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Lenas Harry Potter Welt

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5 Kapitel - 26.931 Wörter - Erstellt von: - Entwickelt am: - 517 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Hier schreibe ich Lenas Harry Potter Welt.

    1

    PROLOG

    Lena war gerade mit ihrer kleinen Schwester Sandra im Garten als eine Eule über ihren Köpfen hinweg flog. Lena entzog den dicken Umschlag der Eule und brach das Siegel. Es war ein Brief von der Zauberschule Hogwarts.
    Ihre Eltern wollten sie möglichst ohne viel magischen Einfluss aufziehen und verschwiegen ihr deshalb, dass ihre Mutter eine Hexe war und baten sie auch Sandra fürs erste nichts davon zu erzählen. Sie hat ihnen verziehen, doch Lena wollte nicht ihr altes Leben aufgeben.
    Doch eines Tages kam der Halbriese Hagrid zu ihr und sagte, dass er gekommen sei, um sie nun nach Hogwarts zu bringen. Nachdem Lena erfahren hatte, dass auch ihre beste Freundin Marie an der Zaubererschule angenommen wurde, willigte sie schließlich ein. Zusammen mit ihr und Hagrid begaben sie sich in die Winkelgasse und bekamen alles gezeigt. Lena bekam sogar einen Zauberstab aus Stechpalme und Hagrid schenkte ihr eine Schneeeule, die sie liebevoll Massi nannte.
    Am nächsten Tag brachte er die beiden zum Bahnhof, doch bevor Lena ihn fragen konnte, wo das Gleis 9/3/4 war, verschwand er.
    Sie sahen sich verdutzt an und wirkten ein wenig verzweifelt, bis sie eine große Zaubererfamilie entdeckten, die durch die Wand zwischen Gleis 9 und 10 liefen und dahinter verschwanden. Lena und Marie taten es ihr nach und gelangten so an das richtige Bahngleis. Sie suchten sich ein leeres Abteil im Zug, doch es dauerte nicht lange, da setzten sich zwei Jungs zu ihnen. Der eine hieß Harry und der andere Ron. Es war faszinierend wie viel Ron in sich hineinschlang. Harry wusste auch noch nichts über die Zaubererwelt und Marie und Lena löcherten Ron nach allen Einzelheiten. Als sie dann angekommen waren, wartete Hagrid am Bahnsteig. Er brachte alle Erstklässler ins Schloss. Sie fuhren in kleinen Ruderbooten zum Schloss, über einen großen nebelverhangenen See.
    Lena war ziemlich beeindruckt von all den neuen Ereignissen. Überall gab es was Neues zu entdecken und sie musste alle neuen Eindrücke erst mal in Ruhe verarbeiten. Doch dazu kam sie nicht, denn jeder musste sich in einer Reihe aufstellen. Nach und nach mussten sie aufstehen und sich den sprechenden Hut aufsetzen lassen, der sie alle in ihre Häuser einweisen sollte.
    Nach Harry und Ron kam Lena dran. Sie setzte sich auf den Hocker und hoffte, dass sie bloß nicht nach Slytherin käme, Ron hatte nämlich gesagt, dass alle dunklen Magier aus Slytherin kämen.
    Marie sagte zwar, dass das totaler Schwachsinn sei, aber die sagte auch viel, wenn der Tag lang ist. Der Hut fand es schwierig, Lena ein Haus zuzuweisen, da sie äußerst intelligent war, doch sie war ebenfalls ein sehr tapferes Mädchen. Letzten Endes schickte der Hut sie nach Gryffindor, wo Harry und Ron sie freudig empfingen. Marie war zwar ein bisschen enttäuscht, da sie für Ravenclaw eingeteilt wurde, und die beiden so nicht in einem Haus waren, doch das legte sich, nachdem sie sich versichert hatten, trotzdem noch die meiste Zeit miteinander zu verbringen. Lena kam in einen Schlafsaal mit einem Mädchen namens Hermine Granger, zuerst war das Mädchen ihr ziemlich fremd, da sie besserwisserisch und neunmalklug schien, aber bald merkte Lena, dass der erste Eindruck, den sie von Hermine gewonnen hatte, nicht unbedingt der bleibende war. Sie erkannte, dass hinter der Fassade ein nettes Mädchen stand, mit der sie sich bald relativ gut anfreundete.
    Sie war relativ gut in der Schule, vor allem in ihrem unangefochtenen Lieblingsfach <Verteidigung gegen die dunklen Künste>.
    Auch weiterhin waren Marie und Lena die besten Freunde und verbrachten in den nächsten Schuljahren die meiste Zeit miteinander, bis auf einmal eine Veränderung in Marie vorging und sie sich mehr und mehr Draco Malfoy zuwendete und Lena den Anschein hatte, dass sie ihr den Rücken zukehren würde.
    Lena mochte Malfoy nicht besonders und so entfernten sich die beiden immer weiter voneinander. Lena begann mehr Sachen mit Harry, Ron und Hermine zu unternehmen. Sie ließ sich von den Abenteuern erzählen, die die drei in den letzten Schuljahren erlebt hatten, und war stets beeindruckt.
    Nun befinden wir uns im 7. Schuljahr und beginnen die Geschichte von Lena, einer äußerst begabten Hexe weiterzuerzählen.


















    Kapitel 1: Erschöpfte Hoffnung

    „Omann, die regen mich echt auf…immer bin ich schuld. Meine Schwester kann sich aufführen, wie sie will und bekommt nie Strafen und wenn ich nur mal kurz meine Meinung sage und versuche normal zu reden und Sachen zu klären und werde ich sofort bestrafte. Das kann es ja wohl nicht sein. Und dann noch meine Schwester. Die weiß sich überhaupt nicht zu benehmen. Jetzt hat der Rektor ihr eh schon gedroht, dass er sie von der Schule fliegen lässt, aber ihr ist das scheiß egal. Sie zaubert in der Muggelwelt rum, wie es ihr grad Spaß macht. Sie kennt weder Grenzen noch Regeln. Aber sie sieht das nicht an, Demischol ist doch eh schon quasi die letzte Hoffnung. Es gibt keine andere Zauberschule für sie. Und Hogwarts kann sie sowieso vergessen. Sie ist ja nur sauer, dass sie es nicht nach Hogwarts geschafft hat, sondern nur nach Demischol. Ja tut mir Leid, wenn sie nun mal beschränkt ist, soll sie auch auf eine Schule für „Beeinträchtigte und Eingeschränkte“. Jetzt muss ich diese Weihnachten schon wieder in Hogwarts bleiben, weil wir das zu Hause nicht hinkriegen.“
    Ich starrte sauer in den Boden.
    „Dass die sich auch immer so aufführen muss!“
    „Ich muss auch in Hogwarts bleiben...“, meinte Harry bedrückt.
    „Warum das? Warum fährst du nicht zu deiner Familie?“
    „Ich habe keine Familie. Das heißt, ich habe keine Eltern mehr, die sind gestorben, als ich noch klein war.“
    Er starrte mich mit leerem Blick an.
    „Du kennst doch die Geschichte, was fragst du dann?“, fuhr er mich mit getränktem Blick an.
    „Tut mir Leid, ich wollte dir nicht zu nahe treten. Ich kenne nur den Teil, in dem Du-Weißt-schon-wer deine Eltern um brachte, weil sich deine Mutter für dich geopfert hat. Aber du bis auf die Narbe keinen Kratzer abbekommen hast.“
    „Hm“, schnaufte Harry und vergrub den Kopf zwischen den Beinen.
    Mich überkam großes Mitgefühl und das dringende Bedürfnis Harry in den Arm zu nehmen.
    Omann, in seinen Augen sahen meine Probleme bestimmt wie Kindereien aus. Was würde er wohl dafür geben, solche Probleme zu haben und dafür noch seine Eltern.
    „Naja, ist schon in Ordnung...konntest du ja nicht wissen. Es ist nur so, dass immer jeder weiß, was mit mir passiert ist, Jeder kennt mich, ich kann nirgends hingehen, ohne, dass sich jeder zu mri umdreht und mich komisch anschaut. Naja und nachdem meine Eltern eben tot sind bin ich eben bei meinen Verwandten aufgewachsen...“
    „Und wie sind die so?“
    „Das willst du gar nicht wissen. Ich bin so froh, dass ich in Hogwarts zu Hause bin, denn bei denen habe ich noch nie einen Funken von Heimat gespürt. Oder Geborgenheit. Ich hasse die Dursleys! Ich habe in einem Schrank unter der Treppe gewohnt und war der Lakai für alles! Dudley war der kleine Liebling und mich haben sie immer nur geduldet! Es war die Hölle…aber dann hatte ich ja die Weasleys, die mich immer unterstützt und sofort liebevoll aufgenommen haben!“
    Ich nahm seine Hand und drückte sie.
    „Erst wollten sie mich ja gar nicht nach Hogwarts lassen, aber dann hatten sie keine andere Wahl. Naja, wie meinte Onkel Vernon, als ich fertig zur Abreise war:
    „Komische Art, zu einer Zaubererschule zu kommen, mit dem Zug. Die fliegenden Teppiche haben wohl alle Löcher, was?“
    „Und dann kommt er sich immer so lustig vor. Nicht zum Aushalten...!“
    Ich strich Harry eine Haarsträhne aus dem Gesicht und malte die Narbe auf seiner Stirn nach. Anschließend hob Harry den Kopf und unsere Blicke trafen sich. Unsere Gesichter kamen sich immer näher und schließlich berührten sich unsere Lippen zu einem sanften Kuss.
    Glücklich hielt Harry mich in den Armen und wir saßen eng umschlungen am See und blickten hinaus in den Horizont.

    Nach ein paar Wochen, hatten wir das erste Mal wieder das Fach Geschichte.
    Neben Verteidigung gegen die dunklen Künste war das eins meiner Lieblingsfächer.
    Was wohl hauptsächlich daran liegt, dass mich die Themen einfach interessierten. Die anderen finden dieses Fach stinklangweilig, aber nur deswegen, weil Professor Binns so einschläfernd war, deswegen saßen sie die Stunden immer regelrecht ab. Außer natürlich Hermine, die hat natürlich nur Lieblingsfächer…naja so viel, wie die lernt, ist das ja auch kein Wunder. Die weiß bestimmt jede Wikipediaseite auswendig.
    Heute hatten wir das Thema Hogwarts und seine Geschichte, was wir zwar am Anfang des ersten Schuljahres schon durchgenommen hatten, aber da hatte natürlich keiner aufgepasst. Außer ich natürlich. Ich mein, ich will mich ja nicht selber rühmen, aber wenn ich mir so Neville oder Theresa anschau, die kapieren ja gar nichts. Doch wie gesagt zur Auffrischung und wegen den Abschlussprüfungen dieses Jahres, bei denen dieses Thema in diesem Jahr eines der Hauptthemen neben der Hexenverbrennung im Mittelalter, war, hielt Binns es anscheinend für angemessen, sich noch mal ein paar Stunden damit zu beschäftigen.
    Als ob ich das nicht alles schon tausendmal gehört hätte. Aber nein, dann höre ich mir das eben zum 1001. Mal an.
    Was macht Harry da überhaupt? Muss der immer so laut schnarchen?
    Als hätte er gestern nicht genug Schlaf gehabt. Männer, solche Proleten, nichts als Essen und schlafen im Kopf. Ich schaute zu Marie und dieser Anblick beruhigte mich ungemein. Malfoys blonder Kopf lag auf seinem Heft und seine Kinnlade klebte förmlich am Tisch. Harry sah wenigstens gut aus, wenn er schlief.
    1:0 für mich.
    „So meine Lieben Schüler, heute soll unser Thema die Geschichte von Hogwarts, speziell die Häuser sein.“
    Ja ach nee.
    „Wie ihr ja schon aus eigener Erfahrung wisst, ist Hogwarts in vier Häuser eingeteilt! In Hufflepuff..“, er wurde von hämischen Lachen aus der Ecke der Slytherins und von beleidigtem Raunen seitens Hufflepuff unterbrochen.
    Muhaha, Hufflepuff das klingt ja schon nach Affen. Ich grinste. Ohoh, dieser Blick von Theresa verheißt nichts Gutes. Naja, wenn sie mir beleidigt ist, erzählt sie mir wenigstens nicht jede Minute, dass sie Hunger hat. Harry hatte schon vorgeschlagen, ihr das Maul zu stopfen, dann hätte sie definitiv keinen Hunger mehr und konnte sich auch nicht mehr beschweren.
    „In Ravenclaw“, bei diesem Namen, jubelten die Ravenclaws und auch Malfoy brachte nach einem Blick zu Marie die anderen seines Hauses dazu, laut zu applaudieren.
    Ich grinste Marie zu. Eins musste man ihm lassen, er unterstützte sie, wo er nur konnte.
    „In Slytherin!“, die Slytherins saßen mit arrogantem und gewinnerischen Lächeln da und applaudierten zusammen mit ein paar Befreundeten aus Ravenclaw für sich selbst.
    Jetzt war Malfoys Moment bekommen. Selbstdarstellerisch, wie er nun mal war, stellte er keinen anderen als sich selbst da, als er mit arrogantem und gewinnendem Lachen die anderen musterte.
    „Und natürlich zu guter Letzt in Gryffindor!“
    Die Gryffindors sprangen auf und bei dem lauten Klatschen und Gegröhle, das sogar die weniger begeisterten Rufe der Slytherins übertönten kein einziges Wort mehr verstehen.
    Die sollten doch nur still sein, die sind ja nur neidisch, weil sie außer ihnen selbst keiner leiden kann. Also bitte, wenn man allein die Leute anschaut, die in dem Haus sind.
    Ich mein Hallo? Flint? Und ICH brauchte ne Zahnspange? Was braucht dann der? Ein Eisengestell? Aja und nicht zu vergessen natürlich einen Maulkorb.
    Jedes Mal, wenn ich den Kerl sehe, würde ich ihm am liebsten in die Fresse hauen. Wie der Harry schon wieder mustert. Ich glaub der ist schwul, ich glaub der tut nur so, als würde er Harry nicht leiden können. Naja, da hatte er ja mit Harry schlechte Karten. Er kann es ja mal bei Neville versuchen. Obwohl der hatte ja Sabrina, die er anbeten konnte. Dieser musterte jedoch gerade Theresa, die damit beschäftigt war unter ihrer Bank umständlich eine Semmel auszupacken. Wie immer…
    Binns fuhr fort einiges über die Häuser und ihre Gründerväter zu erzählen und Lena schlug die Seite ihres Buches auf und überflog sie:







































































































    Binns schloss den Unterricht für heute mit den folgenden Worten:
    „So Herrschaften, obwohl das noch lange nicht alles ist, was man zu diesen Themen sagen könnte, würde ich sagen wir machen für heute Schluss. Ich hoffe Sie haben die Stunde heute ebenso sehr genossen wie ich. Die Aufgaben zu der heutigen Stunde erscheinen dort bereits an der Tafel.“

    Ja wie jetzt. Schon vorbei? Naja gut. Ich stieß Harry den Ellbogen in die Seite.
    „Was’n los?“
    Ich verdrehte die Augen, packte mein Buch und Harry und zog ihn aus dem Geschichtssaal. Der Rest der Klasse hatte schon vor uns murrend das Weite gesucht. Draußen standen, ein paar Slytherins, die sich im Kreis versammelt hatten und sich lautstark über Gryffindors lustig machten. Ganz vorne mit dabei war natürlich Draco Malfoy, der sich bei so was immer wahnsinnig aufspielen musste. Meine Güte, der hat mir in Geschichte schon gereicht.
    Wenn ich den schon sehe, mit seinem nach hinten gekämmten blonden Haaren und seinen widerlichen Kommentaren, was findet sie nur an diesem Widerling. Och nee, oder? Jetzt kommen diese Freaks auch noch her. Mit ihrem hämischen Grinsen. Oh toll, das kann ich auch.
    Nach einem regen verbalen Schlagaustausch wurde es Malfoy schlicht und ergreifend zu bunt, nachdem ich ihn und seine Familie beleidigt hatte. Ja was glaubt der denn? Dass ich mich von ihm runter putzen lasse! Der hat sie doch nicht mehr alle!
    „Sag das nicht noch einmal!“
    „Was? Dass deine Mutter mehr Gift in einer Minute verspritzt, als Professor Sprout in einem ganzen Jahr Unterricht, für solche Schädlinge, wie dich?“
    Draco zückte seinen Zauberstab und richtete ihn auf Lena.
    <Furunculus>, schrie mich Draco an. Meine Güte konnte der kreischen.
    Nicht dieser blöde Spruch mit den Furunkeln, was soll denn diese Kinderkacke.
    „Tja, des weiteren wünsche ich dir noch einen schönen Ball!“, Draco setzte sein hämisches Grinsen auf und schlenderte bewusst selbstsicher den Gang hinunter.
    „Na warte, das wirst du mir büßen!“ Du blöder Wixxer!
    „Und du? Was stehst du immer nur daneben? Kannst du nicht auch mal was machen, Harry? Du hast mich gefälligst zu verteidigen, sei doch wenigstens ein mal ein richtiger Mann!“, funkelte ich Harry an.
    Weißt du, beleidigt mich dieser Mistkerl und er steht dann neben und schaut blöd. Was soll denn das?
    Harry rang nach Luft.
    „Na toll, jetzt darf ich so auf den Schulball gehen, ach ich hab echt kein Bock mehr auf diese Kinderkacke!“
    „Ach komm, reg dich nicht so auf! Das kriegt Hermine schon wieder hin!“, versuchte Harry, der seine Stimme wieder gefunden hatte, mich zu beruhigen.
    Tja, da hatte er aber auf den falschen Dampfer gesetzt.
    „Hermine, Hermine, Hermine. Kriegst du denn nichts selber auf die Reihe? Musst du immer sie fragen? Bist du denn alleine zu nichts fähig! Meine Güte...“
    Ich blickte an mir herunter und sah, dass es noch schlimmer war, als erwartet.
    Meine Beine waren mit hässlichen Furunkeln überzogen und ich war kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Ist das wiederlich, das wird mir diese kleine Schleimige Kröte schon noch büßen.
    Harry, der mir tröstend den Arm um die Schultern legte, erblickte nun Dumbledore, der auf sie zu eilte.
    Als Dumbledore die Bescherung sah, huschte ein Grinsen über sein Gesicht.
    „Na, Lena, mit wem hast du dich denn heute angelegt?“
    Am liebsten würde ich diesem alten Sack eine rein hauen, kann der sich nicht mal seine dummen Kommentare sparen?
    „Mit dieser Schlange von Draco!“, antwortete ich ihm. Wir wollen ja den Schein bewahren.
    „Ein schwieriger Junge. Er ist vom richtigen Pfad abgekommen. Der schlechte Einfluss der Eltern.“
    Er musterte mich noch einmal von oben bis unten. Hallo? Kann der nicht jemand anderes begaffen?
    „Narben können recht nützlich sein. Ich selbst habe eine oberhalb des linken Knies, und die ist ein tadelloser Plan der Londoner Ubahn!“
    O MEIN GOTT.



















    Kapitel 2: Witzig

    Nach ein paar Wochen, und nachdem sich die Gemüter wieder weitgehend beruhigt hatten, hatten wir Zaubertränke bei Snape. Ogott, wie ich dieses Fach hasste. Muss das denn jetzt sein?
    Nun standen wir alle versammelt vor dem Raum für Zaubertränke und warteten auf unsren geliebten Professor.
    Doch von Snape war keine Spur in Sicht.
    „Wo bleibt Snape denn? Das ist doch sonst nicht seine Art zu spät zu kommen!“, fragte ich in die Runde.
    „Vielleicht ist er krank!“, sagte Ron hoffnungsvoll.
    „Vielleicht hat er gekündigt“, entgegnete Harry, „weil er wieder nicht Verteidigung gegen die dunklen Künste unterrichten darf!“
    „Oder sie haben ihn rausgeschmissen!“, meinte Ron begeistert.
    „Immerhin kann ihn ja keiner ausstehen –“
    „Oder vielleicht“, sagte eine eisige Stimme direkt hinter ihnen, „wartet er darauf, von euch die heutige Hausaufgabe vorgelegt zu bekommen!“
    „Mister Potter, Mister Weasley, ab ins Zimmer, sofort!“
    Ohoh, das gibt noch Ärger…

    "Ihr werdet heute den Fragranenstrank brauen, im Buch Seite 142. Aufschlagen! Währenddessen werde ich eure Hausaufgaben kontrollieren!" schnarrte er. Mit einem Schlenker seines Zauberstabes war das Rezept an der Tafel. Die Schüler begannen den Trank zu brauen und Snape ging durch die Reihen.
    „Hermine, haben Sie schon wieder vorgearbeitet?“
    „Ich wusste nicht, dass das verbotenen ist!“, antwortete Hermine ihm mit einem unschuldigen Lächeln.
    „Und jetzt auch noch frech werden? 50 Punkte Abzug für Gryffindor!“, bellte Snape sie an.
    „Aber...!“
    „Wagen Sie es ja nicht mir zu widersprechen!“
    Hermine schnappte empört nach Luft und Snape setzte seinen Gang fort.
    „Sehr gut Malfoy, der Trank war für Sie ja kein Problem, oder?“
    „Natürlich nicht. War im Handumdrehen erledigt!“, grinste Malfoy Snape an.
    Ja wahrscheinlich hatte ihn seine Mama gebraut. Der Kerl kriegt doch nichts alleine hin.
    „Für so viel Engagement sollen Sie natürlich belohnt werden! 100 Punkte für Slytherin!“
    Was geht denn?
    „Warum denn das, bitte? Wir haben schließlich alle unsere Hausaufgaben gemacht!“
    Das ist ja wohl die Höhe.
    „Wollen sie schon wieder vorlaut werden, Miss Ruttensperger? Ich verbitte mir diesen Ton! Erneut 50 Punkte Abzug für Gryffindor!“
    Hallo?
    „Was heißt denn hier schon wieder? Ich habe heute noch überhaupt nichts gesagt! Verkleben ihre fettigen Haare ihnen etwa die Ohren? Versuchen Sie's mal mit Head & Shoulders, das hat sogar bei Sabrina geholfen.“
    Sabrina stand hektisch auf und lief heulend aus dem Zimmer.
    Oh, naja egal…
    Marie drehte sich zu mir um und grinste mich an.
    „Treffer versenkt!“
    Snapes Kinnlade fiel nach unten.
    „Was erlauben Sie sich eigentlich? 200 Punkte Abzug für Gryffindor und eine Zusatzaufgabe für Miss Ruttensperger und Miss Vogl. Gratuliere.“
    Alle Gryffindors starrten mich wütend an. Verdammt.
    „Was sollte das denn? Musst du dich denn ständig mit ihm anlegen?“, zischte nun auch Harry mir zu.
    „Du lässt dir ja alles gefallen, man wird doch wohl noch seine Meinung sagen dürfen“, schnaubte ich. Was bildet sich der denn ein? Er ist ja wohl auch kein Saubermann.
    „Lassen wir's gut sein. Das nächste Mal, überlegst du dir aber bitte vorher, wie du Snape beleidigst, sonst können wir den Hauspokal dieses Jahr sofort vergessen“, raunte Hermine mir von der anderen Seite zu. Naja, das wollte ich natürlich auch nicht.
    Vor Goyles Pult blieb Snape erneut stehen.
    "Sagen Sie mal, Mr. Goyle, haben Sie etwa ihre Hausaufgaben vergessen?"
    "Was für eine Hausaufgabe?"
    "Sie sollten das Rezept für den Wahrheitstrank abschreiben!"
    "Verzeihung, Professor, aber ich habe offensichtlich mein Gedächtnis verloren!"
    "So, und seit wann haben Sie das?"
    "Seit wann habe ich was?"
    Snape zog ärgerlich seine Augenbrauen hoch und seine Nase kräuselte sich.
    Ich verzog bei diesem Anblick den Mund zu einem Grinsen. Das sieht einfach immer zu komisch aus.
    „Mister Potter?“
    "Ja?", antwortete Harry ihm.
    "Ja, Sir"
    "Sie brauchen mich nicht Sir zu nennen, Professor", meinte Harry mit einem verschmitzten Grinsen.

    Nach dem Unterricht traf ich Marie zufällig auf dem Gang und unterhielt mich mit ihr. Wir hatten schon ewig nichts mehr miteinander gemacht, was wohl an der Tatsache liegt, dass niemand ihren Freund leiden kann.
    „Wir treffen uns später noch im Turm, um ein bisschen zu feiern, hast du Lust mitzukommen?“
    „Würde ich ja gerne, aber ich hab Draco versprochen, dass ich den Abend mit ihm verbringe, tut mir Leid.“
    Marie sah mich entschuldigend an. Das konnte sie sich auch sparen. Musste sie denn jede freie Sekunde mit der Kröte verbringen! Aber wir wollen ja nicht so sein…
    „Bring ihn doch einfach mit!“
    Kotz würg. Ich setzte mein lieblichstes Grinsen auf.
    „Naja, ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist. Du weißt doch ganz genau, dass sie alle ein Problem mit Draco haben.“
    Der arme kleine Junge.
    „Ist ja auch nicht verwunderlich, so wie Draco hier alle behandelt!“, konnte ich mir daraufhin nicht verkneifen.
    „Ich versuch ihn zu überreden, in Ordnung? Ich kann dir aber nichts versprechen! Draco kann manchmal ganz schön stur sein!“, seufzte Marie.
    Bei dem Kerl wäre ich auch den ganzen Tag am Seuzfen. Oder am <mich aufm Dachboden aufhangen>.
    „Wirt du schon schaffen!“, wieder kam mein Grinsen zum Einsatz.
    „Naja gut, dann bis heute Abend!“
    Marie lächelte mich an und eilte hastig davon.
    Wollte sie fliehen? Hach, mir kann keiner entkommen. Muhaha…
    Ich sollte mit diesen kleinen grünen Bohnen aufhören…
    Wer weiß? Vielleicht wird dieser Abend ja alles changen? Oh mein Gott diese Bohnen. Wo war ich? Ach ja genau, vielleicht würden sie sich ja doch noch besser verstehen, wenn sich nur Draco, dieser eingebildete Lackaffe mal mit den anderen gut stellen würde.
    Aber Marie zu Liebe würde ich ihn schon diesen einen Abend aushalten können, und wer weiß, vielleicht war er doch kein so schlechter Kerl, und er würde alle überraschen? Ok, nie, nie wieder diese Bohnen. Harry sollte sie mal probieren, dann wäre er mal ein bisschen lockerer…




















    Gegen Abend hatten wir uns alle im Gryffindor Gemeinschaftsraum versammelt, um den Abend in gemütlicher Runde ausklingen zu lassen.
    Ich setzte mich neben Harry, der seinen Arm um mich legte und sich entspannt mit Ron unterhielt.
    Hallo? Was soll den das? Wieso redet er mit der Dumpfbirne und nicht mit mir? Morgen hat er bestimmt Rückenschmerzen, wenn der sich weiter so verrenkt.
    „Omann, ich hab Hunger!“, jammerte Ron.
    „Ähm, wir haben gerade erst Abend gegessen, 2 Gänge!“
    Lena starrte ihn entgeistert an.
    „Ja, aber das war schon vor einer halben Stunde!“
    „Ich glaub, Hermine hat noch Kekse in ihrem Zimmer!“, riet Harry ihm
    Ist ja klar, wenn man mit so einem Vielfraß zusammen ist, muss man jeder Zeit gerüstet sein…
    Wir lachten viel und irgendwann kamen wir auf das Thema Quidditsch zu sprechen und Ron meinte, dass die anderen Häuser doch eh keine Chancen hätten.
    Ja, wir mit ihm auch nicht. Oh…hab ich das jetzt laut gesagt? Mist…den Blicken ach zu urteilen schon…
    „Naja, so würde ich das nicht sagen. Gut, Hufflepuff kannst du vergessen, da ist ja einzig allein Cedric da, der das Spiel von denen aus in die Hand nimmt, und die Jäger kannst du eh vergessen, wenn du dir nur mal diese Sabrina anschaust, oder Felix. Aber Ravenclaw hat ein paar gute Spieler, allein der Sucher, John, oder wie er auch heißt, oder die Treiber Marie und Tracey lassen sich nicht leicht unterkriegen.“, meinte Harry, während er sich gedankenverloren den Kopf kratzte.
    Gut, dass Marie das nicht sah, sonst dürfte ich mir das wieder tagelang anhören. Obwohl, ich hatte ja noch den Trumpf mit dem Schlafen im Ärmel.
    „Marie, ist das nicht die, die jetzt immer mit Malfoy rumhängt?“
    Ja, das ist die, die immer mit MALFOY rumhängt. Und du bist der, der immer an George dranhängt.
    „Stimmt. Lena, bist du nicht mit der befreundet?“, fragte Fred.
    Ja, ich bin mit DER befreundet.
    Ich sah ihn an und nickte.
    „Sieht ja sehr begeistert aus!“, bemerkte George.
    Liegt daran, dass ich dich dabei anschau.
    „Seit sie mit ihm rumhängt.. naja, ich hab sie jedenfalls eingeladen, dass sie heute Abend mal hier vorbei schaut, ist doch kein Problem, oder?“
    „Naja, solange sie ihren Schatten daheim lässt!“
    „Du hast ihn doch nicht auch eingeladen, oder?“, raunte Harry mir leise zu.
    „Ja, was hätte ich denn machen sollen? Sie meinte, sie kommt nur mit ihm...“
    „Oman, das kann was werden!“, seufzte Harry.
    Ich verdrehte die Augen.
    „Und dann wäre da auch noch Slytherin. Mit Malfoy als Sucher haben sie keine schlechte Partie gemacht. Auch wenn sein Daddy ihn bestimmt ins Team gekauft hat!“, kam Ron wieder auf das Thema zu sprechen.
    Tja, der kann es sich halt leisten. Harry könnte auch mal ein bisschen von seinem Vermögen springen lassen. Da konnte ich Marie nur beneiden.
    „Ach Quatsch, ich glaub, das Geld konnte er sich sparen, schau dir doch nur mal die anderen Vollpfosten aus Slytherin an, da ist er ja noch einer von den Besseren“, gab Hermine ihren Senf dazu.
    Wer sonst.
    „Apropos Slytherin und Vollpfosten... habt ihr Lust auf ein paar Slytherin Witze?“, fragten Fred und George mit glänzenden Augen.
    „Immer wieder gern!“, fing Ginny an zu kichern.
    Ich blickte besorgt zur Tür, doch von Marie und Draco war keine Spur. Na dann können wir es ja wagen. Nicht auszumalen, wenn die beiden jetzt reinkommen, da wäre Marie bestimmt wieder ewig sauer. Na gut, in dem Punkt kann ich es ja sogar nachvollziehen.
    „Jetzt spannt uns nicht so auf die Folter!“, fing auch Harry nun an zu drängeln.
    „Na gut, also: Dracos Mutter zu Draco:" Deine Noten in Geschichte sind nicht gerade die besten!"-"Verstehe doch, Mum, ich werde dauernd Sachen gefragt, die vor meiner Geburt stattgefunden haben!"
    Aja. Lustig.
    „Meine Güte, war der schlecht! Also ihr seid auch nicht mehr das, was ihr mal wart!“, stichelte Hermine.
    Fred und George warfen ihr ein schiefes Grinsen zu und ließen den nächsten Witz von der Leine.
    „Crabe und Draco springen von einem Hochhaus. Wer kommt als erster unten
    an? - Crabbe, da Draco erst nach dem Weg fragen muss.“
    Ich dachte, es wären Slytherinwitze und keine Dracowitze. Naja egal, lustig waren sie trotzdem nich.
    Die Gryffindors amüsierten sich prächtig, doch einen hatten die Zwillinge noch auf Lager:
    „Draco, Crabbe und Goyle sind auf einer Insel gestrandet, wo keine Zauberkraft wirkt. Als sie eine Wunderlampe finden, kommt ein Ginny aus der Lampe ."
    Ginny warf ihren Brüdern einen vernichtenden Blick zu.
    „Ach komm Ginny, du weißt schon, was wir meinen!“, lachte Fred.
    „Na gut, weiter: Ihr habt jetzt 3 Wünsche frei!", sagte der Ginny zu ihnen. Als erstes sagte Crabbe:“ Ich will wieder nach Hause!", plopp im Nu war Crabbe wieder zu Hause. „Ich will auch nach Hause!", sagte Goyle, und so landete auch er im Nu wieder zu Hause. Als Draco an die Reihe kam jammerte er:" Och man, jetzt bin ich ganz alleine, ich wünsche mir, Crabbe und Goyle wären wieder hier!". Und schon waren sie wieder zu dritt auf der Insel. “
    Die Gryffindors lachten und in diesem Augenblick hob ich meinen Kopf und blickte zur Tür, in der nun Marie und Draco standen.
    War ja klar, wie in einer schlechten Seifenoper. Wir waren hier doch nicht bei Verbotene Liebe.
    Marie musterte mich mit einem kalten Blick und wandte sich dann von mir ab.
    Ohoh.
    „Tja Weasly, wenigstens habe ich Gelegenheit auf einer Insel Urlaub zu machen, während du mit deiner Blutsverräterfamilie Ferien auf dem Bauernhof, bei all euren Gleichgesinnten im Stall macht.“
    Draco legte den Arm um Marie und zog sie weg. „Ich hab dir doch gleich gesagt,
    dass das hier keinen Sinn hat, bei den ganzen Proleten.“







    2
    Kapitel 3: Wer hätte das gedacht?

    Hagrid führte uns Schüler seiner Klasse in den Wald, um uns den Bowtruckle auch in seiner natürlich Umgebung zu zeigen, da er glaubte, dass wir uns so die Informationen über diese Kreatur besser merken konnten. Meine Gruppe lachte und wir unterhielten uns prächtig. Wir unterhielten sich sogar so gut, dass wir nicht mal bemerkten, wie Hagrid plötzlich im Dickicht verschwand.
    Komisch, war der Proll denn hin?
    „Harry, Hagrid ist weg, wo ist er auf einmal hin?“
    Harry schaute mich verdutzt an. Mein Gott, jetzt guck nicht so.
    „Stimmt, er ist weg! Keine Ahnung, wo er hin ist.“
    Hätte mich auch gewundert.
    Langsam wurde die Tatsache, dass sie alleine im verbotenen Wald waren, den anderen ebenfalls bewusst.
    Wird ja auch mal Zeit.
    „Was hat dieser blöde Halbproll denn nun schon wieder vor?“, stieß Malfoy zwischen den Zähnen hervor.
    Das wüsste ich auch gern.
    „Oh mein Gott, oh mein Gott! Was sollen wir nur tun?“, fing Sabrina hysterisch an zu schreien.
    „Halt die Klappe, Weigert. Dein Gejammere will hier niemand hören!“
    Theresa stellte sich schützend vor ihre Freundin und legte ihr beruhigend die Hand auf die Schulter.
    Was soll das denn jetzt?
    „Du bist so gemein, Malfoy. Hör auf uns zu ärgern!“
    Malfoy fing an zu lachen.
    Ein paar der anderen schlossen sich dem Lachen an.
    Blöderweise auch ich, das Bild war einfach zu komisch.
    Obwohl ich mich natürlich bemühte, Haltung zu bewahren, nachdem Theresa mich böse ansah.
    „Was willst du denn dagegen machen?“
    Malfoy grinste sie hämisch an.
    Theresa blickte ihn wütend an und richtete ihren Zauberstab auf ihn.
    <Diffindo>
    Ich sah, wie sich Malfoys Umhang wie von Zauberhand genau in der Mitte trennte. Die Fäden hielten dem Zauber nicht Stand und lösten sich einer nach dem anderen auf.
    Malfoy starrte an sich herab und sein Mantel fiel ab.
    Da aber jeder Schüler, wie vorgeschrieben, eine Schuluniform anhatte, war das für Malfoy kein großer Schaden, wenn es nicht sein 50 Galleons- Umhang gewesen wäre, den er von seinem Daddy letzte Woche geschenkt bekomme hatte.
    Oh, armer kleiner schleimtriefender Draco.
    „Wie kannst du es wagen, meinen Mantel zu zerstören, du wertloses Schlammblut!“
    Er war kurz davor völlig auszurasten.
    Marie trat zu Draco und versuchte ihn beruhigen.
    Sie schaffte es soweit, dass er sein Wut verzerrtes Gesicht zu einem Grinsen wendete und nun seinerseits den Zauberstab zückte.
    <Faecrinis>
    Theresas Haare, die strohblond und äußerst volumig waren, wurden plötzlich teilweise von Strohbüscheln ersetzt und es war mit bloßem menschlichen Auge nicht zu erkennen, was nun die echten Haare oder die Strohhalme waren.
    Alle fingen an zu lachen, und Theresa stand da, wie ein begossener Pudel.
    Selber Schul. Was musste sie sich auch so ausdrücken, da konnte sie doch damit rechnen, dass das für einen wie Malfoy ein gefundenes Fressen war.
    Ja gut, sie ist zwar meine Freundin, aber bitte…
    Doch damit war es den anderen nicht genug. Sie wollten mehr Show.
    „Komm lass’ sie tanzen!“, feuerte Goyle ihn an.
    Was für ein Schwachmat.
    Das ließ Draco sich nicht zweimal sagen.
    Erneut hob er seinen Zauberstab und zielte damit auf den Boden vor Elena, ebenfalls aus Hufflepuff.
    Sie war ebenfalls Sabrina zur Seite gestanden, da sonst niemand mit ihr befreundet sein wollte. Außer natürlich ihr komischer Freund, dessen Namen ich mir einfach nicht merken konnte. Aber da war ich nicht allein. Niemand konnte das, und niemanden interessierte der Typ. Er war noch weniger bei unsrem Haus beliebt, als Draco und das sollte schon einiges heißen.
    <Incendo>
    Kurz nachdem Draco diesen Spruch gesprochen hatte, fing der Boden unter Elenas Füßen an zu glühen. Sie sprang zur Seite, doch da glühte schon der nächste Punkt.
    Und so weiter und so fort. Keiner konnte Elena leiden und so fingen bald alle an zu Lachen, selbst die strohblonde Theresa.
    So ging das immer weiter, bis Draco den Spaß daran verlor und davon abließ, sie rumzuscheuchen.
    Schade, ich könnte mir das stundenlang anschauen.
    Elena war völlig außer Atem und schrie ihn an:
    „Na warte, wenn dass Christoph erfährt! Du wirst dir wünschen, nie geboren worden zu sein!“
    Ja genau, so hieß das arme Würstchen, das unter ihrer Fuchtel stand.
    Draco zog die Augenbraue hoch und musterte sie mit abschätzigen Blick.
    „Natürlich, alles klar. Ich glaube er wünscht sich bereits, dass du nie geboren worden wärst! Aber naja, jeder hat eben seinen eigenen Geschmack!“
    Mit diesen Worten nahm er Marie bei der Hand, sah sie zu meinem großem Erstaunen liebevoll an, wendete sich von den drei Witzfiguren ab und zog sie in den Wald.
    Harry blickte mich bei diesen Worten an und gab mir einen langen Kuss.
    Wo waren wir denn? In der Steinzeit? Marke, was der kann, kann ich auch. Männer…
    „Und was sollen wir jetzt machen? Wir müssen doch irgendwie nach Hause!“, funkte Ron dazwischen.
    Er hatte auch keinen Sinn für Romantik. Dieser Prolet. Wie hielt Hermine das nur aus.
    „Weißt du den Weg nach Hogwarts?“, Harry schaute ihn zweifelnd an.
    „Ne“
    „Na eben, ich auch nicht, und das dümmste, was man im verbotenen Wald machen kann, ist sich noch weiter verirren!“, erklärte Harry.
    „Eben. Und so weiß Hagrid, wo er uns zu finden hat. Ich glaube nämlich inzwischen, dass es kein Versehen war, dass er uns hier einfach im Wald zurück gelassen hat! Ich hab irgendwo gelesen, dass es zu einer Prüfung im 7. Schuljahr gehört, dass man eine Nacht im Verbotenen Wald überlebt!“, meinte Hermine mit wichtiger Miene.
    „Aber Dumbledore würde uns doch nie so einer Gefahr aussetzen! Nicht jetzt wo Voldemort sich rüstet!“, widersprach ich ihr.
    So blöd war er auch wieder nicht.
    „Naja, er wird schon einen Ort ausgesucht haben, an dem es weitgehend sicher ist!“, fügte Marie hinzu, die mittlerweile mit Draco wiedergekommen war.
    Komischerweise waren ihre Haare noch zersauster als sonst.
    „Also verstehe ich das richtig, wir sollen hier die ganze Nacht bleiben?“, jammerte Theresa.
    „Anscheinend“, antwortete ich ihr.
    „Oh nein, was sollen wir nur tun?“
    Häng dich auf.
    „Jetzt geht das schon wieder los“, zischte Draco.
    Doch da erhob sich Neville, setzte sich neben Theresa und nahm sie in den Arm.
    „Alles wird gut, mein Mäuschen!“
    Ich sah Theresa mit aufgerissenen Augen an.
    „Was, bitte? Du und Er?“
    OH MEIN GOTT.
    „Ja Lena, ich wollte es dir auch schon länger sagen.“
    „Wie schon länger? Du bist schon länger mit dem da zusammen?“, stieß ich empört hervor.
    „Lena, was heißt denn der da! Er ist doch unser Freund!“, versuchte Harry auf die aufgeregte Lena einzuwirken.
    Sei jetzt bloß still, Junge, sonst vergesse ich mich. Ih, Neville.
    „Dein Freund vielleicht, meiner nicht. Er ist ein großer Tollpatsch und hübsch erst rech nicht!“
    So, jetzt hab ich es ihm aber gegeben.
    „Langsam fängt mir deine Freundin an zu gefallen!“, wisperte Draco Marie zu, gerade so laut, dass es jeder um sie herum hörte.
    Ich starrte Draco entsetzt an und seufzte.
    Na dem wollte ich eigentlich nicht gefallen.
    Ich zählte langsam bis 30.
    21, 22 o mein Gott, 23, 24, wieso er?, 25, 26, igitigittigitt, 27, 28, kotz würg, 29, 30.
    „Den Schock muss ich erstmal verdauen!“
    Mit diesen Worten stand ich auf drehte einige Runden, bevor ich mich wieder zu den anderen setzte.
    „Aber das geht doch gar nicht!“
    „Wie jetzt, warum sollte es nicht gehen?“, Theresa sah mich verständnislos an.
    „Naja ich dachte du stehst auf Cedric! Letzte Woche hast du mir noch erzählt, dass das der heißeste Typ ist, den du kennst. Und jetzt das? Warum denn bitte so schnell?“
    Theresas Blick verfinsterte sich.
    „Das mit Cedric war ja nichts erstes…er hat keinen meiner Liebesbriefe beantwortet!“
    Theresa schaute sie traurig an.
    Plötzlich kam die Nachricht anscheinend auch bei Cedric an, denn dieser schaute sie nun perplex an.
    „Ach du warst die mit den Briefen? Die mich Tag und Nacht nicht in Frieden gelassen hat?“
    Ohoh, den hatte ich ja bis jetzt noch gar nicht bemerkt.
    Neville durchbohrte Theresa mit einem eisigen Blick. Doch die lächelte ihn an und zog ihn ins Gebüsch um mit ihm zu reden und die Sache wohl zu klären.
    Naja, ich weiß nicht, ob ich ihr in diesem Moment gewünscht habe, dass sie es schaffen würde, ihn zu überzeugen, dass sie nur ihm liebte.
    Plötzlich schrie Ron auf.
    „Ah, eine Spinne!“
    Er sprang in die Arme der eher erstaunten Hermine, die neben ihm stand.
    So ein Bild bekam man nicht alle Tage geboten. Trotz meiner panischen Nagst vor Spinnen fing ich gemeinsam mit den anderen an zu lachen.
    Ron fand das eher weniger lustig und schaute uns finster an. Man sah ihm an, dass er peinlich berührt war. Naja, bisher glaubte ich, dass diesem Kerl nichts peinlich zu sein schien, aber anscheinend war zumindest gerade eben das Gegenteil der Fall.
    „Mir ist kalt!“, bemerkte ich und sofort bot Harry an, ein Feuer zu machen.
    Er könnte mir auch einfach seinen Umhang umlegen, oder seinen Arm, aber nein…
    Während Harry mit Neville und Ron Feuerholz sammeln ging, schlenderte ich zu Marie und Draco. Als sie mich bemerkten, blickten sie zu mir auf und ich ließ sich neben die beiden im Gras nieder.
    Die beiden verstanden mich wenigstens. Obwohl ich ungern mit Draco einer Meinung war, aber in Bezug auf Neville, konnte ich ihm kaum wiedersprechen, egal in welchem Punkt.
    „Schwerer Schock, das mit Neville und Theresa, oder? Sie ist dir bestimmt beleidigt, nachdem du sie so angemacht hast. Geht’s wieder?“, fragte Marie mitfühlend und entzog sich dem Arm Dracos, der um ihre Schultern lag, um mich zu umarmen.
    „Ich will die beiden, speziell sie ja nicht verletzen, ich versteh nur einfach nicht, wie sie und diese Schnarchnase zusammen sein können. Ich mein, hallo? Er? Von mir aus, kann er ja mit Sabrina zusammen sein, aber doch nicht Theresa, ein bisschen Geschmack hätte ich ihr schon zugetraut.“
    Marie zog die Augenbrauen hoch, und ihre Blicke sagten mehr als tausend Worte.
    „Tut mir Leid, aber wenn ich mir die letzten Typen so anschaue, ist das jetzt nicht allzu überraschend!“
    In diesem Moment rechnete ich es Draco hoch an, dass er gerade jetzt die Klappe hielt und sich seine blöden und unnötigen Kommentare sparte.
    Die drei Jungs kamen zurück und errichteten notdürftig ein kleines Lagerfeuer.
    „Darf man in diesem Wald überhaupt Feuer machen?“, fragte Sabrina wichtigtuerisch, weil sie es ja als FFW- Mitglied als ihre Pflicht sah, andere unwissende Menschen darauf aufmerksam zu machen.
    Ich glaub es hackt, wie dämlich kann man denn sein!
    „Du hast ja keine Ahnung, wie scheißegal mir das in diesem Moment ist!“, fauchte ich sie an.
    Harry, der spürte, wie angespannt seine Freundin war, zog sie zärtlich in seine Arme und ließ sie vor Sonnenaufgang nicht mehr los. Ich kuschelte mich an ihn und vergrub meinen Kopf in seinem Hemd.

    Am nächsten Morgen weckte mich ein Waschlappen, der mir quer über Gesicht gezogen wurde. Ach nein, es war kein Waschlappen, es war Fangs Zunge.
    „Igitt, ist das widerlich!“, schrie ich.
    „Das ist doch nur Fang“, meinte Hagrid beleidigt und sah mich böse an.
    „So, meine Lieben, habt ihr die Nacht gut überstanden?“
    „Was sollte das denn bitte, Hagrid“, fuhr ihn Harry an.
    „Naja, ich glaube Hermine hat es auch bestimmt schon erzählt. Das gehört zu den Abschlussprüfungen dieses Jahr!“
    „Wir hätten alle drauf gehen können!“, sagte Ron und schaute ihn dabei wütend an.
    „Ach jetzt macht euch doch nicht in die Hose! Das hier ist ein ausgesprochen sicherer Platz! Hab ich schon extra für euch so ausgewählt!“, zwinkerte Hagrid Harry zu.
    „Naja, so sicher, wie man eben im verbotenen Wald sein kann!“, wisperte ich Marie zu, als wir schließlich geschlossen zurück zur Schule gingen.






























    Kapitel 4: WEIHNACHTSWÜNSCHE


    Die große Halle war brechend voll. Überall blitzte etwas Goldenes auf. Wir blickten auf unsere Teller, die über und über beladen mit köstlichem Essbaren aller Arten waren.
    „Liebe Schüler und Schülerinnen", rief Dumbledore durch die Halle „Ich bin froh Ihnen mitteilen zu dürfen, dass wir dieses Jahr zu Weihnachten eine ganz besondere Aktion planen, die alle Schüler und auch alle Lehrer – ein strafender Blick Richtung Lehrertisch, an dem Gemurmel aufgekommen war – einbinden wird. Die Aktion ist vorwiegend in der Muggelwelt zu finden, aber da – unserer Meinung nach – auch die Zauberer mal etwas Spaß haben dürfen“ er zwinkerte den Schülern zu „werden wir versuchen, dieses Jahr das selbige zu machen und darum werden wir unsere Weihnachtswichtel Aktion auch gleich in zwei Tagen beginnen“
    „Wichtel – Aktion? Was meint er damit?" flüsterte Ron.
    Ist der doof.
    Harry, der dergleichen von den Durslys kannte, wollte gerade zu einer Erklärung ansetzen als Dumbledore abermals anfing zu sprechen.
    „Unter dem Wichteln versteht man eine Art Geschenkübergabe an einen durch Los bestimmten Partner, der davon nichts weiß. Jeder von Ihnen wird seinen Namen in diesen Kelch hier werfen und morgen dann einen Namen herausziehen. Der Person, die ihr gezogen habt, sollt ihr dann kleine Geschenke machen, bis zum Heiligabend, und wichtig ist dass ihr es dem- oder derjenigen und auch anderen nicht verratet. Ich hoffe, dass mit dieser Aktion Freundschaften gebildet und Feindschaften niedergelegt werden und ich möchte von niemandem eine Klage über eine Person oder dessen Geschenke zu hören bekommen! Jeder ist verpflichtet sich an gewisse Regeln, die die Geschenke betreffen, zu halten."
    „Geschenke verteilen? An jemanden den man vielleicht gar nicht kennt oder nicht mag?" Runzelte Hermine die Stirn. „Iiihh, stell dir mal vor du ziehst Malfoy, oder Goyle und Crabbe!" rief Ron. „Oder Snape" fügte Harry leise hinzu, während er den Lehrertisch musterte. „Der schaut ja aus als hätte er gerade den Schock seinen Lebens bekommen".
    So sieht der doch immer aus.
    „Na das ist doch auch klar, so einer wie Snape macht doch nicht bei einer Wichtelaktion mit" lachte Ron. „Aber dass wir einen der Lehrer bekommen ist sowieso ziemlich unwahrscheinlich, bei so vielen Schülern".
    „Immer noch lieber Snape als Malfoy" rief Hermine lachend dazwischen, Snape hat wenigstens Interesse an etwas Nützlichem, aber stell dir mal vor du müsstest Malfoy was kaufen, was ihm gefällt!“
    „Naja, stell dir vor, dieses Problem hat Marie dieses Jahr sicher auch.“, meinte ich grinsend.
    „Da bin ich ja mit dir ganz gut weggekommen, nicht wahr Harry?“
    Ich sah ihn lächelnd an.
    „Tja, da ist sie selber Schuld, wenn sie sich mit so einem Typen einlässt!“, antwortete Ron mit einer gewissen Portion an Schadenfreude.
    Ja bei dir ist es nicht schwer, Hermine kauft dir einfach einen Fresskorb.
    Langsam ging das Mittagessen vorüber und bevor wir Schüler die Halle verließen, schrieb jeder von ihnen seinen Namen in Großbuchstaben auf einen Zettel und ließ ihn in die Öffnung des Kelches gleiten, aus dem sogleich blauer Dampf aufstieg. Beim Hinausgehen sah ich, wie auch Professor McGonagall und Professor Sprout ihren Namen in den Kelch warfen, wobei sich dieser rot verfärbte. Anscheinend konnte er erkennen, ob es sich um Lehrer oder Schüler handelte.
    „Harry" rief ich ihm nach und teilte ihm meine Entdeckung mit. „Warum macht er das und was hat das für einen Zweck?" fragte ich darauf leicht verwirrt.
    „Wahrscheinlich will Dumbledore, dass jeder Lehrer einen Schüler bewichteln muss" meinte Harry und zuckte mit den Schultern, „sonst sind sie ja wieder unter sich und das war, glaube ich, nicht in Dumbledores Sinn".
    Am nächsten Morgen saßen wir ziemlich unruhig in der großen Halle, schließlich würden sie gleich ihren Wichtel ziehen dürfen. Außer natürlich Ron, der fraß wie immer und achtete auf nichts anderes.Für die muggelgeborenen Schüler mochte die ganze Aufregung um einen so kleinen Brauch sinnlos erscheinen, doch für die Zauberer, die ihn nicht kannten, hatte es durchaus etwas Reizvolles und darum hörte man überall gespanntes Wispern und Flüstern. Sogar die Slytherins sahen wie gebannt zum Tisch auf dem der Kelch stand.
    Endlich erhob sich Dumbledore und das Flüstern erstarb.
    „Liebe Schüler und Schülerinnen, liebe Kollegen, der Große Augenblick ist gekommen", tönte seine Stimme durch die Halle und seine Augen zwinkerten belustigt.
    Omann, wie bei Zedekus aus Legend of the Seeker. Immer diese Alten, greisigen Zauberer, die sich ungaublich weltnah und cool fanden.
    „Bevor die Namen gezogen werden, möchte ich aber noch kurz einige Regeln erstellen, an die sich jeder halten muss." Und er schwenkte seinen Zauberstab und auf einer großen Leinwand in der Mitte der Halle bildeten sich erste Sätze.

    Regel 1) „Du darfst deinem Wichtel vor dem Ende nicht verraten, dass du sein Wichtel bist"
    Regel 2) „Die Geschenke sollten von derjenigen Person gemocht werden, also ist auf Charakter und Vorlieben der Person zu achten"
    Regel 3) „Der nötige Respekt vor der Person ist zu waren und Beleidigungen und Schlimmeres sind strikt zu vermeiden"
    Regel 4) „Es gibt eine Mindestanzahl von Geschenken, die nicht unterschritten werden sollte, nach oben sind keine Grenzen gesetzt."
    Regel 5) „Derjenige, der nach Ablauf der Zeit, d.h. nach Heiligabend, immer noch unsichtbar geblieben ist, kann sich im Büro des Schulleiters einen Preis abholen, Ehrlichkeit vorausgesetzt."
    „Ihr müsst also versuchen, dass euch euer Wichtel nicht erwischt, und er auch nicht errät dass ihr sein Wichtel seid. Wenn euch das gelingt seid ihr ganz schön gut und ich habe eine Belohnung für euch. Bitte bedenkt aber, dass ich sehr wohl feststellen kann ob ihr die Wahrheit sagt oder nicht und ich auch euren Wichtel befragen werde", endeten die Worte Dumbledores.
    Aha.
    Nach den letzten erklärenden Sätzen drängten die Schüler sich um den Kelch. Gleich war der große Moment gekommen. Da trat auch schon Professor McGonagall heran und tippte den Kelch mit ihrem Zauberstab an. „Die Zettel sind magisch versiegelt und nur für euch lesbar", rief sie Richtung Schüler, die sich hinter ihr drängten. „Ich lese jetzt eure Namen vor und ihr kommt dann, sortiert nach Häusern, zu mir und zieht einen Zettel aus dem Kelch".
    „Abott, Hannah"
    ... „Creevey, Colin "... „ Potter, Harry "...
    "Irgendwie ist das ein bisschen wie bei unserer Einteilung in die entsprechenden Häuser, nicht wahr?", flüsterte ich Hermine zu als ich Harry nach vorne treten sah. Doch hatte ich keine Zeit mehr, um ihre Antwort zu hören, da mein Name aufgerufen wurde.
    Ich trat nach vorne und zog – die Luft anhaltend – einen Zettel aus dem Kelch. Vorsichtig faltete ich ihn auseinander und zog dann die Luft scharf ein.
    „Sabrina Weigert" stand in großen, leuchtend roten Buchstaben auf dem Stück Papier. „Mist, scheiße, scheiße" fluchte ich vor mich hin. „Wieso hab nur ich immer so ein Pech?"
    Ich stürmte hinauf in den Schlafsaal, im Vorbeigehen ließ ich den Zettel in einen der Mülleimer fallen, lesen konnte ihn ja sowieso nur ich selbst. Jetzt hatte ich mich so auf diese Aktion gefreut, die mich ein bisschen an das Weihnachten zu Hause bei meinen Eltern erinnerte, zu denen ich auch dieses Jahr nicht heimkehren konnte.
    Und jetzt musste ich ausgerechnet Sabrina ziehen! Sabrina!
    Wütend ging ich wieder zurück in den Gemeinschaftsraum, in dem sich inzwischen auch Harry und Ron eingefunden hatten. „Hey Lena, was war vorhin los mit dir? So einen schlechten Wichtel kannst du doch gar nicht gezogen haben, oder?", versuchte es Ron vorsichtig.
    „Das weißt du! Ausgerechnet diese doofe Schnepfe habe ich gezogen", schimpfte ich vor mich hin.
    „Ich hatte mich so auf diese Aktion gefreut und jetzt ist alles versaut!"
    „Lena" versuchte es jetzt auch Harry. „Sieh das ganze doch positiv. Wenn du schon einen schlechten Wichtel gezogen hast, dann hast du bei deinem anderen Wichtel, also dem, der dir die Geschenke bringt, bestimmt sehr viel mehr Glück. Zweimal Pech ist bekanntlich einmal zu viel", fügte er dann noch grinsend hinzu.
    Ich setzte ebenfalls ein gequältes Lächeln auf, mit dem sie sich für ihren Wutausbruch entschuldigen wollte. Er meinte es ja nur gut mit mir. Er meinte es immer nur gut mit allen.
    „Ach Lena, welche Eigenschaft hat überhaupt dein Wichtel? McGonagall meinte, dass das nicht so geheim wäre, da man die Person so nicht einfach erraten könne."
    „Naja, sie hat komische Haare, passt zu Neville und ich kann sich nicht ausstehen!“
    „Ich glaube kaum, dass das auf deinem Zettel steht!“
    „Wie auf meinem Zettel? Da steht doch nur der Name vorne drauf!“
    „Nein, hast du das nicht gesehen? Auf der Rückseite stehen Eigenschaften deines Wichtels, um ein passendes Geschenk zu finden!“, erklärte Harry.
    „Oh neeeiiiiiiiiiiiiiiin", stöhnte ich und lief schon zum Porträtloch. „Ich muss noch einmals schnell runter!" Sagte sie und rannte los. Viel Zeit blieb mir nicht mehr, schließlich wurden die Papiereimer jede Stunde magisch geleert und dann wäre mein Zettel auf Nimmer Wiedersehen verschwunden.
    „Was hat sie denn?", wunderten sich oben Harry und Ron gemeinsam. „Glaubst du, dass sie noch einmals zu McGonagall rennt und sich alles erklären lässt? Meine Erklärung war doch eh ganz gut. Aber wahrscheinlich möchte sie es von McGonagall persönlich hören", lästerte Ron und amte ihre Professorin auf sehr treffliche Weise nach... „Jetzt hört mit bitte mal alle zu. Ich möchte Sie auffordern, nett miteinander umzugehen und Ihre Wichtelperson mit Respekt zu betrachten, ungeachtet auch aller Ihrer Feinseligkeiten", näselte er mit hoher Stimme.
    „Glaubt die etwa, ich würde Malfoy mit Respekt betrachten, wenn er mein Wichtel wäre? Die tickt doch nicht mehr richtig, die alte Hexe! Nie würde ich das tun!", empörte sich Ron.
    Derweil – nichts ahnend von dem Gespräch meiner zwei besten Freunde – eilte ich durchs Schloss, auf der Suche nach dem Mülleimer, in den ich meinen Wichtelzettel geworfen hatte. Vage konnte ich mich daran erinnern, dass es irgendwo im ersten Stock gewesen war. So schnell ich konnte, keuchte sie die Stufen hinunter, schließlich blieben mir, meiner Uhr nach, nur noch ungefähr 10 Minuten bis zur Leerung des Eimers. In Schweiß gebadet kam ich zwei Minuten später bei diesem an.
    Schnell und gewandt zückte ich meinen Zauberstab, beugte mich tief über den Papierkorb und sprach einen einfachen, aber äußerst wichtigen Zauber, nämlich „Accio Pergamento".
    „Mist“, stieß ich zwischen den Zähnen hervor. Es flog mir kein Zettel entgegen, was also bedeuten musste, dass die Eimer bereits geleert waren. So war ich nun ganz auf mich allein gestellt und musste sich ohne die Hilfe ein Geschenk überlegen. Aber das sollte ja kein großes Problem für mich darstellen.

    Am Abend hatte ich mich mit Marie im verbotenen Wald verabredet.
    So schlenderte ich also gemütlich zum Waldrand. Dort angekommen erblickte ich Marie und setzte mich zu ihr auf einen gefällten Baumstamm.
    „Na, wie geht’s?“
    „Alles in Ordnung! Und wie läuft es bei dir mit Malfoy? Wie geht’s dir so?“
    „Alles bestens, könnte nicht besser laufen. Mir geht’s prima!“
    Ich schaute sie mit hochgezogenen Augenbrauen an.
    „Jetzt guck nicht so! Und übrigens, er hat auch einen Vornamen und du glaubst gar nicht, was er sonst noch alles so zu bieten hat!“, grinste Marie mich verschmitzt an.
    Die Frage ist, wollte ich das überhaupt wissen?
    „Wie läuft's denn bei dir und Harry so?“
    „Er ist so süß und zuvorkommend!“, geriet ich ins Schwärmen.
    „Na dann ist ja alles perfekt! Und wer ist dein Wichtelkind?“
    „Sabrina!“
    „Was? Oh mein Gott!“, Marie fing an zu lachen.
    Haha. Lach dich nur schlapp.
    „Hey, ein bisschen Mitgefühl wäre mal angebracht!“, fauchte ich sie an.
    „T-t-t-tut m-m-mir Leid, aber d-d-das ist einfach allzu komisch!“
    Ich durchbohrte sie mit einem eisigen Blick.
    Marie beruhigte sich allmählich. Na endlich.
    „Und, schon eine Idee, was du ihr schenken wirst?“
    „Ich hab nicht den Hauch einer Ahnung! Wie wäre es mit einem neuen Shampoo? Anständiger Kleidung? Einer hübschen Brille?“
    „Bist du fies, Lena! Wie war das mit Dumbledores Regeln? Solltest du vielleicht noch mal durchlesen!“, stichelte Marie.
    „Naja, ich werd schon was finden! Wen habt ihr und Draco“, ich unterstrich diesen Namen förmlich „eigentlich gezogen?“
    „Wenn ich ehrlich bin, haben wir noch gar nicht gezogen. Wir hatten währenddessen, was anderes zu tun!“
    Aja.
    „Soso, und wie sind Slytherins Kerker so?“
    „Ich kann mich nicht beklagen...! Naja, sobald wir unsere Wichtelkinder wissen, sage ich dir Bescheid!“
    „Sag mal, es hat doch keinen Zweck, dass wir uns nicht mehr so verstehen, wie früher, nur weil unsere Freunde sich nicht leiden können!“
    „Naja, nicht nur mein Freund kann deinen nicht leiden, wer kann Malfoy denn leiden?“
    „Süffi!“
    „Naja gut von mir aus...wenn du nach dem letzten Affront noch Lust hast, können wir ja mal was zu viert machen! Irgendwo hinfliegen oder einen kurzen Abstecher nach Hogsmeade machen!“
    „Ist gebongt, ich frag beziehungsweise muss ich Draco wohl zwingen, dass er mitmacht. Wie wär's mit Samstag? Nach Weihnachten ist der ganze Stress rum und wir haben endlich wieder freie Luft!“
    „Perfekt und ich denke, du hast schon deine Mittel und Wege um ihn zu überzeugen!“, grinste ich sie an.
    „Ich denke, für dich wird das mit Harry aber auch kein Problem werden!“, konterte Marie.
    Ja definitiv nicht.
    „Na dann...naja, ich glaube, wir müssen wieder zurück. Snape frägt bestimmt schon wieder, wo wir sind!“
    „Oh nein, Zaubertränke... können wir nicht mal anständige Fächer haben?“















    Am nächsten Morgen, war der 24. endlich gekommen. Harry, Ron, Hermine und ich eilten zur großen Halle, die in den Farben der verschiedenen Häuser festlich geschmückt war. Wir ließen uns an unsrem Tisch nieder und sahen uns gespannt um.
    Wir sahen, wie die Lehrer, die am Lehrertisch heftig diskutierten, plötzlich aufhörten zu reden und zu Dumbledore blickten, der sich nun vor dem Rednerpult postiert hatte.
    „Nun, liebe Schüler, liebe Schülerinnen, liebe Lehrer, erstmal wünsche ich euch allen ein schönes Weihnachtsfest, dass dank unseren fleißigen Hauselfen dieses Jahr mal wieder in einem prächtig geschmückten Saal stattfindet.",
    Die Schüler applaudierten.
    „Ich denke, ihr seid schon genug auf die Folter gespannt worden. In ein paar Minuten, wird jeder von euch ein Geschenk vor seinem Platz vorfinden, das jeder Wichtel vorher bei mir abgegeben hatte. Doch bevor es ans Auspacken geht, möchte ich dennoch unserem Chor die Gelegenheit geben, zu zeigen, was sie auch in diesem Jahr wieder schönes einstudiert haben!“
    Der Slytherintisch stöhnte laut auf, und man konnte die ersten Klänge eines britischen Weihnachtsliedes vernehmen.
    Nach dieser mehr oder weniger musikalischen Einlage hob Dumbledor seine Arme und zückte seinen Zauberstab.
    „Donexori“, rief er laut und nun starrten wir Schüler, so wie die Lehrer auf unsre Tische, denn vor jedem war ein kleines Päckchen erschienen.
    SIch sah auf eine lilane Schachtel, die mit einer blauen Schleife geschmückt war.
    Ich nahm das Päckchen in die Hand und riss das Geschenkpapier herunten.
    In der Hand hielt sieich nun ein kleines Büchlein, mit einem Lilasamtumschlag.
    Ich schlug es auf, und konnte innen den Titel lesen:
    <100 knifflige Zaubersprüche für jede missliche Lage>
    Ein kleiner Zettel lag oben auf. Ich entfaltete ihn und las die saubergeschriebene Botschaft.
    <Lena, da ich weiß, wie oft du in missliche Situationen gerätst, wird das hier bestimmt eine nützliche Lektüre für zwischendurch für dich darstellen!“
    Ich schaute auf und grinste Hermine an. Klar, so was konnte nur ihr einfallen, aber da hatte ich mich getäuscht.
    „Danke, für das Buch. Ich werde es aufmerksam lesen!“
    Hermine schaute mich verdutzt an. Nein, ich komm nicht vom Mars, also schau mich auch nicht so an.
    „Welches Buch?“
    Na, welches Buch wohl. Du bist doch sonst so neunmalklug.
    „Na, dein Wichtelgeschenk!“ Meine Güte…
    „Du bist nicht mein Wichtel, Lena. Harry war meiner!“
    Harry blickte von dem kleinen Fläschchen, das er eben ausgepackt hatte, hoch.
    Hä, ja wie jetzt.
    „Von wem ist es denn dann!“
    Ich drehte den Zettel gedankenverloren in der Hand, während ich mich im Saal umblickte.
    Plötzlich fiel mir auf, dass auch auf der Rückseite ein kleiner Satz geschrieben war.
    <Viele Grüße auch von deiner meiner Freundin! Sie sagt, du sollst mal Sabrina anschauen!>
    In dem Moment blickte ich zu dem Tisch von Hufflepuff und sah, wie Sabrina rot anlief und hektisch den Saal verließ. Tja, da hatte das Geschenk wohl eindeutig seine Wirkung nicht verfehlt.
    Ich ließ den Blick weiterschweifen, zu dem Tisch von Slytherin. Dort saß Draco und Marie hatte sich gerade zu ihm gesellt.
    Sie wendeten sich mir zu und grinsten mich an.
    Ich grinste zurück und sah, wie Marie Dracos Hand losließ und auf mich zu lief.
    „Hast du das gesehen, rot wie eine Tomate ist sie aus dem Saal gerannt!“, kicherte Marie, als sie bei mir angekommen war.
    „Naja, da hat sie wohl eindeutig die falsche Bohne erwischt.“, stieß ich unter Lachen hervor. Tja, so ist das Leben. Das Geschenk war wohl doch besser, als die Jahresbonuskarten von McDonalds.
    „Da kannst du dich bei Fred und George für diese spezial Bertie Botts Bohnen, echt noch mal bedanken!“, meinte Marie und wischte sich eine Lachträne aus dem Gesicht.
    Stimmt, für irgendwas mussten diese Kasper ja gut sein. Obwohl ich die beiden mochte, die waren wenigstens lustig.
    „Da hast du allerdings Recht! Aja, übrigens danke für das Buch! Das war ja ausnahmsweise mal keine Gemeinheit von deinem Freund!“
    AUSNAHMSWEISE, ich betonte dieses Wort.
    „Er hat sich Mühe gegeben, ich hoffe du weißt das zu schätzen!“, grinste Marie mich an.
    „Obwohl ich wirklich keine Ahnung hab, wie ihr drauf kommt, dass ich mich in missliche Lagen bringen würde!“
    Also bitte, ICH doch nicht.
    In diesem Moment bemerkten wir Snape, der plötzlich hinter uns stand.
    „Nun, Miss Ruttensperger, ich habe gerade eine Beschwerde von einer meiner Schülerinnen bekommen, dass ihr Ihr Geschenk nicht wohl bekommen ist. Mitkommen, sofort!“
    Marie blickte mir hinterher und verkniff sich ein Grinsen. War ja mal wieder typisch.

    Ich traf Harry in seinem Zimmer, um den Abend gemeinsam zu verbringen. Die Weaslys hatten gerade ihre Eulen in Empfang genommen und waren eifrig dabei, ihre Geschenke auszupacken. Fred und George hatten mal wieder die wildesten Kreationen von Bertie Botts Bohnen dabei und klopften gerade Ron auf die Schulter, der sich an der Knoblauchbohne verschluckt hatte. Harry hielt seinen nagelneuen Pullover von Mrs Weasly in der Hand und begutachtete ihn mit einem Lächeln. Plötzlich sprach Fred ihn an: "Hey Harry, du hast keinen Buchstaben auf deinem Pullover! Sie denkt wohl, du vergisst deinen Namen nicht. Aber wir sind nicht dumm - wir wissen, dass wir Gred und Forge heißen."
    Ich fing an zu lachen und setzte mich neben Harry aufs Bett, das ich ja schon gut genug kannte Mir fiel die kleine graue Eule auf, die am Fensterbrett ihren Kopf unter ihre Flügel legte.
    „Was hast du von Sirius bekommen?“
    „Den neuen Flashflew 3005!“
    „Einen neuen Besen? Wozu denn das?“
    „Du weißt doch, der Alte ist beim letzten Quidditschspiel kaputt gegangen!“
    „Was? Bei welchem Quidditschspiel?“
    „Hat dir Marie nicht davon erzählt?“
    „Wovon denn zum Himmel?“, ich sah ihn verständnislos an.
    „Beim letzten Spiel gegen Ravenclaw hat sie einen Klatscher auf George geschossen, der allerdings sein Ziel verfehlt hat und mich getroffen hat. Dabei bin ich abgestürzt und mein Besen ist in die peitschende Weide gefallen. Und bum, weg war er, mein schöner Feuerblitz...!“
    „Warum hast du nichts gesagt? Ich dachte wir erzählen uns alles?“
    „So, das ist wohl der richtige Zeitpunkt, um zu verschwinden! Los Ron, wir machen die Biege!“
    Die Weaslys verließen das Zimmer und ließen Harry und mich allein zurück. War auch besser so, mit dm hatte ich noch eine Hühnerfarm zu rupfen.
    „Mein Gott, ich habe es halt vergessen, das war zu der Zeit, als du ein paar Tage mit deinen Eltern in Hogsmeade warst, um zu klären, was nun mit deiner Schwester passiert, jetzt nach dem sie aus dem Internat für beeinträchtigte Zauberer geflogen ist!“
    „Halt doch meine Schwester da raus! Demishol war eben nicht der richtige Platz für sie. Nur weil sie ab und an ein paar Lehrer beschimpft hat...!“
    „Ab und an? Nahezu ständig und ohne jeglich gezollten Respekt!“
    „Ach was... und außerdem geht’s hier nicht um sie, sondern um uns.“
    „Jetzt reg dich doch nicht so auf! Es ist doch jetzt alles geklärt! Wie wäre es wenn wir zusammen zum See gehen und ich dir dein Geschenk gebe?“
    Ich seufzte und legte meinen Kopf an Harrys Brust.
    Ein wenig später stand Harry auf, zog mich vom Bett hoch und Hand in Hand schlenderten wir zum See. Sei ihm noch mal vergeben. Schließlich wollte ich endlich wissen, was er mir schenken wollte.

    „Nun packe es schon aus!“, drängelte Harry.
    Ich beeilte mich das Geschenk, das in rotes Samtpapier gehüllt war, auszupacken.
    In einer kleinen Schachtel befand sich eine goldene Kugel, auf der die Worte „Wishes & Dreams“ eingraviert waren.
    Ich nahm das glänzende Ding in die Hand und begutachtete es. Verdutzt schaute ich Harry an.
    „Was ist das?“
    „Das ist ein Cupiditeum! Es zeigt die Wünsche und Träume der Personen an, die du wissen willst!“
    Ich überlegte und drehte die Kugel in der Hand.
    „Davon habe ich ja noch nie gehört! Wo bekommt man so was her?“
    „Meine Mum hat es mir hinterlassen!“
    „Aber das kann ich doch nicht annehmen!“
    „Doch das kannst du! Weil ich dich liebe, und ich will, dass es deines wird! Mein Herz kann ich dir ja nicht mehr schenken, also überreiche ich dir dieses Geschenk als Zeichen meiner Liebe!“
    Harry schaute mir tief in die Augen und nahm meinen Kopf zwischen seine Hände.
    Wir küssten uns. Als wir uns endlich wieder von einander lösten, fragte ich, wie denn das Teil funktionieren würde.
    „Du musst es in deine Faust legen und an dein Herz drücken. Dann denkst du an die Person, von der du die Träume und Wünsche sehen möchtest und hältst anschließend die Kugel an dein Ohr um zu erfahren, was du wissen möchtest!“
    „Ja wie jetzt? Flüstert es mir die Antwort dann ins Ohr, oder was?“
    „Probiere es doch aus!“ Harry grinste mich verschmitzt an.
    „Ganz wie du willst!“
    Ich nahm die Kugel in die Hand und presste sie an meine Brust. Ich schloss die Augen und dachte so stark es mir möglich war an Harry.
    Sein Bild fing an zu verschwimmen und ich hielt die Kugel an mein Ohr.
    Immer noch die Augen fest geschlossen, konnte ich ein leises Summen hören und ich sah, wie sich in meinem inneren Auge die Gestalt von ihm wieder zusammensetzte und langsam schärfer wurde.
    Ich konnte Harry erkennen, wie er mit mir zusammen in einem prächtigen Garten stand, mit vielen Blumen und einem wunderhübschen Brunnen.
    Vor uns sprang ein kleines Mädchen umher und versuchte die Schmetterlinge zu schnappen, die sich vor ihr auf die bunten Blühten setzten. Ich selbst war bestimmt schon mindestens 30, den Falten nach zu urteilen. Uh, ich hatte anscheinend noch nichts von Plantur 39 gehört.
    Auch Harry war älter geworden, seine Narbe war verblichen, nur noch ein Schimmer und glücklich schaute er mich an.
    Immer wieder verstand ich ein paar Wortfetzen, undefinierbar, woher sie stammten, aber anscheinend mussten sie wirklich aus der Kugel kommen.
    „Lena...Mum....Dad....Glück....Familie....Tod Voldemorts...Freiheit...Zufriedenheit....“
    Ich öffnete abrupt die Augen und sah Harry mit durchdringendem Blick an.
    „Was hast du gesehen?“, fragte Harry mich.
    „Dich und mich... und ein kleines Mädchen, wahrscheinlich 5 Jahre alt oder so!“
    „Susan!“ Harry nahm meine Hand. „Ich habe mir immer gewünscht eine kleine Tochter namens Susan zu haben!“
    Oh mein Gott, Susan, Was für ein hässlicher Name. Lieber würde ich sterben, als mein Kind so zu nennen.
    „Naja, über den Namen reden wir noch mal, aber sonst, hat mir alles gefallen, was ich gesehen habe!“, sagte ich und legte glücklich den Kopf an seine Schulter.
    Harry strich mir liebevoll übers Haar.
    „Ich liebe dich!“
































    Kapitel 5: Zahm war gestern

    „Was machst du hier?“, sagte eine Stimme hinter mir.
    Ich drehte mich um und sah Oliver, der hinter mir stand und mich von oben herab anblickte.
    Ich blickte zu ihm auf in seine Augen, und er sah, dass ich weinte.
    Ist ja auch kein Wunder…
    „Das könnte ich dich auch fragen, Gryffindor hat heute doch gar kein Training!“
    „Ich wollte nach dir sehen, ich hab gehört, du und Harry habt schon wieder Stress?“
    Er setzte sich neben mich auf das feuchte Gras und legte seinen Arm um meine Schultern.
    Ich legte meinen Kopf an seine Brust und er fing an, mir übers Haar zu streichen.
    Schließlich legt er seinen Kopf an den meinen und er hielt mich weiter geborgen.
    Irgendwann hob ich den Kopf und blickte in Olivers goldene Augen.
    Er erwiderte meinen Blick und küsste sie.
    Zuerst schreckte ich ein wenig zurück, doch dann erwiderte ich den Kuss stürmisch.
    Was solls, Harry konnte bleiben, wo der Pfeffer wächst.
    In Olivers Armen verbrachte ich behütet den Nachmittag und er ließ mich den Streit und meinen Kummer vergessen.

    Am Abend kehrten wir nach Hogwarts zurück. Während dem Abendessen zerbrach ich mir den Kopf, wie es nun weitergehen sollte. Ich liebte doch Harry, aber wieso fühle ich mich dann zu Wood hingezogen. Warum wurde mir ganz warum ums Herz, wenn seine goldbraunen Augen mich anschauten, mich durchdringten?
    „Lena, was ist denn heute nur los mit dir?“
    Ich schrak aus meinen Gedanken hoch.
    „Du bist schon den ganzen Abend total abwesend. Ich hab dich jetzt schon zum dritten Mal was gefragt!“
    „Tut mir Leid, Hermine! Ich war mit meinen Gedanken gerade woanders! Was wolltest du wissen?“
    „Ich habe gefragt, ob du später mit mir einen Abstecher nach Hogsmeade machen willst, ein paar Sachen einkaufen, ein bisschen bummeln gehen?“
    Äh nein, definitiv nicht. Mit dir nicht und jetzt schon gleich gar nicht.
    „Tut mir Leid, aber ich denke, ich werde früh schlafen gehen, irgendwie geht es mir nicht so gut!“
    Stimmte ja auch.
    „Na gut, vielleicht das nächste Mal!“
    Ja klar, wenn sich die Sonne um die Erde dreht vielleicht.
    „Bestimmt, wenn du mich bitte entschuldigen würdest, ich hab nicht so recht Hunger!“
    Zwei Jungen blickten mir nach. Jedenfalls, taten sie das, als ich mich noch ein letztes Mal umdrehte. Beide wussten nicht, was ich wollte. Wusste ich es denn?

    So vergingen die nächsten Tage wie im Flug.
    Nach Kräuterkunde verließ ich wie gewöhnlich das Gewächshaus und eilte durch Hogwarts Flure. Plötzlich öffnete sich eine Tür und ich wurde in einen Raum gezogen. Dort schaute mich Oliver mit glänzenden Augen an. Er zog mich an seine starke Brust, an seinen vom Quidditsch durchtrainierten Körper und begann mich leidenschaftlich zu küssen. Erst wehrte ich mich ein bisschen, ließ mich allerdings bald ganz auf ihn ein und vergaß, dass ich mich in einem zwar abgelegenen, aber doch öffentlich zugänglichen Raum befanden. Meine Güte konnte der gut küssen, dagegen war Harry….“, doch weiter kam ich mit meinen Überlegungen nicht, da ich mich schließlich voll und ganz auf Oliver konzentrieren musste.
















    Am nächsten Morgen hatte ich Verteidigung gegen die dunklen Künste und obwohl das mit Abstand mein Lieblingsfach war, konnte ich mich dennoch nicht konzentrieren. Ich spürte Harrys Blick im Rücken und hütete mich, mich umzudrehen.
    Was Oliver wohl gerade machte? War er schon wieder zu Hause oder blieb er noch ein paar Tage in Hogwarts?
    Mein Herz rebellierte als ich daran dachte, dass er noch hier sein könnte.
    Hermine rammte mir den Ellbogen in die Seite.
    Sag mal geht’s noch? Ich glaub, es hackt.
    „Na, Mrs. Ruttensperger, wie tötet man also eine Acromantula?“
    Lupin blickte auf mich herab.
    Ach du Scheiße.
    Ich schaute ihn ertappt an.
    „Ich weiß es nicht!“, gab ich verlegen zurück.
    Verdammt.
    Lupin zog eine Augenbraue hoch.
    „Also von ihnen hätte ich wirklich mehr erwartet. Sie sind doch sonst in meinem Unterricht so aufmerksam, was ist denn heute los?“
    „Mir geht es einfach nicht so gut heute!“
    „Na dann gehen sie lieber in den Krankenflügel oder ruhen sie sich in ihrem Schlafraum aus! Für heute sind sie entlassen!“
    Lupin sah mich besorgt an. Er fragte sich bestimmt, welche Probleme mich bedrückten. Als ob ihn das als meinen Lehrer was angehen würde. Ich mein, ich mag ihn zwar und ich finde auch, dass sein Unterricht ziemlich interessant gestaltet und informativ ist, dennoch gehen ihn meine privaten Dinge wenig, bis bzw. gar nichts an. Ich frage ihn ja auch nicht über sein Privatleben aus oder über irgendwelche Intimitäten mit Bronx…
    Ich stand auf und verließ das Klassenzimmer.
    Draußen auf dem Gang sah ich mich um. Wo soll ich jetzt hin? Krankenflügel kam nicht in Frage und in meinen Schlafsaal wollte ich jetzt auch nicht. Da öffnete sich erneut die schwere Holztür und Marie erschien in dem dunklen Gang.
    „Was machst du hier? Warum bist du aus dem Unterricht?“
    „Um zu erfahren, was mit dir los ist. Schon seit Tagen bist du völlig abwesend! Und, dass du krank bist, kannst du deiner Schwester erzählen, aber nicht mir!“
    „Na gut, aber nicht hier. Lass uns in die Bibliothek gehen!“
    „Von mir aus, wenn es so geheimnisvoll ist!“, Marie verzog ihr Gesicht zu einem Grinsen.

    Als wir in der Bibliothek angekommen waren, suchten wir uns einen freien Platz und ließen uns nieder.
    „Also, was ist los? Stimmt was mit deiner Familie nicht? Ist was mit deiner Schwester? Hast du die Probleme mit Harry immer noch nicht geklärt? Hast du Liebeskummer? Willst du dich ablenken? Sollen wir Voodoo- Puppen von Harry basteln? Herrgott jetzt sag doch mal was!“
    Das sagt sie so leicht.
    „Ja, wenn du mich mal lassen würdest!“
    „Nein, es ist nichts mit meiner Familie. Meiner Schwester geht es gut. Naja, so gut es einer Verrückten eben gehen kann.“
    Wenigstens hatte ich in letzter Zeit keine schlechten Nachrichten mehr bekommen. Jedenfalls nicht mehr als sonst.
    „Was ist es dann? Es hat mit Harry zu tun, oder?“
    „Jetzt lass mich doch mal ausreden!“
    „Ja gut, dann red halt!“
    Ich verdrehte die Augen.
    „Es hat indirekt mit Harry zu tun…“, setzte ich an. Stimmte ja auch. Nur, dass er eben indirket an der Sache beteiligt war. Obwohl, direkt könnte ich mir auch vorstellen.
    „Du weißt doch, dass ich mich in letzter Zeit ständig mit Harry wegen irgendwelcher Banalitäten gestritten habe, Wir haben uns immer weiter entfernt. Er verteidigt mich nie, wen solche Giftspritzen wie Malfoy oder Goyle kommen…“
    Marie räusperte sich.
    „Oh, tut mir Leid, war nicht so gemeint!“
    Naja, eigentlich schon…
    „Ist schon gut, weiter!“ Marie wurde langsam ungeduldig.
    „Na gut, außerdem hat er ständig nur Voldemort im Kopf!“
    „Ist ja auch kein Wunder, der Kerl will ihn töten, und nebenbei uns auch!“, unterbrach sie Marie.
    Wo sie Recht hatte, hatte sie Recht. Trotzdem muss sie mich nicht immer unterbrechen. Ich glaub langsam, es macht ihr Spaß.
    Draco färbt wohl ab. Obwohl, ne die war ja schon vorher so.
    „Jetzt lass mich doch mal ausreden!“, fuhr ich sie an.
    Marie seufzte. Muss sie gar nicht seufzen, sie unterbricht mich doch srändig.
    „Und er hängt ständig an Hermine dran! Immer weiß sie alles besser und er hängt an ihren Lippen“
    „Ich dachte, Hermine wäre deine Freundin?“
    Äh naja, theoretisch vielleicht. Praktisch eher weniger. Zeitvertreib nenn ich so was. Und wenn sie ständig an Draco hängt, dann muss ich mir ja schließlich Alternative suchen.
    „Ist sie ja auch, aber nicht wenn ich mich über Harry aufrege!“, grinste Lena.
    „Kommst du eigentlich mal zum Punkt?“
    „Naja, also, um mich von den Problemen mit Harry abzulenken, bin ich öfter mal zum Quidditsch gegangen. Harry ist doch wegen seinen DA- Treffen öfter mal nicht im Training! Und dann habe ich Oliver kennen gelernt!“
    „Du meinst Wood? Den Aushilfstrainer?“ Ja wen denn sonst? Gibt ja nicht so viele Olivers hier.
    „Ja genau den. Und naja, wir hatten oft nach dem Training Zeit zum Reden und…“
    „Und du hast dich an seiner starken Brust ausgeweint, stimmts?“, unterbrach mich Marie mit einem Grinsen. Immer musste sie mir die Pointe nehmen.
    „Ja naja, und dann sind wir uns halt immer näher gekommen…“
    „Was heißt näher gekommen? Wie näher gekommen!“
    „Naja, so schon bis…jedenfalls sehr nah!“ Musste ich das jetzt vor ihr ausführen?
    „Ohoh, und was ist mit Harry?“
    „Was soll mit dem sein?“
    „Naja, im Endeffekt hast du ihn betrogen!“
    „Nicht ganz. Wir haben beschlossen, eine Beziehungspause einzulegen…!“
    Hatten wir doch, oder?
    „Liebst du ihn noch? Oder besser gesagt, liebst du Oliver?“
    Ich schaute sie bedrückt an.
    „Ich weiß es nicht“ Ich wusste es wirklich nicht.
    „Ja, wie du weißt es nicht, du musst doch wissen, wen du liebst!“ Las ob sie sich mit Draco immer 100 % sicher sein würde! Das war sie doch nicht, oder?
    „Eben nicht!“ Ich stand auf und lief aufgeregt hin und her.
    „Ich weiß es doch auch nicht!“. Meine Stimme kletterte eine Oktave höher.
    „Hast du denn noch nie daran gedacht, mit einem anderen Kerl außer Draco zusammen zu sein, oder andere Dinge zu machen?“
    „Eigentlich nicht nein. Ich würde Draco nie betrügen. Obwohl, wenn ich mir John so ansehe….“, ich grinste. Also doch. Wer ist das überhaupt?
    „Wer zum Henker ist John?“
    „Unser Sucher, groß, dunkelhaarig, dunkle Augen. Also der ist schon echt heiß. Nur an seiner Theorie hackt es ein bisschen. Der Flashflick bringt es überhaupt nicht!“, setzte Marie ihren Gedanken fort.
    „Stimmt, der Flewchamp ist viel effektiver!“ Uh, jetzt konnte ich auch mal mit meinem Wissen prahlen.
    „Seit wann hast du denn Ahnung von Quidditch?“
    Marie sah mich erstaun an. Also bitte, als ob ich vorher nichts von Quidditsch gewusst hätte.
    „Ach stimmt ja, seit deinen privaten Nachhilfestunden!“, Marie grinste verschmitzt.
    „Das ist nicht lustig!“ Konnte sie die Sache vielleicht mal ernst nehmen?
    „Ist ja schon gut“, Marie verkniff sich ein Grinsen.
    „Wer ist denn besser?“
    „Wie besser, worin?“ Was wollte sie jetzt schon wieder.
    „Naja, soll ich dir jetzt ernsthaft erklären worin?“
    Mein Gott, denkt sie denn immer nur an das eine?
    „Ne, hab schon verstanden…naja, sie haben beide was, ist einfach unterschiedlich, bei Oliver ist es eher körperlich und bei Harry eher so…keine Ahnung…gefühlvoll!“ Omann, wie sollte ich das den in Worte fassen, Für das mit Wood gab es keine Worte, es war unbeschreiblich.
    „Soso“ Marie zog die Augenbrauen hoch.
    „Omann, wenn ich dich dasselbe mit Draco fragen würde, was würdest du denn dann antworten, hm?“
    Ich sah Marie herausfordernd an.
    „Dann würde ich sagen, dass es auf jeder Ebene brillant ist, dass das aber nichts zur Debatte tut, da ich meinen Freund ja nicht mit einem x-beliebigen Typen betrüge!“
    „Erstens betrüge ich Harry nicht, zweitens ist Oliver kein x-beliebiger Typ!“
    „Naja gut, was wirst du jetzt machen?“
    „Ich weiß es nicht, ich muss erst mal in Ruhe darüber nachdenken…!“
    „Wie lange läuft das überhaupt schon, mit dir und Wood?“
    „Er heißt Oliver!“
    „Ja und? Du nennst Draco auch nie beim Vornamen! Also?“
    Ja das ist ja was anderes.
    „Drei Wochen!“ Aber es fühlte sich an wie eine Ewigkeit.
    „Drei Wochen schon? Und du erzählst mir nichts davon? Ich dachte ich wäre deine beste Freundin!“
    Da braucht sie sich nicht wundern, sie hat ja nie Zeit für mich.
    „Es sollte doch keiner erfahren! Stell dir vor, wenn Harry davon Wind bekommt…!“
    Nicht auszumalen, was dann passieren würde. Der arme Oliver.
    „Na gut, von mir erfährt er nichts. Aber du kannst sicher sein, dass er es irgendwann mal mitbekommt, durch irgendwen, also mach dir mal ein bisschen schneller Gedanken!“
    Ja darüber konnte ich mir dann immer noch Gedanken machen.
    „Ja, das ist mir schon klar! Ich werde es schon nicht drauf anlegen!“

    3
    Kapitel 6:
    Man lernt nie aus, vor allem nicht fürs Leben

    Heute stand erneut Geschichte auf dem Stundenplan. Professor Binns war gut gelaunt ins Klassenzimmer gekommen und fing sofort mit seinem ewigen Vortrag an. Diese war einer der Stunden, die ich ohne die anderen hatte. Marie samt Freund, Wood und Harry hatten währenddessen Zaubertränke und ich saß hier. Ich hatte am Anfang des Jahres diesen extra Geschichtskurs gewählt, da Geschichte, wie schon erwähnt, eins meiner Lieblingsfächer war, aber vorwiegend, weil ich dadurch einer Zaubertrankstunde bei Snape entkommen konnte. In den letzten Wochen hatten wir einiges über Koboldaufstände und Riesenverfolgungen, doch heute erzählte uns Binns von den Anfängen der Zauberei in der Muggelwelt. In der unsrer Welt stritten sich die Gelehrten darüber, ob damals auch richtige Zauberer und Hexen, so wie wir unter diesen waren er erzählte uns von Liebestränken, von Liebeszauber und heraufbeschwören von Dämonen. Ich schlug auch heute wieder mein Buch auf, weil ich bei Binns Gebrabbel nichts verstehen konnte: Hexerei im Mittelalter. Ich hatte schon einiges darüber gehört, da ich vor allem die Zeit und die Umstände im Mittelalter an sich interessant fand. Heute waren anscheinend die Hexenverbrennungen an der Reihe. Dazu war in meinem Buch ein Flugblatt aus der damaligen Zeit mit der Verbrennung einer angeblichen Hexe, die 1531 mit dem Teufel die Stadt Schiltlach verbrannt haben soll, abgebildet.














































    A6
    Ich las mir die Seite aufmerksam durch und ließ das Geplapper von Binns geduldig über mich ergehen. Da leitete er auch schon das Ende der Stunde ein und ich verließ schleunigst das Klassenzimmer, bevor er mich noch mit irgendwelchen Fragen löchern konnte, so wie das letzte Mal, als er wissen wollte, warum ich den Kurs genommen hatte und ich ihm meine Beweggründe lang und breit erklären musste. Er war zwar danach immer noch nicht ganz überzeugt, da er die Meinung vertrat, dass sich niemand außer ihm für Geschichte interessierte, aber das ließ ich dann mal so dahingestellt.

    Ich saß in der Bibliothek und schlug ein paar Dinge nach, die mir im Unterricht noch nicht ganz klar geworden waren.
    Doch ich konnte mich nicht konzentrieren, da meine Gedanken immer wieder abschweiften. Und nein, nicht zu meinem jetzigen Freund Wood, sondern blöderweise zu Harry. Irgendwie konnte ich ihn nicht vergessen. Ich liebte ihn wohl immer noch, doch was sollte ich denn tun. Ich glaubte kaum, dass er mich zurück wollte, nachdem ich ihn so im Stich gelassen hatte. Das mit Wood beschränkte sich wohl einzig allein auf das körperliche, was nicht heißen sollte, dass ich ihn nicht lieben würde. Ich liebte ihn schon, aber das war wohl eher freundschaftliches Gern haben als wirkliche, innige Liebe. Er war eine heiße Affäre, doch wohl kaum der Mann fürs Leben. Was sollte ich nur machen…wieso kam immer ich in solche verzwickten Situationen, wieso konnte ich nicht, wie Marie einen Typen haben, den ich liebte und der mich liebte. Okay, einen anständigen Typen wollte ich schon und nicht gerade so einen schleimigen fiesen Wicht, wie Malfoy, aber der war wenigstens der Richtige für sie, jedenfalls meinte sie das. Ich grübelte schon den ganzen Tag und den ganzen Vormittag seit dem Aufstehen über dieses Thema. Ich wusste weder welcher Wochentag heute war, noch das genau Datum, so beschäftigt war ich damit, mir Gedanken über meine große Liebe zu machen. Beziehungsweise über meine sonstigen Liebschaften.
    Da stürzte plötzlich eine Eule im Sturzflug auf mich zu. Ich wich zurück und sie landete unsanft auf meiner Tischplatte. War sie tot! Ich wartete ab…aha, jetzt hob sie den Kopf. Na dann ist ja gut, sie lebte also noch. Erst jetzt bemerkte ich den Brief, oder besser gesagt, das kleine Papierröllchen Ich ging, wie in dem Zettel beschrieben hinaus auf den großen Platz vor Hogwarts.

    Dort hatten sich einige Schüler versammelt. Ich sah Theresa mit Neville, Sabrina und Elena, wie sie den Kopf aus dem Sand steckten. Ich sah Marie und Draco, wie sie mich strahlend angrinsten. Ich lächelte glücklich zurück. Hagrid hatte sich in die letzten Reihen verzogen, da er sowieso immer rausstach und auch von hinten noch gut zu erkennen war. Außerdem musste ich ihn jetzt nicht unbedingt ansehen. Er zerstörte irgendwie das Bild, dass ich mir gerade bot..
    Hermine und Ron standen engumschlungen da und lachten uns zu.
    Auch Harry hatte sich wohl herbegeben, denn ich sah ihn, wie er lässig an der Säule lehnte und sich wohl fragte, was er hier tat.
    Plötzlich sah ich, wie Michael auf mich zurollte. Wie kam der denn hierher! Der ging doch nach Demischol, aber im Gegensatz zu ihrer geistlichen Beschränkung, war er dort, weil er körperlich eingeschränkt war. Das einzige was ihm wohl verwehrt war, war das Besenfliegen. Ich starrte ihn verwundert an. Ich sah mich um.
    Ich musterte die Menge verständnislos und schaute dann Michael fragend an.
    „Was soll das alles? Was machen die alle hier? Was wird das?“
    Michael lächelte mich an und zückte dann seinen Zauberstab.
    <Paparius>
    Ein Leuchten umgab die Spitze seines Zauberstabs und auf einmal entsprangen ihm lauter kleine Schmetterlinge, die hinauf in den Himmel flogen.
    Es war unbeschreiblich, plötzlich erschien alles um sie herum bunter und lebendiger.
    Ich konnte die kleinen Tierchen gar nicht alle zählen, es waren sicher an die Hunderte.
    Für einen kurzen Moment holte mich der spitze Schrei Theresas in die Realität zurück. Mein Gott was hat dir denn schon wieder?
    Ich blickte Theresa an, die jetzt umhersprang und versuchte die Schmetterlinge zu vertreiben.
    Es gelang ihr mehr schlecht als recht und ich fing an zu lachen. Es sah einfach zu komisch aus. Mit mir stimmten auch die anderen mit ein und Theresa fand schließlich Schutz bei Neville und kriegte sich wieder ein. Wenigstens konnte er sie beruhigen.
    „Alles Gute zum Geburtstag!“, er strahlte mich an.
    Hä? Geburtstag? Der wievielte war denn heute? Oh…hätte ich wohl heute morgen doch besser auf das Datum geschaut, anstatt mich so schnell in irgendwelche inneren Konflikte zu stürzen. Aber warum hatte ich dann keine Eule von meinen Eltern bekommen? Hatten die meinen Geburtstag etwa auch vergessen?
    „Ich hab extra allen gesagt, sie sollen dir noch nicht gratulieren! Selbst die Eule deiner Eltern habe ich erfolgreich vertrieben!“, meinte Michael, als ob er meine Gedanken lesen konnte.
    Naja, war ja schön und nett von ihm diese Überraschungsparty, aber er erwartete doch nicht irgendeine Gegenleistung, oder? Ich mein, ich wusste ja, dass er scharf auf mich war, aber mit ihm konnte ich ja mal so gar nichts anfangen. So selbstmitleidig waren nicht mal Harry und Draco zusammen, wenn sie sich verletzten. Obwohl Draco natürlich den größeren Teil beisteuern würde. Versteht sich ja von selbst…
    „Das habe ich alles ganz allein geplant! Die ganze Party!“, fügte Michael natürlich noch stolz hinzu. War ja klar, dass er sich damit aufspielen müsste…
    „Na gut, Marie und Draco haben mir ein bisschen geholfen und Oliver natürlich, obwohl ich ihn nicht unbedingt leiden kann…!“, raunte er mir dennoch noch zu.
    Hab ich's mir doch gedacht. Obwohl von Draco hätte ich das nicht erwartete, ich lächelte ihn unsicher an und er grinste so arrogant wie immer zurück.
    Wo war Oliver eigentlich? Der könnte sich auch mal hier blicken lassen, obwohl solange er mich nicht vor allen Leuten und vor allem nicht vor Harry küssen würde und ein riesen Ding veranstalten würde, um mich zu beeindrucken.
    Doch da kam er auch schon mit einem überdimensionalen Blumenstrauß auf mich zu gesteuert. Ich blickte unsicher zu Harry, der aber gerade damit beschäftigt war, mit Luna Lovegood über irgendwas heftig zu diskutieren und so nichts mitbekam, worüber ich äußerst dankbar war. Allerdings konnte ich immer noch nicht verstehen, warum er sich mit der abgab, die ging doch mal gar nicht, die war so was von komisch, aber naja, wieder zurück zu Oliver.
    Er überreichte mir die Blumen und umarmte mich, dabei raunte er mir leise etwas ins Ohr.
    „Wir beide feiern dann lieber später zu zweit deinen Geburtstag, ich bin mir sicher das wird dir gefallen!“
    Ohja das wird es sicherlich. Darauf konnte Hermine ihr Grundwissen in Zaubertränke verwetten. Ich grinste ihn schelmisch an. Warum sollte man seine Affäre denn nicht auskosten, wenn man sie schon hatte. Zu Harry konnte ich auch noch später zurückkehren.
    Oliver löste sich von mir und ich sah, wie Marie und Draco Hand in Hand auf mich zuschlenderten.
    Sie drückte mich und wünschte mir alles Gute. Draco gab mir förmlich die Hand und grinste mich an.
    „So Lena, auch endlich im Kreis der 17 Jährigen, wurde aber auch mal Zeit!“
    Ausnahmsweise nahm ich ihm diesen Kommentar nicht übel und grinste zurück.
    „Aja danke, dass du dich anscheinend an der Organisation beteiligt hast!“, fügte ich hinzu.
    „Er war mehr am finanziellen Teil beteiligt, als am organisatorischem. Sein Vater wusste ja nicht, für was sein Geld drauf geht!", antwortete Marie.
    „Na dann, trotzdem Danke, und dir natürlich auch, obwohl ich immer noch nicht versteh, was Michael mit dieser Feier erreichen will…!“
    „Na, das liegt ja auf der Hand. Er hat’s eben noch nicht aufgegeben, um dein Herz zu kämpfen. Aber ich glaube, er weiß ganz genau, dass er bei dir keine Chancen hat, dass hab ich ihm schon hundertmal klar gemacht. Bei keinem annähernd vernünftigem Mädchen, dass hat ihm leider Draco schon hundertmal klar gemacht, aber irgendwie rafft er’s noch nicht ganz…!“
    „Das wird er schon noch, aber jetzt muss ich mich eher um meine zwei anderen Typen kümmern, bevor ich mir um ihn auch noch Gedanken mache!“
    „Das solltest du vielleicht ein bisschen schneller mache, die beiden sehen nicht so aus, als würden sie sich von einander fern halten!“, wandte Malfoy ein.
    Ich drehte mich um und sah, wie sich Oliver mit Harry angeregt unterhielt.
    Ohoh, ob das gut gehen würde. Vielleicht sollte ich doch mal hinsehen und nachschauen, ob die beiden sich nicht gleich in der Luft zerfetzen würden. Aber eigentlich sollte Harry noch nichts mitbekommen haben, oder doch?
    Ich verabschiedete mich von den beiden, die inzwischen sowieso anderweitig beschäftigt waren und schlenderte ganz unauffällig zu den beiden hin.
    Doch als ich nah genug dran war, um alles zu verstehen, stellte ich schnell fest, dass die beiden lediglich über Quidditsch und die nächsten Trainingsstunden sprachen. Oliver erklärte Harry gerade, wie seine neuesten Strategien aussahen, da tippte mir jemand auf die Stirn.
    Ich erschrak und drehte mich schlagartig um.
    Natürlich, Theresa, wer sonst…
    „Hey, alles Gute zum Geburtstag!“
    Sie drückte mich, naja, eher zerquetschte sie mich. Omann…
    „Sag mal, wo gibt’s denn hier was zu essen?“
    War ja klar, dass das die erste Frage ist…
    „Du, ich hab keine Ahnung, da musst du Michael oder Marie fragen!“
    „Na gut, dann such ich mal Michael, Marie sieht gerade zu beschäftigt aus…!“
    Mit diesen Worten wandte sie sich zum gehen und nervte wohl nun Michael mit ihrer Anwesenheit. Dieser schien davon allerdings nichts zu merken, oder er konnte einfach gut schauspielern. Obwohl die beiden wirklich gut zusammen passen würden.
    Ich schlenderte zu dem großen Tisch, der voll bepackt war, mit lauter Geschenken. Ich suchte mir das hübscheste raus und fing an es auszupacken…






















    Kapitel 7: Unter Freunden

    Mir brummte der Schädel und ich überlegte, wo ich als nächstes hingehen sollte. Ich hatte nicht viele Möglichkeiten, da mein Gesicht sowieso jeder kannte. Ich brauchte eine alternative, wo man mich trotz meines erkennen nicht an Dumbledore verriet. Den konnte ich jetzt nämlich gar nicht brauchen. Er war ja ganz nett und ich mochte ihn wirklich und er verdiente meinen vollsten Respekt, aber würde mir nur wieder einen ellenlangen Vortrag darüber halten, wie gefährlich und unverantwortlich es für jemanden in meiner Situation ist (haha, als ob es s jemanden wie mich mit dem gleichen Schicksal geben würde.)draußen rumzulaufen, während dieser Zeiten, wo Voldemort doch gerade jetzt so stark ist und blablabla...das ist da letzte was ich jetzt brauchte. Er sollte sich mal weniger sorgen um mich und mehr sorgen um Hogwarts machen. Was sollte aus der schule werden? Omann...
    Ich entschied mich für den tropfenden Kessel und wiedererwarten ließ mich der Schrumpfkopf am Eingang ohne große Widerworte eintreten. Er wollte sich wohl nicht mit mir anlegen, das konnte ich ihm nur geraten haben.
    Es roch komisch, alles war verraucht und ein paar Zauberer pöbelten rum. die hatten wohl das ein oder andere Bierchen zu viel intus.
    An der Bar sah ich Malfoy sitzen. Was machte der denn da? Auch er sah ziemlich fertig aus und hatte wohl schon angefangen zutrinken.
    Er hob den Kopf und sah mich irritiert an. Ich schlenderte zu ihm hin, da die anderen Plätze noch weniger einladend aussahen. Ich ließ mich neben ihm auf dem Barhocker nieder und begrüßte ihn.
    „Malfoy, ich hätte nicht gedacht dich hier zu sehen!“
    „Ach Potter, irgendwie kreuzen sich unssre Wege in letzter Zeit sowieso immer.“
    Er hickste“
    „Also was soll’s, magsu noch ’n Bier? Irgendwie siehsu aus, als hättestu ’n paar dringend nödig!“, fragte er mich mit gleichgültigem Blick.
    Na toll. Sogar der merkt mir an, wie’s mir geht!
    „Oh danke, freut mich, wenn ich so beschissen aussehe!“, erwiderte ich ihm.
    Er bestellte noch eine Runde Bier und sah mich erwartungsvoll an.
    „Also wasss is los? Hat dein liebe Freundin dir keinen Gutenachtkuss gegeben?“
    Was glaubte der denn? Dass ich ihm mein Leid klage? Ihm?
    „Haha, sehr witzig. Quatsch, aber ich glaub kaum, du willst es hören!“
    „Na schieß schon los, Podda!“
    Was soll’s, der erzählt es wenigstens keinem und außerdem, so wie Malfoy aussah, würde der sich morgen an nichts mehr erinnern.
    „Ich hab sie vorhin gesehen, wie sie mit Wood im Trainingsraum verschwunden ist. Davor haben sie noch scheinheilig auf der Tribüne gesessen und <geredet>. Aber jetzt machen sie da schon rum. Also bin ich hinterher, hab die Tür aufgemacht und grad noch sehen könnte, wie der Bastard ihr die Zunge in den Hals gerammt hat.“
    Malfoy zog die Augenbrauen hoch.
    „Lass mich raden, sie hadich gesehen und ’ne riesen Szene gemacht! Mädchen…“
    Er verdrehte die Augen.
    „Ne, sie hat natürlich nichts gemerkt, war ja so konzentriert mit Wood beschäftigt.
    Kotz Würg.
    Malfoy klopfte mir auf die Schulter, jedenfalls wollte er das, blöderweise traf er sie nur nicht und seine Hand landete mit voller Wucht auf dem Tresen.
    „Aua“, er verzog das Gesicht und orderte die nächste Runde Bier.
    „Sie meint echt, ich wäre so dumm und würde nichts von den beiden mitkriegen. Sie muss sich ja auch gleich dem nächsten Typen an den Hals schmeißen.“
    Ich schüttelte den Kopf. „Was glaubt die denn!“
    Malfoy, der bis jetzt noch relativ teilnahmslos vor sich hin gestarrt hatte, sah mich zweifelnd an.
    „Naja, und wenn das mit dem übereifrigen unterbeschäftigtem Wood schon länger läuft? Wenn der sich einfach schon vorher an sie rangemacht hat? Wer weisss, wielleicht war das ja euer Drennungsdingsda und sie war einfach nur zu feige dir die Wahrheit zu sachen?“
    Mir lief es kalt den Rücken runter. Nein, das konnte nicht sein. So was würde ich ihr selbst jetzt nicht zutrauen, oder doch? Vielleicht hatte Malfoy ja Recht. Und wenn…naja.
    „Hat Marie denn nichts erzählt? Ich mein, sie ist doch ihre beste Freundin, die müssen doch über so was reden!“
    Dann würde wenigstens ein bisschen Licht ins Dunkel kommen.
    „Und du glaubst ernsthaft, dassie dann sofort zu mir kommt, und mir brützelwarm den neuesen Glatsch und Tratttsch und die Beziehungsgisten ihrer Freundin erzählt! Isch glaub gaum, dasssie der Süffia und dir so was andun würde, was glaubsu denn, was ich mit solchren Informationen anstellen würde!“, Malfoy schenkte mir sein spöttischstes Grinsen.
    Da hatte er auch wieder Recht.
    „Außerdem herrscht die letzen Tache so oder so mehr oder weniger Funkstille zwischen uns.“
    Er schaute in sein leeres Glas und dann zu mir.
    „Schnaps gefällig?“
    In diesem Moment war mir das hochprozentigste gerade gut genug.
    „Warum redet ihr beiden nicht mehr miteinander?“, knöpfte ich an Dracos Aussage an.
    „Wir reden schon noch, nur was wir reden is die andare Sache. Sie versteheben nich, dassss ich ihr nicht mein janzes Leben auf dem Silbertabledd savieren gann. Ich gann ihr numal nicht alles üba mich un meine Familie sajen, ich hab es einmal vasucht und sie hat nichs verstanden. Bei uns läuft das eben andas, als in ihrer Familie. Ich gann meim Vadda nicht einfach widersprechen, ihm Widerworte leisen und mich jegen ihn stelllllen. Sonst bin ich tot!“
    „Hast du ihr das schon einmal so erklärt?“
    Das bezweifelte ich nämlich sehr.
    „Naja, ich hab’s versucht. Aber ich gann ihr meine inneren Konfliktionen nicht erzählen. Marie will imma alles janz jenau wissssen, aber das wäre zu jefährlich. Ich würde sie mit meine Wissen in Gefahr bringen, sie würde daran gaputt jehen, aber ssie ssieht dasss einfach nicht ein. Sssie denkt, ich würde ihr nicht vertrauen und ihr deswegen die Sssachen verschweigen, aber ssso issst es nich.“
    Er nahm sein Schnapsglas prostete mir zu und kippte es runter.
    Ich trank meins ebenfalls auf Ex und der Wirt stellte uns derweil schon den nächsten hin.
    Wollte er uns abfüllen, damit er noch mehr erfahren würde? Naja, mir soll’s recht sein.
    Wir philosophierten noch ein bisschen über das Leben und die Liebe, wobei keiner mehr als nötig Preis gab. Wir mieden das Thema Voldemort, da ich mir selsbt im betrunken Zustand sicher war, dass wir durchaus verschieden Meinungen darüber hatten. Er machte zwar keine Andeutungen in diese Richtung, aber dennoch…
    Irgendwann jedenfalls machte uns Tom darauf aufmerksam, dass es schon spät sei und er demnächst den Laden schließen wollte.
    Wie aufs Stichwort stürzten Crabe und Goyle rein und quetschten sich Seite an Seite durch die für sie zu enge Tür.
    Auf die Idee, dass sie einfach hintereinander durchgehen könnten, kamen sie wohl nicht.
    Mittlerweile waren Draco und ich schon dermaßen betrunken, dass mir sogar die beiden recht waren.
    Oh mein Gott, ich dachte sogar schon Draco und nicht mehr seinen Nachnamen. Ich glaube, ich sollte wirklich dringend ins Bett.
    Draco war inzwischen auch auf seine Lakaien aufmerksam geworden und musterte sie.
    „Wasss mach ihr denn hier!“, lallte er sie von der Seite an.
    Die beiden schauten sich verdutzt an.
    „Aber Draco, du hast gesagt, wenn du bis 1 noch nicht wieder daheim bist, sollen wir dich hier suchen!“, stieß Goyle ängstlich hervor.
    Oh mein Gott, die hatten ja wirklich Angst vor ihm.
    Draco kniff die Augen zusammen und schien zu überlegen.
    „Ach egal!“
    Er griff in die Tasche seines Umhangs und holte ein kleines Säckchen mit klirrenden Münzen heraus. Er schüttete es auf den Tresen und die Gallionen kullerten raus.
    Ach stimmt ja, wir musste ja noch zahlen. Oh…ich glaube ich hatte nicht mal Geld dabei. Peinlich so was, aber da Draco keine Anstalten machte, mir vorzuhalten meinen Teil der Rechnung zu begleichen, ließ ich ihn mal machen. Er begann die Taler zu zählen, indem er einen nach dem anderen in die Hand nahm, doch irgendwie bekam er es nicht mehr richtig hin und vertat sich ständig. Irgendwann gab er es ganz auf und schob dem Wirt den ganzen Haufen hin.
    „Stimmt so“, brachte er noch einwandfrei hervor und versuchte dann aufzustehen. Blöderweise hatte er wohl jeglichen Sinn für Gleichgewicht verloren und fiel auf seinen Hocker zurück. Weder Crabe noch Goyle reagierten so schnell, dass sie ihn hätten auffangen können. Draco musterte beide mit ärgerlichem Blick und endlich halfen die beiden ihm auf.
    „Kümmere dich lieber um Harry!“, fuhr dieser Crabe an.
    „Harry? Wer soll das sein!“
    „Du dämlicher Idiot, Podda natürlich!“
    „Achso!“
    Ich wankte auf Crabe zu und dieser griff mir unter die Arme. Oh mein Gott so tief bin ich also gesunken, dass ich mich von unterbelichteten Freaks durch die Gegend schleppen lasse. Aber in diesem Moment, war mir selbst das recht.

    Sie brachten uns in Dracos Schlafraum und verfrachteten uns in zwei Betten. Mir fiel nicht einmal auf, dass es sich weder um mein Bett, noch um mein Haus handelte, ich wollte einfach nur schlafen, Das tat ich dann auch, als Crabe und Goyle sich nach ein paar Anweisungen grunzend auf den Weg nach draußen machten. Wo die wohl schliefen? Naja, mir sollte das egal sein. Ich kuschelte mich in mein Bett, was übrigens äußerst bequem war und schlief sofort ein.

    Ich wachte auf und drehte mich zur Seite. Oh mein Gott war mir schlecht. Ich versuchte mich aufzusetzen, doch mir war so schwindelig, dass das unmöglich schien. Es gab nichts, was mir in diesem Moment nicht weh tat. Ich spürte Muskeln in mir, von denen ich bis dato nicht einmal geahnt hatte, dass es sie gibt.
    Wo war ich eigentlich? Wo war Ron, ich vermisste das nächtliche Bäume absägen. Sein vertrautes Schnarchen konnte ich auch bei angestrengtem Hinhören nicht vernehmen.
    Irgendwann brachte ich es dennoch fertig mich aufzurichten und mich im dusteren Zimmer umzusehen. Zu meiner großen Überraschung sah ich Draco, der vor dem Fenster stand und sich jetzt zu mir umwandte.
    Er grinste mich an.
    „Na, Potter, auch schon wach?“
    Er war mir wohl einen Schritt voraus, wenn er sich nicht wunderte, dass ich da war.
    Da fiel mir wieder alles blitzartig ein. Ich war ja mit ihm in dem Pub gewesen, wie konnte ich das nur vergessen, wo wir uns doch so gut verstanden hatten...mehr oder weniger.
    Ich räusperte mich und wollte etwas sagen, da unterbrach mich Malfoy.
    „Ich bin dafür, dass wir rausgehen, ein bisschen frische Luft schnappen, hier ist es dermaßen stickig und außerdem schmerzt so ungefähr alles, was ich mir vorstellen kann.“
    Ich stimmte ihm zu, da ich es auch nicht für sonderlich klug hielt, länger als nötig im Schlafraum der Slytherins zu bleiben.
    Ich stand auf, meine Klamotten hatte ich ja noch an, wenngleich mein Umhang ziemlich verknittert war und eine turbuelnte Nacht nicht verbergen konnte.
    Zusammen Mit Malfoy verließ ich das Zimmer.








    4


    Kapitel 8:
    Ich weiß was, was du nicht weißt

    „Ja, aber lass uns das lieber nicht hier besprechen, nicht wenn uns Flint schon wieer an den Fersen hängt. Ich glaub ja, der steht entweder auf dich oder auf Harry, so wie der immer um euch rumstreift und euch mustert!“, entgegnete mir Marie, als ich sie zufällig auf dem Gang sah und bemerkte, dass sie genauso fertig aussah wie ich.
    Wir machten uns auf den Weg zu dem Mädchenklo im oberen Stockwer, von dem Hermine mir erzählt hatte, dass dies ein guter Ort sei um solche Dinge zu besprechen. Anscheinend kam dort nie jemand hin, sie wollte mir leider nicht verraten warum. Doch das sollten wir ja bald erfahren. Als wir dort angekommen waren, setzten wir uns hin und ich fragte Marie, was denn jetzt los war.
    „Draco vertraut mir einfach nicht. Ich weiß nicht, was ich machen soll…ich seh ihm doch genau an, das was nicht stimmt, das ihn was beschäftigt, aber mir sagt er ja nichts. Er meint immer nur, das wird sich schon ergeben und er würde mich in Gefahr bringen, wenn er mir alles erzählt und das wolle er nicht! Wahrscheinlich liebt er mich nicht einmal und deswegen erzählt er mir nichts!“
    Bevor ich etwas antworten konnte, erschien ein Geistähnliches Mädchen, das um unsre Köpfe schwirrte.
    „Sei doch froh, dass er sich um dich sorgt…um mich hat sich noch nie ein Junge Sorgen gemacht! Du weißt, ja gar nicht, was du an ihm hast!“, fuhr sie Marie schnippisch an.
    Diese zog die Augenbrauen hoch und sah sie verständnislos an.
    „Was willst denn du jetzt von mir, und wer bist du überhaupt?“
    „Seht mich doch an, ihr kennt mich ja nicht mal! Niemand kennt mich, und die die mich kennen, nennen mich auch nur maulende Myrte mein Leben ist vorbei!“
    So, wie die aussieht war ihr Leben schon lang vorbei.
    „Naja, wo waren wir? Achso ja, bei Draco! Und du hast keine Ahnung, was er vor dir verbirgt?“
    „Eben nicht, so wie ich ihn kenne, hat bestimmt sein Vater sein Finger im Spiel, der schleimige Widerling!“, empörte sich Marie.
    „Hm…naja, vielleicht ist es aber auch was völlig belangloses und er wollte dich einfach deine Zeit damit nicht verschwenden!“
    Marie sah mich zweifelnd an.
    „Das glaubst du doch wohl selber nicht!“
    Wo sie Recht hatte, hatte sie Recht, aber was sollte ich denn sonst sagen!
    „Vielleicht liebt er dich auch einfach nicht!“, kam es von oben.
    „Ach sei doch still!“, fauchte ich Myrte an. „Du hast hier gar nichts zu sagen, verschwind doch einfach wieder ins Klo, wo du herkommst!“
    Der Geist fing an herzzerreißend an zu schluchzen und mir taten mein Worte fast schon wieder Leid.
    „Naja. Ist ja auch nicht so wichtig. Warum machst du ein Gesicht, wie sieben Tage Regenwetter?“, fragte mich nun Marie.
    „Ich weiß einfach nicht, ob es dir richtige Entscheidung war, mich von Harry zu trennen. Irgendwie geistert er immer noch in meinem Kopf umher. Ich kann ihn irgendwie nicht vergessen und immer wenn ich ihn sehe, schaut er mich so kalt an. Aber doch irgendwie verzweifelt.“
    Ich sah Marie ratlos an.
    „Das verstehe ich sowieso nicht, wie man sich von Harry Potter trennen kann. Und dass nur wegen so einem eingebildeten Quidditschspieler! Das schlechte Gewissen geschieht dir recht!“
    Musste die sich denn immer einmischen.
    Marie warf Myrte einen feindseligen Blick zu, wie sie es immer tat um ihrem Ärger Luft zu lassen. Zum Glück konnten Blicke nicht töten, obwohl das bei der ja sowieso keinen Unterschied machen würde.
    Jetzt wurde mir auch klar, warum niemand hier her kam, wenn man hier ständig der über den Weg läuft und die sich immer in alles einmischen muss!
    „Und was ist mit Wood?“, setzte Marie unser Gespräch fort.
    „Ich weiß nicht, ob ich ihn liebe. Ich verbringe gern Zeit mit ihm und ich muss schon sagen, er kann wahnsinnig gut küssen, aber irgendwie, war das mit Harry schon was ganz anderes.“
    „Dann trenn dich von Wood und kehr zurück zu Harry!“
    „Genau!“, echote Myrte. Omann…
    „Aber das geht doch nicht…nicht nur das Küssen ist brillant, sondern auch naja… er hat jedenfalls auch ganz andere Qualitäten…“
    „Aja, ich versteh schon!“
    Marie schaute mich wissend an.
    „Jaja, die Liehihihibe!“, schallte es durch de Raum.
    „Also langsam fängt sie echt an, mir tierisch auf die Nerven zu gehen“, raunte mir Marie zu.
    „Das geht nicht nur dir so!“, wisperte ich ihr zu.
    „Ihr braucht fei nicht glauben, dass ich nicht jedes Wort und jede Gemeinheit verstehe, die ihr so von euch gebt!“, kam es beleidigt von einer Ecke.
    Ohoh, vielleicht sollten wir sie nicht allzu wütend machen.
    „Jetzt hast du mir schon meinen Schatz ausgespannt und dann beleidigst du mich auch noch!“, schrie sie Marie hysterisch an.
    Marie zog die Augenbrauen hoch.
    „Was soll das denn heißen?“
    „Ach, das weißt du doch ganz genau! Draco war mein, wir hätten ein wunderbares Leben zusammen haben könnte, aber du musstest ihn mir ja ausspannen!“, fauchte sie Marie an.
    „Ja klar, das wäre bestimmt wunderschön geworden. Du und Dracos Geist hier auf dem Klo, glücklich bis zum Lebensende, ach halt das habt ihr ja dann schon erreicht. Eine ewige Liebe.“, meinte Marie sarkastisch.
    „Uh, wo hab ich das letztens gelesen..aja stimmt. Bei Bella und Edward, Liebe bis in alle Ewigkeit!“, machte ich mich ebenfalls über Myrte lustig.
    „Geist zum Morgengrauen…und noch viel weiter!“
    „Ne, das müsste dann schon eher, Geist bis zum Ende aller Tage heißen…, und so verliebte sich der Geist in den Jungen. Und schon ist es nicht mehr Bella, die zum Vampir werden will, sondern Draco, der zum Geist mutiert. Ohoh, wodurch wird bei den beiden wohl Renesme ersetzt!“
    Marie lachte und ich stimmte mit ein.
    „Obwohl, wenn Draco ein Geist wäre, würde er wohl eher was mit dem kopflosen Nick anfangen, als mit dir!“, setzte ich noch eins oben drauf.
    Myrte fand das wohl nicht so lustig denn bevor sie mit voller Wucht in ein Klo eintauchte, so dass das Wasser nur so spritzte, was für einen Geist wohl nicht einfach war, ließ sie noch durch jeden Wasserhahn im Raum einen Schwall Wasser raus und das Zimmer fing langsam an zu überfluten.
    Doch noch bevor unsere Umhänge überhaupt nass wurden, verzogen wir uns und verschwanden aus dem Klo in Richtung Ravenlaw Gemeinschaftsraum.




















    Kapitel 9: La Bella Bellatrix

    Wir verließen die Mädchentoilette und traten hinaus auf den Gang. Wir wollten gemeinsam bis zu der Treppe gehen und uns dann trennen, um uns auf den Weg zu unsren jeweiligen Schlafräumen zu machen. Doch soweit kamen wir nicht. Als wir nämlich durch die endlos langen Gänge in Hogwarts liefen, sahen wir plötzlich, wie eine Gestalte um die Ecke huschte. Ich erschrak und Marie zuckte lautstark zusammen, wie sie das immer tat, wenn sie irgendwas Unerwartetes bemerkte. Durch Harrys Erzählungen hatte ich schon einiges über die Anhänger Voldemorts erfahren, doch hatte ich nie gedacht, dass ich jemals einem im Reallife begegnen würde.
    Vor uns stand Bellatrix, die ich durch ihr krausiges Haar und ihrer langen Fingernägel leicht zuordnen konnte. Ich riss die Augen auf, denn sie starrte uns jetzt mit durchdringendem Blick an. Plötzlich verzog sie ihr Gesicht zu einem hämischen Grinsen, denn sie dachte wohl, dass wir uns ihr sowieso nie in den Weg stellen würden. Es wäre wohl gelogen, wenn ich sagen würde, dass das in dem Moment nicht unser größter Wunsch gewesen wäre. Unser erster Gedanke war, einfach wegzurennen, obwohl wir natürlich keine Angsthasen waren, aber mit einem Todesser wollte ich mich definitiv nicht anlegen. Ich sah Marie an, dass sie wohl dasselbe dachte, wenngleich sie Bellatrix feindselig musterte. In diesem Moment schien dieser irgendwas eingefallen zu sein, denn ihre Miene hellte sich auf und sie schritt langsam auf Marie zu. Was wollte sie von ihr?
    Jetzt, da sie bei ihr angekommen war, stand sie nur noch wenige Zentimeter von ihr entfernt. Marie trat einen Schritt zurück, obwohl sie sie immer noch mit demselben hasserfüllten Blick ansah.
    „Warum denn so feindselig, Kleine?“
    Woher kannte sie Marie? Sie hatte nie erzählt, dass sie dieser abscheulichen Person schon einmal begegnet war. Na gut, wir waren ja in letzter Zeit nicht die besten Freunde, aber so was konnte man ja wohl verlangen, schließlich musste sie sich ja irgendwem anvertrauen, außer Draco. Oder nicht? Bevor ich mir darüber Gedanken machen konnte, antwortete Marie ihr:
    „Wie kommst du hier rein? Ich dachte für Leute, wie dich, wäre Hogwarts ein unzugänglicher Ort?“
    „Ich komm überall rein, wenn ich nur will. Und nicht nur ich, meine Liebe. Bald werden hier alle sein und du und deine kleinen Freunde werdet mal erleben, was anständige Magie ist, nicht der Kleinkinderkram, den ihr hier veranstaltet.“
    Sie musterte uns mit abschätzigem Blick.
    „Wie geht es denn überhaupt meinem kleinen Lieblingsneffen? Ich hoffe, er hat dir schon alles beigebracht, was du über unsere Seite wissen musst, sonst können wir dir leider nicht helfen und du musst mit all den anderen wertlosen Schlammblütern verrecken.“
    „Lieber sterbe ich, als mich solchen Leuten wie euch anzuschließen!“, funkelte Marie sie wütend an, doch ich sah, dass sie zitterte.
    „Ach Kindchen, es ist nur noch ein Frage der Zeit, bis du dich deinem geliebten Freund anschließt und deinen Ahnen alle Ehre machst.“
    Was meinst du damit? Mich Draco anschließen?“
    Bellatrix Gesicht verzog sich zu einem fiesen Grinsen.
    „Soso, hat dich Draco also im Dunkeln gelassen? Er hat dich nicht mal gefragt, ob du mit ihm zusammen seine Aufgabe erledigst? Hat er so wenig Vertrauen zu dir, dass er dich noch nicht mal um Hilfe gebeten hat? Er muss dich wirklich so wenig lieben, wie ich denke. Du glaubst doch nicht etwa, dass er irgendwelche Gefühle für dich hat, oder?“
    Marie schluckte. Das ging zu weit. Ich zückte meinen Zauberstab, doch bevor ich etwas sagen konnte, sah ich Oliver, der um die Ecke bog.
    Er erkannte die Situation sofort und handelte schnell. Bellatrix, die immer noch dabei war Marie, die sich inzwischen wieder einigermaßen gefangen hatte, schadenfroh anzugrinsen, bemerkte weder mich, noch ihn.
    <Sectum Sempra>
    Blöderweise verfehlte der Zauber sie und sie richtete nun ihre voll Aufmerksamkeit auf uns. Beziehungsweise auf Oliver, der die Formel gesprochen hatte.
    Ohoh, das ist nicht gut. Das war definitiv nicht gut.
    Sie hob ihren Zauberstab, doch bevor sie etwas sagen konnte, hob ich den meinen und sprachen den Schutzzauber <Protego>
    Bellatrix schrie <Avada Kedavra> und Oliver brach zusammen. Ich wusste, dass mein Zauber dem ihren nicht standhalten konnte, aber wenigstens hatte er den Fluch abgemildert.
    Er schien nicht tot zu sein, doch auf jeden Fall schwer verletzt.
    Nun hatte die Hexe wieder Zeit, sich uns beiden zuzuwenden.
    „Dann zeig ich dir mal, wie laut deine Freundin schreien kann, wenn sie den Cruzio zu fühlen bekommt!“
    „Oder soll ich ihn eher für vorlaute Gören wie dich aufheben? Ach nein, ich nehm dein Freundin!“, meinte sie mit Seitenblick auf mich, während sie Marie hämisch angrinste.
    Ich realisierte, was gerade passiert war und stürzte endlich auf Oliver zu. Die Drohung war mir egal, Oliver war jetzt wichtiger.
    Ich nahm seinen Kopf auf meinen Schoß und sah ihm in sein schmerzverzerrtes Gesicht.
    „So, Schluss mit dem Geturtel, es wird Zeit, dass hier ein bisschen Stimmung reinkommt! Sectum Sempra!“
    Ich spürte einen Schmerz, der mich zusammen sacken ließ. Er war nicht nur an einer Stelle, sondern langsam fühlte ich, wie sich überall eine unsichtbare Kraft in mein Fleisch schnitt und ich anfing zu bluten. Die warme Flüssigkeit durchnässte meine Kleidung und bald konnte ich nicht mehr klar denken. Marie, die mich erschrocken anstarrte und auf mich zugerannt kam, um mir beruhigende Worte zuzureden, verschwamm und ich hörte nur noch Bruchstücke, bevor ich letztendlich zusammenbrach und mir schwarz vor den Augen wurde.





































    Kapitel 10: Mit dir an meiner Seite…

    Mein Kopf schmerzte und mir war leider immer noch schwindelig. Neben mir hörte ich Draco, der schlurfend an meiner Linken den Gang hinunterging. Zum Glück sah er auch nicht besser aus als ich. Er murmelte etwas vor sich hin, was ich aber nicht verstehen konnte. Plötzlich hörten wir Schreie. Wir starrten uns verwundert an und gelangten so schnell es uns möglich war zu dem Ursprungsort. Wir gaben bestimmt ein bizarres Bild ab, als wir um die Ecke mehr oder weniger hinkten. Dort sah ich Marie, die sich über Lena beugte und ihren Kopf hoch hielt. Lena lag komisch verrenkt am Boden und war blutüberströmt. Ich rannte, sofern man das so nennen konnte, zu ihr hin und sah sie bestürzt an.
    Ihre Augen waren weit aufgerissen.
    „Was hat sie? Was ist passiert?“, fragte ich die aufgewühlte Marie. Sie schaute Lena besorgt an und meinte dann, dass Lena mit dem <Sectum Sempra> Fluch verwundet wurde. Erst jetzt sah ich Bellatrix, die mich herausfordernd ansah.
    „Na, Potter, schön dich wiederzusehen. Wolltest du sehen, wie es deiner kleinen Freundin geht? Der Lord meinte, ich sollte sie erst vor deinen Augen töten, damit er auch weiß, dass du deinen Spaß bekommen hast!“ Sie lächelte ihn hämisch an.
    Ich wollte zu ihr hin und ihr eigenhändig den Hals umdrehen, da hielt mich Draco zurück. Er hatte bis jetzt keinen Mucks von sich gegeben und war wohl nun aus seiner Erstarrung erwacht.
    „Lass mal. Kümmere dich um lieber um Lena und ich regele das mit Bella!“
    Ich murmelte die Worte, die ich von Snape schon einmal gehört hatte, vor mich hin und versuchte so Lenas Wunden zu heilen. Allmählich schien es angefangen haben zu wirken.
    Währenddessen sah ich, wie Draco Bellatrix gegenüber stand und sie wütend anblickte.
    „Na, mein Liebling, wie geht es dir?“, lächelte sie ihn an auf ihre Weise an.
    „Hält sich schwer in Grenzen. Was tust du hier?“, Draco zog seine Augenbrauen hoch.
    „Ich hol dich ab. Der dunkle Lord braucht dich. Du sollst nun deine Aufgabe antreten und du solltest ihn schleunigst aufsuchen, er wird schnell ungeduldig und du willst doch nicht in Ungnade fallen. Er hat doch so Großes mit dir vor!“, erklärte sie ihm sachlich.
    Er kniff die Augen zu.
    „Das kannst du vergessen, ich werde sicher nicht mir dir gehen. Nicht jetzt und auch nicht irgendwann anders!“
    „Ach Junge, du weißt nicht, was du redest! Ich sehe ja, dass du vollkommen fertig bist, komm zu deiner Tante und wir verlassen diesen widerlichen Ort. Wir machen alles so, wie ich es mit Lucius besprochen habe!“
    Draco sah Marie an, die ihn jetzt ungläubig musterte. Nach einem weiteren Seitenblick auf sie und auf uns, antwortete er der Hexe mit ruhiger Stimme:
    „Bella, hör auf! Ich werde nicht mitkommen! Und es ist mir egal was du mit meinem Vater ausgemacht haben willst! Ich bleibe!“
    „Also jetzt wird mir das hier wirklich zu dumm!“
    Klar, jetzt würde sie ihn eben anders dazu kriegen mitzukommen. Aber nicht mit mir.
    Während Bellatrix ihren Zauberstab auf ihn richtete, hob ich meinen und sprach schnell die Worte <Protego>. Ihr <Petrificus Totalus> kam zu spät und so hatte er keinen Einfluss mehr auf Malfoy.
    Dieser sah mich dankbar an, bevor er schließlich Bellatrix dazu bewegen konnte, zu gehen.
    Bellatrix durchbohrte ihn mit einem eisigen Blick.
    „Das wirst du mir büßen, mein Lieber! Du glaubst doch nicht wirklich, dass ich beim dunklen Lord ein gutes Wort für dich einlegen kann. Dein Vater wird dir was erzählen. Du kannst dich nicht weiter vor deiner Aufgabe drücken. Ich hatte damit gerechnet, dass dir deine kleine Freundin helfen wird. Oh nein, ich vergaß, du hast ihr ja nicht mal davon erzählt. Ich hab Lucius ja gleich gesagt, dass das nichts Ernstes ist! Aber er hat sich ja wirklich Sorgen gemacht, manchmal kann er wirklich naiv sein. Als ob du dich ernsthaft mit so einer abgeben würdest.“
    Ich schaute zu Marie, die sowohl sie, als auch Malfoy mit kaltem Blick musterte.
    „Weißt du nicht, was mit ihrer Familie ist?“
    „Was soll mit der sein?“, funkelte Marie Bellatrix an.
    Diese wandte sich nun Marie zu und musterte sie mit abfälligem Blick.
    „Solche Leute wie deine Eltern wären bei uns aus dem Familienstammbaum gebrannt worden.“
    „Warum? Das sind Reinblüter, genau wie wir!“, fuhr Draco seine Tante an.
    „Ja, aber was für welche! Haben sich doch tatsächlich gegen Voldemort gestellt. Obwohl das ja auch kein Wunder war, schließlich war ihre Mutter immer mit meiner Schwester zusammen. Andromeda, da konnte ja nichts Gutes bei rauskommen! Beides Blutsverräter, nur wegen ihren Eltern hat sie überhaupt dieses muggelstämmigen Schlammblut Tonks kennen gelernt. Alles deren Schuld. Und mit so was lässt du dich ein! Aber du wirst schon sehen, das nächste Mal, wenn du mich siehst, werden wir gemeinsam auf einer Seite kämpfen, der einzig richtigen. Ich werde deine Eltern von dieser Enttäuschung deinerseits erzählen und du wirst schon noch sehen, was du davon hast!“
    Mit diesen Worten aperierte sie und verschwand so aus unsrem Blickfeld. Omann war das alles verzwickt. Blöderweise hatte ich nur die Hälfte von dem Gespräch mitbekommen, da ich immer noch Lena in den Armen hielt und gut darauf bedacht war, dass es ihr langsam wieder besser ging. Inzwischen hatte sie sich wohl weitgehend erholt und sie hatte sich aufgesetzt.
    Draco, ging es dagegen weniger gut. Er schloss die Augen, um sich zu beruhigen, doch anscheinend half das nicht viel. Plötzlich sackte er in sich zusammen und prallte mit voller Wuchte auf den Steinboden. Ich wartete darauf, dass Marie aufsprang, um zu ihm zu eilen, aber sie tat nichts dergleichen. Sie sah ihn nur an. Sie stand auf und holte tief Luft. Sie hielt sich den Kopf, während sie nach Dracos Lakeien rief.
    „Crabe, Goyle! Herkommen! Sofort!“
    Allem Anschein nach waren die beiden in Hörweite gewesen, diese Feiglinge, denn sie tauchten wieder Erwarten und vor allem für ihre Verhältnisse ziemlich schnell auf.
    Marie musterte die beiden abschätzig.
    „Bringt Draco in seinen Schlafraum und sorgt dafür, dass er auch heil in seinem Bett ankommt!“
    „Warum machst du das nicht? Das tust du doch sonst auch immer!“ Goyle stieß Crabe an und die beiden grinsten sich an.
    Mein Gott, die zwei hatten soviel Taktgefühl wie ein Holzkochlöffel. Als ob man Marie nicht ansehen konnte, dass sie nicht in der Stimmung zum Scherzen war. Wie konnte sich Malfoy nur mit solchen Idioten abgeben, das war doch selbst für ihn unter seinem Niveau.
    Die beiden übertrafen ja jeden an Dummheit.
    So sah das Marie anscheinend auch, denn sie kniff die Augen bedrohlich zusammen und fuhr die beiden an:
    „Ich wusste nicht, dass ich EUCH beiden Rechenschaft ablegen müsste. Und jetzt macht hin, wir haben hier keine Ewigkeit Zeit.“
    Crabe und Goyle hasteten zu Malfoy ungefähr so schnell, wie Dudly, wenn es etwas zu essen gab. Als ich mir Dracos Situation vor Augen führte, fragte ich mich das erste Mal in meinem Leben, ob die Dursley wirklich die schlimmste Familie waren, die es gab.
    Ich kam zu keinem Ergebnis, auch nicht während ich Crabe und Goyle zusahen, wie sie Malfoy hochhieften und ihn den Gang runter schleppten. Sanft gingen sie nicht mit ihm um, aber ich glaubte, dass lag weniger daran, dass sie es nicht versuchten, sondern mehr daran, dass sie einfach keinerlei feinmotorischen Fähigkeiten besaßen.

    Da mich der Umkehrfluch für Lena sehr viel meiner ohnehin schon geschwächten Kraft gekostet hatte, bekam ich zunehmend mehr Kopfschmerzen. Der Alkohol machte sich wieder bemerkbar und die Müdigkeit übermannte mich. Marie und Lena, denen der Schreck noch in den Gliedern saß, ging es da scheinbar schon wesentlich besser. Ich hörte noch, wie Lena leise auf Marie einredete, doch konnte ich wieder nicht verstehen, was genau sie sagte. Wahrscheinlich über Draco und Bellatrix. Da ich aber leider nur wenig von dem Gespräch von Malfoy und seiner Tante mitbekommen hatte, wusste ich nicht, worum es überhaupt ging.
    Ich schloss für einen kurzen Moment die Augen und konzentrierte mich. Ich versuchte aufzustehen, doch ich fiel wieder unsanft zurück auf den harten Boden. Die beiden Mädchen halfen mir auf und brachten mich in den Gryffindorturm. Dort sagten sie Ron Bescheid, der mich letztendlich heil in mein Bett brachte. Mehr wusste ich von diesem Abend am nächsten Morgen nicht mehr.





































    Kapitel 11: Wissen ist Macht

    Ich kann mich noch gut erinnern, wie das war, als überall um Hogwarts die Dementoren waren. Sie waren die Wächter von Askaban und damals auf der Suche nach Sirius Black. Wir waren alle der Meinung, dass das ein Verbrecher war, da das ja auch in jeder Zeitung groß und breit verkündet wurde, doch Harry hatte mir erklärt, dass dem nicht so sei. Sirius war Harrys Pate und ein enger Vertrauter von seinen Eltern gewesen. Zu ihm hatte er wenig Kontakt, doch wusste er, dass er ihn jederzeit erreichen konnte, wenn er ihn brauchte.
    Doch diese Mal waren keine Dementoren in Hogwarts, trotzdem konnte man das fast annehmen. Dumbledore hatte veranlasst, dass die Schüler der ersten fünf Jahrgänge nur in Begeleitung älterer Schüler aus dem sechsten oder siebten Schuljahr ihre Häuser verlassen durften. Es wurde verkündet, dass die Schule in wenigen Wochen geschlossen werden sollte, da der Sicherheitsstandard nicht hoch genug war. Nachdem Bellatrix in Hogwarts eingedrungen war, und es immer noch nicht geklärt worden war, wie sie das angestellt haben konnte, wusste niemand so recht, was nun passieren würde.
    Ich bezweifelte, dass selbst Dumbledore nicht genau wusste, was zu tun war. Das Ministerium hatte Beamte geschickt, die rund um die Uhr das Schloss in regelmäßigen Abständen umliefen. Die Kontrollgänge wurden verschärft, so dass nun nicht mehr nur Finch und Mrs. Norris durch die Gänge streiften und arglose Schüler an den Ohren in ihre Schlafräume, oder gegebenenfalls zu Professor Snape, zogen, sondern auch die Lehrer wechselten sich stündlich ab, um die Gänge zu kontrollieren.

    Die Stimmung im Schloss war gedämpft um nicht zu sagen, auf dem völligen Nullpunkt angelangt. Die Gesichter, die einem begegneten waren betrübt und nachdenklich. Das letzte Mal, als ich mit Marie gesprochen hatte, war inzwischen schon ein paar Tage her. Es war kurz nach der Nacht gewesen, in der wir Bellatrix begegnet waren. Diese Nacht hatte uns alles verändert. Mir wurde bewusst, wie viel mir Harry bedeutete, wenn gleich ich immer noch mit Wood zusammen war. Ich sorgte mich um beide. Oliver lag noch immer bei Madame Pomfrey im Krankenflügel, während Harry nach ein paar kurzen Untersuchungen entlassen worden war. Ich war ihm zum Glück nicht so oft begegnet, denn wenn wir uns zufällig auf dem Gang oder in der Bibliothek trafen, wussten wir beide nie was wir sagen sollten. Es herrschte peinliche Stille und das wollte ich tunlichst vermeiden. Seine Blicke waren nicht mehr so eisig wie vorher, aber sie strotzten jetzt auch nicht vor Liebe und Zuneigung, was ich ihm ja nicht mal verübeln konnte. Hermine, der er sich anscheinend anvertraut hatte, hatte mir erzählt, dass er schon längst mitbekommen hatte, dass ich und Wood ein Paar waren. Sie meinte, er habe uns noch mal gesehen, als wir uns auf dem Quidditschfeld trafen und danach im Trainingsraum verschwanden. Das war am selben Tag, als das alles passierte. Kein Wunder, dass er sich betrunken hatte, nach dem Schock. Er tat mir wahnsinnig Leid, aber was sollte ich denn tun. Ich konnte nichts machen, ich hatte mich nun mal von ihm getrennt. Ich wusste ja selber nicht über meine Gefühle Bescheid, wie erwarteten sie denn da bitte, dass ich mich entscheiden konnte. Ich wusste, dass ich Harry auf eine gewisse Art liebte, aber mir war auch bewusst, dass mir Oliver nicht egal war. Bevor mir nicht eindeutig klar war, wem der beiden mein Herz gehörte, wollte ich die Situation so belassen, wie sie war.
    Ich verließ zusammen mit ein paar 2. Klässlern den Gemeinschaftsraum, um zur großen Halle zu gelangen. Auf dem Weg sah ich Marie, wie sie sich mit John vor der Bibliothek unterhielt und blieb stehen. Ich will ja nichts sagen, aber sie sah wirklich beschissen aus. Seit dem Ereignis, hatte sie wohl kaum mehr eine Nacht geschlafen. Sie weigerte sich vehement mit Draco zu reden, nachdem er ein einziges Mal versucht hatte, ihr alles zu erklären. Sie ging ihm aus dem Weg, wo sie nur konnte, selbst zum Essen kam sie zu spät und eilte früher aus der Halle. Oliver hatte erzählt, dass Dumbledore Malfoy zu sich berufen hatte, um mit ihm ein paar Dinge zu klären. Er wusste nichts genaues, aber anscheinend wurde gemunkelt, dass er etwas mit dem Eindringen Bellatrix in Hogwarts zu tun hatte.
    Marie rieb sich die Schläfen, während John ununterbrochen auf sie einredete. Sie schüttelte den Kopf und verdrehte die Augen. Ich wäre ja gerne zu ihr hingegangen um mit ihr zu reden, aber ich glaubte, sie will gerade alle meiden. Ich denke, es wird wohl das Beste sein, sie für die nächste Zeit in Ruhe zu lassen, bis sie sich wieder einigermaßen gefangen hatte. Ich für meinen Teil, würde warten, bis sie zu mir kommt und mit mir sprechen will. Ich wollte sie ja zu nichts zwingen.
    „Lena, wann gehen wir denn jetzt endlich weiter? Wir schlagen hier noch Wurzeln und die fette Dame hat gesagt, dass uns dann nicht mal Professor Sprout loseisen kann!“, ein kleines blondes Mädchen mit Pferdeschwanz starrte mich mit großen Augen an.
    „Gleich!“
    Ich schaute noch mal zu Marie, die John gerade wütend ansah, was ziemlich komisch aussah, da sie sich vor einem Typen aufbäumte, der mindestens einen guten Kopf größer war als sie selbst. Sie regte sich gerade furchtbar auf, während John anscheinend versuchte sie zu beruhigen. Die Kleinen wurden auf die beiden aufmerksam und gafften sie ungeniert an, während ich leider zu weit weg stand, um den Wortwechsel der beiden zu verstehen. John hatte wohl sein Ziel erreicht und Marie sich wieder gefasst, da sie ihn nicht mehr halb so böse anschaute. Plötzlich knickte sie wohl ein und er nahm sie in seine Arme. Ich war mir sicher, dass das rein freundschaftlich gemeint war, doch blöderweise kam in diesem Augenblick Draco um die Ecke, in dessen Augen es wohl nicht so arglos wirkte.
    Marie löste sich von Johns Armen und wandte sich zum gehen, als sie ihn erblickte.
    Draco funkelte sie böse an, nachdem er sich von dem ersten Schock erholt hatte.
    Sie hielt seinem Blick stand, doch war sie sichtlich überrascht.
    „So also, denkst du über uns nach. Das nennst du also <sich Gedanken machen>?“, schrie er sie wütend an.
    Marie zuckte zusammen und war wohl zum ersten Mal in ihrem Leben sprachlos. Dass ich das noch mal erleben durfte. Da aber jetzt nicht der richtige Zeitpunkt zum sarkastisch werden war, ließ ich die Kleine stehen, eilte zu ihr hin und zog die immer noch fassungslose Marie den Gang hinunter.
    Ich drehte mich noch einmal zu Malfoy um musterte ihn verärgert.
    „Du hast ja keine Ahnung!“, zischte ich ihm zu.

    Als ich mit ihr im Schlepptau in meinem Schlafraum angekommen war, setzten wir uns auf mein Bett, dass Marie ausnahmsweise mal nicht wie sonst immer sofort für sich beanspruchte, also musste es ihr ja wirklich richtig schlecht gehen.
    „Er meinte, ich müsste ihn verstehen. Und dass er auch nichts machen kann. Und ich solle mich doch mal in seine Lage versetzen. Ja wie denn bitte, wenn er nichts sagt.“, fing Marie plötzlich an. Es sprudelte aus ihr raus und ich nahm sie in den Arm.
    „Er sagt, er hätte ja keine Wahl und er wollte mich nur schützen. Ja klar, dass kann er Crabe oder Goyle erzählen, als ob Unwissenheit schützen würde. Bellatrix hatte mit allem Recht, was sie gesagt hat.“
    „Das hat man ja vorhin gesehen!“, ich zog die Augenbrauen hoch. Omann, war das alles schwierig.
    „Ich will dir ja nicht zu nahe treten, aber irgendwie siehst du die letzten Tage nicht so frisch aus!“
    „Dankeschön, wenn du jede Nacht nur ein paar Stunden schlafen könntest, weil du erstmal ewig nicht einschläfst, weil du dich fragst, warum der Typ, den du liebst ein mieses Arschloch ist, oder weil du irgendwann aufwachst, nachdem du geträumt hast, dass Voldemort erst dich dann Draco dann mich umbringt. Das ist nicht sonderlich angenehm!“
    „Hm…also ich träum immer nur, dass ich Bellatrix beim Friseur treffe, und sie mir ihr Volumenshampoo empfiehlt!“, versuchte ich sie ein bisschen aufzuheitern.
    Marie lächelte mich traurig an, aber ich sah, dass es ihr schon ein bisschen besser ging und sie sich wohl weitgehend gefasst hatte.
    Ich konnte mir keinen Reim aus Dracos Verhalten machen, ich verstand nicht, was er wollte. Hatte er wirklich was mit dem Eindringen Bellatrix zu tun?
    Aber ich konnte mich noch schwach daran erinnern, dass er ihr oft widersprochen hatte und sich gewehrt hatte, mit ihr mitzukommen.
    Ich war mir nicht sicher, ob er Marie vor ihr erwähnt hatte, wenn dann hatte ich das wohl nicht mitbekommen.
    Ab dem Fluch konnte ich mich nur dunkel an das erinnern, was passiert war.
    Ich hatte mich zwar dank Harry relativ schnell erholt und ihn ja dann gemeinsam mit der aufgebrachten Marie in seinen Schlafraum gebracht, trotzdem hatte ich einiges nicht mitbekommen.
    Mir fielen zwar immer mal wieder Bruchstücke ein, aber das ganze Bild wollte sich nicht zusammensetzen lassen.
    Ich nahm mir vor in den nächsten Tagen mit Draco zu reden. Ja ich weiß, ich hätte auch nie gedacht, dass ich mal freiwillig mit ihm reden würde, aber in diesem Fall musste es ja sein. Es ließ sich wohl schwer vermeiden, wenn ich meiner Freundin helfen wollte. Ich hätte ja auch mit Crabe und Goyle Vorlieb genommen, die waren bestimmt so geschwätzig, dass ich binnen ein paar Minuten alles wüsste, was sie wussten, nur glaubte ich nicht, dass Draco den beiden irgendwas erzählt hatte. Vor allem nicht, wen er Marie die Sache verschwieg. Und das verstand ich sowieso nicht. Glaubte er, er könnte die Dinge totschweigen? Und Marie hatte Recht damit, dass Unwissenheit einen nicht schützt. Wenn man wenigstens weiß, womit man es zu tun hatte, konnte man sich wenigstens dafür rüsten. Aber so… allerdings glaubte ich nicht, dass Draco ihr nichts erzählt hatte, weil er ihr nicht vertrauen würde. Komischerweise bin ich mir in letzter Zeit sicher geworden, dass er sie wirklich liebte. Wenn mir einer vor einem Jahr gesagt hätte, dass ich glauben würde, Draco hätte Gefühle für jemanden, geschweige denn überhaupt Gefühle, ich hätte ihn für völlig verrückt erklärt. Doch wie hat Bushido festgestellt: Zeiten ändern dich! Und vielleicht sogar so jemanden wie Draco.





















    Kapitel 12: Unerwartetes Erwachen

    Als ich mit Lena später nach Hogwarts kam, wollte Marie unbedingt noch bei Draco vorbeischauen. Sie hatten einige klärende Gespräche geführt und sie waren wieder dabei sich anzunähern. Sie hatte mir nicht viel erzählt, wahrscheinlich musste sie selbst erst alles verarbeiten, aber ich war mir sicher, das würde sie noch tun. Wenigstens ging es ihr jetzt wieder besser und sie sah wieder munter aus und nicht wie eine wandelnde Lindsay Lohan auf Entzug. Mittlerweile kam ich sogar weitgehend wieder mit Draco zurecht, nach dieser Geschichte, wenigstens zu der Zeit, in der er die Klappe hielt. Er war zwar nicht mein bester Freund, aber Marie zu Liebe hielt ich es mit ihm sogar mehrere Stunden am Stück aus. Ohne seine zwei Bodyguards war er wesentlich erträglicher und man konnte sich sogar mit ihm unterhalten. Jedenfalls über ein paar Themen. Und nachdem sich rausgestellt hatte, dass er weder selbst auf der dunklen Seite stand, noch Marie da hinziehen wollte, konnte ich ihm sein Verhalten verzeihen. Bei der Familie würde ich mich wahrscheinlich genauso verhalten, genauso arrogant und abfällig, jedenfalls der Mehrheit gegenüber. Zu uns hatte er momentan viel Kontakt und hielt sich weitgehend mit seinen dummen Sprüchen zurück.
    Zusammen gingen wir in die große Halle, was ein neutraler Ort war, denn Draco war im Gryffindorgemeinschaftsraum immer noch nicht gern gesehen. Verständlicherweise. Und seit dem Vorfall schon gar nicht.
    Dort sahen wie Harry mit ein paar Freunden sitzen, unter anderem auch Oliver.
    Oh nein. Ich erstarrte für einen kurzen Moment bei diesem Anblick, betrat jedoch, als wenn nichts wäre, den Raum, als Marie mir unsanft mit dem Ellbogen in die Seite stieß.
    „Ach Hallo Lena, …und Marie! Setzt euch doch zu uns!“, meinte Hermine und schaute uns einladend an. Immer schön freundlich bleiben, war wohl ihr Motto. Warum bin ich denn heute so bissig?
    Draco wurde wie immer von ihr ignoriert.
    Blöderweise war nur noch ein Platz neben Oliver frei.
    Ich setzte mich neben ihn und er sah mich mit durchdringendem Blick an.
    Plötzlich erschrak ich.
    Harry war aufgesprungen und funkelte uns bzw. mich böse an.
    „So jetzt musst du auch noch vor mir mit ihm rummachen? Ich fasse es ja nicht! Hast du denn keinen Funken Anstand? Meinst du, ich krieg von euch beiden nichts mit? Meinst du ich bin blind, oder gar blöd? Ich dachte, wir wären gerade wieder dabei uns zu vestehen? Du provozierst es ja förmlich!“, schrie Harry mich an.
    Ich zuckte. Bitte mach jetzt keine Szene. Mit so einer Reaktion hatte ich bei ihm nicht gerechnet. Klar würde er wütend sein, aber dass er gleich so ausrasten würde, vor allen Leuten, hätte ich niemals geahnt. Vor allem, weil wir uns in letzter Zeit ja wieder echt gut verstanden…
    Oliver stellte sich schützend vor mich. Wo war seine glänzende Rüstung?
    „Harry, beruhige dich! Es war doch nicht geplant! Es konnte doch keiner ahnen!“, versuchte er ihn zu beschwichtigen. Ja Eben.
    „Halt du dich da raus! Du bist ja wohl das Allerletzte! Du warst mein Vorbild! Du hast mir Quidditsch beigebracht! Zu dir habe ich aufgeschaut! Und dann vögelst du einfach meine Freundin?“
    Tja, Pech gehabt. Wer zuerst kommt mahlt zuerst, und das ganz wortwörtlich.
    „Wird ja doch noch spannend hier!“, flüsterte Draco Marie zu, die ihn dafür mit einem bösen Blick bestrafte. Wenigstens verstanden die beiden sich jetzt wieder.
    Jetzt wurde es Oliver allerdings zu dumm.
    „Hättest du dich mal besser um sie gekümmert, dann wäre es doch nie so weit gekommen. Dann hätte ich sie nie trösten müssen!“
    Guter Einwand.
    „Oh, der treue Oliver mit dem großen Herzen für arme vernachlässigte Freundinnen anderer Typen!“
    Ne, nur für mich.
    „Dann regeln wir das doch anders!“. Oliver schaute ihn herausfordernd an.
    „Hör zu, ich mag dich echt gern, Potter, aber bei der Liebe hört meine Sympathie für dich auf! Das Mädchen ist mein, der Bessere gewinnt!“
    „Der Bessere wobei denn? Was habt ihr denn schon drauf? Das einzige was ihr könnt, ist zu wissen, wie man sich hier fortwährend lächerlich macht!“
    Malfoy zog die Augenbrauen hoch und musterte die beiden Konkurrenten mit einem abschätzigen Blick.
    „Draco“, fuhr Marie ihn an. Also echt jetzt, musste der sich überall einmischen. Der hatte schon genug angerichtet.
    „Halt den Rand, Draco! Es geht ausnahmsweise mal nicht um dich!“, giftete Harry ihn an. Ausnahmsweise? Wenn dann geht es ja wohl immer nur um mich!
    „Ich bin für ein Zauberduell! Der Gewinner bekommt Lena!“, unterbrach Oliver ihn. Uh, ja, das hört sich gut an.
    „Oh ja, Harry, einen Sekundanten hast du ja schon. Ich stehe dir voll und ganz zur Verfügung!“ Meine Fresse, der hatte ja keinen Anstand.
    Oliver unterdrückte ein Grinsen.
    „Was ist ein Zaubererduell?“, fragte Harry. „Und was soll das heißen, du bist mein Sekundant?“ Mein Gott, stellte der sich dumm an.
    „Naja, ein Sekundant ist dazu da, um deine Angelegenheiten zu regeln, falls du stirbst“, sagte Ron lässig.
    Harry starrte ihn fassungslos an.
    „Was soll das heißen?“
    „Mein Gott, Potter, du bist ja dümmer als ich erwartet habe. Raffst du es immer noch nicht?“
    Mal wieder Draco, der nicht die Klappe halten konnte, aber in dem Punkt hatte er Recht.
    „Also Harry, bei einem Zauberduell prallen zwei Zauber aufeinander, die stärker gewirkte Magie setzt sich durch. Dies passiert etwa wenn ein Zauberer einen Zauberspruch oder magische Wirkung mittels Bannen von Zauberwerk, Bannen von Götterwerk oder Bannen von Finsterwerk aufheben möchte. Ähnliches passiert wenn eine Person verzaubert werden soll auf die bereits ein gleichartiger Spruch wirkt, da das grundlegende Prinzip gilt das nur eine Verzauberung einer Art zugleich wirken kann!“, prahlte Hermine mit ihrem Wissen.
    Ach nee, Hermine, das hätte keiner außer die gewusst.
    „Also kämpfe ich gegen Oliver mit Magie?“
    Du bist ja a ganz a schneller.
    „So ist es. Möge der bessere gewinnen!“



    5
    Verheerende Liebe, wiederkehrende Triebe

    „Harry, Harry“ Ich stürzte auf ihn zu. Oh mein Gott.
    Ich nahm seinen Kopf auf meinen Schoß und strich ihm das blutverklebte Haar aus dem Gesicht.
    Er rührte sich nicht. Ron hatte sich auf den Weg zu Madame Pomfrey gemacht, um ihr Bescheid zu geben.
    „Nun Harry sag doch was! Mach doch die Augen auf!“
    Doch Harry bewegte sich immer noch kein Stück weit. Seine Augen blieben geschlossen.
    „Was hast du nur mit ihm gemacht?“, schrie ich Wood an.
    Der wiederum eilte nun auch zu den beiden hin, um zu sehen, was mit Harry war.
    Er wollte ihn an der Schulter berühren, doch ich schlug seine Hand weg. Das konnte er vergessen. Er wird ihn bestimmt nicht mehr anfassen. Und mich sowieso nicht.
    „Fass ihn bloß nicht an!“, zischte sie ihn an.
    Er stand auf und trat einen Schritt zurück, um der herbeieilenden Madame Pomfrey und dem hinterher schnaufenden Dumbledore Platz zu machen.
    „Was ist hier passiert?“, wollte dieser wissen, als er Harry so verletzt auf dem Boden sah.
    „Harry und Wood haben ein Zauberduell um Lena veranstaltet“, berichtete Hermine bereitwillig.
    Halt die Fresse, du dumme Streberin.
    „Seid ihr denn von allen guten Geistern verlassen?“, herrschte Dumbledore sie an.
    „Gerade von dir, Oliver, hätte ich mehr erwartet!“, er sah ihn scharf an.
    Oliver zog den Kopf ein und sah ihn entschuldigend an.
    Tz, das konnte er sich jetzt auch sparen.
    Sie brachten Harry in den Krankenflügel und ich wich ihm nicht von der Seite.
    Irgendwann öffnete er seine Augen und schaute mich liebevoll an.
    Wie konnte er mich noch so ansehen, nach allem, was ich ihm angetan hatte?
    „Lena… und hab ich gewonnen? Gehörst du jetzt mir?“
    Ich fing an zu weinen und ließ mich von ihm in den Arm nehmen.
    „Natürlich, natürlich Harry, ich werde dich nicht mehr allein lassen, ich werde kein Stück von deiner Seite weichen!“
    Und das war mein voller Ernst. Ich hatte ihm das angetan. Mir wurde bewusst, wie sehr ich ihn verletzt haben musste. Und das nicht nur körperlich.
    Als ich von Madame Pomfrey jedoch höflich gebeten wurde, den Raum zu verlassen, damit Harry sich erholen und ausruhen konnte, verließ ich schweren Herzens und mit einem schlechten Gewissen sein Bett. Er könnte sich bestimmt mit mir an seiner Seite besser auskurieren. Aber nein…ach mann.
    Warum hatte ich das nur zugelassen? Was hatte ich getan? Ich liebte Wood doch gar nicht! Es war alles meine Schuld!
    Doch bevor ich mir weiter Vorwürfe machen konnte, fing mich Dumbledore am Gang ab. Was wollte der alte Sack denn?
    „So junge Dame, jetzt erzählst du mir bitte, wie konnte Harry nur so verletzt werden? Bei einem gewöhnlichen Zauberduell kann so was doch gar nicht passieren! Harry hat es schon mit bedeutend stärkeren Zauberern zu tun, was konnte ihm dann Wood anhaben?“
    Blöderweise wusste ich das selber nicht.
    „Ich weiß es nicht, es fing auch alles ganz harmlos an, doch dann steigerten sie sich immer weiter rein und dann ist es eben passiert, ich glaub Harry war abgelenkt, auf jeden Fall hat er nicht mitbekommen, wie Olivers Zauber ihn traf, ich weiß auch nicht mal, welchen Oliver überhaupt verwendet hat, aber die beiden trifft keine Schuld! Es ist alles meine Schuld, ich habe alles falsch gemacht. Ich hätte von Anfang an vor Harry die Karten auf den Tisch legen müssen! Ich hätte es verhindern müssen!“
    Eine Träne lief mir die Wange hinunter.
    „Glaube mir, Jungs in dem Alter kann niemand bändigen, schon gar kein Mädchen. So schlimm sind Harrys Verletzungen auch wieder nicht, er hat schon Schlimmeres durchgestanden!“ Was sollte das denn bitte heißen? Und schon gar kein Mädchen…
    Dumbledore legte mir eine Hand auf die Schulter und sah mich aufmunternd an.
    „Nun geh in deinen Schlafraum und ruh dich aus, ich schätze mal, morgen früh, wirst du ohnehin die erste an Harrys Bett sein!“ Darauf konnte er seinen langen, wallenden Bart drauf verwetten.

    In den nächsten Tagen war ich, wie Dumbledore es schon vermutet hatte, immer die Erste, die Harry besuchte und die Letzte, die sich von ihm verabschiedete.
    Seine Verletzungen waren weit weniger schlimm als anfangs gedacht, trotzdem kümmerte ich mich natürlich rührend um ihn. Jedenfalls soweit es mir möglich war.
    Wood verließ den Tag nach dem Duell das Schloss und kündigte an, er würde für längere Zeit in seinem Quidditschteam gebraucht und könnte daher Gryffindor nicht weiter trainieren.
    Ich traf ihn zufällig auf dem Gang, als ich Harry neue Klamotten bringen wollte.
    „Ich hab gehört, du gehst?“
    „Ja ich kehr zu meinem Team zurück und ich denke, es ist besser wenn ich Hogwarts verlasse, jetzt wo du wieder mit Harry zusammen bist!“, er schaute mich vorwurfsvoll an. Was sollte das denn jetzt? Das mussten wir doch jetzt nicht hier besprechen. Schon gar nicht wenn die zwei verfressenen Säcke Goyle und Crabe gaaanz unauffällig neben uns standen und sicher darauf brannten alles brühwarm Draco zu erzählen. Ja, inzwischen nannte ich ihn sogar manchmal Draco.
    Ich zog ihn in den nächstgelegenen Raum, weg von den schaulustigen Hufflepuffern.
    „Was erwartest du denn von mir?“, fragte ich ihn mit traurigen Augen.
    „Ich kann ihn doch jetzt nicht im Stich lassen!“, versuchte ich ihm die Sachlage zu verklickern/zu erklären.
    „Ich weiß, du gibst mir die Schuld für seine Verletzung, aber es war keine Absicht. Ich wollte ihn nicht so stark verletzen, mein Zauberstab…ach ich weiß selber nicht, was da genau passiert ist. Aber ich weiß, dass es ein Versehen war… und ich weiß, dass ich dich liebe!“, er sah mich ernst an.
    „Ach, Oliver. Ich kann doch auch nichts machen. Ich liebe Harry nun mal mehr als dich. Dennoch habe ich die Zeit mit dir immer in vollen Zügen genossen!“
    Ich hoffte auf Verständnis. Doch war ich mir sicher, dass er das nicht verstand und wenn er das verstand, würde er mir trotzdem nicht verzeihen. Es tat mir unendlich Leid.
    Ich konnte Oliver nie ansehen, was er dachte. Bei Harry, war es einfacher, ihm waren die meisten Gedanken ins Gesicht geschrieben, aber bei ihm, wusste ich nie woran sie war. Er verzog keine Miene. Vielleicht fand ich auch genau das an ihm so faszinierend.
    Plötzlich zog er mich nah an sich ran und gab mir einen langen Kuss.
    Dann schaute er mir noch einmal in die Augen.
    „Danke für diese wunderbare Zeit, ich werde sie und vor allem dich nie vergessen!“
    Mit diesen Worten machte er auf dem Absatz kehrt und ging davon.
    Ich schaute ihm kurz nach, machte mich allerdings dann mit Tränen in den Augen auf den Weg zu Harry, der bestimmt schon auf mich wartete. Auch wenn es mir schwer fiel und ein Teil von mir dabei verloren ging. Er verließ mich zusammen mit Oliver.
    Oliver drehte sich noch ein letztes Mal um und seine goldenen Augen blickten ihr noch immer nach, als Lena schon längst um die Ecke verschwunden war.












    Kapitel 14: Wenn du willst!

    Er brachte mich zum See und dort ließen wir uns ins Gras nieder. Gott sei Dank hielte sich die meisten Spinnen und andere eklige Viecher vorwiegend im verbotenen Wald bei ihrem Big Daddy waren und ich so beruhigt sein konnte, dass im näheren Umkreis keine Spinne war. Haha, von wegen im Umkreis von zwei Metern sei immer eine Spinne, das glaubte Marie doch selber nicht. Obwohl daheim in meinem Zimmer sah das bestimmt anders aus…ohoh ich schweifte schon wieder völlig mit meinen Gedanken ab. Hatte Harry gerade was gesagt? Oder warum schaute er mich so erwartungsvoll an. Ich hatte jedenfalls nichts gehört. Hm, naja wenn’s wichtig war, wird er es schon noch mal sagen, hoffe ich jedenefalls.
    Kurz zuvor hatte Harry seinen Zauberstab gezückt und mit einem kurzen Zauber den See zum glänzen. Überall erschienen jetzt Lichter und Glühwürmchen tanzten miteinander in der Luft. Es war wunderschön mitanzusehen.
    Harry räusperte sich und ich schenkte ihm wieder meine volle Aufmerksamkeit.
    „Ich möchte dir für alles danken. Du hast mir immer beigestanden, wenn es mir schlecht ging, vor allem die letzten Wochen. Mit dir an meiner Seite werde ich auch Voldemort besiegen und ihn für immer vernichten. Ich weiß, dass ich das ohne dich nie schaffen würde. Du spendest mir Trost, gibst mir Kraft alles zu überstehen. Ohne dich wäre ich nichts. Ich werde dir auch in Zukunft beweisen, dass du mit mir die richtige Wahl getroffen hast. Ich liebe dich über alles in der Welt und möchte auch weiterhin mein Leben mit dir bestreiten. Du liebst mich wie ich bin, mit all meinen Fehlern und Makeln, du hältst mich, wenn ich drohe, zu fallen und du zeigst mir den rechten Weg. Mit dir fühlt es sich richtig an und ich möchte keine einzige Sekunde mit dir missen! Bitte heirate mich!“


    Ich starrte ihn perplex an. War er denn verrückt geworden? Ich kann doch nicht mir siebzehn heiraten. War er denn von allen guten Geistern verlassen? Was erwartet er denn bitte? Dass ich <ja> sage? Was denkt der sich eigentlich?

    Harry blickte mich mit großen Augen erwartungsvoll an. Ich sah in seine meerblauen Augen, in denen ich schon so oft verunken war und merkte, wie mir eine Träne die Wange hinablief.
    Ich merkte wie sehr ich ihn liebte und wie sehr ich ihn brauchte.
    Das mit Wood war ein Fehler gewesen, er war in den letzten Wochen auch nur noch zu einer blassen Erinnerung geworden.
    Ich schaute wieder zu Harry und zum großen Erstaunen meiner, hört Harry ein lautes
    <Ja, ja natürlich>.












































    EPILOG

    Lena beugte sich über die Schale und sprach den Zauber leise vor sich hin.
    Das Bild setzte sich langsam zusammen und wurde immer schärfer. Langsam war ein Garten zu sahen, über und über mit Blumen in den schillerndsten Farben übersät.
    Sie konnte einen kleinen Jungen erkennen der einem etwa fünfunddreißig-jährigen Harry auf dem Schoß saß.
    Der Junge hatte wirres schwarzes Haar und strahlende blaue Augen. Sie sah sich selbst, wie sie aus dem prächtigen Haus raus ins Freie trat und die beiden mit liebevollem Blick musterte.
    Sie blickten von dem Buch auf, dass Harry gerade vorzulesen schien und der kleine Junge sprang vom Schoß Harrys und rannte schreiend auf sie zu.
    „Mommy, Mommy!“ Er schlang seine kleinen Ärmchen um Lenas Beine und schaute sie mit wachen Augen an. Sein Blick war aufgeweckt und sein Gesicht strahlte vor Freude.
    Lena beugte sich zu ihm runter und hob ihn auf ihren Arm.
    Harry schaute seine Frau und seinen Sohn glücklich an und schlenderte dann betont lässig zu ihnen hinüber. Zärtlich nahm er sie beide in den Arm und flüsterte ihnen zu, dass sie und James das wichtigste auf der ganzen Welt für ihn wären.
    In diesem Moment ging das Gartentor auf und Draco und Marie traten Hand in Hand in den Garten. Vor ihnen hüpften zwei kleine Kinder umher. Als sie James erblickten liefen die beiden zu ihm hin und schnell stürmten die drei los, um das nahegelegene Klettergerüst unsicher zu machen.
    Währenddessen war das Paar bei Harry und Lena angekommen und sie begrüßten sich.
    „Und, Lena, was macht das Kind? Tritt es immer noch um sich?“

    Erst jetzt bemerkte Lena, dass sie in dem Bild schwanger war. Ihr Bauch war zu einer runden Kugel geworden, sie war sicher schon im 8. Monat, oder so.
    Die Lena in ihrer Illusion beklagte sich über die Schmerzen, doch merkte Marie ihr genau an, wie sehr sie sich auf das Baby freute.
    Harry, der sanft Lenas Bauch streichelte, schaute nun Malfoy an.
    „Nun, ich sehe da kommt noch so eine Potterplage!“, konnte sich Malfoy nicht verkneifen und grinste Harry an.
    Dieser boxte seinem Freund in die Schulter.
    „Ach Draco, wir wollen doch nicht in die alten Gewohnheiten zurückfallen, oder? Außerdem, wenn die Welt zwei Malfoys bekommen hat, braucht es mindestens zwei Potters um das wieder auszugleichen! Bei wem sollen John und Emily denn sonst lernen, wie man sich benimmt! Zu wem sollen sie denn sonst aufblicken, wenn nicht zu meinen Kindern?“, konterte Harry mit einem verschmitzten Lächeln geschickt.
    Lena und Marie sahen die beiden Männer kopfschüttelnd an und lachten.
    „Naja, da können wir ja nur hoffen, dass alle vier Kinder stark nach den Müttern kommen, sonst wird ja nichts aus ihnen!“
    „Na warte!“, sagte Harry und packte Lena.
    Er zog sie an seine starke Brust und küsste sie leidenschaftlich.














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