dem Knarren zu sein, und huschte über das Gras. Ein Schatten fiel auf das Gras. Alyssa sah zum Himmel, doch sie konnte nichts erkennen. Die kühle Nachtluft wehte ihr um die nackten Beine. Wieder ertönte der Ruf. Alyssa musste instinktiv lächeln, als ihr einfiel, wer da über ihr kreiste. „Karkadan!“, wisperte sie. Der Adler setzte zum Sturzflug an. Wenig später saß er ihr auf einem Ast gegenüber. „Karkadan, habe ich dich vermisst. Was ist los? Genießt du die Freiheit?“ Sie lachte. Der Adler stieß wieder seinen Ruf aus. „Ist etwas geschehen, soll ich euch helfen?“ Der Adler legte den Kopf leicht schief, dann rief er erneut und erhob sich in die Lüfte. Zweimal noch kreiste er über ihr, dann flog er weiter. Dabei sah er noch einmal zurück, als ob er ihr sagen wollte, das sie mitkommen sollte. „Nein“, flüsterte sie. „Ich kann nicht mitkommen.“ Karkadan drehte wieder einige Runden über ihrem Kopf. Dann stieß er seinen Ruf aus, lauter und bestimmerischer als zuvor. Alyssa sah ihn an, wie er majestätisch in der Luft glitt. Und dann vergaß sie alle Pflichten und rannte über das Gras hinter dem Adler her.

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    Das Gras war kühl. Alyssa huschte darüber und folgte dem Schatten des Adlers tiefer in den Wald. Genauer gesagt, war hier alles voller Schatten. Doc
    Das Gras war kühl. Alyssa huschte darüber und folgte dem Schatten des Adlers tiefer in den Wald. Genauer gesagt, war hier alles voller Schatten. Doch der Ruf des Adlers führte sie weiter. Hier im Wald war sie noch nie gewesen. Die Tiere hier waren ihr fremd. Die Bäume hier waren ihr fremd. Doch es war immer noch Wald. Äste knackten. Alyssa schlich durch die Schatten, als wolle sie sich verstecken. Sie trug ein dünnes Nachthemd, doch ihr war nicht kalt. Nebel bedeckte den Wald. Alyssa war nun schon Stunden unterwegs. Sie konnte aber auch einfach nicht anders, als Karkadan zu folgen. Der Morgen graute, auch wenn kein Sonnenstrahl durch den Wald zu ihr drang. Endlich setzte Karkadan zur Landung an. Er rief noch einmal, dann ließ er sich auf einem Ast nieder. Alyssa strich über sein Gefieder. Der Adler hatte sich im letzten Jahr einen Flügel verletzt und Alyssa hatte ihn gesund gepflegt. Der Adler sah sie eindringlich an, dann deutete er mit dem Kopf auf die Umgebung. Alyssas Blick schweifte über die Bäume und Sträuche, die am Rand der Lichtung standen. Dann sah sie ein Haus nein, eigentlich war es mehr eine Villa. Karkadan stieß seinen Ruf aus und legte den Kopf schief. Alyssa strich ihr Nachthemd glatt, wunderte sich noch einmal, das ihr kein bisschen kalt war und näherte sich dann vorsichtig der Villa im Wald.

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    Alyssa sah noch einmal zu Karkadan. „Soll ich?“, fragte sie und hatte schon die Faust gehoben. Der Adler schien ihr zuzunicken. Alyssa nahm den T
    Alyssa sah noch einmal zu Karkadan. „Soll ich?“, fragte sie und hatte schon die Faust gehoben. Der Adler schien ihr zuzunicken. Alyssa nahm den Türklopfer, einen Adlerkopf in die Hand und klopfte mehrmals laut an die Tür. Alyssa wartete, doch außer Stille folgte nichts. Sie wollte gerade ein zweites Mal klopfen, als ein blasser Junge ihr aufmachte. Er hatte seine blonden Haare wohl auf die Schnelle durch aus ordentlich zurück gekämmt. „Mit wem habe ich zu so früher Stunde“-diese Worte betonte er besonders-„die Ehre?“ Als er Alyssa sah schüttelte er den Kopf. „Bist du eine Bettlerin?“, fragte er. Alyssa schüttelte schnell den Kopf und meinte, weil ihr gerade sonst nichts anderes einfiel. „Ich bin eine Botin der Tiere. Dort wo ich herkomme, lebe ich im Einklang mit diesen Geschöpfen. Dieser Adler hat mich hergeführt.“ Der fremde Junge sah sie an und wurde noch etwas blasser. Dann sah er zu dem Adler. „Seit ein paar Tagen kreist er täglich über diesem Haus. Kennt ihr ihn?“ Alyssa nickte. Der Junge zupfte an seinem Jacket, dann öffnete er die Tür weiter und trat beiseite. „Tretet ein. Euch ist sicher kalt.“ „Nein“, meinte Alyssa und war über diese Wahrheit mindestens genau so erstaunt, wie der Junge an der Tür. „Aber ich danke!“ Sie trat ein. Der Junge musterte sie verstohlen. Alyssa musste wirklich wie ein magisches Wesen gewirkt haben. In einem einfachen weißen Nachthemd barfuß durch die Herbstnacht zu streifen, und dabei nicht einmal zu frieren...

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    Alyssa trat in die Villa ein und staunte über so viel Prunk. Der Junge schloss die Tür hinter ihr. „Wenn ihr gestattet, das ich mich vorstelle!“
    Alyssa trat in die Villa ein und staunte über so viel Prunk. Der Junge schloss die Tür hinter ihr. „Wenn ihr gestattet, das ich mich vorstelle!“, meinte er. „Mein Name ist Agnix. Ich bin der Sohn des Hausherren...“ Bei diesen Worten musste er schlucken und Tränen zurückhalten. „Ich war der Sohn des Hausherren“, fügte er etwas leiser an. „Mein Vater leidete an einer schweren Krankheit. Vor etwa einer Woche...“ Agnix brauchte gar nicht weiter zu reden. Alyssa sah ihn mitfühlend an. „Der natürliche Gegensatz zum Leben ist das Sterben“, meinte sie. „Mein bester Freund hat den letzten Winter nicht überlebt. Aber es gibt auch Gutes. Manchmal muss jemand gehen, damit Neues entstehen kann.“ Agnix sah Alyssa bewundernd für so viel Weisheit an. „Meine Mutter...“, Agnix musste wieder schlucken. „Meine Mutter ist bei meiner Geburt...“ „Das heißt du bist ganz alleine im Haus?“, fragte Alyssa. Agnix nickte traurig. „Ich habe nicht das Gefühl, das der Tod auch Gutes hat.“ Er wendete sich ab. „Wir waren reich. Unser Leben war perfekt. Und dann...“ Alyssa sah Tränen in seinen Augen glitzern. Sie berührte ihn sanft an der Wange und fing eine Träne auf. Agnix sah sie erstaunt an. „Wenn die Tränen getrocknet sind, fängt ein Neues Leben an. Glaub mir.“ Er musste lächeln und wischte sich eine weitere Träne an. „Danke. Und nun-hast du Hunger?“

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Kommentare (7)

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vor 254 Tagen flag
Ich finde sie etwas traurig😢, aber super schön! 😊
vor 260 Tagen flag
Wie findet ihr die Geschichte bis jetzt? Jetzt fängt sie ja eigentlich erst richtig an...
vor 261 Tagen flag
Habe ich getan. Wegen der Festtage konnte ich lange nichts veröffentlichen, das tut mir leid!
vor 262 Tagen flag
Schreib bitte weiter📃📄📖📝
vor 268 Tagen flag
Schreib bitte weiter! 📝
vor 268 Tagen flag
Es werden regelmäßig Kapitel zugefügt. Ich hoffe, ihr habt Spaß bei der Geschichte!
vor 271 Tagen flag
Hey Leute. Ich bin Shadow Light, die Erstellerin dieser Geschichte. Ich hoffe, sie gefällt euch, Ich bemühe mich sehr! Und bitte, wenn euch etwas stört oder wenn ihr Fragen habt, dann zögert nicht, mich anzusprechen!😉