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Feuerschweifs Geschichte

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9 Kapitel - 12.320 Wörter - Erstellt von: - Entwickelt am: - 254 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Hier habe eine Warrior Cats Geschichte aufgeschrieben. Ein paar Charaktere aus dem Buch sind dabei. Ich hoffe, es Gefällt euch!
Feuerherz

    1
    Warrior Cats
    Feuerschweifs
    Geschichte





    Kapitel 1



    Feuerjunges spürte die raue Zunge seiner Mutter auf seinem Fell. Er öffnete vorsichtig ein Auge, dann noch eins. Er sah sich in der dunklen Kinderstube des Donnerclans um. Sie war in einem Brombeerstrauch untergebracht. Er stupste seine schlafende Schwester an, die leise schnurrte. Sie war genau so alt wie er, aber zierlicher gebaut. Sie öffnete die Augen und schaute sich blinzelnd in dem dämmrigen Licht um. Ihre Mutter betrachtete sie schnurrend. „Sie ist schön.“ dachte Feuerjunges, genau wie Schneejunges.“ Feuerjunges schnappte spielerisch nach dem Schwanz von Schneejunges. Sie drehte sich blitzschnell um und schlug rasch nach seinem Ohr. Sie stürzten auf einander zu und rollten in einer Kugel aus Fell und Zähnen auf den Ausgang der Kinderstube zu, hinaus ins helle Tageslicht und landeten genau vor den Pfoten ihrs Vaters, der sie gerade in die Kinderstube besuchen wollte. Er schnurrte belustigt und gab den beiden einen kleinen Pfotenschlag übers Ohr. Feuerjunges sprang an seinem Vater hoch und schlug ihm mit eingezogenen Krallen auf die Nase.

    Das alles war mittlerweile fünf Monde her. Feuerjunges und Schneejunges lagen ausgestreckt vor der Kinderstube. Vor ihnen saßen ihre Freunde Birkenfell und Wieselschweif. Die beiden waren gerade zu Kriegern ernannt worden. Stolz und aufgeregt saßen sie vor Feuerjunges und Schneejunges. „Hoffentlich sind wir bald Schüler! Ich will auch Krieger werden!“ dachte Feuerjunges. Seine Mutter kam aus der Kinderstube auf sie zu und sagte: „Es ist schon spät. Ihr müsst jetzt schlafen.“ Sie scheuchte Feuerjunges und Schneejunges in die Kinderstube.

    Feuerjunges erwachte er mit einem kribbeln im Bauch. Er und Schneejunges waren sechs Monde alt! Aufgeregt lief er nach draußen. Die Sonne ging auf, und tauchte das Lager in goldenes Licht. Sein Fell war zerzaust, und sah mit der rot-orangen Farbe aus, als würde es brennen. Schneejunges kam aus der Kinderstube geschossen und kam schlitternd vor ihm zum stehen. „Weißt du, was heute für ein Tag ist?“ fragte sie. Bevor Feuerjunges antworten konnte, rief sie schon: „Der beste unseres Lebens!“ und sprang in die Luft. Schneejunges schrie begeistert: „Wir werden Schüler! Das hat Blaustern heute morgen zu Mama gesagt! Wir werden Schüler!“ und rannte davon.

    Es war Abend. Die Katzen des Donnerclans saßen erwartungsvoll vor dem Hochstein. Blaustern sprang mit einem geschmeidigen Satz auf den Hochstein und erhob die Stimme. „Katzen des Donnerclans, wir haben uns hier versammelt, weil wir zwei neue Schüler in unseren Reihen begrüßen wollen. Tretet vor, Feuerjunges, Schneejunges.“ Feuerjunges unterdrückte die Aufregung, die in seinem Fell kribbelte, als ihn die vielen Blicke seiner Clankameraden trafen. Er trat vor, neben sich Schneejunges. Der junge Kater senkte respektvoll den Kopf und blieb vor Blaustern stehen. Sie hob den Kopf zum Silbervlies und sprach: „ Katzen des Sternenclans, ich bitte euch, seht auf diese beiden Jungen herab. Sie sind bereit, hart zu arbeiten, um eure edlen Gesetze zu erlernen. Ich heiße sie als vollwertige Schüler des Donnerclans willkommen. Feuerjunges, von nun an wirst du Feuerpfote heißen. Dein Mentor wird Löwenherz sein. Löwenherz, ich hoffe, das du deinen Mut und deine Loyalität an diesen jungen Schüler weitergibst. Schneejunges, von nun an wirst du Schneepfote heißen. Dein Mentor wird Goldblatt sein. Goldblatt, ich hoffe, du gibst dein Jagdgeschick und deinen Eifer an diese junge Schülerin weiter.“ Feuerpfote drückte seine Schnauze gegen die von Löwenherz. Schneepfote tat es ihm mit Goldblatt nach. Blaustern sprang vom Hochstein. Die Katzen des Donnerclans beglückwünschten Feuerpfote und Schneepfote. aufgeregt sprang Schneepfote hoch und freute sich. Feuerpfote freute sich leise für sich. Ein paar Stunden später ging er müde in den Schülerbau und suchte sich ein Nest. Das Nest rechts von seinem trug, wie sei neues eigenes, keinen Geruch, war also unbewohnt. Links von ihm lag das Nest eines grauen, flauschigen Fellhaufens, der leise schnarchte. Feuerpfote war müde und hungrig, also ging er hinaus aus dem Bau und holte sich eine fette Wühlmaus. Er trug sie vor den Bau und fing an zu essen. Nach einiger Zeit setzte sich Schneepfote neben ihn. Sie schien erschöpft. Feuerpfote sagte leise zu ihr: „ Du siehst hungrig aus.“ Er schob ihr den Rest der Wühlmaus zu und drückte sich an sie. Als Schneepfote aufgegessen hatte, gingen die beiden in den Bau der Schüler. Feuerpfote zeigte ihr ihr neues Nest und legte sich dann in seines.



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    Kapitel 2




    „Was riechst du?“ fragte Löwenherz. Feuerpfote öffnete das Maul. Er roch den Wald, ein Eichhörnchen, zwei Amseln, eine Maus und eine Wühlmaus. Das sagte er Löwenherz und dieser lobte ihn stolz. Er sagte: „Ich bringe dir heute das jagen bei. Aber erst musst du das anschleichen üben. Auf in die Sandkuhle!“ Damit preschte er davon. Feuerpfote sprenge hinterher und holte Löwenherz dann schließlich doch noch ein. Zusammen stürmten sie in die Sandkuhle. Dort war auch schon Schneepfote. Sie übte gerade auch das jagen. Löwenherz zeigte Feuerpfote, wie er am besten Mäuse jagen sollte. Er presste sich auf den Boden und hielt den Schwanz kurz über dem Boden. Er erklärte: „Du darfst kein Geräusch machen. Am besten, du legst so wenig Gewicht in die Pfoten, wie du kannst. Dann machst du kein Geräusch. Versuchs mal!“ Feuerpfote hielt den Schwanz kurz über dem Boden, legte kein Gewicht in die Pfoten und kroch vorwärts. Dann sprang er hoch und packte seine imaginäre Beute. Löwenherz brachte ihm noch andere Techniken für andere Tiere bei. Löwenherz lobte ihn immer wieder, und sagte dann zu ihm: „ Wir warten noch auf Schneepfote. Dann gehen wir in den Wald und üben dort alles praktisch.“ Feuerpfote schaute zu, wie Schneepfote über den Boden schlich und dann hochsprang, um
    ihre Beute zu packen. Als sie fertig mit dem üben war, sagte Löwenherz zu ihnen: „Wir können jetzt loslegen. Wir jagen bei den Sonnenfelsen. Feuerpfote preschte los. Er wollte die meiste Beute fangen! Begeistert und Atemlos kam er am Rand der Sonnenfelsen an. Er öffnete das Maul und schnupperte. Er roch eine Maus. Er ließ sich in die Jagdhaltung fallen und kroch vorwärts. Da sah er seine Beute. Es war eine fette Maus, die an einem Samen knabberte. Sie schien Feuerpfote nicht zu bemerken, denn sie knabberte munter weiter. Als Feuerpfote nah genug dran war, stieß er sich lautlos vom Boden ab. Die Maus bemerkte ihn zu spät. Bevor sie „Quiek“ sagen konnte, hatte Feuerpfote sie schon erledigt. Da trat Löwenherz hinter einem Felsen vor und fand: „Guter Fang, Feuerpfote.“ Feuerpfote sagte überrascht: „ Danke!“ Löwenherz riet ihm: „Vergrab deine Beute. Bei Sonnenuntergang müsst ihr zurück sein. Viel Glück!“ und ging. Feuerpfote hatte noch viel Zeit. Er vergrub seine Beute und sah schon sein nächstes Ziel. Eine Wühlmaus, die nach etwas essbarem suchte. Er prüfte den Wind, schlich sich an, sprang und tötete sie mit einem Biss. Er vergrub sie und sah nach oben. Es war Sonnenhoch, also noch viel Zeit. Er sah aus dem Augenwinkel eine Bewegung, drehte sich um, prüfte wieder den Wind, schlich sich an und sah sein Ziel. Es war eine fette Taube, die nach Samen pickte. Er kam lautlos näher, sprang hoch, packte die Taube und tötete sie. Er trug sie zum Rest der vergrabenen Beute und scharrte Sand darüber. Er roch ein Eichhörnchen und kam langsam näher. Er versetzte dem Eichhörnchen einen Schlag mit den Krallen und trug es zu der restlichen Beute. Er schaute zum Himmel. Die Sonne war weiter nach unten gewandert. Aber es war noch nicht Sonnenuntergang. Er hatte noch Zeit. Da wehte ihm der Geruch von Kaninchen zu. Er folgte der Spur und sah es dann. Er schlich so leise er konnte an, sprang dann und merkte zu spät, das er zu früh gesprungen war. Das Kaninchen hörte ihn und hoppelte davon. Die Felsen glühten golden, und sein Fell leuchtete rot auf. Es war Sonnenuntergang. Er nahm die Taube ins Maul, packte das Eichhörnchen am Schwanz und packte auch die beiden Mäuse am Schwanz. So machte er sich langsam auf den Rückweg.

    Als er im Lager eintraf und seine Beute auf den Haufen werfen wollte, kam Löwenherz zu ihm getrabt. Er schaute beeindruckt und beglückwünschte Feuerpfote. Feuerpfote warf die Beute auf den Frischbeutehaufen und setzte sich neben den Lagereingang, um auf Schneepfote zu warten. Als es langsam auf die Nacht zuging, kam Schneepfote ins Lager. Aus ihrem Maul baumelten eine Amsel, zwei Mäuse und eine Wühlmaus. Sie warf die Beute auf den Haufen und nahm Goldblatts Glückwünsche entgegen. Danach wankte sie in den Bau der Schüler und brach auf ihrem Nest zusammen. Feuerpfote legte sich leise neben sie und flüsterte um die anderen Schüler nicht zu stören: „Du hast ziemlich viel gefangen, da solltest du auch was essen. Außerdem siehst du erschöpft aus. Komm, ich such uns was gutes aus.“ Feuerpfote verließ den Bau und ging zum Frischbeutehaufen. Er nahm zwei Mäuse mit und brachte sie in den Bau. Dort ließ er sich neben Schneepfote nieder. Sie schlang die Maus runter und legte sich erschöpft in ihr Nest. Feuerpfote drehte sich und legte den Schwanz über die Schnauze. Erst jetzt merkte er, wie müde er war. Er kuschelte sich an Schneepfotes weiches Fell und schlief so ein.

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    Kapitel 3



    Als Feuerpfote erwachte, musste er blinzeln, weil das helle in den Bau hereinschien. Er trat hinaus auf die Lichtung. Dort begegnete er Löwenherz. Löwenherz fragte: „Bist du bereit für ein paar Kampfübungen?“ Feuerpfote antwortete erfreut: „Oh ja, gerne, das kämpfen wollte ich schon immer lernen!“ Feuerpfote rannte in den Bau zurück um Schneepfote zu wecken. Schneepfote öffnete die Augen und kam begeistert aus ihrem Nest. Als Feuerpfote und Schneepfote auf der Lichtung standen, sagte Goldblatt: „Löwenherz und ich sind der Meinung, das ihr das kämpfen lernen müsst. Das werdet ihr heute tun.“ Aufgeregt rannte Schneepfote im Kreis. Sie rief: „Na dann los!“ und stürmte Richtung Sandkuhle. Feuerpfote setzte ihr nach. Schon bald kamen sie in der Kuhle an und warteten auf ihre Mentoren. Löwenherz kam schon bald mit großen Sätzen zu ihnen gesprungen, Goldblatt traf ein paar Sekunden später ein. Sie kam rutschend vor ihnen zum stehen. Löwenherz Schnurrhaare zuckten amüsiert. Er stellte sich vor die Schüler und sagte: „Schaut einfach erstmal zu.“ Er stürzte sich auf Goldblatt, die sich mit einem schnellen Sprung zur Seite noch retten konnte. Sie drehte sich geschickt und sprang auf Löwenherz Rücken. Er schüttelte sich, doch sie krallte sich in seinem Fell fest. Löwenherz wälzte sich im Sand, und Goldblatt musste ihn loslassen. Sie ging wieder zum Angriff über, und versuchte, Löwenherz aus dem Gleichgewicht zu bringen. Er wich ihr aus, und schlug mit der Pfote nach ihr. Feuerpfote schaute aufmerksam zu. Als Löwenherz Goldblatt schließlich zu Boden drückte, keuchte er: „Jetzt seid ihr dran. Goldblatt und ich zeigen euch erst ein paar Kamfpübungen. Feuerpfote, komm her. Ich zeige dir, wie man richtig kämpft.“ Feuerpfote folgte ihm in eine Ecke der Trainingsgrube. Löwenherz wies ihn an: „Stell dich vor mich, und versuch, meinem Angriff auszuweichen.“ Er sprang Feuerpfote an, doch der wich ihm geschickt aus. Beeindruckt schaute Löwenherz seinen Schüler an. Er versuchte noch einmals, Feuerpfote anzuspringen, doch Feuerpfote hörte auf seinen Instinkt und rollte sich unter seinem Mentor hindurch. Der goldene Kater landete im Sand und schüttelte sich verwirrt. Er sagte zu Feuerpfote: „Jetzt greif mich an. Das du ausweichen kannst, hast du ja schon bewiesen.“ Feuerpfote machte sich zum Sprung bereit. Er verlagerte sein Gewicht und stieß sich ab. Er flog durch die Luft und sah, wie Löwenherz zur Seite sprang. Feuerpfote änderte die Richtung und steuerte auf seinen verblüfft blickenden Mentor zu. Der rote Kater landete genau auf Löwenherz Rücken. Er ließ sich von dem golden Fell des großen Katers rutschen. Er landete im Sand und schüttelte sich. Löwenherz starrte ihn an und fragte schließlich: „Wie hast du das gemacht?“ Feuerpfote schaute verlegen auf seine Pfoten. „Ich weiß es auch nicht“ antwortete er. Als Schneepfote und Goldblatt auf sie zukamen, meinte Löwenherz: „Wir sind bereit. Es kann losgehen.“ Er führte Feuerpfote in die Mitte der sandigen Kuhle und wartete dort auf Goldblatt, mit Schneepfote zu ihnen getrottet kam. Löwenherz rief: „Fangt an!“ Feuerpfote und Schneepfote umkreisten sich. Dann stürzte Feuerpfote sich auf sie. Seine Schwester sprang im gleichen Moment, und sie prallten in der Luft zusammen. Sobald Feuerpfotes Pfoten den Boden berührten, duckte er sich, denn die schneeweiße Katze setzte erneut zum Sprung an. Er rollte sich zur Seite und dort, wo er gekauert hatte, landete sie. Er drehte sich blitzschnell um und sprang auf ihren Rücken. Sie versuchte, sich unter ihm wegzudrehen, doch er drückte sie auf den sandigen Boden der Kuhle. Löwenherz fragte: „Schneepfote, ergibst du dich?“ Schneepfote warf ihm einen Gequälten Blick zu und antwortete: „Ich ergebe mich“. Feuerpfote kletterte von seiner Schwester herunter und schlug ihr aufs Ohr. Löwenherz fragte: „Habt ihr schon Hunger? Wir könnten eine Mittagspause machen und dann das kämpfen weiter trainieren.“ Feuerpfote knurrte: „Ich bin am verhungern.“ Schneepfote nickte: „Ich auch.“ Löwenherz führte sie aus der Kuhle ins Lager zurück. Er lief zum Frischbeutehaufen und nahm sich eine Maus. Feuerpfote ging auch zu den Haufen. Er wählte ein Eichhörnchen und ließ sich neben dem Brennnesselfleck nieder. Schneepfote kam angetrabt und setzte sich neben ihn. Feuerpfote fragte: „Wollen wir teilen?“ Sie nickte und begann zu essen. Als sie aufgegessen hatten, kam Löwenherz zu ihnen. Er fragte: „Können wir weiter trainieren?“ Die beiden Schüler nickten und trabten eilig hinter ihren Mentoren her. Löwenherz gab ein schnelles Tempo vor, und Feuerpfote musste rennen, um seinen Mentor nicht aus den Augen zu verlieren. Als sie in der Kuhle ankamen, wartete dort schon Goldblatt auf sie. Löwenherz sagte zu ihnen: „Goldblatt und ich haben uns ein Training ausgedacht. Feuerpfote trainiert mit Goldblatt, Schneepfote, du trainierst mit mir. Los geht‘s!“ Feuerpfote trottete zu Goldblatt. Sie fragte: „Bist du bereit?“ Er nickte. Sie umkreisten sich, bis Goldblatt einen Schritt zur Seite machte und Feuerpfote ansprang. Er drehte sich blitzschnell, so dass sie im Sand landete. Sie machte eine Wende und holte zum Schlag aus, doch Feuerpfote war schneller. Er rollte sich zur Seite, und sie schlug ins Leere. Feuerpfote rappelte sich auf und sah Goldblatt auf sich zuschießen. Sie warf ihn um und drückte ihn zu Boden. Er überlegte, wie er sich befreien konnte. Ihm kam eine Idee. Er tat so, als würde der aufgeben. Als er fühlte, wie sich ihr Griff lockerte, drehte er sich so schnell er konnte auf den Bauch. Goldblatt fauchte wütend und stürzte dich wieder auf ihn. Feuerpfote rollte weg, und dort wo er gewesen war, landete Goldblatt. Er sprang auf die Beine und tat so, als würde er angreifen. Sie machte einen Sprung zur Seite und konnte nicht mehr ausweichen, als der rote Kater auf sie zuschoss. Feuerpfote warf sie um und drückte die in den Sand. Sie versuchte ein paar Tricks, doch Feuerpfote hielt sie am Boden. Schließlich ließ sie sich erschöpft zurückfallen. Sie miaute: „Gut, du hast gewonnen.“, und fauchte verärgert. Feuerpfote ließ sie los. Er schaute durch die Kuhle und beobachte, wie Löwenherz und Schneepfote kämpften. Schließlich drückte Löwenherz seine Gegnerin zu Boden und sprach mit ihr. Die beiden Katzen kamen zu Feuerpfote und Goldblatt herüber. Löwenherz fragte: „Wie ist es ausgegangen?“ Goldblatt antwortete keuchend: „Feuerpfote... hat... gewonnen. Ich weiß nicht wie er es anstellt, aber er ist geradezu unbesiegbar. Ich kam nicht an ihn heran.“ Löwenherz schaute die beiden erstaunt an. Er meinte nur: „ Es ist schon spät, wir sollten ins Lager zurückkehren.“ Goldblatt und Löwenherz liefen voraus, Feuerpfote und Schneepfote hinterher. Feuerpfote hörte wie Löwenherz sich leise mit Goldblatt unterhielt. „Es ist also war.“ Goldblatt nickte. „Wenn dem Wald Gefahr droht, werden die Clans Seite an Seite kämpfen. Doch ohne den Krieger mit flammendem Fell werdet ihr untergehen. Das Feuer, das in seinem Herzen brennt, kann nur durch einen Krieger mit einem Herz aus Stein gelöscht werden.“, zitierte Goldblatt. Löwenherz fragte leise: „Glaubst du das er gemeint ist?“ Goldblatt antwortete darauf: „Er muss es sein. Seine Fellfarbe stimmt und er ist schon als Schüler der beste Kämpfer, den ich jemals gekannt habe. Seine zweite Schwester hat auch so begonnen.“ Feuerpfote horchte auf. Er hatte eine zweite Schwester? Löwenherz nickte traurig. „Es ist schrecklich, das sie verschwunden ist. Und auch schrecklich, das sein Bruder sich auf die Seite von Geißel geschlagen hat. Er konnte auch so gut kämpfen.“ Goldblatt warf ein: „Er konnte nicht so gut kämpfen wie Feuerpfote und Silberpfote.“ Löwenherz nickte wieder. Bis sie im Lager ankamen, herrschte von da an Schweigen.

    4
    Kapitel 4



    Am nächsten Tag erwachte Feuerpfote blinzelnd. Er streckte sich und trat auf die Lichtung hinaus. Hinter ihm trat Ahornpfote aus dem Bau. Sie war ungefähr so alt wie Feuerpfote und schon eine gefährliche Schülerin. Sie blickte ihn aus ihren Tiefgrünen Augen an und schnurrte ihm einen guten Morgen zu. Feuerpfote wünschte ihr auch einen schönen guten Morgen und lief zu Löwenherz, der gerade die Patrouillen einteilte. Dort war auch schon Ahornpfote. Die schwarze Katze wartete darauf, in eine der Patrouillen eingeteilt zu werden. Feuerpfote setzte sich neben sie und wartete. Löwenherz nickte Feuerpfote und Ahornpfote zu. Die beiden Schüler erhoben sich und trotteten zu Löwenherz. Er teilte sie mit zu Mausefell, Weißpelz und Sturmwind. Weißpelz ging voran, der Rest der Gruppe trabte hinter ihm her. Sie machten sich auf den Weg zur Flussclangrenze, um dort die Grenze zu überprüfen. Schon von weitem spürte Feuerpfote, das hier etwas falsch war. Er lief zu Weißpelz und erzählte ihm von seinem Gefühl. Der weiße Krieger nickte und hielt seine Truppe an. Er flüsterte allen zu, sie sollten schleichen. Lautlos bewegte sich die Patrouille über den Boden. Sie näherten sich den Sonnenfelsen, als Feuerpfote etwas roch. Er öffnete das Maul, und tatsächlich, es stank nach Flussclan. Er sah die Sonnenfelsen und sah zwischen den Felsen gestalten herumhuschen. Sie waren zu groß für Beutetiere. Es waren Krieger des Flussclans. Erschrocken machte er einen Satz. Fragend drehte sich Weißpelz zu ihm um. Feuerpfote hauchte: „Flussclan.“ Weißpelz nickte ernst und drehte sich zu Mausefell um. Sie schien zu verstehen, nickte und verschwand lautlos im Unterholz. Unbewegt verharrte die restliche Truppe und wartete. Die Zeit schien sich langsamer hinzuziehen als sonst. Endlich kam Mausefell wieder. Hinter ihr kamen Langschweif, Borkenpelz, Blaustern, Wieselpfote, Farnpelz, Glanzfell, Frostfell und Goldblatt aus dem Gebüsch gesprungen. Blaustern nickte und sprang mit einem geschmeidigen Satz aus dem Unterholz. Sie trat auf die Felsen zu und stand allein auf der Lichtung. Sie fauchte: „Was habt ihr auf unserem Territorium zu suchen?“ Die Anführerin des Flussclans sprang zu Blaustern hinüber. Sie knurrte: „Die Sonnenfelsen gehören dem Flussclan!“ Die beiden Katzen umkreisten sich. Als keine der beiden nachgeben wollte, bleckte Blaustern die Zähne. Sie schnippte mit dem Schwanz und ihre Krieger kamen aus dem Unterholz. Auch sie hatten die Zähne gebleckt. Blaustern rief: „Angriff, Donnerclan!“ und stürzte sich auf Leopardenstern und riss sie zu Boden. Feuerpfote setzte über einen Baumstamm hinweg und stürmte auf einen anderen Schüler zu. Feuerpfote duckte sich, täuschte einen Angriff vor und sprang danach, als der andere Schüler es nicht erwarte. Der rote Kater fegte ihn beiseite, packte ihn am Nackenfell und schleuderte ihn über die Lichtung. Jaulend verschwand der gestreifte Schüler in Unterholz. Feuerpfote spürte einen Windzug und sprang gerade rechtzeitig zur Seite. Dort, wo er noch vor wenigen Sekunden gewesen war, landete ein riesiger, dunkelbraun gestreifter Kater. Feuerpfote schauderte, als er sich vorstellte, was mit ihm passiert wäre, wenn er nicht rechtzeitig ausgewichen wäre. Er tänzelte um den Kater herum und nutze seinen Vorteil das er wendiger war. Als der Krieger ihm für einen winzigen Augenblick den Rücken zudrehte, nutzte er seine Chance und sprang auf den Rücken des Flussclan Kriegers. Der schüttelte sich, doch Feuerpfote krallte sich in seinem dicken Fell fest. Der Krieger rollte sich zur Seite und Feuerpfote musste abspringen. Der dunkelbraune Kater wirbelte herum und schlug mit seinen riesigen Krallen nach Feuerpfote. Dieser wich geschickt aus, rollte sich unter den Bauch des riesigen Kriegers und bearbeitete ihn mit den Krallen. Wütend jaulte der Kater auf, als Feuerpfotes scharfe Krallen über seinen Bauch rissen. Der Flussclankrieger rollte sich weg, doch Feuerpfote packte ihn am Schweif. Der Krieger riss seinen Schwanz aus Feuerpfote griff und flüchtete kreischend zum Wasser. Feuerpfote sah sich um. Er beobaachtete, wie Ahornpfote eine große Katze über die Lichtung schleuderte. Sie prallte gegen einen Felsen, wo sie bewusstlos liegen blieb. Ahornpfote grinste und drehte sich zu Feuerpfote um. Ihre Krallen waren rot von Blut. Sie sprang zu ihm herüber und fragte: „Wie läufts?“ Feuerpfote antwortete: „Gut. Und bei dir?“ „Auch gut.“ Feuerpfote sah sich nach einem neuen Gegner um. Er entdeckte zwei Kater. Er setzte zu den beiden herüber und zog dem einem seine Krallen übers Gesicht. Der Krieger jaulte und floh blindlings Richtung Fluss. Dem anderen Krieger verpasste Feuerpfote einen Stoß, sodass er gegen einen Felsen rammte und dort liegen blieb. Als Feuerpfote sich auf der Lichtung umblickte, sah er, wie sich eine Gestalt unter ihm sich an Ahornpfote anschlich. Er setzte zum Sprung an und landete weiter unten auf der Katze. Sie fauchte wütend und versuchte, den Gegner auf ihrem Rücken zu erwischen. Gerade als Feuerpfote das Gleichgewicht verlor, versetzte Ahornpfote der Katze einen Schlag. Die Kriegerin taumelte und verlor den halt. Als Ahornpfote ihr die Krallen über die Nase zog, bäumte sie sich auf und flüchtete in den Fluss. Feuerpfote und Ahornpfote hoben die Köpfe, als sie Leopardenstern rufen hörten: „Flussclan, Rückzug!“ Die restlichen Flussclankrieger flohen in den Fluss. Blaustern und der Donnerclan schickten ein Triumphgeheul in den blutroten Himmel hinauf und fauchten den Flussclankriegern nach. Fluchend schwamm Leopardenstern ans andere Ufer des Flusses und verschwand als tropfnasse Gestalt in den Büschen. Als der Flussclan verschwunden war, drehte der Donnerclan ab. Die Katzen des Donnerclans humpelten in den Wald zurück und trabten Richtung Lager. Als Feuerpfote im Lager ankam, schleppte er sich zum Bau von Tüpfelblatt er trottete durch den Tunnel und setzte sich auf die leere Lichtung. Als Tüpfelblatt aus dem Bau kam, fragte sie: „Wo würdest du erwischt?“ Er antwortete: „Nur da.“ und zuckte mit dem Schweif Richtung Flanke. Sie lief um ihn herum und begutachtete seine verletzte Flanke. Sie sagte: „Das sieht böse aus.“ und lief in ihren Bau, um Spinnweben zu holen. Sie kam mit einer Lage Spinnweben und einer Ringelblume zurück. Sie zerkaute die Ringelblume und schmierte den Brei auf seine rote Flanke. Dann legte sie die Spinnweben auf die Stelle. Sie lief noch einmal rund um ihn herum und nickte dann zufrieden. Sie sagte: „Du kannst gehen. Ruh dich ein bisschen aus und übertreib es nicht mit dem Training.“ Feuerpfote bedankte sich und verließ die Lichtung der Heilerin. Er trottete zum Frischbeutehaufen und wählte eine fette Maus. Er nahm sein Abendessen mit und setzte sich neben den Brennnesselfleck. Nach einiger Zeit ließ sich Ahornpfote neben ihm nieder. „Stör ich?“ fragte sie. Feuerpfote schüttelte den Kopf und begann, zu essen. Als er wieder aufschaute, stand Schneepfote vor ihm. Die Katze setzte sich schweigen neben ihm und schob lustlos ihr Eichhörnchen herum. „Was ist?“ fragte Feuerpfote. Sie antwortete: „Nichts... es ist nur so, das ich heute gerne dabei gewesen wäre. Also, bei der Schlacht, meine ich.“ Feuerpfote nickte. Er riet ihr: „Sei nicht traurig. Bei der nächsten Schlacht kämpfen wir Seite an Seite.“ Schneepfote hob hoffnungsvoll den Kopf. Sie schaute ihn aus ihren blauen Augen an und er sah die Enttäuschung in ihrem Gesicht. Er nickte ihr aufmunternd zu.

    Als es schon spät war und die Sonne unterging, lagen die beiden noch vor dem Bau. Sie pflegten sich gegenseitig das Fell. Als die Sonne untergegangenen war und es kalt wurde, gingen die beiden in den Bau. Feuerpfote legte sich in dein Nest und schlief mit dem Geruch seiner Schwester in der Nase ein.




    5
    Kapitel 5




    Feuerpfote grummelte, als jemand ihn anstieß. Er wälzte sich in seinem Nest herum. Nochmal wurde er angestoßen. Er grummelte wieder und setzte sich verschlafen auf. „Aufwachen, du Schlafmütze!“ rief Schneepfote, „auf zum Training!“ Feuerpfote wusch sich schnell und folgte Schneepfote hinaus ins Licht. Er blinzelte, dann hatte er sich an das Licht gewöhnt. Auf der Lichtung warteten schon Löwenherz und Goldblatt. Als sie aus dem Lager waren, sagte Löwenherz: „Heute ist eure Begutachtung. Ihr müsst jagen gehen. Bei Sonnenuntergang müsst ihr zurück sein.“ Und damit verschwanden die beiden Krieger. Feuerpfote witterte. Er konnte eine Maus, eine Wühlmaus, eine Amsel und ein Eichhörnchen riechen. Er sah, wie Schneepfote hinaus Richtung Sonnenfelsen preschte. Er lief los, Richtung Maus. Er ließ sich in die Jagthaltung fallen und schlich sich an. Der Wind war günstig und Feuerpfote musste nicht viel tun. Ihm fiel das Jagen genau so leicht, wie das kämpfen. Er sprang, packte die Maus und erledigte sie mit einem Pfotenschlag. Der junge Kater vergrub seine Beute unter dem Baum und zog weiter. Er sah ein Eichhörnchen zwischen den grünen Farnbüscheln sitzen. Es knabberte an einem Tannenzapfen. Feuerpfote schlich sich an. Er befand sich auf der Wind abgewandten Seite. Der rote Kater sprang und erwischte das Eichhörnchen am Schwanz. Er erledigte es und trug es zu der Maus. Feuerpfote sah sie Amsel, die er vorhin gerochen hatte. Er lief zu ihr herüber und schlich sich an. Dann preschte er los und pflückte den schwarzen Vogel aus der Luft. Er zog die Amsel zu sich herunter und schleppte sie zu der Maus und dem Eichhörnchen. Als Feuerpfote damit fertig war, trabte er in Richtung der Wühlmaus. Er kauerte sich hin und wartete. Endlich kam die Maus in seine Richtung. Auf der offenen Fläche, auf der sie gesessen hatte, konnte er sie nicht fangen. Schließlich kam sie in seine Reichweite. Er sprang und erledigte sie mit einem Biss ins Genick. Feuerpfote brachte seine Beute zum Rest und vergrub alles. Dann trabte der rote Schüler weiter in den Wald. Feuerpfote öffnete das Maul und sog die Luft ein. Er konnte es riechen, bevor er es sah. Ein riesiger Dachs stapfte zwischen den Farnwedeln umher. Feuerpfote machte einen Satz nach hinten und schlug einen Haken. Der Dachs hatte den roten Kater entdeckt und lief auf ihn zu. Feuerpfotes verstand arbeitete auf Hochtouren. Fieberhaft überlegte er, was er tun konnte. Er konnte keine Verstärkung holen, denn er würde den Dachs sonst zum Lager führen. Er musste es allein schaffen. Er preschte los Richtung Zweibeinerort. Der Dachs nahm die Verfolgung auf. Feuerpfote legte noch einengen Zahn zu und raste in halsbrecherischer Geschwindigkeit durch den Wald. Auf einmal sah er weißes Fell aufblitzen. Hoffnungsvoll blickte er nach hinten und erwartete Weißpelz zu sehen. Doch was er da sah ließ für einen Moment sein Herz stillstehen. Schneepfote attackierte den Dachs von hinten. Der Dachs drehte sich um. Panisch brüllte Feuerpfote: „Schneepfote, lauf!“ und versenkte seine Krallen tief in der Flanke des Dachses, dessen Pfote neben Schneepfote auf den Boden krachte. Der Dachs grunzte wütend und wandte sich um. Feuerpfote brüllte noch einmals: „Lauf, Schneepfote, jetzt!“ Dann zog er dem Dachs die Krallen durchs Gesicht. Schneepfote brüllte zurück: „Ich lasse dich nicht allein!“ und stürzte sich wie wild auf den Dachs. Dieser drehte sich und ließ seine Pfote niederfahren. Schneepfote kreischte auf und ging zu Boden. Feuerpfote stiegen Tränen in die Augen. Er explodierte, er war unbeschreiblich wüten. Er wollte Rache. Feuerpfote stürzte sich auf den Dachs und zog im mehrmals die Krallen durchs Gesicht. Der Dachs heulte auf und wollte fliehen, doch Feuerpfote war noch nicht fertig mit ihm. In einem Wirbel aus blitzenden Krallen und rotem Fell landete er auf dem Rücken des Dachses. Feuerpfote biss in das Genick des Dachses der Dachs ging zu Boden und stöhnte ein letztes Mal, dann war er tot. Als er vom Dachs heruntergeklettert war ging er zu seiner Schwester. Sie lag am Boden und bewegte sich nicht. Sie atmete schwer und spuckte ab und zu Blut. Feuerpfote kauerte sich neben ihr Ohr und flüsterte ihr zu: „Bleib stark, Schneepfote. Ich brauche dich noch! Bitte, du darfst nicht sterben! Du schaffst das! Halt nur noch ein bisschen durch!“ Er leckte ihr liebevoll übers Ohr. Seine eigenen Verletzungen spürte er gar nicht. Feuerpfote packte seine Schwester vorsichtig am Nackenfell. Er hob sie hoch und trug sie so schnell es ging zum Lager zurück. Das Feuer in seinem Herzen war erloschen. Nur Schneepfote konnte es wieder anzünden. Als Feuerpfote im Lager ankam, starrten ihn alle an. Eilig trabte er zu Tüpfelblatts Lichtung. Er rief verzweifelt: „Tüpfelblatt, Tüpfelblatt! Die Heilerin kam aus der Felsspalte gesprungen. Ihr Gesicht verdunkelte sich, als sie Feuerpfote und Schneepfote sah. Schneepfotes weißes Fell war nicht mehr weiß. Es war rot und durchtränkt von Blut. Feuerpfote sah nicht viel besser aus. Sein Fell war auch voller Blut, von dem sie aber riechen konnte, das nicht alles seins war. Er hatte eine tiefe Wunde in der Flanke, die schon mal verletzt worden war. Außerdem hatte er ein paar Wunden am Bauch. Sein eines Ohr war zerfetzt und im Gesicht hatte er drei lange Wunden. Tüpfelblatt fragte sich, wie er es überhaupt zurück ins Lager geschafft hatte, zudem er noch Schneepfote hatte tragen müssen. Feuerpfote blickte in Tüpfelblatts entsetztes Gesicht und fragte: „Kannst du sie retten?“ Tüofelblatt nickte langsam. Dan drehte sie sich um und verschwand in dem Felsspalt. Nach einiger Zeit kam sie wieder heraus und breitete ein paar Kräuter vor sich aus. Sie zerkaute die Kräuter und strich sie auf Schneepfotes schlimmste Wunde, wo der Dachs sie getroffen hatte. Dann legte die Heilerin mehrere Lagen Spinnweben darüber. Sie fragte leise: „Dachs, nicht wahr?“ Feuerpfote nickte traurig. Tüpfelblatt schaute auf und flüsterte: „Mehr kann ich erstmal nicht für sie tun. Ich muss auch dich verarzten.“ Feuerpfote nickte.
    Inzwischen war es dunkel geworden und das Silbervlies glitzerte am Himmel.Tüpfelblatt nickte und ging. Feuerpfote legte den Kopf in den Nacken und jaulte sein Leid in den schwarzen Himmel hinauf. Dann vergrub er seine Schnauze im Fell seiner Schwester. Er konnte nicht schlafen, also beobachtete er den Himmel. Plötzlich tauchte neben ihm eine leuchtende Gestalt auf. Feuerpfote drehte sich um. Es war seine Schwester, doch als er sie berühren wollte, griff er durch sie hindurch. Feuerpfote machte erschreckt einen Satz nach hinten. Seine Sternenschwester sagte: „Es ist alles gut. Der Sternenclan hat mir eine zweite Chance gegeben. Schlaf jetzt. Morgen bin ich wieder bei dir.“ Damit sprang sie in den Himmel hinauf. Schließlich verschwand sie zwischen den Millionen Leuchtpunkten. Feuerpfote befolgte ihren Rat und legte sich schlafen. Er starrte noch lange in den Himmel. Er dachte über alles nach, was Schneepfote und er gemeinsam erlebt hatten. Irgendwann schlief er ein.

    Am nächsten morgen tat ihm alles weh. Er stand auf und trottete zu Schneepfotes Nest. Er beugte sich über sie und stupste sie an. Sie drehte sich und schaute ihn an. Feuerpfote machte einen Satz in die Luft. Er rief: „Danke, Sternenclan!“ und leckte seine Schwester ab.




    6
    Kapitel 6





    Zwei Monde später saßen Schneepfote und Feuerpfote vor dem Bau der Schüler. Sie warteten auf den Abend. Heute sollten sie und Ahornpfote endlich zu Kriegern ernannt werden. Außerdem sollte Wasserjunges zum Schüler werden. Enlich wurde es dunkel und das Silbervlies erschien am Abendhimmel. Feuerpfote, Schneepfote und Ahornpfote erhoben sich und traten zum Hochstein, um dort auf Blaustern zu warten. Nach einiger Zeit kam Wasserjunges dazu. Als es richtig dunkel wurde, sprang Blaustern endlich auf den Hochstein. Sie rief: „Alle Katzen, die alt genug sind, ihre eigene Beute zu fangen, mögen sich unter dem Hochstein versammeln!“ Der Donnerclan kam unter dem Hochstein zusammen. „Ihr habt viel Mut bewiesen in den letzten Monden.“, begann sie. „Ihr habt es verdient, Krieger zu werden. Feuerpfote, es war schlau, den Dachs nicht ins Lager zu führen. Auch in der Schlacht bei den Sonnenfelsen hast du deinen Mut und dein Kampfgeschick bewiesen. Ein guter Jäger bist du auch. Schneepfote, es war tapfer von dir, das du Feuerpfote beim Kampf gegen den Dachs geholfen hast. Jagen kannst du am besten. Ahornpfote, du hast dein Jagdgeschick bei der Beurteilung, deinen Mut bei der Schlacht gegen den Flussclan und dein Kampfgeschick bewiesen.“ Sie schaute zu Feuerpfote hinunter und fragte: „Feuerpfote, versprichst du, deinen Clan zu beschützen, selbst wenn es dein Leben kostet?“ Feuerpfote nickte andächtig. Dann antwortete er so laut wie er konnte: „Ja, ich verspreche es.“ Blaustern hob ihr Gesicht zum Silbervlies und rief: „Dann gebe ich dir jetzt mit der Macht des Sternenclans deinen neuen Namen. Feuerpfote, von nun an wirst du Feuerschweif heißen. Herzlichen Glückwunsch.“ Feuerschweif spürte ein Feuer in seinem Herzen, das in diesem Moment höher loderte als irgendwann anders und alle schlechten Gedanken verbrannte. Blaustern Stimme riss ihn aus seinen Gedanken. „Schneepfote, versprichst du, deinen Clan zu beschützen, selbst dein es dein Leben kostet?“ Feuerschweif hörte Schneepfote mit fester Stimme sagen: „Ja, ich verspreche es.“ Blaustern nickte und blickte Richtung Silbervlies. Dann sprach sie langsam das aus, worauf Schneepfote lange gewartet hatte. „Dann gebe ich dir nun mit der Macht des Sternenclans deinen Kriegernamen. Schneepfote, von nun an wirst du Schneesturm heißen. Herzlichen Glückwunsch!“ Schneesturm strahlte und schaute sich aus ihren blauen Augen um. Dann stürmte sie auf Feuerschweif zu und leckte ihm liebevoll übers Ohr. Sie rief: „Das ich jetzt Kriegerin bin, habe ich nur ihm zu verdanken!“, und jubelte in dunkelblauen Himmel hinauf. Blaustern wartete, bis Schneesturm fertig war und fuhr dann schmunzelnd fort: „Ahornpfote, versprichst du, den Clan zu beschützen, auch wenn es dein Leben kostet?“ Ahornpfote antwortete stolz: „Ja, ich verspreche es.“ Blaustern nickte und hob den Blick Richtung Silbervlies. Sie begann zu die rituellen Worte zu sprechen: „Dann gebe ich dir jetzt mit der Macht des Sternenclans deinen Kriegernamen. Ahornpfote, von nun an wirst du Ahornschatten heißen. Herzlichen Glückwunsch!“ Ahornschatten sprang in die Luft und jubelte laut. Danach trabte sie mit erhobenem Schwanz zu den Kriegern. Ruhe kehrte wieder ein, als Blaustern erneut zu sprechen begann. „Als letztes bitte ich Wasserjunges nach vorn.“ Die Anführerin des Donnerclans wartete, bis Wasserjunges vorne war und sprach dann weiter. „Wasserjunges, von nun an bis zum Ende deiner Schülerzeit wirst du Wasserpfote heißen. Dein Mentor wird Mausefell sein. Mausefell, ich hoffe, du gibst dein Jagdgeschick und dein taktisches Denken an diese junge Schülerin weitergibst.“ Mausefell trat vor Wasserpfote und berührte Wasserpfotes Schnauze. Wasserpfote strahlte. Alle riefen: „Wasserpfote, Wasserpfote, Wasserpfote!“ Wasserpfote lief zu den anderen Schüler und strahlte noch einmals. Sie schaute Feuerschweif an und strahlte noch einmal. Dann drehte sie sich um. Jemand tippte Feuerschweif auf die Schulter. Feuerschweif drehte sich um. Hinter ihm stand ein grau gestreifter Kater mit gelb leuchtenden Augen. Er war auch vor ein paar Tagen zum Krieger ernannt worden. Sein Name war Grausteif. Graustreif sagte: „Herzlichen Glückwunsch!“ Feuerschweif lächelte und schnurrte: „Danke! Dir auch noch einmal Herzlichen Glückwunsch!“ Graustreif lächelte und drehte sich dann um. Feuerschweif rief: „Schneesturm! Komm her, wir müssen Wache halten!“ Schneesturm trottete zu Feuerschweif und ließ sich neben ihm nieder. Dann rief sie: „Ahornschatten! Los, komm, wir müssen Wache halten.“ Ahornschatten kam zu Feuerschweif und Schneesturm getrabt und setzte sich rechts neben ihn. Gemeinsam schauten sie in das heller werdende Silbervlies.

    Am nächsten Morgen kam endlich jemand. Löwenherz lief zu Feuerschweif und den anderen. Der goldene Kater sagte zu Feuerschweif, Schneesturm und Ahornschatten: „Ihr dürft wieder reden.“ Erleichtert stand Feuerschweif auf und streckte sich. Dann fragte er Löwenherz: „Darf ich jagen gehen?“ Der zweite Anführer lächelte ihn an und nickte: „Nimm bitte Ahornschatten, Schneesturm und Graustreif mit.“ Feuerschweif bedankte sich und lief zu seinen Freunden, um ihnen Bescheid zu sagen. Gemeinsam trotteten sie aus dem Lager. Feuerschweif lief vorne weg und fragte: „Wo sollen wir jagen?“ Ahornschatten antwortete: „Bei den Sonnenfelsen. Dort gibt es im Moment die meiste Beute. Bald kommt die Blattleere, wir müssen die letzten Strahlen der Sonne der Blattgrüne noch nutzen.“ Die Gruppe preschte los. Nach einiger Zeit kamen sie bei den Sonnenfelsen an. Sie verschnauften kurz, dann teilten sie sich auf. Ahornschatten ging nach rechts und verschwand im Schatten der Bäume. Als sie sich umdrehte sah man nur noch ihre bernsteinfarbenen Augen, dir aus dem dunklen leuchteten. Schneesturm geradeaus. Ihr schneeweißes Fell leuchtete zwischen den Felsen noch ein paar mal auf, dann war sie verschwunden. Feuerschweif wandte sich nach rechts und Graustreif trabte zurück in den Wald. Feuerschweif öffnete sein Maul und sog die Luft ein. Er konnte ein Eichhörnchen, ein paar Mäuse und eine Amsel riechen. Außerdem auch den nahen Fluss. Der rote Kater lief in die Richtung, aus der der Geruch der Mäuse kam. Bald darauf sah er sie. Fünf Mäuse hockten dort zwischen den Felsen. Feuerschweif überlegte, ob, und wenn ja, wie er alle Mäuse fangen könnte. Der Wind stand günstig. Er schlich lautlos näher an seine Beute heran. Als eine der Mäuse misstrauisch den Kopf hob, hielt er inne. Eine seiner Pfote schwebte in der Luft. Die Maus schaute sich um, entdeckte ihn aber nicht. Beruhigt senkte die Maus ihren Kopf wieder. Feuerschweif atmete erleichtert aus. Jetzt war er direkt hinter den Mäusen. Der Kater fuhr die Krallen aus, dann hob er ab. Er stürzte sich mit einem Satz auf die Mäuse. Sie stoben auseinander wie Ameisen, als Feuerschweifs Pfoten auf den Boden schlugen. Der Krieger erwischte zwei Mäuse mit seinen Krallen, hob blitzschnell noch einmals beide Pfoten und schnappte wieder zwei Mäuse. Die letzte Maus wurde von seinem Schwanz gegen Felsen geschleudert und blieb dort liegen. Feuerschweif erledigte sie und vergrub alle Mäuse. Er lächelte und dachte: „Fünf auf einmal erwischt. Wenn das kein Erfolg ist!“ Dann trabte er zu dem Eichhörnchen. Er preschte auf das Tier zu, das gar nicht so schnell reagieren konnte, wie Feuerschweif es auf de Boden drückte. Er vergrub auch das Eichhörnchen und lief dann zu der Amsel. Der schwarze Vogel pickte auf dem Boden nach Körnern. Feuerschweif schlich sich an und sprang hoch, denn er nahm an, das der Vogel auffliegen würde, würde er ihn sehen. Tatsächlich flog die Amsel auf. Feuerschweif pflückte sie aus der Luft, wie eins der Blätter, die jetzt langsam fallen zu begannen. Er drückte sie zu Boden und erledigte sie mit einem Biss ins Genick. Er trug seine Beute zum Rest und nahm alles ins Maul. Er merkte, das er Durst hatte und lief zum Bach. Er ließ sich nieder und trank. Dann lief der Kater zu seiner Beute zurück. Dort wartete Ahornschatten auf ihn. Sie schaute ihn an und fragte skeptisch: „Ist das alles?“ Erstaunt nickte Feuerschweif. „Jetzt behaupte nicht, das du mehr gefangen hast!“ Sie schwieg und führte ihn zu einer Kuhle unter den Felsen. Sie scharrte die Erde beiseite und deutete mit einem Schwanzschnippen auf den Beutehaufen. Misstrauisch schaute Feuerschweif in das Loch. Darin lagen zwei Eichhörnchen, eine Amsel, drei Mäuse, eine Taube und zwei Wühlmäuse. Feuerschweif hob den Kopf und rief: „Das hast du allein gefangen? Das glaube ich nicht!“ Dann lachte er. Das war doch lächerlich. Niemand könnte so viele Beutestücke in so kurzer Zeit fangen! Entrüstet schaute Ahornschatten ihn an. „Du glaubst doch nicht ernsthaft, das Graustreif und Schneesturm mir geholfen hätten!“ Feuerschweif hielt ein. „Stimmt“ sagte er dann. „Also bist du eine verdammt gute Jägerin.“ Ahornschatten nickte zufrieden und bemerkte dann: „Es geht schon auf Sonnenhoch zu. Wir sollten zurück gehen.“ Feuerschweif nickte auch und fand: „Wir sollten noch auf Graustreif und Schneesturm warten.“ Ahornschatten erwiderte: „Ich gehe zurück ins Lager und sage Blaustern, das ihr später kommt, in Ordnung?“ Feuerschweif nickte. Ahornschatten drehte sich um und verschwand mit ihrer Beute im Schatten. Feuerschweif lief zu der Stelle, wo sie sich aufgeteilt hatten. Dort nahm er Schneesturms Fährte auf. Es raschelte. Feuerschweif fuhr herum. Nichts. Er drehte sich wieder um und folgte Schneesturms Fährte. Sie führte zwischen den Felsen hindurch. Auf einmal streifte Feuerschweif der Geruch von Zweibeinerabfall. Doch bald verflog der Geruch wieder. Er lief weiter hinter der Geruchsspur seiner Schwester hinterher. Sie endete an der Grenze zum Flussclanterritorium. Feuerschweif suchte nach hinweisen. Und tatsächlich, da an einem Busch hing ein Fetzen von dem weißen Fell seiner Schwester. Erneut nahm Feuerschweif die Spur auf. Die Fährte machte eine scharfe Kurve und führte plötzlich Richtung Zweibeinerort. Feuerschweif beschleunigte seine Schritte. Bald preschte er durch den Wald. Er hatte Angst um Schneesturm. Auf einmal knackte es im Unterholz und Feuerschweif nahm wieder den Geruch nach Krähenfraß wahr. Er wunderte sich. Er ignorierte es aber bald und lief weiter. Inzwischen führte Schneesturms Spur in Richtung Schlangenfelsen. Kurz vor den Schlangenfelsen stoppte er. Es roch nach dem scharfen Geruch von Angst und nach Blut. Feuerschweif keuchte. Er bete: „Sternenclan, bitte lass es nicht Schneesturm sein!“ Dann trat er durch das Gebüsch. Was er dort sah, verschlug ihm den Atem. Seine Schwester, blutbefleckt und über ihr ein brauner Kater. Er hatte auch tiefe Wunden. Feuerschweif jaulte wütend auf. Er würde diesen Kater töten, koste wachsam es wolle. Wütend blitzten seine grünen Augen den anderen Kater an. Dann stürzte Feuerschweif sich mit ohrenbetäubendem Geheul auf seinen Gegner. Mit dem Schwung vom Lauf warf Feuerschweif den Kater einfach um. Der war viel zu überrumpelt um sich zu wehren. Feuerschweif drückte ihn zu Boden und fragte ganz langsam: „Was hast du mit meiner Schwester gemacht?“ Die braune Katze stammelte: „Iiich? Nnnnichts!“ Feuerschweif drückte seine Krallen tiefer in das Fell seines Gegenübers. Der fauchte: „Was fällt dir ein?“ Feuerschweif lachte und bemerkte: „Warum? In deiner Lage währe ich nicht so vorlaut.“ Wütend knurrte der braune Kater. Feuerschweif fauchte den Kater an: „Du bleibst hier und bewegst dich nicht vom Fleck, klar?“ Der fremde Kater nickte. „Gut, und wenn ich die bei der Flucht erwische, schlitze ich dir deine Kehle auf, klar?“ knurrte Feuerschweif. Wieder nickte der Kater. Feuerschweif drehte sich um und lief zu Schneesturm. Sie lag reglos im Gras. Feuerschweif stupste sie an. Sie öffnete ein Auge. Erleichtert atmete Feuerschweif auf. Seine Schwester lebte. Sie hustete und wollte etwas sagen, doch Feuerschweif unterbrach sie. Er trug sie auf ein kleines Feld mit Moos. Dann drehte er sich um und sah, wie die Schwanzspitze des braunen Katers im Unterholz verschwand. Feuerschweif preschte hinterher und erwischte den Kater am Schwanz. Feuerschweif drehte sich um und zog die andere Katze mühelos mit sich. Der andere wehrte sich und stemmte die Krallen in den Boden, doch Feuerschweif zog ihn weiter. Feuerschweif trabte zu Schneesturm und warf sie sich über den Rücken. Doch da stürzte sich jemand auf ihn. Feuerschweif ließ seine Lasten fallen und drehte sich um. Hinter ihm stand eine hellbraune Katze. Sie fauchte und griff ihn an. Feuerschweif wehrte sie ab und stieß sie weg. Sie kam zurück in riss ihm die Krallen über die Flanke. Dafür zerfetzte er ihr Ohr. Sie jaulte auf und sprang auf seinen Rücken. Er schüttelte sich, doch sie ließ nicht los. Sie Biss ihn ins Genick und verfehlte nur knapp den Todesbiss. Er jaulte und sprang in die Luft. Dann ließ er sich auf den Rücken fallen. Endlich ließ ihn die Katze los. Feuerschweifs Gegnerin stürmte auf ihn zu, doch im letzten Augenblick sprang Feuerschweif zur Seite. Er packte die Katze am Schweif und schleuderte sie über die Lichtung. Sie landete auf dem Rücken und verschwand dann leise jaulend im Unterholz.






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    Kapitel 7





    Als Feuerschweif im Lager ankam, ging ein Raunen durch die Katzen. Ahornschatten stürzte zu Feuerschweif. „Was ist passiert?“ Feuerschweif antwortete: „Erzähl ich dir später.“ Damit lief er zu Tüpfelblatts Bau. Er rannte durch den Farntunnen und kam atemlos auf Tüpfelblatts Lichtung an. Er rief: „Tüpfelblatt, komm schnell!“ Die Heilerin kam aus der Felsspalte geeilt und schaute erst Feuerschweif an, dann Schneesturm. Sie sagte nichts, sondern eilte in die Felsspalte zurück. Als sie zurück kam, hatte sie Ringelblumen, Mohnsamen, viele Lagen Spinnweben und ein paar andere Dinge dabei. Sie verarztete Schneesturm und gab ihr die Mohnsamen. Gemeinsam mit Feuerschweif trug sie Schneesturm in eins der Nester. Dann wandte sie sich an den jungen Krieger. „Du hast gekämpft, nicht wahr? Und gewonnen.“ Feuerschweif erwiderte: „Ich habe nur halb gewonnen.“ Tüpfelblatt kam zu ihm und sagte: „Ich muss deine Wunden behandeln. Die sehen schlimm aus.“ Feuerschweif nickte und wartete. Als Tüpfelblatt fertig war, schob sie ihm noch ein paar Mohnsamen hin. Die Heilerin sagte: „Leck das auf. Ich behalte dich auch hier.“ Feuerschweif gehorchte und leckte die Samen auf. Dann legte er sich in ein Nest und schlief ein.
    Als er am nächsten Morgen erwachte, erinnerte er sich an nichts. Doch als er sich bewegen wollte, fiel ihm alles wieder ein. Seufzend sah er zu Schneesturm hinüber. Was er da sah, hatte er niemals erwartet. Seine Schwester trabte herum und streckte sich. Fröhlich rief sie ihm zu: „ Morgen, Feuerschweif. Wie geht es dir?“ Feuerschweif war zu verdattert, um zu antworten. Er schüttelte sich. Doch, das hier war echt! Seine Schwester war Gesund. Überglücklich stürzte er zu Schneesturm. Er murmelte in ihr Fell: „Wie bist du so schnell wieder gesund geworden?“ Sie antwortete: „Ich war beim Sternenclan! Sie haben gesagt, ich soll noch einmal zurück zu meinem Clan und wahren Mut und Loyalität beweisen. Jetzt bin ich gesund.“ Feuerschweif nickte und drückte seine Schnauze in das weiche Fell seiner Schwester. Er sagte: „Komm, wir gehen zu Löwenherz und fragen, ob wir helfen können.“ Da fiel Feuerschweif der braune Kater ein, den er gestern besiegt hatte. Fragend blickte er zu Tüpfelblatt. Sie nickte und führte ihn zu einem der Nester. Darin lag der ohnmächtige Kater. Feuerschweif bemerkte: „Wenn er aufwacht, könnten wir ihn fragen, wo er herkommt. Ich will wissen, wo er herkommt.“ Tüpfelblatt erwiderte: „Blaustern wird das sicher auch tun. Wir wollen alle wissen, wo er herkommt.“ Vom Eingang des Farntunnels her rief Schneesturm: „Feuerschweif, kommst du?“ Daraufhin eilte der rote Kater zu seiner Schwester.
    Gerade als die beiden zurück vom jagen kamen, hörten sie Blaustern rufen: „Alle Katzen, die alt genug sind, ihre eigene Beute zu fangen, mögen sich unter dem Hochstein versammeln!“ Feuerschweif und Schneesturm trabten zum Hochstein und ließen sich nieder. Als alle versammelt waren, rief sie sie: „Heute werden wir einen Schüler zum Krieger ernennen. Wasserpfote, tritt bitte vor.“ Wasserpfote trat zögernd einen Schritt vor. Feierlich fragte Blaustern: „Wasserpfote, versprichst du, das Gesetz der Krieger zu ehren und deinen Clan zu beschützen, selbst wenn es dein Leben kostet?“ Ohne zu zögern antwortete Wasserpfote: „Ja, ich verspreche es.“ Blaustern nickte und hob dann ihren Kopf zum Silbervlies und sprach: „Dann gebe ich dir hiermit deinen Kriegernamen. Wasserpfote, von nun an wirst du Wassertropfen heißen. Herzlichen Glückwunsch!“ Glücklich blickte Wassertropfen sich um. Alle Katzen riefen: „Wassertropfen, Wassertropfen, Wassertropfen!“ Stolz trottete Wassertropfen zu den Kriegern. Feuerschweif, Graustreif, Ahornschatten und Schneesturm trabten zu ihr und beglückwünschten sie. Dann zeigte Schneesturm Wassertropfen ihr neues Nest. Es lag neben Graustreifs. Wassertropfen fragte: „Kann ich eure Freundin sein?“ Feuerschweif, Ahornschatten, Schneesturm und Graustreif blickten sich an. Dann antwortete Feuerschweif: „Na klar.“ Freudig rief Wassertropfen: „Super!“ Gemeinsam trotteten die fünf in den Bau der Krieger. Da hielt Ahornschatten sie auf. Sie fragte: „Wie wäre es, wenn wir morgen gemeinsam jagen gehen? Nach deiner Wache natürlich, Wassertropfen.“ Feuerschweif schaute die anderen an und fand: „Klar, warum nicht?“ Ahornschatten nickte und begleitete Wassertropfen nach draußen. Dann legten sich alle anderen in ihre Nester. Bald schlief Feuerschweif ein. Doch er bemerkte nicht die Schatten, die durch das Unterholz huschten.
    Es war mitten in der Nacht, als Feuerschweif einen gellenden Schrei hörte. Es war Wassertropfen! Sie schlug Alarm! Feuerschweif weckte alle Katzen im Kriegerbau und stürmte dann auf die Lichtung. Am Lagereingang sah er Sturmwind und Birkenfell liegen. Im Hintergrund sah er Katzen durch das Unterholz huschen. Jaulend rannte Feuerschweif zu seiner Freundin. Er stupste sie an. Sie atmete noch. Auch Sturmwind atmete noch. Feuerschweif zog die beiden auf Tüpfelblatts Lichtung und rief die Heilerin. Dann stürmte er zurück in die Mitte des Lagers. Der junge Kater stellte sich am Eingang des Lagers auf und fauchte in die Dunkelheit. Hinter ihm tauchten die Krieger des Donnerclans auf. Dann kein Blaustern dazu. Sie knurrte: „Zeigt euch!“ „Gern“ kam es zurück. „Macht euch bereit für eine Niederlage!“ Dann trat ein kleiner Kater aus der Dunkelheit. Er war schwarz und hatte seine Rechte Vorderpfote war weiß. Am auffälligsten jedoch war sein Halsband. Es war mit Hundezähnen besetzt. Blaustern fauchte: „Geißel!“ Der schwarze Kater fragte spöttisch: „Na, erkennst du mich noch?“ Kalt erwiderte Blaustern: „Wie könnte ich vergessen, was du meinem Clan angetan hast?“ Geißel erwiderte: „Gut, aber lass und jetzt zur Sache kommen. Gebt uns euer Territorium!“ Blaustern fauchte: „Vergiss es!“ Geißel nickte und sagte: „Bedauernswert. Dann wird es Krieg geben. Hier und jetzt. Du kannst dich noch umentscheiden.“ Blaustern rief stolz: „Niemals!“ Geißel legte den Kopf schief und sagte ruhig: „Dann gibt es jetzt Krieg. Blutclan, greift an!“ Im gleichen Moment rief Blaustern: „Donnerclan, greift an!“ Im Licht des Mondes stürmten die beiden Clans aufeinander zu. Feuerschweif packte einen braun gescheckten Kater am Schweif und schleuderte ihn aus dem Lager. Ahornschatten rief: „Feuerschweif, Schneesturm, Graustreif, Wassertropfen, kommt her! Zusammen sind wir stärker!“ Feuerschweif und seine Freunde bildeten eine Kampfgemeindschaft und räumten so in kurzer Zeit viele Gegner aus dem Weg. Dann lösten sie sich. Feuerschweif ging mit Ahornschatten, Wassertropfen mit Schneesturm und Graustreif. Feuerschweif sprintete auf einen riesigen weißen Kater zu. Feuerschweif sprang auf den Rücken des Kriegers und Ahornschatten zog ihm ihre scharfen Krallen über die Nase. Der Kater jaulte auf und schlug nach Ahornschatten, doch die war zierlicher und tänzelte um ihn herum. Er traf sie nicht und war so abgelenkt, das Feuerschweif ihm einen Biss ins Ohr verpassen konnte. Ahornschatten schnappte nach seinem Bein, bis der Krieger jaulen floh. Da sah Feuerschweif, wie sich Löwenherz verzweifelt gegen einen riesigen Braun gestreiften Krieger wehrte. Feuerschweif stürmte zu seinem ehemaligen Mentor und schlug wütend auf den Fremden Kater ein. Dieser drehte sich kurz um. Dieser Moment genügte Löwenherz. Der goldene Kater versenkte seine Krallen in der Flanke seines Gegners, der daraufhin jaulend floh. Dankend sah Löwenherz Feuerschweif an. Dann drehte er sich um und verschwand im Kampfgetümmel. Feuerschweif spürte, wie jemand die Krallen in seine Flanke bohrte. Feuerschweif jaulte auf und drehte sich um. Hinter ihm stand eine Katze die ungefähr genau so alt war, wie er. Er schnappte nach ihrem Bein und holte aus, um ihr seine Krallen über die Nase zu ziehen und traf. Die Katze zog sich zurück und verschwand. Plötzlich sah Feuerschweif sich seinem Spiegelbild gegenüber. Das gleiche rote Fell, die gleichen grünen Augen. Nur die Narbe im Ohr seines Gegenübers unterschied sie. Sofort wusste Feuerschweif: Das war sein Bruder. Niemand anders konnte ihm so ähnlich sein. Schweigen betrachteten sich die beiden. Dann gingen sie aufeinander los. Feuerschweif schlug nach dem Ohr seines Bruders, während dieser nach Feuerschweifs Flanke schlug. Feuerschweif wich geschickt aus und versuchte, auf den Rücken seines Bruders zu kommen. Dieser aber ahnte es und warf sich zur Seite. Feuerschweif fauchte und wirbelte herum. Er warf seinen Bruder um und fauchte ihm is Gesicht: „Warum bist du zu Geißel gewechselt? Du bist eine Schande für unsere Familie!“ Feuerschweif starrte seinen Bruder an und wartete. Der antwortete: „Der Donnerclan hatte mir nichts mehr zu bieten. Ich wollte was neues. Wie heißt du, Schmusekätzchen?“ Feuerschweif knurrte: „Sag das noch einmal!“ Sein Bruder erwiderte lauter: „Gern! Schmusekätzchen!“ Feuerschweif fauchte. Er wollte seinem Bruder die Krallen über seine Nase ziehen und zusehen, wie er jaulend verschwand. Aber irgendwas hielt ihn davon ab. Er konnte seinem Bruder nicht wehtun. Stattdessen fragte er kalt: „Wie heißt du?“ Erstaunt schaute sein Bruder ihn an. Dann antwortete er: „Funke. Und du?“ Feuerschweif antwortete: „Feuerschweif. Kannst du nicht zurück in den Donnerclan kommen?“ Traurig schaute Funke ihn an. Dann antwortete er: „Blaustern würde mich niemals mehr aufnehmen.“ Feuerschweif erwiderte: „Natürlich würde sie das.“ Dann stieg er von seinem Bruder herunter. Plötzlich wurde er zu Boden gerissen. Er spürte, wie etwas haarscharf an seinem Genick vorbeifegte. Feuerschweif schaute auf und sah seinen Bruder über sich. Hinter Funke stand ein großer schwarzer und Kater. Funke hatte Feuerschweif das Leben gerettet. Hätte er Feuerschweif nicht zu Boden gerissen, hätte der schwarze Kater sicher Feuerschweifs Genick gebrochen. Wütend zischte der schwarze Kater: „Funke! Was hast du getan?“ Kühl antwortete Funke: „Ich habe meinen Bruder gerettet, Rabe.“ Fassungslos schaute der schwarze Kater von Feuerschweif zu Funke. „Verräter!“ jaulte er. Feuerschweif blickte Funke an. Der nickte und die beiden stürzten sich auf Rabe. Ein paar Sekunden später floh er kreischend. Da kam Ahornschatten zu den beiden. Sie fragte Feuerschweif: „Wer ist das?“ Feuerschweif antwortete: „Das ist mein Bruder, Funke.“ In diesem Moment hörte er eine Schrei. „Blaustern!“ schoss es Feuerschweif für den Kopf. Er kämpfte sich durch das Getümmel, bis er in die Mitte kam. Er sah Geißel über seiner Anführerin stehen. Feuerschweif stürzte sich auf Geißel und stieß ihn von Blaustern weg. Gerade rechtzeitig, denn Geißel hatte gerade zum Schlag ausgeholt. Wütend kreischend ging der schwarze Kater nun auf Feuerschweif los. Der Krieger wich mühelos aus, packte den Anführer am Schwanz und schleuderte ihn quer über die Lichtung. Fauchend kam Geißel zurück und warf Feuerschweif trotz seiner Größe um. Überrascht schrie Feuerschweif auf. Er wehrte sich mit aller Kraft, konnte den Kater aber nicht loswerden. Verzweifelt warf Feuerschweif sich herum. Plötzlich wurde das Gewicht von seinem Rücken genommen. Verwundert stand er auf und sah, wie Ahornschatten den kleinen Kater wegtrat. Benommen blieb Geißel liegen. Feuerschweif rannte zu Blaustern. Sie hatte viele Wunden, aber das schien sie nicht zu stören. Sie sagte zu Feuerschweif: „Danke. Du hast mein Leben gerettet!“ Feuerschweif antwortete: „Wer würde das nicht tun?“ Blaustern sprach: „Du warst sehr mutig. Du auch, Ahornschatten.“ Plötzlich stockte sie. Feuerschweif fragte: „Was ist?“ Blaustern antwortete: „Hinter dir.“ Feuerschweif drehte sich und. Hinter ihm stand Funke. Er erklärte Blaustern: „Ich weiß das er mein Bruder ist. Er hat mir das Leben gerettet.“ Blaustern nickte und fragte freundlich: „Und jetzt möchtest du fragen, ob er zurück in den Clan kann, nicht wahr?“ Feuerschweif nickte und wartete. Blaustern nickte erneut und überlegte: „Wenn er dir wirklich das Leben gerettet hat, dann ist er es würdig. Na gut. Willkommen zurück Funkenfell!“ Freudig senkte Funkenfell den Kopf und sagte: „Ich denke, wir sollten nun weiterkämpfen. Blaustern nickte. Feuerschweif drehte sich um und stürzte sich auf seinen Gegner. Es war eine braun gestreifte Katze. Feuerschweif schlug seine Krallen in ihre Flanke. Dann schlug er nach ihrem Ohr. Sie war zu überrascht, um zu reagieren. Bald schon floh sie jaulend in den Wald. Feuerschweif blickte sich um. Entsetzt sah er ein Bündel goldenes Fell auf dem Boden liegen. Er eilte zu seinem ehemaligen Mentor. Löwenherz lag reglos da. Feuerschweif stupste ihn an. Löwenherz bewegte sich nicht. Feuerschweif hob den Kopf zum Silbervlies und jaulte seine Trauer zu den Sternenkriegern. Dort war jetzt auch Löwenherz. Bestimmt blickte er auf seinen ehemaligen Schüler hinab. Feuerschweif senkte den Kopf wieder. Verzweiflung packte ihn, als er sah, wie der Donnerclan immer weiter zurückgedrängt wurde. Er stürzte sich mitten zwischen die Blutclankrieger und war fest entschlossen, Löwenherz zu rächen. Feuerschweif teilte nach links und nach recht aus und kämpfte mit Zähnen und Krallen. Gepackt von neuem Mut begann der Donnerclan richtig zu kämpfen. Sie waren eins, eine Gemeinschaft. Alle für einen und einer für alle. Schulter an Schulter drängten sie den Blutclan zurück. Feuerschweif rief: „Sie mögen mehr sein, aber wir haben die Einheit und die Kraft des Sternenclans!“ Gemeinsam kämpften sie. Feuerschweif packte neuer Mut. Sie könnten es schaffen! Als Blaustern sich dann sichtlich in den Kampf stürzte, war es so gut wie sicher: Der Donnerclan würde gewinnen. Immer weiter drängten die Donnerclankrieger vor und gewannen die Oberhand. Als Feuerschweif mit einem riesigen Kater kämpfte, brüllte er: „Für Löwenherz!“ und zog dm Kater seine Krallen mit aller Kraft über den Bauch. Nun brüllten auch alle anderen Katzen: „Für Löwenherz!“ Da geschah es. Ein blendendes Licht erschien zwischen den Donnerclankatzen. Als Feuerschweif sich an das Licht gewöhnt hatte, konnte er eine Gestalt erkennen. Es war Löwenherz. Er leuchtete und bestand aus Sternen. Er rief: „Für meinen Clan!“ und stürzte sich auf den fassungslosen Stellvertreter von Geißel. Innerhalb von Sekunden hatte er den Krieger vertrieben. Geißel kreischte: „Blutclan, Rückzug!“ und verschwand als erster im Wald. Erschöpft aber glücklich stand der Donnerclan im Licht der aufgehenden Sonne. Blaustern sprach: „Katzen des Donnerclans, ihr habt gut gekämpft heute Nacht. Ich bin stolz auf euch.“ Neben ihr stand der Sternen-Löwenherz. Er rief: „Freunde, ich möchte, das Feuerschweif der neue zweite Anführer wird!“ Dann löste er sich auf. Blaustern blickte Feuerschweif an: „Feuerschweif, willst du der neue zweite Anführer des Donnerclans sein?“ Ungläubig starrte Feuerschweif seine Anführerin an. „Ich?“ fragte er. „Ja du.“ erwiderte Blaustern sanft. Feuerschweif rief: „Natürlich will ich!“ Blaustern nickte und sprach: „Dann ernenne ich dich hiermit zum zweiten Anführer des Donnerclans. Herzlichen Glückwunsch!“ Feuerschweif antwortete: „Danke Blaustern!“ Der Donnerclan rief: „Feuerschweif, Feuerschweif, Feuerschweif!“ überglücklich lief Feuerschweif zu seinen Freunden, die ihm gratulierten. Sein Bruder schmiss ihn um und lachte. Blaustern mahnte belustigt: „Funkenfell, ein bisschen mehr Respekt vor deinem zweiten Anführer!“ Mit gespielter Beleidigung sprang Funkenfell von seinem Bruder herunter.




    8
    Kapitel 8




    Feuerschweif öffnete die Augen. Er blinzelte und streckte sich. Als er seine Morgenwäsche abgeschlossen hatte, trat er auf die Lichtung. Er blickte sich im Lager um. Es war noch viel zu tun. Die Katze Geißels hatten den Wall des Lagers fast komplett zerstört. Feuerschweif dachte: „Das muss wieder aufgebaut werden. Dringend, bevor ein anderer Clan unsere geschwächte Lager erkennt und uns angreift!“ In diesem Moment sah er Weißpelz, Langschweif, Borkenpelz, Wieselschweif und Birkenfell über die Lichtung laufen. Feuerschweif trabte zu ihnen und fragte: „Habt ihr schon etwas zu tun?“ Als Weißpelz den Kopf schüttelte, fuhr Feuerschweif fort: „Gut, dann könntet ihr die Lagerumwallung erneuern. Geißel hat sie großenteils zerstört.“ Weißpelz nickte: „Das ist eine gute Idee. Wird gemacht.“ Feuerschweif antwortete: „Danke, Weißpelz.“ Dann lief er eilig über die Lichtung und wartete auf Krieger, die er für die Morgenpatrouille einteilen konnte.
    Er sah Mausefell, Glanzfell, Maispfote, Sturmwind und Goldblatt auf der Lichtung sitzen. Feuerschweif lief zu ihnen herüber und fragte: „Guten Morgen! Könnt ihr die Morgenpatrouille vielleicht übernehmen?“ „Na klar!“ erwiderte Mausefell. Dankbar nickte Feuerschweif. Da kamen endlich seine Freunde aus dem Bau der Krieger. Feuerschweif trabte zu ihnen und fragte: „Ahornschatten, gilt dein Jagdangebot noch?“ Ahornschatten lächelte und nickte. Feuerschweif rief: „Na dann los. Weißpelz, du übernimmst bitte!“ Weißpelz nickte dankbar und drehte sich um. Feuerschweif und seine Freunde trabten aus dem Lager. Schneesturm fragte: „Wo wollen wir jagen?“ Ahornschatten antwortete: „Wie wärs hier?“ Feuerschweif blickte sich um. Sie befanden sich auf dem Weg zum Baumgeviert. Feuerschweif nickte: „Warum nicht?“ „Gut“ erwiderte Ahornschatten „Dann los!“ Feuerschweif fragte: „Wer geht mit wem?“ Funkenfell antwortete: „Graustreif, Schneesturm und Wassertropfen als ein Team und ich, du und Ahornschatten als Team?“ Alle nickten zufrieden. Dann teilten sie sich auf. Feuerschweif schien nicht derselbe zu sein. Er war nicht mehr fröhlich und überdreht. Er war traurig und verantwortungsbewusst. Er war nun der zweite Anführer des Donnerclans und musste die Last der Verantwortung tragen. Ahornschatten riss ihn aus seinen Gedanken: „Feuerschweif, du kannst Löwenherz nicht ewig nachtrauern! Fang an, zu genießen, was du hast, und lerne, zu vergessen. Vergiss die Trauer und genieße dein Leben! Erinnere dich an die schönen Momente und vergiss die schlechten.“ Feuerschweif schluckte und nickte. Er hob den Kopf und nahm den Wald wieder war. Er spürte die kommende Blattleere. Er atmete ein und fühlte sich zum ersten Mal seit seiner Ernennung zum Schüler richtig frei. Er tat, was er konnte und genoss sein Leben. Feuerschweif preschte mit seinen Freunden durch die kalte Luft und fühlte ihre Freundschaft. Er spürte den eisigen Wind kaum. Sie blieben stehen und atmeten die Luft ein und suchten nach Beute. Erstaunlicher Weise fanden sie noch viel. Feuerschweif hatte eine Amsel, zwei Eichhörnchen, vier Mäuse und eine Elster gefangen. Ahornschatten hatte drei Mäuse, eine Amsel, zwei Sperlinge und ein Eichhörnchen. Funkenfell fand ähnliches. Als sie zurück zu ihren Freunden kehrten präsentierten die ihnen drei Eichhörnchen, fünf Mäuse, eine Elster und zwei Sperlinge. Alle sechs Katzen trabten ins Lager und brachten ihre Beute auf den Frischbeutehaufen. Feuerschweif ordnete an: „Wir sollten ein Loch graben, dann können wir unsere Beute lagern. Graustreif, Wassertropfen, könntet ihr das übernehmen?“ Die beiden nickten. Feuerschweif blickte sie dankbar an. Er musste noch einmal in den Wald zurück. Er trabte durch den Tunnel und sprintete los. Er rannte vor allem weg. Er brauchte seine Freiheit. Feuerschweif stürmte die Schlucht hinauf und in den Wald hinein. An allem vorbei. Er rannte und rannte. Vor der Verantwortung davon. Mitten durch den Wald. Irgendwann kam er an eine Lichtung. Er setzte sich hin. Es begann, zu regnen. Vor ihm bildete sich eine Pfütze. Feuerschweif schaute sich um. Niemand. Ein funkeln, heller als alles, was er kannte, erschien vor ihm. Löwenherz war zurück! Feuerschweif begrüßte seinen ehemaligen Mentor überschwänglich. Löwenherz Fell war nicht mehr golden, aber Löwenherz hatte sich sonst nicht verändert. Fragend schaute Feuerschweif sein Vorbild an. Es musste einen Grund haben, das Löwenherz gekommen war. Löwenherz rief glücklich: „Feuerschweif! Ich bin so stolz auf dich! Du machst dich wirklich gut.“ Traurig senkte Feuerschweif den Kopf. Er flüsterte: „Du fehlst, Löwenherz. Ich kann das nicht. Ich bin kein guter zweiter Anführer.“ Löwenherz schaute den roten Kater an, wie er mit nassem Fell geschlagen auf der Lichtung saß. Dann sagte er: „Feuerschweif, es gab Momente, in denen ich auch verzweifelt war. Ich habe, genau wie du, auch meinen Mentor verloren. Feuerschweif, du darfst nicht aufgeben. Dein Clan braucht dich! Er kann den Winter nicht ohne deine Hilfe überstehen! Du musst lernen, etwas gutes in deinem Leben zu sehen.“ Feuerschweif nickte und hob seinen Kopf. Er spürte, wie seine Kraft zurück kam. Er stand auf und schüttelte den Regen aus seinem Fell und vertrieb alle Traurigkeit aus seinem Herzen. Löwenherz nickte und rief noch: „Gut so!“ bevor er sich auflöste. Mit neuer Kraft rannte Feuerschweif durch den Wald. Aber er wurde auf halber Strecke von Ahornschatten abgefangen. Feuerschweif fragte: „Was machst du denn hier?“ Ahornschatten antwortete: „Dich suchen.“ Feuerschweif fragte: „Warum?“ „Weil du einfach verschwunden bist!“ Dann sagte sie: „Komm, wir gehen ins Lager.“ Feuerschweif nickte und folgte ihr. Am Lager kam ihnen Wassertropfen entgegen. Sie fragte besorgt: „Feuerschweif, wo warst du? Du bist so plötzlich aus dem Lager geprescht, wir haben uns sorgen gemacht!“ Feuerschweif antwortete: „Ich habe Löwenherz getroffen.“ Wassertropfen schaute ihn an: „Tatsächlich?“ Feuerschweif nickte. Da kam Schneesturm zu ihnen gelaufen. Sie rief: „Feuerschweif!“ und drückte sich an ihn. Lachend schob Feuerschweif sie weg: „Ich war doch nicht ewig weg!“ Skeptisch erwiderte Ahornschatten: „Aber schon ein paar Stunden.“ Feuerschweif fragte: „Tatsächlich?“
    Alle lachten. „Ja, tatsächlich!“ rief Schneesturm prustend. „Oh, tut mir leid!“ Ahornschatten sagte: „Ist doch nicht schlimm, jeder braucht mal Zeit für sich.“ Feuerschweif nickte dankbar. Ahornschatten zwinkerte ihm zu. Feuerschweif ging zu Weißpelz und fragte: „Wie kommt ihr so voran?“ Weißpelz antwortete: „Gut, Feuerschweif. Wir sind fast fertig. Übrigens, Blaustern möchte dich sehen.“ Feuerschweif bedankte sich das Weißpelz übernommen hatte und eilte zu Blausterns Bau. Er fragte: „Blaustern?“ Aus der Höhle antwortete Blaustern: „Ja, Feuerschweif? Komm rein.“ Feuerschweif schob die Flechten beiseite und trat in den Bau seiner Anführerin. Als sich Feuerschweif an das Licht gewöhnt hatte, konnte er Blaustern auf dem Boden sitzen sehen. Sie sagte: „Feuerschweif. Ich muss mit dir reden. Was denkst du, wer sollte Blitzunges Mentor werden?“ Feuerschweif überlegte: „Wie wäre es mit Ahornschatten? Oder mit Borkenpelz?“ Blaustern legte den Kopf schief. Dann schaute sie Feuerschweif an und antwortete: „Danke, Feuerschweif, ich habe entschieden. Du wirst meine Wahl heute Abend erfahren. Du kannst gehen.“ Feuerschweif neigte den Kopf vor seiner Anführerin und zog sich zurück. Vor ihrem Bau fragte er sich: „Wer wird Blitzjunges Mentor? Und was ist mit Buntgesichts anderen Jungen?“ Feuerschweif beendete seine Überlegungen und kümmerte sich um die Patrouille. Er trabte zu Mausefell und ihrer Patrouille und fragte: „Wie ist die Patrouille gelaufen?“ Mausefell antwortete: „Alles sauber, bis auf die Schattenclangrenze. Geruch auf unserem Gebiet. Der Schattenclan hat bei uns gejagt!“ Feuerschweif fauchte: „ Beim Sternenclan! Hoffen wir, das es bei einem mal beibt. Wenn nicht, müssen wir es auf der großen Versammlung ansprechen.“ Mausefell nickte düster. Feuerschweif bedankte sich bei Mausefell und den anderen und lieft Blausterns Bau, um ihr zu berichten. Feuerschweif fragte: „Blaustern?“ Blausterns antwortete: „Ja, Feuerschweif?“ Feuerschweif rief wütend: „Der Schattenclan hat die Grenze übertreten!“ Blaustern wiederholte: „Der Schattenclan har in unserem Territorium gejagt?“ Feuerschweif fauchte: „Ja, beim Sternenclan!“ Blaustern kam aus ihrem Bau und sagte: „Das müssen wir auf der Versammlung ansprechen.“ Feuerschweif nickte. Er bemerkte: „Es ist Zeit, das ich die Abendpatrouille losschicke.“ Der rote Kater rief: „Schneesturm, Ahornschatten, Wassertropfen, Graustreif, Funkenfell! Wir gehen auf Abendpatrouille!“ Feuerschweifs Freunde kamen zu ihm geeilt und schlossen sich ihm an. Zuerst kontrollierten sie die Grenze zum Flussclan, dann die zum Schattenclan. An der Grenze zum Schattenclan roch es auf dem Gebiet des Donnerclans zwar nach Schattenclan, aber der Geruch war von heute morgen. Als letztes kontrollierten sie die Grenze zum Windclan. Auch nichts. Sie liefen zurück zum Lager. Gerade rechtzeitig, denn Blaustern rief in diesem Moment: „Alle Katzen, die alt genug sind, ihre eigene Beute zu fangen, mögen sich unter dem Hochstein versammeln!“ Feuerschweif und seine Freunde trabten zum Hochfelsen und ließen sich nieder. Als alle versammelt waren, sprach Blaustern: „Wir wollen heute drei Junge zu Schülern zu machen. Blitzjunges, Leopardenjunges, Wieseljunges, tretet vor.“ Die drei Jungen traten vor. Blaustern rief: „Katzen des Sternenclans, ich bitte euch, seht auf diese drei Jungen herab. Sie sind bereit, hart zu arbeiten, um eure edlen Gesetze zu erlernen. Blitzjunges, dein Mentor wird Feuerschweif sein. Feuerschweif, ich hoffe, du gibst dein Kampfgeschick und deinen Mut an deine Schülerin weiter. Wieseljunges, dein Mentor wird Schneesturm sein. Schneesturm, ich hoffe, du gibst dein Jagdgeschick und deinen Fleiß and deinen Schüler weiter. Regenjunges, dein Mentor wird Ahornschatten sein. Ahornschatten, ich hoffe, du gibst dein Kampfgeschick und deine Ehrlichkeit an deine junge Schülerin weiter. Blitzjunges, von nun an wirst du Blitzpfote heißen. Donnerjunges, du wirst von nun an Donnerpfote heißen. Regenjunges, von jetzt an wirst du Regenpfote heißen. Ich hoffe, ihr alle werdet gute Krieger. Feuerschweif trat zu Blitzpfote und drückte seine Schnauze gegen ihre. Das gleiche, was Feuerschweif erlebt hatte, wiederholte sich, nur ander herum. Jetzt war Feuerschweif der Mentor und hatte eine Schülerin. Neben ihm drückte auch Schneesturm und Ahornschatten die Schnauzen gegen die ihrer Schüler. Dann traten sie einen Schritt zurück und riefen mit ihren Clankameraden: „Blitzpfote, Donnerpfote, Regenpfote! Blitzpfote, Donnerpfote, Regenpfote! Blitzpfote, Donnerpfote, Regenpfote!“ Glücklich strahlten die drei Schüler in die Runde. Blaustern sagte: „Die Versammlung ist hiermit beendet.“ Und sprang vom Hochstein. Müde trabten die Schüler in ihren neuen Bau. Auch die Krieger legten sich schlafen.




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    Kapitel 9




    Feuerschweif blinzelte. Als er besser sehen konnte, blickte er sich um. Er schaute in einem dunklen Wald. Als er sich umdrehte, stand hinter ihm der verängstigte Donnerclan. Blaustern war nirgends zu sehen. Feuerschweif schaute wieder nach vorn. Er fasste deinen Mut zusammen und lief voraus. Plötzlich ging das Lager in Flammen auf. Auch der Wald brannte. Feuerschweif sah Beutetiere auf der Flucht zum Fluss rennen. Er rief: „Folgt mir!“ und stürzte in den Wald. Er preschte zwischen den brennenden Bäumen hin und her und schaute sich immer wieder um, um zu sehen, das der Donnerclan ihm folgen konnte. Endlich erreichte er den Fluss. Er rief: „Schwimmt rüber! Die Jungen nehme ich.“
    Er packte das erste Junge und stürzte sich in den Fluss. Eiskalt schwappte das schwarze Wasser um seinen Bauch. Er hielt die Luft an und kämpfte sich weiter in den Fluss. Sein Kopf taucht mehrmals unter und er ertrank fast, aber er brachte das Junge sicher auf die andere Seite. Nach einiger Zeit waren alle in Sicherheit. Er rief: „Ich muss noch einmal ins Lager zurück!“ Ein letztes Mal schwamm er Richtung Wald. Tropfnass rannte er durch den Wald. Da hörte er ein Jammern. Er schaute sich suchen um. Feuerschweif entdeckt Blitzpfote. Sie klemmte unter einem Ast fest. Feuerschweif preschte zu ihr und riss an dem Ast. Er hörte ein knacken und schaute hoch. Über ihm drohte ein brennender Ast genau auf ihn und Blitzpfote zu stürzen. Er riss und zerrte an dem Ast, unter dem Blitzpfote gefangen war. Verzweifelt heulte er auf und versuchte es noch einmal. Der Ast bewegte sich. Über ihnen brach der brennende Ast ab und viel. Gleichzeitig schleuderte Feuerschweif Blitzpfotes Gefängnis weg. Er packte sie und warf sie hinterher. Dann fiel der Ast. Feuerschweif war im brennenden Lager gefangen. Er rief Blitzpfote zu: „Lauf zum Fluss!“ Dann sah er einen brennenden Ast auf sich zukommen. Mit einem Schrei erwachte Feuerschweif. Er schaute sich hektisch im Bau um. Alles ruhig. Nur vor ihm knurrte Dunkelstreif wütend: „Geht’s noch lauter?“ „Tut mir leid“ Feuerschweif streckte sich und stand auf. Er trabte auf die Lichtung hinaus und schaute sich um. Er entdeckte Weißpelz auf der anderen Seite der Lichtung. Feuerschweif lief zu ihm herüber und fragte: „Weißpelz, könntest du heute die Patrouillen einteilen? Ich muss Blitzpfote trainieren.“ Weißpelz nickte. Feuerschweif lächelte ihn dankbar an und trabte zum Schülerbau.

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Kommentare (1)

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vor 318 Tagen flag
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