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Lenas und Zabinis Welt

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3 Kapitel - 27.887 Wörter - Erstellt von: - Entwickelt am: - 369 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

    1
    Kapitel:
    Lucius Malfoy- ein Mysterium!

    „Mit dem Alter lernt man, die Menschen zu verstehen, zu tolerieren, ihre Fehler und Schwächen zu ertragen, Lächeln und Tränen zu teilen.“

    Bei Lucius war ich mir da allerdings nicht so sicher.
    „Frag mich nicht, was im Kopf von meinem Vater vorgeht!“, meinte in diesem Moment mein Freund, der mir gegenüber auf der Couch saß und zuckte mit den Schultern.
    Er war auf ein Glas Wein gekommen, weil ich nach dem ganzen Stress, den ich in letzter Zeit gehabt hatte, einfach ein bisschen Entspannung gebraucht hatte.
    Draco hatte in seinem Leben schon viel mit seiner Familie und vor allem mit Mister Malfoy zu kämpfen gehabt.
    Ich konnte mir das allerdings ganz gut vorstellen.
    Ich könnte einen Artikel schreiben, aber das veröffentlichen ließ ich mal besser sein, wenn mir mein Leben lieb war.
    Dann dachte ich mir eben nur meinen Teil.
    Wahrscheinlich war der Tag von Dracos Verlobungsfeier vor fast schon 15 Jahren genauso abgelaufen:


    Ein Tag im Leben des imposanten Lucius Malfoy

    Es klingelte.
    Ich rührte in meinem schwarzen Tee und wartete.
    Die Klingel schellte erneut.
    Wieso war die Tür noch nicht geöffnet worden?
    Wo waren diese verdammten Hauselfen schon wieder!
    Dafür war doch eigentlich…
    Wie hieß dieser kleine hässliche Kerl noch einmal?
    Schon wieder kein Ergebnis, also musste ich mich schließlich wohl oder übel dazu herablassen, so eine niedere Tat auszuführen.
    Der würde noch was erleben, wie auch immer er heißen mag.
    „Einen wunderschönen guten Morgen!“, strahlte mich eine etwas ältere Brünette an.
    „Was suchen Sie hier auf meinem Grundstück!“, herrschte ich sie an.
    Vielleicht sollte ich doch den Rat von meinem Sohn annehmen und diesen Muggelabwehrzauber über Malfoy Manor legen.
    Dann wäre mein Anwesen wenigstens vor so was geschützt.
    Mein Ton hatte dem aufgesetzten Lächeln dieser Frau keinen Abbruch getan.
    „Ich wollte sie auch nicht lange stören, mein Herr! Hätten Sie vielleicht eine kleine Spende für den Verein magisch begabter Muggelkinder?“
    Ich glaubte es ja nicht, diese Frau war gar kein Muggel.
    Hatte sie denn noch nichts von mir gehört!
    Das konnte doch gar nicht sein.
    Wie kam sie dazu, sich so was rauszunehmen.
    Ich würde sie…
    „Oder wie wäre es mit einer kleinen Spende für B.ELFE.R?“
    Sie hatte wohl meinen entgeisterten Blick bemerkt.
    Diesen dreckigen Viechern sollte ich auch noch Geld in den Rachen schmeißen!
    Als nächstes würde ich mich noch für deren Rechte einsetzen, ich glaubte, ich spinn.
    Wenn diese Frau nicht innerhalb von 3 Sekunden auf dem Baum, oder von meinem Grundstück, fern sein würde, dann würde ich sie eigenhändig runter schleifen.
    Oder ich würde das Ganze mit einem kleinen Zauber regeln.
    Die Worte „Avada Kedavra“ lagen mir schon auf der Zunge.
    „Hübscher Krückstock den Sie da haben!“, plapperte die Frau auch noch dreist weiter.
    Ich war schon kurz davor, meinen Zauberstab zu zücken, da fuhr sie auch schon fort.
    „Wenn es im Alter ihren Beinen beim Gehen schmerzt,
    dann nehmen Sie sich das zu Herz.
    Kaufen sie jetzt unsre Wundheilcreme,
    damit sie auch weiter auf gesunden Beinen stehn!“
    Wie konnte Sie sich das erlauben.
    Meine Beine waren völlig in Ordnung.
    „Verlassen Sie jetzt auf der Stelle mein Anwesen oder Sie werden mich noch kennen lernen!“, zischte ich sie an.
    Die Frau zuckte sichtlich zusammen.
    Anscheinend hatte sie endlich kapiert.
    Trotzdem machte sie keine Anstalten zu gehen, die war hartnäckiger als mein Sohn in den letzten Jahren geworden war. Ich hatte ihn nicht so erzogen.
    „Sofort!“, brüllte ich.
    Endlich- Voldemort sei Dank- trollte sie sich.
    Das wollte ich ihr auch geraten haben.

    „Lucius, was ist denn los?“, hörte ich eine Stimme hinter mir.
    Es war Narzissa, der ich nun in die Augen sah, als ich mich umdrehte.
    „Ach nichts, Liebes. Nur lästiges Gesindel!“, antwortete ich ihr.
    „Dann kannst du ja wieder mitkommen und wir frühstücken zu Ende!“, schlug sie vor und ich küsste sie.
    Ich wusste, dass es von außen so aussah, als ob ich sie nur des Standes wegen geheiratet hatte, aber ich schätzte sie.
    Ich wusste nicht, ob ich sie liebte, vielleicht auf eine gewisse Weise, aber sie hatte mir immerhin einen Stammhalter geschenkt.
    Auch wenn dieser oft Sachen tat, die mir nicht gerade gefielen.
    Wir betraten erneut das Esszimmer und ich setzte mich wieder an den langen Tisch.
    „Ich habe deinen Anzug auf dein Bett legen lassen!“
    „Wofür?“, fragte ich erstaunt nach.
    Hatte ich einen Termin vergessen?
    Meine Frau sah mich kritisch an und verdrehte die Augen.
    „Du hast es vergessen!“, fuhr sie mich an.
    Das klang fast wie ein Vorwurf.
    „Was hab ich vergessen?“, fragte ich energisch.
    „Die Verlobungsfeier von Draco!“, erwiderte sie angesäuert.
    „Du glaubst doch nicht, dass ich da hingehe!“, ich sah sie fassungslos an.
    „Natürlich erwarte ich das. Er ist dein einziger Sohn!“
    „Ich werde diese Heirat doch nicht auch noch unterstützen. Narzissa, sieh es doch einfach ein. Draco begeht einen Fehler und wenn wir da auftauchen, glaubt er doch, dass wir ihm vergeben hätten und das macht ihm dann auch noch Mut. Vielleicht entscheidet er sich doch noch um und schlägt den richtigen Weg ein…!“, warf ich verärgert ein.
    „Das glaubst du doch wohl selber nicht. Er liebt sie und wird die Hochzeit sicher nicht platzen lassen. Vergiss nicht, sie haben auch noch ein Kind. Dein Enkel, wenn ich dich daran erinnern darf!“
    Jetzt wurde sie wohl langsam richtig sauer.
    Ich strich mir die Haare aus dem Gesicht.
    Ich sollte mal wieder zum Friseur Vielleicht konnte ich morgen noch einen Termin bekommen. Ach was, das würde ich, schließlich war ich ihr zahlender und bester Kunde, den sollten sie nicht aufs Spiel setzen. Ich wollte nur hoffen, dass ich diesmal eine fähige Friseurin bekommen würde und nicht wieder so eine Pfuscherin, die mir die Haare wieder ungleich schneiden würde.
    Letztes Mal waren ein paar Strähnen doch glatt länger, als die anderen. Das war doch wohl kaum zu…
    „Sonst verlieren wir Draco noch endgültig!“, unterbrach Narzissa meine Pläne.
    Naja, wenn man das so sah, hatte sie natürlich Recht. Und ich hatte schließlich noch einiges gut zu machen, allerdings stellte sich die Frage: Wollte ich so einen Sohn überhaupt? Immerhin hatte sich Draco gegen seine Familie, gegen uns gestellt. Gegen den dunklen Lord. Und für was! Für so ein dahergelaufenes Mädchen.
    „Ich kann da doch nicht hingehen und gute Miene zum bösen Spiel machen!“, brachte ich zu meiner Rechtfertigung raus.
    „Als ob du jemals eine gute Miene machen würdest!“, sie lächelte.
    Sie war wunderschön, wenn sie lächelte.
    Vielleicht sollte ich ihr das öfter mal sagen.
    So wie ich mich vielleicht öfter und intensiver um Draco kümmern hätte müssen.
    „Aber sie tut unserem Sohn einfach nicht gut. Sie hat unsere Familie zerstört!“, entgegnete ich.
    Sie beschloss die Bemerkung einfach überhört zu haben.
    „Vielleicht haben wir ja auch dazu beigetragen. Wir hätten einfach akzeptieren müssen, dass er dieses Mädchen liebt, wir hätten ihn nicht so drängen sollen. Er wollte das mit Voldemort doch gar nicht!“
    „Aber es war nun mal seine Pflicht! Und wir hätten seine Freundin akzeptiert, wenn sie nicht auf der falschen Seite gestanden hätte. Sie hat Draco von seiner Aufgabe abgelenkt. Ist ja auch kein Wunder. Hast du schon vergessen, dass ihre Eltern mit deiner Schwester befreundet sind? Nur wegen denen hast du deine Schwester an einen Muggel verloren. Vergiss das nicht! Und denk daran, ihre Eltern werden auch da sein! Und wahrscheinlich auch noch Andromeda selbst und Nymphadora auch!“, damit sollte ich meine Frau doch rumkriegen.
    „Maries Eltern sind tot, falls du das vergessen haben solltest. Und mit meiner Schwester werde ich schon fertig. Nymphadora wird das geringste Problem darstellen. Und denk doch du daran, wenn wir da erscheinen, dann sehen wir Scorpius wieder. Er ist doch so ein lieber Junge!“
    Ihr Gesicht bekam diesen warmen Ausdruck, den sie auch bekam, wenn sie von Draco als kleiner Junge schwärmte.
    Und das musste selbst ich zugeben.
    Dieser Junge erwärmte sogar mein Herz, und das passiert nicht oft.
    Scorpius war wie eine kleine Ausgabe von Draco. Wahrscheinlich hätte ich mich in der Kindheit meines Sohnes doch mehr um ihn kümmern sollen. Mit dem Namen seines kleinen Sohnes hatte er jedenfalls bei uns genau ins Schwarze getroffen. Wie er seine Freundin für diesen Namen allerdings begeistern hatte können, war uns beiden immer noch ein Rätsel.
    Ich musste mich wohl oder übel geschlagen geben.
    Aber das würde ein Nachspiel haben.

    Jetzt gab es jedenfalls kein Entfliehen mehr, ich stand genervt auf und ging ins Schlafzimmer.
    Ich nahm meinen frisch gewaschenen und gebügelten Anzug aus der Verpackung, als eine meiner Hauselfen in der Tür erschien.
    „Es tut mir Leid, Mr. Malfoy, aber ich habe in ihren wunderschönen schwarzen Umhang ein Loch mit dem Bügeleisen reingebrannt...“, kam es stotternd von dem kleinen Ding.
    Ich nahm ärgerlich meinen Anzug aus der Plastikhülle.
    Tatsächlich da war ein Brandfleck. Zwar nur so groß wie mein Daumennagel aber das war ja egal.
    „Weißt du kleines Drecksding eigentlich wie teuer dieser Anzug gewesen ist? Raus hier, sofort. Und komm mir nicht mehr unter die Augen!“
    Das Viech zog erschrocken den Kopf ein und verließ dann geknickt das Zimmer.
    So gehörte sich das.
    Na toll, den Anzug konnte ich vergessen.
    Naja, dann musste ich eben einen meiner anderen 20 Ausgehanzüge anziehen.
    Trotzdem war das ärgerlich und für das eklige Ding würde das noch weitreichende Konsequenzen haben.

    Nach zwei Stunden apparierte ich zusammen mit meiner Frau vor das Restaurant, das Draco uns genannt hatte, als er uns eingeladen hatte.
    Er war für einen kurzen Moment bei uns gewesen, um uns mitzuteilen, dass er vorhabe zu heiraten.
    Seine Freundin hatte er nicht mitgebracht, er meinte, er wollte sicher gehen, dass ich die nicht auch noch umbringen wollte.
    Er hatte es mir wohl immer noch nicht verziehen.
    Er war doch selber schuld gewesen und wenn sich Narzissa nicht in meinem Namen bei ihm entschuldigt hätte, hätte er sich wohl auch nicht getraut, noch einmal bei uns zu Hause aufzukreuzen.
    Aber so kamen wir jetzt nicht mehr drum rum und meine Frau hatte schon Recht. Immerhin war er mein einziger Sohn und die Chancen, dass Narzissa noch einmal schwanger werden würde, waren wohl bei 0. Und ehrlich gesagt, wollte ich es auch nicht drauf ankommen lassen, schließlich war Draco als Kind schon anstrengend genug gewesen und noch einmal so ein schreiendes Baby würde ich nicht aushalten.
    Wir betraten das edle Restaurant, wenigstens hatte Draco Geschmack bewiesen und ich sah mich kritisch um.
    Da sah ich auch schon meinen Sohn. Leider sah ich auch andere Gestalten, die ich lieber nicht gesehen hätte.
    Nur ein Beispiel waren die Weasleys oder Potter.
    Was trieben die hier!
    Narzissa zog mich zu den beiden Turteltauben hin.
    Draco hatte den Arm um seine Freundin gelegt und die strahlte ihn verliebt an. Er war gerade dabei, sie zu küssen, als wir vor die beiden traten.
    Ich räusperte mich auffällig und endlich wandte sich mein Sohn mir zu.
    „Oh Vater! Hallo Mutter!“, entwich es ihm.
    „Wir hatten Ihr Kommen nicht erwartet!“, meinte Marie kühl.
    Was erlaubte sie sich eigentlich, schließlich waren wir geladene Gäste und waren hier nicht reingeplatzt oder so.
    „Hallo Draco, hallo Marie!“
    „Guten Tag, Mrs. Malfoy!“, sie musterte meine Frau skeptisch.
    „Duze mich doch bitte! Narzissa!“, sie streckte der Freundin meines Sohnes die Hand hin.
    „Marie!“, antwortete diese immer noch misstrauisch.
    „Es freut mich, dass ihr gekommen seid!“, mischte sich Draco nun wieder ein, sah dabei aber eher seine Mutter an, als mich.
    In diesem Moment kam eine der Hauselfinnen meines Sohnes. Jedenfalls vermutete ich das.
    Sie hatte den kleinen Scorpius auf dem Arm und übergab ihn nun Marie, die ihren Sohn entgegennahm.
    „Du lässt einen Hauselfen auf deinen Sohn aufpassen!“, fuhr ich sie gereizt an.
    „Ich kann ihn ja schlecht zu Oma und Opa geben!“, funkelte mich meine zukünftige Schwiegertochter an.
    Konnte ich doch nichts dafür, dass ihre Eltern tot waren.
    Ich hatte sie nicht umgebracht, ich war nur dabei.
    Jedenfalls glaubte sie das.
    „Kann ich ihn vielleicht mal haben?“, fragte meine Frau jetzt auch noch und konnte sich einen entzückten Aufschrei anscheinend kaum verkneifen.
    Marie warf meinem Sohn einen kurzen Blick zu, als der aber nickte, übergab sie Scorpius an Narzissa.
    Diese nahm ihn glücklich entgegen und der kleine Junge wickelte sie geschwind um den Finger.
    Er lachte sie an und spielte mit seinen kleinen Fingern an ihrer Kette.
    „Er ist einfach zu goldig!“, schwärmte sie.
    Während sie noch mit ihm rumspielte, entfernte ich mich langsam. Sonst musste ich doch noch zeigen, dass ich den kleinen Kerl ebenfalls süß fand und das konnte ich ja wohl nicht zulassen.
    Ich setzte mich an einen der langen Tische, auf dem sogar ein Platzkärtchen mit meinem Namen stand.
    Anscheinend hatte doch irgendwer mit unserem Erscheinen gerechnet.
    Wir standen wohl doch auf der Gästeliste.
    „Verzeihen Sie Miss ... oh, sorry, die langen Haare!“, entschuldigte sich das blonde Ding, dass mich eben von hinten angesprochen hatte.
    Ich durchbohrte sie mit eisigem Blick.
    So was passierte mir leider öfter.
    „Ich wollte sie nur fragen, was sie zu trinken wünschen.“, fügte sie kleinlaut hinzu.
    „Den besten Rotwein des Hauses!“, herrschte ich sie an.
    Was sollte ich denn sonst trinken?
    Etwa proletarisches Bier!
    Die Kellnerin nickte und zog sich zurück.
    Endlich…sie hatte mich schon genug Zeit gekostet.
    Herr Gott, wo blieb Narzissa den bloß.
    Plötzlich setzte sich ein Mann neben mich.
    Wie kam der dazu!
    Ich wusste nicht einmal in welcher Verbindung oder Verhältnis er zu meinem Sohn oder Marie stand.
    Ich hatte den jedenfalls noch nie in meinem Leben gesehen, was wahrscheinlich auch Glück war.
    So wie der schon aussah, konnte ich ihn nicht leiden.
    „Diese blonde da drüben - Narzissa hieß sie, glaub ich - die hat einen echt geilen Arsch. Finden Sie nicht auch? Die würd ich auch gerne mal...“, weiter kam er nicht, denn ich unterbrach ihn.
    „Was erlauben sie sich eigentlich! So über meine Frau zu reden, ich werde sie…!“
    „Ach das tut mir leid, ich wusste nicht, dass es sich bei der um ihre Frau handelt. Dann tut es mir auch leid. Ich dachte nur nicht, dass Sie verheiratet sind, ich meine, ich habe keine Probleme mit Transvestiten. Ich sag immer: Jedem das seine, ich dachte nur nicht, dass die so eine scharfe Frau abkriegen würden!“
    Das wurde ja immer besser. Wenn der sich nicht auf der Stelle entfernen würde, dann würde ich ihn wirklich umbringen. Bis jetzt hatte ich noch Rücksicht auf die Feier meines Sohnes genommen, das war ich ihm wahrscheinlich schuldig, aber das ging ja wirklich zu weit.
    Ich würde ihm die Finger abschneiden und ihn so lange mit dem Cruzio belegen, bis er nicht mal mehr seinen eigenen Namen buchstabieren könnte.
    „Wissen sie eigentlich, wer hier vor Ihnen steht? Ich bin Lucius Malfoy!“, zischte ich ihm zu.
    „Malfoy ... hm, waren Sie nicht derjenige, der die Sache im Ministerium versiebt hat?“, der Kerl kratzte sich belustigt den Kopf.
    Ich würde ihn malträtieren.
    Ich zückte meinen Zauberstab.
    „Cru…“
    „Vater!“, kam es plötzlich.
    Ich unterbrach meinen Zauber und wandte mich um.
    Draco sah mich entgeistert an.
    „Draco, es ist nicht so, wie es aussieht!“, rechtfertigte ich mich.
    „Bist du nur hergekommen um meine Gäste zu foltern!“, herrschte mein Sohn mich an.
    „Er hat deine Mutter beleidigt und mich durch den Dreck gezogen!“, erklärte ich aufgebracht.
    Der Kerl hatte es nicht anders verdient.
    Draco wandte sich dem mir fremden Mann zu und zog die Augenbrauen in die Höhe.
    Er musterte ihn kritisch und rief dann nach seiner Verlobten.
    „Liebling, kommst du mal bitte!“
    Marie folgte seiner Bitte und stand nun neben uns.
    „Wer ist dieser Herr hier?“, fragte Draco sie.
    „Das weiß ich doch nicht. Ich dachte, du hättest ihn eingeladen. Ich hab den Kerl noch nie gesehen!“, antwortete sie und sah Draco erstaunt an.
    Der Kerl lachte nur und stand dann auf.
    „Wenn ich mich vorstellen dürfte: Ich bin Klaus Seibert von der Presse!“, meinte er in selbstverliebtem Ton.
    „Was erlauben Sie sich eigentlich? Sie sind sich wohl für nichts zu schade, kreuzen hier auf meiner Verlobungsfeier ungeladen auf. Schauen sie bloß, dass Sie Land gewinnen und lassen sich hier nie wieder blicken. Ich werde mich bei ihrem Chef beschweren und mich höchst persönlich für ihre Entlassung einsetzen!“, brüllte Draco ihn an.
    Ich wusste gar nicht, dass mein Sohn so aufbrausend sein konnte.
    Ein paar gute Gene hatte ich wohl doch an ihn weitergegeben, nicht nur die schönen Haare.
    Seine Freundin nahm seine Hand und wollte ihn anscheinend beruhigen.
    „Ich denke, ich werde mich wohl dann verabschieden!“, meinte Seibert und verzog sich, bevor ich ihn doch noch erwischen konnte.
    „Wie lästige Schmeißfliegen!“, fluchte Draco.
    Da hatte er Recht.
    Inzwischen war auch meine Frau aufgetaucht, die glücklicherweise trotz des Geschreis von Draco nichts mitbekommen zu haben schien.
    Ich würde ihr den Inhalt des Gesprächs bestimmt nicht erzählen.
    Das Essen wurde aufgetragen und damit war ich die nächste halbe Stunde beschäftigt.
    Es schmeckte nicht so schlecht, wie ich erwartet hatte.
    Meine Frau war damit beschäftigt ihren Enkel zu füttern.
    Sie hatte gemeint, dass Draco und Marie eine Pause verdient hätten und sich mal Zeit für sich nehmen sollten. Dracos Freundin hatte ihn uns wiederwillig übergeben und genoss, wie ich sehen konnte, die freie Zeit mit meinem Sohn.
    „Fein machst du das!“, stieß meine Frau verzückt hervor.
    Auch ich lächelte, als ich Scorpius sah, wie er auf dem Bissen rumkaute und dabei nicht müde wurde, uns anzustrahlen.
    Es gab drei Gänge und ich war schon nach dem Hauptgang satt.
    Naja, dann würde ich eben auf die Nachspeise verzichten und mich hier mal ein bisschen umsehen.
    Ich erspähte Potter an einem Tisch mit den Weasley Zwillingen und dem Jüngsten der Blutsverrätersippe und seiner Schlammblutfrau.
    Widerwertig dieses Gesindel.
    Der rothaarige schaufelte wie wild Essen in sich hinein.
    Das würde meinen Sohn wahrscheinlich sein halbes Vermögen kosten.
    In diesem Moment erhob sich eben dieser und klopfte an sein Glas.
    „Liebe Freunde und liebe Familie. Ich bin froh, dass ihr alle so zahlreich erschienen seid! Ich hoffe, ihr habt das Essen genossen und ich wünsche euch noch einen wunderschönen Abend!“, schloss er seine kurze Rede.
    Er kam eben schnell auf den Punkt.
    Eine weitere ausführlichere Rede folgte später seinerseits, aber die bekam ich nur halb mit.
    Er schwafelte irgendwas von Liebe meines Lebens und blabla, irgend so einen Kitsch, das wiederum hätte ich meinem Sohn nicht zugetraut.
    Die Leute erhoben sich nach dem Essen zum Tanzen, nachdem es mein Sohn vorgemacht hatte.
    Wohl eher wiederwillig. Marie hatte Draco an der Hand genommen und ihn auf die Tanzfläche gezogen.
    Zu was wollte diese Frau meinen Sohn denn noch alles zwingen.
    Potter und seine Freundin saßen noch immer fast als einzige an ihrem Tisch.
    Anscheinend ging es ihm nichts so gut, er sah jedenfalls so aus, als würde er sich gleich übergeben, aber den Gesichtsausdruck hatte er ja immer.
    Es war ja schon der Wahnsinn, dass mein Sohn mit solchen Leuten, solchen Schlammblütern, Blutverrätern und Beinahemuggeln annähernd so was wie ein freundschaftliches Verhältnis pflegte.
    Absurd war das, ich hatte ihn definitiv nicht so erzogen.
    Eine gesunde Portion an Abscheu müsste er für solche Leute empfinden und sie nicht zu seiner Verlobungsfeier mitnehmen.
    Daran war nur seine Freundin schuld, vor der Beziehung war er nicht so gewesen.
    Er hätte doch bei Pansy bleiben sollen!
    Ich erhob mich und schritt zu den beiden hinüber.
    Meine Haare flatterten wie im Wind und das verlieh mir wie immer das nötige Selbstbewusstsein und meine gewohnte Portion an Arroganz.
    Ich machte vor dem Außenseitertisch Halt und musterte das ungewohnte Pärchen argwöhnisch.
    „Mal unter uns - die sind doch gefärbt, oder?“, fragte mich Potters Freundin, deren Namen ich mir nicht merken konnte, mit zuckersüßem Lächeln und zeigte auf meine Haare.
    Das war ja wohl die Höhe.
    „Und wenn ich sie noch um was bitten könnte. Ich würde gerne, dass sie auf meinem Arm unterschreiben, ich höre ihre Musik schon so lange. Die California Dreamboys sind meine absolute Lieblingsband!“, fügte sie dreister Weise noch hinzu.
    Bevor ich ihr auch noch einen Fluch auf den Hals hetzen konnte, verkniff sie sich noch offensichtlich ein Grinsen und stand auch schon auf und der Platz neben Potter wurde frei.
    „Wenn du jetzt nicht tanzen willst, kannst du dich ja deiner neuen Gesellschaft widmen!“, meinte sie noch.
    Und da war sie auch schon verschwunden, aber erst, nachdem sie mir noch einen verächtlichen Blick zugeworfen hatte.
    Ich sah den Hass in ihren Augen, aber das tangierte mich doch nicht.
    Die sollte doch denken, was sie wollte.
    Obwohl mich das in meinem tiefsten Inneren doch ein wenig verletzte, also hatte ich ein bisschen Spaß verdient.
    Ich hatte heute noch kaum Spaß gehabt und da wollte ich mir diesen kleinen Höhepunkt des Abends nicht entgehen lassen.
    Also ließ ich mich auf dem Stuhl nieder.
    Der fand das gar nicht so toll und versuchte auch schon, mich zu verscheuchen.
    „Was willst du Lucius!“, schnauzte er mich an.
    „Mich einfach nur nett mit dir unterhalten. Wir könnten unsere Konflikte begraben und Freunde werden!“, grinste ich ihn an.
    Dieser Kerl war einfach zu blöd, aber die einzige Attraktion hier.
    Er könnte mir übrigens auch mal ein freundliches Lächeln schenken.
    „So Freunde. Darf ich dich dann auch Lucy nennen?“, ging er auf meine Spielchen ein.
    „Sehr lustig, Potter! Du darfst mich weiterhin Mister Malfoy nennen!“, erwiderte ich ihm.
    Die Sache begann mir Spaß zu machen.
    „Willst du dir eigentlich nicht endlich mal die Haare abschneiden? Wir sind doch nicht mehr in den 70ern...!“, keifte Potter munter drauf los.
    Ich brachte ihn schon mit meiner bloßen Anwesenheit in Rage.
    „Und du solltest mal daran denken, dir ein neumodisches Brillengestell zuzulegen! Wir sind ja nicht mehr in der Steinzeit!“, lächelte ich ihn süffisant an.
    „Sag mal Lucius, was hat eigentlich Riddle dazugesagt, als du ihm gebeichtet hast, dass du eigentlich auf Blümchensex stehst...“
    Ich würde diesem Kerl seinen mickrigen Hals umdrehen.
    „Das sagt ja der Richtige. Es würde mich schon sehr wundern, wenn du es irgendwo zu etwas bringen würdest, geschweige denn im Bett!“
    „Die Frage ist sowieso, wie du dieses Mädchen überhaupt halten kannst! Auf was fährt sie bei dir denn bitte ab? Dein modisches Brillengestell? Oder ist es eher die Mitleidstour: Ah meine Eltern sind tot, Voldemort, ohje!“
    Ich setzte mein hämischstes Grinsen auf.
    „Warum binden sie sich nicht eine Schlinge aus ihrem langen schönen blondierten Haar und hängen sich ans nächste Fensterkreuz?“, giftete er mich an.
    Ohoh, langsam schien ich ihn wohl richtig zu reizen.
    Und meine Haare beleidigte niemand.
    Das kränkte mich.
    Aber ihn würde ich das nie merken lassen.
    „Lass dir den Nachtisch noch schmecken!“, meinte ich noch, als ich aufgestanden war und mich zum Gehen wendete.
    „Bei deinem Anblick ist mir der Appetit definitiv vergangen!“, geiferte Potter und wandte sich den Leuten zu, die sich erschöpft wieder auf ihre Stühle fallen ließen.
    Keine Manieren.
    Unter ihnen war natürlich auch wieder dieser Weasleyproll.
    Da verzog ich mich lieber, wer weiß, vielleicht färbt so was ja ab.
    Mir würde ja schon diese Verfressenheit reichen, um mich aufzuhängen.
    Ich gesellte mich wieder zu meiner Frau, die immer noch von meinem Enkel auf Trapp gehalten wurde.
    Ich wollte es ja nicht zugeben, aber der Abend wurde noch richtig annehmbar.
    Erst später, obwohl wir schon einer der ersten Gäste waren, die aufbrachen, machten wir uns auf den Weg nach Hause.
    Scorpius war schon vor einiger Zeit ins Bett gebracht worden und meine Frau wollte nur noch kurz Smalltalk mit unserem Sohn halten.
    Nicht mal vor Dracos Verlobten machte sie Halt.
    Nach kurzer Zeit hatte sie nämlich sogar sie in ein belangloses Gespräch verwickelt.
    Als aber dann Andromeda hinzukam, die nach dem Tod von Maries Eltern zu so einer Art Ersatzmama geworden war und deshalb unumgänglich, drängte selbst Narzissa zum Aufbruch.
    Das ließ ich mir natürlich nicht zweimal sagen.
    Wir apparierten zurück auf unser Anwesen und gingen auch alsbald schlafen, nachdem ich mir noch die neueste „Gala“ besorgt hatte. Auch wenn ich die Muggels auf den Tod nicht ausstehen konnte, wollte ich dennoch informiert sein über die Promis in deren Welt, schließlich waren das meine Ebenbilder in der Societyparallelwelt.
    Da wollte ich natürlich auch auf dem neusten Stand sein.
    Ich lästerte noch ein bisschen mit Narzissa über die eine oder andre „geile Rampensau“, diesen Begriff hatte ich letztens irgendwo aufgeschnappt und dann gab sich meine Frau noch mir hin, bevor ich endgültig an diesem Tag die Augen schloss.






    2
    Des kleinen Engels Taufe

    Drei Dinge sind aus dem Paradies
    geblieben: Sterne, Blumen und Kinder.


    Wir hatten noch etwa 10 Minuten, bis wir auch schon los mussten.
    Blöderweise hatte ich eben erst meine Haare gewaschen, weswegen sie immer noch feucht waren.
    Mein Kleid war am Rücken offen und den zweiten Ohrring konnte ich auch nicht finden.
    Ich verfluchte mich wohl schon zum tausendsten Mal, weil ich einfach keine Ordnung in meine Sachen halten konnte, wenn ich nicht gleich diesen blöden Ohrring finden würde, würde ich mich noch vergessen…
    „Verdammt noch mal…“, fing ich auch schon an zu fluchen.
    In diesem Moment kam Draco in unser Badezimmer. Er war bis auf sein Hemd, das immer noch offen stand und die Krawatte, die noch locker um seine Hals hing, fertig.
    Da konnte man wirklich neidisch werden, obwohl er sonst immer doppelt so lang im Bad brauchte, wie ich.
    Er hatte sich heut Morgen schon früher aus dem Bett gequält, um auch wirklich pünktlich zu sein.
    Im Gegensatz zu mir. Ich hatte auch ohne ihn die Wärme des Bettes genossen.
    Was mir jetzt zum Verhängnis wurde.
    Draco stand nun vor mir und grinste mich arrogant an.
    „Ich hab dir ja gleich gesagt, dass du nicht fertig wirst!“, das konnte er sich jetzt auch sparen.
    Ich warf ihm vernichtende Blicke zu.
    Das konnte ich jetzt wirklich nicht gebrauchen.
    „Du weißt nicht zufällig, wo ich den zweiten Ohrring hingetan habe, oder?", fuhr ich ihn gereizt an, während ich weiter in den Fächern in der Schublade meiner Seite des Schranks wühlte.
    "Du meinst nicht zufällig den hier, oder?", fragte er, griff an mir vorbei in den Schrank und holte das vermisste Schmuckstück hervor.
    „Doch!“, gab ich zu und sah ihn erleichtert an.
    Manchmal war er eben doch zu etwas gerbrauchen.
    "Wenn du ohnehin schon da bist", fiel mir ein, "könntest du doch auch gleich meinen Reißverschluss schließen."
    Ich raffte meine Haare zusammen und warf sie mir über die rechte Schulter nach vorne.
    „Natürlich!“, grinste er verschmitzt, während er meiner Bitte nachkam, den Reißverschluss an einem Rücken hochzog und meinen Nacken küsste.
    Ich drehte mich zu ihm um, und blickte direkt in seine grauen Augen, zog ihn an den Krawattenenden zu mir hinunter und küsste ihn.
    Langsam schaffte ich wirklich die einzelnen Teesorten zu erkennen. Er schmeckte nach Jasmintee heute Morgen.
    "Wir müssen langsam los.", bemerkte Draco zwischen zwei Küssen. Verdammt, er hatte ja Recht.
    „Die Kinder habe ich vorher schon fertig gemacht. Emily und John sitzen im Wohnzimmer und Scorpius macht sich noch schnell im Bad fertig!“, informierte er mich.
    „Wahrscheinlich leert er schon die 5. Tube Haargel“, fügte er grinsend hinzu.
    „Na, das sagt der Richtige!“, entgegnete ich und gab ihm einen flüchtigen Kuss.
    Gut, dass Draco wenigstens immer alles im Griff hatte.
    Außer natürlich mich. Ich machte mich seufzend von ihm los und griff nach meinem Zauberstab. Meine Haare waren schließlich das nächste Problem, dem ich mich widmen musste.
    Ich sprach einen Trockenzauber, während Draco sich das Hemd zuknöpfte. Dann begann er sich seiner Krawatte zu widmen und verließ wieder das Badezimmer.
    „Beeil dich!“.
    Und mit diesen Worten, war er auch schon verschwunden.
    Ich beschloss mein Haar offen zu lassen und kämmte es lediglich noch einmal durch, war passabel.
    Ich betrachtete mich noch einmal im Spiegel und löschte dann das Licht und ging rüber ins Wohnzimmer, wo mir meine beiden Kinder schon entgegenlachten.
    „Na Mama, auch endlich fertig?“, John grinste mich breit an.
    „Wo hast du nur dein lockeres Mundwerk her?“, fragte ich meinen Sohn scherzhaft.
    „Von wem wohl!“, mischte sich nun auch Draco, der mittlerweile auch den Raum betreten hatte, ein und grinste mich schelmisch an.
    Emily lachte und erhob sich mitsamt ihrem Bruder und steuerte auf den Gang zu.
    Ich schnappte mir meine Handtasche und meinen Mann und trat hinaus in den Flur, wo unser Ältester schon genervt auf uns wartete.
    „Na, endlich!“
    Ich zog meine Augenbraue in die Höhe, ließ es aber auf den einschüchternden Blicken meines Mannes beruhen, da er sonst den ganzen Tag unerträglich sein würde.
    Seit Scorpius in der Pubertät war, war er noch ungeduldiger und hochnäsiger als sonst.
    Ich nahm John und Emily an die Hand, um mit ihnen gemeinsam zu apparieren, während mir Draco mit Scorpius, dem es überhaupt nicht gefiel, an der Hand genommen zu werden, obwohl sich Draco sowieso schon auf seinen Arm beschränkte.
    Aber da man in Hogwarts erst wenn man volljährlich war, das apparieren lernte, musste unsere Kinder das wohl oder übel mitmachen.
    Dass wir schon mit 17 apparieren konnten, musste ja niemand wissen und schon gar nicht meine Kinder, wer weiß, zu was die das nutzen würden…


    °°°oooOOOooo°°°


    Wir gingen die Stufen zum Kirchentor hinauf und wurden schon an der Tür, sowohl von dem Priester, als auch von Lena und Blaise empfangen.
    „Schön, dass ihr hier seid!“, meinte Lena und strahlte mich an.
    Das letzte Mal hatte ich so strahlen sehen, als sie Zabini geheiratet hatte.
    Sie hatte es verdient, wieder glücklich zu sein, nachdem sie so viel durchgemacht hatte.
    Seit Harrys Tod war sie ein bisschen ruhiger geworden, aber mit Zabini an ihrer Seite lebte sie wieder richtig auf.
    Blaise unterhielt sich noch kurz mit Draco, und strich Emily und John über den Kopf, bevor wir die Kirche betraten.
    Scorpius war für so was viel zu cool.
    Wir suchten uns unsere Plätze und ließen uns in der festlich geschmückten Kirche nieder.
    Jedenfalls ich und Scorpius.
    Draco ging mit den Zwillingen weiter nach vorne, da er ja zusammen mit Theresa Taufpate war. Emily und John trugen zusammen mit James die Kerzen.
    „Liebe Gemeinde, liebe Eltern, liebe Paten und natürlich lieber Täufling. Wir sind heute zusammengekommen, um die Taufe von Nora Zabini zu feiern…..“
    Er redete noch gefühlte 10 Minuten lang und Scorpius neben mir hatte den Kopf auf meine Schulter gelegt. Erst hatte er noch unruhig mit den Fingern auf die Kirchbank getrommelt, doch anscheinend übermannte ihn doch die Müdigkeit, da er letzte Nacht kein Auge zugemacht hatte.
    Er war zu beschäftigt gewesen, sich eine Ausrede einfallen zu lassen, warum er nächste Woche nicht mit Emily und John zu seinen Großeltern fahren konnte, damit ich und Draco wieder ein gemeinsames Wochenende in Neuseeland verbringen konnten.
    Er wollte unbedingt daheim bleiben, wenn nur die Hauselfen da waren, aber das konnten wir wohl kaum zu lassen.
    Nicht in diesem Alter und schon gar nicht, wie er sich in letzter Zeit aufführte.
    Der Priester holte mich aus meinen Gedanken zurück, indem nun der Fragenteil an die Paten und die Eltern begann.
    Draco und Theresa standen neben Lena und Blaise.
    Emily und John hielten eine schlichte weiße Kerze in der Hand, während James die Taufkerze trug. Er sah goldig aus, wie er da so stand, über das ganze Gesicht strahlte, mit seinem kleinen schwarzen Anzug.
    Da fing der Priester auch schon an, das Wort an die Zabinis zu richten und das übliche Procedere begann.
    „Welchen Namen haben Sie ihrem Kind gegeben?“
    „Nora Theresa Lessabinha Zabini“, antwortete Blaise glücklich.
    „Was erbitten Sie von der Kirche für Ihr Kind?“, fuhr er fort.
    „Die Taufe“, sagte Lena und sah auf ihre Tochter hinab.
    „Liebe Eltern, Sie haben für Ihr Kind die Taufe erbeten. Damit erklären Sie sich bereit, es im Glauben zu erziehen. Es soll lernen, Gott und seine Mitmenschen zu lieben, so wie Jesus Christus es uns vorgelebt habt. Sind sie sich dieser Aufgabe bewusst?“
    „Ja“, antwortete das Ehepaar gemeinsam.
    Nun wandte der Priester den Blick zu Draco und Theresa.
    „Liebe Paten, die Eltern haben Sie gebeten, Paten zu sein für Nora. Sie sollen auf Ihre Weise mithelfen, dass aus Nora. ein guter Christ wird, Sie sollen ihr Freund und Wegbegleiter sein. Sind Sie dazu bereit?“
    „Ja“, antwortete Draco ernst.
    Lena war am Anfang nicht sonderlich begeistert davon gewesen, dass Draco der Pate ihrer Tochter werden sollte, aber schließlich hatte Zabini sich durchgesetzt.
    Glück für Nora.
    Einen besseren Paten als Draco hätte sie sich gar nicht wünschen können.
    Eine bessere Patin als Theresa aber vielleicht schon.
    Die hatte sich kurzerhand selbst zur Patin ernannt und Lena kam da nicht mehr raus.
    „Ja“, sagte auch sie bestimmt.
    Der Chor fing an ein Lied zu singen und ich schob Scorpius Kopf vorsichtig von meiner Schulter.
    Dann stand ich auf, schließlich war ich jetzt an der Reihe.
    Ich schritt den Gang entlang und stellte mich hinter das Pult.
    „Liebe Verwandten und liebe Freunde von Nora!“, begann ich.
    „Anstatt der üblichen Bibelstelle werde ich einen Auszug aus dem Buch: „Der kleine Prinz“, als Lesung vortragen!“, fuhr ich fort.
    „In diesem Augenblick erschien der Fuchs:
    „Guten Tag“ sagte der Fuchs.
    „Guten Tag“, antwortete der kleine Prinz, der sich umdrehte, aber nichts sah.
    „Ich bin da“, sagte die Stimme, „unter dem Apfelbaum...“
    „Wer bist du?“ fragte der kleine Prinz. „Du bist sehr hübsch......“
    „Ich bin ein Fuchs“ sagte der Fuchs.
    „Komm spiel mit mir“ schlug ihm der kleine Prinz vor. “Ich bin so traurig...“
    „Ich kann nicht mit dir spielen“, sagte der Fuchs. „Ich bin noch nicht gezähmt!“
    „Ah Verzeihung!“ sagte der kleine Prinz. Aber nach einiger Überlegung fügte er
    hinzu: „Was bedeutet zähmen?“
    „Du bist nicht von hier“, sagte der Fuchs. „Was suchst du?“
    „Ich suche die Menschen“, sagte der kleine Prinz. “Was bedeutet zähmen?“
    „Das ist eine in Vergessenheit geratene Sache“, sagte der Fuchs.
    „Es bedeutet: `sich vertraut machen´.“
    „Vertraut machen?“
    „Gewiss“, sagte der Fuchs. „Du bist für mich noch nichts als ein kleiner Knabe, der
    hunderttausend kleinen Knaben völlig gleicht. Ich brauche dich nicht, und du
    brauchst mich ebenso wenig. Aber wenn du mich zähmst, werden wir einander
    brauchen. Du wirst für mich einzig sein in der Welt. Ich werde für dich einzig sein in
    der Welt...“
    „Ich beginne zu verstehen“, sagte der kleine Prinz. „Es gibt eine Blume.....ich glaube
    sie hat mich gezähmt...“
    „Das ist möglich“, sagte der Fuchs. „Man trifft auf der Erde alle möglichen Dinge...“
    „Oh, das ist nicht auf der Erde“, sagte der kleine Prinz.
    Der Fuchs schien aufgeregt: „Auf einem anderen Planeten?“
    „Ja“
    „Gibt es Jäger auf deinem Planeten?“
    „Nein“
    „Das ist interessant. Und Hühner?“
    „Nein“
    „Nichts ist vollkommen!“ seufzte der Fuchs.
    Aber der Fuchs kam auf seinen Gedanken zurück: “Mein Leben ist eintönig. Ich jage
    Hühner, die Menschen jagen mich. Alle Hühner gleichen einander, und alle
    Menschen gleichen einander. Ich langweile mich also ein wenig. Aber wenn du mich
    zähmst, wird mein Leben wie durchsonnt sein. Ich werde den Klang deines Schrittes
    kennen, der sich von allen anderen unterscheidet. Die anderen Schritte jagen mich
    unter der Erde. Der deine wird mich wie Musik aus dem Bau locken. Und dann
    schau! Du siehst da drüben die Weizenfelder? Ich esse kein Brot. Für mich ist der
    Weizen zwecklos. Die Weizenfelder erinnern mich an nichts. Und das ist traurig. Aber
    du hast weizenblondes Haar. Oh, es wird wunderbar sein, wenn du mich einmal
    gezähmt hast! Das Gold der Weizenfelder wird mich an dich erinnern. Und ich werde
    das Rauschen des Windes im Getreide lieb gewinnen.“ Der Fuchs verstummte und
    schaute den Prinzen lange an: „Bitte zähme mich!“ sagte er.
    „Ich möchte wohl“ antwortete der kleine Prinz. “aber ich habe nicht viel Zeit. Ich muss
    Freunde finden und viele Dinge kennen lernen.“
    „Man kennt nur Dinge, die man zähmt“, sagte der Fuchs. „Die Menschen haben keine
    Zeit mehr, irgendetwas kennen zu lernen. Sie kaufen sich alles fertig in den
    Geschäften. Aber da es keine Kaufläden für Freunde gibt, haben die Leute keine
    Freunde mehr. Wenn du einen Freund willst, so zähme mich!“
    „Was muss ich da tun?“ fragte der kleine Prinz.
    „Du musst sehr geduldig sein“, antwortete der Fuchs. „Du setzt dich zuerst ein wenig
    abseits von mir ins Gras. Ich werde dich so verstohlen, so aus dem Augenwinkel
    anschauen, und du wirst nichts sagen. Die Sprache ist die Quelle der
    Missverständnisse. Aber jeden Tag wirst du dich ein bisschen näher setzen
    können...“
    So machte denn der kleine Prinz den Fuchs mit sich vertraut.
    Und als die Stunde des Abschieds nahe war:
    „Ach“ sagte der Fuchs, „ich werde weinen.“
    „Das ist deine Schuld“ sagte der kleine Prinz, „ich wünschte dir gewiss nichts Übles,
    aber du hast gewollt, dass ich dich zähme...“
    „Gewiss“, sagte der Fuchs.
    „Aber nun wirst du weinen!“ sagte der kleine Prinz.
    „Bestimmt“, sagte der Fuchs.
    „So hast du also nichts gewonnen!“
    „Ich habe“ sagte der Fuchs, „die Farbe des Weizens gewonnen.“ Dann fügte er
    hinzu:“ Geh die Rosen wieder anschauen. Du wirst begreifen, dass die deine einzig
    ist in der Welt. Du wirst wiederkommen und mir Adieu sagen, und ich werde dir ein
    Geheimnis schenken.“
    Und der kleine Prinz kam zum Fuchs zurück: „Adieu“ sagte er.
    „Adieu“ sagte der Fuchs. „Hier ist mein Geheimnis. Es ist ganz einfach: man sieht nur
    mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“
    „Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“, wiederholte der kleine Prinz, um es
    sich zu merken.
    „Die Zeit, die du für deine Rose verloren hast, sie macht deine Rose so wichtig.“
    „Die Zeit, die ich für meine Rose verloren habe...“ sagte der kleine Prinz, um es sich
    zu merken.
    „Die Menschen haben diese Weisheit vergessen“, sagte der Fuchs. „Aber du darfst
    sie nicht vergessen. Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut
    gemacht hast. Du bist für deine Rosen verantwortlich...“
    „Ich bin für meine Rose verantwortlich...“, wiederholte der kleine Prinz, um es sich zu
    merken.“
    Draco lächelte mich an und ich kehrte wieder auf meinen Platz zurück.
    Der Priester fing erneut an, zu sprechen.
    „Die Liebe zum Kind ist etwas ganz Einzigartiges,
    rührt an etwas Heilem, rührt auch zu Tränen.
    Sie hat etwas Ausschließliches und Allumfassendes.
    Sie verbindet uns mit der Trauer um Verlorenes und mit der Angst vor Verlust.
    Sie lehrt uns das Lachen und Jubeln und führt uns an Abgründe.
    Sie macht uns Groß und Klein, wissend und ehrfürchtig.
    Die Liebe zu einem Kind ist weit und eng, führt uns an Grenzen
    und in unbekannte Gewässer.
    Sie ist naiv und allwissend, kann Erschütterungen aushalten
    und Berge versetzen.“
    Er machte eine kurze Pause und fuhr dann mit seiner Predigt fort.
    Nachdem er seinen letzte Satz gesagt hatte, machte er Nora ein Kreuzzeichen auf die Stirn und die strahlte ihn an.
    „Die Heiligen haben auf je eigene Weise ihr Christsein gelebt. Wir rufen sie um ihre Fürsprache an, damit auch der Täufling seinen ureigenen Weg mit Gott finden möge.“
    Schließlich traten ein paar Freunde von Lena und Zabini, aber auch Sandra an das Pult und lasen die Fürbitten.
    „Wir bitten dich, liebender Gott, für dieses Kind, dass es deine Liebe stets spürt, dass es auch in schweren Zeiten immer wieder Hoffnung findet, dass immer Menschen an seiner Seite sind und dass es deinen Segen spürt und ein Segen für anderen Menschen sein kann!“, las Hermine vor und ließ dann Rosalie vortreten.
    „Wir bitten dich, sanfter Gott, für die Eltern und Paten, dass sie sich der Verantwortung für ihr Kind stets bewusst sind, dass sie immer wieder Kraft finden, ihr Kinde auf seinen Wegen zu begleiten und dass ihr Verhältnis zueinander geprägt ist von deinem Geist der Liebe!“, sagte sie und machte dann Platz für Sandra.
    „Anschließend bitten wir noch für Menschen, die ein bedrückendes Schicksal zu tragen haben, die allein gelassen sind mit ihren Sorgen und Nöten, die einsam, heimatlos, obdachlos oder mutlos sind und die keine Hoffnung haben und der Zukunft nicht vertrauen, Hilf ihnen und gib ihnen Kraft, die schwere Zeit zu überstehen!“
    Nun kam das Glaubensbekenntnis.
    „Liebe Eltern, liebe Paten, in unserer Welt und auch in uns selbst gibt es viel Böses, das uns bedrängt und bedroht. Sie sollen Ihrem Kind vorleben, wie man in unserer Welt gegen das Böse kämpft und sich auf die Seite des Guten stellt. Sind Sie dazu bereit?“
    Draco, Theresa, Lena und Blaise nickten und bejahten dies.
    „Glauben Sie an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde?“
    „Ich glaube“, sagte einer nach dem anderen.
    „Glauben Sie an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, der geboren ist von der Jungfrau Maria, der gelitten hat und begraben wurde, von den Toten auferstand und zur Rechten des Vaters sitzt?“
    Wieder dieselbe Antwort der Anwesenden.
    „Glauben Sie an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, die Vergebung der Sünden, die Auferstehung der Toten und das ewige Leben?“
    „Ich glaube“
    „Im Zeichen des Wassers wird die Taufe gespendet!“, meinte der Pfarrer anschließend.
    „Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.", sprach er und tauchte Nora mit dem Köpfchen ins Wasser.
    Dann salbte er sie und sie quietschte vergnügt in ihrem hübschen weißen Taufkleidchen.
    „Jesus ist das Licht der Welt. Von ihm her wird auch unser Lebensweg erhellt.“
    Mit diesen Worten wurde die Taufkerze, die James immer noch in den Händen hielt, angezündet.
    Wieder konnte man den Chor hören und Scorpius atmete erleichtert auf, da das Ende in Sicht war.
    Widerwillig sprach er anschließend das „Vater unser“ mit und der Priester segnete das Taufkind und den Rest der Anwesenden.
    „Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.“
    Dann konnten wir die Glocken vernehmen und die kirchliche Feier endete damit.
    Ich verließ mit meinem Sohn an der Seite die Kirche und wartete auf meinen Mann mit seinem Patenkind und auf den Rest meiner Familie und Freunde.




    °°°oooOOOooo°°°


    "Na, Marie? Unsere Kinder gehören hier ja fast schon zum alten Eisen, oder?", meinte Theresa grinsend nach der Taufe. Wir waren auf der kleinen Party von Nora in Potters Garten und sie hatte die Kleine auf dem Arm.
    Omann, konnte die sich nicht zu irgendwem anders stellen?
    Ich grinste gequält zurück und griff nach meinem Sektglas.
    Ihren Sohn kannte ich ja schon von den Flugstunden, die ich ihm gegeben hatte, als ich in Lenas Körper gesteckt war.
    Er hatte die Intelligenz von seinen Eltern geerbt.
    „Ach du hast Kinder? Wurde der Antrag von dir und Longbottom, einen Affen zu adoptieren doch noch angenommen?“, fragte Draco scheinheilig und ich verkniff mir das Grinsen.
    Er konnte sich auch nie zurückhalten.
    Ron, der ebenfalls neben uns stand, verschluckte sich fast vor Lachen, Theresa neben mir beinahe an ihrem Rotwein. Theresa gab Nora beleidigt an Lena zurück, die ebenfalls grinste und ihre Runde durch die Menge der Gäste fortsetzte.
    Wie konnte sie ihr kleines süßes Baby nur Theresa anvertrauen!
    Ich sah ihr nach und da fiel mein Blick auf sie. Sie sah mich auch und winkte mir und Draco zu. Ruhig bleiben. Lächeln und winken, Marie, lächeln und winken.
    Und dann kam sie auch schon auf uns zu.
    "Was macht die denn hier?", flüsterte ich Theresa zu, die so was normal immer wusste, wenn auch sonst nichts.
    "Sie ist Zabinis entfernte Cousine. Was hast du anderes erwartet?"
    Sie hatte leider Recht. Ich hatte das wohl bis jetzt verdrängt.
    Aber ich hätte damit rechnen müsse, dass sie sich kein Ereignis entgehen ließ, bei dem Draco anwesend war.
    Auch wenn es nur die Taufe ihrer Nichte über 5 Ecken war.
    "Hi Draco.", hauchte Pansy auch schon mit einem aufgesetzten Lächeln, als sie vor uns stand. "Lange nicht mehr gesehen."
    Ja, zum Glück.
    "Allerdings. Schön dich zu sehen, Pansy." Er verzog keine Miene und sie klimperte noch auffälliger mit ihren Wimpern. Ruhig bleiben…
    "Hallo Marie.", sagte sie mit einem Seitenblick zu mir.
    Ausnahmsweise schien sie mich wohl nicht zu ignorieren.
    "Hi Pansy.", ich rang mich zu diesen zwei Wörtern förmlich durch.
    "Du entschuldigst doch, wenn ich dir deinen Mann hier ein wenig entführe?", fragte sie mich lächelnd.
    Ähm nein!
    "Aber sicher.", gebe ich mit einem ebenso aufgesetzten Lächeln zurück.
    Sie nahm Draco am Arm und zog ihn mit sich fort.
    Und der ließ sich das auch noch gefallen.
    Ich glaubte, ich spinn.
    Ich verdrehte die Augen, als sie mir den Rücken zudrehte.
    Pansy verschwand mit Draco um die Ecke und damit aus meinem Blickfeld. War ja logisch.


    °°°oooOOOooo°°°


    "Liebes, hast du Draco gesehen?", fragte mich eine Stimme hinter mir. Ich drehte mich um und sah Andromeda Black, Dracos' Tante. Lena und Zabini hatten sie und ihren Mann Ted eingeladen, damit sie zwischen ihren Eltern und Zabinis Mutter, die mit ihr befreundet war, jemanden zum Plaudern, aber vor allem vermitteln hatten.
    Zabinis Mutter hielt nicht viel von Muggels und hatte bestimmt noch nie eine nette Unterhaltung mit Lenas Vater geführt.
    Es war eine nette Überlegung. Kannte ich zwar sonst nur von Kindergeburtstagen, aber gut…
    Ich mochte Andromeda ganz gern, sie war von den restlichen Mitgliedern der Black und Malfoy Familie aus dem Stammbaum gebrannt worden, weil sie nicht standesgemäß geheiratet hatte.
    Meine Eltern waren gut mit ihr befreundet und nachdem sich Draco von seinen Eltern und der dunklen Seite abgewendet hatte, hatten sie ihn immer wieder unterstützt.
    Auch waren sie die Eltern von Tonks, mit der ich wegen der Freundschaft unsrer Eltern ebenfalls gut befreundet war, obwohl sie 9 Jahre älter war.
    "Er ist eben mit Pansy verschwunden", antwortete ich ihr und nippte an meinem Sekt.
    "Pansy? Etwa diese aufgesetzte, unsympathische Brünette?"
    "Andromeda, bitte.", sagte Ted zu ihr und lächelte die restlichen Gäste, die sich wegen dem Aufschrei von Dracos Tante zu uns umgewandt hatten, entschuldigend an.
    "Was ist denn, Ted? Bestimmt kann Pansy hier sowieso niemand leiden! Was macht diese Frau überhaupt hier? Immerhin war sie die Heiratsfavoritin von meiner Schwester für Draco gewesen. Wie kommt Lena denn dann dazu, sie einzuladen?“
    „Sie ist Zabinis Cousine über ein paar Ecken und sie ist einfach aufgetaucht!“, erklärte ich.
    „Soso!“, meinte Andromeda und sah mich entzückt an.
    Anscheinend war ihr gerade etwas eingefallen.
    „Wie geht es eigentlich euren Kindern? Die habe ich ja heut noch gar nicht gesehen. Deine Mutter hat mir erzählt, dass selbst Emily und John schon so groß geworden sind! Sie werden nächstes Jahr nach Hogwarts kommen, oder?“
    „Ja, das stimmt. Die werden bestimmt bald auftauchen!“
    Emily und John mochten ihre Großtante wirklich gern, im Gegensatz zu Scorpius, der durch das Gerede seiner Großeltern väterlicherseits schon zu viel übernommen hatte.
    „Und Scorpius macht sich auch gut, oder? Ted Junior erzählt manchmal von ihm!“, erkundigte sich Andromeda, die mit Scorpius nicht viel anfangen konnte, da er sie zu sehr an ihren Schwager erinnerte, aus Höflichkeit.
    Ihr Enkel Ted, war der Sohn von Tonks und Remus und ging mit Scorpius in denselben Jahrgang.
    Allerdings gehörte er wohl nicht zu den besten Freunden von Scorpius, er war eher ein guter Bekannter von ihm, obwohl er quasi mit ihm aufgewachsen ist.
    Andromeda mochte ihn zwar schon, nur ging ihr sein ständiges Geschwätz über Muggel und Schlammblüter tierisch auf die Nerven.
    Mir ja sowieso, aber in diesem Alter bekam ich mit meinem Ältesten selbst einige Schwierigkeiten.
    „Dem geht's auch gut. Der ist nur grad in einer schwierigen Phase!“, meinte ich und lächelte sie entschuldigend an.
    „Ihr könntet uns öfter mal besuchen! Dann würde ich meinen Neffen auch mal wieder sehen!“, fügte sie noch hinzu, während sie mich mahnend angrinste.
    In diesem Moment kam der auch schon und gesellte sich zu uns.
    „Na, konntest du dich aus Pansys Klauen befreien?“, meinte Ted und klopfte Draco auf die Schulter.
    „Gerade noch!“, lachte der und nahm meine Hand.
    In diesem Moment kam auch schon sein Sohn lässig wie immer und zur Zeit auch mit demselben genervten Gesichtsausdruck wie immer daher.
    „Wann ist denn der ganze Spaß hier aus?“, fragte er uns und grüßte nicht mal seine Großtante.
    „Hallo Scorpius!“, grüßte sie ihn stattdessen.
    „Hallo!“, meinte er knapp und sah uns dann wieder gleichgültig an.
    „Scorpius! Weißt du dich jetzt nicht mal mehr zu benehmen!“, herrschte ihn Draco an.
    „Meine Güte!“, stöhnte der und fing an ungeduldig mit seinen Füßen zu wippen.
    „Ganz wie der Vater. Und damit meine ich nicht nur das Aussehen!“, versuchte Ted die Situation zu entschärfen.
    Er meinte es ja nur gut, nur kam es so bei meinem Ältesten nicht an.
    „Ich weiß, das ist ja auch beabsichtigt. Narzissa sagt das auch immer!“, antwortete Scorpius hochnäsig.
    Langsam ging mir mein Sohn fast auf die Nerven.
    „Du meinst deine Oma?“, fragte Andromeda nach und zog zweifelnd die Augenbraue in die Höhe.
    „Narzissa möchte mit ihrem Vornamen angesprochen werden, da Oma sie so alt wirken lässt!“, erklärte ich ihr und verkniff mir ein Lachen, was mein Mann nicht sonderlich toll fand.
    „Wird sich schon noch ein paar Stunden hinziehen!“, antwortete Draco dann doch noch seinem Sohn.
    „Ich würd ja was essen, nur haben Hugo und sein Vater sicher schon alles ratzeputze leer gegessen. Warum bekommen die nicht einfach ein eigenes Buffet!“, regte sich mein Sohn auf.
    „Das wäre auch nur von kurzer Dauer, dann würden sie sich trotzdem wieder die Teller bei uns beladen!“, antwortete Draco grinsend.
    Unmöglich waren die beiden.
    Scorpius zog trotzig wieder ab in Richtung Buffet.
    Eben hatte sich Blaise mit seiner Tochter auf dem Arm von seiner Mutter losgeeist und schlenderte auf uns zu.
    "Die Kleine ist wirklich allerliebst.", meinte Andromeda verzückt und seufzte, als Nora sie anstrahlte.
    „Das ist ja auch meine Tochter!“, meinte Zabini grinsend und sah glücklich auf das niedliche Mädchen herab.
    „Wer weiß!“, konnte sich Draco natürlich wieder nicht verkneifen und setzte sein schelmisches Grinsen auf.
    „Haha! Hier, nimm mal dein Patenkind!“
    Blaise streckte ihm Nora hin.
    „Aber pass auf, dass sie nicht runterfällt!“, fügte er noch hinzu, als sein Freund seine Tochter auf den Arm nahm.
    „Schließlich kennt er sich mit Babys ja nicht so aus!“, grinste Ted.
    „Was glaubst du, was ich die letzten 12 Jahre gemacht hab!“, meinte Draco angesäuert.
    „Geld gescheffelt!“, lachte seine Tante und erntete dafür böse Blicke seitens meines Mannes.
    „Ach Draco, hab dich nicht so! Schließlich hast du drei wundervolle Kinder aufgezogen!“, sagte Ted und lachte ihn an.
    „Wir haben sie aufgezogen!“, antwortete Draco bestimmt und küsste mich.



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    Stürmischer Regen

    „Wo es Liebe regnet, wünscht sich keiner einen Schirm.“


    Wir spazierten Hand in Hand in einer romantischen Parkanlag, die mit riesigen Bäumen und großflächigem Rasen abgeteilt war, mit Wegen und Blumenbeeten geschmückt.
    Die Dämmerung war bereits zu erahnen und dunkle Wolken schoben sich vor die wärmende Sonne. Ein warmer Sommertag verneigte sich dem Abend.
    Typisch für Ende Juni.
    Arm in Arm schlenderten wir die langen Wege entlang, versunken in Gedanken und Gefühlen.
    Ich genoss jede Berührung und die Wärme und Nähe von Lena.
    In der Ferne sah ich eine Bank.
    Als wir dort angekommen waren, setzte ich mich hin und sie ließ sich neben mich nieder.
    Sie sah mich an und ich legte meine Hand an ihre Wange.
    Sie lächelte mich an und küsste mich sanft.
    „Komm lass uns noch ein Stück gehen!“, meinte sie und zog mich wieder hoch.
    Ineinander versunken, bemerkten wir erst spät das erste Grollen am Himmel.
    „Sieht nach Regen aus!“, bemerkte ich und musterte Lena.
    „Ja und? Angst dein 50 Galleonsjackett wird nass?“, grinste sie mich verschmitzt an.
    „Haha!“, ich küsste sie.
    „Vielleicht sollten wir aber doch ins Trockene!“, wandte sie ein und sah mich erwartungsvoll an.
    „Da wäre ich auch dafür!“, meinte ich und sah mich um.
    Blöderweise hatte ich nicht den geringsten Schimmer, wo wir waren.
    „Sieht so aus, als hätten wir uns verlaufen!“, stellte nun auch meine Freundin fest.
    Meine Freundin.
    Hach, das klang gut.
    „Anscheinend!“, antwortete ich und blieb stehen.
    Selbst wenn, wenn sie bei mir war, war mir alles egal.
    Was konnten ein paar Tropfen mir schon ausmachen…
    Ich lächelte sie an und wir umarmten uns innig.
    Sie küsste mich leidenschaftlich und ich erwiderte die darauffolgenden Küsse, der eine versunken in den anderen.
    Unsere Küsse mischten sich langsam mit den fallenden Regentropfen und ich liebkoste ihren Hals.
    Meine Begierde wuchs und am liebsten hätte ich ihr an Ort und Stelle die Kleider vom Leibe gerissen und mich mitten auf diesem Platz meiner Leidenschaft hingegeben.
    Ich liebte Lena so innig und so tief, dass es keiner Worte mehr bedarf, eine Schweigen, dass so herrlich war, wie fröhliche Musik.
    Wir standen eng umschlungen da, inzwischen durchnässt bis auf die Haut. Mein Hemd klebte an meinem Körper.
    Die Dämmerung hatte eingesetzt und tauchte den Garten in rötlich violettes Licht.
    Es schien romantisch durch eine Wolkenlücke.
    Es war alles still um uns rum, wir waren die einzigen Menschen hier.
    Ich war voll von Verlangen nach ihr und es war weit und breit kein Mensch in Sicht, doch ich wusste ganz genau, dass Lena dafür nicht zu haben war.
    Dennoch presste sie ihren nassen Körper an mich und wir küssten uns.
    Ich wollte es.
    Jetzt und hier im Regen.
    Aber Lena entzog sich mir.
    Gerade rechtzeitig, denn nun bemerkte auch ich den Mann, der auf uns zueilte.
    „Haben Sie sich verlaufen bei dem Dreckswetter?“; fragte er uns.
    „Sieht so aus!“, antwortete ich und zuckte mit den Schultern.
    Ich nahm Lena bei der Hand und der freundliche Herr, der sich später als der Parkranger herausstellte, führte uns aus dem Parklabyrinth.
    Wir apparierten direkt zu uns nach Hause in unser Schlafzimmer.
    Mein kleiner Freund richtete sich genauso schnell wieder auf wie im Park.
    Die Leidenschaft brannte in mir und ich verging fast vor Verlangen nach Lena.
    Ich wollte mit ihrem Körper verschmelzen, ihr so nahe sein, wie es nur möglich war.
    Sie grinste mich an und ich zog sie an mich.
    Wir küssten uns stürmisch und ich streifte meine Jacke ab.
    Wir wankten immer noch eng umschlungen, bis wir uns auf das Bett fallen ließen.
    Ich fuhr mit meinen Händen über ihren Rücken und strich ihr das Haar aus dem Gesicht, das ihr immer wieder nach vorne fiel.
    Dann küsste ich sie erneut, während ich ihr langsam das Shirt über den Kopf zog.
    Sie knöpfte meine Hose auf und zog sie runter und machte auch nicht vor meinen Boxershorts Halt.
    Ihren Rock, der noch an ihren Beinen klebte, wurde sie ebenfalls durch meine Hilfe schnell los.
    Jetzt fehlte nur noch ihr BH, aber das stellte auch kein weiteres Hindernis dar.
    Endlich lag sie völlig entblößt vor mir und ich erkannte erneut, was für eine atemberaubende Frau sie war.
    Ich umschlang sie mit meinen Armen und sie klammerte sich an meine nackte Brust.
    Sie küsste meine Schulterblätter und fuhr dann damit fort, bis sie erneut bei meinem harten Schritt angekommen war.
    Doch von dem ließ sie wieder ab und widmete sich lieber wieder meinem Mund.
    Ich erwiderte ihren Kuss und unsere Küsse wurden immer stürmischer und meine Hände immer fordernder.
    Ihr Atem wurde schneller und ich dirigierte meinen kleinen Freund in die richtige Richtung.
    Wir wurden eins und es war wie immer ein unbeschreibliches Gefühl.
    Ich stieß immer wieder in sie hinein und sie fing an lustvoll aufzustöhnen.
    Es begann als kleine Vibration, die stärker und stärker wird und mich schließlich überflutete, während die Zeit um uns rum stillstand.
    Lena bewegte sich in meinem Rhythmus und es wurde immer intensiver.
    Es war wie ein heißes Glühen, das sich durch meinen kompletten Körper, durch jeden Teil zog.
    Irgendwann hatte ich dann endgültig den letzten meiner kleinen Samensoldaten in den Krieg ziehen lassen und lehnte mich entspannt zurück.
    Lena ließ sich erschöpft in meine Arme sinken und legte den Kopf an meine Brust.
    Ich strich ihr noch ein letztes Mal über die Haare und da war sie auch schon eingeschlafen.

    Ich wachte in seinen Armen auf und drehte mich zu ihm um.
    Er schlief noch und sein Brustkorb hob und senkte sich regelmäßig und ich strich ihm über die Wange.
    Seine Bartstoppeln kitzelten meinen Handrücken.
    Seine Augen waren geschlossen.
    Das nötigste verdeckte die Decke.
    Ich beschloss, duschen zu gehen oder mir zumindest die Zähne zu putzen.
    Ich setzte mich auf und erhob mich vom Bett.
    Ich schnappte mir Blaise Hemd und zog es an.
    Als ich 5 Minuten später wieder zu ihm unter die Decke kroch, merkte ich, dass er wach war.
    Sehr wach sogar.
    Er zog mich zu sich ran und küsste mich leidenschaftlich.
    „Guten Morgen!“, hauchte ich zwischen zwei Küssen.
    „Einen wunderschönen guten Morgen!“ erwiderte er und entledigte sich seiner Boxershorts.
    Er machte sich an den paar Knöpfen zu schaffen, die ich vorhin flüchtig zugemacht hatte und hatte sein Ziel bald erreicht.
    Er legte sich auf mich und küsste mich erneut.
    Danach rauchte Zabini eine Zigarette und wir unterhielten uns eine Zeit lang.
    „Aber wenn du weiterhin mit mir zusammen sein willst, wirst du dir fei schön das Rauchen abgewöhnen!“, meinte ich und sah ihn erwartungsvoll an.
    Er strich mir zärtlich übers Haar und lachte mich schelmisch an.
    „Für dich würde ich doch alles tun!“, meinte er und küsste mich erneut.
    Wir machten erneut rum und diese Mal küsste Blaise meine Brüste und fuhr mit der Zunge über meine Haut.
    Er strich mir meine Haare beiseite und legte sich auf mich und fing schon wieder an, aber dieses Mal hatte er sich mit den Händen aufgestützt und ich streichelte seine Brust.
    Ich presste ihm mein Becken entgegen und hatte ihn sofort wieder an der richtigen Stelle.
    Ich stöhnte und mein ganzer Körper summte vor Lust und ich umschlang ihn mit meinen Beinen und klammerte mich an seine starke Brust.
    Ich versuchte ihn solange wie möglich in mir zu halten und kam mit einem lauten „Zabiniii“ zu einem fulminanten Höhepunkt.
    Zabini anscheinend auch, denn er ließ sich erschöpft in die Kissen fallen.









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    Kapitel 13
    Die Gedanken sind frei- ich kann sie erraten

    „Suum cuique.“
    Jedem das seine. [Cicero, de officiis 1, 5]


    Ich saß gerade am Tisch und blätterte in der Zeitung. Elidora war wie immer so freundlich und hatte mir meinen Kaffee an meinen Platz gestellt, bevor ich überhaupt im Esszimmer erschienen war.
    Ich nahm einen Schluck.
    Also irgendwie schmeckte der heute definitiv anders als sonst.
    Naja, vielleicht bildete ich mir das nur ein. Warum sollte Elidora ihn nach 15 Jahren plötzlich anders brauen, als sonst.
    Bevor ich sie überhaupt fragen konnte, erschienen auch schon meine beiden jüngsten.
    Die beiden tauchten auch immer zusammen auf.
    „Morgen Daddy!“, meinte meine Tochter und strahlte mich an.
    Wie konnte sie nur schon am Morgen so quitschfiedel sein.
    Das hatte sie definitiv von ihrer Mutter.
    „Hallo Emily, morgen John!"
    Der konnte mir ruhig auch eine freundliche Begrüßung schenken.
    Der rieb sich die Augen und schaute mich an.
    Blöderweise musste er dazu erst seine Augen vollständig öffnen.
    Er rang sich ein: „Morgen Dad!“ ab und griff sich eine Scheibe Toast.
    Wenigstens kam er in diese Punkt nach mir.
    Ich trank den Rest Kaffee in einem Zug leer, wenigstens war er inzwischen schon so weit abgekühlt, dass ich mir nicht mehr die Zunge verbrannte.
    „Und womit wollt ihr euch heute die Zeit vertreiben?“, fragte ich rein interessenhalber.
    „Wir gehen heut Nachmittag zu James und sonst, keine Ahnung!“, immer diese konstruktiven Antworten.
    Warum muss er eigentlich immer wissen, was wir den ganzen Tag so machen! Wir verschwenden unsere Zeit schon nicht.
    Ich sah John empört an.
    Was sollte das denn.
    Der rührte allerdings scheinbar abwesend in seiner Milch.
    Komisch, ich hatte doch hundert prozentig was gehört.
    Ich werde doch nicht langsam verrückt? Immerhin war ich gerade mal 34, da sollte so was noch nicht passieren.
    Oder doch?
    Bevor ich mich noch weiter in meine paranoiden Gedanken verstricken konnte, betrat Marie das Esszimmer.
    „Morgen, mein Schatz!“, sie gab mir einen Kuss und ihr strahlendstes Lächeln.
    So wie Draco wieder aussieht, könnte er noch ein paar Becher schwarzen Kaffeevertragen…
    Was war das bitte!
    Meine Frau lächelte mich immer noch an und fragte nun John und Emily nach ihrem Befinden.
    Was zur Hölle war hier los!
    „Habt ihr schon was, von eurem Bruder gehört?“, fragte Marie und verstrich die Marmelade auf ihrer Semmel.
    „Nein!“, meinte John knapp und biss erneut in seinen Toast.
    Der verschläft doch eh wieder den ganzen Tag. Und den restlichen verbringt er damit, sich Gel in die Haare zu schmieren.
    „Emily!“, ermahnte ich meine Tochter.
    „Was ist denn? Ich hab doch gar nichts gesagt!“, beschwerte sich diese.
    „Tut mir leid, mir war so!“
    Ich hatte doch gerade ganz klar und deutlich ihre Stimme gehört.
    Marie sah mich verwundert an und legte dann ihre Hand auf meine Stirn.
    „Hm…heiß bist du nicht!“, überlegte sie.
    Jedenfalls nicht auf diese Weise.
    „Aber Marie, doch nicht vor den Kindern.
    Was war denn heute mit ihr los?
    „Was ist denn heute mit dir los!“, fragte sie mich stattdessen dieselbe Frage.
    „Lass mich raten, ihr habt schon wieder nichts gesagt?“, vermutete ich.
    „Richtig!“, meinte John und hob sogar seinen Kopf, um mich zweifelnd anzusehen.
    Na toll, mein eigener Sohn hielt mich für verrückt und meine Frau und meine Tochter den Blicken nach zu urteilen auch.
    „Draco, ich glaub, du arbeitest in letzter Zeit zu viel!“, sagte meine Frau und sah mich besorgt an.
    Das tust du sowieso. Und Zeit hast du dann immer nur abends für uns.
    Sie hatte ja Recht, aber in den letzten Wochen war in der Bank einfach immer die Hölle los.
    Warum dachte ich das und antwortete ihr nicht gleich.
    Ich konnte doch nicht etwa Gedankenlesen?
    „Marie, weißt du noch das mit dem Schokoladenhaus?“
    Meine Frau sah mich an als würde ich gleich überschnappen.
    Wie kannst du nur davon anfangen, wenn die Kinder dabei sind! Wenn du schon so absurde Träume haben musst, dann lass wenigstens andere nicht daran Teil haben.
    Ihr Mund bewegte sich kein Stück.
    Volltreffer.
    Aber träumte ich? War das wirklich real?
    „Ja. Da hast du die Pralinen gekauft, die du Blaise mitgebracht hast, als wir das letzte Mal zum Abendessen eingeladen waren, oder?“, fragte sie mich mit zuckersüßem Lächeln.
    „Genau, Darling!“, gab ich ebenfalls lächelnd zurück.
    Ich hatte, was ich wollte.
    „Naja, ich werde jetzt noch kurz mit Tonks telefonieren und später kommt Lena noch vorbei. Draco, vergiss bitte nicht, dass wir später zum Essen verabredet sind!“, verkündete meine Frau und erhob sich vom Tisch.
    „Wir müssen dann auch mal los!“, meinten meine Kinder wie aufs Stichwort und sprangen auf.
    Schließlich müssen wir noch die Tränke brauen und Dad sollte davon nicht unbedingt was mitbekommen. Mum war ja immerhin schon mal abgelenkt.
    Das konnte ich noch hören und dann waren meine Kinder auch schon um die Ecke verschwunden.
    Was sollte das denn heißen?
    Naja, ich würde sie die Tage mal nicht aus den Augen lassen.
    Aber jetzt musste ich erst mal rausfinden, wie ich zu meiner plötzlichen „Gabe“ gekommen war…

    Ich wollte mich gerade erheben, als plötzlich Scorpius ins Zimmer kam.
    Er sah ziemlich fertig aus und schleppte sich förmlich an den Tisch.
    Ich beschloss, noch ein paar Minuten sitzen zu bleiben und holte mir noch einen Kaffee.
    Scorpius schenkte sich Orangensaft ein und strich Marmelade auf seinen Toast.
    Was zum Henker hatte der letzte Nacht getrieben!
    Was glotzt du mich so dämlich an, ich weiß, dass ich heute nicht so fresh aussehe.
    Was war das? Ich sah Scorpius böse an, doch der biss gerade lustlos auf seinem Toast rum.
    Er konnte also nichts gesagt haben. Anscheinend konnte ich die Gedanken von meinem Ältesten auch ohne Probleme lesen.
    Na toll, als ob mir die der anderen nicht schon reichen würden.
    „Und, gut geschlafen?“
    Nicht so laut! Ich sitz neben dir, da musst du nicht so brüllen!
    „Wie bitte!
    Ich sah meinen Sohn kritisch an.
    „Ich hab doch gar nichts gesagt.“, meinte der gereizt.
    O Gott, ich brauch ne Aspirin.
    „Kommt nicht in Frage! Ich weiß ja nicht, was du letzte Nacht so getrieben hast, aber ich werde es herausfinden, glaube mir, und das wird noch Folgen haben, aber dieses Muggelzeug wirst du nicht nehmen. Ich brau dir einen vernünftigen Trank, der päppelt dich schon wieder auf.“
    Scorpius sah mich entgeistert an, doch plötzlich grinste er selbstgefällig, wie ich es immer tat.
    Der Trank! Es hat funktioniert.
    Welcher Trank!
    „Scorpius!“ Ich sah meinen Sohn misstrauisch an.
    „Ich wollte nur sicher gehen, dass er funktioniert.“
    Und ob er wirklich keine Nachwirkungen hat. Ich traue diesen uralten Büchern nicht so…
    „Sag mal, was erlaubst du dir eigentlich! Ich bin doch nicht dein Testkarnickel!“
    Ich hatte ihm wohl nicht genug Respekt beigebracht.
    „Tut mir leid Dad“, meinte Scorpius und sah mich reumütig an.
    Alter, reg dich ab.
    Muss der immer so ein riesen Fass auf machen!
    „Was denkst du dir eigentlich!“, fragte ich empört.
    Das weißt du doch genau, Dad.
    Mein Sohn grinste mich hämisch an und ich kochte vor Wut.
    Aber wieso sollte ich das nicht zu meinem Vorteil nutzen!
    Wenn ich ihn auf die letzte Nacht ansprach, würde er sicher kurz daran denken.
    „Sag mal, wo warst du eigentlich letzte Nacht?“, meinte ich und grinste ihn selbstgefällig an.
    „In meinem Bett.“
    Oman, ich sollte mich nächstes Mal echt zurückhalten.
    Selectus und seine scheiß Hausbar.
    Von wegen, erfahrener Barkeeper.
    Wie viel Schnaps bekomm ich in ein Glas, in dem sich zur Tarnung auch noch Saft befindet.
    Nie wieder seinen Spezialcocktail!
    Soso, wenn ich dachte, er würde wohl behütet in seinem Bett liegen, veranstaltete er also Sauforgien mit Selectus.
    Verflucht! Wieso habe ich daran nicht gedacht! Oman, bin ich dämlich.
    „So würde ich das nicht sagen, mein Sohn.“
    Ich grinste ihn hämisch an und erntete dafür böse Blicke.
    Tja, daran hätte er früher denken müssen.
    „Diese Nacht wirst du schön dein Bett hüten und du wirst die nächsten Wochen auch die Finger von jeglichem alkoholischem Gesöff lassen!“, herrschte ich ihn an.
    Meine Güte, darf man hier denn gar keinen Spaß haben!
    „Aber Dad, ich muss heute unbedingt wo hin…“
    …zu Cecile.
    Ach Cecile…
    Ich vermisste sie schon nach einer Minute, es war fast nicht mehr auszuhalten. Aber auch so wunderbar.
    Ich hatte noch nie so viel für einen Menschen empfunden.
    Ich genoss jede Sekunde mit ihr, vor allem die, in denen wir…
    „Iss auf und geh dann in dein Zimmer“, meinte ich, bevor mein Sohn diesen Gedanken noch ausführte.
    Es war ja schön, wenn er so glücklich war, aber an gewissen Momenten in seinem Leben musste ich definitiv nicht Teil haben.
    „Ja“, murrte er und widmete sich wieder seinem Essen.
    Oman, mir ist so schlecht. Ich will sterben.
    Geschieht dir recht!
    „Sei nicht so wehleidig.“
    Er beugte sich weiterhin über sein Essen, doch seine Gedanken kamen trotzdem bei mir an.
    Das sagt der Richtige!
    Was sollte das denn heißen! Als ob ich wehleidig wäre.
    Hast du eigentlich nichts anderes zu tun, als mir beim Essen zuzusehen!
    Wenn der so weitermachte, konnte er noch was erleben!
    …oman, Selectus hatte- ausnahmsweise- Recht. Ich hätte nie mit Sam schlafen sollen. Gott sei Dank hat Cecile mir das noch mal verziehen. Aber wer könnte bei meinem Charme schon wiederstehen!
    Da kommt ja sogar Pansy angekrochen. Gott sei Dank kann ich mich an diese Nacht nicht mehr erinnern.
    Ich werde nie Selectus‘ Gesicht vergessen, als ich ihm davon erzählt habe.
    „WAS! Die Alte hast du flachgelegt!“
    Oman, ich war mindestens genauso entsetzt gewesen, als ich neben ihr aufgewacht bin.
    Wie konnte ich auch nur so dämlich sein und mich in ihrer Gegenwart besaufen!
    Aber wenn Cecile…
    Oman, ich versuchte die Gedanken meines Sohnes auszublenden, aber es gelang mir nicht.
    Ich beschloss, einen Gegentrank zu brauen, da mir die Gedanken meines Sohnes so langsam echt auf den Geist gingen.
    Ich stand auf und verließ die Küche.
    Ja endlich. Und du darfst ruhig ein schlechtes Gewissen haben, dass du mich so belauschst.
    Pff! Jetzt war ich also der böse Erwachsene.
    Ich ging den Flur entlang, in Richtung Eingangshalle, um mich in mein Tränkelabor zurückzuziehen.
    Ich würde ein Gegenmittel brauen und dann bald meine Kopf wieder für mich haben.
    Das würde-
    …Draco.
    Ich blieb stehen. Jemand hatte gerade meinen Namen gedacht. Ich sah durch den Spalt, der leicht geöffneten Wohnzimmertür und sah da meine Frau mit Lena auf dem Sofa sitzen.
    Ich zögerte, blieb dann aber vor der Tür stehen.
    Ich wollte die beiden ja eigentlich nicht belauschen, aber es war schon interessant, was die, insbesondere meine Frau, so dachten.

    „Naja, aber es gibt sicher schlimmere als Lucius.“, meinte Lena gerade.
    „Da bin ich mir nicht so sicher.“, wandte meine Frau ein.
    Ich mein, wenn man versucht seinen eigenen Sohn umzubringen, muss man doch einen an der Klatsche haben.
    „Es fängt ja schon damit an, worüber ich mich mit ihm unterhalten soll...“
    „Über seine Haare“, lachte Lena.
    Damit peitscht er wahrscheinlich immer seine Frau aus, wenn sie hemmungslosen Sex haben.
    O mein Gott, was hatte Lena für Gedanken! Das wollte ich mir echt nicht antun.
    Ich drehte mich um und krachte mit Elidora zusammen, die den beiden anscheinend gerade Kaffee bringen wollte.
    Sie konnte sich gerade noch auf den Beinen halten, verschüttete aber etwas Milch.
    „Pass doch auf!“, keifte ich sie an.
    „Entschuldigung, Sir“
    Pass doch auf und gib nicht immer mir die Schuld, du Bonze.
    War ich wirklich so unfreundlich?
    „Wisch das doch bitte auf.“, meinte ich und lächelte sie nett an.
    Kannst du deinen Dreck nie selbst wegmachen!
    Gott sei Dank sind die Frau und die Zwillinge nicht so, sonst hätte ich mich schon lang aufgehängt.
    Mein Hauself war ja suizidgefährdet.
    „Natürlich.“
    Aja, belauschen wir gerade unsere Frau! So weit bist du also schon…
    Ich starrte sie hasserfüllt an und sie eilte in die Küche.
    Sie stellte mich wie ein Monster da…

    „Naja, aber er hat einen geilen Sohn.“
    Ich wandte mich wieder der Tür zu, da es jetzt anscheinend interessant wurde.
    Ich war gespannt, was Lena darauf antworten würde.
    Dad!
    Was war das?
    Komm mal her, ich muss was mit dir bereden.
    Das könnte ihm so passen!
    Er dachte wohl, ich springe gleich, wenn er was sagte beziehungsweise dachte.
    Aber das konnte er vergessen!
    Und wenn du schon auf den Beinen bist, könntest du mir mein Buch mitbringen, das liegt in der Eingangshalle neben der antiken Vase.
    Mein Sohn verwechselte mich offenbar mit einem seiner Schufftel.
    Der glaubte doch nicht wirklich, dass ich ihm jetzt sein Buch bringen würde!

    Wenn du wüsstest…
    Oh, es wurde wieder interessant. Meine Frau grinste belustigt und ich setzte mich neben die Tür.
    „Naja, wenn du meinst. Aber ich glaube kaum, dass er an meinen Typen rankommt.“, grinste Lena.
    Mit seiner Hühnchenbrust.
    Sag mal, was erlaubte die sich eigentlich! Und noch dazu in meinem Haus.
    Pah, den schafft Draco doch mit links. Welchen Typen du jetzt auch immer meinst.
    Oh ja, da konnte ich meiner Frau nur Recht geben.
    Vielleicht würde ich jetzt auch herausfinden, wie der Weiberheld Zabini eigentlich in Wirklichkeit war.
    „Oman, Zabini macht mir echt zu schaffen.“, erzählte Lena.
    Wie? Ich dachte, sie wusste, dass Zabini sie betrogen hatte.
    Wieso war sie dann immer noch mit ihm zusammen?
    Vielleicht hatte Marie es ihr doch nicht erzählt. Zabini hatte ja auch nichts in die Richtung erwähnt…
    „Er dachte wirklich, ich wäre für die Umkleidekabine zu haben.“, sagte Lena empört und Marie grinste amüsiert.
    Dieser Kerl ist doch durch und durch skrupellos. Soll er doch zu seinen Bunnys gehen, die sind dafür bestimmt zu haben.
    Oh, Marie hatte ihr anscheinend doch davon erzählt.
    „Und wie läuft es so mit Wood?“, erkundigte sich meine Frau.
    So war das also.
    Ach, Oliver.
    Lena lächelte und meine Frau sah sie erwartungsvoll an.
    „Naja, es ist genauso wunderbar, wie damals. Sogar noch ein Stück besser.“, schwärmte sie.
    Eigentlich hätte ich ihn heiraten sollen. Das mit Oliver war schon in Hogwarts etwas ganz besonderes gewesen. Wieso hatte ich den Kerl nicht genommen?
    Aja, wegen Harry.
    Oman, ich vermisste ihn so. Es schmerzte immer noch, wenn ich an ihn dachte. Obwohl ich ja eigentlich glücklich verheiratet war.
    Sehr glücklich sogar.
    Bis letzte Woche zumindest.
    „Und wie lange willst du das jetzt machen?“
    Irgendwann wird Blaise euch sicher erwischen…
    „Ich weiß nicht, ich schau einfach mal, wie sich das so entwickelt.“
    … und er hat immer noch seinen durchtrainierten Körper, sein Sixpack, das schon damals vom Quidditch…
    Ich stand auf und ging. Das musste ich mir jetzt wirklich nicht anhören.
    Außerdem war Zabini mein bester Freund und dass seine Frau ihn betrog, gefiel mir ganz und gar nicht.
    Natürlich war er auch nicht besser, aber das war nicht okay.
    Aber Lena schien Wood ja immer noch total scharf zu finden.

    Oman, ich ging in mein Labor und stürzte mich auf meine Bücher, um das Bild von Woods Sixpack wieder aus meinem Kopf zu bringen.
    Nachdem ich eine geschlagene Stunde nach einem Gegentrank gesucht hatte und natürlich auch fündig geworden war, hatte mich Marie zum Aufbruch gedrängt.
    Blöderweise noch bevor ich den Trank brauen konnte.
    Naja, vielleicht war es ja gar nicht so schlecht noch ein paar Gedankengänge von meinen Freunden mitzubekommen.
    Die von meiner Frau und ihrer Freundin kannte ich ja jetzt leider schon zur Genüge.
    Ich betrat zusammen mit Marie das Lokal, in dem wir uns mit unseren Freunden verabredet hatten.
    Ich rieb mir die Schläfen.
    Gedanken lesen war nervenaufreibender als ich jemals gedacht hätte.
    Ich seufzte.
    „Was ist los, Liebling?“, fragte mich meine Frau und sah mich besorgt an.
    Mein Gott, was hat er denn jetzt schon wieder.
    Ich sah sie empört an.
    So was dachte sie also, wenn sie mich scheinheilig ansah.
    „Was schaust du mich so entgeistert an?“, fragte sie mich erneut.
    „Ach nichts.“
    Immer schön den Schein bewahren.
    Sie nahm meine Hand und zog mich zu dem langen Tisch, an dem die anderen schon Platz genommen hatten.
    „Hallo allerseits!“, begrüßte Marie sie und ich nickte.
    Der könnte auch mal den Mund aufmachen. Dass Malfoy immer so gezwungen tat, mein Gott der soll sich nicht so anstellen
    Klar, dass das von Hermine kam.
    „Hallo Hermine!“, sagte ich und setzte mein verführerischstes Lächeln auf.
    Und erntete dafür eine Menge argwöhnische Blicke.
    Was soll das denn bitte? Ich sollte John mal so ansehen. Nein, Marie, du bist nicht eifersüchtig und auf die Streberin sowieso nicht.
    Ich lächelte innerlich.
    Ron hatte das anscheinend nicht mitbekommen, er war zu sehr auf das Buffet fixiert.
    Mein Gott, Malfoy, setz dich einfach hin, sonst können wir nie anfangen zu essen.
    Oh, anscheinend war er doch zum Denken fähig.
    Gerade war mir aufgefallen, dass wirklich schon jeder saß, außer mir, was jetzt auch den anderen aufzufallen schien.
    Was ist denn heute mit dem los? Hat er es letzte Nacht schon wieder nicht gebracht oder was? Ich sollte Marie mal ein paar Viagrapillen mitgeben, die sie ihm unterjubeln könnte. Vielleicht würde er es ja dann bringen…
    „Ich habe keine Potenzprobleme und meine Frau kann das nur bestätigen!“, schnauzte ich Zabini an.
    Marie sah mich entgeistert an.
    Aber anstatt zu erröten grinste sie nur.
    „Das kann ich definitiv unterschreiben!“, meinte sie, musterte mich aber trotzdem argwöhnisch.
    Zabini zog die Augenbrauen hoch.
    Anscheinend war ihm gerade aufgefallen, dass er das eben nicht laut gesagt hatte.
    Ich musste wohl oder übel wohl später noch mit ihm reden.
    Ich glaub auch, dass er es ohne Potenzprobleme nicht so wirklich bringt. Naja, immerhin hat er drei Kindern zu Stande gebracht. Was Marie manchmal erzählte…
    Wieso musste meine Frau ihrer Freundin eigentlich immer alles haarklein erzählen. Sie konnte unsere intimen Dinge einfach nicht intim lassen, schon in der Schule nicht. Es ging niemanden was an, wie ich im Bett war.
    Und ich war verdammt noch einmal sehr gut.
    Nur um das mal eben festzustellen.
    „Na, wo das jetzt geklärt ist, können wir uns ja dem eigentlich widmen, weswegen wir überhaupt da sind!“, wandte Granger ein.
    Sonst platzt mir Ron noch, omann…kein Wunder, dass wir das Essen gehen immer auf All-you-can-eat-Restaurants beschränken müssen, der würde uns sonst noch in den Ruin treiben.
    Das glaubte ich auch und bevor Weasley uns hier noch verhungern würde, könnten wir ja auch anfangen.
    Ich setzte mich und bestellte mir und meiner Frau erst mal was zu trinken.
    „Wir hätten bitte gerne zweimal einen Rotwein!“
    Wieso fragt er mich eigentlich nie, was ich zu trinken will. Vielleicht will ich ja gar keinen Wein. Vielleicht will ich ja was anderes trinken. Immer ist er so bestimmend, ich mein, ich mag das ja sonst, aber manchmal….
    Marie lächelte mich an.
    „Danke!“, sagte sie und erhob sich, um zum Buffet zu gehen.
    Wenn ich gewusst hätte, das selbst solche Kleinigkeiten ihr nicht passen.
    Mein Gott, sie trank immer mit mir Wein, dann werde ich doch davon ausgehen können, dass sie das jetzt auch tat.
    Ich stand ebenfalls auf und tat mir Essen auf meinen Teller. Während Weaslebe sich bestimmt schon den 5. Teller vollschaufelte.
    Eigentlich hab‘ ich ja gar kein Hunger mehr, aber wenn es hier schon so viel Auswahl gibt. Das Essen muss man ja nicht wegschmeißen und da Malfoy wahrscheinlich eh nur wieder einen Kinderteller isst, so wie der ausschaut, hatte der noch nie in seinem Leben vernünftig gegessen, der Hungerhaken.
    Ich räusperte mich auffällig neben ihm.
    „Oh hey Draco, die Nudeln isst du doch nicht mehr, oder?“, er schaute mich fragend an und spießte auch noch die letzten paar Nudeln auf seine Gabel.
    Die leisten jetzt den anderen Bergen von Essen Gesellschaft.
    „Nein, Ron. So schnell wär ich auch gar nicht gewesen!“, erwiderte ich und setzte mich wieder neben meine Frau.
    „Wenn du nach dem Teller noch Nachschlag willst, dann würd ich jetzt sofort gehen, sonst bleibt nichts mehr für dich. Weaslebe wütet schon wieder!“, riet ich Zabini, der neben mir saß.
    Was ist denn heut Morgen mit Lena losgewesen? Sie ist doch sonst nichts so abwesend. Nicht mal den Quickie in der Dusche hat sie heut mitgemacht. Langsam sollte ich mir vielleicht Sorgen machen. Immerhin war sie gestern auch nicht bei der Sache, als ich sie gestern genommen hab‘…
    Mir fiel die Gabel aus der Hand.
    Eigentlich sollte ich hier Ron nicht beim Fressen zu schauen, ich könnte genauso in Woods starken Armen liegen oder wir könnten die Sachen ausprobieren, von denen er mir gestern noch erzählt hat, bevor er mich…
    „Draco, was ist denn heute los mit dir?“, Marie sah mich irritiert an.
    „Na die beiden haben Probleme!“, entfuhr es mir.
    „Wer hat Probleme!“, fragte sie mich verständnislos.
    „Egal. Was hast du gesagt, Liebling?“
    „Ich hab dich gefragt, warum du die ganze Zeit so abwesend bist!“, wiederholte sie ihre Frage gereizt.
    Nie kann er mir zuhören. Ich will ja gar nicht wissen, was er wieder denkt. Solang er nicht an diese Schlampe von Pansy denkt. Dann bräuchte er mir gar nicht mehr nach Hause zu kommen.
    War sie denn immer noch nicht über diese Sache hinweg!
    Ich sagte ihr doch oft genug, dass ich nur sie liebte.
    Mir lag doch überhaupt nichts an Pansy, das wird doch wohl mal in ihr Hirn reingehen.
    Bevor ich ihr das aber zu 100. Mal klar machen konnte, hörte ich ein monotones Gebrabbel, das ich bis jetzt anscheinend überhört hatte, denn es fiel mir erst jetzt auf.
    „Essen! Essen! Essen! Essen! Essen! Essen! Essen! Essen! Essen!“
    Ich sah mich um und konnte den Rotschopf sehen, wie er sich eine Gabel nach der anderen in den Mund schob.
    Das war ja wirklich unappetitlich.
    Wie hielt Granger das denn bitte aus!
    Nach einer geschlagenen Stunde, in der ich mir noch mehr solcher tollen und konstruktiven Gedanken anhören durfte, konnten wir uns irgendwann aus dem Staub machen.
    Es war ja nicht so, dass ich sonst nicht gerne Zeit mit meinen Leuten verbrachte, aber ich musste mir ja sonst auch nicht anhören, was die so dachten und das war teilweise schon ziemlich heftig.
    „Das macht dann bitte 23,95 für sie!“, informierte mich die Bedienung und lächelte mich charmant an.
    So würde sie auch nicht mehr Trinkgeld bekommen.
    Und schon gar nicht, wenn meine Frau daneben saß.
    Den würde ich auch nicht von der Bettkannte schmeißen. Allerdings würde ich doch lieber den Typen neben ihm vernaschen, der hat vielleicht Muskeln, dagegen kommt er nicht an.
    Jetzt bekam sie erst recht nicht mehr als die 10%.
    Ich gab ihr das Geld und meinte, es stimme so.
    „Ich hatte übrigens noch ein Wasser bestellt. Das wollte ich eigentlich noch trinken, bevor ihr ich Lokal verlassen wollte, aber anscheinend ist das hier nicht möglich! Außerdem habe ich es ja eben bereits gezahlt!“, ich versetzte meinen Worten Nachdruck, indem ich meinen scharfen Blick aufsetzte.
    Die Bedienung zuckte zusammen und nickte.
    „Ja, Sir, das werden Sie natürlich selbstverständlich bekommen!“, stotterte sie und verzog sich wieder in die Küche.
    Meine Frau musterte mich streng.
    „Musst du die arme Frau denn so anherrschen? Das hättest du auch netter sagen können!“, herrschte sie mich an.
    Eigentlich könnte er ruhig noch so weiter machen. Draco kann so dominant sein und wer weiß, vielleicht törnt es mich ja auch ein bisschen an. Gut, dass ich Lena noch nie davon erzählt hatte, die würde mich sonst noch die nächsten 50 Jahre aufziehen…
    Wusste ich doch, dass sie darauf stand.
    Und wer weiß, vielleicht würde sich ja heute noch was in der Richtung ergeben.
    Die Zwillinge waren heut Abend eh bei James und Scorpius, der würde sich umschauen, wenn er sich traute heute noch einmal seinen Kopf aus dem Zimmer zu stecken.
    Eigentlich sind die Malfoys ziemlich geizig. Draco könnte uns ja auch mal einladen, der schwimmt doch eh in Geld aber nein, so sozial ist er ja wieder nicht.
    Schon wieder ein Gedanke aus der Weasleyecke.
    Hermine konnte ihre Gedanken auch nie im Zaum halten.
    Aber ich wollte ja nicht so sein.
    Als die Bedienung mit meinem Wasser kam, ließ ich mir auch gleich die Rechnung von allen geben und bezahlte sie, nachdem ich mein Wasser runtergestürzt hatte, auch widerstandlos.
    Dafür erntete ich anerkennende Blicke.
    Tja, so konnte man sich auch beliebt machen.
    Ich wartete bis meine Frau sich ausgiebig verabschiedet hatte, warf Blaise noch einen wissenden Blick zu und zog meine Frau dann aus dem Restaurant, schließlich hatten wir ja noch was vor.


    Später am Abend ging ich ins Badezimmer, um mich bettfertig zu machen.
    Oman, dieser Tag hatte mich echt geschafft. Ich hätte nie gedacht, dass es so anstrengend ist, wenn man von jedem die Gedanken hören kann.
    Überall, den ganzen Tag lang dieses banale Gequatsche in meinem Kopf und ich konnte es einfach nicht abstellen.
    Aber jetzt würde es ja bald vorbei sein.
    Ich ging ins Schlafzimmer, wo Marie schon auf dem Bett lag.
    Oman, wie soll das denn jetzt weitergehen? Lena nimmt das auf die leichte Schulter, aber irgendwann wird Blaise ihnen sicher draufkommen. Und außerdem kann das doch nicht immer so weitergehen. Wieso kann sie nicht einfach einen Typen haben, so wie ich.
    Ich bin doch auch glücklich mit Draco und das schon sehr lange…
    Ich lächelte und legte mich neben sie. Sie kuschelte sich an meine Brust und ich legte meine Arme um sie.
    Ich strich über ihre Arme, gab ihr einen Kuss auf ihren Nacken und hielt sie einfach nur fest.
    Der Duft ihres Haares betörte mich und sie drehte ihren Kopf und ihre wundervollen goldbraunen Augen strahlten mich an.
    Unsere Gesichter kamen sich näher und schließlich berührten ihre zarten Lippen die meinen.
    Ich legte meine Hand auf ihre Hüfte und zog sie näher an mich ran.
    „Weißt du eigentlich, wie sehr ich dich liebe?“, meinte ich, als sich unsere Münder kurz voneinander gelöst hatten.
    Natürlich weiß ich das, ist ja eigentlich auch nicht zu übersehen. Ich liebe dich auch, Draco.
    Sie lächelte mich an und ehe sie etwas erwidern konnte, hatte ich meine Lippen wieder auf die ihren gelegt.
    Marie erwiderte meinen Kuss innig und entfachte mal wieder das Feuer der Leidenschaft in mir.
    Sie legte ihre Hände auf meine nackte Brust und ich küsste sie.
    Hach, diese Brust…
    Ich lächelte und meine Hand wanderte von ihrer Hüfte abwärts zu ihrem Oberschenkel.
    Sie hob ihr Bein an und legte es über mein Becken.
    Dabei war ihr Nachthemd verrutscht. Ich grinste und zog sie auf mich.
    Ach Draco…
    Sie zog sich ihr Nachthemd über den Kopf und somit hatte ich freie Sicht auf ihren wunderbaren Körper.
    Meine Hände ruhten an ihren Hüften und ich konnte meine Augen gar nicht mehr von ihr lassen.
    Doch ich wollte sie nicht nur sehen, ich wollte sie spüren.
    Ich küsste ihren Mund und wanderte dann nach unten, bis ich schließlich bei ihren Brüsten angekommen war.
    Ich erkundete jeden Zentimeter ihres Oberkörpers und drehte uns schließlich, sodass ich oben lag.
    Küss mich!
    Meine Lippen fanden erneut die ihren und wir küssten uns leidenschaftlich.
    Jeder Kuss erregte mich mehr und schließlich wurden wir eins.
    Es war ein unglaubliches Gefühl, so wie immer, wenn unsere Körper miteinander verschmolzen. Aber es kam mir so vor, als wäre es bei jedem Mal noch besser, noch wunderbarer, was eigentlich schon fast unmöglich war.
    Maries Denken schien auszusetzen und sie drückte sich an mich und ich fing an mich zu bewegen.
    Erst noch langsam und vorsichtig, bald aber schneller, doch immer noch zärtlich.
    Mein Atem beschleunigte sich und mein Herz raste.
    Marie stöhnte und ich spürte, wie mich langsam eine Welle der Zufriedenheit und Glückseligkeit überkam.
    Marie schien es ähnlich zu gehen. Ihr Stöhnen wurde lauter und schließlich hatte sie einen Orgasmus.
    Auch ich kam und es war wundervoll.
    Ich spürte wie Maries Körper langsam erschlaffte und zog mich zurück.
    Ich zog sie an meine Brust und sie streichelte mit ihren Fingern darüber.
    Wer braucht schon Woods Körper, wenn man Draco haben kann.
    Ich schloss meine Augen und lächelte glücklich.
    Marie war die wunderbarste Frau, die mir je begegnet war und ich war mir hundertprozentig sicher, dass es keine bessere gab.
    Ich liebe dich, Draco!
    „Ich dich auch, Liebling.“
    Marie sah mich irritiert an.
    Ich lächelte sie noch einmal verschmitzt an und dann kuschelte sie sich an mich und wir schliefen bald ein.





    Am nächsten Tag…

    Ich wusste nicht, ob es ein Segen oder ein Fluch war, aber seit dem Abendessen konnte ich die Gedanken meiner sämtlichen Familie lesen.
    Und ich konnte nicht behaupten, dass mir alles gefiel, was ich gehört hatte.
    Schon gar nicht die Gedankengänge meines Ältesten.
    Scorpius hatte sich schnell innerlich verplappert und ich begriff, dass es pure Absicht von ihm gewesen war, mir diese „Gabe“ zu verleihen.
    Er wollte seine neueste Errungenschaft in Sachen Zaubertränke auf sämtliche Nebenwirkungen und die Dauer der Wirkung testen.
    Das würde noch ein gewaltiges Nachspiel für ihn haben.

    Ich kam gerade aus dem Badezimmer und setzte mich aufs Bett. Draco lag neben mir und las den Tagespropheten.
    Ich lächelte ihn an, doch davon bekam er nichts mit.
    Gut, dann musste ich eben anders auf mich aufmerksam machen.
    „Hier ist es ziemlich kalt, findest du nicht Schatz?“
    Hier ist es doch nicht kalt.
    „Find ich jetzt nicht“, meinte er und blätterte in seiner Zeitung.
    Anscheinend faszinierten ihn die heutigen Themen sehr.
    Auf der Titelseite stand fett und unübersehbar:

    Muggel im Atomwahn

    Okay, ich würde ihm eine letzte Chance geben.
    „Willst du mich nicht unter deine Decke lassen?“
    Siehst du nicht, dass ich das hier lesen will!
    Draco sah kurz von seiner Zeitung auf und lächelte mich geduldig an.
    „Du hast doch eine eigene“, meinte er und widmete sich wieder der Zeitung.
    Und du kannst mich mal!
    Goyle schien abzufärben.
    Ich verkroch mich unter meiner Decke und drehte mich von ihm weg.
    Draco klebte noch immer an seiner Zeitung und seine Gedanken kreisten um den Artikel.
    Diese Muggel haben doch echt einen an der Klatsche. Ich hab es ja schon immer gesagt. Atomkraftwerke bauen wie die Weltmeister, aber nicht-
    O mein Gott, bin ich dämlich.
    Ja, das bist du in der Tat.
    Er drehte sich zu mir um und streichelte meine Schultern.
    Das konnte er sich jetzt auch sparen.
    „Liebling?“
    „Hm?“
    „Naja, wie wär‘s wenn… naja du und ich…“
    Gott, wie fasste man das denn in Worte?
    Am besten gar nicht.
    Er küsste meinen Nacken und dann meine Wange.
    Oman, was tust du denn da? Siehst du nicht, dass ich schon fast schlafe.
    Du hattest deine Chance.
    Er küsste meinen Mund, doch ich erwiderte seinen Kuss nicht.
    Ich wollte schlafen!
    „Komm, lass uns schlafen“, murmelte ich.
    So leicht geb‘ ich nicht auf.
    Er legte seine Arme um mich.
    Meine Güte, konnte er denn nicht bis morgen warten!
    „Ich liebe dich“, flüsterte er mir ins Ohr.
    Ich liebte ihn auch, aber ich wollte jetzt trotzdem schlafen.
    Oman, wieso bist du nur so stur!
    „Weißt du eigentlich, wie erotisch du auf mich wirkst, selbst wenn du schläfst?“, meinte er.
    Damit kommst du auch nicht weiter, dachte ich.
    Was soll ich denn noch alles machen, damit sie mit mir schläft!
    Draco war offensichtlich am Verzweifeln, doch das störte mich nicht besonders.
    „Marie, ich liebe dich. Du bist die wundervollste Frau, die mir je begegnet ist.“
    Und die erotischste, also schlaf doch endlich mit mir.
    „Ich liebe deine braunen Augen, dein Lächeln…“
    Und deinen Körper.
    Ich lächelte, es war einfach zu süß, wie sich mein Mann gerade abmühte, damit ich mit ihm schlief.
    Ich beschloss, ihn noch ein bisschen zappeln zu lassen.
    „Dich zu heiraten war die beste Entscheidung meines Lebens.“
    Bitte Marie, mein kleiner Freund wird langsam steif…
    Ich beschloss, mich ihm zu erbarmen und öffnete meine Augen.
    Ich drehte mich zu ihm um und er legte seine Lippen auf die meinen und küsste mich zärtlich.
    Na endlich!
    Dann zog er mich näher zu sich ran und unsere Küsse wurden leidenschaftlicher.
    Seine Hand wanderte zu meinen Oberschenkeln und dann unter mein Nachthemd zu meinem Hintern.
    Ich legte meine Hände auf seine nackte Brust und er küsste mich stürmisch.
    Ich liebe dich über alles, Marie.
    Das will ich doch hoffen!
    Ich lächelte und er ließ seine Hände zu meinen Schultern wandern.
    Ich setzte mich auf und zog mein Nachthemd aus.
    Oh ja.
    Er entledigte sich seiner Hose und ich setzte mich auf ihn.
    Ich spürte etwas Hartes und rieb mich an ihn.
    Draco stöhnte und ich küsste ihn erneut.
    Schließlich entledigten wir uns unserer restlichen Sachen und wir drehten uns noch einmal.
    Dann dran behutsam in mich ein.
    Wir fingen an, uns zu bewegen und wechselten ein paar Mal die Stellung, um es ein wenig hinauszuzögern und diesen wunderbaren Moment länger zu genießen.
    Doch schließlich konnten wir es nicht mehr zurückhalten und wir kamen fast zeitgleich zum Orgasmus.
    Ihr Wohlbefinden ist für mich das Wichtigste auf der Welt, weshalb es mich unbeschreiblich glücklich macht, wenn ich sie glücklich mache.
    Draco lächelte zufrieden und löste sich wieder von mir.
    Das hat sich wirklich gelohnt…
    Da hatte er Recht.
    Ich schenkte ihm ein glückliches Lächeln und Draco zog mich in seine Arme, in denen ich wohl behütet einschlief.











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    Kapitel 10:
    Im Reich der Träume: Woody Allen


    „Träume öffnen Räume in die Freiheit langersehnter Gefühle.
    Sie lenken unsre Schritte auf dem Weg zu immer höheren Spielarten der Freude am Leben. Sie sind der Glückskompass des Herzens bei der Wanderschaft durch das Chaos der Welt!“


    Ich schaute in den Spiegel und sah, wie die Badezimmertür gerade aufging.
    Wie kam denn das? Zabini war doch noch gar nicht zu Hause.
    Da öffnete sich die Tür weiter und ein Mann erschien dahinter.
    Oh mein Gott.
    Es war Wood.
    Wie kam der denn hierher, geschweige denn hier rein?
    Er starrte mich an.
    Er kam wohl gerade aus der Dusche.
    Hatte er denn mit Klamotten geduscht?
    Sein Hemd klebte an seiner Haut und seine Haare waren verwuschelt und immer mal wieder fand ein Tropfen aus dem dunklen zerzausten Haare seinen Weg die Wange hinunter über den Hals und…
    „Es tut mir leid, dass ich dich so anstarre“, setzte Oliver an.
    „aber du bist einfach zu schön.“
    Er drehte sich um und kam aus dem Badezimmer, direkt auf mich zu.
    „Dann schau mich an und komm her!“, forderte ich ihn auf.
    „Nichts lieber als das!“, entgegnete mir Oliver und seine Stimme war so sanft, dass es mir kalt über den Rücken lief. Er stand nun vor mir und ich konnte seinen warmen Atem auf meiner Haut spüren.
    Vorsichtig berührte er meine Schultern und küsste mich zärtlich auf den Hals. Seine Zunge glitt langsam hinauf bis zu meinem Ohr und wieder zurück. Ich hielt die Augen geschlossen und mein Körper suchte wie selbstverständlich die Nähe von Oliver. Dann legte er die Lippen auf die meinen und ich erwiderte seinen Kuss. Dann fuhr ich mit meinen Fingern seinen Rücken entlang. Seine Haut war zart und glatt wie Seide und der Duft seines Aftershaves machte mich fast wahnsinnig.
    Ich legte beide Hände um Oliver und ging auf sein zärtliches Spiel mit einem weiteren langen Kuss ein. Ich schaute Oliver tief in seine braunen Augen.
    „Du weißt hoffentlich, dass du die wunderschönste und wunderbarste Frau auf der Welt bist?“, fragte er und hörte dabei nicht auf, mich mit zärtlichen Liebkosungen zu überhäufen.
    Seine Hand schob sich dabei wie von Geisterhand bewegt, vorsichtig unter meine Bluse, bis er bei meiner Brust angelangt war.
    Ich öffnete leicht meine Lippen und ein sanftes Seufzen gab Oliver das Zeichen mit seinen Zärtlichkeiten bloß nicht aufzuhören.
    „Ich möchte auf keinen Fall einen falschen Eindruck erwecken, aber ich kann gegen meine Gefühle nicht ankämpfen.“, flüsterte er mir zwischen zwei Küssen zu.
    Ich konnte ihn verstehen, da ich ja selbst mein Verlangen nicht zügeln konnte.
    Und anders gehen tat es mir auch nicht.
    Es war eine erotische Energie zu spüren, die uns unaufhaltsam zueinander hinzog.
    „Wir müssen uns nicht gegenseitig rechtfertigen!“, antwortete ich ihm also.
    Zärtlich zog er mich wieder an sich und küsste meine Lippen, die sich hingebungsvoll das Spiel seiner Zunge gefallen ließen.
    Jetzt fing er endlich an, meine Bluse aufzuknöpfen. Seine Küsse wurden dabei stürmischer und ich gab mich ihm ohne Widerworte hin.
    Ich zog mir die Bluse aus und das Hemd von Oliver öffnete sich wie von selbst und glitt von seinen Schultern.
    Sein strammer Oberkörper wurde entblößt und ich hatte einen wunderbaren Blick auf sein Sixpack.
    Plötzlich war wieder das Wasser im Spiel.
    Seine Kleidung, die vorher wie aus Zauberhand wieder trocken war, war plötzlich wieder nass.
    Naja, es war ja nur noch die Hose da, die etwas von der Nässe abbekommen könnte.
    Auch seine Haare waren plötzlich wieder feucht und die Tropfen suchten sich erneut ihren Weg.
    Sie liefen über seine Brust und ich verfolgte ihre Spur mit den Fingern.
    Währenddessen waren Olivers Lippen einfach überall.
    Seine Zunge fuhr meinen Hals entlang und seine Finger machten sich an meiner Hose zu schaffen.
    Schnell hatte er sein Ziel erreicht und streifte mir die Hos herunter.
    Jetzt stand ich nur noch in meinem Dessous da.
    Oliver musterte mich von oben bis unten und konnte sich ein zufriedenes Lächeln nicht verkneifen.
    „Du bist einfach wunderschön!“, raunte er mir zu und küsste mich leidenschaftlich.
    Ich lächelte ihn an und ließ mich dann erneut ganz auf ihn ein.
    An meinen Oberschenkel drängte sich etwas Hartes und zauberte mir ein Grinsen aufs Gesicht.
    „Nicht nur mich erregst du!“, grinste mich Wood verschmitzt an.
    Seine Hand befand sich jetzt nicht mehr an meiner Taille, sondern lag nun auf meinem Hintern, was mir ebenfalls gefiel.
    Endlich hatte er sich seiner Hose entledigt und nun konnten wir ja zum spannenderen Teil kommen.
    Oliver nahm meine Hand und zog mich zu dem Bett.
    Er ließ sich darauf fallen und zog mich auf sich.
    Wir lagen ineinander verschlungen da und er gab mir erneut einen leidenschaftlichen Kuss.
    „Ich liebe dich!“, flüsterte er.
    „Am liebsten würde ich es in die ganze Welt hinausschreien!“, fügte er hinzu, während er meinen Nacken küsste.
    Ich drehte seinen Kopf zu mir und wir küssten uns erneut.
    Dann ließ er seine Hand über meinen Rücken zu meinem BH wandern und hantierte an dem Verschluss rum.
    Irgendwann hatte er die Häkchen voneinander gelöst und ich machte mich frei.
    Er löste seine Lippen von den Meinen und ließ sie über meinen Körper wandern.
    Er kam erneut bei meinen Brüsten an, die es ihm anscheinend angetan hatten.
    Ich beugte mich ihm entgegen und stöhnte leise.
    Wir drehten uns ein paar Mal, bis er wieder oben lag.
    Und dann endlich, drang er behutsam in mich ein.
    Er küsste mich und ich fuhr durch seine nassen, zerzausten Haare.
    Er hielt mich in seinen starken Armen und ich bewegte mich in seinem Rhythmus.
    „Lena!“, stöhnte er und seine Bewegungen wurden immer schneller.
    Es war ein unglaubliches Gefühl ihn in mir zu spüren und eins mit ihm zu sein.
    Meine Finger krallten sich schon fast in seinen Rücken, was ihn anscheinend noch geiler machte.
    Er stöhnte erneut laut auf und unser Stöhnen vermischte sich und ging ineinander unter.
    Doch irgendwann konnte ich es nicht mehr hinauszögern und ich kam mit einem letzten harten Stoß.
    Es durchflutete mich und ich befand mich in einem Zustand der absoluten Glückseligkeit.
    Oliver dagegen war noch nicht fertig, doch das wollte ich ihm natürlich nicht verwehren.
    Und dann kam auch er mit einem lauten Stöhnen.
    Da Oliver aber der rücksichtsvollste Mann war, den ich kannte, und der alle meine Wünsche wusste und zu erfüllen vermochte, wusste ich genau, dass er mich so nicht davon kommen ließ.
    Er hörte nicht auf und seine Küsse wurden immer stürmischer.
    Und ich merkte, wie bald schon der nächste Orgasmus im Kommen war.
    Oliver ging es anscheinend diesmal genauso, denn er beschränkte sich nur noch darauf, aufzupassen, dass er im Eifer des Gefechts nicht zu grob zu mir war.
    Aber das war er nie.
    Nicht im Geringsten.
    Er war einfach perfekt.
    Diesmal kamen wir gemeinsam zum Höhepunkt und Oliver küsste mich noch ein letztes Mals, bevor er sich schließlich zurückzog.
    Ich legte meinen Kopf an seine starke Brust und er nahm mich in seine schützenden Arme.
    „Du bist einfach unglaublich!“, flüsterte er mir ins Haar und lächelte mich liebevoll an.
    Doch bevor ich wieder ein Auge zu machen konnte, noch irgendwas antworten konnte, hatte er schon wieder meinen Kopf zu sich gedreht und mir seine Lippen auf meinen Mund gedrückt. Ich erwiderte seinen Kuss natürlich und wir machten erneut rum.
    Dass ich in den letzten 10 Minuten allein schon zweimal gekommen war, störte mich kein bisschen.
    Ihn anscheinend auch nicht.
    Ich hätte gedacht, dass er langsam aber sicher erschöpft sein würde, oder außer Puste, aber dem war nicht so.
    Definitiv nicht, denn ich spürte schon wieder, wie sich sein kleiner Freund erneut zu seiner vollen Größe aufgerichtet hatte.
    Naja, mir sollte es recht sein,
    Diesmal beschränkte sich das Vorspiel auf einige heiße Küsse, .......
    Wir ließen allerdings auch die darauffolgenden Minuten nicht voneinander ab und es dauerte noch eine ganze Weile, bis wir so ermattet waren und selbst für harmlose Knutschereien zu fertig waren.




    ...........................................
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    3
    Kapitel 12:
    Der hölzerne Traum wird wahr



    „Die Seele nährt sich von dem, woran sie sich freut.“
    AURELIUS AUGUSTINUS


    Ich wollte gerade ins Wohnzimmer gehen und Blaise fragen, ob er mit uns zu Abend aß, als ich erregte Stimmen hörte.
    Normalerweise wurden Draco und Blaise, wenn sie sich unterhielten nie laut, aber genau das war jetzt der Fall.
    „Warum hast du das gemacht?“, empörte sich mein Mann gerade.
    Ich trat näher an die angelehnte Tür und konnte beide erblicken, wie sie vor dem Kamin saßen. Draco in seinem Sessel und Blase auf der Couch.
    „Ich weiß es doch auch nicht, ich war betrunken und dann ist eben eins nach dem anderen gekommen!“, meinte Zabini zerknirscht.
    Was war gekommen?
    Und warum schaute Draco ihn so entgeistert an?
    Der war sonst nicht so leicht aus der Fassung zu bringen, jedenfalls nicht, wenn es seinen Freund anging.
    „Ich dachte, du hast dich geändert.“, meinte Draco verständnislos.
    „Hab ich ja auch und ich liebe Lena, wirklich!“, versuchte Blaise sich zu rechtfertigen.
    „Aja, du liebst sie, springst aber gleich wieder mit einer deiner Bunnys oder Ex-Bunnys wie auch immer ins Bett.“
    Was bitte?
    „Erzähl du mir doch nichts, schließlich hast du auch mit Pansy geschlafen!“
    Ein schneller Schmerz durchbohrte mich.
    Mir wurde immer noch schlecht, wenn ich daran dachte wie Draco mit Pansy…
    „Jetzt fang mir nicht so an. Ich hatte meine Gründe, außerdem war ich betrunken gewesen und ich hatte eine schwere Zeit hinter mir, ich hab monatelang an Maries Bett gesessen und darauf gewartet, bis sie aufwacht und dann wacht sie endlich auf und weiß nicht mal, wer ich bin. Aber ich kann mich nicht erinnern, dass du so was hinter der gehabt hättest!“, fuhr ihn mein Mann gekränkt an.
    Ich seufzte, war dann aber schließlich wieder still, um zu hören was Zabini noch zu seiner Verteidigung zu sagen hatte.
    „Du hast ja Recht und ich weiß ja auch nicht, wie das passieren konnte.“
    Ich auch nicht.
    Das wollte ich auch gar nicht wissen.
    „Wann hast du vor, es ihr zu sagen?“, meinte Draco dann doch, fast ein bisschen mitfühlend.
    Ich glaub, der spinnt.
    Das war ja nicht zu entschuldigen, man betrog seine Frau nicht und schon gar nicht Lena, die sowieso schon so viel durchmachen hatte müssen.
    Zabini sah meinen Mann irritiert an.
    „Ich hab nicht vor, es ihr zu sagen. Wenn ich ihr das erzähle, verlässt sie mich hundert pro. Und dann nimmt sie mir vielleicht sogar James weg und ich liebe diesen Jungen, als wäre es mein eigener. Aber er ist nun mal Potters Kind und so habe ich keinerlei Anrecht auf ihn. Das musst du doch verstehen. Ist klar, dass du das noch nicht so gesehen hast, deine Kinder sind ja auch alle von dir!“
    Draco schien zu überlegen und nickte dann.
    Naja, seine Angst war schon nachzuvollziehen, aber ich glaubte kaum, dass Lena James den Ersatzpapa wegnehmen würde, schließlich liebte der Junge Blaise, der sich rührend um ihn gekümmert hatte, als Harry gestorben war.
    „Also wirst du ihr einfach gar nichts sagen und hoffen, dass es nie rauskommt?“, erkundigte sich Draco erneut.
    „So sieht’s wohl aus!“
    „Wenn du meinst, es ist so das Beste, dann mach das. Aber am Schluss kommt so was meistens raus! Glaub mir, ich spreche da aus Erfahrung!“
    Ja das tat er wohl. Der stechende Schmerz war immer noch nicht verflogen.
    „Ich werde es wohl drauf ankommen lassen!“
    Ich hatte genug gehört.
    Ich wandte mich ab und ging wieder zurück in die Küche.
    Erstens brannte mir sonst de Soße an und zweitens würde ich mich in diesem Moment weder mit Blaise, auf den ich unglaublich wütend war, noch mit Draco in einem Raum aufhalten können.
    Ihr Gespräch hatte die alte Wunde fast wieder aufgerissen und ich würde einen Moment brauchen, bis ich mich wieder gefangen hätte.
    Ich rührte in einem der Töpfe als ich die Tür hinter mir hörte.
    „Zabini ist nach Hause gegangen. Er wird nicht mit uns essen!“, informierte er mich.
    Er stand jetzt hinter mir und legte die Arme um meine Taille.
    Ich wich zurück und er sah mich erstaunt an.
    „Was ist los?“, fragte er mich überrascht.
    „Ach nichts!“, meinte ich und lächelte ihn traurig an.
    Ich wollte jetzt nicht mit diesem Thema anfangen und über Pansy und ihn reden. Das würde nur noch zusätzlich schmerzen.
    Draco sah mich prüfend an.
    Ich vermied es, ihn anzusehen und wendete mich von ihm ab, indem ich die Nudeln abgoss.
    „Du hast Zabini und mich gehört, oder?“
    Ich nickte.
    „Wie viel hast du gehört?“, fragte er weiter und trat wieder näher an mich ran.
    „Genug!“, antwortete ich knapp und sah ihn nun doch an.
    Er seufzte und zog mich erneut in seine Arme.
    Diesmal ließ ich es geschehen.
    „Du weißt aber, dass ich nur dich liebe, oder?“, meinte er und sah mich aufrichtig an.
    Ich erwiderte seinen Blick und nickte.
    „Und er will es ihr wirklich nicht sagen?“, fragte ich nach.
    „Anscheinend nicht!“, antwortete mir Draco und zuckte die Schultern.
    „Aber ich dachte, er liebt sie? Wie konnte er dann so was tun?“
    Es konnte mir einfach nicht einleuchten.
    „Es hat nicht immer was mit Liebe, oder eben keiner Liebe zu tun, Marie! Ich glaube kaum, dass es Zabini dabei um Liebe ging!“
    „Ich weiß nicht, ob ich das Lena verheimlichen kann!“, warf ich ein und würzte die Soße, um erneut Dracos Blicken auszuweichen, die bestimmt entgeistert auf mir ruhten.
    „Lena ist meine beste Freundin. Und sie sollte davon erfahren!“, verteidigte ich meinen Standpunkt.
    „Du hast doch gesehen, was bei uns rausgekommen ist, als John“, er hielt inne und sog scharf Luft ein „dir von naja du weißt schon, erzählt hat!“, druckste er rum.
    „Aja, er hätte es mir also nicht erzählen sollen und mich lieber weiter in Unwissenheit gelassen!“, herrschte ich ihn an.
    „Nein natürlich nicht. Ich hatte ja vor es dir zu sagen, aber ich wollte damals doch nur warten, bis du dich erholt hattest!“
    „Achso um mich dann sofort wieder niederzuschmettern!“, ich funkelte ihn böse an.
    Er verdrehte die Augen.
    Das Thema hatten wir bestimmt schon um die 1000 Mal.
    Aber bevor wir anfingen, richtig zu streiten, rief ich nach Elidora, die mir half die Töpfe in das Esszimmer zu bringen.
    „Bitte hol die Kinder!“, bat ich meinen Mann, der mich noch einmal skeptisch musterte, bevor er sich endgültig auf den Weg machte.

    Ein paar Tage später telefonierte ich wie immer mit Lena.
    Davor hatte ich mich kurz mit Tonks unterhalten und hatte ihr gegenüber schon stillschweigen bewahrt, aber ich wusste nicht, ob ich das bei meiner beste Freundin konnte.
    Schließlich war das nicht fair und lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.
    „Und wie geht es dir so?“, fragte ich.
    „Naja ganz gut, Blaise ist die letzten Tage ein bisschen komisch drauf, aber sonst ist alles in Ordnung!“
    Noch…
    „Er hat dich betrogen!“, sprudelte es aus mir raus.
    Ich konnte es einfach nicht mehr für mich behalten.
    „Was bitte?“, sie glaubte wohl, sie hatte sich verhört.
    „Naja, er hat dich betrogen, ich glaube mit einer seiner früheren Freundinnen, oder Betthäschen, oder was auch immer.“
    Lena schwieg einen Moment.
    „Er hatte nicht vor, es mir zu sagen, oder?“, fragte sie nach einer kurzen Schweigepause.
    „Nein, sonst hätte ich es dir bestimmt nicht zuvor gesagt! Aber bevor du dir deinen Teil denkst, ich habe es nur mitbekommen, weil ich gerade zufällig an der Tür stand, als er Draco davon erzählt hat!“
    „Aha!“, meinte meine Freundin.
    „Und was machst du jetzt? Sprichst du ihn drauf an?“
    Bis jetzt hatte ich noch gar nicht gedacht, dass das auch weitreichendere Konsequenzen für mich haben könnte, schließlich würde Zabini wissen wollen, woher sie das wüsste und da er bestimmt nicht der ganzen Stadt davon erzählt hatte, würde der Verdacht schnell auf Draco und kurz darauf auf mich fallen…
    „Ich habe letzte Nacht von Wood geträumt!“, unterbrach Lena meine Gedankengänge.
    „Du hast was?“
    Sie hatte was!
    „Sag mir nicht, dass du noch nie von einem anderen Typen geträumt hast!“
    „Naja, vielleicht das ein oder andre Mal!“, gab ich zu.
    „Na also. Und keine Ahnung, das mit Wood ist ja eigentlich schon ewig her, aber irgendwie in letzter Zeit…“
    „Aja“, meinte ich und zog meine Augenbrauen in die Höhe.
    Gut, dass sie das nicht sah.
    „Und jetzt willst du nach dem Motto: Was du kannst, kann ich auch!“ handeln, oder was!“, fragte ich dennoch.
    Ein bisschen suspekt war mir das schon.
    „Naja, warum nicht, hast du doch auch gemacht!“, meinte sie schon fast ein bisschen eingeschnappt.
    „Das war was ganz anderes. Ich hab nicht aus Rache mit John geschlafen, ich war nur einfach so fertig und er war eben immer für mich da und keine Ahnung, es war wenigstens nicht beabsichtigt!“, empörte ich mich.
    „Du darfst mich eben nicht falsch verstehen. Es tut mir schon weh, wenn ich hör, dass Zabini mich betrügt und ich hätte das auch nie gedacht, aber andrerseits war er doch schon immer so. Ich hab’s doch irgendwie nie ganz geglaubt, dass er eine komplette 180° Drehung gemacht hat! Ich weiß, dass er mich liebt und ich liebe ihn ja auch!“
    Irgendwie war ich immer noch nicht ganz überzeugt, aber es war ihr Leben und sie sollte es so leben, wie sie wollte.
    „Du wirst mich schon noch verstehen! Und wenn nicht, dann eben nicht. Aber andersrum, was sollte ich denn machen! Soll ich James schon wieder den Vater nehmen!“
    Da hatte sie natürlich Recht.
    Und genau das hatte Zabini befürchtet.
    „Aber ich will, dass du weißt, dass Blaise sehr zerknirscht war und dass er wahrscheinlich alles dafür gegeben hätte, wenn er das wieder rückgängig machen könnte!“
    „Passiert ist passiert, man kann die Zeit nicht zurück drehen!“, meinte Lena abgeklärt.
    Ich konnte sie in diesem Moment schlecht einschätzen.
    „Naja du, ich muss Schluss machen, die anderen warten mit dem Essen!“, erklärte ich und wollte das Gespräch vorerst beenden.
    „Gut, bis dann, ich werde dich die nächsten Tage noch einmal anrufen, wenn ich dich nicht ohnehin seh!“, gab Lena zurück und legte auf.


    „Mach‘s gut, Schatz!“, verabschiedete sich Blaise am Morgen von mir und gab mir einen flüchtigen Kuss.
    „Wird heut Abend wahrscheinlich später werden, es ist die Hölle los, bei uns in der Abteilung! James nehme ich gleich mit zum Hort“, meinte er noch, bevor er endgültig das Haus verließ.
    Es war nicht so, dass mich Zabinis Verhalten nicht verletzt hätte, nur irgendwie…
    Ich wusste auch nicht, aber vielleicht hatte ich es tief in mir drin schon geahnt, dass irgendwann so was in der Art passieren würde.
    Ich wusste ganz genau, dass Blaise mich liebte und das von ganzem Herzen.
    Und dass er nur mich liebte.
    Allerdings schweiften in letzter Zeit meine Gedanken ohnehin immer wieder zu dem Patenonkel meines Sohnes.
    Ich hatte keine Ahnung warum, aber er ging mir nicht mehr aus dem Kopf.
    Ich liebte Zabini, aber Wood strahlte einfach so was aus, so was Anziehendes.
    Und träumen tat ich in der letzte Woche sowieso.
    Und das war immer sehr angenehm.
    Jedenfalls wachte ich in der Früh immer auf und…
    Da klingelte es auch schon an der Tür.
    Ich hatte Oliver für heute zum Kaffee eingeladen, da er James für ein Wochenende zum Zelten mitnehmen wollte, zusammen mit seiner Tochter.
    Diese war nun so alt wie Scorpius also 5 Jahre älter als mein Sohn.
    Sophie kümmerte sich immer rührend um James, wie als wäre er der kleine Bruder, den sie nicht hatte.
    Woods Frau, Kristen war eine zierliche Blondine und eigentlich ganz sympathisch.
    Nur manchmal war sie einfach zu nett.
    Er hatte sie bei einem seiner Quidditschspiele kennen gelernt. Sie war eine der Jägerinnen aus irgendeinem anderen Verein, dessen Namen ich vergessen hatte.
    Bevor ich noch weiter über den Namen grübeln konnte, war ich auch schon bei der Tür und riss sie mit meinem breiten Grinsen auf.
    „Hallo Oliver!“, strahlte ich ihn an.
    „Hey Lena!“, begrüßte er mich ein wenig irritiert und trat ein, nachdem ich zur Seite gegangen war, um ihn reinzulassen.
    Ich füllte den Kaffee in zwei Becher und trug sie zu Wood, der schon am Esstisch Platz genommen hatte.
    Während er mir lang und breit erzählte, was er mit James vorhatte und wie toll das alles werden würde, betrachtete ich ihn genauer.
    Ich sah seine glatt rasierte Haut im Gesicht und versank in seinen braunen Augen.
    „Lena?“, sagte Wood plötzlich verwirrt und ich schrak auf.
    „Lena, was ist denn heute los mit dir?“, fragte er mich erneut, diesmal schon eine Spur lauter.
    Anscheinend dachte er, ich wäre abwesend und würde ihm nicht zuhören.
    Na gut, das tat ich auch nicht.
    „Tut mir leid, mir ist nur gerade wieder aufgefallen, dass du einfach unwiderstehliche Augen hast!“, ich lächelte ihn charmant an.
    Warum hatte ich das nur gesagt?
    Wer weiß, ob er nach all den Jahren überhaupt noch was von mir wollte?
    Immerhin war er inzwischen verheiratet und überhaupt.
    Aber in diesem Moment erwiderte er mein Lächeln und stand auf.
    „Du weißt nicht, wie lange ich darauf schon gewartet habe!“, flüsterte er mir zu, als er hinter mir stand und anfing, meine Schultern zu massieren.
    Dann küsste er meinen Nacken und ich erhob mich.
    Ich drehte mich zu ihm um und er fing an, mich zu küssen.
    Wollte ich das überhaupt?
    Naja, egal.
    Ich erwiderte den Kuss und dieser wurde immer leidenschaftlicher.
    „Deiner Frau wird das aber sicher nicht gefallen!“; meinte ich und hielt kurz inne.
    „Ach die, die kümmert sich da doch eh nicht drum. Für die zählt nur noch Kinder, Haus und Hof!“, erwiderte er mir und zog mich zurück in seiner Arme.
    Naja, wenn das so war…
    Mittlerweile ließ Oliver seine Hände über meinen Rücken wandern und sie kamen bei meinem Hintern an, wo er sie verharren ließ.
    Ich machte mich an den Knöpfen seines Hemdes zu schaffen und er widmete sich intensiv meinem Hals.
    Wir küssten uns erneut stürmisch und er presste mich gegen die Wand, an der wir inzwischen gelehnt waren.
    Oliver hielt mich an den Hüften und ich hatte kaum noch Bewegungsfreiheit.
    Das machte mich irgendwie an und irgendwann musste ich an meinen letzten Traum denken, in dem Wood aus der Dusche kam, noch nass und die Tropfen perlten…
    Oliver zog mir gerade mein Shirt über den Kopf und ließ meinen BH folgen.
    Ich knöpfte seine Hose auf und zog sie ihm runter, während er seine Finger um meine Schultern kreisen ließ.
    Er drang mehr oder weniger behutsam in mich ein und es war einfach unglaublich.
    So ein Gefühl hatte ich noch nie in meinem Leben gehabt, weder bei den früheren Malen mit Wood, noch bei meinem jetzigen Mann.
    Und bei Harry ohnehin nicht.
    Dann legte Oliver meine Arme über meinen Kopf und hielt mich an den Handgelenken fest, so dass ich ihm völlig ausgeliefert war.
    Er strich mir übers Haar und machte einfach immer weiter.
    Es war einfach unbeschreiblich.
    Es war so intensiv und ich wollte, dass dieser Moment niemals enden würde.
    Wer weiß, vielleicht würde das ja nicht das letzte Mal sein…


    „Und er ist immer noch so gut wie damals!“, schwärmte ich Marie jetzt bestimmt schon zum hundertsten Mal vor.
    Aber wenn es doch so war, ich konnte ja nichts dafür.
    „Das hab ich mittlerweile auch schon mitbekommen. Ich glaub, du hast es irgendwann mal am Rande bemerkt!“, meinte sie fast schon im sarkastischen Tonfall.
    Tz, das konnte ich auch.
    Und ich wusste genau, wie ich das anstellen würde.
    „Und Marie, erst diese Muskeln. Dieses Sixpack!“, fuhr ich fort.
    „Toll, ganz große Klasse!“, antwortete sie mir fast gleichgültig.
    „Nur weil Draco das nicht zu bieten hat!“, setzte ich noch eins drauf.
    „Draco hat Muskeln. Die sind nur eben gut versteckt!“, meinte sie und bei dem Gedanken musste sie wohl selber grinsen.
    Diese Vorstellung war einfach zu komisch.
    Das Draco mit der Hühnerbrust Muskeln hätte.
    Oh, das hatte ich wohl laut gesagt.
    Jedenfalls war das dem empörten Schnaufen am anderen Ende der Leitung deutlich anzuhören.
    „Draco hat keine Hühnerbrust! Er hat nur keine solchen Bodybuilder-Maße wie dein Quidditschprofi!“, beschwerte sich meine Freundin.
    „Na gut, bei dem Thema, werden wir sowieso nicht mehr auf einen grünen Zweig kommen!“, lenkte ich ein.
    „Aber stell dir doch mal bitte Wood vor, wie er aus der Dusche kommt. Wie die Wassertropfen noch so an seinem Körper…!“
    „Das will ich mir gar nicht vorstellen!“, meinte Marie.
    „Was willst du dir nicht vorstellen?“, kam es aus dem Hintergrund.
    „Äh nichts Liebling!“, antwortete sie anscheinend ihrem Mann.
    „Draco, bitte lass das!“, lachte meine Freundin.
    „Wir machen dann mal besser Schluss!“, schlug ich vor und legte dann auch wieder auf.
    Schließlich wollte ich die Beiden nicht bei irgendwas stören, wenn Draco anscheinend schon mal früher nach Hause kam.
    Und außerdem würde bald Blaise nach Hause kommen und ich musste noch James aus dem Hort holen und das Abendessen vorbereiten.


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    Kapitel 11:
    „Das ist doch schwul man!“


    „Die Schwulen rulen!“

    „Mama, wo ist denn mein dunkelblauer Pulli?“, hörte ich James von oben schreien.
    „Der muss in deinem Schrank sein!“, antwortete ich ihm und trank meinen Kaffee aus.
    Er war für die Ferien nach Hause gekommen und heut war wieder der erste Schultag in Hogwarts gekommen.
    „Und meine Schuluniform! Wo ist die bitte?“, kam es verzweifelt aus dem Zimmer meines Sohnes.
    „Die liegt im Bad!“, gab ich meinem verpeilten Sohn Auskunft.
    Da klingelte das Telefon.
    Na toll, ich war doch eh schon im Stress.
    Wenn es jetzt schon wieder Theresa war, die mich zum x-ten Mal zu ihrer Hochzeit einladen wollte, kriegte ich noch die Krise.
    Ich mochte weder Luna, noch sie.
    Außerdem hatte ich im Moment genug Sorgen.
    Es war nun schon 3 Monate her, seit Blaise mit Nora nach Neuseeland gegangen war, um die neuartige Therapie auszuprobieren.
    Ich vermisste ihn.
    Ich vermisste beide.
    Meine Tochter und meinen Mann, oder besser gesagt, meinen Exmann.
    Jedenfalls meinen zukünftigen.
    Naja, ich hatte ja Oliver mit dem ich glücklich war…
    Ich hob ab.
    „Lena Zabini?“, meldete ich mich.
    „Hallo Lena, also du ich hab nicht viel Zeit für große Erklärungen, aber ich muss leider mit dir Schluss machen. Es tut mir schrecklich leid, aber du glaubst nicht, was mir passiert ist!“
    Ich erstarrte.
    „Ich habe die Liebe meines Lebens gefunden!“, quiekte er vergnügt.
    Was bitte?
    Das war doch ich.
    „Wie heißt sie?“, fragte ich kühl.
    Was bildete der sich eigentlich ein, sich einfach am Telefon von mir zu trennen.
    Und mir dann auch noch so vorschwärmen, ich glaub, ich spinn.
    „Er ist einfach ein Traum!“, fuhr er unbeirrt fort.
    „Er!“, fragte ich fassungslos.
    Ich glaubte, ich hör nicht recht.
    Wood ist doch nicht schwul.
    Doch nicht mein Wood.
    Niemals.
    Oh mein Gott.
    Ich hatte was mit einem Schwulen.
    „Du bist schwul?“
    Das war doch ein schlechter Scherz.
    „Ja“, kicherte er vergnügt.
    „Ich konnte es erst auch nicht glauben, aber jetzt bin ich mir ziemlich sicher!“, japste er.
    Das wurde mir definitiv zu viel.
    „Also pass auf, Oliver. Ich muss James jetzt zum Bahnhof bringen und dann können wir ja noch mal in Ruhe drüber reden!“, schlug ich diplomatisch vor.
    Es würde sich bestimmt alles aufklären.
    „Gut, wir beide wollten heute sowieso noch shoppen gehen. Danach kommen wir einfach bei euch vorbei!“, schlug er gut gelaunt vor.
    Der kommt mir sicher nicht ins Haus.
    „Kannst du nicht allein kommen?“, fragte ich hoffnungsvoll.
    Seinem Lustknaben wollte ich definitiv nicht begegnen.
    „Tut mir Leid, Schätzchen, aber das ist nicht möglich!“, antwortete er fast schon schnippisch.
    Ich verdrehte die Augen und seufzte.
    „Von mir aus! Ist 3 In Ordnung?“, gab ich mich geschlagen.
    Fürs erste jedenfalls.
    Es ist noch alles drin und so leicht würde ich mich bestimmt nicht unterkriegen lassen.
    Ich brachte James zum Bahnhof und erledigte anschließend noch ein paar Sachen in der Stadt, wo ich glücklicherweise weder Oliver noch irgendjemand anderes angetroffen hatte.

    Ich hatte gerade den letzten Teller auf den Tisch gestellt, als es an der Tür klingelte.
    Ich ging in die Eingangshalle und holte tief Luft.
    Schließlich wollte ich es schnell hinter mich bringen.
    Und ein klein wenig gespannt war ich ja auch.
    Ich riss die Tür auf und…
    …erstarrte.
    „Draco, was machst du denn hier?“, stieß ich perplex hervor.
    „Ich bring dir deinen Sohn zurück.“, erklärte er und jetzt sah ich auch James, der hinter ihm stand.
    Neben ihm konnte ich John ausmachen, der mich amüsiert anblickte.
    „Warum bist du nicht im Zug?“, fragte ich meinen Sohn.
    „Haben wir verpasst!“, grinste der.
    Na toll, das konnte ich jetzt überhaupt nicht brauchen.
    „Und jetzt?“, wandte ich mich an Draco.
    „Naja, ich wäre mit den beiden ja nach Hogsmeade appariert und dann wären wir einfach von da aus zur Schule geflogen, aber das war nicht möglich, da diese werten Herren sich einen Spaß daraus gemacht haben, uns Antiappariertränke zu verabreichen.“, er warf John einen eisigen Blick zu.
    „Das hast du nicht wirklich gemacht, oder?“
    Ich musterte James mit scharfem Blick.
    Der senkte den Kopf, damit ich sein verkniffenes Grinsen nicht sehen konnte.
    „Naja, vielleicht, wäre das theoretisch möglich!“, antwortete er.
    Das würde noch ein Nachspiel haben.
    „Warum?“, wollte ich wissen.
    „War ein Experiment!“, meinte er nur.
    „Was machen wir jetzt mit den beiden? Nach Hogwarts fliegen können sie schlecht!“
    „Die Wirkung des Trankes sollte sich eigentlich auf einen Tag beschränken. Spätestens morgen werden die beiden wieder in Hogwarts sein!“, gab mir Draco bereitwillig Auskunft.
    „Oman. Na gut. James, ab in dein Zimmer. Sofort!“, befahl ich und mein Sohn machte sich auf den Weg.
    Aber nicht ohne seinem besten Freund noch ein Zeichen zukommen zu lassen.
    Ich seufzte.
    „Und was macht ihr? Ich kann dir einen Kaffee anbieten!“, wandte ich mich aus purer Höflichkeit an Draco.
    Das würde er eh nie annehmen.
    „Danke gern!“, sagte er widererwartet.
    Oh nein. So ein Mist.
    „Ich müsste sowieso noch was mit dir besprechen!“
    Ich versuchte mir meine Gedanken nicht anmerken zu lassen und machte ihm und John bereitwillig den Weg frei.
    Die betraten den Flur und John zog sofort zu James ab.
    Ich führte Draco ins Wohnzimmer zu dem bereits gedeckten Tisch.
    „Ach du erwartest Besuch, dann will ich euch nicht stören.“
    „Ist schon in Ordnung!“
    Marie würde ich das eh erzählen und so wie ich meine beste Freundin kannte, würde sie ihrem Mann früher oder später ohnehin alles erzählen.
    Und jetzt war es sowieso schon egal.
    Und zu spät.
    „Also, was wolltest du mit mir bereden?“, fragte ich, als wir uns setzten.
    „Ich wollte dich eigentlich nur fragen, ob…“, fing er an, doch das Klingeln der Haustür unterbrach ihn.
    „Du entschuldigst mich kurz?“, meinte ich und stand auf, um die Tür zu öffnen.
    „Natürlich“, kam es von der Couch.
    Ich öffnete die Tür und sah meinen Freund, Arm in Arm mit einem blonden Kerl, der mir die Hand entgegen streckte.
    „Hallo Lena, ich bin Marc!“, strahlte dieser mich an.
    Er hatte, wie schon erwähnt, dunkelblonde Haare mit Strähnchen drin und ein hellblaues Polohemd.
    Ein Tuch zierte seinen Hals und seine Füße steckten in farblich passenden Slippern.
    Mir kam jetzt schon mein Frühstück hoch.
    Ich ließ mich zu einem „Hallo“ herab.
    Ich trat ein Stück beiseite und die beiden gingen an mir vorbei ins Wohnzimmer.
    Oliver schenkte mir im Vorbeigehen noch ein Lächeln, das ich allerdings nicht erwiderte.
    Der konnte mich mal.
    Als ich das Zimmer betrat, sah ich, wie Malfoy gerade angewidert das Gesicht verzog, als Marc Oliver auf den Mund geküsst hatte, nachdem sie sich neben ihm auf der Couch niedergelassen hatten.
    Das gleiche Gesicht wollte ich eigentlich auch aufsetzen, aber ich hielt mich zurück.
    „Mark Huaber!“, der Kerl streckte Draco die Hand hin.
    „Draco Malfoy!“, erwiderte Draco und verzog keine Miene.
    „Schön di kenna zu lernen!“
    „Wer sagt, dass Sie mich duzen dürfen?“, anscheinend war er ihm auf den Schlips getreten.
    „Ach mir samma ja unta uns und außadem hältst du dich, für a ganz an Wichtigen, oda wos?“
    „Ich hab kein Wort verstanden!“, antwortete Draco und sah mich fragend an.
    „Nicht so wichtig!“, ich zuckte mit den Schultern.
    Ich setzte mich ebenfalls und es herrschte peinliches Schweigen.
    Da unterbrach Mark das Schweigen.
    „Also mir wollten ja im Partnerlook genga, aba weißt, des grün,“, Mark zeigte auf das Poloshirt von Wood, „des steht ma einfach ned so, deszweng hob i vasuacht, de Farbm a bissal in dem Tiachl“, diesmal zupfte er an dem gemusterten Gespinst, das er sich um den Hals geschlungen hatte rum, „wieda aufzugreifen. Weil i hoff, dass des dann matcht!“
    Er sah mich erwartungsvoll an.
    Wie ein Hund, der es auf einen Keks als Belohnung abgesehen hatte.
    „Toll!“, sagte ich und blickte Draco, der gerade einen Schluck aus seiner Tasse genommen hatte, Hilfe suchend an.
    Der hatte die Situation jetzt auch schon überrissen und zuckte mit den Schultern.
    Er war bis an den Rand des Sofas gerutscht.
    Typisch.
    „Du bist also aus Bayern?“, fragte ich Mark dennoch.
    „Joah! Ausm Freistaat. Da Oli hat ma erzählt, dass du da a herkummst!“, antwortete er und sah mich fragend an.
    „Ähm ja! Damit geh ich allerdings nicht hausieren!“, erwiderte ich weniger freundlich.
    „Anscheinend steht Wood ja auf die bayerischen!“, grinste Malfoy.
    Offenbar schien ihn die Sache jetzt doch zu amüsieren.
    Ich warf ihm einen eisigen Blick zu und Oliver bekam nichts mit.
    Der war viel zu beschäftigt damit, seine neue große Liebe mit schmachtenden Blicken zu übersähen.
    Lange würde ich das nicht mehr mitmachen.
    Aber anscheinend war es ihm ernst.
    Ich vergrub den Kopf in meinen Händen.
    Das konnte doch alles nicht wahr sein.
    Da spürte ich eine Hand auf meinem Arm.
    Ich hob den Kopf und sah Oliver, der mich mitfühlend ansah.
    „Was ist denn los? Geht es dir nicht gut?“
    Mein Gott, jetzt war er nicht nur schwul, sondern auch noch ignorant geworden…
    Währenddessen plapperte Marc ungehemmt weiter auf Draco ein.
    „Na Kamerad, wie läuft das bei dir im Bett? Wusstest du, dass 60% der Frauen sich im Bett unterfordert fühlen? Was ist mit deiner Frau? Wechselt ihr auch manchmal die Stellungen?“
    Malfoy zog die Augenbrauen hoch und sah ihn irritiert an.
    „Ihr habt da ja nicht so viel Spielraum!“, entgegnete er und verzog sein Gesicht zu einem Grinsen.
    „Ja also wenn i mit dem Oli intim werd, dann kimmat i imma vo hin…“
    „Das musst du jetzt nicht ausführen!“, unterbrach ich ihn.
    Oh Gott, ich würde mich umbringen.
    „Und wie sieht es mit Ihren Kinderplänen aus?“, Malfoy sah Marc fragend an.
    „Naja, geht schlecht, aber wer weiß, vielleicht adoptieren wir ja das eine oder andre kleine süße Mädchen!“, antwortete Oliver verträumt.
    In diesem Moment kamen James und John rein.
    Sie waren anscheinend gerade in der Küche gewesen, um sich was zu trinken zu holen.
    „Mama?“, mein Sohn wendete sich an mich.
    „Ja?“
    Ich sah ihn fragend an.
    „Hast du noch so ein leeres Buch gekauft, worum ich dich gebeten hab!“, er sah mich prüfend an.
    Ja, ich geb‘s zu, die letzten Male hatte ich es einfach vergessen.
    John stieß seinem Freund in die Seite.
    „Du bist so schwul, man!“
    „Haha“, James fand das anscheinend nicht so toll.
    Es war doch seine Sache, wenn er Tagebuch schrieb, oder nicht.
    „Also ich weiß nicht, was daran so schlimm ist, schwul zu sein, ich bin gerne schwul!“, kam es vom Sofa, von dem Schwuchtel-Bayer.
    Dafür erntete er irritierte Blicke seitens der Jungs.
    „Ich auch nicht, Zuckerbärchen!“, fügte Wood hinzu und ließ seine Hand über Marks Oberschenkel wandern.
    Musste das sein?
    Ausgerechnet vor James!
    Der schaute jetzt noch erstaunter als vorher.
    „James, geh doch bitte mit John in dein Zimmer, wir haben noch ein paar Sachen zu klären!“
    John warf mir einen mitleidigen Blick zu.
    Was wollte der denn jetzt von mir!
    Aber anscheinend hatte der verstanden.
    Was mein Sohn offenbar gerade ebenfalls tat.
    „Alter, ist das krass!“, sagte er und schüttelte den Kopf, bevor er das Zimmer verließ.
    Na toll…

    Als meine werten Gäste gegangen waren, ließ ich mich auf der Couch nieder und vergrub mein Gesicht in den Händen. Das durfte doch alles nicht wahr sein.
    Plötzlich hörte ich laute Stimmen aus dem James Zimmer.
    „Meinst du wirklich, dass das nötig war? Irgendwie tut mir deine Mutter schon leid….“, konnte ich Johns Stimme vernehmen, die trotz des Flüstertons zu hören war. Ich schlich mich zu der Tür meines Sohns und konnte die Stimmen nach einem kleinen Zauberspruch noch besser verstehen. „Da bin ich mir sicher ja!“, kam es ärgerlich von diesem. „Sie ist doch selber schuld, wenn sie Dad für diesen Schwachmaten verlassen hat. Reicht mir schon, wenn dessen Tochter mir dauernd nachläuft. Dieser Hohlkopf hat es nicht besser verdient.“, zischte mein Sohn. „Aber du weißt schon, dass die Wirkung des Tranks nicht ewig hält, oder?“
    „Natürlich weiß ich das!“, kam die prompte Antwort,
    Hatten die beiden etwa etwas mit dem plötzlichen Sinneswandel meines Freunds zu tun?
    Ich betrat das Zimmer. „James Sirius Potter, was hat das alles zu bedeuten?“, schrie ich meinen Sohn an.
    Der schaute mich schockiert an. „Mum….was machst du denn hier?“, fragte er irritiert, „Ich geh dann mal besser“, John wandte sich zum Gehen. „Oh nein, mein Lieber, du bleibst schön hier!“, fauchte ich. „Sorry Mrs. Potter, aber das ist echt nicht meine Baustelle!“, entgegnete er und huschte aus der Tür.
    „Das wird ein Nachspiel geben!“, rief ich hinterher. „Und du erklärst mir jetzt was hier los ist!“
    „Was denkst du denn gehört zu haben?“, fragte mich James und zog seine Augenbrauen hoch. Ich schnappte nach Luft. „Was bildest du dir denn eigentlich ein? Wie redest du denn mit mir, ich bin immer noch deine Mutter, begegne mir gefälligst mit dem nötigen Respekt!“ „Ich habe überhaupt keinen Respekt mehr vor dir, du machst doch nichts, außer ständig meine Väter auszuwechseln, du bist so was von egoistisch! Dad hast du auch vertrieben!“, schrie mich James an. „Also James…..“, setzte ich an, doch da war mein Sohn schon zur Tür raus. Ich lief ihm hinterher und fand ihn schließlich auf dem Treppenansatz vor der Haustür sitzen, die Arme verschränkt.
    „Geh weg!“, blaffte er mich an.
    „Nein James, ich gehe nicht weg. Ehe du mir nicht sagst, was du gemacht hast.“, ich setzte mich neben ihn und nahm ihn in den Arm, er ließ es widerstandslos geschehen. „Schatz, ich liebe dich über alles, ich möchte dir doch nicht wehtun!“, versuchte ich ihm klar zu machen. „Warum hast du dich dann von Dad getrennt?“, James sah mich unverwandt an. „Weil ich Blaise einfach nicht mehr liebe! Es wäre unfair ihm gegenüber mit ihm zusammen zu sein, wenn ich ihn nicht liebe!“ „Liebst du den Baumstamm?“ „Also James…“ „Ja schon gut, liebst du Oliver?“, wiederholte er seine Frage. „Ich denke schon!“, antwortete ich ihm ehrlich. „Und für ein „ich denke schon“ hast du unsere Familie kaputt gemacht?“, sein Gesicht wurde wieder wütend und er schlug meinen Arm weg. „Weißt du eigentlich, was Dad alles leistet mit Nora?“ „Natürlich weiß ich das.“ „Liebst du ihn denn gar nicht mehr?“, er sah mich traurig an. Ich überlegte kurz, was ich antworten sollte, ich wusste es ja selbst nicht genau. Irgendwie vermisste ich ihn sehr. „Ich kann es dir nicht sagen!“, ich senkte den Kopf.
    „Was kannst du mir denn überhaupt sagen? Ich kann dir einiges sagen. Ich habe deinem tollen neuen Freund einen Trank verabreicht, sodass er nun in diesem komischen Typen verliebt ist und der wirkt länger als du glaubst und solange du dein und mein Leben nicht in Ordnung gebracht hast, will ich hier nicht mehr sein! Ich ziehe aus!“, schrie mein Sohn aufgebracht. „Beruhige dich James, wie stellst du dir das in deinem Alter denn bitte vor?“, ich sah ihn ungläubig an.
    „Ich geh zu den Malfoys. Und du fährst nach Neuseeland und bringst das alles in Ordnung!“, James sah mich scharf an, griff sich seinen Rucksack und verschwand aus der Tür.
    Ich war so perplex, dass ich zu keiner Reaktion fähig war. Warum hatte er nie mit mir geredet? Wenigstens wusste ich, dass er gut aufgehoben war.
    Vielleicht sollte ich den Rat meines Sohnes annehmen, so absurd er auch klingen mag. Ich hatte Verantwortung zu übernehmen und der kam ich wohl nicht aus. Ich sagte spontan den Unterricht für die nächste Woche ab, griff mir meinen Koffer aus dem Schrank und mit dem Wort „Pack“, war mein Koffer schnell gepackt.
    Blaise hatte mir die Adresse in einem seiner Briefe geschrieben. In letzter Zeit war der Kontakt fast abgebrochen, das hatte mir irgendwie wehgetan. Ich vertrieb die trüben Gedanken und apparierte letztendlich, nachdem ich das penetrante Klingeln des Telefons ignoriert hatte, los.



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    Kapitel 11
    Das leidige Thema…


    „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!“


    „Warum willst du denn nicht mit mir schlafen?“
    Weil du nicht Wood bist…
    „Mir geht’s einfach nicht so gut…!“, versuchte ich mich rauszureden.
    Ich wollte einfach nicht mehr mit Blaise intim werden. Ich hatte ständig das absurde Bild von Zabini im Kopf, wie er mit sieben Bunnys auf dem Bett liegt und ah….
    Wer weiß, ob es wirklich nur eine war, mit der er mich betrogen hatte.
    Ich wusste ja nicht mal, ob ich ihn überhaupt noch liebte.
    Das war ja nicht nur wegen dieser Betrugsgeschichte, es war ein schleichender Prozess gewesen.
    Schon vor ein paar Wochen hatte es zwischen uns gekriselt.
    Ich war mir nicht mal sicher, warum…irgendwie stimmte die Chemie nicht mehr.
    Blaise liebte mich, das war auch gar keine Frage, die Frage war eher, ob ich ihn überhaupt noch liebte.
    „Was ist denn los mit dir? Seit Tagen geht das schon so!“, griff Blaise erneut das Thema auf.
    „Ich hab Kopfschmerzen!“
    Irgendwie klang das aus meinem Mund nicht so überzeugend, wie gewollt.
    „Seit wann denn das?“, Blaise strich mir besorgt über die Wange.
    „Soll ich dir eine Aspirin holen? Ist dir kalt? Hast du Fieber?“, fragte er hilfsbereit.
    Nein, ich will einfach nur, dass du mich in Ruhe lässt.
    „So schlimm ist es nicht. Ich bin nur zurzeit ein bisschen gestresst!“, erklärte ich und drehte mich von ihm weg.
    Doch das schien ihn wenig zu stören.
    Er strich mir die Haare von der Schulter und küsste sie. Seine Lippen wanderten runter und wieder hoch bis zu meinem Hals.
    Ich verdrehte die Augen.
    Er kapierte es einfach nicht.
    Ich wollte jetzt einfach nicht mit ihm schlafen.
    Allerdings gingen mir langsam die Argumente aus. In den letzten Tagen hatte ich mein Pensum wahrscheinlich bis zur letzten Erklärung ausgeschöpft.
    Entschuldigungen wuchsen eben nicht auf Bäumen.
    Ich hatte schon alle meine Freundinnen durch und hatte sie nach allen möglichen Begründungen gefragt, mit denen man seinen sexwütigen Mann an der kurzen Leine halten könnte, aber die waren auch nicht sonderlich hilfreich.
    Die hatten fast so getan, als ob sie nie Sex bei ihren Männern ausschlagen müssten.
    Bei Tonks und Marie konnte ich das vielleicht noch irgendwo nachvollziehen, aber bei Theresa kaum. Neville, Luna!
    Vielleicht sollte ich mich mal wieder mit meiner Schwester unterhalten, bei der konnte ich mir kaum vorstellen, dass die sonderlich oft und vor allem sonderlich gern mit ihrem Mann schlief.
    Ich mein, Goyle! Ihh…!
    Blaise ließ sich von seinem Vorhaben, mich noch heute rumzukriegen, nicht abbringen.
    Unaufhörlich küsste er meine normal so erogenen Zonen, doch das zog bei mir diesmal auch nicht.
    Naja, ich kam hier sowieso nicht mehr raus.
    Also drehte ich mich schließlich, sodass ich meinem Mann in die Augen schauen konnte.
    Diese bekamen jetzt einen freudigen Ausdruck, da Zabini wohl meinte, dass er sein Ziel erreicht hätte.
    Dieses eine Mal würde ich eben nachgeben, auch wenn mir bei dem Gedanken daran fast schon schlecht wurde.
    Blaise widerte mich nicht an oder so, aber ich hatte eben immer diese Vorstellung von ihm und…
    „Ich liebe dich!“, flüsterte er mir ins Ohr.
    Aber ich dich vielleicht gar nicht mehr.
    Er küsste meinen Mund und ich erwiderte nur halbherzig seinen Kuss.
    Er schien das zu registrieren, aber weiter ging er nicht drauf ein.
    Er wartete nicht darauf, bis ich mich an seinem Hemd vergriffen hatte, sondern war schon dabei, sich selbst das Hemd aufzuknöpfen.
    Da ich nur mit einem leichten Nachthemd bekleidet war, hatte er mich aus dem schnell befreit und machte sich jetzt auch schon an seiner Hose zu schaffen.
    Da musste ich jetzt wohl durch.
    Eigentlich komisch, dass ich mir so was dachte. Immerhin war ich mit dem Kerl verheiratet.
    Er fuhr mit seinen Händen über meinen Körper und streifte mir die Träger meines BHs ab.
    Dann zog er mich auf sich und küsste mich weiter.
    Naja, vielleicht lag es daran, dass er nicht halb so gut küssen konnte wie Wood. Jedenfalls empfand ich das so. Was seine Bunnys dazusagten, wollte ich gar nicht wissen.
    I....
    Er war immer so behutsam, fast wie Harry. Na gut, er dachte, mir ginge es nicht so berauschend, aber wenn ich da so an Oliver dachte…
    Blaise war zwar ein fantastischer Liebhaber, immerhin hatte er ja genug Training gehabt, aber stürmisch und unaufhaltsam wie Oliver war er nicht.
    Wood war wie ein Orkan, der mich mitriss und Blaise war eben der leidenschaftliche Ehemanntyp.
    Obwohl das vor unserer Hochzeit auch nicht so gewesen war.
    Und wenn ich es mir so recht überlegte, bei Harry ebenfalls nicht.
    Wer weiß, vielleicht verlor ich das sexuelle Interesse ja immer dann, wenn ich geheiratet hatte.
    Naja, dann musste ich eben zusehen, dass ich Wood nie ehelichen würde.
    Aber das würde mir schließlich nicht schwer fallen, da ich ja erstens noch verheiratet war und da waren ja auch noch Kirsten und seine Tochter.
    Ich weiß nicht, ob er die so einfach verlassen würde.
    Ja, er beteuerte immer, dass er nur mich liebte, aber schließlich musste er ja für seine Frau auch was empfinden.
    Sonst hätte er sie ja nicht geheiratet.
    ......
    Ich glaubte zwar nicht, dass ich noch auf meine Kosten kommen würde, aber dann wollte ich doch wenigstens den Schein waren und wer weiß, vielleicht rauften ich und Blaise uns doch noch irgendwann und irgendwie zusammen.
    Wer konnte das schon wissen!
    ....
    Ob er es mir letztendlich abkaufte oder nicht, das konnte ich ihm nicht ansehen, aber nachdem sein Körper erschlafft war und er sich von mir gelöst hatte, nahm er mich in die Arme.
    Er strich sich ermattet über die Stirn und grinste mich dann verschmitzt an.
    „Na, hat sich doch gelohnt, oder?“, er hatte ein fettes Grinsen im Gesicht.

    „Und wer bringt es immer wieder? Na, wer ist der beste?“, wollte er es wohl heute ganz genau wissen.
    Auch aus meinem Munde.
    „Du bist der Größte und Besteund was weiß ich noch alles!“, antwortete ich, ohne ihn direkt anzusehen.
    Schließlich wollte ich ihm ja nicht ins Gesicht lügen, denn der Geilste war mit Abstand immer noch Wood, aber das würde ich meinem Mann gewiss nicht auf die Nase binden.
    „Jetzt würde ich aber dennoch gerne schlafen!“, ich zog mir mein Nachthemd das zweite Mal an diesem Abend an und kuschelte mich in meine Decke.
    „Gute Nacht, Cheri, ich liebe dich, bis morgen früh!“, raunte mir Zabini noch einmal zu, bevor auch er sich schlafen legte.
    Ja, bis morgen früh.
    Wer weiß, vielleicht sah die Welt ja dann anders aus.
    Aber das bezweifelte ich stark.
    „Ich liebe dich auch!“, erwiderte ich ihm und ließ meinen Kopf in mein Kissen sinken.
    Das war die zweite Lüge für heute.






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    Das bittere Ende und der noch bitterer Anfang

    Ich apparierte nach Hause.
    Das heißt, ich apparierte bis kurz vor meinem Haus.
    200 Meter musste ich noch so gehen.
    Danke meiner eigener paranoider Sicherheitsvorkehrungen.
    Verflucht seien sie, wegen denen musste ich in der Kälte noch so viel Zeit draußen verbringen.
    Ich schlang den Schal enger um meinen Hals und machte mich gezwungenermaßen auf den Weg.
    Ich stapfte durch den Schnee.
    Auf einmal sah ich nicht weit von mir einen Mann auf dem Boden liegen.
    Er hatte sich zusammengerollt und bewegte sich kein Stück.
    Oh mein Gott.
    Ich rannte zu ihm hin.
    „Sir, was ist mit Ihnen! Hören Sie mich?“, ich drehte den eisigen Körper zu mir und erstarrte.
    Ich blickte in ein Gesicht, von dem ich nicht mal im Traum daran gedacht hätte, es wieder zu sehen.
    Es war der Junge, der überlebte. Der Junge, der anscheinend wirklich alles überlebte.
    Der Mann, von dem wir alle gedacht hatten, er wäre tot.
    Wir hatten geglaubt, er wäre tot.
    Wir hatten fest damit gerechnet.
    Und jetzt lag er da.
    Schon wieder fast tot.
    Aber das war er noch nicht.
    Ich fühlte seinen Puls, der zwar schwach und unregelmäßig war, aber immerhin noch vorhanden.
    Seine Augen waren geschlossen und seine Wimpern zierten Schneeflocken.
    Seine Stirn lag in Falten und sein ganzes Gesicht war angespannt.
    Und zugleich traurig.
    Harry Potter.
    Mein einstiger Erzfeind und mein späterer Freund.
    Ich musste schnell handeln.
    Ich überwand meine Fassungslosigkeit und streifte meinen Mantel ab.
    Ich wickelte ihn ein, hob ihn hoch und legte ihn über meine Schultern.
    Harry war eiskalt und durchgefroren.
    Seine nassen Klamotten klebten an ihm.
    Warum hatte ich in Verwandlung nicht besser aufgepasst?
    Dann hätte ich ihn schneller nach Hause bringen können.
    Ich lief mit Harry über den Schultern heim und stieß Deffkus, der mir wie immer freundlich die Tür öffnete, fast beiseite.
    Ich rannte ins Wohnzimmer und legte Harry sanft auf die Couch.
    Der Kamin brannte zum Glück und das Zimmer war warm genug.
    Dennoch rief ich nach Elidora und trug ihr auf, so viele Decken wie möglich zu beschaffen und Tee zu kochen.
    In diesem Moment kam Marie ins Zimmer.
    Sie sah mich fragend an.
    „Draco, was ist denn…“
    Ihr Blick wanderte von mir zum Sofa und die Worte blieben ihr im Hals stecken.
    „Aber das ist doch nicht möglich, das kann doch nicht sein, wie…!“, stammelte sie und die Überraschung, gar die Fassungslosigkeit standen ihr ins Gesicht geschrieben.
    Sie war wie gelähmt und konnte uns nur mit aufgerissenen Augen anstarren.
    „Es ist Potter. Ich habe ihn gefunden. Draußen, nah dem Wald. Er lebt noch, aber nicht mehr lange. Wir müssen ihn aus den nassen Klamotten bringen und ihn dann wärmen. Er ist schon völlig unterkühlt!“
    Marie löste sich aus der Erstarrung und lief zu mir und Harry.
    „Kannst du ihn mit Deffkus und den anderen umziehen? Ich werde inzwischen ein paar Tränke brauen!“, meinte ich und ließ meine Frau zurück, ich hatte es eilig.
    Ich hetzte die Treppen in den Keller hinunter und lief zu meinem Zimmer, indem ich die Zutaten für die Tränke bereithielt.
    Ich braute sofort los, da mir nicht viel Zeit blieb.
    Harry brauchte die Tränke jetzt, und ich wollte nicht, dass er starb.


    Ich hatte Harry zusammen mit den Hauselfen gerade in trockene Klamotten gekleidet, als Draco mit den fertigen Tränken kam.
    „Er hat noch keinen Mucks getan. Nicht mal seine Augen geöffnet!“, sagte ich, und fing an, eine Decke nach der anderen über den leblosen Mann zu breiten.
    „Das wird er schon noch!“, meinte mein Mann und öffnete den Korken von einer der Phiolen, die er im Arm hielt.
    „Das hoffe ich.“, flüsterte ich, während ich dabei zusah, wie Draco Harry langsam den Trank einflößte.
    Harry rührte sich immer noch, aber sein Körper fing wie von allein an zu schlucken und allein das beruhigte mich für diesen Moment.
    Draco gab ihm einen Trank nach dem anderen, füllte ihn förmlich damit ab und irgendwann, endlich, rührte sich Harry.
    Er schlug die Augen auf und sah uns müde an.
    Sein Blick war ausdruckslos und seine Augen leer.
    Es tat weh, ihn so zu sehen.
    „Harry, Harry, kannst du uns hören?“, fragte ihn Draco aufgewühlt.
    „Harry, sag doch bitte was!“
    Ich legte meinem sonst so gelassenen Mann die Hand auf die Schulter.
    Sonst war ich immer die, die halb durchdrehte, aber scheinbar machte Draco die Sache ziemlich fertig und er war furchtbar nervös.
    Ihm ging es wahrscheinlich schlechter als mir.
    Obwohl ich schon am ganzen Leib zitterte.
    „Harry, wenn du uns verstehen kannst, dann nick doch bitte!“
    Ich wartete einen Moment und hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben, da hob er leicht seinen Kopf an und ließ ihn dann wieder fallen.
    Ich atmete erleichtert aus und sah, wie sich auch Draco langsam wieder zu beruhigen schien.
    „Ich hab noch einen letzten Trank, der ihm helfen wird, wieder völlig zu seinen Sinnen zu kommen!“, erklärte er mir, während er Harry half, der nun schon ein wenig selbstständiger den Trank zu sich nahm.
    „Wir müssen Lena Bescheid sagen!“, meinte ich und wollte mich gerade zum Gehen wenden, als Draco mich zurück hielt.
    Ich sah ihn an und er deutete auf Harry.
    Dieser blickte mich panisch an und schüttelte vehement den Kopf.
    Jedenfalls soweit es ihm in diesem Zustand möglich war.
    „Aber warum denn nicht?“, fragte ich verständnislos.
    Aber das sollte ich später erfahren.
    Ich stand auf und wollte für Harry noch ein paar Wärmflaschen machen, als ich sah, dass es ihm schon erheblich besser ging.
    Er konnte den Kopf heben und ich half ihm dabei, sich aufzusetzen.
    Ich nahm meine Hand und legte sie ihm auf die Stirn.
    Sie glühte förmlich.
    Doch seine Arme waren immer noch kalt.
    „Ich werde noch ein paar Wärmflaschen holen“, sagte ich zu Draco, der mich verwundert ansah.
    „Bis gleich“


    Nein, sie durften Lena nichts sagen. Sie war doch so glücklich. Ich würde ihre Welt nur noch mehr durcheinander bringen.
    Ich versuchte den Kopf zu schütteln und auf mich aufmerksam zu machen, aber irgendwie bekam ich das anscheinend nicht hin.
    Mein Kopf tat höllisch weh und ich sah mein Umfeld erst noch verschwommen.
    Ich richtete mich auf, was aber nicht geklappt hätte, wenn mir nicht jemand geholfen hätte.
    Mir war abwechselnd kalt und heiß.
    Ich sah mich um und langsam wurde das Bild schärfer.
    Ich blickte in Dracos Gesicht, der mich besorgt ansah.
    „Was mach ich hier?“, fragte ich ihn.
    „Wie komme ich hierher?“
    Ich wusste nur noch, dass ich in dem Wald war.
    Am Waldrand.
    Ich war so hilflos.
    Ich fühlte mich so leer.
    Diese Leere war immer noch nicht von mir gewichen.
    Und das Bild tauchte wieder in meinem Kopf auf.
    Das Bild, das ich vor ein paar Sekunden zu schützen versucht hatte.
    Ich wollte es nicht zerstören.
    Obwohl es mich fast mein Leben gekostet hatte.
    Warum lebte ich überhaupt noch?
    Anscheinend hatte mich Draco gefunden und mich hierher gebracht.
    Warum hatte er das getan?
    Warum hatte er mich nicht einfach sterben lassen können?
    Warum musste er mich retten.
    Dann würde mich nicht schon wieder dieser dumpfe Schmerz überkommen.
    „Harry, bist du wieder ganz bei dir?“, fragte mich Draco aufgelöst und sah mich prüfend an.
    Ich erinnerte mich dunkel daran, dass er mir etliche Tränke zum Schlucken gegeben hatte.
    Ich hatte schon völlig den Überblick verloren.
    Anscheinend hatte er gedacht, ich wäre für einen Moment wieder weggetreten gewesen, da er mir meine Fragen nicht beantwortet hatte.
    „Ja, ich bin wohl wieder voll da! Mehr oder weniger!“, meinte ich und sah ihn an.
    „Gott, bin ich froh!“, solche Worte war ich von Draco, dem die Angst ins Gesicht geschrieben war, nicht gewohnt.
    Angst.
    Das war das einzige Gefühl, dass ich die letzten Stunden gemisst hatte.
    Glück und Zufriedenheit, Trauer, Wut, Verzweiflung und Zorn.
    Aber keine Angst.
    „Du bist hier, weil ich dich gefunden habe. Du hättest tot sein können. Du hast es gerade noch so geschafft. Wie bist du überhaupt hergekommen. Wo verdammt warst du die letzten 5 Jahre?“, er konnte sich überhaupt nicht mehr bremsen.
    „Hat sie mich vermisst?“, fragte ich ihn.
    „Jede einzelne Sekunde!“, antwortete er mir und sah mich aufrichtig an.
    „Ich hab sie gesehen!“, sagte ich nur, da ich zu mehr nicht fähig war.
    „Oh“, war Dracos einziges Wort.
    „Sie war so glücklich!“, stieß ich hervor und Draco nahm mich in den Arm.
    Das hatte er noch nie getan.
    Es war irgendwie komisch.
    Aber ich fühlte mich geborgen.
    Das erste Mal seit 5 Jahren.
    5 langen Jahren.
    „Sie hat lang gebraucht, bis sie über dich hinweg war und bereit für eine neue Beziehung war.
    Allerdings glaube ich nicht, dass sie jemals über dich hinweg war.
    Sie liebt dich. Zabini wohl auch, aber sie hat dich auf keinen Fall vergessen!“, versicherte er mir.
    Ich wusste nicht, ob ich seinen Worten Glauben schenken konnte, er hätte alles gesagt um mich in dem Moment aufzumuntern und mir Halt zu geben.
    Er wollte mir die Hoffnung nicht nehmen.
    Doch die Hoffnung in mir war schon längst gestorben.
    Ich hatte sie zusammen mit meinem Stolz und meinem Glück auf dem Spielplatz gelassen.
    Selbst der letzte Funke Hoffnung war erloschen, als ich dieses Bild sah.
    Er war mit einem Teil von mir gestorben.
    „Ich will nicht, dass sie erfährt, dass ich noch lebe!“, meinte ich und sah Draco ernst an.
    „Bist du dir sicher?“, fragte er mich.
    „Ja. Ich habe keinen Platz mehr in ihrem Leben und ich würde nur Verwirrung stiften! Sie hat jetzt einen neuen Mann. Eine Tochter.“
    Draco nickte und sah auf den Boden.
    „Wie heißt sie?“
    „Nora!“
    Nora hieß sie also. Das bezaubernde Mädchen, das ein so hübsches Lachen gehabt hatte.
    Die Tochter meine Frau.
    Lenas Tochter.
    Und Zabinis Tochter.
    Nicht meine.
    Obwohl es meine hätte sein sollen.
    Aber das war sie nicht.
    Und es war auch nicht mehr mein Leben, das Lena nun führte. Sie teilte es nicht mehr mit mir. Und das würde sie auch nicht mehr.
    „Draco?“
    Dieser wandte den Kopf zu mir und sah mir in die Augen.
    „Ist sie glücklich?“
    „Ja“











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