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Coco- Die Geschichte eines Ergebnisses aus der Reihe unerfolgreicher Testversuche.

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3 Kapitel - 1.900 Wörter - Erstellt von: - Entwickelt am: - 243 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Eine mitreißende Geschichte einer genmanipulierten Katze, dessen Leben wegen ihrer Stärken und Kräfte viel schwerer ist als die einer normalen Katze.

    1
    Tiere im Labor

    Coco-
    Schneeweiße Katze mit besonders verstärkten Krallen, Zähnen und Augen; erster gelungener Prototyp einer zukünftigen Großkatzen- Krieger-Reihe.

    Ian-
    Dunkelbraun getigerter Kater mit einem Roboterschweif und Eisenkrallen; misslungener Testversuch einer eisernen Kriegerkatze.

    Fiedalgo-
    Italienische Minensuchtratte mit grau-weißem Fell; bisher noch ohne sichtbaren Schaden.

    Funke-
    Schildpattfarbene Kätzin mit grünen Scanner-Augen und Feuerresistenz; fünfte Feuerresistente Katze.

    John Fitzgerald Kennedy-
    Maine-Coon mit dichtem rot getigerten Fell und sehr kurzen Beinen; bisher noch ohne sichtbaren Schaden; kurz JFK

    Ferett-
    Dickes dunkelbraunes männliches Wiesel mit weißer Pfote; erkrankte an Dauerschnupfen, als man an ihm Versuche für Schnupfenresistenz durchführte.

    Esch-
    Kleine braune Katze mit unscheinbarem Aussehen und leuchtend gelben Augen; bisher noch ohne sichtbaren Schaden.

    Fila-
    Schwarz-weißer, glatthaariger Kater, an dem unzählige Experimente durchgeführt haben; bisher trotzdem noch ohne sichtbaren Schaden.

    Semmel-
    Winziger Golden-Retriever Welpe, der nicht mehr wachsen wird

    Viola-
    Schwarze Neufundländer-Hündin; kann im Wasser bis zu einer Stunde die Luft anhalten

    Corona-
    Cremefarbener männlicher Mischlingswelpe; bisher noch ohne sichtbaren Schaden.

    Evie-
    Schimpansin mit großem menschlichen Wortschatz

    Lis& Lisi-
    Geklonte Wellensittich- Schwestern mit grünem Gefieder und schwarzen Knopfaugen

    Piek-
    Braun meliertes Kaninchen; bisher noch ohne sichtbaren Schaden.

    Samayang-
    Edler alter Siamkater mit sehr lang verlängertem Leben; bereits fünfunddreißig Jahre alt.

    2
    Coco

    Es ist finster. Das Kreischen der Papageien-Zwillinge dringt durch die Stille. Unruhig rascheln andere Vögel mit ihren Flügeln. Die Ratte im Käfig neben mir quiekt unablässig. Das Miauen der Katzen wird immer verzweifelter, das Winseln der Hunde immer lauter.
    Um es kurz zu sagen: der Ort ist schrecklich. Es ist fast andauernd dunkel, nur wenn die Zweibeine kommen wird es beißend hell und das weiße Licht stört unsere geweiteten Pupillen. Wir sind nicht nur die Spielzeuge der Zweibeine, wir sind auch ihre Versuchskaninchen. Die Ratte neben mir packt die Gitterstäbe mit den rosa Pfötchen und zerrt daran, doch das Eisen gibt nicht nach. Ich sehe Fiedalgo mitleidig an. Ich habe mich bereits damit abgefunden, hier zu sterben. Fidalgo ist jung und stark und eine Minensuchratte, die gefangen genommen wurde. Er ist erst seit ungefähr einem Monat hier und gibt nicht auf, an den Käfiggittern zu rütteln. Seit einem Dreivierteljahr bin ich hier im Labor der Zweibeine. Seitdem bin ich so anders.
    Mit anders meine ich nicht, das ich in der Nacht sehen kann oder gegen Feuer resistent bin oder telekinetische Fähigkeiten habe. Ich bin einfach nur: gruselig. Meine Augen sind stechend blau. Ein künstliches blau, ähnlich der künstlichen Sonne der Zweibeiner. Mittendrin prangt eine weiße Kugel, ein jämmerlicher Ersatz für eine Pupille, nehme ich an. Es ist ekelhaft. Doch hier im Labor finden mich zumindest nicht alle abstoßend, da manche selbst noch abstoßender sind als meine Wenigkeit.
    Neben mir keucht eine stinkende silbergraue Katze angestrengt. An ihrem Fell haftet der Geruch von Chemikalien und künstlichem Zweibein-Zeug; ich weiß, das die Namenlose nicht mehr lange unter uns weilen wird. Sie ist schwach und hat keinen Lebenswillen, keine guten Voraussetzungen für ein erfolgreiches dahinleben im Labor. Die Namenlose hustet und ich sehe nicht hin. Ich höre, wie sie das Blut aufzieht, das in ihre Nase gestiegen ist. Ihr Keuchhusten wird immer schrecklicher. Ihr schwaches Herz wird auch nicht gerade stärker. Ich betrachte die Namenlose traurig und mitleidig. Sie ist halbtot, dank der Zweibeine. Die töten alles, was man töten kann. Aber hätte die Behandlung bei der Namenlosen genauso angeschlagen wir bei mir, hätte man ihr das Elixier gegeben, das gegen ihren Keuchhusten und das schwache Herz half. Aber so, wegen der misslungenen Behandlung, muss die Namenlose sterben. Traurig, aber so sind Zweibeine eben. Wenn ihnen etwas nichts nützt, eliminieren sie es. Ich wende den Blick von der Namenlosen ab und starre wieder Fidalgo an, der knurrend an der Seite seines winzigen Käfigs zusammengesunken ist.
    Hier im Labor bin ich so etwas wie die Anführerin. Wenn ich in der Dunkelheit den Mund aufmache, hören mir alle mit im finstern leuchtenden Augen zu. Wenn ich über unsere vergeblichen Zukunftspläne spreche, mit einem Hoffnungsfunken im Unterton. Sie glauben, ich könnte Ihnen die Zuflucht versichern, die sie alle brauchen.

    Bald soll sich diese Gelegenheit geben; ich habe einen Plan. Wenn die Zweibeine mich aus dem Käfig holen, halten sie den Elektro-Schocker dabei. Dann binden sie mir die Schnauze und die Beine zusammen und bugsieren mich auf den Tisch, verpassen mir Augen- und Nasentropfen und machen mich benebelt, damit ich schwächer werde. Sie prüfen meine Stärke auf Monitoren. Ab und zu darf ich in einem Raum, der ganz leer ist und voller Kampftrainingsgeräte. Dort darf ich mir immerhin die Sachen einverleiben und mich bewegen. Die Namenlose wäre bestimmt erfreut, Bewegung zu bekommen. Aber heute werde ich nicht abwarten, bis ich einen Elektro-Schock bekomme. Wenn die Zweibeine mich herausholen, versenke ich meine Krallen in ihr weiches Fleisch. Sie schreien und lassen mich bestimmt los. Aber ich werde mir den Weg erkämpfen müssen, das weiß ich. Mit Krallen und Zähnen, meinem Verstand und den mir von den Zweibeinen verliehenen Gaben, die mich da durchhelfen werden.
    Die Dunkelheit ist erdrückend. Es ist langweilig und ich spiele mit meinem Monitor herum. Meine Sicht ist seltsam und anders, denn sie ist in vier Quadranten geteilt und in der Mitte, beim Treffpunkt der zwei Linien, befindet sich ein Kreis. Ich kann meinen Monitor auf herunterfahren, wenn ich den Befehl murmle. Oder denke. Ich werde es bald schaffen. Mit einem entschlossenen Gedanke weiß ich es. Mit der Hilfe der Maschine werde ich mich und meine Freunde befreien. Ich weiß es. Denn die Maschine bin ich. Und ich bin die Maschine. Wir sind eins.

    3
    Fidalgo

    Es sind wieder drei Stunden vergangen. Ich zähle die Minuten an der Wanduhr, da ich die ihr gelernt habe. Ich weiß es von den Zweibeinen, bei denen ich früher gelebt habe. Bei den Missionaren, für die ich gearbeitet habe.
    Langsam werden die Zweibeine kommen. Die Luft ist kalt und es ist angenehm kühl im Raum, das weit einzig angenehme in diesem unangenehmen Terrain. Neben mir kauert Coco in ihrem Käfig. Ich sehe ihren zarten Körper, der sich rasch hoch-und niedersenkt und mir wird warm ums Herz. Coco ist meine Freundin, obwohl Katze-Ratte Freundschaften selten sind. Sie ist meine Seelenschwester, meine Seelenkatze. Ich sehe sie liebevoll an und strecke meine Pfote durch das Gitter.
    »Coco? Coco- bist du wach?«
    »Natürlich«, ihr Zischen erschreckt mich nicht. Sie wirbelt zu mir herum und starrt mich aus ihrer unergründlichen, künstlichen Augen an. Sie sind hellblau und weiß, Coco selbst hasst sie doch ich mag ihre seltsamen Augen. Sie sind so tiefgründig und scheinen einen zu scannen oder zu Röntgen. Coco blinzelt mir mit einem hoffnungsvollen Blinken in den Augen an. Ich merke gleich, das sie eine Idee hat, die in ihrem kleinen schlauen Kopf Gestalt angenommen hat.
    »Fidalgo! Fidalgo, Wir haun‘ ab. Ich habe eine sehr gute Idee, mit dessen Hilfe wir es schaffen werden. Wir sind frei!«
    Ich zwinge mich, nicht gleich vor Freude herumzutänzeln oder zu schreien und nicke nur begeistert. Zum ersten Mal scheint die weiße Schönheit selbst überzeugt zu sein, das der Plan klappen wird. Sie schnurrt laut und ruft dann mit vor Freude erstickter Stimme: »Tiere des Laboratoriums! Ich habe einen Weg gefunden, der uns diesmal wirklich zur Freiheit verhelfen könnte!«
    Mit entgeht nicht, das Coco einen hoffnungsvollen Blick zu der silbergrauen Katze neben sich wirft.
    Protestgeheul steigt empor und ich fühle Zweifel in mir brodeln. Am liebsten würde ich sie alle hässlich anschreien, damit sie meiner Herzenskatze Gehör schenken, doch wer hört schon auf eine dreibeinige Ratte.
    »Ich werde die Zweibeine töten«, verkündet Coco. Der Schlag läuft wie ein Krallenhieb durch die Tiere und ein eisiges Schweigen nimmt Gestalt an. Ich bin fassungslos; obwohl ich es ihr schon oft genug vorgeschlagen habe, wollte sie nie heftige Gewalt anwenden. Mein Herz pocht immer hoffnungsvoller. Coco scheint wirklich daran zu glauben, und ich hoffe, das wir bald zusammen draußen im Wald leben dürfen. Mein Leben könnte wieder perfekt sein. Mit meiner besten Freundin, meiner Seelenverwandten an meiner Seite und eine Partnerin mit Jungen zu finden, war mein Wunsch. Mein Wunsch, glücklich zu werden. Ich habe nicht zu viel Zeit, um in Gedanken bei der glückseligen Zukunft zu sein, weil die Menge überrascht und vereinzelt sogar empört zu schreien beginnt. Ich sehe, wie Coco hilflos die Ohren anlegt und total resigniert wirkt.
    »Gute Idee!«, kläfft Semmel vom anderen Ende des Labors. Sein kleines Welpengesicht verzieht sich vor Anspannung und er trippelt auf kleinen Pfötchen unruhig in seinem Käfig herum. Offenbar beflügelt ihn der Gedanke an Freiheit so sehr, das er herumtänzelt.
    »Du wirst und alle in den Tod führen, du dumme Gans!«, brüllt Fila herüber, der Kater sträubt den Pelz und faucht noch einmal verärgert, bevor er uns den Rücken zukehrt. Ich rolle theatralisch mit den Augen und Coco und die silberne Katze lachen leise und kurz auf, bevor sie wieder verstummen und die silberne krächzt: »Ich werde dich dabei unterstützen, Coco.«
    Vereinzelte Zustimmung, wie etwa von mir, Viola oder Evie, wird kundgetan. Die letztens genannte Schimpansin johlt und klatscht, dann pfeift sie laut und Viola, die riesige Hündin bellt und knurrt begeistert. Ich freue mich, das wenigstens einige Tiere Coco unterstützen.
    Butterkeks und Peanut, zwei Kätzinnen, sehen sich bedröppelt an und sagen nichts. Sie sind neben mir im Käfig und sagen generell sehr wenig. Doch da jault Peanut mit zustimmendem Winseln auf: »Ja! Wir werden die Zweibeine besiegen! Coco wird für und kämpfen!«
    »Wie kommen frei!«, kreischt Butterkeks und wedelt mit einer Pfote rum. Ich bin ehrlich überrascht, das die beiden blöden Tussis mit den großen Augen etwas sagen.

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