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Harrys erster Freund

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1 Kapitel - 1.067 Wörter - Erstellt von: - Entwickelt am: - 377 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Fanfiction für Coldmirrors Aufruf im 5 Minuten Harry Podcast #1 Minute 14:35
Die Geschichte wie Harry zu seinem Schaf kam.

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    Es regnete, und trotzdem schickte Tante Petunia Harry los, um Kirschen zu kaufen. Blöde Kirschen, die sie auf die blöde Torte tun wollte. Dafür musste Harry durch Platzregen laufen. Konnte Onkel Vernon nicht an irgendeinem anderen blöden Tag Geburtstag haben? Warum heute, wo es so furchtbar regnete. Onkel Vernon hätte auch selbst fahren können, immerhin hatte er sogar ein Auto. Der siebenjährige Harry konnte nicht Auto fahren, musste also die fast drei Kilometer zu Fuß zurücklegen. Und das für eine Packung Kirschen.
    Ihm war klar, dass sie ihn einfach nur ärgern wollte, das tat sie immer. Sie konnte genauso gut Mandarinen oder Blaubeeren darauf tun, die waren beide vorhanden.
    Seinen Gedanken nachhängend stapfte der kleine Harry durch den Matsch zum Supermarkt. Der Regen würde bald zu Hagel werden, das wusste er aus Erfahrung, und wenn es soweit war würde er gern wieder im Trockenen sein, also ging er einen Schritt schneller.
    Das Kleingeld in seiner dünnen blauen Hose klimperte und das weiße T-Shirt klebte ihm am Körper fest. Er fror ein bisschen, aber er lief tapfer weiter, denn stehenbleiben würde das nicht besser machen.
    Ein paar Minuten später kam dann endlich der Supermarkt in Sicht und Harry begann zu rennen. Kurz bevor der den Parkplatz erreichte trat er jedoch auf etwas, rutschte darauf aus und fiel mit einem erschrockenen Aufschrei der Länge nach ins nasse Gras. Harry rappelte sich wieder auf und überprüfte seinen Körper auf Verletzungen. Er fand eine kleine Schramme an seiner rechten Hand, war sonst aber völlig okay.
    Verwirrt sah er sich nach dem Etwas um, auf dem er ausgerutscht war, und es stellte sich als ein kleines Schaf-Kuscheltier heraus, das wohl einmal blau-weiß gewesen war, nun aber fast vollkommen matschig und nass war. Es sah zerknautscht und traurig aus, genau wie sich Harry auch fühlte. Dank des Regens sah es so aus, als würde es weinen, also drückte Harry sich das arme Ding an die Brust, um es zu trösten. Dass das Schäfchen dreckig war machte Harry nichts aus, denn er war wegen des Sturzes eh komplett eingematscht.
    Er beschloss, das Schaf mitzunehmen. Dann wären sie beide nicht so allein. Mit dem Tierchen in der Hand betrat er den Supermarkt. Schnell fand er eine Packung hübsch aussehender Kirschen, bezahlte sie und verließ den Laden so schnell wieder wie er gekommen war.
    Jetzt wurde es aber Zeit, dass er nach Hause kam. Die Kirschen in der einen und das Plüschtier in der anderen Hand lief Harry, so schnell er konnte, denn wenn er zu lange brauchte würde er von der Torte nicht den kleinsten Bissen abbekommen.
    Der Weg zurück schien ihm auch viel leichter zu fallen, jetzt wo er nicht mehr allein war.
    Schon bald stand er wieder vor der Tür und klingelte. Einen Schlüssel vertrauten sie ihm nicht an, dem unerwünschten Dauergast der er war, also stand er noch eine weitere Minute draußen, aber wenigstens unter dem Vordach, sodass der Himmel es nicht mehr auf ihn herabregnen lassen konnte.
    Schließlich riss Tante Petunia die Tür auf und begrüßte ihn mit den Worten “Was hast du denn so lange gebraucht, du Nichtsnutz?”
    Die nächsten Worte blieben ihr im Halse stecken, als sie ihn sah. “WIe siehst du denn aus!”, keifte sie nach einem kurzen Schreckmoment und riss ihm die Kirschen aus der Hand. “Geh dich sofort waschen!”
    Ihr Blick fiel aus das Schäfchen in seiner Hand, das sie ihm mit spitzen Fingern ebenfalls abnahm. “Und was soll das dreckige Ding denn hier? Bringst du denn alles mit was auf dem Boden herum liegt?”
    Harry wollte protestieren, sagen dass das das erste sei was er je mitgebracht hätte, doch seine Tante würgte ihn ab noch bevor der den Mund aufmachen konnte.
    “Geh jetzt duschen, und beeil dich! In einer halben Stunde kommen schon die Gäste!”
    Sie stolzierte zurück in die Küche und ließ Harrys Schaf im Mülleimer verschwinden. Traurig sah Harry den Mülleimer an, bevor er die Treppe hoch ins Bad ging.

    Den ganzen Nachmittag über wartete Harry auf den perfekten Augenblick, um seinen Freund aus dem Mülleimer zu holen, doch niemals bot sich eine Gelegenheit, das unbemerkt zu tun. Immer stand jemand in der Nähe und Tante Petunia beobachtete ihn eh mit Argusaugen, weil sie befürchtete, er könnte sie jeden Moment zum Gespött machen.
    Harry wusste, morgen wäre es zu spät, denn dann würde die Tüte ausgewechselt und sein Schaf wäre für immer verloren.
    Also musste es heute Nacht sein, wenn alle schliefen.
    Er wartete in seinem Schrank bis er Onkel Vernons dröhnendes Schnarchen von oben hörte und öffnete dann klammheimlich die Tür zum Schrank unter der Treppe.
    Er trippelte vorsichtig auf Zehenspitzen zum Küchenmülleimer, öffnete ihn und hatte - Gott sei Dank - Glück. Sein Schaf lag fast ganz oben, auf ihm nur ein Taschentuch in das ein heruntergefallenes Stück Mandarine eingewickelt war.
    Er fischte sein Schaf aus dem Müll und trippelte wieder zurück in seinen Schrank. Gleich morgen früh würde er ihn sauber machen. Lange überlegte er, welchen Namen er seinem Schaf geben sollte und schließlich fand er einen, der ihm gefiel.
    “Ab heute heißt du Felix. Und ich bin übrigens Harry. Ich möchte gern dein Freund sein.” Glücklich sah er Felix an, seinen ersten und für viele Jahre auch seinen einzigen Freund.

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    Und das war es auch schon, ein kleines Werk. Ich hoffe es gefällt euch ^^

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Kommentare (1)

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vor 259 Tagen flag
Ist ja voll süß😘😍