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Suga - Ist Liebe ein Verbrechen?

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100 Kapitel - 158.101 Wörter - Erstellt von: - Aktualisiert am: - Entwickelt am: - 17.502 mal aufgerufen - User-Bewertung: 4,9 von 5 - 9 Stimmen- Die Geschichte ist noch in Arbeit - 21 Personen gefällt es

Als du 18 Jahre alt bist, sterben deine Eltern bei einem Autounfall. Nun musst du dich selbst versorgen. Während du versuchst, dein Leben normal und ohne Trauer weiterzuführen, wird dieser Plan durch ein unglückliches Zusammentreffen mit einem Mörder zerstört. Er zwingt dich, seiner Verbrecherbande beizutreten. Doch als wenn es nicht noch verrückter kommen könnte, verliebst du dich auch noch in einen deiner neuen „Kollegen“ - Suga, welcher gleichzeitig Mitglied der berühmten Band BTS ist.
Jedoch stellt sich deine Liebe zu ihm als äußerst schwierig dar. Schließlich verliebt man sich nicht alle Tage in einen Schwerverbrecher...

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    Ein Auto, rasantes Tempo, plötzlich von der Spur abweichend. Der Moment, in dem die Motorhaube gegen den Baum gepresst wird, wird von einem gewaltige
    Ein Auto, rasantes Tempo, plötzlich von der Spur abweichend. Der Moment, in dem die Motorhaube gegen den Baum gepresst wird, wird von einem gewaltigem Krach begleitet. Die zwei Menschen im Inneren? Tot.

    Mit zittrigen Händen sitzt du auf der Polizeiwache und wartest darauf, dass ein Beamter dich ins Gespräch ruft. Die Tränen fließen deine Wange herunter und du fühlst dich, als hättest du ein Teil von dir selbst verloren. Plötzlich öffnet sich eine Tür und dein Name wird genannt. Vorsichtig stehst du auf und gehst dem Mann schwankend hinterher. Dir ist unfassbar schwindelig und du hast das Gefühl, gleich umzukippen. Der Mann, welcher Polizist ist, deutet auf einen Stuhl in einem kleinen Raum. Schnell setzt du dich. Der Polizist setzt sich gegenüber von dich und schaut dir direkt in die Augen. Zögernd fragt er:„Wie geht es Ihnen, (dein Name)?“ Du flüsterst verstört:„Geht so.“ Der Beamte steht besorgt auf und bringt dir ein Glas Wasser. Gedankenverloren nippst du daran und stellst es dann wieder auf den kalten, glatten Holztisch. Nun setzt der Beamte an:„Wir können Ihnen leider noch nicht allzu viel Auskunft über den Unfall geben. Wichtig wäre für uns, zu wissen, ob Ihr Vater, der am Steuer saß, Alkoholiker war oder irgendwelche Vorerkrankungen hatte.“ Du schüttelst nur wortlos den Kopf und starrst auf den Tisch. Der Polizist seufzt und spricht weiter:„Können Sie uns sonst etwas über ihn sagen? Oder über Ihre Mutter? Irgendwelche Auffälligkeiten?“ Diesmal blickst du deinem Gegenüber direkt in die Augen. „Nein, es war immer alles vollkommen normal. Keine Krankheiten, auch keine Probleme mit Alkohol oder Drogen. Über Suizid brauchen wir gar nicht erst sprechen. Mit dergleichen hatten beide nie Probleme. Ich kann mir das auch gar nicht erklären“, ist deine Antwort. Der Mann nickt nur, kritzelt etwas auf einen Zettel und guckt dich nun erwartungsvoll an. Er erklärt:„Gut. Also, nicht gut, aber dann wissen wir immerhin schon mal bescheid. Sie können dann auch schon wieder gehen. Wir werden Sie informieren, sobald wir mehr wissen.“ Du nickst wortlos, stehst auf und verlässt nun schnellen Schrittes die Polizeiwache. Du steigst in dein Auto und starrst mit glasigen Augen auf das Lenkrad. Das kann doch nicht sein. Mit meinen Eltern war nie auch nur irgendetwas. Wie können sie jetzt auf einmal tot sein? Das kann doch kein Zufall sein! Müde lässt du deinen Kopf auf das Lenkrad sinken. Die Tränen fließen wie ein Fluss dein Gesicht herunter. Wie können sie jetzt vom einen Tag auf den anderen tot sein? Was soll ich denn jetzt machen? Ich habe keine anderen Verwandten und das heißt, ich werde mich nun selbst um mich kümmern müssen. Dazu kommt, dass ich auch noch die Kosten für die Beerdigung auf mich nehmen muss und vollkommen alleine sein werde. Hilfe. Was soll ich nur machen?

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    Du reißt schnell die Tür deines Elternhauses auf. Jetzt ist es nicht mehr das Haus meiner Eltern, sondern meines. Du atmest laut ein und trottest nun, geschwächt von der schlechten Nachricht, in dein Zimmer und lässt dich dort auf dein Bett fallen. Jedoch verbleibst du nur wenige Sekunden dort. Direkt stehst du wieder auf und eilst zu dem nächsten Raum. Du greifst nach dem Türgriff, zögerst dann aber doch. Schließlich nimmst du all deinen Mut zusammen und reißt die Tür auf. Jetzt blickst du in das Schlafzimmer deiner Eltern. Von der Trauer erschlagen lässt du dich auf ihr Bett sinken. Noch immer riecht alles hier nach ihnen. Es ist, als wären sie gar nicht tot. Als würden sie immer noch leben und bei mir sein. Leider ist es nicht die Wahrheit. Vorsichtig streichst du mit deinen Fingern über die Bettdecke. Am Fußende liegt ein Stapel Klamotten von deiner Mutter. Das Buch, das dein Vater in der letzten Nacht noch gelesen hatte, liegt noch immer aufgeschlagen auf dem Bett. Mit traurigem Blick schweifst du durch das kleine, unordentliche, aber irgendwie gemütliche Zimmer. An der Wand hängen diverse Fotos von dir und deinen Eltern, sowie Bilder, welche du einmal als Kind gemalt hast. Als dein Blick auf das große Foto, auf dem deine Eltern dich lächelnd umarmen, fällt, huscht ein schwaches Lächeln über dein Gesicht. Plötzlich klingelt das Telefon. Eilig rennst du dort hin und nimmst ab. Die Stimme eines Mannes ertönt:„Guten Tag, hier ist die Polizei. Wir haben einige neue Informationen über Ihre Eltern und dessen Unfall. Es sieht ganz danach aus, als habe das Bremspedal nicht funktioniert und als sei der Wagen dann aus der Kurve geflogen. Sie haben keine weiteren Familienmitglieder, richtig? Sollte das der Fall sein, geht der ganze Besitz ihrer Eltern auf Sie über. Weitere Details können Sie später erfahren. Wenden Sie sich nun bitte an das Bestattungswesen. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag, auf Wiederhören.“ Langsam lässt du das Telefon wieder sinken. Du holst ein Telefonbuch und tätigst noch einige Anrufe.
    Seit dem Unfall sind einige Tage vergangen und deine Eltern werden heute beerdigt. Zu der Beerdigung kommen nicht viele. Nur ein paar Freunde der Familie und die Nachbarn. Alle trauern mit dir und viele bieten dir sogar an, dass du sie immer aufsuchen kannst, wenn du mal Hilfe benötigst oder dich alleine fühlst. Jedoch hast du das Gefühl, dass es momentan sogar am besten für dich ist, alleine zu sein. Nach der Trauerfeier fährst du wieder nach hause. Nachdenklich sitzt du in der Küche und starrst aus dem Fenster. Meine Eltern sind nun zwar tot und ich bin auf mich alleine gestellt, doch das Leben muss weitergehen. Ich kann hier nicht für Ewigkeiten wie ein Häufchen Elend herumsitzen. Ich muss mein Leben so weiterführen, wie ich es bisher getan habe. Ich mache mein Studium zu Ende, kümmere mich um das Haus und finde irgendwann vielleicht mal einen Freund, mit dem ich mein Leben verbringen kann. Aber darum geht es vorerst nicht. Jetzt muss ich mich erstmal auf mein Studium konzentrieren. Und um das zu schaffen, brauche ich keine Trauer! Das Leben muss weitergehen. Und das wird es auch...

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    Lautes Piepen dringt in deine Ohren. Müde hebst du deinen Arm und drückst den Ausschalter deines Weckers. Noch einige Minuten bleibst du reglos in deinem Bett liegen, den Speichel auf dein Kissen tropfend. Schließlich raffst du dich auf und machst dich fertig, zur Hochschule zu gehen. Du begibst dich in die Küche und rufst:„Guten Morgen, Papa!“ Erst jetzt fällt dir ein, dass dein Vater gar nicht mehr da ist. Genauso wie deine Mutter. Schlecht gelaunt lässt du dich auf den Stuhl plumpsen und kaust gelangweilt auf deinem Brot herum. Demotiviert wirfst du einen Blick auf die Uhr. Schon 10 nach 7. Mist, dann muss ich jetzt los. Eilig nimmst du deine Jacke, die nun alleine am Kleiderhaken hängt, und gehst den Weg zur Hochschule. Der Weg ist nicht allzu weit und es gibt nichts Spannendes zu sehen. Nur die mäßig befahrene Straße, einige Häuserblocks und dunkle Gassen in irgendwelche Mülltonnengassen führend. Gelegentlich läuft mal jemand an dir vorbei. Du grüßt dann immer freundlich, gehst aber direkt unbeirrt weiter. Nach etwa 25 Minuten bist du angekommen. Die erste Vorlesung beginnt um 08:00 Uhr. Also gesellst du dich ein wenig in die Kantine, wo du auf deine Mitstudentinnen Juhee und Miga triffst. Du setzt dich zu ihnen und tratschst ein wenig mit ihnen. Während Miga sehr gesprächig und freundlich ist, ist Juhee sehr still und verschlossen. Sie wirkt zudem sehr gefühlskalt und verträumt, ganz im Gegensatz zu Miga. Obwohl Juhee dir zwar etwas suspekt vorkommt, hast du nichts gegen sie einzuwenden. Mit Miga unternimmst du verhältnismäßig sehr viel. Ihr seid so ziemlich beste Freundinnen und seht euch mindestens ein mal die Woche privat. Ihr lacht viel zusammen und redet über alle möglichen Dinge. Miga erzählt:„Ich habe ehrlich gesagt etwas Angst vor der Mathe-Prüfung. Du weißt ja, Mathe ist nicht mein Fach. Aber ich muss zugeben, ich bin noch etwas besser als Sehun. Ich will ihn ja nicht beleidigen, aber er war letztens nicht mal in der Lage, 100·1000 zu rechnen. Man muss aber auch bedenken, dass er nicht zugehört hat.“ Ihr lacht und du meinst:„Sehun ist ein herzensguter Mensch. Ich mag ihn sehr gerne, wirklich. Das kann ich nicht anders sagen, aber seine Mathekenntnisse sind nicht gerade ausgeweitet. Wobei er ansonsten wahrlich nicht dumm ist.“ Miga und du müsst bei dem Gedanken an sein Wissen über Mathe wieder etwas lachen. Juhee hat sich noch immer überhaupt nicht ins Gespräch eingebracht. Wie immer sitzt sie einfach nur dort und starrt gedankenverloren und desinteressiert in die Ferne. Jetzt fällt euch auf, dass es schon kurz vor acht ist und ihr geht schon mal zu eurem Raum. Die Chemie-Vorlesung ist wie immer furchtbar langweilig und du hast das Gefühl, gleich einzuschlafen. Leider sitzt du neben Juhee, mit der du dich nicht unterhalten kannst. Würde ich neben Miga sitzen, könnte ich mich jetzt super mit ihr unterhalten. Juhee sagt ja leider nie etwas. Naja, ist auch nichts dran zu ändern.
    Gelangweilt sitzt du da und starrst aus dem Fenster, was sonst Juhee immer macht. Allerdings ist sie in Vorlesungen, oder generell im Unterricht, immer unfassbar aktiv. Sie schreibt andauernd irgendetwas mit, macht zwischendurch immer komplizierte Rechnungen und wagt es nicht auch nur, für einen Moment nicht zuzuhören. Du verdrehst heimlich die Augen. Als die Vorlesung zu Ende ist, musst du zu deinem Bedauern direkt in die nächste. Diese hat einen Schwerpunkt auf Biologie, was du genauso langweilig findest. Dort hast du jedoch das Glück, neben Miga zu sitzen. Praktisch die ganze Stunde über unterhältst du dich mit ihr. Von sofern ist die Stunde schon bald zu Ende. Die restlichen Stunden vergehen ebenfalls wie im Flug. Jetzt bist du fertig für heute und kannst wieder nach hause gehen. Da es gerade mal 15:00 Uhr ist und du nicht viel zu tun hast, beschließt du, einen Abstecher durch den großen Park zu machen. Der Park ist das einzige Fleckchen Grün in der ganzen Stadt. Große Teiche und Seen füllen die grüne Landschaft. An einem See stehen viele Trauerweiden, dessen Äste teilweise schon in das Wasser getaucht sind. Besonders im Frühling ist es hier besonders schön. Genauso wie jetzt. Am Ufer blühen viele bunte Blumen, die Enten schwimmen friedlich durch das Wasser und quaken gelegentlich mal. Der Steg knarrt zwischendurch leise und oft streift ein leichtes Lüftchen durch deine schönen, (deine Haarfarbe) Haare. Tief atmest du die frische, nach Blumen duftende Luft ein. Mit den Händen in der Hosentasche stehst du unter der großen Trauerweide und lauschst, wie das Wasser leise an die Ufer schwappt. Im Hintergrund hörst du einige Kinder spielen. Ein Lächeln huscht über dein Gesicht. Schließlich beschließt du, noch bei den Gräbern deiner Eltern vorbeizuschauen. Der Weg zum Friedhof ist nicht weit. Du musst höchstens 10 Minuten gehen, dann bist du schon angekommen. Langsam und bedächtig schlenderst du auf die Grabstätte zu. Dein Blick huscht über den Grabstein, auf dem kunstvoll die Namen deiner geliebten Eltern eingraviert sind. Eine Träne entgleitet deinem Auge und du lässt geschehen, dass sie auf das Grab tropft. Eine Weile stehst du da, betest still für deine verstorbenen Eltern, zündest abschließend noch eine Kerze an und begibst dich dann wieder nach Hause. Mittlerweile ist es schon 19:00 Uhr und du wiederholst noch einmal den Stoff, den ihr heute durchgenommen habt. Schließlich wird es dir zu langweilig und du begibst dich in das Wohnzimmer, um etwas fernzusehen. Da auf so ziemlich jedem Programm nur Schrott kommt, stellst du den Fernseher entmutigt aus und gehst in dein Bett. Nachdenklich starrst du an die Decke. Was meine Eltern wohl gerade machen? Mit Sicherheit sind sie schon im Himmel. Ach, wer weiß. Ich werde jetzt besser schlafen. Morgen muss ich wieder zur Hochschule. Meine Eltern. Wie sehr ich sie liebe. So sehr. Und jetzt sind sie auf Ewig fort. Ich werde keinen von beiden auch nur jemals wiedersehen. Höchstens im Tod. Und bis dahin wird es hoffentlich noch lange dauern. Bei meinen Eltern ist der Tod deutlich zu früh eingetreten. Der Tod. So gemein. Jeden ereilt er einmal. Für einige ist es Erlösung, für andere ist es Folter. Folter und Ungerechtigkeit. Ungerecht. Das ist der Tod, ja. Dennoch kann ich ihn nicht verhindern. Meine Eltern konnten es auch nicht. Meine Eltern.

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    Müde schlägst du deine Augen auf. So wie jeden Tag, mit dem Wunsch nach Rückkehr. Rückkehr in den tiefen Schlaf. Du zwingst dich, aufzustehen und trottest in die Küche. In dem Moment fällt dir auf, dass du lange nicht mehr in den Briefkasten geschaut hast. Früher haben deine Eltern das übernommen, doch jetzt musst du selbst danach gucken. Du öffnest den Kasten und zu deinem Unmut ist dort sehr viel Post drin. Genervt nimmst du alle Briefe heraus und pfefferst sie auf den Küchentisch. Schnell durchsuchst du alle Briefe. Auf vielen ist noch der Name deiner Mutter oder deines Vaters angegeben. Traurig legst du diese Briefe erstmal an die Seite. Plötzlich hältst du inne. Ein Brief für dich! Gespannt öffnest du ihn und faltest ihn auseinander.
    Hallo (d/n),
    nach dem Tod Ihrer Eltern ist ihnen das Haus, sowie der gesamte Besitz übertragen worden. Da sie nun Besitzer des Wohnsitzes sind, müssen Sie auch die Rechnungen bezahlen. Die erste wird ihnen in den nächsten zwei Wochen zugeschickt.
    Wir wünschen noch einen angenehmen Tag und viele Grüße,
    Ihre Versicherung

    Enttäuscht legst du den Zettel weg. Na toll, ich dachte, da stünde vielleicht irgendetwas Besonders drin und nicht so ein blöder Mist wie Zahlung der Rechnungen. Das ist doch nicht fair. Ich studiere. Da bekommt man für gewöhnlich kein Geld!
    Heute ist Samstag, also musst du nicht zur Hochschule. Stattdessen triffst du dich mit Miga. Ihr wollt heute zusammen für die Mathe-Prüfung lernen. In einer Stunde sollst du bei ihr sein. Bis dahin hast du noch jede Menge Zeit, dich auszuruhen. Du legst sich ein wenig aufs Sofa, hörst Musik von BTS und liest Zeitung. Schließlich sind 45 Minuten vergangen und du machst dich auf den Weg zu Miga. Sie wohnt nur einige Häuserblocks weiter. Als du bei ihr ankommst lässt sie dich direkt herein. Sie ist gut drauf und erzählt dir von ihrem großen Bruder, der am gestrigen Tage eine Beförderung bekommen haben soll. Ihr Bruder arbeitet bei der BigHit-Kampagne in der Abteilung für Management. Miga erzählt aufgeregt:„Er ist zwar nicht direkt Manager von BTS, hat jetzt aber gelegentlich mit ihnen zu tun. Er hat in Aussicht gestellt, dass ich demnächst vielleicht mal auf ein Konzert von ihnen darf. Ich freue mich so! Du weißt ja, wie sehr ich BTS liebe.“ Du lachst leise. Ihr Wahn für BTS ist wirklich verrückt. Du magst die Musik von BTS zwar auch sehr, würdest dich aber nicht direkt als Fan darstellen. Miga erzählt aufgeregt weiter:„Und weißt du, was das beste an der ganzen Geschichte ist? Mein Bruder hat mir sogar erlaubt, dann eine Freundin mitzunehmen. Da habe ich an dich gedacht! Na, was sagst du jetzt?“ Du grinst breit. So ein Konzert ist doch mal eine schöne Ablenkung. Die Musik ist auch super. Du erwiderst glücklich:„Das ist wirklich lieb von dir, Miga. Danke!“ Miga grinst dich etwas frech an und fragt nun, ob ihr anfangen wollt. Nach etwa zwei Stunden Lernen verabschiedest du dich bei deiner Freundin.
    Zuhause angekommen überlegst du, wie du das mit den ganzen Rechnungen machen sollst. Zwar hast du eine Menge Geld von deinen Eltern geerbt, jedoch wird das auf Dauer nicht reichen. Du überlegst etwas und beschließt, in der Zeitung nach Anzeigen für einen kleinen Job zu suchen. Du musst nicht allzu lange suchen, da findest du schon eine interessante Anzeige.
    Wir brauchen Verstärkung!
    Wir benötigen Gehilfen in der Küche und Kellner für unser wundervolles Café „Am Seeufer“. Mitarbeiter sollten über 16 Jahre alt sein, kompetent im Bezug auf Menschen und flexibel. Der Lohn beträgt einen Preis von 10€ aufwärts die Stunde. Wenn Sie Interesse haben, rufen sie bitte unter folgender Nummer an:...

    Schnell tippst du die Nummer in das Telefon ein. Nach schon wenigen Momenten ertönt eine hohe, piepsige Stimme:„Hallo, Café „Am Seeufer“ hier. Wie kann ich Ihnen helfen?“ Du antwortest bedacht:„Guten Tag, mein Name ist (d/n). Ich habe Ihre Anzeige in der Zeitung gesehen und würde gerne anfragen, ob noch eine Stelle frei ist.“ Auf einmal fängt die Frau am Ende der Leitung an zu brabbeln, wie ein Wasserfall. Am Ende stellen sie dich probeweise für einen Monat an. Der erste Arbeitstag ist direkt am Montag.
    Etwas erschöpft, aber auch zufrieden, jetzt eine kleine Arbeitsstelle zu haben, lässt du dich auf dein Bett fallen. Du atmest laut aus und starrst träumerisch an die Decke. Jetzt greifst du schnell nach deinem Handy. Keine neuen Nachrichten. Gelangweilt gehst du in das Wohnzimmer. Dein Blick schweift durch den Raum und bleibt schließlich an einem Fotoalbum hängen. Vorsichtig ziehst du dieses aus dem Bücherregal und blätterst auf die erste Seite. Dort sind einige Fotos von deiner Mutter in jungen Jahren zu sehen. Man sieht, wie sie als Jugendliche mit Freunden glücklich an einem Strand sitzt. Sie grinst frech in die Kamera. Ein schwaches Lächeln erscheint auf deinem Gesicht. Du blätterst auf die nächsten Seiten um. So langsam kommen Fotos von deiner Mutter und deinem Vater dazu. Es sind schöne Fotos. Fotos von ihrem ersten Aufeinandertreffen, von ihren ersten Dates und ihren ersten Küssen. Schließlich kommen Bilder dazu, auf denen auch du zu sehen bist. Du bist auf den Bildern noch ein Säugling. Auf einigen Fotos sind auch deine Großeltern zu sehen. Deine Großeltern wohnen in (dein Land). Dort wurden auch beide deiner Eltern geboren, lebten dort auch lange Zeit, sind dann aber nach Südkorea gezogen, als dein Vater dort ein äußerst attraktives Jobangebot bekam. Seitdem lebst du eben hier, in Korea. An dein Leben in (dein Land) erinnerst du dich nicht mehr. Auch an deine Großeltern erinnerst du dich gar nicht. Du hast noch die vage Erinnerung im Kopf, dass du ganz früher oft mit ihnen telefoniert hast. Jedoch starben sie, als du gerade einmal 4 Jahre alt warst. Seitdem hast du gar keine Verbindung mehr zu dem Heimatland deiner Eltern.
    Entmutigt klappst du das Buch wieder zu, stellst es zurück an seinen Platz und legst dich fernsehend auf das Sofa.

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    Heute ist Montag und zu deinem Glück musst du nur bis 11:00 Uhr in der Hochschule sitzen. Der Vormittag vergeht sehr schnell und jetzt musst du dich beeilen, um möglichst schnell an deiner neuen Arbeitsstelle einzuteffen. Das Café ist direkt neben dem Park an einem der Seen. Deswegen auch der Name. Die Lage des Cafés ist eigentlich sehr schön. Eine schmale Straße führt daran vorbei, an der oft Leute nach der Arbeit vorbeikommen, beziehungsweise in der Mittagspause. Nachmittags sind dort viele Eltern mit ihren Kindern. Die Eltern können entspannt entweder draußen oder drinnen sitzen, während die Kinder auf dem Spielplatz spielen. Als du ankommst, nimmt dich eine kleine, etwas moppelige Frau in Empfang und führt dich in die Küche. Dort stellt sie dich deiner Mitarbeiterin Tran vor. Diese lächelt dich freundlich an. Du lächelst etwas verlegen zurück, während die kleine Frau neben dir mit einem strengen Blick deine Aufgaben erklärt. Du sollst dich an Tran richten, falls du Fragen haben solltest und ansonsten einfach erstmal Teller waschen und diese einräumen, beziehungsweise an den Koch richten, damit dieser sie befüllen kann. Eine Stunde gehst du dieser Beschäftigung nach, dann sollst du die Arbeitsstelle des Kochs schnell säubern. Nun ist es deine Aufgabe, das Essen fertig zu stellen, damit die wenigen Kellner es austragen können. So verläuft dein Arbeitstag für drei Stunden. Nun hast du Feierabend und bekommst zu Anfang 30€ Lohn. Jetzt willst du wieder zurückgehen. So wie immer, wenn du noch Zeit hast, gehst du bei dem Grab deiner Eltern vorbei. Du legst einige Blumen dort hin und läufst weiter. Da du einen Umweg genommen hast, musst du nun etwas länger laufen, bis du zuhause bist. Etwa 40 Minuten. Wie immer läufst du an der wenig befahrenen Straße mit den farblos und hässlich aussehenden Häuserblocks vorbei. Dort lang, wo die dunklen Gassen zwischen den Gebäuden herführen. Die Luft stinkt etwas nach Abgasen und du beeilst dich, nach Hause zu kommen. Plötzlich hältst du inne. Du hörst ein leises Wimmern. Es hört sich an, wie jemand, der Angst oder Schmerzen hat. Vielleicht sogar beides. Du bleibst stehen und lauschst verwundert, von wo die Geräusche kommen. Nun realisierst du, dass sie aus einer der dunklen, unheimlichen Gassen kommen. Erst willst du weitergehen, da du dich etwas vor den langen, leblosen Gassen fürchtest. Viele Schmuggler treiben dort ihr Unwesen. Doch der Gedanke daran, dass dort vielleicht jemand leidet, lässt dich nicht los und schließlich zwingst du dich selbst, dem nachzugehen. Leise schleichst du die Gasse entlang. Es kommt kaum Sonnenlicht bei dir an, während das Wimmern immer lauter wird. So langsam kommst du auf einen scheinbar etwas größeren Innenhof zu, in welchem tatsächlich etwas Licht scheint. Furchtsam trittst du auf die erleuchtete Stelle zu. Auf einmal vernimmst du gedämpfte Stimmen und du bleibst abrupt stehen. Du versuchst die Stimmen zu verstehen. „Du wirst mir das jetzt sagen. Ansonsten war's das. Glaub mir, ich kann deinem Leben jederzeit ein Ende setzten. Und du kannst dir gewiss sein, dass ich es auch tun werde, solange du es mir nicht endlich sagst“, droht eine erste Stimme. Eine zweite Stimme erwidert verängstigt:„Nein, bitte nicht!“ Diesmal etwas lauter und kraftvoller sagt die erste Stimme:„Dann sag mir, was du weißt! Na los!“ Jetzt siehst du auch die zwei Leute. Es sind zwei Männer. Der eine ist groß und kräftig, trägt eine Maske, hält ein Messer in der Hand und bedroht den anderen damit. Der andere Mann ist eher klein und zierlich. Er ist verängstigt und zuckt zusammen, als der größere ihm näher kommt und dabei laut brüllt. Schließlich sagt das Opfer:„Nein, ich werde es nicht sagen. Egal, wie viel Angst ich vor dir habe. Du wirst mich nicht in die Knie zwingen können. Ich werde nicht nachgeben!“ Nun tritt der Bedrohendebauf den anderen zu, zieht ihn am Kragen hoch und versetzt ihm kurzerhand mit dem Messer einen Stoß in den Hals. Der Erstochene sinkt schlaff zu Boden. Erschrocken hältst du dir die Hand vor den Mund und taumelst einen Schritt nach hinten. Dabei knallst du an die Wand des einen Gebäudes. Diesen Aufprall hat der brutale Mörder wohl gehört, denn er schaut erschrocken um sich und kommt nun auf dich zu. Du versuchst noch, wegzurennen, doch der Mann ist schneller. Er hält dich an deinem Nacken fest. Du schlägst wild um dich und schreist so laut du kannst um Hilfe.
    Plötzlich gehen dir die Lichter aus und du sinkst benommen zu Boden.

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    „Warum hast du sie hier hingebracht?“
    „Sie hat mich bei meiner Arbeit gesehen. Ich musste sie mitnehmen!“
    „Warum hast du sie nicht einfach getötet?“
    „Ich dachte, sie könnte vielleicht nützlich werden.“
    Gedämpfte Stimmen dringen in deine Ohren. Dein Kopf schmerzt und du kannst dich nicht bewegen. Langsam öffnest du deine Augen und hebst den Kopf. In diesem Moment verstummen die Stimmen. Du siehst nur verschwommen, wie jemand auf dich zukommt, sich vor dich hinbückt und dir tief in die Augen schaut. Du kannst nicht identifizieren, wer es ist, da sich alles um dich herum dreht und du nur verschwommen siehst. Wärst du nicht auf dem Stuhl gefesselt, würdest du jetzt umkippen. Du siehst noch, wie der Mann vor dir bösartig grinst und du schlaffst erneut zusammen. Jedoch kannst du die Stimmen noch wahrnehmen. Die erste, relativ tiefe Stimme fragt:„Was sollen wir jetzt mit ihr machen? Töten? Versklaven?“ Die zweite Person, die eine Art Vorgesetzter zu sein scheint antwortet:„Wir bringen sie zu Namjoon. Der wird sich um sie kümmern. Ich denke, dass sie uns noch sehr nützlich sein wird. Hatte sie ein Handy oder sowas dabei?“ Der erste erwidert, dass er nicht nachgeguckt habe. Jetzt hörst du, wie Schritte eilig auf dich zukommen. Du spürst eine Hand an deiner Hosentasche, die dein Handy entwendet. Nun hörst du das Schließen einer Tür. Auf einmal greift eine Hand dich an der Schulter, schüttelt sie einmal und der Mann meint:„Aufstehen. Du hast genug geschlafen, Prinzesschen!“ Du zwingst dich, deine Augen zu öffnen und guckst deinem Gegenüber direkt ins Gesicht. Dieser würdigt dich nicht eines Blickes, sondern bemüht sich, deine Fesseln zu lösen. Als du vollkommen gelöst bist, stupst er dich an und zieht dich an deinem Arm hoch. Du stehst widerwillig auf und stützt dich auf den, der dich entführt hat. Er führt dich in einen anderen, größeren Raum, wo ein weiterer Mann sitzt. So langsam kannst du wieder besser sehen. Du schaust verwirrt um dich. Die beiden Männer erinnern dich an jemanden, du weißt aber nicht, an wen. Dein Begleiter führt dich zu dem größeren der beiden. Dieser blickt dich nun nachdenklich an. Er beäugt dich von oben nach unten. Du schenkst ihm einen hasserfüllten Blick. Daraufhin lächelt dieser nur triumphierend. Dein Entführer fragt plötzlich vorsichtig:„Was sollen wir jetzt mit ihr machen?“ Namjoon, so wie der andere heißt, antwortet:„Bring sie zu Jin. Der soll sie verarzten. Sie wird uns noch nützlich werden. Ich sehe das Feuer in ihren Augen. Sie wird eine gute Gehilfin werden.“ Der andere widerspricht:„Aber, Namjoon, sie ist nichts weiter als ein kleines Mädchen. Wie sollte sie uns helfen können? Ich würde sie töten.“ „Schweig, Tae und bring sie zu Jin. Aber schnell“, poltert Namjoon. Tae bringt dich schlecht gelaunt wieder weg und murmelt in der Zeit etwas Unverständliches. Namjoon, Tae, Jin. Diese Namen kommen mir so bekannt vor. Die Gesichter auch. Woher kenne ich sie nur? Im nächsten Raum angekommen schubst dein Entführer dich vor die Füße von einem anderen. Er faucht:„Kümmere dich um sie! Namjoon hat es befohlen!“ Dann geht der, dir Verhasste, aus dem Raum, indem er stark die Tür knallt. Der Mann, der Jin zu heißen scheint, rollt mit den Augen und hilft dir auf. Er setzt dich auf einen Stuhl und fängt an, die Platzwunde an deinem Kopf zu verarzten. Dabei schweigt er die ganze Zeit, ebenso wie du. Als er fertig ist, die Wunde zu säubern, betrachtet er sie noch einmal kurz und verbindet sie dann mit einem Verband. Er lässt seinen Blick noch einmal über deinen gesamten Körper schweifen, um nach mehr Verletzungen Ausschau zu halten. Am Ende lächelt er einmal kurz und murmelt plötzlich:„Du hast Glück gehabt, dass mein Kollege dich nicht gleich umgebracht hat. Die meisten Leute, die uns bei der Arbeit sehen, werden getötet. Du hast Glück. Du darfst jetzt bei uns anfangen. Für uns arbeiten. Das ist besser als der Tod.“ Du guckst diesen Jin verstört an, ohne zu antworten. Schließlich seufzt er laut und bringt dich in einen Raum, wo ein altes, klappriges, ungemütliches Bett steht und ein kaputter Stuhl. Er setzt dich auf dein Bett, sagt zum Abschied:„Spätestens morgen wird jemand nach dir schauen“, und schließt die Tür ab. Nun sitzt du alleine in diesem kalten, trostlosen Zimmer. Zu verwirrt, um zu weinen oder zu schreien, setzt du dich auf dein Bett. Irgendwo her kenne ich diese Leute doch. Die Namen und diese Gesichter, irgendwo muss ich sie schon mal gesehen haben. Ist ja auch egal, vielleicht fällt es mir später noch mal ein. Na toll, jetzt sitze ich hier und mache was? Auf den Tod warten? Dieser Jin meinte, was mich ereilen wird, sei besser als der Tod. Der Tod, dann wäre ich bei meinen Eltern. Vorausgesetzt es gibt wirklich so etwas wie ein Leben nach dem Tod. Diese Namen. Sie gehen mir einfach nicht aus dem Kopf! Wo habe ich sie nur gehört? Warte mal, Jin, Tae und Namjoon. Das sind doch die Namen von drei Mitgliedern von BTS. Die Gesichter stimmen auch überein. Ist das vielleicht BTS? Wurde ich von einer kriminellen, aber weltweit berühmten Band entführt?

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    Dein Kopf pocht, als würde jemand andauernd dagegen schlagen. Die Kälte umhüllt deinen Körper und du ziehst dich vor lauter Schmerz zusammen. Plötzlich hörst du das Knarren einer Tür, eine laute, irgendwie vertraute Stimme und du spürst, wie jemand an dir rüttelt. Verschlafen öffnest du die Augen und blickst in das Gesicht von Taehyung, der Mann, den du bei einem Mord beobachtet hast und der dich jetzt entführt hat. Verwirrung und Hass spricht aus deinen Augen, während dein Entführer dich unsanft auf die Beine zieht. Er zerrt an deinem Arm und führt dich durch einige Räume. In vielen Räumen sitzen fremde Leute, die dich überrascht anstarren, während du versuchst, dich loszureißen. Jedoch ist Taehyung zu stark. Schließlich betretet ihr den Raum, in dem Namjoon, der augenscheinliche Anführer der Bande, sich aufhält. Taehyung lässt dich endlich los und schubst dich näher zu Namjoon. Während Taehyung nun schnell die Türen schließt, umkreist Namjoon dich nachdenklich, wie ein Geier, der sich gerade seine Beute aussucht. Du starrst ihn bösartig an und fauchst schließlich:„Was wollt ihr von mir? Ich verlange, dass ihr mich sofort gehen lasst!“ Namjoon lächelt nur überlegen und bleibt schließlich stehen. Er beäugt dich triumphierend und erklärt:„Du wirst von nun an unser neues Mitglied sein. Ich werde dir später deinen Lehrer vorstellen. Du wirst für uns arbeiten und alles tun, was wir dir befehlen. Ansonsten wird dein Leben sehr bald enden. Jedoch halte ich dich für intelligent genug, uns zu gehorchen. Also, wie heißt du?“ Du schaust den Anführer der Verbrecherbande angewidert an und schweigst einfach nur, woraufhin Taehyung dir einen schmerzhaften Stoß in den Rücken versetzt. Du zuckst zusammen, lässt dich aber nicht unterkriegen. Als Namjoon dich nach wie vor erwartungsvoll anguckt, antwortest du endlich:„Mein Name ist (d/n). Und du bist Namjoon, von der Band BTS, nicht wahr?“ Namjoon lächelt dich boshaft an und erwidert nur:„Schlaues Mädchen. Nun, du könntest sehr nützlich werden. Taehyung, den du sicherlich auch schon kennst, wird dich zu deinem Lehrer bringen. Den dürftest du auch schon kennengelernt haben. Ich weiß aber nicht, ob du da schon wieder ganz bei Verstand warst.“ Jetzt gibt er seinem Kollegen, Taehyung ein Handzeichen. Daraufhin bringt dieser dich in einen gut ausgestatteten Raum, in dem ein weiterer Mann sitzt. Erst weißt du nicht, wer er ist, da er dir den Rücken zugewandt hat. Doch als er sich umdreht, erkennst du ihn sofort. Yoongi, oder wie er bei BTS bekannt ist: Suga. Dein neuer Lehrer blickt dich emotionslos an, befiehlt Taehyung wieder zu gehen und geht nun langsam auf dich zu. Nur wenige Zentimeter vor dir bleibt er stehen, begutachtet dich von oben bis unten und starrt dich an. Er steht dir so nahe, dass du sogar seinen Geruch wahrnehmen kannst. Er riecht gut, nach Pefferminze. Du taumelst einen Schritt zurück, da dir die Nähe zu ihm unangenehm ist. Suga, der bis gerade eben in einer Art Trance gewesen ist, guckt dich nun etwas erschrocken an und geht ebenfalls einen Schritt zurück. Nach langem Schweigen sagt dein Lehrer schließlich:„Mein Name ist Yoongi, oder wie ich bekannter bin, Suga. Du kannst mich aber auch einfach Yoongi nennen. Wie du mich nennst, ist mir im Endeffekt jedoch egal. Also, vielleicht hat Namjoon es dir schon erklärt, ich werde dein neuer Lehrer sein. Heißt, ich werde dich zu dem ausbilden, was die meisten hier von uns sind. Geheimagenten einer Privatagentur. Unser Job ist es, Überflüssige aus der Welt zu schaffen und die Regierung zu beobachten. Die meisten würden uns als eine Art Mafia bezeichnen. Vielleicht sind wir sowas auch. Wie auch immer, du wirst von nun an dazugehören, ob du willst oder nicht. Widersetzt du dich einem von uns, wirst du getötet. Das heißt natürlich auch, dass du niemandem davon erzählen wirst. Verstanden?“ Du nickst ehrfürchtig. Yoongi erzählt weiter:„Gut, dann werden wir möglichst bald mit dem Unterricht beginnen. Um dich schon mal einzusortieren... Es gibt Allrounder, heißt, Leute, die alles können und sich eigentlich auch um alles mal kümmern. Dann gibt es noch Mitglieder, die für so eine Art Hinrichtung zuständig sind, es gibt Verfolger, Doppelagenten, welche, die für's Archiv zuständig sind und andere, die Kameras installieren und solche Sachen. Du kannst dir das praktisch am Ende aussuchen, was du im Endeffekt machst, jedoch wirst du bei mir im Unterricht alles ausprobieren.“ Ein wenig angewidert und verstört trittst du einen Schritt zurück. Yoongi bemerkt das natürlich und schmunzelt amüsiert. Jetzt dreht er dir den Rücken zu und will einen Stapel Papier vom Schreibtisch holen. Da nutzt du deine Chance. Die Tür ist zwar abgeschlossen, aber wenn ich ihm eine verpasse und er ohnmächtig wird, kann ich ihm den Schlüssel entwenden und fliehen. Mit rasantem Tempo sprintest du auf ihn zu und hebst bereit eine Hand. Yoongi scheint jedoch eine Art Reflex dafür zu haben, denn er dreht sich blitzschnell zur Seite, packt dich nun am Arm und drückt dich schmerzhaft auf den Boden. Du versuchst, seinem Griff zu entkommen, doch der Griff ist so geübt, dass du überhaupt gar nicht wieder hochkommst. Yoongi lacht teuflisch:„Gar nicht mal so schlecht, aber dumm überlegt. Mich kriegst du sowieso nicht so schnell auf den Boden. Glaub mir, ich bekomme alles mit. Deswegen wurde ich auch als dein Ausbilder gewählt. Versuchst du das noch einmal, ist es vorbei.“ Endlich lässt er locker und du kannst wieder aufstehen. Dein Arm fühlt sich an, als hätte Yoongi ihn drei mal umgedreht und dein Kopf pocht. Dir wird schwindelig und du fällst benommen auf den Boden. Du siehst, wie dein Lehrer seufzend auf dich zukommt, dir hochhilft und ein Glas Wasser reicht. „Du musst etwas trinken, wenn dein Kreislauf nicht komplett im Eimer sein soll“, meint Yoongi. Schnell nimmst du das Glas an dich und trinkst es aus. Yoongi schaut dich überrascht an. „Haben die dir gar nichts zu trinken gegeben? Frechheit“, schimpft er vor sich hin. Nun fragt er dich überraschend:„Wie war noch einmal der Name?“ Du antwortest ihm ehrlich und er nickt nachdenklich. Leise murmelt er vor sich hin:„Schöner Name.“
    Verwirrt hebst du eine Augenbraue, doch das bemerkt er gar nicht. Er scheint wieder in seiner ganz eigenen Welt zu sein. Du atmest laut aus und lehnst dich an die Wand. Fordernd fragst du deinen Lehrer:„Darf ich eigentlich auch wieder nach Hause? Ich habe auch noch ein anderes Leben, weißt du?“ Yoongi lächelt dich an und meint:„Wir werden sehen. Du bleibst noch ein oder zwei Tage da, dann lassen wir dich gehen, unter der Bedingung, dass du wiederkommst und niemandem davon erzählst. Hast du Familie?“ Traurig antwortest du:„Nein, meine Eltern sind vor einigen Wochen bei einem Autounfall gestorben. Andere Verwandte habe ich auch nicht mehr. Ich wohne vollkommen alleine.“

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    „Du musst schneller werden und härter zuschlagen, ansonsten bekommst du deinen Feind nicht umgenietet“, dirigiert dein neuer Lehrer Yoongi dich. Du wirfst ihm einen leicht spöttischen und gleichzeitig erschöpften Blick zu. Yoongi lächelt daraufhin nur. Seit 2 Tagen bist du nun hier. Voraussichtlich wirst du heute entlassen, musst aber mindestens alle zwei Tage wieder vorbeischauen. Yoongi ruft dir zu:„Je schneller du mit dem Training fertig bist, umso schneller kannst du wieder nach Hause!“ Du seufzt kurz und begibst dich dann an den Start des Parcours. Wenn ich hiermit fertig bin, kann ich gehen. Ich muss nur noch eine gute Leistung abbringen. Das schaffe ich! Du atmest einmal tief durch und sprintest dann den ganzen Parkour durch. Da du schnell fertig werden willst, strengst du dich besonders an. Du rennst schneller, als je zuvor. Die Wut ist dein Antrieb. Wut darüber, dass diese Gruppe von Verrückten will, dass du bei ihnen arbeitest. Zwischendurch musst du noch einige Puppen umschlagen, in den ein oder anderen Boxsack schlagen und über hohe Mauern klettern. Du schlägst härter und hasserfüllter als sonst. Du kletterst nahezu aggressiv über die Mauern und bist generell in deinem ganzen Tun während des Parcours aggressiv. Als du endlich prustend im Ziel ankommst, klatscht jemand laut. Zwei Leute, um genau zu sein. Du drehst dich zu dem Ursprung der Geräusche. Zum einen klatscht Yoongi, dein Mentor und zum anderen Namjoon, der mutmaßliche Anführer der Bande. Namjoon lobt dich:„Das war wirklich gut, (d/n)! Mach ruhig weiter so, aber jetzt darfst du erstmal zurück nach Hause. Yoongi wird dich dort hinbringen.“ Dann verlässt er die Trainingshalle. Noch immer keuchend stehst du da und freust dich insgeheim über das Lob. Nun kommt Yoongi zu dir und führt dich lächelnd an der Schulter ans Tageslicht. Seit Tagen spürst du endlich wieder die warme Sonne in deinem Gesicht und atmest tief die frische Luft ein. Yoongi bugsiert dich in sein Auto und fährt dich zu deinem Haus. Zu deiner Überraschung musst du ihm nicht mal sagen, wo du wohnst. Als ihr angekommen seid, willst du gerade aufstehen, doch Yoongi hält dich am Arm fest. Verwundert starrst du ihm in die schönen, dunklen Augen. Er lächelt dich amüsiert an und reicht dir nun dein Handy und dein Portemonnaie. Du musst ein wenig lachen. Das hätte ich fast vergessen. Naja, jetzt weiß ich immerhin, woher Yoongi meine Adresse kennt. Nun lässt Yoongi dich los und du knallst die Autotür zu. Während Yoongi wendet und schließlich wegfährt, schließt du schnell dein Haus auf und gehst rein. Alles ist wie immer. Alles steht an seinem Platz und es riecht nach dir. Es kommt einem so vor, als wärst du nie weg gewesen. Aber warum sollte auch plötzlich etwas anders sein? Schließlich sind deine Eltern tot und du lebst alleine in dem Haus. Du legst deine Sachen auf den Küchentisch und gehst erstmal duschen. Nachdem du mit Duschen fertig bist, ziehst du dir etwas Frisches über und läufst nun zurück in die Küche, um zu gucken, ob du in der Zeit deiner Abwesenheit Nachrichten erhalten hast. Tatsächlich hast du mehrere Nachrichten. Eine aus der Studium-Gruppe und zwei von Miga, die wie folgt lauten. Hey, (d/n). Warum warst du heute nicht da? Bist du krank?

    Mensch, (d/n), warum gehst du denn nicht an dein Handy? Ich mache mir ernsthaft Sorgen!

    Schnell antwortest du, dass du krank seist und zu allem Unglück auch noch dein Akku leer gewesen sei. Nun lässt du dich erschöpft auf deinen Stuhl sinken. Du bist übermüdet, da man auf dem klapprigen Bett nicht schlafen konnte und du bist noch immer erschöpft von den körperlichen Anstrengungen, die du leisten musstest. Zudem hast du nichts zu essen bekommen, beziehungsweise nur sehr wenig, was zur Folge hat, dass du hungrig bist. Du trottest langsam zum Kühlschrank und isst eine Nudel-Suppe aus der Dose. Nach deinem Mahl schmeißt du dich erschöpft auf dein Bett und wartest darauf, dass der Schlaf dich einholt. Solange denkst du nach. Was würde wohl passieren, würde ich einfach nicht zurückkommen? Keine Ahnung, ich will es auch nicht ausprobieren. Sonst habe ich auch auf einmal ein Messer im Hals stecken. Warum habe ich nur das ganze Pech? Erst verliere ich meine Eltern und dann werde ich von einer verbrecherischen Organisation dazu gezwungen, für sie zu arbeiten. Naja, was soll ich machen? Entweder ich gehorche ihnen und überlebe, oder ich widersetze mich ihnen und sterbe. Meine Entscheidung ist einfach. Ich entscheide mich für's Leben!

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    BTS. Sie haben mich entführt und dazu gezwungen, Teil ihrer Mafia-Gang zu sein. Ob noch andere dazu gehören? Keine Ahnung, bestimmt. Nun haben sie mich endlich wieder nach Hause gelassen, doch wenn ich ihre Befehle nicht befolge, bin ich tot. Also muss ich es tun. Yoongi, oder unter welchem Namen er auch bekannt ist: Suga. Mein Mentor. Der, der auserwählt wurde, mich, eine normale Studentin, zu einem Mörder auszubilden. Der einzige, zu dem ich auch nur irgendeine soziale Bindung aufgebaut habe. Falls man das überhaupt so nennen kann. Um ehrlich zu sein ist es eher ein Bekannter, den man zwar am liebsten umbringen würde, aber mit dem man schon mal ein ganz nettes Wort gewechselt hat. Egal, in welcher Beziehung er zu mir steht. Ich hasse ihn, genauso wie seine Kameraden auch. Ohne Ausnahme...
    Plötzlich wirst du wach, weil dir das Sonnenlicht in die Augen scheint. Verwirrt schaust du um dich. Du liegst in deinem Bett, in deinem Haus. Als wenn nie etwas gewesen wäre. War etwa alles nur ein Traum? Nur ein schlechter Albtraum? Ja, es muss so sein. Ansonsten würde hier nicht alles so normal und friedlich wirken. Du stehst fröhlich auf und gehst in die Küche, mit dem Glauben, dass alles nur ein Traum war. Doch nun erblickst du die Nachrichten von Miga auf deinem Handy und, dass du noch immer eine Narbe von der Platzwunde an der Stirn hast. Doch alles die Realität. Die gemeine Wahrheit, die jeden erschaudern lässt. Von jetzt auf gleich bist du schlecht drauf. Damit niemand sieht, dass du eine Verletzung hast, wenn du das Haus verlässt, setzt du dir eine Cappy auf.
    Du stopfst noch schnell einen Apfel in dich hinein und gehst dann gemütlich zur Hochschule. Deine (deine Lieblingsfarbe) Cappy hängt tief in dein Gesicht, sodass man schon Schwierigkeiten hat, deine schönen Augen zu sehen. Bei der Hochschule angekommen, triffst du mal wieder auf Miga und Juhee, die bei einer Gruppe von anderen Mitstudenten stehen. Sie stehen in einem Kreis in der großen Halle. Miga scheint aufgeregt etwas zu erzählen, während alle anderen gespannt ihren Worten lauschen. Nur Juhee starrt natürlich desinteressiert aus dem Fenster. Wie immer sieht sie sehr düster, irgendwie etwas traurig und gedankenverloren aus. Du gesellst dich dazu und auf einmal ruft Miga laut:„(D/n), da bist du ja wieder! Bist du von den Toten auferstanden?“ Du lächelst etwas beschämt und erwiderst:„Ja, ich hatte Fieber. Ich musste zuhause bleiben. Aber jetzt ist es schon wieder abgeklungen.“ Miga lächelt dich verständnisvoll an und redet weiter mit den anderen. Doch du hörst nicht zu. Du musst andauernd daran denken, dass du heute noch zurück zu deiner Mafia-Gang musst. Jedoch fürchtest du dich etwas davor. Wie soll ich das denn alles machen? Ich muss studieren, arbeiten, um die Rechnungen bezahlen zu können und jetzt auch noch ein Schwerverbrecher werden? Ich mag zwar weiblich sein, aber so multitasking bin ich dann doch nicht. Ist ja sowieso nicht so, als könnten die mich jederzeit umbringen, wenn denen etwas nicht passt. Denken die eigentlich, ich habe kein Leben? Keine Gefühle? Keine Pflichten? Kein Schmerzempfinden? Wenn ja, dann haben die aber gewaltig einen an der Klatsche! Plötzlich wirst du aus deinen Gedanken gerissen, als Miga dich ruft, weil die erste Vorlesung beginnt. Schnell folgst du ihr. Nach 4 Stunden darfst du glücklicherweise schon wieder gehen. Du bist gerade auf dem Heimweg da bekommst du eine Nachricht von unbekannt. Komm zur Ecke am „grauen Haus“. Jetzt! Das Training geht weiter!

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    „Graues Haus“, was soll das sein? Es gibt tausend graue Häuser hier in der Nähe.
    Seufzend irrst du durch die Gegend und überlegst, was dein Mentor wohl mit „grauem Haus“ meint. Schließlich gehst du zu dem großen, ebenfalls grauen Gebäude, in dem du vor einigen Tagen noch festgehalten wurdest. Direkt vor der Tür, die in einer dunklen, unheimlichen Gasse liegt, steht auch schon Yoongi, welcher sich gemütlich an die Wand lehnt. Er schmunzelt dich frech an, während du nur widerwillig zurück glotzt. Daraufhin lächelt er jedoch nur noch stärker. Nun fragt er amüsiert:„Also, können wir loslegen?“ Du schweigst ihn nur mit einem bösen Blick an und schließlich gehst du mit deinem leise lachendem Mentor ins Gebäude. Wie immer sitzen in verschiedenen Räumen einige Personen am PC. Auch diesmal kommt ihr wieder an dem Büro von Namjoon vorbei. Dieser lächelt dich nachdenklich, wie eine Raubkatze an. Als wollte er sich jeden Moment auf dich stürzen und dich einfach schmerzvoll töten. Schnell gehst du weiter. Schließlich seid ihr in Yoongis Büro. Dein Mentor pflanzt sich gemütlich auf seinen Sessel und greift nach einer kleinen Fernbedienung, die neben ihm auf einem kleinen, runden Tisch liegt. Er betätigt einen Knopf und plötzlich öffnet sich automatisch eine unauffällige Tür in der Wand. Verdutzt starrst du auf die Öfffnung. Dahinter ist eine Art Schrank, in dem sich spezielle Kleidung, sowie Waffen und technische Geräte befinden. Erschöpft steht Yoongi auf, trottet zu dem Schrank, fleddert ein langes Gewehr heraus und drückt es dir in die Hand. Es ist schwer und du hast Mühe, es direkt an deinem Körper zu halten. Als Yoongi das bemerkt schüttelt er ungläubig und gleichzeitig höchst amüsiert den Kopf. Insgeheim verachtest du ihn gerade. Trag du so ein olles Gewehr mal, wenn du sonst nur an 5 Bücher oder so gewöhnt bist. Außerdem passiert es mir nicht gerade alle Tage, dass ich kurzerhand einer Mafia-Gang beitreten muss, damit ich nicht sterbe. Mein geringstes Problem ist da, dass das Gewehr zu schwer ist! Mit einem Händewinken signalisiert dein Mentor dir, ihm zu folgen. Ihr lauft einige Flure entlang und es kommt dir vor wie eine Strecke von Kilometern, bis Yoongi endlich eine Tür öffnet. Du humpelst unter großer Anstrengung in den Raum, während du noch immer das schwere Gewehr hältst. Endlich nimmt Yoongi es dir ab und legt es auf einen Tisch. Beim Heben spielen seine Muskeln. Auf diese starrst du wie gebannt. Wow, diese Muskeln. Was denke ich da überhaupt? Eilig konzentrierst du dich auf den Raum. Es ist ein schallabgedichteter Raum, der extra zum Schießen mit Gewehren gebaut wurde. Du erkennst eine Anzeige, auf der die Punktzahl eingeblendet wird, eine Menge Munition in einem kleinen Pappkarton und mehrere Gehörschutze. Davon setzt Yoongi dir unerwartet einen auf die Ohren. Nun lädt er das Gewehr und fragt dich gelangweilt:„Hast du schon mal geschossen?“ Du schüttelst wortlos den Kopf. Daraufhin schnauft dein Mentor einmal laut auf. Er legt dir das geladene Gewehr an die Schulter und erklärt:„Du guckst durch diese Röhre hier oben. Damit musst du genau auf den kleinen schwarzen Punkt in der Mitte der Scheibe treffen. Wenn du zitterst, wird es nichts.“ Du versuchst konzentriert, auf die Mitte zu zielen. Yoongi hilft dir bei der Haltung, indem er das Gewehr an deine Schulter presst, deine Finger an den Lauf schiebt und deinen Kopf vorsichtig so runterdrückt, dass du optimal hindurchgucken kannst. Schließlich drückst du voreilig ab und guckst gespannt auf die Anzeigetafel. „4, das ist nicht sonderlich gut“, neckt Yoongi dich. Du starrst ihn beleidigt an, woraufhin er grinsen muss. Du versuchst es erneut und hältst das Gewehr genau so, wie dein Mentor es dir gezeigt hat. Plötzlich spürst du, wie Yoongis Arme dich von hinten umschließen und dabei helfen, das Gewehr ruhig zu halten. Du wirst etwas nervös, denn Yoongi steht dir so nahe, als sei es eine Umarmung. Du spürst seinen Pfefferminz-Atem in deinen Haaren und es kribbelt unwohl in deinem Bauch. Erst hast du ein wenig Angst, als die muskulösen Arme des BTS-Members dich umschließen, doch mittlerweile genießt du den Moment richtig. Du wartest ab, bis du genau auf die Mitte zielst. Auf einmal hörst du Yoongis flüsternde Stimme in deinem Ohr:„Jetzt.“ Genau in dem Moment drückst du ab. Glücklich lächelst du, denn du hast die 12 getroffen, also genau ins Schwarze. Yoongi lächelt ebenso triumphierend vor sich hin. Noch etwa eine Stunde schießt ihr munter auf die Zielscheiben und du verbesserst dich von Schuss zu Schuss. Mittlerweile bist du sogar so geübt, dass du bei diesem Gewehr gar keine Hilfe mehr benötigst. Yoongi steht zufrieden vor sich hin lächelnd, an die Wand gelehnt da und beobachtet jede deiner Bewegungen genau. Schließlich meint er:„Schon nicht schlecht, (d/n). Deswegen würde ich auch sagen, reicht das für heute. Du kannst dann wieder gehen. Morgen kommst du wieder?“ Du entschuldigst dich:„Morgen muss ich im Café arbeiten. Geht es auch, wenn ich erst übermorgen wiederkomme?“ Yoongi nickt verständnisvoll und du gehst erneut die Flure entlang, um nach Hause zu gelangen. Plötzlich läufst du gegen jemanden, der gerade aus einer Tür rauskommt. Eine vertraute Stimme motzt dich an:„Pass doch auf!“ Du blickst in das gestresste Gesicht von deinem Entführer, Taehyung. Dieser scheint dich nun auch zu erkennen, denn er lächelt dich arrogant an. Du betrachtest ihn mit einem abwertenden Blick und willst schnell weitergehen. Jedoch ruft Tae dir hinterher:„Dass du noch lebst, ist ein Wunder! Aber glaub mir, früher oder später gehst du sowieso drauf. Spätestens bei deinem ersten Auftrag. Mädchen sind für sowas einfach nicht geeignet!“ Empört drehst du dich um und raunst ihm mit bedrohlich leiser Stimme zu:„Wie bitte, hast du etwas gesagt?“ Tae lächelt teuflisch und du wirfst ihm entgegen:„Sag mal, was ist dein Problem? Soll ich dir eine scheuern? Vielleicht benimmst du dich dann besser als der letzte Vollpfosten!“ Dein Entführer kommt dir bedrohlich nahe und zieht dich wütend an deinem Kragen zu dir, als wollte er dir gleich eine reinhauen. Mit vor Wut funkelnden Augen starrt er sich an und will gerade etwas Drohendes sagen. Doch in dem Moment kommt Yoongi auf euch zugeschritten und ruft Tae überlegen zu:„Lass sie los! Oder bist du schon so verletzlich, dass du schon unschuldigen, kleinen Mädchen eine verpassen musst?“ Taehyung lässt dich endlich los und faucht seinen Kollegen an:„Sag mal, hast du dich verliebt? Oder was ist dann der Grund dafür, dass du dich so für dieses wertlose Stück einsetzt?“ Yoongi funkelt den Jüngeren wütend an und flüstert:„Sie ist kein wertloses Stück. Sie ist meine Schülerin und deswegen beschütze ich sie auch. Weil sie das Zeug hat, ein wertvolles Mitglied zu sein. Ganz im Gegenteil zu dir, so wie es gerade aussieht. Stell dich nicht so an und kümmere dich um deinen eigenen Dreck. Sie ist meine Schülerin, nicht deine!“

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    Verwirrt läufst du die Straße runter, zu deinem Haus. Die Erlebnisse des heutigen Tages haben dich sehr überrascht und verwirrt. Warum hat Yoongi sich so für mich eingesetzt, als Tae mich fertigmachen wollte? Liegt es wirklich nur daran, dass ich ihnen noch nützlich werden könnte? Oder steckt vielleicht mehr dahinter? Sowieso verstehe ich auch gar nicht, was Taehyung gegen mich hat. Ich meine, wenn ich ihn hasse? OK. Aber warum hasst er mich? Was ist sein Grund dafür? Egal. Früher oder später werde ich es mit Sicherheit herausfinden. Nun stehst du ratlos vor deiner Haustür. Du schließt auf und gehst direkt in die Küche, in der du dir schnell ein Brot schmierst. Nun begibst du dich in das Wohnzimmer, um dich dort auf das Sofa zu pflanzen und einfach nur in den Fernseher zu starren. Du versuchst, dein Gehirn einfach mal abzuschalten. Zwei Stunden sitzt du etwa dort und machst nichts. Schließlich klingelt dein Telefon und du wirst aus deiner Starre gelöst. Du eilst an den Apparat, nimmst ab, bemühst dich, nicht zu klingen wie der letzte Gehirnamputierte und meldest dich:„Hallo, hier ist (d/n)?“ Direkt antwortet eine, dir bereits vertraute, krächzige Stimme:„Ja, hallo. Hier ist deine Arbeitgeberin vom Café „Am Seeufer“. Eine unserer Bedienungen ist für morgen ausgefallen und ich wollte fragen, ob du morgen auch eine längere Schicht einlegen könntest. Vielleicht von 15:00 - 19:00 Uhr?“ Du bejahst die Frage natürlich und ihr verabschiedet euch wieder voneinander. Nun wirfst du einen gestressten Blick auf die Uhr. Schon viertel vor acht, hilfe! Du beeilst dich, möglichst schnell zu duschen, den Stoff von der Hochschule noch einmal durchzunehmen und beschließt dann, schlafen zu gehen.
    Verschlafen öffnest du deine Augen, als der Wecker laut piept. Am liebsten würdest du einfach liegen bleiben, doch heute beginnt die Hochschule schon um 07:00 Uhr. Also stehst du gezwungen auf, machst dich frisch, isst noch schnell eine Banane und läufst nun mit schnellen Schritten zur Hochschule. Du bist etwas früher als die anderen da und setzt dich deswegen noch ein wenig in die Kantine. Etwa 10 Minuten später trifft auch Miga ein. Jedoch ohne Juhee, was dich ehrlich gesagt erleichtert. Du fühlst dich in ihrem Beisein nicht wohl. Weitere 5 Minuten später geht ihr zu eurem ersten Raum. Der Unterricht ist wie immer zum Einschlafen und du bist froh, als du endlich Schluss hast. Nun ist es jedoch schon 14:20 Uhr und du musst direkt zum Café. Nach 30 Minuten bist du angekommen. Du bindest dir im Mitarbeiterraum schnell deine Schürze um und gesellst dich nun in die Küche. Dort steht Tran, deine Mitarbeiterin, die dich freundlich anlächelt. Ebenso lächelst du zurück und begibst dich an deine Aufgabe. Plötzlich läuft deine Chefin gestresst um euch herum, gibt einen kleinen, freudigen Aufschrei von sich, als sie dich sieht und geht schnell zu dir. Mit gezwungen freundlich klingender Stimme presst sie aus sich heraus:„Ah, schön, dass du da bist. Hilf bitte Tran dabei, Getränke auszuteilen und gegebenenfalls auch neue Bestellungen aufzunehmen.“ Jetzt geht sie direkt aufgeregt weiter und pfeift die nächsten Mitarbeiter an. Du beeilst dich, sodass du nicht unter ihren strengen Blick gerätst und teilst die Getränke aus. Du versuchst, immer möglichst freundlich zu klingen und fragst immer, ob du noch etwas bringen kannst. Zwischendurch siehst du aus dem Augenwinkel, wie deine Chefin dich genau bei deinem Tun beobachtet und manchmal sogar zufrieden vor sich hin nickt. Nach etwa zwei Stunden des Bedienen wirst du endlich abgelöst und darfst nun Tellerwaschen, was auch nicht gerade besser ist. Neben dir steht Tran, welche ebenfalls Teller waschen muss. Währenddessen unterhaltet ihr euch ein wenig. Du erfährst, dass Tran drei Jahre älter ist als du und das Studium bereits abgeschlossen hat. Nun muss sie jedoch noch diesen Job als Hilfe nehmen, da sie noch drei kleinere Kinder mitversorgen muss. Tran erzählt mit Trauer in der Stimme:„Ich habe meine Mutter vor einigen Jahren an Krebs verloren. Mein Vater ist Alkoholiker, deswegen wurden wir ihm entzogen. Da ich und meine Geschwister ansonsten getrennt werden würden, muss ich mich eben um sie kümmern. So können wir weiterhin als Familie zusammen leben. Allerdings ist das nicht immer so einfach.“ Du nickst traurig vor dich hin und erinnerst dich an deine eigenen Eltern. Gleichzeitig bist du jedoch sehr froh, keine kleinen Geschwister zu haben. So musst du dich nicht um diese kümmern und andauernd Angst haben, von ihnen getrennt zu werden. Zudem erzählt Tran, dass sie zwar noch eine Oma haben, wo sie ihre Geschwister dann am Wochenende abladen kann und, dass sie von ihrem abhängigen Vater noch etwas Geld bekommt, es aber dennoch schwierig ist, die Miete für ihre Wohnung zu zahlen, sowie das Essen für die Kinder. Daraufhin erzählst du:„Ich habe auch beide meine Eltern verloren. Sie sind bei einem Autounfall vor zwei Monaten verstorben. Da ich keine Verwandten mehr habe, lebe ich nun alleine in meinem Haus und muss alle Rechnungen und so selber bezahlen. Deswegen arbeite ich jetzt auch hier. Weil man im Studium kein Geld bekommt. Wobei deine Situation natürlich um Einiges schwieriger ist.“ Tran lächelnd nur bedauernd. Schließlich sind die vier Stunden Arbeit vorbei und du gehst wieder nach Hause. Den Heimweg genießt du sehr. Der Himmel ist vom Sonnenuntergang rosa gefärbt, ein leichtes Windchen weht in dein Gesicht und es riecht ausnahmsweise mal nicht nach Abgasen, sondern irgendwie nach Frühling. Als du vor deinem Haus stehst, wirst du dann etwas traurig, weil du das schöne Wetter nicht mehr genießen kannst. Schweren Herzens gehst du dann doch hinein und kochst schnell etwas. Du willst gerade anfangen, zu essen, da klingelt es auf einmal an der Tür.
    Wer könnte das nur sein? Es ist 19:40 Uhr. Wer will denn jetzt noch etwas von mir?

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    Verwundert gehst du zur Tür und reißt sie auf. Erschrocken gehst du einen Schritt zurück. Du stotterst ungläubig:„Yoongi? Was machst du denn hier?“ Dein Mentor lächelt dich entschuldigend an und läuft, ohne, dass du es ihm erlaubt hast, durch die Tür in das Innere deines Hauses. Ohne auch nur irgendetwas zu sagen läuft er umher und schaut sich alles vollkommen entspannt an. Ungläubig und leicht aufgebracht schließt du noch die Tür, schüttelst den Kopf, läufst ihm nach und rufst ihm hinterher:„Was soll das? Du kannst doch nicht einfach so in mein Haus spazieren! Hallo? Antwortest du mir wohl? Es reicht ja schon, dass ich bei eurer lächerlichen Mafia-Gang mitmachen muss. Aber jetzt auch noch in meinem Haus herumschnüffeln? Nein! Schon mal was von Privatsphäre gehört? Nein? Das glaub ich dir!“ Yoongi antwortet überhaupt nicht, sondern lächelt weiterhin amüsiert vor sich hin. Also meckerst du weiter:„Hast du eigentlich sonst keine Hobbies? Such dir Freunde und geh mit denen bowlen oder so, aber geh mir nicht auf den Nerv!“ Jetzt hält dein Mentor es nicht mehr aus und lacht laut los. Mittlerweile in dem Glauben, dass dein Mentor nicht mehr alle Tassen im Schrank hat, glotzt du ihn an. Endlich sagt Yoongi etwas. „Du solltest dein Gesicht sehen! Du guckst, als wärst du meine Mutter und ich würde dir nicht zuhören. Einfach göttlich!“ Du erwiderst mit angestrengtem Unterton:„Nun, ich bin aber nicht deine Mutter. Deswegen verlange ich auch, dass du mir sagst, was du hier willst!“ Sich das Lachen unterdrückend erklärt Yoongi:„Ach, ich habe nur den Auftrag bekommen, mal bei dir vorbeizuschauen. Ich soll deine Lebensverhältnisse begutachten und überprüfen, ob du irgendwie gefährlich werden könntest. Wobei ich das nicht vermute. Das war übrigens Taes Idee.“ Du überlegst kurz und fragst dann:„Was hat der eigentlich gegen mich? Habe ich ihm jeweils etwas getan? Nein, er hat MIR etwas getan. Wenn ich jetzt wütend auf ihn wäre, was ich ja auch bin, dann würde es ja sogar noch Sinn machen. Aber andersrum doch nicht!“ Yoongi lächelt schwach, setzt sich auf dein Sofa, schaut sich währenddessen ein Foto von dir als kleines Mädchen an, schmunzelt daraufhin und erklärt:„Du musst wissen, Tae ist ein unglaublich eifersüchtiger Mensch. Wenn ihm etwas am Herzen liegt, dann kämpft er dafür. Und seine Position ist ihm eben sehr viel wert. Er befürchtet, dass er von jemandem verdrängt werden könnte. Eigentlich weiß er auch, dass das nicht passieren wird, aber er macht sich halt immer Sorgen. Und wenn er anderer Meinung ist, wird er auch gerne mal gereizt. Er war dafür, dass wir dich töten und dich nicht aufnehmen. Ansonsten hat er eine tolle Persönlichkeit und ich bin sicher, er wird sich noch an dich gewöhnen, aber das wird er dir irgendwann selbst alles mitteilen.“ Du nickst nachdenklich und starrst dabei auf den Boden. Als du wieder aufblickst, siehst du, wie Yoongi weit ausgebreitet auf deinem Sofa liegt und nahezu schläft. Er murmelt nur noch so etwas vor sich hin wie:„So ein Sofa will ich auch. Das ist gemütlich.“ Du musst etwas lachen und schüttelst dabei den Kopf. Nun bedankst du dich noch einmal bei deinem Mentor:„Danke übrigens, dass du für mich eingestanden hast, als Tae so arrogant wurde.“ Yoongi nickt nur ohne eine Emotion zu zeigen. Eine Weile schweigt ihr euch an. Du setzt dich hin, um der unangenehmen Stimme einen Ton zu verleihen. Yoongi liegt noch immer unbewegt auf dem Sofa. Schließlich fragst du verunsichert:„Was genau machst du hier jetzt eigentlich? Ich dachte, du solltest hier alles überprüfen?“ Yoongi antwortet stumpf:„Ich schlage Zeit tot. Als ob ich hier wirklich alles überprüfe. Das glauben die doch wohl selber nicht. Das war doch nur eine von Taes Eifersucht-Attacken. Ich muss hier nur ne Stunde rumchillen und dann fahre ich wieder weg.“ Nun herrscht wieder Stille. Dir ist unwohl bei der Stille. Alleine mit einem kriminellen Mann schweigend im Wohnzimmer sitzen. Unangenehm. Noch eine Weile sitzt ihr einfach so da und schließlich steht Yoongi bedauernd auf und erklärt:„Lang genug nichts gemacht. Wird Zeit, wieder zu gehen. Also, wir sehen uns. Bis morgen. Wenn du nicht kommst, komme ich zu dir. Merk dir das. Und diese Begegnung wird mit Sicherheit nicht so entspannt, wie die von heute.“ Das sind seine letzten Worte, bevor er wieder wegfährt. Du bist unfassbar verwirrt und lässt dich auf dein Sofa fallen. Dort, wo vorhin noch Yoongi gelegen hat. Es riecht immer noch nach ihm. Nach Pfefferminze. Eine seltsame Begegnung. Wirklich seltsam. Immerhin weiß ich jetzt so ungefähr, warum Taehyung sich mir gegenüber so benommen hat. Wie auch immer. Ich sollte jetzt einfach mal schlafen gehen und mir nicht den Kopf darüber zerbrechen, warum sich ein Krimineller auf mein Sofa legt und eine Stunde lang nichts macht.

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    Du sitzt am Küchentisch, stopfst ein Brötchen in dich hinein und blickst verträumt aus dem Fenster. Menschen, die dir teils bekannt und teils fremd sind, laufen die Straße entlang. Auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule. Egal. Hauptsache ist, dass sie keine Sorgen haben. Du fühlst dich an diesem Morgen einsamer und trauriger als sonst. Deine Eltern fehlen dir. Du weißt nicht, was du ohne sie machen sollst. Dir fehlen die morgendlichen Gespräche, das Gelächter und die gute Stimmung. Dir fehlt jemand zum Reden. Selbst die reine Anwesenheit eines Lebewesen würde dir jetzt schon helfen. Doch du bist alleine. Ganz alleine. Traurig legst du dein Brötchen zurück, schiebst deinen Stuhl vom Tisch weg, stehst auf und trottest demotiviert zum Kleiderhaken. Dort steht dein Rucksack, welchen du frustriert aufsetzt. Du holst nun dein Brötchen und gehst nach draußen. Auf dem Weg zur Hochschule isst du dein Brötchen noch auf.
    Dort angekommen triffst du auf einige Mitstudenten. Jedoch ist Miga nicht dabei. Mit den meisten der anderen Studenten hast du nichts zu tun. Die einzige, mit der du dich noch selten unterhältst, ist Juhee. Darum stellst du dich in den Pausen einfach zu ihr.
    Der Tag scheint Ewigkeiten anzuhalten und du wünschst dir im Moment nichts sehnlicher, als einfach aus diesem Raum zu rennen. Nach 8 Stunden ist dein Tag in der Hochschule endlich vorbei. Bevor du dich nach Hause begibst, musst du jedoch noch bei deinem „Ausbilder“ Yoongi vorbeischauen. Er will heute wieder mit dir trainieren. Gelangweilt gehst du auf das kahle, graue Gebäude zu und klopfst vorsichtig und unauffällig gegen die alte, aber sehr stabile, Tür. Du hörst Schritte von innen und die Tür öffnet sich. Entgegen schaut dir ein etwa 25-jähriger Mann, den du nicht kennst. Du weißt lediglich, dass er ebenfalls in dieser Mafia ähnlichen Agentur arbeitet. Er nickt dir beim Reinlassen kurz zu und schließt dann direkt wieder die Tür hinter dir. Zielgerichtet läufst du nun auf Yoongis Büro zu. Vor der Tür bleibst du stehen, klopfst an und wartest auf das „Herein“. Du betrittst den Raum und erblickst deinen Mentor, der am Schreibtisch sitzt und etwas mit dem Computer tippt. Jetzt dreht er sich zu dir um, schenkt dir ein kühles Lächeln, wendet sich dann jedoch direkt wieder seiner Arbeit zu und murmelt währenddessen:„Hol schon mal das Gewehr raus. Die Fernbedienung dazu liegt unter dem Blumentopf.“ Du folgst seiner Anweisung und hebst ehrfürchtig das Gewehr aus seinem Schrank. Du legst die nicht geladene Waffe auf dem Sessel ab und fragst:„Was jetzt?“ Yoongi überlegt kurz und erklärt dann:„Geh in Raum 125! Dort ist ein Kollege von mir. Sein Name ist Jungkook. Den wirst du ja mit Sicherheit kennen. Sag ihm, dass du meine Schülerin bist. Dann wird er wissen, was er mit dir machen soll.“ Erschöpft nimmst du das Gewehr mit und begibst dich zu dem genannten Raum. Wie immer klopfst du vor dem Betreten an. Als du den großen Raum betrittst, siehst du direkt Jungkook. Dieser glotzt dich verwirrt an und du erklärst knapp:„Yoongi hat mich geschickt. Ich bin seine Schülerin.“ Jungkook nickt erleuchtet und befiehlt dir, ihm zu folgen. Gemeinsam geht ihr in den Proberaum zum Schießen. Du bist etwas verwirrt und Jungkook meint:„Yoongi hat heute keine Zeit für dich. Er muss Papierkram erledigen. Deshalb hat er mir befohlen, mich heute um dich zu kümmern. Du kennst mich sicherlich schon. Jedoch kenne ich dich nicht. Wie war noch gleich der Name?“ Du antwortest schnell mit der Wahrheit und Jungkook nickt erneut schweigend. Nun kommt er auf dich zu, lädt deine Waffe und deutet mit seiner Hand auf die Schießscheibe. Du gehst in die richtige Position und fängst an, zu schießen. Alle Schüsse waren gut und dafür lobt das jüngste Mitglied von BTS dich auch.
    Etwa eine halbe Stunde schießt ihr bereits, als sich plötzlich die Tür öffnet und Taehyung schlecht gelaunt hereinschaut. Er meint:„Wir haben einen Auftrag, Kookie.“ Jungkook nickt kurz und meint:„Wir nehmen Yoongis Schülerin, (d/n), mit. Sie könnte helfen.“ Tae schaut dich daraufhin nur desinteressiert an und rollt mit den Augen. Du seufzt leise und folgst dem Duo. Sie gehen in einen großen Raum, wo sich mehrere Schutzwesten, Waffen und allerlei anderer Sachen befinden. Beide ziehen eine Schutzweste an und Jungkook drückt dir auch eine in die Hand. Schnell ziehst du sie an. Außerdem gibt Jungkook dir ein Funkgerät. Du schaust ihn verwirrt an und er erzählt:„Wir haben jetzt einen Auftrag. Da es passieren könnte, dass wir uns verlieren, bekommt jeder so ein Funkgerät. Dich lassen wir übrigens erst einmal nicht schießen. Du kommst einfach nur mit, um mal so einen Ablauf zu sehen.“ Den Ablauf? Ablauf wovon? Von einem Verbrechen? Solange es kein Mord oder sowas in der Art wird... Ich werde garantiert niemandem bei einem Mord helfen. Da kann ich mich genauso gut selbst vor die Pistole stellen. So etwas mache ich nicht mit!

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    Jungkook gibt dir ein Handzeichen, ihm unauffällig zu folgen. Tae steht einige Meter von euch entfernt mit seiner Waffe und starrt konzentriert auf das leerstehende Fabrikgebäude. Du kriechst währenddessen leise zu Jungkook. Leise flüstert er dir ins Ohr:„Es wird nicht geschrien oder gerannt. Du bleibst bei uns. Egal, was kommt. Wenn wir sterben, dann stirbst du mit uns!“ Leise nuschelst du vor dich hin:„Gut, dass es meine freie Entscheidung war, hier eine Ausbildung zu machen. Bei einer Mafia-Gang. Alles aus freien Stücken. Deswegen werde ich mit ihnen untergehen. Klar!“ Jungkook faucht dich an:„Still jetzt!“ Vorsichtig schaut Tae sich um, während Jungkook sein Gewehr lädt. Dir drückt Tae mit einem hasserfüllten Blick ein Fernglas in die Hand. „Halte nach Kameras oder dergleichem Ausschau!“, meckert er dich an. Du hältst dieses daraufhin vor deine Augen und suchst damit das ganze riesige Gebäude ab. Nichts zu sehen. Doch, eine Kamera auf der linken Eckseite des Gebäudes. Dazu ein Bewegungsmelder auf der rechten Seite. Du tippst Jungkook an und deutest mit deinem Finger auf deine Entdeckungen. Jungkook nickt verstanden und zielt mit seinem Gewehr auf die Kamera. Er drückt ab und du siehst nur noch, wie die Kamera in ihre Einzelteile zerspringt. Da das Gewehr eher leise ist, hat niemand etwas bemerkt. Zumindest scheint es so. Nun schießt er auch auf den Bewegungsmelder und zerstört ihn dadurch. Nun winkt er Tae zu. Wie auf ein Kommando gehen beide auf das Gebäude zu. Sie stehen nun vor einer verschlossenen Stahltür. Kurz nicken sich beide zu und rammen gleichzeitig gegen die Tür. Daraufhin springt diese auf. Es gab einen lauten Knall, weshalb ihr erst einige Momente bewegungslos stehen bleibt. Schließlich geht ihr in das Gebäude. Du gehst mit Jungkook, während Tae alleine einen anderen Weg geht. Du flüsterst Jungkook leise zu:„Ist es alleine nicht zu gefährlich für ihn? Was, wenn ihn jemand schnappt und sie ihn töten. Wir können ihm keine Rückendeckung geben.“ Jungkook lächelt triumphierend und erklärt hauchend:„Ein anderes Mitglied hat die Baupläne für uns recherchiert. Dadurch wissen wir genau, wo was ist und können uns bestens zurechtfinden.“ Nun schweigt ihr beide eine Weile. Jungkook schleicht wie ein Schatten durch die Räume. Er ist dunkel, lautlos und geschickt. Er stößt nicht einmal irgendwo gegen, sondern bewegt sich durch die engen Räume und Flure, als habe er nie etwas anderes gemacht. Du versuchst, ihm so gut es geht ebenfalls leise zu folgen, jedoch bist du nicht annähernd so geschickt wie Jungkook. Schließlich steht ihr gerade in einem Flur, als ihr plötzlich Stimmen wahrnehmt. Zwei Männerstimmen. Sie klingen dunkel und tief. Nicht mehr, als ein tiefes Brummen. Ihr drängt euch in eine Ecke und Jungkook bedeutet dir, leise zu sein. Ruhig atmend hält er seinen Finger an den Abzug, während die Stimmen immer lauter werden und sich mittlerweile Schatten in weniger Entfernung erkennen lassen. Du hältst aufgeregt den Atem an und hast das Gefühl, jeden Moment umzukippen. Die Stimmen sind nun ganz nah. Ihr müsstet nur noch um die Ecke gucken und schon würdet ihr ihnen direkt in die Augen schauen.
    (ACHTUNG! JETZT WIRD ES EVENTUELL ETWAS GEWALTVOLL. WENN DU SO ETWAS NICHT LESEN KANNST, SOLLTEST DU EINFACH BEIM NÄCHSTEN KAPITEL WEITERLESEN. ABER SO SCHLIMM IST ES, GLAUBE ICH, AUCH NICHT.)
    Plötzlich hört man aus der Ferne qualvolle Schreie. Jungkook lächelt triumphierend neben dir, während die beiden Männer aufgeregt zu dem Ursprung des Schreien gehen wollen. In dem Moment prescht Jungkook vor, drückt ab und alles was man hört sind zwei Zische und das dumpfe Aufprallen zweier Körper. Du trittst mit klopfendem Herzen vor und erblickst die zwei Männer tot auf dem Boden. Sie haben jeweils eine Schusswunde am Kopf, aus der rote Flüssigkeit tropft. Du verziehst qualvoll das Gesicht, als du in die toten, traurigen Augen der Männer schaust. Deshalb folgst du Jungkook schnell, der seine Waffe erneut nachlädt. Auf einmal öffnet sich mit einem Ruck eine Tür. Du erschrickst, sodass du wohl beinahe einen Herzinfarkt bekommen hättest. Allerdings steht nur Taehyung in der Tür. Dieser lächelt euch vielsagend an und klatscht bei Jungkook ab. Nun geht ihr zusammen weiter. Jungkook und Tae flüstern leise miteinander, doch dir ist unwohl bei der ganzen Sache. Darum gehst du schnellen Schrittes hinter den beiden her, ohne auch nur ein Wort zu sagen. Du hörst nur wie Tae lachend flüstert:„Jetzt brauchen wir nur noch zum Zentrum vordringen und wir haben alle. Nur noch der Boss!“ Schließlich steht ihr vor einer Tür. Aus dem Inneren des Raumes dringt leise Musik. Tae tritt gegen die Tür. Ein bärtiger Mann lächelt euch an. Er scheint aus dem Ausland zu kommen. Aus einem südlichen Land. Wahrscheinlich Italien, seinem Akzent zu urteilen. Mit einem hässlichen Grinsen lacht er:„Freunde, ihr habt mich gefunden. Haha, ja tötet mich nur. Es wird euch nichts bringen. Ich habe meine Anhänger in der ganzen Welt verteilt. Ihr werdet unsere Rasse niemals ausrotten können!“ Jungkook lächelt den verrückt scheinenden Mann nur verachtend an und setzt seinem Leben ein kurzes Ende. Er sackt in sich zusammen und liegt auf dem Boden, als würde er schlafen. Nur, dass seine Augen noch geöffnet sind. Er hat noch immer dieses verrückte Funkeln in den Augen und so langsam entweicht ihm das dämliche Grinsen. Regungslos und in einer Blutlache liegend, liegt er dort. Tae geht auf ihn zu, durchsucht die Taschen des Toten, holt einige Zettel und Wertgegenstände heraus und tritt dann zur Seite, um aus allerlei Schubladen Dokumente rauszukramen. Du stehst nach wie vor wie angewurzelt da und starrst verstört auf den leblosen Körper. Die Pfütze aus Blut unter ihm wird immer größer. Sein edler Anzug ist von seinem eigenen Blut durchnässt. Nach einer gefühlten Ewigkeit berührt Jungkook dich an der Schulter und will dir klarmachen, dass ihr gehen wollt. Vorerst kannst du seine Worte gar nicht wahrnehmen, so geschockt bist du. Also zieht er an deinem Ärmel. Als du dann anfängst vor Schock zu weinen, gibt er dir eine scheppernde Ohrfeige und faucht dich an:„Wir wollen gehen. Hörst du denn nicht?“ Schnell wischst du deine Tränen weg und folgst deinen neuen Kumpanen. Endlich verlasst ihr das schreckliche Gebäude und kehrt zurück in das Auto, mit welchem ihr zurückfahrt. Du schaust nur vollkommen verstört und traumatisiert aus dem Fenster. Wie kann man einem Menschenleben gegenüber nur so respektlos sein? Wie? Ich weiß zwar nicht, was das für Männer waren, aber ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass sie diesen Tod nicht verdient haben.
    Nein. Niemals wieder werde ich an solchen Aktionen teilnehmen. Eher lasse ich mich selbst erschießen, als solch grausamen Taten zuzusehen. Nein, das hält mein weiches Herz nicht aus.

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    Das Auto hält an und du stößt direkt die Tür auf, um endlich aus dem Wagen rauszukommen, in dem sich zwei Massenmörder aufhalten. Du gehst schnellen Schrittes in das Zentralgebäude der Gruppe, da deine Jacke und dein Rucksack noch in Yoongis Büro liegen. Eigentlich willst du den Raum gar nicht betreten, denn du weißt, dass darin ebenso ein Mörder sitzt. Schweren Herzens klopfst du an und betrittst vorsichtig den Raum, als dein Mentor dich hineinruft. Yoongi schaut dich erwartungsvoll an und fragt:„Und, wie war's? Habt ihr die Mission erfüllt?“ Du wirfst ihm einen verachtenden Blick zu, nimmst deine Sachen an dich und erzählst währenddessen demotiviert:„Ja, alle wurden brutal umgebracht, die Leichen liegen noch immer ungeborgen in dem kalten Gebäude und ich habe den zwei Massenmördern einfach dabei zugeguckt. Ich habe diese Menschen verraten. Ohne, dass ich sie kenne, fühle ich mich schuldig!“ Bevor Yoongi etwas sagen kann, rennst du schon raus. Dir wird gerade alles zu viel und du willst nicht eine weitere Sekunde bei diesen Mördern verbringen. Die Tränen laufen leise deine Wange herunter, während du nach Hause läufst. Du bist komplett aufgewühlt und realisierst einfach nicht, was in den letzten 2-3 Stunden geschehen ist. Als du endlich vor deinem Haus stehst, reißt du schluchzend die Tür auf, lässt deine Sachen auf den Boden fallen und rennst in das Badezimmer. Dort lässt du dich an der Badewanne auf den Boden sinken und vergräbst dein Gesicht in deinen Händen. War ich wirklich gerade bei einem Attentat dabei und habe nichts gegen diese grausame Tat unternommen? Habe ich diese Menschen wirklich so verraten? Wird das der neue Sinn meines Lebens sein? Menschen verraten und ihnen beim Sterben zusehen? Dann ist das Leben nicht lebenswert für mich! Dann will ich lieber sterben. Sterben und keine Sorgen mehr kennen! Lieber sterben, als alle möglichen Leute ins Verderben schicken!

    Helles Licht scheint in dein Gesicht und reißt dich aus deinem Schlaf. Blinzelnd öffnest du die Augen und blickst direkt in die Sonne. Schmerzverzerrt kneifst du sie wieder zusammen und stehst schnell auf. Du schwankst etwas und drohst, hinzufallen. Schnell greifst du nach dem Bettpfosten, um dich dort festzuhalten. Als sich dein Gleichgewichtssinn wieder beruhigt, trottest du vorsichtig in die Küche. Dort nimmst du schnell einen Apfel an dich und willst gerade gehen, als dir auffällt, dass deine Platzwunde immer noch zu sehen ist. Schnell setzt du wieder deine Cappy auf, um die Wunde zu verdecken. Nun gehst du demotiviert und müde den Weg zur Hochschule rauf. Du bist etwas zu früh und setzt dich, solange die anderen noch nicht da sind, in die große Halle. Dort sitzt du eine Weile, bis endlich einige andere Studenten kommen. Unter anderem Miga und Juhee. Deine Freundin Miga kommt natürlich gleich zu dir, doch Juhee stellt sich lieber zu den anderen. Du unterhältst dich ein wenig mit deiner besten Freundin, doch du bist die ganze Zeit total nervös. Du hast das Gefühl, Juhee beobachtet dich. Immer wieder schaut sie dich so emotionslos und geheimnisvoll an. Du versuchst, es zu ignorieren, jedoch weißt du, das Juhee weiß, dass du sie bemerkt hast. Dennoch versuchst du, es zu verdrängen. Im Unterricht fühlst du dich ebenso beobachtet. Allerdings konzentriert Juhee sich augenscheinlich ganz auf den Unterricht. Nach allen Vorlesungen gehst du mit Miga in den Park. Ihr wollt dort zusammen ein wenig Zeit verbringen und einfach nur etwas die Ruhe genießen. Als ihr am Ufer des großen Sees auf einer Picknickdecke sitzt, scheint euch die Sonne warm ins Gesicht. Du streckst deinen Kopf ein wenig nach vorne und schließt genießerisch die Augen. Miga tut es dir gleich. Plötzlich meint Miga:„Mein Bruder hat heute erzählt, dass in einen Monat ein Konzert von BTS ist. Er fragt, ob ich eine Freundin mitnehmen will. Ich habe natürlich ja gesagt und an dich gedacht. Hast du Lust?“ Du lächelst deine Freundin an und erklärst:„Sehr gerne. Ich muss nur gucken, ob das geht. Schließlich habe ich jetzt noch einen kleinen Job. Ich schaue mal auf meinen Terminplan. Danke noch einmal für das Angebot.“ Ihr tratscht und lacht noch ein wenig zusammen, als ihr plötzlich durch das Klingeln deines Handys unterbrochen wird. Verwirrt schaust du auf deinen Bildschirm. Yoongi. Vorsichtig nimmst du ab und fragst:„Hallo, was ist denn los?“ Yoongis angenehme, tiefe Stimme antwortet:„Hast du nie gelernt, wie man ans Telefon geht? Ist ja schlimmer, als wenn ich mit einer 3-jährigen telefoniere.“ Du meinst genervt:„Doch, aber ich bin gerade mit einer Freundin unterwegs.“ Du hörst ein leises Kichern von der anderen Seite:„Na gut, kommst du heute denn dann noch vorbei? Die nächsten Tage kann ich nicht mit dir trainieren. Da muss ich mit den Jungs für das nächste Konzert proben.“ Du seufzt:„Na gut. Ich komme heute Abend um 18:00 Uhr. Aber nur für allerhöchstens zwei Stunden!“ Du hörst noch, wie Yoongi dir zustimmt und legst schließlich auf. Miga starrt dich verwirrt an:„Wer war das?“ Du erwiderst schnell:„Ein Freund.“ Miga grinst und hakt nach:„Ein Freund, oder DEIN Freund?“ Du musst schmunzeln, bist jedoch auch etwas wütend:„Nein, ein Freund. Er wollte nur, dass ich ihm bei etwas helfe. Aber er ist wirklich nur EIN Freund. Er ist gar nicht mein Typ!“ Miga nickt lächelnd, als würde sie dir nicht glauben. Daraufhin schubst du sie vorwurfsvoll an, sie fällt um und ihr müsst beide lauthals lachen. Doch jetzt fällt dir auf, dass du auch schon los musst. Ansonsten kommst du zu spät zu deiner Verabredung. Du verabschiedest dich noch kurz von Miga und gehst dann ehrfürchtig los. Du hast Angst. Angst, dass du erneut bei einem Mord dabei sein wirst.

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    Seufzend stehst du vor der alten Tür des grauen Gebäudes. Du nimmst dir ein Herz und klopfst. Direkt wird dir die Tür von dem selben Mann geöffnet wie sonst auch. Er beäugt dich emotionslos und du gehst gelangweilt durch den Flur, auf Yoongis Büro zu. Auf dem Weg dorthin kommt dir auf einmal Jin entgegen. Dieser lächelt dir etwas mitleidig zu und du lächelst ebenso zurück. Plötzlich hält er dich auf:„Hey (d/n), du bist genau die, die ich gerade brauche! Du musst mir kurz helfen, ja?“ Du folgst ihm schnell. Ihr betretet einen kleinen Raum, in dem ein Bett und ein Koffer mit Verbänden und all solchen Sachen stehen. Diesen drückt Jin dir in die Hände und bedeutet dir, mitzukommen. Gemeinsam lauft ihr nun in einen anderen, relativ großen Raum. Dort sitzen zwei junge Männer auf einem Sofa. Als du reinkommst, gucken dich beide an. Der eine ist Jimin, der dich freundlich anlächelt und den anderen kennst du nicht. Beide sind verletzt. Jin kniet sich vor seine beiden Patienten und ruft dich mit einem Winken der Hand zu sich. Jin kümmert sich um den Mann, der dir unbekannt ist und du sollst dich um Jimin kümmern. Du nimmst einen Lappen und reinigst damit vorsichtig seine Wunden. Jimin lächelt dich währenddessen die ganze Zeit an, was dich ein wenig verwirrt. Plötzlich fragt Jin eure Patienten:„Wie lief es eigentlich? Hattet ihr wenigstens Erfolg?“ Der Mann erwidert:„Naja, wir haben zwar drei Leute erledigen können, wurden dann aber von hinten überwältigt. Wir hatten immerhin noch das Glück, entkommen zu können. Aber es gab ne ziemliche Schlacht. Yoongi hat uns dann am Ende befreit. Also haben wir sozusagen ihm unser Leben zu verdanken. Er hat rein gar nichts abbekommen. Ich weiß auch nicht, wie der Kerl das macht.“ Jimin nickt zustimmend. Ein stolzes Lächeln huscht über dein Gesicht, ohne, dass du weißt, wieso.
    Schließlich ist Jimins Wunde gesäubert und du legst ihm einen Verband um. Jin hat seinen Patienten auch schon fertig behandelt.
    Schließlich steht ihr beide auf und Jin entlässt dich, sodass du zu Yoongi gehen kannst. In seinem Büro sitzt er und tippt wie immer irgendetwas. Als du hereinkommst, begrüßt er dich kalt. Du stehst einfach dort und wartest darauf, dass er dir einen Befehl gibt. Das macht er schließlich auch. „Wir werden heute deine Geschicklichkeit trainieren. Dazu habe ich einen Parkour aufbauen lassen. Komm mit“, erklärt er. Du folgst ihm in die große Halle, in der der Parkour aufgebaut ist. Yoongi pflanzt sich auf einen Stuhl, aktiviert eine Sicherheitsanlage, welche Geräusche macht, wenn du nicht sicher genug bist. Es gibt Laserstrahlen, durch welche du dich hindurch schlängeln musst, Kameras und Bewegungsmelder. Nun sollst du anfangen.
    Du strengst dich wirklich an, doch jedes Mal wird die Alarmanlage aktiviert. Du seufzt demotiviert. Yoongi sitzt nach wie vor gelangweilt auf seinem Stuhl und kritisiert dich. Tae ist auch noch dazu gekommen, der sich über dich lustigmacht. Als Yoongi mal wieder sagt, dass du dich zu unkontrolliert bewegst, wirst du etwas wütend. Ich kann das wohl. Du musst mich nur lassen. Und Taehyung soll auch aufhören zu lachen! Euch werd' ich es zeigen! Du atmest einmal tief durch und versuchst ein letztes Mal, den Parkour zu bewältigen. Du willst deinem Mentor zeigen, dass du das kannst. Du willst nicht wie der letzte Versager dastehen. Du konzentrierst dich ganz auf deine Bewegungen. Du bewegst dich schneller, kontrollierter und mit mehr Stärke. Du hast ein Gefühl von Selbstsicherheit in dir und bewältigst den Parkour schließlich mit Bravour. Tae starrt dich erstaunt an und dein Mentor lächelt siegessicher und stolz. Nun lobt Yoongi dich:„Gut gemacht, wirklich. Das war keine schlechte Leistung. Du hast den Parkour schneller bestanden, als Tae damals.“ Daraufhin wirft Tae dir einen hasserfüllten Blick zu und du musst lächeln. Du bist froh, deinen Kollegen so wutentbrannt zu sehen. Du bist regelrecht schadenfroh. Schlussendlich geht Tae beleidigt weg und Yoongi meint:„Das war wirklich gut. Du musst noch ein wenig üben und es ist perfekt. Namjoon möchte dich übrigens noch einmal sehen. Er hat eine Aufgabe für dich, die bis nächster Woche fertig sein muss. Ich bringe dich noch eben zu ihm.“ Wie versprochen bringt Yoongi dich zu Namjoon, welcher in seinem Büro hockt. Als du den Raum betrittst, lächelt er dich irgendwie hochnäsig wirkend an. Er ruft aus:„(D/n), da bist du ja. Wie schön. Yoongi hat dir sicherlich schon gesagt, dass ich eine Aufgabe für dich habe? Also, wir sind, wie du weißt, nächste Woche nur am Proben und können daher nicht mit dir trainieren. In der Zeit hast du dennoch eine Aufgabe. Wir müssen später eine Gruppe von Verbrechern bewältigen, die sich höchst wahrscheinlich in einem verlassenen Gebäude aufhalten. Um genau zu sein, in einer verlassenen Psychiatrie. Sie liegt abgelegen in einem Wald. Deine Aufgabe ist, den Bauplan dieses Gebäudes zu besorgen. Im Internet findest du das bestimmt. Wir brauchen die genauen Pläne. Die sollst du uns besorgen, ja? Wir könnten zwar genauso gut jemanden aus unserer dafür zuständigen Abteilung fragen, aber die sind momentan alle beschäftigt. Deswegen musst du dich darum kümmern. Also, viel Erfolg!“

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    Es ist still. Sehr still. Nur das Tippen auf der Tastatur gibt noch einen Klang von sich. Deine Augen schmerzen, weil du schon so lange in den hellen, pixeligen Bildschirm starrst. Deine Beine fühlen sich an, als wären sie gar nicht mehr da und du seufzt enttäuscht. Toll. Dann sitzt man hier über Stunden in diesem kalten Raum und starre in diesen blöden PC und trotzdem habe ich keinen Plan zu dem Gebäude gefunden. Wie lang soll ich hier denn noch sitzen? Entnervt stehst du auf und schlenderst durch den Raum. Er ist kalt und nahezu leer. Nur ein Schreibtisch, ein Stuhl und der Computer geben dem Zimmer ein unscheinbares Gesicht. Die Wände sind kahl und wirken irgendwie bösartig. Das einsame Grau macht dich traurig. Deshalb schleichst du in den langen Fluren umher und begutachtest alles genau. Doch auch hier gibt es nicht viel zu sehen. Schließlich läufst du bis zum Ende des Flurs. Du reißt die Tür auf und stehst in dem großen Raum mit dem Parkour. Du beschließt, ihn noch einmal durchzugehen, um dich zu verbessern. Einige Male hast du ihn nun schon bewältigt und du verbesserst dich von Mal zu Mal. Jetzt ist dir nach dem wohl zehntem Mal langweilig und du beschließt, wieder in dein kleines, dir von Namjoon zugeschriebenes, Büro zu gehen. Dort setzt du dich wieder für einige Stunden an den Computer und recherchierst. Nach einer wohl endlosen Suche findest du endlich etwas. Ein Bauplan von einer Psychiatrie, die vor schon fast 150 gebaut wurde und seit 100 Jahren leersteht, nachdem einer der verrückten Patienten einige Pfleger brutal umbrachte. Seither wurde noch nichts herausgeräumt und das Gebäude dürfte in Einsamkeit verwesen. Der Text ist sehr umfassend und beinhaltet auch den gesuchten Bauplan. Diesen speicherst du und druckst ihn aus. Ebenso kopierst du den Infotext, da dieser unter anderem einige Informationen über Fallen oder Verzweigungen gibt, welche du direkt farbig markierst. Nachdem du alles gespeichert und an Yoongi, sowie Namjoon weitergeschickt hast, fährst du den Computer herunter und begibst dich auf den Nachhauseweg. Du gibst noch eben jemandem Bescheid, dass du da warst und verschwindest daraufhin. Der Weg nach Hause ist schön. Die Sonne strahlt warm in dein Gesicht und einige Blümchen wachsen durch den Asphalt hindurch. Leichter Wind zischt durch deine Haare und du fühlst dich irgendwie gut. Nach einer Zeit kommst du endlich zuhause an. Du setzt dich ins Wohnzimmer und verspeist einen Joghurt, während du ein wenig Fernsehen guckst. Nun machst du noch schnell einige Aufgaben für die Hochschule und legst dich schlafen.
    Am nächsten Tag beginnt die Hochschule erst verhältnismäßig spät und du kannst ausschlafen. Als du schließlich endlich bei der Hochschule bist, triffst du auf Miga, welche dir gleich aufgeregt in die Arme läuft. Sie hält dir ihr Handy ins Gesicht und erzählt aufgeregt:„Schau mal, mein Bruder arbeitet jetzt mit BTS und hat ein Foto mit ihnen gemacht. Er hat mir versprochen, dass ich sie am Wochenende sehen kann. Willst du mitkommen?“ Du lächelst etwas überrumpelt und sagst einfach „ja“. Miga lächelt dich daraufhin überglücklich an und zieht dich in die erste Vorlesung.
    Nach der endlosen Zeit des Rumsitzens ist der Tag in der Hochschule endlich vorbei. Du verabschiedest dich noch bei Miga, welche dir hinterher brüllt:„Wir treffen uns dann am Samstag um 13:00 Uhr bei mir!“
    Nun musst du dich beeilen, um pünktlich zum Café zu kommen. Du bist am Ende sogar 5 Minuten zu früh und ziehst dich in der Zeit schon mal um.
    Jetzt musst du die Getränke und das Essen austragen. Tran ist heute nicht da, weshalb du dich ein kleines wenig alleine fühlst. Zum Glück musst du heute nur eine Stunde arbeiten. Nach dieser gehst du direkt zum Hauptquartier deiner „Mafia-Gang“. Dort meldest du dich wie immer erst an und setzt dich dann ein wenig an den PC. Du suchst noch ein paar mehr Informationen über die verlassene Psychiatrie, die du auch findest und schickst diese dann auch direkt an Yoongi weiter. Ebenso an Namjoon. Nun ist dir langweilig und du beschließt, noch einmal trainieren zu gehen. Also schlenderst du erneut den Flur entlang, bis du auf die Tür zukommst. Du öffnest sie und erblickst den leeren Parkour. Du ziehst deine Jacke noch aus und legst sie an den Rand. Nun atmest du einmal stark durch, krempelst deine Ärmel hoch und rennst los. Zuerst musst du durch die Laser hindurch. Geschickt windest du dich wie eine Schlange hindurch und rennst weiter auf eine Mauer zu, über die du springen musst. Das nächste Hindernis sind die Kameras. Geschickt umgehst du sie. Du rennst weiter und hast so langsam schon etwas Atemnot. Das letzte Hindernis, das das wohl anspruchvollste ist, ist eine Art Schlucht, über die man sich mit Seilen hängeln muss. Du springst stark von der Kante ab, zum ersten Seil und hängst nun an dem baumelnden Seil. Für einen Moment stockt dein Herz, denn du drohst abzustürzen, doch du kannst dich noch retten. Du schwingst hin und her, bis du zum nächsten Seil reichst und hältst dich jetzt an diesem fest. Dir fehlen noch zwei Seile, die du ebenfalls ohne Probleme bewältigst. Nun geht es in den Endspurt und du brichst beinahe deinen Rekord. Doch jede Sekunde zählt. Du rennst schneller, entschlossener und bist schließlich nur noch wenige Meter vom Ziel entfernt. Du bist schon siegessicher, doch dann stolperst du und fällst hin. Du kaschierst deinen Sturz mit einer Vorwärtsrolle und rollst so durch das Ziel. Nachdem du die Ziellinie überquert hast, sackst du erschöpft in dich zusammen. Dort liegst du nun stark keuchend, aber gleichzeitig auch stolz und zufrieden. Auf einmal ertönt ein einzelnes Klatschen aus der Ecke des Raums. Erschrocken fährst du hoch und blickst in das Gesicht von dem Mann, den gestern Jin versorgt hat, während du dich um Jimin gekümmert hast.
    Du starrst ihn etwas verwirrt an und schließlich ruft er, immer noch klatschend:„Wow, das war eine brillante Leistung. Du bist besser, als viele andere hier in diesem Gebiet, wie es mir scheint.“ Du lächelst verlegen stehst auf und läufst auf den anderen zu. Dieser gibt dir nun die Hand und stellt sich vor:„Hallo, ich bin übrigens Donghae.“

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    Du kratzt dich verlegen am Hinterkopf und erwiderst lächelnd:„Hi, mein Name ist (d/n).“ Wieder lächelt Donghae. „Ich weiß. Jin hat mir und Jimin hinterher von dir erzählt. Du bist Yoongis Schülerin? Dann scheint Namjoon viel mit dir vorzuhaben. Denn er gibt an Jungkook, Jimin und Yoongi nur die allerbesten Schüler. Er muss viel Potenzial in dir sehen. Da kann ich ihn verstehen. Du bist gut. Und wenn ich das sage, heißt es eigentlich fantastisch.“ Du lächelst etwas verwirrt und antwortest:„Tatsächlich? Danke, freut mich, das zu hören. Und was ist deine Aufgabe hier so?“ Donghae erklärt:„Ich bin hauptsächlich für Überwachung und Recherche zuständig, bin jedoch auch manchmal als Kämpfer tätig. Äh, kann ich dich vielleicht auf einen Kaffee einladen? Ich würde mich gerne noch etwas mit dir unterhalten, doch hier ist es etwas ungemütlich. Meinst du nicht?“
    Du stimmst zu und ihr begebt euch gemeinsam zu einem kleinen Café an noch der selben Straße. Ihr bestellt beide etwas und schließlich fängt Donghae an, Fragen zu stellen:„Nun, Jin berichtete uns, du seist eine Art Zwangskollegin? Tae hat dich niedergeschlagen und dich zu uns gebracht, während Namjoon und Yoongi dann beschlossen haben, etwas Großes aus dir zu machen. Also, wie ist es dir bisher so ergangen? Es ist mit Sicherheit nicht einfach für dich. Hast du dich schon etwas eingelebt?“ Deinen Kaffee schlürfend antwortest du:„Naja, anfangs war es sehr schwer für mich und ich habe mich unwohl gefühlt. Wenn ich ehrlich bin, fühle ich mich noch immer unsicher, aber es ist schon besser geworden. Es graut mir nur ein wenig vor meinen Aufgaben. Weißt du, es ist für mich nicht einfach, Menschen sterben oder leiden zu sehen. Besonders, seitdem meine Eltern bei einem Autounfall verstorben sind. Demnach würde ich ebenfalls lieber Büroarbeiten oder wenigstens etwas weniger Brutales erledigen. Aber da lässt sich nicht verhandeln. Ich soll jedes Gebiet mal erforschen.“ Donghae nickt nachdenklich, während er seinen Cappuccino trinkt. Plötzlich meint er:„Weißt du eigentlich, dass Yoongi, Namjoon und der Rest der Truppe eine berühmte Band bilden?“ Du bejahst seine Frage:„Natürlich. Sie sind in der ganzen Welt berühmt. Ich frag mich nur immer, wie sie das hinbekommen, noch nicht im Knast zu sitzen. Schließlich sind sie Teil einer verbrecherischen Bande und gleichzeitig berühmt. Es muss sie nur jemand bei einer Tat beobachten und schon sind sie aufgeflogen.“ Donghae lächelt müde und irgendwie traurig wirkend und erklärt:„Sie sind Profis. Und sie haben viel Erfahrung. Sie wissen, wie sie mit all dem Stress und so umgehen müssen. Wir sind alle Profis. Außerdem waren die Jungs schon länger Teil dieser Mafia-Gang, als dass sie BTS waren.“ Erstaunt reißt du die Augen auf:„Wirklich?“ Donghae nickt trinkend:„Ich weiß zwar nicht, ob du das so genau wissen darfst, aber früher oder später wirst du es sowieso herausfinden. Wir sind alle aus einem bestimmten Grund Teil dieser Bande. Wir sind mehr, als nur eine Gruppe von Schwerverbrechern, die alle möglichen Leute umbringen. Wir haben alle das selbe Ziel: Rache ausüben. Du warst doch schon einmal mit Jungkook und Tae unterwegs. Dort habt ihr mehrere Leute getötet. Sie alle waren Teil einer anderen Mafia-Gang. Jedoch unterscheiden sich unsere und deren. Wir töten aus Rache und Gerechtigkeit. Und sie aus Spaß und Geldsucht. Zwar ist das Handeln beider illegal und dazu stehen wir auch, aber die Regierung regelt die Sachen eben nicht gerecht. Wir wollen Gerechtigkeit unserer Willen. BTS wurde erst gegründet, als alle Mitglieder in dieser Bande waren und dann beschlossen haben, BTS zu gründen. Diese Jungs wurden nicht dazu geboren, um zu singen, sondern um zu töten. Ebenso wie du und ich.“ Du lässt einen bösen Blick über deinen neuen Kumpel schweifen. „Ich werde niemanden töten. Warum auch? Mir wurde nie etwas angetan. Also muss ich mich auch nicht rächen. Höchstens an euch könnte ich mich rächen, doch dann lebe ich selbst nicht mehr lange.“ Donghae lächelt belustigt und schüttelt leicht den Kopf. Nun bist du nur umso verwirrter. Donghae fängt das Gespräch wieder auf:„Wie ist es so mit Yoongi? Behandelt er dich gut?“ Du erwiderst gleichgültig wirkend:„Er ist ein guter Lehrer. Sagen wir's so. Er hat mir nie etwas Schlechtes angetan, also habe ich auch nichts gegen ihn in der Hand. Da hat Taehyung mir schon eher was angetan. Ich verstehe nicht, was der Kerl gegen mich hat.“ Donghae lächelt wieder schwach und deutet an:„Naja, wir alle haben so unser Geheimnis, unsere Fähigkeiten und unsere Fehler. Wir sind außerdem alle für etwas zuständig und für etwas bekannt. Du musst wissen, Jin zum Beispiel, wollte uns eigentlich gar nicht beitreten. Er wollte keine Menschen töten. Doch er wurde ebenso wie wir alle verraten. Also nahm er eine Art Mutterrolle an sich. Er kümmert sich um alle. Seelisch und körperlich. Die Verwundeten pflegt er, kümmert sich aber auch um die Psyche von allen. Er ist wirklich eher wie eine fürsorgliche Mutter. Namjoon ist der Anführer von allen. Er steht zwar noch nicht mal ganz an der Spitze, hat aber tolle Qualitäten und vertritt uns. Ebenso ist Yoongi für seine Geduld und Gleichgültigkeit bekannt. Er kommt mit so ziemlich jeder Situation zurecht und ist manchmal etwas wie ein Vater. Wobei man Namjoon auch als solchen ansehen könnte. Jungkook ist eben das Nesthäkchen, Jimin ist der Charmante, Hoseok ist der immer gut gelaunte und Tae ist der Verrückte. Viele, besonders seine Fans, bezeichnen ihn als verrücktes Alien. Doch er ist auch sehr eifersüchtig und hat seine Gründe, dir zu misstrauen. Das darfst du ihm nicht übel nehmen. Er ist eigentlich ein toller Kerl, doch manchmal versteckt er sich gerne hinter einer anderen Fassette. Doch glaub mir, das wird sich noch ändern. Gib ihm Zeit, dann wird er dich auch akzeptieren.“ Du seufzt müde.
    Was hat mir dieser Vortrag jetzt gebracht? Nichts. Ganz genau. Egal, was soll's? Vielleicht wird Tae wirklich noch freundlicher. Und selbst wenn nicht, das kann mir doch egal sein. Ich habe bereits einen Kumpel gefunden - Donghae. Er scheint sehr freundlich zu sein und versteht mich, glaube ich, ganz gut. Er wird wohl mein neuer bester Freund hier werden.
    Und dafür bin ich dankbar.

    19
    Gelangweilt sitzt du in deiner Küche und starrst aus dem Fenster. Es sind wieder einige Tage vergangen und heute ist Samstag. Um 13:00 Uhr musst du bei Miga sein. Schließlich hat sie dir versprochen, BTS zu sehen. Allerdings freust du dich gar nicht so darauf. Immerhin kennst du sie schon alle und hast sie nicht gerade unter erfreulichen Bedingungen kennengelernt. Seufzend erhebst du dich, stellst deine leere Tasse auf die Spüle, wirfst dir eine leichte Jacke über und begibst dich zum Hauptgebäude der Mafia-Gruppe, bei der du Mitglied bist. Du musst heute für mindestens eine Stunde dort sein, ansonsten wird es eingetragen und es gibt Stress mit Namjoon. Wie immer, wenn du vor der alten Tür stehst, klopfst du und der Mann öffnet dir. Wie gewöhnlich lächelt er dich einmal kurz desinteressiert an, trägt deinen Namen in eine Liste ein und du trottest in dein eigenes, kleines, ungemütliches Büro. Demotiviert wirfst du deine Jacke in die Ecke, setzt dich ab den Computer und schreibst erstmal den Bericht, was du in den letzten Tagen gemacht hast. Schließlich lehnst du dich seufzend zurück, schiebst dich vom Tisch weg und machst dich auf, um in den Trainingsraum zum Schießen zu gehen. Dort ist bereits jemand anderes. Ein Mädchen, etwa fünf Jahre jünger als du, mit irgendwie leicht verstörten Zügen. Du grüßt sie kurz, ohne eine Antwort zu bekommen, lädst dein Gewehr und beginnst, zu schießen. Wie so oft, triffst du jedes Mal ins Schwarze. Du bemerkst auf einmal, wie das Mädchen neben dir dich anstarrt. Verunsichert drehst du dich zu ihr um. Augenblicklich schaut sie weg und tut so, als hätte sie dich gar nicht bemerkt. Du schüttelst leicht den Kopf und wendest dich deiner eigenen Aufgabe zu. Jedoch schaut die andere dich noch immer an, wohingegen du sie einfach ignorierst. Sie erinnert dich irgendwie an jemanden, doch du weißt nicht, an wen. Also verlässt du den Raum nach einer halben Stunde wieder, langweilst dich noch etwas in deinem Büro und verziehst dich dann wieder. Nun machst du dich auf den schnellsten Weg zu Miga. Als du vor ihrer Haustür stehst, musst du nicht einmal mehr klingeln. Direkt reißt sie dir die Tür auf und zieht dich aufgeregt ins Innere des Hauses. In der Wohnung bemerkst du, dass Migas Bruder, Baekhyun, dort in feinem Anzug steht. Er lächelt dich etwas mitleidig an und fragt demotiviert:„Na, bist du auch so aufgeregt, wie meine kleine Schwester?“ Du schüttelst lächelnd den Kopf, während Miga dich aufgeregt umtänzelt. Nun steigt ihr alle in Baekhyuns Auto und fahrt zu einem großen Gebäude, das BigHit-Gebäude. Während Miga total aufgeregt quietscht, sind Baekyun und du eher demotiviert und sich selbst bemitleidend. Migas Bruder führt euch durch das Gebäude, in einen höhere Teil, bis ihr vor einer Tür steht, aus der gedämpft Musik dröhnt. Miga grinst von einem Ohr zum anderem, woraufhin Baekhyun kurz erklärt:„Also, ihr dürft die Jungs nicht ohne ihrer Einverständniserklärung berühren, ansonsten wird die Security euch rauswerfen. Außerdem gilt Schweigepflicht. Alles, was ihr heute über Termine und so erfahrt, dürft ihr nicht weitergeben. Regeln klar?“ Gleichzeitig nickt ihr und Baekhyun stößt seufzend die Tür auf. In dem großen Raum befinden sich sieben, dir vertraute, Gesichter, die euch erwartungsvoll anstarren. Miga steht stocksteif grinsend da, während du einfach nur stumm vor dich hin lächelst. Dein Blick schweift über Yoongi. Dieser lächelt dich wissend an. Ebenso wie die anderen auch. Namjoon ergreift das Wort und meint:„Hallo, mein Name ist Namjoon. Aber ich denke, das wisst ihr schon. Ihr seid wer?“ Schnell antwortet ihr und die Jungs begrüßen euch alle recht herzlich. Miga kann ihre Nervosität nicht verbergen, woraufhin Jungkook lächelnd auf sie zukommt und fragt:„Soll ich dir mal ein bisschen unsere bisherigen Aufnahmen zeigen?“ Miga nickt wild und Jungkook entführt sie schmunzelnd in das Aufnahmezimmer. Nun stehst du hier mit Baekhyun und den restlichen Jungs alleine. Unsicher lächelst du in die Gegend und heftest dich an Migas Bruder, um nicht alleine mit den Jungs dort zu stehen. Allerdings muss dieser zu einer Besprechung mit seinen Kollegen und du bist doch mit ihnen alleine.
    Gerade fällt die Tür ins Schloss und direkt lächelt Namjoon dich überlegen an und lacht:„Na sieh mal an! Bist du Fan von uns oder Freundin von Miga?“ Du schickst ihm einen bösen Blick und Hoseok lacht:„Ich glaube, eher das zweite!“ Während ihr alleine seid, fragt Namjoon dich noch, was du alles geschafft hast und bedankt sich ebenso für deine hilfreichen Recherchen. Endlich kommen Miga und Jungkook wieder. Jimin ruft seinem Kumpel, der seinen Arm um Migas Schulter gelegt hat:„Wo wart ihr denn so lange? Habt ihr noch rumgeknutscht, oder was?“ Jungkook lacht verlegen und Miga läuft rot an. Jetzt schreit Jimin durch den ganzen Raum:„Also ist es wahr!“ Jungkook schaut nun ernst, wirft eine leere Wasserflasche gegen Jimins Kopf und beschwert sich:„Du hast sie ja wohl nicht mehr alle! Wir kennen uns seit allerhöchstens 45 Minuten. Also natürlich nicht! Ich habe ihr nur unsere Aufnahmen gezeigt und dabei sind wir eben gut ins Gespräch gekommen.“ Jimin schmunzelt, ebenso wie du und fast der ganze Rest der Anwesenden. Jungkook scheint die Situation unangenehm zu sein, denn plötzlich fragt er:„Sollten wir die Mädels nicht vielleicht auf eine Pizza oder so einladen? So gehört es sich wenigstens.“ Yoongi lacht:„Du immer mit deiner Pizza! Ernährst du dich überhaupt noch von was anderem?“ Du kannst ein Kichern nicht verhindern, woraufhin Jungkook dich beleidigt anglotzt. Jin rettet die Situation, indem er meint:„Ja, warum denn nicht? Die Probe ist schließlich sowieso schon zuende. Wir bestellen einfach, damit jeder sich selbst etwas aussuchen kann und dann setzen wir uns einfach ein bisschen hier hin und labern. Ach ja, ich bestelle nicht. Jungkook hat es vorgeschlagen, also darf er auch bestellen.“ Daraufhin ist der Jüngste wieder etwas beleidigt, bestellt dann jedoch ganz brav. Miga ist anzusehen, dass sie im siebten Himmel schwebt, doch dir ist das Treffen eher unangenehm. Für dich sind die Jungs keine Band, sondern einfach eine Gruppe von hinterhältigen Verbrechern. Dennoch habt ihr eine gute Zeit mit viel Spaß und Gelächter. Schließlich ist es schon Abend und ihr müsst wieder nach Hause fahren. Am Ende des Tages sitzt du mit deiner besten Freundin in ihrem Zimmer und sie schwärmt:„Die Jungs sind so sympathisch. Vor allem Jungkook. Dein Typ ist wahrscheinlich eher Yoongi. Stimmt's?“ Naja, das würde mit Sicherheit der Wahrheit entsprechen, wenn ich ihn nicht nur als meinen Mentor und Verbrecher kennen würde. Zögerlich antwortest du einfach:„Joa, sie sind wohl ganz nett. Aber Hauptsache ist ja, dass du jetzt glücklich bist. Schließlich hast du deine Lieblingsband getroffen.“ Und ich die Menschen, die mich unterdrücken und insgeheim meine größten Feinde sind. Verbrecher. Mörder. Wie auch immer man sie nennen mag...

    20
    Was ist das? Mein Handy. Müde stehst du auf, um an dein Handy zu gehen. Direkt erblickst du die Handynummer von Yoongi auf deinem Display. Du nimmst demotiviert ab und direkt ertönt Yoongis Stimme:„Guten Morgen, (d/n). Gut geschlafen?“ Du gibst ein mürrisches „ja“ von dir und Yoongi lacht leise. Nun setzt er seinen Satz fort:„Du musst in einer Stunde hier sein, ja? Wir haben nur heute und morgen Zeit, deshalb müssen wir heute üben. Verstanden? Also, wir sehen uns gleich.“ Du willst noch fragen, wofür ihr nur heute und morgen Zeit habt, doch vorher legt dein Mentor auf. Enttäuscht legst du dein Handy zurück und ziehst dich an. Nun trottest du verschlafen in die Küche, um dir ein Brot zu schmieren. Als du dein Brot nachdenklich verspeist hast, wirfst du dir deine Jacke über und machst dich auf den Weg.
    Pünktlich stehst du vor der Tür des dir verhassten Gebäudes und willst gerade anklopfen, als die Tür schon geöffnet wird. Dir entgegen steht Donghae, dein bester Freund hier. Er lächelt dir zu und fragt dich leicht nervös wirkend, was du dort machst. Du antwortest ihm ehrlich und fragst ihn, was er nun vorhat. Er erklärt schnell:„Ich habe eine Mission. Ich soll Kameras in einem Gebäude anbringen, da dort des öfteren mal unsere Feinde vorbeilaufen. Zumindest vermuten wir es. Aber ich muss jetzt los. Also, bis dann!“ Schon ist Donghae wieder weg und du betrittst das Hauptquartier. Schnellen Schrittes gehst du auf Yoongis Büro zu. Dort steht er bereits an seinem Waffenschrank und kramt ein wenig Munition heraus. Als er dich bemerkt, dreht er sich erschrocken zu dir um. Er meint:„Mein Gott, hast du mich erschreckt. Aber egal. Jetzt müssen wir erstmal ein wenig trainieren. Komm mit!“ Dein Mentor läuft eilig die Flure entlang, auf den Schießraum zu. Du folgst ihm schnell. Yoongi stößt die Tür auf, lässt dich vorbeigehen, drückt dir das Gewehr in die Hand und meint:„Hier, nimm das. Geladen ist es schon. Du wirst dieses Gewehr erst mal einschießen müssen. Es ist nun dein eigenes Gewehr und wurde noch nie benutzt. Allerdings ist dieses Modell sehr gut und bestens für dich geeignet.“ Du wiegst deine Waffe ehrfürchtig in den Händen und setzt dann an. Ruhig atmend zielst du auf den schwarzen Punkt, in der Mitte der Scheibe und drückst schließlich ab. Du hast so wie fast immer genau die Mitte getroffen. Yoongi schaut dich bewundernd an und bedeutet dir, weiterzumachen. Etwa eine halbe Stunde schießt du noch lustig vor dich hin, bis dein Mentor endlich sagt:„Gut, jetzt können wir was anderes machen. Das war schon gut.“ Nun bringst du dein neues Gewehr in deinen eigenen, kleinen Waffenschrank und folgst Yoongi dann in den nächsten Raum. Der Trainingsraum. Allerdings läufst du nicht noch einmal den Parkour, sondern übst, dich bei einem Angriff zu währen, wenn du keine Waffe hast. Dazu wird Hoseok dazugeholt, mit dem du dann einen Zweikampf führen musst. Es ist nicht einfach und jedes Mal gewinnt Hoseok durch seine Stärke, doch zum Ende beginnst du, deine Taktik zu ändern. Du gehst nicht mehr auf Stärke, sondern auf Intelligenz und Schnelligkeit. Du bist deutlich wendiger als dein Gegner, ziehst ihm mit einem Fuß das Bein weg, sodass er hinfällt und drückst ihn dann mit Mühe nach unten. Nach etwa 1 1/2 Stunden beendet ihr auch dieses Training und du sollst nun auf Befehl von Yoongi in Namjoons Büro kommen. Vorsichtig stößt du die Tür zu dem Büro des Anführers auf und erblickst ihn direkt. Er lächelt dich einladend an und bedeutet dir, dich hinzusetzen. Du setzt dich nervös auf den Sessel, gegenüber von Namjoon und wartest auf einen Befehl. Plötzlich fängt Namjoon an, zu erklären:„Hallo, (d/n). Du fragst dich sicherlich, warum ich dich hier hin bestellt habe. Naja, morgen wirst du an einer Mission teilnehmen. Du erinnerst dich, dass du Informationen über diese Psychiatrie sammeln solltest? Dort „wohnen“ unsere Feinde und es liegt uns sehr viel daran, sie auszulöschen. Morgen werden Tae und Yoongi dort hinfahren, um unsere Feinde zu vernichten. Du sollst ihnen dabei helfen. Es sind nicht viele Leute dort, aber ein paar eben schon und da reichen zwei Leute nicht. Du wirst den beiden beistehen und ihnen helfen. Deine Aufgabe ist simpel. Tae und Yoongi gehorchen. Das dürfte nicht allzu schwer sein. Wie auch immer, komm bitte morgen früh, beziehungsweise eher nachts, um 04:00 Uhr hier hin. Alles andere wird dann geregelt. Also, wir sehen uns morgen!“ Verwirrt verlässt du wieder den Raum. Ich soll eine Mission begleiten? Wie? Ich will garantiert niemanden töten. So viel kann ich schon mal sagen. Außerdem ist das mega früh. Warum kann die Mission nicht erst um 8 oder so starten? Ich hoffe, es geht morgen alles mit rechten Dingen zu. Vor allem Tae... Der Kerl hasst mich. Der wird wahrscheinlich mich direkt als erstes umbringen. Ich will das nicht. Es endet doch nur wieder damit, dass ich entweder jemanden töten muss oder selbst getötet werde. Beides ist mir nicht recht. Wobei ich manchmal glaube, dass ich lieber selbst sterben würde, als jemand anderem das Leben zu nehmen...

    21
    Das helle Mondlicht sickert seicht durch das Fenster und hüllt den Raum in ein angenehmes Licht. Die Stille ist seltsam. Nur dein eigenes leises Atmen ist zu hören. Plötzlich wird der Moment der Ruhe durch das laute Piepen deines Weckers unterbrochen. Leicht verwirrt stellst du ihn aus und blickst auf die Uhrzeit. 03:00 Uhr nachts.
    Jetzt fällt dir wieder ein, warum du dir überhaupt einen Wecker gestellt hast. Wehleidig erhebst du dich aus deinem Bett, ziehst dir dunkle Sachen an und wäscht noch kurz dein Gesicht, um wirklich wach zu werden. Du steckst noch schnell dein Handy ein. Zur Sicherheit nimmst du dein Taschenmesser mit, welches du in deinen Schuh steckst. Nun begibst du dich auf den Weg zum Treffpunkt. Das Hauptquartier. Sobald du angekommen bist, klopfst du gegen die Tür. Zu deiner Verwunderung wird dir direkt aufgemacht. Sitzt hier wirklich 24 7 jemand und passt auf, ob jemand kommt? Krank. Du läufst schnellen Schrittes auf Yoongis Büro zu. Du willst gerade anklopfen, da wird die Tür von Jin aufgerissen. Dieser lächelt dich müde an und beschwert sich:„Ich hasse es, wenn nachts Missionen sind. Ich muss mich um die Verletzungen kümmern und das ist manchmal ziemlich anstrengend. Ich hoffe einfach mal, dass sich niemand verletzt. Viel Erfolg für nachher!“ Du bedankst dich schnell und betrittst nun das Büro. Yoongi sitzt dort mit einem Kaffe und hat bereits deine Schutzweste in der Hand. Seine eigene hat er schon an. Dein Mentor sieht müde und schlecht gelaunt aus. Du schenkst ihm nur ein schwaches Lächeln, woraufhin er meckert:„Das ist doch der letzte Dreck. Immer muss ich nachts Missionen ausführen. Warum? Ich will schlafen, ich bin müde! Ich brauche mindestens 12 Stunden Ruhe am Tag. Davon müssen 9 Stunden tatsächlich mit Schlafen verbracht werden. Ansonsten könnte ich tot umkippen. Also wenn mir eines zum Verhängnis wird, dann meine Müdigkeit. Irgendwann gehe ich daran noch ein!“ Du schmunzelst mitleidig, während dein Mentor dir die Weste zuschmeißt. Er befiehlt dir:„Hier, zieh die an. Andere Schutzkleidung wäre auch noch ganz gut. Wenn jemand auf dich zugehen sollte, bist du immerhin etwas geschützt. Und jetzt beeil dich, ansonsten kommen wir noch zu spät los.“
    Schnell ziehst du dich gerecht um und lädst zudem dein Gewehr in das Auto ein. Du steckst noch eine handvoll Munition ein und steigst schließlich mit Tae und Yoongi ein. Taehyung scheint noch nicht über dein Mitkommen informiert zu sein, denn er schaut dich böse an und motzt:„Warum müssen wir die immer mitnehmen? Die macht uns doch eh nur Schwierigkeiten! Die kann wahrscheinlich weder mit dem Gewehr umgehen, noch kann sie uns in irgendeiner Form nützlich sein. Sie wird uns nur im Weg stehen! Wir können sie nicht gebrauchen!“ Getroffen schaust du auf den Boden und Yoongi kritisiert seinen Kollegen:„Jetzt hör doch mal auf! Du gehst mir richtig auf die Nerven. Natürlich kann sie uns helfen. Aber wenn du hier nur so rummeckerst, wirst DU uns nicht nützlich sein. Also halt den Rand!“ Daraufhin blickt Taehyung beleidigt aus dem Fenster. Plötzlich springt der Motor des Wagens an und ihr fahrt los. Die Fahrt beansprucht etwa 45 Minuten und ihr seid schon da. Das Auto wurde am Rande eines Waldes geparkt.
    Besorgt blickst du in den finsteren Wald. Er kommt dir gruselig vor und er ist dir nicht geheuer. Wie eingefroren starrst du mit geweiteten Augen in die fürchterliche Dunkelheit. Tae bekommt das natürlich mit und beschwert sich direkt wieder:„Siehst du? Das Prinzesschen hat jetzt schon Angst. Vor einem Wald! Ich sag doch, wir können sie nicht gebrauchen!“ Dein Mentor bedeutet ihm, still zu sein, indem er ihm einen leichten, aber plötzlichen Schlag auf den Hinterkopf gibt. Daraufhin schaut Tae den Älteren böse an. Jedoch lässt Yoongi sich davon nicht ablenken. Er geht langsam auf dich zu, berührt dich vorsichtig am Arm und flüstert dir sanft ins Ohr:„Alles gut, (d/n). Es wird schon nichts passieren. Komm jetzt mit!“ Zögerlich wendest du den Blick ab, um Yoongi zum Kofferraum zu folgen. Denn darin befinden sich eure Waffen. Letztendlich schließt ihr wieder leise den Kofferraum und schleicht aufmerksam durch den dicht bewachsenen Wald. Nach etwa 15 Minuten wird der Weg sperrlicher und ein großes, dunkles, beängstigendes Gebäude erscheint zwischen den Ästen. Mit sicherem Abstand bleibt ihr stehen. Ihr hockt euch vorsichtig hin und Yoongi schaut durch ein Fernglas, ob irgendwo Kameras, Bewegungsmelder oder Sonstiges sind. Währenddessen lädt Tae sein Gewehr und du bindest deine schönen, (deine Haarfarbe) Haare zu einem unordentlichen Dutt zusammen. So können deine Haare deine Sicht nicht einschränken. Tatsächlich entdeckt dein Mentor schon nach 5 Minuten 2 Kameras und 3 Bewegungsmelder. Er macht seinen Kollegen darauf aufmerksam und Tae schießt sie mit seinem leisen Gewehr kaputt. Der Schuss ist nicht mehr als ein leiser, leichter Hauch. Nun steht Yoongi lautlos auf, bedeutet euch, ihm zu folgen und ihr schleicht lautlos in das Gebäude. Im Inneren sind ebenfalls einige Kameras angebracht, die Tae wieder alle zerstört. So leise und behutsam wie möglich wandert ihr durch das scheinbar riesige Gebäude.
    In einigen Räumen stehen noch alte Betten, die einen an ein staubiges Krankenhaus erinnern, seltsame Tragen, und große Schränke, in denen sich Zwangsjacken und medizinische Mittel befinden. Auf dem Boden liegen überall alte, teils zerrissene Dokumente von ehemaligen Patienten. Die Badezimmer sind besonders ekelig. Die Dusche ist zerstört und rote Blutspuren lassen sich erkennen. Dunkle Haare und alte, stinkende Seife ragen aus dem verstopften Abfluss. Am liebsten hättest du dich jetzt übergeben, doch dazu ist dieser Moment definitiv zu unpassend. Yoongi voran, schleicht ihr durch die Räume, auf der Suche nach Hinweisen für das dortige Wohnen eurer Rivalen.
    Ihr habt gerade einmal ein Viertel der Räume durchsucht und findet endlich, wonach ihr sucht. Ein weiter, dunkler, aufgeräumter mit Akten und Waffen gefüllter Raum. Plötzlich bemerkt ihr, dass am Ende des langen Flurs, der durch den ganzen Raum führt, ein Licht brennt. Yoongi gibt seinem Partner ein Zeichen, von der anderen Seite zu kommen. Du sollst stehenbleiben, wo du bist, damit du die anderen informieren kannst, falls jemand hineinkommt. Wie ein hilfloser, verängstigter Hund, der verdroschen wird, stehst du da. Die Knie schlotternd und das geladene Gewehr fest im Griff.
    Plötzlich vernimmst du fremde Stimmen, die hinter der Tür hervordringen, aus der auch das Licht scheint. Yoongi und Tae schleichen wie Profis auf die Tür zu, die Waffen griffbereit und auf alles vorbereitet. Plötzlich stoppen die Stimmen. Du kannst nichts sehen, da dir ein Regal voller Dokumente die Sicht versperrt. Auf einmal hörst du zwei zischende Schüsse und das klägliche, letzte Aufschreien zweier Männer. Bei diesen Lauten zuckt dein Körper zusammen und ein Schauer läuft dir über den Rücken. In diesem Moment haben meine Kollegen zwei Männer um die Ecke gebracht. Männer, die möglicherweise Familie haben und Freude am Leben. Anders, als ich momentan. Und ich habe es geschehen lassen. Den Tod zweier Menschen. Bin ich ein Monstrum? Jetzt erscheinen deine beiden Kollegen wieder vor dir. Tae lächelt zufrieden, doch dieses Lächeln verschwindet abrupt, als er dich erblickt. Yoongi schaut wie immer, total gelangweilt und emotionslos. Du starrst, deine Emotionen verbergend, zurück.
    Schließlich lauft ihr weiter durch die dunklen Gassen und Räume, als plötzlich eine Weggabelung auftritt. Beide Wege führen in unterschiedliche Richtungen. Yoongi überlegt kurz und beschließt dann, dass ihr euch aufteilen solltet. Schließlich ist das Anwesen riesig und es würde ewig dauern, wenn alle zusammen umherlaufen. Also teilt ihr euch so auf, dass du mit Tae zur einen Seite gehst und Yoongi alleine zur anderen. Schweigend lauft ihr durch die Flure, das Gewehr immer im Ansatz. Plötzlich hört ihr von der anderen Seite qualvolle Schreie und das Geräusch von Schüssen. Unbeirrt geht ihr weiter, denn ihr wisst, dass Yoongi kein Opfer geworden ist. Nach einer Weile kommt ihr in einer großen Halle an, die wohl ehemals eine Art Treffpunkt für große Veranstaltungen und die Kantine war. Wie aus dem Nichts tauchen plötzlich Schritte hinter euch auf. Wie ein aufgeschrecktes Huhn drehst du dich blitzschnell um und glotzt entsetzt auf den Ort des Ursprungs. Erleichtert atmest du auf. Es ist nur Yoongi... Dieser lächelt triumphierend vor sich hin und erzählt, er habe vier weitere Männer von ihrem Leben befreit. Tae freut sich, doch du bist eher angewidert. Angewidert von dieser Unmenschlichkeit. Ihr trottet ein wenig durch die Halle, als ihr mal wieder leise Schritte wahrnehmt. Yoongi gibt dir ein schnelles Handzeichen, dass du dich hinter einer Säule verstecken sollst. Wie gesagt, so getan. Yoongi und Tae stehen jeweils hinter einer anderen Säule.
    Plötzlich öffnet sich quietschend und knarrend die Tür und ein schlanker, hässlicher Mann betritt den Raum. Der Mann trägt einen schmierigen Anzug mit Fliege und hat einen schwarzen, schmantigen Hut auf. Gleichzeitig treten Yoongi und Tae hinter ihrer Säule hervor. Yoongi richtet seine Waffe auf den Mann und erhebt siegessicher die Stimme:„Pablo, du? Hier? Dass wir uns jemals wiedersehen.“ Der Mann dreht sich mit einem hässlichen Lächeln um und erwidert:„Ah, Yoongi mein Freund! Deinen Taehyung hast du auch mitgebracht! Ist der Rest der Truppe denn auch hier? Du hast dich nicht viel verändert, mein Freund. Du bist genauso hässlich und dumm wie damals, als ich dir deine kleine Schwester nahm. Erinnerst du dich noch? Ah, und Tae, fast hätte ich vergessen, grüß doch deine Freundin von mir! Was sagst du? Sie ist tot? Oh, das tut mir aber schrecklich leid. Wie konnte das nur passieren?“ Beide schenken dem Mann einen hasserfüllten Blick. Ein trauriges Lächeln huscht über Yoongis Gesicht:„Pablo, jetzt ist der Tag gekommen. Ich habe so lange darauf gewartet, mich zu rächen. Endlich ist die Zeit gekommen. Ich habe dich gefunden. Und jetzt werde ich dich töten! Kannst du das glauben? Pablo, was hast du mir angetan? Das verdient Rache. Du kannst nicht mehr entkommen. Der Tod steht direkt vor dir. Du kannst ihn Yoongi nennen. Los, sag dem Tod „Hallo“!“ Pablo lächelt psychisch krank und gestört:„Nein, Yoongi. Das kannst du mir doch nicht antun! Deswegen werde ich es verhindern. Sag „Hallo“ zum Tod, Yoongi. Du kannst ihn Pablo und gute Planung nennen.“ Auf einmal springt die Tür hinter Yoongi auf und zwei Männer stürmen mit Waffen hinein. Schnell wie der Blitz dreht dein Mentor sich um und starrt seinen Gegnern in die Augen. Ehrfürchtig bewegt er sich kein Stück. Tae ebenso. Pablo lacht hässlich:„Tja Yoongi. Das wird wohl nichts mit deiner Rache. Aber sei nicht traurig, immerhin siehst du die kleine Ahri wieder. Noch ein letztes Wort, Yoongi? Oder TaeTae?“ Yoongi starrt traurig und bedrückt auf den Boden, ebenso wie Tae. Yoongi schaut hasserfüllt auf und flüstert kaum verständlich:„Na los. Tu es. Es ist vorbei. Nichts kann jetzt mehr helfen.“ Taehyung schüttelt kaum merkbar den Kopf und Pablo grinst triumphierend.
    Du stehst mit rasendem Herzen hinter der Säule. Ich wurde noch nicht bemerkt. Ich könnte theoretisch einfach hier stehenbleiben, mein Leben in Sicherheit wiegen und darauf warten, dass die Männer, die mich dazu gezwungen haben, ein Verbrecher zu werden, erschossen werden. Ich wäre erlöst. Erlöst von dem Druck. Ich könnte abhauen und müsste nicht mehr Teil dieser Gruppe zu sein.
    Nein. Ich bin Teil dieser Gemeinschaft. Ob ich will oder nicht. Selbst wenn ich entkommen würde, ich würde von jemand anderem getötet werden. Wenn ich schon sterbe, dann möchte ich nicht als miese Verräterin dastehen. Vielleicht werde ich ja sogar von Tae und Yoongi im Tod gefeiert. Ich muss es tun.

    Du hast dein Gewehr im Anschlag, trittst vorsichtig einen Schritt vor, sprintest schließlich los, schießt den beiden bewaffneten Männern in die Beine, sodass sie hinfallen und ihre Gewehre verlieren. Erst den einen, dann den anderen. Leise huscht eine Kugel an dir vorbei, trifft dich in der Seite, auf Höhe der Niere, du fällst auf den Boden, stehst jedoch direkt wieder auf, rennst weiter zu Pablo, welcher dich erst jetzt mit Entsetzen bemerkt. Du haust ihm eine mit deinem Gewehr über, Pablo trifft dich noch mit einem Messer in die Seite und schließlich sackt der gegnerische Mafia-Boss in sich zusammen. Yoongi steht schnell auf, ebenso wie die beiden noch lebenden Bewaffneten. Der eine zielt auf Tae. Du sprintest zu ihm, wirfst dich gegen ihn, sodass der Schuss euch nur knapp verfehlt und ihr rollt zur Seite. Yoongi hat in der Zeit einen der Bewaffneten erschossen und ist nun dabei, den anderen zu entwaffnen. Als er auch den anderen besiegt hat, taucht auf einmal ein weiterer Trupp auf. Alle mit einem Dolch bewaffnet, oder einfach mit den bloßen Fäusten. Einer von ihnen springt auf dich und Tae zu, während Yoongi damit beschäftigt ist, die drei, die auf ihn zukommen, zu erschießen. Tae rollt sich zur Seite und schnappt nach seinem Gewehr. Darum landet der Angreifer auf dir und versucht, dich zu erstechen. Du wirfst ihn jedoch von dich herunter und schlägst ihm mehrfach ins Gesicht, sodass seine Nase leise unter deiner geballten Faust bricht. Du spürst, wie das warme Blut von dem Mann auf deine Hand tropft. Du stehst mit verzerrter Mine auf, verpasst dem Mann noch einen letzten Tritt, woraufhin er wimmernd liegen bleibt. Taehyung bekämpft gerade einen mit seinem Gewehr. Yoongi hat drei Tote vor sich liegen, welche alle eine Schusswunde haben. Du willst dich gerade wieder zu dem Mann drehen, dem du einige verpasst hast, da siehst du, wie ein weiterer Mann auf Taehyung zustürmt. Du wirfst dich ihm entgegen, wehrst ihn somit ab und rollst dich mit ihm über den Boden. Du greifst schnell nach dem Messer in deinem Schuh und stichst es ihm kraftvoll in den Bauch. Der Mann kreischt schmerzerfüllt und sackt auf den Boden. Als du dich umschaust, bemerkst du, dass alle besiegt sind. Yoongi steht mit boshaftem Blick über Pablo und versetzt ihm einen letzten Schuss, der ihm dann endgültig das Leben nimmt. Taehyung starrt dich bewundernd und gleichzeitig verwirrt an. Du versuchst, ein schwaches Lächeln von dir zu geben. Tae lächelt zurück. Du willst einen Schritt zu Taehyung tun, doch der Schmerz in deiner Seite brennt gewaltig und du kannst dich nicht mehr auf den Beinen halten.
    Dir wird schwarz vor Augen, du siehst nur noch, wie Tae und Yoongi gleichzeitig entsetzt auf dich zuspringen und schließlich wirst du bewusstlos.
    Alles, was du noch wahrnimmst sind die gedämpften Rufe von Yoongi und Taehyung.

    22
    Diese Stille, sie ist so verwirrend. Sie macht mich schwach. Gibt mir das Gefühl, nicht mehr auf der Erde zu weilen. Bin ich tot? An den Verletzungen gestorben? Und wenn ja, wo ist mein Körper? Haben sie meine Leiche wenigstens mitgenommen, oder liege ich wie all diese Männer tot in diesem dreckigen, hoffnungslosen, kalten Raum? Yoongi und Taehyung. Haben sie es überlebt? Habe ich es überlebt? Ich fühle nichts. Nur das brennende Stechen in der Seite, welches mir den Verstand raubt.
    Plötzlich berührt dich etwas am Rücken. Du fühlst dich wie losgelöst. Als wärst du jetzt im Himmel. Als würde deine Seele gerade empor steigen. Ja, ich bin tot. Es muss so sein. Du vernimmst auf einmal gedämpfte, aufgeregte Stimmen, doch du kannst nicht erkennen, was sie sagen. Du versuchst, irgendwie deine Augen zu öffnen, doch es geht nicht. Du bist wie in einer Art Starre. Ist es so, tot zu sein? Nichts fühlen, nichts machen, nichts sehen. Ist das der Tod? Er ist so trostlos. So deprimierend. Auf einmal hast du das Gefühl von Standhaftigkeit wieder erlangt. Dein Körper muss irgendwo liegen. Die flüsternden Stimmen werden lauter, hektischer und du spürst, dass dein Körper bewegt wird. Meine Seele ist also doch noch in meinem Körper. Bin ich dann denn tot? Oder sterbe ich noch seicht vor mich hin? Dir wird schwindelig, alles dreht sich und etwas zieht schwer an deinen Kleidern. Dein Körper schwingt hin und her und du weißt nicht, was passiert. Du spürst, wie jemand an deinen Wunden herumhantiert und der Schmerz quält dich. Deine Wunden brennen und stechen, als würde dein Körper in zwei gerissen werden. Doch du kannst dich nicht gegen die Schmerzen wehren. Es ist noch immer so, als wärst du tot. Du kommst dir selbst leblos vor und lässt es einfach so geschehen. Gefühlte Ewigkeiten liegst du einfach nur da, in der Hoffnung, dass du möglichst bald stirbst, mit der Voraussetzung, dass es noch nicht geschehen ist. Plötzlich vernimmst du wieder die hauchenden, nahezu unheimlichen Stimmen. Sie sind undeutlich und leise. Nicht mehr als ein Flüstern. Plötzlich vernimmst du die Stimmen lauter und deutlicher. Du erkennst Yoongis Stimme:„Wird sie es überstehen? Bitte sag ja! Sie hat uns das Leben gerettet, obwohl sie es nicht gemusst hätte. Sie hätte einfach fliehen können, hätte ihr gewöhnliches Leben weiterführen können. Und stattdessen riskierte sie ihr eigenes Leben. Nur, um die zwei Männer zu retten, denen sie das ganze Drama zu verdanken hat. Ich will nicht, dass sie stirbt. Bitte sag mir einfach, dass sie es überstehen wird!“ Yoongi. Er lebt also. Er scheint sich Sorgen zu machen. Ich kann ihn doch nicht im Ungewissen lassen. Ich muss ihn sehen! Zwanghaft versuchst du, deinen Arm zu bewegen. Doch es geht einfach nicht. Auch die Augen lassen sich nicht öffnen. Auf einmal spürst du, wie eine warme Hand auf deiner liegt. Leise hörst du, wie dein Mentor flüstert:„Komm zurück, (d/n)! Du hast es nicht verdient, so früh zu sterben!“ Yoongi hält meine Hand! Dein Herz beginnt wie wild zu pochen, du hörst ein lautes, schnelles Piepen, Yoongi, der panisch um Unterstützung schreit und spürst seine Hand, welche deine beschützerisch umschließt.
    Plötzlich öffnest du deine Augen, schnappst erschöpft nach Luft und erkennst so langsam, wo du bist. Die Tür springt auf und Jin kommt hereingestürmt. Yoongi hält immer noch deine Hand. Als sein Blick auf dich fällt, lächelt er erleichtert und du bildest dir sogar ein, dass er glasige Augen hat. Yoongi flüstert leise deinen Namen und schaut dir dabei direkt in die Augen. Du lächelst schwach und schmerzverzerrt, woraufhin ein breites Grinsen auf dem Gesicht deines Mentors erscheint. Jin, der gerade eben erst hereingekommen ist, lächelt erfreut:„Na, (d/n)? Auferstanden von den Toten? Schön, dass du wieder da bist. Wir haben uns alle riesige Sorgen gemacht!“ Verwirrt und mit schwacher Stimme fragst du:„Was ist passiert?“ Dieser eine Satz hat dich so viel Energie gekostet, dass du erst mal nach Luft schnappen musst. Jin erwidert nur:„Da bin ich auch erst mal nur so halberlei hintergekommen. Frag am besten Yoongi. Der war doch dabei!“ Erwartungsvoll starrst du in Yoongis schöne, dunkle, endlos tief vorkommende Augen. Dein Mentor lächelt qualvoll und erklärt:„Wir waren auf der Mission. Als Pablo uns in die Falle gelockt hat und du einfach hättest fliehen können, hast du Tae und mich gerettet. Ohne dich wären wir nun tot. Ich bin dir so unfassbar dankbar! Vermutlich hättest du das gar nicht tun dürfen. Nur wegen uns bist du beinahe gestorben und dann sind wir auch noch die Leute, die dich gezwungen haben, Teil einer verbrecherischen Bande zu sein. Es tut mir so leid, wir sind es nicht wert gewesen. Du hättest dich selbst retten sollen...“ Yoongi blickt betroffen auf den Boden. Schwach hebst du deinen Arm und legst vorsichtig deine Hand auf Yoongis. Erschrocken und überrascht blickt Yoongi dich an. Du lächelst und erklärst mit hauchdünner Stimme:„Aber ich lebe doch. Also braucht es dir gar nicht leid zu tun. Ich hätte es nicht ertragen, euch so zu hintergehen. Lieber wäre ich gestorben, als mein Leben dann mit dem Wissen fortzuführen, dass ich meine Kollegen verraten habe, nur um meinen eigenen Hintern zu retten.“
    Yoongi lächelt erleichtert, klopft dir leicht auf die Schulter und flüstert noch bevor er geht:„Danke. Ich werde dir auf Ewig dankbar sein. Du hast eine tolle Persönlichkeit. Bis dann.“ Nun schließt er leise die Tür hinter sich und du liegst leicht lächelnd in deinem Krankenbett. Klar doch. Das habe ich doch gerne gemacht...

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    Deine Seite sticht, als wäre sie aufgerissen. Dies reißt dich aus dem sowieso schon schlechten Schlaf, du begutachtest deine Wunde und bemerkst, dass sie schon wieder aufgerissen ist. Sie blutet stark, sodass sich das weiße Bettlaken rot färbt. Du nimmst dir schnell ein sauberes Tuch, welches neben dir auf dem Nachtschränkchen liegt. Du drückst es fest auf die Wunde, um die Blutung zu stoppen und rufst laut nach Jin. Wenige Momente später steht er schon im Schlafanzug vor dir und behandelt die tatsächlich wieder aufgerissene Wunde vorsichtig. Du stöhnst leise vor Schmerzen und Jin betrachtet die Wunde sorgfältig. Schließlich seufzt er:„Die Stichwunde wird doch genäht werden müssen. Aber damit können wir nicht ins Krankenhaus. Das werden wir hier machen müssen.“ Schockiert starrst du Jin an:„Kannst du das überhaupt? Nur weil du mal in einem Musikvideo einen Arzt gespielt hast, hast du diese Fähigkeiten nicht in echt!“ Jin lacht laut und schrill. So, wie man sein Lachen eben gewohnt ist, laut, hoch, schrill. Einfach ansteckend. Als er sich endlich wieder fasst, meint er:„Nein, ich kann das nicht. Aber ein Kollege hier kann das. Er ist in echt auch Arzt in dem Krankenhaus hier in der Stadt. Ich muss ihn nur kurz anrufen.“ Du atmest erleichtert auf, während Jin die Nummer wählt. Schon nach etwa 30 Minuten steht der erforderliche Kollege in dem Raum und bereitet schon mal alles vor. Du bist etwas aufgeregt, was dir auch anzumerken ist. Die Vorstellung, dass sich eine Nadel durch dein Fleisch zieht, ist für dich irgendwie beunruhigend. Darum empfiehlt der eigentliche Arzt dir:„Du brauchst keine Angst haben. Guck einfach nicht hin und halte vielleicht die Hand von jemandem.“ Du nickst zustimmend und blickst erwartungsvoll Jin an, in der Hoffnung, dass er sich opfern wird, dir die Hand zu halten. Jin versteht deine Bitte natürlich sofort und schmunzelt. Dann kommt er auch schon langsam auf dich zugetrottet und greift nach deiner Hand. Da spürst du auch schon dieses unangenehme Kribbeln, das durch das Stechen der Nadel verursacht wird. Du kneifst krampfhaft die Augen zu und drückst Jins Hand fest. Dieser zuckt daraufhin kurz zusammen, lässt sich jedoch sonst nicht anmerken, dass du etwas zu fest drückst. Nach schon 20 weiteren Minuten wurde die Wunde fertig versorgt und der Faden hält dein Fleisch fest zusammen. Die Vorstellung, dass ein Faden in deinem Fleisch ist, ist nach wie vor befremdlich für dich. Doch du versuchst, einfach nicht daran zu denken, so spürst du es auch nicht.
    Der Kollege, den du sogar schon ein oder zwei mal gesehen hast erklärt zum Schluss noch:„Also, in etwa einer Woche müssen die Fäden wieder gezogen werden. Die anderen Wunden sind großteils schon gerecht behandelt. Ich gebe dir noch einmal diese Salbe. Die musst du jeden Morgen und jeden Abend einmal auf die Schnitt- und Schusswunde auftragen, damit es sich nicht entzündet. Also bis nächste Woche und bis dahin gute Besserung!“
    Jin ist mittlerweile wieder in sein eigenes Bett gegangen und du liegst erneut alleine im Dunkeln da. Nach gefühlten Ewigkeiten schläfst du auch wieder ein, jedoch hält dieser Schlaf auch nur wieder 3 Stunden an. Dann ist es nämlich schon hell. Das Frühstück wird dir von Jimin gebracht und Donghae kommt auch noch vorbei. Du unterhältst dich nett mit ihm und er erklärt dir, wie viel Bewunderung für dich empfindet. „Das ist wirklich sehr aufopfernd von dir gewesen. Du hast dein eigenes Leben auf's Spiel gesetzt, um das deines Entführers und dessen Kumpan, die dich beide unterdrückt haben, zu retten. Das ist heldenhaft. Du hättest genauso gut einfach fliehen können, hättest dein normales Leben zurückerlangt und es hätte dir noch nicht mal jemand übel nehmen können. Das war wirklich einfach unglaublich. Ich empfinde tiefsten Stolz, dein Kumpel zu sein und aller größte Hochachtung für dich“, sind seine genauen Worte. Du lächelst angetan und meinst etwas verlegen:„Ich hätte sie ja schlecht einfach dort sterben lassen können. Das wäre Verrat gewesen. Und ich werde niemanden verraten. Sie sind schließlich meine Kollegen. Ich hätte es auf Dauer nicht ausgehalten, zu wissen, dass ich den Tod zweier Menschen verhindern hätte können und sie trotzdem verraten habe. Stell dir vor, ich hätte das meinen Enkeln erzählt. Es hätte mich um den Verstand gebracht. Da wollte ich lieber sterben.“ Donghae lächelt dich bewundernd an und murmelt plötzlich:„Ich muss so langsam los. Ich komme morgen wieder, ja? Gute Besserung bis dahin!“ Nun geht dein bester Freund hier und du sitzt gelangweilt in deinem Bett. Du darfst nicht aufstehen, da deine Wunden nur aufreißen würden und du starrst einfach in dein Handy, um dich zu beschäftigen. Plötzlich erhältst du eine Nachricht von Miga. Hey, (d/n)! Warum warst du heute nicht in der Hochschule? Ich habe dich schon vermisst. Du antwortest schnell: Hey. Ich fühle mich leider nicht so gut und muss mich für einige Tage ausruhen. Morgen werde ich also auch nicht kommen. Hoffe, das geht in Ordnung.
    Miga wünscht dir noch gute Besserung und du fängst wieder an, dich zu langweilen. Darum nimmst du dir Kopfhörer und ziehst dir einen Song von BTS nach dem anderen rein.
    Plötzlich öffnet sich die Tür und Taes Kopf wird in dem Spalt sichtbar. Er lächelt dich erst verlegen an, öffnet die Tür dann ganz und tritt ein. Er hält einen bunten Blumenstrauß und eine kleine Schachtel Pralinen in der Hand. Er wackelt nervös mit dem Bein und murmelt leise und verunsichert:„Hi, (d/n)! Ich wollte mich bei dir bedanken, dass du mein und Yoongis Leben gerettet hast. Ebenso wollte ich mich für mein vorheriges Benehmen entschuldigen. Ich war ignorant, arrogant und selbstverliebt. Ich war um genau zu sein einfach nur eklig. Ich habe dich ohne richtigen Grund schlecht behandelt. Ich habe keine Wiedergutmachung dafür, doch ich hoffe, dass dir eine Entschuldigung würdig genug ist. Ich habe mich einfach in dich getäuscht. Gedacht, dass du nicht treu sein würdest, uns irgendwann verraten würdest. Ich dachte...
    Ich weiß nicht genau, was ich dachte. Ich weiß nur, dass es mir leid tut. Verzeihst du mir?“ Mit hoffnungsvollem Blick hält er dir die Blumen hin und starrt dich mit einem richtigen Hundeblick an. Du lächelst und meinst:„Alles gut. Ich verzeihe dir. Hauptsache ist, dass wir dieses Problem jetzt geklärt haben. Danke.“ Tae fängt an, breit zu grinsen, fällt dir um den Hals und bedankt sich bei dir. Du musst laut lachen. Tae ebenso. Jetzt stellt er die Blumen für dich in eine Vase, stellt sie auf den Tisch und reicht dir die Pralinen. Schließlich redest du viel mit Tae, ihr spielt zwischendurch noch ein Kartenspiel, lacht viel und am Ende des Tages erkennst du einen guten Freund in Tae. Nur war er am Anfang zu skeptisch und eifersüchtig. Doch nun sind alle Konflikte geklärt und dein Kollege bewundert dich nun.
    Den Rest des Tages liegst du eigentlich nur gelangweilt oder schlafend in deinem Bett. Doch abends öffnet sich plötzlich die Tür und Yoongi betritt den Raum. Er hält ein Tablett mit Essen in der Hand und stellt es auf deinem Nachschränkchen ab. Er lächelt freundlich:„Abendessen. Mit besonderem Gruß aus Jins Küche. Er hofft, dass es schmeckt und wünscht einen guten Appetit.“ Du lächelst höflich zurück. Der leckere Geruch von dem Essen strömt in deine Nase und du beginnst direkt, zu essen. In der Zeit erzählt Yoongi noch ein wenig, was so passiert ist. Als du mit dem Essen fertig bist, meint Yoongi auf einmal:„Ach ja, du musst mit Sicherheit mal auf die Toilette. Das wird wahrscheinlich erst mal ein wenig schwierig für dich sein. Der Kreislauf und die Wunde an der Seite werden ein wenig verrückt spielen. Deswegen helfe ich dir auch dabei. Ich stütze dich gleich, wenn du aufstehst.“ Du bedankst dich kurz bei deinem Mentor und schon setzt du dich erst vorsichtig auf. Hilfe. Mir wird ja jetzt schon schwindelig. Yoongi hält dich vorsichtig an deiner Taille fest, damit du nicht umfällst, während du dich vorsichtig auf der Bettkante abstützt und aufstehst. Du stehst gerade und atmest noch schwer vor Schmerzen, als dir plötzlich extrem schwindelig wird und du drohst, hinzufallen. Yoongi fängt dich schnell auf und du hältst dich mit beiden Händen hinten an seinem Nacken fest. So langsam spielt sich dein Kreislauf wieder ein und es dreht sich nicht mehr alles. Jetzt stützt Yoongi dich von der Seite und ihr versucht, zusammen einige Schritte zu machen. Ihr steht sehr nah beieinander. Dein Bauch kribbelt vor Aufregung. Du bist es nicht gewohnt, so viel Körperkontakt mit einem so gutaussehendem Mann zu haben. Vorsichtig bewegt ihr euch auf das Badezimmer zu. Yoongis warmer Atem streift deine Haare und du vernimmst seinen angenehmen Geruch nach Minze. Tief atmest du ihn ein, genießt, wie er deine Lungen füllt. Endlich seid ihr bei der Toilette angekommen. Yoongi geht kurz raus, damit du ungestört dein Geschäft vollrichten kannst. Als du fertig bist und abgespült hast, rufst du Yoongi wieder herein, da du noch nicht ganz alleine umherlaufen kannst. Yoongi stützt dich wieder fürsorglich und ihr geht einige Schritte. Diese sind unfassbar anstrengend für dich und du ringst um Luft. Dein Mentor bekommt das natürlich mit und fragt besorgt, ob ihr lieber eine Pause machen wollt. Du schüttelst jedoch widerspinstig den Kopf. Ich werde keine Schwäche zeigen. Doch deine Kraft verlässt sich immer mehr und Yoongi bekommt das natürlich mit. Plötzlich hebt er dich hoch, woraufhin du dich etwas erschreckst. Vorsichtig trägt er dich zurück in dein Bett, damit du dich nicht so anstrengen musst. Dabei spielen seine Muskeln und du starrst für einen kurzen Moment wie gebannt auf diese. Endlich seid ihr bei deinem Bett angekommen. Vorsichtig und behutsam legt Yoongi dich in dein Bett. Du lächelst ihn dankbar an. Ebenso lächelt er zurück, wünscht dir noch eine gute Nacht und geht dann wieder. Es ist schon spät, also machst du dich bettfertig. Als du dich schon bereit gelegt hast, musst du die ganze Zeit an Yoongi denken. Er sieht schon gut aus. Und er ist so lieb. Außerdem ein richtiger Gentleman. Wie er mich getragen hat, wow! Diese Muskeln einfach. Oh mein Gott, er ist so perfekt...

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    Die nächsten Tage liegst du zwar hauptsächlich im Bett, übst aber auch viel, wieder vernünftig zu gehen. Dabei helfen Yoongi, Tae und Jin dir oft. Du hast in ihnen ziemlich gute Freunde gefunden. Ebenso in Donghae, der dich auch ein paar mal besucht. Jetzt liegst du gerade im Bett, isst ein bisschen Schokolade und schreibst mit Miga. Sie macht sich Sorgen um dich und möchte dich besuchen. Allerdings musst du absagen. Schließlich bist du nicht zuhause, sondern in einem Zimmer des Hauptquartiers. So können sie dich immer beobachten und du läufst nicht Gefahr, irgendwo hilflos auf dem Boden zu liegen. Plötzlich öffnet sich die Tür und Tae tritt ein. Er lächelt dich frech an und hält eine Packung Chips in der Hand. Schnell eilt er zu dir, hilft dir hoch und bringt dich in sein Büro. Du bist verwirrt und fragst:„Was soll das werden?“ Tae setzt dich auf das Sofa, schiebt den Fernseher mehr in dein Blickfeld und setzt sich neben dich. Grinsend erklärt er:„Ich will einen Film gucken. Eine Komödie, um mich vor der Arbeit zu drücken. Die Chips habe ich von Jin mitgehen lassen.“ Du lachst laut und schüttelst dabei belustigt den Kopf. „Das ist unglaublich. Wie du dich immer drückst und dann auch noch den anderen die Snacks klaust. Da greift wieder das Verbrecherische in dir durch“, lachst du. Tae lächelt triumphierend, lehnt sich zurück und stellt den Fernseher an. Auf einmal meint er:„Falls jemand fragt, du wolltest unbedingt einen Film gucken, weil dir langweilig war. Ich habe mich aufgeopfert, die Zeit mit dir zu verbringen!“ Erneut musst du schmunzeln.
    Etwa seit 45 Minuten schaut ihr den Film, da stößt auf einmal jemand die Tür auf. Verwirrt drehst du dich um. Es ist Namjoon, welcher Tae mit ernster Mine anguckt. „Was soll das? Drückst du dich schon wieder vor der Arbeit, Tae?“ Bevor dein neuer Freund etwas entgegnen kann, antwortest du:„Nein, mir war nur langweilig. Da habe ich Tae gefragt, ob er mit mir einen Film schaut. Also ist es meine Schuld.“ Namjoon nickt und brummelt:„Na gut, dann soll Hoseok seine Aufgaben eben vollrichten.“ Namjoon geht wieder und Tae lächelt dich freudig an. Er bedankt sich mit einer Umarmung:„Danke, dass du mich verteidigt hast. Das wäre nicht nötig gewesen.“ Du lächelst nur und ihr guckt den Film zu Ende. Währenddessen teilt ihr euch die gestohlenen Chips.
    Schließlich ist der Film zu Ende und Tae begleitet sich zurück in dein Zimmer. Dort legst du dich dann erstmal eine Runde schlafen.
    Du wachst auf, weil dich etwas an der Nase kitzelt. Verschlafen öffnest du die Augen und blickst in die dunklen, leuchtenden Augen von Yoongi. Sein lächelndes Gesicht ist nur wenige Zentimeter von dir entfernt. Erschrocken weichst du etwas zurück und Yoongi lacht laut. Verwirrt und gleichzeitig etwas angepisst, beäugst du ihn und dein Mentor meint:„Tut mir leid, ich wollte dich wecken. Deswegen habe ich mit der Feder über deine Nase gestreichelt. Scheint ja geholfen zu haben. Also, ich wollte dir nur eben berichten, dass du jetzt wieder nach Hause kannst. Es wird jedoch jeden Tag mal einer vorbeischauen. Ich weiß nicht, wer. Wahrscheinlich jeden Tag jemand anderes. Und ich werde dich jeden Abend einmal anrufen, bevor dann doch noch etwas passiert. Ich helfe dir noch eben, deine Sachen zu packen und fahre dich dann nach Hause. OK?“ Du nickst kurz und stehst schon mal auf. Yoongi sucht in der Zeit deine Sachen zusammen und stopft sie in eine Tüte. Anschließend führt Yoongi dich zu seinem Auto, du steigst ein und ihr fahrt direkt los. Nach schon wenigen Minuten seid ihr da und Yoongi bringt dich und deine Sachen ins Haus. Wie ein echter Gentleman. Nun stehst du in deinem Wohnzimmer, Yoongi neben dir und legt deine Sachen an dem Tisch ab. Du setzt dich auf das Sofa und Yoongi lässt sich neben dir nieder. Dein Mentor schaut sich schweigend um. Plötzlich sagt er:„Schön hast du es hier. Wirklich. Und du sagst, du lebst hier ganz alleine?“ Du nickst wortlos und schaust etwas traurig auf den Boden. Yoongi bemerkt das und lächelt dich mitfühlend an. Du erzählst:„Eigentlich habe ich hier mit meinen Eltern gewohnt. Doch die sind Anfang des Jahres bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Die Ursache ist ungeklärt. Wir wissen nur, dass die Bremse nicht tat und der Wagen deshalb aus der Kurve geflogen ist. Sie waren zu jung, um zu sterben. Da ich keine Geschwister oder so habe, lebe ich hier jetzt halt alleine. Es ist manchmal ziemlich trostlos und einsam. Ich fühle mich irgendwie verloren, wenn ich den ganzen Tag alleine hier rumhocke. Irgendwie, als wenn ich von der restlichen Bevölkerung isoliert wäre. So, wie eine alte Oma, dessen Mann gestorben ist und keine Nachfahren hat. Sie lebt alleine und wird irgendwann einsam sterben. Niemand wird es mitbekommen, weil sie sowieso niemanden interessiert.“ Yoongi begutachtet dich genau, nimmt dich plötzlich liebevoll tröstend in die Arme und flüstert beruhigend:„So darfst du nicht denken. Du bist nicht alleine. Du hast doch viele Freunde und wenn es dich beruhigt, kommt für die nächste Zeit ja auch jeden Tag jemand vorbei. Es ist außerdem nicht so, als würdest du nicht herauskommen. Hast du denn schon mal darüber nachgedacht, dir ein Haustier anzuschaffen?“ Du schluchzt:„Schon, aber ich weiß nicht, ob ich mich darum kümmern könnte. Schließlich muss ich mich jetzt um alles kümmern. Die Rechnungen, mein Studium, einfach um alles. Danke Yoongi, dass du mich trösten willst. Das ist wirklich total lieb von dir.“ Yoongi lächelt, steht schließlich auf und meint:„So leid es mir tut, ich muss leider wieder fahren. Ich rufe dich heute Abend wieder an, ja? Bis dann!“
    Nun ist Yoongi wieder fort und du sitzt alleine in deinem Wohnzimmer. Leise seufzt du. Warum muss nur immer alles so kompliziert sein? Ich bin einsam. So einsam. Doch immerhin habe ich jede Menge Freunde, die mich unterstützen. So wie Yoongi. Er ist ein toller Kerl. Manchmal bilde ich mir sogar ein, etwas für ihn zu empfinden. Ich habe jedes Mal Herzklopfen, wenn er mich anlächelt und mein Bauch kribbelt, wenn er mich berührt. So, als würden Schmetterlinge in meinem Bauch fliegen. Er sieht außerdem so gut aus, ist nett und verständnisvoll. Aber auch ein Verbrecher. Habe ich mich etwa in einen Verbrecher verliebt? Nein, selbst wenn, dann würde es nicht gehen. Wie sollte ich die Freundin eines Schwerverbrechers werden? Das ist absurd. Und dennoch bilde ich mir ein, dass es die Realität ist...

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    Müde reibst du dir die Augen. Du hast jetzt schon mehrere Stunden ferngesehen. Deine Augen schmerzen schon von dem hellen Bildschirm und du beschließt, ins Bett zu gehen. Es ist früher Abend und es fängt gerade erst an, zu dämmern. Du trottest vorsichtig in dein Zimmer und legst dich in dein Bett. Die letzten Sonnenstrahlen des Tages strahlen gelb durch das Fenster und verleihen der Wand helle Flecken. Das beruhigende Gezwitscher der Vögel dringt in deine Ohren und du schließt entspannt die Augen. Deine Decke ist warm und die Luft ist frisch. Du verteilst noch schnell die Salbe auf deine heilenden Wunden und schließt dann deine Augen.
    Plötzlich wirst du von einer lauten, schrillen Musik aus dem Schlaf gerissen. Gezwungen öffnest du deine Augen und siehst, dass das Licht von deinem Nachtschränkchen ausgeht. Der Display deines Handys. Jemand ruft dich an. Verschlafen nimmst du ab. Es ist Yoongi, welcher dich über einen Videoanruf anruft. Sein Gesicht sieht bleich aus wie immer und seine kleinen Augen stechen hervor. Du scheinst sehr verschlafen auszusehen, denn Yoongi lacht amüsiert, als er dein müdes Gesicht erblickt und murmelt:„Ich muss dich wohl geweckt haben, tut mir leid. Ich wollte regelrecht schauen, wie es dir geht.“ Du antwortest:„Gut, so wie es aussieht. Nur, dass ich mega müde bin, aber das macht wirklich nichts. Was machst du momentan so?“ Dein Mentor erzählt:„Ach, ich liege auch in meinem Bett. Wir wohnen alle in einer Villa und müssen uns teilweise die Zimmer teilen. Ich muss mir eines mit Hoseok teilen. Der ist gerade nur auf der Toilette. Die Zeit wollte ich nutzen, sonst nervt er nur wieder.“ Du schmunzelst und meinst:„Tja dann. Müsst ihr demnächst wieder so viel proben?“ Yoongi seufzt:„Ja, wir müssen die ganze nächste Woche proben. Eigentlich habe ich keine Lust. Versteh mich nicht falsch, ich bin gerne Teil von BTS, doch manchmal ist es schon sehr stressig. Besonders, wenn man nebenbei auch noch Teil einer Mafia ist. Na gut, lässt sich nun auch nicht ändern.“ Du willst ihn gerade bemitleiden, als in Yoongis Zimmer eine Tür geöffnet wird. Hoseoks quietschende Stimme ertönt, ohne, dass du auch nur ein Wort richtig verstehen kannst. Du siehst nur noch, wie Yoongi genervt mit den Augen rollt, auf einmal das ganze Bett wackelt und plötzlich erscheint Hoseoks Kopf neben dem von Yoongi. Er lächelt breit und fragt aufgeregt:„Na, (d/n)? Wie läuft's denn so? Alles paletti?“ Du musst etwas lächeln und antwortest mit:„Ja, alles gut. Danke der Nachfrage. Und selbst?“ Hoseok lacht und sagt, es gehe ihm ebenfalls super. Yoongi scheint etwas entnervt, doch gleichzeitig auch belustigt, zu sein und schüttelt neben Hoseok den Kopf. Eine Weile unterhältst du dich noch mit den beiden Jungs, doch schließlich wirst du müde und schläfst ein.
    Der nächste Tag wird durch die Anwesenheit von Tae etwas interessanter und ihr spielt zusammen diverse Gesellschaftsspiele. Am Ende kocht ihr euch noch Spiegeleier, von denen eines auf dem Boden landet, da ihr sehr viel Quatsch macht. Der Tag mit Tae ist sehr lustig, doch letzten Endes muss Taehyung wieder gehen, als dir anfängt, die Seite wehzutun. Ihr habt Sorge, dass die Wunde aufgehen könnte, also lässt Tae dich nun in Ruhe. Am Abend wirst du wieder von Yoongi angerufen. Bei der Gelegenheit fragst du ihn, ob du am morgigen Tag in die Hochschule gehen darfst. Unter Sorgen erlaubt er es dir.
    Also gehst du am nächsten Tag zur Hochschule. Als du dort ankommst fragt Miga erstaunt:„Wow, bist du von den Toten auferstanden? Was hattest du denn?“ Du antwortest verlegen:„Naja, ich hatte einen schweren Infekt, aber mittlerweile geht es wieder. Ich bin zwar immer noch etwas geschwächt, aber es geht wohl.“ Miga lächelt dich nur verständnisvoll an, während Juhee dich misstrauisch mustert. Nach der Hochschule gehst du direkt nach Hause. Der Tag hat dir ziemlich die Energie geraubt. Schließlich hast du die ganzen letzten Tage nur herumgelegen. Zuhause machst du dir erst Abendessen, als es plötzlich an der Tür klingelt. Dir ist klar, dass es einer von den Jungs sein muss. Du öffnest die eilig und davor steht Donghae. Er lächelt dich an und du lädst ihn ein, hereinzukommen. Ihr esst zusammen und unterhaltet euch sonst nur. Du erzählst deinem Kumpel, dass du dich nun endlich mit Tae verstehst. Donghae freut sich sehr für dich und erzählt:„Es war nur eine Frage der Zeit, bis Tae bemerkt hat, wie toll du eigentlich bist. Er ist einfach eben sehr eifersüchtig auf dich gewesen.“ Du fragst verwirrt:„Warum überhaupt?“ Mit einem leicht traurigem Lächeln erklärt Donghae:„Naja, du wurdest bei uns aufgenommen, weil Namjoon und Yoongi großes Potenzial in dir gesehen haben. Das hat Tae nicht gepasst, weil er gedacht hat, du könntest ihn von seinem Thron werfen. Er hat in dir nämlich auch viel Potenzial gesehen. Außerdem war er skeptisch, weil...“ Jetzt unterbricht er seinen Satz und du meinst aufgebracht:„Weil was? Weswegen war er skeptisch?“ Donghae lächelt nur traurig und murmelt:„Das werde ich dir ein anderes Mal erzählen. Dafür ist es jetzt noch zu früh...“

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    Warum will er mir nicht sagen, weshalb ich Tae suspekt war? Dafür muss es doch einen Grund geben. Oder ist es etwa etwas, das seine Privatsphäre verletzt? Vielleicht hat es auch etwas mit meiner Vergangenheit zu tun? Nein, mit Sicherheit nicht.
    Du liegst gelangweilt in deinem Bett und denkst nach. Donghae ist schon wieder seit einigen Stunden verschwunden. Plötzlich vibriert dein Handy und du weißt sofort, dass es Yoongi sein muss. Sein bleiches Gesicht erscheint müde und etwas verwirrt. Du fragst ihn mit besorgtem Unterton:„Hey, Yoongi. Wie geht es dir? Was habt ihr heute gemacht?“ Yoongi seufzt:„Wir hatten heute einen Auftrag. Wir sollten einen Mann aus der Regierung gefangen nehmen, weil die Regierung momentan Sachen plant, die uns nicht passt.“ Du ziehst eine Augenbraue hoch:„Und was habt ihr dann mit ihm gemacht?“ Yoongi erwidert mit einem Gähnen:„Wir mussten ihn gefangen halten. Höchst wahrscheinlich werden wir ihn töten müssen.“ Du schüttelst enttäuscht den Kopf:„Ich bin da kein Fan von. Der Mann macht nur seinen Job und versucht, das Beste für das Volk zu entscheiden und nur, weil es euch nicht passt, müsst ihr ihn töten? Das ist unmenschlich.“ Yoongi lächelt schwach und erklärt:„Schon, aber dieser Mann gehört den Leuten wie Pablo an und möchte irgendwie unsere Existenz verhindern.“ Du schüttelst nur wortlos den Kopf und Yoongi fragt:„Wie ist es bei dir so? Was machen die Wunden?“ Du antwortest:„Es ist schon besser. Morgen werde ich arbeiten müssen in dem Café.“ Yoongi nickt gedankenverloren, lächelt dann plötzlich und meint:„Ich geh dann mal schlafen. Gute Nacht.“ Leise flüsterst du:„Gute Nacht, Yoongi.“

    Das warme Sonnenlicht kitzelt deine Nase und holt dich somit aus dem Schlaf. Du erhebst dich mit schweren Atem aus deinem Bett, ziehst dich an und frühstückst schnell. Nun gehst du zur Hochschule. Als du ankommst, siehst du direkt Juhee und Miga. Juhee ist vorerst gedankenverloren, wie immer, doch als sie dich erblickt ist sie auf einmal ganz aufmerksam. Sie lächelt dir sogar zu, was für sie wirklich sehr ungewöhnlich ist. Verlegen lächelst du zurück. Der Unterricht beginnt und du langweilst dich mal wieder. Plötzlich bemerkst du, dass Juhee dich anstarrt. Es ist dir unangenehm und du versuchst, den Blickkontakt zu vermeiden.
    Nach dem wohl endlosen Unterricht trottest du zu dem Café. Du bist noch etwas zu früh. Deshalb ziehst du dir gelassen deine Schürze um. Doch deine Seite beginnt, zu schmerzen. Du versuchst allerdings einfach, es auszublenden. Tran ist auch wieder da. Sie lächelt dir freundlich zu, während sie die Getränke auf ihrem Tablett sortiert. Du lächelst gequält zurück und teilst das Essen aus. Deine Seite brennt und schmerzt. Du spürst, dass es auf einmal warm wird und dein weißes T-Shirt beginnt, sich an der Stelle rot zu färben. Doch in diesem Moment hast du zwei Teller in der Hand. Schnell stellst du sie ab und läufst dann eilig auf die Toilette zu. Tran bemerkt dies und folgt dir besorgt. Du schließt schnell die Toilettentür hinter dir zu und reißt dein Oberteil hoch, um die aufgeplatzte Wunde zu versorgen. Es war die Stichwunde, die bereits genäht wurde. Der Faden hat sich an der Seite etwas gelöst und das warme Blut rinnt dein Fleisch herunter. Du packst nach dem Toilettenpapier, presst es an deine Wunde und wartest verzweifelt darauf, dass die Blutung stoppt. Auf einmal vernimmst du Trans besorgte Stimme:„Alles gut, (d/n)? Du bist so plötzlich verschwunden...“ Du antwortest leicht panisch:„Jaja, alles gut, ich musste nur schnell einmal auf die Toilette.“ Tran ist nach wie vor besorgt, geht jedoch wieder. Die Zeit nutzt du, schnell in die Küche zu rennen. Du steckst schnell drei Trockentücher ein und begibst dich wieder ins Badezimmer. Die Wunde blutet immer noch und du bindest nervös die Tücher um die Wunde. Du spannst sie um deine ganze Taille, sodass die Blutung gestoppt wird. Nun trittst du vorsichtig heraus, damit die Tücher nicht verrutschen. Zum Glück hast du noch ein zweites T-Shirt dabei, welches du einfach überziehst. Etwa eine Stunde lang musst du noch arbeiten. Du bist unfassbar vorsichtig und nervös, damit die Wunde unter keinen Umständen wieder anfängt, zu bluten. Endlich kannst du wieder nach Hause. Allerdings bestellst du dir ein Taxi, da die Konstruktion mit den Tüchern nicht mehr Bewegung aushalten würde.
    Endlich bist du zuhause. Direkt nimmst du die Tücher ab. Das Blut darunter ist getrocknet und die Wunde blutet nur noch leicht. Plötzlich klingelt es an der Tür. Du gehst hin und erblickst Yoongi. Da du noch immer dein T-Shirt hochgekrempelt hast und ein Tuch gegen die Wunde drückst, schaut Yoongi dich besorgt an. Er hilft dir, die Wunde abzudecken und ruft schnell euren Kollegen, der die Wunde auch genäht hat, an. Dieser verspricht, so schnell wie möglich zu kommen und den Faden noch einmal nachzuziehen. In der Zeit sitzt du einfach reglos mit Yoongi auf dem Sofa. Yoongi schaut einfach nur besorgt auf deine blutende Wunde und presst vorsichtig das Tuch darauf. Du blickst ihm in das konzentrierte Gesicht. Er hat so ein hübsches Gesicht. Die Augen so dunkel und geheimnisvoll. Ich könnte mich darin verlieren. Die Haut so bleich und weich. Ich weiß auch nicht. Seine Gesichtszüge sind so edel und gleichzeitig so süß. Die Wangen so weich und diese schöne Nase. Seine Lippen sehen so aus wie Pfirsiche. Wie gerne ich einfach meine Lippen auf seine pressen würde. Was denke ich da überhaupt?
    Plötzlich klingelt es an der Tür, wodurch ihr beide aus euren Gedanken gerissen werdet. Yoongi steht schnell auf und öffnet die Tür. Euer ärztlicher Kollege kommt herein und betrachtet nachdenklich deine Wunde. Schließlich sagt er:„Ich muss hier hinten noch einmal nähen. Du hast dich zu viel bewegt. Ich habe doch gesagt, dass du dich ausruhen musst. Die nächsten vier Tage darfst du gar nicht zur Hochschule oder zur Arbeit. Am besten bleibst du einfach zuhause und machst gar nichts. Fernseh gucken und sowas.“ Du seufzt, während dein Kollege die Werkzeuge zum Nähen herausholt. Erst desinfiziert er alles und bereitet dann alles genau vor. Du bekommst etwas Angst und greifst direkt nach Yoongis Hand. Dieser schaut etwas überrascht und wird leicht rot. Euer Kollege vollrichtet in der Zeit seine Arbeit. Du kneifst gequält die Augen zusammen und hältst fest Yoongis Hand. Dieser hat seine andere Hand beruhigend auf deinen Kopf gelegt und streichelt sanft durch deine weichen Haare. Schließlich ist wieder alles fertig genäht und der Arzt verschwindet wieder.
    Nun bist du wieder alleine mit Yoongi. Du seufzt:„Ich habe keine Lust, hier wieder den ganzen Tag alleine rumzuhocken. Was soll ich denn in der Zeit machen? Außerdem muss ich mich dann schon wieder überall abmelden. Irgendwann werden die genau wissen wollen, warum ich nicht da bin. Und was soll ich ihnen dann sagen? Ach, ich wurde letztens fast erstochen und erschossen und jetzt musste das genäht werden. Allerdings ist die Wunde wieder aufgegangen und ich darf mich nicht mehr von der Stelle bewegen.Stellst du dir das so vor?“ Yoongi lächelt belustigt und meint:„Du hättest dich nicht so viel bewegen dürfen. Das hast du davon. Du hättest es so machen sollen wie ich. Einfach nur den ganzen Tag schlafen. Nein, du sagst einfach, dass du dir einen Virus eingefangen hast und jetzt zu ansteckend bist. Wenn sie eine Bestätigung eines Arztes wollen, kommen wir da mit Sicherheit ran.
    Jetzt muss ich aber auch leider wieder fahren. Ich komme morgen wieder und rufe heute Nacht auch noch mal an. Langweile dich nicht zu sehr, ja?“
    Schon ist Yoongi wieder weg. Du sitzt noch immer auf deinem Sofa und schaust deinem Mentor wehleidig nach. Warum muss er nur wieder gehen? Jetzt langweile ich mich erst recht zu Tode. Yoongi. Ich glaube, ich habe mich wirklich in ihn verliebt. Doch kann das wirklich sein? Ich könnte niemals mit ihm zusammen sein. Er ist ein internationaler Superstar und gleichzeitig ein Schwerverbrecher. Wie sollte das gehen? Yoongi...

    27
    Gelangweilt sitzt du auf dem Sofa und starrst seit 3 Stunden in den Fernseher. Neben dir stehen eine Tüte Chips und eine Flasche Wasser auf dem Tisch, von denen du gelegentlich etwas entnimmst. Leise seufzt du und wirfst einen Blick auf dein Handy. Immer noch keine Nachricht. Seit gestern darfst du dich nicht mehr viel bewegen und darfst von daher auch nicht das Haus verlassen. Die Haut, die durch den Faden zusammengezogen ist, fühlt sich gespannt an. Ein wenig als würde sie gleich reißen. Es ist ein unangenehmes Gefühl und am liebsten würdest du diesen blöden Faden einfach aus deinem Fleisch reißen. Etwa 30 Minuten sitzt du noch regungslos auf dem Sofa, als es plötzlich an der Tür klingelt. Du weißt, dass es einer der Jungs sein muss und zwingst dich vorfreudig, aufzustehen. Langsam, doch stetig trottest du zur Tür, immer darauf bedacht, dass deine Wunde nicht wieder aufgeht. Endlich bei der Tür angekommen, machst du die auf. Davor steht der verschmitzt lächelnde Jimin. Du begrüßt ihn kurz und lässt ihn herein. Du bist etwas verwirrt und auch enttäuscht, da du bisher eigentlich nicht viel mit Jimin zu tun hattest. Du hast lediglich einmal seine Wunden versorgt. Allerdings lässt du dir von deiner Enttäuschung nichts anmerken. Stattdessen fragst du einfach nur:„Hat es einen bestimmten Grund, dass du geschickt wurdest?“ Jimin antwortet, während er dich beim Gehen stützt:„Ja, die anderen sind alle unterwegs. Da war nur noch ich da, den du schon irgendwie einmal gesehen hast. Sie wollten auch keinen Wildfremden schicken, also von sofern.“ Du nickst gedankenverloren und fragst dann erneut:„Wo sind denn alle? Auf Mission?“ Jimin erklärt:„Naja, Jungkook und Yoongi sind auf Mission. Tae besucht seine Omi und Donghae ist mit seiner Freundin unterwegs. Namjoon hat eine Besprechung mit seinem Vorgesetzten und Jin muss putzen. Irgendjemand muss nun mal putzen und ich wollte nicht, also habe ich gesagt, fahre ich zu dir.“ Am Ende grinst Jimin breit. Du schüttelst lachend den Kopf. Jetzt lässt du dich wieder auf das Sofa plumbsen und Jimin setzt sich neben dich. Du denkst kurz nach und meinst dann:„Aus deiner Erzählung habe ich ziemlich viel gelernt. Ich wusste weder, dass Namjoon noch einen Vorgesetzten hat, noch, dass Donghae eine Freundin hat.“ Jimin erwidert:„Viele glauben, dass Namjoon das Oberhaupt ist, doch er hat noch ziemlich viele Leute, die über ihm stehen. Er ist nur Chef aus unsere Region. Und Donghae hat schon relativ lange eine Freundin. Sie arbeitet auch bei uns, als Doppelagentin. Ihr echter Name ist Choi. Sie kommt einem manchmal ziemlich kühl und abweisend vor, doch sie ist, glaube ich, nur bei Leuten so, denen sie nicht vertraut. Choi ist unglaublich intelligent, nachdenklich, gewitzt und so lautlos wie ein Schatten. Man bemerkt kaum, wenn sie auf einen zukommt. Doch sie muss sehr liebenswert sein, wenn man sie wirklich kennt.“ Du nickst gedankenverloren und fragst plötzlich:„Hat Yoongi auch eine Freundin?“ Erschrocken über deine eigene Frage, schlägst du dir die Hand vor den Mund. Jimin schmunzelt und murmelt:„Wieso willst du das denn wissen?“ Du weißt, dass er die Antwort kennt, doch du lügst einfach:„Ach, nur so.“ Jimin grinst jetzt richtig und ertappt dich:„Bist du sicher? Ich glaube eher, dass da jemand verliebt ist.“ Du versteckst dein Gesicht in deinen Händen und flüsterst:„Das erzählst du aber nicht weiter, oder?“ Jimin schüttelt ernst den Kopf und du atmest erleichtert auf. Nun erzählt Jimin:„Um auf deine eigentliche Frage zurückzukommen... Nein, Yoongi hat keine Freundin. Von uns niemand. Wir sind weltweit bekannt. Für viele von uns ist es schwierig, sich dann noch um eine Freundin zu kümmern. Dazu kommt, dass wir einer Art Mafia angehören. Wir sind zwar nicht so, dass wir für Geld töten, wir töten zu Gunsten der Rache. Aber das ist definitiv sehr belastend für eine feste Freundin.“ Du hakst interessiert nach:„Du sprichst von Rache. Aber Rache an wen? Und wieso? Was wurde euch denn angetan?“ Jimin seufzt kurz und erklärt stockend:„Naja, uns allen wurde in der Vergangenheit irgendwie von diesen Männern wehgetan, die wir jetzt verfolgen. Sie sind eigentlich die wahre Mafia. Wir sind nur ihre Erzfeinde. Taehyung hatte sogar zum Beispiel einmal eine Freundin. Sie muss ein unglaublich liebes Mädchen gewesen sein, doch von einer Nacht auf die andere, ist sie auf einmal verschwunden. Schließlich hat Tae eine Nachricht von ihr erhalten. Sie schrieb, sie sei gefangen worden und bräuchte unbedingt Hilfe. Tae machte sich auf den schnellsten Weg dort hin. Das hätte er vielleicht nicht tun dürfen, denn er musste mit ansehen, wie seine Freundin von diesen Männern brutal getötet wurde. Seitdem lodert so ein Hass in ihm, dass er sie alle unbedingt töten will.“ Du flüsterst schockiert:„Pablo hat sie getötet. Nicht? Und er hat auch eine Schwester von Yoongi getötet?“ Jimin nickt betroffen:„Ja, Yoongi ist damals mit seiner kleinen Schwester unterwegs gewesen, als plötzlich Pablo um eine Ecke kam und die kleine Ahri umbrachte. Es war eine schreckliche Erfahrung für Yoongi. Er konnte Ahri nicht helfen, denn er wurde in der Zeit von einem anderem festgehalten. Man hat ihn dazu gezwungen, zuzuschauen, wie seine Schwester den letzten Atemzug tut. Einfach schrecklich.“ Du starrst verstört und mit tiefstem Mitleid für Yoongi, Tae und alle anderen, denen so etwas angetan wurde auf den Boden. Beide sitzt ihr schweigend da. Leise flüsterst du:„Ich dachte immer, ich habe Schreckliches erlebt, als ich die zerfledderten Körper meiner... Ich bin froh, dass ich nicht den direkten Tod mit anschauen musste. Immerhin war der Tod meiner Eltern nur ein Unfall und kein Mord. Dennoch fühle ich mich jeden Tag ohne sie schrecklich.“ Jimin schaut etwas verklemmt zur Seite und sagt einfach nur:„Ja, das stimmt wohl. Dennoch ist es für dich eine ebenso fürchterliche Erfahrung. Du musst viel durchmachen und deswegen empfinde ich größte Bewunderung für dich. Besonders, weil du die Männer gerettet hast, die dir die Mitgliedschaft bei uns eingebrockt haben. Und dabei hast du auch noch dein eigenes Leben aufs Spiel gesetzt. Du hast eine wirklich tolle Persönlichkeit. Wirklich.“ Du lächelst leicht verlegen und umarmst Jimin kurz zum Dank. Dabei entgleitet dir eine kleine Träne. All die schlechten Erinnerungen und Gedanken dringen in diesem Moment in deinen Kopf. All diese schrecklichen Bilder. Eure Umarmung löst sich wieder auf und Jimin streicht dir beruhigend über den Rücken. Jetzt beschließt ihr, nicht weiter traurig sein zu wollen und schaut euch zusammen eine Serie an, die eigentlich für Kinder ist. Doch ihr erinnert euch, dass ihr sie beide damals immer geschaut habt und die schönen Erinnerungen schwappen wieder hoch. Schließlich wird es spät und Jimin muss wieder gehen. Jimin, der schon in der Tür steht, sagt zum Abschied nur noch:„Morgen wird wieder jemand vorbeikommen. Mach's gut, ja? Man kann sich super mit dir unterhalten. Danke für diesen Tag. Wir könnten wirklich gute Freunde werden. Also, bis dann!“ Du stimmst ihm nur zu und winkst am Ende noch. Letztendlich trottest du zurück ins Wohnzimmer. Du pflanzt dich auf das Sofa und denkst über die guttuenden Gespräche mit Jimin nach. Jimin ist wirklich sehr nett. Er ist ein guter Freund und ich habe das Gefühl, dass meine Geheimnisse gut bei ihm aufbewahrt sind. Dennoch habe ich das Gefühl, dass er mir etwas verheimlicht. Ebenso wie Donghae, Yoongi und all die anderen. Sie wissen irgendetwas, das ich nicht weiß. Fragt sich nur, was...

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    Ein Stechen durchfährt deine Seite und du zuckst verkrampft zusammen, als du aufstehen willst. Langsam und mit der einen Hand stets irgendwo abstützend, trottest du in die Küche. Gestern war Jimin da und seitdem hat dich niemand Anderes mehr besucht. Du hast lediglich ein, zwei mal mit Miga geschrieben, um den Lernstoff aufzuholen und ansonsten keinen richtigen Kontakt zur Außenwelt gehabt. Seufzend schleichst du durch die geräumige Küche und schmierst dir eine Scheibe Brot. Vorsichtig setzt du dich an den Tisch und isst sie. Gedankenverloren starrst du dabei aus dem Fenster. Du siehst einige Autos auf der Straße entlangfahren und einige Leute, die gerade von der Arbeit wiederkommen. Demotiviert, weil du schon seit Tagen fast durchgängig alleine rumhockst, ohne eine Aufgabe zu haben, stehst du auf. Du begibst dich in dein Wohnzimmer, da dort noch dein Handy liegt. Erwartungsvoll schaust du darauf, doch es ist keine neue Nachricht angekommen. Müde lässt du dich auf das Sofa plumbsen und starrst bewegungslos durch die Gegend. Nach einer Weile vibriert plötzlich dein Handy. Blitzschnell greifst du danach. Yoongi hat dir eine Nachricht geschrieben.
    Hey, (d/n). Ich komme so in 90 Minuten oder so. Ich muss noch eben etwas wegen der Mission erledigen. Enttäuscht, aber gleichzeitig auch glücklich, dass überhaupt jemand kommt, legst du das Handy zurück auf den Tisch. In deiner freien Zeit schaust du die Nachrichten. Dieses Mal ist es für dich sogar relativ interessant, weil BTS dort erwähnt wird.
    BTS - Die Band, die das Leben so vieler Menschen weltweit geändert hat.
    Gestern wurde von „Anführer“ Namjoon, oder wie er bekannter ist, RM, bekanntgegeben, dass die nächste Welttournee schon in Planung steht. Im Juni soll es losgehen. Also nur noch zwei Monate! Für viele Armys bedeutet das Vorfreude, Herzklopfen und tolle Momente. Schon im letzten Jahr, bei ihrer Love-Yourself-Tour, wurden ihre Konzerte teilweise Millionenfach besucht. Allein in den letzten 3 Jahren brach die Gruppe aus 7 jungen Männern zahlreiche Rekorde. Werden dieses Jahr noch mehr dazukommen?
    Wer weiß, das werden wir mit Sicherheit in nächster Zeit erfahren.

    Irgendwann wird es dir doch etwas zu langweilig und du stellst den Fernseher seufzend wieder aus. Gelangweilt lehnst du dich zurück und wartest darauf, dass es klingelt. Die Zeit scheint Jahrhunderte zu dauern, doch endlich klingelt es. Du versuchst, so schnell wie möglich aufzustehen und humpelst zur Tür. Du machst sie auf und erblickst direkt deinen Mentor, Yoongi. Er grinst dich frech an und du lächelst einfach nur zurück. Plötzlich sagt Yoongi:„Warte kurz, ich muss noch eben etwas aus dem Auto holen. Ich habe dir ein Geschenk mitgebracht. Ich hoffe, es gefällt dir. Schon verschwindet Yoongi zu seinem Wagen, öffnet den Kofferraum und holt einen großen Karton heraus. Zu deiner Überraschung kommen kratzige Geräusche aus dem Inneren. Yoongi bringt die Kiste in dein Wohnzimmer und stellt sie auf dem Boden ab. Er lächelt dich freudig an und erzählt:„Also, ich habe es auf unserer Mission gefunden. Ich konnte es da nicht lassen, sonst hätte ich am nächsten Tag nur Schuldgefühle gehabt. Ich kann mich nicht darum kümmern, da ich andauernd auf Tour bin, aber dann habe ich an dich gedacht.“ Du schaust ihn erschrocken an und fragst vorsichtig:„Yoongi, ist da etwa ein Tier drin?“ Dein Mentor lächelt dich verschmitzt an, als hättest du ihn ertappt. Du willst gerade einen Schritt auf den Karton zumachen, da ertönt auf einmal ein leises Miauen aus der Kiste. Schockiert, aber gleichzeitig freudig aufgeregt starrst du Yoongi direkt in die Augen. Dieser lächelt, geht einen Schritt auf die Kiste zu und öffnet sie. Vorsichtig wagst du einen Blick ins Innere. Darin sitzt eine kleine, zerzauste, graue Katze! Du gibst einen entzückten Laut von dir und gehst langsam auf das kläglich maunzende Kätzchen zu. Es sieht total verwirrt und verängstigt aus, öffnet die Augen weit und drängt sich in die Ecke. Die Katze ist ganz dreckig und ihr Fell ist verklebt. Erwartungsvoll blickst du Yoongi an, welcher dir kurz zunickt. Jetzt gehst du auf den Karton zu, bückst dich nach unten und hebst das verängstigte Geschöpf behutsam auf. Als die kleine Katze versucht, zu fliehen, gibst du beruhigende Geräusche von dir und streichelst das Kätzchen liebevoll. Daraufhin scheint das Tier Vertrauen zu gewinnen und schmiegt sich an dich. Du fühlst dich, als würde dein Herz gerade dahinschmelzen und du schaust Yoongi dankbar an. Dieser lächelt und erzählt:„Ich habe sie auf unserer Mission entdeckt. Sie war in einem kleinen Käfig gefangen und vollkommen verängstigt. Diese gottverdammten Leute haben sie dort gezielt eingesperrt. Ich konnte nicht dabei zusehen und habe sie deshalb mitgenommen. Erst wollte sie wegrennen, doch ohne meine Hilfe wäre sie direkt umgekommen. Ich habe bereits Futter gekauft, doch ich habe noch nichts Anderes besorgt. Das müssten wir dann noch zusammen kaufen. Heute ist es schon zu spät, aber wenn du willst, können wir morgen zusammen einkaufen. Ich hole dich morgens um 10:00 Uhr ab und wir kaufen das eben zusammen. Wir können der Kleinen ja ein richtiges Paradies aufbauen. Einen Kratzbaum, ein paar Spielzeuge. Ein Katzenklo...
    Eben alles, was dazugehört.“ Du lächelst Yoongi dankbar zu und flüsterst leise:„Danke.“ Dein Mentor und Kumpel lächelt dir verlegen zu und holt eben das Futter aus dem Auto. Du setzt das Kätzchen erstmal zurück in den Karton, um eine Schale für Futter und Trinken bereitzustellen. Außerdem legst du ein wenig Zeitung aus. Die soll für's Erste das Katzenklo ersetzen. Yoongi ist wieder da und füllt etwas von dem Futter in die Schale, während du eine andere mit Milch auffüllst. Beides stellt ihr in der Küche auf den Boden, ebenso wie die Zeitung. Jetzt holt ihr das hungrige Kätzchen und setzt es davor. Direkt fängt es an, gierig zu essen und zu trinken. Du holst noch schnell ein Kissen aus dem Wohnzimmer und legst es in die Ecke, sodass die Katze sich dort ein wenig ausruhen kann. Allerdings ist das erste, was das Tier macht, sich umgucken. Die kleine Katze stöbert überall in den Ecken herum und schaut sich alles genau an. In der Zwischenzeit setzt du dich mit Yoongi in die Küche. Du lächelst:„Danke, Yoongi. Ich brauchte wirklich jemandem, der mit mir hier wohnt. Jetzt habe ich jemanden gefunden. Die Katze. Außerdem war es total lieb von dir, sie mitzunehmen. Nicht nur auf Hinsicht meiner Einsamkeit, sondern auch auf Hinsicht der Schutzlosigkeit des Kätzchen. Das war wirklich sehr rücksichtsvoll von dir. Danke.“ Yoongi erwidert nur:„Ach, gar kein Problem. Hab ich gern gemacht. Du, ich muss jetzt leider auch schon wieder. Ich rufe dich noch einmal an, ja? Pass gut auf dich und die Katze auf. Bis morgen!“
    Schon ist der, in den du dich verliebt hast, weg und du sitzt endlich nicht mehr alleine, mit der Katze auf dem Schoß, in dem Wohnzimmer und lächelst stumm vor dich hin.

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    Deine Finger streichen durch das raue, verklebte Fell der Katze, während du gedankenverloren an die Wand starrst. Als du wieder in die Realität zurückkommst, bemerkst du, dass das Fell der Katze unfassbar dreckig ist. Liebevoll streichst du ein letztes Mal über den knochigen Rücken des Tieres und stehst dann auf, um ein feuchtes Tuch, sowie eine Bürste zu holen. Nun setzt du dich wieder mit dem Tier auf das Sofa und beginnst, vorsichtig die stark verklebten Stellen auseinanderzufrimeln. Mit dem warmen, feuchten Tuch, rubbelst du die Stellen dann ganz frei. Das Kätzchen sitzt in der Zeit seelenruhig und tiefenentspannt auf deinem Schoß und schnurrt leise mit geschlossenen Augen. Nach einer gefühlten Ewigkeit ist das Fell endlich wieder glatt und weich. Du weißt zwar, dass Katzen sich normalerweise selber putzen, doch das Fell war so verklebt, dass das Tier es gar nicht selbst geschafft hätte. Schlafend liegt das Kätzchen nun auf dem Sofa, neben dir. Beim Putzen hat sich herausgestellt, dass die kleine Katze gar nicht ganz dunkelgrau ist, sondern hellgrau mit einer weißen Brust und Nase. Die Augen sind strahlend blau und wirken wie ein tiefes, wunderschönes Meer. Während die Katze schläft, füllst du den Futternapf wieder auf. Ebenso gießt du etwas Milch nach.
    Plötzlich fällt dir auf, dass es schon recht spät ist und du beschließt, ins Bett zu gehen. Die Tür lässt du einen Spalt offen. Da Yoongi dich noch einmal anrufen wollte, beschließt du in der Zeit noch zu lesen. In deinem Zimmer ist es gemütlich dunkel. Nur das warme Licht deiner kleinen Stehlampe hüllt den Raum in ein warmes Gelb. Plötzlich spürst du, das etwas auf deinem Bett landet und du erschreckst dich, als auf einmal etwas Flauschiges an deiner Hand vorbeistreicht. Doch dann erinnerst du dich, dass es nur die Katze ist. Das kleine Kätzchen reibt sich schnurrend an deinem Arm, läuft nun auf deinen Bauch, dreht sich dort auf der Stelle und legt sich nieder. Du musst lächeln und liest mit der Hand in dem weichen Fell weiter. Plötzlich vibriert dein Handy und die Katze schaut erschrocken auf. Wie erwartet ist es Yoongi. Er lächelt:„Na, wie läuft's? Lebt die Katze noch?“ Du lächelst glücklich zurück und erwiderst:„Alles super. Die Katze lebt auch noch. Sie schläft gerade auf meinem Bauch. Warte, ich zeige sie dir.“ Du drehst dein Handy so um, dass dein Mentor die Katze sehen kann. Du hörst ihn nur leise lachen:„Sie ist wirklich süß. Ich glaube, ich hätte sie selbst behalten sollen. Aber ich weiß ja, dass sie bei dir in guten Händen ist. Hast du sie geputzt? Sie sieht auf einmal so anders aus. So viel gesunder und flauschiger. Auch die Fellfarbe kommt mir verändert vor.“ Du erklärst:„Ja, mir ist aufgefallen, wie verklebt ihr Fell ist. Da habe ich beschlossen, sie zu putzen. Ich habe vorher gedacht, sie sei ganz dunkelgrau. Wie sich herausgestellt hat, nicht.“ Du hältst das Handy wieder zu dir und siehst Yoongi nachdenklich nicken. Die Stille ist für dich verwirrend und du fragst:„Und was hast du heute noch so gemacht? Musstest du noch einmal zum Hauptquartier?“ Yoongi schaut dich etwas verwirrt von der plötzlichen Frage an und stottert:„Äh ja, also nein! Wir hatten noch eine Probe. Du weißt schon. BTS und so. Vielleicht hast du davon schon gehört? Wir sind in 2 Monaten wieder auf Tour.“ Du nickst und fragst interessiert:„Wie ist es denn so, auf Tour zu sein? Freust du dich schon?“ Yoongi stöhnt:„Nein, ehrlich gesagt nicht so sehr. Ich will damit nicht sagen, dass ich nicht gerne Teil von BTS bin, sondern einfach, dass es sehr stressig und auch schwierig sein kann. Man ist immer unterwegs, hat gar keinen festen Standort und bekommt viel zu wenig Schlaf.“ Du lachst:„Ich kann das natürlich nicht beurteilen, aber du schläfst doch sowieso 24 7!“ Yoongi schaut dich mit gespielt beleidigtem Blick an und lacht:„Pah, wenn du mich nur ärgern willst, dann lege ich jetzt halt auf!“ Du willst gerade etwas erwidern, da legt Yoongi tatsächlich schon auf. Du lachst leise und legst das Handy weg. Die kleine Katze liegt noch immer auf deinem Bauch und guckt dich mit ihren tiefblauen Augen an. Du musst lächeln und kraulst der Kleinen fürsorglich den Nacken. Die Katze fängt an, laut zu schnurren und dir fällt ein, dass die Katze noch gar keinen Namen hat. Kurz überlegst du, indem du dem Kätzchen tief in die Augen schaust und dann fällt dir auch schon direkt ein passender Name ein. Mit einem Grinsen flüsterst du:„Tiefsee nenne ich dich. Weil deine Augen so blau sind wie die Tiefsee. So dunkel und doch so strahlend. Sodass man sich darin verlieren kann. Na, gefällt dir der Name?“ Die kleine Katze schnurrt lediglich und du lächelst:„Ich glaube, das ist ein ja.“

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    Schon seit einigen Stunden bist du wach und läufst ein wenig durch die Küche. Du gibst erst Tiefsee, so wie du das Kätzchen genannt hast, etwas zu Essen und machst dir dann selbst etwas. Mit einem Lächeln auf den Lippen schaust du dem hellgrauen Kätzchen nun beim Essen zu. Nach deinem ersten Frühstück, mit einem anderem Lebewesen zusammen seit Jahren, trottest du stets gestützt in das Wohnzimmer. Auf der Zeitung, die du als Klo ausgelegt hast, liegt ein Häufchen. Du entsorgst es mit der Zeitung im Biomüll und legst sofort neue Zeitung aus. Eine Weile sitzt du nun mit Tiefsee im Wohnzimmer und streichelst sie liebevoll. Plötzlich klingelt es an der Tür. Wie bereits abgesprochen, ist es Yoongi. Dieser will nun mit dir einkaufen fahren. Du schnappst dir nur noch kurz eine Jacke und schließt schnell das Haus ab, bevor Tiefsee wegrennen kann. Yoongi begleitet dich ins Auto und ihr fahrt los. Die Fahrt dauert etwa 20 Minuten, dann habt ihr einen passenden Laden gefunden. Yoongi hilft dir beim Aussteigen wieder vorsichtig und begleitet dich in das Innere des Ladens. Der Laden ist relativ groß und dort sind viele Tierprodukte. Ihr lauft ein wenig umher und schaut euch alles an. Beim Umschauen fragt Yoongi dich:„Wie geht's der Kleinen denn?“ Du antwortest stolz:„Die Kleine hat jetzt auch einen Namen. Ich habe sie Tiefsee getauft, weil ihre Augen so tiefblau sind. Wie die Tiefsee. Ach, es geht ihr übrigens gut.“ Yoongi lächelt und murmelt:„Schöner Name. Passend.“ Ihr begutachtet alles und Yoongi berät dich bei der Auswahl. Schließlich entscheidest du dich für ein blaues Katzenklo, einen großen, mit vielen Höhlen ausgestatteten Kratzbaum, einen neuen Napf und ein Katzenkissen in deiner Lieblingsfarbe. Außerdem sucht ihr euch einige Spielzeuge aus, sowie Katzenstreu und noch mehr Futter. Nun müsst ihr nur noch mit dem ganzen Kram zur Kasse. Langsam schlendert ihr dort hin. Da Yoongi nicht möchte, dass du deine Wunde belastest, trägt er alles, bis auf die paar leichten Spielzeuge. Mühsam schleppt er alles auf die Kasse. Die Kassiererin lächelt dich an:„Da scheinen sie ja einen sehr hilfsbereiten Freund zu haben. Ein richtiger Gentleman.“ Du errötest und Yoongi verbessert die Frau verlegen:„Oh, ich bin gar nicht ihr Freund. Also schon, aber nicht DER Freund.“ Die Kassiererin lächelt nur wissend. Man scheint dir anzusehen, dass es dir schon peinlich ist, du aber dennoch nichts gegen eine Beziehung mit Yoongi hättest. Du bist knallrot, kratzt dich verlegen am Hinterkopf und schaust immer wieder nervös zur Seite. Zu deiner Freude geht die Frau nicht weiter darauf ein. Sie scannt einfach alle Preise und rechnet die Rechnung aus. Schließlich sagt sie:„Das wären dann bitte 123,99€.“ Du willst gerade dein Portemonnaie herauskramen, da legt Yoongi schnell das Geld auf den Tisch und murmelt:„Ich bezahle das.“ Du lächelst dankbar zur Seite. Die Frau an der Kasse lächelt dich nur erneut belustigt an. Yoongi nimmt die Sachen wieder mit und geht schon mal zum Auto. Du suchst gerade die restlichen kleinen Sachen zusammen und willst gerade hinterhergehen, da flüstert die Frau:„Ihr Freund empfindet glaube ich mehr für Sie, als Sie denken. Geben Sie ihm eine Chance. Er bemüht sich sehr um Sie. Das merkt man.“ Du lächelst wehleidig zurück und erwiderst:„Wenn es doch nur so wäre. Ich würde ihm jederzeit eine Chance geben. Doch ich bin mir ziemlich sicher, dass er rein gar nichts für mich empfindet.“ Die Frau klopft dir aufmunternd auf die Schulter, du schenkst ihr noch ein kurzes Lächeln und schlenderst dann zum Wagen. Yoongi ist schon fast fertig mit dem Einladen und nimmt dir gerade deine Sachen ab. Er stopft diese ebenso in den Kofferraum. Du trottest langsam zu deiner Seite, als plötzlich ein Auto mit rasantem Tempo von vorne kommt. Wie erstarrt stehst du da und spürst schon den Schmerz des Todes in deiner Seite, da greift dich blitzschnell jemand an der Hand und zieht dich in Sicherheit. Es ist Yoongi. Wütend schaut er dem Auto hinterher und brüllt:„Pass doch auf, du Penner!“ Noch immer erschrocken stehst du da. Plötzlich bemerkst du, dass Yoongi noch immer deine Hand hält. Dir wird etwas kribbelig im Bauch. Endlich bemerkt Yoongi auch, dass er noch deine Hand hält. Doch anstatt loszulassen, schaut er einfach nur kurz auf eure Hände und schaut dann erwartungsvoll in deine Augen. Dieser Moment des direkten Blickkontakts hält nicht lange an und Yoongi lässt los. Mit leicht errötetem Kopf eilt Yoongi zur Fahrerseite und steigt ein. Du setzt dich ebenfalls wortlos in das Auto. Die ganze Fahrt lang schaust du verlegen aus dem Fenster und Yoongi schweigt einfach nur. Als ihr wieder bei deinem Haus ankommt, tragt ihr gemeinsam alles in das Haus. Yoongi lädt alles in deinem Wohnzimmer ab. Der Kratzbaum ist noch in einem Karton und muss aufgebaut werden. Dies übernimmt Yoongi, während du das Katzenklo mit Streu befüllst und in die vorgesehene Ecke schiebst. Tiefsee, die die ganze Zeit auf euch gewartet hat, schleicht interessiert um euch herum und begutachtet alles. Yoongi ist besonders belustigt, denn plötzlich taucht Tiefsee zwischen seinen Beinen auf guckt kurz nach oben und reagiert auf ein bezaubertes Lächeln von Yoongi, indem sie sich plötzlich auf die Seite fallen lässt und sich fest an Yoongis Bein klammert. Sie knabbert richtig daran. Dies hat zur Folge, dass ihr beide anfangt, lauthals zu lachen. Tiefsee ist ein bisschen verwirrt und rennt einfach schnell weg und versteckt sich hinter der Tür. Allerdings beobachtet sie euch von da aus immer noch genau. So, wie eine Kamera. Yoongi spaßt:„Wenn sie immer so ist, brauchst du dir keine Sorge um Einbrecher zu machen. Die werden nämlich von Tiefsee zerfleischt!“ Ihr müsst beide wieder etwas kichern und Yoongi baut weiter auf. Schon nach etwa 15 Minuten ist alles fertig aufgebaut. Tiefsee probiert natürlich auch gleich wieder alles aus. Schließlich muss Yoongi gehen. Er winkt euch noch zum Abschied und verschwindet dann.
    Jetzt sitzt du mit Tiefsee auf dem Sofa und denkst darüber nach, was die Kassiererin gesagt hat.
    Ob Yoongi wohl wirklich etwas für mich empfindet? Wohl kaum. Er hat einfach viel Geld und will sich dafür revanchieren, dass ich ihn und Tae ohne Grund vor dem Tod gerettet habe. Oder? Ich wünschte, er würde wirklich mehr für mich empfinden. Doch er ist ein Mörder. Haben die überhaupt Gefühle?
    Herr im Himmel, wie kann ich mich nur in einen Schwerverbrecher verlieben und dann auch noch meinen, dass er vielleicht auch etwas für mich empfindet?
    Das ist unmöglich. Er liebt mich niemals. Diese Frau hat das nur falsch gedeutet. Oder?

    31
    Es ist ruhig und nichts im Haus regt sich. Du schläfst auf dem Sofa und wirst durch das plötzliche Klingeln deines Handys geweckt. Verschlafen nimmst du ab und erblickst Yoongis hübsches Gesicht. Im Vergleich zu ihm siehst du gerade aus wie eine Leiche. Deine Haut sieht vom Schlaf käsig aus, deine Augen sind klein und deine Haare stehen zu allen Seiten ab. Du scheinst auf gewisser Weise lustig auszusehen, denn Yoongi schmunzelt vor sich hin, als er dich auf seinem Handy erblickt. Du fragst leicht verärgert:„Was ist denn los? Warum lachst du?“ Yoongi rettet sich:„Ach nichts. Ich wollte dich fragen, wie es deinen Wunden geht? Der Arzt wollte die Fäden übermorgen gerne ziehen. Geht das deiner Meinung nach?“ Du begutachtest kurz deine Wunde und kommst zu dem Entschluss, dass alles gut verheilt ist. Also antwortest du:„Ja, sieht alles ganz gut aus. Es kribbelt nur ein bisschen, wenn man darüber streicht. Das ist vermutlich aber vollkommen normal.“ Dein Mentor nickt bedächtig und fängt das Gespräch plötzlich wieder auf:„Wie geht's eigentlich dir und Tiefsee?“ Du nickst:„Joa, ganz gut. Abgesehen davon, dass du uns gerade beide aus dem Schlaf gerissen hast, aber das macht nichts.“ Yoongi lächelt belustigt und murmelt:„Ja, ehrlich gesagt sieht man das.“ Gespielt böse schimpfst du:„Was soll das denn jetzt heißen? Willst du damit sagen, dass ich kacke aussehe?“ Yoongi lächelt seltsam und versichert zu deiner Überraschung:„Nein, du siehst toll aus. Wie immer.“ Verwundert ziehst du eine Augenbraue hoch. Das hat erstaunlich ernst geklungen. Entweder weiß Yoongi nicht, wie man etwas betonen muss, damit jeder weiß, dass es sich bei der Aussage um Ironie handelt, oder er meinte das wirklich ernst. Du willst gerade nachfragen, da kommt auf einmal Jimin in den Raum und drängt sich neben Yoongi, damit er dich sehen kann. Belustigt grinst Jimin:„Na, was macht ihr Turteltauben da? Schon lustig, dass du sie jeden Abend anrufst, Yoongi. Du musst wissen, (d/n), Yoongi ruft sonst nie jemanden an. Vor allem nicht in der Häufigkeit.“ Du läufst ein wenig rot an und du bist froh, dass es so dunkel bei dir im Wohnzimmer ist, dass man nichts sieht. Jimin wendet sich nun erneut an Yoongi und neckt ihn:„Hast du dich etwa verliebt, Yoongi? So viel Aufmerksamkeit schenkst du doch sonst nie jemandem.“ Yoongi schleudert seinem Kumpel daraufhin ein Kissen ins Gesicht und Jimin lacht triumphierend. Yoongi erklärt hastig:„Ich ruf dich morgen noch einmal zurück. Weiß aber noch nicht, ob ich morgen auch wirklich kommen kann.“ Aus dem Hintergrund schreit Jimin noch:„Das muss ein Zeichen sein!“ Nun legt Yoongi jedoch schon schnell auf und du sitzt schmunzelnd in dem Wohnzimmer.
    Tiefsee sitzt schnurrend neben dir und genießt ihre Streicheleinheiten.

    Müde öffnest du deine Augen und zwingst dich, etwas anzuziehen. Du trottest verschlafen in die Küche und setzt einen Kaffee auf. Tiefsee schlängelt sich maunzend zwischen deine Beine hindurch, woraufhin du ihr ihr Futter nachfüllst. Während das Kätzchen dieses frisst, isst du einen Apfel. Nach deinem morgendlichen Essen schreibst du Miga an, ob sie dir den Stoff schicken kann, um ihn nachzuholen. Dies tut deine beste Freundin natürlich und du machst dich direkt daran, alles genau durchzugehen. Nach 2 Stunden des Lernens stehst du seufzend auf und setzt dich vor den Fernseher. Jedoch klingelt es zwei Minuten später direkt. Also stellst du den Apparat wieder aus und gehst zur Haustür. Davor steht Jimin, welcher dich frech anlächelt. Du lässt ihn hinein und spielst währenddessen an:„Das war ja eine Glanzleistung gestern Nacht. Hättest du ihm denn noch offensichtlicher machen können, dass ich mich in ihn verschossen habe?“ Jimin lacht:„Mit Sicherheit. Aber glaub mir, der Kerl weiß gar nichts. Du musst wissen, wenn eine andere Person in einen verliebt ist, dann bekommt man das nicht mit. Egal, wie offensichtlich es ist. Glaub mir, ich habe Erfahrung damit.“ Du lachst leise und auf einmal rutscht es dir heraus:„Weißt du, ob Yoongi vielleicht auch etwas für mich empfindet?“ Jimin schmunzelt und erzählt ernst:„Dem Kerl kann man nichts entlocken. Der verbirgt seine Emotionen so gut, dass man nicht mal weiß, ob er gut oder schlecht gelaunt ist. Also kann ich dir da leider nichts zu sagen. Wobei es tatsächlich auffällig ist, dass er dich jeden Abend aus freien Stücken anruft. Nur um sich zu erkundigen, wie es dir geht. Das würde er sonst nie machen, wenn es sich nicht um eine besondere Person handelt. Also ist es durchaus möglich.“ Du fügst leise hinzu:„Oder er will einfach nicht wie der Mann der Unsympathie dastehen, nachdem ich ihn ohne triftigen Grund vor dem Tod gerettet habe. Also, in seinen Augen keinen triftigen Grund. Ich mag es eben nicht, zu töten oder zu sehen, wie jemand getötet wird. Ein Massenmörder zeigt da, glaube ich, weniger Verständnis...“ Jimin lächelt schwach und verbessert dich:„Ich habe dir doch schon erklärt, wir töten nicht aus Spaß, sondern aus Rache. Ich weiß, es ist schwierig für dich, das zu verstehen. Doch das wirst du ganz sicher noch verstehen.“ Du schaust einfach nur losgelöst von allen Gedanken auf den Boden.
    Schließlich entscheidet ihr, zusammen mit der Katze zu spielen. Von dieser ist Jimin übrigens mehr als entzückt. Einige Stunden später muss Jimin wieder nach Hause. Da dir langweilig ist, spielst du noch etwas mit Tiefsee. Letztendlich denkst du jedoch die ganze Zeit an Yoongi. Die Liebe deines Lebens. Doch da bist du dir gar nicht sicher. Ist er wirklich die Liebe meines Lebens? Kann er das überhaupt sein?

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    Tiefsee liegt schlafend neben dir, während du sie gedankenverloren streichelst. Es ist bereits ein Tag vergangen und heute wollte dieser Arzt kommen, um dir die Fäden zu ziehen.
    In diesem Moment wartest du darauf, dass es klingelt. Nach zehn Minuten klingelt es tatsächlich schon an der Haustür. Schnell öffnest du die Tür und begrüßt deine beiden Kollegen, Yoongi und den Arzt. Ihr geht zusammen ins Wohnzimmer, wo der Arzt direkt seine ganzen Geräte herausholt. Währenddessen sitzt du etwas nervös dort und knibbelst an deinen Fingernägeln. Yoongi bemerkt deine Nervosität natürlich, stubst dich an und flüstert:„Hast du etwa Angst?“ Leicht gereizt fauchst du:„Ja, ehrlich gesagt schon.“ Yoongi schmunzelt:„Du hast mehr Angst davor, dir die Fäden ziehen zu lassen, als vor dem Tod?“ Du meckerst:„Ja, du hast gut reden. Dir werden nicht gleich irgendwelche Fremdkörper aus dem Fleisch gezogen.“ Yoongi lächelt und greift plötzlich nach deiner Hand:„Das schaffst du schon. Ich passe auf dich auf!“ Beleidigt ziehst du deine Hand weg, ergreifst sie jedoch hastig wieder, als der andere Kollege damit beginnt, die Fäden zu ziehen. Eigentlich tut es gar nicht so weh, es kribbelt nur so eklig. In dieser Zeit lässt du Yoongis Hand nicht los. Schließlich ist der Arzt fertig und lächelt:„So, geschafft. Jetzt darfst du auch wieder nach draußen. Du kannst auch wieder schleppen, jedoch solltest du nicht direkt wieder anfangen, viel Sport zu machen. OK?“ Du nickst kurz und schon ist der Arzt verschwunden. Plötzlich bemerkst du, dass du noch immer die Hand deines Mentors hältst und ziehst sie beschämt weg. Yoongi bemerkt das natürlich und kratzt sich verlegen am Hinterkopf. Eine Weile sitzt ihr in einer peinlichen Stille dort. Plötzlich steht Yoongi auf und erklärt:„Ich muss dann. Ich wollte noch was vorbereiten für die nächste Mission.“ Dir ist langweilig also sagst du schnell:„Ich komme mit. Ich werde noch etwas schießen üben. Ich bin aus der Übung.“ Yoongi lächelt nur kurz und nimmt dich dann in seinem Auto mit. Wie immer klopft ihr beim Hauptquartier angekommen erst an. Sofort wird euch die Tür geöffnet, ihr werdet eingetragen und schließlich trennt ihr euch voneinander. Yoongi geht im sein Büro und du gehst in dein eigenes. Dort hebst du vorsichtig das Gewehr aus dem Schrank und legst es auf dem Stuhl ab, während du die Munition herauskramst. Schließlich packst du deine Sachen zusammen und willst gerade gehen. Da fällt dir auf, wie leer und grau dein Büro noch immer ist und beschließt,
    es demnächst mal etwas zu verschönern.
    Vorerst gehst du jedoch in den Trainingsraum zum Schießen. Dort bist du alleine und schießt munter etwas vor dich hin. Nach einer Stunde verlässt du den leeren Raum wieder. Du gehst schnellen Schrittes durch die Flure, als du plötzlich mit jemandem zusammenstößt. Du fällst hin, ebenso wie die Person, dir gegenüber. Die andere Person berappelt sich deutlich schneller, reicht dir die Hand und entschuldigt sich:„Tut mir leid. Ich hatte dich nicht gesehen.“ Du drehst dich zu der Person um und ihr erschrickt beide im selben Moment. Du zuckst in dich zusammen, als du erkennst, wer es ist. Die andere scheint dich ebenso erkannt zu haben, denn sie tritt nervös auf der Stelle herum. Noch immer auf dem Boden sitzend hauchst du:„Juhee?“ Die junge Frau erwidert nur kühl:„Ja. Ich arbeite hier. Genauso wie du neuerdings auch.“ Erneut reicht sie dir emotionslos die Hand und du greifst verwirrt nach ihr. Juhee zieht dich hoch und du stammelst verwirrt:„Ich wusste gar nicht, dass du hier auch arbeitest. Ich habe dich hier noch nie gesehen.“ Juhee erklärt trocken:„Ich diene diesem Unternehmen als Doppelagentin. Da darf man hier nicht allzu oft aufkreuzen. Man muss so unauffällig wie möglich bleiben.“ Du lächelst verlegen:„Das ist dir gut gelungen.“ Juhee nickt kurz und geht dann weiter, ohne dich auch nur eines weiteren Blickes zu würdigen. In der Zeit sammelst du überrascht und verwirrt deine Sachen zusammen und gehst wieder in dein Büro. Dort legst du deine Sachen wieder in den Schrank und lässt dich erschöpft auf den Stuhl sinken. Juhee arbeitet hier auch? Wow. Wie viele Bekannte hier wohl noch von mir arbeiten...
    Bestimmt nicht sonderlich viele. Juhee wird die einzige sein. Schließlich ist ja nicht jeder dritte ein Schwerverbrecher in einer Mafia.
    Verunsichert stehst du auf und trottest du Jimins Büro. Du klopfst an und betrittst wortlos den Raum. Jimin sitzt an seinem Schreibtisch und schaut dich mit hochgezogener Augenbraue an. Du schließt schnell die Tür und lässt dich dann still auf das Sofa fallen. Jimin scheint noch immer sehr verwirrt und plötzlich fragst du:„Seit wann arbeitet Juhee hier und warum?“ Jimin sieht aus, als würde er nicht auch nur ein Wort des Gesagten verstehen und du wiederholst deine Frage. Endlich stammelt Jimin:„Wer zur Hölle ist Juhee?“ Du seufzt und erklärst:„Sie ist meine Mitstudentin. Ich habe sie gerade auf dem Flur getroffen. Sie behauptet, sie arbeite hier als Doppelagentin. Groß, bleiche Haut, lange, dunkle Haare, verschlossen, schlau und ignorant. Sagt dir das was?“ Jimin beginnt zu lächeln und erzählt:„Dabei wird es sich bestimmt um Donghaes Freundin handeln, Choi. Ich kenne die falschen Namen unserer Doppelagenten nicht. Nur die echten, aber die Beschreibung trifft genau auf Choi zu.“ Du nickst erst gedankenverloren und nennst erneut deine beiden eigentlichen Fragen. Jimin erzählt stockend:„Naja, sie arbeitet hier schon recht lange. Sie ist, glaube ich, ein Jahr nach mir gekommen. Sie wurde damals von dieser anderen Truppe, die wir so verfolgen, entführt und von ihnen gezwungen, ihnen zu helfen. Das Schlimmste für sie war, dass ihr großer Bruder zu dieser Truppe gehörte. Sie hat dann später die schockierende Wahrheit erfahren, dass ihr Bruder für den Tod ihrer Eltern verantwortlich war. Das war der ausschlaggebende Grund, warum sie uns beigetreten ist. Sie hat ihren Bruder verlassen und ist zu uns gekommen, um sich bei den anderen zu rächen. Für den Tod ihrer Eltern. Jetzt arbeitet sie eben als Agentin.“ Du nickst verwirrt und Jimin meint vorsichtig:„Wieso fragst du?“

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    Vorsichtig antwortest du:„Naja, sie ist eben meine Mitstudentin und ich habe wirklich nicht erwartet, sie hier zu treffen. Sie ist immer so verschlossen und zurückhaltend gewesen. Und jetzt erfahre ich, dass sie eine Doppelagentin ist? Das ist doch absurd!“ Jimin schmunzelt und stimmt dir zu:„Ja, das ist tatsächlich etwas seltsam. Aber gut, sie hat einen triftigen Grund, hier zu sein. Du, ich muss jetzt ehrlich gesagt weiterarbeiten, sonst werde ich nie fertig.“ Du nickst, erhebst sich langsam, verabschiedest dich und verlässt den Raum. Nun trottest du langsam wieder in dein Büro. Du packst schließlich deine Sachen zusammen und gehst wieder. Etwas verwirrt schlenderst du die Straße herunter, lässt deinen Blick umherschweifen und erblickst den großen, schönen Park. Du beschließt, ihn aufzusuchen und dort ein wenig umherzuspazieren. Du gesellst dich an das Ufer des leise schwappenden Sees. Genießerisch schließt du die Augen und lässt die frische Luft in deine Nase strömen. Die Sonne scheint warm in dein Gesicht, während die Luft ansonsten kühl ist. Im Hintergrund spielen laut die Kinder auf einem Spielplatz und vor dir schnattern die Enten auf dem See. Die Bienen summen und naschen von dem süßen Nektar. Nicht auch nur eine Wolke bedeckt den Himmel. Überall wachsen Blümchen und verleihen dem Park einen bunten Glanz und Freude. Plötzlich spürst du eine Hand auf deiner Schulter und fährst erschrocken zusammen. Blitzschnell drehst du dich nach hinten um und blickst in ein vertrautes, freundliches Gesicht. Tran. Du lächelst verlegen und stotterst:„Oh. Hey Tran. Wie geht's dir? Wir haben uns lange nicht mehr gesehen. Naja, verhältnismäßig. Was machst du denn hier?“ Tran sinkt neben dir auf den Boden, starrt lächelnd auf den See und erklärt:„Hey, (d/n). Ach, ich komme nur gerade von der Arbeit und wollte einen kurzen Abstecher durch den Park machen. Da habe ich dich hier sitzen sehen. Du warst längere Zeit nicht da, ich hörte, du seist krank?“ Du erwiderst:„Ja, das war ich. Ich hatte einen kleinen Infekt und konnte nicht das Haus verlassen. Jetzt geht es mir jedoch wieder blendend und ich kann auch wieder arbeiten.“ Tran nickt gedankenverloren. Eine Weile starrt ihr beide schweigend auf die glitzernde Wasseroberfläche. Plötzlich murmelt Tran:„Ach ja, das Leben ist nicht immer einfach.“ Verwirrt schaust du sie an und fragst, wie sie das meine. Tran wendet ihren Blick nicht vom See ab und erzählt:„Du weißt doch, dass meine Mutter tot ist und mein Vater Alkoholiker. Und meine Geschwister sind gerade zuhause. Ich muss deswegen gleich nach Hause, um mich um sie zu kümmern. Es ist nicht immer einfach. Arbeiten, nebenbei noch einen Zweitjob ausüben und gleichzeitig versuchen, sich fachgerecht um seine Geschwister zu kümmern. Ansonsten werden sie mir weggenommen und sie müssen ins Kinderheim. Das möchte ich einfach nicht. Und die Kinder auch nicht.“ Du nickst mitleidig, legst plötzlich deine Hand auf Trans Schulter und versprichst ihr:„Solltest du jemals Hilfe benötigen, dann sprich mich an. Ich werde dir helfen.“ Daraufhin lächelt Tran schwach und umarmt dich kurz. Du hörst, wie deine Freundin und Mitarbeiterin im Café leise schluchzt. Schließlich löst ihr euch voneinander, Tran wischt sich schnell eine Träne weg und presst zuversichtlich klingend aus sich heraus:„Danke. Ich denke zwar, dass ich das schaffe, aber dennoch danke. Ich werde mich dann melden. Naja, ich muss dann auch schon wieder. Also, auf Wiedersehen!“ Du winkst deiner Freundin zum Abschied noch und sitzt nun alleine am Ufer. Du beschließt, dass es auch für dich Zeit wird, nach Hause zu gehen.
    Als du die Haustür aufschließt, springt Tiefsee dir direkt entgegen. Sie scheint sich über deine Ankunft zu freuen. Auf einmal rennt das hübsche Kätzchen weg, taucht jedoch schon wenige Sekunden später wieder mit einem Spielzeug im Maul auf. Erwartungsvoll glotzt die Katze dich mit großen Augen an. Du schmunzelst, entnimmst ihr die Stoffmaus aus dem Maul und wirfst sie, sodass Tiefsee verspielt hinterherrennt. Eine Weile spielst du mit deinem neuen Haustier und beschließt dann, dass es Zeit wird, ins Bett zu gehen. Vorher duschst du dich jedoch noch und suchst dir die passenden Klamotten für den nächsten Tag heraus.
    Du willst dich gerade in dein Bett legen, als plötzlich dein Handy klingelt. Verwirrt schaust du auf den Bildschirm. Es ist Yoongi. Was will der denn? Er muss mich theoretisch dich gar nicht mehr anrufen. Meine Wunde ist doch schon vollkommen verheilt. Verwirrung spiegelt sich in deinem Gesicht wieder, während du abnimmst. Yoongi beginnt zu sprechen:„Hey, was schaust du denn so fragend?“ Du erwiderst:„Na, weil ich nicht weiß, was du von mir willst. Also, warum rufst du an?“ Yoongi erklärt:„Ich wollte mich nur noch einmal kurz erkundigen, wie es dir geht. Außerdem wollte ich dir sagen, dass wir morgen trainieren.“ Du lächelst und erzählst:„Mir geht's super. Warum sollte es auch anders sein? Und OK, wann soll ich denn dann morgen kommen?“ Yoongi schaut etwas verlegen und meint:„Du kannst so um 18:00 Uhr kommen.“ Du nickst einfach und unterhältst dich mit deinem Mentor noch über dieses und jenes. Schließlich wird Yoongi müde und ihr beendet das Gespräch. Daraufhin schläfst du friedlich ein.

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    Tiefsee reibt ihr Fell in deinem Gesicht, sodass du kaum Luft bekommst. Also schiebst du die kleine Katze verschlafen an die Seite und stehst auf. Müde taumelst du in die Küche. Du schenkst dir ein Glas Wasser ein und nippst gedankenverloren daran.
    Endlich ziehst du deine Jacke vom Kleiderhaken, füllst deinem Haustier noch schnell etwas Futter in den Napf und verlässt das Haus. Du schlenderst gemächlich die Straße herunter, beobachtest dabei zufrieden die vorbeirasenden Autos und überlegst, was heute noch so ansteht.
    Also, erstmal zur Hochschule. Dann muss ich noch bis 16:00 Uhr im Café arbeiten und um 18:00 Uhr trainiere ich mit Yoongi. In der Zeit dazwischen kann ich den Lernstoff durchgehen und mich duschen. An der Hochschule angekommen triffst du auf Miga, welche aufgeregt schreiend auf dich zurennt. „(D/n), du bist wieder da! Geht es dir schon wieder besser? Ich freue mich so, dass du wieder da bist. Ohne dich ist es so langweilig“, erzählt deine Freundin. Du umarmst sie freudig, als plötzlich Juhee, oder wie sie eigentlich heißt, Choi, hinter dir steht. Schnell drehst du dich zu ihr um, lächelst verunsichert und flüsterst nahezu:„Hallo, Juhee.“ Juhee nickt nur kurz, guckt dich leicht bösartig an und dreht dann langsam, ohne dich für diesen Moment aus den Augen zu verlieren, um. Du knibbelst eingeschüchtert an deinen Fingernägeln und versuchst dann, sie aus deinen Gedanken zu befreien. Miga hat von dem kurzen Augenkontakt zwischen dir und der Doppelagentin gar nichts mitbekommen. Stattdessen erzählt sie nur aufgeregt:„Ich war gestern mit Baekhyun auf seiner Arbeit. BTS war zwar nicht dort, aber ich war in den ganzen Studios und so. Das war mega interessant. Wir haben unter anderem ein paar kleine Lieder als Tests aufgenommen. Du weißt ja, dass ich ganz gerne singe und die Anlagen mussten sowieso ausprobiert werden.“ Miga erzählt noch vieles mehr, doch du hörst gar nicht mehr wirklich zu. Deine Gedanken sind bei Juhee. Warum hat sie mich so böse angeguckt? Was will die von mir? Ist sie sauer, dass ich nun auch zu dieser Mafia gehöre, vertraut sie mir nicht? Oder hat sie Angst, dass ich unser Geheimnis verraten werde? Plötzlich wirst du aus deinen Gedanken gerissen, weil Miga unsanft an dir rüttelt. Sie schimpft:„Hallo? Hast du mir überhaupt zugehört?“ Du stammelst verwirrt:„Oh, eh, tut mir leid. Ich war gerade irgendwie weg. Was denn?“ Miga beäugt dich beleidigt und erzählt erneut:„Also, ich habe da doch gesungen und dann meinte der Manager von BTS, dass ich doch voll gut singen könne und hat vorgeschlagen, einen kleinen Song mit BTS aufzunehmen. Ich habe natürlich zugestimmt. Weißt du, was der Hammer ist? Sie haben mir erlaubt, noch eine Freundin für die Proben mitzubringen. Hast du Lust? Du brauchst auch nicht singen.“ Du seufzt mit einem aufgezwängtem Lächeln:„Na gut, warum nicht?“ Miga grinst dich freudig an, bis die erste Vorlesung beginnt.
    Nach den ganzen Vorlesungen willst du schonmal zum Café gehen. Du verlässt gerade das Gebäude, als dich jemand unsanft zurückzieht und gegen eine Wand drückt. Etwas verängstigt starrst du in das drohende Gesicht von Juhee. Sie befiehlt:„Sag niemandem etwas von meinem Leben als Doppelagentin! Ansonsten werde ich dich töten. Verstanden?“ Erst bist du sehr verängstigt und bekommst keinen Ton heraus. Dann fasst du dir jedoch ein Herz, schiebst Juhee mutig von dir weg und sprichst selbstsicher:„Das werde ich wohl nicht machen. Sonst gefährde ich doch meiner eigenen Existenz. Nicht nur, weil du mich dann umbringen würdest. Wir sind doch jetzt ein Team, nicht? Wir haben beide das selbe Ziel.“ Juhee starrt dich verwundert über deinen plötzlichen Mut an, während du dich entspannt wirkend weiter auf den Weg zum Café machst.

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    Du stehst gerade hinter der ersten Ecke und atmest erleichtert auf. Puh, jetzt habe ich mich noch einmal gerettet. Juhee, also ich meine Choi, scheint mich echt nicht leiden zu können. Naja, wie auch immer. Ich muss jetzt zur Arbeit. Schnellen Schrittes gehst du weiter, auf dem Weg zum Café.
    Endlich angekommen betrittst du den Aufenthaltsraum, schließt deinen Schrank mit der Schürze auf, nimmst sie heraus und legst sie dir um. Eilig joggst du nun in die Küche. Dort steht eine deiner Mitarbeiterinnen und meint:„Du bist heute zum Tischwischen und für's Decken eingeteilt. Heute Abend kommt nämlich eine große Masse an Menschen, die im Saal speisen wollen. Du weißt ja, wir haben das Café jetzt auch zum richtigen Restaurant erweitert.“ Die Augenbrauen hochziehend fragst du:„Tatsächlich? Davon wusste ich noch gar nichts. Ich wusste zwar, dass dieser Saal existiert, aber nicht, dass er nun auch benutzt werden soll.“ Deine Mitarbeiterin lächelt:„Das wurde uns vor drei Tagen mitgeteilt. Du warst krank, das habe ich vergessen. Dann solltest du eben zur Geschäftsführerin gehen. Sie wird dir das erklären.“ Du nickst kurz und machst dich dann auf die Suche nach deiner Chefin. Wenige Minuten später triffst du sie im Abstellraum an. Du fragst sie nach dem Saal und sie erzählt leicht gestresst:„Ganz genau. Wir haben uns jetzt erweitert. Die Arbeit wird demnach stressiger, aber auch besser bezahlt. Deine Aufgabe ist jetzt einfach, die Tische noch einmal zu wischen und sie zu decken.“ Du nickst verantwortungsbewusst und beginnst direkt mit deiner Arbeit. Nach einer halben Stunde bist du mit allem fertig und kümmerst dich dann noch einmal um die Deko. Schlussendlich hilfst du nur noch beim Austragen.
    Als du endlich fertig bist mit Arbeiten, gehst du nach Hause. Dort wäschst du dich und wiederholst den Lernstoff. Toll. Jetzt ist es gerade mal viertel nach fünf und ich habe nichts zu tun. Dann werde ich einfach jetzt schon zum Hauptquartier gehen.
    Am grauen Haus wird dir die Tür wie gewöhnlich geöffnet und du trittst ein. Gemächlich schlenderst du in dein Büro. Du sitzt gerade mal seit 10 Minuten dort und sortierst Dateien auf dem Computer, da öffnet jemand die Tür. Herein kommt Namjoon. Er lächelt dich verlegen an und meint:„Hey, wie geht's? Ich geselle mich mal zu dir, der Trainingsplatz ist belegt.“ Du erwiderst freundlich nickend:„OK, tu das. Also, mir geht's gut. Wie ist es mit dir so?“ Dein Vorgesetzter meint:„Ach, mir geht's auch gut. Du, ich bin eigentlich nur hier, weil ich eine Frage an dich habe.“ Gespannt hebst du die Augenbraue. „Naja, ich denke, du weißt schon, dass deine Freundin bei uns singen darf. Hast du Lust, bei den Proben mitzukommen?“ Du stotterst erstaunt:„Wie lustig, Miga hat mich das auch schon gefragt. Aber warum, willst ausgerechnet DU, dass ICH mitkomme?“ Namjoon lacht verlegen:„Naja, wir haben alle beschlossen, dass wir dich näher kennenlernen wollen. Mit alle meine ich uns, BTS. Wir sind erstaunt von deiner Persönlichkeit und vor allem ich möchte dich bei dir bedanken und dich näher kennenlernen. Du bist, glaube ich, ein wertvolles Mitglied und wir wollen nicht, dass du dich hier unwohl fühlst. Für dich soll diese Gemeinschaft nicht wie deine Feinde, sondern wie deine Familie wirken. Wir alle sind hier aus ein und dem selben Grund. Und wir müssen zusammenhalten. Wie eine Familie. Also, hast du Lust?“ Verwirrt kratzt du dich am Kopf:„Naja, also... Das ist mir eigentlich egal. Also ja. Warum nicht? Dennoch möchte ich betonen, dass IHR alle wegen ein und dem selben Grund da seid. Ich nicht. Ich bin nur hier, weil ihr mich dazu gezwungen habt. Und ich würde jederzeit einfach abhauen, wenn ich nicht wüsste, dass ihr mich dann kaltherzig umbringen würdet. Mir wurde hier unmissverständlich klargemacht, dass ihr auf nichts und niemanden Rücksicht nehmt und euch persönliche Bekanntschaften nicht im geringsten von eurem erbärmlichen Ziel abbringen. Gegen euch als Menschen habe ich wirklich gar nichts. Viele hier sind mir eigentlich sehr sympathisch. Wirklich. Doch eure Aktivitäten rauben mir den Verstand und ich halte es nicht aus, mit ansehen zu müssen, wie ihr alle, die sich euch in den Weg stellen, niedermetzelt.“ Namjoon lächelt müde:„OK, ich nehme mal an, das ist trotzdem ein Ja. Irgendwann wirst du es verstehen, (d/n). Wenn die Zeit dazu gekommen ist.“
    Mit diesen Worten verlässt der Anführer der Band dein Büro und du sitzt nun alleine in dem kleinen, kalten Raum. Alleine.

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    Wenige Minuten später kommt Yoongi herein. Er lächelt etwas gequält und will etwas sagen, hält jedoch inne, als er bemerkt wie verwirrt du bist. Verwundert fragt er:„Was ist los? Alles in Ordnung? Du siehst so... ich weiß auch nicht... so bedeppert aus.“ Leise stammelst du:„Ja, alles okay. Fangen wir an mit dem Training?“ Dein Mentor nickt noch etwas verwirrt kurz und ihr geht zusammen los. Yoongi führt dich in eine relativ große Halle, in der du noch nie warst. In dem riesig erscheinenden Raum sitzen viele Leute vor Computern, telefonieren oder kontrollieren scheinbar irgendwelche Kameraaufnahmen. Fasziniert starrst du auf all die Leute und Yoongi erklärt schmunzelnd:„Das ist die Abteilung für Recherche, Überwachung und Spionage. Hier werden all unsere Informationen gesammelt, welche uns zum Sieg verhelfen sollen. Von hier aus werden unsere Feinde kontrolliert und überwacht. Dieser Ort ist der Ursprung all unseren Wissens. Dort“, er zeigt auf eine Tür, „werden die Grundlagen zur Überwachung aufbewahrt. Sprich Kameras, kleine Mikrofone und GPS-Sensoren. In der Abteilung sitzen auch all unsere Informatiker und Installatieure. Sie kümmern sich um das Anbringen all dieser Geräte.“ Du starrst deinen gutaussehenden Mentor fragend an:„Ich wusste gar nicht, dass hier so viele Leute arbeiten. Ich habe gedacht, in dieser Abteilung würden vielleicht höchstens 30 Leute arbeiten.“ Yoongi lacht triumphierend:„Tja, falsch gedacht. In diesem Stadtviertel arbeiten an die 80 Leute. Insgesamt beinhaltet dieses Konzern auf der ganzen Welt über 2500 Mitglieder. Wir sind allumfassend. Namjoon ist schließlich auch nicht DER Boss, sondern nur Abteilungsleiter von diesem Viertel. Der, der ganz oben an der Macht steht, ist noch ein ganz anderer. Er hat diese Gemeinschaft hier gegründet. Denn ihm wurde damals die gesamte Familie von dem Mafia-Boss unserer Feinde genommen. Sie haben ihm praktisch sein ganzes Leben genommen. Deswegen existiert diese Gemeinschaft überhaupt.“ Du staunst mit offenem Mund und Yoongi erklärt endlich:„Naja, ich zeige dir das alles, weil deine Aufgabe für die nächsten zwei Wochen ist, hier zu arbeiten. In dieser Abteilung. Ich werde dir dabei nicht unbedingt helfen können. Ich meine, ich habe diese Ausbildung auch hinter mir, kümmere mich aber nicht wirklich darum. Du, als meine Schülerin, sollst natürlich alle Seiten dieses umfangreichen Jobs kennenlernen, also bitteschön. Dies ist dein nächstes zu erforschende Gebiet. Ich habe dir eine Art Partner zugestellt. Ich werde dich gleich zu ihm bringen. Er hat viel Erfahrung und wird dir alles, was du wissen musst, beibringen.“

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    „Komm mit“, befiehlt Yoongi dir. Du folgst seiner Anweisung natürlich und stehst wenige Minuten später vor einem kleinen Abteil. Yoongi lehnt sich gemütlich gegen die Wand und erzählt:„Hinter dieser kleinen Wand sitzt dein Partner. Er kennt sich bestens aus und arbeitet hier schon eine Weile. Er kann kein Blut sehen, weswegen er hier gelandet ist. Er ist sehr schlau und obwohl er anfangs gar keine Erfahrung in diesem Gebiet hatte, ist er jetzt der Profi schlecht hin. Er ist der Abteilungsleiter von diesem Raum. Also die Creme de la Creme hier. Ich stelle dir vor: Sehun.“ in dem Moment, als Yoongi diesen Namen ausspricht, kommt auch schon direkt eine Gestalt um die Ecke. Dir fällt beinahe die Kinnlade runter. Sehun! Der Sehun aus der Hochschule! Hilfe, wer aus meinem Bekanntenkreis arbeitet hier denn noch alles?
    Dein Mitstudent und Partner für die nächsten 14 Tage lächelt dich verlegen an. „Hey, (d/n). Was geht?“, ist alles, was er aus sich herauspresst. Verwirrt stammelst du:„Sehun, du arbeitest hier? Ich habe dich immer für den lieben, netten, gutherzigen, aber schüchternen Nicht-Mathe-Könner aus der Hochschule gehalten!“ Sehun lacht verlegen:„Ja, das bin ich auch. Ich bin nur noch viel mehr. Nur das mit dem Nicht-Mathe-Könner stimmt nicht so ganz. Ich bin eigentlich ziemlich gut in Mathe. Ich musste mein Talent für Zahlen nur immer verbergen, bevor noch jemand auf die Idee kommt, dass ich hier so arbeite. Ich hatte nämlich schonmal kurzzeitig den Verdacht auf mir liegen, ein Stalker zu sein. Durch Kameras und so. Dann musste ich eben so tun, als hätte ich überhaupt gar keine Ahnung von solchen Dingen.“ Yoongi schaut verwirrt von dir zu Sehun und wieder zurück. „Ihr kennt euch?“, fragt er. Du seufzt:„Ja, er ist mein Mitstudent.“ Yoongi lächelt etwas verwirrt und meint nur:„OK, dann muss ich immerhin die Bekanntschaft nicht mehr klären. Also, viel Erfolg und bis dann.“ Schon verschwindet Yoongi und du stehst alleine mit dem verschmitzt grinsenden Sehun in seinem Abteil. Schließlich fragst du entmutigt:„Wusstest du, dass ich hier arbeite?“ Sehun erklärt vorsichtig:„Ja, das wusste ich schon von Anbeginn. Das war mir auch ganz klar. Aufgrund deiner Vorgeschichte, du weißt?“ Verwirrt fragst du:„Vorgeschichte? Was für eine Vorgeschichte?“ Sehun stottert:„Oh, sie haben dir gar nichts davon erzählt? Ach, dann ist es nicht so wichtig.“ Du brüllst:„Was für eine Vorgeschichte, Sehun? Was weißt du? Erzähl es mir! Alle wissen hier etwas über mich, das ich nicht weiß und niemand will es mir erzählen! Was soll das! Es ist mein Leben, also sollte ich auch darüber bescheid wissen!“ Sehun winkt nur dankend ab und versucht dem Thema auszuweichen:„Hast du denn schon Erfahrung mit Computern oder Kameras?“ Du lässt dich jedoch nicht ablenken:„Sehun, sag es mir endlich!“ Sehun schüttelt widerspenstig den Kopf und versichert:„Wenn sie es dir nicht erzählt haben, ist es auch nicht so wichtig. Also, lass uns anfangen. Ich habe keine Lust, mit dir zu diskutieren. Es scheint nicht wichtig zu sein. Es ist auch wirklich nichts Weltbewegendes.“ Du stöhnst genervt und schließlich gibst du auf. Sehun versucht in der Zeit, dir die Grundlagen des Computers beizubringen. Allerdings hörst du nur halb zu. Was wissen hier alle über mich? Es muss doch etwas Besonderes sein, wenn mir niemand davon erzählt. Was ist es also? Ich habe doch wohl das Recht, über mein eigenes Leben bescheid zu wissen, oder?

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    Müde starrst du in den hellen Bildschirm des Computers, stützt deinen Kopf auf dem Tisch ab und bemühst dich, die Augen offen zu halten. Neben dir hockt ein übermotivierter Sehun, der dir gerade begeistert ein neues Programm auf dem Computer vorstellt. Nur brüchig nimmst du das Gelaber deines Partners für die nächsten Tage wahr. Plötzlich tippt Sehun dich an:„Hey, hörst du mir überhaupt zu?“ Erschrocken zuckst du zusammen, reißt verwirrt deine Augen auf und beschwichtigst:„Jaja, ich habe zugehört.“ Sehun schüttelt neben dir kaum merkbar den Kopf und meint:„Gut, dann richte mir doch bitte mal eine Tabelle hier ein. Ebenso möchte ich alle Kameras aufgerufen haben.“ Überfordert nimmst du die Maus an dich und schiebst den Zeiger zögernd auf eines der tausend Fächer und direkt dirigiert Sehun:„Falsch. Du hast natürlich nicht zugehört. (D/n), ich möchte, dass du aufpasst. Sowas ist extrem wichtig.“ Ja, wenn man Spion werden will vielleicht schon... „Nicht nur, wenn man Spion werden will“, ergänzt der junge Mann. Leise stöhnst du:„Ja gut, ich passe ab jetzt auf. Ich bin nur so müde. Ich war gerade eben noch arbeiten und muss gleich auch noch den Stoff von der Hochschule wiederholen.“ Sehun beäugt dich misstrauisch:„Nun gut. Ich glaube, das wird heute nichts mehr. Ab nach Hause mit dir. Morgen sehen wir uns nicht, sondern erst am Donnerstag wieder.“ Du nickst zufrieden und verschwindest dann möglichst zügig.
    Es sind seit deiner ersten Begegnung mit Sehun schon einige Tage vergangen. Allerdings empfindest du seine Arbeit als eher langweilig. Vielleicht wird es ja noch spannender, wenn ich erstmal selbst alles überwachen darf. Naja, wer weiß.
    Du machst noch schnell einen kurzen Abstecher in dein Büro, um deine Jacke mitzunehmen und willst dann das Gebäude verlassen. Kurz vor dem Ausgang läufst du auf einmal Tae in die Arme. Dieser lächelt dich entzückt an und schwafelt:„Hi, wir haben übermorgen unsere erste Probe mit deiner Freundin, Miga. Kommst du auch? Namjoon hat dir das, glaube ich, schon angeboten. Wär echt cool, die Proben sind meist ziemlich spaßig.“ Du erwiderst etwas entmutigt:„Ja klar, wenn Miga mir das erlaubt... Eine andere Wahl habe ich ja sonst kaum, nicht? Also, wir sehen uns dann!“ Nun bemühst du dich, möglichst schnell nach Hause zu kommen. Du machst keine Umwege, sondern gehst auf direktem Wege zurück.
    Endlich angekommen, läuft Tiefsee dir sofort entgegen. Sie reibt ihren Kopf an deinem Bein und schnurrt glücklich. Du streichelst sie daraufhin kurz und setzt dich auf das Sofa. Von da aus spielst du mit der schnuckeligen Katze. Du wirfst ihr das Spielzeug zu und das Kätzchen bringt es dir glücklich wieder. Eine Weile sitzt du so mit Tiefsee spielend dort. Letztendlich wirst du jedoch müde und gehst in dein Bett. Schon nach wenigen Minuten schläfst du mit Tiefsee neben dir ein.

    Die Sonne scheint hell in dein Gesicht und du wachst langsam auf. Es ist gerade etwa 10:00 Uhr und du musst in einer Stunde bei der Hochschule sein. Verschlafen erhebst du dich aus deinem warmen Bett und schlenderst in die Küche, wo du dir eine Schüssel Müsli gönnst.
    Nun stehst du auf, nimmst deinen Rucksack und spazierst gemütlich zur Hochschule. Dort triffst du direkt auf Miga. Diese steht bei Juhee und Sehun, deinen beiden Mitstudenten, die gleichzeitig auch bei der „Mafia“ tätig sind. Vorsichtig gesellst du dich zu ihnen. Sehun lächelt dir kurz zu, während Juhee dich einfach ignoriert. Miga hingegen freut sich sehr über deine Ankunft. Gleich zieht sie dich zur Seite und fragt erwartungsvoll:„Du weißt ja, dass ich morgen mit BTS probe. Weißt du mittlerweile, ob du mitkommen kannst?“ Du erwiderst gespielt vorfreudig:„Ja, soll ich dann erst irgendwie zu dir oder soll ich direkt da hinkommen?“ Miga schlägt vor:„Wir können dich mitnehmen. Baekhyun meinte, dass er dich um 13:00 Uhr morgen von zuhause abholt. Passt dir das?“ Du nickst nur kurz.

    Die Hochschule ist schon lange zu Ende und du sitzt gelangweilt in deinem Wohnzimmer. Tiefsee liegt schlafend neben dir und schnurrt leise vor sich hin. Sie klingt dabei ein bisschen wie ein alter Rasenmäher. Alles ist still und nichts regt sich, als plötzlich dein Handy vibriert. Es ist dein Mentor, Yoongi, per Facetime. Du nimmst ab und erblickst einen müden Yoongi. Er liegt in seinem Bett und reibt sich verschlafen die Augen. Auf einmal murmelt er:„Hi, ich wollte dich eben fragen, ob du morgen überhaupt auch zur Probe kommst. Namjoon wollte das wissen, um dich einzuplanen.“ Plötzlich erscheint Jimins grinsendes Gesicht neben ihm im Display und er lacht:„Eigentlich wollte er dich nur anrufen, um dein Gesicht zu sehen. Nicht, Yoongi?“ Dein Mentor schubst ihn verärgert vom Bett und man hört nur noch einen dumpfen Aufprall, sowie ein lautes, mit Lachen begleitetes:„Aua!“ Du lächelst und schüttelst dabei den Kopf. „Was seid ihr nur für Kindsköpfe?“, fragst du scherzend. Yoongi errötet etwas und endlich antwortest du auch auf seine Frage:„Ach und ja, ich komme morgen. Migas Bruder nimmt mich mit.“ Yoongi nickt gedankenverloren, während Jimin sich wieder neben ihn gelegt hat. Er lächelt dich amüsiert an und du kannst dir ein Grinsen nicht verkneifen. Yoongi bemerkt das auch und grinst ebenfalls. Für etwa drei Minuten liegt ihr alle drei, euch gegenseitig angrinsend, schweigend da. Irgendwann wird dir die Situation so komisch, das du beginnst, laut zu lachen. Yoongi und Jimin lachen beide mit. Yoongi wird richtig rot. Ob vor Lachen oder Unwohlfühlen, ist dir nicht ganz klar.
    Schließlich lacht Yoongi:„Vielleicht sollte ich jetzt auflegen. Also, auf Wiedersehen, (d/n)!“
    Yoongi legt endlich auf und noch immer grinsend legst du dein Handy weg. Tiefsee schläft nach wie vor neben dir. Du streichelst ihr sanft über den Kopf und flüsterst:„Kannst du verstehen, wie jemand so perfekt sein kann wie Yoongi? Jedes Mal wenn ich ihn sehe, bekomme ich Herzklopfen. Tiefsee, ich habe mich wirklich in einen Verbrecher verliebt. Was sagst du dazu, hm?“

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    Gestresst rennst du in dem Haus auf und ab. Tiefsee streicht um deine Beine und beinahe läufst du sie um. Schnell schüttest du ihr zur Ablenkung etwas Futter ein und rennst dann ins Badezimmer. In fast zwei Stunden kommen Miga und Baekhyun, ihr Bruder. Allerdings musst du dich noch duschen, umziehen und all solche Sachen. Hastig stellst du das Wasser an und es tropft heiß auf den Boden. Du greifst noch schnell nach deinem Shampoo, wirfst deine Klamotten in die Ecke und springst unter das heiße Wasser. Das Wasser prasselt heiß auf deinen Körper und gibt dir ein Gefühl von Geborgenheit und Entspannung. Schließlich spritzt du das nach (dein Lieblingsgeruch) riechendes Shampoo auf deine Hand und verteilst es sorgfältig auf deinen schönen, (deine Haarfarbe) Haaren. Du lässt es kurz einwirken und reibst nun deinen Körper mit dem ebenso riechenden Duschgel ein. Nun stellst du dich wieder unter das fallende Wasser und wäschst alles gründlich aus. Gleichzeitig putzt du dir unter der Dusche die Zähne. Als du fertig bist, hüpfst du wieder hervor, stellst das Wasser aus und legst dir ein Handtuch um deinen Körper. Jetzt rennst du wieder aus dem Badezimmer heraus und sprintest in dein Zimmer. Dort zerrst du einige Kleiderstücke aus dem Kleiderschrank und legst sie provisorisch auf deinem Bett ab. Anschließend schmeißt du dein Handtuch von dir und ziehst schnell deine Sachen an. Du rennst ein weiteres Mal in das Badezimmer, um dir die Haare zu föhnen. Nachdem deine Haare trocken und wieder fluffig sind, gehst du wieder in die Küche. Du wagst einen kurzen Blick auf die Uhr. Noch 20 Minuten. Gut, das heißt, dass ich noch genug Zeit habe. Du lässt dich auf einen Stuhl sinken und klappst wie gewöhnlich die Zeitung auf. Gelangweilt liest du ein paar unwichtige Artikel. Plötzlich jedoch stößt du auf einen interessanten Artikel mit dem Titel „Neue Mafia?“.
    Gespannt liest du ihn dir durch.
    Seit einiger Zeit treibt eine Bande in ganz Korea ihr Unwesen. Menschen verschwinden, werden brutal umgebracht und weisen Spuren von Schusswunden oder Stichverletzungen auf. Es wurden undeutliche Aufnahmen von den Tätern gemacht. Allerdings konnte überhaupt nichts identifiziert werden. Die Täter sind unfassbar gewannt und schlau. Es scheint, als seien die Taten alle bestens vorbereitet.
    Auffällig bei den Morden ist, dass es sich bei den Opfern meist um Mitglieder einer, uns bereits bekannten, Mafia handelt. Frage ist nun, ob es sich bei der anderen Bande um eine gegnerische Mafia handelt.
    Außerdem wurden in noch vielen benachbarten Ländern ähnliche Vorfälle vernommen. Handelt es sich also vielleicht sogar um eine weltweit verbreitete Mafia? Diese Frage bleibt für's Erste offen, denn niemand weiß etwas über diese Truppe und es gibt auch keine Aufnahmen oder richtige Aufweisungen ihrer Existenz, lediglich die paar undeutlichen Aufnahmen.
    Die Polizei sitzt schon seit mehreren Monaten an diesem Fall.
    Wenn Sie noch etwas über diese Vorfälle wissen, rufen Sie bitte bei folgender Nummer an: ...

    Die Rede ist von uns. Wir sind Profis und in der ganzen Welt verteilt. Wir sind eine Mafia, ja. Und wir töten unsere Feinde aus der anderen Mafia-Truppe. Ich bin Mitglied dieser erbärmlichen Organisation. Und ich kann nichts von meinem Wissen preisgeben. Gar nichts. Weil ich ein Mitglied bin. Und gleich werde ich mich auch noch mit einem Teil meiner Kollegen treffen. Ich werde niemals wieder ganz frei sein. Doch ich werde mich damit abfinden können. Ich bin mir sicher. Ich werde das schon schaffen...

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    Es klingelt, Baekhyun holt mich jetzt ab. Durch das laute Klingeln wirst du aus deinen Gedanken gerissen. Hastig stehst du auf, nimmst im Gehen noch deine Jacke und einen Rucksack mit und reißt die Tür auf. Wie erwartet steht dort Miga, im Hintergrund ihr großer Bruder, Baekhyun im Auto. Du lächelst begrüßend und folgst deiner besten Freundin in den Wagen. Ihr sitzt hinten. Baekyhun schaut dich durch den Rückspiegel fragend an. „Na, freust du dich auch schon so sehr wie ich es tue?“, fragt er ironischerweise. Du lächelst nur und lachst:„'Türlich.“ Miga stupst dich gespielt beleidigt an und ihr lacht beide. Schon fahrt ihr los. Nach kurzer Zeit seid ihr bereits da und steigt aus. Während du eigentlich ziemlich entspannt bist und Baekhyun eher demotiviert, ist Miga das pure Nervenbündel. Sie zittert leicht vor Aufregung, grinst die ganze Zeit durchgängig und beißt sich immer wieder auf die Lippen. Du trottest zu ihr, legst ihr beruhigend den Arm um ihre Schultern und flüsterst:„Du hast die Jungs doch schon mal gesehen. Du schaffst das. Das Singen wird auf jeden Fall kein Problem für dich.“ Daraufhin lächelt Miga dich dankend an und sie wird etwas ruhiger. Endlich betretet ihr das große Gebäude. Ihr lauft einige Flure entlang und kommt schon bald vor der lang erwarteten Tür an. Baekhyun stößt sie vorsichtig auf und ihr blickt direkt in die erwartungsvollen Gesichter der sieben Jungs. Sie alle lächeln willkommenheißend und ihr lächelt schüchtern zurück. Auf einmal steht Jungkook auf, schlendert zu Miga, nimmt sie in eine Art Zwangsgriff und führt sie schmunzelnd zu den anderen. Miga steht nun wie erstarrt in der Mitte der vielen, berühmten, gutaussehenden, jungen Männern und lächelt nervös und aufgeregt vor sich hin. Du stehst nach wie vor bewegungs- und wortlos am Rand. Jimin winkt dich unauffällig zu ihm und du taumelst langsam zu der Gruppe. Jungkook fängt an, Miga alles Mögliche zu fragen und so langsam scheint Miga sich wohler zu fühlen. Jimin sitzt auf einem großen Sessel. So langsam wird es dir zu blöd, die ganze Zeit zu stehen, also gibst du Jimin ein kurzes Handzeichen, an die Seite zu rücken. Wie gesagt so getan und du lässt dich direkt neben ihm niedersinken. Gequetscht sitzt ihr nun zusammen auf dem Sessel.
    Endlich sind die Jungs und Miga fertig mit Besprechen. Jetzt wollt ihr alle in das Aufnahmestudio, um dort einen Testsong aufzunehmen. Miga und die anderen Jungs drehen sich erwartungsvoll zu dir um und jetzt bemerken erst alle, dass du dich neben Jimin gepflanzt hast. Miga kichert leise, ebenso wie die meisten anderen auch, da ihr doch eher aufeinander als nebeneinander sitzt. Yoongi allerdings schaut Jimin vernichtend an, was du nicht ganz verstehst. Schließlich steht ihr auf und begebt euch in den Raum. Die Jungs bereiten alles vor, drücken Miga einen Songtext in die Hand und sie beginnen zu singen. Da du nicht mitsingst, sitzt du einfach nur am Rand und lauschst gespannt den ganzen faszinierenden Stimmen. Allerdings schauen dich Jimin und Tae immer wieder lächelnd beim Singen an. Auf einmal musst du niesen. Dein Niesen ist jedoch nicht gerade unauffällig und Tae bricht auf einmal in tosendem Gelächter aus. Jin muss daraufhin auch lachen und da sein hohes, schrilles Lachen so ansteckend ist, lachen alle mit. Nach einer Ewigkeit könnt ihr euch wieder fassen. Jetzt beschließt ihr, dass ihr euch die, wenn auch von dir ruinierte Aufnahme, anhören solltet. Anfangs ist alles perfekt und man hat das Gefühl, dass Engel singen, doch dann kommt dein Nieser und das Ganze gleicht eher einer Comedy-Serie, oder so, in der irgendwelche Fails präsentiert werden. Dennoch ist BTS sehr überzeugt von Miga, ebenso ihr Manager. Plötzlich bietet er Miga an:„Du hast eine tolle Stimme. Wie wär's, wenn wir dich für ein paar Songs unter Vertrag nehmen und du mit den Jungs auftreten darfst?“ Miga reißt erstaunt den Mund auf. Sie blickt dich kurz an und du nickst zustimmend. Dann schaut sie auf die Jungs, welche ebenfalls alle begeistert nicken und deine beste Freundin stimmt zu. Der Manager lächelt zufrieden, blickt auf einmal auf dich und scherzt:„Dich müssen wir auch einfach unter Vertrag nehmen. Dann wiederholst du diesen legendären Nieser in dem echten Song.“ Hoseok lacht:„Du machst die Background-Musik, (d/n). So ne Art Beatboxing!“ Du kannst dir das Lachen nicht verkneifen. Namjoon meint:„Ich weiß ja nicht, ob du singen kannst, aber selbst wenn nicht, kannst du uns gerne bei der Produktion helfen. Vorausgesetzt du bist damit einverstanden. Du könntest bei dem Schreiben der Songs helfen oder beim Drehen der Musik-Videos. Es gibt so viele Möglichkeiten.“ Du wirfst einen Blick auf Miga, welche dich bettelnd anstarrt. Du lächelst schwach und entschließt letztendlich:„OK, warum nicht? Wenn ich doch schon mal hier bin.“ Miga fällt dir um den Hals und Jungkook klopft dir lobend auf die Schulter.
    Schließlich wollt ihr eure zukünftige Zusammenarbeit feiern, indem ihr zusammen ein Eis essen geht und ein wenig Karaoke singt. Während Jungkook und Miga jeweils drei Kugeln Eis nehmen mit 10 000 Toppings, entschließen sich du und Namjoon dazu, nur eine Kugel Eis in der Waffel zu nehmen. Du musst lachen, als du diese gewaltigen Unterschiede zwischen dem Eis siehst und du flüsterst leise zu Namjoon, welcher gerade neben dir läuft, zu:„Ist das immer so? Wie kann man nur so ein umfangreiches Eis essen?“ Der Anführer der Band flüstert schmunzelnd zurück:„Ja, so ist das immer. Ich verstehe das ehrlich gesagt auch nicht. Aber gut.“ In der Karaoke-Bar angekommen esst ihr erstmal alle euer Eis.
    Jetzt wollen Jungkook und Miga anfangen, zusammen einen Song zu singen. Die anderen setzten sich in der Zeit auf den Boden. Du setzt dich zwischen Yoongi und Tae. Während die zwei singen, unterhältst du dich leise mit deinem Mentor. Auf einmal flüstert Yoongi lachend in dein Ohr:„Da haben sich aber zwei gefunden“, und deutet dabei auf Jungkook und Miga. Diese stehen sich nämlich singend gegenüber, starren sich in die Augen, beide noch mit Schokolade von dem Eis am Mund und können sich das Lachen aufgrund dieses kleinen Starrwettbewerbs nicht mehr verkneifen. Beide lachen gleichzeitig los und halten sich gegenseitig aneinander fest, um nicht den Halt am Boden zu verlieren. Du schmunzelst und flüsterst zurück:„Ja, das stimmt wohl. Sie würden ein süßes Paar abgeben, meinst du nicht?“ Yoongi lächelt begeistert von dieser Idee. Tae, der eure Unterhaltung verfolgt hat, lacht ebenfalls.
    Nach dem lachenden Jungkook und Miga, singen Jin und Namjoon zusammen. Dies ist ebenfalls ein sehr lustiges Schauspiel, da beide das Singen eher weniger ernst nehmen. Beide hören sich nämlich an, als würden sie gerade verrecken. Nachdem ihr alle sehr viel gelacht habt, sollst du singen. Du willst eigentlich gar nicht, da du deine Stimme selbst als nicht sonderlich schön empfindest. Hoseok schlägt deshalb vor, dass du auch rappen könnest. Daraufhin meldet sich Yoongi, dass er mit dir rappen möchte. So geschieht es auch und du versuchst, so schnell wie möglich alles zu rappen. Yoongi ist natürlich noch viel schneller als du, aber du bist auch nicht schlecht. Nach eurem Duett brüllt Hoseok entzückt:„Hey, (d/n)! Sicher, dass du noch nie gerappt hast? Das war gar nicht so schlecht!“ Verlegen bedankst du dich bei ihm. Auch Yoongi lobt dich, woraufhin du etwas rot wirst.
    Den Rest des Tages verbringt ihr mit Singen, Tanzen und herumalbern. Ihr habt sehr viel Spaß miteinander und beschließt deshalb auch, dass du das nächste Mal wieder mitkommst.
    Jetzt sitzt du mit Miga im Auto von Baekhyun und ihr unterhaltet euch über den heutigen Tag. „Es war mega lustig heute. Danke, dass du mitgekommen bist. Ohne dich wäre es bestimmt voll langweilig gewesen.“
    „Ja, danke auch, dass du mich eingeladen hast. Das war wirklich super nett von dir. Weißt du, was ich finde?“
    „Ne, was denn?“
    „Naja, meiner Meinung nach passt du mega gut zu Jungkook. Ihr seid mir wie so ein richtig süßes Paar vorgekommen.“ Miga winkt prustend ab:„Ach, sei doch nicht albern. Ich meine, es wäre schon cool, die Freundin von dem süßen Jungkook zu sein, aber das wird sowieso nicht passieren.“ Du ziehst schmunzelnd die Augenbrauen hoch und Miga prustet los. „Danke, dass du mich mitgenommen hast, Miga!“

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    Der Speichel trieft dir langsam aus dem Mund und befeuchtet dein Kissen. Seelig schläfst du, als plötzlich dein Handy klingelt und du erschrocken aufschreckst. Verwirrt nimmst du ab. Eine vertraute Stimme ertönt:„Hey, (d/n). Habe ich dich geweckt? Naja, wie auch immer. Ich weiß, dass es mitten in der Nacht ist, aber ich wollte dir eben sagen, dass wir morgen doch nicht proben, da Jungkook eine Erkältung bekommen hat. Verschlafen stammelst du in den Bildschirm:„OK, is gut.“ Langsam nickst du wieder ein, ohne zu beachten, dass Yoongi dich immer noch per Facetime sehen kann.
    Es sind einige Tage seit der ersten Probe vergangen und du bist jetzt fest eingeplant als Produktionsleiterin. Naja, eigentlich eher als Helferin der Produktionsleitung. Wie Yoongi dir letzte Nacht erklärt hat, ist heute keine Probe und du beschließt, stattdessen noch etwas mit Sehun zu arbeiten. Du willst gerade die Tür schließen, da fällt dir ein, dass dein Büro noch immer total kahl ist. Schnell schließt du die Tür wieder und nimmst einige Fotos von dir und deiner Familie mit. Diese steckst du schnell in deinen Rucksack und begibst dich nun zu einer Gärtnerei. Dort kaufst du einige Pflanzen. Jetzt gehst du endlich mit all deinen Plünnen zum Hauptquartier.
    Wie immer wird dir direkt aufgemacht und du läufst in dein Büro. Dort stellst du als erstes die Pflanzen verteilt auf und hängst dann die paar Fotos auf. Auf den Schreibtisch packst du einige bunte Stifte. Allerdings musst du direkt weiter zu Sehun. Dieser ist natürlich bei seinem Arbeitsplatz und ihr beginnt direkt, ein Programm auf dem Computer durchzugehen. Du bemühst dich ausnahmsweise wirklich einmal, alles zu verstehen und es klappt sogar so halbwegs. Am Ende der langen Zeit kannst du die Überwachungskameras steuern und an und ausschalten. Von deinem Arbeitsplatz aus.
    Nun willst du wieder nach Hause. Du schlenderst gemächlich zurück zu deinem Büro und triffst auf dem Flur Donghae. Er bleibt stehen und ruft freudig:„Hey wie geht's?“ Du lächelst und erzählst:„Ich habe letztens deine Freundin kennengelernt, Choi. Naja, eigentlich habe ich sie nur von einer anderen Seite gesehen. Ich kannte sie früher unter dem Namen Juhee. Sie ist meine Mitstudentin.“ Donghae lächelt etwas verlegen:„Ich hatte gehofft, du würdest sie nicht treffen. Vorerst noch nicht. Ich weiß nicht, ob es gut ist, wenn du weißt, dass sie auch hier arbeitet. Aber gut.“ Du lächelst nur schwach, verabschiedest sich dann wieder von deinem Kumpel und verschwindest nun endgültig.
    Zuhause angekommen telefonierst du mit Miga. Ihr überlegt, wann ein geeigneter Termin zum Proben ist. Schließlich beschließt ihr einfach, dass mit den Jungs abzusprechen. Also rufst du kurzerhand bei Yoongi an. Du fragst ihn direkt nach einem Termin und Yoongi erwidert nur:„Pff, ist mir egal. Wie wär's mit nächsten Mittwoch? Dann ist Kookie bestimmt wieder gesund.“ Du stimmst zu und willst gerade auflegen, als Yoongi plötzlich sagt:„Du, ich wollte wissen... Also, ich wollte morgen mit Jimin, Tae und Kookie eigentlich in den Freizeitpark gehen, aber jetzt ist Kookie krank und wir haben noch eine Karte frei. Hast du Lust, mitzukommen? Wir würden dich dann morgen um 09:00 Uhr abholen.“ Du antwortest überrascht:„OK, wenn es euch wirklich recht ist, meinetwegen. Soll ich denn dann noch etwas Besonders mitbringen?“ Yoongi verneint deine Frage und ihr macht ab, dass ihr euch einfach dann morgen früh um neun trefft. Letztendlich legst du auf und erzählst Miga, wann ihr proben wollt. Allerdings erzählst du ihr nichts von dem morgigen Ausflug. Sonst würde Miga nur verwirrt sein und sich fragen, warum gerade du.
    Mittlerweile ist es schon Abend und du schaust ein wenig Fernsehen. Mal wieder wird in den Nachrichten über die Mafia gesprochen. Du seufzt leise vor dich hin:„Schon irgendwie lustig, wenn man in den Nachrichten sieht, dass wohl ganz Korea nach dir und deinen Verbündeten sucht.“ Gleich im Anschluss wird Werbung für BTS' Konzerte gemacht. Du lachst leise, während du Tiefsee hinterm Ohr kraulst:„Das ist aber nun wirklich lustig. Überall suchen sie nach Mitgliedern unserer Mafia und ahnen gar nicht, dass die Berühmtheiten, die sie jeden Tag sehen, BTS, Mitglieder sind. Wie blind die Menschen sein können...“

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    Aufgeregt hastest du durch die Küche. Das Handtuch auf deinem Kopf rutscht schon etwas runter und du bemühst dich, das Handtuch um deinen Körper vernünftig festzuhalten. Schnell rennst du in dein Zimmer, ziehst dich endlich an und sprintest dann erneut in die Küche. Du nimmst dir deinen Rucksack, stopfst ein paar Dinge darein und wirfst einen hastigen Blick auf die Uhr. In 10 Minuten sollte Yoongi da sein, also muss ich mich beeilen. Heute fährst du nämlich mit Tae, Jimin und Yoongi in den Freizeitpark. Du bist schon den ganzen Tag über aufgeregt und freust dich ehrlich gesagt auch schon.
    Schnell putzt du dir noch einmal die Zähne und bürstest deine Haare. Es ist gerade eine Minute vor neun, als es klingelt. Mit einem Grinsen öffnest du die Tür und blickst in Yoongis vorerst emotionsloses Gesicht. Allerdings fängt er direkt an, verlegen zu lächeln. Vorsichtig fragt dein Mentor:„Hast du alles?“ Du greifst nach deinem Rucksack und deiner Jacke und grinst:„Ja, wir können!“ Mit einer Handgeste bedeutet Yoongi dir, ins Auto zu steigen. Als du die Autotür aufreißt, blickst du direkt in Jimins und Taes frech grinsende Gesichter. Jetzt fahrt ihr mit Yoongi am Steuer los. Während der Fahrt albert ihr viel und Jimin stellt vorne Lieder von BTS an, bei denen ihr alle lachend mitsingt. Nur Yoongi schüttelt vorne schmunzelnd den Kopf und konzentriert sich auf's Fahren. Nach einer dreiviertel Stunde des, durch das Gealbere von euch, anstrengende Fahren, seid ihr endlich da. Lachend steigt ihr aus. Tae quietscht plötzlich aufgeregt und zeigt hüpfend auf eine Achterbahn. Plötzlich eilen Jimin und Tae an jeweils einen Arm von Yoongi, starren ihn mit großen Augen an und betteln:„Können wir da als erstes rein?“ Yoongi riskiert einen grinsenden Blick zu dir:„Ich weiß nicht, könnt ihr? Ich kann das, aber ich weiß ja nicht, ob ihr auch dazu befähigt seid.“ Du nickst lächelnd und Jimin und Tae schreien aufgeregt. Wie zwei kleine Kinder rennen sie vor. Du hältst dich mit Yoongi hinten. Plötzlich murmelt dein Mentor mitleidig:„Ich fühle mich jedes Mal wie ihr Vater, wenn ich mit den zwei alleine bin. Sie sind wie Kleinkinder.“ Du kicherst:„Das habe ich auch schon gedacht. Ich fühle mich gerade auch ein bisschen wie eine Mutter. Wie die Mutter von diesen zwei hyperaktiven Kindern.“ Yoongi lacht müde:„Ja, hyperaktiv trifft es ziemlich auf den Punkt. Ich verstehe nicht, wie man so aufgedreht sein kann, du?“ Du schüttelst nur den Kopf. Mittlerweile steht ihr schon in der Warteschlange. Es sitzen immer zwei Leute in einem Wagon nebeneinander. Fragt sich jetzt, wer mit wem zusammen sitzt. Schließlich entscheidet ihr, dass du mit Yoongi in einen Wagen gehst und Tae mit Jimin. Erst als ihr fast dran seid, bemerkst du, wie hoch und gefährlich die Achterbahn aussieht. Yoongi flüstert leise:„Hast du Angst?“ Du flüsterst zurück:„Um ehrlich zu sein, ja. Schon ein bisschen. Ach ja, tut mir leid, solltest du nach der Fahrt einen Gehörsturz haben. Hast du Angst?“ Yoongi lächelt:„Nein, aber das ist doch gut. Dann passe ich auf dich auf. Und keine Sorge, ich werde dein Geschrei mit Sicherheit überleben.“ Etwas überrascht lächelst du Yoongi an und starrst ihm direkt ins Gesicht. Doch er schaut dich gar nicht an. Schließlich seid ihr an der Reihe und du schleichst praktisch vorsichtig in den Wagen. Ein Angestellter legt die Bügel nach unten. Vorsichtshalber rüttelst du noch einmal daran, bevor es doch lose sein sollte. Plötzlich durchfährt ein Ruck die Wagen und du grabschst krampfhaft nach dem Bügel. Langsam fährt die Maschine einen hohen Hügel rauf und rattert dabei stetig. Plötzlich greift Yoongi nach deiner Hand und meint:„Keine Sorge, (d/n)! Du überlebst das schon.“ Du lachst halberlei ernst:„Dabei hatte ich keine Bedenken aber danke trotzdem für die Ermutigung.“ Auf einmal rast der Wagen schnell wie der Blitz den Hügel herunter. Erschrocken schreist du grell auf und Yoongi lacht neben dir vergnügt. Du versuchst, beleidigt zu schreien:„Hör auf zu lachen, Yoongi! Das ist nicht lustig! Ich sterbe hier förmlich!“ Yoongi bekommt einen Lachflash und vergisst sogar fast, zu atmen:„Ich dachte, du hättest keine Bedenken, dass du das nicht überlebst!“ Jetzt fängst du auch an zu lachen. Du kannst nicht mehr aufhören, zu lachen, ebenso wie Yoongi. Zwischendurch schreist du wieder und ihr lacht euch beide die Seele heraus. Nach einer wohl Ewigkeit ist die Fahrt endlich zusammen und du und dein Mentor taumelt vom Lachen geschwächt aus der Achterbahn. Tae und Jimin laufen kichernd neben euch her, während dir und Yoongi schon vor lauter Lachen die Tränen in den Augen stehen. Als ihr einige Meter von dem Fahrgeschäft entfernt seid, fragt Jimin verwirrt:„Warum lacht ihr? Habe ich etwas verpasst?“ Daraufhin musst du nur noch mehr lachen. Obwohl Yoongi sich schon wieder halbwegs gefangen hat, fängt er ebenfalls wieder an, loszuprusten. Endlich, nach wohl gut 10 Minuten, fangt ihr euch endlich wieder und du winkst schnell ab:„Ach, das ist gar nicht so wichtig.“ Jimin lächelt nur amüsiert und ihr macht euch auf den Weg zum nächsten Fahrgeschäft. Als nächstes geht ihr in eine Wasserbahn. Dort sitzt man zu viert in einem Wagen, allerdings hintereinander. Du musst ganz vorne sitzen und Yoongi sitzt hinter dir. Dahinter Jimin und Tae ganz hinten. Ihr fahrt gerade eine Bahn herunter und eine riesige Masse an Wasser spritzt auf euch, da duckst du dich und das gesamte Wasser spritzt auf Yoongi. Dies bekommst du jedoch erst mit, als ihr wieder draußen seid. Da steht Yoongi klitschnass und mit runtergezogenen Mundwinkeln neben dir. Als du den bedepperten Yoongi siehst, fängst du an, laut loszulachen, woraufhin dich Yoongi spaßeshalber leicht schubst. Allerdings bist du so geschwächt von dem Lachen, dass du einfach umfällst und gackernd auf dem Boden liegst. Yoongi und der Rest fangen jetzt auch an, zu lachen und Tae versucht, dir hochzuhelfen, doch jedes Mal verlässt dich die Kraft, als dass du alleine hoch kommst. Letztendlich ziehen dich Yoongi und Tae jeweils an einem Arm hoch und du fällst lachend etwas nach vorne, sodass Yoongi dich sozusagen auffangen muss. Für einen Moment liegst du in den Armen des perfekten Jungen und du wirst beschämt rot. Allerdings lässt du dir nichts anmerken. Den Rest des Tages fahrt ihr noch in vielen anderen Fahrgeschäften. Mal sitzt du dort neben Yoongi, mal neben Jimin und das andere Mal neben Tae. Ihr habt sehr viel Spaß zusammen und lacht oft sehr laut, was dir Blicke von vielen Leuten auf euch zieht. Zwischendurch kommen ein paar ARMYs auf euch zu und wollen Fotos mit den Jungs machen. Einige gucken dich dann wütend an. Am Ende beschließt ihr, noch etwas essen zu gehen. Erst wollt ihr in ein Restaurant, doch da ist bereits alles belegt. Also beschließt ihr, einfach in die Villa von den Jungs zu fahren, da dort sowieso niemand anderes als Jungkook ist und Pizza zu bestellen. Wie gesagt so getan. Bei der Villa angekommen erblickst du einen niesenden Jungkook auf dem Sofa. Als er dich erblickt, lacht er unter Husten:„Ah, du hast mich heute also ersetzt?“ Du gibst ein kurzes „Ja“ von dir. Tae erzählt seinem kranken Bandkollegen eben, dass ihr Pizza bestellen wollt und Kookie ordert auch direkt eine. Schon nach einer halben Stunde sitzt ihr versammelt im Wohnzimmer und verspeist eure Pizzen. Plötzlich fragst du:„Wo sind überhaupt die anderen?“ Kookie antwortet mit vollem Mund:„Beim Hauptquartier.“ Du nickst nur gedankenverloren. Nach dem Essen wollt ihr noch auf dem Fernseher „Just dance“ spielen. Auch dort habt ihr sehr viel Spaß. Vor allem, weil du überhaupt kein Taktgefühl hast und dein Tanz demnach lustig aussieht.
    Mittlerweile ist es schon fast 22:00 Uhr und Yoongi schlägt vor:„Ich denke, du solltest vielleicht mal wieder nach Hause. Bevor die Anderen wiederkommen. Ich fahre dich eben nach Hause.“ Du nickst und steigst schonmal ins Auto. Dort fragst du Yoongi verwirrt:„Warum soll ich überhaupt weg, bevor der Rest wieder da ist?“ Yoongi räuspert sich überrascht von der Frage:„Naja, eigentlich sollen wir uns außerhalb der Arbeit nicht so viel mit Kollegen treffen. Zumindest nicht in der Öffentlichkeit. Aber das war doch auch nur das eine Mal. Namjoon möchte nicht, dass auffliegt, dass wir zu der Mafia gehören. Es gibt nämlich immer diese creepy Fans, die nachdem sie uns mit Mädchen sehen, das ganze Internet auf den Kopf stellen, um Infos zu finden. Es gibt immer diesen einen ARMY, der alles herausfindet. Wirklich. Manchmal denke ich, die sollten auch bei uns anfangen. Im Spezialgebiet Spionage.“ Du lächelst stumm vor dich hin. Den Rest der Fahrt schweigt ihr. Nach einer Weile kommt ihr bei deinem Haus an. Yoongi begleitet dich noch bis zur Haustür. Kurz davor bleibt er plötzlich stehen und hält dich an der Schulter fest. Geheimnisvoll flüstert er:„Der Tag heute mit dir war sehr schön. Du bist sehr lustig und nett. Wirklich. Du bist eine gute Freundin.“ Gedankenverloren starrt dein Mentor dir tief in die Augen und beißt sich verträumt auf die Lippen, während er nach wie vor direkt in deine Augen glotzt. Langsam beugt Yoongi sich etwas vor. Es ist so langsam, dass du es vorerst gar nicht bemerkt, dass dein Mentor näher kommt. Als sein Gesicht nur noch wenige Zentimeter von deinem entfernt ist und du bereits seinen nach Minze riechenden, Atem in deinem Gesicht spürst, trittst du auf einmal zurück in die Realität, gehst schnell einen Schritt rückwärts und stotterst:„Ja, dankeschön. Äh, ich sollte nun ins Haus. Es ist kalt. Ich seh dich morgen beim Hauptquartier.“ Yoongi scheint nun auch wieder in der Realität zu sein und schaut verwirrt um sich. Er wird auf einmal rot und kratzt sich verlegen am Hinterkopf:„Äh, ja. Wir sehen uns. Gute Nacht und träum was Schönes, (d/n)!“ Du lächelst verlegen zurück:„Gute Nacht, Yoongi. Schlaf gut.“ Dann schließt du langsam die Tür hinter dir. Und Yoongi steht nun alleine vor der geschlossenen Tür, in der kalten Nacht.

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    Verwirrt sinkst du an der Tür auf den Boden. Was sollte das? War das Absicht? Oder war vielleicht gar nicht er der Verursacher, sondern ich? Habe ich vielleicht gar nicht gemerkt, dass ich ihm so nahe gekommen bin? Ich weiß nicht. Und es soll mir auch egal sein. Alles, was ich weiß, ist, dass ich so viel Körperkontakt nicht gewohnt bin. Leise trottest du in die Küche und lauerst durch das Fenster. Yoongi steigt gerade sichtlich verwirrt in sein Auto und fährt langsam los. Schon wenige Sekunden später ist er weg. Du atmest erleichtert, aber gleichzeitig auch irgendwie enttäuscht auf und begibst dich in das Wohnzimmer, wo Tiefsee seelenruhig schläft. Langsam fährst du mit deinen Fingern liebevoll durch ihr dichtes, flauschiges Fell. Daraufhin schnurrt das Kätzchen und du lächelst schwach. Schließlich erhebst du dich müde und humpelst erschöpft in dein Zimmer, wo du dich direkt auf das Bett fallen lässt. Du versuchst, einzuschlafen, doch der Gedanke an das Ereignis zwischen Yoongi und dir lässt dich nicht los. Andauernd musst du daran denken. Fast hätten wir uns geküsst. Ich weiß gar nicht, ob ich es letztendlich eher gut oder schlecht gefunden hätte. Außerdem bin ich mir nicht sicher, ob ich ihm so nahe gekommen ist oder er mir. Vielleicht ist es von uns beiden ausgegangen. Vielleicht waren wir in einer Art Trance? Ich weiß nicht, und das werde ich auch wohl kaum in den nächsten 10 Minuten durch Nachdenken herausfinden. Oder habe ich das vielleicht ganz falsch interpretiert und Yoongi wollte mich gar nicht küssen? Und wenn doch? Bin ich jetzt bei ihm unten durch? Selbst wenn, ich wüsste doch sowieso nicht, ob ich zu einer solchen Beziehung bereit wäre. Er ist ein Verbrecher, Teil einer Mafia. Und ich bin es auch. Könnte ich jemals mit einem brutalen Mörder zusammen sein? Wie konnte ich mich überhaupt in ihn verlieben? Es ist mir ein Rätsel. Alles. Ich bin so verwirrt. Irgendwie ganz schusselig im Kopf. Als hätte ich Drogen oder sonst was genommen. Doch ich bin mir ziemlich sicher, dass ich das nicht getan habe. Dazu kommt, dass ich noch nie high war und von sofern auch gar nicht beurteilen kann, wie sich das anfühlt. Ich kann lediglich meiner Vorstellung folgen.
    Es ist einfach so, als könnte ich nicht mehr vernünftig denken. Als wäre ein Nerv blockiert. Was ist das bloß? Das ist doch nicht normal. Ich habe Herzrasen, ich schwitze ungemein und werde rot wie eine Tomate, wenn ich diesen perfekten Jungen sehe. Dieser perfekte Junge, Yoongi. Jetzt bilde ich mir auch noch ein, dass er auch etwas für mich fühlt und mich küssen wollte. Doch das ist unmöglich. Er ist gefühlskalt wie ein Stein. Er zeigt keine wahren Emotionen. Zumindest habe ich ihn früher nicht anders gekannt. Von BTS und auch als Mentor kannte ich ihn nicht anders. Doch jetzt habe ich plötzlich das Gefühl, dass sich etwas geändert hat. Etwas in meinem, als auch seinem Kopf. Aber wahrscheinlich bilde ich mir das nur ein.
    Ich bin einfach nur verliebt und das Gehirn eines Verliebten kann man einfach nur noch in die Tonne kloppen. Mein Gehirn bekommt nichts mehr auf die Reihe und bildet sich alles Mögliche ein.
    Die Frage ist nur, ist es wirklich bloß Einbildung? Oder ist doch etwas an der Sache dran? Nein. Ich bin verliebt. Ich muss es zugeben. Verliebt in einen perfekt erscheinenden Jungen, welcher gleichzeitig ein Schwerverbrecher ist. Was ist das bloß? Ist das wirklich Verliebtheit? Das kann nicht sein. Das darf einfach nicht sein. Ich kann mich doch nicht in einen Mörder verlieben. Was bin ich nur für eine Pappnase?

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    Die Sonne scheint durch das Fenster und hüllt dein Schlafzimmer in ein weißes, fröhliches Licht. Verschlafen öffnest du die Augen und streckst dich genüsslich. Neben dir liegt Tiefsee. Kurz kraulst du ihr das Ohr und hüpfst dann gut gelaunt aus dem Bett. Du schnappst dir deine Jacke und gehst direkt für einen Spaziergang nach draußen. Die Luft ist kühl und frisch, doch die Sonne scheint warm in dein Gesicht. Du schlägst den direkten Weg zum Park ein. Dort läufst du langsam das Seeufer entlang und lauschst, wie das seichte Wasser leise gegen das Ufer schwappt. Ein paar Kinder spielen wie immer auf dem Spielplatz und der ein oder andere kommt dir mit seinem Hund entgegen. Zufrieden schweift dein Blick durch die Natur. Die große Trauerweide steht standhaft geheimnisvoll an dem Ufer und seine Äste wackeln leicht im Wind. Überall um dich herum blühen hübsche, bunte Blumen. Die Bienen summen in tüchtiger Arbeit in den Gebüschen und die Vögel zwitschern vergnügt. Auf einer Wiese flattern bunte, schön gemusterte Schmetterlinge. Die ganze Landschaft sieht aus wie gemalt. Wie eine perfekte Landschaft, so als könne sie so gar nicht existieren. Tief atmest du durch, drehst dann um und schlenderst gemächlich zum naheliegenden Café. Es ist gerade mal 09:00 Uhr, heißt, du bist pünktlich. Im Speisesaal sitzen schon einige Gäste und frühstücken. Lächelnd trittst du an ihnen vorbei und eilst in die Küche, wo du schon erwartet wirst. Du bist heute Morgen nämlich alleine mit nur noch einer anderen Kollegin. Alle anderen sind krank geworden. Also ist der Arbeitstag heute besonders stressig. Die ganze Zeit rennst du umher, bringst noch den ein oder anderen Orangensaft und räumst einen Tisch nach dem anderen ab. Deine Kollegin ist ebenso gestresst und in der Küche, in der drei Mitarbeiter tüfteln, herrscht große Aufruhr. So geht das 3 Stunden, dann wirst du abgelöst.
    Langsam trottest du wieder nach Hause. Vorsichtig schließt du die Tür auf und betrittst den Flur. Dort steht bereits Tiefsee, die dich mit großen Augen erwartet. Du musst bei dem Anblick des süßen Kätzchens lächeln und streichelst ihr verliebt über den Rücken. Daraufhin sprintet die graue Katze ins Wohnzimmer, springt dort auf das Sofa und erwartet von dir, dass du dich neben sie setzt und streichelst. Schmunzelnd gesellst du sich also zu der tief schnurrenden Katze. Eine Weile sitzt du dort neben ihr, bis auf einmal jemand vor der Haustür steht. Verwundert stehst du auf und machst die Tür auf. Zu deiner Verwunderung ist es der Postbote. Er drückt dir einen Haufen Briefe in die Hand und verschwindet dann wieder. Seufzend pfefferst du die Post auf den Küchentisch, setzt dich niedergeschlagen hin und liest sie dir durch. Bemitleidend seufzt du:„Na toll. Eine Rechnung, eine Nachricht, dass das Konto meiner Eltern noch gesperrt werden muss und Werbung. Hm, was ist das denn?“ Vorsichtig ziehst du einen anderen Brief aus dem Haufen. Er ist in einem gelben Umschlag und darauf ist gut leserlich dein Name geschrieben. Verwundert öffnest du den Brief.
    Hallo, (d/n).
    Mein Name ist Francisco. Vielleicht erinnerst Du Dich noch an mich. Allerdings ist es lange her. Ich bin ein Freund Deines Vaters gewesen. Wie ich vor einigen Tagen nämlich erfahren habe, sind er und Deine Mutter vor einiger Zeit bei einem Autounfall verstorben. Das tut mir wirklich unfassbar leid für Dich und ich bemitleide Dich wirklich sehr.
    Du wunderst Dich mit Sicherheit, was ich nun von Dir will.
    Naja, Dein Vater und ich haben uns doch vor vielen Jahren zerstritten. Davor gab er mir jedoch etwas. Etwas, was Dir zusteht. Du solltest davon wissen. Eigentlich wollte Dein Vater nicht, dass du davon weißt, doch ich denke, dass es nun an der Zeit ist.
    Ich habe Dir meine Adresse beigelegt. Komme mich am Freitag besuchen, dann werden wir uns eingehend unterhalten. Habe keine Angst, es ist nichts Weltbewegendes. Es ist lediglich ein kleines Geheimnis, das nun an Dich weitergegeben wird.
    Schöne Grüße,
    Francisco

    Francisco? An den erinnere ich mich. Das war Vaters bester Freund. Dann haben sie sich auf einmal nicht mehr verstanden, warum auch immer. Und nun hat er etwas für mich von meinem Vater? Das ist doch sehr seltsam. Egal, ich werde einfach mal dort hingehen. Dann finde ich auch heraus, was er will. Du wagst einen kurzen Blick auf die Uhr und stöhnst daraufhin auf. Na toll. Jetzt muss ich auch noch direkt weiter zum Hauptquartier. Um mit Sehun zu üben. Juhu!
    Schwerfällig erhebst du dich vom Stuhl und begibst dich mit Rucksack auf den Weg.

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    Müde versuchst du, deine Augen offen zu halten. Deinen Kopf stützt du schon halb im Schlaf auf dem Tisch ab. Neben dir erzählt Sehun begeistert etwas über Excel, ein Computerprogramm. Er lobt es in den Himmel, während du gar nicht mehr zuhörst. Gespannt erzählt Sehun einfach weiter, der gar nicht bemerkt, dass du nicht bei der Sache bist. So langsam schwindet deine Konzentration komplett und du nickst ein. Plötzlich wirst du wach, als eine große, warme Hand sich behutsam auf deine linke Schulter legt. Erschrocken reißt du die Augen auf. Hinter dir vernimmst du Namjoons Stimme:„Kommt ihr voran? Das sieht doch schon gut aus. Hat (d/n) schon viel dazugelernt? Kann sie schon selbst alles überprüfen?“ Sehun räuspert sich mit einem tötenden Blick zu dir:„Ja, sie macht sich so langsam. Sie wird das vielleicht nie als ihre Hauptbeschäftigung hier wählen, aber komplett unbegabt ist sie auch nicht. Sie ist fleißig. Wirklich, ich kann sie nur loben.“ Jetzt klopft Namjoon dir stolz auf die Schulter und freut sich:„Super. Wenn das so ist, würde ich vorschlagen, dass deine vorrübergehende Schülerin noch die nächsten drei Tage mit dir alles übt und dann selbst tätig wird. Du kannst sie dann ja überprüfen. Also, ich wünsch' euch was! Gute Arbeit übrigens, (d/n)!“ Der Anführer verschwindet wieder und du schenkst Sehun einen dankbaren Blick. Dieser murmelt etwas beleidigt:„Nächstes Mal stehe ich nicht für dich ein. Du weißt, dass ich nicht blöd bin. Ich weiß ganz genau, dass du am schlafen warst. Wie auch immer, ab jetzt richtest du deine Aufmerksamkeit ganz auf die Arbeit, verstanden?“ Dankbar fällst du Sehun kurz um den Hals:„Danke, Sehun. Deine Eltern haben deinen Namen weise gewählt. Du hast wirklich einen Orden in der Gesellschaft verdient. Sehun, das heißt es. Er hat einen Orden in der Gesellschaft verdient. Es stimmt. Danke!“ Sehun nickt abweisend:„Ja, du kannst mich jetzt wieder loslassen. Es war nun auch nichts Weltbewegendes.“ Du lachst leise und konzentrierst dich nun, Sehun zu Liebe.
    Nach etwa einer Stunde seid ihr fertig für heute und du kannst wieder fahren. Du gehst noch schnell durch dein Büro und triffst beim Rausgehen zufällig auf Yoongi und Jimin. Beide lächeln dich an. Jimin grinst:„Na, alles klar? Wie war der Unterricht mit Sehun?“ Du lachst:„Super, wie immer. Wie sollte es auch anders sein?“ Yoongi lächelt etwas verlegen, als du ihn vorsichtig anlächelst. Jimin geht auf einmal weiter. „Tut mir leid, dass ich euch schon wieder verlassen muss, aber ich habe noch zu tun. Ich lasse euch dann mal alleine, euch zwei“, fügt er mit einem Grinsen hinzu. Yoongi schubst ihn daraufhin verschmitzt lächelnd leicht an die Seite. Jetzt steht ihr alleine auf dem Flur und die Stille zwischen euch ist dir etwas peinlich. Schließlich bricht Yoongi die Stille und fragt:„Kann ich dich auf einen Kaffee oder so einladen?“ Schüchtern und mit knallrotem Kopf erwiderst du:„Klar, gerne. Also, nur, wenn du willst.“ Yoongi lächelt beteuernd und ihr geht los. Ihr begebt euch zu einem kleinen Café in der Nähe. Dort setzt ihr euch zusammen an einen Tisch und Yoongi gibt dir ein Getränk aus. Währenddessen unterhaltet ihr euch. Yoongi fragt viele Sachen, wie zum Beispiel, wie es Tiefsee geht. Du antwortest:„Der geht es super. Sie ist jetzt wirklich ganz zahm und sie ist total verspielt. Sie ist super süß.“ Yoongi lächelt:„Ja, das stimmt. Das hat sie von ihrer Besitzerin.“ Erschrocken und verwirrt über diese plötzliche Aussage, öffnest du den Mund und fragst stotternd:„Bitte? Wie meinst du das?“ In diesem Moment kommt jedoch die Bedienung mit den Getränken und dein Mentor geht dieser Frage einfach geschickt aus dem Weg. Er murmelt einfach nur:„Mein Kaffee schmeckt gut. Wie ist dein Getränk?“ Du stotterst nur:„Äh, ja. Gut.“ Ohne dir Zeit zu lassen, noch etwas zu sagen, brabbelt Yoongi weiter:„Kannst du dir vorstellen, das mit der Videoüberwachung und so als, Hauptberufung nenne ich es mal, zu übernehmen?“ Deine vorherige Frage vergessen antwortest du:„Ne, eher nicht. Ehrlich gesagt, finde ich es furchtbar langweilig. Wobei das wieder ein kleines Problem darstellt. Ich möchte die Leute nur ungerne töten, möchte aber auch nicht so einen langweiligen Bürojob annehmen. Viel Auswahl gibt es da nicht mehr.“ Yoongi schlürft nachdenklich an seinem Getränk. Leise meint er:„Ja, dann könnte es schwierig werden, etwas für dich zu finden. Alles, was sonst noch von Nutzen wäre, wäre entweder ärztliche Behandlung, so, wie Jin es macht oder aber du wirst Doppelagentin, wobei das für viele sehr schwierig ist. Du müsstest die Stadt wechseln dafür. Und die Identität auch. Das könnte kompliziert werden.“ Nachdenklich nickst du nur. Noch etwa 25 Minuten sitzt ihr dort in entspannter Atmosphäre.
    Schließlich wird es Zeit, nach Hause zu gehen und ihr verabschiedet euch voneinander.
    Zuhause angekommen, wirfst du deine Sachen in den Flur. Tiefsee streicht hungrig um deine Beine und du gibst ihr etwas zu fressen. Jetzt pflanzt du dich auf das Sofa und schaust dir noch einmal den Brief von Francisco an.
    Seltsam. Wirklich seltsam. Was will er wohl von mir? Naja, Freitag werde ich es herausfinden. Aber er wohnt 45 Minuten von hier entfernt. Egal, es wird mich wohl nicht umbringen. Hoffe ich zumindest. Plötzlich vibriert dein Handy. Du hast eine Nachricht bekommen. Verwundert und gespannt öffnest du sie. Es ist Miga.
    Hey, wie geht's dir? Erinnerst du dich daran, dass wir morgen proben? Schnell antwortest du: Mir geht's gut. Und selbst? Klar erinnere ich mich an die Probe. Schon wenige Sekunden später antwortet Miga: ((green)OK, dann bis morgen. Man sieht sich. Gelangweilt legst du dein Handy wieder weg und legst dich auf das Sofa. Tiefsee springt neben dich und erwartet von dir, dass du sie streichelst. Das machst du auch und denkst währenddessen über die heutigen Geschehnisse nach. Videoüberwachung ist echt was Langweiliges. Ist zwar gut, dass es diese Abteilung gibt, aber für mich ist das nichts. Für Yoongi war es ja auch nichts. Yoongi. Er benimmt sich in letzter Zeit so seltsam. Oder bilde ich mir das einfach ein? Er hat heute gesagt, dass Tiefsee ihre Süßheit von ihrer Besitzerin hat. Und die bin bekanntlich ich. Was sollte er damit sagen? Findet er mich wirklich süß oder wollte er mir einfach ein Kompliment machen? Ich weiß es nicht. Aber vielleicht kann Jimin mir bei dieser Frage helfen. Ich werde ihn gleich mal anrufen. Ja, er wird mir das mit Sicherheit erklären können. Schließlich ist er jeden Tag mit Yoongi zusammen. Jeden Tag. Was für ein Glück Jimin doch hat. Jeden Tag mit dem perfekten Yoongi verbringen...

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    Es klingelt an der Tür, du schnappst schnell deine Jacke und gehst erwartungsvoll raus. Miga steht vor der Tür, hinter ihr der Wagen ihres Bruders, Baekhyun. Hastig steigt ihr ein und fahrt los. Miga erzählt aufgeregt:„Ich freue mich schon total. Ich meine, hallo? Ich singe einen Song mit BTS und komme eventuell sogar mit ihnen auf Tour für die Zeit und habe heute schon die zweite gemeinsame Probe. Und das beste ist, dass du dabei bist! Zwar nicht als Sängerin, sondern als Helferin bei der Produktionsleiung, aber das ist doch auch schon was. Bist du auch so aufgeregt wie ich?“ Du lächelst:„Ich bin schon etwas aufgeregt, aber es hält sich in Grenzen. Ich meine, BTS sind auch nur Menschen. Warum sollte ich sie also so vergöttern? Naja, ist ja auch egal. Ich bin dir wirklich dankbar, dass du mich mitnimmst.“ Miga grinst stolz und plötzlich fragst du grinsend:„Du Miga, wie findest du eigentlich diesen Jungkook? Der ist schon ganz süß, nicht?“ Miga wird knallrot und glotzt ertappt aus dem Fenster. Währenddessen murmelt sie undeutlich:„Wenn du meinst. Also, ich finde ihn wohl ganz nett.“ Ein breites, gemeines Grinsen macht sich auf deinem Gesicht breit. Du stupst deine beste Freundin an und sie dreht sich wieder zu dir um. Als sie deinen triumphierenden Blick bemerkt, prustet sie los. „Boah, jetzt hör doch mal auf, so zu grinsen. Toll, dann mag ich ihn halt. Hast du was dagegen? Du magst doch bestimmt auch einen von ihnen. Hier, mit Jimin verstehst du dich doch ganz gut. Ich kritisiere dich deswegen doch auch nicht. Ich stehe wenigstens dazu, dass ich Kookie unheimlich süß finde!“ „Kookie?“, fragst du mit einem immer breiter werdenden Grinsen. Miga schubst dich freundschaftlich und du stößt dir den Kopf an der Scheibe. Ein lautes „Aua“ entfährt dir, woraufhin ihr beide lachen müsst. Baekhyun beobachtet euch durch den Rückspiegel und schüttelt schmunzelnd den Kopf.
    Endlich angekommen nach der lustigen Fahrt, steigt ihr aus. Noch immer kichernd betretet ihr das Gebäude und macht euch auf den Weg zum Proberaum. Baekhyun muss in einen anderen Raum, also verabschiedet ihr euch vorläufig schonmal voneinander. Im Moment steht ihr vor der Tür zum Proberaum, aus dem schon laute Musik dringt. Vorsichtig klopft ihr an und stoßt die Tür auf. Verstört bleibt ihr stehen und starrt in das Innere des Raumes. Die sieben Jungs tanzen alle verrückt durcheinander zu einem lustigen Song. Die Tänze sind alle sehr albern. Jin und Hoseok hüpfen wie wild rum, Tae hat Yoongi auf den Schultern und hüpft dabei ebenfalls auf und ab. Namjoon steht daneben, bevor Yoongi runterfällt und bekommt eine Hand ins Gesicht geschlagen. Jungkook tanzt hinten in seiner Ecke eine der vielen Choreographien und was Jimin macht, ist nicht wirklich zu definieren. Kurz gesagt, ein wahres Schaubild der Götter erscheint euch. Alle tanzen durcheinander und niemand macht etwas Normales. Plötzlich bemerken Jungkook und Jimin euch, kommen auf euch zu, ziehen euch auf die Tanzfläche und tanzen mit euch. Während Miga und Jungkook einfach nur wild auf der Stelle hüpfen, wirbelt Jimin dich wild durch den ganzen Raum, bis du unter Lachen hinfällst, Tae über dich stolpert und samt Yoongi auf seinen Schultern hinfliegt. Zum Glück steht Jin noch dazwischen, sodass Yoongi auf ihn fällt und nicht auf den Boden. Allerdings wird Jin durch Yoongi auf den Boden geworfen, hält sich an Hoseok fest, woraufhin dieser ebenfalls auf den Boden gezogen wird und irgendwie liegen plötzlich alle auf dem Boden. Großes Gelächter bricht aus. Jin, der ganz unten liegt, bekommt vor Lachen und dem Hintern von Yoongi in seinem Gesicht keine Luft mehr und du musst Yoongi, den die Kraft vor Lachen verlassen hat, von ihm runterziehen. Jetzt sitzt, bzw. liegt ihr alle lachend auf dem Boden. Nach einer Ewigkeit könnt ihr euch endlich wieder fassen und ihr beginnt mit dem richtigen Proben. Die Jungs und Miga singen ihre Songs, während du mit dem Team nebenan sitzt und die Hintergrundgeräusche passend einstellst. Mal müssen die Trompeten lauter erklingen, mal das Klavier. Manchmal spielt auch niemand, sondern die Passage wird einfach nur gesungen. Am Ende des Songs musst du noch ein paar Sachen einstellen und ihr könnt euch den fertigen Song anhören. Es hört sich schon gut an, aber ihr nehmt es noch ein zweites Mal auf. Wie sich später herausstellt ist die erste Aufnahme besser gelungen und diese verwendet ihr schließlich auch. Nun geht es darum, eine Choreographie zu überlegen. Da darfst du auch mitmachen. Schließlich habt ihr euch etwas überlegt und ihr versucht, es zu tanzen. Allerdings dauert es ein bisschen, bis jeder weiß, was er machen muss. Letztendlich weiß jeder so ungefähr, was er wann machen muss. Jedoch müssen alle noch sehr viel dafür üben. Das verschiebt ihr jedoch auf die nächsten Proben. Jetzt seid ihr für heute erstmal fertig. Ihr beschließt, in die Villa zurückzukehren und dort einfach ein wenig zu singen, zu tanzen und Spaß zu haben. In der riesigen Villa angekommen, möchte Jimin eben etwas aus seinem Zimmer holen. Du folgst ihm schnell, denn du bist noch gar nicht dazu gekommen, ihn wegen Yoongi zu fragen. Vorerst merkt dein Kumpel gar nicht, dass du hinter ihm läufst, weshalb er sich ziemlich erschreckt, als du dich räusperst. Vorsichtig beginnst du deinen Satz:„Jimin, ich habe eine Frage an dich. Und zwar geht es um Yoongi. Also, ich war letztens mit Yoongi einen Kaffee trinken und da meinte er auf einmal, dass meine Katze ihr süßes Aussehen von mir habe. Ich weiß jedoch nicht genau, wie er das meinte. Ich wollte eigentlich nur fragen, ob er immer solche Aussagen macht oder, ob das selten ist. Weil...
    Du weißt, warum ich frage.“ Jimin lächelt amüsiert und kichert:„Ja, ich weiß, warum du das fragst. Naja, typisch sind solche Aussagen von Yoongi sowieso nicht. Generell merkt man, dass er dich sehr gerne mag. Hast du das noch gar nicht bemerkt? Er findet dich richtig toll. Er schwafelt andauernd von dir.“ Überrascht stotterst du:„Wirklich? Er mag mich?“ Dein bester Freund nickt schmunzelnd und du lässt dich verwirrt auf sein Bett fallen. Plötzlich fragst du:„Aber, wenn er mich einfach nur auf eine freundschaftliche Art mag? Ich weiß sowieso nicht, was ich denken oder machen soll. Ich meine, ich habe mich wirklich in ihn verliebt, aber er ist ein Schwerverbrecher. Würde eine solche Beziehung überhaupt funktionieren? Jimin, jetzt sag doch auch mal was!“ Jimin amüsiert sich:„Naja, ich kann dir jetzt auch nicht solche seltsamen Tipps geben, aber ich würde sagen, dass wir jetzt erstmal wieder zu den anderen gehen. Du wirst schon noch merken, ob Yoongi die richtige Entscheidung ist. Aber lass uns erstmal wieder zurückgehen. Du wirst bestimmt schon vermisst. Von Yoongi.“ Du verpasst Jimin einen leichten Schlag gegen den Arm und folgst ihm zu den anderen. Ob Yoongi wohl die richtige Entscheidung wäre? Ein Schwerverbrecher? Lass es mich herausfinden...

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    Einige Tage sind vergangen und ebenso viele weitere, lustige Probestunden. Das Gefühl, dass du dich wirklich in Yoongi verliebt hast, hat sich nur noch verstärkt. Allerdings weißt du immer noch nicht genau, ob er auch etwas für dich empfindet oder ob Yoongi wirklich die richtige Wahl wäre.
    Heute findet keine Probe statt, aber du musst erst zum Hauptquartier und dann abends bis spät in die Nacht in neuen Speisesaal des Cafés arbeiten. Die Hochschule hast du bereits überstanden und jetzt bist du auf dem Weg zum Hauptquartier.
    Wie immer wird dir direkt aufgemacht und deine Anwesenheit verzeichnet. Du schlenderst gemütlich den Flur entlang und triffst dort auf Donghae. Du lächelst ihm freundlich zu und er beginnt ein Gespräch:„Hey, wie geht's dir?“ Du antwortest ehrlich:„Gut. Ich habe nur etwas Stress wegen der Hochschule momentan. Das geht aber noch. Und selbst?“ Dein Kumpel erwidert:„Ach, mir geht's auch gut. Ich gehe heute Abend mit Choi essen. In so einem neuen Restaurant bei einen Café.“ Du lächelst:„Oh, tatsächlich? Da arbeite ich heute Abend. Dann sehen wir und ja bestimmt noch einmal. Du, ich muss jetzt auch schon weiter.“ Donghae lacht:„Cool. Ja, dann sehen wir uns noch. Ach ja, bevor ich es vergesse, Yoongi will dich sprechen.“ Du nickst kurz und machst dich dann etwas nervös auf den Weg zu Yoongis Büro. Du wirst immer so aufgeregt, wenn du mit Yoongi in einem Raum alleine bist. Vor der Tür klopfst du an und direkt ertönt Yoongis Stimme. Vorsichtig stößt du die Tür nun auf und du erblickst deinen Mentor. Er beäugt dich ausdruckslos und fängt schließlich an, zu erzählen:„Hi, wie du weißt, sind wir in einem Monat auf Tour. Deine Freundin Miga wird natürlich dabei sein. Namjoon hat vorgeschlagen, dass du mitkommen könntest. Du weißt schon, als Händchen für alles. Du könntest beim Aufbau der Bühne helfen, beim Soundcheck und all solchen Sachen. Theoretisch kannst du aber auch hier bleiben und die Stellung halten. Das ist mir eigentlich ziemlich egal.“ Du überlegst kurz und stotterst dann los:„Naja, ich müsste gucken, wie das mit den ganzen Klausuren aussieht. Aber ansonsten würde ich wirklich gerne mitkommen. Ich schaue mal.“ Yoongi nickt nachdenklich und meint plötzlich:„OK. Das werde ich Namjoon ausrichten. Ich denke, du musst nun zu Sehun, nicht?“ Wortlos nickst du, woraufhin Yoongi ebenso gedankenverloren nickt. Schließlich flüsterst du förmlich:„Ich geh dann mal.“ Ohne ein weiteres Wort trottest du wieder heraus und zu Sehun.
    Angestrengt versuchst du, nicht die Konzentration zu verlieren. Sehun erzählt neben dir allerlei Dinge und du musst in der Zeit etwas im Computer eintippen. Heute ist die letzte Stunde, bevor du eine Weile alleine arbeiten sollst.
    Letztendlich erklärt Sehun:„Du schaffst das schon. Wenn du Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an mich wenden. Also, da du ein eigenes Büro hast, wirst du von da aus alles machen. Ein Telefon hast du da stehen. So kannst du mich einfach anrufen. Ich sitze so ziemlich immer hier bei meiner Stelle. Also, viel Erfolg!“
    Etwas verloren nickst du und verschwindest in dein eigenes Büro. Langsam setzt du dich an deinen Computer und startest das Programm. Du öffnest einige Überwachungen und erkennst einige Leute, die aus Gebäuden rein und raus spazieren. Im Endeffekt passiert nichts Besonderes und nach zwei Stunden, die du dort einfach nur rumhockst, schließt du das Programm wieder und gibst den Auftrag weiter. Nun kannst du wieder gehen. Auf dem Flur triffst du erneut Yoongi. Ihr beginnt ein kurzes Gespräch. Yoongi beginnt:„Und, was machst du die Tage noch so?“ Du erzählst:„Ach, nichts Besonderes. Heute Abend muss ich im Restaurant arbeiten und morgen treffe ich mich mit einem alten Freund meines Vaters. Sie haben sich damals vor dem Unfall zerstritten und jetzt weiß er erst, dass meine Eltern verstorben sind. Er sagt, er wolle mir etwas von meinem Vater geben.“ Verwirrt fragt Yoongi:„Aha. Wie heißt der ehemalige Freund deines Vaters denn?“ Schnell antwortest du:„Francisco. Wieso fragst du?“ Yoongi stammelt schnell:„Ach, nur so. Ich wollte dich eigentlich fragen, ob du morgen mit mir etwas unternimmst. Ich habe nämlich den ganzen Tag über nichts zu tun. Aber dann ist egal.“ Unüberlegt schlägst du vor:„Achso. Wenn du willst, kannst du doch auch mitkommen. Ich habe sowieso keine Lust, alleine da hinzugehen. Ich kenne den Mann doch gar nicht wirklich.“ Yoongi lächelt:„Ja, das wäre sehr nett. Wann willst du denn morgen dort hin.“ Du erzählst ihm schnell die Uhrzeit und dein Mentor bevorzugt:„Ich kann auch fahren. Dann würde ich dich abholen. Ich bin vorher nämlich eh noch mit dem Wagen unterwegs.“ Du stimmst zu und ihr geht wieder auseinander. Du läufst nun zurück nach Hause und Yoongi geht ebenfalls seinen eigenen Weg.
    Zuhause angekommen legst du dich eine Weile hin, bevor du arbeiten musst.
    Warum Yoongi wohl gerade etwas mit mir unternehmen wollte? Er hat doch bestimmt sehr viele andere Leute, mit denen er etwas machen kann. Empfindet er vielleicht doch etwas für mich und das war ein angespieltes Date? Nein, wahrscheinlich ist ihm nur langweilig. Oder?

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    Na toll. Jetzt darf ich erst mal 4 Stunden in einem vollen, stickigen Raum arbeiten. Und Juhee, ich meine Choi, ist auch dabei. Super. Naja, was soll's?
    Schnell ziehst du dir noch ein schwarzes T-Shirt über, deonierst dich ein und kämmst schnell deine Haare durch. Eilig greifst du nach deinem Autoschlüssel und verlässt das Haus. Teifsee schaut dir wehleidig nach. Währenddessen steigst du demotiviert in den Wagen. Es beginnt bereits, zu dämmern und die orange Sonne steht tief über den ganzen Gebäuden. Tief atmest du aus. „Wie wunderschön der Sonnenuntergang doch ist“, flüsterst du leise vor dich hin. Wehleidig startest du schließlich den Motor und fährst los. Nach schon wenigen Minuten kommst du an deinem Arbeitsplatz an und steigst aus. Durch die Mitarbeitertür trittst du ein. Sofort triffst du dort auf Tran und ein paar andere Mitarbeiter. Sie alle sind, nach Vorschrift, schwarz gekleidet, ebenso wie du, und legen sich gegenseitig die Schürzen um. Du tust es ebenso. Heute ist nämlich eine große Fete in dem Saal und viele reiche Leute sind versammelt. Deshalb müsst ihr heute einen guten Eindruck hinterlassen. Mit der Schürze um deine Hüfte gebunden machst du dich auf den Weg zur Küche. Heute arbeitest du als Bedienung. Der Koch schickt dich gleich mit zwei Tellern, köstlich riechendem Essen in den Saal. Du liefserst dieses zuverlässig aus und bedienst sofort den nächsten Tisch. Daran sitzt ein reiches Ehepaar, das sehr alt ist. Der Mann scheint sehr gesprächsbedürftig zu sein, denn er fragt dich andauernd nach dem neuen Restaurant, wie lange du schon dort arbeitest, ob die Arbeit Spaß macht, ob es dein Hauptberuf ist und all solche Sachen. Du bist zwar etwas genervt, lässt dir aber nichts anmerken. Du bleibst höflich wie immer und lächelst dauerhaft. Allerdings bist du froh, als das Paar endlich wieder geht. Du arbeitest gerade mal seit einer Stunde, da treffen schon Donghae und seine Freundin Choi ein. Du lächelst ihnen freundlich zu und führst sie zu ihren Platz. Während Donghae dich ebenfalls freundlich anlächelt, betrachtet Choi dich eher mit einem verabscheundem Blick. Dies ignorierst du jedoch gekonnt.
    Du bist gerade in der Küche, um zwei neue Teller abzuholen, da herrscht eine große Unruhe im Saal. Verwirrt blickst du durch die Tür und erkennst sieben vertraute Gesichter. BTS! Du schmunzelst belustigt. In dem Moment scheint Jimin dich zu sehen, denn er stupst die anderen an und deutet auf dich. Daraufhin winken dir alle grinsend. Dies hat zur Folge, dass sich einige Gäste umdrehen und dich anstarren. Du wirst zwar etwas rot, machst aber direkt mit der Arbeit weiter. Schnell lieferst du die Teller aus und nimmst danach die Bestellung der Jungs auf. Alle grinsen dich an, besonders Jimin und Tae. Schließlich sind die beiden deine so ziemlich besten Freunde. Während du die Bestellung aufschreibst fragst du belustigt:„Was macht ihr hier überhaupt?“ Namjoon erzählt mit einem Grinsen zu Yoongi hin:„Wir wollten essen gehen und Yoongi sagte, er wolle hier hin. Mit der Begründung, dass das Restaurant ganz neu sei und tolle Bewertungen habe. Dass du hier arbeitest, hat er uns jedoch nicht erzählt. Wahrscheinlich mit Absicht, hm Yoongi?“ Dein Mentor wir etwas rot und rechtfertigt sich:„Wieso? Es ist doch schön hier. Außerdem hat (d/n) mir heute erzählt, dass sie hier arbeitet und da dachte ich: Wieso nicht? Ich muss euch doch nicht alles im kleinsten Detail erzählen, oder? Ihr seid doch keine geheime Organisation, die Menschen ausspioniert!“ Hoseok lacht:„Doch, eigentlich sind wir das schon.“ Yoongi schlägt seinem Freund daraufhin leicht gegen den Arm. Beleidigt murmelt er:„Du weißt, was ich meine!“ Alle am Tisch lachen und starren den leicht erröteten Yoongi an. In der Zeit verschwindest du wieder, um die Bestellungen an die Küche weiterzugeben.
    Noch etwa 2 Stunden arbeitest du, unterhälst dich zwischendurch mal mit den Jungs oder Donghae. Am Ende, als du fertig bist mit deiner Schicht, haben auch die Jungs zu Ende gegessen. Gleichzeitig mit ihnen verlässt du das Gebäude und Jimin und Tae sprechen dich von beiden Seiten an:„Du hast wunderbar gekellnert. Wirklich. Deswegen hat Yoongi dir ja auch so viel Trinkgeld gegeben.“ Tae verbessert Jimin:„Meinst du? Ich glaube eher wegen etwas anderem.“ Beide deine Freunde drehen sich grinsend zu Yoongi um. Dieser bemerkt das allerdings gar nicht. Er starrt vertäumt auf den Boden. Du suchst hoffnungsvoll den Blick deines Mentors. Jedoch schaut er dich nicht an. Tae stupst dich an und grinst frech. Du schubst ihn etwas und murmelst leise zu Jimin:„Jimin? Hast du ihm etwas erzählt?“ Jimin schüttelt grinsend den Kopf:„Nein. Es ist einfach nur auffällig, dass du Yoongi magst.“ Du seufzt leise:„Er selbst weiß aber nichts davon, oder?“ Tae, der das Gespräch verfolgt hat, schüttelt den Kopf. „Nein, der merkt das nicht. Wenn man selbst betroffen ist, bemerkt man das nicht. Keine Sorge“, beruhigt dein Kumpel dich. Dankbar lächelst du vor dich hin. Jetzt stehst du vor deinem eigenen Wagen und winkst:„Man sieht sich. Bis morgen, Yoongi und gute Nacht!“ Bei deinem letzten Satz drehen sich auf einmal alle überrascht zu Yoongi um und er sieht etwas erschrocken aus. Lächelnd schmeißt du den Motor an und fährst zurück. Scheint so, als wüssten die anderen nicht, dass Yoongi und ich uns morgen treffen.

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    Das heiße Wasser prasselt auf deinen Körper und lässt dich entspannen. Die Scheiben sind beschlagen und es riecht nach deinem Lieblings-Shampoo. Du stellst die Dusche aus und trocknest dich mit einem Handtuch ab. Ebenfalls trocknest du deine Haare und ziehst dir frische Klamotten an. Nun schlenderst du in die Küche, wo du Tiefsee ein bisschen Wasser gibst.
    Es ist gerade mal 10:00 Uhr und du wartest darauf, dass Yoongi dich abholt, um zu diesem Francisco zu fahren. Gemächlich trinkst du deinen Kakao und liest dabei Zeitung. Zwei Mordfälle in deiner Stadt - Täter unbekannt. Die Opfer? Ein Geschäftsführer einer Firma, die Metallteile für Autos herstellt und ein in der Politik aktiver Mann. Tod durch eine Schusswaffe. Getötet wurden beide an der selben Stelle in einer Gasse. Einziger Hinweis auf den Täter: Es gibt keinen Hinweis.
    Wow. Wer das wohl war? Welch ein Zufall, dass beide zu der gegnerischen Mafia gehören. Tja, was soll man machen? Jetzt haben meine Kollegen sie schließlich schon getötet.
    Kopfschüttelnd schlürfst du weiter deinen Kakao. Jetzt klingelt es an der Tür. Du trinkst schnell aus, schnappst deine Jacke und öffnest die Tür, vor welcher, wie erwartet, Yoongi steht. Du folgst ihm in seinen Wagen und Yoongi tippt die gesuchte Adresse in sein Navi ein. Währenddessen meint Yoongi:„Hey, danke noch einmal, dass ich mitkommen darf. Sonst hätte ich mich heute mit Sicherheit zu Tode gelangweilt.“ Du lächelst selbstverständlich. Schließlich fahrt ihr los. Auf der langen Fahrt unterhaltet ihr euch über alles Mögliche. Yoongi erzählt, dass die anderen Jungs bei ihren Familien sind, seine jedoch nicht zuhause ist. Daraufhin lächelst du traurig, weil du dich daran erinnerst, dass du deine Eltern nie mehr wiedersehen wirst. Außerdem erzählt Yoongi, dass er momentan dabei ist, einen neuen Song zu schreiben. Er wisse jedoch nicht, welches Instrument er als Begleitung nehmen soll. Daraufhin schwärmst du:„Also ich persönlich finde das Klavier mega schön. Das kannst du doch auch spielen. Ich selbst würde auch so gerne Klavier spielen können, aber ich habe es nie gelernt. Leider.“ Yoongi schmunzelt etwas stolz und meint:„Ich kann dir ja mal ein Lied auf dem Klavier beibringen, wenn du mal Zeit hast.“ Du freust dich:„Das wäre wirklich wundervoll.“ Den Rest der Fahrt redet ihr noch viel miteinander. Letztendlich kommt ihr bei Franciscos Haus an. Es ist ein großes, altes Gebäude, das alleine steht. Die Farbe blättert schon von den Wänden ab und Efeu klettert bis aufs Dach hinauf. Die Tür ist alt und aus Holz bestehend. Ehrfürchtig blickst du deine Begleitung an, welche etwas nervös auf das Gebäude starrt. Schließlich flüstert er:„OK, los geht's!“ Leise steigt ihr beide aus und schreitet auf das Haus zu. Die Tür hat keine Klingel, also musst du klopfen. Zögernd blickst du Yoongi an, welcher nur zustimmend nickt. Also fasst du dir ein Herz und klopfst an. Schon nach kurzer Zeit öffnet jemand vorsichtig einen Spalt die Tür. Die Visage eines heruntergekommenen Mannes lächelt dich hässlich an. Der Mann öffnet die Tür nun ganz und ein breites Grinsen erscheint auf seinem Gesicht, als er auch Yoongi sieht. Der Mann grinst:„Ah, (d/n)! Da bist du ja. Ich habe dich schon erwartet. Und du hast deinen Freund mitgebracht. Wie schön.“ Jetzt starrt er Yoongi direkt an, welcher etwas angewidert zu sein scheint, gibt ihm die Hand und murmelt:„Hallo, ich bin Francisco. Deine Herzensdame hier, wird dir bestimmt schon von mir erzählt haben.“ Dein Mentor zwingt sich zu einem Lächeln und verbessert Francisco:„Ich bin nicht ihr fester Freund. Wir sind lediglich normale Freunde. Eine Liebesbeziehung gibt es da nicht.“ Francisco lächelt wieder hässlich mit seinen verfärbten Zähnen:„Noch nicht. Noch nicht.“ Jetzt lädt er euch plötzlich mit einer Handgeste in sein Haus ein und du blickst Yoongi verunsichert an. Diesem scheint die Situation ebenso unwohl zu sein. Jedoch gibt er dir ein Zeichen, dem Mann in sein Haus zu folgen und folgt selbst ebenfalls. Der alte Freund deines Vaters humpelt motiviert und mit einem irgendwie verrücktem Lächeln in seine kleine, rauchige Küche. Die Wände sind schmierig und es stinkt nach Zigarren. Yoongi zieht angewidert die Nase hoch, während Francisco euch bedeutet, sich zu setzen. Wie euch befohlen setzt ihr euch auf die knarrenden Holzstühle. In der Zeit rennt der Mann, der eher aussieht wie ein Obdachloser, zu seinem ranzigen Schrank, kramt dort drei Holzbecher raus und füllt euch etwas Wasser ein. Die drei Becher stellt er nun auf den Tisch und setzt sich selbst dazu. Blöd grinst Francisco zu Yoongi gewandt:„Und du bist nicht ihr Freund? Das ist aber schade. Egal, kann sich ja noch ändern. Was machst du denn hauptberuflich?“ Yoongi stammelt überfordert:„Äh, also ich arbeite in einer Werkstatt als Mechaniker für Autos.“ Francisco, der gerade an seinem Wasser nippt, lässt begeistert den Becher sinken. Er ruft aus:„Das ist ja fabelhaft! Dann kannst du bestimmt mein Auto reparieren. Ich hätte schon vor Jahren damit los gemusst, aber ich bin zur Zeit etwas knapp bei Kasse. Gib mir einen Moment, ich hole eben die Papiere.“ So verschwindet euer Gastgeber in den Tiefen seines Hauses und du flüsterst überrascht:„Warum hast du nicht die Wahrheit gesagt, was deinen Beruf betrifft?“ Yoongi erwidert wachsam:„Der Kerl ist mir nicht geheuer, da erzähle ich doch nicht erstmal meine ganze Lebensgeschichte!“ Du nickst zustimmend:„Mir kommt er auch sehr komisch vor. Ich meine, soweit ich weiß, lebt er schon seit vielen Jahren alleine.“ Jetzt müsst ihr euer Gespräch unterbrechen, denn der schmierige Kerl kehrt mit einem bereits gelb verfärbtem Zettel in der Hand zurück. Du zwingst dich zu einem Lächeln und Francisco haut triumphierend den stinkenden Zettel vor Yoongi, auf den Tisch. Er setzt sich nun direkt neben deinen Mentor und erzählt voller Leidenschaft:„Hier, das sind die Papiere. Der Wagen steht draußen, unter der alten Eiche.“ Deine Begleitung, Yoongi, hält gezwungenermaßen den Atem an, da Francisco so sehr stinkt und starrt verstört auf den Zettel. Er liest sich kurz die Funktionen und das Baujahr des Wagens durch und fragt dann angeekelt:„Meinen Sie den vor Pflanzen grünen Wagen, der ursprünglich mal weiß gewesen sein muss? Der, der die dicke Beule auf der Motorhaube hat?“ Francisco lächelt stolz und nickt dabei heftig. Yoongi verdreht genervt die Augen und erklärt ruhig:„Den kann man nicht mehr reparieren. Der ist für alle Zeit hinüber. Er ist einfach zu alt und mittlerweile auch zu vernachlässigt.“ Traurig macht Francisco einen Schmollmund, zerreißt dann plötzlich die Papiere und brüllt geistesabwesend:„Nicht mehr zu retten?“ Erschrocken weicht ihr etwas zurück, da scheint Francisco wieder bei Sinnen zu sein. Hässlich grinst er euch an, steht auf einmal auf, holt einen schmuddeligen Brief aus einer Schublade unterm Tisch, schiebt ihn zu dir und blickt dich erwartungsvoll an. Mit einem leichten, vermehrten Zucken des Kopfes lacht euer Gastgeber:„Hier, das ist der Grund, weshalb du gekommen bist. Öffne ihn zuhause, alleine. Ja?“ Verwirrt wirfst du einen Blick auf Yoongi. Plötzlich fängt Francisco wieder an zu zetern:„Erzähl es auch nicht deinem Freund hier. Es ist doch dein Brief, nicht seiner!“ Vorsichtig wendest du den Blick wieder von Yoongi ab. Leise fragt Yoongi schließlich:„Woher kommen sie denn überhaupt ursprünglich? Sie scheinen nicht von hier zu kommen?“ Begeistert springt Francisco auf, holt ein paar alte Fotos, schiebt sie euch hin und schreit förmlich verrückt:„Aus Spanien komme ich ursprünglich. Hier, ich habe mit meiner Mutter meinem Bruder und meinen 7 Schwestern auf einem Bauernhof gelebt. Hier, das ist meine Omi gewesen. Und da bin ich mit meinen Geschwistern.“ Interessiert guckt ihr euch beide die Fotos an. Es sind Schwarz-Weiß-Aufnahmen, auf denen ein alter, heruntergekommener Bauernhof zu sehen ist. Viele Kinder stehen vor einem zerbrechlichen Stall. Der seltsame Mann gackert:„Hier, da bin ich mit meiner ganzen Familie. Da sind meine drei großen Schwestern und mein großer Bruder und das sind meine vier jüngere Schwestern. Da ist Mutter und neben ihr sitzt Großmutter, in dem Rollstuhl.“ Plötzlich schwankt Franciscos Stimmung und er beginnt bitterlich zu weinen:„Meine Schwestern, sie sind alle gestorben. Bitterlich gestorben. Diese drei an der Grippe. Ach, wie ich mich noch an die kleine Ana erinnere. So lustig ist sie herumgesprungen, hat so tolle Witze gemacht und immer Pferdchen gespielt. Dann ist sie bitterlich gestorben. Einsam in der Wildnis. Wurde von einem Soldaten erschossen. Die arme Ana. Wie lustig sie doch umhersprang und sang. Immer das selbe Lied! Oh, wie sehr ich auch nur ihre Stimme misse! Die älteste, Alba, wurde verheiratet und von ihrem Manne geprügelt. Bitterlich eingegangen ist sie! Hat es nicht mehr ausgehalten, hat mich allein gelassen. Diese hier wurde entführt von den Soldaten, ich sah sie nie wieder. Und hier, die liebe, gute María, sollte im Krieg hart arbeiten, hat dann einen netten Manne kennengelernt und wurde schwanger von ihm. Getötet haben sie sie. Bitterlich erschlagen, in den Bauch, bis das Baby war tot und sie selbst starb vor Einsamkeit. Nur mein Bruder blieb mir etwas. Doch auch der wurde mir nun genommen. Wurde bösartig erschossen. Vor erst einem Monat. Und die Mutter, wie sehr sie geweint hätte. Schon genug geweint hat sie. Als die Schwestern alle verkümmerten. Nur die María, die war ihr doch egal. Die habe es nicht anders verdient. Aber so geweint hat sie, als ihr der jüngste Sohn noch bei der Geburt abhanden kam. Und der Vater? Der hat uns auch verlassen. Uns alle allein. Bis der Tod uns alle nacheinander holen kam. Nur noch ich bin übrig. Ach, hätte doch wer anders das Unheil überlebt. Die Großmutter starb auch so kläglich. Ach, was traurig ich sie doch alle verloren habe. All die lieben Kinder. Ana! Die kleine Ana und die gute María! Ach, was ist das doch traurig!“ Schreiend weint Francisco und du blickst verstört und gleichzeitig ängstlich zu Yoongi rüber. Dieser ist ebenso verwirrt und verloren in der Situation. Die Situation ist befremdlich und ihr schweigt beide. Nicht einer von euch versucht auch nur, Francisco zu trösten. Schluchzend und das Gesicht in den Händen vergraben sitzt er dort. Nach einer Weile fasst er sich wieder, räumt die Fotos schnell zusammen, küsst sie eilig und steckt sie zurück in seine Lade. Nun steht er schnell auf und hebt ein Kreuz in die Luft. Murmelt einige unverständliche Worte vor sich hin und beginnt wieder zu weinen. Endlich legt er das Kreuz wieder weg und wird plötzlich ganz rappelig. Er zerrt an den Schubladen und zerrt eine Schachtel Zigarren heraus. Schnell stopft er sich eine in den Mund, zündet sie an und beginnt, den Raum mit seiner Zigarre zu verpesten. Unwohl hälst du die Luft an. Plötzlich beginnt der dreckige, eklige Mann wieder durch seine Zigarre zu erzählen und nuschelt dabei sehr:„(d/n), dein Vater war ein toller Mann. Mein bester Freund ist's gewesen. Hat mir immer geholfen. War immer so treu. Doch als dene Mutter kennenlernte, hamm wa un entfernt. Dene Mutter warn tolles Weib. Immer gutmütig. Manchma auch n bisschen frech. Liebes Mädchen, liebes Mädchen. Hat denen Vater jedoch ziemlich verändert. Wollt nichts mehr mit mir zu tun hamm. Dene Mutter sagte, ich sein nicht gut für denen Vater. Also sahn wa uns nicht mehr. War die Mutter gut zu dir?“ Verwundert antwortest du stotternd:„Ja, meine Mutter war immer sehr gut zu mir. Mein Vater auch. Wieso fragst du denn?“ Darauf antwortet Francisco nicht. Er starrt nur geistesabwesend auf seinen Fußboden. Plötzlich beginnt er wieder, breit zu grinsen und lacht:„Ich muss noch die Nachrichten gucken. Raus! Ich will euch nicht mehr sehn. Ach, ich mach doch nur Quatsch. Aber ich will trotzdem die Nachrichten sehn. Also, bis denne. Gute Heimfahrt, auf Wiedersehen! Und lies den Brief genau durch! Sonst übersiehst du wohlmöglich eine Zeile.“ Schnell schiebt Francisco euch nun aus dem Haus und ihr steht draußen. Verwirrt und geschockt gucken du und Yoongi euch gegenseitig an. Schweigend steigt ihr in das Auto und fahrt direkt los. Nach einer Weile murmelt Yoongi:„Seltsamer Geselle. Muss der nicht vielleicht mal in die Irrenanstalt?“ Du versuchst Francisco etwas gutzureden:„Sei nicht so hart zu ihm. Du hast doch gehört, was er alles durchmachen musste. Alle seine Geschwister sind gestorben, der Vater hat sie allein gelassen und die Mutter im Geiste auch.“ Yoongi seufzt:„Das mag ja sein, aber dennoch ist er seltsam. Ganz im Ernst, er hat nicht mehr alle Tassen im Schrank. Der Mann ist doch vollkommen verkorkst! So leid er mir tut, und das tut er mir wirklich sehr, er darf da nicht mehr alleine wohnen! Zu seinem eigenen Schutz!“ Nachdenklich nickst du:„Ja, das stimmt vielleicht sogar.“ Eine Weile schweigt ihr nun. Francisco. Er ist ein seltsamer Mann. Und er muss so viel mitgemacht haben. Er tut mir schon sehr leid. Ich frage mich nur, was nun in dem Brief steht. Naja, ich werde es früh genug herausfinden...

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    Nach einer Weile seid ihr wieder in eurer Stadt und nur noch wenige Meter von deinem Haus entfernt. Du bedankst dich schonmal bei Yoongi:„Danke, dass du mitgekommen bist. Ohne dich hätte ich mich gar nicht erst in Franciscos Bude getraut. Er ist nämlich echt ziemlich seltsam. Danke auch, dass du gefahren bist und überhaupt, dass du Zeit mit mir verbringen wolltest.“ Yoongi lächelt dich entzückt an und beschwichtigt:„Ach, gar kein Problem. Habe ich gerne getan. Und du brauchst dich nicht bedanken, dass ich gerne etwas mit dir unternehme. Du bist einfach ein unglaubliches, nettes Mädchen. Da kann man nichts anderes sagen.“ Gerührt lächelst du und es rutscht aus dir heraus:„Danke, du bist auch einfach wundervoll. Wenn du willst, kannst du auch noch ein bisschen mit reinkommen.“ Yoongi grinst breit:„Gerne, danke.“ Also steigt ihr beide aus und geht zusammen in dein Haus. Du nimmst Yoongi schnell seine Jacke ab und hängst sie auf. In der Zeit schlendert Yoongi in die Küche. Schnell folgst du ihm und bringst ihm etwas zu trinken. Zusammen sitzt ihr nun am Tisch. Yoongi murmelt:„Ich finde es wirklich seltsam, wie dieser Francisco sich benommen hat. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass seine Vergangenheit ihn sehr mitnimmt, aber er ist dennoch unfassbar seltsam. Meinst du nicht?“ Du stimmst zu:„Doch er ist wirklich seltsam. Ich meine, man muss wissen, dass sein Leben sehr schwierig war. Seine Geschwister sind alle nacheinander gestorben, sein Vater hat sie sofort verlassen und, was du nicht weißt, er hatte sogar mal eine Frau und Kinder. Das muss ebenfalls sehr tragisch gewesen sein. Seine Frau ist an einer Krankheit gestorben und er war mit seinen drei Kindern ganz alleine. Die Kinder waren zu dem Zeitpunkt zwischen 2-5 Jahren alt. Schließlich bekam er einige Probleme bei der Arbeit, wurde unordentlich und kümmerte sich nicht mehr vernünftig um seine Kinder. Daraufhin wurden sie ihm weggenommen. Sie kamen in ein Kinderheim und er sah keinen von ihnen jemals wieder. Auch heute weiß er nicht, was aus ihnen geworden ist. Zumindest ist es das, was ich gehört habe. Dabei hat er schon so viel recherchiert. Eine Zeit lang war er dann psychisch ganz stabil, doch mittlerweile ist er so vereinsamt, dass er komisch wird. Aber gut, was will man machen?“ Yoongi lächelt nachdenklich. Auf einmal fragt er:„Und sein Bruder? Der wurde erschossen, hat er gesagt.“ Du nickst. „Ja, aber seinen Bruder habe ich nie gekannt“, erläuterst du. Yoongi nickt zustimmend und beginnt plötzlich breit zu grinsen und meint:„Wollen wir vielleicht irgendetwas machen? Wir könnten etwas kochen, oder Spiele spielen. Wenn du willst können wir auch noch nach draußen gehen.“ Du lächelst:„Naja, das ist mir eigentlich ziemlich egal. Wir könnten Twister spielen. Das Spiel, wo man beispielsweise den linken Fuß auf rot setzen muss und die rechte Hand auf gelb.“ Yoongi lacht:„Ja, das kenne ich. Können wir machen.“ Schmunzelnd stehst du auf und kramst das Spiel aus der Ecke. Schnell baut ihr auf und beginnt direkt zu spielen. Da ihr nur zu zweit seid, setzt ihr einfach Tiefsee vor die Drehscheibe, welche begeistert gegen den Pfeil haut. Dann lest ihr selber die Farben ab. Schon nach einer Minute seid ihr komplett überfordert. Du musst mit deinem Arm über Yoongi greifen, um auf das gelbe Feld zu kommen und Yoongi versucht krampfhaft, sich so zu drehen, dass er mit seinem Arm noch auf das blaue Feld kommt. Ihr seid so verdreht, dass ihr euch direkt angucken könnt und auch nur wenige Zentimeter voneinander entfernt seid. Plötzlich beginnt Yoongi zu lachen und du kannst nicht anders als mitzulachen. Die Kraft verlässt dich und du sinkst zusammen. Da Yoongi praktsich unter dir krampft, krachst du auf seine Brust und ihr liegt lachend aufeinander. Yoongi versucht gackernd, dich von seinem Körper runterzubekommen, da er so langsam keine Luft mehr bekommt. Noch immer ins Lachen verfallen liegt ihr nebeneinander auf dem weichen Teppich. Zu allem Unheil kommt auch noch Tiefsee und springt verspielt auf euch rum. Erst nach 15 Minuten könnt ihr euch wieder fassen. Nur noch grinsend gammelt ihr schräg auf dem Boden, guckt euch gegenseitig tief in die Augen und du bist kurz davor, deinen Kumpel und Mentor einfach zu küssen. Jedoch kannst du dich noch beherrschen und setzt dich mühsam auf. Yoongi tut es dir gleich und stupst dich schmunzelnd an. Langsam drehst du sich zu ihm um und er grinst immer breiter. Gerade willst du scherzhaft fragen, was er vorhabe, da schubst er dich auf einmal, und du fällst um. Wieder beginnt ihr beide laut zu lachen, woraufhin Tiefsee sich so erschreckt, dass sie kurzerhand ihre Krallen an Yoongis Wangen fahren lässt. Jetzt gibt es erst recht kein Halten mehr. Beide müsst ihr nur noch mehr lachen und ihr wälzt euch krampfhaft lachend über den Boden. Die Situation ist der daneben stehenden Tiefsee so unheimlich, dass sie dich einfach ebenfalls kratzt, an genau der selben Stelle wie bei deinem Mentor. Als Yoongi das mitbekommt, lacht er noch lauter und Tiefsee rennt einfach weg. Nach 10 weiteren Minuten steht ihr schwankend auf. Blut läuft euch beiden von dem Kratzer die Wange herunter und ihr holt euch zwei Lappen aus der Küche. Ihr macht sie nass und tupft euch gegenseitig die Wangen ab. So sitzt ihr euch gegenüber und starrt euch gegenseitig ins Gesicht. Plötzlich musst du wieder grinsen. Yoongi fragt ebenso belustigt:„Warum lachst du jetzt schon wieder?“ Du erklärst:„Ich fühle mich wie so ein Affe, der den anderen entlaust. Nur, dass ich dir nicht in den Haaren rumfummle, sondern an der Wange. Und du mir!“ Yoongi grinst erneut.
    Als ihr euch schließlich endlich eure Kratzer versorgt habt, kocht ihr euch zusammen etwas. Ihr macht einfach Spaghetti, da ihr zu faul seid, etwas Aufwändigeres zu kochen. Doch selbst bei dieser leichtesten Aufgabe scheitert ihr. Die Spaghetti fallen euch runter und das Wasser kocht über. Letztendlich sind die Nudeln jedoch doch noch genießbar und Yoongi betont leicht ironisch:„Welch eine Köstlichkeit. Allergrößten Respekt an die Chefköchin, (d/n)! So etwas Bombastisches habe ich noch nie verspeist. Eine wahre Geschmacksexplosion. Wie heißt dieses wundervolle Essen nur?“ Mit vollen Mund und Tomatensoße auf der Nasenspitze nuschelst du:„Spaghetti!“ Yoongi grinst breit und wuschelt dir verspielt durch die Haare:„Ach echt?“ Du schüttelst daraufhin nur widerwillig den Kopf. Nach dem Essen grinst Yoongi die ganze Zeit und du beschwerst dich:„Was grinst du denn die ganze Zeit so blöd?“ Yoongi kommt wortlos auf dich zu und wischt mit seinem Finger die Tomatensoße von deiner Nase. Schmunzelnd hält er dir seinen Finger ab und lacht:„Leck ab! Ich selbst esse das nicht. Das war auf deiner Nase, hallo?“ Du grinst und meinst:„Und wenn ich das jetzt ablecke ist's besser, oder was? Ist ja nicht so, als hättest du dann meinen Speichel an deinem Finger.“ Yoongi lacht:„Hast auch wieder recht. Warte eben, ich wasche es ab!“ Dein Mentor verschwindet in das Badezimmer und du sitzt schmunzelnd im Wohnzimmer. Nach kurzer Zeit kommt der perfekte Junge auch schon wieder und meint bedauernd:„Es ist schon spät. Ich muss so langsam wieder. Also, wir sehen uns!“ Zackig stehst du auf. Du rufst:„Alles klar. Ich begleite dich noch eben bis zum Wagen.“
    Am Auto angekommen lächelt Yoongi seltsam, anders als sonst,:„Der Tag mit dir war heute sehr schön. Ich hoffe, das können wir noch einmal wiederholen.“ Du lächelst etwas verlegen mit rotem Kopf und flüsterst nur:„Danke. Komm gut nach Hause, Yoongi.“ Dein Mentor lächelt:„Gute Nacht, (d/n). Schlaf gut und träum was Schönes. Bis die Tage.“ Dann steigt Yoongi in sein Auto und fährt los. Eine Weile stehst du noch barfuß in der dunklen Kälte und schaust dem Auto hinterher. Bis die Lichter des Wagens schließlich ganz verblassen.

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    Endlich, nachdem du schon eine Weile wie erstarrt in der Kälte stehst, gehst du langsam wieder in dein Haus. Tiefsee starrt dich mit riesigen Augen an und du lächelst amüsiert. Glücklich trottest du in das Wohnzimmer und lässt dich dort auf das Sofa fallen. Dein Arm hängt bis auf den Boden runter und Tiefsee streicht liebevoll darum. Nachdenklich und mit einem Lächeln auf den Lippen liegst du dort.
    Den ganzen Tag habe ich mit dem wundervollen Yoongi verbracht. Er war bei mir zuhause und hat mit mir Twister gespielt. Ich bin auf ihn gefallen und wir hatten endlose Lachanfälle. Wir haben zusammen gekocht und Yoongi hat mir die Soße von der Nase gewischt. Fast schon wieder peinlich, hätte dieser Moment der Berührung mein Herz nicht für einen Moment stehen gelassen. Yoongi. Er sieht so gut aus und hat etwas Süßes, Knuffiges an sich. Er ist wie ein riesiges Kuscheltier, das man am liebsten immer mit sich in den Armen herumschleppen würde. So perfekt, irgendwie. So makellos. Als wäre er aus der Perfektion selbst entsprungen. Nein, so als wäre er selbst die Perfektion. Vielleicht ist er es auch? Ach, wie gerne ich ihn als meinen Freund hätte, wenn er doch nicht so ein brutaler Mensch wäre. Zu mir ist er zwar nett und auch irgendwie fürsorglich, aber die Leute, die er nicht mag, die tötet er einfach. Ich weiß nicht, ob ich mit so jemandem wirklich mein ganzes Leben verbringen wollte. Mit einem blutrünstigen Mörder...
    Naja, alles in einem, ist er ein toller Kerl und der Tag mit ihm war wundervoll. Nie in meinem Leben habe ich einen schöneren Tag erlebt. Und das Beste ist auch noch, dass ihm dieser Abend wohl ebenso gefallen hat.
    Verträumt lächelnd stehst du auf und willst ins Bett gehen, da fällt dir auf, dass eine scheinbar fremde Jacke an deinem Kleiderhaken hängt. Nein, es ist die Jacke von Yoongi. Er muss sie vergessen haben. Langsam schreitest du darauf zu und nimmst die Jacke vorsichtig an dich. Direkt strömt dir der frische, angenehme Duft von Yoongi entgegen und verträumt drückst du den Stoff an deine Nase und atmest tief ein. Wie gut er riecht... Ich vermisse ihn jetzt schon wieder. Obwohl er gerade mal seit 20 Minuten weg ist. Müde taumelst du, mit der Jacke in der Hand, in dein Zimmer. Das Kleidungsstück deines Mentors legst du auf deine Bettkante und deinen eigenen Kopf legst du erschöpft auf das weiche Kissen. Langsam gleitest du in den ruhigen, entspannenden Schlaf. Die Träume holen dich ein und führen dich in eine wundervolle Welt, in der du ein Paar mit Yoongi bist. Wo ihr glücklich durch die Wälder rennt und euch gegenseitig tief in die Augen schaut, bevor ihr euch leidenschaftlich küsst.
    Eine Welt, wie sie nur im Traum existiert.
    Eine wundersame, atemberaubende Welt.

    Verschlafen öffnest du deine Augen. Du willst nicht aufstehen, doch als der Minzgeruch von Yoongis Jacke deine Nasenflügel füllt, stehst du lächelnd auf. Behutsam streichst du über den schwarzen Stoff und begibst dich dann in die Küche. Heute musst du mal wieder zur Hochschule und danach ist Probe mit Miga und den Jungs.
    Nach einer gefühlten Ewigkeit ist der Unterricht in der Hochschule auch mal vorbei und du fährst direkt mit Miga zur Probe. Wie immer sind die Jungs schon da. Gut gelaunt stehen sie in dem Proberaum und schwatzen miteinander. Als Miga und du reinkommen, schauen euch alle entzückt lächelnd an. Bevor auch nur einer von euch zweien etwas sagen kann, stürmt Jungkook hervor und zieht Miga hinter sich her. Lachend schlört der Jüngste sie in die Mitte des Raumes und beginnt, sie wild im Kreis zu drehen. Hoseok und Namjoon stehen neben dir. Leise flüstert Namjoon dir zu:„Kookie ist heute mal wieder etwas aufgedreht. Wundere dich also nicht.“ Hoseok gackert:„Oder aber er freut sich so, dass seine Liebste, Miga, endlich da ist.“ Du musst belustigt grinsen:„Ja, ich vermute das.“ Der Anführer der Band bekommt eure Unterhaltung mit und stupst dich freundschaftlich an.
    Schließlich wird das viele Sich-Im-Kreis-Drehen zu verwirrend für Jungkook und er ruht sich etwas aus. In der Zeit überlegt ihr gemeinsam, wie die Choreographie genau ablaufen soll und du sagst den Jungs und Miga genau, was sie wann zu tun haben.
    Nach der Probe, die teilweise sehr lustig ausgefallen ist, fahren Miga und du mit den Jungs in die Villa. Dort schaut ihr euch alle zusammen auf den riesigen Sofas einen Horrorfilm an. Du sitzt mit Yoongi alleine auf einem Zweiersofa. Du bist sehr schreckhaft und klammerst dich jedes Mal erschrocken an Yoongi, wenn wieder etwas Unerwartetes passiert. Yoongi hingegen ist tiefenentspannt und lächelt jedes Mal amüsiert, wenn du dein Gesicht ängstlich in seiner Schulter vergräbst. Beruhigend streicht er dir unbemerkt über den Rücken und zwischendurch spielt er auch immer wieder mal unauffällig mit deinen weichen Haaren. Am Ende des Films, von dem du kaum etwas mitbekommen hast, da du schließlich andauernd dein Gesicht gegen Yoongi gedrückt hast, um nichts sehen zu müssen, müsst ihr wieder fahren. Zum Abschied ruft Yoongi dir hinterher:„Du bist ja fast genauso schreckhaft wie Hoseok. Mit dem Unterschied, dass du nicht kreischst, sondern einfach nicht hinguckst und dich wie eine Klette an einen heftest. Du scheinst ne ziemliche Schissbuchs zu sein, (d/n)!“ Gespielt beleidigt streckst du Yoongi die Zunge raus, woraufhin er nur schmunzelt.
    Zuhause angekommen sitzt du noch ein bisschen mit Miga in deinem Zimmer. Sie schwärmt:„Kookie ist so toll. Er ist so süß und auch total charmant. Er ist einfach nur perfekt, findest du nicht?“ Du zuckst mit den Schultern. Miga beschwert sich:„Mit dir kann man nicht reden. Du bist kalt wie ein Stein. Hast du dich überhaupt schon jemals verliebt?“ Verlegen kratzt du dich am Kopf:„Naja, also...“ In diesem Moment fällt Miga die Jacke von Yoongi auf, die noch immer auf deiner Bettkante hängt. Verwundert grinsend fragt sie:„Wessen Jacke ist das? Hast du etwa einen Freund und hast mir nichts davon erzählt?“ Etwas hilflos, da du nicht weißt was du antworten willst, stammelst du etwas verloren vor dich hin. Soll ich Miga sagen, dass sie von Yoongi ist? Nein, sie würde nur weiterfragen und würde schließlich Verdacht schöpfen. Warum sollte ich auch nach erst zwei oder drei Wochen so viel mit Yoongi machen, wenn ich ihn nicht schon vorher gekannt hätte? Letztendlich, als du immer noch keine Antwort gefunden hast, meint Miga etwas genervt:„Also, wem gehört sie?“ Schnell lügst du:„Sie gehörte meinem Vater. Sie ist mir sehr wichtig, deshalb liegt sie hier auch. Es ist so ziemlich das letzte, was ich noch von ihm habe.“ Verlegen, dass sie dich gefragt hat, stammelt Miga:„Achso, tut mir leid. Ich wollte nicht...“ Weiter kommt Miga nicht, denn du schüttelst beteuernd den Kopf:„Alles gut. Konntest du ja nicht wissen.“ Eine Weile herrscht eine peinliche Stille zwischen euch. Schließlich murmelst du:„Ich bin schon ziemlich müde. Du nicht? Vielleicht solltest du wieder fahren. Dann können wir endlich schlafen. Es war ein anstrengender Tag.“ Zustimmend nickt deine beste Freundin und ihr geht schonmal zur Haustür. Miga verlässt das Haus und du winkst ihr noch zum Abschied hinterher.
    Nun stehst du alleine in deinem Türrahmen.
    Ich hasse es, zu lügen. Aber im Bezug auf Yoongi kann und darf ich ihr einfach nichts sagen. Zumindest nicht die Wahrheit. Das würde alles zerstören. Alles...

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    Schläfrig liegst du in deinem Bett. Der laute Klingelton deines Handys hat dich aus dem Schlaf gerissen. Müde nimmst du das elektronische Gerät an dich und erkennst direkt Yoongis wartendes Gesicht. Als du abnimmst, macht sich ein amüsiertes Grinsen auf Yoongis Gesicht breit. Genervt fauchst du:„Warum rufst du mich so spät noch an?“ Yoongi lächelt:„Naja, ich wollte einfach gucken, wie es dir geht.“ Verwirrt und verschlafen murmelst du:„Wir haben uns doch noch vor etwa 5 Stunden gesehen.“ Daraufhin lächelt dein Mentor etwas ertappt und meint:„Ja gut, eigentlich wollte ich dich fragen, ob du morgen wieder etwas mit mir unternehmen willst. Die Jungs sind nicht da und ich habe nichts zu tun. Ich habe gedacht, ich könnte dir morgen vielleicht mal ein Stück auf dem Klavier beibringen?“ Schwach lächelst du:„Na gut. Wann soll ich denn morgen kommen? Ich habe erst noch bis 16:00 Uhr Hochschule.“ Yoongi überlegt:„Das ist mir eigentlich ziemlich egal. Dann, wenn's dir passt. Wie wär's, wenn ich dich einfach direkt von der Hochschule abhole?“ Du gähnst:„Ja, dann machen wir das so. Aber eins möchte ich dir noch sagen.“ Dein Mentor zieht fragend die Augenbrauen hoch. Leise befiehlst du:„Ruf mich gefälligst nie wieder mitten in der Nacht an! Ich kann ziemlich unangenehm werden, wenn ich meinen Schlaf nicht erhalte.“ Yoongi schmunzelt, wünscht dir noch einen erholsamen Schlaf und legt schließlich auf.
    Schnell schläfst du wieder ein.
    Gähnend sitzt du in der Hochschule in einer Chemie-Vorlesung und du würdest am liebsten einfach einschlafen. Nach gefühlten Ewigkeiten ist auch diese Vorlesung endlich zu Ende und du hast für etwa 20 Minuten Pause. Währenddessen unterhälst du dich mit Miga. Sie erzählt überwältigt:„Jungkook und ich haben mittlerweile Nummern ausgetauscht und er hat mir gestern geschrieben, dass er meine Stimme als wunderschön empfindet. Das ist so süß von ihm!“ Nun gesellen sich auch Juhee und Sehun zu euch. Also wechselt Miga das Thema und erzählt etwas über ihren Hund. Auf einmal fällt dir auf, dass Juhee dich die ganze Zeit über anstarrt. Du versuchst einfach, es zu ignorieren und folgst Miga auf dem Weg zum nächsten Raum.
    Nach einigen Stunden ist der Tag an der Hochschule endlich vorbei und du stellst dich an die Straße, wo Yoongi dich mit Auto abholt. Zusammen fahrt ihr in die Villa. Dort steht frisches Essen auf dem Tisch. Yoongi erklärt stolz:„Das habe ich ganz alleine gekocht. Nur für dich. Schließlich hast du bestimmt noch nicht zu Mittag gegessen.“ Lächelnd nimmst du am Tisch Platz und beginnst, genießerisch das Essen in dich reinzuschippen. Mit vollem Mund nuschelst du:„Das schmeckt wirklich gut, danke.“ Yoongi lächelt erfreut. Nach dem Essen führt Yoongi dich in sein Zimmer, da dort ein Klavier steht. Er fragt motiviert:„Also, was soll ich dir beibringen?“ Du überlegst kurz und sagst schließlich:„Du hast mir letztens erzählt, dass du dabei bist, einen Song zu schreiben. Die Begleitung sollte von einem Klavier gespielt werden. Dieses Lied möchte ich spielen.“ Yoongi lächelt:„Na gut, aber erst einmal möchte ich es dir vorspielen. Es ist noch nicht ganz fertig, aber ich spiele es dir trotzdem schonmal vor. Ich brauche wirklich mal die Meinung eines Mädchens dazu.“ Ohne weitere Worte setzt Yoongi sich an das schwarz glänzende Instrument und beginnt, zu spielen. Dazu singt er. Anders als sonst, singt er wirklich und rappt nicht. Er versucht, die Töne so sanft wie möglich zu singen und vor allem der Text ist grandios. Es handelt von einem wunderschönen Mädchen, welches einen wundervollen Charakter hat. Doch der Sänger kann ihr seine Gefühle nicht preisgeben, da er Angst hat, dass sie ihn ablehnt. Yoongi singt, dass es sich um eine verbotene Liebe handelt. Er singt, dass diese Liebe ein Verbrechen ist und seine schlimmste Sünde ist. Doch dieses Mädchen ist so wundervoll und schön, wie kein anderes.
    Am Ende des gefühlvollen Songs applaudierst du begeistert. Hoffnungsvoll fragst du:„Ist der Song an jemand Bestimmtes gerichtet oder hast du ihn praktisch just for fun geschrieben?“ Yoongi zögert mit hochrotem Kopf:„Naja, schon. Ich habe da vor langer Zeit so ein Mädchen kennenlernt. Schon vor vielen Jahren. Ich habe mich in sie verliebt, doch ich kann es ihr nicht sagen. Ich weiß nicht wie und ich weiß auch nicht, ob der Zeitpunkt schon gekommen ist. Ich habe das Gefühl, dass sie mich nie wirklich gesehen hat. Aber ich weiß, dass sie einfach der wundervollste Mensch auf der ganzen Erde ist. Sie ist so freundlich und hilft jedem. Außerdem ist sie wunderschön. Ich habe diesen Song für sie geschrieben, um ihr meine Liebe zu gestehen. Aber ich habe Angst, dass sie mich dennoch abwinkt. Ich meine, kannst du das verstehen? Hast du dich jemals verliebt?“ Etwas enttäuscht starrst du auf den Boden. Wenn er sie schon seit vielen Jahren kennt, bin es nicht ich. Er ist also wirklich nur ein Freund. Vielleicht ist das ja sogar ganz gut. Ich wünschte, er hätte diesen Song für mich geschrieben, aber das hat er nicht. Naja, was soll ich denn schon dagegen machen? Ich weiß ja noch nicht einmal, wer seine Geliebte ist. Vielleicht ist es besser so.
    Was soll's? Ich möchte ihn nicht verletzen. Ich möchte ihm eine gute Freundin sein. Ich werde ihn unterstützen. Selbst wenn es für mich bedeuten würde, niemals seine Lippen auf meinen zu spüren.

    Leise antwortest du bedrückt:„Oh doch. Das kenne ich. Ich bin auch schon seit längerer Zeit in jemanden verliebt. Doch ich weiß, dass ich ihn niemals bekommen werde. Es geht einfach nicht. Außerdem liebt er eine andere. Ich bin ihm nicht gut genug und das werde ich auch niemals sein. Aber was soll's?“ Yoongi lächelt müde. Gedankenverloren flüsterst du:„Du hast gesungen, dass Liebe ein Verbrechen ist. Stimmt das? Ist Liebe ein Verbrechen?“ Yoongi haucht:„Ja, diese Liebe schon.“ Plötzlich zwingst du dich zu einem Lächeln:„Ich bin mir sicher, dass sie dich nicht stehenlassen wird. Der Song ist wundervoll. Und du bist eine genauso tolle Person. Warum sollte sie dich nicht wollen? Wenn du dir schon so viel Mühe für sie machst, dann kann sie dich gar nicht mehr sitzenlassen.“ Yoongi lächelt plötzlich auch und meint:„Danke für die Ermutigung, (d/n). Wollen wir einfach anfangen? Ich zeige dir erst einmal die Grundmelodie.“
    Nach einer dreiviertel Stunde beherrschst du so ungefähr die Grundmelodie. Zwischendurch muss Yoongi dir noch einmal helfen, indem er deine Finger sanft auf die richtigen Tasten legt. Bei diesen Berührungen klopft dein Herz schneller. Jedes Mal, wenn Yoongi hinter dir steht und vorsichtig deine Hand berührt. Sein frischer Geruch nach Minze erfüllt deine Nase und du spürst seinen warmen Atem in deinem Nacken. Anschließend bringt Yoongi dir die dementsprechenden Dreiklänge bei. Vorerst setzt er sich neben dich und hilft dir erneut dabei, die Tasten zu finden. Nach etwa 2 1/2 Stunden beherrschst du den Song schließlich und du spielst ihn Yoongi stolz vor. Yoongi lächelt ebenso stolz und er klopft dir auf die Schulter:„Du machst das super. Wirklich. Das Stück ist nicht einfach, dennoch beherrschst du es jetzt. Gratulation!“ Du lächelst dankbar, wirfst einen kurzen Blick auf die Uhr und gähnst:„Ich glaube, ich sollte so langsam nach Hause. Aber danke, dass ich Zeit mit dir verbringen durfte und du mir dieses Stück beigebracht hast.“ Dein Mentor lächelt und flüstert nahezu:„Kein Problem. Das habe ich gerne gemacht. Danke auch, dass du dir den Song angehört hast und ebenso danke für deine Ermutigung. Ich bringe dich noch eben nach Hause.“
    Die Autofahrt über schweigt ihr. Du denkst die ganze Zeit traurig darüber nach, dass Yoongi eine andere liebt. Letztendlich, als ihr vor deinem Haus steht und du dankend das Auto verlässt, ruft Yoongi dir noch hinterher:„Hey, (d/n)! Darf ich dich noch einmal um Rat fragen, wenn ich etwas wissen will wegen meiner großen Liebe?“ Schwach lächelst du:„Natürlich Yoongi. Du darfst mich jederzeit um Rat fragen.“ Dankend winkt Yoongi dir zum Abschied noch einmal und du trottest in dein Haus. Müde und mit traurigen Gedanken begibst du dich in die Küche, wo du dich auf den Stuhl plumpsen lässt. Gedankenversunken und verwirrt starrst du aus dem Fenster. Yoongi liebt eine andere und bittet mich um Rat, während ich ihm nicht sagen kann, dass ich ihn liebe. Vielleicht hat er recht. Liebe ist wirklich ein Verbrechen. Denn ich liebe ihn und er liebt eine andere. Liebe ist ein Verbrechen, ja. Wie wahr dieser Song doch ist. Ich wünschte nur, er wäre an mich gerichtet.
    Plötzlich fällt dein Blick auf den Tisch. Ein ranziger, bereits gelb angelaufener Brief liegt dort. Franciscos Brief. Ich habe ihn noch immer nicht geöffnet, aber so langsam sollte ich es mal tun.
    Langsam und zögernd gleitet deine Hand zum Briefumschlag. Mit der Angst vor dem, was darin stehen wird. Ist diese Angst begründet?

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    Langsam bewegt sich deine Hand auf den gelben Briefumschlag zu. Zögernd ziehst du erst deine Hand wieder zurück, greifst dann allerdings doch nach dem rauen Papier. Vorsichtig und mit zittrigen Händen öffnest du den Umschlag. Langsam ziehst du als erstes drei alte, zerknickte Fotos heraus. Sorgfältig betrachtest du eines von ihnen. Darauf sind zwei junge Männer zu sehen, welche sich freundschaftlich an den Schultern umarmen. Abseits dieser zwei Männer steht eine weitere Truppe an unterschiedlich altrigen Männern unter einem Baum. Einer von ihnen schaut mit ernstem Blick direkt in die Kamera. Es ist ein jüngerer Mann, welcher aus einem südlichen Land zu kommen scheint und eigentlich sehr gut aussieht. Dieser Mann kommt dir sehr bekannt vor, doch du weißt nicht, wo du sein Gesicht schon mal gesehen hast. Nach längerem Betrachten erkennst du jedoch die beiden vorderen Männer. Es sind Francisco und dein Vater. Der Mann im Hintergrund könnte Franciscos Bruder sein. Jedoch bist du dir nicht sicher. Gedankenverloren und mit einem schwachen Lächeln nimmst du das nächste Foto in die Hand. Dort ist wieder dein Vater zu sehen. Neben ihm stehen zum Einen deine Mutter und zum Anderen erneut Francisco. Auch auf diesem Foto ist auffällig, dass im Hintergrund der gut aussehende Mann steht und deine Eltern misstrauisch beäugt. Wieder blätterst du um. Diesmal hast du ein Foto vor dir liegen, auf dem einfach nur dein Vater mit einer Reihe von unterschiedlichen Männern zu sehen ist. Sie stehen alle sorgfältig nebeneinander, die Hände auf dem Rücken ruhend und ein verschmitztes Grinsen auf dem Gesicht. Auch unter diesen Männern befinden sich Francisco und der scheinbar Fremde. Traurig streichst du über das grinsende Gesicht deines Vaters. Nun greifst du wieder in den Umschlag und ziehst einen gelben Zettel heraus. Darauf sind einige, sehr unterschiedliche Namen geschrieben. Hinter diesen Namen sind jeweils entweder ein Kreuz oder ein Stern. Manchmal ist der Stern auch durchgestrichen und ein Kreuz wurde dahintergesetzt. Der Spitzname deines Vaters, Hecht, steht oben auf dem Rand. Hecht. Sein Spitzname. Noch nie wusste ich, wie er diesen Namen zugeteilt bekommen hat. Aber gut. Ein weiteres Mal greifst du mit klopfendem Herzen in den Umschlag. Diesmal hälst du einen Brief, adressiert an deinen Vater, in der Hand.
    Hallo, Hecht.
    Ich weiß, dass Du sie liebst, doch ich weiß ebenso, dass es ein Fehler ist. Sie ist der Feind. Sie betört Dich nur, um uns alle auffliegen zu lassen. Das ist keine Liebe, das ist nur eine Lüge. Eine Lüge um Deines Rufs Willen. Das wird nichts werden. Nein, ich sag es Dir. Sie will unsere Bande auseinanderreißen.
    Sie mag nett scheinen, doch Du weißt, dass sie dich nur von deinen Pflichten abhalten will. Also töte sie! Töte sie um unseres Willen! Lass Dich nicht von ihr veräppeln! Lass sie uns nicht auffliegen lassen!
    Dein Ratte


    Hecht? Das ist mein Vater. Aber wer ist Ratte? Und was soll das alles überhaupt heißen? Wer ist „sie“ und was wird auffliegen? Ich verstehe gar nichts mehr. Hoffnungsvoll, noch etwas zu finden, dass dir helfen kann, durchsuchst du das gammelige Papier. Doch es ist nichts mehr, abgesehen von einem kleinen Stück Papier übrig. Vorsichtig faltest du es auseinander und liest bedacht die Worte.
    Dein Vater war ein guter Mann. Er war uns immer treu. Deine Mutter hat uns leider alles zerstört. Ich hoffe, dass wenigstens du uns jetzt treu sein wirst. Rufe unter folgender Nummer an: ...

    Verwirrt legst du den Zettel wieder auf den Tisch. Wessen Nummer ist das? Was hat meine Mutter zerstört und wem soll ich treu sein? Das ergibt doch alles keinen Sinn. Es sei denn, ich rufe bei der Nummer an.

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    Zögernd greifst du nach deinem Handy, die Nummer bereits im Gedanken. Du willst gerade die ersten Zahlen eingeben, da vibriert dein Handy plötzlich. Erschrocken atmest du auf und überprüfst, wer dich anruft. Wie du eigentlich schon fast erwartet hast, ist es Yoongi. Etwas genervt nimmst du ab:„Hey, was ist los?" Sofort antwortet dein Mentor:„Naja, ich wollte dich um etwas bitten." Mit hochgezogener Augenbraue fragst du:„Und das wäre?" Neben Yoongi erscheint plötzlich Hoseok, welcher grinst:„Er wollte dir einen Heiratsantrag machen." Daraufhin boxt dein Mentor seinen Mitbewohner leicht und murmelt:„Nein, ich wollte eigentlich nur fragen, ob du denn mit auf Tour kommst. Schließlich geht es schon in Kürze los und einer unserer Haupt-Bühnenarbeiter hat überraschend gekündigt. Jetzt fehlt uns eine Arbeitskraft. Kannst du vielleicht einspringen? Eigentlich wollte Namjoon dich auch anrufen, aber bei diesem Versuch hat er sein Handy zerstört." Du schmunzelst amüsiert und aus der hinteren Ecke des Raumes ist ein verlegenes Lachen zu vernehmen. Dieses scheint von dem Zerstörer, Namjoon, zu stammen. Yoongi schaut dich nach wie vor ausdruckslos an, während Hoseok beleidigt die Unterlippe vorschiebt. Belustigt überlegst du kurz und beschließt dann:„Ja, ich komme. Meine Klausurenphase ist sowieso schon vorher. Ich nehme mir dann einfach die Wochen danach frei. Das wird sich wohl einrichten lassen." Daraufhin lächelt Yoongi schwach, bedankt sich noch einmal bei dir und will dann auflegen, als plötzlich Jimin dazukommt und laut deinen Namen schreit. Du musst grinsen, während Jimin Yoongi schnell das Handy aus der Hand reißt und damit wegläuft. Aus sicherer Entfernung streicht er sich nun durch die Haare und meint:„Na, hat der werte Herr dir seine Liebe gestanden?" Etwas enttäuscht schüttelst du den Kopf. „Nein, er hat lediglich gefragt, ob ich mit auf Tour komme." Erwartungsvoll fragt Jimin:„Und?" Kurz antwortest du:„Ja, ich komme mit." Jimin scheint sich zu freuen und spricht dich erneut auf Yoongi an. Er grinst:„Schade, dass Yoongi dir nicht seine Gefühle offenbart hat." Ausdruckslos flüsterst du:„Das hat er heute Nachmittag schon gemacht. Jedoch nicht für mich, sondern für eine andere." Verwirrt stammelt Jimin:„Wovon redest du?" Du erklärst kalt:„Er hat mir seinen neuen Song vorgespielt und gesagt, dass er ihn für seine große Liebe geschrieben hat. Er erzählte, er kenne sie schon seit Jahren und er traue sich nicht, ihr seine Liebe zu gestehen. Es kann also nicht um mich gehen. Er kennt mich seit noch nicht einmal einem Jahr." Nachdenklich und gleichzeitig vollkommen enttäuscht nickt Jimin. Leise murmelt er:„Ich dachte wirklich, er würde etwas für dich empfinden. Hat er denn sonst noch etwas gesagt?" Traurig schüttelst du nur den Kopf. Plötzlich lächelt Jimin etwas und meint:„Vielleicht wollte er dir so nur erklären, dass er etwas für dich fühlt. Und selbst, wenn er dich wirklich nicht lieben sollte, ist das nicht schlimm. Du bist ein tolles Mädchen und du wirst mit Sicherheit einen ebenso tollen Mann finden. Aber vielleicht hat Yoongi sich auch einfach nur blöd ausgedrückt. Mal sehen." Schweigend nickst du mit trauervollem Blick und dein Kumpel ermutigt dich:„Sei nicht traurig, ja? Wenn der Kerl dich nicht liebt, ist er selbst schuld und das wird er dann auch irgendwann begreifen. Glaub mir. Aber jetzt hör auf, traurig zu sein. Du bist viel hübscher, wenn du lächelst." Du zwingst dich selbst zu einem Lächeln, bis plötzlich Yoongis wutentbranntes Gebrüll aus dem Hintergrund ertönt. Schnell läuft Jimin lachend weg und ruft dir dabei zu:„Man sieht sich, (d/n)!" Dann legt er auf und du sitzt geräuschlos in deiner dunklen Küche. Nicht mal die vorbeirasenden Autos brechen die Stille auch nur im Geringsten. Nur dein eigenes Atmen ist zu hören. Die Fotos und die Briefe immer noch vor dir liegend, stehst du auf und trottest demotiviert in dein Zimmer. Erschöpft lässt du dich auf dein Bett fallen. Dein Blick wandert träge durch den Raum, bis er an Yoongis Jacke hängen bleibt. Müde richtest du dich nun wieder auf und greifst nach dieser. Gedankenversunken hälst du den Stoff in der Hand und streichst liebevoll über den rauen Stoff. Der Geruch von Yoongi, ausgehend von seiner Jacke strömt dir entgegen und du atmest tief ein. Jetzt weiß ich wenigstens, dass ich mir gar nicht erst Hoffnungen machen muss. Yoongi liebt eine andere und nicht mich. Wie habe ich überhaupt jemals auf die absurde Idee kommen können, dass er mich mag? Mein Traum wird niemals Realität werden. Deshalb ist es ja auch ein Traum. Kein Traum geht jemals in Erfüllung. Es ist eben nur ein Traum und das wird er auch bleiben. Und mein Leben wird sich auch nicht ändern. Ich werde auf Ewig ein einsames Waisenkind sein, dass sich das Geld als Kellnerin verdienen muss und nebenbei auch noch Teil einer weit verbreiteten Mafia ist. Ich werde für immer unterdrückt sein. Denn sonst werde ich getötet. Warum habe ich damals nicht die Chance ergriffen und bin einfach weggelaufen, während Tae und Yoongi in der Klemme waren? Wie konnte ich nur so dumm sein? Dann hätte ich jetzt überhaupt keine Probleme, was das angeht. Ich wäre frei. Aber hätte mich das wirklich glücklich gemacht? Zu leben mit dem Wissen, dass ich zwei Menschen verraten habe?

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    Das leise Geräusch deiner schnell tippenden Finger verleiht dem stillen Raum einen Klang. Deine Augen schmerzen bereits von dem hellen Bildschirm und so langsam beginnen deine Finger, zu krampfen. Müde schiebst du dich von deinem Schreibtisch im Büro weg und schließt genießerisch die Augen. Einige Momente verharrst du so, zurückgelehnt, bis du plötzlich leise Schritte auf den Weg zu deiner Tür vernimmst. Achtsam drehst du dich bereits zur Tür um, ein verhältnismäßig lautes Klopfen ertönt und direkt anschließend öffnet die Tür sich einen Spalt breit. Namjoons Gesicht erscheint. Er hält eine Tasse, aus welcher weißer Dampf qualmt in der Hand und gesellt sich mit einem schuldigen Blick auf deinen Sessel, neben dir. Vorsichtig beginnt er:„Also, ich wollte dich noch einmal auf die Welttournee ansprechen. Du weißt, wir fahren schon in einer Woche los. Die Songs stehen, ebenso wie die Orte der Auftritte. Deine Aufgaben kennt du." Leise fügst du zu:„Ja, Aufbauen der Bühne, wahrscheinlich die Villen putzen und sozusagen das Mädchen für alles sein." Der Anführer der Band lächelt belustigt und erklärt ohne Umschweife weiter:„Wie du weißt, fahren wir dann Freitag Abend am Flughafen los. Um 19:00 Uhr müssen wir dann am Freitag da sein. Wir holen Miga und dich dann von zuhause ab. Ihr solltet dann schon mit eurem Gepäck bereitstehen. Die Zimmeraufteilung ist meist so, dass du mit Miga in ein Zimmer kannst, jedoch gibt es bei einigen Villen nur drei-Bett-Zimmer. Dort müsstet ihr euch dann mit einem von uns ein Zimmer teilen. Oder mit unserem Manager, aber ich glaube kaum, dass ihr das wollt. Aber ich denke mal, das wird vor Ort besprochen. Außerdem kann es auch immer mal vorkommen, dass wir die Aufteilungen doch noch einmal umstellen. Mal schauen."
    Du nickst einfach nur selbstverständlich:„Ja, damit komme ich wohl klar. Sonst noch etwas?" Auf diese Frage scheint Namjoon plötzlich etwas bedrückt. Vorsichtig beginnt er:„Naja, schon. Ich habe eine große Bitte an dich. Bitte vertraue nicht den falschen Leuten. Es gibt einige Leute, die durchschaut man nicht sofort. Und das ist auch in Ordnung. Man darf dann nur nicht zu naiv sein und ihnen direkt vertrauen. Manchen Leuten kann man nicht vertrauen. So unscheinbar und hilflos sie auch scheinen." Verwirrt stotterst du:„Und was willst du mir damit jetzt sagen?" Namjoon lächelt müde:„Genau das, was ich gesagt habe - dass du aufpassen sollst." Fragend ziehst du eine Augenbraue hoch. Dein Vorgesetzter schmunzelt und klopft dir aufmunternd auf die Schulter. Daraufhin verlässt er ohne Weiteres dein Büro. Verwundert sitzt du noch immer in deinem Stuhl, den Computer hinter dir laufend. Was wollte Namjoon mir damit sagen? Weiß er etwas, dass ich nicht weiß? Manchmal habe ich das Gefühl, dass gefühlt jeder mehr über mich weiß als ich selbst. Hat es möglicherweise etwas mit Francisco zu tun? Hat Yoongi Namjoon von ihm erzählt? Möglich wär's...
    Demotiviert speicherst du nun deine Dateien und fährst den Rechner runter. Geschafft stehst du auf und verlässt das Gebäude. Auf dem Weg kommt dir noch Donghae entgegen, welchen du freundlich anlächelst.

    Nach dem langen Weg nach Hause schmeißt du dich direkt auf dein Bett. Yoongis Jacke fällt dir ins Auge und einmal mehr nimmst du seinen angenehmen Geruch nach Minze in dir auf. Schon nach wenigen Minuten schläfst du erschöpft ein. Erschöpft von den anstrengenden Tagen in der Hochschule, auf der Arbeit und bei der Mafia. Erschöpft von so vielem. Von Namjoons „Weisheiten“ und davon, dass Yoongi eine andere liebt und dich andauernd um Rat fragt. Ohne überhaupt zu bemerken, dass es dir im Herzen schmerzt und du das Gefühl hast, dein Herz zerreiße jeden Moment in zwei Teile und könne nie wieder geheilt werden. Und dabei weißt du noch nicht einmal den Namen von der Geliebten deines Mentors. Alles, was du über sie weißt, ist, dass sie sich schon seit Ewigkeiten kennen, dass sie schlau, wunderschön und eine tolle Persönlichkeit ist. Du weißt nur, dass sie der tollste Mensch auf Erden zu sein scheint und, dass Yoongi alles für sie tun würde. Songs schreibt er für sie, fragt dich wegen jeder Kleinigkeit wegen ihr um Rat. Und dennoch traut Yoongi sich wohl nicht, ihr seine Liebe zu gestehen. Einfach, weil er Angst hat, sie würde ihn nicht wollen, würde ihn auslachen und abweisen. Der, den du liebst, sagt immer, es sei eine verbotene Liebe. Warum, erklärt er nie wirklich.
    Doch der Gedanke, dass er nicht dich liebt, sondern eine andere, macht dich tief im Herzen krank und so langsam verzweifelst du. Das Wissen, ihn in einer Woche die ganzen darauffolgenden Tage zu sehen und ihm zuzuhören, macht dich nicht gerade glücklicher. Einerseits freust du dich zwar, andererseits hast du jedoch auch Angst, den Verstand zu verlieren, wenn du jeden Tag diesen perfekten Jungen vor Augen hast.

    Heimlich tauchst du in die Welt der Träume ein. Dahin, wo alle Sorgen weg sind und alles ist, wie im Paradies. Du flüchtest an einen Ort, wo alles möglich ist und es keine Grenzen gibt. Ein Ort, an dem du sogar mit dem perfekten Yoongi zusammen sein kannst.




    Hey Leute!
    Ich hoffe, die FF gefällt euch bisher. Ich gebe mir wirklich Mühe dabei. Wie auch immer, leider kann ich die nächsten Tage keine neuen Kapitel veröffentlichen, da ich auf Klassenfahrt bin. Ich hoffe, ihr nehmt mir das nicht krumm.^^“
    Am Donnerstag bin ich wieder da. Vielleicht kommt dann das nächste Kapitel. ^^
    LG Emily W.

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    Seit wenigen Minuten stehst du an der Straße. Mit deinem Koffer neben dir und dein Handy in der Hand. Autos sausen an dir vorbei, beachten dich noch nicht mal und fahren einfach weiter. Plötzlich vibriert dein Handy - Miga. Sie sind gleich da.
    Kurze Momente darauf hält der schwarze Van vor dir. Miga und die Jungs, sowie ihr Manager, sitzen darin. Schnell setzt du dich dazu, zwischen Yoongi und Jimin. Jimin grinst:„Na, bist du schon aufgeregt?“ Müde nickst du und ihr fahrt los. Auf der Fahrt unterhaltet ihr euch viel. Wie im Flug vergeht die Zeit und schon steht ihr vor dem Flughafen. Ihr nehmt alle eure Koffer mit und steigt aus. Im Inneren des Gebäudes herrscht bereits eine große Aufruhr. Scheinbar wissen alle bescheid, dass BTS kommt. Die Massen sind abgesperrt und ihr könnt gemütlich durch den, von Blitzen beleuchteten, Gang laufen. Sobald ihr auch nur in Sichtweite seid, fangen alle an, aufgeregt zu kreischen. Endlich im Flugzeug angekommen, in der ersten Klasse, setzt ihr euch hin. Dein Platz ist neben Yoongi und Miga, jedoch sitzt du nicht am Fenster, was dich etwas traurig macht. Yoongi lächelt jedoch:„Setz dich. Ich fahre oft genug Flugzeug. Du nicht. Dann sollst du am Fenster sitzen.“ Du lächelst dankbar und sinkst auf deinen Sitz.
    Wenige Momente später dröhnt die laute Stimme des Pilots durch das Flugzeug und bald darauf startet ihr. Du hast etwas Angst, so wie bei jedem Werk des Menschen, wo auch nur irgendetwas kaputtgehen könnte. Allerdings legt sich deine Angst wieder ein wenig, als dein Mentor auf deinen Wunsch hin deine Hand hält. Nach mehreren Stunden Flug landet ihr wieder. Ihr steigt an dem überfüllten Flughafen von Japan aus. Auch hier sind alle über eure Ankunft informiert. Wieder tösendes Gejubel. Endlich durch die Massen gedrängt, werdet ihr wieder in einen Wagen buchsiert. Dieser bringt euch zu eurem Hotel. Direkt könnt ihr einchecken und du betrittst mit deiner besten Freundin dein Zimmer. Es ist sehr groß und luxuriös, weshalb Miga schwärmt:„Wow, das ist ja wunderschön hier. Warum sieht mein Zimmer zuhause nicht so aus?“ Du antwortest lachend:„Gewöhn dich ruhig dran. Schließlich bist du jetzt ein Idol und wirst andauernd in solchen Zimmern sein.“ Nachdenklich richtet Miga sich auf und fragt ernst:„Meinst du wirklich? Ich singe doch nur die paar Lieder mit BTS. Als ob ich dadurch Idol werden würde. Das ist doch nur eine einmalige Sache.“ Du konterst gekonnt:„Vielleicht, aber dich wird ganz sicher jemand langfristig unter Vertrag nehmen. Schließlich sind die Songs schon veröffentlicht und sie sind super angekommen. Wenn die Fans jetzt auch so ausrasten wie bei den Bewertungen des Songs, bleibt denen gar keine andere Wahl. Das ist doch das Logischste der Welt, dass sie dich nehmen, wenn du viele Fans hast. Also.“ Miga lächelt zufrieden:„Ja, vielleicht.“ Plötzlich wird ihr Blick jedoch ernst:„Aber da habe ich noch gar nicht drüber nachgedacht! Was, wenn es mit gar nicht gefällt, dauernd auf Tour zu sein? Nie meine Familie zu sehen, auch nicht meine Freunde und dazu auch noch solo im Schlimmstfall? Ich weiß nicht, ob ich das will. Ich will dich doch auch nicht alleine lassen!“ Du lächelst müde:„Ach Miga, mach dir keine Sorgen. Noch hast du schließlich ein wenig Zeit. Außerdem musst du machen, was du für richtig hälst und nicht das, was andere von dir wollen. Meinst du nicht?“ Etwas traurig lächelnd nimmt Miga in dich Arm und flüstert:„Danke.“ Du lächelst verlegen, bis sich plötzlich die Tür öffnet und Jungkook reinkommt. Miga sieht ihn noch vor dir und murmelt etwas erschrocken:„Kookie?“ Jungkook lächelt verlegen und du grinst amüsiert. Miga hingegen wird knallrot. Verlegen beginnt Kookie:„Hey, Miga. Äh, und hallo (d/n). Ähm... Ich wollte fragen, Miga, ob du mit mir ein bisschen durch die Stadt läufst. Die anderen haben keine Lust.“ Miga guckt dich kurz an, du nickst ihr zu und sie grinst freudig:„Ja, klar. Ich hole noch eben meine Jacke, dann kann's losgehen.“ Schon ist deine Freundin verschwunden und du stehst alleine mit Jungkook in eurem Zimmer. Grinsend flüsterst du:„Pass mir aber gut auf Miga auf. Aber ich denke mal, das wirst du machen. Schließlich ist sie deine große Liebe. Warum solltest du sie dann auf's Spiel setzen?“ Beleidigt glotzt Jungkook dich an und flüstert genervt zurück:„Na toll. Hat Yoongi dir das etwa erzählt? So ein Blödmann.“ Du kicherst:„Nein, ich bin von alleine draufgekommen. Ich wollte eigentlich nur deine Reaktion sehen.“ Daraufhin grinst Kookie auch. Nun kommt Miga wieder zurück und hakt sich aufgeregt bei Jungkook ein. Du amüsierst dich:„Ihr seht jetzt schon aus wie ein altes Ehepaar. Also, viel Spaß euch zwei Turteltauben.“ Verärgert blickt Miga dich an und zeigt dir beim Gehen noch schnell den Mittelfinger, woraufhin du laut lachen musst. Gelangweilt sitzt du nun alleine in dem Hotelzimmer. Da es dir allmählich zu langweilig wird, stehst du einfach auf und trottest zu dem Zimmer von Jimin und Tae. Erst klopfst du an und anschließend öffnest du die Tür. In dem Raum erblickst du Tae, Jimin und Hoseok, welche kichernd auf dem Bett hocken und sich scheinbar eine Komödie angucken. Amüsiert gesellst du dich dazu und meinst:„Und ihr hattet keine Lust, mit dem armen Kookie die Stadt zu erkunden?“ Wie auf ein Kommando starren dich die drei gleichzeitig verwirrt an. Hoseok fragt:„Was meinst du?“ Ebenfalls verwirrt erzählst du:„Kookie war gerade bei uns und hat Miga gefragt, ob sie mit ihm die Stadt erkunden will, da ihr doch keine Lust hattet.“ Tae fängt an zu grinsen und bricht schließlich in tosendem Gelächter aus, ebenfalls wie Hoseok und Jimin. Verwirrt starrst du die drei an und schließlich erklärt Tae:„Der alte Schlawiener war gar nicht bei uns. Der wollte doch locker nur etwas mit Miga machen. Der Kerl hat sich doch komplett verschossen.“ Du kicherst:„Ja, das habe ich schon mitbekommen, dass er sie mag. Aber ich dachte, dass er euch wirklich gefragt hätte.“ Die anderen schütteln gleichzeitig den Kopf und du schmunzelst nur. Schließlich ergreift Jimin das Wort:„Meint ihr, er will ihr nun die Liebe gestehen?“ Alle zucken mit den Schultern und ihr beschließt, den Rest zu fragen, ob jemand etwas weiß. Auf dem Weg dahin läufst du neben Tae. Du flüsterst:„Ich fände es so süß, wenn die beiden ein Paar wären. Ich hoffe, er fragt sie jetzt.“ Tae grinst und nickt dabei zustimmend.
    Na, hoffentlich erzählt Kookie es ihr endlich. Sie wünscht es sich doch auch. Ich freue mich schon, wenn sie wieder da sind. Dann kann Miga mir alles erzählen.

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    Kichernd stehen Tae, Jimin, Hoseok und du vor Namjoons Tür. Tae klopft gerade gackernd an und als niemand etwas sagt, geht ihr einfach rein. Allerdings ist der Anführer der Band nicht da. Du fragst planlos:„Wo ist er wohl? Ist er vielleicht bei Yoongi?“ Hobi kichert:„Nö, bei dem nicht. Bestimmt wieder bei Jin. Mit dem macht er viel. Wahrscheinlich sind die da wieder am singen oder sonst was, aber ich bin mir sicher, dass er dort ist.“ Verwundert ziehst du eine Augenbraue hoch und folgst dem Rest der Truppe. Als ihr auf Jins Zimmer zukommt, hört ihr direkt, dass laute Musik aus dem Raum dringt. Vorsichtig stößt Jimin die Tür auf und ihr entdeckt, den Fernseher, der einsam im Schlafzimmer läuft. Verwirrt drängt ihr euch in die Suit und ihr erkennt, dass die zwei Jungs in der Küche sein müssen. Denn von da hallt laute Musik und es sind singende Stimmen zu vernehmen. Fast schon peinlich berührt folgst du den anderen in das Esszimmer, als ihr einen kochenden Jin entdeckt, welcher währenddessen singt und ein quietschig singender Namjoon, der zwischendurch immer wieder von dem Essen nascht. Hobi räuspert sich und klopft voraussagend gegen den Türrahmen. Erschrocken fahren die beiden Jungs zusammen, woraufhin du etwas kichern musst. Beide haben vom Probieren einen Löffel aus dem Mund hängen und machen große Augen. Tae setzt an:,, Hat Kookie euch gefragt, ob ihr mit ihm kommen wollt?" Jin und Namjoon glotzen euch verwirrt an und schließlich gibt Namjoon ein überfordertes:„Hm?" von sich. Du schüttelst belustigt den Kopf und stellst schnell die Musik aus. Nun stellt Tae erneut seine Frage, auf welche Jin nur wortlos den Kopf schüttelt. Hobi erklärt weiter:„Wie wir alle wissen, findet Jungkook Miga so toll und da haben wir vermutet, dass er ihr jetzt vielleicht seine Liebe gestehen will. Wisst ihr vielleicht etwas davon?" Erneut nur eine Verneinung. Enttäuscht seufzt ihr. Doch plötzlich räuspert sich der Anführer:„Naja, mir hat er davon nichts gesagt, aber es ist durchaus möglich. Vielleicht müsst ihr mal Yoongi fragen. Der fehlt schließlich noch." Ihr stimmt zu und macht euch auf den Weg. Dabei läuft Jimin neben dir und flüstert dir zu:„Hast du eigentlich schon etwas wegen seiner Liebe erfahren? Du weißt schon, ob er dich meint?" Ausdruckslos schüttest du den Kopf, doch innerlich weinst du. Das scheint Jimin sich denken zu können, denn er klopft dir aufmunternd auf die Schulter. Dankbar lächelst du stumm vor dich hin. Vor der Tür angekommen, klopft ihr mal wieder. Wie gefühlt immer, ist dein Mentor mal wieder am Schlafen und ihr weckt ihn nicht gerade sanft. Müde brummt der Schlafende:„Was wollt ihr? Lasst mich schlafen!" Traurig lächelst du unbemerkt und auch ihm stellt ihr nun eure Frage. Als Antwort murmelt der scheinbar perfekte Yoongi nur:„Ach Leute, lasst mich in Ruhe. Woher sollte ich das wissen? Fragt ihn selbst, sobald er wieder da ist, ja?" Also verlasst ihr das Zimmer wieder und versammelt euch wieder in Taes Zimmer, um dort ein wenig herumzugammeln. Aufgeregt sitzt ihr dort auf dem Bett und wartet auf die Ankunft Jungkooks. Nach einer Ewigkeit hört ihr eine sich schließende Tür des Nachbarzimmers, deines Zimmers. Sehnsüchtig springt ihr auf und stürmt in dein Zimmer. Erwartungsvoll reißst du die Tür auf und erblickst Miga, die sich gerade die Schuhe auszieht. Verwirrt glotzt sie dich und die Jungs hinter dir an. Auffordernd fragst du:„Und? Wie war es? Was habt ihr denn so gemacht?" Nach wie vor verwirrt stammelt Miga:„Naja, nichts Besonderes. Wir waren im Einkaufszentrum, haben Eis gegessen und haben uns einfach ein wenig unterhalten. Wieso?" Du drehst dich kurz zu den Jungs um, schüttelst bedeutungsvoll den Kopf, woraufhin der Rest niedergeschlagen geht und du kommst auf Miga zu:„Ach, nur so. Ich hatte nur so ne Wette mit den Jungs", lügst du gekonnt. Als Miga dich fragt, was für eine Wette es doch sei, wechselt du das Thema:„In welchen Läden wart ihr denn?" Nun bricht Miga in ihrem Element aus und beginnt, zu erzählen. Jedoch hörst du nur halb zu, woraufhin Miga dich dann wieder anmeckert.
    Letztendlich kichert ihr den ganzen Abend nur und macht noch eine große, gemeinsame Runde, wo ihr einfach ein bisschen mit den Jungs quatscht. Du sitzt unter anderem neben Tae und flüsterst zwischendurch leise:„Was hat Kookie gesagt?" Tae nuschelt zurück:„Naja, leider nicht viel. Hauptsächlich hat er erzählt, was sie genau gemacht haben. Aber sonst hat er nicht gerade viel erzählt. Hast du noch etwas rausbekommen?" Wortlos schüttelst du den Kopf.
    Auf einmal unterhaltet ihr euch über die Konzerte und Namjoon erklärt:„Wie ihr wisst, haben wir hier in drei Tagen unser Konzert. Dann am darauffolgenden Abend direkt noch eins. Die nächsten Tage werden wir also dafür nutzen, zu proben und (d/n) hilft bei den Aufbauten und all dem, was sonst noch nötig ist." Jin fügt hinzu:„Am letzten Abend gehen wir zusammen essen. Habt ihr irgendwelche besonderen Vorschläge?" Du schüttelst gleichgültig den Kopf. Jungkook mischt sich plötzlich ein:„Miga und ich haben heute ein tolles Restaurant entdeckt. Das sah super aus. Meinst du nicht, Miga?" Diese nickt zustimmend. Tae lacht:„Ihr wirkt mal wieder voll wie ein altes Ehepaar. Mensch, wie ich mich freue, wenn ihr erstmal heiratet. Darf ich dann der Trauzeuge sein, Kookie?" Du fügst bei:„Du sprichst mir aus der Seele, Tae. Darf ich denn dann die Patentante eurer Kinder werden?" Miga und Jungkook werden wütend und prügeln euch leicht, lachend.

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    „(d/n), funktioniert das Mikro?" Du stehst auf der Bühne und testest, ob alles funktioniert. Der Manager der Jungs steht unten, am Fuße der riesigen Bühnenfläche. Gerade sprichst du durch das Mikrofon:„Test. Test", während ein Angestellter die Tonverhältnisse einstellt. Schließlich, als der Klang perfekt ist, zeigst du Daumen hoch. Nun musst du das Licht überprüfen. Hierfür begibst du dich zu einer gigantischen Stromanlage und legst die Hebel um. Wie auf ein Kommando gehen alle Lichter an, sodass die Bühne hell erleuchtet ist. Zufrieden nickst du. Plötzlich hörst du Schritte von hinten, weshalb du dich ruckartig umdrehst. Dir gegenüber steht nun ein in geschützter Position verharrter Hoseok, der grinst. Als du ihm einen vorwurfsvollen Blick schenkst, lacht er:„Ich wollte dich eigentlich erschrecken. So ein Mist. Wie auch immer... Namjoon lässt fragen, ob alles bereit ist, um hier schon mal zu proben?" Du antwortest mit einem Nicken, woraufhin Hoseok zufrieden wieder zum Rest verschwindet. Doch schon wenige Minuten später tauchen er, die anderen Jungs und Miga wieder auf und verteilen sich auf der bunten Bühne. Du drückst jedem schnell ein Mikro in die Hand und begibst dich dann schnell wieder nach unten, wo auch der Manager steht. Der Mann, der für Ton und Licht zuständig ist, lässt die strahlenden Scheinwerferlichter für einen Moment verblassen und eine leise Musik ertönt. Langsam erlangt man wieder einen Blick auf die Bühne und sofort ertönt eine sanfte Stimme - Jungkook. Wie auf ein Kommando fangen die 8 Leute auf der Bühne an, loszutanzen. Alle bewegen sich gleich, anmutig und gekonnt. Schnell drehen sich die einzelnen Personen, winden sich durch die anderen hindurch, sodass es wie ewig einstudiert scheint. Das ist es ja auch. Nun wechseln sich die Sänger ab. Mal singt Tae, mal Jin, mal Jimin. Jeder hat seinen Part. Jetzt beginnt auch Miga, ihre schöne, klare Stimme erklingen zu lassen. Gebannt lauschen alle der Musik und den tanzenden Künstlern. Doch dein Blick ruht nur auf einer der 8 Personen. Yoongi. Wie verzaubert starrst du ihn an, wie er gekonnt über die Tanzfläche hüpft und dabei wirkt wie ein Engel. Plötzlich stoppt die Musik für einen Moment aprubt, geht dann jedoch weiter, um Yoongi in seinen Part einzuleiten. Schnell rappt er die Wörter, die dem Song einen Sinn geben. Der Rap ist wie ein Wettrennen mit der Zeit. Doch deiner Meinung nach viel zu schnell endet dieser Moment der Schnelle wieder und der Song verfällt in seine gewohnte Ruhe, untermalt von Taes hoher Singstimme. Schneller als erwartet endet der Song auch schon und die Personen kommen zum Stillstand. Das Licht erlischt erneut und die Zuschauer starren erneut in die Dunkelheit. Doch schon bald wird die Halle wieder erleuchtet und Namjoon beginnt, seine Rede zu halten. Darauffolgend die von den anderen Jungs und zu guter Letzt Migas Ansprache.
    Schließlich geht es mit den restlichen Songs weiter. Zwischendurch noch mal die ein oder andere Rede. Doch das alles interessiert dich nicht. Für dich steht nur der eine perfekte Junge im Mittelpunkt und du kannst nicht anders als die ganze Zeit mit leuchtenden Augen zu ihm aufzuschauen.
    Letztendlich habt ihr sozusagen das ganze Konzert durchgeprobt und ihr könnt zurück ins Hotel fahren. Das Konzert ist schließlich erst morgen. Doch jetzt ist erstmal chillen angesagt. Während Miga ein Nickerchen hält, nutzt du die Gelegenheit, um zu duschen. Das heiße Wasser prasselt auf deinen Körper und du genießt das. Mit geschlossenen Augen stehst du da und trällerst aus Langeweile vor dich hin. Um genau zu sein, versuchst du, Migas Part vom ersten Song zu singen. Nach einer Weile, als du fertig bist, trocknest du dich im Bad ab, ziehst dir neue Sachen an und öffnest ahnungslos die Tür. Du erschrickst, als du einen amüsiert grinsenden Yoongi auf deinem Bett sitzend erblickst. Überrascht und gleichzeitig etwas verärgert fauchst du:„Was machst du denn hier?" Dein Mentor erwidert mit einem fiesen Lächeln auf den Lippen:„Nun, ich wollte ein wenig deiner wunderbar krätzigen Stimme lauschen. Fast so schön wie Namjoon, wenn er mal wieder unter der Dusche singt. Wie ein sterbendes Schwein. Einfach wunderschön, wirklich." Beleidigt wirfst du mit einem Schuh nach Yoongi und meckerst:„Na und? Dann klinge ich eben wie ein sterbendes Schwein. Immerhin stehe ich dazu. Außerdem, habe ich jemals behauptet, ich habe eine schöne Stimme? Nein, also beschwer dich nicht!" Das schadenfrohe Grinsen in Yoongis Gesicht wird immer breiter und du fügst beiläufig hinzu:„Immer diese arroganten Sänger, die meinen, sie seien etwas Besseres, nur weil sie singen können. Dabei sind sie nichts weiter als Blödmänner!" Verschmitzt lächelt Yoongi, steht auf, läuft auf dich zu und umarmt dich freundschaftlich. Dabei murmelt er:„Ach, sei doch nicht beleidigt. Das ist doch nur Spaß." Gespielt gekränkt verschränkst du die Arme, befreist dich aus Yoongis Griff und nuschelst:„Lass mich los. Du bist verliebt, also komm mir nicht so nahe. Sonst sage ich deiner Geliebten, dass du mich belästigst." Für einen Moment scheint Yoongi geschockt und verängstigt zu sein, lacht dann aber:„Sei doch nicht so. Außerdem, was tut es dazu, dass ich verliebt bin? Du weißt doch noch nicht mal, in wen." Du lügst grinsend:„Doch, das weiß ich." Überlegen schmunzelnd fragt dein Mentor:„Ach ja? Und in wen?" Du überlegst kurz und grinst dann:„Ist doch vollkommen klar. Es ist Hobi! Ihr seid unzertrennlich." Yoongi atmet fast schon etwas erleichtert auf und kichert:„Nein. Erstens ist Hoseok kein Mädchen. Zweitens ist die, die ich liebe tausend mal schöner und behandelt mich besser. Hobi ist eher wie ein Bruder. Aber sie ist wie ein Engel. Sie ist mein Leben. Sie ist hübsch, klug, nett und einfach nur wundervoll. Sie ist mir unfassbar wichtig, doch ich kann ihr einfach nicht meine Gefühle für sie gestehen." Du rollst etwas gekränkt mit den Augen und beendest Yoongis Rede:„Jaja. Ich weiß schon. Sie ist unglaublich, vermutlich ein Gott und es ist eine verbotene Liebe, ein Verbrechen. Aber weißt du was? Sie ist nicht hier. Also brauchst du nicht andauernd von ihr schwafeln. Ich habe verstanden, dass sie die beste und tollste ist und, dass du sie liebst." Verwirrt und erschrocken über deine nicht gerade einfühlsame Aussage, taumelt der perfekte Yoongi ein wenig zurück. Fast schon traurig wirkend sucht er deinen Blick. Doch du schaust ihn nicht an, sondern drehst dich extra von ihm weg. Mit versucht stark klingender Stimme fragst du gestresst:„Wo ist überhaupt Miga?" Dein Mentor stammelt nach wie vor verwirrt und enttäuscht:„Sie ist bei Jungkook. Aber wieso.." Du lässt Yoongi seine Frage nicht zu Ende bringen, sondern redest getroffen dazwischen:„Gut, dann werde ich jetzt zu Miga gehen. Also solltest du wieder in dein eigenes Zimmer gehen. Bis dann." Ohne ein weiteres Wort oder dich noch einmal umzudrehen, verlässt du den Raum und schlenderst mit Tränen in den Augen zu Jungkooks Zimmer, um Miga aufzufinden. Du brauchst jetzt wirklich jemanden zum Reden. Du stehst zwar gerade vor der Tür und willst die Klinke runterdrücken, zögerst dann jedoch, drehst um und machst dich auf den Weg zu Jimin. Mit ihm werde ich sprechen können. Er versteht mich und wird mir zuhören. Er ist der richtige Ansprechpartner...

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    Zögernd klopfst du an die Tür. In deinen Augen stehen dir die Tränen und dein Gesicht läuft schon rot an vor Anstrengung, sie im Zaun zu behalten. Endlich ertönt ein „Herein" aus dem Inneren und du trittst ein. Anders als erwartet, erblickst du nicht Jimin, sondern den Manager der Band. Er sitzt an dem Tisch, vor sich seinen Laptop. Mit bebender Stimme stotterst du:„Wissen Sie, wo Jimin ist?" Langsam dreht der Manager sich zu dir um und ist verblüfft, als er dein vor Tränen angeschwollenes Gesicht erblickt. Sorgvoll fragt er:„(d/n), was ist los? Warum weinst du?" Du versuchst daraufhin, dir die Tränen wegzuwischen und ein Lächeln auzusetzen. Doch damit gibt sich der Mann, dir gegenüber, nicht zufrieden. Also hakt er nach:„Ich bin nicht dumm. Ich sehe doch, dass du in einer trauernden Art und Weise bedrückt bist. Mach dir doch selbst nichts vor!" Jetzt kannst du die Tränen nicht mehr zurückhalten und schluchzt:„Das ist nicht von Bedeutung. Ich bin nicht von Bedeutung. Für niemanden und erst recht nicht für ihn. Er hat doch nur diese verbotene Liebe im Kopf und ich bin ihm ganz egal. Das werde ich immer bleiben und deswegen wird er mich auch niemals verstehen!" Vollkommen überfordert sucht der Manager hilflos durch die Gegend. Schließlich beginnt er:„Ich weiß nicht zu 100%, wovon du redest. Ich denke mal, dass es sich um Liebeskummer handelt. Und du musst mir auch nicht sagen, wer dein Geliebter ist. Aber eines kann ich dir sagen. Wenn er dich nicht will, dann ist er selbst schuld und hat seine Chance vertan. So ein tolles Mädchen wie dich wird er in einer Millionen Jahre nicht wiedersehen. Er ist ein Weichhirn, wenn er dich ablehnt. Du hast etwas Besseres verdient! Ach, und wenn es dir hilft, Jimin ist nicht hier. Er wollte ein wenig nach draußen gehen, aber er hat mir nicht gesagt, wohin er genau will. Das tut mir leid, weiter kann ich dir nicht helfen." Du nickst einfach kurz und verschwindest dann, fliehst vor den anderen Jungs. Du stößt die Tür nach draußen hin auf und entfliehst in die frische Luft. Stets auf der Suche nach deinem besten Freund, der dich immer versteht - Jimin. Wie ein kleines Kind, welches die Mutter im Supermarkt verloren hat, irrst du durch die Stadt. Einige von den vielen Japanern starren dich interessiert an. So viele Gesichter. So viele Stimmen. So viel Gewusel. Um dich herum ist zu viel und dir wird schwindelig. Du hast das Gefühl, einfach gleich das Gleichgewicht zu verlieren und umzukippen. Dir wird langsam, aber stetig schwarz vor Augen und du bereitest dich schon darauf vor, gleich auf den Boden zu fallen. Doch dann die Überraschung. Plötzlich stützt dich jemand von hinten, hält dich fest in seinen Armen und führt dich aus der Menschenmasse. Verwirrt wendest du dich der Person zu und erkennst glücklich Jimin. Du hauchst wie erstickt:„Jimin! Wie hast du mich so schnell gefunden?" Lächelnd erklärt dir dein Kumpel:„Naja, ich war gerade auf dem Weg zurück. Da sah ich dich hier. Mir ist direkt aufgefallen, dass es dir in irgendeiner Form nicht gut ging.Geht es dir denn mittlerweile besser?" Gedankenverloren nickst du und erklärst endlich:„Ich habe dich gesucht!" Erwartungsvoll zieht Jimin eine Augenbraue hoch und du stellst klar:„Yoongi war bei mir und hat mich erst beleidigt und dann von seiner tollen Liebe geschwafelt. Ich habe es nicht ausgehalten und bin etwas eskaliert. Ich war wohl sehr abwertend. Letzten Endes bin ich einfach gegangen. Ich konnte ihm nicht in die Augen schauen." Entsetzt starrt Jimin dich an. Entgeistert stammelt er:„Yoongi hat dich beleidigt?" Nebenbei fügst du hinzu:„Ja, aber es war noch nicht mal so unglaublich. Er hat nur gehört, wie ich etwas vor mich hingesungen habe. Schließlich hat er sich darüber lustig gemacht, dass ich nicht singen kann, was ja auch stimmt, aber es hat mich dennoch verletzt." Tröstend nimmt Jimin dich in die Arme und murmelt dir beruhigend zu:„Mach dir keine Sorgen, (d/n). Der Kerl hat sie nicht mehr alle. Aber glaub mir, irgendwann wird er erkennen, was für ein tolles Mädchen du bist. Da bin ich mir ganz sicher." Dankend lächelst du. Auf einmal fragt Jimin dich:„Was magst du lieber? Eis oder Pizza?" Verwirrt stammelst du:„Keine Ahnung, Eis." Daraufhin grinst Jimin:„Gut dann gebe ich dir jetzt ein Eis aus. Komm mit!" Schmunzelnd folgst du deinem besten Freund in die luxuriöse Eisdiele, wo du dir zwei Kugeln Eis aussuchst. Deine Lieblingssorten. Während des Eises unterhaltet ihr euch noch etwas. Über ganz normale Dinge, doch wie aus dem Nichts meint Jimin auf einmal:„Du kennst nicht rein zufällig jemanden, der in der gegnerischen Mafia ist, oder?" Verwirrt schaust du auf:„Nein, nicht, dass ich wüsste. Wieso?" Jimin winkt ab:„Ach, nur so. Wir müssen sie eben alle schnappen, weißt du?" Verwundert nickst du einfach nur nachdenklich. Schließlich, als ihr fertig seid mit dem Essen eures Eises, schlendert ihr zurück in das Hotel. Dort spielst du in Jimins Zimmer noch ein paar Videospiele mit ihm. Jedoch bist du meist abgelenkt. Warum fragt Jimin, ob ich jemanden von der anderen Mafia kenne? Hat er etwa jemanden im Verdacht? Generell fragen mich die Jungs manchmal ziemlich seltsame Sachen. Auch, als Namjoon meinte, ich solle aufpassen, wem ich vertraue...
    Was genau wollen sie mir damit sagen? Was wissen sie, was ich nicht weiß?

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    Müde gähnst du und starrst aus dem Fenster, während schon etwa die Hälfte deiner Mitfahrer tief und fest am schlafen ist. Nur du, Yoongi, Hoseok und der fahrende Manager sind noch wach. Ihr sitzt schlaftrunken, zusammengekuschelt in dem Van, auf dem Weg zum Stadion, wo am heutigem Abend das Konzert stattfinden wird. Es ist früh morgens, weshalb viele von euch eben noch ein kurzes Nickerchen halten. Du starrst die ganze Zeit aus dem Fenster, während Jimins Kopf schwer auf deiner Schulter liegt. Namjoons Schnarchen verleiht der gähnenden Stille einen Klang, ein Gesicht. Hoseok, welcher zwei Plätze von dir entfernt sitzt, spielt an Taes Kopf, während er schläft. Mal schubst er ihn leicht auf die andere Seite, sodass er gegen das kalte Fenster donnert, mal bewegt er ihn vorsichtig so, dass es aussieht, als würde er nicken. Gegenüber von dir sitzen Jungkook und Miga, welche beide in einen tiefen Schlaf verfallen sind und sich nun gegenseitig stützen, indem Miga ihren Kopf an Jungkooks Schulter gelehnt hat und Jungkook seinen Kopf auf ihrem ruhen lässt. Von diesem süßen Schaubild musste der köstlich amüsierte Hobi natürlich auch gleich eine Erinnerung durch ein Foto hervorrufen. In der letzten Ecke, extra weit von dir entfernt sitzt Yoongi, welcher dich mit ausdruckslosen Augen anstarrt. Du hingegen ignorierst ihn einfach. So wie du es die letzten Stunden auch schon gemacht hast, nachdem du so emotional geworden bist, wegen seiner Geliebten und seinem langanhaltendem Geschwafel über diese.
    Der Manager, welcher vorne mit einem schlafendem Jin sitzt, blickt zwischendurch immer wieder belustigt durch den Rückspiegel nach hinten. In das müde Schweigen.
    Endlich hält der Van und ihr steht vor dem großen Stadion. Entmutigt zwingst du dich selbst dazu, aufzustehen und taumelst schließlich mit unsicherem Schritt aus dem Wagen. Neben dir steht schon Hoseok. Yoongi ist auf der anderen Seite ausgestiegen ebenso wie der sorgvolle Manager. Leise seufzt dieser, gibt euch ein kurzes Zeichen und ihr weckt alle. Du übernimmst Jimin und Tae, indem du sanft an ihnen rüttelst und ihnen ins Ohr pustest. Yoongi weckt Namjoon und Hoseok weckt Jungkook und Miga, indem er ihnen unsanft ins Ohr brüllt:„Aufstehen, ihr alten Schlafmützen. Dabei wird direkt auch Jin vorne aufgeschreckt. Murrend steht der Rest auf und quält sich demotiviert ins Stadion. Die Jungs und Miga verschwinden direkt in den Proberaum und du folgst dem Manager zum Stromkasten. Schnell stellt ihr alles an. Scheinwerfer, Ton und alles, was sonst noch dazugehört. Zudem überprüfst du noch einmal alles auf seine Richtigkeit. Schließlich, als alles korrekt eingestellt ist, trottest du zu den Hauptakteuren und befiehlst ihnen, schon mal zu proben. In dem Moment kommt Yoongi auf dich zu und macht gerade den Mund auf, um etwas zu sagen, da unterbrichst du ihn:„Beeil dich jetzt! Die Backgrounddancer kommen schon in einer Stunde und bis dahin müsst ihr alles schon mal alleine durchgeprobt haben. Also, hopp!" Daraufhin schließt der von dir geliebte Yoongi wieder seinen Mund und geht eilig weiter. Scheinbar eingeschüchtert von deinem Befehl. Erleichtert atmest du auf. Gut, dass er sich nicht beschwert hat. Ein Gespräch mit Yoongi wäre noch das letzte gewesen, was ich jetzt hätte gebrauchen können. Er bricht mir doch nur das Herz...
    Schnell folgst du nun auch dem Trupp, um die Probe zu verfolgen. Im Prinzip läuft alles ganz gut und sie sind sogar so passend fertig, dass sie direkt noch einmal mit den Backgrounddancern proben können. Auch diese Probe verläuft blendent. Mittlerweile ist es jedoch schon 14:00 Uhr. Also müssen Miga und die Jungs wieder von der Bühne verschwinden. Die ganzen Banner mit den Gesichtern der Jungs und Miga hängen bereits und der Shop für Fans hat geöffnet. Am Empfang sitzt auch schon jemand zur Ticketkontrolle und an jeder Ecke steht ein Sicherheitsbeauftragter. Die ersten Fans stürmen bereits in die riesige Anlage. Im Shop wird bereits eine Menge Geld einkassiert und die ersten Plätze werden auch schon belegt. Du stehst gerade Backstage und überprüfst noch ein letztes Mal den kleinen Scheinwerfer, da dieser vorhin kurz geflackert hat. Auch dieser funktioniert nun einwandfrei. Da fällt dir plötzlich auf, dass noch ein Mikrofon auf der Bühne steht und du beschließt, es schnell zurückzuholen. Sobald du die Bühnenfläche betrittst, jubeln auf einmal alle ARMYs für einen Moment begeistert auf, da sie wahrscheinlich erst dachten, du seist einer der Jungs. Etwas verlegen greifst du einfach schnell nach dem Mikro und verschwindest dann wieder hinter einer Trennwand. Es ist 17:00 Uhr und das ganze Stadion ist mit Menschenmassen gefüllt. Etwas nervös läufst du in die Umkleide, wo gerade alle den letzten Feinschliff bekommen. Die Jungs und Miga sind geschminkt, die Haare frisch gewaschen und in Migas Fall auch noch schön gelockt. Alle tragen die selbe Kleidung, abgesehen von Miga. Die Jungs tragen einfach eine schwarze Hose und T-Shirt, während Miga ein hübsches, knallpinkes Kleidchen trägt, welches nah an ausgefallen grenzt. Erwartungsvoll lässt du deinen Blick durch die Runde schweifen. Doch dann bleibt er an dem perfekten Yoongi kleben und wandelt sich in einen traurigen, bedauernswerten Blick. Plötzlich treffen sich eure Blicke und gewissermaßen scheint Yoongi ebenso bedrückt zu sein wie du. Jedoch wendest du schmerzerfüllt den Blick ab, seufzt leise und erhebst dann deine Stimme:„In einer halben Stunde geht's los. Also beeilt euch, erledigt die letzten Sachen und begebt euch dann pünktlich auf die Bühne, da wird euch aber noch einmal jemand konkret bescheid geben. Alle Mitarbeiter nicken zustimmend und werden alle wie auf Kommando etwas hektisch. Fast schon zufrieden trottest du nun in den Technikraum. Dort steht eine Art Mischpult, über das du Kontrolle über das ganze Stadion hast. Von hier aus kannst du jeden Ton verstellen, jedes Licht erleuchten lassen oder erlöschen. Es ist wie die Hand Gottes, die über alles und jeden Macht hat. Zumindest stellst du es dir in etwa so vor. Nachdenklich lässt du deine Finger sanft über die ganzen Knöpfe und Tasten gleiten, als plötzlich jemand vorsichtig die Tür aufreißt. Das nervös wirkende Gesicht von Jungkook lächelt dich unsicher an. Verwirrt stammelst du:„Was suchst du hier? In 15 Minuten musst du auf der Buhne stehen!" Verlegen murmelt das jüngste Bandmitglied:„Naja, ich habe eine kleine Bitte an dich." Erwartungsvoll hebst du die Augenbrauen und Kookie beginnt langsam zu erklären:„Du musst mir nach den Endreden noch ein letztes Mal das Mikro geben. Ich muss etwas wirklich Wichtiges sagen. Aber, ich kann dir nicht sagen, was! Du wirst es dann ja sowieso erfahren. Aber es ist wichtig, dass du niemandem sagst, dass ich noch etwas sagen muss. Es sollen alle gleichzeitig erfahren. Niemand früher und niemand später!" Zögernd nickst du einfach nur, woraufhin Kookie dich dankbar anlächelt. Kurz darauf verschwindet er auch schon wieder.
    Dann fängt das Konzert auch schon an. Du lässt langsam das Licht erlöschen sodass ARMY in der vollkommenden Dunkelheit steht. Nur die schwachen Lichter ihrer Stäbe erhellen die ansonsten dunkle Halle. Doch auf der Bühne ist nichts zu sehen. Plötzlich bekommst du ein Zeichen und du drehst allmählich die Musik auf. Die Fans beginnen zu kreischen und du richtest es ein, dass so langsam wieder Helligkeit auf der Bühne herrscht.
    Nun kreischen die Fans nur noch aufgeregter. Die sieben Jungs als auch Miga tanzen über die Bühne und singen wie in der Probe ihren einstudierten Song.

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    Die bunten, grellen Lichter der Scheinwerfer erhellen blendend die Bühne, während die kreischenden Fans in vollkommener Dunkelheit gelassen werden. Von deinem weit entferntem, kleinen Technikraum starrst du beinahe wie verzaubert auf die Bühne. zwischendurch schiebst du immer wieder mal einen kleinen Regler zum äußersten Rand, sodass das Licht mit den Sinnen der Zuschauer spielt. Gebannt glotzt du aus dem kleinen Fenster heraus. Die Musik ist nur gedämpft zu hören und es sieht von hier hinten eher so aus, als würden 8 Ameisen über die Bühne hopsen. Du wendest dich wieder der Aufgabe der Einstellung zu, als du plötzlich abgelenkt wirst. Die Musik stoppt kurz und eine andere Stimme erfüllt deine Ohren mit einem Klang. Yoongi, der wunderbare, nahezu perfekte Mann, beginnt mit seinem Part. Sein Rap klingt so hart und weich zugleich. Ermutigend und traurig zugleich. So viel emotionsvoller als Yoongi dir gegenüber sonst oft ist. Als ob Yoongi seinem Rap mehr Gefühle schenkt als mir... Aber gut, was soll ich machen? Es scheint nur eine einseitige Liebe zu sein und ich bin ihm nicht wichtig. Er scheint zu wissen, was er will. Und er will mich nicht... Warum bin ich im Gegensatz zu ihm so unentschlossen? Warum kann ich nicht sagen, was ich will. Nicht einmal denken kann ich es. Mal liebe ich Yoongi, mal bin ich wütend auf ihn. Ich bin zwiegespalten. Und das wird mich mein Leben lang verfolgen. Ich werde nie auch nur irgendetwas erreichen, wenn ich nicht einmal selbst weiß, was ich will. Oder etwa doch? Plötzlich wirst du aus deiner gebannten Starre herausgerissen, als sich die Tür öffnet. Der Manager lukt hindurch, erblickt dich, schüttelt müde den Kopf und schlägt demotiviert vor:„Möchtest du nach unten gehen und zugucken? Du hast deinen Einsatz verpasst, das Licht runterzufahren, weil du nur aus dem Fenster gestarrt hast. Aber gut, ich werde mich schon darum kümmern. Du kannst zugucken. Sonst ist es sicherlich blöd, wenn deine besten Freunde da vorne stehen und du hier hinten und ihnen nicht einmal zujubeln kannst. Also, geh nur! Ich finde wohl schnell jemanden. Ansonsten mache ich es selbst." Überrascht umarmst du den ebenso überraschten Manager überglücklich und verschwindest dann nach unten, wo die Massen an Fans stehen. Auf dem Weg dort hin nimmst du noch schnell ein Mikro mit, steckst es kurz in deine Jackentasche und stellst dich dann zu den anderen. Das erste Lied ist vorbei und nun werden die Reden gehalten. Wie bei der Probe beginnt Namjoon. Gefasst beginnt er:„Danke ARMY, dass ihr uns all das möglich macht. Ihr seid unsere Kraft und unser Antrieb. Ihr seid unser Herz. Unser Herz, das uns am Leben erhält. Das Herz, das uns dazu bringt, andere Menschen wertzuschätzen und zu lieben. Aber genauso gibt es uns den Antrieb, uns selbst zu lieben. Und dafür wollen wir danke sagen. Danke, ihr seid die Besten und wir lieben euch, ARMY. Und ihr solltet euch selbst auch lieben. So, wie wir gelernt haben, uns selbst zu lieben. Denn man kann erst dann irgendjemand anderen auf der Welt lieben, wenn ihr euch selbst auch liebt. Sich selbst zu lieben ist unfassbar wichtig! Also, Love yourself!" Auch die anderen Reden folgen, die so ähnlich sind. Als letztes ist Miga dran. Leicht zitternd steht sie da, ihr Bild auf die gigantische Leinwand projiziert. Mit Tränen vor Glück in den Augen bedankt sie sich:„Ich danke euch allen, dass ihr mich so gut unterstützt habt. Ohne euch, wäre es nicht so weit gekommen, dass ich hier mit BTS auf der Bühne stehen darf. Danke also an euch alle! Wie Namjoon schon gesagt hat, ihr seid unsere Kraft und unser Antrieb. Für mich seid ihr es genauso. Jedoch seid ihr nicht mein einziger Antrieb und meine einzige Kraft. Ich möchte mich ebenso bedanken bei meiner Familie und meinen Freunden. Besonders bei meiner Mutti, die mir immer wieder Kraft geschenkt hat, wenn ich mal ganz unten angekommen bin. Und an meinen großen Bruder, Baekhyun, der mir zu meinem großen Traum verholfen hat. Danke an euch. Und danke auch an (d/n)!" Verwirrt und glücklich schaust du auf. Mit bebender Stimme spricht deine beste Freundin weiter:„Danke, dass auch du mich unterstützt hast, (d/n). Du bist meine beste Freundin und unterstützt mich immer so gut es geht. Selbst in schlechten Zeiten, in denen du am Boden warst, hast du dich erst um mich gekümmert. Und jetzt tut es mir leid, dass nicht ich dich unterstützt habe. Ich habe so viel versäumt. Dafür muss ich mich entschuldigen. Doch du hast immer alles richtig gemacht. Du warst schon immer wie eine Zwillingsschwester für mich, ohne die ich einfach nicht leben kann. Also ein besonderes Danke auch an dich. Hab dich lieb, auch, wenn das jetzt vielleicht etwas komisch klingt. Ja, ich habe dich lieb. Danke, (d/n). Danke für alles!"
    Dir kullern die Tränen runter, ebenso wie Miga. Du bist überglücklich. Danke auch an dich, Miga. So ein Lob habe ich noch nie bekommen. Du bist so ein besonderes Mädchen und ich bin unendlich froh, dich zur Freundin zu haben. Danke. Nun geht das Konzert jedoch schon ohne Umschweife weiter. Die Fans jubeln und einige weinen mit dir, weil sie so gerührt sind. Fast schon fühlst du dich albern, wie du als 18-jährige weinst, in deiner hintersten Ecke. Doch schon geht das Licht wieder aus und der nächste Song beginnt. Der Rest des Konzertes verläuft gut. Auch die Songs, wo die vielen Backgrounddancer dabei sind. Schließlich werden noch einmal die letzten Reden gehalten. Da erinnerst du dich an das Mikro in deiner Jackentasche. Während Miga gerade noch einmal als Letzte ihre Rede hält, blickt Jungkook nervös um sich. Schnell drängelst du dich bis nach vorne hin durch, woraufhin dich einige ARMYs etwas genervt anfauchen. Dadurch lässt du dich jedoch nicht aufhalten. Migas Rede ist noch nicht ganz vorbei, als Kookie dich in den Massen, vorne, erblickt und erleichtert lächelt. Nur wenige Momente später ist auch Migas Rede zu Ende und sie wollen gerade alle die Bühne verlassen, da steigst du diese hoch und gehst sicheren Schrittes auf Jungkook zu. Du merkst, wie die Blicke der Fans gespannt auf dir ruhen und aus dem Augenwinkel siehst du, dass dein Bild auch auf der Leinwand abgebildet ist. Auch merkst du, dass dich die anderen Jungs und Miga verwirrt beobachten. Beim Gehen kramst du schonmal das Mikro hervor und reichst es dem jüngsten Bandmitglied, welches dir bereits entgegen kommt. Eilig stellst du das Mikro noch an, drückst es dem aufgeregten Kookie in die Hand und flüsterst ihm noch zu:„Was auch immer du sagen willst, du schaffst das schon." Daraufhin nickt Jungkook dir dankbar zu und du verlässt die Bühne eilig wieder, um Backstage zu gehen. Denn von da aus kannst du auch alles hautnah miterleben. Nervös umklammert Jungkook in der Zeit das Mikro, führt es mit zittrigen Händen zu seinem Mund und beginnt:„Ihr wundert euch mit Sicherheit, was hier los ist. Und glaubt mir, das weiß hier auch niemand. Nur (d/n) hat soeben von mir den Auftrag bekommen, mir das Mikro zu bringen, denn ich muss euch etwas Wichtiges sagen. Einige wird es vielleicht schockieren, andere werden sich vielleicht freuen. Ich weiß ja nicht, wie eure Meinung so ist. Aber auf jeden Fall wird es mit Sicherheit alle hier überraschen. Naja, vielleicht nicht alle. Einige haben es bereits geahnt. Schließlich habe ich mich in den letzten Wochen sehr anders verhalten, vielleicht sogar komisch. Für mich war es zumindest komisch, da ich so noch nie gefühlt habe. Für mich ist das ein ganz neues Gefühl und ich weiß, dass es eventuell sehr kompliziert wird. Doch genauso weiß ich, dass es meiner Existenz als Idol schaden könnte und sehr wahrscheinlich auch wird. Aber das ist mir egal. Denn mein Anliegen ist mir sehr viel wichtiger, als meine Zeit als Idol. Es ist etwas, das ich so vielleicht nie wieder erleben werde und ich weiß, dass es meine letzte Chance ist.
    Ich muss es euch sagen. Aber vor allem muss ich es einer ganz bestimmten Person sagen." Kurz hält der sichtlich nervöse und beinahe verängstigte Jungkook inne, lässt seinen Blick über die auffällig stillen Fans schweifen, bleibt dann an einer Person, die mit ihm auf der Bühne steht, hängen und er stottert leise:„Miga, würdest du bitte einmal zu mir kommen?" Großes Getuschel macht sich unter den Fans breit und eine ungemütliche Unruhe herrscht. Miga ist ebenso verwirrt, was man auch deutlich an ihrem Gesichtsausdruck erkennt und sie schlendert langsam und unsicher zu Jungkook rüber. Du, in deiner hintersten Ecke, schmunzelst wissend. Ich glaube, ich weiß, was hier los ist. Miga steht nun vor Jungkook und spielt nervös an ihrem Kleidchen. Jungkook hebt wieder die Stimme und es wird wieder still in der Halle. „Ich weiß, du bist verwirrt. Aber glaub mir, ich bin es auch. Wenn auch vielleicht aus einem anderem Grund. Wie auch immer, ich wollte dich schon lange darüber unterrichten, doch ich hatte Angst..." Verwirrung macht sich breit und jetzt gibt Jungkook sich einen Ruck und kommt zum Punkt:„Miga, ich habe mich in dich verliebt. Doch ich konnte es dir nicht sagen, aus Angst, du würdest mich ablehnen. Ich liebe dich und ich möchte nicht weiter in der Ungewissheit sein, nicht zu wissen, ob du auch etwas für mich empfindest." Migas Gesichtsmuskeln entgleiten ihr nun vollkommen und sie scheint schockiert zu sein. Leise flüstert sie:„Ach Kookie. Wie könnte ich dich nur jemals ablehnen? Ich liebe dich doch auch..." Überrascht hellen sich Jungkooks Augen auf und ein breites Grinsen erstrahlt auf seinem Gesicht. Miga muss ebenso lachen und auf einmal, wie vom Blitz getroffen, liegen sich die beiden im Arm und pressen ihre Lippen aneinander. Begeistert fängt ein Teil der Fans an, laut zu jubeln und zu klatschen, während ein anderer Teil enttäuscht anfängt zu weinen. Doch der Großteil jubelt und du glaubst, du seist die, die am lautesten ist. Strahlend und glücklich für das junge Paar stehst du da, mit Freudentränen in den Augen und siehst klatschend dabei zu, wie die beiden sich für wohl ewige Momente dastehen und ihre Liebe füreinander zum Ausdruck bringen.

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    Nach wie vor umschlungen stehen Miga und Jungkook auf der Bühne. Fast alle drumherum kreischen aufgeregt oder begeistert, sodass das Stadion mit einem so imensen Lärm gefüllt ist, dass schon die Wände leicht beben. Du presst dir schnell die Hände auf die Ohren. Endlich lösen sich die beiden wieder voneinander und stehen sich nun strahlend gegenüber, fallen sich in die Arme und Miga beginnt, vor Freude stark zu weinen. Obwohl der Geräuschpegel immer noch extrem hoch ist, eilst du auf die Bühne, um dem jungen Paar direkt zu gratulieren. Dankend nimmt deine Freundin nun auch dich in den Arm. In der Zeit kommen die anderen Jungs und klopfen ihrem Nesthäkchen stolz auf die Schulter. Nach deiner langanhaltenden Umarmung mit Miga gehst du nun auch gerührt zu Jungkook rüber. Dieser nimmt dich freundschaftlich in den Arm und du flüsterte dem dir gegenüber leise ins Ohr:„Warum war das nur keine Überraschung?" Daraufhin lacht Jungkook verlegen und klopft dir ein letztes Mal dankbar auf die Schulter. Die lauten Stimmen der Fans legen sich allmählich wieder und Jungkook bedankt sich noch ein letztes Mal schnell, bevor er mit Miga im Arm hinter die Bühne rennt. Der Rest folgt ebenso. Lachend begebt ihr euch nun in den Gemeinschaftsraum, wo drei große Sofas sind. Dort macht ihr es euch gemütlich und tratscht aufgeregt über die Ereignisse. Gesprächsthema Nummer 1 ist dort natürlich die Liebe zwischen Miga und Jungkook. Tae ruft laut:„Junge, du hast es ganz schön spannend gemacht! Du hast uns ziemlich in den Wahnsinn getrieben. Wir dachten erst, du wolltest aus der Band austreten oder du hättest eine schreckliche Krankheit oder sonst was!" Kookie schmunzelt:„Ich weiß. Das war der Plan. Mir war ganz klar, dass einige Fans regelrecht wütend werden. Also habe ich gedacht, mache ich ein bisschen Spannung, bis alle denken, es ginge um etwas Schreckliches und dann gestehe ich meine Liebe zu Miga." Miga liegt glücklich in den Armen von Kookie, welcher ebenso strahlt. Jin führt den Plan zu Ende:„So sind die Fans nicht so enttäuscht und nehmen es dir nicht allzu übel. Nicht schlecht..." Jungkook nickt zustimmend. Ein wenig redet ihr noch alle aufgeregt und glücklich durcheinander, bis Yoongi plötzlich bedauert:„Oh Mann, ich wünschte, ich hätte so viel Mut wie du. Dann würde ich ihr auch einfach meine Liebe gestehen. Doch ich kann es einfach nicht. Schade drum." Wie erschlagen starrst du mit leerem Blick in die Ecke. Du möchtest nicht, dass die Trauer dich wieder einholt. Jimin, welcher neben dir sitzt, bemerkt das natürlich und versucht direkt, die Jungs auf ein anderes Thema zu bringen, doch direkt fragt Hoseok:„Uhhh, wer ist es? Kenne ich sie? Ist sie hübsch?" Verlegen antwortet Yoongi:„Naja, ich kann dir nicht sagen, wer sie ist. Aber ja, sie ist wunderschön. Das schönste Mädchen der Welt!" Deine Trauer unterdrückend glotzt du auf den Boden, versuchst, alle Gedanken und Emotionen in den Hintergrund zu schieben, einfach an nichts zu denken. Jimin versucht immer noch, die Jungs auf ein anderes Thema zu bringen. Er fragt motiviert klingend:„Welchen Song fandet ihr überhaupt, ist am besten rübergekommen?" Doch die anderen Jungs reagieren gar nicht. Sie fragen deinen Mentor weiterhin begnadet aus, woraufhin er nur noch mehr von seiner perfekten Liebe schwärmt. Du hälst es einfach nicht mehr aus, kannst die Tränen nicht mehr zurückhalten. Schnell stehst du auf, legst dir extra eine Strähne deiner seidig glänzenden Haare vor das tränende Gesicht, um es zu verdecken und nuschelst:„Ich geh mal eben auf Toilette." Deine Aktion interessiert eigentlich keinen. Nur Jimin guckt dir miteidig hinterher, steht ebenfalls auf und begründet seine Aktion:„Ich hole mir eben ne Flasche Wasser." Verwirrt rennt er dir hinterher, was ihm etwas schwierig erscheint, da du hinter der Bühne in der Ecke sitzt und er nicht mehr weiß, in welche Richtung du gegangen bist. Schließlich findet er dich, die völlig aufgelöst ist, hockt sich direkt vor dich, sodass ihr auf Augenhöhe seid, packt dich vorsichtig an den Schultern und spricht dir gut zu:„Hey, (d/n). Weine nicht. Es wird alles gut, versprochen." Du widersprichst unter Heulen:„Nein, gar nichts wird gut. Yoongi quasselt andauernd von seiner blöden, verbotenen Liebe und bemerkt dabei gar nicht, wie weh er mir tut. Andauernd kommt er und schwärmt erneut von ihr. Als ob ich nicht so langsam verstanden hätte, dass sie perfekt ist und ich im ganz egal bin! Ich bin nur der letzte Dreck für ihn. Nur die kleine (d/n), dessen Gefühle ganz egal sind!" Müde seufzt Jimin:„(d/n), du bist kein Dreck. Und als solchen sieht Yoongi dich auch nicht. Liebe macht blind und er sieht nicht, wie sehr er dir damit Leid zufügt. Denn er sieht dich als beste Freundin, die ihn immer unterstützt und ihm Beistand leistet. Du bist in seinen Augen sehr hoch angesehen. Für ihn bist du eine Heldin, wie du dich für ihn und Tae geopfert hättest, obwohl du genauso gut hättest fliehen können und wieder frei gewesen wärst. Du hast deine Freiheit, dein Leben und so viel mehr für ihn auf's Spiel gesetzt. Für ihn bist du die mutigste, aufopferungswürdige und netteste Person der Welt. Vielleicht reicht es nicht ganz für Liebe, doch es reicht allemal für eine wunderbare Freundschaft. Und auch das musst du zu schätzen wissen. Und eines Tages wird es dann so weit kommen, dass er sich in dich verliebt. Doch die Dinge brauchen Zeit und manchmal ist das auch ganz gut so. Denn was lange währt, das hält ewig. Und auch, wenn es dich momentan vielleicht schmerzt, ihn immer sehen zu müssen, eines Tages wirst du froh sein, diese Erfahrung gemacht zu haben. Die Erfahrung, auch mal Liebeskummer zu haben. Viele Sorgen, ein ganz neues Leben und den Schmerz, jeden Tag den Geliebten zu sehen, mit dem Wissen, dass er dich nicht liebt. Doch irgendwann wird es so weit sein und du bekommst, was du verdienst - deine große Liebe und mit diesem wirst du glücklich den Rest deiner Tage verbringen. Doch bis dahin braucht es Zeit. Denn, was lange währt, wird endlich gut."

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    Dankend schaust du vom Boden zu dem dich tröstendem Jimin auf. Leise flüstert du:„Wirklich?" Lächelnd nickt Jimin stumm, woraufhin du ihm dankend um den Hals fällst. Fast schon amüsiert meint dein bester Freund schließlich:„Wir sollten wieder zu den anderen gehen, meinst du nicht?" Schnell wischst du dir noch die Tränen weg, nickst entschlossen und Jimin zieht dich helfend hoch. Nun schlendert ihr zurück zum Gemeinschaftsraum, wo der Rest noch immer sitzt. Jimin stößt vorsichtig die Tür auf und du lauerst ebenso vorsichtig hindurch. Unverändert sitzen sie alle dort und sind in vollem Gange im Gespräch. Nur, dass mittlerweile ein anderes Thema an der Macht zu sein scheint. Denn jetzt sitzt dein Mentor eher unbeteiligt auf seinem Sofa und starrt dich gedankenverloren an. Du weichst jedoch seinem brennenden Blick aus und setzt dich einfach schnell mit Jimin auf dein eigenes Sofa. Du lässt dir nichts anmerken und versuchst, alle schlechten Emotionen zu verbergen, während das ungeordnete, laute Gespräch zwischen euch allen fortfährt.
    Plötzlich, mitten in den Unterhaltungen, reißt jemand die Tür auf. Erwartungsvoll glotzt ihr alle auf den Neuankömmling. Es ist der Manager von BTS. Sein Blick ist ernst und er räuspert sich mit tiefer Stimme:„Jungkook, ich muss mit dir sprechen." Kookie fragt stumpf, was er denn wolle und letztlich erwidert der Mann schlecht gelaunt:„Es geht um dich und Miga. Also, kommst du jetzt mal eben?" Widerwillig schüttelt das jüngste Mitglied den Kopf und beharrt:„Was auch immer du zu sagen hast, du musst es uns beiden sagen!" Der gestresst wirkende Manager seufzt:„Na gut, dann hören eben alle zu. Jungkook, du weißt, dass eigentlich niemand von euch eine feste Freundin haben soll. Das schadet eurem Image und senkt somit auch eure Popularität. Es kommt bei den ganzen jungen Weibern eben nicht gut an, wenn ihr vergeben seid. Eure Nachfragen werden abnehmen! Entweder musst du dich wieder von Miga trennen oder aus BTS austreten. Das müsstest du sonst nämlich wahrscheinlich so oder so müssen, wenn du die Beziehung nicht aufgeben willst. Ich persönlich gönne es dir wirklich, aber das Entertainment wird damit nicht zufrieden sein. Ich werde auf jeden Fall ein gutes Wort für dich einlegen, aber das heißt noch nichts. Am besten entscheidest du dich jetzt möglichst bald!" Als der Manager das erzählt, klammert sich deine beste Freundin erschrocken an ihrem Partner fest und scheint dabei sehr klein und hilflos. Für einen kurzen Moment scheint Kookie ebenso ratlos zu sein, beschwichtigt dann aber mit fester Stimme:„Dann trete ich lieber aus. Ich liebe Miga und mir sind die Konsequenzen durchaus bewusst, aber ich werde sie deswegen nicht aufgeben! Sie ist mir bei weitem wichtiger als Reichtum, Ehre und Berühmtheit. Solange ich meine geliebte Miga an meiner Seite habe, brauche ich das alles nicht! Sag das deinen Vorgesetzten!" Fast schon fassungslos starrt der Manager den plötzlich so entschlossenen Jungkook überrascht an und macht dann kehrt. Erst jetzt fällt auf, dass alle anderen im Raum das jüngste Mitglied geschockt angucken. Zögernd fragt Namjoon:„Sind wir dir wirklich nicht so wichtig, dass du um uns kämpfen willst?" Direkt kontert Jungkook:„Nein, nicht ihr seid mir nicht wichtig, sondern dieser Job. Ich liebe es, Teil von BTS zu sein, aber das darf mir nicht meine Freiheit rauben und davon abbringen, Miga zu lieben. Ich will euch damit nicht beleidigen, es tut mir leid. Jedoch werde ich das nicht hinnehmen, dann gehe ich lieber meinen eigenen Weg!" Erstaunt starren alle Jungkook an, während Miga immer noch etwas verängstigt auf den Boden starrt, sich dabei aber fest an Jungkook klammert. Eine unangenehme Stille breitet sich im Raum aus, hervorberufen von dem möglichen Rauswurf von Jungkook aus BTS. Dann wird die Stille endlich von Tae unterbrochen, indem er murmelt:„Es ist sowieso nicht das Entertainment, das Jungkook zwingen würde, zu verlassen, sondern die ARMY. Sie sind das Blut, das durch unsere Adern fließt und sie erhalten uns am Leben. Doch der Antrieb, der das Blut pumpt, das Herz, das sind wir selbst. Ohne uns wird auch die ARMY nicht existieren. Aber dieses „uns" gibt es ohne Jungkook nicht. Die ARMY wird sich wohl kaum ihre eigene Pumpe zerstören. Denn dann würden sie nicht überleben, sie würden nicht weiter existieren! Ohne Kookie sind wir nicht mehr BTS. Ohne ihn, ohne irgendein Mitglied hier von uns, würde BTS sich trennen. Und das würde die ARMY nicht tollerieren. Also steht keine allzu große Gefahr bevor." Überrascht von Taes plötzlichem Sprachtalent starrt ihr ihn alle an und Jin flüstert bewundernd:„Kannst du das gleich noch einmal wiederholen?"
    Auf einmal öffnet sich wieder die Tür und erneut steht der Manager bei euch. An die Wand gelehnt stellt er klar:„Ich habe nun beim Leiter des BigHits Entertainment angerufen. Er ist ebenso wie ich nicht gerade begeistert. Aber er sagt, er wolle es versuchen. Sinken die Zahlen drastisch, muss Jungkook gehen, wenn nicht, darf er bleiben. Wie es sich letztendlich entscheidet, hängt von ARMY ab..."

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    Leise und ohne ein weiteres Wort verlässt der Manager den Raum, sodass ihr nun in einem Raum voller Gesprächsbedarf sitzt, jedoch niemand etwas sagt, aus Furcht vor der Zukunft von BTS. Miga kauert zusammengerollt neben Jungkook und klammert sich an seinen Arm, während der Geliebte deiner besten Freundin ihr sanft, beruhigend über den Kopf streichelt. Auf dem Sofa gegenüber von dir sitzen Namjoon und Jin nachdenklich nebeneinander und starren gedankenverloren auf den Boden, scheinbar mit der Vorstellung, wie BTS ohne Kookie wäre. Hoseok und Yoongi sitzen auf einem weiteren Sofa und starren Jungkook erwartungsvoll an, als erwarteten sie, dass er einen atemberaubenden Plan raushaut. Doch da kommt nichts, nur betroffene, beinahe ängstliche Stille. Tae und Jimin sitzen neben dir. Beide schauen dich an. Als wollten sie dich etwas fragen. So etwas wie:„Was sagst du dazu? Wie sollte es weitergehen?“ Doch auf diese Frage hättest du ohnehin keine Antwort. Was sollte jetzt schon großartig an Plänen ausgetüftelt werden? Was soll man denn schon machen? Wir müssen abwarten und hoffen, dass die ARMY sich nicht gegen den armen Kookie entscheidet...
    Als wolltest du die Stille aufbrechen, atmest du laut ein, überlegst dann aber doch noch einen Moment und räusperst dich schließlich:„Wir sind alle müde. Wir sollten nun zurückfahren und uns in unsere Betten bewegen. Ich werde schonmal unseren Fahrer aufsuchen. Macht euch bereit, damit wir möglichst schnell zurück zum Hotel kommen. Ich hole euch, wenn wir fahren.“ Schon verschwindest du aus der unangenehmen Stille.
    Ohne, dass du es merkst, folgen Tae und Jimin dir lautlos. Suchend rennst du in der Zeit durch die ganzen Flure, auf der Suche nach dem Fahrer. Durch die Monitore siehst du, dass das Stadion schon wieder wie leergefegt ist. Plötzlich hörst du Schritte hinter dir und bemerkst so Jimin und Tae. Du nickst ihnen kurz zu, woraufhin sie zu dir aufschließen und ihr in einer Reihe lauft. Leise flüstert ihr über das Geschehene. Auf den endlosen Fluren ist nur das leise Murmeln eurer Stimme zu hören und zwischendurch mal die ein oder andere Tür, die aufgeht. Schließlich schlendert ihr aufgeregt flüsternd zu dem Privatraum für Angestellte und klopft erwartungsvoll. Der Manager macht zu eurer Überraschung auf und du stammelst:„Wir wollten ganz gerne zurück zum Hotel. Fährst du uns?“ Der Manager nickt knapp, schnappt sich seine Sachen und geht direkt zum Van. In der Zeit sagt ihr schnell den anderen bescheid, welche dann auch direkt folgen. Jedoch auch hier, ohne sich zu unterhalten. Im dunklen Wagen angekommen, setzt ihr euch einfach hin und sagt nichts. Doch die ganze Fahrt über spürst du den brennenden Blick von Yoongi auf deinem Körper. Allerdings ignorierst du diesen Blick einfach. Nach einer Weile kommt der Van zum Stehen und ihr steigt wortlos aus. Müde trottet ihr in das Hotel, zu euren Zimmern. Auf dem Weg dahin läuft Miga neben dir, welche dir leise zuflüstert:„Ich schlafe heute bei Kookie. Dann muss Tae bei dir schlafen, in Ordnung?“ Zu müde und erschöpft, um zu diskutieren, nickst du einfach. Tae scheint bereits eingeweiht zu sein, denn er folgt dir ohne Weiteres. Jimin zu deiner Verwunderung ebenso. Im Zimmer angekommen erklärt Jimin:„Ich hätte mir ein Zimmer mit dem Manager teilen müssen, aber darauf habe ich keine Lust. Darf ich hier bei euch pennen?“ Verständnisvoll nickst du, woraufhin Jimin etwas erleichtert lächelt. Geschafft trottest du zu dem Sofa und murmelst:„Ihr könnt in das Ehebett gehen, ich schlafe hier.“ Zustimmend nicken die zwei Jungs und legen sich schonmal nieder. Etwas beschämt guckst du an die Wand, als die Jungs sich ihre T-Shirts ausziehen und schließlich nur noch in Boxershorts schlafen. Du selbst kuschelst dich unter die nicht gerade dicke Decke und glotzt an die Wand, während du versuchst, es dir ein wenig gemütlicher auf der steinharten Couch zu machen. Tae schaltet schon mal das Licht aus und im Dunkeln unterhaltet ihr euch noch ein wenig, möglichst leise, damit der Rest auch nichts mitbekommt. Jimin meint:„Meint ihr, Kookie darf bleiben?“ Tae antwortet:„Wenn die ARMY auch nur eine einzige Gehirnzelle besitzt, dann ja. Was meinst du, (d/n)?“ Gedankenverloren erwiderst du flüsternd, beinahe hauchend:„Ich weiß nicht, ich würde es mir wünschen. Aber ich gebe Tae recht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie ihn deswegen jetzt haten werden. Vor allem die weiblichen Fans werden traurig, vielleicht auch enttäuscht und wütend sein, aber ich glaube nicht, dass sie Kookie deswegen aus der Band haben wollen. Es ist doch absehbar, dass ihr alle irgendwann mal eine Freundin und vielleicht sogar eigene Familie haben werdet. Die ARMY wird eine Trennung von BTS wohl nicht bevorzugen.“ Die beiden Jungs murmeln nur zustimmend und schließlich meint Tae:„Ja, das ist absehbar. Bei mir zwar nicht, aber bei den anderen schon.“ Verwirrt fragst du:„Was meinst du, Tae?“ Traurig schluchzt einer deiner besten Freunde:„Naja, seitdem meine Freundin von diesem Schweinehund Pablo getötet wurde, werde ich wohl nie wieder eine Freundin haben wollen. Nicht nur, weil ich dann schreckliche Angst um sie hätte, sondern auch, weil ich meine geliebte Freundin so sehr vermisse und liebe. Ich werde niemals eine andere lieben können. Das habe ich ihr geschworen. Sie ist die Liebe meines Lebens gewesen. Und das wird sie auch immer bleiben!“ Mitleidig seufzt du nur und denkst dir insgeheim: Vielleicht ist das sogar besser, als zu wissen, dass der, den man liebt einen nicht liebt, sondern eine andere? Nein, das ist nicht besser. Immerhin ist Yoongi nicht tot...
    Letzten Endes schlägst du nur noch vor:„Wir sollten jetzt schlafen. Dann werden wir morgen sehen, wie es weitergeht.“

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    Das sanfte, morgendliche Sonnenlicht sickert durch das Fenster und taucht den Raum in ein helles Licht. Müde schlägst du deine Augen auf. Gedankenverloren starrst du durch das Fenster nach draußen, auf die hohen, glasigen Wolkenkratzer. Plötzlich hörst du einen müden Seufzer aus der anderen Ecke des Hotelzimmers. Erschrocken drehst du dich zu dem Ursprung des Geräusches. Du erkennst, wie die Bettdecke des Ehebettes, welches du normalerweise mit Miga bewohnst, sich nach oben stülpt. Nun taucht ein schwarzer, verwuschelter Haarschopf darunter auf und das verschlafene Gesicht von Jimin. Mit ausdruckslosem Blick starrst du ihn an, woraufhin er dich belustigt angrinst. Schüchtern lächelst du zurück, bis er aufsteht und du voller Schreck seinen nackten Oberkörper erblickst. Zwar trägt er noch eine kurze Hose, doch der Anblick des muskulösen Körpers verwirrt dich. Beschämt schaust du zu Boden. Doch direkt in diesem Moment denkst du schon wieder an Yoongi und, ob er wohl auch so muskulös ist. Doch schnell schlägst du dir den Gedanken aus dem Kopf. In der Zeit zieht Jimin sich ein T-Shirt über und versucht, etwas seine Haare zu bändigen, indem er einmal mit seiner Hand hindurchwuschelt. Fast schon belustigt guckst du den endlich nicht mehr halbnackten Jimin an. Dieser schlendert nun zu seinem Kumpel, welcher immer noch tief und fest am schlafen ist. Nicht gerade sanft rüttelt er an ihm und ruft verhältnismäßig laut:„Tae, steh auf! Ich habe Hunger und unten im Buffet gibt es Frühstück!“ Murrend bewegt sich etwas unter der Decke und du erkennst einen Haarschopf. Erneut rüttelt dein bester Freund unsanft an Tae. Daraufhin beschwert Tae sich nur nuschelnd und legt sich wie gewohnt hin. Seufzend dreht sich Jimin zu dir und stöhnt:„Jedes Mal die selbe Leier. Nie steht der Kerl auf!“ Du schmunzelst:„Vielleicht musst du ihn mal sanfter wecken.“ Verachtend schnaubt Jimin und du willst ihm beweisen, dass du Tae wecken kannst. Leise gehst du zu dem immer noch Schlafendem, setzt dich neben ihn, auf's Bett, schüttelst ihn vorsichtig an der Schulter und flüsterst:„Tae, steh auf. Wir wollen frühstücken. Außerdem müssen wir in der großen Runde noch viel besprechen. Ich organisiere dir auch einen Kakao.“ Langsam öffnen sich die tiefschwarzen Augen des Jungen und starren dich müde an. Leise murrt er:„Na gut. Ich ziehe mir nur noch schnell ein T-Shirt über.“ Mit einem triumphierenden Blick zu Jimin stehst du auf und grinst:„Lass dich nicht aufhalten!“ Schnell zieht sich also auch Tae etwas über und ihr schlendert noch alle schlaftrunken in den Speisesaal, wo ein großes Buffet aufgebaut ist. Der Tisch, welcher für euch reserviert ist, ist noch nicht besetzt. Zumindest nicht vollständig. Nur Miga und Jungkook sitzen schon dort. Sich gegenseitig verliebt anlächelnd sitzen sie sich händchenhaltend gegenüber, weshalb du etwas grinsen musst. Als das junge Paar euer Trio erblickt, winken sie euch einladend zu und ihr setzt euch zu ihnen. Mit Gesprächsbedarf unterhaltet ihr euch, bis schließlich der Rest auf einem Haufen kommt. Dabei ist auch der Manager. Bei seinem Anblick schwindet direkt der glückliche Blick von euren Gesichtern und Sorge macht sich breit. Wie auf ein Kommando sitzt ihr alle mucksmäuschenstill da und beobachtet, wie der ehrfurchterregende Manager sich niederlässt. Die Gespräche sind ab sofort eingestellt und ihr frühstückt einfach schweigend. Du sitzt zwischen Miga und Tae, aber leider auch gegenüber von Yoongi. Du spürst, dass er dich die ganze Zeit über ausdruckslos anstarrt, doch den Augenkontakt vermeidest du. Schließlich seid ihr fertig mit dem Frühstück und bevor ihr alle im Schweigen aufsteht, erhebt der Manager das Wort. „Wie ihr wisst, reisen wir heute direkt wieder ab, um nach China zu fliegen, da dort euer nächstes Konzert stattfinden wird. Um genau zu sein, ist es schon übermorgen. Also packt gleich eure Sachen! Um 12:00 Uhr fahren wir hier weg, zum Flughafen und dann fliegen wir direkt nach China. Also trödelt bloß nicht!“ Ohne ein weiteres verschwindet ihr nun alle nach und nach in euren Zimmern und packt eure Sachen. Miga und du stehen nun nebeneinander in dem Hotelzimmer vor dem Schrank und räumt eure Klamotten von da in eure Koffer. Leise unterhaltet ihr euch dabei. Sorgenvoll murmelt deine beste Freundin:„Was, wenn Kookie wegen mir wirklich BTS verlassen muss? Ich möchte das nicht. Ich weiß, wie wichtig ihm das ist. Und ebenso weiß ich, dass es meine Schuld wäre, wenn er rausfliegt. Ich möchte nicht, dass er unglücklich wird.“ Daraufhin seufzt du nur:„Es wäre nicht deine Schuld. Er hat entschieden, es der Öffentlichkeit preiszugeben. Da ist er selbst schuld. Außerdem hat er selbst gesagt, dass ihm seine Liebe zu dir wichtiger ist als das Dasein bei BTS.“ Wieder betrauert Miga:„Ja, aber ich möchte nicht, dass er rausfliegt und dann unglücklich ist.“ Kurz stoppst du deinen Vorgang des Packens, rollst mit den Augen und nuschelst:„Immerhin hast du jetzt, was du wolltest. Du und Jungkook, ihr seid nun ein Paar. Und das wolltet ihr beide sein. Also seid ihr glücklich, liebt euch und habt keinen Grund zur Beschwerde.“ Daraufhin weiß Miga nichts mehr zu sagen und ihr packt schweigend weiter.

    „Los, beeilt euch, damit ihr den Flug noch bekommt!“
    Eilig lauft ihr in einer Truppe von 9 Leuten durch den Flughafen, seid auf dem Weg zum Flugzeug. Euer Gepäck wird euch abgenommen und ihr steigt ins Flugzeug. Schnell setzt ihr euch irgendwie hin, damit das Flugzeug endlich abheben kann. Zu deinem Bedauern sitzt du neben Yoongi, was du eigentlich vermeiden wolltest. Na toll. Jetzt sitze ich neben Yoongi und muss ertragen, dass er mich die ganze Zeit mit seinen schönen Augen beglotzt. Und ich weiß, dass diese schönen Augen jemand ganz anderen im Visier haben. Schweigend und aus dem Fenster starrend, um die Stimmen auszublenden, sitzt du da und denkst an nichts.
    Zwei Stunden geht das noch so. Du fühlst dich leer, so, wie du an nichts denkst. Fühlst dich, als hättest du kein Leben, keine Seele, keinen Verstand. Als wärst du nur eine leere Hülle. Nach einigen Stunden Flug wirst du endlich von deiner Leere erlöst und ihr fahrt direkt ins nächste Hotel. Doch dort sind die Zimmeraufteilungen etwas anders. Du musst mit zwei Leuten gleichzeitig auf ein Zimmer. Jedoch nicht mit Miga, Jimin oder Tae. Sie sind alle auf andere Zimmer verteilt. Da ihr euch nämlich nicht einigen konntet, wurde gelost. Zu deiner großen Enttäuschung musst du mit Namjoon und Yoongi auf ein Zimmer. Es gibt ein Hochbett und ein Einzelbett. Da Namjoon unbedingt oben schlafen wollte und Yoongi in dem Einzelbett, schläfst du unten im Hochbett. Immerhin besser, als müsste ich mit Yoongi in ein Ehebett...

    Schläfrig liegst du in deinem Bett, Yoongi ebenso in seinem Bett. Du versuchst, die Augen offen zu halten und starrst auf dein Handy. Du zwingst dich selbst dazu, die letzten paar Wörter einzutippen. Denn du schreibst mit deiner Nachbarin, da diese sich während deiner Abwesenheit um Tiefsee kümmern wollte. Plötzlich brummt Namjoon von oben:„Ich gehe jetzt duschen.“ Schon ist er im Badezimmer und du musst die komplette Stille ertragen. Im Hintergrund hörst du, wie das heiße Wasser auf den Boden prasselt. Ein wunderschönes Geräusch. So beruhigend und gleichzeitig irgendwie kraftgebend. Ich liebe es ebenso sehr, wenn es regnet. Wenn draußen die Straßen nass sind und das Geräusch des prasselnden Regens einen besser einschlafen lässt. Das Wasser kracht auf den Boden und ist für alle Lebewesen wie der Saft des Lebens. Kraftgebend und überlebenswichtig. Wie von Gott selbst ausgeschüttet. Gedankenversunken tippst du auf deinem Handy rum, als plötzlich eine tiefe, raue Stimme ertönt:„Was machst du, (d/n)?“ Nun bemerkst du auch, dass Yoongi diese Frage gestellt hat und dich erwartungsvoll anstarrt. Wahrheitsgemäß antwortest du knapp, um einer längeren Unterhaltung aus dem Weg zu gehen:„Ich schreibe mit meiner Nachbarin.“ Nachdenklich nickt dein Mentor und fragt sofort weiter:„Wieso denn das?“ Ebenso knapp erwiderst du:„Sie kümmert sich um Tiefsee. Gerade will Yoongi wieder etwas sagen, als auf einmal eine hohe, schräge Stimme aus dem Badezimmer ertönt. Begleitet von dem prasselndem Duschwasser. Namjoon singt. Wie gewohnt schräg und um ehrlich zu sein eher hässlich. Auf einmal musst du kichern und Yoongi fängt ebenfalls an, zu lachen. Einige Minuten lacht ihr zusammen. Als ihr euch endlich wieder einkriegt, kichert Yoongi:„Ich habe dich ziemlich lange nicht mehr herzhaft lachen gehört!“ Gespielt verwirrt fragst du:„Echt? Wieso?“ Sofort erwidert Yoongi auf einmal ernst:„Ich weiß es nicht. Sag du es mir! Ich habe dich so lange nicht mehr richtig lachen gehört. Ich weiß auch nicht, du schienst mir in letzter Zeit sehr verklemmt und oft traurig. Ist was los? Bist du nicht glücklich auf Tour oder machen wir etwas falsch? Was ist denn los?“
    Traurig denkst du:Du bist los... Du raubst mir den Verstand dadurch, dass du andauernd von ihr schwafelst und nicht bemerkst, wie sehr es mich verletzt. Yoongi, ich liebe dich. Und du bemerkst es nicht einmal. Wie blind kann man eigentlich sein?

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    Noch immer starrt Yoongi dich erwartungsvoll von seinem Bett aus an. Du weißt nicht genau, was du antworten sollst und glotzt einfach nachdenklich auf den Boden. Im Zimmer ist es leise, nur Namjoons schräger Gesang untermalt die Stille dramatisch. Schließlich, als Yoongi ein weiteres „hm?“ von sich gibt, lügst du:„Ich weiß nicht, was du meinst. Ich war doch ganz normal. So wie immer eben.“ Seufzend schüttelt dein Mentor den Kopf und murmelt:„Nein, (d/n). Du warst ganz und gar nicht wie sonst. Du hast kaum noch herzhaft gelacht, warst so verklemmt, hast nichts gesagt, hast andauernd vor dich hingeträumt und immer diese glasigen Augen gehabt. Glaub nicht, ich hätte das nicht gemerkt. Aber dennoch kann ich es mir nicht erklären. Sowieso habe ich das Gefühl, dass du mir immer mehr aus dem Weg gegangen bist und mich teilweise regelrecht ignoriert hast. Habe ich etwas falsch gemacht? Habe ich dich in irgendeiner Art und Weise beleidigt? Sollte ich einen Fehler gemacht haben, möchte ich daraus lernen und es nicht versäumen.“ Wie ertappt seufzt du:„Nein, es ist wirklich alles in Ordnung. Dich trifft keine Schuld. Niemand von den hier anwesenden ist Schuld." Nur dieses blöde Weib, in das du dich verknallt hast, ist schuld. Fragend zieht dein Mentor die Augenbraue hoch. „Wessen Schuld ist es dann?" Fast schon panisch nach einer Ausrede suchend stotterst du:„Niemand hat Schuld. Höchstens das Schicksal. Es ist nämlich so, dass ich zunehmend an meine Eltern denken muss. Ich vermisse sie so sehr und fühle mich immer so alleine. Immer sitze ich zuhause alleine, habe keine Familie, keinen Partner, nur Tiefsee. Sie ist zwar ein netter Bonus, aber mit ihr kann ich nicht wirklich reden. Jetzt, wo ich auf Tour mit euch bin, macht es das teilweise nicht besser. Ich bin fern von meinem Haus, von dem Friedhof, wo meine Eltern ruhen und von all den Erinnerungen. Ich habe das Gefühl, dass ich meine Familie alleine gelassen habe. Alles, was mir am Herzen liegt. Denn alles andere habe ich schon verloren. Und meine Familie ja eigentlich auch. Mir bleiben nur noch die Erinnerungen und der Ort." Teilweise stimmt diese Aussage sogar. Du vermisst deine Familie und dein trautes Heim wirklich, aber dies ist bekanntlich nicht der Grund für deinen Unmut. Der perfekte, junge Mann, dir gegenüber, der der wahre Grund dafür ist, nickt nachdenklich, steht dann plötzlich auf und schlendert zu dir. Langsam sinkt er neben dich auf dein Bett und streicht dir sanft über den Kopf, wuschelt dann einmal schnell wie ein kleines Kind durch deine seidigen Haare und lächelt:„Denk dran, du kannst immer zu mir kommen, wenn dich etwas bedrückt. Es ist nicht schlimm, seine Gefühle zu zeigen." Leicht spottend erwiderst du:„Ja, das sagt der Kaltherzige, der gefühlt noch nie seine Emotionen und Gefühle preisgegeben hat." Daraufhin schmunzelt Yoongi und meint:„Das stimmt doch gar nicht!" Lachend stellst du in Frage:„Na?"
    In dem Moment kommt Namjoon mit einem Handtuch um die Hüfte gebunden herein. Fast schon verwirrt starrt er euch an und fragt:„Na, wieder vertragen?" Verwundert konterst du:„Wir haben uns doch nie zerstritten?" Die einzige Antwort, die der sperrlich bekleidete Anführer noch von sich gibt, ist ein Zucken der Schultern, bevor er zu dem Kleiderschrank schlendert, seine Klamotten herauszerrt und wieder ins Bad trottet. Schweigend verfolgt ihr die Tätigkeiten des Anführers mit eurem Blick, wobei du zwischendurch beschämt auf den Boden oder auf deine Füße schaust. Nachdem Namjoon wieder außer Sichtweite ist, starrt Yoongi dir auf einmal direkt ins Gesicht. Seine dunklen, zu Schlitzen verzogenen Augen durchdringen deine schönen Augen und lassen nicht mehr davon ab. Verwirrt durch die Situation starrst du einfach zurück in diese bezaubernden Augen. Wohl 2 Minuten sitzt ihr unverändert da, beide wie in einer Art Starre, bis Yoongi plötzlich murmelt:„Deine Augen sind wunderschön. Sie schimmern so wundervoll (deine Augenfarbe) im Licht. Ich könnte ewig in sie hineinstarren." Scheinbar realisierend, was er gerade gesagt hat, zuckt der Rapper auf einmal zusammen, steht blitzschnell auf und stammelt mit einem verlegenen Lächeln auf den rosa Pfirsichlippen:„Naja, ich denke, wir sollten dann gleich mal schlafen. Morgen steht noch viel bevor und ich komme ja sowieso nie aus dem Bett. Ich mache mich dann schon mal bettfertig und putze mir die Zähne. Danach kannst du das Bad besetzen." Ohne ein Weiteres verlässt Yoongi dich und gesellt sich zu Namjoon, ins Badezimmer. Verwirrt und ungeregt hockst du auf deinem Bett und starrst aus dem Fenster, in die hellen Lichter der Straßen. Was genau ist gerade passiert? Habe ich mir das eingebildet? Hat Yoongi wirklich von meinen Augen geschwärmt und war in irgendeiner Form einfühlsam? Sowas ist ja noch nie vorgekommen! Aber gut, ich denke, Yoongi ist immer für eine Überraschung zu haben. Aber was hat ihn dazu verleitet? Was hat das nur auf sich?

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    „(d/n), steh auf! Wir wollen frühstücken und ich muss mal auf Toilette" Namjoons energische Stimme holt dich aus deinen Träumen. Plötzlich spürst du, wie jemand sanft an dir rüttelt. Müde öffnest du die Augen und starrst in Namjoons Gesicht. Erleichtert seufzt er:„Immerhin lässt du dich relativ leicht wecken. Wir frühstücken! Vorher muss ich aber noch schnell auf Klo. Weck du bitte eben Yoongi!" Schon flüchtet der Anführer ins Badezimmer. Verschlafen richtest du dich auf und lässt deinen Blick nach links gleiten. Dort erblickst du ein Einzelbett, auf dem ein Haufen Decken ist. Nur am Kopfende taucht ein schwarzer Schopf auf. Zu faul, um selbst aufzustehen, nimmst du dir dein Kissen und schleuderst es mit voller Wucht, zu dem tiefschwarzen, flauschigen Haarschopf. Doch anstatt, dass sich unter der Decke auch nur irgendwas regt, ertönt nur ein müdes, grummelndes Seufzen. Belustigt zwingst du dich nun, aufzustehen und trottest schlaftrunken zu dem Bett rüber. Vorsichtig setzt du dich auf die Bettkante, direkt neben den Schlafenden. Behutsam hältst du die Decke hoch und erblickst das hübsche Gesicht von Yoongi. Wie gemalt ist es, wie aus einer anderen Welt, so perfekt. Leise flüstert du Yoongi ins Ohr:„Steh auf, wir wollen jetzt zum Frühstück." Nichts regt sich. Yoongi zuckt nicht einmal. Wie verzaubert blickst du nun in das schlafende Gesicht. Ohne, dass du etwas dagegen tun kannst, streichst du mit deinen Fingern über die blassen Wangen von Yoongi und bist erstaunt, wie weich sie sind. Nun fährst du mit deinen Fingern verträumt durch die flauschigen, pechschwarzen Haare von Yoongi. Plötzlich zuckst du in dich zusammen, als ein lauter Knall aus dem Badezimmer ertönt. Mit dir schreckt auch dein Mentor auf und sitzt nun kerzengerade aufrecht in seinem Bett. Erschrocken guckt er dich an und fragt:„Was war das?" Unwissend zuckst du mit den Schultern und stehst hastig auf, um nachzuschauen, was diesen Krach verursacht hat. Mit Yoongi dicht auf den Fersen eilst du zum Badezimmer und reißt die Tür auf. Verwirrt taumelst du einen Schritt nach hinten, als du einen überrumpelten Namjoon erblickst, welcher auf dem Boden sitzt. Neben ihm das zertrümmerte Waschbecken. Schnell eilst du zu ihm, hockst dich neben ihm nieder, begutachtest ihn sorgfältig und fragst besorgt:„Alles gut, Namjoon? Hast du dir etwas getan?" Verwirrt schüttelt dieser nur den Kopf. Fast schon etwas ärgerlich hakst du nach:„Was hast du denn gemacht, dass das Waschbecken von der Wand gerissen ist und zerbrochen auf dem Boden liegt?" Überfordert versucht der Anführer der Band, sich zu rechtfertigen:„Ich bin ausgerutscht auf diesem blöden Handtuch, das auf dem Boden lag, bin fast hingefallen und wollte mich dann vor einem Sturz retten, indem ich mich am Waschbecken festgekrallt habe. Dabei ist es eben abgebrochen und auf dem Boden aufgeschlagen." Fast schon wieder etwas belustigt schüttelst du den Kopf und hilfst dem Älteren auf die Beine. In der Zeit beschwert sich Yoongi:„Das kann ich dir aber nicht reparieren! Mensch Namjoon, wir sind seit nicht einmal 24 Stunden da und schon zerstörst du wieder etwas." Du beschützt Namjoon:„Lass ihn doch! Es war nur ein Versehen. Wir werden nachher dem Personal bescheidgeben, jemand wird es reinigen und austauschen lassen und gut ist's. Das ist doch kein Weltuntergang! Ihr werdet wahrscheinlich um die 400€ bezahlen müssen und mehr nicht. Das wird doch wohl drinsitzen. Jetzt frühstücken wir erst mal!" Schmollend murmelt Yoongi etwas vor sich hin, während Namjoon sich etwas Staub von der Hose wischt. Da fällt dir auf, dass Namjoon stark an den Händen blutet. Scheinbar ist er mit seinen Händen in die Scherben geflogen und hat sie sich dadurch aufgerissen. Sorgenvoll betrachtest du sie und meinst:„Vorher verbinde ich dir das aber!" Schnell rennst du zu deinem Koffer, in dem du zufällig Verbandzeug dabei hast. Du frimelst eilig einen Verband heraus und rennst dann wieder zu Namjoon. Außerdem schnappst du nach einer vollen Wasserflasche. Nun zerrst du den Verletzten zur Toilette, öffnest den Deckel, befiehlst ihm, seine Hände darüber zu halten und übergießt sie dann mit dem Wasser, um die Wunden zu reinigen. Nachdem dies geschafft ist, umwickelst du sie vorsichtig mit dem Verband. Dankbar schaut Namjoon dich an, woraufhin du ihm auf die Schulter klopfst. Yoongi steht in der Ecke und schaut dich und seinen Bandkollegen nur beleidigt an. Jetzt trottet ihr zusammen in den Speisesaal, wo der Rest sich schon am Tisch versammelt hat. Ihr begrüßt alle freundlich, obwohl der Manager sich beschwert:„Wo wart ihr denn so lange? Ich habe doch gesagt, ihr sollt um 08:00 Uhr hier sein!" Hoseok scherzt:„Hat man Yoongi wieder nicht wecken können?" Du klärst den Rest auf:„Nein, es gab einen kleinen Unfall", und deutest dabei auf Namjoons Hände. Überrascht und gleichzeitig besorgt fragt der Manager:„Was ist denn passiert?" Du erzählst als wäre es das Normalste der Welt:„Ach, Namjoon hat nur aus Versehen das Waschbecken von der Wand gerissen." Geschockt hinterfragt Hoseok:„Oha, wie das?" Namjoon erklärt es knapp, woraufhin alle etwas belustigt schmunzeln und ihr fangt einfach an, zu frühstücken. Währenddessen unterhaltet ihr euch viel und schließlich erzählt der Manager:„Heute soll in den Nachrichten berichtet werden, was bei dem letzten Konzert passiert ist und was das für Nachwirkungen hat.
    Nun seid ihr alle aufgeregt und beschließt, euch diese anzugucken. Allerdings laufen diese, während ihr die Bühne aufbauen müsst. Nach dem Frühstück musst du noch dem Personal bescheidgeben, dass das Waschbecken im Eimer ist. Mit leichten Schuldgefühlen schlenderst du zu der Rezeption. Dort steht eine junge Dame und lächelt dich freundlich an. Beschämt lächelnd trottest du zu ihr hin und schilderst ihr die Situation. Namjoon steht beschämt auf den Boden starrend neben dir. Zu eurer Überraschung reagiert die Angestellte äußerst gelassen und verspricht, sie kümmere sich darum. Dankend lächelst du ihr zu und begibst dich dann mit Namjoon im Schlepptau zurück ins Hotelzimmer. Dort wartet Yoongi bereits auf dem Bett sitzend auf euch. Direkt belehrt er euch:„Macht euch schon mal fertig. Wir wollen in einer halben Stunde zur Bühne fahren, um sie aufzubauen, Soundcheck zu machen und so weiter und so fort." Nickend nimmst du es hin und ziehst dir schon mal vernünftige Sachen an. Deine Zimmergenossen tun es dir gleich.
    Schließlich ist es so weit, dass ihr losfahren sollt und ihr begebt euch zum Van. Direkt steigt ihr alle ein. Hierbei sitzt du zur Abwechslung mal zwischen Jin und Hoseok. Diese quatschen dich die ganze Fahrt über von beiden Seiten zu, bis ihr schließlich ankommt und aussteigen müsst. Um ehrlich zu sein froh, dass die Fahrt und somit auch das endlose Gequatsche zu Ende ist, eilst du neben Jimin und Yoongi, die sich gerade über einen Song unterhalten. Die Jungs und Miga biegen nun ab, in den Vorbereitungsraum, während du mit dem Manager und einem weiteren Angestellten zum Geräteraum gehst. Dort holt ihr diverse elektronische Geräte raus und baut diese auf. Dazu gehören Mikrofone, Verstärker, Lautsprecher und vieles mehr. Voll im Gange baut ihr alles auf, bis du einen Blick auf die Uhr wirfst und erschrocken feststellst, dass in 2 Minuten die Nachrichten kommen. Hastig rennst du zu den Anderen, die bereits vor einem Fernseher versammelt sind. Genau zu deiner Ankunft beginnen auch schon die Nachrichten. Vor erst 3 Tagen, gaben BTS ihr erstes Konzert ihrer Welttournee in Japan...
    Gleich werden wir wissen, ob Kookie bleiben darf...

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    BTS - Die erfolgreichste Band der Welt. Sie haben die Herzen von Millionen Menschen rund um die Welt erobert.
    Nun, vor 3 Tagen gaben sie ihr erstes Konzert ihrer bombastischen Welttournee in Japan. Dieses hielt viele Überraschungen bereit. Zum einen einen neuen Star, Miga. Sie nahm zahlreiche Songs mit den gutaussehenden Jungs in letzter Zeit auf und wurde dadurch sehr erfolgreich, weshalb sie auch bei dem Konzert auftrat und es ebenso bei den folgenden tun wird. Doch dies allein ist nicht die einzige Überraschung!
    Nach den letzten Reden des Konzerts, als die Stars eigentlich schon die Bühne verlassen wollten, kam auf einmal eine junge, hübsche Dame, von der wir erfahren haben, dass sie die beste Freundin von Miga ist, auf die Bühne und reichte dem jüngsten Mitglied, Jungkook, ein Mikrofon. Jetzt hielt dieser eine langatmige, sehr aufregende Rede, die viele Fans zittern lies. Denn sie ließ vermuten, dass der junge Mann die Band womöglich verlassen würde. Doch mussten die Fans das erwarten? Das womöglich nahende Ende von BTS durch den Ausstieg des allseits beliebten Jungkook?
    Das erfahren Sie gleich, nach einer kurzen Werbung!

    Enttäuscht stöhnt ihr auf. Jin beschwert sich:„Die können doch nicht jetzt auf Werbung schalten?“ Hoseok schmunzelt:„Scheinbar schon“, woraufhin Yoongi ihm einen Klaps gegen den Hinterkopf gibt. Jimin, welcher neben dir steht, flüstert dir mit einem Kichern im Unterton ins Ohr:„Eine junge, hübsche Dame?“ Verwundert drehst du dich mit hochgezogenen Augenbrauen zu ihm um:„Hm?“ Breit grinst er:„Du bist eine junge, hübsche Dame!“ Du schmunzelst:„Ohh, womit habe ich denn dieses Lob verdient?“ Lachend zeigt Jimin auf den Fernseher:„Das hat dir Frau im Fernseher gesagt. Ich zitiere:„[...]Als die Stars eigentlich schon die Bühne verlassen wollten, kam auf einmal eine junge, hübsche Dame, von der wir erfahren haben, dass sie die beste Freundin von Miga ist, auf die Bühne[...].“ Also, du bist eine junge, hübsche Dame.“ Grinsend, haust du Jimin gegen den Arm, da seine Aussage doch einen leicht ironischen Unterton hatte. Auf einmal murmelt Yoongi etwas geistesabwesend wirkend:„Wo die Nachrichtenfrau recht hat, hat sie recht!“ Überrascht starrst du Yoongi an, doch dieser bemerkt das gar nicht. Ebenso scheint er gar nicht zu realisieren, was er gerade gesagt hat. Denn er zeigt gar keine Regung. Plötzlich schlägt Jimin seinem Bandmitglied auf den Hinterkopf und fragt belustigt:„Ah ja, du findest also, dass (d/n) eine junge, hübsche Dame ist? Obwohl du doch verliebt bist?“ Scheinbar etwas verwirrt antwortet Yoongi mit ironischem Tonfall:„Klar, auf jeden Fall!“ Fast schon etwas enttäuscht wendest du dich ab und tust so, als hättest du das ganze Gespräch nicht mitbekommen. Was sollte das? Ernst meint Yoongi, ich sei jung und hübsch... Naja, jung bin ich ja auch und weiblich auch, aber hübsch? Und dann widerlegt er seine eigene Aussage? Sag mal, will der mich irgendwie auf den Arm nehmen? Der kann mir doch nicht erst Hoffnungen machen und sie dann wieder zerstören! Indem sich seine Aussage als Scherz entpuppt! Sag mal, bin ich irgendwie im falschen Film? Egal, reg dich nicht auf, (d/n). Warte einfach darauf, dass die Nachrichten weitergehen und gut ist's...
    Auf einmal reißt Hoseok dich aus deinen Gedanken, indem er brüllt:„Leute, die Nachrichten gehen weiter!“ Gebannt starrt ihr erneut alle auf den Monitor. Miga festgeklammert an Jungkook, und du mit verschränkten Armen neben Jimin stehend.
    Jungkook spannte seine Fans mit seiner Rede ganz schön auf die Folter! Würde er BTS wirklich verlassen? Die Antwort gab er noch am selben Abend! Nein, das würde er nicht! Der Sinn seiner Rede war ein ganz anderer. Die Fans erwartete also nichts allzu Schlimmes.
    Er hat sich lediglich verliebt. Verliebt in Miga! Dies erklärte er auf eine sehr süße Art und Weise, die wir jetzt einblenden werden.

    Die Szene wurde eingeblendet. Von der Liebeserklärung bis hin zum ersten, leidenschaftlichen Kuss. Fast schon etwas peinlich berührt grinsen Miga und ihr Partner. Doch schon brabbelt die Frau weiter.
    Dies war zwar ein großer Schock für die Fans, doch bei weitem nicht so schlimm wie ein Ausstieg. Viele der Fans freuen sich für das junge Paar, während andere eher wütend sind. Wir haben einige ARMYs befragt und es ist zu einem eindeutigem Ergebnis gekommen: Die ARMY ist nicht böse auf das junge Glück und freut sich für die beiden Turteltauben. Ein Ausschluss aus der Band aufgrund von wütenden Fans ist also auszuschließen!
    Weiter hört ihr nicht zu, denn ihr freut euch so sehr, dass man sowieso nichts mehr verstehen kann. Alle jubeln, springen freudig umher und umarmen sich gegenseitig. Es bricht nahezu eine Panik aus. Eine Panik der Freude. Namjoon schreit laut und schallend durch den ganzen Trubel:„Das muss gefeiert werden! Wir gehen morgen Abend zusammen essen. Und wenn es das Letzte ist, was ich tue!“ Begeistert wird nun noch lauter gebrüllt und gejubelt. Der Manager der Band, der mit verzogenem Gesicht neben euch steht, hält sich krampfhaft die Ohren zu, scheinbar aus Angst, dass sein Trommelfell platzt. Schließlich versucht er gegen die Lautstärke anzukommen und brüllt durch den ganzen Raum, ihr sollt Ruhe geben. Aus purer Ehrfurcht gehorcht ihr ihm und werdet leiser. Nun erhebt der Mann seine Stimme:„Wie ihr gehört habt, darf Jungkook bleiben. Feiert das ruhig! Aber vorher müssen wir weiter aufbauen und proben. Schließlich ist morgen Abend schon das nächste Konzert!“
    Etwas enttäuscht zerfließt die lustige Runde wieder und du trottest erneut auf die Bühne, um alles aufzubauen. Nach einer Stunde ist alles aufgebaut, die Tänzer und Sänger haben geprobt, weshalb sie nun direkt die Bühne in Beschlag nehmen. Du darfst dich mal wieder um die Beleuchtung kümmern, während sich andere um Ton und Technik kümmern. Soweit verläuft die Probe ganz gut, abgesehen davon, dass Tae während seines Parts voll ins Mikro niest und ihr alle beinahe einen Gehörsturz erleidet. Nur eines stellt sich noch etwas in den Weg: Namjoons Hände sind nach wie vor empfindlich, weshalb der Anführer kein Mikro oder Sonstiges in die Hand nehmen kann. Also musst du dich darum kümmern, dass er eine Art Headset bekommt. Also tuckerst du erstmal in den nächst besten Elektroladen und darfst so etwas kaufen. Mit Yoongi am Telefon, da er sich am ehesten mit solchen Dingen auskennt, schlenderst du durch den Laden. Immer wieder bleibst du mal stehen und fragst:„Das?“ Doch wohl 7 mal verneint Yoongi ungeduldig, bis du endlich etwas Vernünftiges findest. Also legst du auf und schreitest zur wohl endlosen Schlange an der Kasse. Plötzlich spürst du, wie jemand an deine Schulter tippt. Zwei Mädchen, die wohl etwa 12 Jahre alt sind, starren dich mit großen, leuchtenden Augen an. Das eine zappelt aufgeregt, während die andere aufgeregt fragt:„Bist du nicht die, die Jungkook auf dem Konzert das Mikro gebracht hat? Die beste Freundin von Miga?“ Überfordert stammelst du:„Ja, wieso?“ Nun noch viel aufgebrachter piepst eines der Mädchen:„OMG! Können wir bitte ein Foto zusammen machen?“ Nicht wissend, was du antworten sollst, sagst du schließlich einfach zu. Du schießt ein schnelles Foto mit den Mädels und wendest dich dann wieder der Schlange zu. Doch diesen Plan zerstören dir die kleinen Nervensägen. Die Zappelige fragt stotternd:„Mit wem hast du da telefoniert? Mit einem der Jungs?“ Vollkommen überfordert antwortest du:„Mit Yoongi, ja. Wieso fragt ihr?“ Das andere Mädchen dreht sich zu ihrer Freundin und ruft aus:„Also hatte ich doch recht!“ Verwirrt fragst du nach dem Hintergrund und die Mädchen erwidern im Chor:„Ich habe vermutet, dass du die Freundin von Yoongi bist.“ Nun vollkommen am Limit der Verwirrung und Hilflosigkeit blickst du von dem einen Mädchen zum Anderen, bis dir schließlich erklärt wird:„Es gibt weitere Fotos und Videoaufnahmen von dir im Internet. Unter anderem, wie du am Flughafen vorbeiläufst, neben dir Suga. Dabei guckt er dich irgendwie voll verliebt an. So süß!“ Genervt stellst du klar:„Also nur mal so zum Protokoll: Yoongi und ich sind kein Paar! Ich bin nur die beste Freundin von Miga und diene sonst nur als Bühnenhelferin. Also bildet euch da nichts ein! Wahrscheinlich hat Yoongi in dem Moment an sein Bett gedacht!“ Kichernd gucken die jungen Mädchen sich an und erzählen aufgeregt:„Wir sind morgen auf dem BTS-Konzert. Und den Tag darauf auch beim Fantreffen. Sehen wir dich dann?“ Erschöpft nickst du nur und versprichst:„Wenn ihr mich nicht weiter nervt, grüße ich die Jungs von euch.“ Begeistert nicken sie Mädchen nun und meinen noch:„Unsere Namen sind Li und Bo!“ Endlich lassen sie dich auch in Ruhe und du kannst endlich dein Headset für Namjoon kaufen. Puhh, so Fans können ja wirklich anstrengend sein. Da bin ich doch ganz froh, nicht berühmt zu sein... So aufdringliche Fragen...

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    Gestresst schlägst du die Autotür mit einem gewaltigen Knall zu. Mit dem Headset in der Hand marschierst du schnellen Schrittes in das Stadion, kurzerhand auf die Bühne. Die Jungs und Miga tanzen dort mit einigen Backgrounddancern ihre Choreo, welche sie abrupt unterbrechen, als sie dich sehen. Fast schon etwas verärgert fragt Namjoon:„Was hat das denn so lange gedauert?" Vor Ärger seufzend erwiderst du:„Ich wurde aufgehalten. Schöne Grüße von Li und Bo." Nun vollkommen verwirrt starren die Stars dich an und du klärst sie auf:„Ich wurde von zwei jungen Fans aufgehalten, Li und Bo. Also, so aufdringliche und nervige Fans hätte ich mir im Leben nicht vorstellen können. Die ganze Zeit haben sie mich vollgelabert. Sie kommen übrigens zum Konzert als auch zum Fanmeeting. Und sie haben mich nicht gehen lassen, ehe ich ihnen versprach, euch von ihnen zu grüßen." Schmunzelnd steht Namjoon da, während er dich mit dem Headset hochwinkt. Du fauchst mit unterdrücktem Lachen:„Grins nicht so blöd! Solche Fans sind ja echt der pure Stress. Da bin ich dann doch echt froh, nicht berühmt zu sein." Während du dies sagst, steigst du empor, um Namjoon das Headset umzulegen. Konzentriert legst du es um Namjoons Kopf, sodass das Mikrofon vor seinem Mund ist und er vernünftig verkabelt ist, damit man die Kabel nicht sieht. Per Bluetooth wird das Gerät dann mit den Lautsprechern verbunden. Dankend klopft der Anführer von BTS dir auf die Schultern, während du ein undeutliches, sarkastisches „Gerne doch" vor dich hinnuschelst. Schnell hüpfst du wieder von der Bühne, sodass du neben dem Manager stehst. Dieser dankt dir auch noch einmal beiläufig, wobei du schon wieder anderweitig beschäftigt bist. Du bist dabei, gerade in dem kleinen Shop aufzubauen. Als Mädchen für alles darfst du dort Pullover von BTS falten, Kuscheltiere stapeln und Leuchtstäbe mit Preisen versehen. Schließlich ist der Tag schon schneller als gedacht vorbei und ihr werdet in dem Van zurück zum Hotel gefahren. Direkt verpieselst du dich dort vor lauter Erschöpfung in dein Bett und schläfst ein.

    Plötzlich spürst du, wie kalte Finger über deine weiche Wange fahren und durch deine seidigen Haare fahren. Auf einmal ertönt eine leise, nahezu unheimliche, aber bekannte Stimme. „Wie wunderschön du doch bist, (d/n). Das hast du zum Glück von deiner Mutter geerbt und nicht von deinem lausigem Vater. Von ihm hast du nicht viel, zu deinem eigenen Glück. Nur die Sturheit und den Sinn für Waffen. Denn schießen konnte deine Mutter nie gut. Das Töten generell fiel ihr schwer, da habt ihr dann wieder eine Ähnlichkeit. Doch dein verlogener Vater musste mal wieder alles zerstören. Zerstörte nicht nur das Vertrauen in unserer Gemeinschaft, sondern auch die bedingungslose Liebe. Er machte sie zum Verbrechen. Nur dank ihm ist Liebe nun ein Verbrechen."
    Auf einmal taucht ein hässliches, eingefallenes Gesicht, das dich mit gammelnden Zähnen angrinst. Die stark akzentierte Stimme von Francisco ertönt:„Deine Mutter hat uns auseinandergebracht. Mich und deinen Vater. Nur wegen ihr ist all das vorgefallen. Schande über sie. Und nun ist es zu spät. Jetzt sind sie beide tot. Ob das wohl Zufall ist? Ich glaube kaum. Mord, Mord!" Ein schrilles, dreckiges Lachen geht von dem heruntergekommenem Mann aus und lässt dich erschaudern. „Ruf mich an, (d/n), ruf mich an! Ich warte! Schon seit Wochen!" Das verrückte Lachen löst Panik in dir aus. Anrufen? Ganz sicher nicht! Auf einmal, wie eine aggressive, gefährliche Katze, springt der Spanier auf dich zu, rüttelt mit verzerrtem Gesicht an deinem Körper und brüllt:„Steh auf, nah los! Es wird Zeit!" Die Stimme wird immer verschwommener, die Sätze wiederholen sich und nach und nach wandelt sich die Stimme in die eines Anderen.
    Panisch reißt du die Augen auf und atmest schnell, hyperventilierst. Erschrocken blickst du in ein dir vertrautes, nahezu perfektes Gesicht. Yoongi sitzt dir gegenüber und begutachtet dich besorgt.„(d/n), alles in Ordnung. Du bist wach, es war nur ein Traum. Ich bin bei dir. Es ist alles gut." Verwirrt starrst du deinen Mentor an, immer noch mit Panik erfüllt durch deinen Albtraum. aufgeregt stammelst du etwas vor dich hin, versuchst Yoongi von deinem Traum zu erzählen, doch deine Tränen und das Schluchzen in deiner Stimme, machen dein Geschwafel unverständlich. Besorgt versucht Yoongi, dich zu beruhigen. Er hält dich an den Schultern, starrt dir in die Augen und spricht dir gut zu. Doch als du dich immer noch nicht beruhigst, sondern einfach in Tränen ausbrichst, nimmt er dich liebevoll in die Arme, streicht dir sanft über den Rücken und beruhigt dich durch seine bloße Anwesenheit. Mit glasigen Augen lehnst du dich gegen Yoongis muskulösen Brustkorb und lauschst seinem Herzschlag, bis du schließlich, beruhigt und langsam wieder einnickst. Einen Moment lang nimmst du noch das stetige Schlagen seines Herzen und seinen angenehmen Geruch nach Minze wahr, dann tauchst du wieder in die wundersame Welt der Träume ein, in einen Traum, der nahezu dem Paradies gleicht.

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    Müde schlägst du die Augen auf, in der Hoffnung, immer noch in Yoongis Arm zu liegen. Doch er ist nicht da.War das etwa auch nur ein Traum? Dieses wunderbare Gefühl? Nur ein Traum? Hoffnungsvoll schaust du dich im Zimmer um, doch dort sitzt nur Namjoon konzentriert an einem Tisch und schreibt etwas auf. Als er bemerkt, dass du wach bist, schmunzelt er und fragt leise:„Na, wieder wach?" Verwirrt murmelst du:„Wie spät ist es?" Namjoon richtet sich wieder seiner Arbeit zu und erwidert beiläufig:„Es ist 08:00 Uhr. In 10 Minuten wollen wir frühstücken, also bist du genau passend aufgewacht." Gerade machst du den Mund auf, um etwas zu fragen, doch da wirst du von einer Toilettenspülung geweckt. Leicht erschrocken guckst du zur Badezimmertür, aus der gerade Yoongi mit verschlafenem Blick heraustrottet. Gedankenverloren folgst du ihm mit deinem Blick, doch er würdigt dich nicht eines Blickes. Es muss ein Traum gewesen sein. Ansonsten hätte er mich sicherlich darauf angesprochen. Nur ein Traum...
    Namjoon lacht plötzlich:„Haha, du scheinst noch etwas müde zu sein, (d/n). Nicht?" Amüsiert lächelst du und stehst schließlich auf. Schlaftrunken taumelst du in das Badezimmer, um dir deine weichen Haare zu kämmen. Zufällig schaust du in den Spiegel und bemerkst, dass du komplett verschlafen aussiehst. Eher wie ein Monster, als wie das hübsche, junge Mädchen, das du sonst bist. Kurz versuchst du, dein Aussehen zu beheben, indem du dir das feine Gesicht mit kaltem Wasser wäschst. Allerdings hilft dir dies nicht viel weiter, weshalb du schließlich einfach deine wilde Mähne kämmst und einmal deine geschwollenen Augen reibst. Nun schlenderst du wieder ins Zimmer und trottest wortlos mit Yoongi und Namjoon in den Speisesaal. Zu eurer Überraschung seid ihr sogar einmal die ersten, was sonst von Yoongi zerstört wird. Denn er lässt sich nur sehr schwer wecken. Und macht man es „gewaltvoll", wird er nur wütend. Ihr setzt euch nun einfach hin und wartet auf den Rest. Dieser kommt auch schon nach einigen Minuten, wobei Jin etwas gestresst zu sein scheint. Direkt hinter ihm wuseln ein aufgedrehter Jungkook und Tae. Diese kichern und springen herum wie kleine Kinder. Währenddessen sieht Jin sehr müde und genervt aus. Namjoon beugt sich zu dir rüber und flüstert kichernd:„Sieht so aus, als wäre Mama Jin überfordert mit ihren zwei Kinderlein, Jungkook und Taehyung." Schmunzelnd starrst du den Ältesten der Band an und wartest auf seine Reaktion. Doch dieser setzt sich nur mit genervtem Blick und stammelt ein leises „Morgen" vor sich hin. Jungkook und Tae hingegen sind sehr aufgedreht, gut gelaunt, energiegeladen und kichern die ganze Zeit über. Endlich kommen auch die anderen und ihr beginnt, zu frühstücken. Währenddessen erklärt der Anführer der Band:„Um 17:00 Uhr beginnt heute das Konzert. wir werden schon um 15:00 Uhr dort hinfahren. Dann machen wir noch einmal einen schnellen Soundcheck, bauen alles auf und so weiter und sofort. Wahrscheinlich werden die meisten Fans nämlich schon eine Stunde vorher da sein. Bis dahin müssen wir mit dem Proben und all dem Quatsch fertig sein. Dann werden wir die restliche Stunde hergerichtet. Alles klar? Um 20 Minuten vor 3 fahren wir los. Dann seid bitte auch alle pünktlich am Van." Als Zeichen, dass ihr verstanden habt, nickt ihr. Nun, da ihr mit dem Frühstück fertig seid, verzieht ihr euch alle wieder in eure Zimmer. Während Yoongi die Gelegenheit nutzt, um noch eine Runde zu schlafen und Namjoon seinen Papierkram weitermacht, duschst du noch einmal.
    Nach deiner erfrischenden Dusche ziehst du dich an und trottest wieder ins Zimmer. Nun geht Namjoon noch einmal duschen. Yoongi schläft noch tief und fest. Belustigt schaust du ihn an, blickst in dieses wunderschöne Gesicht, das so friedlich und süß schlummert. Nahezu wie ein Engel. Plötzlich kommt Namjoon wieder aus dem Bad heraus und meint:„Bist du so lieb und weckst das schlafende Murmeltier? Der Kerl muss auch noch mal duschen. Sonst stinkt der nachher auf der Bühne wie ein Otter." Das Lachen verkneifend nickst du, stehst auf und weckst deinen Mentor. Dieser ist zwar erst etwas schlecht gelaunt, jedoch legt sich sein Groll wieder, als du ihn in die Dusche scheuchst. Nachdem Yoongi fertig ist, macht ihr euch sofort bereit, loszufahren. Im Stadion angekommen, läuft alles sofort auf Hochtouren. Die ganzen Tänzer werden zusammengetrommelt und auf die Bühne befördert. Direkt wird der erste Song durchgeprobt. In der Zeit, in der die Jungs und Miga singen und tanzen, kümmerst du dich um die Beleuchtung. Du musst einige Kabel einstöpseln und die Scheinwerfer neu ausrichten. Endlich sind alle Songs durchgeprobt, die Stars verschwinden im Backstagebereich und die Tore werden geöffnet, sodass schon einige Fans in die gigantische, leere Halle strömen. Da schon so ziemlich alles aufgebaut ist, musst du nichts mehr machen. Du sitzt im Vorbereitungsraum, starrst auf die Monitore und beobachtest darüber die Menschenmassen. Heute ist dein Job nämlich, darauf aufzupassen, dass nichts passiert. Die Fans werden also genau von dir beobachtet und neben dir steht ein Telefon griffbereit, um die Security zu kontaktieren, im Falle eines Falles. Mal fällt ein junges Mädchen hin, mal verliert eine Mutter ihre Tochter. Darum musst du dich dann kümmern. Doch mehr geschieht zum Glück nicht. Doch nun beginnt endlich das Konzert. Alles läuft wie folgt ab, die Fans sind gut drauf und alles verläuft wie geplant. Doch plötzlich, als gerade die ganzen Reden gehalten werden, siehst du einen jungen Mann, der scheinbar auf die Toilette geht. Auffällig ist jedoch, dass er etwas unter seinem Arm hält. Ein recht großer, rechteckiger, flacher Kasten unter seiner Jacke. Skeptisch beobachtest du ihn. Du bist kurz davor den Hörer des Telefons abzuheben. Doch plötzlich gehen alle Lichter aus. Was geht hier vor? Ein Stromausfall?

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    Verwirrt starrst du auf deine dunklen Monitore. Du hörst nur erschrockene und teilweise verärgerte Stimmen. Auf einmal geht der Strom wieder und du siehst wieder alles auf deinem Monitor. Auch, dass jemand aus dem Männer-WC eilt. Es ist der selbe Mann, der vorhin mit dem seltsamen Kasten unter der Jacke dort hingegangen ist. Auf einmal erblickst du, wie er in seine Hosentasche greift und eine Pistole herauszieht. Erschrocken zuckst du in dich zusammen und willst gerade den Hörer abnehmen, da hälst du in deiner Bewegung inne. Nein. Ich darf sie nicht rufen. Es würde nur eine Panik auslösen. Ich muss es in meine eigene Hand nehmen! Hektisch kramst du den Dienstlaptop hervor. Über die Bildschirme beobachtest du die Bewegungen des Mannes. Mit Sicherheit will er einen Angriff auf die Jungs machen. Das darf nicht passieren. Diese Waffe... Sie ist nicht so gut, als das er aus den Massen heraus schießen könnte. Er muss also nah genug ran. Er wird direkt auf die Bühne müssen! Dafür muss er aber durch den langen Gang. Normalerweise wird der bewacht, aber jetzt nicht mehr. Den Stromausfall hat er von der Toilette aus mit einem Laptop verursacht und damit die Security weggelockt. Doch durch den Gang kommt er nur durch, wenn er die elektrische Tür benutzt. Ich kann sie hacken! Und ihn dadurch einsperren! Eilig tippst du auf dem Laptop herum. Versuchst das anzuwenden, was Sehun dir beigebracht hat. Hoch konzentriert starrst du abwechselnd auf die Monitore und auf den Laptop. Immer näher kommt der Bewaffnete der berüchtigten Tür und dir bleibt immer weniger Zeit. Noch ein paar Handgriffe, noch wenige Funktionen und dann ist er eingeschlossen! Immer hysterischer hämmerst du auf der Tastatur rum. Schließlich gibst du die letzten paar Funktionen ein und schon greift der Mann nach dem Türgriff, doch bekommt sie nicht auf. Du hast es geschafft! Der Angreifer ist vorerst eingesperrt, doch natürlich kann er genauso schnell wieder auf der anderen Seite raus. Also musst du dir was einfallen lassen. Kurz überlegst du, was nun zu tun ist und erinnerst dich an die Feuerlöscher an den Decken. Mit einem Lächeln auf den Lippen tippst du schnell herum und hast schon innerhalb von wenigen Sekunden den Befehl eingegeben. Triumphierend wirfst du einen Blick auf den Monitor und erkennst, wie Wasser von oben auf den Mann herabprasselt. Verärgert hält sich dieser die Hände über den Kopf. Nun schnappst du dir dein Handy als auch den Hörer und rennst zu den Gängen. Auf dem Weg dorthin rufst du die Security in dein Büro. Denn dann kommen sie dir auf dem Weg entgegen. Etwas tiefer ziehst du deine Kaputze ins Gesicht, um nicht erkannt zu werden. Einer von der Security kommt dir entgegen, erkennt dich in der Eile nicht und du greifst unauffällig an seinen Gürtel, wo eine Waffe befestigt ist. Ohne, dass er überhaupt etwas bemerkt hat, hast du schon seine Waffe in der Hand und sprintest sofort weiter. Du weißt, dass die Waffe nicht scharf ist, ganz im Gegensatz zu der des Angreifers. Doch auch diese Waffe reicht dir, denn du weißt, wie du zu schießen hast. Vor der Tür zum Gang bleibst du stehen und wartest. Schon wird diese mit Schwung aufgestoßen und heraus stolziert der, den du bereits erwartet hast. Du presst dich gegen die Wand, bis der Mann vor dir herläuft. Blitzschnell greifst du nach deiner Waffe, zielst auf das Bein des Mannes und drückst ab. Der Schuss trifft mit Getose und der Bewaffnete bricht zusammen. Dabei lässt er seine Waffe fallen und du reißt diese an dich. Hilflos liegt der Angreifer nun auf dem Boden und starrt dich mit großen Augen an. Mit seiner Waffe auf ihn zielend fragst du ihn:„Was hattest du vor? Und weshalb?" Schmunzelnd erklärt der Hilflose:„Was wohl? Ich wollte sie erschießen. Wieso? Sie gehören den Feinden an und haben Pablo umgebracht! Unser bester Mann, erbarmungslos von ihnen erschossen. Jetzt wollte ich ihnen das selbe Leid zufügen. Und du bist wohl auch Teil dieser Gruppe. Warum sonst solltest du so gut schießen können und hacken?" Triumphierend, die Waffe immer noch auf ihn gerichtet, schmunzelst du:„Du scheinst doch nicht so dumm zu sein! Aber eine Sache war falsch! Nicht sie haben Pablo erschossen!" Lachend glotzt der Feind dich an, scheinbar beeindruckt, dass du so angriffsbereit bist. Mit einem hässlichen Grinsen murmelt er:„Und jetzt erschießt du auch mich!" Du lächelst verspottend:„Nein, ich töte dich nicht. Aber du bist genauso verrückt wie Pablo. Der hat vor seinem Tod gelacht. So, wie du es auch gemacht hättest. Aber nein, ich bin kein Monster! Ich töte nicht grundlos. Und du bist es nicht wert. Du kannst auch nur ins Gefängnis!" Ohne ein Weiteres rufst du die Polizei, welche schon einige Minuten später eintrifft. Allerdings nehmen sie den Verbrecher außerhalb des Stadions in Haft, da du ihn im unbequemen Griff dort hingezerrt hast. So bekommt niemand etwas davon mit und es bricht keine Panik aus. Dankend nimmt die Polizei den Mann entgegen und bringt ihn weg. Nun spazierst du zufrieden wieder ins Stadion, auf deinen Platz. Das Konzert geht noch knapp 10 Minuten und diese verbringst du entspannt vor den Monitoren. Schon stolz darauf, den Jungs davon erzählen zu können. Ebenso wirst du es Sehun erzählen. Denn dank diesem und seinen Lehren hast du das überhaupt geschafft. Und ich dachte schon, der Unterricht sei umsonst gewesen...

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    Langsam geht das Konzert zu Ende und du sitzt nach wie vor vor den Monitoren und beobachtest alles. Die letzte Rede ist gehalten und die Stars verlassen bei tosendem Beifall die Bühne. Noch einige Minuten musst du sitzen bleiben und alles beaufsichtigen. Nach einer halben Stunde ist das Stadion dann endlich wie leergefegt. Vorsichtig verlässt du nun deinen Platz und trottest in den Backstagebereich, wo du die Jungs und Miga antriffst. Sie werden gerade abgeschminkt und ziehen sich wieder um. Namjoon und Jin sind schon fertig, also gesellst du dich zu ihnen. Leise flüsterst du:„Ihr habt es nicht mitbekommen, aber jemand hat versucht, euch umzubringen." Erschrocken starren die beiden dich an und du erzählst leise von dem Mann, der mit seinem Laptop auf der Toilette verschwunden ist und zur Ablenkung von der Security den Stromausfall verursacht hat. Ebenso erklärst du, dass er eine Waffe dabei hatte und gerade auf dem Weg zu ihnen war. Verwirrt und gleichzeitig geschockt stammelt Namjoon:„Ja, und wie wurde er dann ertappt?" Du schmunzelst:„Ich habe ihn vorher schon über die Monitore gesehen und dann eben auch wieder, als er das WC mit der Waffe verließ. Dank meiner erworbenen Waffenkenntnisse bei euch, wusste ich, dass diese Waffe nur effektiv ist, wenn man von einer näheren Position schießt. Der einzig mögliche Punkt war von der Bühne aus. Der Weg dahin ist bekannt, also habe ich per Computer dafür gesorgt, dass er eingesperrt wird. Ich hätte natürlich auch einfach die Security rufen können, aber dann wäre eine Panik ausgebrochen. Deshalb habe ich sie so gerufen, dass sie an mir vorbeilaufen und ich habe mir deren Waffe geschnappt. Damit habe ich dann den Eindringling lahmgelegt. Daraufhin habe ich mich mit ihm unterhalten und herausgefunden, dass er zu der gegnerischen Mafia gehört. Letztendlich habe ich ihn inhaftieren lassen." Stolz nickt Namjoon und meint, du habest das gut gemacht. Mittlerweile sind auch schon alle fertig und wie besprochen geht ihr nun zusammen essen. Namjoon und Jin haben es den anderen mittlerweile auch schon erzählt. Nur Miga nicht, da sie ja nicht dazugehört. Im Restaurant herrscht an eurem Tisch gute Stimmung. Ihr lacht viel und alle reden aufgeregt durcheinander. Als ihr anstoßt, wird auf das Konzert, die Liebe zwischen Kookie und Miga und ebenso auch auf dich angestoßen. Allerdings wird dabei nur gesagt:„Auf (d/n) und die gute Arbeit die sie hier leistet!" Nach einigen Gläsern Sekt und guter Stimmung, fahrt ihr ebenso gut gelaunt und gesprächig zurück zum Hotel. Natürlich fährt der Manager, der als einziger nichts getrunken hat. Zurück im Hotel versammelt ihr euch zuerst in einem Zimmer und tanzt zusammen irgendeinen Quatsch. Besonders Hobi und Jungkook scheint der Sekt gut zu bekommen. Hyperaktiv springen sie durch den Raum, sodass schon der Boden bebt. Wild wirbelt Hobi Yoongi herum, welcher bereits müde und demotiviert scheint, eigentlich so wie immer. Jungkook tanzt mit Miga Arm in Arm und dabei taumeln sie gewaltig. Was Jimin und Tae machen, ist eher unbeschreiblich. Sie machen seltsame Bewegungen, die einen verrückten Tanz ergeben. Jin sitzt weiter hinten auf dem Sofa, wackelt zufrieden mit dem Kopf und trällert etwas vor sich hin. Namjoon steht neben Yoongi und unterhält sich mit ihm. Du selbst stehst etwas abseits und beobachtest das bunte Treiben. Plötzlich spürst du, wie dich jemand hochhebt. Erschrocken wandert dein Blick nach unten. Jimin hebt dich hoch und versucht, dich auf seinen Schultern zu tragen. Das funktioniert auch eigentlich ganz gut. Bis dein Kumpel auf einmal anfängt, mit dir auf den Schultern zu hüpfen. Dein Kopf knallt schon fast gegen die Decke und du hast Mühe, dich vernünftig festzuhalten, bevor du herunterfällst. Plötzlich stolpert Jimin, fängt sich wieder, aber du verlierst deine Körperspannung und fällst herunter. Im Fall schließt du schon die Augen, einen heftigen Aufprall erwartend. Doch zu aller Überraschung spürst du auf einmal kräftige Arme unter deinem Rücken und Po, die dich auffangen. Verwundert öffnest du deine Augen und erblickst das gelassene Gesicht von Yoongi. Er hat dich aufgefangen, bevor du auf den Boden prallst. Dankbar schaust du ihm in die schmalen, dunklen, aber leuchtenden Augen. Er starrt zurück in deine hübschen Augen und einen Moment verharrt ihr so. Yoongi trägt dich wie seine Braut in den starken Armen und du starrst ihn wie verzaubert an. Gebannt guckst du auf seine rosa Pfirsichlippen. Wie wäre es wohl, jetzt einfach meine Lippen auf seine zu pressen und noch einmal den prickelnden Geschmack des Sekts zu schmecken? Wie in einer Trance beugst du dich schon vor und du hast sogar das Gefühl, dass dein gutaussehender Mentor es auch tut. Doch dann wird dieser kosmische Moment durch Hobi zerstört, der aufgeregt zu Yoongi rennt, ihm auf die Schulter klopft und lacht:„Super gefangen, Yoongi!" Überrumpelt schaut Yoongi erst Hoseok an, dann dich. Nun lässt er dich vorsichtig, aber dennoch recht zackig wieder auf den Boden. Schwenkt seinen Blick kurz durch den Raum, lächelt dann schüchtern und verschwindet mit den Worten:„Ich habe keinen Bock mehr. Ich gehe ins Bett. Viel Spaß euch noch." Und schon ist der perfekte Junge verschwunden und du schaust ihm sehnsüchtig nach.

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    Vorsichtig öffnest du die Tür, in der Hoffnung, dass sie keine Geräusche von sich gibt. Doch zu deinem Unmut knarrt sie gewaltig und schließlich gibst du die Hoffnung auf, sodass du sie ganz normal aufstößt und dafür einfach nur lautlos in das dunkle Zimmer lukst. In der hinteren Ecke scheint noch schwaches Licht und du erkennst das überraschte Gesicht von Yoongi, welcher konzentriert in seinen Laptop starrt. Unauffällig trittst du weiter in die Mitte des Raums und flüsterst ohne, dass du genau weißt, warum du dich so leise verhältst:„Ich dachte, du wolltest schlafen, Yoongi?" Keine Anstalten machend, auf deine Frage zu antworten, kontert dein Mentor ausdruckslos:„Ich dachte, du wärst noch mit den anderen am Feiern?" Ahnungslos, was du antworten sollst, verharrst du einen Moment. Ohne dich macht es nun mal nicht so viel Spaß, Yoongi... Endlich erwiderst du:„Ich bin müde geworden." Nachdenklich nickt der dir gegenüber und wendet sich dann wieder seiner Arbeit auf dem Laptop zu. Wieder beginnst du:„Weshalb bist du noch wach? Du bist doch müde, sagtest du?" Ohne dich anzugucken stockt Yoongi kurz mit dem hastigen Tippen auf der Tastatur und scheint zu überlegen. Dann erklärt er emotionslos und knapp:„Ja, ich bin auch müde, konnte aber noch nicht einschlafen." Gedankenversunken nickst du, während du dich nicht von der Stelle bewegst. Auf einmal fragst du erstaunlich leise und geheimnisvoll, was eigentlich gar nicht so sein sollte:„Oder bist du wegen mir abgehauen?" Innehaltend sitzt Yoongi nach wie vor aufrecht in seinem Bett und blickt ausdruckslos, aber ohne eine Bewegung zu tun auf den hellen Bildschirm. Ohne eine Antwort auf diese Frage zu geben, murmelt der Andere:„Ist Namjoon noch bei den Anderen?" Du hast meine Frage nicht beantwortet... „Ja, er wollte noch da bleiben. Die Stimmung ist gut. Der Sekt scheint also seine Dienste treu erfüllt zu haben", ist deine knappe, kalte Antwort. Daraufhin bewegt Yoongi seinen Kopf kaum sichtbar rauf und runter, weiterhin mit einem versteinerten Blick in die Leere. Dieses Gespräch bringt doch nichts... Langsam taumelst du zu deinem Bett und setzt dich dort hinein. Die Decke ziehst du wortlos über deine zittrigen Knie. Die unangenehme Stille füllend ertönt wieder das Geräusch des Hämmern auf der Tastatur. Gedankenversunken starrst du das blasse, hochkonzentrierte Gesicht deines Mitbewohners an. Langsam wendet sich das Gesicht nun auch dir zu und glotzt dich erwartungsvoll an. Peinlich berührt suchst du nach etwas, das du sagen kannst und stammelst letztendlich nur:„Was machst du da überhaupt?" Ohne lange zu überlegen klärt Yoongi dich seiner Tätigkeit auf:„Ich arbeite an einigen neuen Songs." Wie in einem Traum nickst du in dich selbst und deine Gedanken versunken nur und Yoongi fährt fort. Eine Weile wird die Situation so fortgeführt, als plötzlich lautes Gelächter auf dem Flur ertönt, sowie unbeholfenes Trampeln. Wie auf ein Kommando richtet ihr beide euren Blick zur Tür, welche sich gerade weit öffnet. Helles Licht strahlt in Strähnen in den Raum und taucht ihn in ein geheimnisvolles Licht. Ein stark wankender Namjoon mit einem Jin in dem selben Zustand, erscheinen gackernd im Türrahmen. Vorwurfsvoll blickt ihr beide die Spaßköpfe an. Scheinbar mittlerweile schon etwas betrunkener, taumelt Jin auf dich zu, fällt verwirrt auf dein Bett und beginnt wie im Traum zu grinsen. Lächelnd strahlt er dich an, während du etwas belustigt zurücklächelst. Auf einmal hebt der Älteste im Raum die Hand, berührt deine Haare und murmelt begeistert:„Deine Haare sind so flauschig!" Amüsiert schmunzelnd greifst du seine warme Hand und führst sie zurück zu seinem Brustkorb. Leise flüsterst du:„Ist gut, Jin." Namjoon nuschelt in der Zeit:„Ich geh kurz auf den Pott!" Schon wankt der Anführer betrunken, wie er ist, ins Badezimmer und schließt ab. Kurz schaust du ihm hinterher und gleitest mit deinem Blick wieder nach unten, wo der, noch leicht lächelnde Jin auf deinem Schoß eingeschlafen ist. Grinsend schaust du ihn an, rüttelst vorsichtig an ihm und flüsterst in sein Ohr:„Jin, bist du wach?" Keine Antwort. Überfordert blickst du den, auf dem anderen Bett sitzenden Yoongi an, welcher nur amüsiert grinst. Leise murrt er:„Ich will nicht wissen, was die noch alles an Getränken verdrückt haben." Leise erwiderst du etwas genervt:„Tja, scheinbar zu viel." Bemüht leise lachend beobachtet Yoongi den tief schlafenden Jin und dich, wie du versuchst, deine Beine unter dem schweren Kopf von Jin hervorzuziehen. Dies funktioniert eher so mittelprächtig, da Jin doch sehr sperrlich dort liegt. Letztendlich schenkst du dem gackernden Yoongi nur einen bösen Blick, hältst Jins Kopf vorsichtig hoch, wobei seine Haare herunterhängen und dich etwas an den Händen kitzeln. Schnell ziehst du deine langen Beine hervor und legst den Kopf des Schlafenden behutsam auf das Kissen. Nun stehst du mal wieder mitten im Raum, während Jin in deinem Bett am ratzen ist, Yoongi beherzt lacht und Namjoon immer noch auf der Toilette in seinem Alkoholrausch hängt. Du blickst beiläufig an dir herunter und bemerkst, dass du dich noch gar nicht bettfertig umgezogen hast. Schnell eilst du an deinen Koffer, zerrst deinen Schlafanzug heraus und trottest damit zur Badezimmertür. Dabei flüsterst du zur Erläuterung:„Ich scheuche nur schnell Namjoon aus dem Bad, damit ich mich umziehen kann." Vor der verschlossenen Tür zum Bad bleibst du stehen, klopfst vorsichtig dagegen und rufst leise, um Jin nicht zu wecken:„Namjoon, ich muss auch mal das Bad benutzen. Also komm endlich wieder raus!" Keine Antwort. Lautlos drückst du dein Ohr gegen die Tür und lauschst bedächtigt. Ein leises, regelmäßiges Schnarchen ertönt aus dem Bad und du verziehst dein Gesicht genervt, während du vernichtend den grinsenden Yoongi betrachtest. Leise fauchst du:„Als ob der Kerl jetzt auf dem Klo eingepennt ist!" Nur noch stärker grinsend starrt dein Mentor dich an, woraufhin du dich beschwerst:„Hör auf, zu lachen! Das ist nicht witzig! Wo soll ich mich denn umziehen? Auf dem Flur geistern auch noch Tae und Hobi!" Als Antwort kommt nur ein charmantes, freches Grinsen. Yoongi flüstert:„Zieh dich doch einfach hier im Raum um!" Kurz überlegst du, seufzt dann und befiehlst:„Aber guck bloß weg!" Riskierend lächelt der perfekte Junge:„Und was passiert, wenn ich das nicht tue?" Drohend fauchst du:„Yoongi! Denk dran, du bist verliebt!" Ergebend lächelt Yoongi und du drehst dich wortlos um. Immerhin nützt es dieses eine Mal, dass dieses Weichhirn verliebt ist... Schnell ziehst du, von Yoongi abgewandt dein T-Shirt vom Leib, in dem Vertrauen, dass Yoongi sein Versprechen hält und wirklich nicht hinguckt. Leise hörst du aus dem Hintergrund noch ein amüsiertes Schnauben aus dem Hintergrund, während du nur noch im BH und und in Hose dastehst. Allerdings traust du dich nicht, dich umzudrehen und zu kontrollieren, ob du unbeobachtet bist. Ach, das ist doch lächerlich. Yoongi ist verknallt und das nicht in mich. Also warum sollte er mir etwas weggucken? Dennoch beeilst du dich, dein Oberteil zum Schlafen überzuziehen und ebenso die Hose zu wechseln. Als du fertig bist, drehst du dich zu Yoongi um, nur um zu entdecken, dass er sich extra seine Decke über den Kopf gezogen hat. Leise murrst du:„Bin fertig“, woraufhin dein Mentor wieder die Decke wegzieht und dich überprüfend anschaut. Schnell kletterst du nun auf das Hochbett und kuschelst dich in die dort liegende Decke ein. In der Zeit erklärst du beiläufig an Yoongi gewandt:„Ich schlafe jetzt in Namjoons Bett. Hat der halt Pech gehabt. Er hat seine Bleibe ja eh aufm Pott gefunden!" Belustigt über deine amüsante Ausdrucksweise schmunzelt Yoongi und blickt dich interessiert an. Ebenso gaffst du zurück, mit hochgezogener Augenbraue. Endlich legt auch Yoongi seinen Laptop weg und murmelt:„Gute Nacht, (d/n). Schlaf gut und träum was Schönes." Leise erwiderst du den Gruß in die Dunkelheit und versinkst langsam in der Welt der Träume. Immer tiefer tauchst du ein in eine farbenfrohe Welt, voller Wunder und Freude. Immer tiefer, in das Paradies, bis du dich ganz in ihm verloren hast.

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    Ein leises Knarren untermalt die Stille früh am Morgen. Tief und fest schläfst du, während zwei lange Schatten schnell durch das noch dunkle Zimmer huschen. Schleichend nähern sie sich dem Hochbett und steigen geschwind, wie zwei Katzen geschickt die Leiter hinauf.,, Namjoon, wach auf! Na los!" Eine leise Stimme haucht in dein Ohr und jemand rüttelt stark an deinem Körper. Wieder die vertraute Stimme:,, Namjoon! Jetzt wach auf! Es ist wichtig!" Müde und verwirrt hebst du den Kopf, während dich zwei überraschte Gesichter dich anblicken. Tae und Jungkook. Mit noch vom Schlaf verklebten Augen und einer rauen Stimme murrst du leise:,, Was'n los?" Verwirrt stammelt Jungkook:,, Tut uns leid. Wir haben uns wohl im Bett geirrt." Gerade wollen die beiden Jüngsten wieder die Leiter herabsteigen, da hälst du sie auf:,, Wolltet ihr etwa zu Namjoon?" Schweigend nicken die beiden. Verwundert fragst du:,, Was wollt ihr denn von ihm?" Tae erklärt schnell und beinahe schon etwas aufgebracht:,, Wir haben Jin verloren. Wir haben noch etwas getrunken, nachdem du gegangen bist und er war richtig voll. Auf einmal ist er mit Namjoon weggegangen und nicht wiedergekommen. Aber da wir auch nicht gerade nüchtern waren, ist es uns ziemlich egal gewesen." Jungkook ergänzt besorgt:,, Was, wenn Jin nach draußen gegangen ist und überfahren wurde oder sonst was? Die Straßen in China sind gut befahren!" Du musst dir das Grinsen verkneifen, da du ganz genau weißt, wo die beiden Verschollenen abgeblieben sind. Empört faucht Kookie:,, Was soll das? Was lachst du so? Ich meine das ernst. Es hätte sonst was mit ihm passieren können!" Jetzt fängst du richtig an zu lachen, was die Schlafenden nicht stört. Als die beiden Jungs vor dir dich fragwürdig und gleichzeitig giftig angucken, erklärst du endlich:,, Die beiden sind gestern hier reingekommen, als Yoongi und ich noch wach waren. Jin hat sich in mein Bett gelegt und ist eingeschlafen. Ihr wisst ja wahrscheinlich, dass Alkohol ganz schön müde machen kann. Und das beweist ich noch ein zweites Mal, denn Namjoon ist aufm Pott verschwunden und dort eingeschlafen. Ich denke mal, er schläft da immer noch. Und Jin ist auch noch da unten am Ratzen. Da kein anderes Bett in diesem Zimmer frei war und Namjoon eh nicht da, habe ich mich hier hin verdünnisiert." Scheinbar geht den zwei Jungs gerade ein Licht auf und beide beginnen, herzlichst zu lachen. Tae gackert:,, Und Joonie ist aufm Pott eingeschlafen? Unglaublich!" Du lachst ebenso beherzt und wirfst in dem Zuge auch einen Blick auf die Uhr. )06:00 Uhr. Um 10 beginnt das Fan Meeting und die Jungs müssen ne Stunde eher da sein. Also kann ich sie vermutlich jetzt schon mal alle wecken. Schlaftrunken springst du das Bett herunter und erklärst:,, Ich wecke mal die Jungs. Ihr könnt ja mitkommen." Müde schreitest du zu deinem eigentlichem Schlafplatz, wo sich ein riesiger Klops unter der Decke eingekuschelt hat. Schnell kramt Tae sein Handy raus und filmt alles. Seufzend schreitest du zu dem, der die dein Bett gestohlen hat und rüttelst einmal kräftig an ihm. Murrend dreht sich Jin zu dir um und schaut dich und die beiden Spaßvögel verschlafen an. Schon fast wieder einschlafend murmelt Jin wie ein Sterbender:,, Warum weckst du mich?" Gespielt aufgebracht erwiderst du:,, Weil du hier gerade mein Bett belagerst und ihr in drei Stunden beim Fan Meeting sein müsst!" Nun komplett verwirrt versucht der Älteste, die Augen aufzuzwingen und blinzelt dich müde an.,, Häh? Was meinst du?" Lachend erläuterst du:,, Du bist gestern stockbesoffen, um es ehrlich auszudrücken, hier hereinspaziert, hast dich auf mich gelegt und bist eingeschlafen. Gütig, wie ich war, habe ich dich noch nicht mal geweckt, sondern habe einfach Namjoons Bett beschlagnahmt." Grinsend, scheinbar durch zurückkehrende Erinnerungen, grinst Jin dich an und fragt nun verdutzt:,, Und wo hat Namjoon dann gepennt?" Du korrigierst:,, Nicht,, hat gepennt", sondern pennt immer noch. Im Badezimmer übrigens, aufm Pott." Lachend gafft Jin dich an. Sein hohes, schrilles Lachen weckt sogar Yoongi, welcher nun murrt:,, Boah Leute, was macht ihr hier alle? Ich will schlafen!" Du lachst:,, Eure zwei Maknaes haben Jin verloren und hatten Panik, dass er überfahren wurde. Daraufhin haben sie mich mit Namjoon verwechselt, welcher allerdings noch im Badezimmer ratzt, und jetzt haben wir Jin geweckt, weil ihr in drei Stunden schon wieder außer Haus sein müsst." Sich das Grinsen verkneifend starrt Yoongi dich an und erhebt sich endlich aus dem Bett. Schmunzelnd fragt er:,, Und jetzt wollt ihr den Schnarcher aus dem Badezimmer wecken?" Zustimmend nickst du und willst gerade anklopfen, da hälst du inne, da Tae sich beschwert:,, Kannst du die Tür nicht irgendwie aufschließen? Ich würde zu gerne sein Gesicht sehen, wenn er aufwacht." Kurz überlegst du, da antwortet Yoongi schon:,, Nein, wir haben ja keinen Zweitschlüssel." Nun will dein Mentor anklopfen, doch du verhinderst diese Tätigkeit indem du ihm am Ärmel festhälst. Fragend beäugt dich Yoongi und du erklärst:,, Der Schlüssel steckt bestimmt noch. Warte kurz." Deinen Befehl befolgend wartet Yoongi, während du einen Buntstift als auch einen Zettel aus deinem Koffer kramst. Verwirrt starren dich alle an, während Tae immer noch filmt. Du schlenderst nun siegessicher zurück zur Tür, schiebst den Zettel darunter her, jedoch s, dass noch etwas auf deiner Seite hervorguckt und er direkt unter der Türklinke liegt. Nun nimmst du den schmalen Buntstift und steckst ihn durch das Schlüsselloch. Ein wenig bohrst du darin herum, bis plötzlich der Schlüssel mit einem dumpfen Klirren auf der anderen Seite herunterfällt. Beleidigt gucken dich die Jungs an. Bis du den Zettel wieder ganz auf eure Seite rüberziehst und zu aller Überraschung der Schlüssel darauf liegt. Bewundernd starren dich die Jungs an und Yoongi ruft stolz:,, Das ist meine Schülerin! Das kluge Köpfchen hat sie also von mir!" Heimlich grinsend schließt du nun mit dem Schlüssel die Tür auf und trittst mit den andern im Schlepptau hinein. Das Lachen verkneifend strahlst du die anderen an, welche ebenso bemüht sind, nicht loszulachen. Tae macht noch schnell ein paar Fotos. Namjoon schläft mit geöffnetem Mund und lautem Schnarchen in der leeren Badewanne. Mit einem feuchtem Handtuch zugedeckt und sogar die Schuhe extra ausgezogen. Seine nackten Füße ragen weit über die Kante hinaus, während die Schuhe des Anführers fein säuberlich neben der Tür aufgestellt wurden. Prustend steht ihr da und könnt euch vor Lachen kaum noch halten, woraufhin Namjoon aufwacht und sich erschrocken umguckt. Komplett überfordert fragt er dich:,, Wie bin ich hier hingekommen?" Kichernd erklärst du ihm alles, woraufhin er sich nur noch beschämt an die Stirn fasst. Allerdings bekommt er auch Jins Geschichte zu hören, weshalb Namjoon sich nicht mehr so ganz bloßgestellt fühlt. Ein weiteres Mal schaust du auf die Uhr. Hilfe! Schon 07:00 Uhr! Jetzt wird es aber Zeit, dass wir frühstücken und die Jungs sich fertig machen!

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    Endlich sind alle wach und du kannst auch wieder das Badezimmer, welches vorher durch Namjoon besetzt war, belagern. Diese Chance nutzt du sofort, um dir etwas Vernünftiges anzuziehen. Und diesmal ohne, dass dir jemand dabei zusehen kann. Eilig ziehst du dich also um. Ohne vorher noch mal in den Spiegel zu schauen, gehst du wieder raus, zurück in den Schlafraum, wo Yoongi sich wohl gerade umgezogen hat. Sofort eilt auch Namjoon wieder ins Bad, um sich fertig zu machen. Auf einmal, als Yoongi dich anschaut, beginnt er zu grinsen. Verärgert fragst du:,, Was ist los? Warum lachst du? Hab ich was im Gesicht?" Yoongi schüttelt nur schmunzelnd den Kopf und meint:,, Wenn du dich doch schon fertig machst, dann kannst du doch auch eben deine Haare kämmen, oder nicht? Du siehst aus wie ein Löwe so verwuschelt sind deine Haare!" Gespielt beleidigt grinst du und murmelst:,, Ja, aber jetzt ist Namjoon wieder im Bad und ich glaube, der wollte duschen. Ohne Spiegel kann ich meine Haare aber nicht kämmen. So finde ich meinen Scheitel nicht. Also musst du eben das Frühstück über damit auskommen!" Lachend steht Yoongi da und meint:,, Hast du denn wenigstens deine Bürste hier irgendwo rumliegen?" Kurz nickst du und fledderst deine Bürste aus deinem Koffer. Ohne Vorwarnung kommt Yoongi auf einmal auf dich zu, entnimmt die Bürste aus deiner Hand und stellt sich hinter dich. Leise nuschelt er:,, Dann kämme ich dir eben die Haare. Das sieht ja ehrlich gesagt bescheuert aus." Belustigt rollst du mit den Augen, während dein Mentor vorsichtig deine weichen Haare in die Hand nimmt und beginnt, sie zu kämmen. Zärtlich streicht er mit seinen Fingern durch deine seidigen Haare. Nun wechselt er die Seite und stellt sich vor dich, um den Scheitel zu finden. Konzentriert steht er nun vor dir, nur wenige Zentimeter von dir entfernt, sodass du seinen frischen Geruch einatmest und die Wärme spürst, die von ihm ausgeht. Mucksmäuschenstill stehst du vor ihm und starrst in das hübsche Gesicht, dessen dunkle Augen auf deine Haare gerichtet sind. Wie verzaubert stehst du da, den Moment der Nähe genießend. Auch, wenn er dich nicht ma richtig berührt. Dein Bauch kribbelt, als würden 100 Schmetterlinge darin herumflattern und deine Kehle schnürt sich vor Aufregung zu. Endlich sinken die Hände des Jungen nach unten, er geht einen Schritt zurück und betrachtet dich kurz. Dann nickt er zufrieden und murmelt:,, So, jetzt siehst du wieder gut aus. Also, du sahst vorher auch schon gut aus, aber mit ordentlichen Haaren bist du eben noch hübscher." Nun, ohne, dass du oder er noch etwas sagen, geht er aus dem Zimmer und du stehst noch da. Er findet mich hübsch? Es bringt doch sowieso nichts, er liebt eh eine Andere. In diesem Moment kommt der Anführer von BTS wieder aus dem Bad und geht eilig umher, während er fragt, ob Yoongi schon zum Frühstück gegangen ist. Missmutig nickst du nur und trottest mit deinem anderem Zimmernachbarn ebenfalls in den Speisesaal.
    Schnell wird gefrühstückt. Nun, da alle fertig sind, wird besprochen, wie das Fan Meeting abläuft. Der Manager erklärt:,, Also, um 10:00 Uhr beginnt das Fan Meeting und es geht etwa bis 13:00 Uhr. Ihr müsst bereits um 09:00 Uhr da sein. (d/n), du hast den Job, die Geschenke von den Fans für die Jungs wegzustellen und aufzupassen, dass die Fans den Jungs nicht zu nahe kommen. Sollte das doch mal der Fall sein, rufst du die Security. Die stehen direkt an der Tür und im ganze Raum verteilt. Sei dann aber bitte höflich und werde nicht aggressiv. Das wird dann die Security." Kurz nickst du, zum Zeichen, dass du verstanden hast. Der Manager fährt fort:,, Bevor ihr aufbrecht, dürft ihr direkt eure Koffer packen, denn der Flieger geht um 14:30 Uhr. Für die, die es wahrscheinlich noch nicht wissen, wo es hingeht, also für (d/n), der Flug geht nach Amerika und dort bleibt ihr dann für 3 Wochen. Allerdings werdet ihr auch 7 mal den Standort und somit auch das Hotel wechseln. Noch Fragen?" Da niemand mehr Fragen hat, verschwindet ihr direkt auf eure Zimmer, um eure Sachen zu packen. Yoongi ist als erster fertig und nutzt die Restzeit für ein Nickerchen. Schließlich ist es schon 08:30 Uhr und ihr begebt euch mit euren Koffern zum Van. Ohne große Umschweife fahrt ihr los. Da ihr gut in der Zeit liegt, seid ihr schon 10 Minuten eher da. Während Miga und die Jungs direkt geschminkt und in andere Klamotten gezwängt werden, baust du mit dem Team die Absperrungen, als auch den langen Tisch mit den 8 Stühlen, auf. Neben jeden Stuhl stellst du nun noch eine Flasche Wasser und einen Korb dahinter für die Geschenke. Das alles dauert etwa 45 Minuten und die Security stellt sich schon mal auf. Die Fans stehen auch schon in einer langen Schlange vor dem Einlass. Du nutzt die Gelegenheit, noch einmal schnell die Toilette zu benutzen und stellst dich dann direkt auf Position. Nun kommen auch Miga und die Jungs, welche sich schnell auf ihre Plätze setzen. Jetzt werden die Fans reingelassen, sobald sie auf Waffen oder derartigem überprüft wurden. Aufgeregt kreischen sie und du musst vor Ohrenschmerzen schon die Augen etwas zusammenkneifen. Jetzt beginnt das bunte Treiben und die Fans hocken vor ihren Idolen, schenke ihnen selbstgebastelte oder Gekaufte Gegenstände, tratschen sie voll, lachen und weinen vor Freude und sind insgesamt sehr gefühlsgeladen. Du darfst nun immer die Geschenke vom Tisch räumen und beobachtest die ARMYs genau. Plötzlich hörst du von Hoseok, welcher ganz vorne in der Reihe sitzt, deinen Namen. Überrascht schaust du zu ihm und bemerkst, dass dieser auch zu dir grinst. Schmunzelnd gehst du zu ihm rüber und siehst da auf einmal zwei bekannte Gesichter vor ihm knien. Li und Bo! Die Mädchen aus dem Elektroladen, die mich die ganze Zeit ausgefragt haben! Grinsend stehst du nun hinter Hobi, woraufhin Bo auf einmal ruft:,,(d/n), du hast dein Versprechen gehalten, du hast ihnen wirklich von uns erzählt!" Du lachst:,, Ich weiß, mir blieb ja nichts Anderes übrig. Sonst hättet ihr mich hier nur wieder belagert." Li und Bo grinsen sich an, bis Li auf einmal etwas aus einer Tüte zieht.,, Hier, das haben wir für dich gekauft. Als Entschuldigung", erklärt Li. In ihrer Hand hält das junge Mädchen einen selbst gebastelten Haarreif mit einem Kranz von (deine Lieblingsblumen) aus Stoff darauf. Dankend nimmst du ihn entgegen und lachst:,, Danke, das wär doch nicht nötig gewesen. Aber wirklich danke, der ist wirklich schön. Vor allem diese Blumen. Es sind meine Lieblingsblumen, woher auch immer ihr das wusstet!" Li und Bo grinsen gleichzeitig. Das muss reiner Zufall gewesen sein. Wir haben uns Sugas neuen Song über die,, verbotene Liebe" angehört und da wurde gesungen:,, Und sie ist so wunderschön wie (deine Lieblingsblumen). Deshalb haben wir einfach die genommen, weil wir gedacht haben, dass ihr bestimmt den selben Geschmack habt." Überrascht guckst du die Mädchens an. Ich wusste ja, dass Yoongi diesen Song über dieses ach so wundervolle Weib geschrieben hat, aber nicht, dass er ihn auch veröffentlicht hat! Auf einmal fragt Hoseok verwirrt, als könne er deine Gedanken lesen:,, Den hat er veröffentlicht? Ich meine, ich habe den Song gehört, wusste aber nicht, dass er ihn auch veröffentlicht hat." Bo und Li antworten wie im Chor:,, Doch, letzte Nacht. Die meisten haben ihn noch gar nicht gehört!" Gleichzeitig gucken du und Hoseok verwirrt zu Yoongi, der aber von all dem gar nichts mitbekommen hat und sich mit einem vor Freude weinenden Fan unterhält. Hobi richtet sich wieder an seine zwei Fans, du bedankst dich abermals und machst dich dann wieder an die Arbeit, die Geschenke vom Tisch zu räumen. Ich meine, wenn Yoong mir nicht davon erzählt, dass er seinen Song veröffentlicht, würde ich sagen, OK. Aber, dass der Rest nichts davon weiß? Soweit ich weiß, sollen sie es immer erst absprechen, wenn sie neue Songs veröffentlichen. Namjoons Regel. Egal, vielleicht weiß er ja sogar davon...

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    Das Fan Meeting ist vorbei und jetzt liegt es daran, möglichst schnell zum Flieger zu gelangen. Gedankenverloren rennst du hinter dem Rest her, Namjoon an der Spitze. Am Flughafen angekommen, stehen dort überall schreiende Fans, doch ihr geht einfach schnell durch die schmale Gasse, die für euch gebildet wurde. Zu allem Unglück bleibt jedoch dein Koffer an irgendeinem Zaunpfahl hängen. Verärgert ziehst du mit Gewalt an deinem Koffer, wobei du den Zaun nur umwirfst. Seufzend gehst du näher an den Zaun heran und versuchst, den Koffer zu befreien. Endlich kommt dir jemand zur Hilfe. Yoongi kniet sich neben dich und befreit den Koffer, welcher wohl mit dem Reisverschluss-Schlitten hängen geblieben sein muss. Gleichzeitig mit Yoongi stehst du aus deiner Hocke auf, ein leises,, Danke" murrend. Doch plötzlich stoßt ihr mit euren Köpfen aneinander, beide ruft ihr:,, Aua" und errötet. Mit einer leisen Entschuldigung nimmst du nun wieder den Koffer und gehst beschämt weiter, während die Fans begeistert rufen und lachen. Mit gesenktem Blick eilst du nun in den Flieger, wobei dir vorher noch das Gepäck abgenommen wurde. Im Flieger sitzt du neben Yoongi und dem Gang, während Miga weit von dir entfernt, am Fenster sitzt, neben Jungkook. Gelangweilt hockst du einfach nur da und wartest, bis der endlose Flug endlich vorbei ist. Doch diese Zeit ist lang und du weißt so recht nicht, was du tun sollst. Gegenüber von dir sitzen Hobi und Namjoon, die sich gerade leise etwas zuflüstern. Interessiert versuchst du zwar, etwas zu verstehen, doch beim besten Willen, bekommst du es nicht hin und schließlich gibst du es auf. Gelangweilt steckst du dir deine Kopfhörer in die Ohren, hörst ein wenig Musik und beobachtest ein wenig die Anderen. Namjoon und Hobi sind nach wie vor im aufgeregtem Gespräch, während Yoongi neben dir, an deine Schulter gelehnt, schläft. Von Miga und Jungkook siehst du kaum etwas. Tae und Jimin hingegen sitzen hinter euch und spielen zusammen irgendwelche Spiele auf dem Handy. Jin sitzt mit dem Manager weiter vorne. Von ihm siehst du also auch nicht wirklich viel. Jetzt räuspert sich Namjoon auf einmal leise und fragt dich flüsternd:,,(d/n), wusstest du, dass Yoongi gestern Nacht einen Song veröffentlicht hat?" Wortlos schüttelst du den Kopf, ergänzt dann aber:,, Ich habe gestern nur gesehen, dass er am Laptop gesessen hat. Er meinte, er verbessere noch seine Songs. Wahrscheinlich hat er es da veröffentlicht. Wieso fragst du?" Namjoon nickt nur und antwortet nicht konkret auf deine Frage. Eine Weile wird nun geschwiegen, bis plötzlich Yoongi aufwacht. Müde murrt er:,, Wann sind wir da?" Hobi antwortet:,, Boah Yoongi, das dauert noch. Wahrscheinlich noch so etwa 8 Stunden." Mürrisch legt Yoongi sich auf seine alte Position zurück, schwer auf deiner Schulter liegend, da unterbricht Namjoon ihn in seiner Tätigkeit:,, Yoongi, Hobi hat heute von zwei Fans erfahren, dass du heute Nacht deinen neuen Song veröffentlicht hast. Den über deine,, Verbotene Liebe". Warum hast du das nicht mit mir abgesprochen?" Mit den Schultern zuckend sitzt dein Mentor stur neben dir. Der Anführer seufzt:,, Yoongi, du weißt, dass du das erst mit mir hättest absprechen sollen! Also was sollte das? Wir müssen uns vertrauen können, sonst geht BTS zu Bruch!" Seelenruhig erwidert dein Mentor:,, Was hat das mit Vertrauen zu tun? Es ist öffentlich. Also kannst auch DU es sehen. Wo ist es also da verheimlicht? Außerdem habe ich damit doch nichts Verbotenes gemacht. Oder etwa doch?" Namjoon ersucht, seine Wut zu unterdrücken und presst hervor:,, Ich habe es verboten, ohne Absprache Songs zu veröffentlichen." Yoongi wird nun etwas wütend und faucht:,, Und warum? Glaubst du, wenn wir unsere Songs alleine schreiben und aufnehmen, wird das nichts? Meinst du etwa, wir seien zu schlecht und deswegen musst du alles überprüfen? Ist das so, ja?" Seine Wut zügelnd atmet Namjoon einmal tief durch und erklärt dann mit bebender Stimme:,, Yoongi, das haben wir doch schon besprochen. Und ich hoffe, dass du nichts Verbotenes in deinem Song thematisiert hast. Sonst ist es mir egal." Beleidigt sitzt Namjoon nun mit verschränkten Armen dort, Hobi sichtlich verwirrt neben ihm. Eine unangenehme Stille breitet sich aus und ihr seid alle 4 sehr angespannt. Der Rest hat nichts von der Auseinandersetzung mitbekommen. Sie sitzen friedlich und lachend beisammen. Plötzlich steht Yoongi schlecht gelaunt auf und meint:,, Damit Kontrollfreak Namjoon auch weiß, was ich mache, ich bin mal kurz auf Klo." Schon verlässt er euch und Namjoon murrt ebenso schlecht gelaunt:,, Ich geh mal gucken, was der Rest so macht." Auch Namjoon verschwindet nun langsam, und du folgst ihm mit deinem Blick, ebenso wie Hobi. Kaum ist er außer Sichtweite, wechselt Hobi die Seite und setzt sich neben dich. Leise und hektisch flüstert er dir zu:,, Was war das denn? Weißt du, was hier los ist? Wahrscheinlich nicht, oder?" Bedauernd schüttelst du den Kopf und hauchst:,, Vorher haben sie sich super verstanden. Es muss wohl an dem Song liegen." Hoseok nickt nachdenklich und erwidert:,, Normalerweise reagiert Namjoon auch nicht so wütend. Eventuell liegt es daran, dass es dabei um echte Liebe geht. Dieses Mal ist unser Yoongi wirklich verliebt und Namjoon möchte nicht riskieren, dass BTS sich spaltet, nur weil auf einmal alle ehrlich mit ihren Gefühlen sind und eine Freundin bekommen. Naja, vielleicht..." Lautlos nickst du nur und denkst darüber nach. Plötzlich rutscht es aus dir heraus:,, In wen hat Yoongi sich verliebt?" Hobi schüttelt unwissend den Kopf:,, Ich weiß es nicht. Er spricht nie darüber. Nur eben, dass er sie sehr liebt. Er scheint sie schon lange zu kennen und es muss wahre Liebe sein. Ob beidseitig, das weiß ich nicht." In deinen Gedanken verloren, nickst du. Dabei verlierst du eine Träne, die du einfach laufen lässt. Auf einmal fragt dich Hoseok nicht gerade überrascht:,, Weinst du?" Schluchzend schüttelst du den Kopf:,, Nein, ich habe nur zu lange nicht geblinzelt." Hoseok flüstert:,, Ja, das kann passieren. Aber, (d/n), es ist auch mal OK, Gefühle zu zeigen. Wenn es vielleicht auch Liebeskummer ist. Du musst deine Gefühle nicht verbergen. Manchmal ist es gut, sie zu zeigen. Und ich glaube, dass es sogar ganz gut ist, dass Yoongi sie jetzt irgendwie gezeigt hat. Auch, wenn es eine verbotene Liebe ist. Es ist Liebe und diese kann man nicht einfach ignorieren." Leise flüsterst du mit glasigen Augen:,, Ist Liebe ein Verbrechen?"

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    Ist Liebe ein Verbrechen? Ist es das wirklich? Verwirrt blickt Hobi dich einen Moment an, lächelt dann müde, klopft dir leicht auf die Schultern und flüstert zurück:,, Nein, (d/n). Das ist es nicht. Liebe ist ein Gefühl. Ein Gefühl, das Glück bedeutet. Verbrechen sind ganz anders. (d/n), Liebe ist kein Verbrechen." Dankbar lächelst du Hobi schwach an, umarmst ihn einmal kurz und lässt dann wieder los, während Hoseok dich verlegen anlächelt. In dem Moment kommt Yoongi von der Toilette zurück, starrt euch beide wortlos an und setzt sich dann auf Hoseoks Platz, da sein eigener belegt ist. Schlecht gelaunt legt dein Mentor die Beine hoch und murrt:,, Wo ist Namjoon? Geflohen?" Kühl, um deine Gefühle zu verbergen, antwortest du:,, Bei den Anderen." Schweigend nickt Yoongi nur und legt sich daraufhin aufs Ohr. Schon bald schläft er wieder, Namjoon ist nach wie vor weg und Hobi und du spielen zusammen einige Kartenspiele. Kichernd sitzt ihr euch gegenüber, beschwert euch mal über die schlechten Karten, reißt Witze und seid insgesamt wirklich gut drauf. Endlich kommt Namjoon wieder, drückt dir eine Liste in die Hand und erklärt:,, Hier, das ist die Liste der Zimmeraufteilung der nächsten Zeit. Da es sonst nur Ärger gibt, haben wir sie gelost. Im ersten Hotel teilst du dir ein Zimmer mit Jin." Nickend schaust du dir die Liste an. Ah ja. Erst mit Jin, dann mit Miga, mit Yoongi und zu guter letzt mit Jimin auf einem Zimmer. Hört sich doch ganz nett an. Nun erhebt der Anführer der Band wieder die Stimme:,,(d/n), du hast noch eine weitere Aufgabe zugeteilt bekommen. Ich gebe dir gleich den Zettel, wo alles genau draufsteht." Kurz nickst du verwirrt und spielst dann mit Hobi weiter. So langsam werdet ihr jedoch müde und du schläfst ein, neben dir Hobi, der seine Beine entspannt auf deinen Schoß legt. Dafür stützt du deine Arme auf seinen Beinen ab. Langsam sinkst du immer tiefer in einen festen Schlaf, verlierst dich immer mehr in deiner Traumwelt.
    Zögernd öffnest du deine Augen. Im Flugzeug ist es dunkel, nur an den Leisten über den Fenstern brennt noch fadenscheiniges Licht. Plötzlich erklingt eine leise, tiefe, vertraute Stimme. Nun erkennst du auch, von wo sie ertönt. Einige Meter von dir entfernt, im Gang, steht Namjoon. Undeutlich raunt er irgendwelche Wörter. Erst versuchst du, einfach weiterzuschlafen. Doch auf einmal kommt eine weitere, beinahe aggressive Stimme dazu.,, Aber es ist doch nicht von Bedeutung! Sowieso könnte sie uns doch sogar von Bedeutung sein", erklingt die zweite Stimme mit einem leichten Hauch von Verzweiflung darin. Yoongi. Er spricht mit Namjoon. Was sie wohl zu besprechen haben? Still versuchst du, die undeutlichen Wörter zu verstehen. Nun spricht wieder Namjoon:,, Ja, aber du weißt,, dass es gefährlich werden kann." Yoongi spricht verzweifelt:,, Ja, das ist mir durchaus bewusst, aber sie weiß doch nichts von ihrer Vergangenheit!" Namjoon mahnt:,, Ja, noch nicht. Aber sie hat zu viele Feinde in ihrem Umfeld. Sobald sie es weiß, wird sie auch unser Feind sein. Und davor müssen wir uns selbst schützen!" Wütend erwidert der Andere:,, Schützen? Warum hast du sie dann überhaupt akzeptiert?" Die fassungslose Antwort kommt:,, Akzeptiert? Ich? Nein, ich hoffe nur, sie als unsere Kraft nutzen zu können. Solange sie nichts weiß, wird sie bleiben.",, Achso. Und woher willst du das wissen? Man kann sich nie sicher sein! Was versichert es dir?" Schweigend steht Namjoon nun da, sich auf die Lippe beißend. Scheinbar überlegend. Schlussendlich droht er nur:,, Yoongi, schlag sie dir aus den Kopf. Sie würde dich doch eh nur verraten. Uns alle. Ich will sie nur unter Beobachtung haben!" Namjoon macht kehrt und Yoongi brüllt hinterher:,, Sie verrät uns? Nein, wir verraten sie! Und sie hat das nicht verdient. Aber ich weiß, dass ich es ihr nicht sagen darf. In diesem Fall ist Liebe ein Verbrechen!"

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    ,,(d/n), wir landen gleich. Also schnall dich an!" Vom Licht geblendet schlägst du deine müden Augen auf und erblickst das Gesicht von Hobi. Verwirrt setzt du dich schlaftrunken aufrecht hin und schnallst dich mit schwachen Händen an. Wortlos blickst du um dich, woraufhin du Namjoon und Yoongi gegenüber von dir entdeckst und Hobi neben dich. Während die, dir gegenüber stumm und etwas brummig wirkend aus dem Fenster starren, beide mit verschränkten Armen, beugst du dich leicht zu Hoseok und flüstert:,, Wie lange habe ich geschlafen und war ich zwischendurch mal wach?" Unwissend zuckt dein Sitznachbar mit den Schultern und meint nur:,, Frag nicht mich, ich habe auch geschlafen. Es war übrigens sehr angenehm, meine Beine auf dir abzulegen. Wirklich, muss ich öfter mal machen." Beim letzten Satz grinst er frech, woraufhin du ihm kichernd leicht gegen den Arm boxt. Nun landet ihr und ihr begebt euch auf direktem Wege zu eurem Hotel. Schnell checkt ihr ein und bringt dann eure Sachen auf eure Zimmer. Da du dir ein Zimmer mit Jin teilst, bestimmt ihr erstmal, wer welches Bett besiedelt. Diese sind getrennt und das eine von ihnen steht am Fenster und das andere eher mittig im Raum. Momentan befindet ihr New York und nächtigt aufgrund dessen, dass diese Stadt si gigantisch ist, in einem och aufragendem Wolkenkratzer. Die Sicht ist fantastisch und du hast sogar direkten Blick auf die Freiheitsstatue. Jin meint gleichgültig, aber mit einem Lächeln auf den Lippen:,, Du darfst am Fenster schlafen. dann siehst du nachts auch was. Ich war schon oft genug hier, also kenne ich schon alles." Dankbar lächelst du zurück und schmeißt dich direkt auf dein Bett. Schmunzelnd blickt Jin dich an, wendet sich dann jedoch wieder seinem Koffer zu. Nachdem ihr alles ausgepackt habt, trefft ihr euch direkt, um zu proben. Da du nicht sonderlich viel zu tun hast als Bühnenhelferin, schaust du einfach nur zu. Am Ende der Probe klatschst du begeistert. Jetzt wollt ihr direkt wieder ins Hotel. Es ist zwar noch mitten am Tag, aber durch die Zeitverschiebung seid ihr furchtbar müde. Schnell wird nur noch eine Pizza für jeden bestellt, auf Wunsch von Kookie und Miga, welche es tatsächlich geschafft haben, ein Zimmer für sich zu beanspruchen. Doch nach dem Essen seid ihr direkt so geschafft, dass ihr allesamt ins Bett geht. Doch bevor du einsschläfst, schießt dir die ganze Zeit eine Sache durch den Kopf. Worüber haben sich Yoongi und Namjoon gestritten? Über Yoongis Liebe? Ja, aber das Gespräch war so voller Geheimnissen und Verwirrung, dass ich nicht wirklich was verstanden habe. Sowieso hat das alles gar keinen Sin gemacht. Oder war es vielleicht sogar doch nur ein Traum? Es kam mir so irreal vor. War das die Wirklichkeit? Oder wieder nur ein weiterer verwirrender Albtraum? Ein Albtraum. Ich glaube, nichts weiter ist mein Leben gerade. Nur ein Albtraum. Meine Eltern sind von heute auf morgen beide tot. Ich bin verliebt in einen Verbrecher, der dann auch noch in eine Andere verliebt hat. Dazu gehöre ich selbst gegen meinen Willen zu dieser Verbrecherbande und musste Menschen töten. Vielleicht sogar Unschuldige? Wahrscheinlich schon. Und ich kann noch nicht mal mit jemandem darüber reden. Denn ich habe keine Bezugspersonen mehr Meine Familie entweder tot oder ich weiß nichts von ihnen. Meine Freunde? Da habe ich nur Miga und der darf ich nichts erzählen. Dafür ist sie den Jungs zu nahe. Den Jungs, die die ganze Welt belügen! Die, die sagen, sie seien BTS, doch in Wahrheit sind sie nichts weiter als Mörder. Mörder und Verräter. Und ich sitze hier mit ihnen in einem Hotel. Und das alles nur, weil ich meine beste Freundin nicht allein lassen wollte. Und nun ist sie berühmt, mit einem Verbrecher und Sänger zusammen. Sie hat mich verlassen. So wie es alle taten, die mir je wichtig waren. Meine Eltern, Yoongi und jetzt auch sie. Und dennoch hocke ich noch hier mit ihr und dem perfekten Jungen, der mich niemals lieben wird und bei dessen Anblick mir mein Herz schmerzt... Wird dieser Kummer jemals aufhören? Werde ich auch nur jemals normal leben können? Ohne, dass ich mit einer Verbecherbande zusammen leben muss? Die Liebe, sie ist ein Verbrechen. Das habe ich verstanden. Doch ist sie das wirklich?
    Mit traurigen Augen starrst du aus dem Fenster, auf die hellen Lichter der Gebäude. Und plötzlich fängt es an zu regnen. Das Wasser prasselt laut auf den Boden, gibt der Stadt eine traurige Wirkung. Es ist gerade erst so weit, dass die Sonne weit auf dem Ozean untergeht. Währenddessen verteilt der Regen eine unangenehme Nässe. Die Menschen auf den Straßen suchen sich verzweifelt einen Unterschlupf, während ein junges Pärchen glücklich, nah beieinander, mitten im Regen steht. Ohne Schutz, nur benebelt von der Liebe. Wie gerne ich auch einfach mal im Regen stehen würde, mit dem Mann meiner Träume vereint dastehend, im Kuss umschlungen. Aber das wird wohl nie passieren. Denn der Mann meiner Träume liebt mich nicht. Aber vielleicht ist das sogar ganz gut. So begehe ich immerhin nicht das Verbrechen der Liebe...

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    Energisch rüttelt jemand an dir. Müde schlägst du die Augen auf und starrst in das grinsende Gesicht von Jin. Leise murrst du:,, Ist es nicht noch mitten in der Nacht?" Hallend lacht dein Mitbewohner:,, Ja, laut der Uhr hier ist es gerade 05:00 Uhr. Aber du bist demnach schon seit Ewigkeiten am Schlafen. Wann sind wir denn ins Bett gegangen? Um 19:00 Uhr?" Schmunzelnd stehst du auf, ziehst dich im luxuriösen Bad schnell um und fragst daraufhin erwartungsvoll:,, Und was machen wir jetzt?" Jin seufzt:,, Wir gibt es nicht. Miga, die Jungs und ich werden noch einmal proben und du hast eigentlich nichts zu tun. Du kannst mitkommen oder hier bleiben, das ist eigentlich nicht von Bedeutung. Beleidigt lachst du:,, Und dafür hast du mich aus dem Bett geschmissen? Um mir zu sagen, dass ich theoretisch auch noch lieben bleiben kann? Danke dafür! Na gut, jetzt, wo ich schon wach bin, kann ich auch mitkommen." Unschuldig grinst Jin und gemeinsam verlasst ihr eure Bleibe. Im Flur steht schon der Rest, alle in alter Frische. Abgesehen von Yoongi natürlich, der ist ne ganz wach. Gemächlich begebt ihr euch zum Van, welchen Jin steuert. Du setzt dich hoffnungsvoll neben Miga, um dich mit ihr ein wenig zu unterhalten, jedoch ist diese eher damit beschäftigt, ihren Partner zu knutschen. Augenrollend verschränkst du etwas beleidigt deine Arme. Jimin, der dir gegenüber sitzt, bemerkt deinen Unmut und grinst belustigt, woraufhin du dir wenigstens ein leichtes Lächeln nicht verkneifen kannst. Doch direkt, als dein Blick den von Yoongi streift, verschwindet dieses magere Lächeln abrupt. Auch das bemerkt dein bester Freund aus der Band und schüttelt kaum merkbar den Kopf vor lauter Unmut. Einige Minuten später hält der Van und ihr steigt zum Proben aus. Zielstrebig schlendert ihr in einen Proberaum. Die Musik wird angeschmissen und die anderen beginnen ihre Tänze. Da du sonst nichts zu tun hast, starrst du einfach nur blöd in die Gegend herum. Schließlich wird dir das dann doch zu stumpf und du kramst deine Kopfhörer raus, mit dem Ziel dir ein paar Videos auf YouTube reinzuziehen, Ein wenig scrollst du herum und direkt werden dir einige Videos vorgeschlagen. Dazu gehört ein Video mit dem Titel,, Ist das etwa Sugas Geliebte?" Interessiert klickst du es an und wartest auf eine Veränderung des Bildschirms. BTS, die koreanische Boyband, die die Herzen junger Mädchen auf der ganzen Welt höher schlagen lässt. Doch jetzt werden einige der Fans enttäuscht. Nicht nur Jungkook hat eine Freundin, Miga, gefunden, sondern auch Suga machte seine Gefühle öffentlich. Oder sind es überhaupt seine Gefühle? Vor wenigen Tagen brachte der erfolgreiche Songwriter und Rapper seinen neuen Song,, Verbrechen" raus. Anders, als es sich vermuten lässt, geht es in dem Song, der zur Abwechslung mal gesungen ist, um eine verbotene Liebe. Ob es sich dabei um die Liebe des Rappers handelt, bleibt fragwürdig, obwohl viele Fans dieses stark vermuten.
    Doch nun zur großen Aufregung aller Fans, sind jetzt Bilder und Videos des BTS-Members mit einer jungen Frau aufgetaucht. (d/n), die Freundin von Miga, kommt die große Welttournee über mit. Doch wirklich wegen Miga? Aufnahmen zeigen, dass es sich durchaus bei (d/n) um das perfekte Mädchen aus Sugas neuen Song handeln könnte. Hier sind einige Aufnahmen der zwei an unterschiedlichen Orten. *am Flughafen, als dein Koffer hängen geblieben ist und Yoongi dir helfen musste*, *auf dem Fan Meeting hin und herhuschende Blicke zwischen euch*
    Auffällig bei diesen Aufnahmen ist, dass (d/n), als auch Suga oft rot werden oder verlegen scheinen. Besonders bei körperlichem Kontakt, werden die beiden schnell nervös. Zudem hat Jin vor einigen Tagen ein kurzes Video gepostet, welches er jedoch am nächsten Tag wieder gelöscht hat. Nur ein kurzer Ausschnitt konnte gerettet werden. *Yoongi fängt dich auf, nachdem Jimin nach dem Konzert in China im Hotelzimmer gestolpert ist, langes Starren in die Augen*
    Wie man sieht, scheint Yoongi beinahe einen Beschützerinstinkt für (d/n) zu haben. Und dann auch noch dieses tiefe Starren in die Augen? Wo das wohl noch hinführt? Naja, wir werden es sicher bald wissen...

    Ich hasse die Presse. Irgendwie interpretieren sie immer alles und decken dann nur die halbe Wahrheit auf. Daraufhin gibt es lange Zeit Gerüchte und der ganze Ruf ist im Eimer. Sie haben nur halbwegs recht. Es sind zwar irgendwie Gefühle mit im Spiel, aber das nur von meiner Seite aus. Auf ihre Schlagzeile können sie also lange warten. Zumindest werde ich in dieser keine Rolle spielen. Schließlich hat Yoongi eine Andere, die er vergöttert...

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    Schlecht gelaunt legst du dein Handy zur Seite und schaust weiter Miga und den Jungs zu. Die Choreographie sitzt perfekt. Jeder kennt seine Schritte, führt sie exakt aus und das Gesamtbild ist nahezu überwältigend. Doch obwohl jeder der Tänzer perfekt ist, starrst du nur auf den einen. Dein Blick heftet an ihm, wie ein Geier seine Beute beobachtet. Plötzlich schaut dieser, den du nicht aus den Augen lässt, auch zu dir, starrt dich ebenso an. Wie in einer Trance, bleibt der Tänzer plötzlich stehen, die Augen immer noch auf dich gerichtet. Nun springt auf einmal Namjoon aus Versehen in ihn rein, beide fallen unsanft auf den Boden und die ganze Performance muss unterbrochen werden. Laut flucht Namjoon:,, Yoongi, was sollte das denn? Warum bleibst du mitten drin stehen?" Erschrocken huscht Yoongis Blick umher und er stammelt verwirrt:,, Tut mir leid. Ich war irgendwie abgelenkt..." Daraufhin faucht der Anführer der Band:,, Abgelenkt? Und wodurch? Jemand wie du, darf sich nicht einfach ablenken lassen!" Entschuldigend richtet Yoongi seinen Blick beschämt auf den Boden und nuschelt etwas Unverständliches." Namjoon schüttelt mutlos den Kopf und meint geduldig:,, Na gut, dann achen wir jetzt einfach weiter. Kann ja mal passieren." Nun rappeln die beiden am Boden liegenden sich auf und die Musik wird noch einmal von vorn abgespielt. Du sitzt unverändert am Rand und schaust wortlos zu. War der Fall meine Schuld? Weiß ich nicht. Soll mir auch egal sein. Ich werde hier eh nicht gebraucht. Ich gehe ne Runde nach draußen. Ohne etwas zu sagen, schlenderst du aus dem Raum heraus, an die frische Luft. Du stehst in einer recht schmalen Gasse, die ersten Menschen eilen schon hindurch, würdigen dich nicht eines Blickes. Seufzend starrst du in den grauen Himmel. Es regnet nicht, doch dieser Regen wird augenscheinlich bald eintreffen. Gelangweilt gehst du los, trottest durch die Straßen und blickst die Häuser an. Hoch aufragend, grau, verglast und teilweise auch einfach nur Betonklötze. Traurig sieht diese Stadt aus. Traurig und ohne Hoffnung. So fühle ich mich auch. Mit niemandem kann ich richtig reden und jeden Tag muss ich den perfekten Jungen sehen, der mich einfach nicht sieht. Ich bin ihm nicht wichtig, während er mir die ganze Welt bedeutet. Ich glaube, ich will nach Hause. Dort habe ich wenigstens Tiefsee. Und mit Tran verstehe ich mich auch sehr gut. Sie ist zwar nur meine Arbeitskollegin, aber trotzdem irgendwie die einzige, die nicht auch dieser blöden Mafia angehört. Die einzige, der man wirklich vertrauen kann. Denn seitdem Miga Jungkook hat, bin ich ihr doch auch vollkommen egal und alles, was ich ihr sage, würde noch zu Jungkook gelangen. Und ihm kann ich nicht vertrauen. Er ist leidenschaftliches Mitglied einer Mafia. Wie gerne ich nur mit Miga darüber sprechen würde. Dann wüsste sie die Wahrheit und wäre auch nicht die Freundin von Jungkook. Sie wäre wieder meine Freundin und würde mich nicht sinngemäß für ihn sitzen lassen. Ich wäre nicht ganz alleine. Aber nein, ich kann es ihr nicht sagen. Sie ist meine beste Freundin, auch, wenn ich sie nicht mehr wirklich interessiere. Sie ist so glücklich und ich weiß auch, dass Kookie ihr ein guter Mann wäre. Er würde sie gut behandeln und sie glücklich machen. Er ist kein schlechter Kerl, aber dennoch nimmt er mir meine beste Freundin... Mit glasigen Augen starrst du in den Himmel. Wird mein Leben jemals mit Glück erfüllt sein? Werde ich jemals glücklich sein können? Ohne Sorgen, ohne Angst... Auf einmal hörst du zwei junge Mädchen vor dir, nur etwa 4 Jahre jünger als du. Sie scheinen auf dem Weg zur Schule zu sein und hören dabei Musik. Das eine Mädchen lacht:,, Ich liebe diesen Song. Ich weiß irgendwie nicht, ob er mich glücklich oder traurig macht. Er ist so voller Emotionen." Das andere Mädchen erwidert:,, Ja, das stimmt. Suga hat echt Talent. Vor allem frag ich mich, ob er den Song aus seinen eigenen Emotionen heraus geschrieben hat oder einfach nur so..." Nachdenklich blickst du den zwei Mädels hinterher. Suga... Yoongis neuer Song... Vorsichtig ziehst du mit zittrigen Händen dein Handy inklusive Kopfhörer aus deiner Hosentasche und suchst nach Yoongis neuem Song. Schnell findest du ihn und bleibst mit den Hörern im Ohr stehen. Leise, sanfte und behutsame Töne des Klaviers erklingen und malen Bilder in deinem Gehirn. Traurige Akorde in Moll verleihen der Stille in deinem Inneren ein Gesicht. Nun erklingt auch die vielleicht etwas raue Singstimme des perfekten Jungen, Yoongi. Leise singt er seinen Text mit der Klavierstimme im Hintergrund. Der Text erzählt fast schon eine Geschichte. Die Geschichte von dem Jungen, der oft alleine war, doch dann dieses Mädchen sah. Wunderschön und klug. So lieblich und nett, dass man es kaum zu glauben vemochte. Der Junge verliebte sich und bekam das Mädchen nicht mehr aus seinem Kopf. Tag und Nacht dachte er an sie, konnte nicht mehr schlafen und war von innen zerfressen, dass er sie nicht lieben durfte. Denn er wusste, dass sie anders war als er selbst und, dass er sie niemals haben könne. Denn sie war wie der Feind, kam aus der verfeindeten Familie. Doch benahm sich ganz und gar nicht so. Immer freundlich und hilfsbereit, nie böse auf jemanden und einfach nur wunderschön von innen als auch von außen. Sie roch so lieblich und strahlte immer wie der Sonnenschein. Sie war wie eine frisch aufblühende (deine Lieblingsbume). So schön war sie. Doch der Junge wusste, dass er niemals mit ihr zusammen kommen würde, denn sein Gewissen sprach ihm dazwischen. Eines Tages hatte er dann die Gelegenheit, sie näher kennenzulernen und diese Chance ergriff er. Nur noch mehr erkannte er die Schönheit dieses Mädchens. Doch je mehr Zeit er mit ihr verbrachte, umso bewusster wurde ihm, dass es eine verbotene Liebe war. Und als er sich selbst wirklich eingestand, dass er sie innigst liebte und sie ihm niemals gehören konnte, erkannte er für sich, dass Liebe ein Verbrechen ist. Und nie traute er sich, ihr seine Liebe zu gestehen.
    Doch irgendwann, in seinen Träumen, traute er sich doch und sie wurden ein Paar. Für den Jungen entpuppte sich das Leben nun als Paradies, ebenso für das Mädchen.
    Doch dann wachte der Junge auf und merkte, dass alles nur ein Traum war. Von nun an versuchte der Junge, dem Mädchen seine Liebe zu gestehen, da er glaubte, nur so ein schönes Leben zu haben. Doch auch vergaß er nie, dass Liebe ein Verbrechen ist.

    Ja, Liebe ist ein Verbrechen. Mit geschlossenen Augen stehst du in der Gasse, die Menschenmassen strömen an dir vorbei und plötzlich läuft dir eine Träne die Wange herunter. Das Lied ist die Wahrheit. Liebe ist ein Verbrechen. Und ich bin mittendrin in einem Verbrechen, denn ich liebe auch. Yoongi... Doch er liebt mich nicht und das ertrage ich nicht. Ich kann ihm nicht jeden Tag in die Augen schauen. In diese wunderschönen, schwarzen Augen, von denen ich weiß, dass sie mich nicht wirklich sehen. Ich kann hier so langsam nicht mehr bleiben. Ich komme um den Verstand! Es wird Zeit, nach Hause zu fliegen. Es wird Zeit, wieder ein Leben zu führen. Aber geht das überhaupt, wenn ich Teil einer Mafia bin und nicht eine richtige Bezugsperson habe? Ich weiß nicht, aber so ist es auch kein Leben.
    Ich will nach Hause...

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    Plötzlich vibriert dein Handy und reißt dich damit aus deinen traurigen Gedanken. Entmutigt ziehst du es aus deiner Hosentasche und wirfst einen Blick auf den Display. Ein Anruf von Jimin. Seufzend nimmst du ab, hälst den Hörer an dein Ohr und verstellst deine Stimme direkt zu einem fröhlichen Ton. Auf der anderen Seite erklingt nun endlich die Stimme:,, Mensch, (d/n). Wo bleibst du denn? Wir sind schon lange mit den Proben fertig. Und warum gehst du nicht ran? Wir haben dich schon 4 mal angerufen!" Überrascht stammelst du:,, Oh, tut mir leid. Ich habe die Zeit vergessen und die Anrufe irgendwie nicht mitbekommen. Ich komme aber sofort!" Missmutig legst du auf, steckst dein Handy zurück in deine Hosentasche und begibst dich auf den Weg. Allerdings bist du mittlerweile sogar schon eher an dem Hotel als an dem Proberaum und schnell schreibst du Jimin. Hey Jimin, fahrt ohne mich los. Ich laufe direkt zum Hotel. Das ist näher dran. Bis dann. Schon wenige Sekunden später kommt die besorgte Nachfrage von Jimin. Bist du sicher? Wir können dich auch eben abholen. Nicht, dass du noch von irgendwelchen Fans belagert wirst. Mal wieder...
    Doch du beschwichtigst, laufen zu wollen und das tust du auch. 20 Minuten später stehst du vor dem gigantischen Hotel, seufzt einmal laut auf und schlenderst demotiviert zu deinem Zimmer. Laut klopfst du an und auch direkt öffnet dir Jin die Tür. Nun erblickst du auch Namjoon welcher mit einer Tasse Kaffee in der Hand am Tisch sitzt. Desinteressiert winkst du kurz und trottest zu deinem Bett. Du setzt dich darauf und starrst aus dem Fenster auf die vollen Straßen. Vor allem Obdachlose streifen dort viel herum. Mitleidig schaust du sie an und merkst auf einmal den Blick von Namjoon heiß brennend auf deinem Körper. Langsam drehst du dich zu ihm um und glotzt zurück, woraufhin der Anführer dir nur kurz zulächelt. Nun wendet Namjoon auch endlich wieder den Blick ab und schaut zu Jin, welcher ihm gegenüber am Tisch sitzt. Leise flüsternd unterhalten sich die beiden. So, dass man sie kaum verstehen kann. Doch du willst sie auch gar nicht verstehen. Fern weg von diesem trostlosen Ort willst du. Auf einmal tröpfeln kleine Regentropfen gegen das Fenster. Die Menschen auf den Straßen verflüchtigen sich, doch die Obdachlosen bleiben einfach im Nass sitzen. Fröstelnd und zitternd sitzen sie teilweise da. Mutlos schaust du sie und die Regentropfen auf dem Fenster an, wodurch du aus der Realität schwindest und in deine eigene, kleine Traumwelt in deinem Kopf trittst. Alles um dich herum ist nur noch wie Luft, unsichtbar. Nur eines spielt noch eine Rolle - zuhause. Ja, ich will nach Hause. Dort ist es besser. Hier gehe ich nur ein. Alleine, ohne tragende Aufgabe, in Trauer versunken. Das fühlt sich nicht wie zuhause an. Früher tat es das. Früher war es besser. Da war Miga noch für mich da und ich war nicht in einen Verbrecher verliebt, der mich nicht liebt. Zuhause. Da gehöre ich hin. Nicht hier hin. Ich bin nicht zum Reisen geboren. Ich muss nach Hause. Aber wann soll ich es ihne sagen? Morgen ist das Konzert und ich weiß, dass es Miga am Boden zerstören würde, wenn ich jetzt ginge, vor dem Konzert... Nein, ich werde noch etwas warten müssen. Wenigstens, bis dieses Konzert zu Ende ist. Und dann kann ich gehen und ich werde mich nicht aufhalten lassen! Nachdenklich blickst du nach unten. Doch bevor ich gehe, kann ich noch etwas Gutes tun. Zielstrebig stehst du auf, greifst nach deiner Jacke und deinem Geldbeutel und rufst noch schnell Namjoon und Jin zu:,, Ich geh noch mal ne Runde nach draußen!" Verwundert schauen dich die beiden Jungs an und der Ältere fragt verwirrt:,, Bei Regen? Was willst du denn da machen?" Knapp erwiderst du:,, Gutes tun will ich." Namjoon blickt verwirrt in die Gegend und meint auf einmal:,, Nimm dir einen der andren Jungs oder Miga mit, bevor etwas passiert!" Seufzend nickst du und gehst los. Zuerst versuchst du es bei Miga. Laut klopfst du an und als keine Antwort kommt, gehst du rein. Niemand da. Stattdessen gehst du ins Zimmer von Jimin und Hobi. Jimin ist nicht da, nur Hobi sitzt im Schneidersitz auf seinem Bett und gafft in sein Handy. Deutlich räusperst du dich:,, Hobi, wo ist Miga?" Überrascht schaut Hoseok auf und erklärt dann:,, Die ist mit Jungkook verschwunden. Wieso fragst du?" Du erzählst:,, Ich wollte nach draußen und Namjoon will, dass ich mir jemanden mitnehme. Da wollte ich eigentlich Miga fragen, aber sie ist ja beschäftigt." Den letzten Satz murmelst du in einer etwas pissigen Tonlage. Schmunzelnd guckt Hobi dich an und meint auf einmal:,, Wenn du willst, kann ja auch ich mitkommen." Dankend strahlst du Hobi an und murmelst:,, Dankeschön. Ich würde mich freuen, aber du brauchst nicht mitkommen." Doch schon zieht dein Kumpel sich seine Schuhe an und beteuert:,, Nein, ich komme mit. Ich hab doch eh nichts Besseres zu tun." Fertig angezogen steht Hobi vor dir und grinst dich an. Du musst etwas lächeln und mit ihm an deiner Seite verlässt du das Gebäude. Auf dem Weg durch den Regen, in das nächste Einkaufszentrum fragt Hoseok plötzlich:,, Was machen wir jetzt eigentlich?" Auf die Ausschilderungen achtend erzählst du:,, Ich habe keine Lust, hier nur rumzusitzen, also möchte ich etwas Gutes tun. Ich kaufe den Obdachlosen Essen." Bewundernd schaut Hobi dich an und lobt dich:,, Das ist sehr ehrenwert von dir. Das gefällt mir." Schwach lächelst du und biegst dann endlich in den McDonald's ein. Du bestellst etwa 30 Cheeseburger, was die Arbeiter dort etwas verwundert. Vor allem verwundert sie die Bitte, 10 Tüten zu verwenden, sodass am Ende in jeder Tüte drei Burger sind. mit deinen 10 Tüten gehen du und Hobi nun auf die Straße und suchen nach Obdachlosen. Ihr müsst natürlich nicht lange suchen. Eine heruntergekommen, alte Frau die augenscheinlich blind ist, sitzt am Straßenrand und kuschelt sich etwas mehr in ihre stinkige Decke ein. Lächelnd gehst du auf sie zu. Auch, wenn du weißt, dass sie deinen freundlichen Gesichtsausdruck nicht sieht. Langsam schreitest du auf sie zu und begrüßt sie freundlich:,, Hallo. Ich habe gesehen, dass Sie hier am Straßenrand sitzen und ich habe gedacht, dass Sie bestimmt Hunger haben. Also... Hier, bitte." Du reichst ihr eine Tüte mit drei Burgern und sagst sofort etwas schuldig hinzu:,, Es ist keine kulinarische Köstlichkeit, aber es ist essbar und macht satt..." Dankbar fällt dir die Frau um den Hals und spricht mit bebender Stimme:,, Danke, mein Kind. Dein Güte müssten mehr Leute besitzen. Vielen Dank!" Hobi steht im Hintergrund und lächelt mitleidig. Auf einmal kramt er seine Geldbörse heraus, frimelt einen 20 Euro Schein hervor und drückt ihn der Frau in die Hand. Leise murmelt er:,, Hier, für Sie. So kommen Sie ein wenig länger um die Runden." Nun beginnt die Frau sogar ein bisschen zu weinen und flüstert während sie deine Begleitung herzhaft umarmt:,, Danke. Wirklich, vielen Dank. Das ist so lieb von euch! Gott segne euch!" Lächelnd steht ihr noch eine Weile bei der Frau und unterhaltet euch nett mit ihr. Dan geht ihr jedoch schnell weiter, um den Rest auch zu verteilen. Am Ende schlenderst du mit Hobi und leeren Händen zurück zum Hotel. Zufrieden lächelnd meint Hoseok:,, Es ist schön, solchen Leuten eine Freude zu machen. Danke, dass du mich mitgenommen hast." Schmunzelnd schaust du zu Boden. Gerne doch. Hobi ist ein netter Kerl. Er versteht mich und man kann sich gut mit ihm unterhalten. Er hat eine gute Seele. Was ich jedoch gar nicht von einem Verbrecher und sogar richtigem Mörder wie ihm gar nicht gedacht hätte. Naja, was soll's? Manchmal täuscht man sich eben etwas...

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    Gut gelaunt streifst du mit Hobi wieder ins Hotel. Kleine Regentropfen prasseln auf eure Körper und nässen sie ein. Fröstelnd eilt ihr klatschnass in das Hotel, in eure Zimmer. Bevor deine und Hobis Wege sich trennen, umarmst du ihn schnell freundschaftlich und murmelst:,, Danke, dass du mich begleitet hast." In dem Moment kommt Yoongi aus seinem Zimmer und schaut euch beide verwirrt und beinahe etwas erschrocken an. Müde murrt Yoongi:,, Was macht ihr da?" Wütend und traurig schaust du deinen Mentor an, wobei man diese Emotionen nicht aus deinem Gesicht herauslesen kann, und fauchst:,, Sieht man doch!" Erschrocken über deine pissige Aussage taumelt der überraschte Yoongi einen Schritt nach hinten. Auch du bist über deine gereizte Aussage überrascht. Betroffen schaust du auf den Boden. Hoseok hingegen scheint gar nicht überrascht zu sein, sondern eher verständnisvoll dir gegenüber und murmelt dir nur noch schnell zu:,, Ich habe dich gern begleitet. Danke muss nur ich sagen, dass du mich mitgenommen hast. Bis später." Schon verschwindet Hobi in sein Zimmer, wobei Yoongi regungslos bleibt und dich verständnislos anstarrt. So langsam wird dir vor Scham heiß und bevor Yoongi noch etwas sagen kann, verpieselst du dich wortlos in dein Zimmer. Jin erblickt dich und fragt erstaunt über deine nassen Klamotten:,, Was hast du denn gemacht?" Müde erwiderst du knapp:,, Ich war draußen." Ohne ein weiteres Wort packst du dir neue, trockene Klamotten und verschwindest im Bad. Schnell stellst du die Dusche an und ziehst dich in der Zeit, in der das Wasser warm wird, aus. Nun hüpfst du unter das heiße Wasser und lässt dich dadurch aufwärmen. Schließlich, als du fertig bist, stellst du das Wasser ab und willst dich abtrocknen. Doch dummerweise hast du kein Handtuch mitgenommen. Kurz überlegst d und rufst dann in die Wohnung:,, Jin, kannst du mir bitte schnell ein Handtuch bringen?" Keine Antwort. Noch einmal rufst du, jedoch kommt auch dieses Mal keine Antwort. Nun steckst du vorsichtig den Kopf aus der Tür und schaust, ob wer da ist. Im ganzen Raum ist niemand und so beschießt du, einfach schnell zum Koffer zu rennen und ein Handtuch zu holen. Schnell rennst du nackig durch den großen Raum, zu deinem Koffer, aus dem du eilig ein Handtuch zerrst. Gerade stehst du mit dem großen Handtuch in der Hand auf und wills zurück ins Badezimmer sprinten, da öffnet sich auf einmal ohne Vorwarnung die Tür und Yoongi kommt herein. Entgeistert blickt er dich an, worauf du deinen Körper hastig mit dem Handtuch bedeckst. Doch anstatt, dass Yoongi wegguckt, starrt er dich die ganze Zeit schweigend und bewegungslos an. Noch immer vollkommen erschrocken stehst du auch nur da und starrst zurück. Nach etwa 2 Minuten der peinlichen Stille, schüttelt sich Yoongi, wendet seien Blick dem Fußboden zu und räuspert sich leise:,, Ist Jin hier?" Du schüttelst schnell den Kopf und murmelst peinlich berührt von der Situation:,, Nein, er ist nicht hier." Knapp nickt der, dir gegenüber und verschwindet wieder. Dankbar aufseufzend läufst du nun in das Bad, bevor der nächste reinkommt. Hektisch schließt du die Tür ab und lehnst dich fassungslos gegen diese. Das ist gerade nicht wirklich passiert, oder? Es ist nicht wirklich Yoongi reingekommen, hat mich nackt gesehen und dann einfach weiterhin hingestarrt! Hilfe, ich werde ihm nie wieder in die Augen schauen können... Missmutig trocknest du dich nun ab und ziehst dich an. Danach verlässt du mit wachsamen Blick das Bad und setzt dich auf dein Bett. Gelangweilt schaust du auf dein Handy. Keine neuen Nachrichten, keine verpassten Anrufe, nichts... Frustriert legst du dein Handy zurück und lässt dich auf das Bett fallen. Schwer seufzend liegst du nun da, als sich plötzlich wieder die Tür öffnet. Diesmal ist es Jin, welcher dich ausdruckslos anguckt. Dich an Yoongi erinnernd, weist du Jin darauf hin:,, Yoongi sucht dich." Wissend nickt Jin und erläutert:,, Ja, er hat mich schon gefunden. Er war gerade bei mir." Gedankenverloren nickst du nur. Auf einmal dreht sich Jin zu dir um und fragt:,, Alles klar bei dir?" Verwundert lügst du:,, Ja, was sollte den sein?" Unwissend zuckt der Andere mit den Schultern und meint:,, Ich weiß auch nicht. Du wirkst in letzter Zeit immer so abwesend und unglücklich." Gleichgültig zuckst du nur mit den Schultern und blickst wieder auf die verregneten Straßen. Doch den besorgten Blick von Jin spürst du immer noch heiß auf deinem Rücken. Schließlich meint Jin nur:,, Naja, wir wollten gleich zur Karaoke-Bar. Willst du mit?" Erst antwortest du nicht, da du zu sehr in Gedanken versunken bis, doch als Jin dann noch ein weiteres Mal fragt, ewiderst du leicht erschrocken:,, Oh, ähm, ja. Meinetwegen." Direkt nimmst du deine Jacke an dich und gehst zur Tür hinaus. Eigentlich habe ich keine Lust. Vor allem, weil Yoongi natürlich auch dabei sein wird und ich eh nur wieder blöde Blicke ernten darf. Naja, was soll's? Vielleicht kann ich Miga so wieder etwas näher kommen. Zusammen geht ihr los, da es eh nicht sonderlich weit bis dahin ist. Bei der Karaoke-Bar angekommen geht ihr direkt rein. Es wurde sogar ein eigener Raum für euch reserviert. Innen drin ist es hell beleuchtet in bunten Farben und es stehen mehrere gemütliche Sessel und Sofas um den breiten Monitor herum. Auf einem TV-Tisch liegen 4 Mikros, welche sich direkt Tae, Jimin, Jungkook und Miga in Beschlag nehmen. Tae brüllt aufgeregt:,, Ich will DNA singen! Und Jimin übernimmt den Rap Part!" Angepisst blickt Jimin daraufhin Tae an, weshalb beide lachen müssen. Miga steht schmunzelnd neben Jungkook und hält glücklich seine Hand. Tae quengelt weiter rum, woraufhin Namjoon ihm endlich seinen Songwunsch heraussucht. Lachend stehen alle daneben, da Jimin doch tatsächlich nicht gerade der geborene Rapper ist. Vor allem Hoseok ist nicht mehr zu stoppen. In seiner guten Laune fängt er auch noch an, albern zu tanzen. Du stehst nur leicht schmunzelnd am Rand und schaust zu, in der Hoffnung, nicht auch singen zu müssen. Doch auf einmal meint Jin:,, Jeder singt oder rappt mal! Ohne Ausnahme!" Innerlich seufzend trottest du zu deiner besten Freundin und fragst hoffnungsvoll:,, Hey Miga, können wir zusammen ein Duett singen?" Trostlos schüttelt Miga stumpf den Kopf und meint nur:,, Ich singe schon mit Kookie zusammen." Während sie das sagt, gibt sie ihrem Liebsten einen zärtlichen Kuss und niedergeschlagen machst du kehrt. Hoseok, der immer noch belustigt im Takt wippt, bemerkt das und schlendert unauffällig zu dir rüber. Leise fragt er:,, Wollen wir zusammen etwas rappen und singen?" Dankbar lächelst du ihn an und antwortest:,, Danke, aber du musst das nicht machen. Ich weiß ja, dass du lieber mit Yoongi etwas rappen würdest. Du brauchst dich nicht aus Mitleid zur Verfügung stellen. Es ist auch so in Ordnung." Frustriert blickst du ihn an, versuchst aber, ein Lächeln aufzuzwingen. Skeptisch blickt Hoseok dir besorgt in die Augen und flüstert:,, Bist du sicher? Ich mache das auch liebend gerne mit dir!" Dankend winkst du ab mit der Begründung:,, Ich kann das auch alleine machen. Wir sind ja eh eine ungerade Zahl. Einer müsste also eh alleine, machen." Wortlos lächelt Hobi dich mitfühlend an und geht dann schließlich zurück zu Yoongi. Beinahe etwas sehnsüchtig schaust du ihm hinterher. Da fällt dir auf, dass dein Mentor dich anguckt und schnell schaust du wieder weg. Aus den Augenwinkeln siehst du noch, wie Yoongi Hobi etwas zuflüstert. Nun sind die nächsten beiden dran, Miga und Jungkook. Danach Jin und Namjoon und zu guter Letzt Hobi und Yoongi. Traurig schaust du ihnen allen einfach zu, bis du selbst dran bist. Demotiviert schlenderst du zu einem Mikrofon und nimmst es missmutig in die Hand. Jin fragt dich in der Zeit, das du singen willst. Singen? Ach, noe. Da rappe ich lieber. Aber was? Ich weiß es. Ich nehme etwas, das meine momentan Stimmung wiederspiegelt. Schnell nennst du Jin den Namen xxx und dieser stellt den schnellen, gefühlvollen, aber gleichzeitig auch aggressiven Rap erstaunt an. Alle schauen dich erwartungsvoll an. Die rhythmusvolle Musik startet und der Text erscheint auf dem Monitor. Direkt fängst du an, den erst recht langsamen und dann immer schneller werdenden Text zu rappen. In dem Text geht es darum, dass die Rapperin so lange Zeit in jemanden verliebt war und ein glückliches Leben mit ihm geführt hat, bis er sie betrog und verließ. Die Rapperin erzählt in ihrem Rap von ihrer Gefühlslage nach der Trennung. Sie war unendlich traurig, bis ihre beste Freundin sie dann auch noch verließ, weil sie die neue Beziehung ihres Freunds war. Nun war die Rapperin alleine und hatte niemanden zum Reden. Das machte sie so fertig, bis sie Depressionen bekam und sich nicht mehr aus dem Haus traute. Dort heulte sie sich aus, hörte traurige Musik und schaute sich alte Fotos an, als sie noch glücklich war. Plötzlich begriff sie, dass es keinen Grund gab, traurig zu sein, sondern nur einen, wütend zu werden. Das wurde sie auch, unglaublich wütend. In ihren Träumen stellte sie sich vor, wie sie all die, die sie einst verletzten, einfach umbrachte. Doch schon bald erkannte sie, dass sie es doch gar nicht wert waren und stattdessen schrieb sie Songtexte und ließ so ihre Aggressionen heraus, bis sie durch ihre Raps berühmt wurde. Sie kam über die Trennung hinaus und war endlich wieder glücklich. Doch dann kam ihr Ex zurück und wollte sich entschuldigen. Doch der Rap endete mit:,, No, asshole! I'm through and I will never want you back because now I feel strong and kick assholes like you against a wall. I will never make the same mistake to trust you!"
    Der letzte Part war unheimlich schnell, doch du hast ihn gemeistert, weil du die Emotionen spüren konntest. Hass und Trauer, doch mit dem Ziel, bald alles hinter dich zu lassen. Als du fertig bist, drehst du dich zu dem Rest um und bemerkst, dass dich alle mit offenen Mündern anstarren. Hobi kommt als erster wieder zur Fassung und ruft begeistert:,, Wow, (d/n)! Das war der Hammer!" Etwas stolz lächelst du und gehst dann wortlos auf deinen Platz, während alle Anderen immer noch begeistert und vollkommen überrascht dastehen. Triumphierend blickst du in die Runde, doch schwindet dieses Lächeln sofort, sobald du Yoongi erblickst. Es ist vielleicht nicht so schlimm wie bei der Rapperin, aber es ist schon auf dem Weg. Glaubt mir, irgendwann werde ich auch darüber hinwegkommen. Angefangen damit, dass ich nach dem Konzert wieder nach Hause fliege!

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    Noch einige Songs werden gesungen, dann beschließt ihr, zurück zum Hotel zu gehen. Auf dem Heimweg läufst du zwischen Miga, die dich aber gar nicht beachtet, weil sie zu sehr mit Jungkook beschäftigt ist, und Hoseok, welcher mal wieder begeistert auf dich einredet. Er meint:,, Dein Rap, (d/n), der war echt richtig gut. Wie kannst du so schnell rappen? Ich meine, ich bin beruflich Rapper und bin auch nicht schlecht, aber definitiv nicht so gut!" Von links beugt sich auf einmal Jimin mit einem Grinsen vor:,, Schleimer!" Daraufhin erwidert Hobi beleidigt:,, Es ist doch so!" Die Antwort darauf gibt der grinsende Tae, neben Jimin:,, Oh, ist da etwa jemand verliebt?" Gereizt poltert der neben dir:,, Nein, ich sage nur die Wahrheit! Nur, weil ich sie lobe, heißt es doch nicht gleich, dass ich in sie verliebt bin!" Nun bricht Tae in schallendes Gelächter aus. Gerade will Hobi wieder seine Stimme erheben, da besänftigst du ihn:,, Lass doch. Ich weiß ja, dass du nicht in mich verliebt bist und du weißt es auch. Der redet doch immer nur Müll." Beim letzten Satz huscht ein kleines, zufriedenes Lächeln über dein Gesicht. Tae kichert am Rand immer noch ein wenig, während Jimin nur schmunzelnd auf den Boden schaut. Scheinbar verkneift er sich den Spaß, um dich nicht erneut an Yoongi zu erinnern. Hoseok läuft weiterhin ganz normal neben dir her, wechselt hin und wieder ein Wort mit dir. Miga hält nebenan Kookies Hand und grinst ihn die ganze Zeit verliebt an. Dies macht dich etwas wütend. Für Kookie ist sie immer da, doch bei mir merkt sie nicht mal, wie sehr sie mich verletzt! Ist das überhaupt eine wahre Freundschaft? Manchmal wünschte ich wirklich... Nein, das ist nicht fair von mir. Liebe kann Menschen verändern und vor allem macht Liebe blind. Diese Liebe ist jedoch hauptsächlich echt! Nicht so wie das zwischen Yoongi und mir. Da ist nämlich nichts. Yoongis Liebe steht im Weg. Aber ich möchte auch nicht Migas Liebe im Weg stehen. Und eigentlich auch nicht Yoongis. Es ist nun mal so, dass man Liebe nicht erzwingen kann und manchmal gehört es zur Liebe auch dazu, aufzugeben. Das sagte ja auch Jungkook in seiner Rede. Ich glaube, ich werde Yoongi meine Liebe beweisen, indem ich ihn lieben lasse. Und nicht nur darauf erpicht bin, dass er mich liebt. Doch das kann ich einfach nicht, wenn ich ihn jeden Tag sehen muss. Also werde ich zurück nach Hause fliegen und versuchen, wieder ein halbwegs normales Leben zu führen. Ich werde sie alle lieben lassen und so lasse ich sie auch hinter mir. Ja, das Leben kann gemein sein, aber ich will das Leben von Yoongi und Miga nicht kaputt machen. Also werde ich mich demnächst von ihnen fern halten...
    Endlich seid ihr wieder beim Hotel und du gehst neben Hoseok hoch. Leise unterhaltet ihr euch. Plötzlich kommt Yoongi auf Hoseok zu, tippt ihn mit kaltem Gesichtsausdruck an und murrt:,, Ich muss mit dir reden. Kommst du kurz mit?" Mit einem Seitenblick zu dir nickt er knapp und verabschiedet sich noch schnell:,, Bis später, (d/n). Wir sehen uns dann beim Abendessen wahrscheinlich." Auch du nickst knapp und verschwindest dann in deinem Zimmer. Was Yoongi wohl von Hobi will? Ach, soll doch auch egal sein. Bald wird es eh mich nicht mehr interessieren müssen, denn dann bin ich wieder zuhause. Missmutig schmeißt du dich auf dein Bett und starrst nachdenklich aus dem Fenster. Jin sitzt auf seinem eigenen Bett und checkt seine Nachrichten. Dann steht er auf und meint:,, Ich geh jetzt duschen. Kannst du das den Jungs sagen, sollte ich noch im Bad sein, wenn wir zu Abend essen?" Verständnisvoll nickst du, woraufhin Jin dankbar lächelt. Schon ist er im Bad verschwunden und du lauschst entspannt dem gedämpften Rauschen des prasselnden Wassers. Verträumt summst du die Melodie des Liedes, das Yoongi für seine Liebe geschrieben hat. Irgendwann wird dir etwas langweilig und du stehst auf, um Miga zu fragen, ob ihr zusammen eine Runde Uno oder so etwas spielt. Langsam schlenderst du über den Flur, als du leise wispernde Stimme von um die Ecke hörst. Kurz bleibst du stehen. Es sind Yoongi und Hobi... Kurz überlegst du, ob du stehenbleiben solltest, um zuzuhören, aber du entscheidest dich dagegen und läufst zielstrebig auf Migas Zimmer zu, welches sie mit ihrem Freund, Jungkook besiedelt. Vorsichtig klopfst du an und öffnest die Tür. Erschrocken bleibst du reglos in dieser stehen, als du Miga und Jungkook leidenschaftlich küssend erwischst. Erschrocken springen die beiden ausseinander, als sie dich erblicken. Leise stammelst du:,, Hey Miga, ich wollte nicht stören. Ich wollte nur fragen, ob..." Weiter kommst du nicht denn Miga unterbricht dich leicht gereizt:,, Hast du denn noch nie etwas von Anklopfen gehört?" Frustriert und mit bereits glasigen Augen stotterst du:,, Ich habe angeklopft. Ihr habt es wohl nicht gehört." Die letzten Paar Wörter sind nicht mehr als ein leises Piepsen. Genervt seufzt Miga:,, Dann hättest du so lange anklopfen müssen, bis wir geantwortet haben! Naja, egal. Was wolltest du denn?" Verunsichert guckst du Jungkook an, welcher dich mit abwertendem Blick begutachtet. Eingeschüchtert und verunsichert murmelst du nur:,, Ist nicht so wichtig", wobei du auf den Boden guckst. Gerade gehst du niedergeschlagen heraus, da ruft Miga:,, Komm doch wieder! Jetzt sag doch, was du wolltest. Das war ja gar nicht böse gemeint!" Doch du gehst, ohne noch mal zurückzugucken, weg. Eilig läufst du schluchzend in dein Zimmer. Ich bin ihr wirklich nicht mehr wichtig. Früher hätte sie mich nie so angeschnauzt. Egal... Dann ist das halt so. Morgen wir sie mich eh nicht mehr anschnauzen können. Dann bin ich nämlich weg!
    Niedergeschlagen kehrst du in dein Zimmer zurück. Eine Weile sitzt du einfach nur schweigend da. Ich wünschte, meine Eltern wären jetzt da. Sie haben mich immer unterstützt wenn es mir mal schlecht ging. Und das hätten sie jetzt auch getan. Ich vermisse meine Eltern so sehr. Sie waren immer die, denen ich alles und zwar wirklich alles anvertrauen konnte. Jetzt habe ich niemanden mehr. Was, wenn mich das irgendwann mal von innen auffressen wird? Was, wenn ich ohne sie verkümmere? Das wird nicht passieren, oder? Ruckartig wirst du aus deinen Gedanken gerissen, als sich plötzlich die Tür weit öffnet und Namjoon den Raum betritt. Etwas besorgt und gleichzeitig ärgerlich wirkend fragt er:,, Hey, (d/n). Weißt du, wo Jin ist?" Knapp antwortest du:,, Ja, er ist in der Dusche. Wieso? Essen wir jetzt?" Seufzend schüttelt Namjoon den Kopf:,, Nein, ich wollte ihn nur etwas wegen dem Konzert fragen, das, wie du weißt, morgen Abend ist. Zum Abendessen finden wir uns übrigens in einer halben Stunde zusammen. Bist du so lieb und sagst Jin gleich, dass ich ihn sprechen will?" Schwach lächelnd nickst du, woraufhin der Anführer der Band dir dankt und dann wieder den Raum verlässt. Nun wartest du etwa 10 Minute darauf, dass Jin fertig wird. Endlich ist er nun fertig und du erzählst ihm schnell von Namjoon. Leise seufzt Jin daraufhin:,, Na toll. Schon wieder? Naja, ich werd ihn mal suchen. Danke für den Hinweis." Jetzt verschwindet auch Jin wieder und alleine sitzt du auf deinem Bett. In der Hoffnung, dass der Tag schnell vorbeigeht und du dann morgen Abend wieder davonfliegen kannst. Morgen werde ich wieder zuhause sein. Ich werde Namjoon sagen, dass ich nach Hause will, wenn es morgens ist. Dann kann ich mir noch schnell die Tickets bestellen und dann fliege ich abends, nach dem Konzert zurück. Dann macht Miga sich während dem Konzert keine Gedanken und sie meistert es so gut, wie sonst auch. Zuhause. Welch ein wundervolles Wort. Doch werde ich mein Zuhause überhaupt jemals erreichen? Schließlich ist mein Zuhause da, wo meine Familie ist. Und die ist tot. Nur Tiefsee habe ich noch. Aber hey, immerhin sie! Und meine Eltern kann ich ja auch jederzeit auf dem Friedhof besuchen. Ja, das werde ich tun, wenn ich wieder zuhause bin. Dann werde ich alles wieder vergessen können. Alles. Yoongi, Migas Ignoranz und alles, was dazu gehört. Einfach wieder normal zur Hochschule gehen und arbeiten. Ein normales Leben führen. Mit Ausnahme, dass ich zwischendurch auch noch Teil einer Mafia bin...

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    Endlich gibt es Abendessen und bereits müde schlenderst du verträumt in den Speisesaal. Von Jin und Namjoon hast du bisher nichts mehr gehört. Auf dem Weg zum Essen triffst du jedoch auf Tae und Jimin, welche gerade ein bisschen rumalbern. Als du dazustößt, nimmt dich Tae freundschaftlich in den Kneifzange, rubbelt unangenehm über deine Kopfhaut und meint:,, Warum denn so schweigsam?" Müde gähnst du:,, Ich bin müde und habe Hunger. Als wenn ich mich dann großartig unterhalte. Normalerweise würde ich schließlich schon seit 5 Stunden schlafen. Mein Schlafrhytmus ist komplett im Eimer!" Schmunzelnd schaut Jimin dich an und ergänzt:,, Glaub mir, (d/n), so geht es uns allen!" Mitfühlend lächelst du. Nun setzt ihr euch an den Tisch, an dem schon Hobi und der Manager sitzen. Du winkst Hobi kurz zu und setzt sich ihm gegenüber. Hoseok hingegen scheint etwas nervös und auch bedrückt, als verschwiege er etwas. Verwirrt gleitest du einfach auf den Stuhl und ihr wartet schweigsam auf den Rest. Schon nach wenigen Minuten trifft auch der Rest ein. Namjoon und Jin diskutieren noch leise und unverständlich miteinander, während Yoongi sich komplett müde hinplumbsen lässt und dann murrig in die Runde schaut. An dir bleibt sein Blick kurz heften und begutachtet dich interessiert, bevor er weitergleitet. Jetzt steht ihr alle nacheinander auf, um euch etwas zu essen zu holen und besprecht dann am Tisch alles für das morgige Konzert. Deine Rolle wird nicht weiter erläutert. Wahrscheinlich bist du mal wieder das Mädchen für alles. Also fragst du auch gar nicht weiter nach, sondern nimmst es einfach hin. Der Manager erklärt noch einmal:,, Also, das Konzert an sich beginnt um 18:00 Uhr Ortszeit und geht dann wahrscheinlich bis 20:30 Uhr oder so. So pi mal Daumen. Ihr müsst alle schon eine Stunde eher da sein. Aufgebaut werden muss nichts mehr, das wurde schon alles erledigt. Höchstens noch einen schnellen Soundcheck und dann geht's direkt los. Noch Fragen?" Da niemand mehr Fragen hat und ihr alle mit dem Essen fertig seid, geht ihr nun alle in eure Zimmer. Schnell wünschst du noch allen eine gute Nacht. Danach gehst du direkt in das Bad, machst dich bettfertig und legst dich in dein Bett. Du bist kurz vorm Einschlafen, als die Stille auf einmal durch ein Klopfen an der Tür unterbrochen wird. Leise rufst du,, herein" und Jin und Namjoon kommen Schulter an Schulter hereinmarschiert. Mit bedrücktem Gesicht läuft Jin an dir vorbei, in sein Bett. BTS' Anführer bleibt mitten im Raum stehen und haucht dann auf einmal mit kratziger Stimme:,,(d/n), kommst du bitte kurz mit?" Missmutig stehst du auf und folgst Namjoon in einen hinteren Teil des riesigen Raums. Dort steht ein Sofa, auf dem er sich niederlässt. Er gibt dir ein kurzes Zeichen, dich auch zu setzen, was du daraufhin auch sofort machst. Bevor Namjoon anfängt zu sprechen, schaut er noch mal schnell zu Jin. Nun räuspert er sich:,, Ich muss etwas Wichtiges mit dir besprechen. Möglicherweise wird dich das sehr ärgern, aber es ist eben von Nöten. Also, du wirst morgen Abend nach dem Konzert zurück nach Hause fliegen, weil du einen Auftrag hast. Du wirst bei der Mafia helfen müssen und unsere Mitglieder sind entweder alle besetzt oder weg. Also bist jetzt du gefragt. Das Ticket ist schon gebucht und der Flug geht morgen um 22:00 Uhr. Ich hoffe mal, du bist jetzt nicht allzu enttäuscht." Kalt, damit die Emotionen nicht hochkommen, erwiderst du:,, Gut, ich wollte eh nach Hause." Überrascht starrt Namjoon dich an und stammelt nur:,, Wieso?" Knapp antwortest du mit der halben Wahrheit:,, Ich hatte Heimweh und muss doch eh noch mit meinem Studium weitermachen. Ich muss eine Menge nachholen und Geld verdient sich nicht von selbst." Nachdenklich nickt Namjoon nur und beginnt stockend:,, Ich meine, mich stört es nicht, dass du sowieso zurück wolltest. Schließlich ist es schon fast wieder ein Vorteil, aber du musst nicht glauben, dass wir dir das nicht wohl finanziert hätten. Oder liegt es vielleicht doch an noch etwas? Ich möchte gerne, dass wir ehrlich miteinander sind. Wenn du also ein Problem hast, dann sag uns das ruhig. Vor allem mit mir kannst du auch immer sprechen." Widerspenstig schüttelst du den Kopf:,, Nein, ich habe keine Probleme. Ich habe lediglich Heimweh. Das Reisen ist wohl nicht so meins. Aber danke, dass ihr mich mitgenommen habt. Es war eine gute Erfahrung für mich und ebenso eine Ehre. Schließlich geht man nicht alle Tage mit BTS auf Welttournee. Aber dennoch, wird es für mich Zeit, nach Hause zu fliegen. Ich hätte es dir eh morgen früh gesagt..." Nachdenklich nickt Namjoon und murmelt schließlich:,, Aber sag es besser niemandem. So können sie sich morgen auch auf das Konzert konzentrieren. Jin weiß es, aber sonst sprich mit niemandem darüber." Kalt erwiderst du:,, Das war auch nicht mein Plan." Fast schon etwas traurig wirkend nickt Namjoon und meint nur noch:,, OK. Pack morgen früh am besten schon mal deine Koffer und Jin und ich werden dich dann zum Flughafen bringen, ja?" Knapp nickst du und der Anführer verlässt wieder euer Zimmer. Abwesend trottest du nun wieder in dein Bett. Beinahe etwas wehleidig schaust du aus dem Fenster, auf die hellen Straßen. Eine dicke Träne kullert deine Wange herunter. Ist das Vorfreude oder doch eher Angst und Trauer? Der Wehmut, den ich nach Yoongi verspüren werde? Oder doch die momentane Trauer, weil so vieles schief geht? Ich weiß nicht, aber was ich weiß ist, dass ab morgen wieder alles besser sein wird. Dann bin ich wieder zuhause. Und die Fragen werden auch nicht zu gewaltig sein. Herrlich.

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    Schlaftrunken öffnest du deine Augen und blinzelst verschlafen in das helle Morgenlicht. Die Sonne steht kurz über dem Meer, auf das du ganz wunderbar schauen kannst. Müde drehst du dich zur Seite, um zu erkennen, dass Jin noch tief und fest schläft. Warum bin ich nur schon so früh wach? Sonst schlafe ich mindestens 3 Stunden länger... Taumelnd rappelst du dich auf und schlenderst wankend, von der Müdigkeit erschlagen, ins Bad. Nachdenklich betrachtest du dich im Spiegel. Wie immer. Was sollte auch anders sein? Schnell wäschst du dir das Gesicht und kämmst deine seidig weichen Haare. Nun, als du dich schon mal fertig für den Tag umgezogen hast, gehst du leise wieder in den großen Schlafraum. Jin ist nach wie vor am Schlafen und du blickst nachdenklich auf deinen Koffer. Ich muss ihn noch packen... Innerlich seufzend gehst du zu deinem Koffer, packst lieblos alles, dass du heute nicht mehr brauchst, hinein und versuchst dann unter großen Anstrengungen, den Koffer zuzubekommen. Indem du dich darauf setzt, schaffst du es schließlich. Gerade mal 08:00 Uhr... Nachdenklich trottest du zu deinem Bett, setzt dich darauf und schaust leicht benommen wirkend aus dem Fenster. Das leise Atmen von Jin verleiht der Stille einen Klang und gibt dir fast schon ein Gefühl von Geborgenheit. Verträumt schaust du zu, wie die orange Sonne bunt den Himmel und das sonst so tiefblaue Meer mit warmen Farben bemalt. Eine Zeit lang sitzt du so, schweigend und reglos da, den Sonnenaufgang beobachtend. Auf einmal regt sich etwas hinter dir und Jin setzt sich schwer atmend auf. Verwirrt drehst du dich um und schaust ohne Emotionen den Ältesten an. Verschlafen murmelt er:,, Wie lange sitzt du schon in den Himmel starrend so da?" Verträumt erwiderst du leise:,, So lange, bis ich das Gefühl hatte, selbst dort zu sein." Dann fügst du lauter und verständlicher hinzu:,, Etwa ne Stunde? Weiß ich nicht, ich hatte nichts Besseres zu tun." Mit einem kurzen Seitenblick schaut er auf deinen Koffer und nickt andächtig. Elegant stehst du nun auf und schlenderst durch das Zimmer. Dabei verfolgt Jin dich die ganze Zeit mit seinem Blick. Plötzlich fragt Jin:,, Hat Namjoon dir schon gesagt, was für einen Auftrag genau hast?" Leicht schüttelst du den Kopf, während du immer noch gebannt nach draußen schaust. Wortlos nickt Jin nur und du meinst auf einmal:,, Gleich gibt es Frühstück nicht? Es ist gleich 09:00 Uhr." Dein Zimmernachbar stimmt dir zu und steht nun endlich auch von seinem Bett auf. Nun geht ihr gemeinsam schweigend zum Speisesaal, in dem ihr Namjoon und Tae antrefft. Namjoon schaut schweigsam in die Gegend, während Tae dich glücklich angrinst. Bei seinem Anblick bekommst du etwas bessere Laune und lächelst leicht. Jetzt lässt du dich neben ihm nieder und fragst leise, um nicht wieder in traurige Stille zu verfallen:,, Gut geschlafen?" Tae grinst mit einem gespielt ärgerlichem Seitenblick zu Namjoon:,, Ja, aber Joonie schnarcht..." Seicht lächelst du einfach und wartest auf den Rest. Innerhalb der nächsten Paar Minuten ist auch der Rest da und ihr beginnt wie in einer Massenpanik zum Buffet zu strömen. Während des Essens herrscht buntes Treiben. Fast alle reden aufgeregt durcheinander, nur du starrst ausdruckslos auf die weiße Tischplatte. Yoongi plappert leise aufgeregt mit Hobi, etwas verwirrt oder nervös wirkend, während Hobi komplett entspannt wirkt.
    Jetzt ist endlich das Essen vorbei und ihr geht wieder auf eure Zimmer. In Namjoons und Taes Zimmer versammeln sie sich noch mal, um zu proben. Um nicht wieder alleine in der Ecke zu sitzen, kommst du mit und lässt dich am Rand nieder. Konzentriert proben Miga und die Jungs, während du einfach gedankenverloren zuschaust. Vor allem an Miga und Yoongi haftet dein Blick. Ich werde die beiden schon vermissen. Ich meine, es ist ja nicht so, als wenn ich sonst wo hinziehe und sie womöglich nie wiedersehen werde. Es ist nur so, dass ich die beiden sozusagen loslasse. Ich lasse sie gehen, ohne sie zu betreuen. Sie werden jetzt ein Leben führen, in dem ich nur noch eine der unwichtigen Nebenrollen spielen werde. Bei Yoongi war es eigentlich nie anders, aber Miga ist jetzt berühmt, bei BigHit auch unter Vertrag und wird mit Sicherheit andauernd unterwegs sein. Die einzig freie Zeit, die sie da noch hat, wird sie mit Jungkook verbringen. Aber das ist okay. Ich möchte doch, dass sie ein schönes Leben haben. Und dieses würde ich durch meine Anwesenheit zerstören, also halte ich mich lieber etwas fern von ihnen. Und binnen weniger Wochen werden sie mich dann ganz vergessen haben... Erst jetzt bemerkst du, dass der Song und somit auch die momentane Choreo vorbei sind. Angestrengt atmend kommt Miga lächelnd auf dich zu. Leise hechelt sie:,, Puh, das ist doch ganz schön anstrengend. Bist du so lieb, (d/n) und bringst mir ne Flasche Wasser? Danke, du bist ein Schatz!" Schon macht deine beste Freundin wieder kehrt und du trottest in die Küche, um eine Flasche Wasser aus dem Kühlschrank zu holen. Schnell bringst du diese Miga. Doch bevor du dich mit ihr etwas unterhalten kannst, geht die Probe schon weiter und du hast mal wieder nichts zu tun. Schließlich wurde alles durchgeprobt und die Stars wollen sich vor dem Konzert noch mal duschen. Nun sind alle Badezimmer voll belegt und du wartest, bis sie alle fertig sind. Sobald dieser Zeitpunkt gekommen ist, müsst ihr schon wieder los, zur großen Konzerthalle. Die Akteure verschwinden direkt in der Maske und du machst mit einigen Mitarbeitern noch einmal schnell einen Soundcheck. Schon strömen die Fans hinein und erst mal ist nichts zu tun, bis das Konzert dann losgeht. Als dieser Zeitpunkt gekommen ist, kreischen die hauptsächlich weiblichen Fans emotional geladen, wie sie sind, auf. Das Konzert verläuft wie die restlichen, normalen Konzerte auch. Schließlich geht auch dieses zu Ende und die Fans sind enttäuscht. Dich hingegen überkommt eher so etwas wie eine Mischung aus Vorfreude und irgendwie auch Furcht. Das Konzert ist zu Ende und jetzt ist es für mich Zeit, nach Hause zu fliegen. Vorsichtig gesellst du dich wieder zum Rest, die gerade gut gelaunt, ohne dich zu beachten durch die Gegend laufen. Nur Namjoon bemerkt dich und kommt zielgerichtet auf dich zu. Leise flüstert er:,, Fertig?" Entschlossen nickst du und auch Jin kommt nun mit den Aufschlüsseln fest in der Hand zu dir. Jungkook bemerkt das, als er gerade seine Freundin, Miga, küsst und fragt verwirrt:,, Wohin geht's?" Stumpf antwortet Namjoon:,, Wir bringen (d/n) zum Flughafen. Sie fliegt heute nach Hause." Auf einmal werden alle ganz still im Raum und starren dich verwundert und auch überrascht an. Tae findet als erster seine Sprache zurück. Mit hochgezogener Augenbraue fragt er:,, Warum willst du zurück, (d/n)?" Kalt, um nicht in Tränen auszubrechen erwiderst du:,, Ich habe Heimweh. Außerdem muss ich mich um das Grab meiner Eltern und um mein Studium kümmern. Das Reisen liegt mir wohl nicht." Während du das sagst schaust du bewusst auf den Boden, doch du weißt, dass dich alle erschrocken anglotzen. Auf einmal spürst du nur eine sanfte Umarmung. Als du aufschaust, erkennst du Miga. Leise flüstert sie dir ins Ohr:,, Ich will nicht, dass du gehst. Du bist meine beste Freundin, aber wenn du es so wünschst, dann flieg zurück. Auf Wiedersehen, (d/n). Mach's gut!" Das ist alles, was Miga sagt. Nicht mal ein kleines,, Hab dich lieb", hörst du von ihr und auch nicht eine Träne entgleitet ihrem Auge. Noch nicht. Nun kommen auch Jimin und Tae auf dich zu und umarmen dich freundschaftlich. Jimin lacht traurig:,, Wir werden dich hier alle vermissen, (d/n)." Plötzlich kommen auch alle anderen Jungs auf dich zu und umarmen dich gleichzeitig von allen Seiten, sodass du kaum noch etwas siehst. Gleichzeitig wünschen dir alle leise Glückwünsche und tatsächlich entflieht doch noch eine wehleidige Träne aus deinem Auge. Als die Jungs dann endlich wieder loslassen, kommt auch Miga noch ein zweites Mal auf dich zugesprungen. Diesmal umarmt sie dich deutlich kräftiger und klammernder. Mit zittriger Stimme flüstert sie:,, Ich werde dich wirklich vermissen." Jetzt kullern auch ihr die Tränen. Du hingegen versuchst wirklich, stark zu bleiben. Leise murmelst du nur mit kalter, gleichgültiger Stimme:,, Ich dich auch Miga. Mach's gut und pass auf deinen Jungkook auf." Leise, kaum hörbar, fügst du hinzu:,, Sonst rennt er dir auch noch weg. Vernachlässige ihn ja nicht, dafür habe ich dich nicht aufgegeben." Mit einer letzten Verabschiedung in die Runde gehst du mit Jin und Namjoon zum Auto, in welchem Jin dich zum Flughafen bringt. Während der Fahrt erklärt Namjoon:,, Sobald du zuhause bist, meldest du dich am besten bei Sehun. Der kennt deinen Auftrag bestens. Er wird dir alles genauer erklären. Ich weiß nur, dass du Einiges zu tun hast." Knapp nickst du, da du jetzt angekommen bist. Die beiden Jungs begleiten dich noch eben bis zum Flieger. Wortlos steht ihr nebeneinander, bis du schließlich aufgerufen wirst, in den Flieger zu steigen. Schnell gibt Namjoon dir noch die Hand und murmelt mit fast schon mitleidigem Blick:,, Pass auf dich auf. Und treffe die richtigen Entscheidungen. Vertrau nicht den Falschen. Manchmal steckt mehr hinter einer Geschichte, als du denkst, aber lass dich davon nicht täuschen. Gute Heimfahrt, (d/n)." Auch Jin gibt dir noch einmal schnell die Hand und verschiedet sich abermals. Stetig winken die beiden dir hinterher, bis du schließlich im Flieger sitzt und abhebst. Nun bin ich weg und es wird sicher dauern, bis ich sie alle wiedersehe. Immerhin geht die Tournee über mehrere Monate. Wie seltsam Namjoon sich von mir verabschiedet hat... Was wollte er damit wohl sagen?

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    Gelangweilt starrst du aus dem Fenster. Neben dir schläft ein älterer Herr, der an deine Schulter gelehnt ist und recht laut schnarcht. Schmunzelnd schaust du ihn an. Theoretisch hätte ich auch in die First Class gehen können, aber das hätte ich den Jungs nicht noch zumuten wollen. Schließlich habe ich mich jetzt von ihnen abgewandt. Was wäre das dann noch für ein Benehmen, einen teuren Flug buchen zu wollen, wo man doch auch so viel günstiger fliegen kann. Außerdem ist es vielleicht auch ganz gut, dass ich wieder etwas mehr unter Leuten bin und etwas ausmachen tut es mir auch nicht. Also von sofern... Plötzlich ertönt eine laute Durchsage:,, Liebe Passagiere, wir landen in Kürze. Bitte schnallen sie sich an!" Zufrieden lächelnd schnallst du dich an. Als du bemerkst, dass der Herr neben dir noch schläft, versuchst du, ihn zu wecken, um sich auch anzuschnallen. Doch er schläft ganz tief und fest. Also beugst du dich einfach seufzend vor und schnallst ihn selber an. Die junge Frau, die mit ihren drei kleinen Kindern auf der anderen Seite sitzt, lächelt dich wertschätzend an und nimmt dir dann auch den Anschnaller ab, um ihn auf der für dich unerreichbaren Seite einzustecken. Nun landet das Flugzeug langsam und du bekommst mal wieder dieses unangenehme Kribbeln im Bauch. Letztendlich seid ihr sicher gelandet und ihr könnt aussteigen. Der Alte schläft immer noch und diesmal rüttelst du etwas kräftiger an ihm. Endlich wacht er auf und starrt dich verwundert aus kleinen Augen an. Knapp erklärst du ihm die Situation und er lächelt dankbar. Dann verlasst ihr alle das Flugzeug und nehmt euer Gepäck wieder entgegen. Lächelnd stehst du nun an dem, dir nur allzu vertrautem Flughafen und wartest voller Vorfreude auf ein Taxi, welches dich nach Hause bringen soll. Schon nach wenigen Minuten ist eines da und du steigst ein, um möglichst schnell wieder richtig zuhause zu sein. Nach einiger Zeit kommt das Taxi endlich zum Stehen und du steigst mit deinem Gepäck aus. Strahlend stehst du vor deinem vertrauten Heim. Schnell öffnest du die Tür und betrittst dein trautes Heim. Alles sieht wie vorher aus. Alles steht an seinem Platz und es riecht sogar noch nach zuhause. Glücklich stellst du dein Gepäck im Flur ab und schlenderst langsam durch Küche und Wohnzimmer. Sorgfältig begutachtest du all deine Sachen und bleibst dann plötzlich vor einem alten Foto stehen. Deine Eltern sind darauf auf ihrer Hochzeit zu sehen. Verliebt und überglücklich grinsen die beiden in die Kamera. Traurig schaust du es an und erinnerst dich an die Worte, die dein Vater immer wiederholte:,, Wie sehr ich mich schon freue, wenn du erst mal heiratest. Ich werde mich richtig betrinken, damit du dich mal wieder schämen darfst!" Dann lachte dein Vater immer heftig und du beschwichtigstes:,, Gut, dann werde ich dich nicht einladen. Dann muss Mama alleine kommen." Schließlich nahm dein Vater dich immer in den Arm, wuschelte dir liebevoll durch die Haare und flüsterte:,, Ach, (d/n). Ich hab dich lieb und ich freu mich schon, wenn ich am Tag deiner Hochzeit ich zum Altar führe." Du musstest dann immer glücklich lächeln und deine Mutter lachte immer:,, Ja, und ich stehe heulend daneben."
    Damals war die Welt noch in Ordnung. Da lebten deine Eltern noch, du warst noch nicht gezwungenermaßen Teil einer Mafia und an die Liebe glaubtest du auch noch. Jetzt ist alles anders und das Leben, das früher von Freude und Glück erfüllt war, drohte nun, ich zum Abgrund zu treiben. Dennoch bleibst du stark und machst das beste aus deinem Leben. Ein letztes Mal schaust du traurig auf das Foto und streichst zärtlich mit deinen Fingern darüber. Jetzt wendest ab und gehst zielstrebig zum Haus deiner Nachbarin und klingelst. Wenige Momente später erscheint die verwunderte Frau an der Tür und fragt:,, Was machst du denn schon wieder hier? Ich dachte, du seist mit diesen Jungs und Miga auf Reisen?" Innerlich etwas wehleidig erwiderst du:,, Ja, das war ich auch. Aber jetzt bin ich wieder da. Ich hatte, um ehrlich zu sein, etwas Heimweh." Freundlich lächelt die alte Dame:,, War es denn immerhin schön?" Den Schmerz ausblendent nickst du lächelnd, woraufhin deine Nachbarin dich auf einen Tee einlädt. Zusammen sitzt du nun mit ihr in ihrer Küche trinkst heißen Tee, der dich so sehr an zuhause erinnert, und isst ein Stück Honigkuchen. Du fühlst dich wohl, wieder ganz wie zuhause. Das bist du ja schließlich auch. Freundlich redet die gütige Frau auf dich ein und ihr unterhaltet euch nett. Auf einmal hörst du ein leises Miauen von hinten und drehst dich um. Tiefsee steht mit großen Augen hinter dir und springt nun freudig auf deinen Schoß, damit du sie streichelst. Deine alte Nachbarin lächelt:,, Dein Kätzchen hat sich sehr gut benommen. Es hat mir wirklich Freude bereitet, für dich auf sie aufzupassen. Vielleicht sollte ich mir selbst auch eine Katze zulegen. Dann wäre ich nicht mehr so einsam..." Mitleidig lächelst du die einsame Frau an.
    Ihr Mann ist vor etwa 3 Jahren verstorben und Kinder hatte sie nur einen Sohn, welcher jetzt in Indien als Arzt arbeitet. Allerdings besucht der tüchtige Mann seine Mutter nie und sie ist seitdem sehr einsam. Eigentlich ist sie so wie ich, einsam... Und traurig ist sie auch. Nur der kleine Unterschied, dass sie schon über 80 Jahre at bin und ich schlappe 18 und dennoch bin ich schon einsam. Mitleidig lächelst du die Frau an und murmelst:,, Ja, vielleicht solltest du das mal tun. So ein Haustier kann einem viel Trost schenken..." Frustriert betrachtet deine Nachbarin dich und seufzt:,, Ja, das wirst d ja nur zu gut wissen. Keine Familie mehr und die beste Freundin jetzt immer unterwegs. Du armes Kind. Magst du noch ein Stück Honigkuchen?" Dankbar lächelst du fast schon wieder etwas amüsiert:,, Nein, danke. Das ist sehr lieb von dir, aber ich habe ja schon ein Stück auf. Aber dennoch hat der Kuchen sehr gemundet." Du wirfst einen schnellen Blick auf die Uhr. Oh Gott, schon wieder so spät...,, So leid es mir tut, ich muss jetzt wieder weg. Aber ich möchte mich hiermit noch einmal bedanken, dass du auf Tiefsee aufgepasst hast. Und danke auch für den Tee und den leckeren Kuchen." Schnell schnappst du noch Tiefsee und buchsierst sie in ihren Korb, um sie besser nach Hause transportieren zu können. Freundlich lächelt die Frau jetzt wieder und trottet langsam mit dir zur Tür. Dort angekommen winkt sie dir noch einmal und ruft dir hinterher:,, Auf Wiedersehen, (d/n)! Schlaf gut! Und komm mich doch noch mal besuchen!" Freudig nickst du:,, Ja klar, das mache ich! Auf Wiedersehen, Nora!" Nora... So eine liebe Frau. Es tut mir so leid, dass sie so einsam ist. Aber ich bin es ja auch. Also werde ich sie jetzt öfters mal besuchen. Aber vorerst muss ich Sehun kontaktieren und dann gehe ich am besten direkt schlafen. Müde taumelst du also mit Tiefsee in dein Haus, lässt sie dort wieder aus ihrem Korb raus und holst dein Handy raus. Eilig tippst du Sehuns Nummer ein und nimmst ab. Nach etwa zwei Minuten nimmt auch Sehun ab und fragt erwartungsvoll:,, Hey, (d/n). Rufst du wegen deinem Auftrag an?" Knapp bejahst du seine Frage und Sehun erklärt:,, OK, alles klar. Also, dein Auftrag ist es, einen bestimmten Bereich nahe des Waldes mit Kameras zu versehen und darauf aufzupassen, was dort so passiert. Dort steht eine kleine Hütte und wir vermuten, dass dort unsere Feinde schlummern. Du musst also eigentlich morgen nur die Kameras irgendwie anbringen und diesen Ort dann gut beobachten. Ich schicke dir dann morgen früh die Koordinaten." Kurz stimmst du zu und legst dann auf. Es ist gerade schon recht dunkel draußen und die Sonne ist gerade ganz untergegangen. Du bist bereits etwas müde und beschießt kurzerhand, ins Bett zu gehen. Das erste Mal seit etwa zwei Monaten betrittst du nun wieder dein Zimmer. Alles scheint wie immer. Schnell ziehst du dich um und legst dich fertig ins Bett. Auf einmal steigt dir ein vertrauter, wunderbarer Geruch in die Nase. Verwundert drehst du dich um und erblickst Yoongis Jacke, die er vor Ewigkeiten mal bei dir liegen gelassen hat. Leise flüsterst du vor dich hin:,, Was? Die liegt immer noch hier? Hilfe..." Verträumt nimmst du sie von deiner Bettkante und Yoongis frischer Geruch von Minze überflutet dich nahezu. Frustriert stehst du auf und schließt die erinnerungsweckende Jacke in deinen Schrank. Zornig flüsterst du verletzt:,, Ich habe gesagt, dass ich dich für immer loslassen werde. Dann werde ich deine Jacke nicht weiter sehnsüchtig anstarren. Entweder ganz oder gar nicht. Auf Wiedersehen, Yoongi. Ja, auf nimmer Wiedersehen!"

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    Die Sonne steht tief über den Häusern und du stehst, deinen Tee schlürfend, vor dem Fenster und starrst in den goldenen Himmel. Die Vögel zwitschern und die Blüten der Blumen neigen sich sanft zum warmen Sonnenlicht. Zufrieden stehst du einfach nur gedankenverloren dort, bis Tiefsee plötzlich maunzend um deine Beine streicht. Lächelnd schaust du hinab, auf die süße Katze und schüttest ihr etwas mehr von ihrem Futter in den Napf. Hungrig mampft das Tier laut und lächelnd streichst du ihm zärtlich über das weiche Fell. Schließlich gehst du wieder ans Fenster, überlegst kurz und ziehst dir dann eine dünne Jacke an. Das Haus abschießend verlässt du es und begibst dich auf den nicht sehr langen Weg zum nächsten Blumenladen. Dort angekommen kaufst du dir einen schönen, bunten Strauß Blumen und eine Kerze. Nun eilst du zum Friedhof und bedacht zu dem Grab deiner Eltern. Traurig stehst du davor und legst zärtlich, so wie du es immer zu deinen Eltern warst, den Blumenstrauß ab. Außerdem nimmst du die alten, vertrockneten Blumen und schmeißt sie weg. Dazu stellst du noch die große, hell leuchtende Kerze auf dem Grab auf und hegst ein wenig das Unkraut, sodass das Familiengrab wieder gepflegt aussieht. Bedauernd betrachtest du das eigentlich schön hergerichtete Grab und den breiten Marmorgrabstein, auf den fein eingeschliffen die Namen deiner heiß geliebten Eltern stehen. Traurig verlässt eine dicke Träne deine glasigen Augen und kullert langsam deine Wange herunter. Nun willst du wieder zurückgehen und schlenderst wehmütig die Gräber entlang. Dabei liest du dir schnell die Namen durch. Plötzlich bleibst du abrupt stehen, als du den Namen,, Pablo Ruiz" liest. Als du dir die Daten anschaust, erkennst du, dass dies der Bruder von Francisco, dem ehemaligen Kumpel deines Vaters, sein musste. Francisco. Von dem habe ich lang nichts mehr gehört, aber das ist auch ganz gut so. Der Kerl ist mir nicht ganz geheuer. Er sagte, ich solle ihn anrufen, wenn ich mehr über meinen Vater wissen will. Aber ich glaube, das brauche ich nicht. Ich muss mir selbst nicht noch das Leid antun und mir längst vergangene Geschichten über meinen Vater, erzählt von seinem wahnsinnigen Freund, anhören... Kurz schaust du auf die Uhr und bemerkst, dass bereits 08:30 Uhr ist. Kurzerhand beschließt du, jetzt die sache wegen deines Auftrages zu klären. Mal wieder stehst du vor dem riesigen, grauen Betonklotz. Trostlos und kalt sieht er aus. Seufzend biegst du in die enge Gasse ein, bis du wieder vor der stabilen Stahltür stehst. Demotiviert klopfst du heftig an, bis dir die Tür ruckartig geöffnet wird. Schüchtern lächelst du dem Mann, der deine Anwesenheit und Lizenz prüft, zu und gehst direkt weiter, in dein Büro. Schnell legst du dort deine Sachen ab und gehst weiter in den gar gigantischen Büroraum für Mitarbeiter, spezialisiert auf Technik. Bis ganz nach hinten gehst du durch, zu einem einzelnen Abteil. Kurz hälst du inne und klopfst an, bis dir die recht vertraute Stimme antwortet. Wortlos trittst du ein und erblickst deinen Kollegen und Mitstudenten Sehun vor seinem Rechner. Freundlich blickt er dich an und murmelt:,, Ah, (d/n). Schön, dass du da bist. Sicherlich bist du wegen deinem Auftrag hier." Schlecht gelaunt erwiderst du kalt:,, Ja, sonst wäre ich auch gar nicht erst hergekommen. Ich kann nämlich sehr gut auf diesen ganzen Mist verzichten. Mir haben diese komischen Leute ja noch nicht mal was getan, also was werde ich hier reingezogen?" Mitfühlend und ebenso verständnisvoll lächelt Sehun dich an und meint nur:,, OK, auch gut. Ich schicke dir eben die Koordinaten und dann kommst du eben mit mir in den Vorratsraum. Da kannst du dir deine Ausstattung, sprich Kameras und so holen." Ohne große Umschweife schickt der junge Mann dir die Koordinaten und befiehlt dir, ihm zu folgen. Angekommen im Vorratsraum zieht er mal aus der Kiste, mal aus der anderen irgendwelche Kabel oder Geräte heraus. Dabei schwafelt er:,, Ich hoffe mal, du hast gut bei mir gelernt. Dann kannst du das auch alles ganz einfach selbst verknüpfen und aufbauen. Aber... Da habe ich keine Bedenken. Namjoon hat mir von deiner Aktion bei dem Konzert in China oder wo auch immer das war, erzählt. Wie du diesen Kerl eingesperrt hast, war grandios." Etwas stolz grinst du vor dich hin und folgst dem gefühlt endlos plappernden Sehun. Endlich hat er seinen ganzen Kram beisammen, drückt ihn dir in die Hand und meint nur noch:,, So, ich denke, das dürftest du dann schaffen. Das ist alles, was du brauchst. Richte sie sinnvoll aus. Du schaffst das schon!"
    Dann trottest du wieder in dein Büro, nimmst eine unauffällige Pistole für den Fall der Fälle mit und packst deine Sachen, um nach Hause zu gehen. Die Sachen sind alle in einem recht kleinen Karton verstaut, sodass niemand Verdacht schöpft. Zuhause angekommen stellst du dann die Sachen im Flur ab und öffnest die Datei zu den Koordinaten, die Sehun dir geschickt hat. Sorgfältig begutachtest du alles in der Umgebung auf der Karte. Nun packst du wieder deinen Karton ein und stellst ihn auf den Beifahrersitz deines Autos. Dann fährst du direkt los. Ich hoffe nur, da ist gerade keiner von diesen komischen Leuten. Ich habe keine Lust, draufzugehen oder jemand anderen umbringen zu müssen. Nein, danke. Ich hoffe einfach mal, dass niemand da ist und ich alles in Ruhe anbringen kann. Dann düse ich wieder nach Hause und beobachte den Ort von da aus. Alles vollkommen gechillt, oder? Naja, hoffentlich...

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    Genervt steigst du aus, mit dem vollen Karton unterm Arm und schlägst die Tür zu. Demotiviert murrst du leise vor dich hin:,, Ich hasse diese Mafia. Warum muss ich in ihrem Auftrag Leute umbringen, die mir gar nichts getan haben? Sollen sie das der Polizei sagen und die Penner werden inhaftiert..." Schnell zückst du dein Handy und schaust noch einmal genau nach den Koordinaten. Jetzt läufst du schnellen Schrittes zielstrebig am Wald entlang, bis du schließlich ein herrschaftliches, aber extrem modriges Haus entdeckst. Aus einigen Metern Entfernung beobachtest du alles genau, bis du dir sicher bist, dass niemand dort ist. Nun schleichst du dich vorsichtig, bevor dir doch jemand auflauert, zum Haus und packst deine Sachen davor aus. Hektisch verknüpfst du die Kameras mit irgendwelchen Kabeln und schließt sie an die Hausecken und zwei ins Innere. In dem Zuge schaust du dich auch schweigsam um. In dem ursprünglich sehr hochrangigem Haus stehen noch einige edle, aber staubige Sofas, zerrissene Vorhänge flattern vor den zerschlagenen Fenstern unheimlich und der kalte Wind zischt bösartig in deinen Ohren. Wachsam streifst du durch die großen Räume und hälst währenddessen stets deine Waffe griffbereit. Alles ist still. Fast schon zu still und plötzlich hörst du drei laute, gut gelaunte Stimmen. Erschrocken presst du dich gegen die Wand und versuchst, zu identifizieren, von wo die Stimmen kommen. Die Panik unterdrückend schaust du ruhig aus dem Fenster und erkennst drei Jugendliche. Sie haben Sprühdosen in den Händen und jede Menge Alkohol ist auch dabei. Verwirrt sinkst du wieder gegen die kalte Wand. Niemals gehören die zu dieser Mafia. Das sind einfach nur ein paar Jugendliche, die hier ihren Spaß haben wollen. Dennoch befürchte ich, dass sie nicht gerade begeistert wären, mich hier zu sehen. Also mache ich mich schnell aus dem Staub. Sobald sie im Haus sind, nehme ich meine wenigen Sachen, die ich noch hier habe und verpiesel mich, indem ich durch ein Fenster flüchte. Den Laptop mit den gut versteckten Kameras verbinden, kann ich auch vom Auto aus noch machen. Gerade willst du dich etwas vorbeugen, um zum Fenster zu gehen, da die Jungs doch immer näher kommen, als plötzlich dein Handy laut klingelt. Panisch zerrst du es aus deiner Hosentasche und drückst schnell weg, ohne zu gucken, wer es war. Die asozialen Jugendlichen, die soeben das Gebäude betreten haben, schauen verwirrt um sich und du hörst nur die aggressive Stimme:,, Was war das? Hier ist jemand. Schwärmt aus und schaut nach!" Hektisch willst du nun zum Fenster rennen, da klingelt das Handy wieder. Erschrocken holst du wieder dein Handy raus und nimmst ab. Leise flüsterst du nur:,, Ja?", da du nicht geschaut hast, wer gerade am Apparat ist. Auf einmal antwortet die verlegene Stimme von Yoongi:,, Hey, (d/n). Ich wollte mich informieren, ob du gut angekommen bist." Schweigend nimmst du nur mit brummigen Blick deine Sachen und läufst gerade los, da packt dich auf einmal jemand am Kragen. Eine verspottende Stimme lacht:,, Was haben wir denn da? Ein kleines Mädchen. Jungs, kommt her!" Kurz darauf erscheinen die anderen zwei in der Tür und begutachten dich höhnisch. Der Anführer der Gruppe lacht:,, Was machst du denn hier? Ein Mädchen wie du, was sollte es hier machen, hm?" Verachtend schaust du den Jungen an und fauchst:,, Kleines Mädchen? Ich bin doch locker genauso alt wie ihr! Und was ich hier mache? Fragt euch selbst! Was macht ihr hier?" Wütend schaut dich der eine an und meint:,, Vorlaut ist sie also auch noch!" Yoongi, der immer noch am Telefon ist, fragt verwirrt:,,(d/n), wo bist du und wer ist dort mit dir?" Der älteste der Jungen, der wohl etwa 21 Jahre alt ist, kommt auf dich zu, schnappt sich den Handy und wirft einen belustigten Blick darauf. Lachend beugt er sich zu dir rüber und haucht dir mi seinem nach Alkohol stinkendem Mundgeruch ins Gesicht:,, Na, wer ist das? Dein Freund?" Gackernd stellt das Ekelpaket nun auch noch auf laut und erneut fragt Yoongi:,, Wer ist das bei dir, (d/n)?" Einer der Jungs lacht nun laut, während er dich immer noch unangenehm festhält:,,(d/n)? Schau nur, dein Freund macht sich Sorgen um dich!" Hasserfüllt starrst du den hässlichen Kerl an. Enttäuscht fragt Yoongi:,, Bist du irgendwie sauer auf mich, dass du mir nicht antwortest?" Wieder antwortest du nicht und einer der Jungs fragt dich verspottend:,,(d/n), willst du denn gar nicht deinem Freund antworten?" Als du immer noch nichts sagst, versetzt dir der, der dich auch festhält, einen schmerzhaften Stoß in den Rücken, sodass du schmerzverzerrt das Gesicht verziehst und zusammenzuckst. Nun brüllt der Andere, während er ein Messer zückt:,, Antworte, na los!" Die Wut unterdrückend antwortest du nun auch Yoongi:,, Ja, gewissermaßen bin ich sauer auf dich. Du rufst mich immer zum falschen Zeitpunkt an!" Nun wendest du dich an die bösartigen Kerle:,, Ihr habt schon ein bisschen was getrunken, hm? Ihr stinkt ganz schön aus dem Maul und jetzt lasst ihr mich verdammt noch einmal los!" Schwungvoll ziehst du dich nun aus den Fängen des Kerls, trittst ihm einmal mit viel Kraft in den Bauch, rennst zu dem Anderen, entwendest ihm dein Handy und versetzt ihm auch noch einmal einen ordentlichen Schlag. Nun versuchst du, so schnell es geht mit all deinen Sachen zu fliehen und springst aus dem Fenster. Doch der Anführer der Gruppe läuft dir schnell hinterher und zieht sein Messer noch einmal lang über deine Schulter hinweg. Unbeirrt landest du auf dem Boden mit einer blutenden Wunde und rennst weiter, auf dem Weg zu deinem Auto. Im Hintergrund hörst du noch die aggressiven Stimmen der Jugendlichen und im Vordergrund die besorgte Stimme von deinem Mentor:,,(d/n), was ist da los?" Jedoch ignorierst du seine Fragen und sprintest einfach weiter. Endlich bist du nun an deinem Auto angekommen und fährst direkt los. Deine Wunde blutet immer noch stark, doch das kümmert dich nicht weiter. Dein Mentor ist immer noch am Telefon und ist sehr verwirrt als auch besorgt. Letztendlich geht dir seine Stimme so auf die Nerven, da du dir geschworen hast, ihm aus dem Weg zu gehen, sodass du einfach gereizt fauchst:,, Ich ruf dich später zurück, aber gib mir erstmal einen Moment!" Jetzt legst du auf und rast weiter bis zur nächst besten Kreuzung, an der nichts los ist. Dort bleibst du kurz stehen, holst deinen Laptop hervor und verbindest diesen zügig mit den Kameras. Wahrscheinlich bringt die ganze Kacke hier doch auch nichts! Da verbringen nur asoziale Jugendliche ihre Zeit. Da halten sich keine von irgendwelchen Mafias auf! Noch immer gestresst gibst du einige schnelle Befehle ein, bis du endlich mit allen Kameras verbunden bist und alles genau sehe kannst. Nun siehst du, dass die drei Jungs noch wutentbrannt dastehen. Zufrieden schmunzelst du, als du ihre verärgerten, hässlichen Visagen siehst. Knapp klappst du den Laptop wieder zusammen und fährst weiter mit deinem Auto. In der Zeit überlegst du, was du nun mit deiner offenen Wunde machen willst und beschließt, dass du nicht ins Hospital gehen kannst, da dir dort nur zu viele Fragen gestellt werden würden. Also fährst du kurzerhand zum Hauptquartier, da dort auch Leute sind, die sich um Wunden kümmern. So langsam beginnt jedoch deine Wunde zu schmerzen und zu pochen. Dir wird aufgrund des enormen Blutverlustes schwindelig und du drohst, ohnmächtig zu werden. Zum Glück kommst du in dem Moment an und taumelst blutverschmiert zur stählernen Tür. Direkt wirst du hereingelassen. Erschrocken starren dich alle Beteiligten an und sofort wirst du von einem der Sanitäter in den Krankenraum geführt. Dort liegst du auf der Trage und plötzlich siehst du erst nur weiß und dann schwarz. Das Bewusstsein hast du verloren, während du von den hektischen Verarztungen nicht mehr viel mitbekommst..

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    Mehr und mehr erblickst du ein helles Licht, das dich zurück zum Bewusstsein bringt. Dunkle Umrisse, in Form zweier Menschen, zeichnen sich von dem hellen Hintergrund ab. Langsam werden diese Umrisse deutlicher und du erkennst ein vertrautes, als auch ein fremdes Gesicht. Der Vertraute ist der Arzt, der dich schon des Öfteren wegen deiner Schusswunde in der Seite untersucht hat. Sorgenvoll betrachtet er dich, während ein junges Mädchen etwa 13 Jahre alt, mit einem Glas Wasser in der Hand, ausdruckslos neben ihm steht. Vorsichtig versuchst du dich aufzusetzen, doch plötzlich durchfährt dich ein stechender Schmerz an der Schulter und du sinkst zurück. Der Arzt schaut dich nun mitleidig an und murmelt:,, Hallo, (d/n). Dass du auch immer verwundet zurückkommst." Ärgerlich murrst du:,, Ja, ich hätte es auch einfach lassen können. Außerdem werde ich jedes Mal aufgrund eines Anderen verletzt. Das erste Mal, weil ich Taehyung und Yoongi retten musste und dieses Mal, weil mich so eine Pappnase namens Yoongi mich einfach dauerhaft angerufen hat. Andererseits hätte man mich gar nicht erst entdeckt." Das Mädchen neben dem Arzt schmunzelt amüsiert und reich dir nun das Glas Wasser. Knapp nickend nimmst du es dankbar an und nippst daran. Jetzt räuspert sich der Mann:,, Ach ja, Yoongi hat noch einmal angerufen. Er war sichtlich verwirrt, doch wir konnten ihn nur teils aufklären. Ich habe ihm versprochen, dass du ihn anrufst, sobald du wieder wach bist. Also..." Das Mädchen reicht dir stumm dein Handy, während du nur demotiviert darauf starrst. Leise murrst du vor dich hin:,, Der Kerl soll mich mal in Ruhe lassen..." Schnell tippst du die Nummer ein. Nicht lange musst du warten, da nimmt Yoongi schon ab. Sorgvoll flüstert er:,,(d/n), bist du das?" Kalt erwiderst du:,, Ja, ich bin das." Etwas erleichtert klingend fragt dein Mentor nun:,, Wie geht es dir und was ist überhaupt passiert?" Seufzend antwortest du:,, Ich bin meinem Auftrag nachgegangen und wurde dann von solchen asozialen Jugendlichen entdeckt, weil du mich die ganze Zeit angerufen hast. Daraufhin haben sie mich festgehalten und bei meinem Fluchtversuch hat mir der eine sein bescheuertes Messer in die Schulter geschlagen. Also, danke Yoongi. Wirklich liebreizend, diese Geste, mich mehrmals anzurufen, nachdem ich schon weggedrückt habe. Wirklich, finde ich wundervoll." Ironisch lässt du diese Worte erklingen, woraufhin Yoongi nicht mehr viel zu sagen weiß. Schuldbewusst stottert er:,, Das tut mir wirklich leid. Ich wollte das doch gar nicht. Woher hätte ich denn wissen sollen, dass..." Weiter kommt er nicht, denn du wetterst entgegen:,, Was wusstest du nicht? Dass ich gerade fliehen musste? Das ist schön und gut, aber wenn man weggedrückt wird, muss man doch wissen, dass das Gespräch unerwünscht ist!" Wütend legst du nun auf, sehr zu der Verwunderung der beiden, die neben dir stehen. Die Tränen sind kurz davor, zu fließen. Jedoch kannst du dich noch gerade so beherrschen. Das letzte, das ich jetzt noch brauche, ist ein Gespräch mit Yoongi. Der macht das Ganze doch auch nicht besser. Ich habe mich von ihm abgewandt, um nicht in der Trauer zu ertrinken. Aber nein, natürlich muss er wieder dazwischen funken! Ausdruckslos starrst du an die kahle Wand, bis der Arzt vorsichtig einen Schritt auf dich hin tut und leise seine Stimme hebt:,, Also, die Wunde muss zum Glück nicht genäht werden. Sie hat zwar stark geblutet, aber der Riss ist nicht tief. Wenn du dich ein paar Tage ausruhst, ist wieder alles im guten Bereich. Du musst nur etwas aufpassen, wenn du dich schnell bewegst, da die Schmerzen doch recht enorm sind. Aber ich denke, das weißt du wohl selbst." Verunsichert lächelt er am Ende und gibt dem Mädchen ein kurzes Zeichen. Daraufhin geht sie schüchtern zu dir und fragt:,, Darf ich noch etwas für dich tun? Eine Wärmflasche oder so?" Dankend winkst du ab, fragst das Maschen aber, ob du schon gehen darfst. Unsicher schaut das Mädchen nun umher und murmelt:,, Ich geh mal schnell fragen. Schon ist das Mädchen verschwunden und alleine hockst du in dem kalten Raum. Eine Weile wartest du, da kommt das Mädchen wieder. Schüchtern lächelt sie und erklärt:,, Theoretisch darfst du gehen, aber der Arzt möchte dann dabei sein." Knapp nickst du. Plötzlich fragst du:,, Wie lange bist du hier eigentlich schon? Und was ist dein Spezialgebiet? Ich habe dich hier nämlich schon mal gesehen. Da warst du in dem Raum zum Schießen und hast eine Waffe bei dir getragen. Aber ich glaube, du wolltest dich nicht unterhalten." Verlegen kratzt sich das Mädchen am Hinterkopf und erzählt:,, Naja, ich bin hier seit meine Mutter gestorben ist und mein Vater hat mich und meine Geschwister alleine gelassen. Seitdem müssen wir irgendwie um die Runden kommen. Ich verdiene mir hier nämlich auch ein bisschen Geld. Naja, es ist nicht viel, aber es reicht zum Überleben für uns alle. Ein Fachgebiet habe ich eigentlich nicht. Wobei ich mich tatsächlich am liebsten einfach um die Verwundeten kümmere. Töten tue ich eigentlich gar nicht. Ich war nur für den Fall der Fälle dort zum Üben. Ansonsten in ich ein Mädchen, das gerne zur Spionage benutzt wird. Ich bin klein, wendig und sehe unschuldig aus. Eigentlich perfekt für den Job..." Nachdenklich nickst du und fragst dann:,, Und... Wie heißt du?" Knapp antwortet das Kind:,, Dahee." Auf einmal kommt auch der Arzt wieder rein und meint:,, So, (d/n), dann wollen wir mal schauen, ob du ohne Probleme hochkommst..." Ohne ein Weiteres kommt er auf dich zu und hält dich am Arm fest. Dahee kommt von der andren Seite und stützt dich da. Vorsichtig versuchst du nun, aufzustehen. Der Schmerz in deiner Schulter ist nur schwer erträglich, aber dennoch gibst du nicht auf und stehst schließlich sicher auf dem Boden. Nun läufst du vorsichtig gestützt einige Schritte und dann alleine. Zufrieden blickst du nun auf und lächelst:,, OK, es geht. Also fahre ich dann mal nach Hause." Eilig verlässt du den Raum und steigst in deinen Wagen. Ohne große Umschweife fährst du nach Hause und legst dich dort erst mal ne Runde auf's Sofa. In der Zeit denkst du etwas nach. Dahee sagt, ihre Mutter sei tot und ihr Vater abgehauen. Und Geschwister hat sie auch. Irgendwie kommt mir das bekannt vor. Jemand anderes hat mir erzählt, dass es bei ihm/ihr auch so war. Aber ich weiß nicht mehr, wer es war. Ist ja auch egal. Sowas passiert bestimmt andauernd. Von sofern... Plötzlich wirst du aus deinen Gedanken gerissen, weil dein Handy vibriert. Einen schnellen Blick wirfst du darauf. Yoongi. Schnell drückst du weg. Nein. Da gehe ich nicht ran. Ich brauche jetzt nicht auch noch mehr Kummer... Niemals wieder werde ich einen Gedanken an ihn verschwenden. Nein, nie wieder. ER hat eine Andere und das ist gut so...

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    Verschlafen hebst du deinen Arm, um den laut piependen Wecker zum Schweigen zu bringen. Schwerfällig raffst du dich mit starken Schmerzen in der Schulter auf, um in deine Klamotten zu schlüpfen. Mit vor Schmerz verzerrtem Gesicht hinkst du nun steif in die Küche. Dort erwartet Tiefsee dich bereits hungrig. Lächelnd streichelst du ihr liebevoll über das weiche Fell und schüttest ihr Futter, als auch frisches Wasser in ihren Napf. Laut schmatzend beginnt die kleine Katze nun, zu fressen und auch du bereitest dir nun ein schnelles Frühstück. Jetzt schlenderst du langsam zu deinem Auto, steigst ein und schlägst den Weg Richtung Hochschule ein. Dort angekommen erblickst du direkt einige Mitstudenten. Unter anderem Sehun und Juhee. Während Sehun dir freundlich zulächelt, ignoriert Juhee dich einfach. Gerade willst du leise seufzend zu den beiden rübergehen, als dich plötzlich eine Herde von weiblichen Studenten belagert. Wild rufen sie etwas durcheinander und bedrängen dich immer mehr. Verwirrt taumelst du einen Schritt zurück und versuchst, etwas zu verstehen. Doch vergeblich. Schließlich rufst du laut in das Gewusel hinein:,, So, jetzt geht ihr alle erst mal einen Schritt zurück und hört auf, mich zu begrabbeln. Andernfalls werde ich nicht eine eurer Fragen beantworten. Und redet gesittet nacheinander!" Der Lärm legt sich wieder und die Mädchen weichen gehorsam zurück. Nun fragt die eine direkt:,, Was machst du hier eigentlich wieder, (d/n)? Ich dachte, du seist mit deiner besten Freundin Miga und BTS auf Tour? Also, warum bist du auf einmal wieder hier?" Knapp antwortest du nur:,, Heimweh." Auf einmal ertönt die skeptische Stimme einer Mitstudentin:,, Heimweh? Wonach denn? Du hast doch nicht mal Familie. Wonach willst du also Heimweh haben?" Kalt antwortest du:,, Heimweh ist ein Zustand, den man nicht nur im Bezug auf Familienmitglieder verspüren kann. Ich hatte eben Heimweh nach dem Ort und meinen Gewohnheiten. Außerdem hatte ich nicht die Absicht, mein Studium erst in 10 Jahren abzuschließen." Einige nicken auf deine gelassene Antwort, indem sie zustimmend nicken, doch die Selbe fragt nun wieder leicht vorwurfsvoll:,, Aber Miga ist doch deine beste Freundin. Sollte man da nicht füreinander da sein und sich gegenseitig unterstützen? Ist das überhaupt echte Freundschaft, wenn du sie so alleine lässt?" Ich soll sie alleine gelassen haben? Oh nein! Sie hat mich alleine gelassen und das hat sie noch nicht mal gemerkt. Sie hatte nur ihren Jungkook im Sinn, während ich einsam war und nur ignoriert wurde! Ich habe sie verlassen, damit sie mit Jungkook glücklich ist und ich dem jungen Glück nicht im Weg stehe. Wer ist hier also die bessere Freundin? Ich oder sie? Sicher antwortest du mit fester Stimme:,, Nein, ich habe sie nicht allein gelassen. Sie hat ja noch Jungkook. Und wie du schon sagtest, in einer wahren Freundschaft unterstützt man sich GEGENSEITIG. Also hat sie vollstes Verständnis dafür, wenn ich auch mal wieder nach Hause will." Scheinbar etwas enttäuscht, dass sie nichts Dramatisches aufdecken konnte, verschränkt das Mädchen die Arme und wendet sich ab. Plötzlich fragt eine noch recht junge Studentin vorsichtig:,, Wie sind die Jungs so im Privaten?" Eigentlich fast schon eher fragend erwiderst du schnell:,, Nett?" Kurz sind alle ruhig, bis auf einmal ein Mädchen meint:,, Es kursierten Gerüchte, dass zwischen dir und Suga etwas läuft. Stimmt das?" Überrascht runzelst du die Stirn. Wen auch nur, um die Tränen zu verdrängen. Kurz überlegst du und sagst dann fast schon flüsternd:,, Nein, da ist nichts. Das war es niemals und wird es auch niemals sein. Ich kenne Yoongi nur über Miga. Wir sind eher wie Kollegen. Man versteht sich halt..." Nein, wir haben da nichts am Laufen. Leider. Was denke ich da schon wieder? Ich habe mir geschworen, ihn aus meinem Gedächtnis zu befreien. Und daran halte ich mich auch. Yoongi? Der ist nicht mehr als eine schlechte Erinnerung. Wie.
    eine nervige Mücke, die man mühelos zertreten und somit auslöschen kann. Nein, an ihn werde ich keinen Gedanken mehr verschwenden.
    Letztendlich wird es dir zu viel, in Mitten der Massen und du drängst dich heraus mit den Worten:,, Die Vorlesung beginnt gleich und ich will nicht zu spät kommen. Also, bis dann!" Eilig verschwindest du nun in dem Vorlesungsraum. Tatsächlich praktisch direkt fängt die erste Vorlesung an, während du nur frustriert aus dem Fenster starrst. Ohne Miga ist es wirklich langweilig. Ich wünschte echt, sie wäre jetzt hier und nicht bei Jungkook. Alles wäre wieder wie früher. Nein, das wäre nicht gerecht. Ich möchte Migas Erfolg, noch ihrer Beziehung mit Jungkook im Weg stehen. Was auch immer es dann für mich bedeutet. Wahrscheinlich das Ende unserer Freundschaft... Aber besser das, als Miga jeden Tag traurig zu sehen. Deswegen habe ich mich nun auch von ihr angewandt. So kann sie ein besseres Leben führen.Ein Leben ohne die egoistische (d/n), die nur alles zerstört. Ja, es ist besser so. Mag mein Leben dann noch so einsam und langweilig sein. Immerhin ist Miga dann glücklich... Nach Ewigkeiten ist nun auch endlich der sterbenslangweilige Tag in der Hochschule vorüber und du begibst dich schnell in dein Auto, bevor dich wieder irgendwelche wissbegierigen Studentinnen abfangen. Direkt fährst du nun zu dem Café, in dem du arbeitest. Dort begegnest du direkt deiner Kollegin, Tran, in der Küche. Kurz nickst du ihr lächelnd zu, bevor du in den Aufenthaltsraum für das Personal schlenderst, um dich umzuziehen. Da es schon recht spät ist, musst du im Speisesaal des Restaurantteils kellnern. Geschickt schlängelst du dich durch die Leute hindurch, teilst Speisen schnell aus und nimmst höflich neue Bestellungen an. Auf den Wegen triffst du immer mal wieder Tran, der du dann einfach freundlich zulächelst. Letztendlich ist dein Arbeitstag nach 4 Stunden endlich vorbei und du ziehst dich gerade im Personalraum um. Neben dir packt Tran gerade ihre Sachen und fragt dich plötzlich freundlich:,, Und, wie war es so auf Tour mit BTS?" Freundlich lächelnd antwortest du müde:,, Wirklich schön, aber schließlich habe ich zu viel Heimweh gehabt. Deswegen bin ich auch wieder hier. Ich meine, ich habe zwar keine Familie mehr, aber ich habe trotzdem den Ort mit all den Erinnerungen und Gewohnheiten vermisst." Verständnisvoll lächelt deine freundliche Kollegin schwach und erzählt:,, Das kann ich sehr gut verstehen. Ich kann ohne meine drei kleinen Schwestern auch nicht leben. Ich hätte mich auch dafür entschieden, zurückzukommen. Auch, wenn es zuhause doch wirklich stressig sein kann. Es liegt noch nicht mal an meinen Schwestern, sondern einfach daran, dass ich eben dafür sorgen muss, dass wir Geld im Haus haben und mich zudem auch noch immer um sie kümmern muss. Zwar passt unsere Oma oft auf sie auf, aber unser Vater, der sich schon vor langer Zeit vom Acker gemacht hat, bezahlt uns auch nicht mehr monatlich, weil er pleite ist. Vor allem jetzt muss ich viele Überstunden machen, da meine jüngste Schwester, die gerade mal in der zweiten Klasse ist, sich vor zwei Wochen den Ar gebrochen hat. Diesen Bruch haben wir operieren lassen, da der Knochen so einfach schneller und mit höherer Wahrscheinlichkeit, dass er richtig zusammenwächst, wieder zusammenwächst. Zwar, wäre das nicht nötig gewesen, aber sicher ist sicher. Aufgrund dessen wird es jedoch leider nicht von der Krankenkasse übernommen. Das ging sogar schon so weit, dass meine 13-jährige Schwester jetzt auch meint, für uns arbeiten gehen zu müssen. Ich meine, sie arbeitet zwar nur als Kindermädchen, verdient sogar recht gut, ist dafür aber auch jeden zweiten Tag da. Dann ist sie auch nicht zum Aufpassen da. Aber ich muss sagen, wenn sie da ist, kümmert sie sich ganz rührend um die beiden. Außerdem haben wir ja noch Oma. Aber es stört mich trotzdem ungemein, weil ich finde, dass man in dem Alter noch nicht so viel für seine Familie arbeiten sollte. Naja, wie auch immer...
    Du, (d/n), ich muss dann auch nach Hause. Meine Schwestern warten auf mich und außerdem muss ich noch kochen. Also, bis dann!" Gerade will Tran eilig gehen, da packst du sie bei Arm und hälst sie fest. Verwundert schaut sie dich an, während du mitleidig und verständnisvoll zurückstarrst. Leise flüsterst du:,, Ich weiß, ich habe dir das schonmal angeboten... Solltest du jemals irgendwie Hilfe brauchen, ich bin da!" Dankbar lächelt Tran dich an und geht dann eilig. Langsam trottest du nun auch geschafft zum Auto. Mittlerweile ist es schon wirklich spät und du fährst schon fast einschlafend nach Hause. Dort angekommen steigst du aus und taumelst zur Haustür. Auf dem Weg kramst du schon mal schläfrig deine Schlüssel heraus. Gerade willst du aufschließen, da siehst du im Nachbarshaus noch Licht brennen. Bei genauerem Hinsehen erkennst du, dass dort die alte Nora einsam in ihrer Küche hockt. Seufzend steckst du die Schlüssel wieder ein, gehst rüber und klingelst. Kurze Zeit später kommt die sichtlich verwirrte Nora an die Tür und lächelt dich überrascht an. Verwundert fragt sie entzückt:,,(d/n), was machst du denn noch zu so später Stund hier?" Etwas amüsiert erwiderst du gähnend:,, Dich besuchen." Freudig lächelt die herzensgute, alte Frau dich an und meint:,, Da freu ich mich aber, aber das wäre doch wirklich nicht nötig gewesen!" Müde erwiderst du beinahe flüsternd:,, Doch. Ich mache das wirklich gerne." Schon lädt Nora dich in ihr kleines Haus ein und zusammen sitzt ihr euren heißen Tee schlürfend in der gemütlichen Küche. Entzückt fragt Nora dich mit ihrer irgendwie süßen, hohen Stimme:,, Wo warst du denn vorher noch? Du scheinst ja noch unterwegs gewesen zu sein." Den noch zu heißen Tee abstellend erzählst du:,, Ich habe bis gerade eben noch im Restaurant gearbeitet und vorher war ich eben noch in der Hochschule." Mitleidig trauert Nora:,, Du armes Kind, bist den ganzen Tag unterwegs. Hast du überhaupt schon etwas gegessen? Ich könnte dir noch ein bisschen Gulasch anbieten." Amüsiert grinst du dankend:,, Nein, danke. Das ist doch nicht nötig." Auf einmal ruft Nora:,, Doch, ich bestehe darauf. Kind, du bist doch so dürr und außerdem würde ich eh nicht alles aufbekommen!" Schon steht die ergraute Frau auf und löffelt dir gleich etwas von ihrem Gulasch in eine Schüssel. Entzückt grinsend sitzt du immer noch da und murmelst dankbar:,, Danke, das ist wirklich lieb." Schon stellt Nora dir das frisch aufgeheizte Mal vor die Nase. Der leckere Geruch strömt dir in die Nase und du beginnst zu essen. In der Zeit fragt Nora wieder:,, In welchem Restaurant arbeitest du denn?" Mit vollem Mund nuschelst du:,, Im Restaurant,, Am Seeufer". Ursprünglich war das nur ein Café, aber mittlerweile ist es auch ein Restaurant. Es ist im Park, weißt du?" Etwas stumpf, aber irgendwie süß antwortet deine Nachbarin:,, Ne, weiß ich nicht. Ich war da auch noch nie. Vielleicht muss ich da mal hin..." Schmunzelnd kaust du zu Ende und schlägst dann vor:,, Ja, das solltest du mal machen. Ich kann dich ja mal einladen. Wann hast du denn Zeit?" Überrascht schaut dich die Frau dankbar an und beschwichtigt dann:,, Nein, nein. Wenn, dann lade ICH DICH ein!" Dankbar lächelst du und lachst dann:,, Na gut, wenn du meinst. Sonst mache ich das auch wirklich gerne." Doch Nora beharrt auf ihre Meinung und etwas unterhaltet ihr euch noch. Mittlerweile bist du auch mit dem Essen fertig und wirfst einen schnellen Blick auf die Uhr. Nun erklärst du bedauernd:,, Es tut mir wirklich leid, Nora. Aber ich muss jetzt auch nach Hause und ins Bett gehen. Ansonsten komme ich morgen zu spät zur Hochschule." Verständnisvoll nickt Nora, steht auf, begleitet dich zur Tür und meint zum Abschied noch:,, Gute Nacht, (d/n). Träum was Feines. Bis demnächst!" Lächelnd winkst du ihr noch schnell, bevor du in deinem eigenen Haus verschwindest. Direkt schmeißt du dich in dein Bett und holst deinen Laptop noch schnell unterm Bett hervor. Gerade willst du ihn starten, da klingelt dein Handy. Du wirfst einen schnellen Blick drauf und erkennst, dass es Yoongi ist. Ohne lange darüber nachzudenken, lehnst du ab. Weitere Anrufe folgen nicht. Jedoch vibriert dein Handy mehrmals, weil Yoongi dir im Dauerakkord Nachrichten schreibt. Allerdings schaust du dir diese nicht an. Ich muss jetzt nicht auch noch mit Yoongi diskutieren. Der Kerl ist Geschichte für mich. Seelenruhig überwachst du über deinen Laptop das verlassene Anwesen am Waldesrand und stellst gerade ein, dass du eine Nachricht bekommst, sobald sich etwas vor den Kameras stark bewegt. Das stockende Vibrieren deines Handys geht stetig weiter, bis es schließlich versiegt. Doch nach etwa 30 Minuten der Ruhe klingelt dein Handy auf einmal wieder. Yoongi, ich werde nicht rangehen! Seufzend nimmst du dein Handy und willst gerade ablehnen, als du bemerkst, dass nicht Yoongi, sondern Hobi dich anruft. Schnell nimmst du ab und fragst leise:,, Hallo Hobi?" Doch anstatt, dass Hoseok wie erwartet antwortet, ertönt Yoongis verärgerte Stimme:,, Warum drückst du mich weg, nimmst aber Hobi an?"

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    Erschrocken stotterst du verlegen:„Yoongi? Was willst du?“ Die wütende Antwort ertönt:„Ich will wissen, warum du Hoseok annimmst und mich nicht!“ Schnell lügst du überrumpelt:„Ich war bis gerade noch im Café arbeiten und durfte keine Anrufe entgegennehmen. Ich bin erst seit 5 Minuten wieder zuhause. Ich wollte dich auch gerade zurückrufen.“ Skeptisch murmelt dein Mentor:„Jaja, wer's glaubt, wird selig. Du brauchst mich gar nicht erst anlügen. Ich merke das wohl. Also, was war der wahre Grund?“ Innerlich seufzt du und lügst wieder, in ruhigem Ton:„Na gut. Ich war noch etwas wütend, weil du mich während meines Auftrags angerufen hast. Es tut mir ja leid...“ Laut seufzt Yoongi:„War das alles?“ Zögernd antwortest du mit Tränen in den Augen:„Ja.“ Nun herrscht eine unangenehme Stille zwischen euch. Nach einer Weile fragst du zögernd: Wie geht es auch allen?“ Knapp antwortet Yoongi nur:„Gut.“ Leise schweigst du in dich hinein, Yoongi ebenso. Plötzlich murmelt Yoongi frustriert:„Ich vermisse dich, (d/n). Das tun wir alle. Ohne dich ist es eben furchtbar langweilig...“ Leise flüsterst du, die Tränen schon die Wange herunterkullernd:„War das alles?“ Kurz überlegt dein Mentor und sagt dann mit klarer Stimme, jedoch einem kleinen, unterdrücktem Seufzer:„Ja.“ Wieder Stille. Endlich murmelst du kalt, die Tränen, Erinnerungen und Bedürfnisse verdrängend:„Aber ich bin glücklich hier. Und ihr seid es auch. Also ist alles gut.“ Gedankenverloren brummt Yoongi nur zustimmend. Wieder die unangenehme Stille. Letztendlich murmelst du:„Es gibt nichts mehr zu sagen. Also, bis dann, Yoongi.“ Gerade willst du auflegen, da unterbricht Yoongi deine Tätigkeit energisch:„(d/n), ich muss dir etwas sagen!“
    Hoffnungsvoll hebst du den Kopf, verdrängst die kummervollen Tränen und hauchst leise, fast kaum hörbar und mit dem Gefühl, es sei der letzte Atemzug:,, Ja?" Einen Moment zögert Yoongi, seufzt laut und stammelt dann:,, Ich wollte dir nur sagen, dass es mir leid tut, dich so oft angerufen zu haben. Ich hoffe, du verzeihst mir und deine Wunde heilt schnell..." Enttäuscht schließt du die Augen, sodass eine weitere, dicke Träne dein Auge verlässt. Kurz schluckst du frustriert und sagst dann mit fester Stimme nur noch:,, OK, ist in Ordnung. Es ist ja keine gefährliche Wunde. Bis später." Nun legst du schnell auf uns lässt dich kummervoll auf dein Bett fallen. Was habe ich mir denn überhaupt eingebildet, was er sagt. Es ist doch ganz eindeutig, dass er nichts von mir will und er eine Andere im Sinn hat. Aber vielleicht ist es ja wirklich besser so. Ich wollte ihn mir doch eh aus dem Kopf schlagen... Betrübt stehst du wieder auf und trottest zu deinem Schrank, um dir einen Pulli rauszuholen. Plötzlich fällt dein Blick auf Yoongis Jacke. Wie betäubt starrst du traurig darauf. Nach einer Weile nimmst du die Jacke vorsichtig hoch und wiegst sie in deinen Händen. Voller Trauer rinnen dir bei dem Anblick die Tränen die Wangen herunter und fest drückst du den weichen Stoff an deine Brust. Der vertraute Geruch strömt in deine Nase und lässt all die Erinnerungen zurückkehren. Was du mühevoll verdrängt hast, flutet alles auf einmal in deinen Kopf und lässt dich all die schönen, schlechten, enttäuschenden und traurigen Erlebnisse noch einmal durchleben. Überrumpelt lässt du dich laut weinend auf den Boden fallen. Die Jacke entgleitet deinem Griff und liegt nun neben dir, während du dir den Kopf vor Verzweiflung hälst. In der Hoffnung, dass die Gedanken, die Erinnerungen und Erlebnisse verschwinden. Einmal in deinem Leben wünscht du dir das vollkommene Vergessen. Doch es funktioniert einfach nicht. All das, was dich in deiner Vergangenheit bedrückte, holt dich nun ein und du kannst nicht anders, als vor Verzweiflung laut zu schreien. Du schreist, um Platz in deiner Seele zu schaffen, bevor all die Emotionen sie zum Platzen bringen. Deine Trauer, Verzweiflung, Wut und auch Liebe brüllst du heraus. So laut, dass du es nicht mal mehr hören kannst. So verzweifelt, dass du dich nach dem Gefühlsausbruch irgendwie leer fühlst. Auf einmal hast du alles vergessen und du bist nicht sicher, warum du überhaupt so traurig und wütend warst. Du bist dir nicht mal mehr sicher, ob du überhaupt noch lebst. So leer fühlst du dich. Ruhig stehst du plötzlich auf, gehst vor den Spiegel und betrachtest dich. Rot verheultes Gesicht, zitternde Hände und verzweifelte Augen. Bin das ich? So habe ich nie ausgesehen. Bin das also wirklich ich? Oder lebe ich überhaupt noch? Ist das der Tod? Bin ich angekommen? Fühlt sich so der Tod an? So leer und trostlos? So angsteinflößend? Ruhig taumelst du einen Schritt nach vorne. Lass es mich herausfinden... Gedankenverloren betrachtest du deine zittrigen Hände und dann den Spiegel. Nicht lange überlegst du, ballst deine Hand zur Faust und schlägst mit voller Wucht gegen den Spiegel. Laut klirrend zersprengt der Spiegel in tausend Teile und deine Hand wird auf einmal warm und stechender Schmerz durchfährt sie. Erwartungsvoll starrst du auf deine Hand. Warmes, rotes Blut überströmt deine Hand und die scharfen Splitter ragen noch bedrohlich aus deinem Fleisch. Aufatmend ziehst du an dem größten Splitter und ziehst ihn gewaltvoll raus, wodurch deine Haut schmerzhaft aufgerissen wird. Kurz verziehst du schmerzverzerrt dein Gesicht, belächelst dann aber deine blutverschmierte Hand. Immerhin weiß ich jetzt, dass ich nicht tot bin. Seelenruhig und irgendwie befriedigt trottest du in dein Badezimmer. Vorsichtig entfernst du mit einer Pinzette die grobsten Splitter, lässt deine Hand dann mit kaltem Wasser überlaufen, welches sich daraufhin rot färbt und schlenderst zufrieden und plötzlich gar nicht mehr traurig in dein Bett. Müde schläfst du sofort ein. Deine Gefühle und Emotionen hast du herausgeschrien, sodass du jetzt nichts mehr fühlst. Es ist, als hätte man dir das Herz herausgerissen. Doch zu aller Überraschung fühlt sich das gerade nur allzu gut an.

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    Der nächste Morgen ist angebrochen und schwerfällig hievst du dich schlaftrunken aus dem warmen Bett. Müde reibst du dir die Augen und trottest ins Bad, um dich für die Hochschule fertig zu machen. Gerade willst du dir das Gesicht waschen und lässt dafür kaltes Wasser auf deine Hände rinnen, da fällt dir auf, dass deine rechte Hand komplett zerkratzt und blutig ist. Zudem stecken noch einige kleine Scherben darin. Kurz musst du überlegen, bevor dir wieder einfällt, woher diese Wunde kommt. Leise murrst du vor dich hin und versuchst noch einmal, die letzten Scherben zu entfernen. Dies funktioniert jedoch eher weniger gut. Schließlich gibst du es auf und schlenderst einfach in deine Küche, fütterst Tiefsee und begibst dich direkt zur Hochschule. Heute gehst du, denn das Wetter ist einfach nur schön und deiner Schulter geht es wieder soweit ganz gut. Friedlich atmest du tief die frische Luft ein, lauschst dem seichten Rascheln, der im Wind wehenden Blätter und das fröhliche Gezwitscher der Vögel hellt deine Gedanken noch einmals auf. Der Geruch von Blumen erfüllt dich und als du aufschaust, erblickst du direkt das große Feld im Park, welches voll bewachsen mit vielen bunten Blumen ist. Fröhlich kommst du an der Hochschule an, wo du dich erst mal zu Sehun gesellst. Juhee ist noch nicht da, weshalb ihr etwas auf sie wartet. Selbst, wenn ihr vielleicht nicht immer ganz grün miteinander seid und jetzt auch nicht sonderlich viel gemeinsam unternehmt. Aufgeregte Mädels kommen nur noch wenige und die stören dich auch nicht mehr. Knapp beantwortest du ihnen ihre harmlosen Fragen und schon sind sie zufrieden. Nun beginnt die erste Vorlesung. Gelangweilt sitzt du einfach nur da und hörst gut zu. Schnell machst du dir zwischendurch einige Notizen, denn die nächste Klausur steht schon bevor. Doch tatsächlich bist du schon gut vorbereitet und musst nicht mehr allzu viel tun. Nach einigen Stunden ist die Hochschule dann auch schon vorbei. Mit Sehun und Juhee stehst du noch in der Cafeteria und unterhälst dich mit den beiden. Interessiert fragt Sehun auf einmal, während er auf deine verletzte Hand deutet:„Was hast du denn da gemacht?“ Etwas peinlich berührt lachst du leise und änderst die Wahrheit dann etwas um:„Ich habe mich gestreckt und bin dabei aus Versehen voll gegen den Spiegel gestoßen. Der Rest erklärt sich von selbst...“ Juhee lächelt und murmelt auf einmal zur Überraschung aller:„Das sieht aber nicht gut aus. Da stecken ja doch noch ziemlich viele Scherben im deiner Hand. Du solltest vielleicht zum Arzt gehen und sie entfernen lassen. Andererseits würde sich die Wunde entzünden. Und glaub mir, das ist nicht angenehm...“ Scheinbar selbst etwas überrascht von ihrem plötzlichem Sprechen weicht Juhee einen Schritt zurück und verfällt in ihre alten Verhaltensweisen. Schweigen und kalt in die Gegend gaffen, nicht auch nur einen Hauch von Emotionen zeigen. Innerlich seufzt du leise, doch äußerlich antwortest du nur lächelnd:„Ja, werde ich machen. Danke für den Tipp.“ Daraufhin nickt die Schweigsame nur knapp. Schließlich winkst du den beiden Bekannten und machst dich auf dem Weg zum Café. Jetzt musst du etwa 2 Stunden dort arbeiten. Fröhlich vor dich hin pfeifend läufst du durch die Küche und holst hier den einen Kaffee ab, da den nächsten Kuchen und trägst diese schnell aus. Nach einer Stunde Arbeitszeit stößt auch Tran dazu. Schnell begrüßt ihr euch freundlich und wendet euch dann wieder eurer Arbeit zu. Schließlich bist du fertig mit der Arbeit, während Tran noch eine Stunde dableiben muss. Zackig verabschiedest du dich wieder von allen und machst dich dann auf den Weg zum Hauptquartier. Denn du musst noch deinen Laptop zuhause mit dem Computer dort verbinden, damit du alles von zuhause aus steuern kannst. Wie immer kommst du herein und machst sich dann direkt an die Arbeit, die beiden Geräte zu koppeln. Als dies schließlich geschafft ist, schaust du noch einmal im Krankenzimmer nach, ob vielleicht jemand da ist, der dir mit deiner Hand helfen kann. Als du niemanden erblickst, willst du gerade wieder gehen, prallst jedoch mit jemanden zusammen. Dahee. Beide hockt ihr wegen des Zusammenstoßes auf dem Boden. Schnell entschuldigst du dich bei dem jungen Mädchen und hilfst ihr hoch. Sie lächelt nur schnell und beschwichtigt, dass alles gut sei. Bei der Gelegenheit fragst du sie dann noch, ob eventuell der Arzt da ist und erklärst das mit deiner Hand, so wie du es Sehun und Juhee auch erklärt hast. Nachdenklich nickt Dahee und betrachtet deine verletzte Hand kurz. Dann lächelt sie entschuldigend und erklärt:„Tut mir leid, aber er ist nicht da. Wenn du willst, kann das aber auch ich machen. Ich bin ja sozusagen bei ihm in der Lehre. Also weiß ich, wie das geht. Aber es ist auch in Ordnung, wenn du doch lieber von jemand Erfahrenem behandeln lässt.“ Schnell versicherst du:„Nein, nein. Mach du das ruhig. Ich habe Vertrauen in dir.“ Irgendwie dankbar lächelt das Mädchen dich an und führt dich nun unter eine Lampe, um die Scherben zu entnehmen. Nach etwa 20 Minuten der qualvollen Behandlung lacht Dahee leise:„Du hast dich aber ganz schön angestellt!“ Gespielt beleidigt motzt du:„Das war wie eine Qual! Viel schmerzhafter als ein riesige Schnittwunde in der Seite, die dann noch 3 Mal wieder aufreißt!“ Belustigt schmunzelt Dahee nur und klopft dir sanft auf die Schulter. Jetzt stehst du auf und willst wieder gehen. Doch bevor du dies tust, bedankst du dich noch einmal bei Dahee.
    Mittlerweile bist du wieder zuhause und beobachtest gerade durch deinen Laptop das verlassene Anwesen. Mal wieder regt sich nichts. Seufzend stellst du den Laptop an die Seite und stellst den Fernseher. Plötzlich wird deine Aufmerksamkeit erregt, als dein Name fällt.
    (d/n), die beste Freundin von Miga hat die erfolgreiche Gruppe nun verlassen, wie auf dem gestrigen Konzert von Miga erzählt wurde. Sie sprach:„(d/n) ist wieder nach Hause gefahren. Aber dafür habe ich wirklich Verständnis. Auch, wenn ich sie doch sehr vermisse. Aber ich habe ja noch Kookie, also ist das nicht so schlimm.“ Heißt das etwa, dass Miga in Kookie einen Ersatz für ihre beste Freundin gefunden hat? Ist die Freundschaft vielleicht gescheitert? Es wurde bedeutend wenig zu dem plötzlichen Gehen der jungen Frau gesagt. Auf viele Fans wirkte es jedoch so, als sei die Stimmung leicht getrübt. Zumindest haben unsere Stars Jimin und Tae ganz schöne Gesichter gezogen, als über (d/n) gesprochen wurde. In einen Interview wurde später sogar bekannt gegeben, dass Jimin, V und Migas beste Freundin, (d/n) eine recht enge Bindung zueinander haben. Frage ist also nun, warum ist (d/n) so plötzlich gegangen? Und warum ist Miga dennoch so glücklich? Stimmt die Theorie der ARMY, dass die beiden Mädels sich zerstritten haben? Möglicherweise wegen Suga? Denn viele vermuteten eine Liebesbeziehung zwischen dem Rapper und der Freundin von Miga. Doch ist das wahr? Lief da vielleicht tatsächlich etwas und deswegen ist ein Streit ausgebrochen? Das bleibt fragwürdig. Auch Suga meldete sich bei dem Thema „(d/n)“ nicht zu Wort. Er schien sogar besonders schweigsam und verträumt.
    Was hat das denn nun alles zu bedeuten? Vielleicht werden wir es bald herausfinden!

    Ich hasse die Presse... Wobei sie sich teilweise doch die selben Fragen stellen wie ich? Hat Miga mich wirklich vollkommen für Jungkook vergessen? Selbst wenn, das war doch der Plan, oder? Dass Miga glücklich ist und ich in ihrem Leben keine Rolle mehr spiele. Also, Mission erfüllt, würde ich sagen...

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    Gelangweilt sitzt du vorm laufenden Fernseher, bis du ihn schließlich seufzend ausstellst. Einige Tage sind vergangen und so langsam vermisst du Miga immer mehr. Die einzige Person, mit der du jetzt noch etwas unternimmst, ist deine 80-jährige Nachbarin, Nora. Erst gestern wart ihr mal wieder zusammen Tee trinken und daraufhin seid ihr noch zusammen in den Zoo gegangen. Etwas beschämt sitzt du nun still da und wartest darauf, dass etwas passiert. Schon lustig, dass meine einzige richtige Freundin noch eine 80-jährige Dame ist. Alle Anderen haben mich entweder vergessen oder haben nie als richtige Freundin existiert. Und jetzt hocke ich hier rum, in der Hoffnung, dass heute noch irgendetwas passiert. Na toll... Schönes Leben habe ich da. Mit 18 Jahren schon so einsam wie eine alte Oma, die keine Verwandten mehr hat und dessen Freunde schon längst verstorben sind. Ich würde ja Tran fragen, aber ich weiß ja, dass sie mit ihren drei Geschwistern jede Menge um die Ohren hat... Plötzlich kommt Tiefsee zu dir hochgesprungen und schmiegt sich schnurrend an dein Bein. Glücklich lächelst du stumm vor dich hin und fährst mit deinen Fingern sanft durch das grau getigerte Fell. Die großen, dunklen Augen starren dich entzückt an, während du dabei das Gefühl hast, immer weiter in dem dunklen Blau zu versinken. Wie ein gewaltiger Tiefseegraben scheinen die strahlenden Augen der Katze und es ist, als würdest du dich in einem Traum verlieren. Traurig lächelst du. Das Gefühl hatte ich bei Yoongis Augen auch immer. Mich zu verlieren, so dunkel waren seine Augen. So tief und doch strahlend. Wie ein endloses Loch, so schwarz scheinen sie. Sodass man sich auch mit Leichtigkeit darin verirren konnte. Ach, was denke ich denn wieder über ihn nach? Er liebt mich doch nicht und ich habe mir vorgenommen, auch nichts mehr für ihn zu empfinden. Doch leider klappt das ja nicht. Und je länger ich von diesem perfekten, jungen Mann getrennt bin, umso mehr sehne ich mich nach ihm, seinen Geruch, seiner Stimme, seinen Augen und einfach seiner Nähe. Ich kann nicht mehr aufhören, an ihn zu denken. So sehr ich mich auch anstrenge, ihn einfach zu vergessen. Aber das wird nicht funktionieren. Und dieses wunderbare Geschöpf, die wunderschöne Katze, erinnert mich nur noch mehr an ihn. Er hat sie mir geschenkt und haben die beiden haben dieselben Augen, in denen ich mich jedes Mal verlieren könnte, sobald ich auch nur einen Blick hineinwage. Außerdem ist Yoongi sowieso eine halbe Katze. Schläft den ganzen Tag nur und sieht einfach genauso aus, genauso knuffig. Enttäuscht seufzt du und flüsterst dabei leise zu dir selbst:,, So werde ich niemals über ihn hinwegkommen. Nicht, wenn ich Tag und Nacht nur an ihn denke und deswegen sogar meinen Spiegel zerschmettere. Nein, was, wenn ich ihn nie vergessen kann und ihn eines Tages mit der Frau seiner Träume an seiner Seite sehe? Wenn ich mir doch schon meine Faust blutig schlage, weil er mich nicht liebt, wie wird es dann sein, wenn er erstmal wirklich eine Freundin hat? Und Kinder? Werde ich das überhaupt überleben? Wie soll ich dieses Leben so nur überstehen? Wird es vielleicht eher enden, als ich immer vermutet habe? Vielleicht sogar so plötzlich, wie das meiner Eltern endete? So schnell aus dem Leben gerissen... Und das, wegen eines einfachen Autounfalls... Wenn man durch so Alltägliches schon sterben kann, wie soll es dann mit diesem Liebeskummer sein? Wird das vielleicht mein Ende sein? Ein einsames Ende wäre es. Es würde nicht mal jemandem auffallen, dass ich nicht mehr da bin. Nicht Miga, nicht den Jungs, nicht meinen Eltern, niemandem... Denn Miga bin ich mittlerweile egal und den Jungs war ich doch eh immer egal. Besonders Yoongi. Und meine Eltern? Die sind doch selbst schon tot. Höchstens würde es Nora mitbekommen, weil ich sie noch ins Restaurant einladen wollte, bzw. sie mich...
    Worüber denke ich nur wieder nach? So trostlos ist das Leben nun auch wieder nicht. Es gibt so viele Menschen, die so sehr leiden müssen und dann beschwere ich mich schon wegen solchen Kleinigkeiten. Ich bin doch wirklich ein Unmensch..." Frustriert erhebst du dich schwerfällig, streichst Tiefsee noch einmal schnell übers Fell und gehst dann unmutig in die Küche. Schnell schnappst du deine Jacke, sowie deinen Geldbeutel. Wenn ich doch nichts zu tun habe, kann ich auch einfach Nora fragen, ob wir heute zusammen essen wollen... Eilig verlässt du nun das stille Haus, in dem einst so viel Leben herrschte, und gehst zu Noras Haus, an dessen Tür du erwartungsvoll klingelst. Nicht wenig später taucht die entzückt grinsende Nora im Türrahmen auf und fragt freudig:,, Hallo, (d/n). Freut mich, dass du mal wieder vorbeischaust. Was ist denn dein Plan?" Lachend antwortest du irgendwie auf einmal freudig:,, Ich wollte fragen, ob du Interesse hast, heute mit mir in dem Restaurant essen zu gehen, in dem ich arbeite. Aber wenn du keine Zeit hast, ist es natürlich auch in Ordnung." Entzückt grinst die kleine, alte Dame und erwidert aufgeregt:,, Nein, nein, Gerne mache ich das heute mit dir. Ich habe eh nichts Besseres zu tun. Ich hole nur kurz meine Sachen." Schon verschwindet die putzige Frau in den Tiefen ihres Hauses,, kommt jedoch nach etwa einer Minute schon wieder mit Jacke und Handtasche wieder heraus. Lächelnd strahlt sie dich an:,, Kann's losgehen?" Amüsiert erwiderst du:,, Ja, wir fahren mit meinem Auto. Steig doch gerne ein!" Dankend steigt die Frau auf der Beifahrerseite ein, dass während du als Fahrerin vertreten bist. Nach etwa 10 Minuten Fahrt seid ihr da und direkt geht ihr in das entspannte Restaurant hinein. Dort triffst du die überraschte Tran an. Schnell erklärst du:,, Hallo Tran. Meine Nachbarin und ich wollten hier heute gerne zu Abend essen. Habt ihr noch einen Tisch frei?" Grinsend schaut deine Kollegin dich an:,, Ja klar, folgt mir bitte!" Schnell führt sie euch an einen Tisch und bringt euch dann direkt zwei Speisekarten. Daraufhin verschwindet sie erstmal in die Küche. Etwas verwundert fragt dich Nora:,, War das eine Mitarbeiterin?" Lächelnd erzählst du:,, Ja, ie heißt Tran. Sie ist unfassbar freundlich, hat es leider aber nicht immer einfach. Ihre Mutter ist an Krebs gestorben und der Vater hat sich aus dem Staub gemacht und sie und drei jüngere Schwestern allein gelassen. Jetzt muss sie das Geld für die Familie verdienen, damit die Schwestern nicht voneinander getrennt werden..." Mitfühlend nickt die gütige Nora:,, Das ist wahrlich nicht schön. Und der Dreckskerl an Vater hat sie einfach allein gelassen?" Kurz nickst du:,, Ja, eigentlich soll er dann noch monatlich Geld zahlen, tut es aber nicht, weil er pleite ist. Und sonst hat Tran nur noch die Oma, die zwischendurch mal auf die Kleinen aufpasst. Sogar die 13--jährige Schwester verdient bereits Geld für die Familie, weil sie sonst nicht vernünftig durchs Leben durchkommen." Verständnislos schüttelt Nora leicht den Kopf und beschwert sich dann in ihrer putzigen Art:,, Das sehe ich gar nicht ein. Dann soll der Staat doch mal etwas Geld an die Bedürftigen abtreten!" Zustimmend nickst du nur und schaust schon mal nach, was du nehmen willst. Schließlich arbeitest du hier und kennst alle Gerichte in und auswendig. Auch Nora wirft noch mal einen langen Blick auf die attraktive Speisekarte, bis sie etwas gefunden hat. Schell bestellt ihr nun. Während ihr wartet unterhaltet ihr euch noch über alles Mögliche. Auf einmal fragt Nora interessiert:,, Hast du eigentlich einen festen Freund, (d/n)?" Bedauernd schüttelst du traurig den Kopf und murmelst leise vor dich hin:,, Ich wünschte, ich hätte einen." Fürsorglich fragt die nette Dame vorsichtig:,, Du hast jemanden im Kopf, nicht?" Verträumt erwiderst du frustriert:,, Ja, aber er liebt mich nicht. Er ist in eine Andere verliebt und nicht an mir interessiert. An sich wäre das ja gar nicht schlimm, wenn er nur merken würde, wie sehr er mir wehtut, wenn er über seine Liebe spricht. Ich weiß ja noch nichtmal, wer die Glückliche ist. Nur, dass ich es nicht bin..." Liebevoll streicht Nora dir mitfühlend lächelnd über den Arm und muntert dich auf:,, Keine Sorge, (d/n). Eines Tages wird er schon noch erkennen, dass du die bessere Option bist. Irgendwann wirst du den Mann deiner Träume finden und mit ihm den Rest deines Lebens verbringen. Glaub mir, so war es bei mi auch. Doch dann kommt er, wenn man es am wenigsten erwartet." Skeptisch murmelst du traurig:,, Pfff, ich habe die Hoffnung schon längst aufgegeben..." Ermutigend lächelt Nora und meint sicher:,, Dan wird er morgen kommen!" Dankbar lächelst du die Frau an und umarmst sie plötzlich. Leise flüsterst du ihr ins Ohr:,, Danke, Nora!" Sie erwidert die ehrliche Umarmung, bis ihr euch wieder voneinander löst. In dem Moment kommt das Essen, welches ihr dankbar entgegen nehmt. Zwischendurch unterhaltet ihr euch stückweise. Nora meint:,, Wie ist er denn so?" Lächelnd bei den guten Erinnerungen erzählst du:,, Er ist wunderbar. Ich meine, manchmal wirkt er wirklich gefühlskalt, aber mittlerweile weiß ich, dass er es nicht ist. Er ist mitfühlend, dankbar, charmant, süß, humorvoll und er war es, der mir Tiefsee geschenkt hat. Er hat sie auf der Straße vollkommen verwildert aufgelesen und mir gebracht, weil er wusste, dass ich einsam war." Sanft lächelt die nette Omi:,, Dann scheint er ja wirklich ein toller Kerl zu sein." Traurig nickst du nur nachdenklich. Schließlich seid ihr mit dem Essen fertig und wollt zahlen. Tran kommt schon und gerade willst du dein Geld herausholen, da setzt Nora sich doch durch und knallt das Geld schneller auf den Tisch. Dabei gibt sie reichlich Trinkgeld und zwinkert dir schnell zu. Dankbar lächelst du. Auch Tran blickt sehr erleichtert drein. Dankend nimmt sie das Geld an und wünscht euch dann noch einen angenehmen Abend. Daraufhin fahrt ihr wieder nach Hause. Schnell bringst du Nora noch an die Tür. Wie gute, wirklich gute Freunde verabschiedet ihr euch voneinander. Gerade willst du dich umdrehen, da ruft Nora dir hinterher:,, Hey, (d/n)! Denk dran, gib die Hoffnung nicht auf! Schon morgen wird sich alles zum Besseren wenden. Ich bin mir sicher!" Dankbar strahlst du sie mit glasigen Augen an und flüsterst ein letztes Mal leise:,, Danke Nora. Ich hab dich wirklich lieb gewonnen. Du bist wie meine beste Freundin und liebevolle Oma gleichzeitig. Danke für deine Aufmunterung!" Diese Unterstützung hat Miga mir nie gegeben... Also danke, Nora. Auch wenn ich nicht glaube, dass sich morgen alles bessern wird. Aber wer weiß, vielleicht geschieht ja noch ein Wunder...

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    Müde schlenderst du nun nach dem schönen Abend mit Nora im Restaurant in dein Haus. Es ist Freitag Abend und morgen musst du nicht zur Hochschule. Also lässt du dich noch etwas vor dem Fernseher nieder. Gelangweilt scrollst du die Sender durch, auf der Suche nach einem vernünftigen Film. Schließlich findest du nur einen dramatischen Liebesfilm. Seufzend bleibst du auf diesem Sender. Eigentlich schaue ich mir solche schnulzigen Filme an, aber es kommt ja nichts Besseres... Stumm gaffst du auf den hellen Bildschirm.
    Die junge Frau hockt weinend im Regen, weil der Mann ihre Träume sie verlassen hat. Für eine Andere. Die Straßenlichtlaterne strahlt milchig auf die sonst so vor Nacht schwarze Straße. Schließlich steht sie auf, mit verweintem Gesicht und versucht, ihre beste Freundin per Handy zu erreichen. Doch sie nimmt nicht ab. Enttäuscht lässt sie ihren Arm wieder nach unten sinken und dabei ihr Handy fallen. Klirrend fällt es zu Boden und der Bildschirm zerschmettert. Sich leer und einsam fühlend geht sie nach Hause. Dort erblickt sie die vielen Fotos von sich, glücklich, mit dem Mann ihrer Träume. Die Emotionen schwappen einfach über und sie beginnt, stark zu schluchzen. Die Fotos zerreißt sie voller Wut und Trauer und lässt sich einfach auf den Boden sinken. Schreit vor Liebeskummer gequält und zieht ihren Körper zusammen, als wenn sie starke Schmerzen hat. Mehrere Stunden liegt sie da und starrt schlussendlich nur noch schwach in die Leere. Letztendlich verlassen sie die Sinne und sie schläft ein. Am nächsten Tag wacht sie erst gegen Mittag auf. Taumelnd steht sie auf, als wenn sie betrunken wäre und geht kurzerhand nach draußen. Von dem ganzen Weinen sieht sie nur verschwommen und selbst ihre Sinne sind vollkommen benebelt. Mit ausdruckslosem Gesicht spaziert sie durch die Straßen, bis sie auf einer Brücke steht. Die Brücke, auf der sie sich zum ersten Mal geküsst haben. Damals tanzten sie im Regen dort zusammen, während das schwache Mondlicht ihnen ins Gesicht fiel. Sie liebten sich und die junge Frau dachte, diese wunderbare Liebe würde für immer halten. Doch nun ist alles anders. Der Mann ihrer Träume hat sie verlassen und ihre beste Freundin kann nicht für sie da sein. Denn die ist in einem Auslandsjahr und macht dort Karriere. Die Erinnerungen an die guten Zeiten mit dem wohl perfektesten Mann kamen wieder hoch und überfluteten das Gehirn der jungen Frau. Mit glasigen Augen tut sie einen Schritt vor, bis sie an der Kante steht. Verletzt schaut sie hinunter auf das turbulente Wasser. Gedankenverloren schaut sie auf, besteigt das Geländer und flüstert:,, Dort, wo es angefangen hat, da soll es auch wieder enden..." Dann springt sie.
    Frustriert stellst du den Fernseher aus. Wird das auch irgendwann mein Ende sein? Warum ist dieser Film nur so wahr? Nein, das wird nicht mein Ende sein. Ich werde mein wundervolles Leben doch nicht für so einen Müll aus dem Fenster werfen, oder? Nein! Das Leben ist zu kurz, als dass ich es mir so versauen lasse... Plötzlich wirst du angerufen auf deinem Telefon. Geschafft stehst du auf und nimmst erwartungsvoll ab:,, Hallo?" Eine vertraute Stimme ertönt - Hoseok.,, Hi, (d/n)! Wie geht's dir?" Schwach lächelnd antwortest du:,, Naja, soweit so gut. Und selbst?" Gut gelaunt wie immer erwidert Hobi:,, Mir geht's auch super. Ich weiß auch nicht. Irgendwie fühle ich mich besser als je zuvor! Jimin und Tae sitzen auch hier. Willst du auch mit ihnen sprechen?" Aus dem Hintergrund ertönen schon die aufgeregten, freudigen Stimmen der beiden. Lachend meinst du:,, Natürlich, unbedingt! Ich bestehe darauf!" Lachend gibt Hoseok dich an Tae weiter. Dieser ruft gut gelaunt:,, Hi (d/n)! Vermisst du uns auch schön?" Traurig lächelst du und sagst nur:,, Natürlich, jeden Tag. Aber hier bin ich auch glücklich. Denn hier bin ich zuhause. Natürlich vermisse ich euch alle, aber ich weiß ja, dass es euch gut geht, nicht? Wie geht's denn überhaupt dem Rest?" Auf einmal nimmt Jimin Tae das Telefon weg und meint:,, Hier geht es allen gut." Aus dem Hintergrund lacht Tae:,, Ja, vor allem Miga und Kookie!" Jimin schmunzelt:,, Ja, die beiden lieben sich wirklich sehr. Man kann sie gar nicht voneinander trennen! Sie verbringen jede freie Sekunde miteinander. Da passt kein Blatt mehr zwischen!" Traurig flüsterst du:,, Ja, ich weiß. Alles Andere ist für die beiden nun unwichtig." Jetzt schaltet Hobi sich auch wieder ein:,, Und was machst du da hinten so, (d/n)?" Etwas gleichgültig murmelst du:,, Naja, nicht viel. Ich mache momentan viel mit meiner Nachbarin. Das Studium läuft auch ganz gut und ich arbeite täglich im Restaurant..." Freudig lacht Hobi:,, Das freut uns doch!" Gedankenverloren fragst du wie aus Reflex plötzlich:,, Und wie geht es Yoongi?" Etwas überrumpelt scheinend stammelt Hobi:,, Dem geht's auch klasse." Knapp fragst du kalt:,, Wo ist er gerade?" Jimin antwortet schnell nach einer kurzen Pause:,, Der ist in seinem Zimmer und tüftelt an einem neuen Song. Der Kerl ist halt immer beschäftigt..." Stumpf fragst du etwas schlecht gelaunt:,, Wieder für seine Herzensdame?" Verunsichert antwortet Jimin:,, Nein, ich glaube nicht. Wieso? Bist du immer noch nicht über ihn hinweg?" Mit Tränen in den Augen antwortest du einfach nicht. Schließlich seufzt Jimin laut, während Tae im Hintergrund leise kichert. Plötzlich ruft Hobi aus dem Hintergrund:,, Sei nicht traurig, (d/n)! Lass den Kerl doch wen anderes lieben. Kann dir doch schnuppe sein!" Schnell wischst du dir die Tränen weg. Gerade willst du wieder etwas sagen, da klingelt dein Handy. Schnell sagst du nur noch:,, Wartet kurz, ich werde angerufen. Bis morgen!" Schon legst du auf und eilst zu deinem Handy. Zu deiner Überraschung steht dort Yoongis Name auf dem Bildschirm. Es ist ein Videoanruf. Seufzend nimmst du das Handy in die Hand und wischst noch mal schnell dein Gesicht sauber. Einfach auflegen kann ich jetzt auch nicht... Seufzend nimmst du ab und setzt direkt eine fröhliche Mine auf.,, Hey Yoongi, was ist los?" Grinsend schaut er dich an:,, Hi, (d/n)! Wie geht's dir?" Schnell antwortest du kühl, um nicht wieder traurig zu werden:,, Gut, aber warum rufst du an?" Schmunzelnd antwortet dein Mentor:,, Ich wollte nur wissen, wie es dir geht. Ich habe lang nicht mehr mit dir gesprochen. Außerdem wollte ich mich noch einmal wegen deiner Schulter erkundigen!" Ruhig antwortest du, ohne Yoongi direkt in die Augen zu schauen:,, Achso, OK. Wie geht es dir denn selbst?" Schwach lächelt Yoongi dich an:,, Joa, ganz gut." Eine kurze Pause entsteht und schnell erzählst du:,, Hobi, Tae und Jimin haben mich gerade auch angerufen. Sie erzählten, du würdest wieder an einem neuen Song tüfteln?" Schnell erwidert Yoongi verlegen lächelnd:,, Ja, aber jetzt gerade mache ich eine Pause." Plötzlich fällt dir auf, dass es im Hintergrund irgendwie vertraut und fremd gleich aussieht. Er sitzt auf einem schwarzen Sessel und neben ihm ist ein schmaler, langer Gang zu erkennen. Verwundert fragst du:,, Wo bist du gerade überhaupt?" Schnell stammelt Yoongi:,, Ich? Achso, ich bin im Hotelzimmer. Wir sind jetzt ja in einem anderem Hotel und da sehen die Zimmer etwas seltsam aus. Ich sitze da a Küchentisch." Gedankenverloren nicks du nur. Plötzlich ertönt eine zweite, undeutliche und fremde Frauenstimme im Hintergrund. Verwundert fragst du:,, Wer ist da bei dir?" Schnell erklärt Yoongi, sodass es schon fast als Rap gelten könnte:,,Äh, das ist das Zimmerpersonal. Ich muss jetzt auflegen, bis dann!" Schon legt er auf. Verwirrt legst du mit tränenden Augen das Handy weg. Jaja, von wegen Zimmerpersonal.Sicherlich ist das seine Freundin... Warum sonst sollte er auf einmal so hektisch geworden sein? Naja, dann ist das halt so... Ich sollte jetzt sowieso so langsam mal ins Bett gehen...

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    Schwarze, wunderschöne Augen starren dich an und lassen dich mal wieder die ganze Welt um dich herum vergessen. Lange Zeit starrst du einfach nur in dieses wunderschöne Gesicht, bis du schließlich seufzend, enttäuscht von dir selbst, dein Handy und somit auch das Foto von Yoongi weglegst. Demotiviert schwingst du dich aus deinem Bett und gehst in die Küche. Dort schläft Tiefsee auf einem der Stühle und hebt verschlafen den Kopf, als sie dich bemerkt. Doch zu faul, um aufzustehen, bleibt die kleine Katze einfach liegen. Schmunzelnd schüttelst du leicht den Kopf und machst dir erst mal einen Tee, so wie jeden Morgen. Denn das tat dein Vater schon jeden Morgen und jedes Mal stieg dir der vertraute Geruch in die Nase. Seitdem trinkst du selbst auch jeden Morgen diesen Tee. Er macht dir irgendwie Mut, hellt deine Mine auf und gibt dir ein Gefühl von Zuhause und Sicherheit. Leise schlürfst du das heiße Getränk und starrst dabei verträumt aus dem Fenster. Die Sonne scheint hell durch das Fenster und taucht den Raum in ein schönes Licht. Die hohen Gebäude stehen starr wie immer an ihrem Platz und lassen die Stadt moderner wirken. Wunderschön spiegelt sich die gelbe Morgensonne in den zahlreichen Fenstern der Gebäude. Leicht lächelst du, als plötzlich Tiefsee auf deinen Schoß springt und dich dazu bringt, den dampfenden Tee auf deinen Arm zu verschütten. Leicht verärgert, aber dennoch belustigt, wischst du deinen Arm schnell trocken und streichst dann zärtlich durch das samtige Fell des grauen Tiers. Die dunklen Streifen heben sich auf dem Fell der Katze deutlich ab und wirken eher wie Schatten. Mit geschlossenen Augen sitzt Tiefsee auf deinen Beinen und schnurrt behaglich. Ihre rosa Nase schmiegt sie liebevoll an deinen Arm und leckt mit ihrer rauen Zunge sogar über deine Hand. Amüsiert lässt du es geschehen, verkneifst dir aber das Lachen, da die Zunge auf deiner Haut doch ganz schön kitzelt. Etwa 30 Minuten langt hockst du nur da und streichelst das putzige Tier. Letztendlich flüchtet Tiefsee jedoch, um zu fressen. Seufzend erhebst du dich nun. Um 10:00 Uhr soll ich im Café sein und jetzt ist es gerade mal 07:30 Uhr. Allerdings wollte ich vorher noch mal bei Nora vorbeischauen und dann duschen. Nora braucht noch Hilfe bei der Umpflanzung ihrer Blumen... Entspannt schnappst du nur eine leichte Jacke. Auch, wenn du weißt, dass es so warm draußen ist, dass du sie eh nicht benötigst. Langsam schlenderst du zu dem nicht weit entferntem Haus von Nora und klingelst. Wenige Sekunden später schon steht die alte Dame grinsend an der Tür. Dankbar erklärt sie:,, Es ist so schön, dass du hier bist! Ansonsten würde ich mit Sicherheit Jahre brauchen, bis ich die ollen Blumen umgepflanzt habe. Oder ich würde mich vorher irgendwo lang legen!" Belustigt lächelst du nur und folgst der Frau in ihren kleinen, aber gepflegten Garten. Jedoch stört eine Gruppe von Blumen das Bild, die einzeln in einer Ecke stehen und schon etwas verwelken. Nora erklärt aufgebracht:,, Es ist schrecklich! Der Boden wird immer schlechter an dieser Stelle und ich weiß nicht mal, wieso! Aber ich habe an anderen Stellen ja besseren Boden. Also von sofern..." Lächelnd nickst du nur zustimmend und holst schonmal eine kleine Schaufel. Erst buddelst du einzelne Löcher an einer fruchtbaren Stelle, wo die Pflanzen dann später ihren Platz finden sollen und buddelst daraufhin die Blumen vorsichtig aus. Währenddessen schneidet Nora die Hecke wieder auf ihre richtige Höhe. Nun pflanzt du die Blumen in den fruchtbaren Boden und schüttest sorgfältig die Erde wieder in die Löcher. Letztendlich bist du fertig mit deiner Aufgabe und gießt die Pflanzen deswegen noch schnell für Nora.
    Jetzt, allerdings, musst du schon wieder nach Hause, um dich u duschen und dann zur Arbeit zu gehen. Also verabschiedest du dich schnell bei der dankbaren Nora und eilst in dein eigenes Haus. Dort springst du schnell unter die Dusche und ziehst dich dann sofort wieder an. Schnell entscheidest du dich für ein hübsches, knielanges, (deine Lieblingsfarbe) Kleid. Mittlerweile ist es schon 09:20 Uhr und so langsam machst du dich auf den Weg zum Café. Der Weg ist nicht lang, aber du lässt dir auch reichlich Zeit. Schließlich angekommen ist es 10 Minuten vor 10 und du begibst dich gemächlich in das Gebäude. Einige Mitarbeiter begrüßen dich direkt. Schnell verzeihst du dich in den Personalraum, um dich umzuziehen. Dort triffst du auch Tran, die nach drei Stunden Arbeitszeit auch wieder nach Hause darf. Kurz unterhälst du dich noch mit ihr. Gestresst erzählt sie:,, Es ist schrecklich. Meine Schwester hat übermorgen Geburtstag und die ganze Familie, die noch übrig geblieben ist, und all ihre Freunde kommen zu Besuch. Dann muss ich an dem Tag vorher aber noch arbeiten und alles aufbauen, sowie einen Kuchen backen. Sogar gleich drei! Das schaffe ich doch gar nicht alles!" Mitfühlend lächelst du und bietest dich dann plötzlich an:,, Ich helfe dir gern! Wenn du willst, kann ich auch einen Kuchen backen und dir beim Aufbauen dann helfen. Deine Schicht kann ich zur Not auch übernehmen!" Überrascht lächelt Tran dich an:,, Echt? Das ist wirklich lieb von dir! Also, wenn du damit wirklich kein Problem hast, wäre ich dir ganz dankbar, wenn du vielleicht einen oder zwei Kuchen backen könntest..." Schnell antwortest du:,, Ja klar, gerne! Wann soll ich sie dir dann denn vorbeibringen und muss ich auf irgendwas achten? Allergien oder sowas?" Schnell schüttelt Tran den Kopf und sagt nur noch unter Druck:,, So um 11:00 Uhr morgens? Meine Adresse schicke ich dir dann noch mal! Aber ich muss jetzt auch los. Ich muss erst noch ein Geschenk für meine Schwester kaufen und ihnen dann noch bei den Hausaufgaben helfen und kochen. Also, bis dann und danke noch einmal!" Glücklich winkst du ihr hinterher und machst dich dann selbst an die Arbeit. Geschwind teilst du die warmen Getränke und das ein oder andere Stück Kuchen aus. Bis etwa 12 Uhr musst du arbeiten und du bist wirklich froh, dass du dann gehen darfst, denn nun kommen viele in der Mittagspause ihrer Arbeit dort hin, um dort etwas zu essen. Doch zum Glück bist du jetzt ja fertig und darfst nach Hause. Schnell lädst du noch deine Arbeitsklamotten im Personalraum ab und begibst dich dann nach draußen. Die Luft ist frisch und die Sonne scheint warm auf deinen Rücken. Kinder spielen auf dem Spielplatz im Park und die Blumen blühen bunt. Mit fröhlicher Mine gehst du ein wenig durch den Park, bis du an dem riesigen, wunderschönen See vorbeikommst. Das Wasser liegt ruhig und nur einige Enten schnattern aufgeregt herum. Die Äste der herrschaftlichen Trauerweide, am Ufer des Sees, wehen seicht im Wind und assen den Ort noch friedlicher Aussehen. Ruhig begibst du dich an das Ufer, direkt unter die Trauerweide, sodass die Äste dir die Schultern streicheln. Entspannt lauscht du dem sanften Platschen des Wassers, wie es am Ufer mündet und leise wispert. Die Blätter des Baums rascheln leise und die Bienen summen aktiv um dich herum. Der Geruch von Blumen, aber auch von dem klaren Wasser steigt dir in die Nase. Alles scheint so friedlich und schön. Als wäre das Leben doch nur ein Traum, ein Paradies. Doch das ist es nicht. So viel bedrückt dich und macht dir das Leben schwer. Der überraschende Tod deiner Eltern, dein einsames Dasein ohne Miga, der Zwang, Teil einer Mafia zu sein und die Trauer und Frustration um Yoongi. Darum, dass du ihn liebst, mehr als alles andere, aber weißt, dass er dich niemals lieben wird. So friedlich das Leben doch scheint... Es ist nicht so schön, wie es scheint... Nur von Sorgen, Einsamkeit und Liebeskummer gequält. Was soll meinem Leben jetzt noch einen Sinn geben? Das Wunder, von dem Nora gestern sprach? Wunder - die gibt es nicht, ebenso wie wahre Liebe. Zumindest nicht beidseitig. Liebe besteht sowieso nicht ewig. Es steht immer etwas im Weg und das bringt das Ganze immer zum Scheitern. Es gibt Leute, die glauben an wahre Liebe. So wie Miga und Kookie. Eigentlich müsste ich dieser Liebe im Weg stehen, doch das will ich nicht. Ich habe Miga so lange Zeit als beste Freundin betiteln dürfen und die Zeit mit ihr war gut, auch, wenn sie jetzt vorüber ist. So eine wundervolle Zeit will ich ihr nun auch wiedergeben. Allerdings nicht mit mir, sondern mit Jungkook. Mit ihm hat sie eine schönere Zeit und der will ich nicht im Weg stehen...
    Wird für mich noch jemals so eine schöne Zeit eintreten? Nein, dafür braucht es schon ein Wunder...
    Müde starrst du auf den See hinaus und denkst über all das nach, was dein Leben einst zeichnete. All der Schmerz, all der Kummer, all die Einsamkeit... Lange Zeit genießt du so die Sonne, auf den See starrend. Irgendwie fühlst du dich befreit und eingeschlossen gleichzeitig. Glücklich und traurig zur selben Zeit. Unentschlossen, das bist du und um nicht weiter darüber nachdenken zu müssen, schließt du traurig deine Augen, lässt deine Fantasie die Welt zeichnen. Doch plötzlich legen sich zwei Hände über deine Augen. Erschrocken zuckst du zusammen und versuchst, dich umzudrehen, doch die Arme, die von hinten vor dich greifen, schränken dich in deiner Bewegungskompetenz ein. Wer ist das? Werde ich vielleicht mit jemandem verwechselt? Schließlich hörst du nur ein dumpfes Geräusch, das verspricht, dass sich die Person hinter dir auf den Boden hat sinken lassen. Nun ziehen sich auch die Hände vor deinen Augen zurück und ruckartig drehst du dich um, um zu sehen, wer da hinter dir ist. Erschrocken und vollkommen überrascht rückst du etwas zurück. Der Junge hinter dir sitzt dort seelenruhig im Schneidersitz und grinst dich belustigt an. Verwirrt stammelst du:,, Yoongi, was machst du denn hier? Du solltest doch mit dem Rest auf Tour sein!"

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    Was macht Yoongi denn hier? Er sollte doch eigentlich mit dem Rest der Truppe auf Tour in Amerika sein. Was sucht er also hier? Oder ist das etwa nur ein Traum? Gespannt schaust du deinen Mentor erwartungsvoll an und wartest auf eine Antwort. Doch vorerst lächelt Yoongi nur etwas verlegen vor sich hin, scheinbar überlegend, was er sagen soll. Schließlich murmelt dein Mentor irgendwie hoffnungsvoll wirkend:,, Freust du dich denn nicht, dass ich hier bin?" Skeptisch erwiderst du mit leicht traurigem Blick:,, Das kommt ganz darauf an, was genau du hier suchst!" Yoongi schmunzelt besserwisserisch:,, Ach ja? Und wann würdest du dich freuen, bei welchem Grund meines Daseins?" Verärgert und gleichzeitig traurig blickst du auf den Boden und spielst mit einem Grashalm. Scheinbar enttäuscht seufzt dein gutaussehender Mentor leise:,, Du willst wohl nicht reden?" Um die Tränen zurückzuhalten erwiderst du gereizt:,, Worüber sollte ich denn reden wollen? Du sollst sprechen! Also, was suchst du hier? Willst du mich verspotten, weil ich euch zurückgelassen habe und jetzt hier alleine an einem See hocke, um meine Seele kaputtzustarren? Ist es das? Willst du dich bei mir beschweren?" Etwas belustigt schmunzelt Yoongi leise vor sich hin und spricht dann mit einem überlegenen Lächeln auf den Lippen:,, Nein, das war eigentlich nicht mein Anliegen..." Aufgebracht fauchst du leise:,, Schön, und was ist dann dein Anliegen?" Überraschenderweise lacht Yoongi nun leise vor sich hin:,, Du bist so süß, wenn du dich aufregst. Habe ich dir das schon mal gesagt?" Jetzt komplett überfordert stammelst du:,, Was soll das? Was willst du? Jetzt weiche dem Thema doch nicht aus! Du bist ja wohl kaum hier hingeeiert, um mir weiß zu machen, dass ich süß sei, wenn ich mich aufrege... Oder ist das alles nur ein Traum? Oder ein schlechter Scherz?" Plötzlich schwinden das Lächeln aus Yoongis Gesicht und er wird ganz ernst. Geheimnisvoll legt er deine Haarsträhne hinter dein Ohr und flüstert:,, Warum regst du dich denn so auf, (d/n)? Was habe ich dir getan, dass du mich so behandelst? Dass du mich ignorierst und so mit mir sprichst, als wenn ich der Feind wäre? Was habe ich dir getan, (d/n)? Bitte sag es mir!" Plötzlich, ohne dass du es beherrschen kannst, schießen dir die Tränen in die Augen und auch Yoongis Blick wird irgendwie traurig, als würde ihn etwas bedrücken. Leise hauchst du mit einem leicht wutunterdrücktem Ton:,, Bist du deswegen hier? Weil du wissen willst, warum ich dich ignoriert habe? Warum ich dich nicht mehr anschauen konnte? Warum ich jedes Mal auch nur bei dem Gedanken an dir fast gestorben wäre vor Kummer?" Schwach lächelt Yoongi und meint:,,(d/n), das weiß ich schon. Ich weiß durchaus, warum du mich so behandelt hast, wie du es eben getan hast. Die Antwort auf meine Frage habe ich. Denn ich habe mit Hobi, Tae und Jimin gesprochen. Jetzt möchtest du mit Sicherheit auch deine Frage beantwortet haben - Warum ich hier bin... Ich werde es dir sagen." Die Tränen die Wange herunterschießend sitzt du zitternd auf dem Boden, direkt vor dem Mann deiner Träume, direkt in seine irgendwie traurigen und entschuldigenden Augen blickend. Er hat mit den Jungs gesprochen. Also weiß er, dass ich in ihn verliebt bin. Er weiß alles... Ob das ein Vorteil ist oder eher ein Nachteil, bleibt fragwürdig. Doch das werde ich ja jeden Moment herausfinden... Trauernd flüsterst du:,, Ja, dann erzähl es mir, warum bist du jetzt hier?" Will er mir sagen, dass er mich nicht liebt, sondern eine andere? Dass ich ihn umsonst liebe? Warum sonst sollte er auch da sein? Fast schon etwas ängstlich schaut Yoongi auf und lächelt leicht. Lächelt so wunderschön wie immer, direkt in dein trauriges Gesicht.,, Ich wollte es dir letztens schon am Telefon erklären, aber ich finde, dass ich es dir direkt ins Gesicht sagen sollte. Also, ich bin hier, weil..."

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    ,, Ich bin hier, weil...", beginnt Yoongi seinen Satz. Kurz schaut er etwas ängstlich auf den Boden, während er nervös mit seinen Fingern spielt, atmet dann müde aus und beendet endlich seinen Satz:,, Weil ich dich liebe..." Wie erstarrt blickst du ihn mit geweiteten Augen an, nicht sicher, ob du das richtig verstanden hast. Doch die Tränen rinnen deine Wangen herunter, vor Freude, wenn auch irgendwie vor Trauer, weil es so lange gedauert hat. Verwirrt schüttelst du leicht den Kopf und suchst nach Yoongis Blick, doch der starrt betroffen auf den Boden. Nicht wissend, was du sagen sollst bleibst du einfach still. Plötzlich fängt Yoongi leise an:,, Ich weiß, das kommt spät und ja, eventuell kann es sein, dass du mich nicht mehr liebst, so wie die Jungs es mir erzählt haben. Und es ist auch in Ordnung, du musst es mir nur sagen. Ich..." Weiter kommt der stammelnde Yoongi nicht, denn du legst deinen Zeigefinger auf seine Lippen, um ihn zum Schweigen zu bringen. Hoffnungsvoll schaut dein Mentor dich endlich wieder an. Doch auch Angst vor deiner Antwort spiegelt sich in seinen Augen wieder. Noch immer bist du unsicher, wie du reagieren sollst und sammelst in deinem Gehirn schon die Wörter zusammen. Schließlich flüsterst du schluchzend vor Freude:,, Yoongi, ich liebe dich doch auch. Das weißt du. Es ist mir egal, dass du es mir erst jetzt gesagt hast, ich liebe dich und das wird sich niemals ändern. Weißt du, wie sehr ich versucht habe, den Gedanken an dich zu verdrängen, die Erinnerungen zu verlieren. Nur, um nicht traurig sein zu müssen, wenn ich dich sehe. Keinen Moment gab es hier, an dem ich nicht an dich gedacht habe. An dem ich nicht traurig war, weil ich dich nicht bei mir hatte und dachte, ich wäre die einzige von uns beiden, die etwas fühlt..." Gerade willst du weiterreden, da beugt sich Yoongi auf einmal schnell zu dir rüber und drückt seine weichen Lippen fest auf deine. Überrascht zuckst du kurz zusammen, dein Herz klopft so schnell wie noch nie zuvor und erst bist du komplett überfordert mit der Situation, bis du endlich das Denken ausschältst und den Kuss zärtlich erwidert. Einige Momente verharrt ihr so. Yoongi hat seine Arme im Sitzen um deine Hüfte geschlungen und du sitzt nah an ihm, beinahe auf seinem Schoß, deine Hände an Yoongis weichen Wangen heftend, während du den leidenschaftlichen Kuss glücklich erwiderst. Nach gefühlten Ewigkeiten löst ihr euch langsam wieder voneinander und vorsichtig öffnest du wieder deine Augen. Direkt blickst du in Yoongis vor Glück funkelnde, schwarze, wunderschöne Augen. Von Gefühlen überrumpelt lachst du leise und wieder kullern die Tränen. Yoongi hingegen schmunzelt nur triumphierend und zieht dich direkt wieder an sich. Nun endet auch dieser Kuss wieder und während du immer noch nur wenige Zentimeter von dem Gesicht des gutaussehenden Mannes entfernt bist, flüsterst du leicht verwirrt:,, Ich dachte immer, du wärst in eine Andere verliebt. Du hast mich nie darauf angesprochen und hast mir gegenüber immer so kalt gewirkt. Du hast mich irgendwie ignoriert und ich wusste nicht, wieso. Da dachte ich, dass du schonmal definitiv nichts für mich empfindest. Lächelnd schaut dein Mentor dich entschuldigend an und erklärt:,, Ich weiß... Das tut mir wirklich leid, wenn ich dich damit verletzt habe, aber ich habe mich einfach nicht getraut, es dir zu sagen. Und als du dann angefangen hast, mich zu ignorieren und immer wieder so schlecht gelaunt schienst, habe ich gedacht, du würdest mich hassen und ich habe versucht dich aufzugeben..." Leise gibst du klein bei:,, Ja, dasselbe habe ich auch versucht..." Yoongi schmunzelt:,, Ja, aber es hat nicht funktioniert. Schließlich habe ich dich so oft mit Hoseok gesehen und ihr schient euch nahe und glücklich miteinander zu sein. Vorher warst du so unglücklich und schweigsam, aber wenn du bei Hobi warst, hast du gelächelt und gelacht. Ich habe gedacht, ihr wärt ein Paar und ich war am Boden zerstört. Daraufhin habe ich mir Hobi geschnappt und ihn gefragt, was da los ist. Ich bin regelrecht ausgerastet und Hoseok war natürlich komplett verwirrt. Schließlich hat er verstanden, was mit mir los war und er hat mir von deinem Kummer und deiner Liebe zu mir erzählt. Ich war natürlich überglücklich, aber auch komplett verwirrt. Das war übrigens, als du noch da warst. Aber da war ich mir meiner Sache noch nicht sicher, weil ich dachte, dass du mich dann eh nicht mehr wolltest." Fast schon belustigt murmelst du:,, Yoongi, es gab nie auch nur einen Moment, an dem ich dich nicht wollte. Ich bin letztendlich nur wieder gegangen, weil ich es nicht ertragen habe, dich jeden Tag zu sehen und zu wissen, dass du mich niemals lieben würdest. Aber da habe ich mich wohl getäuscht..." Yoongi grinst zufrieden:,, Ja, so scheint es. Ich liebe dich wirklich, (d/n). Sonst wär ich nicht ganz bis hier hin zurück geflogen." Stumm lächelst du glücklich und Yoongi fügt verunsichert hinzu:,, Und das ohne Namjoons Zustimmung..." Überrascht schaust du ihn an:,, Echt jetzt?" Yoongi grinst:,, Ja, ich bin heimlich davongeflogen. Nur Hobi, Tae und Jimin wussten davon. Der Rest nicht. Die stehen nämlich alle hinter Namjoon und der wollte, dass ich mich dir aus den Kopf schlage. Joonie wusste nämlich unglücklicherweise, dass ich in dich verliebt bin und wollte nicht, dass ich mit dir zusammenkomme." Verwirrt fragst du:,, Wieso nicht?" Yoongi lacht etwas verlegen:,, Naja, er ist sowieso kein Fan davon, dass wir Freundinnen haben. Schließlich sollten wir als Idole ja auch keine haben, um unsere Attraktivität nicht zu,, verlieren". Namjoon glaubt, dass wir sonst aus der Band geschmissen werden. Er war ja schon bei Kookie kein Fan davon, aber immerhin hat Kookie das so gut verheimlicht, dass Namjoon nichts davon mitbekommen hat. Mir ist jedoch egal, ob ich weiterhin Teil von BTS bin oder nicht, solange ich bei dir bin!" Berührt lächelst du und umarmst deinen Liebsten glücklich. Weinend hauchst du:,, Ich liebe dich, Yoongi. Du bist das Beste, das mir je passieren konnte." Etwas überrascht nimmt auch Yoongi dich in den Arm. Plötzlich fragst du interessiert:,, Wie hast du mich hier überhaupt gefunden?" Yoongi lacht überlegen:,, Ich bin Teil einer Mafia! Ich finde alles heraus. Nein, Spaß! Hobi hat mir erzählt, dass du gestern etwas mit deiner Nachbarin unternommen hast und als ich dich dann nicht zuhause gefunden habe, bin ich zu ihr rübergegangen und habe sie gefragt. Daraufhin erzählte sie, dass du noch vor kurzem dagewesen seist und jetzt arbeiten würdest. Und als ich gerade ins Café gehen wollte, sah ich dich hier und wollte dich überraschen." Überglücklich lachst du:,, Ja, das ist dir gut gelungen!" Stolz lächelt Yoongi nur, wundert sich dann aber:,, Deine Nachbarin ist ne ganz Süße, aber woher kennt sie meinen Namen und was ich von dir will?" Nicht wirklich überrascht erzählst du:,, Ich habe ihr gestern von dir erzählt und wie sehr ich dich liebe und all sowas. Daraufhin meinte sie dann, dass du auftauchen würdest, wenn ich es am wenigsten erwarte. Lustigerweise ist das sogar eingetroffen!" Grinsend schaut Yoongi dich an:,, Ist deine Nachbarin Hellseherin oder so?" Belustigt lachst du nur und schaust, während Yoongi dich in den Armen hält, auf das stille Wasser, stets das glückliche Lächeln auf den Lippen. Eine Weile sitzt ihr nun einfach nur Arm in Arm am Seeufer und starrt in den nahenden Sonnenuntergang, welcher sich romantisch im Wasser spiegelt. Plötzlich drückt Yoongi dir wieder einen zärtlichen Kuss auf die Lippen und murmelt leise, als die Sonne schon lange hinter den großen Gebäuden verschwunden ist:,, Wie wär's, wenn wir so langsam nach Hause gehen, (d/n)?" Glücklich blickst du in sein ruhiges, lächelndes Gesicht und flüsterst:,, Na gut. Lass uns nach Hause gehen." Langsam erhebt ihr euch wieder und sobald ihr sicher steht, presst Yoongi erneut seine heißen Lippen auf deine. Hand in Hand schlendert ihr nun nach Hause. Vorm Haus angekommen flüstert Yoongi plötzlich wieder:,, Ich liebe dich wirklich, (d/n). Wie lange habe ich nur darauf gewartet, dir das sagen zu können?" Leicht lächelst du, beugst dich vor und gibst deinem Liebsten einen zärtlichen Kuss, den er nur allzu gern erwidert. Wie lange habe ich nur darauf gewartet, meine Lippen endlich auf deine zu pressen?

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    Glücklich steht ihr nah beieinander und löst eure Lippen endlich wieder voneinander. Wie verzaubert stehst du da und schaust mit strahlenden Augen in die schönen von Yoongi. Zufrieden lächelt er und streicht dir sanft durchs Haar. Zärtlich streichelt er über deine weiche Wange und flüstert abwesend:,, Du bist so wunderschön, (d/n)..." Mal wieder, so wie üblich mit Tränen in den Augen erwiderst du:,, Oh, und charmant ist er auch noch?" Belustigt schmunzelt dein Liebster und drückt dir erneut einen leidenschaftlichen Kuss auf die Lippen. Plötzlich ertönt ein lauter, schriller Schrei und gelbliches Licht scheint auf euch. Erschrocken schaut ihr euch um und auf einmal erblickst du die begeisterte, jubelnde Nora, bereits im Nachthemd, in der Tür ihres Hauses, hinter sich gelbes Licht brennend. Freudig humpelt die alte Frau schnell zu euch rüber und ruft lachend mit ihrer hohen Stimme:,, Ja, endlich! Sag ich es nicht, (d/n)? Ha, ja! Ich wusste, dass du deswegen hier bist, Yoogi!" Amüsiert grinsend strahlt Yoongi die alte Frau an und verbessert sie mit einem Lachen:,, Ich heiße Yoongi, nicht Yoogi. Da ist noch ein,, n" zwischen." Hinfällig winkt die kleine Omi ab und meint:,, Ach, mein ich doch!" Auch du musst lachen und blickst Nora stark grinsend an, während die Frau zu euch zukommt und euch beide gleichzeitig umarmt. Wie ein Polizist klemmt sie euch unter ihren Armen ein und lacht dabei glücklich. Dabei ruft sie schrill:,, Ich habe es doch gesagt! Los, kommt rein! Ich warte schon seit Stunden auf euch beide!" Schon verschwindet die, im Moment leicht irre wirkende Frau in ihrem Haus und winkt euch hinein. Lachend schaust du Yoongi an, welcher ebenso belustigt zu dir schaut. Dann nickt er knapp, als Zeichen, dass ihr reingehen solltet, und legt seinen Arm liebevoll um deine Schulter. Lächelnd geht ihr beide nun gemeinsam in das Haus deiner Nachbarin und setzt euch in ihre Küche, wo sie gerade Tee kocht. Jetzt stellt sie euch den Tee vor euch und fragt noch kurz mit einem entzücktem Grinsen:,, Wollt ihr auch ein Stück Honigkuchen? Den habe ich gerade extra noch für euch beide gebacken." Kurz schaust du zu Yoongi, welcher nur zustimmend nickt und nimmst das Angebot dankend an. Eilig läuft die alte Frau nun durch die Küche und serviert euch beiden ein Stück Kuchen. Dankend nehmt ihr es lächelnd an und auch Nora setzt sich nun zu euch. Grinsend beäugt sie euch und kommt dann begeistert zu dem Schluss:,, Ihr seid so süß zusammen! Wie eure Kinder wohl aussehen werden!" Fast schon etwas geschockt verschluckst du dich vor Lachen und erklärst:,, Nora, da haben wir doch noch gar nicht drüber nachgedacht. Ich bin doch erst 18!" Unschuldig murmelt Nora nur:,, Was denn? Da kann man doch nie früh genug drüber nachdenken!" Yoongi zuckt vor Lachen nur neben dir. Als Nora sich dann kurz wegdreht, flüstert Yoongi:,, Diese Frau ist der Wahnsinn! Wie kann man als alte Frau so putzig sein?" Kichernd erwiderst du:,, Ach Yoongi, das habe ich mich auch schon viel zu oft gefragt..." Grinsend gibt Yoongi dir einen schnellen Kuss, den Nora natürlich sofort sieht und entzückt grinst. Daraufhin kannst du auch nicht anders, als zu grinsen. Yoongi tut es dir gleich. Ein bisschen erzählt ihr dann noch ein bisschen voneinander und vor allem muss Yoongi Fragen über sich beantworten. Eine ganze Stunde sitzt ihr noch glücklich, aber vor allem belustigt bei Nora, esst ein Stück Honigkuchen nach dem anderen, bis ihr schließlich nach Hause geht. Zum Abschied winkt ihr der alten Nora noch, während sie grinsend, wie den ganzen Tag über, in der Tür steht und winkt.
    Nun geht ihr Hand in Hand in dein eigenes Haus. Darin angekommen brecht ihr in fröhlichem Lachen aus und Yoongi kann kaum noch vor Lachen sagen:,, Was hast du denn für eine süße Nachbarin!" Du erwiderst nur:,, Ich weiß nicht. Auf jeden Fall die süßeste Nachbarin, die man haben kann!" Dein Liebster lächelt nur zustimmend und meint auf einmal:,, Was hast du eigentlich da an deiner Hand gemacht? Das wollte ich dich schon vorher fragen, wusste aber nicht, ob Nora das auch hören darf." Dabei deutet er auf deine zerkratzte Hand, mit der du den Spiegel zerschmettert hast. peinlich berührt erzählst du:,, Naja, irgendwie ist es in der jetzigen Situation lustig... Ich habe aus Wut wegen dem Liebeskummer gegen meinen Spiegel geschlagen. Ja, ich weiß. Liebe lässt meine Gehirnzellen verschwinden..." Irgendwie geschmeichelt lächelnd nimmt Yoongi dich in den Arm, streicht über dein Haar und murmelt:,, Du kleines Dummerchen... Was machst du denn für einen Quatsch?" Gespielt beleidigt murrst du:,, Dummerchen?" Yoongi grinst:,, Das beste Dummerchen! Ich liebe mein Dummerchen!" Verliebt lächelst du, schließt deine Augen und legst deinen Kopf erschöpft auf Yoongis starke Schulter. Liebevoll fragt dein Mentor dich:,, Müde?" Schnell lügst du:,, Nein, ich doch nicht." Yoongi durchschaut dich natürlich und lacht leise, während du deinen Kopf immer noch auf seiner Schulter liegen hast. Leise fragt er:,, Wollen wir einen Film gucken, (d/n)? Dann kannst du ja dabei einschlafen..." Belustigt lächelst du stumm und nickst nur vor dich hin. Daraufhin entfernt Yoongi vorsichtig seine Arme von deinen Hüften und geht langsam zum Sofa, auf dem auch die Fernbedienung liegt. Schnell setzt er sich und stellt ein Programm ein. Verliebt stehst du nur da und schaust dem perfekten Yoongi zu. Auf einmal grinst er dich etwas verwirrt an und winkt dich zu dir. Gehorchend kommst du zu ihm und setzt dich nah an ihn, während er mal wieder seinen Arm um dich schlingt. Glücklich liegst du mit deinem Kopf an Yoongis Brust und lauschst seinem ruhigem Herzschlag, während du nicht mal mehr mitbekommst, was ihr überhaupt guckt. So schnell tauchst du in das Reich der Träume ein. Nur Yoongis Herzschlag begleitet dich noch in deinen Gedanken und die ganze Zeit kannst du nur an eins denken. Yoongi ist so wunderbar. Ich glaube, ich bin im Himmel angekommen. Ich kann es einfach nicht fassen, dass mein Traum wahrgeworden ist... Ich liebe Yoongi so sehr und ich werde niemals mehr versuchen, diese Liebe zu unterdrücken. Denn jetzt weiß ich, dass es keinen Grund mehr dafür gibt. Denn jetzt sind Yoongi und ich ein Paar und ich schwöre bei Gott, dass ich dafür sorgen werde, dass das auch so bleibt. Denn Yoongi ist mein Ein und Alles!



    Also, mal so ganz nebenbei... Die FF ist noch nicht zu Ende! Also nicht aufhören, zu lesen! XD
    Ich schreibe einfach zu gerne, als dass ich jetzt schon aufhören könnte...^^'
    Nicht, dass noch jemand denkt, die FF sei vorbei... Aber keine Sorge, ich werde wahrscheinlich jeden Tag mindestens ein neues Kapitel hochladen. Demnach müsst ihr nicht allzu lange warten, bis die jeweils nächsten Kapitel kommen.
    Ich werde dann schreiben, wenn die FF vorbei ist.^^'

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    Yoongi - der wohl perfekteste Mann der Welt. Endlich brauche ich mir keine Sorgen mehr machen, dass er mich nicht liebt. Nach gefühlten Ewigkeiten sind wir endlich ein Paar. Jetzt weiß ich, dass er mich auch liebt und niemals wieder werde ich ihn aus dem Sinn verlieren. Wobei... eigentlich tat ich dies auch nie. Nur war der grund, warum ich an ihn dachte, eher bedrängend. Nun ist es anders. Oder? Kann das die Realität sein? War es wirklich nicht doch nur ein Traum?
    Weiche Lippen drücken sich zärtlich auf deine und holen dich somit aus dem Schlaf. Verschlafen öffnest du lächelnd die Augen und blickst direkt in Yoongis hübsches Gesicht. Noch etwas verpennt grinst er dich an, während du mit deinem Kopf auf seinem Schoß liegst. Nachdenklich hebst du den Arm und fährst mit deinen Fingern verträumt durch seine weichen Haare, bis deine Finger hinunterwandern, zu seiner Wange. Liebevoll streichst du leicht über seine weiche, blasse Haut. Schmunzelnd beugt sich der Mann deiner Träume nach unten, zu deinem Kopf und gibt dir erneut einen sanften, morgendlichen Kuss auf die Lippen. Verliebt erwiderst du den sanften Kuss. Nach wenigen Momenten löst ihr euch wieder voneinander und dein Liebster murmelt gähnend:,, Hilfe, bin ich müde. Ich muss was frühstücken, um wach zu werden, kommst du mit?" Belustigt kritisierst du deinen Mentor:,, Was wachst du auch so früh auf? Du hättest doch locker weiterschlafen können, o wie sonst auch." Daraufhin grinst Yoongi nur:,, Ich weiß, aber ich wollte dich mit einem Kuss wecken, bevor du dich, ohne einen Kuss, aus dem Staub machst." Verwirrt lachst du:,, Aus dem Staub machen? Ich? Das könnte ich nicht! Nicht, wenn ich dein wunderschönes Gesicht sehe!" Fast schon triumphierend grinst Yoongi und endlich stehst du auf, um in die Küche zu gehen. Yoongi folgt dir schlaftrunken und setzt sich gähnend an den Küchentisch. Plötzlich kommt Tiefsee angerannt und schaut verwirrt von Yoongi zu dir und wieder zurück. Entzückt schwafelt Yoongi vor sich hin:,, Ah, du bist ja auch noch hier! Hat (d/n) dich also nicht verhungern lassen?" Skeptisch drehst du dich um und murrst:,, Was soll das denn heißen? Glaubst du, ich lasse meine Katze verhungern? Sehe ich so aus?" Stumpf lacht Yoongi:,, Ja!" Gespielt beleidigt gehst du zu ihm hin, setzt dich auf seinen Schoß, kommst seinem Gesicht mit deinem ganz nahe und flüsterst neckend:,, Gut, dann lasse ich dich jetzt auch verhungern. Wenn ich doch schon so aussehe!" Yoongi grinst überlegen:,, Na gut, dann vernasche ich halt dich!" Langsam nähert Yoongi sich dir und küsst dich leidenschaftlich, während er seine Arme um deine Hüfte gelegt hat und du deine Arme um seinen Hals. Auf einmal, wie aus dem nichts, löst sich Yoongi ganz schnell und ruft verärgert:,, Au, was soll das?" Etwas erschrocken stammelst du:,, Was denn?" Yoongi brummt leise:,, Deine verhungerte Katze hat mich gekratzt!" Du lachst fast schon stolz auf deine Katze:,, Ja, die Knutscherei war ihr wahrscheinlich unheimlich, nachdem du mich beschuldigt hast, ich ließe sie verhungern!" Schmunzelnd verlässt du nun Yoongis Schoß und begibst dich wieder an das Frühstück. Leise summst du vor dich hin, während du zwei Brote schmierst. Schnell setzt du auch noch deinen täglichen Tee auf, als du plötzlich zwei Arme spürst, die sich von hinten um deine Taille schlingen. Im ersten Moment erschreckst du dich zwar leicht, genießt dann aber die Nähe zu Yoongi. Die ganze Zeit umarmt er dich so, bis du lachend versuchst, mit ihm im Schlepptau, den Tee und die Brote auf den Tisch zu stellen. Grinsend lässt er dich dann endlich los, setzt sich wieder und isst sein Brot. Du ebenso, wobei Yoongi dich die ganze Zeit mit verliebtem Blick anstarrt. Plötzlich klingelt ein Handy - Yoongis Handy. Überrascht kramt er es hervor und wirft einen schnellen Blick auf den Bildschirm. Seufzend erzählt er mit vollem Mund knapp:,, Namjoon. Das gibt Ärger..." Den letzten Bissen runterschuckend geht Yoongi ran. Aus dem vorher so entspanntem Gesicht, wird ein verärgertes, gestresstes Gesicht. Seufzend meint Yoongi:,, Ja, ich bin bei ihr und du weißt ja, wieso. - Ja, ich weiß, aber das hindert mich nicht daran. - Ja, ich habe es ihr gesagt und wir sind jetzt ein Paar, falls es dich interessiert. - Ja, danke auch. Finde ich echt toll, wie sehr du dich für uns freust. So stelle ich mir einen guten Freund vor..." Verwirrt hebst du eine Augenbraue, woraufhin Yoongi knapp nickt. Nun sagt er in den Hörer:,,(d/n) sitzt neben mir. Ich stelle jetzt auf laut, damit sie mithören kann." Schnell stellt Yoongi auf laut und Namjoons im Grundton verärgerte Stimme ertönt:,, Hallo, (d/n). Glückwunsch, aber ein besseres Timing habt ihr auch nicht, oder?" Etwas kalt antwortest du:,, Hallo Namjoon. Danke und nein, scheinbar nicht. Aber sag das nicht mir. Sag dir das selbst. Wer war denn gegen eine Beziehung zwischen Yoongi und mir? Also, ich war es nicht und Yoongi auch nicht." Seufzend murrt der Anführer der Band:,, Jetzt tue nicht so, als wenn das alles meine Schuld wär. Da habt ihr beide selbst genauso viel Schuld ran! Außerdem sag ich doch nur, dass Yoongi auch nicht besser hätte verschwinden können... Morgen Abend ist das nächste Konzert und das können wir nicht ohne ihn ausführen. Und ausfallen lassen können wir es erst recht nicht. Also muss Yoongi spätestens morgen früh wieder bei uns sein, verstanden?" Murrend erwidert Yoongi schlecht gelaunt:,, Ja, aber jetzt fahr mal einen Gang runter! Du tust ja so, als hätte ich gerade den 3. Weltkrieg ausgelöst. Ich werde heute Abend in den Flieger steigen, OK?" Schlecht gelaunt gibt Namjoon zurück:,, Gut. Aber dann komm mir ja nicht gleich um die Ecke und heul mich zu, weil (d/n) nicht da ist!" Verwirrt murmelt Yoongi:,, Wieso? Was ist, wenn sie mitkommen will?" Kalt erwidert der Anführer:,, Das wird sie nicht. Sie hat einen Auftrag und eine Menge zu tun. So leid es mir tut..." Enttäuscht lässt du den Kopf sinken. Wird Yoongi wirklich direkt heute Abend wieder davonfliegen und ich darf nicht mitkommen? Das ist ungerecht! Zärtlich streicht dein Liebster dir, als er deinen traurigen Blick bemerkt, tröstend über deine Wange. Monoton fragt dein Mentor nun auch:,, Weiß denn eigentlich der Rest, wo ich bin?" Namjoon antwortet streng:,, Ja, natürlich. Ach ja, Glückwünsche besonders von Miga. Sie meinte, ich solle das ausrichten, wenn es geklappt hat. Natürlich aber auch von allen anderen. Aber Yoongi, die ARMY weiß es nicht und sie werden auch im Unwissen bleiben! Also haltet ihr beide die Klappe, verstanden? Ansonsten kannst du dich nämlich gleich darauf einschießen, dass deine Karriere als Rapper bei BTS beendet ist!" Neben dir verdreht Yoongi die Augen, während er beruhigend deine Hand hält. Schließlich legt er eine gespielt weiche Stimme auf und verabschiedet sich:,, Auf Wiedersehen, Joonie!" Dann legt er auf. Traurig schaust du ihn an:,, Wirst du wirklich schon wieder zurück müssen?" Traurig nickt Yoongi zwar niedergeschlagen, schaut dich dann aber beruhigend an und meint:,, Aber keine Sorge, ich werde dich jeden Abend anrufen, OK? Bzw, dann, wenn bei mir Abend ist... Und vergiss nicht, ich liebe dich wie sonst niemanden. Ich werde dich definitiv nicht vergessen, auch, wenn du nicht bei mir bist!" Tapfer nickst du mit Tränen in den Augen:,, Na gut, ich werde auch nicht aufhören, an dich zu denken! Du bist mein Ein und Alles!" Liebevoll umarmst du ihn, während er ruhig deinen Kopf streichelt und meint:,, Noch bin ich ja da..."

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    Gemeinsam sitzt du mit Yoongi in deinem Zimmer und hälst ihm fest im Arm. Sein warmer Körper wärmt auch dich und obwohl es so heiß ist, genießt du seine Nähe. Ruhig atmet er vor sich hin und meint plötzlich:„Vielleicht sollten wir noch etwas zusammen unternehmen, bevor ich heute Abend wieder fliegen muss." Schlecht gelaunt murrst du:„Erinnere ich bloß nicht dran! Aber ja, du hast recht. Es ist wahrlich keine schlechte Idee. So habe ich wenigstens das Gefühl, nicht nur mit dir rumgesessen zu haben."
    Belustigt lächelt Yoongi:,, OK, worauf hast du denn Lust?" Kurz überlegst du und meinst dann:„Das ist mir eigentlich egal. Such du dir etwas aus! Ich bin fantasielos und langweilig, deswegen denk du dir besser etwas aus." Yoongi grinst:„Mir ist egal, ob wir etwas Langweiliges unternehmen. Solange ich bei dir bin, ist mir alles Andere egal." Verliebt lächelst du:„Du bist süß, Yoongi! Wirklich, ich liebe dich!" Fast schon stolz grinst Yoongi und gibt dir einen schnellen Kuss auf die Wange. Nun meint er:„Was hälst du denn von einem Spaziergang durch den Park?" Glücklich lächelst du:„OK, hört sich gut an! Mir fällt gerade ein, dass ich noch deine Jacke hier habe." Beim letzten Satz lachst du verlegen. Verwirrt runzelt Yoongi die Stirn:„Meine Jacke? Was für eine Jacke?" Peinlich berührt erzählst du:„Als du damals mal hier warst und mir Tiefsee vorbeigebracht hast, hast du deine Jacke hier vergessen. Naja, dann habe ich immer vergessen, sie dir wiederzugeben und letztendlich wollte ich sie dir auch gar nicht wiedergeben, weil ich schon Liebeskummer nach dir hatte. Und die Jacke konnte irgendwie den Schmerz lindern... Ja, ich weiß. So ein bisschen komisch bin ich schon..."
    Yoongi grinst verlegen:„Ich finde das gar nicht komisch. Ich habe auch noch einen Pullover von dir, den du mal bei uns in der Villa vergessen hast. Von sofern sind wir uns eher ähnlich." Überrascht lachst du nur laut, ebenso Yoongi. Gerade willst du fragen, ob ihr dann schonmal loswollt, da klingelt Yoongis Handy. Schnell wirft er einen Blick auf den Bildschirm und lacht dann:„Hobi startet einen Videoanruf!" Belustigt grinst du, während Yoongi abnimmt. Direkt erscheinen die erwartungsvollen Gesichter von Jimin, Tae und Hobi. Plötzlich fragt Tae laut, als Yoongi dich noch nicht zeigt:„Und? Hat es geklappt? Seid ihr jetzt ein Paar?" Stolz grinst Yoongi, filmt nun so, dass man auch dich sehen kann und lacht:„Wonach sieht's denn aus?" Laut jubeln die drei Jungs auf, als sie dich sehen. Etwas verlegen lächelst du und lehnst dich verliebt an Yoongi. Jimin ruft aufgeregt:„Wie hast du reagiert, als Yoongi es dir erklärt hat?" Etwas verwirrt lachst du:„Wieso fragst du?" Während Jimin und Tae einen Lachkrampf bekommen, erklärt Hobi schmunzelnd und augenrollend:„Die beiden Kindsköpfe haben eine Wette am Laufen!" Lachend fragt Yoongi:„Aha? Was für eine Wette denn?" Da die beiden Maknaes sich immer noch nicht einkriegen, erzählt Hobi knapp:„Einer von beiden meint, dass (d/n) geweint hat und erstmal ihre halbe Lebensgeschichte erzählt hat und der andere sagt, dass sie ihm einfach direkt ihre Gefühle preisgegeben hat und nicht lange um den heißen Brei herumgeredet hat. Und, wie war es?" Verliebt lächelt Yoongi dich an und meint grinsend:„Der erste von beiden hatte recht. Sie hat erstmal ihre halbe Lebensgeschichte erzählt und geweint." Etwas peinlich berührt vergräbst du dein Gesicht in Yoongis Schulter und auf einmal brüllt Tae siegessicher:„Ha, ich habe es doch gesagt! Wo sind meine 5 Euro?" Ergeben reicht Jimin dem aufgedrehtem Alien einen zerknitterten Schein, welchen dieser grinsend und missgünstig annimmt. Leise lachst du und Hobi sagt nur noch zum Schluss:„Wir müssen jetzt direkt zur Probe, deswegen muss ich auflegen. Aber ich freue mich sehr, dass ihr jetzt so glücklich miteinander seid!" Gerade will er auflegen, da rufst du schnell dazwischen:„Hobi! Danke euch dreien! Sonst wüsste Yoongi gar nicht, was Sache ist und er wäre jetzt nicht hier. Also danke!" Verständnisvoll nickt Hobi knapp und legt dann auf. Belustigt schaut Yoongi dich nun an:„Also, wollen wir dann los?" Kurz nickst du und direkt geht ihr in den Park, wo ihr zusammen einen wirklich schönen Tag verbringt.
    Doch nun wird es so langsam Abend und der Abschied rückt immer näher. Gerade stehst du mit Yoongi und seinen Koffern an deinem Auto, als dir plötzlich traurig einfällt:„Ich habe noch deine Jacke. Ich hole sie schnell." Yoongi schüttelt nur den Kopf:„Nein, behalte sie. Dann hast du auch jeden Tag etwas von mir bei dir!" Dankbar lächelst du nur, bevor du deinen Liebsten mit traurigem Blick zum Flughafen fährst.

    Etwas traurig blickst du Yoongi in die schönen Augen und erwischst dich mal wieder, wie du dich in ihnen verlierst. Dein Liebster schaut ebenso etwas traurig in deine Augen, streicht dann mit seinen Fingern über deine Wange und flüstert:„Sei nicht traurig, (d/n). Ich werde dich jeden Tag anrufen und dich garantiert nicht auch nur für einen winzigen Moment vergessen." Tränen schießen dir in die Augen und sehnsüchtig umarmst du Yoongi so fest, als wenn du ihn nie wieder loslassen wolltest. Ein leichter Ruck durchfährt Yoongi dabei, doch dann schließt er dich liebevoll auch in die Arme und vergräbt sein Gesicht in deinen Haaren. Sanft streicht er mit seiner linken Hand über deinen Kopf und vermittelt so ein Gefühl von Liebe und Sicherheit. Nach etwa 3 Minuten trennt ihr euch endlich wieder und leise seufzt ihr beide auf. Das Schluchzen unterdrückend versuchst du mit fester Stimme zu sagen:„Ich hab dich lieb, Yoongi. Vergiss das nicht, ja?" Fast schon wieder etwas belustigt meint er mit fester Stimme:„Das werde ich nicht vergessen. Denn ich liebe dich mindestens doppelt so sehr!" Bedrückt lächelst du Yoongi ein letztes Mal an, bevor er sich umdreht und langsam zum Flugzeug geht. Nicht lange überlegst du, da rennst du ihm hinterher, greifst ihn am Arm und ziehst ihn schwungvoll zu dir. Das letzte Mal, vor voraussichtlich einer langen Trennung, küsst du ihn leidenschaftlich und ohne Hemmungen erwidert dein Mentor. Als ihr euch löst, flüsterst du leise und ängstlich:„Yoongi, ich halte es hier ohne dich nicht aus!" Sehnsüchtig lächelt der perfekte Mann dich an und meint sicher:„Ich bin sicher, du schaffst das. Bis morgen Abend, wenn ich dich anrufe, (d/n)!" Ihn jetzt schon vermissend blickst du Yoongi hinterher, bis er im Flugzeug verschwunden ist und dieses abhebt. Die Sterne zeichnen sich hell vom schwarzen Himmel ab und das Mondlicht taucht den Flugplatz in ein milchig-weißes Licht. Beinahe romantisch scheint es dir, doch Yoongis Abwesenheit macht dir schon jetzt zu schaffen. Ach Yoongi, warum musst du nur so berühmt sein? Ich werde dich vermissen!


    Moin Leute, da ich ein bisschen dumm bin, weiß ich nicht, wie man eine Fortsetzung zu einer FF machen kann... Und da man nur 100 Kapitel schreiben darf, muss ich jetzt sozusagen bei Kapitel 100 immer weiterschreiben und dann das richtige Kapitel immer darüberschreiben. Ich hoffe, das stört euch nicht. ^^' Und wenn jemand weiß, wie man eine Fortsetzung machen kann, dann würde ich mich freuen, wenn er/sie mir verrät, wie das geht. (Naja, für's nächste Mal ^^')
    Aber keine Sorge, ich schreibe diese FF wie gesagt weiter.








    Kapitel 101

    Niedergeschlagen kehrst du zurück nach Hause, wo Tiefsee dich sehnsüchtig erwartet. Maunzend starrt sie dich verwirrt an, als die kleine Katze bemerkt, dass du etwas weinst. Schwach lächelnd streichelst du das graue Lebewesen kurz und gibst ihr noch etwas zu futtern. Nun setzt du dich an den Küchentisch und überlegst, was du jetzt genau machen sollst. Plötzlich fällt dir ein, dass du morgen noch zwei Kuchen bei Tran vorbeibringen sollst. Die Adresse hat sie dir schon lange geschickt und jetzt überlegst du, was du für einen Kuchen machen möchtest. Schließlich entscheidest du dich für einen leckeren Schokokuchen im Blech. Den zweiten Kuchen machst du einfach am nächsten Morgen. Schnell kramst du das uralte Rezept deiner Mutter hervor und suchst dir die Zutaten zusammen. Eigentlich bist du sogar ganz froh drum, dass du den Kuchen machen musst. So hast du wenigstens eine gute Ablenkung von Yoongi, den du jetzt schon so sehr vermisst, als hättest du ihn lange Zeit nicht mehr gesehen. Geschickt vermischst du die Zutaten zu einem cremigen Teig und füllst diesen sorgfältig in das Backblech. Zuletzt schiebst du den noch rohen Kuchen für eine halbe Stunde in den Backofen.
    Mit Handschuhen holst du den duftenden Kuchen aus dem Backofen und stellst ihn abgedeckt zum Auskühlen auf die Küchenablage. Gähnend wirfst du einen schnellen Blick auf die Uhr und erkennst, dass es schon sehr spät ist. Müde verpieselst du dich also in dein Bett, in dem auch Tiefsee seelenruhig ein Nickerchen hält. Belustigt legst du dich neben das süße Tier und streichst noch schnell ein paar Mal liebevoll über ihr weiches Fell, bevor du in einen tiefen Schlaf sinkst.
    Der Wecker klingelt, es ist 07:00 Uhr und mühevoll prügelst du dich selbst aus dem Bett. Verschlafen taumelst du in die Küche, um nun auch den zweiten Kuchen für den Geburtstag von Trans Schwester zu backen. Kurz überlegst du, bevor du dich für einen klassischen Bienenstich entscheidest. Dieser Kuchen ist im Gegensatz ziemlich aufwändig, doch da du so früh angefangen hast, wirst du auch mit diesem Kuchen pünktlich fertig. Während dieser Kuchen backt, wirst du plötzlich von Yoongi angerufen. Schnell nimmst du ab und Yoongis erleichterte Stimme ertönt:„Hallo, (d/n). Geht's dir gut? Ich bin jetzt wieder bei dem Rest, in Amerika. Aber die Zeitverschiebung macht mir mal wieder ziemlich zu schaffen." Bedauernd antwortest du mit einem leichten Lächeln auf den Lippen:„Hallo, Yoongi. Naja, immerhin bist du sicher angekommen. Mir geht's übrigens gut. Wie geht's dir und den anderen?" Knapp erwidert dein Liebster:„Ach, denen geht es gut und mir auch. Ich vermisse dich jetzt schon, (d/n)!" Bedauernd erklärst du:„Und ich dich erst! Ich liebe dich so sehr, Yoongi!" Leise flüstert Yoongi daraufhin liebevoll:„Nicht so sehr, wie ich dich liebe!" Glücklich lächelst du schwach vor dich hin. Nach einer Weile erzählst du:„Ich helfe heute einer Freundin und Mitarbeiterin aus dem Café. Ihre Schwester hat nämlich Geburtstag und ich backe gerade noch einen zweiten Kuchen für diesen Anlass." Interessiert meint Yoongi:„Das hört sich doch wirklich gut an. Wie alt wird ihre Schwester denn?" Etwas verlegen erklärst du:„Das weiß ich ehrlich gesagt gar nicht. Sie hatte nur erzählt, dass eine ihrer drei Schwestern Geburtstag hat und alle Verwandten und Freunde kommen. Das Problem ist jedoch, dass die Eltern der vier Kinder nicht für sie sorgen können. Denn die Mutter ist an Krebs gestorben und der Vater hat sich davongemacht. Jetzt muss Tran sich selbst um ihre Schwestern kümmern, um sie nicht zu verlieren." Mitleidig brummt Yoongi kurz und seufzt dann:„Ich muss jetzt wieder mit den Jungs proben. Es tut mir wirklich leid, (d/n)! Aber denk dran, ich liebe dich!" Dankbar lächelst du nur und erwiderst diesen Ausruf. Jetzt müsst ihr auflegen, da auch du nun den Kuchen rausholen musst.
    Mittlerweile ist es schon 20 vor 10 und du machst dich mit den beiden Kuchen, inklusive einem kleinen Geschenk, auf den Weg. Du brauchst nicht allzu lange, bis du Trans kleine Wohnung findest. Als du klingelst, wird dir von einem kleinen Mädchen mit einem Verband am Arm aufgemacht. Das muss Trans jüngste Schwester sein, die sich den Arm gebrochen hat...Freundlich lächelst du und stellst dich schnell vor:„Hallo, ich bin (d/n), eine Freundin von Tran. Ich bringe Kuchen vorbei." Begeistert strahlt dich das kleine Mädchen an und ruft aufgeregt:„Hat Tran erzählt! Komm mit, ich zeig dir unser Zimmer!" Schon packt das kleine Mädchen einfach deinen Arm und schlört dich die Treppe hoch, in die kleine Wohnung. Dort erkennst du sofort Tran, welche dich erfreut angrinst. Doch bevor auch nur irgendjemand von euch beiden etwas sagen kann, zieht das Mädchen dich einfach begeistert weiter mit sich. Mitleidig lächelt Tran dich an und ermahnt ihre kleine Schwester:„Dang, lass (d/n) bitte los! Sonst gibt es keinen Kuchen und nicht, dass du dir noch an deinem Arm wieder wehtust!" Enttäuscht lässt Dang dich los, grinst dich einmal frech an und verschwindet dann in einem anderem Zimmer. Jetzt lacht Tran etwas verlegen:„Ja, meine Schwester ist etwas aufgedreht. Tut mir leid. Du kannst mir schonmal folgen, wenn du willst." Knapp nickst du und Tran führt dich in die Küche. Dort stellst du die beiden Kuchen ab und hilfst der freundlichen Tran dann dabei, die Wohnung zu schmücken. Dabei fragst du zwischendurch:„Wo ist denn überhaupt das Geburtstagskind?" Kurz erklärt deine Freundin:„Ach, die ist noch am Schlafen. Und die letzte im Bunde ist noch bei ihrem Aufpasskind und verdient mal wieder etwas Geld. Sie sollte aber auch in etwa einer Stunde wieder da sein." Letztlich seid ihr fertig mit dem Schmücken und genau in dem Moment kommt auf einmal das nun 9-jährige Mädchen rein. Schnell stimmen Tran und du ein Geburtstagslied an, worüber sie sich sehr freut. Auch wenn sie sich verwirrt fragt, wer du bist. Doch da kommt sie natürlich schnell hinter. Nun überreichst du ihr auch dein Geschenk, welches sie wild auspackt. Darin befindet sich ein spannendes Brettspiel. Dankbar nimmt das Mädchen dein Geschenk an und umarmt dich sogar kurz dafür. Nach etwa 10 weiteren Minuten treffen sogar schon die ersten Gäste ein, welche dich alle nacheinander fragen, wer du bist. Einzeln musst du es dann jedem erklären, was dich jedoch nicht weiter stört. Letztendlich sind alle im Wohnzimmer versammelt. Nur die letzte Schwester ist noch nicht wieder da. In der Zeit unterhaltet ihr euch noch und die Geschenke werden überreicht. Buntes Treiben herrscht. Die Stimmung ist gut und es wird viel gelacht. Besonders Dang hat viel Spaß an dir gefunden, da du viel mit ihr spielst. Plötzlich öffnet sich leise knarrend die Tür und alle drehen sich langsam um. Jetzt erscheint ein etwa 13-jähriges Mädchen in der Tür, die letzte Schwester. Wie erstarrt gaffst du sie an, so erschrocken bist du. Dahee! Sie ist die Schwester von Tran? Sie ist ebenfalls Teil unserer Mafia und hat mich erst letztens noch untersucht! Ich fasse es nicht! Auf einmal sieht Dahee dich auch und ganz schnell wird ihr Gesichtsausdruck ängstlich und verwirrt. Wie zu Eis gefroren steht sie einfach nur da und gafft dich an und du sie. Leicht verwirrt stellt Tran dich bei Dahee vor:„Das ist (d/n), meine Freundin und Kollegin." Mit großen Augen guckt Dahee dich einfach nur an, nickt knapp und setzt sich dann langsam weit entfernt von dich hin. Die ganze Zeit ruht ihr aufgeregter, ängstlicher Blick auf dir. Ich kann nicht glauben, dass so viele Leute aus meinem direkten Bekanntenkreis Teil dieser Mafia sind... Weiß Tran überhaupt davon?





    Kapitel 102

    Ratlos, was du machen oder sagen sollst, sitzt du einfach weiterhin stumm zwischen Tran und Dang, während Dahee sichtlich nervös weiter entfernt sitzt und immer wieder einen besorgten Blick in deine Richtung wirft. Letztlich versuchst du einfach, das zu ignorieren und unterhälst dich weiterhin ganz normal mit den Anwesenden. Jetzt soll auch endlich der Kuchen angeschnitten werden, wofür sich alle an dem ausgefahrenem Tisch in der Küche versammeln. Es sitzen alle recht eng beieinander und es werden alle möglichen Stühle aus verschiedenen Räumen dazugeholt. Letztendlich musst du auf einem kleinen, roten Kinderstuhl aus Dangs Zimmer sitzen. Unglücklicherweise hockst du neben einem Großonkel der Mädchen und der Oma. Beide sind sehr gesprächsbedürftig, doch sie reden von beiden Seiten und du bist großteils sehr verwirrt. Nach dem Kuchen wollt ihr euch noch etwas in das kleine Wohnzimmer gesellen. Die Erwachsenen wollen in einer geselligen Runde etwas Sekt trinken, während du mit Tran und den Kindern nüchtern bleibst. Die Stimmung ist gut, einige sind schon etwas angetrunken und so langsam füllt sich deine Blase mit Orangensaft. Dringend stehst du schnell auf und fragst die Gastgeberin nach einem Bad. Schnell zeigt Tran dir den Weg und du begibst dich schnell zum besagten Ort. Dort entleerst du dich, wäschst dir noch einmal schnell die Hände und willst nun wieder dem Rest beitreten. Gerade verlässt du das Bad, da packt dich jemand am Arm und zerrt dich unsanft in ein kleines Zimmer. Nun erkennst du, dass es Dahee ist, die dich warnend an die Wand drückt. Nervös blickt sie kurz zu Tür und wendet sich dann wieder an dich. Mit bedrohlich leiser Stimme flüstert sie:„Ich weiß, was du denkst und weißt. Schließlich bist du auch Teil der „Mafia". Doch, bevor du mit auch nur irgendjemandem darüber redest... Niemand darf es wissen! Nicht mal Tran! Hast du verstanden? Sie darf es nicht erfahren, niemand!" Knapp nickst du und fragst dann zögerlich:„Du hast deiner Schwester gesagt, du seist als Kindermädchen tätig. In Wahrheit bist du dort, nicht?" Ernst nickt das junge Mädchen wortlos und fragt dann erneut in bedrohlichem Tonfall:„Du wirst es niemandem erzählen, ja? Nicht mal deiner Katze!" Ehrlich nickst du und fragst dann plötzlich verwirrt:„Woher weißt du, dass ich eine Katze habe?" Kurz erklärt Dahee stumpf:„Ich bin allwissend. Und jetzt geh schon mal vor. Sonst wird es auffällig, wenn wir gleichzeitig zurückkommen." Gehorchend schlenderst du zurück. Wenige Minuten später folgt auch Dahee und niemand hat von eurem kurzen Gespräch mitbekommen. Zufrieden lächelst du, während Dahee einfach den Blickkontakt meidet. Nach etwa einer weiteren Stunde fahren die Verwandten wieder und du bleibst noch etwas dort, um Tran beim Aufräumen zu helfen. Auch Dahee hilft schweigend. Dang spielt glücklich im Wohnzimmer mit einem ranzig erscheinenden Kuscheltier und das Geburtstagskind hat sich in seinem Zimmer verkrümelt. Zufrieden meint Tran:„Der Tag ist doch ganz gut verlaufen, nicht? Ich hatte erwartet, dass er viel anstrengender und ermüdender werden würde. Aber so war es letztlich ja gar nicht. Das habe ich sicherlich dir zu verdanken, (d/n). Ohne dich hätte ich keinen vernünftigen Kuchen gehabt und außerdem ist es mit dir gleich viel lustiger. Du bist wirklich eine tolle Freundin!" Verlegen lächelst du irgendwie stolz und bedankst dich:„Danke, du bist aber auch eine tolle Freundin! Vor allem, wo Miga, meine beste Freundin, nicht da ist, bin ich froh, dich zu haben." Tran lächelt:„Gerne doch. Stimmt, Miga ist doch mit den Jungs von BTS auf Tour, oder? Sie singt mit ihnen?" Kurz nickst du bestätigend und gedankenverloren nickt Tran. Auf einmal lacht sie:„Dang ist ein großer Fan von BTS. Es ist schon lustig, dass du sie so gut kennst." Daraufhin grinst du:„Ja, es ist schon lustig. Sie sind wirklich alle sehr nett." Tran hakt schmunzelnd nach:„Und gutaussehend sind sie auch, nicht? Wen findest du denn am besten? Ich habe mal von Gerüchten gehört, dass Suga und du etwas am laufen habt." Belustigt grinst du:„Das Lustige an Gerüchten ist, dass sie immer nur aus gefährlichem Halbwissen entspringen. Also nein, da ist nichts. Wir verstehen uns nur gut." Naja, eigentlich hat sie ja doch recht. Mittlerweile läuft da was und ich will, dass es nie wieder stehenbleibt! Verständnisvoll lächelt Tran und meint:„Ja, das stimmt. Meist sind Gerüchte nur blödes Geschwafel. Und das ist auch ganz gut so. Was es schon alles für Gerüchte über mich gab..." Interessiert hebst du grinsend eine Augenbraue und Tran gibt lachend nach:„Damals dachten in der Schule alle, ich sei in einen Jungen aus meiner Klasse verliebt. Dabei waren wir nur Freunde. Naja, solche Gerüchte gibt es immer. Und dann gab es noch einmal das Gerücht, dass meine Mutter gar nicht wirklich Krebs hatte, sondern es nur vorgetäuscht hat. Aber warum sollte man so etwas machen?" Bei den letzten Sätzen lächelt Tran nur traurig und plötzlich fällt dir auf, dass Dahee, die hinter euch gerade den Tisch wischt, nervös um sich guckt und eine Träne fließt ihre Wange herunter. Bedrückt wendest du dich wieder deiner Arbeit zu und vollrichtest sie schnell schweigend. Als du fertig bist, lächelst du deine neue Freundin, Tran, an und meinst vorsichtig:„Ich würde ja gerne noch etwas bleiben, aber so langsam muss ich nach Hause. Morgen muss ich wieder in die Hochschule. Also, naja..." Verständnisvoll umarmt Tran dich schnell und meint:„Kein Problem. Fahr du nur. Und danke noch einmal, dass du mir geholfen hast. Ich hole noch eben deine Backbleche." Dann holt sie deine Sachen, drückt sie dir in die Hand und murmelt Dahee zu:„Bist du so lieb und bringst sie noch schnell zum Auto?" Knapp nickt Dahee und begleitet dich, während du noch schnell Tran winkst. Schweigend gehst du mit Trans jüngeren Schwester das Treppenhaus hinunter, bis du auf der sperrlich beleuchteten Straße stehst. Leise eilst du zu deinem Wagen, lädtst deine Sachen hinein und willst dann einsteigen. Doch plötzlich murmelt Dahee leise:„Komm gut nach Hause, (d/n), bevor du noch einen Unfall baust." Verwirrt schaust du das Mädchen an, welches ausdruckslos auf den Boden starrt. Wollte sie damit auf meine Eltern hinweisen oder wollte sie einfach nur freundlich sein? Und wenn sie auf meine Eltern hinauswollte, weiß sie eventuell etwas, das ich nicht weiß? Vorsichtig fragst du nur:„Willst du mir etwas sagen, Dahee?" Mit traurigem Blick schaut sie dich an und schüttelt nur ihren Kopf. Fast schon etwas beängstigt schluckst du und blickst das Mädchen immer noch an. Plötzlich flüstert sie:„Meine Mutter hatte nie Krebs..." Verwirrt guckst du das selbst sichtlich verwirrte Mädchen an und plötzlich erklärt sie mit fester Stimme:„Ich wollte, dass du weißt, dass ich nicht nur einfach so zum Spaß bei dieser Art Mafia bin. Ich bin dort, weil ich Rache an die wahren Feinde der Gesellschaft nehmen will. Meine Mutter hatte nämlich gar kein Krebs. Sie wurde von unseren Feinden ermordet. Und wofür? Für ihr Geld! Doch meine Mutter wusste, was ihr bevorstand und sie täuschte vor, Krebs zu haben. Nur, damit wir nicht auch zu Mördern werden. Und ich habe mir geschworen, auch nicht direkt einer zu sein, doch ich kann auch nicht tatenlos zusehen. Deswegen bin ich dort. Nicht, um gutes Geld zu verdienen. Und ich wollte, dass du das weißt, um mich verstehen zu können." Verwundert hauchst du:„Und Tran? Weiß sie wirklich nichts davon?" Unmutig schüttelt das Mädchen den Kopf:„Nein, nur ich weiß es. Ich habe es herausgefunden, als ich einen Brief von Mutter entdeckt habe, in dem alles stand. Es war ein Abschiedsbrief, der eigentlich für Vater gedacht war. Doch wie der Zufall es wollte, gelang er in meine Hände. Doch ich wusste, dass ich Tran nichts erzählen darf. Sie würde das nicht verarbeiten können. Deswegen sag du es ihr bitte auch nicht, ja?" Nachdenklich nickst du und verabschiedest dich dann:„Ich werde es niemandem sagen, aber Dahee, du musst das nicht so in dich hineinfressen. Also, wenn du jemanden zum Reden brauchst, ich bin da..." Traurig nickt Dahee mit einem müden Lächeln auf den Lippen und geht nun wieder in ihre Wohnung, während du schockiert in deinem Auto hockst. Wie kann man in dem Alter schon so viele Geheimnisse haben? Ich bin froh, dass es bei mir nicht ganz soo schlimm ist...






    Kapitel 103

    Gelangweilt hockst du mal wieder in der Hochschule und starrst einfach aus dem Fenster. Die Professorin schwafelt vorne irgendetwas von Quantenphysik, doch du hast schon lange abgeschaltet. Deine Gedanken kreisen nur um Yoongi, wie es ihm geht, was er macht und all solche Sachen. Auch an die anderen Jungs und Miga denkst du kurzzeitig. Mich wundert, dass Miga mich noch gar nicht angerufen hat, seitdem ich wieder hier bin... Nicht mal, weil Yoongi und ich nun ein Paar sind, hat sie angerufen. Kann sie denn so beschäftigt sein? Nein, höchstens mit Jungkook. Aber warum ärgere ich mich überhaupt darüber? Ich weiß ja, dass ich für Miga nun keine Bedeutung mehr habe. Sie ist nun steinreich und überall bekannt. Da ist es doch klar, dass sie keine Zeit für mich hat. Aber so als beste Freundin? Kann man sich diese Zeit nicht auch einfach mal nehmen? Ach, ich sollte wirklich aufhören, mir darüber Gedanken zu machen. Ich habe jetzt ja Yoongi und der wird mich wohl nicht alleine lassen. Naja, hoffentlich...
    Hoffentlich ist bald auch die Vorlesung zu Ende. So spannend ist es dann doch nicht. Und im Café arbeiten muss ich auch noch. Na toll...
    Nach gefühlten Ewigkeiten ist der Tag an der Hochschule nun auch endlich vorbei. Unmutig trottest du jetzt in den großen Park, zum Café. Tran ist nicht da, da sie erst heute Abend ihre Schicht hat. Also arbeitest du heute konzentriert, ohne Gespräche. Nach vier Stunden bist du fertig und läufst nun geschafft die Straßen entlang, auf dem Weg zum Hauptquartier. Es ist gerade etwa 18:00 Uhr und du kommst gerade an. Wie immer klopfst du an und wirst direkt hereingelassen. Ohne große Umwege begibst du dich in dein Büro und schmeißt erstmal den Computer an. Du wirfst einen schnellen Blick in die Aufnahmen der Überwachungskameras mit dem Resultat, dass alles wie immer ist - niemand dort. Seufzend schließt du das Fenster und überlegst währenddessen, was du noch machen kannst. Nach kurzem Überlegen beschließt du, einfach ein wenig durch das Gebäude zu schlendern und nach Arbeit zu suchen. Und dafür hat man mich nicht mit nach Amerika kommen lassen? Dafür, dass ich mich hier langweile und notdürftig nach Arbeit suche? Die Kameras steuern hätte ich auch von da hinten geschafft. Dafür muss ich nicht hierbleiben. Und jetzt sitze ich hier und bin von Yoongi getrennt. Und wofür? Ganz genau, für nichts! Demotiviert schlenderst du herum und bleibst plötzlich stehen, als du an Donghaes Büro vorbeikommst. Von dem habe ich lange nichts mehr gehört oder gesehen... Vielleicht sollte ich mal wieder hallo sagen. Laut klopfst du gegen die Tür und wartest auf eine Antwort. Tatsächlich antwortet dir Donghaes tiefe Stimme und du trittst wortlos ein. Überrascht lächelt Donghae dich an und meint:„Hallo (d/n)! Wir haben ja lange nichts mehr voneinander gehört! Wie geht's dir und wo warst du überhaupt?" Knapp erwiderst du leicht verlegen:„Naja, mir geht's soweit ganz gut. Und ich war auf Tour mit den Jungs von BTS." Verwundert runzelt der, dir gegenüber, die Stirn und hakt nach:„Mit Namjoon, Yoongi und dem Rest der Truppe? Was hast du denn da mit denen gemacht?" Schnell erzählst du:„Meine beste Freundin, Miga, singt mit ihnen und hat mich gefragt, ob ich nicht mitkommen möchte. Deswegen war ich weg..." Daraufhin lächelt Donghae etwas kalt:„Achso, dann kann ich das natürlich verstehen. Von dieser Miga habe ich auch schon gehört. Sie ist mit Jungkook zusammen, nicht? Choi hat mir mehrfach von ihr erzählt. Sie scheint ganz nett zu sein." Kurz musst du überlegen, wer Choi ist, bis dir einfällt, dass sie dieselbe Person ist wie Juhee. Nur ist Juhee ihr Deckname. Knapp erwiderst du nun:„Ja, Jungkook ist ihr Freund und nett ist sie auch." Interessiert fragt Donghae plötzlich:„Verstehst du dich denn noch mit ihr? Ich meine, es ist doch sicherlich sehr belastend für eine Freundschaft, wenn man nie da ist, oder?" Bei dieser Frage wirst du etwas traurig, verkneifst den Schmerz aber und antwortest nur mit kalter, monotoner Stimme:„Ja, es ist schwierig." Mehr sagst du dazu nicht und Donghaes Gesichtsaudruck zu urteilen, versteht er sehr wohl, dass eure Freundschaft momentan fast schon bricht. Doch dankenswerterweise spricht er dich nicht weiter darauf an. Um dich selbst abzulenken, fragst du noch:„Hast du noch etwas für mich zu tun?" Kurz überlegt der freundliche Donghae und murmelt letztendlich:„Naja, nicht wirklich, aber du könntest mal im Krankenraum nachgucken. Da Jin ausfällt, sind wir dort stark unterbelegt." Knapp nickst du und verlässt den Raum dann, um den Behandlungsraum aufzusuchen. Auf dem Weg dorthin klingelt plötzlich dein Handy. Verwirrt nimmst du ab und erkennst zu deiner Erleichterung Yoongis müde Stimme. Glücklich begrüßt du ihn:„Hallo Yoongi, wie geht es dir? Und wie lief das Konzert?" Gähnend erwidert dein Freund:„Joa, es war ganz in Ordnung, aber ich vermisse dich. Warum kannst du nicht einfach kommen? Soll doch jemand anderes den Auftrag übernehmen..." Frustriert erklärst du:„Ja, das wäre wirklich schön. Zumal ich hier nicht wirklich viel zu tun habe. Aber wir haben Namjoon ja gehört..." Leise murrt Yoongi:„Ja, der Kerl ist komplett nervig. Der versucht die ganze Zeit, mich davon abzuhalten, dich zu lieben. Er meint, dass würde meine Konzentration und Fähigkeit schaden. Aber in Wahrheit schadet es nur, dass du nicht bei mir bist!" Gerührt stammelst du:„Du bist so unfassbar süß, Yoongi. Ich vermisse dich so sehr! Am liebsten würde ich jetzt einfach direkt zu dir rüberfliegen!" Leise flüstert Yoongi sehnsüchtig:„Ja und dann würde ich dich so lange küssen, dass mir die Lippen abfallen!" Belustigt kicherst du:„Naja, ich weiß nicht, ob es so vorteilhaft wäre, Rapper ohne Lippen zu sein. Aber ansonsten gebe ich dir recht!" Daraufhin schmunzelt dein Mentor:„Dann belassen wir es eben bei einer ganz langen Umarmung!" Zustimmend lachst du, wobei Yoongi auf einmal laut gähnt:„Ich habe dich wirklich lieb, (d/n) und ich würde liebend gerne noch weiter mit dir telefonieren, aber es ist gerade 03:00 Uhr nachts und so langsam werde ich echt müde. Wir sind erst seit gerade eben wieder im Hotel und dann müssen wir direkt am Morgen weiterfliegen, nach Seattle." Mitleidig flüsterst du:„Du tust mir wirklich leid. Na dann, gute Nacht, Yoongi. Vergiss nicht, ich liebe dich mehr als alles andere!" Yoongi grinst daraufhin etwas bedrückt:„Das werde ich nicht vergessen, denn ich liebe dich noch viel mehr. Also, hab dich lieb, (d/n)!" Irgendwie glücklich und traurig gleichzeitig lächelst du noch, bevor Yoongi schließlich auflegt. Doch plötzlich ertönt hinter dir eine vertraute Stimme:„Wer war das, (d/n)?" Aufgeschreckt erkennst du, dass Dahee hinter dir steht und schnell stammelst du nur:„Äh, niemand. Naja, mein Freund..." Schwach lächelt das junge Mädchen und meint:„Du siehst deinen Freund also als ein niemand? Naja, so wirst du es wohl nicht gemeint haben... Donghae meinte gerade, du suchst mich?"






    Kapitel 104

    Unsicher stammelst du:„Ja, schon. Ich meine, ich habe nicht direkt nach dir gesucht, aber... Doch ja, ich habe dich gesucht..." Hilfe ich stelle mich an, wie der letzte Vollhong, aber ich bin mir nicht ganz sicher, wie ich mit ihr umgehen soll. Jetzt, wo ich weiß, dass sie ihre Schwester und ganze Familie belügt... Auch, wenn ich sie verstehen kann... Endlich sammelst du deine Worte zusammen, atmest einmal kurz durch und meinst:„Ich wollte fragen, ob ich noch etwas bei euch tun kann. Ich habe nicht wirklich viel zu tun und Donghae sagte, ihr seid stark unterbesetzt?" Daraufhin lächelt Dahee etwas schüchtern:„Ja, das stimmt. Du könntest gut noch etwas helfen. Also, wenn du wirklich nichts Anderes zu tun hast, kannst du neue Verbände kaufen gehen. Ich meine, jetzt momentan ist niemand ernsthaft verletzt, aber bevor wir das nächste Mal nichts haben..." Knapp nickst du gehorchend und rufst noch schnell:„Ich geh dann mal kurz welche kaufen. Brauchen wir sonst noch etwas?" Kurz überlegt das junge Mädchen und erwidert letztlich:„Vielleicht noch ein paar Schmerztabletten und den Rest besorgt später unser Arzt hier." Eilig lächelst du und verschwindest dann aus dem Hauptquartier, um die Apotheke aufzusuchen. Bei einer solchen angekommen, suchst du nach dem Zeug, welches benötigt wird, kaufst es kurzerhand und begibst dich auf den Rückweg. Wieder beim Hauptquartier lieferst du den Kram ab und beschließt, den Behandlungsraum noch einmal schnell mit Dahee durchzuputzen. Schweigend reinigst du die „Werkzeuge", während das junge Mädchen den Boden wischt. Die Stille gähnt unangenehm in dem Raum. Schließlich entschließt du dich dazu, dich etwas zu unterhalten. Vorsichtig beginnst du ein Gespräch:„Und... Wie geht es dir sonst so?" Etwas überrascht stottert Dahee:„Naja, soweit so gut, würde ich sagen. Allerdings ist Tran nächste Woche auf einer Fortbildung und wahrscheinlich werde ich etwa zwei Tage allein auf meine Schwestern aufpassen müssen. Oma ist nämlich auch nicht da... Tran überlegt noch, ob sie jemanden fragt, auf uns aufzupassen..." Klein gibst du bei:„Achso, also, ich weiß, das ist möglicherweise etwas komisch, aber ich könnte doch auch auf euch aufpassen. Ich habe nächste Woche eh keine Hochschule, da die Prüfungen jetzt alle geschrieben wurden. Also..." Etwas verlegen lächelt Trans Schwester:„Ja, schon. ich könnte Tran ja einfach mal ganz dezent darauf ansprechen." Beinahe zufrieden lächelst du vor dich hin und fragst plötzlich:„Was macht Tran denn überhaupt hauptberuflich? Ich weiß nur, dass sie im Café einen Nebenjob ausführt." Dahee erwidert sicher:„Tran arbeitet als OP-Helferin. Daher kommt auch mein Interesse für das Medizinische." Erstaunt fragst du:„Tatsächlich? Das wär, glaub ich, nichts für mich. Ich bin nicht so der Freund davon, mir Verletzungen anzuschauen und intelligent genug wär ich dafür auch nicht." Etwas belustigt grinst Dahee und meint:„Naja, dafür arbeitest du ja auch in einer anderen Abteilung. In welcher überhaupt genau? Mal bist du irgendwie am Computer und mal im direkten Dienst." Knapp erklärst du:„Naja, eigentlich bin ich so das Mädchen für alles. Ich bin ja sozusagen noch in Ausbildung. Yoongi ist mein Mentor und da er momentan nicht da ist, muss ich eben mehr am Computer und weniger im Körperlichen tun. Aber eigentlich bin ich auch ganz froh drum. Ich kann einfach niemanden töten. Zumindest kann ich mich oft nicht dazu durchringen. Auch, wenn ich weiß, dass diese Person es verdient hat." Verständnisvoll erzählt Dahee:„Ja, das ist auch wirklich nicht meins. Zumal meine Mutter ermordet wurde. Ich möchte nicht auch zum Monster mutieren. Darauf kann ich gerne verzichten. Ich schleiche den Leuten lieber aus dem Hinterhalt auf. Von sofern..." Leicht lächelst du, als du in dem Moment auch mit deiner Arbeit fertig bist. Schnell verabschiedest du dich von Dahee und begibst dich auf den Heimweg. Dahee und Tran sind sich ziemlich ähnlich. Beide sind wirklich nett und richtige Kämpferinnen. Ich mag sie gerne, auch, wenn ich mich doch manchmal etwas damit schwertue. Aber wie sollte es auch anders sein? Dahee ist 13 Jahre alt und schon ist sie FREIWILLIG Teil dieser Gruppe. Mafia kann man sie eigentlich nicht nennen, da es keine Auftragsmörder sind, die das alles nur für Geld machen. Diese Bande tötet diese Menschen aus Rache. Aus Rache, weil ihnen einst von diesen Leuten Schreckliches angetan wurde. Genauso, wie Tae seine Freundin genommen wurde, Yoongi seine kleine Schwester und Dahee ihre Mutter. Das ist nicht fair und gewissermaßen kann ich ihre Rachsucht sogar verstehen. Ich wäre sicherlich ganz genauso. Aber so bin ich eben nicht. Mir wurde niemand von diesen Leuten genommen und demnach verstehe ich auch nicht, warum ich überhaupt da bin. Na klar, sie wollten vermeiden, dass ich es der Polizei oder sonst wem petze, aber mittlerweile... würde ich das doch eh nicht mehr tun. Yoongi ist mein Freund, der Mann meines Lebens und ich würde ihm niemals in den Rücken fallen. Doch muss ich deswegen trotzdem hierbleiben? Kann ich nicht einfach gehen und nicht wieder zu dieser Gruppe gehen? Das heißt ja nicht, dass ich sie verraten würde. Egal, was soll's? Ich muss ja niemanden umbringen. Ich werde es nur dann tun, wenn wieder jemand versucht meinen Freunden hier etwas anzutun. So, wie es damals bei Yoongi und Tae war. Auch, wenn Tae mich damals noch gehasst hat und Yoongi mich nur ausgebildet hat. Damals war ich ihnen noch egal... Aber jetzt ist es anders und mir waren sie nie egal, deswegen habe ich damals mein eigenes Leben für sie aufs Spiel gesetzt. Aber es ist ja eh nichts Schlimmes passiert. Es hat mein Leben eher bereichert. Denn jetzt bin ich mit Yoongi zusammen und das wäre ich ganz bestimmt nicht, hätte ich damals nicht gehandelt und diesen Pablo zu nichte gemacht... Vielleicht ist es ja ganz gut so, wie es gekommen ist...






    Kapitel 105

    Der nächste Tag bricht an und das erste, das du siehst ist, dass Yoongi dich vier mal per Videoanruf angerufen hat. Also beschließt du kurzerhand, ihn zurück anzurufen. Schon nach wenigen Momenten nimmt Yoongi ab und du erblickst sein blasses, wunderschönes Gesicht. Verschlafen lächelst du ihn an, woraufhin er dich ebenfalls anlächelt und plötzlich fragt:„Na, gut geschlafen, Dornröschen?" Gespielt beleidigt schmunzelst du:„Ja, aber nenn mich nie wieder so! Ich habe nur 9 Stunden geschlafen. Und was kann ich dafür, dass es bei mir früh morgens ist, während es bei dir früher Abend ist?" Belustigt grinst Yoongi:„Ist ja gut, sei doch nicht beleidigt!" Daraufhin meinst du verliebt:„Ich bin nicht beleidigt. Dafür liebe ich dich zu sehr, Yoongi, als dass ich auf dich böse sein könnte." Glücklich lächelt Yoongi dich stumm an und flüstert plötzlich, während ihm das Glück aus den Gesichtszügen entgleitet:„Ich vermisse dich so sehr, (d/n). Du fehlst hier einfach. Und wenn ich dich dann sehe, wie knuffig verschlafen du gerade aussiehst, dann würde ich dich am liebsten umarmen und nie wieder loslassen." Bedauernd lächelst du schwach und meinst:„Was glaubst du, wie sehr ich dich vermisse? Es ist, als wenn ich meine Gedanken in Amerika vergessen habe. Denn dort sind sie, bei dir!" Beinahe stolz lächelt Yoongi dich an und ärgert sich auf einmal:„Ich habe ja sogar schon versucht, Namjoon davon zu überzeugen, dass du hier hinkommst. Aber er behauptet, wir seien in unserer Ecke stark unterbesetzt und deswegen müsstest du da bleiben." Skeptisch erzählst du:„Ja, unterbesetzt mögt ihr sein, aber viel Arbeit habt ihr nicht. Ich habe gestern nichts zu tun gehabt, sodass ich am Ende mit Dahee freiwillig den Krankensaal geputzt habe!" Etwas verwirrt beäugt dein Liebster dich jetzt und schnell erklärst du:„Dahee ist das 13-jährige Mädchen bei euch, die großteils die Verletzten pflegt. Jin wird sie kennen." Kurz überlegt der gutaussehende Mann, bis ihm ein Licht aufgeht und er schwafelt:„Achja, Jin ist ihr Mentor. Sie ist das jüngste Mitglied bei uns. Und zwar nicht nur in unserem Quartier, sondern weltweit! Ich meine, es gibt noch mehr Leute in ihrem Alter, die bei uns sind, aber niemand ist viel jünger als sie. Ihre Mutter wurde von der Mafia ihres Geldes wegen umgebracht und da sie wusste, dass der Tod sie kommen holen würde, hat sie Krebs vorgetäuscht. Ihre Töchter wissen nichts davon. Eben nur Dahee. Das Schlimme bei der ganzen Geschichte ist aber, dass der Vater der Kinder seine Frau verraten hat. Er war nämlich auch Teil der Mafia und war ebenso nur auf ihr Geld scharf. Doch mittlerweile bereut er es und so sei ihm sein Fehler verziehen. Naja, ich meine, ich würde es ihm liebend gerne heimzahlen, aber seine Kinder lieben ihn und dann wollen wir es ihnen nicht antun. Die Kinder wissen nämlich nicht, dass ihr eigener Vater ihre Mutter verraten hat. Nicht einmal Dahee und deswegen sag es ihnen auch bitte nicht!" Geschockt starrst du erst deinen Liebsten an und nickst dann nur nachdenklich. Währenddessen murmelt Yoongi irgendetwas Unverständliches, das du nicht verstehst. Verträumt murmelst du nur:„Ja, das hat Dahee mir erzählt. Also... Nur das, was sie auch wusste. Ihre Schwester, Tran, kenne ich auch. Sie ist meine Kollegin beim Café und wirklich ein ganz liebes Mädchen. Umso mehr tut es mir für die Familie leid..." Etwas gleichgültig zuckt Yoongi nur mit den Schultern und murrt:„Naja, ich kenne nur Dahee und die auch nicht wirklich gut. Aber ich weiß, dass sie Schreckliches durchmachen musste. Wir alle mussten das..." Traurig murmelst du:„Ja, alle die dabei sind. Nur ich nicht. Denn meine Eltern wurden schließlich nicht umgebracht." Daraufhin nickt Yoongi nur ausdruckslos, ohne dich anzugucken. Eine kurze Stille erfüllt gähnend den Raum und schließlich räusperst du dich verlegen:„Warum... müsst ihr diese Leute denn eigentlich töten? Reicht es nicht, sie einsperren zu lassen? Stell dir mal vor, diese Leute haben Familie. Was ist dann mit der? Sie wären doch auch unfassbar traurig, nicht?" Etwas erschrocken starrt dein Liebster dich plötzlich an. Irgendwie kannst du seinen Ausdruck nicht genau zuordnen. Ist das Angst? Oder Trauer? Vielleicht sogar das Geständnis eines Fehlers? Was denkt er? Verbirgt er etwas?






    Kapitel 106

    Etwas nervös blickst du deinen Liebsten an, in der Hoffnung, mehr aus seinem Gesicht herauslesen zu können. Doch in Sekundenschnelle schwindet jede Emotion aus dem hübschen Gesicht und leise murmelt Yoongi nur:„Ich liebe dich, (d/n)! Vergiss das niemals, ja? Egal, was kommt, ich werde dich immer lieben und das tat ich schon immer! Und ich bereue jeden Moment, in dem ich dich nur ansah und meine Gefühle für dich zu unterdrücken suchte. Du bist mein Ein und Alles!" Geschmeichelt lächelst du dankbar und erwiderst:„Ich liebe dich auch, Yoongi. Mehr, als alles andere!" Schwach lächelt Yoongi und starrt dich mit verliebten, aber irgendwie auch bereuenden Augen an. Leise seufzt du auf, weil Yoongi deine Frage nicht beantwortet hat. Doch du kennst Yoongi gut genug, um zu wissen, dass er auch nicht darüber reden wil, wenn er nicht antwortet. Demnach sprichst du ihn nicht weiter darauf an, sondern starrst einfach nur verträumt in diese wunderschön schwarzen Augen, die so endlos scheinen, als könne man sich in ihnen verlieren. Eine lange Pause der Stille tritt ein und euch bleibt nichts anderes übrig, als euch gegenseitig verliebt anzugaffen. Plötzlich murmelt Yoongi sanft:„Du bist so wunderschön, (d/n). Das weißt du, oder?" Dankbar lächelst du nur und willst gerade etwas antworten, da öffnet sich bei Yoongi im Hintergrund die Zimmertür und Namjoon spaziert mit gestresstem Blick hinein. Laut befiehlt er deinem Mentor:„Yoongi, wir müssen gleich noch mal proben, zieh dich an und leg auf!" Dich beachtet der Anführer der Gruppe dabei gar nicht. Leise murrt dein Liebster nun:„Ich bin angezogen..." Schnell verlässt Namjoon nun auch schon wieder den Raum, lässt die Tür aber sperrangelweit offen. Jetzt wendet Yoongi sich wieder zu dir, rollt einmal genervt mit den Augen und murrt:„Namjoon regt mich so auf! Andauernd ist er in letzter Zeit gestresst und er ist jedes Mal pissig, wenn ich mit dir telefoniere..." Bedauernd murmelst du:„Sicherlich macht ihm das ganze Proben schwer zu schaffen und er hat Angst darum, dass du BTS verlassen musst. Oder er mag mich einfach nicht. Das kann auch sein..." Stumm schüttelt dein Mentor den Kopf und widerlegt:„Nein, Joonie mag dich wohl. Er hat noch nie etwas wirklich Schlechtes über dich gesagt. Er hat sicherlich tatsächlich nur die Sorge, dass es irgendwie unserer Existenz schaden könnte. Dennoch könnte er sich etwas zurücknehmen." Unbesorgt lächelst du:„Das renkt sich schon wieder ein, keine Sorge." Dankbar für deine Aufmunterung nickt Yoongi knapp, als plötzlich wieder die Tür aufgestoßen wird. Zu aller Überraschung tritt Miga ein und als sie dich über Yoongis Handy sieht, grinst sie breit. Eilig stellt sie sich neben deinen Liebsten, sodass ihr euch besser sehen könnt und sie freut sich:„Hallo, (d/n)! Wie geht's dir? Es tut mir so leid, dass ich dich in letzter Zeit nicht angerufen habe, aber ich hatte wirklich keine Zeit. Dauernd sind wir irgendwie weg und für ein vernünftiges Telefonat bleibt dann wenig Zeit. Aber Glückwunsch, dass du jetzt mit Yoongi zusammen bist!" Dankbar, aber gleichzeitig etwas enttäuscht erwiderst du:„Danke. Es ist nicht schlimm, dass du mich nicht angerufen hast. Ich weiß ja, wie viel ihr immer zu tun habt..." Nun lächelt Miga und meint auf einmal:„Irgendwie ist es lustig. Ich habe nie mitbekommen, dass du und Yoongi euch mögt. Du hast mit mir ja nie darüber gesprochen." Etwas ärgerlich denkst du dir: Ja, du warst ja auch nie für mich da zum Reden. Am Anfang konnte ich noch nicht mit dir darüber sprechen, weil du nicht wusstest, dass ich Yoongi schon deutlich länger kenne, als du dachtest. Und danach bist du immer nur bei deinem Kookie gewesen. Wie hätte ich da mit dir reden sollen? Doch anstatt tatsächlich zu antworten, lächelst du nur leicht. Jetzt meint Miga auf einmal:„Wir müssen jetzt auch los, (d/n). Also, ich weiß ja nicht, wie es mit dir ist, Yoongi... aber ich muss jetzt zur Probe!" Dabei grinst Miga schelmisch und verabschiedet sich noch zu guter letzt, bevor sie den Raum wieder verlässt. Schnell lächelt der perfekte Junge dich noch einmals an und verabschiedet sich auch:„Ich liebe dich, (d/n)! Ich weiß noch nicht, wann ich dich das nächste Mal anrufen kann, aber merke dir bis dahin, dass ich dich wirklich liebe. Ja?" Verliebt grinsend nickst du und Yoongi legt auf. Beinahe etwas traurig legst du dein Handy auf dem Nachtschränkchen ab und schlenderst noch immer müde in die Küche, um zu frühstücken. Immerhin weiß ich jetzt, dass Miga mich noch nicht ganz vergessen hat...






    Kapitel 107

    Seit einiger Zeit hockst du schon in deiner Küche und starrst durch dein Fenster auf die befahrenen Straßen. Die Sonne scheint, es ist warm und die Vögel zwitschern laut. Alles scheint so friedlich und schön, sodass du dich gut und glücklich fühlst. Doch fragst du dich, was du jetzt machen sollst. Zur Hochschule musst du nicht, arbeiten ebenfalls nicht und Freunde, mit denen du hier etwas unternehmen kannst, hast du auch nicht. Leise seufzend stehst du auf, während Tiefsee seelenruhig auf dem Sofa schläft. Kurzerhand beschließt du, Nora einen Besuch abzustatten. Fröhlich vor dich hinsummend schlenderst du zu dem gegenüberliegendem Haus und klingelst. Wenige Momente später steht Nora an der Tür und grinst etwas schelmisch:„Wo ist denn Yoogi?" Belustigt schüttelst du leicht den Kopf und verbesserst Nora mal wieder:„Hallo Nora. Er heißt Yoongi, aber okay... Nun, um auf deine Frage eine Antwort zu geben... Er musste wieder zurückfliegen, da noch mehrere Konzerte anstehen." Nachdenklich nickend fragt deine alte Nachbarin:„Und warum bist du nicht mit ihm gekommen? Ihr liebt euch doch..." Etwas traurig lächelst du nur und lügst knapp:„Ich muss ja mit meinem Studium vorankommen. Sonst wäre ich ja wirklich gerne mitgekommen, aber ich hätte dich ja auch nicht allein lassen können, oder?" Mitfühlend lächelt deine Nachbarin und lädt dich nun auch in ihr Haus ein. Dort trinkt ihr zusammen Tee und unterhaltet euch einfach ein bisschen. Dabei schwärmt Nora:„Du und Yoogi, ihr seid ja wirklich ein süßes Paar. Also wirklich, ich freue mich schon auf eure Kinder, dann kann ich immer auf sie aufpassen! Aber dann müsst ihr bald anfangen, damit ich die überhaupt noch erlebe!" Belustigt grinst du nur. Diese Frau - sie ist unglaublich! Und sie will einfach nicht lernen, dass er Yoongi heißt und nicht Yoogi. Aber gut, ich werde sie auch nicht darauf ansprechen. Sie lernt es doch eh nicht...
    Schließlich lachst du nur:„Nora! Ich bin 18! Als ob ich in dem Alter schon Kinder bekommen würde! Außerdem wäre es sowieso sehr schwierig. Yoongi ist in der ganzen Welt berühmt und auch andauernd auf Tour. Er hätte nie Zeit für seine Kinder. Zumindest noch nicht. Sicherlich, wenn alle Jungs eine Freundin haben und die ersten auch Kinder bekommen, wird die Tätigkeit von BTS eingeschränkt sein. Dann wird er mehr Zeit haben. Aber jetzt sicherlich noch nicht. Aber keine Sorge, ich werde dafür sorgen, dass du unsere Kinder noch miterlebst. Ich lass dich nicht so einfach gehen, Nora! Du wirst noch 100 Jahre alt!" Dankbar lächelt die süße Omi nun und lacht:„Gut, gut!" Ein wenig tratscht ihr noch miteinander, als du plötzlich eine Nachricht bekommst. Schnell guckst du nach. Hallo, (d/n)! Ich bin's, Tran. Ich wollte fragen, ob du eventuell für ein oder zwei Tage auf meine Schwestern aufpassen könntest. Ich muss nämlich auf eine Fortbildung und meine Oma ist nicht da. Alle anderen Verwandten wohnen zu weit weg. Aber es ist auch OK, wenn du nicht willst. Du musst es nur sagen. Schnell erwiderst du: Kein Problem. Das kann ich gerne machen. Ich habe die nächsten Tage sowieso keine Hochschule und habe viel Zeit. Mein Haus ist auch groß und dann bin ich immerhin nicht so einsam. Du kannst sie gerne die nächsten Tage mal vorbeibringen. Wann auch immer das von Nöten ist, ich bin da. Plötzlich fragt Nora etwas verwirrt:„Was tippst du da denn auf deinem Telefon rum? Belustigt antwortest du:„Ich soll einer Freundin aushelfen und schreibe deswegen gerade mit ihr." Stirnrunzelnd wirft die alte Frau einen Blick auf dein Handy und murmelt:„Seltsam, was die Telefone heutzutage alles können. Früher konnte man mit einem Telefon nur telefonieren und wenn wir mal was von einer Freundin wollten, dann sind wir einfach zu ihr gegangen und haben gefragt..." Du antwortest schnell:„Die Zeiten haben sich geändert und es wurde viel erfunden. Schon irgendwie verrückt, was es heutzutage alles gibt..." Leicht nickend meint Nora:„Ja, so ist es. Verrückt..." Jetzt vibriert dein Handy wieder und Tran hat geantwortet. Super, danke! Kann ich sie dir morgen so gegen 09:00 Uhr vorbeibringen? Schnell antwortest du: Ja klar, kannst du machen! Bis dann! Jetzt meint Nora plötzlich:„Ich muss jetzt erstmal ein Nickerchen machen. Ist das in Ordnung für dich?" Verständnisvoll lächelst du:„Na klar. Dann will ich dich mal nicht weiter stören! Bis dann, schlaf gut!" Schon verlässt du das Haus und gehst in dein eigenes. Kurz überlegst du etwas, was du machen kannst. Da morgen die Mädels kommen, kann ich erstmal ein bisschen aufräumen und dann werde ich einkaufen. Damit sie sich auch bei mir wohlfühlen!






    Kapitel 108

    Nachdenklich schlenderst du durch den Supermarkt, auf der Suche nach irgendetwas Interessantem. Wenn Trans Schwestern kommen, möchte ich gut vorbereitet sein. Ich mag Kinder, was vielleicht auch damit zusammenhängt, dass es in meinem Leben nie Kinder gab, um die ich mich kümmern musste. Und da ich Kinder mag, möchte ich, dass sich diese Kinder bei mir wohlfühlen. Also werde ich irgendwelche Bonbons kaufen und vielleicht sowas wie Milchreis. Das habe ich als Kind immer gegessen. Gut gelaunt gehst du durch die Gassen, in dessen Regalen sich allerlei Sachen befinden. Mal nimmst du eine Packung Gummibärchen mit, mal einfach ein fluffiges Brot und Aufstrich. Auch Müsli und Milchreis, sowie Joghurt steckst du ein. Als dein Einkaufskorb schließlich voll ist, gehst du zur Kasse, um zu bezahlen. Nun bringst du deinen Einkauf in dein bereits aufgeräumtes Zuhause und räumst alles in die Schränke. Anschließend kramst du schonmal drei Matratzen vom Dachboden hervor und legst sie vor dein Bett, damit die Mädels dann dort schlafen können. Jetzt legst du noch ordentlich Decken und Kissen dazu, betrachtest kurz zufrieden dein Werk und gehst dann zurück in die Küche. Es ist gerade mal 15:00 Uhr und du bist schon fertig mit all deinem Kram. Seelenruhig hockst du nun an deinem Küchentisch und trinkst deinen Tee. Den Tee, dessen Geruch du schon seit Anbeginn deiner Zeit kennst. Der Tee, dessen Geruch jeden Morgen deine Nase erfüllt und dir somit ein Gefühl von Zuhause und Geborgenheit gibt. Der Tee, den dein Vater einst jeden Morgen trank und dir jetzt das Gefühl gibt, dass er immer noch bei dir ist. Das Gefühl, dass er dich irgendwie nie verlassen hat. Wenn du diesen Tee riechst, dann riechst du deinen Vater, deine Mutter, die Erinnerungen. All das, was dich in deiner Vergangenheit glücklich machte, kommt dann wieder hoch. Mittlerweile ist der Tee für dich mehr wie ein Lebenselexier. In deinen Erinnerungen versunken blickst du aus dem Fenster. Doch plötzlich wirst du aus deinen Gedanken geschreckt, als dein Handy vibriert. Schnell wirfst du einen Blick darauf und erkennst, dass Yoongi dir etwas geschickt hat. Ein Selfie vom ihn. Seine müden Augen lächeln dich durch das Foto liebevoll an und als Untertitel hat er geschrieben: Gute Nacht, (d/n). Für einen Anruf bin ich schon zu müde, aber dann rufe ich dich eben morgen an. Schlaf gut, meine Süße. Ich liebe dich! Glücklich lächelst du, als du diese Nachricht liest und antwortest schnell: Ich liebe dich auch, Yoongi! Schlaf gut und träum was Schönes. Bis morgen! Nun legst du dein Handy an die Seite, lehnst dich glücklich auf deinem Stuhl zurück und schließt genießerisch deine Augen. Nach einer Weile nimmst du wieder dein Handy, steckst es in deine Hosentasche, trinkst den letzten Schluck Tee und verlässt fröhlich pfeifend das Haus. Gut gelaunt schlenderst du in den Park, strickt auf den See zu. Am Ufer, unter der Trauerweide lässt du dich fallen und hockst nun dort, während die warmen Sonnenstrahlen dir ins hübsche Gesicht fallen. Die wundervollen Erinnerungen, die dieser Ort mit sich bringt, überfluten dich und lösen in dir ein Glück aus, dass du das letzte Mal verspürt hast, als die Erinnerung selbst entstand - als Yoongi dich zum ersten Mal küsste. Als seine Lippen das erste Mal deine berührten. Dieser Moment besiedelt nun wieder deine Gedanken, weshalb du dich glücklich an den starken Stamm der Trauerweide lehnst. Die warme Luft umhüllt dich und das Wasser schwappt leise gegen das Ufer. Für einen Moment fühlt es sich so an, als liege Yoongi wieder in deinen Armen. Etwas enttäuscht, als du bemerkst, dass Yoongi gar nicht wirklich da ist, stehst du wieder auf. Entspannt läufst du durch den Park, an den duftenden Blumen vorbei, an den spielenden Kindern vorbei, die sich daran erfreuen, dass sie die Sommerferien genießen können. Alles scheint so friedlich und nach langer Zeit hast du wieder das Gefühl, dass die Welt in Ordnung ist. Deine Sorgen wegen deiner Eltern haben dich für einen Moment losgelassen und auch der Gedanke an die Mafia ist wie verflogen. Deine Gedanken liegen nur noch bei deinem perfekten Yoongi, bei dem friedvollen Wetter und dem Glück, das dir durch Yoongi zu Teil wurde. Nichts erinnert an die schlechten Fassetten des Lebens und irgendwie fühlst du dich nahezu frei. Wie losgelöst von allem Schlechten. Auf einmal vibriert dein Handy. Verwirrt wirfst du einen Blick darauf. Du hast eine Nachricht von Miga bekommen. Überrascht liest du sie dir durch. Sie schreibt: Hey, (d/n)! Alles klar bei dir? Also, bei uns ist alles super. Allerdings bin ich ziemlich müde. Es ist bei uns schon mitten in der Nacht. Wir waren ja erst noch bei der Probe für das morgige Konzert und bis jetzt war ich noch mit Kookie zusammen auf dem Balkon unseres Zimmers. Ich vermisse dich wirklich, (d/n). Ich wünschte, du wärst auch hier... Aber ich weiß ja, dass du mit deinem Studium vorankommen musst. Ich werde es ja wahrscheinlich nie zu Ende bringen können. Jetzt, wo ich ein Idol bin, verdiene ich gut genug. Aber gut... Ich hoffe, es geht dir da hinten gut. Naja, ich geh dann auch mal schlafen. Ansonsten schlafe ich noch während des Konzerts morgen ein. Gute Nacht. Ach ja, bevor ich es vergesse... Kannst du Juhee von mir grüßen? Danke schon mal im Voraus. Schlaf gut! Etwas überrascht packst du dein Handy wieder in deine Hosentasche. Seltsam, dass Miga mir so plötzlich schreibt... Ich freue mich darüber, aber... es bleibt dennoch seltsam. Naja, vielleicht wollte sie mich doch noch nicht ganz im Stich lassen. Aber warum soll ich Juhee von ihr grüßen? Ich weiß ja, dass die beiden sich gut verstehen, aber doch nie so gut, wie Miga und ich, oder? Warum denkt sie auf einmal an Juhee, wenn sie ihre beste Freundin so lange vernachlässigt hat? Naja, was soll's? Vermutlich merkt sie so langsam, dass sie ihre Freunde alle ziemlich vernachlässigt hat...






    Kapitel 109

    Etwas aufgeregt sitzt du in deiner Küche, darauf wartend, dass Tran endlich ihre Schwestern zu dir bringt. In deinem Haus ist bereits alles für die Mädchen aufgebaut und du trinkst wie gewöhnlich deinen heißen Tee. Gedankenverloren starrst du aus deinem Fenster und denkst dabei an Yoongi. Was er wohl gerade macht? Ich hoffe, es geht ihm gut. Yoongi. Ich vermisse ihn so sehr... Ich möchte ihn endlich wieder in meinen Armen liegen haben und seine weichen Lippen auf meinen spüren. Ich will seine Wärme spüren, einfach sein Dasein. Ich liebe ihn so sehr... Plötzlich wirst du aus deinen Gedanken gerissen, als es an der Tür klingelt. Durch den plötzlichen Ton aufgeschreckt stehst du auf und eilst an die Tür. Wie erwartet stehen dort Tran und ihre drei jüngeren Schwestern. Dankbar lächelt deine Kollegin dich an und meint:„Hallo. (d/n). Danke, dass du in der Zeit meiner Abwesenheit auf meine Schwestern aufpassen kannst. Du hast echt was gut bei mir. Zwei Sachen sogar..." Schnell beschwichtigst du:„Ach, alles gut. Gar kein Problem. Ist da sonst noch etwas, was ich beachten muss? Irgendwelche Allergien oder so?" Knapp schüttelt Tran den Kopf und erklärt:„Nein, nicht wirklich. Dangs Arm ist zwar immer noch gebrochen, aber wenn sie den nicht belastet, passiert auch nichts. Allergien hat keiner von ihnen. Es wär nur ganz gut, wenn du dafür sorgen könntest, dass die Mädels um allerspätestens 22:00 Uhr im Bett sind. Aber wenn du mal nicht weiterweißt, kann Dahee dir helfen. Sie kennt unsere beiden Querulanten ja." Daraufhin musst du etwas kichern. Nun wirft deine Freundin einen schnellen Blick auf die Uhr und verabschiedet sich:„Ich muss dann mal, bis dann! Und danke noch einmal!" Dann verschwindet sie auch schon und du stehst mit ihren drei Schwestern noch immer winkend in der Tür. Jetzt fragst du freundlich:„Wollen wir dann reingehen?" Heftig nicken die beiden Jüngsten, während Dahee belustigt lächelt. Wie auf ein Kommando geht ihr nun alle rein. Zusammen setzt ihr euch ins Wohnzimmer auf die Sofas. Dahee und Suji, die mittlere Schwester, setzen sich zusammen auf ein Sofa und Dang gesellt sich zu dir. Freundlich lächelst du nun und fragst:„Wie alt seid ihr noch mal alle? Dahee ist 13 und ihr?" Dang antwortet schnell rufend:„Ich bin schon 6 und in der zweiten Klasse!" Erstaunt guckst du sie an:„Was? schon in der zweiten Klasse?" Dahee erklärt schnell freundlich:„Ja, sie hat ein Jahr im Kindergarten übersprungen. Deswegen ist sie schon in der zweiten Klasse." Erstaunt nickst du und jetzt meint Suji gespielt beleidigt:„Ich hatte doch letztens erst Geburtstag und du warst da! Ich bin 8 Jahre alt!" Entschuldigend lachst du:„Ja, du hast ja recht. Ich bin halt ein bisschen vergesslich..." Daraufhin grinst Suji nur frech. Plötzlich fragt Dang in ihrer aufgeweckten Art:„Und was machen wir jetzt die nächsten zwei Tage?" Schulterzuckend erwiderst du:„Weiß nicht. Das, was ihr wollt. Wir könnten zusammen in den Park oder in den Zoo gehen oder sonst was..." Wie im Chor rufen Dang und Suji fröhlich:„Ja, in den Zoo!" Etwas erschrocken zuckst du zusammen, während Dahee belustigt grinst. Jetzt lachst du:„Na gut, können wir machen. Wollt ihr denn heute in den Zoo oder morgen?" Dahee murmelt schnell leise vor sich hin:„Dumme Frage, (d/n)..." Denn direkt rufen die beiden Mädchen:„Heute!" Beruhigend kicherst du:„Na gut, dann heute. Bist du damit auch zufrieden, Dahee?" Grinsend nickt sie:„Na klar. Wann kommt man schon mal in den Zoo?" Zufrieden lächelst du in dich hinein und sagst:„Ich schau mal eben nach, von wann bis wann der Zoo denn überhaupt offen hat..." Schnell kramst du dein Handy hervor und schaust im Internet nach. Von 11:00- 18:00 Uhr, okay... Kurz überlegst du und legst dann fest:„Dann fahren wir so in einer dreiviertel Stunde los. dann sind wir um 11:10 Uhr da und können praktisch den ganzen Tag dort verbringen. So lange eben, wie ihr Lust habt." Vorfreudig hüpfen die beiden jungen Mädels auf den Sofas rum und kreischen aufgeregt. Etwas verwirrt, aber auch total belustigt lachst du und Dahee kann sich das Lachen auch nicht verkneifen. Nachdem die beiden Mädchen sich dann abgeregt haben, stehst du auf und fragst:„Wollt ihr noch irgendwie etwas zu Essen oder Trinken mitnehmen? Ich habe Gummibärchen, Butterplätzchen und Apfelsaft hier..." Bevor du noch etwas sagen kannst, rufen Dang und Suji gleichzeitig:„Ja, bitte!" Zustimmend nickst du knapp und holst schonmal den ganzen Kram. Währenddessen ist auch Tiefsee zu den Mädchen gekommen und diese streicheln die kleine Katze jetzt alle verliebt. In der Zeit packst du die Sachen in einen Rucksack. Ein wenig hocken die Mädchen nun noch alle auf dem Boden und kraulen Tiefsee, welche das sehr genießt. Schließlich unterbrichst du das große Kuscheln indem du kichernd fragst:„Also, wollen wir dann? Muss noch jemand auf die Toilette? Noch habt ihr Zeit." Daraufhin steht Dang schwerfällig mit ihrem gebrochenen Arm auf und fragt:„Wo ist denn das Klo? Ich muss nämlich mal ganz dringend!" Verständnisvoll lächelst du und führst das Kind ins Badezimmer, während die beiden anderen Mädchen nicht müssen. Als Dang dann endlich fertig ist, geht ihr alle ins Auto. Schnell schnallst du die beiden kleineren Mädchen noch an und fährst dann los. Aufgrund der prallenden Hitze ist es auch im Auto sehr warm, sodass Suji sich beschwert:„Es ist mega warm! Das ist das Schlimme am Sommer..." Du grinst das Kind durch den Rückspiegel kurz an und meinst:„Ich kann auch das Dach einfahren. Dann wird der Wagen zum Cabrio." Begeistert jubeln alle Mädchen hinten und lachend öffnest du das Dach dann. Der Wind pfeift nun durch eure Haare und bringt sie zum wehen. Glücklich lachen die zwei jüngeren Mädchen hinten, während Dahee einfach belustigt grinst. Zufrieden lächelst du nun auch und fährst weiter. Die Mädels sind ja ganz schön aufgeweckt. Ich mag das... Nach einigen Minuten kommt ihr nun an und der Wagen kommt auf dem großen Parkplatz zum Stehen. Glücklich steigst du nun aus und öffnest den Mädchen hinten schon mal die Tür. Fröhlich lachend schnallen die Kinder sich ab und springen lachend aus dem Wagen. Bevor Suji auf die Straße rennt, packst du sie schnell am Arm und hälst sie fest. Ruhig bleibt sie daraufhin stehen und wartet, bis ihre beiden Schwestern neben ihr stehen. Als schließlich alle beisammen stehen, schließt du dein Auto ab und gehst aufmerksam, damit niemand verschütt geht, mit den Mädchen zum Eingang. Dort bezahlst du schnell an der Kasse, während Dang und Suji unter Dahees Aufsicht an einem kleinen Teich mit Fischen hocken. Nachdem du bezahlt hast, rufst du Trans Schwestern zu dir, doch da bemerkt Dang eine Art Spendenbox, bei der das Geld sich im Kreis auf den Schlitz zubewegt. Aufgeregt fragt sie:„Können wir da ein bisschen Geld reintun, (d/n)?" Bevor du antworten kannst, greift Dahee ihre jüngste Schwester am heilen Arm und schimpft leise, in einem genervten Ton:„Nein, Dang! Der Eintritt war schon so teuer!" Daraufhin lässt das kleine Mädchen traurig den Kopf hängen, doch du hast alles mitbekommen und lächelst:„Nein, das ist kein Problem. Gerne könnt ihr da eine Münze reinwerfen." Überrascht und gleichzeitig sehr dankbar grinst Dang dich nun an, während Dahee ebenfalls wirklich dankbar lächelt. Auch, wenn sie dabei etwas schuldbewusst wirkt. Du hingegen gehst nun zu den drei Kindern, kramst deinen Geldbeutel hervor und drückst jedem ein Euro-Stück in die Hand. Dabei grinst Dahee etwas belustigt. Aufgeregt setzen sich die Kinder nun um die merkwürdige Konstruktion und Dang fragt dich mit großen Augen:„Wie mache ich das jetzt? Wo muss ich das Geld reintun?" Kurz schaust du nach und deutest dann auf einen kleinen Elefant, der eine Art Rutsche auf dem Rücken hat. Dort legt das kleine Kind nun die Münze hinein und sie rutscht den Rücken hinunter, bis sie in einer Art Trichter wild im Kreis umherwirbelt. Schließlich verschwindet die Münze in einem kleinen Loch, in der Mitte des „Trichters". Entzückt kichert Dang, als die Münze so plump verschwindet. Nun ruft Suji ungeduldig:„Jetzt bin ich dran!" Daraufhin drängelt sie sich zwischen euch, um das Geldstück auch in den Schlitz des Rückens zu stecken. Ebenso wie beim ersten Mal wirbelt das funkelnde Ding wild durch die Konstruktion und erfreut somit das kleine Herz des Kindes. Erwartungsvoll blickst du nun Dahee an, die ihr Geld noch in der Hand hat. Erst wirft sie einen schnellen, überlegenden Blick auf das Wertstück, grinst dann dich an und setzt sich neben dich, dasselbe befolgend, wie schon ihre Schwestern. Irgendwie stolz guckst du das sonst so ernste Mädchen an, wie es sich daran erfreut, dass das Geld so lustig in der Schüssel springt. Als auch dieses verschwunden ist, lächelst du in die Runde und fragst:„Wollen wir?" Heftig nicken die Mädels und ihr geht los. Schon nach wenigen Metern ist das erste Gehege, mit Braunbären darin. Als Dang diese sieht, hüpft sie aufgeregt herum und ruft:„Oh, schu mal, (d/n)! Wie süß die sind! Die sehen aus, wie mein Teddy!" Belustigt lächelst du vor dich hin. Auch Dahee tut dies. Suji und Dang hingegen betrachten die Tiere mit riesigen Augen. Schließlich entdeckt Suji das nächste Gehege und läuft aufgeregt dorthin. Darin befinden sich Flamingos, die alle auf einem Bein in einem flachen Gewässer stehen und schlafen. Entzückt ruft Suji:„Schaut mal, wie schön rosa die sind!" Eine Weile betrachtet ihr die eleganten Geschöpfe, bevor ihr weitergeht, zu den Löwen. Vor denen scheint Dang etwas Angst zu haben, denn sie klammert sich unbeholfen an deinen Arm. Ganz im Gegenteil zu Dahee. Sie beugt sich mit großen Augen vor und betrachtet die königlichen Tiere ehrfürchtig. Suji tut in der Zeit so, als sei sie eine stolze Löwin und faucht Dang spielerisch an, was sie gar nicht so lustig findet. Letztendlich geht ihr weiter zu vielen anderen Tieren, bis ihr schließlich bei den Nilpferden ankommt. Träge stehen sie in einem künstlichen Teich und gähnen behaglich. Diese Tiere findet Dang besonders toll und sie ruft aufgeregt:„Schau nur, wie dick die sind! Die sind voll süß. Besonders das da!" Dabei zeigt sie auf ein richtig riesiges Nilpferd, mit einem bedrohlich gigantischem Maul und kleinen, müden, schwarzen Augen. An seinem Unterkiefer wachsen ein paar Stoppeln, die an einen drei-Tage-Bart erinnern. Suji ärgert ihre Schwester nun:„Das findest du süß? Das ist doch mega hässlich! Sieht eher aus wie ein altes Opa-Nilpferd!" Daraufhin reagiert Dang beleidigt:„Du hast doch keine Ahnung! Das ist das schönste Tier im ganzen Zoo und ich nenne es Franz-Josef!" Belustigt schaust du das junge Kind an:„Franz-Josef?" Stolz nickt Dang:„Ja, ich mag die deutschen Namen. Keiner kann sie aussprechen und sie klingen irgendwie witzig!" Kichernd guckst du das stolze Kind an und auch Suji und Dahee müssen kichern. Schnell klopfst du ihr auf die Schulter:„Ja, du hast recht. das ist ein sehr schöner Name. Dann wollen wir Franz-Josef mal in Ruhe lassen, damit er weiterschlafen kann, oder?" Zufrieden nickt Dang und winkt dem mächtigen Tier:„Bis später, Franz-Josef! Grüß deine Frau von mir!" Verwirrt lachst du und auch Dahee lacht wirklich laut, während sie dabei leicht ihren Kopf schüttelt. Schon geht ihr weiter. Schließlich kommt ihr an einem großen Spielplatz vorbei, an dem auch eine Eisdiele steht. Aufgeregt ergreifen Dang und Suji deine Hand, während sie betteln:„Können wir bitte ein Eis haben?" Belustigt grinst du:„Ich weiß nicht, könnt ihr?" Daraufhin kommt Suji sich etwas veräppelt vor und rollt mit den Augen:„Dürfen wir ein Eis? Essen?" Zufrieden nickst du und ihr geht zu der Eisdiele. Jedes Kind sucht sich jetzt eine Kugel Eis aus, welche ihr dann zusammen auf einer Bank esst. Als die beiden Jüngsten fertig sind fragen sie im Chor:„Dürfen wir ne Runde spielen gehen?" Knapp nickst du, nachdem du ihnen schnell den Mund von dem Eis befreist.Dann rennen sie auch schon los. Dahee sitzt noch neben dir und räuspert sich unsicher:„Danke, dass du das alles mit uns machst, aber das brauchst du nicht... Du musst nicht so viel Geld für uns ausgeben..." Verständnisvoll lächelnd murmelst du:„Ach, kein Problem. Ich mach das wirklich gerne, also mach dir keine Sorgen. Ich passe schließlich auch nur zwei Tage auf euch auf. Außerdem ist das mal eine schöne Abwechslung für mich. Ansonsten lebe ich doch auch immer nur alleine. Ich habe keine Geschwister. Das Selbe gilt für Eltern und jegliche andere Verwandten. Demnach gebe ich auch nicht sonderlich viel Geld aus. Das bisschen bringt mich jetzt auch nicht um." Etwas traurig schaut Dahee dich an:„Muss es nicht schrecklich sein, ganz alleine zu wohnen? Ist es nicht furchtbar langweilig?" Knapp nickst du:„Ja, das ist es..."





    Kapitel 110

    Mitfühlend nickt Dahee nur, während sie traurig auf den Boden starrt. Um dich selbst etwas abzulenken schaust du nach, was Suji und Dang machen. Schon nach wenigen Minuten entdeckst du sie, wie sie zusammen rutschen und dabei so tun, als wäre am Boden der Rutsche Lava, die sie nicht berühren dürfen. Belustigt lächelst du, als plötzlich Dahee murmelt:„Ich bin ja wirklich froh, immerhin noch meine Geschwister und Oma zu haben. Aber niemanden? Ich weiß ja nicht... (d/n), du musst wirklich viel mitmachen. Du verdienst meinen Respekt, wirklich. Nun... ich geh dann mal auch spielen..." Scheinbar etwas verwundert über sich selbst, dass sie das gesagt hat, steht Dahee auf und verschwindet bei ihren Schwestern. Liebevoll spielen und lachen die drei nun zusammen und du schaust ihnen irgendwie zufrieden zu. Plötzlich klingelt dein Handy und du nimmst schnell ab. Es ist Yoongi, welcher dich über Videoanruf anruft. Verliebt lächelst du ihn an, als du sein schläfriges Gesicht siehst. Liebevoll blickst du ihn an und flüsterst nahezu:„Hallo Yoongi. Alles oK bei dir?" Schmunzelnd nickt er nur und blickt dich gedankenverloren an. Er scheint im Bett zu liegen, denn seine Haare liegen verwuschelt auf einer weißen Decke. Plötzlich kommt Dang angerannt und guckt über deine Schulter auf dein Handy. Aufgeweckt fragt sie dich grinsend:„Wer ist das, (d/n)?" Auch Yoongi fragt in dem Moment:„Wer ist das, (d/n)?" Leicht überfordert antwortest du erst Dang, dann Yoongi. Anerkennend nickt Yoongi, während Dang dich nur belustigt angrinst und jetzt Yoongi in ihrer zuckersüßen Stimme fragt:„Wie heißt du?" Daraufhin grinst Yoongi:„Ich heiße Yoongi." Entzückt lächelt das kleine Mädchen, guckt dann dich an und fragt mit großen Augen:„Darf ich ein bisschen Apfelsaft und Butterplätzchen?" Knapp nickst du und reichst dem Kind die Sachen, die sie sich wünscht. Zufrieden nimmt dieses die Sachen jetzt an sich und rennt wieder zu ihren Schwestern. Etwas besorgt rufst du ihr noch hinterher:„Pass mit deinem Arm auf, Dang!" Als Antwort kommt nur ein leicht genervtes, aber trotzdem freudiges:„Ja, ich pass auf!" Yoongi grinst dich verliebt an:„Du wärst sicher eine tolle Mutter, (d/n)!" Belustigt meinst du:„Naja, ich weiß ja nicht. Jetzt sowieso noch nicht." Fragend blickt Yoongi dich schmunzelnd an:„Und später?" Du lachst:„Später können wir gerne noch mal auf dieses Thema zurückkommen." Zufrieden lächelt Yoongi, bis auf einmal auch Suji kommt und auf dein Handy gafft. Etwas erschrocken ruft sie aufgeregt:„Oh mein Gott, das ist ja Suga!" Leise zischt du ihr zu:„Ja, aber ruf das nicht so laut, sonst habe ich hier gleich 10 Paparazzi hocken..." Gehorchend nickt Suji und flüstert jetzt:„Warum telefonierst du mit dem? Dang meinte, dein Freund sei am Telefon Ist das etwa dein Freund?" Yoongi antwortet für dich:„Ja, aber erzähl's nicht weiter. Das ist unser kleines Geheimnis, OK?" Heftig nickt Suji und meint jetzt schüchtern:„Yoongi, darf ich auch mal auf ein Konzert von euch?" Etwas überfordert erklärt dein Liebster dem Kind:„Sicher, aber da musst du erst deine große Schwester Tran fragen, ja?" Knapp nickt das Kind und ruft dann:„Tschüss Yoongi, ich geh jetzt weiter spielen." Schon verschwindet das Mädchen wieder und du bist erneut mit Yoongi allein. Verliebt blickt er dich an und du ihn ebenso. Nach einer Weile murmelt er:„Du bist so wunderschön, (d/n)! Ich liebe dich so sehr! Und ich vermisse dich..." Bedrückt flüsterst du:„Ich dich doch auch, Yoongi. Aber daran, dass ich hier bleiben muss, können wir ja nichts ändern... Aber Yoongi, sobald die Tour vorbei ist, sind wir wieder vereint!" Schwach lächelt dein Mentor und gähnt schließlich:„Ich geh dann mal schlafen. Ich liebe dich, (d/n)! Viel Spaß noch mit den Kindern. Ich freue mich schon, wenn wir unsere eigenen haben..." Etwas belustigt lächelst du und flüsterst:„Ja Yoongi, später... Aber dann ja, dann freue ich mich auch auf sie. Gute Nacht, Yoongi. Ich liebe dich!" Doch schon ist dein Liebster seelenruhig am Schlafen und du legst lächelnd auf. In dem Moment kommen auch die Mädels wieder und Suji fragt aufgeweckt:„Können wir weiter?" Bestätigend nickst du und schon geht ihr weiter. Ein wenig verbringt ihr noch fröhlich im Zoo, bevor ihr ihn wieder verlassen wollt. Vorher dürfen sich die Mädels aber jeweils noch eine Kleinigkeit aussuchen. Dabei nimmt sich Dahee ein Wissensbuch über Tiere, Suji eine Spielfigur von einem Flamingo und Dang sucht sich ein Kuscheltier von einem Nilpferd aus. Als ihr dann alle wieder im Auto sitzt, verkündet das jüngste Mädchen:„Und dieses Nilpferd nenne ich Karl-Heinz!" Belustigt lachst du:„Du stehst wohl auf deutsche Doppelnamen für Männer, oder?" Stolz nickt das kleine Mädchen, woraufhin ihr alle belustigt grinst und dabei die Köpfe schüttelt. Das ist schon ein verrückter, kleiner Haufen... Aber das mag ich, wirklich! Sie wachsen einem wirklich schnell ans Herz. Da freue selbst ich mich jetzt schon auf meine eigenen Kinder!






    Kapitel 111

    Mit vollem Magen hockt ihr alle vor dem Fernseher, eingekuschelt in eure Decken und gafft gespannt in den Fernseher, in dem ein lustiger Kinderfilm läuft. Kichernd sitzen Suji und Dang zusammen auf ihrem Sofa, während du dir eines mit Dahee teilst. Müde lehnt sie sich am Rand des gemütlichen Objekts an und genießt die Ruhe und Sorglosigkeit. Du lehnst dich an die andere Seite, während du deine Beine nah angezogen am Körper behältst. Die Kinder liegen nah beieinandergekuschelt und kichernd dort. Es ist bereits Abend, doch die Wärme herrscht draußen nach wie vor. Die Mücken schwirren dort auf deiner Terrasse unter dem milchigen Licht der Laterne und warten förmlich nur auf das süße Blut von Kindern. Doch die Tür dorthin ist geschlossen und nur der Ventilator in der Ecke des Raums sorgt noch für ein wenig Luftzufuhr. Die Atmosphäre ist irgendwie ruhig und vertraut. Als wenn es immer so gewesen wäre. Es kommt dir familiär und vertraut vor. Vermutlich, weil du damals mit deinen Eltern oft abends so beisammensaßt. Doch etwas stört das Bild - die männliche Lote fehlt, weshalb du dir denkst, dass dein geliebter Yoongi das Bild nur allzu gut ergänzen würde. In deinen Armen soll er liegen oder du in seinen. Das ist dir egal. Hauptsache seine Nähe. Doch egal, wie sehr du sie dir wünscht, sie tritt einfach nicht ein. Wie denn auch? Yoongi ist auf Tour, in Amerika, während du in Korea bleiben musst. Schnell versuchst du, diesen Gedanken zu vertreiben, um die gute Stimmung nicht zu zerstören. Schließlich endet der amüsante Film und es ist bereits spät. Motiviert klopfst du dir auf die Oberschenkel, stehst auf und sprichst mit lauter, strenger, aber gleichzeitig auch freundlicher Stimme:„So, Schlafenszeit." Gemächlich streckt Suji sich und grinst in ihrer frechen, lieben Art:„Können wir nicht noch einen Film gucken?" Mitleidig lächelnd schüttelst du den Kopf und sagst:„Nein, ihr wollt doch morgen ausgeschlafen sein, oder?" Daraufhin fragt Dang nur gut gelaunt:„Wo schlafen wir denn, (d/n)?" Kurz teilst du mit:„In meinem Zimmer, ich habe die Matratzen schon aufgebaut." Zustimmend nickend springen die Kinder nun auf und folgen dir ins Badezimmer, damit sie sich da erst noch die Zähne putzen können. Auf dem Weg dorthin hängen viele Familienfotos an den Wänden. Dang begutachtet sie sorgfältig und fragt letztlich interessiert:„Wer ist das alles, (d/n)?" Dabei zeigt sie auf ein Bild von deinen Eltern und dir. Vor Erinnerungen traurig lächelnd erzählst du:„Das bin ich mit meinen Eltern, bevor... sie bei einem Autounfall verstorben sind." Verständnisvoll nickt Dang und flüstert nahezu:„Meine Mama ist auch gestorben. Sie hatte Krebs. Aber das ist nicht so schlimm, weil ich weiß, dass sie jetzt beim lieben Gott im Himmel ist. Und der passt gut auf sie auf und auf uns hier unten auch, genauso wie Mama. Deswegen ist sie da oben auch ganz sicher glücklich." Ein trauriges, aber hoffnungsvolles Lächeln erscheint in Dangs Gesicht, ebenso wie in Sujis. Nur Dahee senkt bedrückt den Kopf und zuckt kurz zusammen, als hätte sie jemand geschlagen. Irgendwie bewundernd für die Kinder lächelst du schwach und ausdruckslos, während du schnell weitergehst, bevor dich die Erinnerungen überholen. Vor dem Bad angekommen, gehen die beiden Jüngsten schon mal hinein, während Dahee noch bedrückt dasteht. Sorgvoll und als Zeichen der Unterstützung legst du deine Hand auf Dahees schmale Schulter, während du sie ruhig anlächelst. Hoffnungsvoll schaut Dahee dich an und umarmt dich schnell, bevor sie ohne ein weiteres Wort auch in das Bad geht. Dort putzt ihr nun alle eure Zähne und die, die müssen, gehen noch mal auf die Toilette. Als alle fertig sind, schlendert ihr zusammen in dein Zimmer, zieht euch Schlafsachen an und legt euch in euren Schlafstätten nieder. Dabei schläft Dang in deinem Bett, damit ihr Arm geschützter liegt. Das Licht ist bereits ausgeschaltet leise unterhaltet ihr euch. Doch auf einmal flüstert Dang:„(d/n), wir müssen noch beten..." Etwas überrascht murmelst du:„Na gut." Dahee flüstert dir schnell zu:„Wir wurden sehr katholisch von Tran erzogen. Sie selbst ist gläubig, was man nicht immer direkt denkt, da sie ein sehr standfester und realistischer Mensch ist, aber sie ist der Überzeugung, dass der Glaube einen in seiner Hoffnung und Trauer unterstützt. Um ehrlich zu sein, hat sie damit recht. Er hilft einem, seine Sorgen und seelischen Schmerz zu lindern. Deswegen wollen sie jeden Abend noch beten. Aber ich übernehme das wohl." Schon fängt sie an, ein einfaches, aber eindringliches Gebet aufzusagen und die beiden anderen Kinder lauschen ihr dabei ehrfürchtig. Nun ist es ganz still in dem vollen Raum und nach und nach taucht ihr alle in eure eigenen Traumwelten ein. Während Dang also vielleicht von Franz-Josef und Karl-Heinz träumt, sowie Dahee von dem schrecklichen Tod ihrer Mutter, träumst du von Yoongi. Und dabei pocht dein Herz schneller, denn es sehnt sich nach ihm. Und das spürst du bei jedem Atemzug, den du tust.






    Kapitel 112

    Der nächste Morgen geht rasant zu. Du wirst von Suji und Dang geweckt, die dir kichernd in die Wange pieksen. Murrend raffst du dich dann auf, grinst aber sofort, als du in die frechen Gesichter blickst. Dahee schläft noch, während Suji klagt:„Ich hab Hunger. Was gibt's zum Frühstück?" Wortlos zuckst du nur mit den Schultern, den Blick auf die seelig schlafende Dahee gerichtet. Leise flüsterst du ihren Schwestern zu:„Wollen wir sie wecken?" Dang schüttelt heftig den Kopf und erwidert leise:„Nein, sie schläft sonst nie so lange und dann ist sie immer ganz müde. Sie soll wenigstens einmal ausgeschlafen sein." Knapp nickst du:„Gut, da sie noch atmet, gehen wir schon mal in die Küche. Vorsichtig schleicht ihr aus deinem Zimmer, in das das Licht der Morgensonne nur so durch die Fensterritzen sickert. Leise ziehst du die Tür zu, woraufhin ihr schweigend in die Küche taumelt. Dort erwartet euch die aufgeweckte Tiefsee, die von den Kindern natürlich direkt eine Streicheleinheit bekommt. In der Zeit kochst du deinen vertrauten Tee und überlegst schon mal, was es zum Frühstück geben könnte. Als dir nichts einfällt, drehst du dich einfach zu den Kindern um und grinst breit, als du siehst, wie viel Spaß die beiden mit der Katze haben. Dang stützt sich zwischendurch unvorteilhaft mit ihrem heilen Arm ab, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Besorgt bietest du deine Hilfe an:„Soll ich dir irgendwie helfen, Dang? Nicht, dass du deinen gebrochenen Arm auch noch zu sehr belastest." Wortlos schüttelt sie nur mit dem Kopf, woraufhin du dich zu ihr beugst und leise fragst:„Wie geht es deinem Arm denn, Dang?" Fröhlich, mit den Augen nur auf die Katze fixiert, lacht sie:„Dem geht's soweit super. Er fühlt sich schon viel besser an, als am Anfang. Und ich kann ihn sogar schon wieder ein bisschen bewegen." Nachdenklich nickst du, stehst wieder auf und meinst:„Na gut, aber belaste ihn trotzdem nicht zu sehr." Gehorchend nickt das Kind, bis plötzlich Dahee mit noch schläfrigem Blick in der Tür steht. Gut gelaunt murmelt sie:„Guten Morgen allerseits!" Freundlich begrüßt du sie:„Hallo Dahee, gut geschlafen?" Eifrig nickt sie und fügt grinsend hinzu:„Aber jetzt habe ich Hunger. Was gibt es zum Frühstück?" Du erläuterst nur knapp:„Keine Ahnung, was ihr wollt." Kurz scheint die Älteste der drei zu überlegen und fragt dann vorsichtig:„Kannst du Pfannkuchen machen?" Laut jubeln ihre Schwestern und du grinst:„Na klar, was wollt ihr denn darauf haben? Früchte, Zimt, Käse, Schinken?" Wie ihm Chor antworten die drei Mädchen:„Früchte!" Zufrieden nickst du, holst ein paar verschiedene Früchte aus dem Früchtekorb und fragst höflich:„Dahee, magst du die für mich kleinschnibbeln?" Gehorsam tut Dahee dies, während du den Teig zubereitest und schließlich in der Pfanne etwas backen lässt, bevor du sie umdrehst. Begeistert schauen dir die kleinen Kinder zu und Dang staunt:„Bei uns gibt es nie Pfannkuchen." Suji ergänzt:„Ja, dafür hat Tran morgens nicht mehr genug Zeit." Etwas mitleidig lächelst du nur und verbackst den ganzen Teig. Immer, sobald einer fertig ist, tust du ihn auf einen Teller und am Tisch belegen die Kinder sie mit ihren Früchten. Schließlich ist der Teig aufgebraucht und alle total satt. Seit etwa zwei Minuten sitzt ihr nun mit vollen Bäuchen am Tisch und lasst das Frühstück sacken. Doch auf einmal klingelt dein Handy und wie du es eigentlich schon erwartet hast, ist es Yoongi. Bei ihm ist gerade Abend und er liegt in seinem Bett. Müde lächelt er dich an und erkundigt sich wie immer erst mal nach deinem Ergehen. Wie immer antwortest du, dass es dir gut gehe, du ihn aber sehr vermisst. Nachdenklich nickt er und erwidert diesen Wunsch sehnsüchtig. Die drei Mädels sitzen nun alle hinter dir, sodass Yoongi sie alle sehen kann. Belustigt grinst er euch an und während eigentlich du dich mit ihm unterhalten wolltest, tun das jetzt die Mädels. Schließlich wird es Yoongi zu viel und er meint bedauernd:„Ich werde jetzt schlafen, (d/n). Ich liebe und vermisse dich sehr." Zärtlich erwiderst du:„Ich dich auch Yoongi..." Als du das sagst, kichern die Mädchen hinter dir leise, weshalb du auch schmunzeln musst. Etwas mitleidig, aber auch bewundernd und liebevoll lächelt dich dein Liebster dich ein letztes Mal an und legt dann wehleidig auf. Nun ruft Suji:„Das ist so süß, dass du einen Freund hast." Dahee meldet sich nun auch zu Wort:„Ihr seid echt süß zusammen." Dankbar lächelst du nur und meinst fröhlich:„Wollen wir gleich mal meine Nachbarin besuchen gehen? Sie ist sehr nett und möchte euch sicherlich kennenlernen." Zustimmend nicken die Mädels, wobei Dang ruft:„Aber erst wollen wir hier noch ein bisschen spielen." Nachgebend willigst du ein und schon verschwinden die Mädchen in den Tiefen des Hauses, während du ihnen hinterherrufst:„Passt aber auf, dass ihr euch nicht weh tut!" Suji versichert unbeschwert:„Ja, wir spielen doch nur Verstecken im Haus. Da passiert nichts!" Während die Mädchen jetzt also spielen, wirfst du erstmal über deinen Laptop einen Blick auf die Aufnahmen der Kameras in dem verlassenen Anwesen. Alles ist wie immer und mittlerweile bist du sicher: Da befindet sich niemand. das mag zwar ein Platz für ein paar Jugendliche sein, aber auch die waren nur einmal da und sind nicht weiter gefährlich. Eigentlich ist dieser Auftrag komplett unnötig... Plötzlich wirst du aus deinen Gedanken gerissen, als Dang mit einem Zettel in der Hand ankommt. Verwirrt fragt sie:„Was soll das heißen? Wer ist Hecht und Rabe?" Verwirrt nimmst du ihr den Zettel ab und liest ihn schnell durch.
    Rabe, was soll das? Ich verstehe dich nicht. Sie ist komplett harmlos, glaub mir. Ich kann sie auch auf unsere Seite ziehen und dann kann sie uns bei den Aufträgen helfen. Mach dir keine Sorgen, ich bekomme das in den Griff. Außerdem würde sie mir nie in den Rücken fallen.
    Wenn du mir nicht glaubst, wir treffen uns heute um 21:00 Uhr im alten Saal 2. Und bring die Waffe für den Auftrag mit. Wir werden es noch heute tun müssen!
    Hecht

    Nachdenklich wiegst du den Zettel in den Händen, bis dir plötzlich einfällt, woher dir das bekannt ist. Schnell lügst du Dang an:„Ach, meine Freundin und ich haben früher oft gespielt, dass wir Tierfreunde sind, die die Welt vor der bösen Ratte retten mussten. Wo hast du das denn her?" Stolz meint das Kind:„Aus dem leerstehendem Zimmer mit den beiden Betten." Das Zimmer meiner Eltern... Was hat dieser Zettel darin zu bedeuten? Naja, ich weiß auf jeden Fall, wen ich fragen werde. Aber jetzt erstmal nicht. Nicht, wenn die Kinder hier sind... Was auch immer es ist. Vielleicht nichts, vielleicht mehr, als ich mir gerade vorstellen kann...






    Kapitel 113

    Dahee, Suji und Dang stehen in deinem Zimmer und ziehen sich dort um, während du selbst auch gerade überlegst, was du anziehen kannst. Als Suji schon fertig ist, kommt sie zu dir, wirft einen Blick in deinen Kleiderschrank und meint:„Oh, dieses Kleid ist schön. Zieh doch das an." Heraus zieht Suji ein knielanges, dunkelrotes Kleid, mit weißen Blumen darauf, die dem Ganzen einen frischen Flair verleihen. Kurz begutachtest du es und meinst dann:„Ich weiß nicht. Irgendwie ist rot nicht so meine Farbe. Zumindest steht sie mir nichts sonderlich und ich bin auch nicht so das Kleider-Mädchen." Dahee, die jetzt auch fertig ist, versichert dir:„Ich glaube, dass du sehr hübsch darin aussehen wirst. Und glaub mir, ich habe ein gutes Auge dafür." Leise seufzt du und ziehst das eigentlich sehr schöne Kleid an. Als die drei Mädchen dich sehen, klatschen sie begeistert und Dang ruft gleichzeitig mit Suji:„Das sieht so schön an dir aus!" Auch Dahee ist der Überzeugung:„Das steht dir wirklich super. Warum trägst du das nicht öfter?" Geschmeichelt kratzt du dir verlegen am Kopf und plötzlich ruft Dahee:„Wir schicken deinem Yoongi ein Foto und fragen ihn, was er davon hält." Zustimmend nickst du nur und Dahee macht ein schnelles, aber wirklich schönes Foto von dir. Eilig leitest du es an den vermutlich schon schlafenden Yoongi weiter und meinst dann fröhlich:„So, dann lasst uns mal meine Nachbarin besuchen!" Gut gelaunt geht ihr nun alle nach draußen, rüber zu Nora. Suji klingelt aufgeregt und nur wenig später schaut Nora euch schon verwirrt an. Belustigt scherzt sie in ihrer Verwirrung:„Hast du schon so schnell Kinder mit Yoogi gemacht?" Lachend schüttelst du den Kopf und erklärst:„Das sind die Geschwister der Freundin, von der ich dir erzählt habe, Tran. Dies sind eben ihre drei Schwestern, Dang, Suji und Dahee. Ich passe für zwei Tage auf sie auf, während Tran eben auf Fortbildung ist." Begeistert grinst deine alte Nachbarin und bittet euch begeistert rein. In ihrer Küche deckt sie den Kindern direkt Orangensaft auf, gemeinsam mit ihrem berühmten Honigkuchen. Nora grinst freudig:„Wie gut, dass ich gestern noch gebacken habe. Esst ruhig!" Hungrig greifen die Kinder zu und entzückt schaut die alte Omi ihnen beim Essen zu, während ihr euch leise unterhaltet. Zwischendurch schwärmt Dang mit vollem Mund:„Der Kuchen schmeckt voll gut, (d/n)s Omi." Daraufhin lacht Nora:„Danke, das freut mich, aber ich bin nicht (d/n)s Oma." Etwas verlegen lacht Dang:„Achso, OK. Aber du bist so lieb wie unsere Omi, da dachte ich, du seist die von (d/n)." Belustigt lächelt die Alte nur und schaut weiter dabei zu, wie die Kinder es sich schmecken lassen. Schließlich sind sie mit Essen fertig und gemeinsam spielt ihr eine Runde Uno und danach spielen die Mädchen im Garten der Frau Ticken, während du mit ihr auf der Terrasse sitzt und den Kindern zuschaust. Auf einmal bemerkt Nora:„Du hast aber wirklich ein sehr hübsches Kleidchen an, (d/n). Hat dein Yoogi das denn schon gesehen." Sie kriegt einfach nicht in ihren Kopf, dass er Yoongi heißt. Naja, sei's drum... Fröhlich erzählst du:„Ja, Suji hat es für mich ausgesucht. Ich hatte es ewig nicht mehr an. Und nein, Yoongi hat es noch nicht gesehen." Komplimentierend schwafelt Nora:„Ja, aber es wird ihm sicher gefallen. Denn in dem Kleid ist es kein Wunder, dass er in dich verliebt ist." Du wirst dabei etwas rot und stammelst nur ein leises Danke vor dich hin. Eine Weile spielen die Kinder noch, als plötzlich dein Handy vibriert. Yoongi hat auf dein Foto reagiert. Schnell schaust du nach, was er geschrieben hat. Du siehst wunderschön darin aus, (d/n)! Hat eines der Mädchen dir das ausgesucht? Vorher hast du es noch nie getragen, zumindest nicht in meinem Dabeisein. Du solltest es wirklich öfter tragen. Ich liebe dich, (d/n)! <3 Verträumt lächelst du, als du dies liest.
    Etwa eine halbe Stunde sitzt ihr jetzt noch zusammen da, bis ihr wieder geht. Doch da ihr keine Lust habt, den ganzen Tag im Haus zu verbringen, macht ihr einen Spaziergang durch den Park. Die Mädchen spielen dort auf dem Spielplatz und du erinnerst dich daran, wie du hier vor nicht allzu langer Zeit mit Yoongi warst. Wie seine Lippen das erste Mal zärtlich deine berührten und dein Herz schneller klopfte, als je zuvor. Dies war der wohl schönste Moment in deinem Leben. Glücklich lächelst du, als du daran zurückdenkst.
    Einige Stunden sind vergangen und ihr seid wieder in deinem Haus. Die Mädchen essen gerade zusammen eine große Wassermelone und haben eine Menge Spaß dabei. Doch du kannst die ganze Zeit nur an diesen Zettel denken und kannst kaum abwarten, bis du endlich weißt, was es damit auf sich hat. Gleichzeitig hast du aber auch etwas Angst. Angst vor dem, was dich erwartet und vor dem, der es dir sagen wird. Möglicherweise machst du dich umsonst rappelig, doch du weißt jetzt schon, dass der morgige Tag sehr aufregend werden wird. Was hat dieser Zettel zu bedeuten? Was hat er im Schlafzimmer meiner Eltern verloren? Ich war dort ewig nicht mehr. Warum eigentlich? Hatte ich Angst davor, etwas zu finden, etwas herauszufinden? Oder war es einfach nur die Trauer, die mich davon abhielt? Und die Angst, dass die Erinnerungen wieder hochkommen und vielleicht all das zerstören, das ich so mühevoll aufgebaut habe? Ja, vielleicht ist es das. Aber jetzt weiß ich, dass es Zeit wird, dies endlich in sich fallen zu lassen. Auch, wenn dann all die Erinnerungen wiederkehren und mir all das kaputt machen. Ich muss mehr über meine Eltern wissen. So langsam habe ich nämlich das Gefühl, dass dort irgendetwas komisch ist...






    Kapitel 114

    Die Mädchen liegen zusammengerollt auf den Matratzen, während du mit offenen Augen noch daliegst. Du wartest. Darauf, dass die drei Mädels endlich alle schlafen. Endlich, als alle gleichmäßig atmen, bist du dir sicher, dass sie schlafen. Leise erhebst du dich und schleichst aus dem Zimmer und ziehst noch schnell die Tür zu. Erschrocken zuckst du zusammen, als plötzlich Tiefsee um deine Beine streicht. Leise raunst du ihr zu, sie solle leise sein und gehst langsam den Weg auf das Schlafzimmer deiner Eltern zu. Die Tür ist geschlossen und als du langsam den Arm zur Klinke hinreckst, durchfährt dich etwas, dass dich einfach darin hindert, das metallene Stück zu berühren. Ist es Angst? Ernst schüttelst du den Kopf, um dir selbst zu versichern, dass es albern ist, Angst zu haben und streckst schließlich deine Finger so weit, dass sie das kalte Metall umfassen. Vorsichtig drückst du die Klinke runter und öffnest somit die schwere, knarrende Tür, die so lange Zeit gar nicht berührt wurde. Bis Dang sich heute dort versteckte. Mit Ehrfurcht wagst du einen Blick in das Innere und erkennst sofort, woher Dang den Zettel haben muss. Die Schublade des Nachtschränkchens steht weit offen, während alles verstaubt ist. Es scheint beinahe wie ein Traum in diesem Raum. So düster, kalt und grau ist er, wobei er einst so fröhlich und bunt deiner Erinnerungen zierte. So voller Lebensfreude ist er einst gewesen. Als deine Eltern noch lebten war dieser Raum noch wie ein Paradies. Dein Vater hat dich dort in seinen Armen hochgeworfen, wenn du mal wieder nachts in ihr Bett schlichst und deine Mutter, die so gütig wie wohl sonst niemand war, kitzelte dich leicht an den Füßen. Dann bis du immer in Lachen ausgebrochen und deine Eltern umarmten dich liebevoll. Dies war immer der einzige Raum, in dem du richtige Liebe erfahren hast. Das war bevor du Yoongi kanntest, bevor du mit ihm zusammen warst. Bevor du seine Lippen auf deinen spürtest. Doch auch jetzt erfährst du keine dieser körperlichen Liebe mehr und es macht dich traurig. Traurig, dass weder deine Eltern, noch Yoongi jetzt bei dir sind. Um den Gedanken abzuschütteln, schüttelst du dich einmal und beendest nun deine Verharrung, indem du dich auf das Bett setzt. Keuchend sinkt der vertraute Stoff unter dir zusammen und federt dich leicht. Mit zittrigen Fingern streichst du über das vertraute Material und spürst seine Federung so, wie du es früher auch schon getan hast. Nahezu etwas panisch stehst du wieder auf und dir läuft eine Träne hinunter. Damals war dort mehr als nur dieser Stoff. Damals spürte ich auch die weichen Hände meiner Eltern, die mich so liebevoll streichelten. Und was ist da jetzt? Nichts. Dort ist nichts mehr als Kälte und Staub. Nichts, als die gemeinen Erinnerungen... Zitternd schließt du die Augen, um dir vorstellen zu können, wie deine Eltern dort einst lagen und dich mit unter ihre warme Decke nahmen. Immer dann, wenn du nicht schlafen konntest, nahmen sie dich bei dir auf und ihre freundlichen Gesichter grinsten dich an. Für einen Moment kannst du sie wieder sehen, ihre leuchtenden Augen und ihr gütiges Lächeln. Für einen winzigen Moment lächelst du leicht, bevor die Vorstellung schwindet und wieder nichts als Staub und Dunkelheit da ist. Müde davon öffnest du wieder die Augen und machst endlich das, warum du hier bist. Du gehst leise auf die Schränke zu und öffnest sie. Du durchwühlst die Schubladen, stets auf der Suche nach weiteren Hinweisen. Nach Hinweisen, die dir etwas mehr sagen. Die dir etwas über das Leben deiner Eltern erzählen. Du willst sie dem Mann zeigen, der deine Eltern wohl besser und länger kannte, als du selbst. Und plötzlich findest du etwas, dass dir mehr Antworten geben sollte. Etwas, dass wenigstens einen Einblick in das Leben deiner Eltern gab. Ein Fotoalbum, das angefertigt wurde, bevor du geboren warst. Ehrfürchtig schlägst du es auf und blickst auf die ersten Seiten. Dort steht ein Text. Etwas, das nicht von deinem Vater oder deiner Mutter geschrieben war. Nein, es war von dem, dessen Namen du kennst - Ratte. Das ist sein Kosename. Der Name, unter dem man ihn damals kannte. Du weißt, dass er ein Freund deines Vaters war und auch weißt du, dass sie sich wohl irgendwann zerstritten haben. Francisco - das ist sein wahrer Name und als du auch nur an ihn denkst, läuft es dir kalt den Rücken herunter. Sein seltsames Verhalten und sein seltsames Aussehen haben einen Platz in deiner Erinnerung gefunden. Mit zittrigen Fingern liest du beinahe etwas ängstlich durch, was dort steht.
    Hecht, ich weiß, wie viel dir das alles bedeutet. Und ich weiß auch, dass wir es zusammen tun werden. Doch es ist gefährlich und du weißt, dass ich nie der war, der das alles so sehr liebte, wie Rabe. Oder wie auch nur irgendjemand anderes. Aber, da mir keine andere Wahl bleibt, bin ich dabei. Wobei es gefährlich ist und ich bin der Überzeugung, dass es irgendwann auch mein Ende sein wird. Dafür habe ich dir dies angefertigt. So gerate ich dann vielleicht nicht ganz in Vergessenheit.
    Ratte

    Was hat dies zu bedeuten? Was war gefährlich? Und wer ist Rabe?
    Schwer atmend blätterst du um und erkennst nun ein altes Foto. Darauf zu sehen sind zwei junge Männer. Sie grinsen frech in die Kamera und sehen wie gute Freunde aus. Du erkennst schnell, dass dies Francisco und dein Vater sind. Die beiden Manner stehen auf einer Straße und dein Vater hält etwas in der Hand. Etwas Schwarzes, doch kannst du nicht erkennen, was es ist. Schnell blätterst du weiter auf die nächste Seite. Dort erkennst du viele junge Männer die teils ernst, teils frech in die Kamera blicken. Sie stehen auf einem Haufen und halten alle eine Rose in der Hand. Einige der Männer tragen sehr zerschlissene Kleidung, während andere sehr nobel gekleidet sind. Dein Vater steht in der ersten Reihe, zwischen einem ernsten, aber schelmisch schmunzelnden Mann im Anzug und einem verschmitzt grinsenden Mann in Lumpen. Dein Vater selbst lächelt auf eine Weise, wie er es später noch gemacht hat. Irgendwie glücklich und frech zugleich. als hätte die Jugend ihn nie verlassen. Den Mann in den Lumpen erkennst du sofort. Das war Francisco, doch die anderen kanntest du nicht. Schnell blätterst du weiter auf eine Seite, auf der dein Vater zu erkennen ist. Hinter ihm steht mal wieder ein junger Mann. Dieser erscheint jedoch wirklich ernst und irgendwie erhabend, während dein Vater mit seinem Grinsen doch eher wie ein kleiner Junge erscheint. Mal wieder ist eine Rose auf dem Bild ausfindig zu machen. Die beiden Männer stehen in einem leeren, versifft wirkendem Raum, an dessen Wänden eklige Flecken haften. Auf dem Boden liegt noch eine zerschmetterte Vase, an der eine rote Flüssigkeit haftet. Ist das Blut? Angewidert blätterst du schnell um, auf die nächsten Seiten. Diese überfliegst du nur. Meist ist dort auch dein Vater zu sehen, mit Francisco, aber oft auch mit Unbekannten. Auffällig ist nur, dass auf fast jedem bild eine Rose zu sehen ist. Schließlich jedoch triffst du auf ein neues Bild. Ein Bild, auf dem dein Vater glücklich in die Kamera grinst und die Hand einer hübschen jungen Frau hält. Diese erkennst du schnell als deine Mutter wieder. Etwas traurig lächelst du das Bild an und schaust die nächsten Fotos an. Auch auf denen ist unter anderem oft deine Mutter zu sehen. Doch auch der ernste Mann, der schon öfters aufgetaucht ist, in dem Anzug, ist zu sehen. Ebenso wie ein eher verlegen wirkender Francisco. Letztlich ist ein Bild zu sehen, auf dem deine Eltern ihre Hochzeit feiern. Es ist ein großes Gruppenfoto. In der Mitte steht das Brautpaar und am Rand viele Männer, die sich alle in Schale geworfen haben. Auch Francisco und den ernsten Mann erkennst du wieder. Nur einige Freundinnen deiner Mutter stehen auch noch dabei. Traurig schließt du das Buch jetzt wieder und legst es beiseite. Das Hochzeitsbild kanntest du schon. Dasselbe hängt auch eingeramt im Flur. Doch jetzt beschließt du, erstmal wieder ins Bett zu gehen. Morgen werden die Mädchen wieder abgeholt und dann kannst du der Tätigkeit nachgehen, weshalb du die ganze Nacht nicht schlafen kannst - Nachforschen.






    Kapitel 115

    Die Mädchen sind wach und der Tee kocht bereits. Gemeinsam hockt ihr in der Küche. Die Mädels frühstücken Müsli und du trinkst deinen Tee. Es ist gerade mal 08:00 Uhr und schon bald dürfte Tran kommen, um ihre Schwestern abzuholen. Die Sachen habt ihr bereits gepackt und stehen jetzt auf einem Haufen im Flur. Du bist schon den ganzen Tag aufgeregt und wartest nur noch darauf, dass die Kinder abgeholt werden. Dang und Suji sind mittlerweile auch schon fertig und spielen jetzt noch etwas mit den Spielzeugen, die sie von dir im Zoo geschenkt bekommen haben. Dahee sitzt noch bei dir, nachdenklich kauend, den Blick auf deinen Tee gerichtet. Plötzlich fragt sie:„Warum trinkst du eigentlich im Sommer Tee? Trinkst du den immer?" Etwas überrascht über diese Frage nuschelst du zurück:„Naja, ich trinke ihn jeden Morgen. Ich habe damals jeden Morgen den Geruch dieses Tees gerochen, weil mein Vater ihn immer trank. Seitdem er und meine Mutter tot sind, gibt mir dieser Tee einen gewissen Halt. Er erinnert mich an meine Eltern, die schöne Zeit mit ihnen und gibt mir das Gefühl, dass sie immer noch da sind." Verträumt murmelt Dahee jetzt:„Achso. Ich bin so froh, dass wenigstens mein Vater noch lebt. Wir sehen ihn zwar nicht oft, da er Mama verlassen hat. Tran hat ihm das nie wirklich verziehen und außerdem ist er mittlerweile sowieso pleite, aber naja... Wir Kleinen lieben ihn trotzdem. Tran auch, aber sie hegt immer noch einen gewissen Groll gegen ihn. Naja, ich kann's ja sogar verstehen, aber..." Geistesabwesend nickst du nur. Wenn du nur wüsstest, Dahee... Dann würdest du deinen Vater auch nicht mehr so lieben, glaub mir. Du brauchst mich gar nicht bemitleiden. Meine Eltern sind immerhin eines halbwegs „natürlichen" Tod gestorben...
    Schweigend sitzt ihr euch nun einfach gegenüber. Dahee hat zu Ende gegessen und du hast auch deinen Tee endlich aufgetrunken. Endlich klingelt es nun an der Tür, du stehst schnell auf und rufst durchs ganze Haus:„Kinder, Tran ist da!" An der Tür angekommen, reißt du sie auf und wie erwartet, grinst dich Trans erschöpftes Gesicht an. Dahee, Suji und Dang tauchen nun auch hinter dir auf und umarmen sehnsüchtig ihre große Schwester. Glücklich schaust du den vier Schwestern zu, bis sie sich endlich voneinander lösen und Dang ihr Nilpferd begeistert zeigt:„Schau mal, das ist Karl-Heinz! Den hat (d/n) mir gekauft!" Suji kramt auch ihren Flamingo hervor und meint:„Und das ist Pinki! Den hat (d/n) mir gekauft!" Überrascht, aber auch etwas schuldig lächelt Tran dich an und meint dankbar:„Das ist superlieb von dir, (d/n)! Aber das hättest du nicht machen müssen!" Schnell winkst du ehrlich ab:„Ach, gar kein Problem. Ich habe doch eh keine Familie und gebe demnach auch kaum Geld aus. Da kann ich deinen Schwestern ja ruhig mal was gönnen. Sie haben sich wirklich sehr gut benommen und wir hatten viel Spaß zusammen." Dankbar lächelt Tran dich an und meint:„Danke (d/n), dass du auf meine Schwestern aufpassen konntest. Du hast echt was gut bei mir! Wirklich!" Jetzt holt sie schnell ihren Geldbeutel hervor und gibt dir einen 10-Euro-Schein. Dabei murmelt sie etwas bedrückt:„Es ist nicht viel, aber immerhin etwas." Erstaunt schaust du sie an und bestehst direkt darauf:„Nein, den kann ich nicht annehmen. Ich will kein Geld. Die Zeit allein, die ich mit deinen Schwestern verbringen durfte, reicht mir. Sie haben wieder etwas Schwung in mein Leben gebracht!" Zögernd, aber dabei auch dankbar, packt Tran das Geld wieder ein und umarmt dich plötzlich. Als sie wieder loslässt, flüstert sie ein letztes Danke und fügt dann etwas lauter hinzu:„Ich muss dann auch schon wieder. Ich muss gleich direkt arbeiten." Schnell verabschiedest du dich:„Ja klar, bis dann! Kommt gut nach Hause!" Schon steigen sie in ihr Auto, winken ein letztes Mal und verschwinden dann aus deiner Sichtweite. Zufrieden gehst du nun in dein Haus, in deine Küche. Schnell kramst du hektisch überall herum, bis du im Küchenschrank, in der Medikamentier-Schublade endlich findest, was du gesucht hast. Schnell tippst du die Nummer auf dem Zettel ein und nicht lange, da nimmt auch schon einer ab. Ewartungsvoll fragst du nur:„Francisco? Kann ich heute vorbeikommen?" Das dreckige Lachen des heruntergekommenen Mannes ertönt:„Ja klar, bis dann, (d/n)! Ich erwarte dich schon länger, als du denkst. Komm um 16:00 Uhr, da bin ich zuhause!" Schon legt der Mann auf und du legst das Telefon zufrieden an die Seite. Francisco weiß mehr, als er jetzt zugibt. Und irgendetwas haben meine Eltern mir verheimlicht. Ich weiß nicht, was es war. Aber irgendetwas war da! Francisco war mein Vaters bester Freund. Er muss es wissen! Nicht umsonst hat er mir damals diesen seltsamen Brief und seine Telefonnummer mitgegeben. Er will nur, dass ich es endlich herausfinde! Und das werde ich jetzt auch!

    Mehrer Stunden sind vergange. Du hast dich noch einmal geduscht und dir eine kurze Jeans, als auch ein schwarzes T-Shirt angezogen. Deine Haare hast du zur Abwechslung mal in einen Dutt gezogen, was deine Mutter damals oft gemacht hat. Du trägst ihn jedoch nur, weil es dir zu warm ist, wenn deine Haare dir so ins hübsche Gesicht fallen. Schnell nimmst du jetzt das Fotoalbum mit, das Francisco für deinen Vater und somit seinen besten Freund anfertigte. Des Weiteren nimmst du den Brief mit, den Dang gefunden hat. Eilig willst du gerade das Haus verlassen, da hälst du inne. Was, wenn Francisco mir zu nahe kommt? Der Kerl hat nicht mehr alle Latten am Zaun, der könnte alles machen. Eigentlich sollte ich nicht alleine dort hingehen... Kurz überlegst du, gehst dann einen Umweg durch dein Zimmer und nimmst einfach schnell eine Pistole vom Hauptquartier mit, denn so kannst du dich im Falle eines Falles wenigstens schützen. Aufgeregt setzt du dich nun in dein Auto und fährst los. Nach mehreren Minuten kommst du endlich in der üsseligen Siedlung an und obwohl alle Häuser schmuddelig und hässlich sind, sticht Franciscos haus doch noch mal hervor. Klapprig und kaputt steht es dort in seiner dunklen Ecke. Die Fenster erscheinen schon etwas gelblich und im Dach klifft ein großes Loch. Doch scheinbar stört das in dieser Gegend niemandem. Der alte Wagen modert nach wie vor unter der großen Eiche, in dem Vorgarten des Mannes. Erst bleibst du einfach sitzen in deinem Auto, lässt dich durch die Gegend und besonders dieses Haus abschrecken. Denn eigentlich ist es mehr Ruine als Haus. Schließlich raffst du dich doch auf und taumelst langsam auf das große, zerfallene Haus zu. Als du vor der modrigen Haustür stehst, suchst du nach einer Klingel, doch die scheint schon lange hinfällig. Also klopfst du laut dagegen, in der Hoffnung, dass die Tür dabei nicht kaputtgeht. Wenige Sekunden später ertönt eine krächzige Stimme im Haus und gedämpfte Schritte sind zu vernehmen. Wenig später wird die Tür langsam aufgerissen, denn scheinbar hat auch Francisco Sorge, dass sie ihre Funktionsfähigkeit verliert. Hässlich grinst er dich mit seinen schiefen, gelben Zähnen an. Unbeholfen stehst du einfach nur da, die Hände nah am Körper, das Buch und den Brief haltend. Doch Francisco winkt dich hastig hinein und du trittst vorsichtig ein, die Waffe am Gürtel, das T-Shirt darübergezogen, um sie zu verdecken. Schnell humpelt der ehemalige beste Freund deines Vaters in seine kleine, braune, rauchige Küche und du folgst ihm langsam. Währenddessen schaust du dich wachsam um. An den Wänden hängen viele Fotos von sich und seiner Familie, die, wie er dir bereits erzählt hat, lange tot ist. Auch hängen überall Kreuze an der Wand. Schließlich kommt ihr in der kleinen Küche an, in der es stark nach Zigarrenrauch müffelt. Unwohl hälst du die Luft an, während Francisco sich an den langen Küchentisch setzt. Schnell bedeutet er dir, dich auch zu setzen und wie dir befohlen, lässt du dich langsam auf die lange Sitzbank, weit genug von Francisco, sinken.Dein Blick wandert auf den Tisch, auf dem eine Vase mit einer einzigen roten Rose steht. Erwartungsvoll grinst er dich nun mit einem verrückten Lächeln an und fragt:„Na, sind endlich Fragen aufgekommen? Wie hast du davon erfahren?" Verunsichert stammelst du:„Ich... habe von nichts erfahren. Ich bin hier, um es zu erfahren. Ich habe dies im Schlafzimmer meiner Eltern gefunden." Langsam legst du das Buch und den Brief auf den Tisch, sodass Francisco es sich angucken kann und du fährst unsicher weiter:„Ich habe es mir durchgelesen und durchgeguckt und bin mir mittlerweile sicher, dass meine Eltern mir etwas verheimlicht haben. Nur weiß ich nicht, was. Und genau deswegen bin ich hier. Ich will wissen, was für mein Typ Mensch mein Vater war und möchte wissen, was sein Geheimnis war." Nur einen zögerlichen Blick wirft Francisco auf das alte Buch und grinst dich schon schelmisch an. Leise lacht er sein verrücktes Lachen:„Achso, du weißt es noch gar nicht. Auch gut, ja... Dann kann ich es dir erklären und sehe deine direkte Reaktion. Schön, schön." Etwas angewidert starrst du nur zurück. Mit forderndem, gehässigem Blick fragt er:„Was weißt du denn schon? Nichts?" Zögerlich nickst du und erzählst:„Ich weiß nur, dass er unter seinen Freunden den Kosenamen Hecht hatte und du hießt Ratte. Ich möchte aber wissen, was das für ein Freundeskreis war und was mit wem passiert ist." Schmunzelnd nickt der dir gegenüber und murmelt überlegen:„Nicht nur seine Freunde nannten ihn so. Er war unter diesem Namen bekannt." Erwartungsvoll ziehst du eine Augenbraue hoch, während Francisco dich plötzlich blöd angrinst und in einem geheimnisvollen Ton murmelt:„Du siehst aus wie deine Mutter, (d/n). Der selbe Zopf, das selbe Gesicht. Sie war hübsch..." Kurz hält er inne, während sein Blick verträumt über deinen Körper wandert. Schließlich lacht er leise und schaut dich wieder an, als du dich etwas ärgerlich räusperst. „Aber den Charakter hast du von deinem Vater geerbt," ergänzt er leise. Leise meinst du:„Ist das ein Kompliment oder eine Beleidigung?" Überrascht schaut Francisco dich an und wieder erscheint ein hässliches Grinsen auf seinem Gesicht:„Dein Vater hatte durchaus Charakter! Ich mochte ihn. Er war mein bester Freund! Naja, das weißt du sicher selbst. Du bist hier, um seine Geschichte zu hören. Nun, dann will ich sie dir erzählen!" Dankbar lehnst du dich zurück und wartest auf seine Erzählungen. Schließlich beginnt er nachdenklich:„Dein Vater, ist vor 50 Jahren hier, in Südkorea geboren. Seine Eltern waren herzlich, aber arm. Dein Vater wuchs unter schweren Bedingungen, mit 2 Schwestern auf. Und auch, wenn deine Großeltern ihn liebten, seine Schwestern liebten sie mehr und dein Vater wurde vernachlässigt. Seine Eltern zeigten nie, dass sie stolz auf ihn waren und das machte deinen Vater kaputt. Er war so ein aufgewecktes Kind, doch seine Eltern nahmen ihm sein Selbstwertgefühl ohne, dass sie es merkten. Als dein Vater schließlich 16 Jahre alt war, da lernte er mich kennen. Ich bin gerade frisch mit meinem Bruder hier hergezogen. Nachdem meine Schwestern und Eltern starben, flohen wir hier hin. Wir hatten dort drüben, in Spanien, kaum noch Besitz und wir wussten, dass es uns hier besser gehen würde. Ich war auch 16 und mein Bruder, Pablo war bereits 20. Er suchte nun nach Arbeit und schon bald fand er sie, ohne mir zu sagen, was es war. Ich hatte natürlich auch nie gefragt. Mir war es egal, Hauptsache, das Geld kommt ins Haus. Er war gut bezahlt und eines Tages ging ich draußen in den Gassen spazieren. Ich hatte keine Arbeit. Dort fand ich deinen Vater, zusammengekauert an einer Mülltonne. Ich sah ihn und ging zu ihm. Er erzählte, dass er von zuhause weggelaufen sei. Sein Vater war Alkoholiker und schlug ihn. Ich sagte zu ihm:„Macht nichts. Komm mit, wir besorgen uns ne Zigarre und machen es uns gemütlich. Also holten wir uns Zigarren und rauchten diese gemeinsam. Er mochte sie nicht, deswegen saß er einfach immer nur dabei. Aber wir verstanden uns. Ich hatte Kummer um meine Familie und er hatte Kummer um sich selbst. Wir trafen uns immer zusammen. Ich rauchte und er stahl seinem Vater den Alkohol und verbrannte ihn. Nur selten tranken wir selbst mal etwas. Irgendwann mal kam eine alte Frau vorbei und wir wussten, dass sie viel Geld hatte und von der Bank kam. Also überraschten wir sie von hinten und bestahlen sie. Nun hatten wir viel Geld. Wir fühlten uns gut und kauften damit jeden Müll. Doch als wir dann wieder beide nach Hause gingen, war es natürlich so, dass die Frau es der Polizei erzählte und diese bei ihm zuhause war. Denn die Frau erkannte ihn wohl. Seine Eltern waren mächtig böse und in dieser Nacht schlug sein Vater deinen Vater so sehr, dass ein Vater am nächsten Tag ganz verstört zu mir kam. Er kam zu dem Haus meines Bruders und mir und in meinem Zimmer erzählte er mir alles. Mein Bruder bekam das natürlich mit und bot seine Hilfe an. Er sagte, dein Vater dürfe bei uns wohnen, wenn wir ihm bei etwas helfen. Natürlich gingen wir den Deal ein, ohne ihn genau zu kennen. Aber noch benötigte Pablo unsere Hilfe nicht. Also war alles super. Wir gingen täglich durch die Straßen und ich rauchte, während dein Vater auf den Geschmack des Stehlens kam. Ich war nie Fan davon, doch ich machte ihm zu liebe mit." Geschockt unterbrichst du ihn:„Aber so war mein Vater später nie und er schwärmte immer nahezu von seiner Kindheit. Wie kann er dann auf die schiefe Bahn geraten sein?" Francisco gibt dir nur ein Zeichen, still zu sein und erzählt weiter:„Ich half ihm beim Stehlen und wir hatten eine gute Zeit. Bis Pablo eines Tages hektisch in unser Zimmer stürmte und uns anschrie:„Ich brauche jetzt eure Hilfe! Zieht euch eine Jacke an und kommt mit mir!" Wir taten wie uns gesagt wurde, zogen unsere Jacken an und folgten ihm nach draußen, in eine dunkle Gasse. Dort reichte er uns eine Pistole und sagte zu uns:„Nehmt diese, geht die Gasse entlang und wenn dort eine Frau mit rotem Kleid und braunen Haaren auftaucht, erschießt sie. Wenn sie eine Begleitung dabei hat, dann die auch. Ich gehe die andere Richtung!" Schon ging Pablo davon und wir starrten uns verwirrt an. Doch wir taten, wie uns befohlen und gingen die Gasse entlang. Es war dunkel und nur die alten Straßenlaternen beleuchteten fade den Weg. Plötzlich hörten wir das Klackern von hohen Schuhen und drängten uns gegen eine Wand. Wenige Sekunden später stolzierten eine Frau in rotem Kleid und ein Mann in Anzug an uns vorbei. Dein Vater trat einen Schritt vor und schrie laut, sie sollen sich umdrehen. Wie befohlen tat das Paar dies und wir blickten direkt in ihre ängstlichen Gesichter. Dein Vater hob etwas die Pistole, richtete sie auf die Frau und schoss. Mir schrie er rüber, ich solle den Mann erschießen, doch ich war wie erstarrt. Also erschoss dein Vater auch diesen und beide lagen in einer Blutlache auf dem Boden. Plötzlich trat mein Bruder hinter uns hervor und gratulierte deinem Vater, er habe das gut gemacht. Mich beschimpfte er nur. In deines Vaters Gesicht konnte ich Stolz herauslesen. Stolz und Zufriedenheit. Ich bekam hingegen etwas Angst und wich einfach nur zurück. Nun hauchte Pablo uns zu, wir sollen die Leichen in den Wagen um die Ecke schleppen. So taten wir es und auch wir fuhren mit dem Wagen. Wir kamen bald in einem schmutzigen Gebäude an, wo viele verschieden Männer standen. Einer von ihnen, im Anzug kam auf uns zu und lachte uns an:„Willkommen Jungs, ihr seid nun Teil der „Rose". Ich hatte keine Ahnung, was das heißt, ebenso wenig wie dein Vater. Doch im Gegensatz zu mir schien er gar nicht abgeneigt und lachte nur:„Super, was heißt das für uns?" Der Mann erklärte kurzerhand:,
    „Ihr seid nun dazu prädestiniert, Menschen für Geld umzubringen. Ihr habt beide kaum Geld und nun wisst ihr, wie ihr es verdienen könnt. „Die Rose" ist eine Mafia und nun seid ihr Teil davon! Ihr werdet hier ausgebildet und dann werdet ihr endlich zur Gesellschaft dazugehören. Deine Eltern werden dich nie wieder schlagen, mein Junge! Sie werden vor dir kriechen!" Das war es, was der Mann deinem Vater erzählte und in diesem Moment erschien ein breites Grinsen auf seinem Gesicht. Ich bekam Angst, schreckliche Angst. Ich wollte niemanden umbringen, doch dein Vater war der Überzeugung dass es gut war. Er wollte seine Eltern zeigen, dass er gut war. Er wollte Rache nehmen! „Die Rose" gibt es noch heute. Wir sind mittlerweile in der ganzen Welt verbreitet und auch ich bin noch immer Teil von ihnen. Und mein Auftrag ist es, Menschen zu töten!" Wie erstarrt starrst du Francisco mit großen Augen an. Das kann doch nur ein Scherz sein, oder? Mein Vater war kein Mörder, nein! Verrückt grinst Francisco dich an und du kannst nicht anders, als nach deiner Waffe zu greifen. Doch er ist schneller. Geschickt nimmt er dir die Waffe ab und richtet sie auf dich. Herrisch blickt er dich grinsend an und murmelt:„Du hast mehr von deinem Vater, als du denkst. Du kannst auch mit Waffen umgehen. Und glaub mir, ich wusste schon von Anfang an, dass du diese Waffe bei dir trägst. Ich habe das Schießpulver gerochen! Du hast Erfahrung, (d/n)! Aber glaub mir, ich habe mehr! Ich arbeite seit 34 Jahren bei einer Mafia! Und diese Erfahrung werde ich anwenden. Ich wende sie an, um Menschen zu töten!"






    Kapitel 116

    Angsterfüllt blickst du den bewaffneten Francisco an. In diesem Moment erfüllt dich irgendwie Wut. Wut, weil er die Waffe auf dich gerichtet hält und jeden Moment erschießen wird. Wut, dass du erst jetzt erfahren hast, wer dein Vater in Wirklichkeit war. Wut, weil du zur gegnerischen Mafia gehörst. Jedoch weißt du noch nicht mal, ob er es weiß. Hasserfüllt starrst du ihn nur an, die Hände leicht erhoben und flüsterst bedrohlich:„Und? Fühlst du dich dann besser, wenn du mich erschießt? Hast du mich wirklich hier herkommen lassen, um mir weiß zu machen, dass mein Vater Massenmörder war und mich dann zu erschießen?" Belustigt lacht Francisco und murmelt seltsam:„Ach, (d/n)... Ich werde dich nicht erschießen. Ich halte dich nur im Zaun, bevor du mich umbringst. Du bist nämlich hier hergekommen, um die Geschichte deines Vaters zu hören. Und glaub mir, ich will sie dir zu Ende erzählen. Was danach geschieht, hängt von dir ab!" Immer noch wutentbrannt schaust du dem Mörder direkt in die Augen, während er höhnisch grinst. Schließlich gibt er dir ein stilles Zeichen, dich wieder zu setzen und schweigend befiehlst du ihm. Auch er gleitet langsam wieder auf seinen knarrenden, alten Stuhl und er fährt mit der Waffe in der Hand fort:„Nun, (d/n)... Es war so, dass wir beide Teil dieser Mafia wurden. Dein Vater fand seine Lebensbestimmung in dieser Gruppe und er fühlte sich wohl. Zum ersten Mal in seinem Leben. Ich war da doch sehr anders. Ich hatte furchtbare Angst, jedes Mal, wenn ich da war. Ich wusste, wozu diese Menschen fähig waren und ich wusste auch, dass sie mich töten würden, wenn ich ihnen nicht gehorchte. Da mochte es egal sein, dass Pablo, mein Bruder, auch dabei war." Plötzlich schießt dir etwas in den Sinn und es läuft dir eiskalt den Rücken hinunter. Pablo - ein Mitglied der gegnerischen Mafia. Ich habe einen Pablo getötet, als ich Yoongi und Tae damals gerettet habe. Ich habe Franciscos Bruder getötet. Weiß er es? Ich hoffe nicht und ich werde es ihm auch ganz sicher nicht sagen. Denn das würde meinen sicheren Tod bedeuten. Ich weiß ja, wie viel Pablo seinem Bruder bedeutet hat... Etwas ängstlich blickst du Francisco an, doch der erzählt einfach weiter:„Wir bekamen beide einen Mentor und lernten dort, zu töten. Wir bekamen Geld für's Töten. Das war der erste Anreiz für deinen Vater. Es machte ihm irgendwann sogar Spaß, ganz im Gegensatz zu mir. Ich hasste es und habe es auch nur gemacht, um mich selbst zu retten. Dein Vater geriet auf die schiefe Bahn und ich konnte ihn nicht retten. Er wurde ein Verbrecher. ich auch, doch es machte mir keinen Spaß. Ich wurde gezwungen, er nicht. Nun, dein Vater wollte eines Tages sogar seine Eltern umbringen, doch zum Glück konnte ich ihn davon abhalten. Nun, es war auf jeden Fall so, dass wir mehrere Jahre in dieser Mafia verbrachten und so langsam wurden wir richtige Profis. Doch dann lernte dein Vater deine Mutter kennen - zum Glück. Deine Mutter, (d/n), sie war eine wundervolle Frau. So gerne hätte ich sie mein Eigen genannt, doch in mir sah sie nichts. Naja, vielleicht auch ganz gut so. Ich hätte ihr nichts bieten können. Wie auch immer, dein Vater lernte sie kennen, aber vor allem lernte er sie lieben. Deine Eltern waren wie Tag und Nacht. Deine Mutter war gütig, freundlich, hatte immer für jeden ein offenes Ohr und sie hasste die Gewalt. Dein Vater hingegen war asozial, fand Spaß daran, Menschen zu quälen und töten und vor allem war er gebrochen. Man könnte ihn als Psychopathen bezeichnen. Doch als er deine Mutter kennenlernte, war auf einmal etwas anders. Er lernte, zu lieben und wurde sehr sanft. Deine Mutter brachte ihm das Leben bei und dein Vater wurde ein wirklich guter Mensch. Deine Mutter wusste natürlich von seiner Tätigkeit bei der Mafia nichts, doch er wurde empathischer. Er verlor den Spaß bei der ganzen Sache zwar nicht, aber er tötete dennoch nicht mehr. Er tat immer so, als treffe er nicht. Das habe ich nämlich auch immer gemacht. Deswegen war ich auch bekannt als schlechtester Schütze Naja, sei's drum. Irgendwann haben deine Eltern dann geheiratet und deine Mutter wurde mit dir schwanger. Seitdem hat dein Vater die Mafia auf Eis gelegt. Irgendwann jedoch wurde er wieder gebraucht und er stellte sich zur Verfügung. da warst du etwa 15 Jahre alt, würde ich sagen. Daraufhin wurde er wieder aktiv. Natürlich bekam deine Mutter bald davon mit. Sie war wirklich enttäuscht, aber sie ließ es geschehen. Schließlich starben deine Eltern..." Geschockt starrst du einfach nur auf den alten Tisch. Drei Jahre lang war mein Vater noch tätig und ich bekam nichts davon mit... Und jetzt gehöre ich einer Gruppe an, die sich gegen diese Mafia stellt. Gegen die Mafia, in der mein Vater war... Plötzlich fragst du leise:„Bist du immer noch in der Mafia?" Überrascht guckt Francisco dich an und lächelt dann:„Nein, seit Jahren nicht mehr. Das ist der Grund, weshalb dein Vater und ich uns zerstritten haben. Er liebte es dort, während ich es hasste. Schließlich hatte ich auch eine Frau und Kinder. Ich wollte nicht länger dabei sein. Mein Bruder war davon auch nicht gerade Fan, aber naja. Meine Frau jedoch, war auch Teil der Mafia und bei einem Auftrag kam sie ums Leben. Meine Kinder durfte ich nicht behalten, leider. Aber das ist auch schon viele Jahre her und sie werden sich nicht mal mehr an mich erinnern. Naja, so ist das. Ich habe mir auch geschworen, nie wieder jemanden zu töten und ich werde auch dich nicht töten, (d/n). Nur, nachdem mein Bruder erschossen wurde, ich weiß nicht mal von wem, spüre ich einen großen Hass in mir. Ich weiß nur, dass er einer Gruppe zum Opfer gefallen ist, die sich gegen uns gestellt hat. Die sind auch eine Art Mafia, dessen Mitglieder aber nicht für Geld töten, sondern aus Rache. „Die Rose" hat viele Menschen getötet und sie alle wurden umsonst getötet. Demnach kann ich verstehen, dass die überbliebenden Angehörigen Rache ausüben wollen, aber ich komme nicht darüber hinweg, dass sie meinen Bruder getötet haben. Er war alls, was mir noch blieb. Meine Schwestern sind alle in jungen Jahren gestorben und auch meine Eltern starben. Meine Frau starb und meine Kinder wurden mir weggenommen. Mit deinem Vater habe ich mich zerstritten. Ich hatte nur noch meinen Bruder und dann wurde der mir auch genommen... Es ist noch nicht mal so lange her..." Du fühlst dich irgendwie schuldig und murmelst leise vor dich hin:„Das tut mir wirklich leid für dich. Mir wurden meine Eltern auch genommen, aber nicht durch die, sondern durch einen Autounfall..." Nachdenklich nickt Francisco vor sich hin, doch plötzlich hält er inne. Erstaunt guckt er dich an und meint plötzlich:„(d/n), wir haben eine Sache gemeinsam. Uns wurden beide geliebte Menschen genommen. Sie starben an der selben Ursache. Du weißt es nicht? (d/n), deine Eltern starben nie an einem Unfall. Sie wurden gezielt getötet! Und von wem? Von den selben Leuten, die auch meinen Bruder töteten! Das war kein gewöhnlicher Unfall, (d/n)! Sie haben das Auto beschädigt! Sie haben die Bremse sabotiert, sodass dein Vater nicht bremsen konnte. Das war alles geplant, (d/n)! Sie fanden heraus, wer dein Vater war und dann töteten sie ihn! Schade, dass deine Mutter dabei war..." Geschockt starrst du den ebenso überrumpelten Francisco an. Tränen steigen dir in die Augen und du flüsterst nur:„Bitte sag mir, dass das nur ein Scherz ist!" Entschuldigend schüttelt der seltsame Mann nur den Kopf und jetzt sagst du etwas lauter:„Das kann nicht wahr sein! Es war ein Unfall!" Auf einmal erhebt Francisco seine Stimme, steht auf, die Verzweiflung ist ihm ins Gesicht geschrieben und er brüllt:„Nein, (d/n)! Es ist wahr! Es ist keine Lüge und wir beide müssen darunter leiden! Mein Bruder und deine Eltern wurden von ihnen getötet und wir können nichts dagegen tun!" Plötzlich mildert sich die Stimme des Mannes und er scheint nachdenklich und verwirrt. Auf einmal grinst er auf seine verrückte Art und er haucht:„Nein, ich kann nichts tun, aber du schon! Dein Vater, (d/n), der hat sich nichts sehnlicher gewünscht, als dass du ihn rächst! Es wäre sein Wunsch gewesen, dass du die Person findest, die ihm das angetan hat! Finde sie, (d/n)! Finde die Mörder von meinem Bruder und deinen Eltern und sorge dafür, dass ihnen das selbe Leid widerfährt wie ihnen!" Komplett aufgelöst sitzt du einfach nur dort und starrst mit glasigen Augen auf den Tisch. Auf einmal berührt Francisco deine Schulter und flüstert dir zu:„Willst du dich nicht rächen, (d/n)?" Leise erwiderst du geistesabwesend:„Ich weiß nicht... Es wäre eigentlich ganz schön..."






    Kapitel 117

    Erwartungsvoll grinst Francisco dich an und lacht:„Na, willst du dich rächen?" Entschlossen blickst du den seltsamen Mann an und erwiderst:„Ja, das will ich. Aber vielleicht werde ich etwas anders an die Sache gehen. Erstmal muss ich ja sowieso herausfinden, wer es war. Das wird etwas Zeit beanspruchen..." Nun, so viel Zeit tatsächlich nicht. Ich sitze ja sozusagen direkt an der Quelle. In diesem Moment fällt dir etwas auf. Warte mal. Wenn sie meine Eltern gezielt getötet haben, dann werden sie auch wissen, dass er mein Vater ist und nun mal teil dieser Mafia war... Diese Leute sind alle total rachsüchtig. Warum vertrauen sie mir jetzt? Warum haben sie mich überhaupt aufgenommen? Oder ist das alles nur ein Spiel? Benutzen sie mich nur? Weiß Yoongi überhaupt davon? Nein, das ist unmöglich! Er hätte es mir gesagt! Oder? Plötzlich reißt Francisco dich aus deinen Gedanken, indem er deine Schulter berührt und murmelt:„Nun gut, (d/n). Du wirst es schaffen, das weiß ich! Doch vielleicht wirst du etwas Hilfe benötigen..." Unauffällig schiebt er das Fotoalbum zu dir und meint:„Du hast es dir angeguckt und vermutlich fragst du dich bei den meisten Personen, wer sie sind. Ich will es dir erklären." Er nimmt nun das Album, schlägt es auf und zeigt direkt auf ein Foto, auf dem die vielen Männer mit den Rosen zu sehen sind. Er zeigt auf den adretten Mann zur Rechten deines Vaters und sagt rasch:„Dies ist Pablo, mein Bruder. Er ist getötet worden, wie du weißt. Finde heraus, wer ihm das angetan hat!" Stumm schaust du auf den einst gut aussehendem Mann und denkst dir: Ich weiß schon lange, wer sein Mörder ist. Ich bin es selbst. Tut mir leid, Francisco, aber damals ging ihr Leben vor seins...
    Nun fährt der Mann fort:„Diese zwei Männer werden dir helfen können!" Dabei zeigt er auf zwei Männer der hinteren Reihe. Der eine ist schon etwa 40 Jahre alt und in einem Anzug gekleidet. Sein rabenschwarzes Haar ist schmierig nach hinten gegelt und seine schmalen Augen blicken finster in die Kamera. Der andere ist jung und schmächtig. Er trägt mehr Lumpen als Kleidung und sein junges Gesicht grinst freundlich in die Kamera. Sein lockiges, dunkles Haar fällt auf seine Stirn, während seine großen hellen Augen vor Freude strahlen. Der alte Freund deines verstorbenen Vaters erklärt:„Das sind Kibum und Jongdae. Kibum war der Mentor deines Vaters. Jongdae hingegen war einer der anderen Lehrlinge. Sie leben beide noch. Jongdae ist nicht mehr im Dienst. Er lebt alleine und ist pleite. Kibum ist nun schon sehr alt, ist aber einer der Vorsitzenden. Er wird dir auch viel sagen können. Ich gebe dir ihre Adressen und du kannst ihnen einen Besuch abstatten. Der Rest auf dem Foto ist entweder schon tot oder sie würden nichts rausrücken. Ich kann dir zwar auch nicht sagen, ob Kibum und Jongdae etwas sagen werden, aber ich vermute es." Gedankenverloren starrst du auf all die Gesichter und auf die Rosen, die sie halten. Endlich fragst du leise:„Was hat es mit den Rosen auf sich?" Scheinbar in Erinnerungen versunken lächelt Francisco und erklärt:„Naja, das ist einfach das Zeichen dieser Mafia. Töten sie jemanden, lassen sie eine Rose am Ort des Geschehens fallen und jeder weiß, wessen Werk es war. Die Polizei spricht darüber nicht. Sie wissen, dass wir existieren, aber sie wollen die Menschen nicht in Panik versetzen. Naja, wie auch immer." Eine kleine Pause der Stille entsteht und endlich lächelt Francisco dich etwas traurig an, reicht dir deine Waffe und einen Zettel und meint:„Hier! Die Waffe wirst du brauchen. Auf dem Zettel stehen die Adressen. Ich lasse dich dann auch mal wieder gehen..." Ohne ein Wort nimmst du die Waffe wieder an dich, stehst auf und taumelst zur Tür. Gerade willst du das Haus verlassen, da ruft Francisco dir hinterher:„(d/n), ich habe noch eine Frage! Warum hattest du die Waffe dabei?" Kurz überlegst du und lachst dann halberlei ehrlich:„Das letzte Mal, als ich mit dir gesprochen habe, warst du komisch. Mir war klar, dass irgendetwas nicht stimmte. Und bevor noch etwas passiert, habe ich die Waffe mitgenommen." Verträumt lacht Francisco:„Du hast viel von deinem Vater! Er hätte auch so gedacht! Er hatte immer eine Waffe dabei, wenn es nur ein Messer war!" In Erinnerungen schwankend lächelst du und steigst dann in dein Auto ein. Direkt fährst du los, zurück nach Hause. Doch während der Fahrt überkommen dich tausende Fragen. Weiß Yoongi davon, dass mein Vater dieser Mafia angehörte? Weiß es dort überhaupt jemand? Muss ja... Das könnte erklären, warum so viele dort mir gegenüber skeptisch sind oder waren. Fast alle waren es - Namjoon, Donghae, Choi, Tae... Ja, vor allem Tae. Er hat mich gehasst. Das könnte es ja sogar erklären. Er wurde erst freundlich, als er bemerkte, dass ich selbst nichts wusste und, dass ich vertrauenswürdig war. Aber... bin ich das noch? Lohnt es sich noch, sie nicht zu hintergehen? Irgendjemand dort hat meine Eltern umgebracht und das werde ich ihnen nicht verzeihen! Nur denen, die nichts damit zu tun haben, vielleicht noch. Aber wer wird denn nichts von dem Ganzen wissen? Yoongi wird nichts wissen. Sonst wären wir jetzt sicher kein Paar und er hätte mit mir darüber gesprochen. Auch Jimin zeigte sich stets neutral. Wir haben uns direkt ganz gut verstanden... Oder ist das nur der Schein? Was, wenn Yoongi mich gar nicht liebt und mich eigentlich nur bewachen will? Nein, das kann nicht sein. Eine solche Liebe kann man nicht vortäuschen! Oder etwa doch? Ist mein Leben vielleicht wirklich nur eine einzige Lüge? Ich weiß nicht, aber ich werde es herausfinden! Wenn Yoongi anruft, werde ich ihn unauffällig fragen und dann werde ich schon bald wissen, dass alles in Ordnung ist. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Yoongi mich auf so eine Art und Weise betrügt. Nein, das kann nicht sein und in kurzer Zeit werde ich alles herausfinden. Aber will ich das? Ich glaube, ich will gar nicht wissen, wer am Tod meiner Eltern Schuld ist... Vielleicht habe ich Glück und ich kenne die Person nicht, aber wenn doch...






    Kapitel 118

    Mit ausdruckslosen Augen hockst du an deinem Küchentisch und starrst in die Leere. Langsam führst du mit zittrigen Händen deinen alt vertrauten Tee an deine Lippen. Als du den Geschmack der heißen Flüssigkeit auf deiner Zunge spürst, überkommen dich wieder die Erinnerungen. Die Erinnerungen an deinen Vater und an das, was du heute über ihn erfahren hast. Dein Vater - Ein Mörder soll er gewesen sein. Ist das denn möglich? Mein Vater wirkte nie gewaltvoll oder aggressiv. Er war die Ruhe selbst und ging jedem Streit aus dem Weg. Er schien so ehrlich und liebevoll. Wie kann er dann ein Mörder gewesen sein? Plötzlich klingelt dein Handy und du nimmst schnell ab, denn auf diesen Anruf wartest du schon den ganzen Abend. Yoongi ruft dich per Facetime an und als du annimmst, erblickst du Yoongis hübsches, lächelndes Gesicht. Dein Gesichtsausdruck ist ganz anders. Deine Augen sind klein und angeschwollen vom ganzen Weinen, doch du wirkst irgendwie leer und verstört. Das fällt Yoongi natürlich sofort auf und er fragt besorgt:„Hey, (d/n), alles in Ordnung?" Erst realisierst du gar nicht wirklich, dass dein Liebster überhaupt etwas gesagt hat, aber als du bemerkst, dass er dich anschaut, stammelst du schnell vor dich hin:„Ja, alles gut. Wie geht es dir? Seid ihr immer noch in Amerika?" Nach wie vor besorgt schaut dein Mentor dich an und meint schließlich:„Mir geht es super und ja, wir sind noch in Amerika, aber es scheint mir so, als wenn es dir nicht gut geht..." Schnell lügst du:„Doch, mir geht es gut. Ich bin nur etwas erkältet..." Nachdenklich nickt Yoongi nur und murrt dann:„Wir bleiben jetzt noch zwei Tage hier in Amerika und dann geht es weiter nach Deutschland. Dort haben wir dann direkt hintereinander zwei Konzerte in Berlin, sowie ein Fantreffen und dann noch an den nächsten Tagen zwei Konzerte in München. Wir haben wirklich kaum noch Freizeit und so langsam steigt mir das echt zu Kopf! Ich vermisse dich, (d/n), und möchte endlich wieder bei dir sein! Ich habe schon Schuldgefühle, dass ich hier umherreise und dich so selten anrufe, während du da hinten in Korea hocken musst. Es tut mir wirklich so leid!" Leise murmelst du nur:„Alles gut. Ich sehe dich ja regelmäßig im Fernseher und du tust dein Bestes..." Bedrückt lächelt dein Liebster und flüstert nun leise:„Ich liebe dich, (d/n)! Ich würde alles geben, um jetzt bei dir zu sein!" Traurig lächelst du und erwiderst:„Ich liebe dich auch, Yoongi! Mehr als alles andere! Das weißt du doch, oder?" Etwas verwirrt antwortet Yoongi:„Ja, natürlich weiß ich das! Ich liebe dich doch noch viel mehr!" Kaum merkbar schüttelst du den Kopf und flüsterst zu leise, als dass man es hören könnte:„Da bin ich mir nicht sicher." Doch Yoongi schaut dich liebevoll an und meint erneut:„Ich habe keine Lust mehr auf BTS... Man hat für nichts Anderes mehr Zeit und man ist andauernd müde!" Mitfühlend lächelst du stumm, überlegst kurz und meinst dann:„Yoongi, ich fühle mich einsam. Meine Eltern sind tot und ich vermisse sie an meiner Seite. Ich kann mir einfach nicht erklären, wie das Auto von der Spur gewichen ist..." Tröstend erzählt Yoongi:„Das kann ich mir auch nicht erklären, aber sie sind sicherlich sehr stolz auf dich. Und glaub mir, in schon einem Monat ist diese blöde Tour endlich vorbei und ich komme wieder zu dir! Dann musst du dich nicht mehr einsam fühlen! Und bis dahin rufe ich dich so oft es geht an!" Keine Auffälligkeit. Er wird nichts von meinen Eltern wissen. Also werde ich ihn auch nicht darauf ansprechen! Etwas bestärkt lächelst du und meinst:„Ich freue mich schon. Ich liebe dich Yoongi, bis morgen, ja?" Knapp nickt Yoongi und wirft dir noch einen schnellen Luftkuss zu. Dann legst du auf und lässt benommen dein Handy auf den Tisch fallen. Nun stehst du müde auf, gehst in dein Zimmer und legst dich in dein Bett, zum Schlafen. Diese Nacht träumst du nichts. Deine Gedanken bleiben schwarz und irgendwie bist du auch ganz froh drum.
    Das grelle Licht der Sonne blendet dich und du erhebst dich demotiviert aus deinem Bett. Schnell ziehst du dir eine kurze Hose und eine weite Bluse an, welche du gefühllos in deine Hose steckst. Nun taumelst du langsam in deine Küche, nimmst dein Handy und einen Apfel und verlässt das Haus. Dein Handy steckst du in deine Hosentasche und den Apfel isst du noch schnell auf dem Weg. Endlich bist du jetzt auch am Hauptquartier angekommen. Als wenn alles normal wäre, klopfst du an die gewaltige Stahltür und wie immer wird dir schnell geöffnet. Nervös trittst du ein und bist auf dem Weg zu Sehun. Denn der hat sozusagen alle Daten in der Hand und wird dir sicher weiterhelfen können. Auf dem Weg dort hin begegnen dir viele Gesichter - einige sind dir vertraut, andere fremd. Unter anderem laufen Choi, Donghae und Dahee an dir vorbei. Doch anstatt sie wie gewöhnlich zu grüßen, gehst du einfach an ihnen vorbei, ohne sie auch nur eines Blickes zu würdigen. Du tust einfach so, als hättest du sie gar nicht bemerkt. Ich will niemandem in die Augen schauen, der vielleicht meine Eltern umgebracht hat. Denn irgendjemand hier hat es getan, nur weiß ich nicht, wer. Allerdings werde ich das bald herausfinden. Anfangen werde ich bei Sehun! Träumend klopfst du an die Wand, die Sehuns kleines Büro von den anderen abtrennt. Direkt ertönt eine vertraute Stimme:„Ja?" Wortlos trittst du daraufhin ein und siehst Sehun, wie er an seinem Computer hockt und dich freundlich, aber auch verwirrt anblickt. Ausdruckslos murmelst du nur:„Ich habe eine Frage, vielleicht viel mehr eine Bitte an dich..."






    Kapitel 119

    Überrascht blickt Sehun dich an und hebt erwartungsvoll eine Augenbraue. Tief atmest du durch und fragst dann vorsichtig:„Ich wollte wissen, ob ich das Passwort für den Zugriff auf die Daten dieser Mafia haben kann?" Verwirrt stammelt der dir gegenüber:„Wofür brauchst du das denn?" Schnell lügst du:„Ich denke, dass ich hier wirklich wenig zu tun habe und würde gerne mehr Aufträge annehmen.Teilweise sind da die Daten aber recht hilfreich, damit ich mehr Informationen habe. Wenn ich zum Beispiel jemanden töten soll, über den schon Daten bekannt sind." Knapp antwortet Sehun, während er sich wieder seinem Computer zuwendet:„Ich kann dir die Daten auch einfach immer schicken. Oder Yoongi, er ist schließlich dein Mentor." Beinahe etwas verzweifelt meinst du:„Ja, aber ich möchte nicht, dass ihr euch so viel Arbeit machen müsst!" Seelenruhig erwidert Sehun jetzt:„(d/n), es tut mir leid, aber ich darf dir das Passwort gar nicht geben. Da musst du Namjoon fragen. Nur er hat die Gewalt darüber und außerdem bereitet es mir auch nicht sonderlich viele Umstände, dir die Daten zu senden. Wenn du noch Arbeit suchst, hilf bei der Reinigung der Waffen. Im Raum 24 sind schon Dongahe und Choi, um sie zu reinigen. Hilf da, wenn dir langweilig ist!" Niedergeschlagen machst du jetzt kehrt und gehst in Raum 24. Wie erwartet triffst du da auf Choi und Donghae, die fleißig die Waffen reinigen. Als du den Raum betrittst, lächelt Donghae dich verwundert an, während Choi dich skeptisch, aber ohne jegliche emotionale Reaktion beäugt. Verunsichert murmelst du:„Hi, ich wollte euch helfen." Dankbar lächelt Donghae und drückt dir sofort eine blutverschmierte Pistole und einen nassen Lappen in die Hand. Dazu erklärt er:„Rubbel sie einfach sauber, aber tränke sie nicht in dem Wasser, damit sie nicht kaputtgehen. Den Lappen wringst du dann einfach zwischendurch mal in einem Eimer Wasser aus." Gehorchend nimmst du den ganzen Kram an dich und setzt dich an einen Tisch, um dort deine Arbeit zu vollrichten. Dabei bemerkst du, dass Choi dich immer wieder zwischendurch misstrauisch anschaut. Jedoch ignorierst du das einfach und vollrichtest still deine Arbeit. Zwischendurch vernimmst du nur das leise Raunen der zwei Stimmen des jungen Paares. Allerdings bemühst du dich noch nicht einmal, es zu verstehen, denn du bist ganz in Gedanken versunken. Choi scheint zu wissen, dass mein Vater „der Rose" angehörte. war sie vielleicht auch seine und die meiner Mutter Mörderin? Sie wirkte mir gegenüber immer skeptisch, kalt und gefühllos. Meist redete sie nicht mal mit mir. Und wenn, dann in einem Ton der Verabscheuung. Sie mochte mich definitiv noch nie! Demnach mochte ich sie auch nicht, aber ist sie vielleicht die Schuldige? Ich weiß nicht, aber ich werde es herausfinden. Ich werde heute einfach versuchen, mich einzuhacken und ansonsten muss ich eben doch mit Kibum und Jongdae sprechen. Doch es wird sicher unangenehm... Naja, Namjoon kann ich auch nicht fragen. Der durchschaut mich sofort... Das ist wahrscheinlich auch der Grund, weshalb er nicht wollte, dass Yoongi und ich ein Paar werden. Jetzt ergibt das auch Sinn! Es schien schon so, als habe er mir vertraut, aber jetzt, wo er weiß, dass da etwas läuft, macht er sich Sorgen. Sorgen, dass ich es vielleicht herausfinde und sie verrate. Und ganz ehrlich, die Sorgen macht er sich zurecht. Sobald ich weiß, wer meinen Eltern das angetan hat, werde ich den Schuldigen Töten! Mein Vater hätte es so gewollt! Und ich werde ihn rächen! Er und meine Mutter sollen nicht umsonst gestorben sein! Bei dem Gedanken läuft es dir eiskalt den Rücken hinunter und vor Wut und Trauer kommen dir sogar die Tränen. Diese unterdrückst du jedoch und arbeitest einfach weiter, bevor die misstrauische, hochintelligente Choi und ihr netter, aber sicherlich ehrgeiziger Freund davon mitbekommen. Als ihr endlich nach etwa 2 Stunden damit fertig seid, all die Waffen von Staub, Dreck, aber auch Blut zu befreien, stehst du einfach wortlos auf und verlässt das ganze Gebäude. Deine Beine fühlen sich steif und kalt an, denn in dem Raum selbst war es kühl und da du nur gesessen hast, sind sie eingeschlafen. Also entschließt du dich dazu, dir ein bisschen die Füße zu vertreten, indem du eine Runde durch den Park spazierst. Dort scheint die Welt noch in Ordnung und du fühlst dich gut. Als du schließlich seit einer halben Stunde dort umherirrst, gehst du wieder zurück nach Hause. Dort angekommen kramst du direkt deinen Laptop hervor, setzt dich neben Tiefsee, auf das Sofa und fängst an, verschiedene Befehle einzutippen. Nach schon etwa 10 Minuten bist du im Netzwerk für die Daten und suchst nach dem Passwort. Doch egal, was du tust, du kannst dich nicht ganz einhacken. Schließlich gibst du es auf denn du weißt, dass Sehun ein Genie ist und du ihm niemals das Wasser reichen kannst. Also packst du deinen Laptop wieder weg und streichelst stattdessen Tiefsee. Nach einigen Minuten stehst du dann demotiviert auf und holst den Zettel mit den Adressen, den Francisco dir mitgegeben hat. Schnell tippst du die erste Adresse, von Kibum in dein Handy ein und direkt sucht es dir den schnellsten Weg dorthin. Zufrieden nickst du nun vor dich hin und legst dein Handy wieder weg. Mittlerweile ist es schon Abend und du wartest noch darauf, dass Yoongi dich anruft. Doch vergeblich, er ruft dich nicht an. Also schläfst du später einfach auf dem Sofa, vor dem Fernseher, ein. Mit dem Wissen, dass du morgen Kibum kennenlernen wirst. Und wenn du Pech hast, dann auch noch Jongdae. Was auch immer es kosten mag, ich werde mich rächen! Und dann werde ich meine Eltern noch ein letztes Mal glücklich machen können! Doch was, wenn ihr Mörder jemand ist, der mir nahesteht? Was, wenn es beispielsweise Hobi oder Jimin waren? Sie sind meine besten Freunde! Naja, mit Tae... Doch... Werde ich sie überhaupt töten können? Werde ich mein Ziel wirklich erreichen können? Ja, ich werde kein Erbarmen zeigen! Das taten die Mörder meiner Eltern schließlich auch nicht! Warum etwas geben, das man selbst nicht hat?






    Kapitel 120

    Erschöpft und vollkommen mutlos hockst du in deinem Bett. Schlaf hattest du diese Nacht nur wenig bekommen und die Tränen zieren noch immer dein hübsches Gesicht. Ein Albtraum hatte dich die ganze Nacht lang wach gehalten und in dir die Trauer und Wut erneut hervorgerufen. In diesem Traum musstest du einmal mehr den Anblick deiner toten Eltern erleiden. Ein weiteres Mal musstest du dich deiner größten Angst stellen. Noch einmal eine geliebte Person tot sehen. Als wenn deine Seele deinem Körper entflohen wäre, sitzt du mit leerem Blick zusammengekauert auf deinem Bett. Irgendetwas in dir hofft, dass Yoongi dich anruft. Dass du deine Trauer durch ihn lindern lassen kannst. Doch nichts passiert. Nur Tiefsee leistet dir nun Gesellschaft. Doch das hilft dir auch schon. Denn sie ist ein Geschenk von Yoongi und erinnert dich jedes Mal an ihn. Schließlich erhebst du dich mühevoll und trottest in deine Küche. Wie gewohnt kochst du erstmal deinen Tee und setzt dich dann an den Tisch. Dort bist du mit leeren Augen und starrst in die Ferne. Als letztendlich dein Tee vollkommen in deinem Magen verschwunden ist, stehst du auf und ziehst dich an. Es ist immer noch extrem heiß draußen und die Sonne prallt so auf den Asphalt, dass er selbst brühend heiß wird und jede Berührung schmerzt. Unentschlossen stehst du vor deinem Kleiderschrank und entscheidest dich schließlich für eine kurze Jeans und ein weites T-Shirt in deiner Lieblingsfarbe. Zum Schluss setzt du noch eine Sonnenbrille auf und lässt deine weichen Haare sanft auf deine Schultern fallen. Schnell greifst du noch nach deiner Pistole und steckst sie dir so unter den Gürtel, dass sie auch von dem Stoff deines Oberteils bedeckt wird. So verlässt du das Haus und steigst in dein Auto. Nachdenklich bleibst du erst einfach so sitzen. Naja, jetzt werde ich den alten Freunden meines Vaters einen Besuch abstatten. Kibum - er war der Mentor meines Vaters. Er wird mir auf jeden Fall helfen können. Er hat schließlich auch noch Kontakt zu „der Rose". Und wenn er mir nicht weiterhelfen kann, geht es eben ab zu Jongdae. Ich hoffe nur, dass sie mich nicht angreifen werden... Aber dafür habe ich ja meine Pistole. Da hilft es dann doch wohl, dass ich diese Ausbildung bei der Mafia mache... Entschlossen fährst du nun los, dem Navi deines Handys folgend. Nach einigen Minuten kommst du in dem noblen Stadtteil an und fährst die riesigen Häuser ab, bis du schließlich vor Hausnummer 7 stehst. Interessiert beäugst du das Gebäude und steigst dann auch aus. Mit sicherem Schritt trittst du auf das Haus zu und klingelst. Nach einigen Minuten öffnet sich die Tür einen Spalt breit und ein alter, grimmiger Mann schaut dich aus dunklen Augen an. Schwach lächelst du und sagst nur, wer dein Vater war. Überrascht gibt der Mann ein leises Brummen von sich und öffnet dir Tür nun ganz. In einer tiefen Stimme brummt er:„Komm mit!" Wie dir befohlen folgst du dem Mentor deines Vaters und schließt die Tür wieder. Im Inneren des Hauses ist es noch viel prachtvoller als von außen. Eine riesige weiße Wendeltreppe mit Stufen aus Marmor führt ins obere Geschoss, das durch einen runden Balkon begrüßt wird. An den Wänden hängen erstaunliche Bilder in goldenen Rahmen und die Türen werden von einem aufragendem Torbogen geziert. Erstaunt läufst du ehrfürchtig durch das Haus, während Kibum eilig vorangeht. Schließlich kommt ihr in einem großen Wohnzimmer an, in dem ein Glastisch, zwei riesige Sofas und edle Sessel stehen. Der Kamin brennt nicht, sondern die Klimaanlage ist angeschaltet. Während der wortkarge Mann dir ein schnelles Zeichen gibt und weiter in einen anderen Raum geht, lässt du dich langsam auf einen der Sessel nieder. Endlich, nach einigen Minuten kommt der Alte wieder und setzt sich ebenfalls. In seinen Händen trägt er eine schwarze Kiste, mit einer goldenen Rose darauf geziert. Diese Kiste stellt er auf den Tisch zwischen euch und betrachtet dich mit seinen dunklen, böse wirkenden Augen. Stumm starrst du ohne jegliche Emotion in den Augen zurück. Schließlich huscht ein teuflisches Lächeln über das Gesicht des Mannes und er spricht leise und geheimnisvoll:„Nun, wie ist dein Name, mein Kind?" Knapp antwortest du:„(d/n)." Nachdenklich nickt der Mann mit seinem wie gewöhnlich kalten Blick und murmelt:„Nun, (d/n)... Ich denke du bist hier, weil du etwas über deinen Vater erfahren willst, richtig?" Knapp nickst du und erklärst:„Ich will wissen, wer für seinen und meiner Mutter Tod verantwortlich ist." Nachdenklich nickt Kibum und meint dann:„Nun, (d/n)... Wenn ich dir das sagen könnte, dann wäre der Schuldige schon lange tot. Ich kann dir nur so viel sagen, dass eine Gruppe daran Schuld ist, die sich gegen uns stellt. Die Mitglieder sind alle Überbliebene, dessen Familie oder Freunde von uns getötet wurden." Kalt erwiderst du:„Ich weiß." Überrascht blickt der Alte dich an und hakt nach:„Ach ja? Und woher weißt du das?" Ehrlich beantwortest du die Frage:„Ein ehemaliger Freund meines Vaters hat es mir gesagt. Dank ihm weiß ich auch erst, dass mein Vater ein Mörder war." Leicht schmunzelnd spricht Kibum jetzt:„Du meinst sicher Francisco. Er ist vor Jahren ausgetreten. Er war ein Nichtsnutz! Er tötete niemanden aus freien Stücken und war ein Feigling. Letztlich hatte er doch den Mut und ist ausgetreten. Sein Bruder, Pablo, ein wirklich guter Mann, wurde noch in diesem Jahr getötet. Auch von diesen Leuten!" Etwas fühlst du dich schuldig, als du an Pablo denkst, schiebst das aber schnell zur Seite. Schließlich war er der Mörder von Yoongis Schwester und von Taes Freundin. Ohne Pause erzählt Kibum auch schon weiter:„Sicher hat Francisco dir erzählt, dass ich der Mentor deines Vaters war? Dein Vater war wirklich sehr begabt und fleißig. Mein bester Schüler! Umso mehr tut es mir leid, dass gerade er getötet wurde. Aber naja, sei's drum. Ich muss dir das nicht erzählen. Du willst wissen, wer sein Mörder war. Sicher wirst du diesem das selbe Leid zufügen wie er einst deinem Vater, richtig?" Zögernd nickst du nur, woraufhin Kibum zufrieden lächelt. Nun murmelt er:„(d/n), du bist seine Tochter! Wenn du auch nur ansatzweise etwas von ihm hast, könntest du eine tolle Mörderin werden! Du könntest Mitglied der „Rose" werden und ich bin sicher, du würdest deinen Vater damit sehr glücklich machen!" Kühl erwiderst du:„Ich halte nicht viel vom Töten. Ich tue es nur, wenn es nötig ist. In dem Fall ist es zwar nötig, aber ich werde ganz sicher nicht Mitglied der „Rose" werden!" Amüsiert meint Kibum nun:„Naja, da bist du anders als dein Vater. Aber er war genauso entschlossen wie du! Ich glaube, du hast mehr von ihm, als du glaubst! Aber naja, dann sei es so! Aber weiterhelfen kann ich dir nicht wirklich. Nur kann ich dir vielleicht eine Aufnahme der Stadtkameras zeigen. Vielleicht siehst du ja etwas, das ich nicht sehe..." Einwilligend nickst du und folgst dem Mann in einen etwas kleineren, dunklen Raum im Keller des Hauses. Darin befindet sich ein Computer und noch einige Monitoren. Während du dich interessiert umguckst, startet Kibum seinen Computer und beschwert sich:„Ich hasse diese neumodischen Dinger! Damit kommt doch niemand klar!" Schließlich bekommt der Mentor deines Vaters es doch hin und zeigt dir die Aufnahmen von dem Tag, an dem deine Eltern starben. Auf verschiedenen Kameras wurde sogar ihr Auto aufgezeichnet und mit Trauer erfüllt blickst du erneut in die einst so strahlenden Augen deiner Eltern. Plötzlich fällt dir bei der einen Aufnahme auf, dass ein schwarzes Auto sie verfolgt. Das Kennzeichen voller Schlamm, als wolle der Fahrer es absichtlich verdecken. Der Wagen verfolgt das Auto deiner Eltern über drei Kameras hinweg, bis es an einer Tankstelle hält. Dort hält der schwarze Wagen dann auch und während deine Eltern in der Tanke verschwinden, steigt ein vermummter Mann aus dem Auto aus und geht an dem Wagen deiner Eltern vorbei. Soweit scheint alles in Ordnung, doch auf einmal kommt ein weiterer Mann auf den Wagen deiner Eltern zu und niest, als er daneben steht. Dann geht er ganz normal weiter. Skeptisch meinst du:„Lass mich die Stelle noch einmal wiederholen!" Daraufhin spult Kibum noch mal für dich zurück und du vergrößerst die Stelle. Nun kann man erkennen, dass die Person eine schwarze Uhr am Arm trägt. Zudem kann man ein Teil des Gesichtes erkennen und irgendwie kommt es dir vertraut vor. Jedoch hängt noch ein Teil des Arms vor dem Gesicht und man erkennt es nur halb. Schnell machst du einfach ein Foto von dem Standbild und schaust weiter. Weiter passiert nichts Besonderes. Und von der Stelle, an der der Unfall geschah, gibt es keine Aufnahmen. Enttäuscht lässt du nur den Kopf sinken und meinst:„Abgesehen von dem Auto und dem halben Gesicht dieses Mannes ist nicht viel zu sehen. Gibt es vielleicht noch andere Hinweise?" Bedauernd schüttelt Kibum den Kopf und meint:„Vielleicht gibt es noch eine Person mehr, die dir helfen kann. Jongdae ist ein guter Freund deines Vaters gewesen und noch zum Schluss hat dein Vater sich bei ihm Rat geholt. Ich erinnere mich noch, dass dein Vater eine Woche vor seinem Tod noch im Dienst war. Er hatte den Auftrag, eine junge Frau, die in der Politik tätig war, zu töten. Um mehr Informationen über diese Frau zu bekommen, wendete er sich an Jongdae, denn er kannte diese Frau. Vielleicht hat dein Vater mit ihm gesprochen..." Skeptisch murmelst du:„Francisco sagte, Jongdae sei schon vor einigen Jahren aus der Mafia ausgetreten..." Schulterzuckend erwidert der alte Mann:„Ja, er tötete seine Frau und seine Kinder wurden ihm genommen. Das verkraftete er nicht und wohnt jetzt eher abseits von der Stadt. Er wollte nicht mehr dabei sein, weil es ihm einst den Sinn seines Leben nahm - die Kinder. Allerdings half er deinem Vater gerne noch mal aus. Auch, wenn dein Vater damals so tat, als wolle er sich nur so mal wieder mit seinem alten Kumpel treffen. Dann hat er Jongdae einfach erbarmungslos ausgefragt und sein Opfer konnte nicht anders als zu antworten." Nachdenklich nickst du nur und meinst:„Adresse habe ich schon. Danke für deine Hilfe, Kibum." Gerade willst du gehen, da meint Kibum noch leise:„Geh nur, (d/n). Nimm im Namen deines Vaters Rache. Aber pass auf, dass du den Mörder am Ende vielleicht nicht doch kennst! Schließlich verbringst du schon längere Zeit bei ihnen! Aber jetzt weißt du ja, dass sie der wahre Feind sind!" Überrascht drehst du dich zu dem Mentor deines Vaters um und flüsterst:„Wovon redest du?" Überlegen schmunzelt der Mann nun und antwortet mysteriös:„Das weißt du, (d/n)! Ich weiß, dass du Teil dieser gegnerischen „Mafia" bist. Du bist ihr Freund, zumindest warst du es. Und sie taten so, als wären sie auch deine Freunde! Aber glaub mir, (d/n), sie haben dich nur benutzt! Sie alle werden wissen, dass dein Vater bei uns war. Das ist auch der Grund, warum sie dich zwangen, dabei zu sein! Sie dachten, du könntest ihnen andererseits eine Gefahr darstellen. Als sie jedoch bemerkten, dass du selbst nichts davon wusstest, ließen sie dich am Leben und benutzten dich, um an die Quellen zu kommen. Zwar haben sie es nicht wirklich geschafft, da du ja nichts weißt, aber der Wille war da! Und glaub mir, mehr wollten sie nicht von dir! Sie haben dich nur benutzt und dich andauernd beobachtet! Es gibt viele, die dich immer noch nicht achten, richtig? Das sind die, die immer noch skeptisch sind! Die, die ahnen, dass du es irgendwann herausfinden wirst und dich dann gegen sie stellen wirst! Die, die wenigstens ein bisschen Hirn in der Birne haben! Sicher fragst du dich, woher ich das weiß? Nun, wir haben viele Spione und die haben erkannt, dass du zu ihnen gehörst! Nein, eigentlich ist es nur so, dass wir dich gesehen haben, als du bei einem deiner Aufträge durch unser Gebäude gehuscht bist. Du hast jedoch niemanden getötet, was mir persönlich sehr zu Gute kam. Nun, (d/n)... Wie du siehst, sind wir gut vorbereitet. Meine Frage ist nur: Warum willst du uns nicht sagen, wer dabei ist und wer nicht? Du würdest uns Vieles erleichtern!" Hasserfüllt fauchst du:„Ich werde hier niemanden verraten! Ich werde die Person töten, die meine Eltern getötet hat, ja. Aber ich werde deswegen nicht sie alle hintergehen! Niemand soll sterben, der unschuldig ist! Und deswegen werde ich euch auch ganz sicher nichts sagen! Nur über meine Leiche!" Wütend stapfst du nun aus dem riesigen Haus heraus und steigst in dein Auto. Kibum hingegen schaut dir nur nachdenklich und ohne ein Wort hinterher. Ich werde sie nicht alle verraten! Nur, werde ich dem das Leben nehmen, der dasselbe mit meinen Eltern tat. Doch werde ich es deswegen doch nicht allen Leuten nehmen! Teilweise sind sie meine Freunde und Yoongi ist mein Partner! Ich liebe ihn und ich weiß, dass er nichts davon weiß. Er hätte es mir gesagt! Rache nehmen? Ja, aber nicht an alle! Und wenn es dann mein Leben kostet!






    Kapitel 121

    Aufgeregt sitzt du in deinem Auto, das Lenkrad mit zittrigen Händen immer noch festhaltend. Du stehst auf einem kümmerlichen Parkplatz vor einem ebenso jämmerlichen Gebäude. Hier soll Jongdae wohnen. Ein ehemaliger Freund deines Vaters und er soll dir helfen können. Werde ich gleich wissen, wer meinen Eltern das angetan hat? Oder werde ich mir wieder nur anhören müssen, dass ich „der Rose" beitreten sollte? Kibum weiß, dass ich diesen Leuten angehöre, von denen auch einer meinen Eltern das Leben nahm. „Die Rose" ist ihr Feind und somit bin es auch ich der Feind der „Rose". Werden sie mich töten? Weil ich sie nicht verraten will? Die Vermutung liegt nah, denn sie sind erbarmungslos - jedem gegenüber. Nun, dann sei es so. Wenn es so sein soll, dann stehe ich mit meinem Leben - für Yoongi! Demotiviert steigst du nun auch endlich aus und schlenderst zu dem Gebäude. Vor der Tür bleibst du stehen und gehst die ganzen Namensschilder durch. Schließlich entdeckst du den Namen von Jongdae auf der Leiste und klingelst dort. Nach mehreren Minuten öffnet sich vorsichtig die Tür und ein heruntergekommener Mann mit eingefallenen Wangen und ungepflegten Haaren lukt hervor. Mit seinen hellen Augen blickt er dich etwas ängstlich an und stottert dann leise:„Was wollen Sie von mir?" Innerlich etwas mitleidig, aber äußerlich kühl erwiderst du:„Ich habe einige Fragen an Sie. Wegen dem Mord an meine Eltern. Sie waren Mitglied der „Rose" und Sie könnten mir weiterhelfen. Ich habe keine bösen Absichten." Erschrocken und planlos weicht der Mann etwas zurück, murmelt dann aber:„Ich weiß, wessen Tochter du bist. Komm mit." Daraufhin trittst du ein und folgst dem Mann in seine kleine, rummelige Wohnung. Nur ein Tisch mit zwei klapprigen Stühlen steht im Wohnzimmer. Vorsichtig setzt du dich und der alte Stuhl knarrt gefährlich. Auch Jongdae setzt sich jetzt dir gegenüber und stellt dir noch ein Glas Wasser hin, das aber so gammelig aussieht, als hätte er es aus der Toilette gefischt. Angewidert blickst du erst auf die ranzige Flüssigkeit wendest dich dann aber mit ruhigem Gesichtsausdruck Jongdae zu und beginnst:„Kibum sagte, du habest meinem Vater kurze Zeit vor seinem Tod noch einem Auftrag geholfen." Etwas ärgerlich guckt der Mann dich an und stottert:„Ich habe ihm nicht aus freien Stücken geholfen, er hat mich betrogen!" Kurz rollst du mit den Augen:„Das ist doch egal! Hauptsache ist, dass er bei dir war und ihr miteinander gesprochen habt! Und ich möchte nur wissen, ob du irgendetwas weißt, wer sein und der meiner Mutter Mörder war! Sie sind beide am Anfang diesen Jahres an einem Autounfall gestorben und jetzt weiß ich, dass es ein Mord war! Und ich will wissen, wer es war, damit ich mich an ihm rächen kann!" Leise seufzt Jongdae, während dir so langsam die Tränen in die Augen steigen. Nun stammelt Jongade:„Es ist nicht gut, jemanden zu ermorden! Es bringt nichts Gutes mit sich! Es zerstört einem nur das Leben! Ich habe deswegen meine wunderbaren Töchter verloren und seitdem stottere ich. Ich habe nämlich ihre Mutter umgebracht, weil ich das Geld wollte und hat es mir irgendetwas gebracht? Nein, jetzt lebe ich hier nur alleine, habe meine geliebten Kinder verloren, bin pleite und stottere, weil ich jeglichen sozialen Kontakt verloren habe! Und das alles nur, weil ich so dumm war und dachte, dass Morden gut wäre!" Schwer atmest du durch und versuchst, deine Emotionen zu zügeln. Schließlich sprichst du:„Jongdae, du hast einen Fehler gemacht, das weißt du jetzt. Und vielleicht werde ich auch einen Fehler machen, aber irgendjemand hat meine Eltern getötet und ich möchte, dass diese Person dafür bezahlt! Ich möchte nur, dass Gerechtigkeit herrscht und sonst werde ich ganz sicher nie jemanden umbringen! Ich will nur, dass mein Vater noch einen letzten Wunsch erfüllt bekommt! Ich will ihn nicht enttäuschen!" Jetzt auf einmal richtig wütend und mit Tränen in den Augen springt Jongdae auf und brüllt plötzlich ohne zu stottern:„(d/n), dein Vater ist tot! Enttäuschen kannst du ihn nicht mehr! Du kannst nur noch die enttäuschen, die hier auf der Erde weilen und diesen Fehler habe ich getan! Ich habe meine Töchter enttäuscht und sie wissen es noch nicht mal! Aber ich habe nicht nur mein, sondern auch ihr Leben kaputt gemacht! Und diese Person, die deinen Vater und deine Mutter umgebracht hat, handelte auch nur aus Rache! Weil diese Person von deinem Vater sein Leben zerstört bekommen hat und es dann auch mit deinem Vater tun wollte! Vielleicht hat diese Person damit auch dein Leben zerstört, aber willst du deswegen auch das Leben seiner Angehörigen zerstören?" Mit zittriger Stimme erwiderst du nur:„Ja, was er/sie darf, das darf ich auch! Versteh doch Jongdae!" Traurig senkt er nun den Kopf und stottert:„Nein, das kann ich nicht verstehen. Und ich will es auch nicht!" Während er das sagt, holt er auf einmal ein Foto aus seiner zerschlissenen Jacke und blickt darauf. Dabei flüstert er:„Begehe nicht den selben Fehler wie ich, (d/n)!" Jetzt legt er das Foto auf den Tisch und vergräbt sein Gesicht in seinen Händen. Vorsichtig ziehst du das Foto zu dich heran und blickst in die Gesichter von 4 jungen Mädchen. Auf einmal erkennst du, um wen es sich da handelt. Tran und ihre Schwestern! Jongdae ist ihr Vater! Er hat sie verraten, indem er ihre Mutter tötete und jetzt bereut er es endlich! Traurig schiebst du das Foto wieder zu Jongdae und beginnst, Tränen zu verlieren. Nun stehst du auf, hockst dich neben den weinenden Jongdae und flüsterst:„Ich kenne deine Töchter, Jongdae! Und ich weiß, wie schwer sie es haben. Aber auch weiß ich, dass du es schwer hast. Doch schau mal, ich bin auch von meinen Eltern getrennt und habe es auch nicht leicht. Und weißt du was? Deine Kinder wollen sich auch für ihre Mutter rächen! Sie haben das selbe Verlangen wie ich! Ich kann dir helfen und dich mit ihnen zusammenbringen, wenn du mir den Gefallen tust und dabei hilfst, den Mörder meiner Eltern zu finden! Und ich verspreche dir, ich werde keinen Fehler begehen!" Hoffnungsvoll hebt Jongdae nun den Kopf und blickt dir in die Augen:„Du kennst sie?" Du nickst und sprichst:„Tran ist eine meiner besten Freunde und noch vor ein paar Tagen habe ich auf Dahee, Suji und Dang aufgepasst." Nachdenklich starrt der Mann nun auf die Wand und murmelt:„Na gut, ich helfe dir. Aber dann will ich endlich zu meinen Kindern zurückfinden!" Zufrieden lächelst du etwas schadenfroh, stehst auf und meinst:„Gut, dann sag mir, was du weißt!" Wie traumatisiert starrt Jongdae immer noch auf die Wand und erzählt:„Dein Vater sollte eine junge Politikerin töten, die damals, als ich jung war, meine Nachbarin war. Er erzählte mir dabei auch, dass er wisse, dass sein Ende sicher bald nahen würde. Er sagte, dass sie wussten, wer er war und sie ihn holen kommen würden. Er wollte noch diesen Auftrag ausführen und dann in ein anderes Land fliehen. Er wollte nicht, dass du oder deine Mutter zu Schaden kommen. Doch scheinbar waren sie damals schon weiter als er. Er fuhr noch kurz vorher, vor seinem Tod, noch einmals zu mir und sprach:„Ich werde übermorgen wegziehen. Doch ich brauche noch einen letzten Gefallen von dir. Wenn ich es nicht überlebe, dann bewahre dies für mich auf!" Dies gab er mir." Als er das sagt, zeigt er dir ein kleines zusammengefaltenes Foto. Darauf zu sehen sind deine Eltern, mit dir zwischen ihnen. Dieses Foto wurde nur kurze Zeit vor dem Tod deiner Eltern aufgenommen, als du dein Abitur geschafft hast. Plötzlich fällt dir auf, dass im Hintergrund ein Mann steht, der eine dir bekannte Uhr trägt. Das ist der selbe Mann, der auf der Kameraufnahme an der Tanke geniest hat! Er muss etwas damit zu tun haben! Aber wer ist er? Das Gesicht sieht man hier nicht... Jongdae meint:„Als er mir dieses Foto gab, sagte er noch, dass ich dir sagen soll, wenn du nach dem Namen des Mannes fragst, er hieße Yoongi." Erschrocken blickst du auf und starrst den alten Freund deines Vaters an. Überfordert und aufgeregt stammelst du:„Und wie ist der Nachname des Mannes? Wer ist das überhaupt?" Jongdae seufzt nur und meint:„Das weiß ich doch nicht! Er sagte nur, sein Name sei Yoongi und wenn du fragst, solle ich es dir sagen." Was, wenn es MEIN Yoongi ist? Was, wenn er doch etwas damit zu tun hat? Lügt er mich nur an? Auf einmal reißt Jongdae dich aus deinen Gedanken, indem er sagt:„Sicherlich sollst du mit ihm sprechen. Aber ich weiß ja auch nicht, wer das ist. Du wirst ihn wohl kennen. So, das ist alles, was ich dir sagen kann! Und jetzt raus aus meiner Wohnung!" Wie dir befohlen, verlässt du seine Wohnung und gehst wieder in dein Auto. Direkt holst du dein Handy hervor und tippst Yoongis Nummer an. Nach einiger Zeit nimmt er ab und gafft dir verschlafen ins Gesicht. Leise murrt er:„Was ist los?" Du versuchst, normal zu klingen und murmelst nur:„Naja, ich wollte nur wissen, ob du heil in Deutschland angekommen bist." Müde reibt sich dein Geliebter die Augen und meint:„Ja, alles super. Aber ich bin erst am Abend angekommen. Ich wollte dich morgen früh anrufen. Tut mir leid, dass ich es nicht eher getan habe." Gleichgültig spielend nickst du nur und fragst dann plötzlich:„Wie spät ist es bei euch denn?" Nun siehst du nur, wie Yoongi sich zur Seite rollt und seine Armbanduhr vom Nachtschränkchen holt und einen Blick darauf wirft. Schnell erkennst du die Uhr wieder. Es ist die selbe Uhr, wie der Mann sie auf dem Foto hatte! Währenddessen nennt Yoongi dir die Uhrzeit und du starrst nur geschockt und verwirrt auf das Lenkrad. Also weiß er irgendetwas! Er muss etwas damit zu tun haben! Aber er kann doch nicht der Mörder meiner Eltern sein, oder? Sicher weiß er nur etwas darüber und wahrscheinlich noch nicht mal, dass es sich um meinen Vater handelt! Er wird wahrscheinlich nur wissen, worum es geht, wenn ich ihm den Namen meines Vaters nenne. Er kann nichts weiter damit zu tun haben! Auf einmal murrt Yoongi nur:„Ich liebe dich wirklich, (d/n), aber ich brauche jetzt echt meinen Schlaf. Ich rufe dich morgen früh zurück, OK?" Schon legt er auf und du sitzt fassungslos in deinem Auto. Yoongi hat ganz sicher nichts mit dem Tod meiner Eltern zu tun! Nein, ganz sicher nicht! Er weiß vielleicht irgendetwas, aber er hat nichts damit zu tun! Nein, das kann nicht sein! Oder?






    Kapitel 122

    Schon lange bist du wieder zuhause und wartest ungeduldig und irgendwie auch voller Angst auf Yoongis Rückruf. Mit ihm sollst du reden - das ist das, was dein Vater Jongdae vor seinem Tod sagte. Das ist der einzige Weg, um herauszufinden, wer nun letztendlich an dem Tod deiner Eltern Schuld ist. Seit Stunden schon hockst du zitternd in die Küche, während du in die Leere starrst. Vor dir liegt ein Zettel, auf dem du dir Fragen aufgeschrieben hast. Denn du bist so unfassbar aufgeregt, dass du fürchtest, alles zu vergessen, sobald du Yoongis wunderschönes Gesicht erblickst. Du hast Angst. Fürchterliche Angst, dass Yoongi vielleicht doch etwas damit zu tun hat. Leise sprichst du zu dir selbst und versuchst, dich selbst zu beruhigen:„Wie könnte Yoongi schon etwas damit zu tun haben? Er würde mir es dann niemals verschweigen. Wahrscheinlich weiß er ja noch nicht mal, dass es mein Vater war. Jongdae hat ja auch nie gesagt, dass er etwas damit zu tun hat. Er sagte nur, ich solle mit ihm reden. Wahrscheinlich wusste mein Vater, dass Yoongi seinen Feinden angehört und, dass er mir sicher helfen würde. Naja, zumindest hoffe ich, dass es so ist..." Nachdenklich nimmst du nun das Foto, dass neben dem Zettel liegt, in die Hand und betrachtest es. Es ist das Foto, dass Jongdae dir gezeigt hat. Das Foto von dir mit deinen Eltern, während Yoongi im Hintergrund zu erkennen ist. Seufzend lässt du es wieder auf den Tisch fallen. Deinen Kopf, der dir mittlerweile schon so vorkommt, als wiege er Tonnen, stützt du auf deinen Händen ab. Dein Blick fällt auf Tiefsee, welche seelenruhig auf dem Stuhl neben dir schläft. Liebevoll streichst du ihr durchs kurze, graue, flauschige Fell, woraufhin die kleine Katze beginnt, laut zu schnurren. Plötzlich versinkst du wieder in Gedanken. Doch diesmal ist es nicht etwa, wegen deinen Eltern oder Yoongi, sondern wegen Jongdae und seiner Familie. Ich kenne seine Geschichte nur teilweise. Er verriet seine Familie, indem er seine Frau wegen ihres Geldes umbrachte. Zwar hat das kaum wer erfahren, aber die Kinder wurden ihm trotzdem entzogen. Daraufhin musste er alleine in einer kleinen, gammeligen Wohnung verkümmern und pleite gehen, während seine 4 jungen Töchter sich mit viel harter Arbeit und Sorgen durchs Leben kämpfen müssen, damit sie nicht getrennt werden. Immer mit dem einen Bein in der Wohnung und mit dem anderem im Heim, müssen die Kinder leben. Immer mit der Angst, dass sie doch getrennt werden. Jongdae hingegen hat trotz der fehlenden Einnahme von Geld eine festen Standort, lebt jedoch einsam und verkümmert so langsam. Seine Töchter fehlen ihm und ich merke, dass sein größter Wunsch ist, wieder mit seinen Kindern vereint zu sein. Allerdings weiß ich nicht, ob das wirklich von Vorteil wäre. Ich bin mir zwar eigentlich sicher, dass er keine Gefahr mehr darstellt, aber wenn er dann realisiert, dass er niemals wieder richtig mit seinen Kindern vereint sein kann, könnte er wieder gefährlich werden. Er hat schon mal viele Menschen getötet. Warum sollte er es nicht ein zweites Mal können? Wer versichert mir, dass ich seine Töchter nicht verrate, wenn ich sie wieder zusammenbringe? Wer versichert mir, dass ich keinen Fehler begehe? Fehler. Begehe ich, so wie Jongdae sagt, wirklich einen Fehler, wenn ich mich im Namen meiner Eltern räche? Ist ein Mord an den Mörder meiner Eltern wirklich das Richtige? Ja, es muss so sein. Ich kann meine Eltern nur dann noch ein letztes Mal stolz machen, wenn ich ihnen zeige, dass ich sie liebe und dafür sogar töte! Immer noch zeigt sich von Yoongi kein Lebenszeichen und mittlerweile ist es schon 03:00 Uhr nachts. Sollte ich vielleicht einfach schlafen gehen? Nein, ich werde wach bleiben. ich will den möglichen Anruf auf keinen Fall verpassen! Also wartest du weiter. Immer mit den Gedanken bei der Angst. Aber ebenso auch bei der Trauer und Wut. Bei den Schuldgefühlen und bei der Erschöpfung. Deine Gedanken sind so voll von Emotionen, dass du dich fast schon wieder leer fühlst. Manchmal bist du dir nicht mal mehr sicher, ob nicht vielleicht doch alles nur ein Traum ist. Kann ich nicht einfach aufwachen und wieder 17 sein? Da war noch alles gut. Kann ich nicht einfach aufwachen und meine Eltern sehen? Sehen, wie sie mich wecken, damit ich pünktlich zur Schule komme? All diese Leute sollen einfach verschwinden. Wenn auch nur für einen Moment. Wenn ich aufwachen würde und wüsste, dass Yoongi nur in meiner Fantasie existiert, dann würde ich ihm auch nicht nachtrauern können. Ich könnte keinem von ihnen noch nachtrauern. Denn sie würden alle gar nicht existieren. Yoongi, Miga, Sehun, Francisco, Tran, Jongdae, Jimin, Namjoon, ... - sie alle würden nicht existieren und nur ein schwummiger Gedanke sein. Keiner von ihnen wäre echt und ich könnte wieder ein normales, sorgloses Leben führen. Ein Leben mit meinen Eltern... Plötzlich klingelt dein Handy und erschrocken schaust du nach, wer es ist. Obwohl es eigentlich logisch ist, bist du überrascht, als du Yoongis Namen liest. Schnell nimmst du ab und stellst das Handy so auf den Tisch, dass du Yoongi sehen kannst und er dich. Unwissend lächelt dein Mentor dich verliebt an und fängt an:„Hi, (d/n)! Wie geht's dir?" Leer antwortest du ohne jegliche Emotion in der Stimme und mit zittrigen Händen:„Ganz OK. Und wie geht's dir?" Grinsend erwidert der hübsche Junge:„Mir geht's super. Wir sind jetzt in Deutschland und kommen gerade vom Training wieder. Übermorgen wird das Konzert sein. So leid es mir tut, das sagen zu müssen, aber ich habe jetzt schon keine Lust mehr. Ich möchte zurück nach Korea, zu dir! Ich vermisse dich so sehr!" Irgendwie traurig und glücklich zugleich lächelst du und willst gerade:„Ich liebe dich, Yoongi", sagen, als Hoseok ins Bild rutscht und in einer hohen Stimme trällert:„Ja, Yoongi weint jede Nacht, weil du nicht da bist! Geht einem echt auf die Nerven!" Daraufhin verpasst dein Liebster seinem Kumpel einen Klaps und schmunzelt:„Das stimmt nicht, aber glaub mir, mir ist jede Nacht zum Heulen zumute!" Hobi grinst dich nun wieder an und kichert:„Hallo, (d/n)! Schade, dass du nicht einfach mit uns auf Tour kommen kannst! Aber Joonie hat da ja seine Bedenken, dass wir in Minderheiten geraten könnten!" Gespielt lächelst du, denn als er das sagt, erinnerst du dich wieder an dein Anliegen. Allerdings kannst du Yoongi nicht darauf ansprechen, wenn Hoseok dabei ist. Also wartest du ganz geduldig, bis Hoseok mal kurz auf die Toilette geht. Gerade schaut Yoongi dich verliebt an und schwärmt von deiner Schönheit, da unterbrichst du ihn schweren Herzens:„Yoongi? Ich habe eine Frage an dich..." Etwas überrascht runzelt Yoongi die Stirn, nickt dann aber knapp:„Na gut, schieß los!" Aufgeregt atmest du einmal tief durch und fängst schließlich unauffällig an:„Naja, ich vermisse meine Eltern so sehr. Ich fühle mich hier hinten alleine und weiß einfach nicht mehr genau, was ich tun soll. Das Schlimme ist, dass ich noch nicht mal weiß, warum sie gestorben sind. Sie sind augenscheinlich bei einem gewöhnlichen Autounfall gestorben, aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie das passieren konnte. Mein Vater, der am Steuer saß, hatte keine Krankheiten oder Derartiges. Auch das Auto war super!" Bedrückt murmelt Yoongi:„Naja, vielleicht ist ein Reifen geplatzt oder dein Vater hatte einen plötzlichen Herzinfarkt. Es ist doch alles möglich..." Kühl raunst du:„Die Ärzte haben meine Eltern doch beide untersucht und irgendwelche krankheitsbedingten Auffälligkeiten waren nicht zu sehen. Und warum sollte schon der Reifen geplatzt sein? Ich möchte endlich herausfinden, warum meine Eltern gestorben sind. Es muss mehr dahinter sein als ein gewöhnlicher Unfall!" Als hätte er dich nicht gehört, antwortet Yoongi einfach nicht und versucht vom Thema abzulenken, indem er murmelt:„Was macht Hobi da denn so lange?" Irgendwie enttäuscht fährst du einfach fort:„Ich habe nur einen Hinweis. Ein alter Bekannter meines Vaters hat mir ein Foto gezeigt und mir gesagt, ich solle vielleicht eine Person befragen, die auch auf dem Foto zu sehen war. Naja..." In dem Moment kommt Hoseok weiter und man sieht Yoongi an, wie erleichtert er ist. Mit Tränen in den Augen, aus Angst, dass Yoongi doch mehr damit zu tun hat, murmelst du:„Yoongi, ich möchte mich kurz alleine mit dir unterhalten. Kannst du kurz in einen anderen Raum gehen?" Auf einmal erkennst du Angst in seinem Gesicht und für einen Moment schaut er Hoseok flehend an. Schließlich seufzt er leise und meint:„OK. Hoseok, ich bin gleich wieder da. Ich gehe nur kurz zu Namjoon, weil ich ihn etwas fragen will. Bis gleich." Schon verlässt dein Freund sein Zimmer und geht auf den Flur. Kalt fragst du:„Warum hast du Hoseok angelogen?" Gefälscht lacht Yoongi verlegen und erklärt es in einer Lüge:„Hoseok ist immer so furchtbar neugierig. Er würde sofort wissen wollen, was du mir sagen willst..." Diese Aussage nickst du nur kurz weg und meinst dann:„Yoongi, ich möchte wissen, wieso meine Eltern gestorben sind. Es war kein Unfall, das weiß ich ganz genau! Ich möchte es einfach nur wissen! Ich kann es nicht ertragen, weiterhin in dieser Unwissenheit zu leben!" Nun seufzt Yoongi:„(d/n), ich weiß, dass es schwer ist, einen Tod zu verkraften. Aber wie sollte ich dir denn überhaupt helfen, einen Grund zu finden?" Kalt, aber mit Tränen in den Augen flüsterst du:„Ich glaube, du weißt durchaus, wie du mir helfen kannst..." Mit zittrigen Händen hebst du das Foto vor dir hoch und sprichst mit zittriger Stimme:„Dieses Foto hat man mir gegeben und der Mann, der ihn mir gegeben hat, hat gesagt, ich solle mit dem Mann im Hintergrund des Bildes sprechen. Wir beide wissen, dass es sich dabei um dich handelt! Und ich will einfach nur, dass du ehrlich zu mir bist und mir sagst, was du weißt! Ich verurteile dich nicht. Ich weiß ja, dass dich keine Schuld trifft! Wie denn auch? Ich kenne dich und ich liebe dich, Yoongi! Aber dennoch möchte ich endlich aus dieser Unwissenheit heraus und du kannst mir dabei helfen..."






    Kapitel 123

    Mit einem Blick, den du nicht ganz zuordnen kannst, blickt Yoongi dich an. In seinen schwarzen Augen spiegeln sich Trauer, Angst, Umwissenheit, Schuldgefühle, aber auch Liebe wieder. Erwartungsvoll entgegnest du seinen Blick nur mit traurigen Augen. Nach einer langen Pause beginnt Yoongi endlich:„(d/n), du hast von jemandem meinen Namen gesagt bekommen. Ich weiß nicht, wer dieser jemand ist, auch, wenn ich so eine leise Ahnung habe, aber auf jeden Fall ist es so, dass er recht hat. Ich weiß, was mit deinen Eltern passiert ist, wollte es dir aber nicht sagen, aus Furcht, dass..." Dann bricht er den Satz ab und fängt sich in seiner Verwirrung wieder:„Ich hätte es dir schon vorher sagen sollen, denn du hast ein Recht darauf, es zu wissen. Und jetzt, wo du schon die Anfänge kennst, kann ich es dir erst recht nicht mehr verheimlichen. Was weißt du denn überhaupt alles?" Ungeduldig, aber dennoch ängstlich vor der Wahrheit erwiderst du mit bebender Stimme:„Ist dir das wichtig? Willst du es wissen, um mir etwas vorzubehalten, das du vielleicht eher weniger gerne sagen würdest? Ist es das? Willst du jemanden schützen? Vielleicht sogar dich selbst in irgendeiner Art und Weise? Yoongi, ich liebe dich und du predigst immer, dass du das Selbe auch für mich fühlst. Aber wenn du mich wirklich liebst, dann solltest du mir vertrauen können und ich dir auch. Und das will ich auch, denn du bist alles, was ich noch habe und der wichtigste Mensch in meinem Leben. Und auch, wenn du mir jetzt sagst, wer es war, werde ich nicht aufhören, dich zu lieben!" Schwer atmet Yoongi nun einmal durch und jetzt erkennt man besonders die Angst und Trauer in seinem Gesicht. Leise flüstert er:„Ich liebe dich doch auch, (d/n)! Du hast recht, wir sollten uns vertrauen können. Also werde ich dir die Wahrheit sagen." Kurz schaut Yoongi betroffen und nachdenklich auf den Boden, bevor er sich wieder fängt und erzählt:„Nun, wie du sicher weißt, war dein Vater Teil der gegnerischen Mafia." Leise brummst du dazwischen:„Ja, ein Teil der „Rose"." Knapp und kaum merkbar nickt dein Liebster und spricht weiter:„Dein Vater war wie jeder andere dort mordlustig und tötete wegen dem Geld. Wie so manch anderer dort, brach er viele Herzen und Seelen von vielen unschuldigen Menschen. So kam es, dass er verfolgt wurde. Man kannte ihn von seinen Aufträgen und wusste, wie er aussah, aber nicht kannte man seinen Wohnort, seine Familie, sein Privatleben. Außerdem war er so geschickt, dass ihn kaum jemand erwischen konnte. Er war wie ein Schatten, wenn er durch die Gassen schlich und tötete. Ähnlich wie du. Du hast etwas von ihm, vieles sogar. Ebenso wie er bist du sehr begabt und auch so intelligent wie er. In Einem unterscheidet ihr euch jedoch ganz deutlich - er liebte das Töten und du hasst es. Wie auch immer, er nahm vielen Menschen das Leben und brach somit zahlreiche Herzen. Über 30 unserer Mitglieder im Hauptquartier sind wegen ihm bei uns. Er tötete Männer, Frauen, Kinder, Alte - alle, die er als Auftrag bekam. Er zeigte kein Erbarmen und wir alle hassten ihn und wollten ehrlich gesagt auch, dass er leidet. Also sind drei Agenten geschickt worden, die ihn aufspüren sollten. Lange Zeit wurde er nicht gefunden, doch an einem Tag, sah man ihn, wie er dich gerade von der Schule abholte. Ihr wurdet verfolgt, bis zu eurem Haus. Schließlich wurde ein fester Spion organisiert, bzw. hat er sich selbst organisiert und beobachtete euch, bis er sich sicher war, dass der Tod deines Vaters kommen musste. Denn er fand heraus, dass dein Vater nach wie vor Teil der Mafia war und schon in Kürze wieder jemand neuen umbringen wollte. Man erkannte die dunkle Seite seiner Seele. Die verletzte, psychisch kranke und bösartige Seite. Allerdings wurde auch seine gute Seite erkannt. Die Liebe, die er seiner Familie zeigte und die Vernunft und Freundlichkeit, die er außerhalb seines Dienstes walten ließ. Es wurde durchaus auch Gutes in ihm gesehen. Doch die böse Seite übertrumpfte die Gute und die Rachsucht in dem Herzen des Spions verstärkte seine Entscheidung. Allerdings war diese ein großer Fehler, wie er leider erst erkannte, als es schon zu spät war. Denn er verriet deinen Vater und ohne große Umschweife wurden zwei Leute geschickt, die es beenden sollten. Kurzerhand wurden sie in ein Auto gesetzt und verfolgten deine Eltern in ihrem Auto. Dein Vater war nämlich nicht dumm und wusste, dass sein Tod ihm nahestehen würde. Er hatte den Spion gesehen und identifiziert und kannte seitdem sein Schicksal. Er wollte mit seiner Frau und dir fortziehen, weit weg. Doch wir waren schneller, leider. Die Organisierten fuhren deinen Eltern hinterher und schossen mit einer Pistole in den Reifen eures Wagen. Das Auto kam von der Spur ab und krachte gegen diesen Baum. Sofort war klar, dass deine Eltern tot waren. Direkt kehrten die beiden zurück zum Hauptquartier und erkannten ihren Fehler nicht. Erst, als wir dich aufnahmen und kennenlernten, erkannten sie ihren Fehler..." Entsetzt starrst du Yoongi an, bekommst Tränen in den Augen, spürst aber auch eine unfassbare Wut. Leise flüsterst du:„Und wer waren diese zwei Leute? Die, die meinen Eltern letztendlich das Leben nahmen? Und vor allem, wer war der Spion? Der, der meine Eltern verriet, obwohl er sich anders hätte entscheiden können? Der, der letztendlich einen wichtigen Teil aus meinem Leben riss?" Traurig und entschuldigend blickt Yoongi dich an. Plötzlich senkt er den Kopf und meidet deinen Blick. Leise und mit Angst in der Stimme flüstert er:„Ich war es. Ich bin der, der deine Elter verriet. Und auch der, der den Schuss in den Reifen setzte. Donghae war nur der, der fuhr... Es tut mir leid, (d/n). Ich bin Schuld an dem Tod deiner Eltern..."






    Kapitel 124

    Geschockt starrst du Yoongi an, ohne wirklich zu realisieren, was dein Liebster gerade gesagt hat. Er hingegen meidet deinen Blick vollkommen und senkt ihn auf den Boden. Leicht öffnest du den Mund, um etwas zu sagen, schließt ihn dann jedoch wieder. Tränen fließen deine Wangen herunter und für einen Moment verlierst du jegliche Erinnerung. Für einen winzigen Moment fühlst du dich vollkommen leer und als wenn jemand deine Erinnerungen gelöscht hat. Doch schon nach wenigen Sekunden bist du wieder bei klarem Verstand, wenn auch immer noch vollkommen sprachlos. Leise hauchst du nur den Namen deines Freunds und fühlst dich dabei, als würdest du dein letztes Tröpfchen Leben aushauchen, als würdest du gerade deinen letzten Atemzug tun. Immer noch blickt Yoongi dich nicht an, sondern schüttelt nur leicht den Kopf. Fassungslos stammelst du nur:„Bitte sag mir, dass das nicht wahr ist!" Weiterhin schweigt Yoongi und so langsam verarbeitest, realisierst du, was dein Mentor und Liebster gerade zugegeben hat. Auf einmal überkommt dich alles. Die Trauer, Wut und irgendwie auch Angst. Laut brüllst du:„Yoongi, sag mir, dass das nicht wahr ist! Sag mir nicht, dass du mich all die Zeit angelogen hast! Bitte sag mir einfach, dass ich nicht die ganze Zeit über den Mörder meiner Eltern geliebt und vertraut habe! War das etwa alles geplant? Hast du erst meine Eltern getötet, um mir etwas Wichtiges zu nehmen und dann lügst du mich an, um mir auch noch den restlichen Sinn meines Lebens - dich, zu nehmen? Du hast mich nie geliebt und wirst es auch nie tun, denn sonst hättest du mich nicht angelogen! Dann hättest du mir direkt die Wahrheit gesagt und vielleicht sogar dein eigenes Leben riskiert! Hättest du jemals wirklich etwas für mich empfunden, dann wärst du nicht so gewesen! Du hast mit mir gespielt! Du wolltest, dass auch noch ich leide!" Endlich blickt Yoongi dich an und ihm steht die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben:„Das ist nicht wahr! Ich liebe dich und das wird sich auch nicht ändern! Ich wollte dich nur nicht verletzen!" Wütend erwiderst du:„Und du denkst, das hast du nicht gemacht, indem du es mir verschwiegen hast? Du denkst wirklich, dass ich dir das jetzt einfach so verzeihe? Meinst du, ich vergebe dir, dass du meine Eltern getötet hast, mit meinen Gefühlen gespielt hast und das Wichtigste in meinem Leben nimmst? Nein, das verzeihe ich dir nicht! Das kann und will ich einfach nicht! Du hast mir alles genommen, Min Yoongi! Und das kann ich dir nicht verzeihen! So wie du meinem Vater nicht verzeihen konntest, kann ich dir auch nicht verzeihen! Auf nimmer Wiedersehen, Yoongi!" Aufgebracht legst du auf und blickst erst ausdruckslos auf den Boden, bevor die Emotionen dich überrumpeln und du weinend in dich zusammenbrichst. Du hörst noch dein Handy klingeln und schaust nach, wer es ist - Yoongi. Wütend nimmst du das Handy in die Hand und schmetterst es mit voller Wucht gegen die Wand, sodass der Bildschirm zerspringt und das nervige Klingeln abrupt endet. Weiterhin hockst du aufgelöst auf dem Boden und weinst dir deine Seele heraus. Laut schreist du einfach deine Wut und Trauer, als auch Liebeskummer heraus. Du schreist laut in die Nacht hinein, doch niemand hört deine verzweifelten Rufe und schließlich sinkst du vollkommen in dich zusammen. Zitternd liegst du auf dem Boden und schreist. Du hälst deinen Kopf fest an deine Knie und versuchst somit, irgendwie die Emotionen loszuwerden. Nach gefühlten Ewigkeiten stehst du auf und taumelst an die Wand, um dich an dieser zu stützen. Doch an dieser hängen viele Fotos und von überall blicken dich die fröhlichen Gesichter deiner Eltern an. Obwohl du dich gerade erst wieder beruhigt hast, brichst du wieder in Tränen aus und schreist laut und verzweifelt:„Warum hast du mich so betrogen, Yoongi? Warum habe ich mich nur erst in dich verliebt? Warum habe ich Pablo dich nicht damals töten lassen? Warum zeigte ich dir Liebe, während du mich verrietst?" Aufgelöst stehst du da und wankst vor dich hin. Plötzlich taumelst du wieder einen Schritt vor, legst deinen Kopf sanft gegen die kalte, harte Wand und legst deine Hände links und rechts von deinem Kopf an der Wand ab. Nun löst du deinen Kopf von der Wand und hälst ihn weit entfernt von der Wand. Auf einmal schlägst du deinen Kopf mit voller Wucht gegen die Wand, in der Hoffnung, einfach dadurch zu sterben oder wenigstens die Gedanken aus deinem Kopf zu bekommen. Ein lauter Knall erfolgt bei dem Aufprall und dein Kopf pocht vor Schmerzen. Dir wird schwindelig, doch die Gedanken sind immer noch da. Kurzerhand schlägst du deinen Kopf noch ein zweites, drittes Mal gegen die Wand. Du spürst, wie dir langsam das Blut von der Stirn rinnt und in dein Auge tropft. Der Schmerz ist unerträglich, doch er übertrumpft den seelischen Schmerz, also macht es dir nichts aus. Du siehst rot, wegen dem Blut, das dir ins Auge läuft und dir ist schwindelig. Dein Kopf pocht und die Gedanken weg. Dich leer fühlend nimmst du endlich die Hände von der Wand und versuchst, einen Schritt zu gehen. Doch der Schwindel ist zu groß, dir wird schwarz vor Augen und du wirst ohnmächtig. Dort liegst du dann einige Stunden, das Blut die Stirn herunterrinnend und die Gedanken frei von allem Schlechten. Erst nach vielen Stunden erwachst du und setzt dich vorsichtig auf. Dein Kopf pocht erneut und ein schwerer Schwindelanfall überkommt dich. Jedoch verlierst du mit großer Bemühung nicht das Bewusstsein und bleibst erst etwas sitzen. Als es endlich besser wird, stehst du unsicher auf und wankst ein paar Schritte auf die Wand zu. Dort stützt du dich, bevor du das Gleichgewicht verlierst und taumelst dann weiter, in die Küche. Im Spiegel erblickst du dein blutüberlaufenes Gesicht und blickst es irgendwie zufrieden und schockiert zugleich an. Schnell packst du dir einen nassen Lappen und wischst das Blut ab, sodass die klaffende Platzwunde an deiner Stirn nur noch deutlicher zu erkennen ist. Ruhig nimmst du dir noch einen frischen Verband und wickelst ihn um deinen blutenden Kopf. Zufrieden taumelst du nun in deine Küche und kochst Tee. Du erinnerst dich zwar an alles, denkst aber nicht mal daran, einen Gedanken daran zu verschwenden. Stattdessen sitzt du seelenruhig, als wenn nie etwas gewesen wäre, da und schlürfst dabei deinen heißen Tee. Plötzlich klingelt dein Telefon und du nimmst es in die Hand, um zu sehen, wer es ist. Die Nummer kennst du - Hobi. Mit ärgerlichem Blick drückst du einfach weg und murmelst hasserfüllt:„Den Trick kenne ich schon, Yoongi. Du brauchst mich gar nicht über eine andere Nummer anrufen. Ich verzeihe dir nicht, ich werde Rache nehmen!" Daraufhin stehst du taumelnd auf und irrst in dein Zimmer, an den Schrank. Darin liegen Yoongis Jacke und eine scharfe Pistole. Nicht lange überlegend greifst du nach der Waffe und wiegst sie in deiner Hand. „Ich habe meinen Eltern geschworen, Rache zu nehmen!" Als du das sagst, kommen wieder die Tränen, denn die Erinnerungen kommen zurück und lassen dich noch einmal erleben, was du gestern erfahren hast. Fest hälst du die Pistole in der Hand und drehst dich zu der Tür. Die Zeit ist gekommen!






    Kapitel 125

    Nachdenklich hälst du die Waffe in deinen zittrigen Händen und betrachtest sie mit glasigen Augen. Immer noch kannst du nicht wirklich realisieren, wer der Mörder deiner Eltern ist. Schnell vertreibst du den Gedanken halbwegs aus deinem Kopf und setzt dich auf dein Bett. Schnell holst du deinen Laptop hervor und suchst nach einem möglichst günstigen Flug nach Deutschland. Schon bald findest du etwas Passendes und willst gerade auf den Kauf gehen, als dir noch einmal tausend Gedanken und Erinnerungen durch den Kopf gehen. Du erinnerst dich an den ersten Tag, den du im Hauptquartier verbracht hast. Alle dort haben dich gehasst, nur Yoongi zeigte eine nicht ganz so starke Abneigung. Erst, als du Jimin und Donghae kennenlerntest, fühltest du dich nicht ganz so alleine. Doch vorher hattest du nur Yoongi. Er war dein Mentor. Er ging respektvoll mit dir um und behandelte dich neutral. Ganz im Gegenteil zu Tae. Der hatte dich beschimpft und verhasst. Nichts mehr als deinen Tod hatte er sich gewünscht und mittlerweile weißt du auch, wieso. Erst, als du beinahe dein Leben für ihres gegeben hast, haben sie dir vollkommen vertraut. In dieser schicksalhaften Nacht hast du einen ehemaligen Freund und den Bruder von Francisco getötet. Du nahmst ihnen das Leben, um das von Tae und Yoongi zu retten. Doch mittlerweile wünschst du dir, du hättest dich einfach aus dem Staub gemacht. Auf einmal erinnerst du dich an den Moment zurück, als wenn er gerade ein zweites Mal durchlebt werden würde. Wieder siehst du den dunklen, kalten Saal, hinter dessen Säule du dich versteckt hast, während Tae und Yoongi ängstlich auf dem Boden knieten und dem wohlmöglichem Tod - Pablo, in die Augen blickten. Hasserfüllt waren die beiden und du hattest Angst. Angst um nicht nur dein, sondern auch ihr Leben. So gut wie tot waren die beiden und du hättest entkommen können. Zu aller Überraschung hast du dich jedoch dagegen entschieden und eiltest den beiden zur Hilfe. Genau siehst du wieder das überraschte, erschrockene Gesicht von Pablo, das dich auch so hässlich und missgünstig angrinste. Das selbe Lächeln wie Francisco - ein Ausdruck des Verrücktem und psychisch Krankem. Der Schadenfreude und dennoch Angst. Dieses Gesicht, das dich so gar nicht flehend anblickte, sondern lachte. Sein Lachen verklang mit deinem Schuss und er sackte benommen zu Boden. So schlaff lagen all die Menschen damals da und auf einmal erkennst du das Verhalten Pablos. Er erkannte dich. Du warst die Tochter seines ehemaligen Freundes und er war belustigt. Belustigt, dich in einer Situation zu treffen, in der auch dein Vater sich wohl des Öfteren wiederfinden musste. Plötzlich verstehst du die Worte des Mannes und ebenso verstehst du, warum dich damals niemand im Hauptquartier leiden konnte. Auf einmal ergibt alles Sinn, doch auch kommen neue Fragen auf. Liebt Yoongi dich tatsächlich? Hatte Namjoon dich tatsächlich zurückgeschickt, weil er einen Auftrag für dich hatte? Hat Yoongi dich vielleicht nur ausspionieren wollen? Hat er nie etwas Anderes in dir gesehen als ein Spielzeug? Steckte wirklich ein wahres Gefühl hinter seinen Worten? Plötzlich erinnerst du dich an den Song, den Yoongi damals für seine große Liebe geschrieben hat. Nun ergibt auch er einen Sinn. Es hieß, er kenne seine Liebe schon so lange. Denn er beobachtete dich und deine gesamte Familie. Es war eine verbotene Liebe. Du warst die Tochter eines Feindes - die Tochter dessen, der mit an dem Tod seiner Schwester schuld ist. Er konnte sein eigenes Schuldgefühl und seine Rachsucht für seine Schwester nicht überblicken und zwang sich selbst dazu, diese Liebe zu unterdrücken. Oder waren das vielleicht auch nur leere Worte? Nur die Regeln eines Spiels? Du erinnerst dich an alles, was passiert ist, seitdem du Yoongi kennst - der Zutritt zu der Mafia, Yoongis Schenken von Tiefsee an dich, die Tour mit BTS und Miga, der Schmerz, den du erfahren musstest, als du dachtest, dass er dich nicht liebt und die freudige Überraschung, als er an dem See auftauchte. War das echt? War es wirklich Liebe? Kann er all das vorgetäuscht haben? Hat er mich wirklich nur belogen und mit mir gespielt? Hat er mir einfach nur meine Eltern genommen und dann so getan, als liebe er mich, um mir zusätzlich etwas auszuwischen? Wollte er, dass alle aus der Familie meines Vaters leiden? Will er sich so rächen? Alles nur eine Lüge? Die Gefühle, die Erlebnisse, die Geständnisse, die Liebe? Diese wundervolle Liebe, die sich im Endeffekt als Verbrechen entpuppte, aber einfach nicht enden will? Die Tränen steigen dir wieder in die Augen und laufen deine Wangen herunter. Du erkennst, dass er dich betrogen hat und dich gar nicht liebt, während du es immer noch tust. Du verstehst nun, dass deine Liebe zu ihm einfach nicht enden kann. Der Kummer überkommt dich mal wieder und du legst dich weinend auf dein Bett, Yoongis Jacke in den Händen. Die Liebe, die du immer noch spürst und die Trauer, die daraus hervorgeht, überkommen dich. Aber auch eine Wut zeigt sich, das Verlangen, ihn zu töten und dennoch das Wissen, dass du es einfach nicht könntest. Um die Wut abzulassen, erhebst du dich mit festem Schritt, wirfst die Jacke auf den Boden, zielst mit der Pistole darauf und drückst ab. Zwei große Löcher kliffen nun in dem schwarzen Stoff und wieder brichst du in Tränen aus. Leise jammerst du:„Es tut mir leid, Vater, aber ich werde ihn nicht töten können! Ich kann dich nicht stolz machen, denn ich kann meine Liebe zu ihm einfach nicht überwinden! Auch, wenn die Liebe, die er zu spüren schien, nie wirklich existierte. Meine Liebe existiert nach wie vor und das kann ich bei bestem Willen nicht ändern. Es tut mir leid, Vater, aber ich werde dich mal wieder enttäuschen müssen. Ich kann ihn nicht töten!"






    Kapitel 126

    Mit leerem Blick sitzt du auf deinem Bett und starrst auf die nun löchrige Jacke. Tränen bleiben aus. Du hast schon so viel geweint und geschrien, dass du es einfach nicht mehr kannst. Deine Konzentration ist geschwunden und dein Kopf bleibt leer von Gedanken. Schließlich erhebst du dich langsam, gehst einfach an der Jacke vorbei und in dein Wohnzimmer. Dort steht Tiefsee, die dich mit großen Augen anguckt und nun zu dir läuft und schnurrend ihren Kopf an deinem Bein reibt. Kurz kraulst du der kleinen Katze, die ein Geschenk von Yoongi war, zwischen den Ohren und gehst dann weiter. Plötzlich bemerkst du die Blutflecken an der Wand, die von deinem Kopf stammen. Schnell holst du einen Lappen und wischst es weg. Daraufhin setzt du dich in deine Küche und trinkst mit zittrigen Händen deinen Tee. Gedankenverloren starrst du auf die Straße. Dort laufen viele Menschen. Zwei Kinder mit ihren Eltern sind auf dem Weg zur Schule und ein junges Paar hält verliebt Händchen und küsst sich. Traurig blickst du dem jungen Glück hinterher. So verliebt scheinen die beiden. Plötzlich wirfst du deine Tasse vom Tisch, sodass sie scheppernd auf den Fliesen zerspringt und murmelst mit Tränen des Hasses in den Augen:„Es gibt keine wahre Liebe! Trenn dich lieber gleich von ihm! Sonst enttäuscht er dich später nur und es tut noch viel mehr weh!" Schnell verschwinden die Tränen wieder und du räumst die Scherben weg. Dabei schneidest du dich des Öfteren, doch es stört dich nicht. Auch der immer noch pochende Schmerz in deiner Stirn stört dich nicht weiter. Schließlich schmeißt du die Scherben in den Müll und willst dich gerade wieder an den Tisch setzen, da klingelt das Telefon. Seufzend schlenderst du dort hin und blickst auf die Nummer. Du kennst sie nicht, also nimmst du demotiviert ab und brummst nur:„Ja?" Doch plötzlich ertönt eine dir bekannte Stimme, welche spricht:„Hallo, (d/n). Hier ist Jimin. Bitte leg nicht auf! Ich möchte nur mit dir sprechen!" Wütend erwiderst du:„Du brauchst nicht mit mir reden! Ich weiß doch, dass du nur im Namen von Yoongi anrufst! Aber nein, ich will nicht mit ihm reden und ich liebe ihn auch nicht mehr! Das werde ich ihm nie verzeihen!" Gerade willst du wieder auflegen, da spricht Jimin wieder auf dich ein:„(d/n), du musst auch nicht mit Yoongi reden! Ich möchte mit dir reden, nicht er!" Leise fauchst du:„Und warum willst du mit mir reden? Um mir noch einmal eins reinzuwürgen?" Jimin seufzt nun:„Nein, ich will dir nichts reinwürgen. Ich möchte mit dir reden, weil ich dich vor einem Fehler bewahren will. Du musst verstehen, dass er selbst auch einen Fehler begangen hat und das hat er schon lange eingesehen!" Mit zittriger Stimme meinst du:„Das ist schön für ihn, aber ich will ihn trotzdem nie wiedersehen. Ich habe ihn geliebt! Er war mein Ein und Alles und ich dachte, das wäre ich auch für ihn. Aber nein, er hat nur mit mir und meinen Gefühlen gespielt! Er hat mich und meine Eltern verraten und das kann und werde ich ihm nicht verzeihen! Sag ihm, dass ich ihn hasse und wenn er mich nicht in Ruhe lässt, dann töte ich ihn!" Fast schon etwas verzweifelt erklärt Jimin dir:„Das ist nicht wahr, (d/n)! Er hat dich geliebt und das tut er auch immer noch! Deswegen tut es ihm ja so leid und er hat seinen Fehler schon lange eingesehen!" Trocken sagst du nur noch:„Nun, manche Fehler kann man nicht vergessen... Auf Wiedersehen, Jimin." Nun legst du auf und schließt traurig deine Augen, während dir die Tränen schon wieder entgleiten. Leise flüsterst du zu dir selbst:„Mein ganzes Leben ist eine Lüge! Und die Liebe, die Yoongi zu fühlen schien, auch! Ich werde ihm nicht noch mal vertrauen. Den Fehler habe ich schon begangen!" Langsam öffnest du nun wieder deine Augen und trittst vor den Spiegel. Deine Augen sind rot und traurig, um deinen Kopf der weiße Verband gewickelt, während noch immer Blut durch ihn hindurchschimmert. Deine Hände zerkratzt und zittrig, dein Brustkorb hebt und senkt sich schnell, durch das stockende Atmen. Deine Haare sind teilweise noch von Blut verklebt und hängen matt auf deine Schultern hinunter. Du siehst schwach und zerbrechlich aus, krank. Du hast starke Augenringe und deine Haut ist rot fleckig von dem Weinen. Traurig betrachtest du dich und nimmst dir dann auf einmal deinen Autoschlüssel. Vorsichtig trittst du nach draußen und die Sonne blendet dich stark, sodass du deine Augen zukneifen musst. Langsam taumelst du nun zu deinem Auto und steigst ein. Tief atmest du einmal durch und löst dann die Handbremse. Leise murmelst du:„Einen letzten Wunsch erfüllen..."






    Kapitel 127

    Nach einigen Minuten kommst du an deinem Ziel an. Traurig blickst du auf die sonnige Straße vor den hohen, schmierigen Gebäuden. Seufzend steigst du schließlich aus und taumelst auf die Tür zu. Davor bleibst du stehen und fährst mit deinen Fingern die Namenschilder ab, bis du bei dem Namen „Jongdae" angekommen bist. Dort klingelst du nun. Kurze Zeit später steht auch schon der ängstlich aussehende, schmierige Mann, der so heruntergekommen ist, dass er längst als Obdachloser durchgeht, dort. Überrascht schaut er dich an und murmelt:„Schon wieder da?" Kalt erwiderst du:„Ja, ich will unseren Deal erfüllen." Verwirrt fragt der ehemalige Freund deines Vaters:„Also weißt du jetzt, wer es war?" Stumm nickst du nur, bevor wieder die Tränen kommen. Nachdenklich und irgendwie bereuend nickt Jongdae und flüstert dann:„Also ist diese Person jetzt tot?" Stumm schüttelst du den Kopf, während dir wieder die Tränen kommen. Verwirrt und überrascht, aber irgendwie auch erleichtert stammelt der Mann:„Wieso nicht? Wer war es denn?" Jetzt brechen die Tränen endgültig aus und sie fließen in Strömen deine Wange hinunter. Nun vollkommen überfordert versucht Jongdae dich zu trösten und führt dich nun in seine Wohnung. Dort lässt du dich auf sein ranziges Sofa fallen und weinst dir die Seele heraus. Wieder versucht Jongdae, dich zu beruhigen und fragt:„Was ist denn los, (d/n)?" Aufgewühlt schluchzt du:„Mein Freund ist der Mörder meiner Eltern und er hat mir einfach nichts erzählt! Er hat mich die ganze Zeit angelogen und ich habe ihn geliebt! Doch es war alles nur eine Lüge! Er hat mir alles genommen, was mir lieb war! Meine Eltern, meine Freiheit, ihn selbst, einfach alles!" Schluchzend und zuckend hängst du auf dem Sofa und sanft streicht Jongdae dir über den Rücken. Beruhigend murmelt er:„Es ist in Ordnung, (d/n). Er ist es nicht wert, dass du wegen ihm weinst. Er verdient dich nicht! Aber ich finde es toll von dir, dass du ihn nicht tötest." Weinend murrst du:„Wie könnte ich denn auch? Ich liebe ihn ja immer noch. Auch, wenn er mich verraten hat und mich womöglich nie geliebt hat. Ich kann ihn nicht töten! Das würde mir das letzte bisschen Verstand nehmen!" Wieder musst du stärker weinen und Jongdae streicht beruhigend über deinen Rücken. Nach einer Weile beruhigst du dich wieder, während Jondgae sich neben dich gesetzt hat und dir beisteht. Leise murmelt er:„Irgendwie ist es schön, dich bei mir zu haben. Du erinnerst mich an meine Töchter. Tran dürfte jetzt dein Alter sein, oder?" Leise wimmerst du:„Ne, ein wenig älter. Sie ist zu einem tollen Menschen herangewachsen. Alle deine Töchter!" Traurig murmelt Jongdae nun:„Ich wünschte, ich könnte das auch beurteilen..." Plötzlich meinst du:„Das wirst du! Deswegen bin ich doch hier! Ich werde dir helfen, wieder zu ihnen zurückzufinden. Das war der Deal." Dankbar und überrascht zur selben Zeit grinst Jongdae dich an und will dich gerade umarmen. Allerdings weichst du etwas vor ihm und seinen Gestank zurück und meinst:„Aber dafür musst du mir erst beweisen, dass du es verdienst. Ich will, dass ich sie nicht in die falschen Hände gebe." Immer noch grinsend stottert der Mann in seiner gewohnten Weise:„Ich werde dich nicht enttäuschen, (d/n)! Ich werde alles tun, um dir zu beweisen, dass sie bei mir in guten Händen sind!" Leicht misstrauisch nickst du langsam und meinst:„Gut, dann solltest du damit anfangen, hier aufzuräumen. Wenn du damit fertig bist, dass dürfte ja ein bisschen dauern, solltest du dir eine Arbeit suchen. In einer Fabrik hier in der Nähe werden noch Mitarbeiter gesucht. Das dürftest du da wohl hinbekommen. Die Arbeit ist nicht allzu anspruchsvoll. Achja, und bitte geh dich duschen!" Eifrig nickt der Mann und meint:„Mach ich alles, (d/n). Hauptsache ich bekomme endlich meine Töchter wieder!" Gutherzig nickst du knapp und murmelst:„Ich komme die Tage wieder. Morgen. Bis dahin bist du fertig, ja? Ich fahr jetzt nach Hause." Besorgt schlägt Jongdae vor:„Willst du nicht noch etwas warten? Du bist noch total aufgewühlt und es ist nicht gut, so Auto zu fahren. Das erhöht das Unfall-Risiko!" Kaltherzig lehnst du nur ab:„Nein, meine Eltern sin auch an keinem Unfall gestorben. Nur an einem Mord." Ohne ein weiteres Wort verlässt du nun die vollgerummelte Bude und steigst wieder in dein Auto. Müde lehnst du dort deinen Kopf gegen den Sitz und seufzt laut. Wieder laufen die Tränen deine leicht geröteten Wangen hinunter. Letztendlich reißt du dich zusammen und fährst einfach los, zurück nach Hause. Als du dort ankommst, legst du dich direkt vor den Fernseher. Deine Stirn beginnt wieder zu pochen und deine Hände werden zittrig. Ruhig stellst du einfach irgendein Programm an, während Tiefsee auf deinen Schoß springt. Schnurrend tänzelt sie über deine langen Beine und macht es sich gemütlich. Mit ihren großen, dunklen Augen blickt sie dich interessiert an, legt sich dann hin und schließt die Augen. Bei ihrem Anblick kommen auf einmal wieder die Erinnerungen hoch. Erneut erinnerst du dich an die Zeit, bevor du wusstest, dass Yoongi der Mörder deiner Eltern ist. Als die Welt noch in Ordnung schien und als du auf Yoongis Brustkorb eingeschlafen bist, während du deutlich seinen regelmäßigen Herzschlag vernehmen konntest. Tiefsee ist ein Geschenk von Yoongi und erinnert dich immer wieder an den Mann, der einst so perfekt schien und den du über alles liebtest. Und wenn du die kleine Katze nun so anguckst, bildest du dir ein, dass Yoongi so ähnlich aussieht. Auch er schlief einst so friedlich auf deinem Sofa, so süß aussehend, dass man ihn am liebsten knuddeln wollte. Nun willst du ihn nie wieder sehen. Voll Trauer weinst du wieder und die Kopfschmerzen werden stärker. Auch, wenn sie deinen seelischen Schmerz nicht übertreffen. Plötzlich klingelt es an der Tür und Tiefsee schreckt hoch. Wer ist das? Wer will schon etwas von mir?






    Kapitel 128

    Langsam stehst du zögernd auf, woraufhin Tiefsee schnell deinen Schoß verlässt. Hektisch wischst du noch schnell die letzten Tränen weg und schreitest langsam auf die Tür zu. Ohne große Vorahnungen öffnest du die Tür und blickst in ein vertrautes Gesicht. Ein Gesicht, das du jetzt einfach nicht sehen willst. Schnell willst du die Tür einfach wieder schließen, doch die junge Frau hält schnell ihren Fuß zwischen die Tür. Ärgerlich fauchst du die scheinbar gefühlskalte Frau nun an:„Was willst du, Choi?" Mit unbeeindrucktem Gesicht gafft sie dich an und spricht gelangweilt:„Ich soll nach dir sehen." Wütend erwiderst du:„Und wieso?" Seelenruhig erwidert Choi oder wie ihr Deckname ist, Juhee:„Ich glaube, das weißt du selbst. Du weißt ja schließlich nun auch, dass deine Eltern getötet wurden. Und von wem, weißt du auch." Aggressiv flüsterst du:„Schön. Und du bist jetzt hier, weil du mich dafür umbringen willst?" Mit einem Schmunzeln auf den Lippen erklärt Choi auf einmal:„Nein, ich bin hier, weil ich dir helfen will. Ich will dir helfen, diesen Schmerz und Hass zu überwinden. Überrascht ziehst du nur eine Augenbraue hoch, woraufhin Choi erläutert:„Ich bin gar nicht so herzlos wie ich scheine. Es ist nur so, dass ich auch einmal verletzt wurde. Ich habe ihm zwar nie verziehen, aber ich habe mit ihm leben können." Mit bebender Stimme murmelst du nur:„Du musst mir das Ganze gar nicht erzählen! Ich bin nicht blöd! Ich weiß doch, dass ihr nur Sorge habt, dass ich euch verrate! Ihr wollt nur nicht, dass ihr durch mich untergeht. Ich selbst bin euch allen vollkommen egal! Euch geht es nur darum, dass eure blöde Mafia bestehen bleibt und ihr eure Rache ausüben könnt. So wie ihr es einst bei meinen Eltern getan habt! Und mir ist auch ganz egal, was ihr mir hier zukommen lasst, ich werde euch nie verzeihen können! Und wenn ihr mich dafür umbringen müsst, was ihr eh früher oder später machen werdet, werde ich euch nicht verzeihen. Du willst Rache ausüben? Gerne, aber mehr will ich auch nicht!" Erneut willst du die Tür zuschlagen, und obwohl Choi die Möglichkeit dazu hatte, hält sie ihren Fuß diesmal nicht dazwischen. Stattdessen bleibt sie vor der Tür stehen und spricht durch diese zu dir:„(d/n), ich will dich nur davor bewahren, einen Fehler zu begehen. Wir wissen im Hauptquartier mittlerweile alle, was zwischen dir und Yoongi lief. Ihr habt euch geliebt und glaub mir, eigentlich liebt ihr euch auch noch. Ich weiß, dass du ihm nicht verzeihen willst und vielleicht glaubst, dass du ohne ihn nicht leben kannst, aber mach bitte einfach keine Dummheiten. Yoongi sorgt sich um dich. Er hat direkt alle angerufen und darum gebeten, dass jemand doch nach dir guckt. Und ich sehe, (d/n), dass du zu kämpfen hast. Nicht nur wegen deinem verheulten Gesicht und deiner Platzwunde an der Stirn... Ich möchte dich nur daran erinnern, Liebe kann schwer sein und manchmal ist es ganz gut, zu verzeihen. Mach einfach keine Dummheiten. Ich weiß, wozu so eine Phase, wie du sie gerade durchmachst, führen kann..." Nun geht Choi wieder und du stehst alleine vor der Tür. Wieder rollen die Tränen und du lässt dich langsam an der Tür hinuntersinken, bis du jämmerlich auf dem Boden hockst und deine pochende Stirn gegen deine Knie lehnst, während du einfach nur noch fort willst. Fort aus diesem Haus, fort von diesem Land, fort von deinen Eltern, fort von all diesen Erinnerungen, von all dem Schmerz, von all den Gefühlen, von deinem Leben. Lange Zeit hockst du dort einfach nur und weinst. Leise wiederholst du immer wieder in deinem Kopf: Er hat mich nie geliebt, sondern nur verraten und jetzt schickt er auch noch jemanden, damit ich sie nicht verrate. Er hat mir alles genommen und wartet nur noch darauf, dass er mir noch das letzte bisschen nimmt. Er tut so, als würde er immer noch etwas fühlen, aber ich weiß, dass es nur wieder ein Trick ist. Eine Lüge. Er will nur sich selbst schützen! Du verlierst jegliches Zeitgefühl und wirst so langsam müde. Du wirst so müde, dass dir schließlich die Augen zufallen und du lange Zeit an der Tür schläfst. In der Hoffnung, dass wenn du aufwachst, auch dieser Albtraum endet.






    Kapitel 129

    Als du endlich wieder aufwachst, ist es gerade dabei, zu dämmern, der nächste Morgen bricht an. Erschöpft raffst du dich auf und taumelst in deine Küche. Deine Augen sind vom vielen Weinen immer noch verklebt und es fällt dir schwer, sie überhaupt zu öffnen. Also mit zu Schlitzen verzogenen Augen, schwankst du auf deinen Tisch zu. Dort lässt du dich auf einem Stuhl nieder und starrst aus dem Fenster. Plötzlich fällt dir auf, dass immer noch der Fernseher läuft. Mühsam stehst du auf und gehst auf die Fernbedienung zu. Doch da fällt dir auf, was da überhaupt in den Nachrichten zu sehen ist. BTS - die wohl bekannteste K-Pop Band der ganzen Welt, ist immer noch auf Tour. Erst gestern gaben sie ihr erstes Konzert in Deutschland. Für viele Fans steht fest: BTS ist unglaublich. Doch etwas trübte die Stimmung. Bandmitglied Suga zeigte sich krank. Er brachte kaum einen Ton hervor, so heiser war er. Man sah ihm direkt an, dass es ihm nicht gut ging. Viele ARMYs sorgen sich um ihn, wir jedoch sind uns sicher, dass es eine ganz normale Erkältung ist. Oder etwa doch nicht? ... Weiter kommt die Sprecherin der Nachrichten nicht, denn du schaltest direkt den Fernseher aus, als du Yoongis hübsches Gesicht erblickst. Jedoch war es anders als sonst. Starke Augenringe zeichneten sich unter seinen schwarzen, traurigen Augen ab und er war kreidebleich. Die Haut schwitzig und die Atmung unregelmäßig und hastig. Etwas hast du dich schon erschrocken, wie krank er aussah, doch der Schmerz siegte und lässt dich kein Mitleid spüren. Nur Trauer und Wut spürst du. Tiefsee, deine kleine, graue Katze, die ein Geschenk von Yoongi ist, streicht beruhigend um deine Beine. Doch es hilft nicht. Eher verschlimmert es die Situation, denn nun laufen die Tränen in noch viel kürzeren Abständen deine Wange hinunter. Wieder weinst du mehrere Minuten, bis all deine Tränen verbrauchst sind. Schließlich trottest du wieder in die Küche und versuchst dir, deinen Tee zu kochen. Als du jedoch das kochende Wasser in deine Tasse füllen willst, rutschen deine zittrigen Finger von dem Wasserkocher ab und das Wasser fließt über deine Hände. Vor Schmerz ziehst du sie hastig zurück und versuchst, sie so schnell wie möglich unter kaltes Wasser zu halten. Allerdings sind deine Hände schon ganz rot und die Kratzer von den Scherben des Spiegels wieder aufgeplatzt, sodass dir erneut warmes Blut über die Hände strömt. Ärgerlich und mit schmerzverzerrtem Gesicht wäschst du es ab und wickelst einen Verband um deine Hände. Als du diese Verbände an deinen Händen so siehst, erinnerst du dich wieder daran, als du Namjoon die Hände verbunden hast. Namjoon - er hat mich ebenso verraten. Ich dachte, wir wären Freunde gewesen. Aber nein, er hat mich auch nur ausgenutzt und den Mord angeleitet. Er ist ebenso schuldig wie Yoongi!Bei dem Gedanken kocht die Wut wieder über und du ballst deine Fäuste, um dich irgendwie abzuregen. Dabei wird jedoch wieder deine Haut gespannt und sie beginnt wieder zu brennen. Den Schmerz ignorierend gehst du nun einfach in den Flur. Dabei blickst du kurz in den Spiegel. Auch du siehst eher wie eine Leiche als wie ein lebendiges Wesen aus. Die Haut blass, aber um die Nase und auf den Wagen rot vom Weinen. Die Augen ebenso rot und tief in die Augenhöhlen versunken, während darunter dunkle Ringe ihre Kreise ziehen. Der durchblutete Verband um die Stirn gewickelt. Seufzend von deinem Anblick, der irgendwie dem von Yoongi sehr ähnlich ist, wickelst du langsam den Verband von deiner Stirn ab. Nun wird die verkrustete Platzwunde an der Stirn sichtbar. Manch einer würde sich nun ekeln oder sonst was. Du allerdings empfindest nichts bei dem Anblick. Keinen Schmerz, kein Ekel, höchstens eine winzige Zufriedenheit. Doch du weißt, dass du so nicht rumlaufen kannst. Jeder würde dich schräg angucken oder dir sagen, du sollest noch zum Arzt gehen. Sowieso weißt du, dass du viele Blicke ernten würdest. So fertig wie du aussiehst, kann es ja auch gar nicht anders kommen. Kurz überlegst du und schnappst dir dann einfach eine Cappy. Schnell setzt du sie auf, ebenso eine Sonnenbrille, um deine Augen zu verbergen und verlässt das Haus. Ohne groß nachzudenken, setzt du dich in dein Auto und fährst kurzerhand zu Jongdae. Wie die letzten Male auch, klingelst du und Jongdae kommt nach einigen Minuten. Diesmal jedoch sieht er nicht so heruntergekommen aus wie sonst. Er hat sich gewaschen, hat frische Klamotten an und seine Haare geschnitten. Überrascht lächelst du ihn schwach an und er lächelt ebenso zurück. Allerdings hat er dein Gesicht noch nicht vernünftig gesehen. Gemeinsam geht ihr jetzt hoch, in seine Wohnung und zu deiner Verwunderung ist alles perfekt aufgeräumt und es riecht angenehm. Zufrieden murmelst du:„Das hast du ja echt toll aufgeräumt." In seiner gewohnten Art stottert Jongade nun aufgeregt:„Ja und ich habe mir sogar schon eine Arbeit besorgt. Naja, zumindest habe ich heute ein Vorstellungsgespräch bei dieser Firma." Stolz erwiderst du:„Super! Aber vielleicht musst du dir dazu einen Anzug anziehen. Hast du noch einen?" Etwas enttäuscht schüttelt der Mann stumm seinen Kopf und gnädig lächelst du:„Kein Problem. Ich geh mit dir einkaufen. Dann besorgen wir dir einen vernünftigen Anzug und Lackschuhe." Überrascht und dankbar lächelt Jongdae dich an und du meinst:„Dann lass uns mal direkt losfahren." Einverstanden nickt der ehemalige Freund deines Vaters und in deinem Auto fahrt ihr zu dem nächstbesten Klamottenladen. Dort sucht ihr zusammen nach den passenden Klamotten. Allerdings raubt dir die verdunkelnde Sonnenbrille dir etwas die Sicht und du nimmst sie ab. Nun kommen deine Augenringe zum Vorschein und erschrocken stammelt Jongdae:„Was ist denn mit dir passiert? Du siehst aus, als hättest du seit drei Tagen nicht geschlafen!" Leise murmelst du:„Nein, ich hatte zwar eher wenig Schlaf insgesamt, aber das hat hauptsächlich der Liebeskummer ausgelöst. Genauso wie die Wunden an meiner Hand und an der Stirn." Neugierig nimmt Jongdae nun deine Cappy ab und erschrickt, als er deine große Platzwunde sieht. Leise flüstert er eindringlich:„(d/n), das sieht wirklich gar nicht gut aus! Du solltest vielleicht zum Arzt gehen. Vielleicht wäre eine psychische Hilfe auch nicht schlecht. So könntest du das alles besser verarbeiten..." Wütend fauchst du:„Das sagt der Richtige! War ich es, die sich über Jahre in einer rummeligen Bude, arbeitslos, aufgehalten hat oder warst du es? Ich brauche keine Hilfe!" Leise seufzt Jongdae zwar, sagt aber nichts weiter. Schließlich habt ihr auch die passenden Klamotten für Jongdae gefunden und du bezahlst sie schnell. Daraufhin fahrt ihr dann wieder zurück und Jongdae zieht ich schonmal um. Er erklärt:„Ich habe in so etwa einer Stunde das Gespräch. Hin brauche ich so 20 Minuten. Ich werde mich schon mal von dir verabschieden, ja?" Verständnisvoll nickst du knapp und winkst ihm schon mal zum Abschied. Doch plötzlich hält er dich auf, indem er ruft:„Aber pass bitte auf dich auf, (d/n)! Begehe keine unnötigen Fehler, ja? Ich weiß, dass solche Gefühle einen manchmal nahezu um den Verstand bringen können!" Genau das hat Choi gestern auch schon zu mir gesagt...






    Kapitel 130

    Eine Träne kullert deine Wange herunter und du schluchzt laut, während du einen alt vertrauten Geruch aufnimmst. Du liegst zusammengerollt auf dem Ehebett deiner Eltern, das immer noch nach ihnen riecht. Traurig drückst du dein verweintes Gesicht in das weiche Kissen und zitterst. Aber nicht, weil dir kalt ist, sondern, weil du komplett erschöpft und am Ende bist. Du bist nachts wegen eines Albtraums aufgewacht. In diesem Traum warst du in dem Auto von Donghae gefesselt, während Yoongi auf den Wagen vor dir schoss. Darin befanden sich deine Eltern und in dem Traum musstest du miterleben, wie das Auto von der Spur abkam, gegen einen Baum prallte und die Motorhaube bis zu den beiden Menschen im Inneren gequetscht wurde. Das war dann in deinem Traum der Moment, in dem deine Eltern starben. Und zum Schluss sah Yoongi dich nur an und küsste dich. Das hat dir dann den Rest gegeben und du brauchtest irgendeine seelische Unterstützung. Also hast du dich einfach in das Bett deiner Eltern gelegt, um dich dort auszuheulen. So war es früher schon gewesen, bevor deine Eltern starben. Doch nun ist diese Zeit des Trosts vorbei und du musst dich selbst trösten. Alles, was dir noch geblieben ist, sind der Duft und die herrlich schrecklichen Erinnerungen. Denn alles andere, das dir jemals etwas bedeutete, ist nun fort. Deine Eltern, Miga, Yoongi... All die, die du liebtest, sind nun nicht mehr für dich da. Deine Eltern sind tot, Miga ist zu berühmt, als dass sie noch ein Auge auf dich hätte, Yoongi der Mörder deiner Eltern. Nur Tiefsee sitzt seelenruhig neben dir und reibt ihr feuchtes Näschen an deiner Schulter. Irgendwie gibt sie dir so Trost, verursacht gleichzeitig jedoch einen noch größeren Schmerz. Ihre Augen, ihre Nase, ihr ganzes Erscheinungsbild erinnert dich einfach zu sehr an den Mann deiner Träume, an Yoongi. An den Lügner, den Mörder deiner Eltern, den du aber einfach nicht aufhören kannst, zu lieben. Schwach hebst du nur deinen Arm und streichelst die kleine Katze kurz, während du immer weiter weinst. Irgendwann schmerzt schließlich wieder dein Kopf und deine Hände werden furchtbar zittrig. Wackelig stehst du auf und eilst in die Küche, um irgendeine Flüssigkeit zu dir zu nehmen. Denn da du so viel weinst, verlierst du immer mehr Flüssigkeit und schlaflos bist du auch. Du bist so erschöpft, dass praktisch nur noch der Schwindel und die Schmerzen über dich herrschen, sodass du, bevor du in deiner Küche ankommst, umkippst und das Bewusstsein verlierst. Nach vielen Stunden kommst du schließlich wieder zu dir. Dir ist nach wie vor schwindelig und du siehst nur verschwommen. Mühsam richtest du dich auf und schaust dich um. Auf einmal fällt dir auf, dass du in deinem Wohnzimmer, auf dem Sofa liegst. Verwundert schaust du dich um, bis du plötzlich ein vertrautes Gesicht erblickst. Erschrocken zuckst du in dich zusammen und versuchst, etwas zurückzuweichen. Doch die junge Frau lächelt nur leicht und murmelt:„Ich bring dich schon nicht um, (d/n)!" Skeptisch schaust du die Doppelagentin an und murrst:„Wie bist du hier hereingekommen, Choi?" Knapp erklärt die intelligente Mitstudentin:„Ich habe deinen Hausschlüssel entwendet. Deinen Zweitschlüssel, um genau zu sein." Wütend versuchst du, dich aufzurichten, doch der Schwindel besiegt dich und du fällst zurück. Also fauchst du:„Was willst du von mir?" Seelenruhig erwidert die Freundin von Donghae nun:„Ich bin hier, um dir zu helfen." Leise murrst du:„Ich brauche deine Hilfe nicht, ich komme alleine klar!" Schmunzelnd kontert Choi:„Achso, das habe ich mir gedacht. Ist ja nicht so, als hättest du bewusstlos auf dem Boden gelegen. Wegen Kreislaufversagen." Stumm blickst du nur schlecht gelaunt auf deine verbundenen Hände, bis Choi fortfährt:„Ich habe dir jetzt einfach mal etwas Wasser eingeflößt. Am besten ruhst du dich jetzt einfach noch etwas aus und machst dann einen kurzen Spaziergang oder so, um den Kreislauf in Schwung zu bringen." Undankbar antwortest du:„Gut, dann kannst du jetzt ja wieder gehen! Deine Arbeit hier ist getan. Du hast mir wahrscheinlich irgendein Zeug untergemischt und bist mir auf die Nerven gegangen. Sterben kann ich dann auch alleine, also geh!" Seufzend schüttelt Choi den Kopf und erklärt eindringlich:„(d/n), ich habe dir nichts untergejubelt und du wirst auch nicht sterben. Ich bin hier, weil ich dir helfen will. Du bist aufgewühlt und denkst nicht viel über das nach, was du tust. Sagen wir es so: Du bist am Ende! Und das weißt du selbst und ich weiß, dass du dir auch Hilfe wünschst. Nur nicht von mir. Aber es ist nun mal kein anderer hier, also werde ich dir helfen! Was du tust, ist letztendlich deine Sache, aber ICH möchte nicht, dass du verkümmerst. Ich musste diese Zeit auch durchleben. Das ist letztendlich der Grund, weshalb ich überhaupt Teil der Mafia bin." Gereizt entgegnest du:„Das interessiert mich nicht! Ich werde nie Teil dieser Mafia sein! Erst recht nicht mehr, nachdem ihr mir das angetan habt! Dann braucht ihr jetzt auch nicht angekrochen kommen und so tun, als wolltet ihr es wieder gutmachen. Das kann man nicht mehr gutmachen! Also raus aus meinem Haus!" Seufzend schüttelt Choi den Kopf und murmelt:„Gut, dann gehe ich. Aber denke daran, ich will dich nur vor einem Fehler bewahren." Schon geht Choi und du bist erneut alleine in deinem Haus. Tränen überkommen dich augenblicklich und du weißt, dass du tatsächlich am Ende bist. Denn so fühlst du dich. Plötzlich klingelt dein Telefon, du stehst auf und schaust nach der Nummer - Yoongi. Augenblicklich legst du wütend auf und suchst nach Tiefsee. Als du sie findest, nimmst du sie zärtlich hoch und setzt sie in ihr Körbchen. Nun wischst du dir deine Tränen weg, nimmst die kleine Katze und verlässt das Haus. Kurzerhand gehst du zu Noras Haus und klingelst. Wenige Sekunden später steht die alte, gutherzige Frau schon dort und blickt dich erschrocken an. Scheinbar ist sie verwirrt, weil du so fertig aussiehst. Schwach lächelst du sie nur an und flüsterst nahezu:„Hallo Nora. Kannst du für eine Zeit lang noch einmal auf Tiefsee aufpassen? Ich werde wieder einmal auf Reisen gehen." Überrascht fragt Nora:„Oh, wohin geht es denn?" Traurig senkst du deinen Blick, spürst aber gleichzeitig einen leichten Anflug von Vorfreude. Schließlich murmelst du verträumt:„Ich weiß noch nicht. Aber ich denke, es wird schön dort sein. Aber wohin die Reise genau geht, weiß ich noch nicht. Doch ich werde es erfahren. Es wird ein besserer Ort sein..."






    Kapitel 131

    Dankbar, aber mit traurigen Gedanken lächelst du Nora an, während sie noch fragt:„Möchtest du noch reinkommen und ein Stück Kuchen essen? Ich kann dir auch einen Tee kochen.“ Dankend winkst du ab:„Nein, danke. Ich werde schon ziemlich direkt wegmüssen, aber ich möchte mich wirklich noch einmal bei dir bedanken. Für alles. Du bist praktisch meine beste Freundin. Ich werde dich vermissen, aber irgendwann werden wir uns ja wiedersehen.“ Leise fügst du hinzu:„Auch, wenn ich für dich hoffe, dass es noch etwas dauert.“ Ein letztes Mal lächelst du und sagst:„Es ist Zeit, endlich zu gehen. Auf Wiedersehen, Nora.“ Dann gehst du, während Nora Tiefsee in dem Korb hält und dir unwissend hinterherwinkt. Knapp winkst du ihr, während dir die Tränen bereits in den Augen stehen. Leise flüsterst du zu dir selbst:„Bis dann, Nora. Ich werde dich vermissen, aber ich werde auch auf dich aufpassen. Nur, kann ich so einfach nicht mehr leben...“ Traurig seufzt du und löst langsam die Handbremse deines Autos. Langsam rollt es etwas zurück und du fährst los, einen Weg, den du bereits kennst. Nach mehreren Minuten kommst du an deinem Ziel an. Mit leerem Gesichtsausdruck und beinahe etwas Angst vor der Zukunft starrst du auf die verregnete Straße. Seit Tagen hatte es nicht geregnet, doch auf einmal goss es, als wolle das Wetter mit dir weinen. Schließlich wischst du dir schnell eine Träne weg und kramst einen Zettel und Stift hervor. Ohne viel darüber nachzudenken, schreibst du auf den Zettel Trans Telefonnummer und ein paar Worte, warum du gehen willst. Nun faltest du den Zettel einmal in der Mitte, steigst aus dem Auto aus und steckst den Zettel in den klapprigen Briefkasten von Jongdae. Er soll es wissen, warum. Er wüsste es wahrscheinlich schon, aber ich möchte mich noch schnell verabschieden, bevor ich gehe. Irgendwann wird man sich ja eh wiedersehen. Und solange wir das nicht tun, findet er sicher wieder zu seiner Familie zurück und ist mit ihnen glücklich. Dann hab ich immerhin noch mal was Gutes getan, bevor ich mich einfach vom Acker mache... Überfordert steigst du nun wieder in den Wagen ein und fährst los, wobei du vorher noch einen kurzen, bedauernden Blick auf Jongdaes Wohnung wirfst. Wie einfach das Leben doch sein könnte. Aber irgendetwas oder irgendjemand macht es einem immer wieder schwer, bis es schließlich daran kaputtgeht... Mit glasigen Augen fährst du los und kannst an nichts Anderes denken als an Yoongi. Irgendwie liegen all deine Gedanken bei ihm und mittlerweile bist du es leid, dich selbst zu erpressen, damit diese Gedanken schwinden. Du erpresst dich durch den Schmerz, den du dir selbst zufügst. Aber jetzt ist es anders. Du willst dir das nicht länger antun und willst diesem Schmerz und den Erinnerungen endlich aus dem Weg gehen. Strickt fährst du zum Park und stellst dein Auto davor ab. Nachdenklich bleibst du vor dem Eingang stehen und starrst auf die leergefegten Sandwege, die durch den schönen Park mit all den Erinnerungen führen. Große Pfützen zieren den verschlungenen Weg und die schweren Regentropfen bringen das Wasser zum Tanzen. Der Himmel ist grau und die Sonne wie verschluckt. Es ist, als wäre alle Hoffnung und Fröhlichkeit geschwunden. Traurig blickst du in die Leere und weinst. Knapp nickst du plötzlich und betrittst zögernd die vertrauten Wege. Nicht eine Menschenseele kommt dir entgegen und mittlerweile sind deine Klamotten schon vollkommen vom Regen durchnässt. Die Kälte läuft dir den Rücken hinunter und bringt dich zum Schlottern. Doch es stört dich nicht wirklich. Deine Gedanken sind schon ganz woanders. Wie ferngesteuert bewegst du dich auf einen Ort mit endlos vielen Erinnerungen zu. Dort ist alles wie immer, mit dem leichten Unterschied, dass nicht mehr nur das Wasser nass ist. Die gigantische Trauerweide erhebt ihre schützenden Äste über deinen Körper und streckt sie bis in das seichte Wasser des großen Sees. Sanft kräuselt sich dessen Oberfläche, durch das Aufprallen der Regentropfen und irgendwie scheint das Wasser chaotisch und ruhig zugleich. In etwa wie du. Innerlich chaotisch, äußerlich ruhig. Insgesamt gebrochen und verzweifelt - am Ende. Mit eisigem Blick schweifst du über die vertraute Landschaft. Der See, die langen Gräser, die anmutige Trauerweide und die Erinnerungen. Die Erinnerungen - sie sind es, die die Idylle des Ortes zerstörten. Sie sind Schuld daran, dass du jedes Mal an diesem Ort weinen werden musst. Es ist der Ort, an dem du das erste Mal die weichen Lippen Yoongis auf deinen spürtest. Der Ort, an dem du dachtest, dein Leben ergebe endlich einen Sinn. Scheinbar der Ort, der mal der wichtigste in deinem Leben sein sollte. Und das ist er auch und würde es bleiben. Der Ort, an dem du Liebe spürtest. Die Liebe, die Yoongi dir zu geben vermochte. Es war einmal ein schöner Ort. Doch jetzt ist er verpestet von schmerzhaften Erinnerungen. Nun, wo du weißt, dass Yoongi der Mörder deiner Eltern ist und dich nur belogen hat, kannst du nicht länger dort verbringen, ohne zu weinen. Denn deine Liebe gilt Yoongi immer noch, obwohl er dir all dies angetan hat. Jedoch kannst du dieser scheinbar einseitigen Liebe nicht mehr Stand halten. Deswegen hast du sie beendet. Doch jetzt willst du es ein für alle mal beenden. Denn obwohl du es augenscheinlich abgeschlossen hast, sitzt der Schmerz tief und bringt dich um den Verstand. Eine andere Möglichkeit, als es zu beenden, siehst du nicht mehr. Geistesabwesend trittst du vor, an das Ufer, bis du das Wasser klar vor dir siehst. Kurz schaust du dich um, bis du einen schweren Stein erblickst. Weinend nimmst du ihn auf und hast dabei das Gefühl, als würden all deine Wirbel brechen, so schwer ist das Gestein. Doch du hälst der Kraft stand und watest vor, durch das Wasser. Bis zu den Hüften stehst du nun im Wasser und blickst hinab auf einen kleinen Abhang unter Wasser. Entschlossen, aber mit glasigen Augen nickst du und murmelst:„Dort, wo es angefangen hat, da soll es auch aufhören. Hier hat er mich zum ersten Mal geküsst. Hier hat die Liebe angefangen. Aber jetzt ist sie verloren und ich kann sie dennoch nicht ganz verlassen. Doch ich werde in meinem Leben nicht weiterkommen, wenn ich für immer danach suche und eigentlich auch weiß, dass ich diese Liebe nicht wiederfinden werde. Doch solange ich mein Leben auf dieser Erde verbringe, werde ich nicht wieder glücklich sein können. So glücklich wie ich früher war. Als meine Eltern noch lebten. Vielleicht ist es einfach besser, wenn ich zu meinem alten Leben, zu meinen Eltern, zurückkehre... Sicher kann ich dann auch wieder glücklich sein und für Choi und Jongdae tut es mir leid, denn die haben mir gesagt, dass ich genau das nicht machen soll. Aber ich glaube nicht, dass dies ein Fehler sein wird. Es ist das Ende meiner Trauer und der Anfang der Leere, des Tods. Aber dies ist mir deutlich lieber als der Schmerz. Schmerz werde ich auch hier spüren, doch er wird nicht ganz so lange anhalten. Danach bin ich erlöst und endlich wieder bei meinen Eltern.
    Es ist endlich so weit. Es ist Zeit, meinem Leben ein Ende zu setzen. Es ist doch besser so. Alles, was es noch benötigt, ist ein Schritt weiter nach vorne, ein Stein, um mich auf den Boden der Tatsachen zu bringen und die Algen, um mich dort zu halten. Und dann bin ich da..."






    Kapitel 132

    Irgendwie leicht ängstlich stehst du da, in den Abgrund blickend. Zu aller Überraschung spürst du gar keine Vorfreude, sondern nur die Angst und Trauer. Eine Träne fließt deine Wange herunter und leise sprichst du zu dir selbst:„Ist es das wirklich wert?" Doch schließlich nickst du nur leicht und willst gerade einen Schritt vortun, als eine vertraute Stimme nach dir ruft. In dieser Stimme ist ebenfalls Angst und Trauer zu erkennen. Sie ruft:„Tue das nicht, (d/n)! Ich bitte dich!" Überrascht drehst du dich langsam um und erblickst voll Trauer das verweinte Gesicht von Yoongi. Aufgewühlt schreist du ihn an:„Warum sollte ich es nicht tun? Du hast mir alles genommen! Ich habe nichts mehr zu verlieren!" Plötzlich fließt auf Yoongis Gesicht wieder eine Träne und pure Verzweiflung ist dem gutaussehendem Mann anzusehen. Da er etwa 20 Meter entfernt steht, ruft er rüber:„Das ist nicht wahr. Du hast dein Leben zu verlieren. Aber nicht nur deins, sondern auch meins!" Mit zitternder Stimme sprichst du:„Warum deins?" Nun vollkommen in Tränen ausgebrochen erklärt Yoongi:„Wenn du gehst, komm ich mit! Ich liebe dich, (d/n)! Und ich ertrage es nicht ohne dich. Ich gehe ohne dich ein! Ich bereue, was ich getan habe. Denn die Liebe ist echt und ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe. Ich wollte es dir nicht sagen, weil ich nicht wollte, dass du mich dann hasst. Denn ich liebe dich. Mehr als alles Andere auf der Welt. Deswegen bin ich hier. Ich möchte das endlich klären. Ich bin aus Deutschland hier hergekommen und habe das Konzert auf Eis gelegt. Ich habe mir Sorgen um dich gemacht. Ich wusste, dass es dir nicht gut geht. Ich wollte dir helfen, weil ich dich liebe. Und wenn du mich nicht mehr liebst, ist das OK. Ich möchte nur nicht, dass du dir jetzt etwas tust. Es tut mir so unendlich leid, (d/n). Und ich weiß auch, dass du mich jetzt hasst, aber ich kann nicht anders, als dich immer noch zu lieben. So, wie ich es immer getan habe und immer tun werde. Ich wollte dich nie anlügen oder dir das Herz brechen. Ich dachte nur, dass ich es durch mein Schweigen auch einfach verhindern könnte. Ich dachte, so könnte alles gut sein, doch ich habe mich getäuscht und ich bitte jetzt um nichts Anderes, als darum, dass du dir nicht das Leben nimmst." Wieder brichst du in Tränen aus. Diesmal sind sie jedoch freudig, als auch traurig. Erschöpft lässt du schließlich den Stein und somit deine Möglichkeit, aus dem Leben zu treten, fallen und er sinkt zu Boden. Dankbar blickt Yoongi dich nun an und seine Unterlippe beginnt zu zittern. Doch während du wie erstarrt stehenbleibst und die Regentropfen auf dich rieseln lässt, watet Yoongi nun durch das Wasser auf dich zu. Mit glasigen Augen guckt ihr euch nun gegenseitig an, als er nur noch etwa eine Meter von dir entfernt ist. Entschuldigend blickt er dich an und flüstert:„Es tut mir unendlich leid, (d/n). Ich wünschte, ich könnte diesen Fehler wieder gutmachen." Anstatt darauf zu antworten, fragst du nur leise:„Hast du mich jemals wirklich geliebt?" Ehrlich antwortet Yoongi, während er dir tief in die Augen blickt und das Regenwasser ihn schon komplett durchnässt hat:„Ja, natürlich. Ich liebe dich seit ich dich kennengelernt habe, tue es immer noch und werde niemals damit aufhören. Eine andere Option als dich, gibt es für mich nicht. Ich liebe dich wirklich, (d/n). Und das wird sich niemals ändern." In dir herrscht gerade ein echter Gefühlsausbruch und du weißt nicht, ob du glücklich oder trotzdem traurig sein sollst. Doch plötzlich flüstert Yoongi:„Fühlst du noch etwas für mich? Hasst du mich?" Die Tränen laufen und du murmelst:„Yoongi, ich habe doch nie aufgehört, dich zu lieben..." Und auf einmal, ohne, dass du es wirklich bemerkt hast, spürst du auf einmal seine heißen Lippen auf deinen, während dir die Kälte den Rücken hinunterläuft und auf einmal wird dir auch warm. Erst überrascht stehst du da, bis du langsam deine Arme um seinen Hals schlingst und ihn leidenschaftlich küsst, so wie er es bei dir tut. Glücklich legt Yoongi nun auch seine Arme um deine Taille und so steht ihr lange Zeit verschlungen im Wasser und küsst euch liebend, während der Regen auf euch prasselt. Als ihr euch endlich wieder löst, brecht ihr beide in Tränen aus, in Tränen der Freude und ihr liegt euch in den Armen. Dabei schluchzt Yoongi:„Es tut mir so leid, (d/n). Es war damals einfach eine Kurzschlussreaktion, weißt du? Ich konnte einfach nicht ertragen, dass er am Tod meiner Schwester beteiligt war. Jetzt weiß ich, dass es ein riesiger Fehler war und..." Weiter kommt er nicht, denn wieder presst du deine Lippen auf seine und somit kommt er zum Verstummen. Nach dem Kuss flüsterst du mit einem leichten Lächeln auf den Lippen:„Es ist in Ordnung. Ich weiß jetzt, was so eine Kurzschlussreaktion alles auslösen kann und ich weiß jetzt auch, dass es dir wirklich leid tut und du mich liebst. Ich verzeihe dir." Dankbar nimmt Yoongi dich in die Arme und küsst dich erneut. Lange Zeit steht ihr so gemeinsam in dem See und liebt euch, bis ihr schließlich wieder an Land geht. Und obwohl ihr komplett durchnässt seid, ist euch nicht kalt. Doch nach einer Zeit geht ihr wieder zu dir nach Hause und wärmt euch zusammengekuschelt auf dem Sofa auf. Leise flüsterst du, während du in seinen Armen liegst:„Wir wollen uns nie wieder etwas verschweigen, ja?" Zustimmend lächelt dein Liebster:„Ja, wir wollen jetzt für immer zusammenbleiben!"






    Kapitel 133

    Aufgeregt stehst du in einem Haus, vor einem Spiegel, während dir hinten jemand die Haare flechtet. Angespannt fragst du:„Was ist, wenn er doch nein sagt, Miga?" Sicher schüttelt deine beste Freundin den Kopf und sagt:„Das wird er nicht, (d/n)! Du weißt, dass er dich liebt. Das haben wir alle gemerkt. Er würde alles für dich tun!"
    Heute ist ein sehr besonderer Tag für dich - deine Hochzeit. Gerade stehst du mit Miga in dem Haus von ihr und Jungkook. Sie soll deine Trauzeugin sein und bereitet dich äußerlich auf deine Hochzeit mit Yoongi vor. Doch du bist unfassbar aufgeregt. Miga versucht deshalb, dich etwas zu beruhigen. Sie meint:„Du siehst toll aus, (d/n) und du musst dir überhaupt keine Sorgen machen. Es wird alles toll verlaufen!" Um dich selbst etwas abzuregen murmelst du:„Ja, wahrscheinlich hast du recht." Daraufhin lacht deine beste Freundin:„Natürlich, ich habe immer recht!" Dankbar für die Aufheiterung lächelst du und sprichst:„Danke Miga, du bist echt meine beste Freundin!" Zufrieden lächelt Miga nur und flechtet weiter deine Haare. Schließlich ist sie fertig und guckt dich noch mal an. Entzückt schwärmt sie:„Du siehst aus wie ein Engel!" Du gibst nur ein leises „danke" von dir, als plötzlich Jungkook reinkommt. Überrascht guckt er dich an und staunt:„Wow, du siehst echt toll aus, (d/n)!" Etwas eifersüchtig blickt Miga ihren Verlobten nun an, was er natürlich bemerkt und daraufhin auf sie zugeht und sie küsst. Dabei murmelt er:„Natürlich nicht so schön wie du, Miga!" Zufrieden lächelt deine beste Freundin nun und auch du lächelst die beiden glücklich an. Schließlich lösen sich die beiden wieder voneinander und Jungkook meint:„Die Ersten versammeln sich schon. Jin und Tran sind schon zusammen aufgekreuzt. Nora, Francisco, Jongdae, Suji, Dahee und Dang sind auch schon da. Sie stehen schon in der Kirche. Die anderen Jungs sind noch bei Yoongi, zur mentalen Unterstützung. Der Kerl ist komplett aufgeregt!" Irgendwie erleichtert lächelst du:„Dann bin ich immerhin nicht die Einzige!"
    Jin und Tran sind mittlerweile übrigens ein Paar und haben auch schon geheiratet. Jongdae hat den Kontakt zu seinen Kindern auch schon wiedergefunden. BTS hat ihre Tätigkeit als Band eingestellt, da auch die anderen Jungs schon Freundinnen haben. Miga und Jungkook sind verlobt und Miga weiß jetzt auch von der Mafia. Dies hat sie erstaunlich gut verarbeitet, was vielleicht aber auch damit zusammenhängt, dass die Jungs auch dort ihre Tätigkeit eingestellt haben. Die Mitglieder dort sind jedoch dennoch mit allen gut befreundet, weshalb sie auch alle zu deiner Hochzeit kommen wollten. Die meisten Gäste nehmen schon in der Kirche Platz, während du aufgeregt mit Miga vor ihrem Haus stehst und darauf wartest, dass dein „Taxi" vorfährt. Schließlich fährt das erwartete Auto vor die Haustür und du steigst zusammen mit Miga ein. Jungkook hat sich nämlich als Fahrer bereiterklärt. Jetzt bringt er euch zur Kirche und ihr steigt aus. Die Glocken leuten bereits jubelnd und du stehst aufgeregt mit deinem Blumenstrauß in den Händen dort. Plötzlich gibt dir Jungkook ein Zeichen und da dein Vater nicht mehr lebt, führt Miga dich einfach in die Kirche. Jungkook stößt für euch das große Tor auf und ihr tretet ein. Vorne steht Yoongi im Anzug und blickt dich überwältigt, mit einem Lächeln, an. Glücklich lächelst du zurück, während Miga dich nach vorne bringt. Dort angekommen stellst du dich zu Yoongi und sie und Jungkook setzen sich zu Hoseok und seiner Freundin. Nun fängt der Pastor an, zu sprechen und alle erheben sich. Die Kirche ist voll und darin stehen all deine Freunde und Nachbarn, welche dich glücklich angrinsen. Yoongi flüstert währenddessen zu dir rüber:„Du siehst wunderschön in dem Kleid aus, (d/n)!" Beleidigt spielend flüsterst du grinsend zurück:„Nur in dem Kleid?" Dein fast Ehemann lächelt:„Du siehst immer toll aus!" Zufrieden lächelst du und schließlich werden die Trauzeugen, also Miga und Hoseok, vorgerufen. Die beiden stellen sich nun neben euch und grinsen fröhlich in die Runde. Plötzlich fragt der Pastor die entscheidenden Wort an dich:„Möchtest du den hier anwesenden Min Yoongi lieben und ehren, bis dass der Tod euch scheidet?" Mit fester Stimme sprichst du:„Ja, ich will." Nun stellt der Pastor die selbe Frage an Yoongi und er lächelt dich an, während er die selben Worte wie du spricht. Jetzt spricht der Geistliche:„Dann dürft ihr euch nun küssen." Gerade will Yoongi sich vorlehnen, da erhebst du noch deine Stimme:„Ich muss euch noch etwas sagen, vor allem dir, Yoongi." Überrascht und verwirrt starren dich alle an und du ziehst grinsend ein Foto hervor. Erwartungsvoll zeigst du es Yoongi, während er dich fassungslos, aber überglücklich anstarrt. Fröhlich ruft er nun:„Ich werde Vater!" Überrascht jubeln nun alle, während ihr euch leidenschaftlich küsst. Dabei legt Yoongi eine Hand auf deinen Bauch, in dem nun eurer gemeinsames Kind heranwächst. Glücklich lächelst du, als der Kuss endet und alle nach wie vor jubeln. Plötzlich ruft Nora aus ihrer Ecke:„Ja! Ich passe wohl mal auf eure Kinder auf!" Belustigt lacht ihr nun alle und du erwiderst:„Ist in Ordnung, Nora! Wir bringen sie dir dann immer mal vorbei!" Daraufhin müssen wieder alle lachen. Leise flüstert Yoongi nun:„Ich liebe dich, (d/n)!" Du erwiderst verliebt:„Ich dich auch, Yoongi! Ich bin so unfassbar glücklich! Schöner könnte mein Leben kaum sein!" Glücklich lächelt Yoongi und murmelt:„Wenn unser Kind erstmal da ist, wird es noch schöner sein!" Zustimmend nickst du nur und erneut küsst Yoongi dich.
    Glücklich lächelst du. So soll es für immer bleiben!






    So, die Ff ist nun endlich fertig. Ich hoffe mal, sie hat euch gefallen. Auch, wenn sie teils doch etwas düster war. Ich habe auf jeden Fall sehr viel Zeit für diese Ff gespendet und mich wirklich bemüht, alles gut zu gestalten. Deshalb freue ich mich über ein Feedback wirklich sehr! Schreibt mir gerne, wie ihr die Ff findet. Darüber würde ich mich wirklich unheimlich freuen!^^ Ach ja und sorry, wenn da manchmal ein paar Fehler drin sind, aber oft vertippe ich mich einfach und lies dann nicht noch mal nach. Ich versuche immer, Fehler zu vermeiden, bin bei so langen Texten dann aber doch zu faul, noch mal nachzulesen.XD

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Kommentare (111)

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vor 81 Tagen flag
hay ich muss mir diese ff nochmal lesen ich hab einfach den drang danach
vor 112 Tagen flag
Hallo, Meri army.
Ich habe bisher diese Suga Ff geschrieben, sowie eine Jimin Ff. Momentan schreibe ich jedoch an einer Ff mit Taehyung. Da darfst du auch gerne mal vorbeischauen und mir gerne auch ein kleines Feedback geben. Meine Ffs findest du ganz einfach auf meinem Profil.^^
Ich hoffe, ich konnte dir helfen. Wie findest du denn diese Ff überhaupt?^^
LG Emily W.
vor 112 Tagen flag
Hallo ich wollt fragen was du noch für ff s gemacht hast ..
vor 114 Tagen flag
Hallo Emily W.,
Natürlich verstehe ich das du nicht so einfachs zwischen denn beiden Geschichten hin und her springen kannst und werde warten bis irgenwann noch mal was kommt. Die zwei andere ffs die ich von dir gelesen hab ( Jimin und V) sind überings auch sehr gut und ich freue mich schon wenn es bei deiner neusten Geschichte weiter geht.

LG :)
vor 116 Tagen flag
Hallo, @Kpop fan .
Mich freut sehr, dass dir meine Ff so sehr gefällt. Ich werde gerne mal das ein oder andere Bonuskapitel schreiben. Allerdings schreibe ich gerade noch an einer anderen Ff (,bei der ich mich natürlich auch freuen würde, würdest du sie lesen) und ich bin leider nicht so flexibel, dass ich zwischen den beiden Ffs so hin und herspringen kann. Da würde ich nur komplett durcheinander kommen.
Deswegen würde ich das Schreiben von Bonuskapiteln bei dieser Ff gerne erstmal auf unbestimmte Zeit nach hinten verlegen, bis ich mit der anderen Ff fertig bin.
Ich hoffe, du verstehst das und nimmst es mir nicht übel.^^'
LG Emily W.
vor 119 Tagen flag
Hallo Emily W.,
mir hat die ff sehr gut gefallen und ich würde gerne mehr über die Geschichte erfahren weshalb ich es toll fände wenn du nen special Kapitel zu der Zeit machen könntest wo Suga denn Vater bzw die Familie ausspioniert hat.

LG
vor 130 Tagen flag
ich will es einfach nicht war haben das die ff schon zu ende ist die war so cool
vor 132 Tagen flag
Hey @crazy Alien, mich freut sehr, dass dur meine FF gefällt. Gerne kannst du auch bei meinen anderen vorbeischauen (bei der von Tae hast du es, glaube ich, ja schon gemacht)^^

@Bts mrs v Ich wüsste ehrlich gesagt nicht so genau, was ich da so schreiben sollte. Aber ich kann ja mal ein paar Tage lang darüber nachdenken und dann vielleicht noch ein Bonus Kapitel schreiben. Dafür muss ich mir aber erst etwas überlegen^^'
vor 133 Tagen flag
Emily kannst du vlt noch ein Bonus Kapitel machen das wäre so cool vlt als man das kind dann bekommt oder so
vor 134 Tagen flag
OMG ich liebe diese ff, ganz ehrlich ich hobe am Schluss fast geweint!
vor 142 Tagen flag
Das ist super aber sowas geht echt garnicht
vor 143 Tagen flag
OK, danke nochmal. Ich hab da aber auch einfach schon geschrieben, dass diese CHOI_77 die FF von mir kopiert hat. Soweit ich weiß, wurde die FF mittlerweile auch auf Wattpad gesperrt. Man findet sie da zwar immer noch, wenn man den Namen meiner FF einfach so bei Google eingibt, aber man sieht auch erst, dass sie auf TD von mir veröffentlich wurde. Ich denke, es ist jetzt soweit alles wieder in Butter, von sofern... XD
vor 144 Tagen flag
also ich glaub es gibt da auch sowas wie kommentare auf diesem sprechblasen emojie vlt scgreibst du mal eine email an wattpat soweit ich weiß geht das versuch das vlt mal und wenn du willst versuche ich dafür zu sorgen das keiner ihr glaubt und die geklaute ff auf wattpad liest
vor 158 Tagen flag
Danke übrigens, dass du mir bescheid gegeben hast. Ich habe auch direkt nachgeschaut und habe die Kopie meiner FF direkt gefunden. Sie gibt die FF tatsächlich als ihre aus und ist sogar stolz darauf! Ich bin gerade echt sauer...
Weißt du, wie ich die Kopie meiner FF auf Wattpad sperren kann oder wie ich da Kommentare schreiben kann? Dann würde ich da nämlich mal liebend gerne reinschreiben...
vor 158 Tagen flag
Echt? Das ist ja mal mega dreist! Wie kann ich meine FF denn davor schützen, geklaut zu werden?
vor 158 Tagen flag
DIESE FF GIBT ES AUCH AUF WATTPAD VON CHOI_77. SIE HEIßT GENAUSO WIE DEINE NUR HALT DAS SIE AUF WATTPAD IST UND WIRKLICH ALLES IST GLEICH. DIE ÜBERSCHRIFT, DER TEXT ALLES GLEICH UND MEINT DAS WÄRE IHRE FF. WENN DU DAS HIER LIEST, SPEERE AUCH DIESE FF WEIL DIE HAT DIE FF VON EMILY GEKLAUT UND BEHAUPTET DAS WÄRE IHE. SOE HAT SICH SO VIEL MÜHE GEGEBEN UND DANN GIBT ES LEUTE DIE DIE FF EINFACH KLAUEN SPERRT DIESE FF!!!!!

Wattpadstory: Suga-Ist Liebe ein Verbrechen?
Wattpadschreiberin: CHOI_77
vor 163 Tagen flag
ich sehe auch so das du diese ff an einen verlag schicken solltest ich versuche es nochmal auf der anderen seite das ding ist ich habe alle rechtschreib fehler kontrolliert es sind nur die namen die falsch geschrieben sind
vor 164 Tagen flag
@bts mrs v, du hast deine FF doch zwei mal hochgeladen. Beide Male wurden sie aufgenommen und die eine wurde irgendwie wieder gelöscht. Aber die Kopie der FF ist noch da, auf der vierten Seite. Du hast da doch erst ein Kapitel geschrieben. Theoretisch könntest du doch auch einfach an der FF weiterschreiben. Dafür müsstest du ja nur die anderen Kapitel da hineinkopieren und die FF wäre immernoch aufgenommem. Ich glaube, ich würde es an deiner Stelle so machen. Aber es ist natürlich deine Entscheidungen, wie du es machst. Ich hoffe, ich konnte dir helfen.^^
vor 166 Tagen flag
Das ist echt blöd, @bts mrs v. Hast du denn den Titel geändert? Falls nicht, könnte ich mir nämlich vorstellen, dass sie keine FFs mit dem selben Namen annehmen. Oder es sind vielleicht zu viele Rechtschreibfehler drin...
Ich hoffe, sie wird noch aufgenommen.

Und danke, @Sugas girl. Das ist echt superlieb von dir!^^
vor 166 Tagen flag
sie wird immer noch nicht angenommen ich könnte 😍