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Forgotten Stories Teil 4-Ein Warrior Cats Schreibwettbewerb

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21 Kapitel - 25.399 Wörter - Erstellt von: - Aktualisiert am: - Entwickelt am: - 4.907 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Da die anderen Teile der “Forgotten Stories” Reihe ausgestorben sind oder zu viele Kapitel hatten, wagen wir mit Teil 4 einen neuen Versuch.

    1
    Hallo! Du möchtest eine schöne Geschichte schreiben? Dann bist du hier genau richtig! Aber zuerst die Regeln: 1.Als Erstes will ich erwähnen, dass
    Hallo!
    Du möchtest eine schöne Geschichte schreiben? Dann bist du hier genau richtig! Aber zuerst die Regeln:
    1.Als Erstes will ich erwähnen, dass auch hier die Benimmregeln gelten.Keiner wird ausgeschlossen oder gemobbt, egal aus welchem Grund.
    2.Man darf nicht für sich selbst stimmen!
    3.Jeder hat 2 Stimmen.Die erste ist doppelt so viel wie die erste Stimme wert und wird als zwei Striche in der Strichliste eingetragen.
    4.Stellt eure Geschichte bitte bis zum 25. Fertig, am 1. des Monats wird das neue Thema und die Gewinner bekannt gegeben.
    5.Die Zeit für eure Geschichte beträgt 2 Monate.
    Da der Ersteller des letzten Teiles nicht aufgetaucht ist, wird das nächste Thema am 3.Januar bekanntgegeben.

    2


    DIE GEWINNER DES LETZTEN TEILS&THEMA

    So...
    Zuerst mal eine Übersicht der Teilnehmer und der Stimmen:

    Drachenjunges

    Luffy124:
    |||

    Lulu Romanhoff

    Hidden Teardrop(snow):
    ||||

    Silberschwinge/Tauschatten(das bin ich):
    ||

    Klettkralle:

    Somit ist auf dem ersten Platz*Trommelwirbel*...

    HIDDEN TEARDROP(SNOW)!
    Mit 4 Stimmen!

    Auf dem zweiten Platz...

    LUFFY 124!
    Mit 3 Stimmen!

    Und auf dem dritten Platz...

    ICH(SILBI)!
    Mit 2 Stimmen

    *applaudiert*Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner!
















    Das neue Thema ist...


    WAS ZUM GRUSELN!

    Da bald Halloween ist, passt das ja.Vielleicht geht eure Geschichte ja über eine auf mysteröse Weise verschwindende Katze, oder um ein gruseliges Etwas, dass sich im Wald herumtreibt...
    Das sind nur Vorschläge, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!
    Viel Spaß und gute Monate!


    L
    Teilnehmer und ihre Stimmen.:

    Luffy 124
    |||

    Hidden Teardrop(snow) (Ich habe leider vergessen, deine Story einzutragen, sorry snow...)
    ||

    Silberschwinge/Tauschatten
    |

    Blumenfell

    Drachenjunges


    Schatten
    ||||| |

    3
    Meine Geschichte:





    Wenn man fremde Stimmen hört

    Prolog:

    Das Laub raschelte in der kalten Windböhe, so eisig wie die Herzen der Bewohner des Waldes.
    Wie aus dem Nichts erschien ein Übel zugerichtet Kater auf einer der wenigen Lichtungen des Waldes.
    Im folgten viele weitere Katzen, ob groß oder klein, zierlich oder muskulös. Der erste Kater erhob die Stimme. '' Wir haben uns hier zusammengefunden, um unsere Rache an dem Clan zu besprechen, der uns in diesen finsteren Wald verbannt hat, nur weil wir anders sind. Sie haben uns als Schüler weggeschickt, kurz nachdem unsere Fähigkeit, die uns alle vereint sich gezeigt hat. Glücklicherweise halten wir zusammen, denn wir sind eine große Familie. Bevor wir zum eigentlichem Thema kommen:
    Eiswind, wie ist die Lage im Westlager?"Eine weitere, weiße Kätzin erhob sich. Ihre Stimme klang rau und heiser, so, als ob sie sie lange nicht benutzt hätte:"Die Blattleere ist gekommen, nach einer viel zu kurzen Blattfrische und Blattgrün, Rußrabe. Die Beute ist rar und vielen Katzen geht es nicht gut. Halsschmerzen und Husten gehen wegen dieser verdammten Kälte herum. Aber kommen wir nun zur Sache,, ich hätte da eine Idee. Wie wäre es, wenn wir die Fähigkeit, die all UNSER Glück genommen hat", ihre furchterregend bernsteinfarbenen Augen glühten bösartig"Einfach gegen den Clan einsetzen würden"Erregtes, jubeldes Jaulen schalte daraufhin durch den Wald und gab den verbannten Katzen Hoffnung, dass sie doch ihre Rache bekommen könnten.

    1.Kapitel
    Sonnenpfote saß am Frischbeutehaufen und biss in eine saftige Maus. Das köstliche Aroma ließ sie schnurren. "Hach, wie schön doch die Blattgrüne ist", dachte sie. In diesem Moment stürzte ihre beste Freundin Weißpfote ins Lager. Ihr Fell stand zu allen Seiten ab, und in ihren Augen lag ein Gehetzter Ausdruck. "Fremde, sind in unserem Territorium! Es sind  keine Streuner, ich konnte sie nicht sehen-nur hören!", ihre Stimme überschlug sich fast vor Panik. "Schlagstein!", rief der Anführer Rabenstern den Heiler des Waldclans. Auch in den Augen des Anführer lag Angst-Kein Wunder, denn Weißpfote war seine Tochter und er hatte sie allein großziehen müssen, weil seine Gefährtin nie Junge wollte und ihn verließ. Weißpfote musste deswegen früher entwöhnt werden als andere Junge. Schlagstein, der Heiler eilte herbei, mit einem Bündel Kräuter im Maul und Rabenstern war auf der Stelle an der Seite seiner Tochter. Sonnenpfote beobachtete, wie ihre Freundin die Kräuter fraß und sich langsam wieder beruhigte. "Ich bin mir sicher, sie waren da!", Weißpfote Stimme war immer noch zittrig, aber sie klang überzeugt. Ihr Vater nickt sanft und wandte sich seinem Stellvertreter zu. "Fuchsnase, schicke bitte ab jetzt viele Patrouille an die Besagte Stelle" Aber Sonnenpfote sah an ihren Blicken, dass der Anführer und ihr Mentor der Schülerin nicht glaubten. Die goldene Kätzin ging auf Weißpfote zu:"Nachher können wir nachsehen gehen", flüsterte sie, doch ihre Freundin schüttelte heftig den Kopf"Ich geh da nicht mehr hin! Das war echt unheimlich!"Sonnenpfote beschloss aber trotzdem, nachzuforschen. Sie schlich sich aus dem Lager, darauf bedacht, kein Geräusch zu erzeugen. Sonnenpfote Ohren waren gespritzt und sie glitt dahin wie eine Schlange. Sie liebte dieses Gefühl, denn das konnte sie gut. Nach einer Weile empfangen ihre Sinne ein Zischen, nein, ein geisterhaftes Flüstern. Die gedämpften Stimmen kochen durch den Wald wie Nebel. Sonnenpfote schluckte und nahm all ihren Mut zusammen. "Zum Wohle des Clans". Sehr vorsichtig ging die Schülerin weiter. Plötzlich, als sie gerade um die Ecke kam, erblickte sie einen braunen Kater, der röchelnd hustet. Sonnenpfote wollte gerade fragen, ob sie helfen könne, verschwand er. Wirklich, es sah so aus, als ob er aus Staub bestehen würde, und der Staub würde sanft vom Wind verweht werden würde. Die goldene Schülerin schüttelte sich. Das musste sich das eingebildet haben, dass gibt es doch nicht.
    Kapitel 2:
    Sonnenpfote spitzte weiter die Ohren und ging weiter. Plötzlich spürte sie, dass jemand ihr knallhart ins Gesicht schlug. Sie ließ die Krallen herumwirbeln, doch sie schlugen ins Leere. Die Krallen des Unbekannten-wenn es denn welche waren-rissen ihre Flanken auf und Blut spritzte herum. Die Kätzin versuchte sich loszureißen, doch je verzweifelter sie es versuchte, desto härter wurde der Angreifer. Irgendwann ließ er-oder sie-die Schülerin frei, worauf sie wie der Blitz davonrannte. Ihre Wunden brannten und sie wusste noch nicht mal, wer oder was das war. Als sie im Lager ankam, strömte sofort ihre Mutter Orchideenblüte herbei. "Was ist passiert, Schatz?" Die Schülerin konnte nur vor Schmerz wimmern. Sie bemerkte, dass ihr Blut sich schwarz gefärbt hatte und überallihr Fell getränkt hatte. Im selben Moment spürte sie Spinnweben an ihr, die Schlagstein an ihre Wunden hielt."Es... waren die Schatten, von denen Weißpfote erzählt hat... Glaube ich jedenfalls...", murmelte Sonnenpfote, als der Schmerz langsam nachließ. Rabensterns Augen huschte zu Weißpfote. "Es tut mir leid, dass ich dir nicht geglaubt habe, Weißpfote", bedauerte er. "Wir sind Krieger. Morgen, wenn der Mond am höchsten steht, werden wir sie beseitigen."


    3.Kapitel
    Sonnenpfote schnippte mit dem Schwanz.Jetzt würde es geschehen. Merkwürdigerweisewaren ihre Wunden schnell verheilt. Der Clan marschierte in den Wald. Das geisterhafte Flüstern folgte ihnen, schien sogar auf sie zu warten. Alle Clanmitglieder außer Königinnen, Junge und Älteste waren da. Plötzlich wurde es ruhig. Zu ruhig. Ein heftiger Windstoß fegte herbei und rieß Sonnenpfote und Weißpfote von den Füßen, Staub ließ ihre Sicht verschwimmen. Die Schülerinnen fanden sich am Boden liegend wieder, von einer mächtigen Kraft bewegungsunfähig gehalten. Ihre Clan-Gefährten standen wie erstarrt da, ebenfalls unfähig sich zu bewegen. Sonnenpfote drehte den Kopf und blickte in dieselben giftgrünen Augen, die sie gesehen hatte bevor sie zum ersten Mal angegriffen worden war. Einen weibliche Stimme zischte:"Na, Rabenherz? Erinnerst du dich noch an mich?" "Silber...stein?", stammelte der Waldclan-Anführer. "Man nennt mich nun Eiswind. Du hast mir das Herz gebrochen, meine Jungen getötet und mich verbannen lassen. Doch ich muss dir danken. Hier ist mein wahrer Platz. Ich habe einen Gefährten gefunden, der mir würdig ist.", sie nickte in Richtung des Katers, der Sonnenpfote festhielt" Doch für die schlimmen Taten wirst du bezahlen müssen"Ihre Augen würden so hell, so blendend wie die Sonne. In dem Moment fiel Rabenstern zu Boden, wand sich voller Schmerzen, sein Pelz schien zu glühen und er stieß grauenvoll Schreie aus.Die Waldclan-Katzen waren immer noch gelähmt, doch in ihren Gesichtern spiegelte sich das Entsetzen. "Das Beste zum Schluss", zischte Eiswind"Du hast meine Jungen getötet, jetzt töte ich deines. "Mit diesen Worte brach die finstere Kätzin Weißpfote das Genick." NEIN! ", schrie Sonnenpfote, doch die Katzen achtete nicht auf sie." Wir haben, was wir wollen", Eiswind und ihr Gefährte lösten sich in Staub auf. Sofort stürzten alle Katzen auf die beiden Schülerinnen los. Sonnenpfote konnte gerade noch den Schwächen Körper Rabensterns, der über seiner Tochter stand und sein von Tränen durchnässt Gesichtfell sehen, bevor sie in Ohnmacht fiel.

    ENDE



    4
    Luffy 124s Geschichte:



    Schattenwesen


    PROLOG

    Es war dunkel. Nicht nur dunkel, nein, finster, ja, finster traf es besser. Und kalt war es auch nicht - es war eisig. Schnee war über dem nächtlichen Wald gefallen und hatte ihn nur noch kälter gemacht. Trotzdem gab er ihm einen helleren, fast übersinnlichen Schimmer. Und gerade als die letzte Schneeflocke den Boden berührte, erklang ein Schrei durch den Wald. Kurz darauf hörte man im Lager des BuchenClans ein erlösendes "Du hast es geschafft, Eissee!" Sofort stürmte Nachtstern in die Kinderstube, um die zwei Jungen zu bewundern, die bereits am Bauch seiner Gefährtin die Milch saugten. Dabei war er so laut, dass er sich ein empörtes "Schhh!" von Silberkristall, der Heilerin, einfing. "Entschuldigung", wisperte er, bevor er seine Jungen sah und nichts mehr sagen konnte, weil sie ihn so sehr faszinierten.
    Als Nachtstern die Kinderstube später wieder verließ, war er der stolzeste Kater im ganzen Clan, und das wurde noch dadurch verstärkt, dass ihn alle fragten, wie es seiner Gefährtin seinen Jungen ging. "Blendend", gab Nachtstern jedes Mal zur Antwort. "Ich bin mir sicher, sie werden einmal großartige Krieger sein!" Als er jedoch in seinem Bau lag, um nach der ganzen Aufregung endlich etwas zu schlafen, denn er hatte die letzten Tage und Nächte unermüdlich bei Eissee gewacht, um rechtzeitig Silberkristall zu holen, umgab ihn auf einmal ein silberner Schimmer, und er wusste, was das bedeutete. Der Schimmer wurde heller und formte sich zu einer Katze. »Wer ist es diesmal?«, dachte Nachtstern und blinzelte geblendet die strahlende Katze an. Nicht lange danach erkannte er sie auch schon. "Hallo, Minzschweif", begrüßte Nachtstern seine Mutter. "Sei gegrüßt, Sohn", antwortete sie. "Wir haben nicht viel Zeit, deswegen komme ich gleich zur Sache. Ein Schattenwesen geistert durch die Wälder. Zu den anderen Clans wurden auch Sternenkatzen geschickt, um sie zu warnen, da das Schattenwesen sich aus jedem Clan ein neugeborenes Junges aussucht..." "Warte kurz", Nachtstern hatte sich erhoben, "ein neugeborenes Junges? Also eins... von meinen?" Minzschweif nickte. "Aber warum? Und wieso aussuchen? Was hat es mit den Jungen vor?" Nachtstern war sehr besorgt. Sowohl um seine Jungen, als auch um seine Gefährtin und das Wohl seines Clans. Minzschweif schüttelte betrübt den Kopf. "Wir wissen auch nicht, was der Schatten vorhat, aber wir vermuten, dass es nichts Gutes ist. Daher berücksichtige meinen Rat, Nachtstern: Sei gewarnt!" Und dann begann sie auch schon zu verblassen. "Warte!", rief Nachtstern ihr hinterher, aber da war sie schon verschwunden. Unruhig tigerte der große schwarze Kater in seinem Bau auf und ab. Minzschweifs Besuch hatte die Freude über seine neugeborenen Jungen verständlicherweise erheblich gebremst. Wie sollte er sich noch über sie freuen, wenn er wusste, dass mindestens eins von ihnen in naher Zukunft in Gefahr war? Seufzend legte sich Nachtstern in sein Nest. Er würde erst einmal eine Nacht darüber schlafen.

    KAPITEL 1

    Regenjunges war hellwach. Und das mitten in der Nacht. Irgendetwas hatte ihn aufgeweckt, fragte sich nur, was? Der junge Kater sah sich um. Seine Mutter und seine Schwester Lilienjunges schliefen dicht aneinander gekuschelt tief und fest. Plötzlich hörte er ein Flüstern. Es schien von überall und nirgendwo gleichzeitig zu kommen und kam ihm vertraut vor, auch wenn er es vorher nie gehört hatte. "Hallo, Regenjunges", sagte eine Stimme. "Wer ist da?" Ängstlich kauerte Regenjunges sich zusammen. "Hab keine Angst, Kleiner. Ich will dir nichts Böses." Das Junge schaute hoch. "Wer bist du?" "Ich bin ein Freund", antwortete die Stimme. Regenjunges konnte niemanden sehen. "Und wo bist du?" "Hier." Noch immer war niemand da außer seiner Familie. "Was willst du?" "So viele Fragen! Bemerkenswert für einen so jungen Kater." "Geschmeichelt entspannte Regenjunges seine Haltung. "Was möchtest du von mir?", wiederholte er seine Frage. "Ich möchte dich näher kennenlernen. Eine Freundschaft mit dir eingehen, eine Verbindung..." Stille. Dann; "Und am besten fangen wir gleich damit an!" Regenjunges spürte auf einmal einen stechenden Schmerz in seiner Brust. Er schrie, aber kein Ton kam aus seinem Maul. Etwas machte sich in ihm breit, er spürte es genau, auch wenn er nicht wusste, was es war. Nach einer Weile hörte der Schmerz auf, aber etwas war anders als vorher. Ein diabolisches Lachen drang an Regenjunges' Ohren, gefolgt von der Stimme, die erneut zu ihm sprach, aber diesmal tiefer als vorher. "Hab keine Angst. Ich werde dafür sorgen, dass es dir gut geht, dass dir niemals etwas zustößt." Regenjunges warf sich hin und her und versuchte, das Etwas loszuwerden, aber es funktionierte nicht. "Lass mich!", schrie er. "Aber nicht doch. Wenn du eine Verbindung mit mir eingehst, wirst du unbesiegbar sein!" Erneut lachte die Stimme und wurde sogar noch tiefer. Angstvoll sprang Regenjunges auf, doch ihm wurde sofort schwindlig, weshalb seine Beine wieder einknickten und er sich erneut an seinem Schlafplatz wiederfand. Ein lautes "Nein!", verließ sein Maul noch, und dann fiel er in Ohnmacht.

    KAPITEL 2

    Seitdem waren fünf Monde vergangen. Regenpfote und seine Schwester Lilienpfote waren nun Schüler. Und eines Tages in der Blattfrische sollten sie zusammen mit dem Rest des Clans, außer den Jungen und den Ältesten, ihre erste große Versammlung besuchen. Als sie ankamen, sprang ihr Vater Nachtstern sofort zu den anderen Anführern auf den Hochfelsen und die Versammlung begann. Gelangweilt schaute Regenpfote sich um, und sein Blick traf den einer rot getigerten Kätzin mit eisblauen Augen. Schnell schaute sie weg, aber dieser eine Blick hatte genügt, um eine starke Verbindung zwischen ihnen herzustellen, die Regenpfote selbst nicht verstand. Er beschloss, dem auf den Grund zu gehen, und zwängte sich durch die Reihen des BuchenClans zu den Reihen des MoorClans vor, wo die Kätzin saß. "Hallo", sagte er und setzte sich zu ihr. "Hallo", erwiderte sie schüchtern. "Ich bin Regenpfote. Regenpfote vom BuchenClan", stellte der graubraun getigerte Kater sich vor. "Flammenpfote aus dem MoorClan", antwortete sie, noch immer schüchtern seinen Blick meidend. "Können wir uns kurz dort drüben am Waldrand hinsetzen und über etwas reden?" Sie blickte ihn erstaunt an. "Wieso?" "Ich muss dir etwas erzählen, auch wenn du mich danach vermutlich für verrückt halten wirst", erklärte Regenpfote. Mit einem leichten Schulterzucken willigte sie ein, und so saßen die beiden kurz darauf nebeneinander an eben jenem Waldrand. "Nun, was wolltest du mir erzählen?", begann Flammenpfote das Gespräch. "Als du mich angesehen hast, habe ich sofort eine starke Verbindung zu dir gespürt. Ich weiß nicht, was das ist, oder wo das herkommt. Es könnte aber etwas zu tun haben mit..." Regenpfote holte tief Luft. "Mit dem Schattenwesen, das ich in mir trage, seit ich ein Junges war." Sie starrte ihn an. "Ich habe dir gesagt, es ist verrückt...", setzte Regenpfote an. "Nein... das ist es gar nicht... ich... in mir wohnt auch so ein Wesen...", murmelte Flammenpfote. Die beiden sahen sich an. "Dann ist ja klar, woher die Verbindung kommt", sagte Regenpfote. Flammenpfote nickte. "Bis jetzt ist aber noch nichts passiert. Glaubst du, es gibt ein bestimmtes Alter, wenn das Schattenwesen anfängt, etwas mit einem zu tun?" Regenpfote zuckte die Schultern. "Ich weiß es nicht." Sie unterhielten sich noch lange, die ganze Versammlung über, und so entstand zwischen den beiden eine tiefe Freundschaft, wie sie sich sonst erst nach Jahren entwickelt.

    KAPITEL 3

    Von da an trafen sich Regenpfote und Flammenpfote bei jedem Neumond auf einer Lichtung. Und Flammenpfote sollte Recht behalten mit ihrer Vermutung - bei einem dieser Treffen ereignete sich das erste Mal etwas. Es war das Treffen, kurz nachdem die beiden Krieger geworden waren. Flammenblüte, wie sie nun hieß, war die Erste und wartete auf ihren Freund. Sie war ja so gespannt, welchen Namen er bekommen hatte. Da erschien der BuchenClan-Kater auch schon zwischen den Bäumen. Aber er sah andere aus als sonst. Er war gewachsen, sah nun aus wie ein riesiger schwarzer Berglöwe. Und er hatte Flügel. Flammenblüte stand wie erstarrt da und musterte ihren Freund. "Guten Tag, junge Katze", knurrte der Löwe mit einer Stimme wie tausend rollende Steine in einem Steinschlag. "Ich sehe, du hast dich noch nicht verwandelt. Da muss ich wohl etwas nachhelfen." Er beugte sich hinunter und berührte mit seiner Nase die der zitternden Flammenblüte, welche die Augen vor Angst zukniff und mit ihrem nahen Tod rechnete. "Silver, zeig dich!", hörte sie ihn rufen. Und dann geschah etwas mit ihr. Es tat weh, sehr weh. Flammenblüte schrie vor Schmerzen, aber es wurde zu einem Begeisterungsschrei, als sie ihre Augen wieder öffnete und an sich heruntersah. Statt ihrer zierlichen rot getigerten Pfoten sah sie riesige schwarze Pranken. Statt ihren Ohren waren dort lange, gebogene Hörner und aus ihrem Rücken brachen Flügel hervor. Wenn sie mit dem Schweif peitschte, erbebte die Erde. "Gute Arbeit, Silver", lobte sie das andere Wesen. "Danke", sagte Flammenblüte. Sie wollte auf ihn zugehen, aber es gelang ihr nicht. Erst als er "Komm zu mir, Silver, lass dich ansehen", sagte, setzte sich ihr Körper in Bewegung. Flammenblüte begriff, dass ihr Geist keine Kontrolle mehr über ihren Körper hatte. Stattdessen wurde sie von etwas kontrolliert, dass sich Silver nannte. Ihr Schattenwesen! "Ich grüße dich, Obscure", sagte ihr Maul und auf einmal blitzte in den rot leuchtenden Augen ihres Gegenübers etwas leuchtend grünes auf. Regenpfotes Augen! Sein Geist war also auch noch in seinem Körper, aber sein Schattenwesen namens Obscure hatte die volle Kontrolle über ihn. Die Schattenwesen setzten sich in Bewegung und schlugen den Pfad in Richtung MoorClan ein, wobei sie herumstehende Bäume einfach zur Seite drückten. Diese fielen krachend um.

    [Nun folgen Ausschnitte vom Text des Liedes "Disturbia", welches mir bei dieser Geschichte eine große Inspiration war. Während das Lied spielt, geht auch gleichzeitig die Geschichte weiter, deswegen habe ich die Liedzeilen in kursiv geschrieben.]

    What's wrong with me? ... Why do I feel like this? ... I'm going crazy now!

    Die Wesen hatten das Lager erreicht. Ängstlich kauerte Flammenblüte, oder besser, ihr Geist, sich zusammen.

    No more gas in the rig.

    Was hatten sie nur vor?

    Can't even get it started.

    Silver schlug ein Loch ins Dach des Schülerbaus, während Obscure aus Flammenblütes Blickfeld verschwand.

    Nothing heard, nothing said, can't even speak about it.

    Sie hörte Katzen schreien.

    All my life out my head, don't want to think about it.

    Dann hörte sie Knochen splittern und schmeckte Blut. Silver hatte etwas mit ihrem Maul gefressen und Flammenblüte wollte nicht wissen, was es war, aber sie konnte es sich denken.

    Feels like I'm going insane, yeah...

    Obscures Stimme drang an ihr Ohr.

    It's a thief in the night, to come and grab you.

    "Älteste schmecken nicht."

    It can creep up inside you and consume you.

    Silver lachte schallend; "Wahrscheinlich schon vergammelt!"

    A disease of the mind, it can control you.

    Obscure stimmte in das Lachen ein, bevor er in Richtung Kriegerbau verschwand.

    It's too close for comfort.

    Erneut schrien Katzen. Flammenblüte konnte einen kurzen Blick auf dem zerstörten Schülerbau erhaschen.

    Put on your break lights, we're in the city of wonder.

    Was sie sah, ließ sie schreien, aber natürlich hörte es keiner.

    Ain't gonna play nice, watch out, you might just go under.

    Ihr kleiner Bruder Eispfote zappelte hilflos zwischen Silvers Krallen.

    Better think twice, your train of thought will be altered.

    Und dann schmeckte sie erneut Blut und schrie sich die Seele aus dem Leib.

    So if you must falter, be wise.

    Sie weinte und schrie, aber es brachte nichts.

    Your mind's in disturbia.

    Silver bewegte sich währendessen zum Heilerbau.

    It's like the darkness is the light - disturbia.

    Flammenblüte konnte Laubflug, die Heilerin, in der Ecke kauern sehen.

    Am I scaring you tonight - disturbia.

    Sie versuchte, ihre Schülerin Wasserpfote zu beschützen, die hinter ihr saß.

    Ain't used to what you like.

    "Allerliebst", sagte Silver, bevor sie Laubflug am Schweif packte und hoch in die Luft zerrte.

    Disturbia...

    Wieder schmeckte Flammenblüte Blut.

    Disturbia...

    "Nein", wimmerte sie nur noch.

    5
    Drachenjunges‘ Geschichte:


    Prolog
    Eine Königin schrie. Ein Junges wurde geboren. Doch es war durchsichtig. Leicht schwarz mit etwas grün. Seine Augen waren rot. „Es soll Geisterjunges heißen“. Sagte die Königin.

    1. Kapitel
    Geisterpfote ging aus dem Lager. Es war seine Prüfung. Hinter ihm war Lichtblick. Der Clan hatte sich an ihn gewöhnt nachdem er geboren worden ist. Doch er fand immer wieder neue besondere Fähigkeiten. Er konnte sich unsichtbar machen, schweben, teleportieren, Gedanken lesen und mehr. Er hörte eine Maus und ging zu ihr. Er nutzte die Fähigkeit zu schweben und schwebte auf die Maus zu. Er schnappte sie sich. Dann war kämpfen dran. Er gewann da er seine Fähigkeiten hatte.

    2. Kapitel
    „Geisterseele Geisterseele“. Dies war sein neuer Name. Er war stolz auf sich. Er konnte nun auch andere Katzen teleportieren. Und seine Stimme an anderen Orten erstimmen lassen. Diese Fähigkeiten benutze er oft. Er schützte seinen Clan. Eines Tages schrie eine Katze und er sah entsetzt auf seinem Körper.

    3. Kapitel
    Er löste sich auf. In nichts. Auch anderen Katzen passierte das. Es war schrecklich. Im wurde schwarz vor Augen. Er fand sich auf einer Wiese wieder. Er hatte Angst. Aus dem nichts kamen Katzen. Er gruselte sich. Plötzlich schoss etwas durch seinen Kopf und er schnurrte. Eine Sternenkatze kam und rief „Überraschung“.

    4. Kapitel
    Geisterseele erklärte „Der SternenClan wollte euch einen Streich spielen. Ich war eine Sternenkatze namens Moosjunges. Ich habe mich erst jetzt daran erinnert“. Alle schaute ihn an und plötzlich schrumpfte er und sein Fell färbte sich Schwarz und Sterne bildeten sich darauf. Alle Katzen schnurrten. Seine Mutter sah verwirrt aus. Doch sie stimmte ins Schnurren ein.

    6
    Blumenfells Geschichte:

    Der Spuckwalt

    Prolog
    Im dunklen konnte keiner die zwei Geisterkatzen sehen. Sie schlichen durch den Walt und machten komische Geräusche wie Mäuse oder Ratten. Was sie aber nicht wussten war das Mauspfote sich irgendwo im Walt verirrt hatte.

    Kapitel 1
    Mauspfote rannte schnell durch den dunklen Walt sie hate Angst. Bestimmt gab es hier auch Geister die ganz böse waren. Deswegen hate die junge Katze auch ganz schlimme Angst vor dem dunklen Walt. Da hörte sie etwas hinter sich und drehte sich um. Da stand eine Katze und neben ihr eine zweite die waren beide durchsichtig und man sah fast nur die Augen, weil sie durchsichtig waren. Die Augen leuchteten weiß mit grünen Punkten.

    Kapitel 2
    Mauspfote schrie und rannte von den Katzen weg. Wo war das Lager von ihrem Clan? Sie hate den weg vergessen. Sie hate sich jetzt im dunklen Wald verirrt und rannte schneller von den Katzen weg sie hoffte, dass sie ihr nichts machen konnten. Da fiel ihr ein das Geister normalen Katzen nix machen konnten und sie ging langsam weiter die Katzen waren verschwunden.

    Kapitel 3
    Auf einmal wusste Mauspfote wieder wo die Katzen von ihrem Clan das Lager hatten und sie lief ganz schnell heim. Alle fragten wo warst du sie sagte im Wald da waren Geister. Der Anführer Geiststern sagte okay sie machen dir nix sind sie weg sie sagte ja sie sind irgendwie verschwunden. Mauspfote ging weg und ging schlafen, weil sie jetzt dann müsste wahr.

    7
    Schattens Geschichte:


    Ewige Rache

    Prolog

    Kein Luftzug regte sich. Alle sahen zu der Kätzin. Auf dem großen schwarzen Stein wirkte sie ziemlich verloren. Sie war klein und schneeweiß. Unruhig schlug sie mit dem Schwanz, etwas stimmte nicht mit ihm: Er war sehr kurz. Der Nebel im Wald verdichtete sich. Plötzlich tauchten darin rot glühende Augen auf. Die Kätzin entspannte sich, "Na endlich". Der Nebel verdichtet sich um die Augen und formte sich langsam zu Körpern. Es waren Katzen. Sie schlossen den ordentlichen Kreis um den Stein. Die weiße Kätzin richtete sich auf. "Was habt ihr herausgefunden?". Ein magerer Kater erhob sich. Sein graues Fell war von dunklen Flecken verunstaltet. "Er ist es wirklich." Seine Stimme klang rau. Die Kätzin nickte, "Was ist mit ihr?". "Sie ist bereit." "Dann ist es Zeit, dass er bezahlt!"

    Kapitel 1

    Windpfote duckte sich. Lautlos schlich sie sich an das Eichhörnchen heran. Sie hatte es fast erreicht, als es plötzlich den Kopf hob und den Baum hinaufrannte. Windpfote schoss hinter ihm her. Mit gewagten Sprungen verfolgte sie es den Stamm hinauf. Ihre Krallen gruben sich in seinen Schwanz. Das war's. Mit dem Eichhörnchen im Maul sprang sie zurück auf den Boden. Nervös sah sie sich um. Woher kam der Nebel auf einmal? In welche Richtung lag das Lager? Sie drehte sich im Kreis, während der Nebel immer dichter wurde. Hier konnte sie jedenfalls nicht bleiben. Wahllos schlug sie eine Richtung ein. Der Nebel war wie eine Wand. Gespenstisch ragten die Bäume daraus hervor. Rechts von sich sah sie etwas rotes aufglühen. Erschrocken wandte sie sich nach links. Doch auch dort begann ein rotes Glühen. Sie wandte sich um, wollte zurück. Zwei rote Punkte glühten auch in dieser Richtung auf. Und auch vor ihr. Rings um sie herum. Sie war umzingelt."Wer seid ihr?" Windpfote versuchte ihre Stimme fest klingen zu lassen - ohne Erfolg. Das rote Glühen wurde intensiver. Es waren Augen. Viele Augen. "Was wollt ihr?" Ihre Stimme zitterte und klang viel höher als sonst. Verzweifelt drehte sie sich im Kreis, aber sie konnte nicht jedes Augenpaar im Blick behalten. Nebelfetzen wirbelten herum, aber es war kein Wind zu spüren. Die Fetzen wirbelten um ein Auge. Sie verdichteten sich und nahmen Konturen an. Es war eine Katze. Gespenstisch schwebte sie im Nebel. Ihr roter Blick fixierten Windpfote. "Ich bin Schneeherz.", erklärte sie. Ihr Körper verdichtete sich zu einer kleinen weißen Kätzin. "Du musst etwas für uns erledigen."

    Kapitel 2

    Windpfote starrte die Katze an. "Ich muss gar nichts!". Ihre Stimme klang hoch, piepsig und lange nicht so sicher, wie sie sie gerne hätte.
    Vorsichtig wich sie zurück und schauderte, hinter ihr war etwas Kaltes. Erschrocken wirbelte die Schülerin herum. Hinter ihr stand eine kleine rote Kätzin. Ihre Augen glühten rot. Windpfotes Blick viel auf das linke Vorderbein der Kätzin. Es war nur ein Stumpf. Sie schnappte nach Luft und wollte weg rennen, doch überall waren nun Katzen. Sie bildeten einen Kreis, wie eine Mauer. Und dahinter lag immer noch der Nebel. Windpfote drehte sich wieder zu der weißen Kätzin um. Aus dem Augenwinkel erkannte sie, dass der Pelz einiger Katzen mit irgendetwas verklebt war. Sie wollte lieber gar nicht so genau wissen mit was.
    Die weiße Kätzin stand, oder vielmehr schwebte noch an der gleichen Stelle, die eine Gesichtshälfte im Schatten. "Schau sie dir ruhig an", ihre Stimme war ganz ruhig, "schau dir jeden einzelnen an." Windpfote zögerte, aber ihr blieb eigentlich nichts anderes übrig. Langsam ließ sie ihren Blick schweifen. Mit Schrecken erkannte sie, was das Zeug im Fell der Katzen war: Blut. Fast jeder schien irgendeine Wunde zu haben, viele an der Kehle. Anderen fehlten Körperteile. Beine, Ohren, sogar Schwänze. Bei wieder anderen waren Beine seltsam verdreht. Keine Katze schien unverletzt zu sein.
    Schaudernd blickte Windpfote wieder zu der weißen Kätzin. "Wer seid ihr?", brachte sie mühsam hervor. "Wir", die Kätzin drehte ihren Kopf in das geisterhafte Licht, "sind die Ruhelosen".
    Windpfote wich zurück. Nicht wegen ihrer Worte, sondern wegen dem, was sie sah: Die gesamte rechte Gesichtshälfte der Kätzin war mit hässlichen wulstigen dunklen Narben bedeckt. Ihr rechtes Auge war nur noch eine lehre Höhle. "Kein schöner Anblick, nicht?" Die Kätzin sprach ganz ruhig. Windpfote nickte schwach. Erst jetzt bemerkte sie, dass ihr Schwanz sich kalt anfühlte. Sie drehte sich um und erstarrte. Sie stand halb in der kleinen roten Kätzin. Schnell machte sie einen Satz zurück. Dann erst begrif sie. "Ihr seid Geister", flüsterte sie. "Richtig", die weiße Kätzin schwebte neben sie. "Aber die Toten sehen...", Windpfote hielt inne. Sie wollte nicht unhöflich sein. "...nicht so aus?", beendete die Kätzin den Satz für sie. "Wir sind nicht die normalen Toten. Wir sind die Ruhelosen. Wir würden von unserem Clan schrecklich misshandelt.", sie wies auf die zahlreichen Verletzungen, "Wir finden keine Ruhe, weil wir nie gerächt wurden." Einige Katzen seufzten traurig. "Der Kater, der für all das hier verantwortlich ist, lebt immer noch. Er lebt in deinem Clan. Du musst ihn töten!"
    Windpfote starrte sie fassungslos an. Das konnte nicht ihr Ernst sein. Sie konnte niemanden töten. "Das kann ich nicht. Das will ich auch gar nicht!", ihre Stimme war plötzlich wieder da. "Lasst mich in Ruhe!", schrie sie und stürmte einfach durch die kalte Wand in den Nebel hinein. Hinter sich hörte sie Gewisper "Rubinkralle, du musst ihn töten!", dann begann der Nebel sich zu verziehen. Sie rannte und rannt. Das Gewisper schien sie zu verfolgen "Rubinkralle, Rubinkralle". Nur weg von hier! Nur schnell ins Lager! "Rubinkralle, Rubinkralle". Erst als sie das Lager erreichte ebte es mit einem letzten "Rubinkralle" endlich ab.

    Kapitel 3

    Als sie endlich das Lager erreicht hatte, stoppte Windpfote abrupt. Langsam und möglichst normal betrat sie das Lager. Trotzdem warf ihr ihre Freundin Sandpfote einen entsetzten Blick zu. "Was hast du den gemacht?". Verwirrt sah Windpfote sie an, "Ich war jagen." Sandpfote schüttelte den Kopf, "Ich meine dein Ohr. Das ist ja eingerissen! Du solltest sofort zum Heiler gehen!". Windpfote warf einen Blick in eine Pfütze am Rand des Lagers. Sandpfote hatte recht. Ihr rechtes Ohr war tief eingerissen und blutete leicht. Auch sonst hatte sie einige Schrammen abbekommen. Merkwürdig. Die Schülerin schüttelte kurz den Kopf, es musste wohl bei ihrer Flucht passiert sein. "Du hast recht, ich gehe sofort zu Tropfenschweif.", erklärte sie der Freundin und machte sich auf den Weg.
    Tropfenschweif, der Heiler, musterte sie kurz. "Was hast du denn getrieben? Du bist ja ganz zerschrammt." Kurz überlegte Windpfote ihm die Wahrheit zu sagen, entschied sich aber dagegen. Sie konnte es jetzt wirklich nicht brauchen für verrückt gehalten zu werden. "Ich bin vom Baum gefallen", log sie deshalb. Tropfenschweif machte sich kopfschüttelnd, aber ohne weitere Fragen an die Arbeit.
    Müde tappte Windpfote anschließend zum Schülerbau. Unterwegs viel ihr Blick auf Rubinkralle, den zweiten Anführer. Sie konnte ihn nicht töten! Sie würde ihn nicht töten!
    Sie hatte sich gerade in ihrem Nest im noch leeren Schülerbau zusammen gerollt, als ein stechender Schmerz durch ihr linkes Hinterbein zuckte. Erschrocken keucht sie auf. Vorsichtig setzte sie sich auf und sah eine kleine kreisrunde blutige Wunde innen an ihrem Bein. Noch während sie nach der Ursache suchte, durchzuckte sie erneut der Schmerz. Diesmal hörte er nicht einfach wieder auf. Fassungslos starrte Windpfote auf ihr Bein. Es war als würde eine unsichtbare Kralle eine tiefe Wunde hinein ritzen. Sie bis die Zähne zusammen, um nicht aufzuschreien. Ihr Bein begann unter ihr zu zittern. Unsicher wie lange es sie noch tragen würde, setzte sie sich hin. Sie drückte die Wunde zu Boden, sie leckte darüber, sie schlug nach was auch immer ihr Schmerzen zufügte. Nichts half. Unaufhaltsam wurde der Riss grausam langsam über ihren Oberschenkel gezogen. Endlich nach einer gefühlten Ewigkeit hörte es auf. Zitternd und Keuchend starrte sie die Wunde an. Sie war da. Sie war definitiv da. Langsam tropfte das Blut heraus. Panisch sah Windpfote sich um. Der Schülerbau war noch immer leer. Gut so. Keiner durfte davon erfahren! Ihr war klar, dass sie mit dieser Wunde nicht einfach zu Tropfenschweif gegen konnte. Vorsichtig leckte sie über die Wunde. Es tat höllisch weh. Ihr Blick viel auf ihr Nest unter sich. Das Moss unter dem Bein war rot vor Blut. Sie biss die Zähne zusammen, stand zitternd auf und drehte und wendete das Moos, bis ihr Nest halbwegs normal aussah. Immer wieder leckte sie das Blut von ihrem Bein. Dann rollte sie sich zusammen und stellte sich schlafend.
    Als sie endlich wirklich einschlief, war es schon längst wieder Still im Bau.



    Kapitel 4

    Sie stand auf einer Lichtung. Die Lichtung war umgeben von Birken, die geisterhaft aus dem Nebel ragten. Nicht schon wieder Nebel! Vor ihr ragte ein großer schwarzer Felsen auf. Langsam wanderte ihr Blick daran hinauf. Oben auf dem Felsen saß die kleine weiße Kätzin, Schneeherz, wie Windpfote sich nun wieder erinnerte. Sie wirkte verloren auf dem großen Felsen. Jetzt gab sie sich keine Mühe mehr ihr zerstörtes Gesicht zu verbergen. Sie sah zu Windpfote hinunter und ihr zu kurzer Schwanz zuckte kurz. Windpfote stand auf. Sie wollte hier weg! Ein stechender Schmerz durch zuckte ihr Hinterbein. Sie sah hin und bemerkte die Wunde. Ein Blutstropfen löste sich, während sie sie anstarrte. Zitternd setzte sie sich wieder. Vielleicht hatten diese Katze ja Antworten. "Was passiert mit mir?", fragte sie mit dünner Stimme. "Das gleiche wie vor Blattwechseln.", antwortete die Kätzin. "Das musst du ihr genauer erklären.", ein magerer grauer Kater hatte sich aus dem Nebel gebildet. Seine Stimme klang unnatürlich rau. Mit Schrecken registrierte Windpfote das viele Blut in seinem Pelz. Schneeherz seufzte. "Du bist eine von uns.", erklärte sie dann. "Auch du wurdest misshandelt und getötet. Auch deine Seele findet keine Ruhe. Du wurdest ausgewählt uns zu rächen. Deshalb wurdest du wiedergeboren." Fassungslos starrte Windpfote sie an. Sie sollte schon einmal gelebt haben? Sie sollte eine dieser Katzen sein? Das konnte nicht sein! Verwirrt schüttelte sie den Kopf. "Du hast richtig gehört, du bist eine von uns, Blattpfote.", erklärte der Kater mit der rauen Stimme. Blattpfote? Sie hieß nicht Blattpfote! Das musste eine Verwechslung sein! Ja, diese Katzen verwechselten sie mit jemandem! Sie musste niemanden töten! "Ich bin nicht Blattpfote! Ihr müsst mich verwechseln.", rief sie zuversichtlich. "Keineswegs", machte Schneeherz ihre Hoffnungen zu nichte, "Blattpfote war dein damaliger Name. Wir beobachten dich, seit du erneut geboren wurdest. Du bist Blattpfote." Windpfote musste schlucken. Seit ihrer Geburt? Aber... "Warum kommt ihr dann erst jetzt zu mir?", ihre Stimme hatte wieder begonnen zu zittern. "Jetzt bist du bereit." "Ich werde nie bereit sein jemand zu töten!", Zorn schwang in ihrer Stimme mit. "Du musst", erwiderte Schneeherz geheimnisvolle. "Ich muss gar nichts!", Windpfote keucht vor Schmerz auf. Es war als hätte sich eine Kralle in die Wunde an ihrem Bein gebohrt. "Was passiert mit mir? Was tut ihr?", keuchte sie verzweifelt. "Wir tun gar nichts.", Schneeherz Stimme war noch immer ganz ruhig. "Wir konnten zwar dafür sorgen, dass du wiedergeboren wurdest, aber wir konnten das, was dir angetan wurde, nicht ungeschehen machen. Jede Wunde, die du damals erlitten hast, wirst du auch in diesem Leben erhalten. Zum gleichen Zeitpunkt.". "Moment!", Windpfote war etwas schreckliches eingefallen, "ihr habt gesagt, dass ich getötet wurde!". Schneeherz lächelte traurig, soweit das bei ihrem entstellten Gesicht möglich war. "Genau. Rubinkralle hat dir die Kehle durch gebissen. Und genau so wirst du wieder sterben: Deine Kehle wird wie von Geisterhand durchtrennt werden...", Windpfote starrte sie entsetzt an, doch Schneeherz war noch nicht fertig. "...Morgen bei Sonnenhoch.", fügte sie gelassen hinzu. Windpfote schnappte nach Luft. Morgen würde sie sterben! Sie hatte nur noch einen Tag zu leben! Aber Moment, "Wer sagt, dass ihr die Wahrheit sagt?", fragte sie tonlos. "Schau dir den Bein an.", war alles, was Schneeherz dazu sagte. Es war genug. "Und...und wenn ich tot bin?", "Du kommst hier her zurück. Es sei denn du tötest Rubinkralle.". Mutlos schüttelte Windpfote den Kopf. Sie konnte ihn nicht töten. Aber das Leben, oder vielmehr nicht Leben, so vieler Katzen hing davon ab. Nein! So durfte sie gar nicht erst anfangen! Sie würde nicht töten! Entschieden schüttelte sie den Kopf, "Nein!"

    Kapitel 5

    Es war neblig, sehr neblig, als Windpfote aus dem Schülerbau trat. Sie konnte kaum bis zum Rand des Lagers sehen. Der Nebel schien sich zu bewegen. Zwei rote Augen glommen links von ihr auf. Erschrocken machte sie einen Satz zur Seite. Ein stechender Schmerz erinnerte sie an an die jüngsten Geschehnisse. Sie bis die Zähne zusammen und gab sich Mühe nicht zu humpeln. Die Augen waren verschwunden.
    "Windpfote, da bist du ja!", ihr Mentor Weidenherz tauchte aus dem Nebel auf. "Wir gehen auf Patrouille. Hohl dir lieber noch was zu Essen, bei dem Wetter werden wir länger brauchen..., Windpfote?", "Ja ja" Sie schüttelte kurz den Kopf und versuchte nicht auf die roten Augen, die sie im Nebel zu verfolgen schienen, zu achten.
    Sandpfote schob ihr eine Maus hin. "Höhlensprung und ich gehen auch mit. Und natürlich Rubinkralle.", "Nein!", entfuhr es Windpfote. Sie ging mit Rubinkralle auf Patrouille? In dem Nebel? "Was denn, so schlimm bin ich doch nicht.", Sandpfote tat beleidigt.
    "Kommt ihr?", Rubinkralle war durch den Nebel kaum zu erkennen. Rote Augen leuchtete hinter ihm auf und eine schlanke getiegerte Katze erschien. Ehe Windpfote sie genauer ansehen konnte, war sie wieder verschwunden. Schaudernd folgte sie Sandpfote aus dem Lager.
    Rote Augen erwarteten sie.
    Sie biss die Zähne zusammen, als etwas an ihrem Bein entlang strich. Die getiegerte Kätzin lief einige Schritte neben ihr und verschwand wieder. Zwischen dem Bäumen huschten Schatten entlang. Schnell schloss Windpfote zu den anderen auf. Diese Katzen konnten ihr nichts anhaben! Sie würden sie nur für den Rest ihres Lebens verfolgen. Bis zum Sonnenhoch. Verzweifelt sah Windpfote zum Himmel. Der Nebel verdeckte die Sonne. Würde sie wirklich heute sterben? War es nicht egal was sie tat? Die Kätzin stand zwischen zwei Bäumen und starrte sie direkt an. Nein, es war nicht egal! Sie war keine Mörderin! Sandpfote drehte sich zu ihr um und folgte ihrem Blick, doch die Kätzin hatte sich schon wieder aufgelöst. Windpfote zitterte. "Alles in Ordnung?", Weidenherz trabte neben ihr. Windpfote wollte antworten, als die Kätzin vor ihnen über den Weg lief. "Was war das?", Weidenherz sah sich verwirrt um. Windpfote schüttelte nur den Kopf. Die Kätzin war längst wieder verschwunden. Ein Wispern schien zwischen den Bäumen wiederzuhallen. Ihr Mentor musterte sie besorgt. "Du zitterst ja, geht es dir wirklich gut?" Windpfote nickte schwach. Da war die Kätzin wieder. "Was willst du?" zischte sie ihn ihre Richtung. Die Kätzin verschwand. Windpfote wollte schon aufatmen, die anderen waren schon wieder einige Schritte vor ihr, als die Kätzin wieder erschien. Neben ihr stand der magere graue Kater mit dem Blut im Fell. "Was wollt ihr?", ihre Stimme war hoch und zittrig. "Warum verfolgt sie mich?", "um dich an deinen Auftrag zu erinnern", der Kater sprach ganz ruhig. "Ich werde es nicht tun!", sie klang nicht sehr sicher. "Warum sagt sie mir das nicht selbst?" "Sie ist stumm", war die schlichte Antwort, "Rubinkralle hat sie dazu gemacht." Windpfote keuchte zittrig. Und trotzdem. Sie würde ihn nicht töten! Oder? "Du hast nicht mehr viel Zeit." Wie zur Bestätigung lichtete sich der Nebel etwas und die Sonne erschien. Es war kurz vor Sonnenhoch. "Willst du wirklich so enden wie wir? Wir ekeln dich an, ich weiß es. Willst du wirklich so werden? Willst du uns diesem Schicksal überlassen?", mit einem traurigen Blick verschwand der Kater. Windpfote wich zurück. Ihr Bein machte sich schmerzhaft bemerkbar. Die stumme Kätzin war ihr einen langen Blick voller Trauer und Enttäuschung zu, bevor sie verschwand. "Sie ist deine Mutter", plötzlich schwebte Schneeherz vor ihr. Voller Entsetzen wich Windpfote weiter zurück und spürte Kälte an ihrem Schwanz: Die stumme Kätzin. Sie schrie auf. "Ist ja gut! Ich mach's!"


    Kapitel 6

    Die Katzen verschwanden. Sie war allein. Es war noch immer nebelig. Panisch sah sie sich nach dem Rest der Patrouille um. Sie konnte gerade noch die Silhouetten einer Katze erkennen. Sie musste Rubinkralle weglocken! Plötzlich verspürte sie ein heftiges Ziehen am Schwanz. Etwas knackte. Schmerzerfüllt schrie sie auf. Kurz überlegte sie sich nach ihrem Schwanz umzudrehen, beschloss dann aber, dass sie lieber gar nicht wissen wollte, was da so höllisch weh tat. "Windpfote?", sie hob den Kopf, die anderen sahen sie besorgt an. "Was ist mit deinem Schwanz passiert?", Sandpfotes verstörte Stimme bestärkte sie in ihrem Beschluss, nicht nach zu sehen. Jetzt musste sie schnell sein! Sie musste sich eine vernünftige Erklärung einfallen lassen und die Patrouille trennen! Wollte sie das wirklich? Es spielte keine Rolle! Sie musste! "Streuner", setzte sie an, "sie sind über die Grenze gekommen und weiter ins Territorium gelaufen". Die anderen sahen sie skeptisch an. "Sie wollen sich den Nebel zu nutze machen! Vielleicht greifen sie das Lager an!", ihre Stimme war schon wieder viel zu hoch. Rubinkralle schüttelte den Kopf, "Du musst zum Heiler." Er drehte sich nach Weidenherz um. "Nein, du musst dich mit Kalkstern beraten! Es waren viele!", die Verzweiflung in ihrer Stimme ließ Rubinkralle schließlich nachgeben. "Also gut, ich bring dich ins Lager und ihr beide kontrolliert die Grenze weiter."
    Die Augen im Nebel schienen jeder ihrer Bewegungen zu folgen. Rubinkralle lief schnell. Windpfote biss die Zähne zusammen und gab sich große Mühe die heftigen Schmerzen in ihrem Bein zu vergessen. Auch ihr Schwanz tat irgendwie nicht, was er sollte. Auf einer kleinen Lichtung blieb sie stöhnend stehen. Rubinkralle drehte sich fragend nach ihr um. Der Nebel bildete eine Wand um die Lichtung. Windpfote zitterte. "Kommst du?", fragte Rubinkralle entnervt. Windpfote schüttelte den Kopf, "Wir müssen nicht weiter." Langsam kam sie auf ihn zu. Sie konnte ein Humpeln nicht mehr verbergen. Rubinkralle starrte ihr Bein an. Dann sah er sich panisch um. Auch Windpfote hob den Kopf. Die Lichtung war umgeben von den Ruhelosen. "Erkennst du sie?", Schneeherz trat vor. Der Hass auf ihrem entstellten Gesicht machte Windpfote Angst. Rubinkralle riss die Augen auf und wich zurück. "Das ist Blattpfote", fuhr Schneeherz fort. "Ihr! Schneeherz? Aber..." Rubinkralle brachte nur noch Gestammel heraus. "Ja wir. Jetzt endlich wirst du für das bezahlen, was du uns angetan hast!", ihre Stimme war eiskalt. Die Katzen verkleinerten den Kreis. Rubinkralle sah sich nach allen Seiten um, fand aber keine Fluchtmöglichkeit.
    Schneeherz setzte an, um noch etwas hinzuzufügen, wurde aber von einem lauten Schrei unterbrochen. Entsetzt stellte Windpfote fest, dass er von ihr gekommen war. Sie stand jetzt direkt vor Rubinkralle, oder vielmehr lag sie. Ihr rechtes Hinterbein tat höllisch weh und gehorchte ihr nicht mehr. Alleine konnte ihr verletztes linkes Bein sie nicht tragen. Mühsam stemmte sie sich mit den Vorderbeinen in eine halb sitzende Haltung. Der Schmerz verschleierte ihre Sicht. "Erkennst du das wieder?", Schneeherz Stimme war ruhig und kalt wie ein Eiszapfen. Rubinkralle schüttelte panisch den Kopf, jedenfalls glaubte Windpfote das. Sie konnte ihn nicht mehr klar sehen. "Das warst du!", Schneeherz wandte sich an Windpfote, ihre Stimme war nur noch ein Zischen, "Tue es! Jetzt!" Im selben Moment stach der Schülerin etwas in die Kehle. Sie spürte wie etwas Warmes ihren Hals hinunter lief. "Jetzt!"
    Mit letzter Kraft hob sie den Kopf. Rubinkralle stand stocksteif da. Nur langsam richteten sich seine ungläubig geweihten Augen auf sie. Sie wollte tief Atem holen. Es ging nicht. Alles verschwamm vor ihren Augen. Sie hörte nichts mehr. Mit einer letzten Anstrengungen öffnete sie das Maul und biss zu. Sie traf auf Pelz. Ihr Mund füllte sich mit einer Warmen Flüssigkeit.
    Sie sackte zu Boden. Ein letztes Mal klärte sich ihre Sicht. Rubinkralle stand unverändert da. Aus seiner Kehle strömte Blut. Ungläubig sah er sie an. Dann brach er zusammen.
    Um sie herum wurde es dunkel.

    8
    Klettkralles’Geschichte:


    PROLOG
    Die Nacht war finster – nicht einmal der Mond schaffte es, sein Licht durch die unzähligen Nadeln der Kiefern zu schicken. Es herrschte totale Stille, selbst die Eulen schienen zu schweigen. Da trat ein Kater auf die Lichtung. Unter seinem verfilzten Fell zeichneten sich deutlich die Knochen ab. Seelenruhig ließ er sich nieder, ungeachtet der Nadeln sie sich in seinem Fell verfingen. Da klang eine Stimme aus dem nichts… „Schattenseele…“ Eine Kätzin trat aus dem Schatten des Waldes zu ihm, ihre Pfoten hinterließen keine Spuren, kein Geräusch. Der Kater – Schattenseele – blickte hoch. „Ahornlicht… Wie läuft der Plan?“ „Sehr gut. Unsere Armee wächst von Tag zu Tag. Wir werden schon bald in der Lage sein, sie anzugreifen.“ „Schön. Und jetzt komm.“ Ohne ein weiteres Wort zu wechseln verließen die beiden die Lichtung und verschwanden in der Dunkelheit.

    CHAPTER ONE – UNKNOWN
    Haselsprung stürmte durch die Nacht, ihre Pfoten berührten kaum den Boden. Es kam nicht häufig vor, dass sich ein Kaninchen zwischen die Bäume verirrte. Es würde bestimmt bis zu drei ihrer Clangefährten satt machen, und – das wichtigste – sie würde vielleicht nicht bestraft werden, weil sie es nicht geschafft hatte, die Maus zu fangen. Im Zick-Zack jagte sie dem Kaninchen hinterher, immer schneller und schneller, bis sie selbst kaum noch die Umgebung wahrnahm. Dann – der entscheidende Sprung. Perfekt landete sie auf dem Kaninchen, ihre Zähne gruben sich in das zarte Fleisch, bis man Knochen knacken hörte. Haselsprung nahm ihre Beute und machte sich auf Richtung Lager. Auf halbem Weg hörte sie eine Stimme. Sie hörte sich merkwürdig vertraut an… Haselsprung brauchte eine Weile, doch dann verstand sie es. Diese Stimme klang genauso wie die ihrer toten Mutter! Ohne zu zögern raste sie durch das Dickicht. Sie dachte an früher, als sie noch keine Sklavin war, sondern mit ihrer Mutter im RegenClan lebte… Als sie auf einer Lichtung stand, blieb sie stehen. Hier schien die Stimme herzukommen… Da trat sie auch schon aus dem Schatten, Flutfeuer, ihre Mutter. „E-Es tut mir so leid, Mum…“, begann sie zu sagen. Sie konnte es immer noch nicht fassen, und doch stand ihre Mutter hier, nur wenige Fuchslängen von ihr entfernt. „Ist schon okay, Schatz. Ist schon okay.“ Zitternd ging Haselsprung auf Flutfeuer zu – da hörte sie einen Ruf. „Haselsprung, wo bist du? Komm sofort her!“ Felsenkralle – ihr Gefährte. Sie hatte nicht mehr viel Zeit… Entweder sie ging zurück zu ihrem Clan und war wieder eine Sklavin – oder sie ging mit ihrer Mutter und vielleicht würde alles gut werden. Es war klar, wozu sie sich entscheiden würde. „Mum? Können wir von hier verschwinden?“ Haselsprung klang ängstlich und das war sie auch. Ihre Mutter nickte. „Natürlich. Komm nur her.“ Sie trat zu Flutfeuer und schmiegte sich an sie. Dann spürte sie irgendetwas an ihrem Hinterkopf und fiel um.

    9
    Ihr habt darauf gewartet...

    Luffy 124
    |||

    Hidden Teardrop(snow) (Ich habe leider vergessen, deine Story einzutragen, sorry snow...)
    ||

    Silberschwinge/Tauschatten
    |

    Blumenfell

    Drachenjunges


    Schatten
    ||||| |

    Somit ist auf dem 1.Platz...

    SCHATTEN! MIT GANZEN SECHS STIMMEN!

    Auf dem zweiten Platz...

    LUFFY 124 MIT DREI STIMMEN!

    Und auf dem dritten Platz...
    TEARDROP MIT ZWEI STIMMEN!

    Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner*applaudiert*

    10
    Ihr habt drei Monate gewartet...Luffy ist fast vor Einsamkeit gestorben.
    Doch jetzt ist es endlich da...
    Das nächste Thema ist...


    TRANSGENDER

    Also eine Kätzin oder ein Kater, der/die gerne das andere Geschlecht haben würden.
    Beschreibt bitte ausführlich die Gefühle und Gedanken der Person.
    Eurer Kreativität ist (fast) keine Grenzen gesetzt!
    Nonbinary, agender etc.sind ebenfalls erlaubt.
    Viel Spaß beim Schreiben, gute Ideen und gute Monate!

    Das nächste Thema wird am 3.März bekannt gegeben.

    11
    Meine Geschichte:

    Wenn Gedanken alle Regeln brechen

    Erklärung der allgemeinen Situation:
    Es geht um eine Gruppe Katzen die sich Flammenstreuner nennen.Dort sind Kater sehr hoch angesehen, Kätzinnen jedoch sind nichts als Beutebeschafferinnen, Sklaven und Jungenmaschinen.Eine Kätzin muss in ihrem Leben mindestens zwei Würfe gehabt haben.
    Die Gruppe der Kätzinnen kann man eher als“Clan“bezeichnen, denn diese halten zusammen und kümmern sich gemeinsam um Junge, Schwache oder Ältere.Bei den Katern ist das eher weniger der Fall.
    Rasputin ist ein angesehener Krieger der Betas.Der Alpha der Flammenstreuner heißt Tiger.

    1.Kapitel
    Rasputin saß einfach nur da und blickte sich um.Er musste die Augen zusammenkneifen, um sie vor dem frostigen Wind zu schützen, wodurch seine Sicht recht eingeschränkt war.Der Himmel war dunkel und wolkenbedeckt, die nichts als große, dunkle Haufen bildeten, was auf den baldigen Regen hindeutete.Dennoch erblickte er die Umrisse seiner Beta-Kumpanen, die sich etwas Beute teilten.Eigentlich sollte er bei ihnen sein, doch aus irgentwelchen Gründen streubte sein Geist sich erbittert dagegen.Plötzlich wütete eine besonders heftige Bö durch das provisorische Lager und ein Junges schrie.“Will Milch! Es ist kalt!“Rasputin erkannte das schwache Piepsen von Schmutzjunges, Drecksgeists kleiner Tochter.Der Beta erblickte die Mutter, die ihre Tochter an ihren abgemagerten Körper drückte und sie ängstlich wusch.“Sie muss keine Milch mehr für sie haben und alle anderen Kätzinnen sind gerade weg.“
    Rasputin dachte an das liebevolle Zusammenleben der Kätzinnen, die nicht nach große Macht strebten, sondern sich um andere kümmerten.Irgentwas in dem Kater drängte ihn, so zu tun als wäre er eine Kätzin, zu ihnen zu gehören und bei etwas helfen zu können.Die anderen Betas blickten Drecksgeist verärgert an, als ob sie bei etwas sehr wichtigem gestört worden wären und Tiger zischte etwas Abfälliges.Rasputin blickte sich hektisch um, aber alle anderen hatten sich wieder dem großen Reh zugewandt.Schnell packte er ein Eichhörnchen und eilte über die Lichtung zu dem Gebilde, dass man gerade noch als Bau indentifizieren konnte, der den Müttern gehörte.Der Beta zwängte sich durch den schmalen Eingang, der von Brommbeerranken begrenzt war und setzte sich zu Drecksgeist.Die einst so schönen, sanften und hellgrünen Augen hatten die Farbe von Tümpeln angenommen und waren voller Sorge über das einzige überlebende Junge in ihrem zweiten Wurf.Das Herz des Katers wurde von Mitleid überwältigt, als er an die Geburt dachte.Sie war schmerzhaft und lang gewesen, nur um zwei Totgeborene Söhne und eine Tochter auf die Welt zu bringen.Kater bekamen immer sehr angemessene Namen, während die Kätzinnen oft mit Krallengesicht, Fuchsherz oder Schlammgesicht gerufen wurden.“Nimm es, bitte“, flüsterteRasputin eindringlich“Die Kleine braucht Milch und du etwas zwischen die Zähne!“
    „Du nimmst so ein Risiko auf dich...Danke.“Die Stimme der Mutter war kaum mehr als ein Flüstern und sie begann zu essen.“Kein Ding, echt“, murmelte der Kater wie als wäre es das normalste der Welt, das ein Kater der Flammenstreuner einer Kätzin, die in ihrem zweiten Wurf nur eine Tochter hat, Beute bringt.Plötzlich meldete sich die hohe, piepsige Stimme von Schmutzjunges:“Bist du Daddy?“
    Rasputin brach es das Herz, in diese wunderschönen, hellgrünen Augen zu sehen, die die Farbe ihrer Mutter hatten.“Ach, meine Kleine, was würde ich alles geben, mich deine Mutter nennen zu dürfen“, dachte er verträumt, schüttelte sich dann aber und wiederholte den Gedanken in seinem Kopf, nur das er das Wort“Mutter“ durch „Vater“ersetzte.”So stimmt es.Was bei meinen Schnurrhaaren hat mich geritten, um mir zu wünschen ihre Mutter zu sein?”
    “Nein, Schmutzjunges.Leider nicht.”Die Worte stolperten ihm aus dem Maul, als ob er sie nicht länger für sich behalten könne und verließ den Bau.”Rasputin! Was machst du alleine? D-Du bist ein Beta, komm setz dich zu uns”Der Angesprochene erkannte die lallende Stimme von Tiger und hörte das Gejohle der Anderen.Alle schienen große Mengen von Katzenminze genommen zu haben.Seufzend setzte Rasputin sich in Bewegung und lenkte seine Schritte widerwillig zu ihnen.

    12
    Lichtpfotes Geschichte:


    Gefangen

    PROLOG
    Ein Ruf, ein Schrei tönte über die Lichtung inmitten des dichten sumpfigen Waldes, den der NachtClan sein Zuhause nannte. Der Kater wandte ruckartig den Kopf. Seine Gefährtin! Die Jungen kamen! Sofort sprintete er los, ein unglaubliches Gefühl, wie seine Pfoten immer wieder auf dem balaubten Boden aufkamen und dabei feuchte Erde und Blätter aufwirbelten. Völlig außer Atem kam er in der Kinderstube an, wo Schattenfell lag. Auch der Heiler, Schwarznacht, war bereits vor Ort. „Kommen sie?“ „Oh ja“, nickte Schwarznacht. „Sie werden wunderschön sein, Morgenstern.“ Seine Stimme klang so sanft und freundlich, wie man es von ihm gewohnt war. Ein Schmerzenslaut von Schattenfell jagte ihm einen Schauder über den Rücken und sorgte dafür, dass sein Nackenfell sich aufstellte. „Du schaffst das, Schattenfell. Das weiß ich“, versuchte der Anführer ihr Mut zuzusprechen. Dankbar schnurrte sie und schloss die Augen, nur einen kleinen Moment lang, bevor die nächste Wehe sie überrollte.

    „Wie nennen wir sie?“, fragte Schattenfell mit ihrer sanften, melodischen Stimme, die er so sehr lieben gelernt hatte. Morgenstern betrachtete die beiden kleinen Kater, von denen einer goldgelb schimmerndes Fell hatte, das des anderen schimmerte silbrig grau. „Sonnenjunges und Mondjunges?“, schlug er vor. „Ja. Ja, das klingt wunderschön“, erwiderte Schattenfell voller Glück. Auch der Kater bemerkte, wie seine Brust vor Stolz ein wenig anschwoll. Seine Gefährtin und er waren endlich Eltern geworden, an diesem schönen Abend am Anfang des Blattfalls. Schon jetzt war er sich sicher, dass beide seiner Söhne einmal herausragende Krieger werden würden.

    KAPITEL 1 - BRUDERHERZ
    Die Sonne schien durch das rote und gelbe Laub auf den Waldboden und ließ die Blätter der Bäume leuchten, als wäre jedes einzelne von ihnen ein kleines loderndes Feuer, das sich gegen den hellblauen Himmel abhob. Wenn man nach oben sah, konnte man die weißen Wolken sehen, die immer wieder neue Figuren bildeten, ganz so als wäre es ihr Ziel mich zu beeindrucken. Sollten die Wolken versuchen, mich mit ihren Blüten, Sternen und Kaninchen dazu zu bringen, sie zu bewundern, dann war ws ihnen auf jeden Fall gelungen. Ich liebte es in den Himmel zu blicken und den weißen Wattebäuschen dabei zuzusehen, wie sie ihre Geschichten aus Bildern und Formen erzählten. Manchmal fühlte ich mich, als könnte ich das den ganzen Tag lang tun, Kriegerzeremonie hin oder her. Ja, mein Bruder Sonnenpfote und ich hatten die Prüfung unserer Mentoren sehr erfolgreich absolviert, und nun durften wir Krieger werden, mit gerade einmal 14 Monden. Fast fühlte ich mich noch zu unreif dafür, so als wäre ich nicht bereit, meinen Posten als vollrangiger Krieger anzutreten. Ich war noch nicht einmal besonders stark oder muskulös, eher im Gegenteil, ich war ein kleiner, zierlicher Kater, dessen Figur mehr auf die Beschreibung einer typischen Kätzin passte. Meine Waffe war mein messerscharfer Verstand, ganz im Gegenteil zu meinem Bruder. Er schlug lieber kopflos auf alles ein, was ihm vor die Nase kam. Ich verurteilte ihn nicht dafür. Er war schon als Junges immer ein richtiger Hitzkopf gewesen, der sich von seinen Instinkten treiben ließ und im Kampf oder auf der Jagd selten einen kühlen Kopf bewahren konnte. Eigentlich waren sie vollkommen unterschiedlich. Nicht einmal vom Aussehen her konnte man denken, dass wir Brüder waren. Sonnenpfote hatte das goldene Fell unseres Vaters Morgenstern, des Anführers des NachtClans geerbt, während ich das Grau unserer Mutter Schattenfell abbekommen hatte, nur mit einem silbrigen Glanz, den ihr dichter Pelz nicht aufzuweisen hatte. Man konnte sagen, wir waren so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Oder wie Sonne und Mond, denn doch konnte keiner von uns ohne den anderen existieren. Für mich ein tröstlicher und schöner Gedanke, denn die Verbindung zu meinem geliebten Bruder bedeutete für mich die Welt. Für ihn würde ich alles geben, auch wenn es meinen Tod bedeuten würde. „Mondpfote!“ Ich blinzelte zweimal und sah mich mit meinem nachtblauen Blick nach der Quelle dieses Rufes um, als ich auch schon Sonnenpfote auf mich zukommen sah. „Los, komm. Die Zeremonie fängt gleich an, und ich bin total aufgeregt. Ich freue mich, dass wir endlich Krieger sein dürfen, Bruderherz.“ Bruderherz. Wie das klang. Irgendwie nicht nach mir, so fremd. Wieso war mir das nie aufgefallen? Ich sah an mir herab. Betrachtete die zierliche Statur, über die ich mich bereits unzählige Male beschwert hatte. Störte sie mich wirklich so sehr, wie ich immer dachte? „Hallo, Mondpfote! Los jetzt!“, drängte mein Bruder eifrig, aber ich hörte auch die Aufregung, die in seiner Stimme mitschwang. „Ich komme schon“, entgegnete ich, worauf er lostrabte. Mir blieb kaum etwas anderes übrig, als ihm zu folgen und meine Überlegungen zu unterbrechen. Was hatte ich da gerade eigentlich gedacht? Was zum Kukuck war plötzlich in mich gefahren?

    „Sonnenpfote, du warst ein starker und tapferer Schüler. Nun bist du bereit, ein Krieger zu werden. Von nun an soll dein Name Sonnenheide lauten.“ Zustimmendes Gemurmel wurde unter den Katzen unter dem Felsen laut, auf dem sie standen und von dem aus unser Vater Morgenstern die Worte an den Clan richtete. „Mondpfote, auch du hast deine Qualitäten als besonders cleverer Schüler unter Beweis gestellt. Auch du sollst noch an diesem Abend zum Krieger ernannt werden. Mit der mir vom SternenClan gegebenen Kraft verleihe ich dir den Namen Mondtänzer.“ Wieder wurde Zustimmung unter den Clankatzen laut, aber ich wusste nicht so recht, was ich davon halten sollte. Mondtänzer, das war ich. Ein Krieger, den alle für bereit hielten. Aber ich wollte noch kein Krieger sein. Ich mochte das Leben in den Schatten, denn sie gaben mir die Freiheit, einfach ich selbst zu sein und mich niemandem zeigen zu müssen. Doch nun sollte ich als Krieger hervortreten, ins Licht des Stolzes von Morgenstern. Nein. Ich war noch nicht bereit. Nicht mit diesem Ziehen im Bauch, das ein seltsames Unwohlsein in meinem gesamten Körper hervorrief.


    KAPITEL 2 - KRIEGER
    „Mondtänzer… das klingt wundervoll. Der Name passt perfekt zu dir und deiner Eleganz“, schnurrte Blütenrose. Sie war einen Mond älter als ich und bereits vor einem Viertelmond zur Kriegerin ernannt worden. Ich nickte nur, ganz so, als hätte ich vergessen, dass die Sonne bereits wie ein glühender Feuerball hinter den Hügeln in der Ferne verschwand. Unsere Nachtwache war längst vorbei. „Ich gehe jagen“, miaute ich, was nur ein Vorwand war, um meinen Lieblingsplatz aufzusuchen. Ich eilte aus dem Lager und über einen kleinen Pfad, den ich mir einst durchs Dickicht gebahnt hatte, gelangte ich zu dem hohen Felsen am Rande des Waldes, der sich majestätisch über einen kleinen See erhob. Hier waren keine Bäume im Weg, die mit ihren Ästen wie mit Pfoten mit ausgefahrenen Krallen nach der glimmenden Sonne griffen und mir die Sicht versperrten. Ich liebte es hier zu sitzen und mir vorzustellen, wie ich eines Tages gemeinsam mit der Sonne hinter den Hügeln verschwinden würde. Jetzt bemalte sie den ausnahmsweise wolkenlosen Himmel mit den Farben Rot, Orange und Lila, wie mit einem unsichtbaren Pinsel, den nur sie ganz allein benutzen konnte. Und nach der Sonne und dem letzten Glühen des Tages kam der Mond, und mit ihm die Nacht, die sich wie ein dunkler Schleier über alles um mich herum legte und die Dinge auf magische Weise in ihrem ganz eigenen Stil zu verändern schien. Hier war ich einfach ich selbst. Hier, an diesem Platz war ich nicht dazu gezwungen ein starker, schlauer Kater zu sein, der seinen Vater stolzmachte und den ganzen Tag damit zubrachte, Blütenrose Komplimente zu machen, zu jagen und Kampftechniken zu trainieren. Das war vielmehr die Aufgabe meines Bruders Sonnenheide. Ich dagegen hatte schon als Junges immer wie meine Mutter sein wollen. Wie Schattenfell, obwohl sie eine Kätzin war und ich nur ein verwirrter kleiner Kater, besonders nach meiner gestrigen Entdeckung. Ich hatte absolut kein Problem damit, wenn jemand mich fälschlicherweise als Kätzin wahrnahm.

    Es war stockfinster im Wald. Mond und Sterne waren von schweren dunklen Wolken bedeckt, die ganz den Anschein erweckten, als würde es noch in dieser Nacht Regen geben. Ich liebte den Regen, aber nur, solange ich mich in mein warmes trockenes Nest kuscheln konnte, während der Himmel seine Tränen auf die Erde fallen ließ. Zu blöd, dass ich solange auf dem Felsen meinen Gedanken nachgehangen hatte. Morgenstern würde fragen, wo ich gewesen war und Blütenrose würde sich wundern, weil ich ohne Beute von der Jagd zurückkam. Vor mir tauchte der Eingang unseres von Büschen und Bäumen umgebenes Lager auf. Ich sprintete darauf zu, so schnell meine dünnen Beine mich trugen. Mein alter Mentor Sturmklaue erwartete mich dort bereits. „Blütenrose sagte, du seist auf der Jagd. Wo hast du deine Beute?“, fragte er misstrauisch. „I-ich habe nichts gefangen…“, stotterte ich wahrheitsgemäß. „Hast du wieder nur gefaulenzt? Beim SternenClan, ich hätte dich durch die Prüfung fallen lassen sollen. Du taugst als Krieger rein gar nichts! Vielleicht solltest du mit den Kätzinnen in der Kinderstube bleiben und die Kleinen hüten. Du verhältst dich ohnehin als wärst du eine von ihnen!“, schimpfte der Kater, bevor er sich umdrehte und davonging. Was hatte er gesagt? Ich verhielt mich wie eine Kätzin? Seltsamerweise erfüllte mich das mit einem warmen Gefühl des Stolzes und ich spürte, wie meine Brust ein wenig anschwoll. Wie sehr wünschte ich doch, ich wäre wirklich eine Kätzin. Irgendwann hätte ich einen Gefährten und eigene Jungen… eine unglaubliche Vorstellung. „Da bist du ja, Mondtänzer! Ich muss dringend mit dir reden!“, holte mich Sonnenheides Stimme zurück in die Wirklichkeit. Was hatte ich da gerade nur wieder gedacht? „Es geht um Blütenrose“, sagte mein Bruder, nach dem er außer Atem vor mir zum Stehen gekommen war. „Sie will deine Gefährtin werden.“



    KAPITEL 3 - SCHWESTERHERZ
    Ich japste erschrocken und überrascht zugleich nach Luft. Wobei, wirklich überrascht war ich eigentlich nicht. Blütenrose war schon die ganze Zeit so komisch gewesen. „Alles in Ordnung?“, fragte Sonnenheide mich besorgt. „Ja. Ich frage mich nur, was sie sich denkt. Warum will sie ausgerechnet meine Gefährtin werden?“, wunderte ich mich. „Weil du ein toller Kater bist?“, entgegnete Sonnenheide mit leicht fragendem Unterton. Wie ich ihn liebte. Er fand wirklich immer die richtigen Worte, um mir Mut zu machen. Allerdings konnte ich seine Ansicht nicht teilen. „Sonnenheide, ich... ich hab da etwas übersehen... ich glaube, ich bin eine Kätzin“, miaute ich zaghaft. „Moment mal, was? Nein Mondtänzer, du bist ein Kater!“ Mein Bruder schüttelte energisch den Kopf. Er verstand es nicht, wie auch? Aber was sollte ich sonst sagen? „Vorhin meinte Sturmklaue, ich würde mich wie eine Kätzin verhalten. Und das hat mich stolz gemacht. Seit der Zeremonie gestern... denke ich wirklich darüber nach“, maunzte ich. „Also... du meinst du bist eine Kätzin nur im Körper eines Katers?“ Ich nickte, worauf mein Bruder erneut den Kopf schüttelte. „Verstehe ich nicht“, meinte er trocken. „Ich erwarte gar nicht, dass du mich verstehst. Ich will nur, dass du mich akzeptierst, als Mondtänzerin“, murmelte ich leise. „In Ordnung... Schwesterherz. Soll ich Blütenrose holen?“ Innerlich jubelte ich vor Freude. Mein Bruder war einfach der Größte! Ich kannte niemanden, der damit so gelassen umgegangen wäre wie er. Ja, ich war mir mittlerweile sehr sicher, dank der Situation, in die ich eben mit Sturmklaue geraten war. Ohne es zu wissen, hatte er mir mit seiner Standpauke vermutlich mehr geholfen, als er sich je hätte vorstellen können. Ich überlegte. Ging das alles zu schnell? Aber es fühlte sich so richtig an... ich musste nur auf meine Gefühle achten, oder? Das hatte Mutter früher immer gesagt. Ich musste auf meine Gefühle achten, denn wenn ich sie nicht richtig wahrnahm, würde ich eines Tages unglücklich sein. Eine Gestalt näherte sich. Braunrotes Fell mit dunkleren Tigerstreifen blitzte auf. Blütenrose. Sie kam zu mir. „Mondtänzer, du wolltest mich sprechen. Hast du es dir schon überlegt?“, fragte sie neugierig und zugleich auch etwas aufgeregt. „Ich, äh - ja, das habe ich.“ „Und?“, drängte sie mich dazu, weiterzureden und meine Antwort endlich preiszugeben. „Nein. Ich bin nicht die Richtige für dich. Such dir am Besten irgendeinen netten Kater, der für dich da sein kann. Ich bin nicht, wofür du mich hältst“, miaute ich sanft. „Natürlich bist du das! Du bist mein Mondtänzer, der Kater meines Herzens!“, rief Blütenrose aus. Was hatte sie da gerade gesagt? Wie konnte sie so ungerecht sein? „Hör auf! Zwing mich nicht dazu! Das bin einfach nicht ich!“ Mit diesen Worten stürmte ich verzweifelt davon, wieder hinein in die dunkle Nacht des Waldes., Warum, warum, warum? Warum hast du das getan?‘, hämmerte die Stimme in meinem Kopf und verursachte ein unnachgiebiges Pochen in meinen Schläfen. Ich versuchte, mich wieder zu beruhigen, doch mein Herzschlag raste, und so lief ich blind davon. Ich wusste nicht mehr, wo ich hergekommen war, nur noch, dass ich gerade völlig durchzudrehen schien. Vor Wut? Nein, nicht Wut. Verdruss? Das traf es auch nicht ganz. Verzweiflung. Ja, Verzweiflung passte perfekt. Ich war überfordert mit Blütenroses Liebesgeständnis und meinen eigenen Gefühlen, und ich war gleichzeitig verzweifelt, weil sie jemanden in mir sah, der ich nicht war. Der ich nicht sein wollte. Ich wollte eine Kätzin sein. Nicht der Kater, der seine Gefährtin beschützt und auf die Jagd geht. Der im Kampf kratzt und beißt und zuschlägt. Der die Patrouillen anführt. Die Rolle, die für mich vorgesehen war, war nicht die Meine. Ich war nur eine Kätzin, die die Erwartungen niemals erfüllen könnte.

    Die Vögel zwitscherten eine wunderschöne Melodie. Zumindest die Vögel, die noch nicht gen Süden gezogen waren. Blinzelnd öffnete ich vorsichtig ein Auge, dann das Zweite. Wo war ich? Ich war noch immer im Wald, so viel stand fest. Aber wo war unser Lager? Nachdem ich gestern in wilder Verzweiflung davongerannt war, hatte ich mich irgendwann erschöpft zwischen den Wurzeln eines größeren Baumes niedergelassen. Ich war so müde gewesen, dass ich nicht einmal die Motivation hatte, mir aus den vertrockneten Blättern um mich ein behelfsmäßiges Lager zu bauen. Doch sie waren ohnehin jetzt durchnässt. Es hatte in der Nacht also doch noch geregnet. Beim SternenClan, ich musste ja geschlafen haben wie ein Stein, wenn ich nicht einmal das bemerkte. Aber jetzt musste ich sowieso erst einmal nach Hause finden. Wie dumm von mir, einfach davonzulaufen. Ich hatte mir zu meiner Schülerzeit noch selbst geschworen, niemals vor meinen Problemen zu fliehen, sondern mich ihnen zu stellen. Und deswegen musste ich mit Schattenfell und Morgenstern sprechen, ob es mir nun gefiel oder nicht.

    13
    Luffy 124‘s Geschichte:

    PROLOG

    Mit hängendem Schweif schlich Dunkelklaue in Schauersterns Bau. Sie ahnte schon, warum er sie geholt hatte. Und wirklich, kaum hatte sie sich hingesetzt, holte der Anführer tief Luft und sah aus, als müsste er mühsam seinen Zorn im Zaum halten. "Dunkelklaue." Die Art, wie er ihren Namen aussprach, gefiel ihr nicht, aber sie sagte nichts als "Ja?" "Du bist nun schon das dritte Mal heimlich mit auf eine Patrouille gegangen, hast wie ein Kater die Feinde an der Westgrenze bekämpft, obwohl du, ausgerechnet du, als eine intelligente Kätzin, weißt, dass es dir verboten ist. Wieso?" Dunkelklaue seufzte. Wenn sie das wüsste, sie würde es Schauerstern sofort sagen. Nur wusste sie selbst nicht, warum sie schon von klein auf immer lieber mit den Katern Moosball oder Blätterfangen gespielt hatte, anstatt mit den weiblichen Jungen die Wolken zu beobachten oder den Geschichten der Ältesten zu lauschen. Warum sie im Kampf kratzte und biss wie ein Kater und keinen Schmerz zu kennen schien. Warum sie lange mit Schauerstern und ihrer Mutter über ihren Kriegernamen diskutiert hatte, welcher letztendlich zum Gräuel beider und zu ihre Freude doch Dunkelklaue geworden war, und nicht Dunkelrose, wie eigentlich vorgesehen. Sie mochte ihren Namen, auch wenn er wie ein Katername klang. Oder gerade deshalb? "Dunkelklaue, ich habe dich etwas gefragt." Schauerstern klang immer noch zornig. Langsam hob die Kriegerin den Kopf und blickte ihn an. "Schauerstern... ich... ich weiß es nicht." Er zischte leise. "Du kennst unsere Regeln, Dunkelklaue. Kätzinnen bleiben im Lager, ..." "... passen auf die Jungen auf und die Kater jagen und kämpfen. Ich weiß." Schauerstern nickte. "Korrekt. Ich, und auch der gesamte Clan, wir fragen uns, warum du diese Regeln immer wieder brichst." Er schüttelte den Kopf. "Geh, Dunkelklaue." Als sie schon fast am Ausgang war, rief Schauerstern sie noch einmal. Die dunkelgraue Kriegerin drehte sich um. "Was ist denn, Schauerstern?" "Sollte es noch einmal vorkommen, dass du die Regeln brichst, wirst du verbannt. Hast du mich verstanden?" Dunkelklaue schluckte. "Ja, Schauerstern, das habe ich." "Gut. Und nun scher dich fort."


    KAPITEL 1

    Mit einem Seufzer legte sich Dunkelklaue in ihr Nest, bettete das Kinn auf die Vorderpfoten und dachte über Schauersterns Worte nach. 'Du hast wie ein Kater die Feinde an der Westgrenze bekämpft'. Dunkelklaue spürte, wie ein warmes Gefühl des Stolzes durch ihren Körper wogte. Im nächsten Moment rief sie sich zur Ordnung. Sie durfte nicht kämpfen, nicht jagen, nur auf die Jungen aufpassen. Bald würde es Zeit für Dunkelklaue sein, sich einen Gefährten zu nehmen und eigene Junge zu zeugen. Das war Tradition im SonnenClan. Sobald eine Kätzin volljährig war, konnte sie sich vor Umwerbern kaum noch retten. Denn genauso, wie kämpfende Kätzinnen - so wie Dunkelklaue - als anders und seltsam galten, so war es auch seltsam, wenn ein Kater in seinem Leben nicht mindestens eine Gefährtin gehabt hatte. Somit saßen die Kater bereits wartend am Hochstein, wenn eine Kätzin ernannt wurde. Kaum sprang sie vom Hochstein, umschmeichelten sie sie. So war es auch bei Dunkelklaue gewesen. Danach hatte die Kätzin fünf Monde Zeit, darüber nachzudenken, und nach diesen fünf Monden ihre Wahl zu verkünden. Mit diesem Kater würde sie sich paaren, Junge bekommen, und diese aufziehen. Sobald die Jungen Schüler waren, trennte sich das Pärchen jedoch wieder und die Kätzin nahm sich den nächsten Kater. Daher war es auch nicht schlimm, wenn sich eine Kätzin nach ihren fünf Monden Bedenkzeit nicht ganz zwischen zwei Katern entscheiden konnte. Sie nahmen sich dann eben erst den einen, und dann den anderen zum Gefährten. Manchmal, so dachte Dunkelklaue, schien der Clan zu vergessen, dass Kätzinnen auch Lebewesen waren. Sie stand auf und streckte die Glieder, die vom Liegen ganz steif geworden waren. Als sie aus dem Kriegerbau trat, stand die Sonne bereits tief. Jede andere Katze hätte jetzt erschrocken gezuckt und sich so schnell wie möglich der letzten Jagdrotte angeschlossen, um wenigstens ein klein wenig nützlich gewesen zu sein. Nicht so Dunkelklaue. Sie legte sich ins Lager und begann sich zu putzen. Schon immer war die Fellwäsche nicht gerade ihre Lieblingsbeschäftigung gewesen, und auch heute noch sah ihr Fell ziemlich strubbelig aus, nachdem sie es gewaschen hatte. Als Junges war sie immer weggelaufen, wenn ihre Mutter sie und ihre Geschwister zur Fellwäsche gerufen hatte. Zusammen mit ihren Brüdern, Graupelz und Mondschweif, hatte sie sich kichernd unter den Nestern im Kriegerbau versteckt und so getan, als wäre ihre Mutter ein böses Monster, welches sie natürlich sofort fressen würde, wenn es sie fand. Jedes Mal, wenn ihre Mutter sie erwischte und zu putzen begann, quietschten die Kleinen erschrocken. Das Monster durfte sie nicht haben! Dunkelklaue schnurrte unwillkürlich bei dem Gedanken. Ihre Brüder waren noch draußen, auf Grenzpatrouille, und sie wünschte sich, sie könnte bei ihnen sein. Warum eigentlich?, dachte Dunkelklaue plötzlich. Warum möchte ich mich wie ein Kater verhalten? Aber sie schob den Gedanken weg, als ihre Schwester auf einmal vor ihr stand. Dunkelklaue war eins von fünf Jungen, und während ihre Brüder gleichzeitig auch ihre besten Freunde waren, fanden ihre Schwestern Sandblick - die im Clan für ihre gelben Augen bekannt war - und Steinnebel sie unnormal. Dunkelklaue fand ihre Schwestern dafür hochnäsig, aber das sagten sie einander natürlich nie. "Rutsch mal ein Stück", miaute ihre Schwester. "Wolkenjuwel und ich wollen uns setzen." Am liebsten hätte Dunkelklaue geantwortet; "Setzt euch doch in die Pfütze da drüben", aber sie wusste, dass das sofort einen Streit vom Zaun brechen und Wolkenjuwel sie bei Schauerstern verpetzen würde. Dass Sandblick auch ausgerechnet mit dem Zweiten Anführer zusammensein musste! Also rückte Dunkelklaue stumm zur Seite, wobei sie kurz auf Sandblicks runden Bauch schielte. Bald würde es soweit sein. Dunkelklaue schnaubte kaum hörbar. Sie war schon zweifache Tante. Steinnebel hatte mit ihrem Gefährten zwei Junge bekommen und Mondschweif war im Dienste der Clantradition, wie er ihr erzählt hatte, vierfacher Vater. Graupelz und seine Gefährtin waren ebenfalls auf einem guten Weg. Kurz; Dunkelklaue war die Einzige unter den Geschwistern, die weder einen Gefährten noch Junge hatte und wollte. Sandblick nickte ihrer Schwester inzwischen zu, bevor sie begann, sich mit Wolkenjuwel die Zungen zu geben. Steinnebel kam nun auch noch dazu und setzte sich auf Dunkelklaues andere Seite. "Wir müssen reden", sagte sie. Wenn Dunkelklaue eins nicht wollte, dann war es 'reden', weil das bedeutete, dass Steinnebel ihr einen Vortrag hielt, der noch bis Sonnenhoch in zwei Wochen dauern würde. Aber auch dieses Mal ließ sie keine Einwände aufkommen und sah Steinnebel bloß auffordernd an. "Es geht um dich, Dunkelklaue. Um dich und dein Verhalten." Verhalten. Wie sie dieses Wort hasste! "Du...", Steinnebel suchte nach Worten. "Du verhältst dich wie ein Kater!", zischte sie schließlich eindringlich. "Ich weiß", erwiderte Dunkelklaue nur. Was erwartete Steinnebel denn von ihr? Dass sie das Offensichtliche widerlegte, weswegen sie ohnehin schon der halbe Clan komisch fand? "'Ich weiß'? Das ist alles? Dunkelklaue, das geht so nicht. Du bist eine Kätzin, kein Kater, und ich erwarte von dir, dass du dich wie eine verhältst!" 'Du bist eine Kätzin, kein Kater.' Während Steinnebel weiter redete, klangen diese Worte in Dunkelklaues Kopf nach, ohne sich vertreiben zu lassen. Sie wurden lauter und lauter, bis Dunkelklaue schließlich aufsprang. Überrascht blickten alle Katzen auf der Lichtung ihr nach, als sie aus dem Lager rannte. "Was hat sie denn nun schon wieder?", erkundigte sich Sandblick, und es klang, als würde sie fragen, ob ein Fuchs aus dem Territorium vertrieben wurden war. Steinnebel zuckte die Schultern und rückte näher zu ihrer Schwester. "Ich habe ganz normal mit ihr geredet."


    KAPITEL 2

    "Du bist eine Kätzin, kein Kater!", schrie Dunkelklaue außer Atem. Sie stand an einer großen Schlucht, ihrem Lieblingsplatz im Territorium. Inzwischen wurde es so dunkel wie ihr Name, als Dunkelklaue auf einem Stein, der dort lag, zusammensank und sich alles von der Seele weinte. Wie lange hatte sie nicht geweint? Wie lange hatte sie so getan, als sei alles in Ordnung? Tage, Wochen, Monde? Sie wusste es nicht mehr. Alles drehte sich. Doch dann, nach einem Schluchzer, musste sie aufhören. Sie hatte keine Tränen mehr, konnte nicht mehr weinen. Dunkelklaue sah hinter sich in den Wald. Die Nacht hatte ihren schwarzen Pelz über die Welt gelegt und es gab keine Möglichkeit, zurück zum Lager zu finden, ohne sich zu verlaufen. Aber wollte sie überhaupt zurück ins Lager? Zurück zum Clan? Einem Clan, der sie abartig fand?

    Als Dunkelklaue die Augen blinzelnd öffnete, hätte sie sie am liebsten gleich wieder geschlossen, denn ihr fiel ein Regentropfen direkt hinein. Komisch. Seit wann regnete es denn in den Kriegerbau? Im nächsten Moment fiel ihr auf, dass sie sich gar nicht im Kriegerbau befand. Murrend drehte sie sich auf den Bauch, nur um sich sofort aufzurichten, denn alles war matschig. Genervt stellte Dunkelklaue sich also auf die Pfoten und schüttelte sich, sodass der Matsch nach allen Seiten spritzte. Sowohl das Wetter als auch die ganze Umgebungssituation entsprachen ziemlich gut ihren Gefühlen. Genauso kalt und nass wie die Wahrheit. Und die Wahrheit war... ja, was war die Wahrheit denn eigentlich? War sie keine Kätzin? Nein. Sie war eine Kätzin. Sie war als Kätzin geboren und würde immer eine bleiben. Doch warum konnte sie andere Katzen nicht dazu bringen, sie als Kater zu akzeptieren? Sie konnte kein Kater werden. Das widersprach den Gesetzen der Natur. Doch sie konnte sich wie einer verhalten und vielleicht irgendwo auch als einer akzeptiert werden. Dunkelklaue hatte gar nicht gemerkt, dass sie losgelaufen war. Kopfschüttelnd vertiefte sie sich wieder in ihre Gedanken. Erst, als der Wald, neben dem sie entlanggelaufen war, ein jähes Ende nahm, hob sie den Kopf. Nach einer Minute erkannte sie die Gegend erst und stieß ein ersticktes Fauchen der Überraschung aus. Die Westgrenze! Das hieß, hier mussten irgendwo feindliche Katzen sein. Jene, die sie vor gar nicht allzu langer Zeit bekämpft hatte. Dunkelklaue witterte. Sie roch nichts außer der im Regen frisch gebadeten Luft. Also senkte sie den Kopf wieder und setzte ihre Schritte fort. Auf einmal hörte sie ein Fauchen vor sich. Dunkelklaue zögerte nicht; sie schaute hoch, fixierte die Kehle ihres Gegenübers und sprang es an, wobei sie die Kehle mit einer Pfote umschloss. "He!", krächzte der Kater. "Was hab ich dir denn getan?" Erstaunt erkannte die Kätzin ihren Bruder Graupelz. Sofort ließ sie von ihm ab und setzte sich hin. "Entschuldige. Ich habe dich nicht erkannt." Graupelz rappelte sich umständlich hoch. "Was machst du überhaupt hier draußen?", erkundigte er sich, während er sich ein wenig Dreck aus dem Fell schüttelte. Dunkelklaue machte ihr matschiges Fell nichts aus. "Lange Geschichte. Und was machst du hier?", gab sie die Frage zurück. Plötzlich wurde Graupelz ernst. "Ich suche Mondschweif. Wir waren zusammen auf einer Patrouille, und auf einmal war er weg. Ich bin schon die halbe Nacht auf der Suche nach ihm. Die anderen sind zurück ins Lager gegangen, sie meinen, es hat in der Nacht keinen Sinn. Aber wenn ihm nun was passiert ist? Dann kann man nicht schnell genug handeln, oder was meinst du?" Dunkelklaue hatte seinem Redefluss erstaunt zugehört. "Wenn ich dir helfe, ihn zu finden, tust du mir dann einen Gefallen?", erkundigte sie sich, ohne auf seine Frage einzugehen. "Natürlich", miaute Graupelz sofort und erhob sich. Dunkelklaue tat es ihm nach.
    Sie befanden sich schon wieder in der näheren Umgebung des Lagers, da roch Dunkelklaue durch den Regengeruch eindeutig etwas Vertrautes. Sie machte Graupelz darauf aufmerksam und nicht lange danach hatten die beiden ihren Bruder gefunden, der mit der Pfote unter einem Stein festklemmte. Mit vereinten Kräften rollten die beiden den Stein beiseite und Mondschweif stand vorsichtig auf. Er humpelte zwar noch etwas, meinte aber, das ginge ganz bestimmt, wenn er ein paar Tage ruhte. Dankbar sah Graupelz seine Schwester an; "Also, was für einen Gefallen sollte ich dir tun?" Sie nahm einen tiefen Atemzug. "Ihr beide, ihr mögt mich doch, oder?", fragte sie dann. "Aber natürlich! Wir lieben dich, du bist unsere Schwester!", erklärte Mondschweif. Beim Wort 'Schwester' zuckte Dunkelklaue ein wenig zusammen. "Nein", murmelte sie, "nein, das bin ich nicht." Verwirrt tauschten ihre Brüder Blicke. "Dunkelklaue. Du bist eine Kätzin. Das weißt du, ja?", sagte Graupelz vorsichtig, aber bestimmt. Dunkelklaue schüttelte den Kopf. "Nein. Ich erwarte nicht, dass ihr das versteht. Ich möchte einfach nur, dass ihr mich als Kater akzeptiert." Ein erneuter Blicktausch. Nachdem Dunkelklaue eine Weile in betretenem Schweigen auf ihre Pfoten gestarrt hatte, spürte sich auf einmal zwei Pelze links und rechts von sich. Ihre Brüder drückten sich an sie. "Ich akzeptiere dich als alles. Du bist ein Wurfgefährte von mir!", schnurrte Graupelz. "Von uns beiden, und wir würden dich niemals im Stich lassen", fügte Mondschweif hinzu. Dunkelklaue kuschelte sich an ihre Brüder. "Danke." "Jederzeit... Bruderherz."

    14
    Schattens Geschichte

    Kapitel 1

    Ich könnte diese Pfote stundenlang ansehen! Wie flüssiger Mond - konnte ein Mond flüssig sein? Wahrscheinlich nicht. Aber wenn, dann sähe es genau so aus! - wie flüssiger Mond, der um denn zarten tiefschwarzen Ballen herumfliest, spitze Krallen wie Sterne. Sie wedelt vor mir hin und her. Natürlich, sie will mich wecken. Ich will noch nicht aufstehen! Ich will diese Pfote ewig betrachten.
    Aua! Sie hatte mich geschlagen! Auf die Nase! "Hallo? Stehst du jetzt endlich auf?" Diese Stimme! Wie... Nein! Ich muss aufstehen! Ich darf nicht über diese Stimme nachdenken! Und trotzdem... Nein! Los! Steh auf!
    "Na endlich" Klingt sie etwa belustigt? Egal! Mir ist egal wie sie klingt! Hauptsache sie redet. "Kommst du?" Jetzt ist sie genervt. Ich kenne sie so gut, ich brauche gar nicht nachzudenken. Das macht mich froh. Und es macht mir Angst! Ich sollte sie nicht so kennen! Ich sollte sie nicht so anschauen! Sie...sie dreht sich um? Sie geht? Wie kann sie mir das antuen? Ich muss ihr folgen! Nein, ich sollte ihr nachrufen! Es geht nicht! Wahrscheinlich besser so. Also folgen.

    Aua! Es ist so hell. "Geht doch" Ihre Stimme! Ich muss sie ansehen! Sie ist so schön! Viel schöner im Licht! Sie verdreht die Augen? "Wenn du jetzt auch endlich wach bist, können wir vielleicht mit dem Training beginnen" Ja! Mit ihr trainieren! Ich glaube, ich bin zu begeistert. Sie guckt komisch. "Alle Kater zu mir, alle Kätzinen zu Birkenfell" Was? Was will Hirschstern? Nein! Doch! Was soll ich tun? Bin ich jetzt vollends verückt? Ist es nicht vollkommen klar, wo ich hin muss? Also los! "Ähm, wo gehst du hin?" Ihre Stimme! Oh! Ich bin auf dem Weg zu den Katern! Nein! Ich muss zu den Kätzinen! Ich muss ihr folgen! Ich muss der Wahrheit ins Gesicht sehen. Ich bin kein Kater. Warum? Ich will einer sein! Glaube ich... oder nicht? Ich weiß es nicht! Ich liebe sie. Oder? Geht das?
    WAS BIN ICH?

    15
    Die Gewinner sind:

    Auf dem 1.Platz:
    LICHTPFOTE
    Mit 3 Stimmen

    Auf dem 2.Platz:
    SCHATTEN
    Mit zwei Stimmen

    Auf dem 3.Platz:
    LUFFY124
    Mit einer Stimme

    *applaudiert*Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner!

    16
    Das nächste Thema ist:

    KRANKHEITEN
    Es geht darum, dass eine Gruppe von Katzen(Clan oder was auch immer) von einer Krankheit betroffen wird.Ob euer Protagonist auch betroffen ist oder nicht, müsst ihr selbst entscheiden.Ob es ein Happy End hat oder nicht, ist ebenfalls eure Entscheidung.

    Das nächste Thema kommt am 1.Mai.

    Schöne Monate und gute Ideen!

    17
    Lichtpfotes Geschichte:


    Isolation

    PROLOG
    Ich rannte. Ich liebte es, fangen zu spielen. Und ich liebte es, zu rennen. Meinen Schwestern hinterherzujagen, die wie immer mich zum Fänger bestimmt hatten. Täuschte ich mich, oder wurde die Luft immer dünner? Mir wurde schwindlig und ich fing an, schwerer zu atmen. Nein, nicht jetzt. Nur noch ein paar Schritte, dann hatte ich Heckenpfote doch erreicht! Ich sprintete weiter, musste aber langsamer werden, denn so langsam ging mir die Luft aus. Ich blieb stehen und schnaufte. Das ging so eine Weile, bis sich das Schnaufen in verzweifeltes Ringen nach Luft verwandelte. Ich konnte nicht mehr. Meine Nasenflügel zitterten, meine Lungen brannten wie heißes Feuer. Opalpfote stupste mich an. „He, Wolfspfote! Du musst uns schon nachlaufen, sonst macht das keinen Spaß!“ Ich hatte nicht die Kraft, um ihr zu antworten. Ich stand nur da und rang weiter nach Luft, mein Atem ging rasselnd. „Alles okay?“, fragte Opalpfote. Ich konnte immer noch nicht antworten.
    „Beim SternenClan, Wolfspfote! Was ist mit dir? Es ist nicht witzig!“ Das war Mamas Stimme. Ich machte doch keinen Spaß! Ich bekam keine Luft mehr und wurde immer panischer. Ich wollte jetzt nicht sterben! Die Angst saß mir wie ein hinterhältiger Krieger im Nacken. „Hilfe!“, schrie ich aus Leibeskräften, aber kein Laut löste sich aus meiner Kehle. Was war das? Was war los mit mir? Das sollte aufhören! „Wolfspfote! Was ist los?“, fragte eine weitere Stimme. Nur gedämpft konnte sie noch an meine Ohren dringen. Der Heiler, Adlerauge. Wurde jetzt alles gut? War ich in Sicherheit? Ich konnte noch immer nicht antworten Ein paar Mal versuchte ich noch Luft zu holen, dann wurde mir schwarz vor Augen und meine Welt versank in Dunkelheit.

    KAPITEL 1
    Eine Wiese. Eine Blumenwiese. Die Blüten sind so bunt. Und sie duften, ja, sie duften unbeschreiblich gut. Ich sehe einen Schatten, und plötzlich senkt Nebel sich herab. Da ist sie. Eine hellgrau gestreifte Gestalt. Sie schaut mich an, aus Goldaugen. Nebelpfote. Sie ist so schön. Ihre eleganten Bewegungen gleichen fast dem Tanz der Nebelschwaden. Ich will zu ihr, aber ich kann sie nur ansehen. Da ist wieder der Schatten. Es ist eine Eule. Eine Eule am helllichten Tag? Was tut sie hier? Ich bekomme Panik. Sie stürzt auf mich herab und ich falle tief in die warmen Schatten ihrer weichen Federn. Ich will erst schreien, doch dann lasse ich zu, dass die Dunkelheit mich wieder aus der bunten Welt davonträgt.
    Ich wache auf und schnappe nach Luft. Unter mir fühle ich die weichen Taubenfedern meines gut gepolsterten Nests. Keine Eule weit und breit. Erleichtert lasse ich mich zurückfallen. Nur eine Fieberfantasie. Seit ich vor ein paar Tagen in Atemnot geraten bin, darf ich das Nest sowieso nicht mehr verlassen. Und keiner außer Adlerauge darf mich besuchen, weil ich scheinbar eine neue Krankheit in mir trage. Jetzt muss ich im Heilerbau wohnen, weil Adlerauge befürchtet, dass die Krankheit gefährlich und ansteckend sein könnte. Angenehm ist sie jedenfalls nicht. Meine Gedanken werden von einem heftigen Hustenanfall unterbrochen. Ich huste und huste, und schließlich spucke ich einen blutigen Eiterklumpen aus. Vor Schreck springe ich auf und stoße mit meinem Kopf hart gegen die Decke. Mist. Warum muss ich nur immer so ein furchtbarer Tollpatsch sein. Während ich mich darüber ärgere, kommt Adlerauge zu mir. „Ist alles in Ordnung, Wolfspfote?“, fragt er mich. Ich nicke erst, aber dann wiege ich nachdenklich den Kopf. „Ich hab… das da ausgespuckt“, sage ich und deute mit der Pfote angewidert auf den schleimigen Klumpen. Adlerauge kommt näher, um sich das genauer anzusehen. „Seltsam“, murmelt er. Er zwingt sich dazu, das ekelhafte Ding aufzuheben und wegzubringen. Ich schüttele mich kräftig. Igitt! Das kommt bestimmt wegen der Krankheit. Ob ich wohl wieder gesund werde? Ich vermute schon. Die Krankheit ist zwar neu im TannenClan-Lager, aber sicherlich nicht unbesiegbar. Wobei ich sagen muss, dass ich sie bis jetzt als ziemlich unangenehm und schlimm empfinde. Vor allem meine Atemnot. Dreimal hatte ich das jetzt schon, beim ersten Mal war es am Allerschlimmsten. Wirklich grässlich. Und dann immer dieses enge Gefühl in der Brust. Als ob sich alles zusammenschnüren würde und ich gleich ersticke. Bleibt nur zu hoffen, dass das nicht wieder passiert. Ich habe ständig Angst davor. Angst, dass ich irgendwann deswegen noch ersticke.
    Nach einer Weile höre ich eine Stimme vor dem Heilerbau. Ich weiß nicht, wie lang diese Weile genau war, das hohe Fieber raubt mir jegliches Zeitgefühl. Aber die Stimme kenne ich. Es ist Schwarzpfote, mein bester Freund. Schwarzpfote heißt so, weil sein komplettes Fell cremefarben ist, nur seine linke Vorderpfote ist so schwarz wie der Asphalt der Donnerwege. Kein schöner Vergleich. Ich sollte vielleicht lieber sagen, so schwarz wie eine mondlose Nacht. Schwarzpfote und ich haben immer wahnsinnig viel Spaß zusammen. Oft, wenn ich mit meinen Schwestern fangen spiele, spielt er auch mit. Aber am Liebsten jagen wir zusammen ums Lager und spielen Moosball oder machen Quatsch. Es sei denn, wir sind zu sehr von unseren Mentoren beim Training eingespannt. Jetzt diskutiert er mit Adlerauge, weil er zu mir will. Ich schicke ein kurzes Stoßgebet zum SternenClan, dass er mich doch bitte besuchen kommen darf. Aber der Heiler scheint hart zu bleiben. Ich kann ein paar Fetzen ihrer Worte aufschnappen.
    „Aber wir sind doch beste Freunde. Bitte, Adlerauge, er fühlt sich bestimmt schon ganz einsam!“, bettelt Schwarzpfote. Er trifft es einfach auf den Punkt. Drei Tage isoliert, ohne Gesellschaft, in einem Nest im Heilerbau, sind doch für jeder Katze die reinste Qual. Oder sind es schon vier Tage? Ich verfluche das Fieber innerlich für mein aus den Fugen geratenes Zeitgefühl. „Nein, Schwarzpfote“, vernehme ich Adlerauges Antwort, „es ist zu gefährlich. Du könntest dich bei Wolfspfote anstecken.“ „Na und? So ein bisschen Fieber bringt mich schon nicht gleich um!“, wandte Schwarzpfote ein. Hoffentlich durfte er herkommen. Er wurde bestimmt nicht mal krank von so einem kurzen Besuch. Ehrlich gesagt wüsste ich selbst gerne, warum niemand zu mir kommen durfte und ich aber auch nicht rausgehen sollte. „Du könntest andere Clankatzen anstecken, und das dürfen wir einfach nicht riskieren.“ Der Heiler holte tief Luft. „Ich vermute, dass diese neuartige Erkrankung tödlich ist.“ Moment mal! Ich horchte erschrocken und überrascht auf. Tödlich? Würde ich etwa sterben?

    KAPITEL 2
    Ich bekomme Panik. Eine tödliche Krankheit? Ich muss Adlerauge fragen. „Adlerauge!“, rufe ich, so laut ich kann. Ich kann hören wie er sich bei Schwarzpfote entschuldigt, bevor er zu mir nach drinnen eilt. „Was ist?“, will der alter Heiler besorgt wissen. „Du hast gesagt, die Krankheit ist vielleicht tödlich. Muss ich sterben?“ Meine schwache Stimme überschlägt sich fast vor Panik. Ich kann meine Anspannung spüren, und auch die von Adlerauge. Er sagt gar nichts. Ich warte ab, während ich ihn mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend ansehe. „Ich denke, nein. Du bist jung und gesund.“ Damit wendet er sich wieder von mir ab und geht. Ob er wohl die Wahrheit sagt? Er ist ein toller Heiler, er muss mir die Wahrheit gesagt haben. Für den Clan wäre es aber bestimmt trotzdem gefährlich, wenn sich so eine neue Krankheit verbreitet. Aber in ein paar Tagen bin ich hier mit Sicherheit wieder raus. Obwohl ich so schwach bin, hat mich Adlerauges Antwort wieder zuversichtlich gestimmt. Im Moment will ich aber nichts anderes als Schlafen. Also schließe ich beruhigt die Augen und lasse mich in einen weiteren Fiebertraum davontragen.
    Als ich wieder erwache, ist es dunkler im Bau. Aha. Es ist also Nacht geworden. Ich höre von etwas weiter vorne gleichmäßigen Atem. Adlerauge schläft wohl auch. Aber mir ist furchtbar kalt, ich kann unmöglich weiterschlafen. Ich merke, dass mein ganzer Körper stark zittert. Es ist schrecklich kalt für eine Nacht in der Blattgrüne. Ich kuschele mich tiefer in mein gut gepolstertes Nest, um die Kälte zu vertreiben, die mich immer stärker umfängt. Ist das normal, dass es so kalt ist? Ich denke, ich habe Fieber, aber davon spüre ich im Moment nicht mehr viel. Im Vegleich zu diesem Frieren jetzt, würde ich liebend gern wieder in wilden Fieberfantasien vor mich hin vegetieren, aber durch die Eiseskälte kann ich einfach keinen klaren Gedanken fassen. Auch sonst geht es mir irgendwie viel schlechter als vor dem Einschlafen. Ob es wohl noch lange dauert bis zum Sonnenaufgang? Ich würde gern Adlerauge fragen, ob die plötzliche Kälte vielleicht mit meiner Krankheit zusammenhängt. Ich warte einen kleinen Augenblick ab, dann beschließe ich letztendlich, den Heiler zu wecken. Ich will nach ihm rufen, aber bringe nur einen kläglichen Jammerlaut zustande. Ich versuche es noch einmal, und jetzt kann ich hören, dass mein jämmerliches Maunzen ihn geweckt hat. Er kommt zu mir. „Wolfspfote?“ „Adlerauge? M-mir ist so k-kalt“, stottere ich zitternd und mit dünner Stimme. Adlerauge sieht sehr besorgt aus, während er nach vorne geht, um wenig später mit mehr Moos und Taubenfedern zu mir zurückzukehren. Er polstert mein Nest ein, und allmählich wird mir wieder etwas wärmer. „Danke“, nuschle ich, bezweifle aber, dass es in diesem Zustand für mich einfach sein wird, wieder in den Schlaf zu gleiten. „Kann ich ein paar Mohnsamen haben?“, bitte ich. Adlerauge seufzt, aber er gibt mir tatsächlich welche, die ich brav schlucke. Igitt. Ich mag den Geschmack nicht besonders, aber ich spüre, wie ich müde werde, und schließlich trotz der Kälte wieder einschlafen kann.

    Als ich am nächsten Morgen erwache, ist das Fieber wieder da. Ich räume die zusätzlichen Polsterungen, die Adlerauge in der Nacht um mich gestopft hat, so schnell ich kann wieder weg. Draußen höre ich Stimmen. Es sind meine Schwestern und Nebelpfote, die offenbar sehr ausgelassen im Lager spielen. Ich wünsche, ich könnte auch zu ihnen raus. Aber erstens darf ich das gar nicht und zweitens geht es mir auch immer schlechter. Ich überlege, wie Nebelpfote sich wohl fühlt. Ob sie sich Sorgen um mich macht? Mama tut das jedenfalls. Jeden Morgen kommt sie zum Heilerbau und wünscht mir von ihr und meinen Schwestern gute Besserung. Ich finde es sehr schade, dass niemand zu mir darf. Wenn ich wenigstens Gesellschaft hätte, wäre es vielleicht nicht ganz so schlimm, so krank zu sein. Naja, Adlerauge kommt mehrmals täglich vorbei und bringt mir Frischbeute und nasses Moos, damit ich meinen Durst stillen kann oder um mich zu fragen, wie ich mich fühle. Im Moment geht es mir jedenfalls ziemlich elend. Ich habe dieses abgeschottete Leben immer mehr satt. Ich höre jetzt auch wieder Schwarzpfotes Stimme vorm Eingang des Heilerbaus. „Er vereinsamt doch noch völlig! Lass mich jetzt endlich zu Wolfspfote!“ „Für wen hältst du dich, so mit dem Heiler zu sprechen, der gerade alles tut um den Clan vor Wolfspfotes Erkrankung zu schützen? Sie würde uns ausrotten!“ Warte, was? Adlerauge hat doch gesagt, ich werde nicht sterben! Irgendwie verlässt mich wieder der Mut, aber ich bin viel zu kraftlos, um richtig entsetzt zu sein. Wir haben einen guten Heiler, der schafft das schon. Jedenfalls streitet der nun leiser mit meinem besten Freund, sodass ich nichts mehr verstehen kann. Ich lege den Kopf auf die Pfoten und versuche an irgendwas Schönes zu denken. Nur leider finde ich nichts, was mich jetzt wirklich aufheitern kann, da machen mein Gedanken auf einmal bei Nebelpfote Halt. Und Nebelpfote ist etwas Schönes, das Allerschönste, wovon ein Kater wie ich nur träumen kann. Ich verliere mich in den Gedanken an sie, und als der Schlaf kommt, lasse ich ihn über mich hereinbrechen. Ich schlafe sehr viel seit ich krank bin, aber nur unruhig und bin ständig müde, deswegen lasse ich mich davontragen, wann immer der Schlaf mich nur abholen kommen will.
    „Pst, Wolfspfote!“ Wer ist das? Wer will mich aus meinem leichten Schlaf reißen? Ich öffne die Augen, und vor mir steht Schwarzpfote! Ich will ihm überglücklich die Schulter lecken, doch er hält mich ab. „Nein. Ich muss mich später auch waschen, ich will die Krankheit ja nicht unter den anderen verbreiten.“ „Ist es wirklich so schlimm? Hat Adlerauge noch was zu dir gesagt?“, will ich wissen. Schwarzpfote hebt den Blick, um ich anzusehen. In seinen glasigen dunklen Augen kann ich unbeschreiblichen Schmerz lesen. „Schlimmer. Du wirst sterben, Wolfspfote.“

    KAPITEL 3

    Ich kann nichts sagen. Ich kann Schwarzpfote nur anschauen und verspüre mehr denn je das Verlangen nach Wärme von seiner und Nebelpfotes Seite. Ich will meine Familie noch einmal bei mir haben. Meinen Vater, meine Mutter, meine Schwestern. Ich will Heckenpfote und Opalpfote glücklich übers Ohr lecken. Ich will mit Papa jagen und mich in Mamas tröstend weiches Fell kuscheln. Ich will mit Schwarzpfote herumtollen, will ihn necken, so wie sonst immer. Bevor dieser Albtraum hier angefangen hat. Ich will Nebelpfote sagen, wie ich für sie empfinde, will mir mit ihr liebevoll die Zungen geben. Und irgendwann will ich Krieger werden, einen eigenen Schüler haben, eine Gefährtin, will der Vater meiner Jungen sein und sie aufwachsen sehen. Wenn ich dann alt bin, der älteste Kater im Clan, dann möchte ich friedlich einschlafen und meine Reise zum SternenClan antreten. Aber nicht jetzt. Nicht so. Ich habe ein Leben vor mir. Es gibt da eine Geschichte, die ich noch schreiben muss, die eine wahre Legende werden soll. Ich wäre der Held dieser Legende, die die Ältesten noch nach vielen Blattwechseln den Jungen meines Clans erzählen. Aber jetzt schon sterben, nein, das entspricht nicht meinen Vorstellungen. Eigentlich hatte ich immer erwartet, dass es mich mit Panik erfüllen würde, wenn ich eines Tages dem Tod ins Gesicht blicken müsste. Aber was ich jetzt spüre, ist bittere Enttäuschung, die meine Zunge ganz schwer werden lässt. Ich sehe, wie Schwarzpfote etwas sagt, doch ich kann seine Worte nicht hören. Ich bin wie in Trance und starre ihn einfach nur an, während die Gedanken in meinem Kopf rasen und sich immer schneller im Kreis drehen, wie ein wildes Karussell, bis die Bilder und Farben in meinem Kopf völlig verschwimmen. Ich kann Adlerauge verschwommen sehen, soweit mein Tränenschleier es zulässt, der mittlerweile meine Sicht stark einschränkt. Adlerauge ist wütend, wirft Schwarzpfote aus dem Bau. Er zetert und schreit, aber das bekomme ich gar nicht richtig mit. Ich strecke nur verzweifelt und voller Kummer meine Pfote nach meinem besten Freund aus, doch es scheint, als würde er fortgerissen. Während sich mir sein Anblick entzieht und von jetzt an wohl für mich für den Rest meines Lebens verwehrt bleiben wird, beginnen meine Tränen leise zu fließen. Bis zum Ende meines Lebens ist immerhin wohl keine so lange Zeit mehr, denn bald kann ich Schwarzpfote vom SternenClan aus beobachten. Stumm rollen die Tränen über mein schon völlig durchnässtes Gesichtfell. Das hier ist also das Ende. Und so fühlt es sich an.
    Adlerauge betritt wieder die hintere Höhle mit meinem Nest. Ich glaube, er schimpft mit mir, weil ich nichts getan habe, damit Schwarzpfote wieder verschwindet, aber so richtig weiß ich es nicht. Meine Welt nehme ich nur sehr gedämpft wahr, so als befände ich mich in einem riesigen Wattebausch. Ich ignoriere den Heiler, so gut es mir möglich ist, und rolle mich in meinem Nest zusammen. Der Schock von Schwarzpfotes Mitteilung über meinen baldigen Tod lastet schwer wie Blei auf meinen müden schmerzenden Gliedern. Doch ich spüre auch langsam, wie mein Schockzustand wieder nachlässt, denn ich bin viel zu krank und erschöpft, um länger über all das nachzudenken. Und in diesem Moment löst sich mein Wattebausch, in dem ich gerade begonnen habe, mich so richtig wohlfühlen, mit einem „Puff“ einfach in Luft auf. Dann stürzt alles auf mich herein. Adlerauge schimpft tatsächlich mit mir, aber ich will gar keine Notiz davon nehmen. Ich bin viel zu kraftlos, um mir das jetzt anzuhören. Und so gemein es klingt, aber dass Schwarzpfote hier war, ist schließlich nicht meine Schuld. Er hat ja selbst die volle Kontrolle über seine vier Pfoten, wenn er also herkommt, obwohl er nicht soll, ist und bleibt es doch nach wie vor seine Entscheidung. Seine Entscheidung, die ich nicht beeinflussen kann. Außerdem - er ist mein bester Freund. Wer könnte es uns verübeln, wenn wir uns sehen wollen? Adlerauge scheint uns beiden das allerdings sehr übel zu nehmen, aber auch er bemerkt nach einer Weile, dass es mir wieder sehr schlecht ging. Also holt er mir einen Mohnsamen und übergibt ihn mir mit einer hastig gemurmelten Entschuldigung. Ich fresse den Mohnsamen, denn ich bin ganz müde und fiebrig. Der Schlaf bringt hoffentlich etwas Erholung.

    Ich wache auf und bemerke meinen Irrtum sofort. Der Schlaf hat kein Bisschen Erholung gebracht, natürlich nicht, wie naiv, das zu glauben. Ich habe keine Ahnung, wie spät es ist. Das Halblicht in der Höhle gibt mir darüber keinerlei Auskunft und die Krankheit raubt mir die Sinne. Ich will Adlerauge fragen, lasse es dann aber doch lieber. Wozu muss ich denn wissen, wie spät es ist? Das kann mir egal sein, es kann mir auch egal sein, ob es draußen hell oder dunkel ist, was ich allerdings zwingend mitbekomme. Jetzt gerade scheint die Sonne da draußen, das verraten mir die einfallenden Lichtstrahlen vom vorderen Teil des Heilerbaus. Zu schade, dass ich die wahrscheinlich nie mehr sehen werde. Und Nebelpfote?, frage ich mich unwillkürlich. Nebelpfote, die schönste Kätzin der Welt, liebt mich sowieso nicht. Was auch gut so ist, denn mit einem toten Kater als Gefährten kann man wenig anfangen. Es ist auch gut, wenn sie von mir wegbleibt, ich will sie ja schließlich nicht anstecken. Eine Bewegung, die ich aus meinen Augenwinkeln am Rand meines Nestes ausmachen kann, lässt mich zusammenfahren. Ich brauche einen Moment, bis ich erkennen kann, von wem ich da schon wieder Besuch habe. Überrascht reiße ich die Augen auf. Eine kleine, hellgrau gestreifte, zierliche Katze steht vor mir: Nebelpfote!)

    18
    Meine Geschichte:

    KAPITEL 1
    Gerade schlage ich nach einem Schmetterling. Ich weiß, eigentlich zu alt dafür, aber mich haben diese kleinen Dinger schon immer gemocht. Ich bekomme ihn gerade zu fassen, als mich etwas stößt und mich aus dem Schlaf. So ein Mist! Beinahe hätte ich ihn an der Nase spüren können! Es hätte so schön gekitzelt! Seltsam, genau dieses Kitzeln spüre ich jetzt und ich muss niesen. Es war Dunstschleier, meine Schwester. Sie ruft einen Namen. Meinen Namen. "Flammenregen! Flammenregen! Wir sind für die Morgenpatrouille eingeteilt, komm jetzt, Schlafpelz!" Sie mit ihrem Übereifer. Das Kitzeln ist immer noch nicht weg. Es fühlt sich so an, als ob ich einen Grashalm in der Nase hätte. Ich niese noch einmal trocken. Dann noch einmal. Komisch, vielleicht ist mir Staub in die Schnauze gekommen. Ich stehe auf und dehne mich, bevor ich ihr folge. Moment mal, jetzt fällt mir Steinpelz ein. Muffeliger alter Kater, aber er war mein Mentor. Leider geht es ihm gar nicht gut.Der Arme hat ein schwaches Herz, und zu allem Überfluss hat er sich noch was eingefangen, den weißen Husten."Warte, Dunstschleier. Ich will noch kurz den Brummbär besuchen." Das ist unser Spitzname für Steinpelz. Dunstschleier nickt und ich trabe zum Heilerbau. Ob es wirklich weißer Husten ist? Hoffentlich steht er es durch! Der jüngste ist er auch nicht mehr. Meine Gedanken werden unterbrochen, als ich unseren Heiler, Fuchsohr sehe." Wie geht es ihm?", frage ich. Hoffentlich hörrt man nicht, wie besorgt ich bin. Fuchsohr seufzt. Uh-Oh. Das ist nie ein gutes Zeichen." Ihm geht es so wie gestern. Nur heute Nacht hatte er schwere Atemprobleme. Die Hitze der Blattgrüne tut ihm nicht gut. Außerdem denke ich, dass es gar kein weißer Husten ist. Es scheint eine neue Krankheit zu sein. Außerdem ist auch Rostfeuer heute zu mir gekommen. Fiebrig." Ich kann mich nicht zurückhalten, nach Luft zu schnappen. Als er das hört, fügt er schnell hinzu: " Aber sie werden wieder gesund, davon bin ich überzeugt." Danach hört es sich nicht an. Was passiert, wenn Rostfeuer, unser Stellvertreter, krank wird?" Kann ich zu Steinpelz?" - "Gut, aber bleib nicht lang!" Warum ist Fuchsohr zu drängend? Ich habe das Gefühl, es ist schlimmer, als er mir sagt. Schon zwei Kranke? Warum eigentlich in der Blattgrüne? Als ich den grauen Pelz meines ehemaligen Mentors sehe, setze ich mich zu ihm. "Wie geht es dir?", frage ich, aber weiß die Antwort schon. "Mir geht es bestens! Ich habe keine Ahnung, warum mich Fuchsohr ans Nest fesselt! Ich könnte jetzt die Grenze von dem DämmerClan überprüfen!" Sein Protest wird von einem Hustenanfall unterbrochen. Es klingt wirklich schlimm, ich kann mich nicht zurückhalten, die Ohren anzulegen.
    Ja, wirklich, es hört sich wirklich schlimm an.Bilde ich mir das ein oder sieht er älter aus als sonst? Ich denke nicht mal nach, bevor ich mich versehe ist mein Körper um seinen geringelt.“Ich bin überzeugt, du kannst bald wieder Streuner verjagen“, flüstere ich ihm ins Ohr.Sein dankbares Brummen höre ich noch, bevor ich noch den Kopf vor Rostfeuer neige und den Bau verlasse.Rostfeuer sieht eigentlich ganz gut aus.Sein Bruder hat es jedenfalls schlimmer getroffen.Hoffentlich werden nicht nochmehr Katzeb krank, wir hatten erst in der Blattleere Krankheit im Lager.Glücklicherweise werden meine Überlegungen unterbrochen, ehe sie noch düsterer werden.Leider ist die Unterbrechung nicht schön.Ich stöhne leise, als ich Ameisennase entdecke.Er ruft meinen Namen, als ob er der 2.Anführer wäre.Na toll, er führt also unsere Patrouille an.Seltsam, warum sind wir, er, ich und Dunstachleier alleine? Normalerweise besteht die Morgenpatrouille doch auf 4 Katzen...Dunstschleier scheint meine Frage auf meinet Stirn zu lesen, denn sie antwortet prompt:“Felsensprung sagt, ihm geht es nicht gut, er muss sich noch mal hinlegen“Sie klingt beunruhigt.Nanu? Waren sie und Felsensprung denn nicht Feinde, seit wir Schüler sind?
    Aber im nächsten Moment verstehe ich ihre Besorgnis.Wir kommen gerade am Kriegerbau vorbei, als ein Husten an meine Ohren dringt.Ja, es ist Felsensprung.Ach du meine Güte, das hört sich schlimm an! Ich muss zu ihm! Ameisennase ruft mich, aber das ist jetzt egal.Ich eile in den Bau und als ich den Kater erblicke, bleiben meine Füße einfach stehen.Ich habe noch nie eine katze so gesehen.Felsensprung liegt in seinem Nest, aber sein gesamter Körper zuckt wild.Er scheint zu schlafen, aber seine Glieder sind unkontrolierbar.Sein Atmen klingt er wie ein Röcheln und er hustet schrecklich.Es klingt weniger als ein Husten, eher wie als ob er ersticken würde! Felsensprungs Fell ist verklebt und der arme ist in Schweiß gebadet.Ohne nachzudenken wecke ich ihn auf und hiefe ihn in eine andere Position, damit er besser Luft bekommt.Ganz langsam wacht er auf und sehr, sehr langsam hört auf das Husten auf."Danke...", flüstert er heiser.Er muss das schon länger gehabt haben.Ich muss gleich seine Schwester Mondsturm fragen, ja, aber erst muss er zu Fuchsohr und Flüsterpfote! Wie als ob mein Vorsatz zu ihr geflattert wäre, kommt sie herein.Als sie ihren Bruder sieht, schreit sie erschjrocken auf.kein Wunder, Felsenspung war noch nie so schwer krank.Hysterisch jault Mondsturm:"Ich hab es dir gesagt! Ich habe es dir gesagt!"Moment mal! Was meint sie damit? Das licht fällt so in den bau, dass der Krieger wie ein dunkler haufen aussieht, dessen Flanken sich gleichmäßig heben und senken, dessen Fell nass vom Schweiß ist."Was meinst du damit? Hatte er es schon früher?"Diese Worte sprundeln nur so aus mir heraus, während ich Mitleid in mir aufsteigen fühle, für beide.Die jüngere Schwester des kranken Kriegers scheint den Tränen nahe zu sein, als sie erklärt:"Es hat angefangen, als er ganz oft trocken niesen musste, auch wenn er gesagt hat, es wäre nichts.Dann hat er einen leichten Schnupfen gehabt, seine Nase hat ununterbrochen getrieft und seine grünen Augen waren wie Tümpel, die tränten.felsensprung hat an Gewicht verloren, weil er sagte, er wäre nicht hungrig.Nur einmal am Tag hat er gefressen, und dann nur ein Eichhörnchen oder so"Mondsturm blickt wich verzweifelt an.Ich könnte heulen vor Mitleid.Ich habe diese wunderschönen, dunkelblauen Augen immer nur in Optimismus gesehen, und jetzt ist da nur Angst und Verzweiflung.Angst um ihren Bruder und Verzweiflung über seinen schlechten Zustand.In diesem Moment beginnt Felsensprung zu niesen, wieder nur trocken, aber oft hintereinander.Als er fertig ist, stöhnt er leise:"Ich hätte auf dich hören sollen.Es tut mir so leid, Mondsturm."Ich will mehr erfahren, je mehr wir wissen, desto besser für Fuchsohr und Flüsterpfote.Mondsturm schluct, bevor sie fortfährt:"Er hat schlecht geschlafen und war immer verschwitzt von den Alpträumen.Er hat Fieber bekommen, aber auch etwas dagegen.Nach einer Zeit schien es ihm besser zu gehen, aber dann fiel mir auf, dass er viel mehr trank, vermutlich wegen Halsschmerzen.Und...dann fing das Husten an.Zuerst war es nur ein wenig und Heiserkeit, aber es wurde schlimmer und jetzt...!"Ich hoffe, dass in meinen Augen das Mitgefühl aufleuchtet, dass ich empfinde.Schnell bringe ich Felsensprung zu unserem Heiler und erzähle ihm alles in Kurzform.Wow, Mondsturm ist ihrem bruder kene Sekunde von der seite gewichen, hat keinen moment seinen Schwanz mit ihrem Schwanz losgelassn.Ich schätze, ich kann nichts mehr tun.Ich bemerke die fragenden Blicke nicht und höre auch Ameisennases Höhnen über mich nicht, ich folge ihnen eimfach und denke über den Krieger nach.

    Als wir zurückkommen, haben wir die Grenze markiert und ich trage zwei Wühlmäuse.Erbärmliche ausbeute, ich weiß.Aber ich konnte mich einfach nicht konzentrieren, wenn mein Clan-Gefährte und Freund leidet! Ich höre meinen Schwanz im Staub schleifen, aber ich achte nicht darauf.Ich lege die Ohren an, damit ich das Husten aus dem Heilerbau nicht höre.Die Traurigkeit und das Mitleid scheinen meinen Körper zu übernehmen.Völlig in Gedanken versunken nehme ich mir eine Maus, aber mir ist ganz und ga nicht nach Essen zumute.Tausend Gedanken schießen durch meinen Kopf. Drei Kranke, einer davon dem Ersticken nahe.Ich schüttele mich, nein, daran will ich nicht denken.Trotzdem schleicht sich dieser Gedanke in meinen Geist.Was ist, wenn sie nicht gesund werden? was ist, wenn sie sterben? Was ist, wenn noch mehr krank werden? Was machen wir, wenn unser Stellvertreter UND unser Anführer, der junge Rostfeuer und der alte Dunkelstern, krank werden?


    KAPITEL 2
    Fuchsohrs Sicht
    Ich mag ein alter Kater sein und habe schon vieles Schlimmes gesehen, aber ich habe Angst.Angst über die prophezeiung.Ich weiß, diese drei Fälle sind nur der Anfang.Und jetzt sind es nur noch zwei Fälle.Steinpelz ist heute Nacht gestorben.Der Husten war einfach zu stark.Wewnnn ich nur an seinen geschindenen Körper denke, muss ich die Tränen zurückhalten.Wir waren gute Freunde und jetzt...Nein, ich muss es Dunkelstern sagen.Ich erhebe mich und trotte zu Dunkelsterns Bau.Plötzlich steht er vor mir.Ich ahne etwas."Fuchsohr! Ich war gerade auf dem Weg zu dir.Ich habe Halsschmerzen, kann ich etwas dagegen haben?"Oh je.Ich schlucke und nicke."Sicher.Aber ich muss dir etwas erzählen.", sage ich und führe ihn in meinen Bau.Schnell lenken mich meine Schritte zu der Kräuterspalte und hole eine Honigwabe und etwas Borretsch heraus und lege es vor dem Anführer ab.Als er den Kopf senkt um die Kräuter zu nehmen lege ich meine Pfote auf seine.Wie ich es befürchtet hatte.Warm.Das Fieber ist nicht hoch, aber es wird schlimmer werden.Ich drehe mich um und gebe Flüsterpfote ein Zeichen, ihm ein Nest herzurichten."Ich muss dir dringend etwas erzählen."

    "Ich vordere alle Katzen des Clans auf, sich hier unter dem Moosstein zu versammeln", ruft eine krächzende Stimme.Als alle versammelt sind, erzählt er die Sache.Huch! Er winkt mich zu ihm! Ich mag es nicht, vor allen zu reden.Trotzdem trete ich vor und blicke auf die katzen."Wie ist der Verlauf dieser Krankheit?", fragt eine grummige Stimme.Es ist Ameisennase.Toll, danke für dein Vertrauen, Ameisennase! Seine Stimme klingt höhnisch.Ich hole tief Luft und fange an:"Die Krankheit ist sehr ansteckend."Mist, meine Stimme wackelt wie ein Blatt im Wind.Ich mache eine pause, um sie zu kontrollieren."Deswegen werden ich und meine Schülerin weerden jeden Krieger untersuchen.Denn ich denke, dass junge Katzen, also Junge und Königinnen und Schüler sind gewissermaßen immun.Ich weiß nicht, warum, aber es ist so.Außerdem werde ich gehen und ein lager außerhalb des Lagers herrichten und die Erkrankten dorthin bringen, damit sie niemanden anstecken können.Und ich werde keine Proteste akzeptieren.Und jeder der sich nicht gut fühlt, kommt SOFORT zu mir!"Ach du meine Güte! Ich klinge ja richtig aggressiv, das wollte ich nicht!"Die Krankheit beginnt mit vielen Niesern und Schnupfen.Wenn ihr infiziert seid, werdet ihr keinen Appetit haben.Es folgen Husten und Fieber.Mehr braucht ihr nicht zu wissen."Ich beende meine Redeund steige zurück.Die Versammlung wird beendet und alle Katzen bleiben zusammen."Alle Königinnen und Jungen gehen in die Kinderstube und bleiben dort! Ich werde bald kommen.Schüler kommen auch zu ihnen.", befehle ich und gehe zu dem Ältesten Grasbart.Zum Glück ist er der einzige Älteste, den für Ältere wird das ganze am tödlichsten sein.Zuerst weiß ich nicht, wo ich anfangen soll, dann drücke ich mein Ohr an seine Brust.Oh, zum Glück regt sich nichts, alles normal.Auch sein Atem ist normal, Grasbart ist gut genährt.Auch sonst sieht er gut aus.Erleichtert atme ich aus, sodass meine Beine fast einknicken."Du bist gesund.", verkünde ich lächelnd.der Älteste seufzt erleichtert und geht in den Ältestenbau.Aber ich weiß, so viel Erleichterung werde ich heute nicht erfahren.

    Es ist nicht so schlimm wie ich es mir gedacht habe.Es ist schlimmer.Insgesamt zeigen mehr als zehn Katzen Symtome.Zum Glück sind keine Jungen, Schüler oder Königinnen unter ihnen.Nur Krieger.Einige sind recht jung, es wird für sie nicht so schlimm werden.Ich habe das Krankenlager errichtet und einige gesunde Krieger beauftragt, jeden Tag genug Beute vor dem Eingang zu legen.Das Lager ist nichts Besonderes, aber es wird reichen.mein Blick fällt auf Flüsterpfote, die etwas verloren im lager sitzt.Oh je.Ich hatte sie fats vergessen.Was bin ich nur für ein Mentor! Schnell gehe ich zu ihr und lege ihr eine Vorderpfote auf die Schulter."Wir kriegeen das hin, okay?", sage ich sanft, jedenfalls versuche ich es."Wir schaffen das, zusammen.Jetzt können die Katzen niemanden mehr anstecken.Grasbart, Nebelblüte und Haselnusstraum und ihren Jungen geht`s gut, genauso wie den anderen Schülern.Alles wird wieder gut, Flüsterpfote.Und jetzt komm."Mehr fällt mir beim besten Willen nicht ein.Es tut mir so leid, dass ich sie anlügen muss.Wenn alles gut wird, dann erst nach einer sehr langen Zeit voller Schmerz und Trauer.

    3.KAPITEL
    Flüsterpfotes Sicht
    Ich halte es nicht mehr aus.ich weiß, dass klingt egoistisch, aber das ganze Husten und die ständigen Beerdigungen machen mir Angst und lassen meine nerven flattern.Dunkelstern, Felsensprung, Mondsturm, Flammenregen und Staubpelz sind gestorben.Rostfeuer ist jetzt theoretisch unser Anführer, aber der arme Kater hat einfach nicht die kraft, zum Sternensee zu reisen und seine neun Leben zu empfangen.Auch Fuchsohr...hat sich angesteckt.Und...ihm geht es nicht gut.Genauso wie Rostfeuer und Samenflug liegt er im Sterben.Alle diese Gedanken treiben Flüsse von Tränen in meine Augen.Nur noch die drei jungen Geschwister Luchssprenkel, Sprenkelwind und Lilienherz haben eine gute Aussicht auf Besserung.Das ist aber auch das einzig Gute hier.Auch kommen immer weniger Krieger, um uns Frischbeute zu bringen.Ich weiß, ich sollte diese Gedanken nicht haben, aber ich glaube, die anderen haben uns vergessen.Zumindest legen sie nur die Frischbeute ab und verschwinden wieder.Wenn sie es nicht haben, wollen sie uns auf jeden Fall nicht sehen.Was machen sie, ohne einen Anführer? Wird sich mein Clan zerstreuen? Ich höre eine krächzende Stimme meinen Namen rufen.Es ist Fuchsohr.Schnell drücke ich die Tränen ab und laufe zu ihm.Er weiß, dass er sterben wird."Flüsterpfote...", murmelt er, aber ein Hustenanfall unterbricht ihn, wobei meine Ohren sich anlegen.Mein alter Mentor holt rasselnd Luft."Sag Lilienherz, Samenflug und Luchssprenkel, sie sollen nach Hause gehen.Sie sind nicht mehr ansteckend.Aber unser Clan ist verloren"Ich unterbreche ihn"SHSH! Nicht reden! Spar dir deinen Atem"Im Stillschweigen gebe ich ihm recht.Ich habe einen Ort, wohin ich gehen kann.Ja, ich habe mich verliebt, obwohl ich das nicht darf.In einen Streuner, Blatt.Zu ihm könnte ich gehen, ja.Fuchsohrs Brust bebt noch einmal"Flüsterpfote...das letzte, was ich als dein Mentor tue, ist, dir deinen neuen Namen zu geben.Von jetzt an wirst du Flüsternebel genannt werden.Und..."Wieder schüttelt seinen geschundenen Körper ein Hustenanfall."Sei sicher, dass wo immer du auch bist, ich immer da sein werde.Ich werde immer über dich wachen, wie ein Vater über eine Tochter."Die Flanken des Heilers heben sich noch einmal, dann bleibt er reglos liegen."NEIN!", höre ich eine trauererfüllte Stimme.Einen MNoment frage ich mich, wer das war, bis mir klar wird, dass ich das war, mit zum Himmel gestrecktem Kopf und heulender Stimme.Die Trauer frisst meinen ganzen Körper wie von innen auf, ein brennendes Kribbeln.Und plötzlich ist es still.Still wie bei einer Totenwache.Ein letztes Mal kuschele ich mich an das zottelige Brustfell meines Mentors.

    Ich renne und renne und renne.Ich nehme keine Rücksicht auf meine brennenden Beinmuskeln.Alles was ich will, ist weg von hier.ich will Blatt sehen, in sein weiches Brustfell kuscheln und in seine sanften, blattgrünen Augen blicken und ihm alles erzählen.die Nase im Wind suche ich ihn und als ich sein rindenbraunes Fell endlich erkenne, renne ich glücklich auf ihn zu, halb lächelnd, halb weinend zu.Die Leere in mir füllt sich ein wenig, als er mir über den Kopf leckt und zwischen uns einfach eine tröstende Stille gibt.

    EPILOG
    "..Und das ist, was uns zusammengebracht hat", beendete Nebel und blickte auf ihre drei Jungen herab.Fuchs, nach Fuchsohr.Blitz, nach dem BlitzClan.Und Laub, nach Blatt, der noch immer für uns sorgt."Wow!", maunzte Fuchs."Meinst du, der BlitzClan existiert noch?"Seine Mutter zuckte nur geheimnisvoll mit den Schnurrhaaren."Wer weiß, Liebes.Wer weiß."

    19
    Klee^^s Geschichte:

    1. KAPITEL

    Geheimnispfote spazierte durch den Wald. In ihrem Maul trug sie ein Bündel Borretschblätter, die sie soeben gesammelt hatte, vermischt mit ein paar Stängeln Ringelblume. Die Heilerschülerin war froh, dass jetzt, nach der langen und harten Blattleere, die Sonne wieder hinter den Wolken hervorkam und auch die Kräuter wieder anfingen zu wachsen. Den sonnigen Vormittag hatte sie gleich zum Kräutersammeln genutzt. Während Geheimnispfote eine fröhliche Melodie summte, schlug sie den Weg zurück zum Lager ein.

    Als sie dort ankam, herrschte bereits geschäftiges Treiben, und sie musste sich an den Katzen vorbeischlängeln, die sich vor dem zweiten Anführer des Laubclans, Kastanienblick, versammelt hatten. Dieser teilte gerade die Jagdpatrouillen ein. Schließlich schlüpfte Geheimnispfote aber in den Heilerbau. Hier herrschte schummriges Dämmerlicht, und ihre Augen mussten sich zunächst daran gewöhnen, bis sie ihre Mentorin Blättertanz vor dem Kräutervorrat entdeckte. Die Heilerschülerin trat näher. "Hier, ich habe Borretsch und Ringelblume gesammelt. Über den Winter haben wir fast alles davon aufgebraucht", teilte sie der alten Kätzin mit und legte die Blätter vor deren Pfoten ab. Blättertanz kniff die Augen zusammen. "Sehr gut", murmelte sie schließlich mit ihrer rauen Stimme. In ihrem Ton schwang Besorgnis mit, und Geheimnispfote entging das nicht. "Ist alles gut?", fragte sie vorsichtig. Man konnte ihre Mentorin leicht verärgern, und dann benahm sie sich wie ein mürrischer, alter Dachs. Blättertanz schüttelte auf ihre Frage hin nur den Kopf. "Ich mache mir Sorgen", murmelte sie und mied dabei den Blick ihrer Schülerin. Stattdessen begann sie, die Borretschblätter zu den anderen Kräutern in die Vorratsspalte zu legen. "Was ist denn los? Es gibt keinen Grund zur Sorge. Die Blattfrische kommt jetzt und wir haben genügend Kräuter", miaute Geheimnispfote. Aber Blättertanz mied weiterhin ihren Blick und gab keinen Laut von sich. Nur ihre Pfoten schoben die Borretschblätter mit schnellen und nervösen Bewegungen in die Spalte. "Du kannst es mir ruhig sagen", drängte ihre Schülerin weiter. "Bitte!" Blättertanz gab zunächst wieder keine Antwort, dann hob sie aber den Kopf und sah ihre Schülerin müde und sorgenvoll an. "Es ist die Prophezeiung..", murmelte sie. "Die Prophezeiung..."
    "Welche.. Prophezeiung?" Verwirrt wegen ihres unheilvollen Tones starrte Geheimnispfote ihre Mentorin an. Diese seufzte nur und wandte sich nach kurzen Überlegen ihrer Schülerin zu. "Pass auf..", begann sie müde. "Ich habe diese Prophezeiung erhalten, als du noch ein Junges warst. Die Prophezeiung sagte, in der nächsten Blattfrische werde ich eine Heilerschülerin haben.. und dann würde eine Krankheit ausbrechen. Eine Krankheit, die noch nie zuvor unter Katzen ausgebrochen ist und all unser Heilerwissen übersteigt. Eine Krankheit.. die tödlich ist." Geheimnispfote sah die alte Heilerin immer noch leicht verwirrt und auch angespannt an. "Und.. was ist das für eine Krankheit? Welche Symptome zeigen die Erkrankten?", bohrte sie nach. Der Wissensdurst der Heilerschülerin war noch nie wirklich stillbar gewesen. Aber Blättertanz sah sie nur erschöpft und sorgenvoll an. "Ich weiß es nicht", antwortete sie schließlich. "Ich weiß nur das, was ich dir gerade eben erzählt habe. Aber ich habe Angst davor." Geheimnispfotes Schwanzspitze zuckte nervös, gleichzeitig überkamen sie aber auch Zweifel. "Das ist wirklich alles?", fragte sie. //Kann man das ernst nehmen?// "Bist du dir sicher, dass es nicht nur ein Alptraum war? Als ich noch ein Junges war.. das ist schon ziemlich lange her. Du.. bist auch alt geworden, weißt du?" Zweifelnd sah sie ihre Mentorin an. Aber in Blättertanz' Augen flammte die Wut auf, sie hatte also ihr altes Temperament wiedergefunden. "Ich weiß doch, was ich träume!", fauchte sie. "Und ich erkenne auch, wenn es von Bedeutung ist. Und diese Prophezeiung sagt uns eine Bedrohung an, die wir nicht ignorieren sollten!" Geheimnispfote lenkte ein. "Ist ja gut", miaute sie, auch wenn sie insgeheim immer noch an der Richtigkeit dieser Aussage zweifelte. Es konnte auch sein, dass sie es einfach nicht wahrhaben wollte, dass ihr Clan, der Laubclan, von einer schweren Krankheit heimgesucht werden würde. Jedenfalls schenkte sie der alten Heilerin insgeheim keinen Glauben. "Und was willst du gegen diese Krankheit tun?", fragte die Heilerschülerin dann abwartend. Aber ihre Mentorin konnte daraufhin nur den Kopf schütteln. "Ich weiß es nicht.. nicht wirklich. Ich habe ja nicht einmal eine Ahnung davon, in welcher Form diese Krankheit auftreten wird.." Sie seufzte sorgenvoll und Geheimnispfote konnte nicht anders, als zu ihrer Mentorin zu tappen und ihr beruhigend mit der Schweifspitze über die Schulter zu streichen. "Es wird schon alles gut werden", murmelte sie, um die alte Kätzin zu beruhigen. //Genau, weil die Krankheit vermutlich gar nicht eintreten wird. Ich jedenfalls glaube nicht daran.. Oder doch?//

    2. KAPITEL

    Geheimnispfote streckte sich und gähnte. Es war ein warmer Morgen, die Sonne beschien ihren Pelz, und die Luft schien voller Beutegrüche zu sein. Fröhlich sah sie sich um, und nach kurzem Überlegen tappte die Heilerschülerin zum Frischbeutehaufen, um sich ein kleines Eichhörnchen auszuwählen. Dann gesellte sie sich zu ihrem Bruder Dunkelpfote, der mit einer Maus am Rand des Lagers saß und seine Schwester mit der Schweifspitze zu sich gewunken hatte. Mit einem fröhlichen Lächeln auf dem Gesicht ließ sie sich neben ihrem Bruder nieder. "Warum so gut gelaunt?", fragte dieser sogleich und blinzelte sie fröhlich an. Geheimnispfote musste kurz überlegen. "Ich weiß nicht. Heute ist einfach so ein schöner Tag, und es ist endlich wieder Blattfrische." Diese Aussage stimmte zwar, aber der Grund für ihre gute Laune war auch die Erleichterung. Die Erleichterung, dass bereits ein Viertelmond nach Blättertanz' düsterer Aussage vergangen war und sich nichts getan hatte, was für Geheimnispfote die Bestätigung war, dass die alte Heilerin eben doch nur einen verrückten Traum gehabt hatte. Zwar hatte die junge Kätzin von vorneherein nicht geglaubt, dass dieser Traum wahr sein könnte, aber dennoch hatte sie immer ein dumpfes Gefühl im Hinterkopf gehabt. Mittlerweile fand sie das selbst albern. "Das stimmt", miaute Dunkelpfote nun und sah sie aus seinen bernsteinfarbenen Augen prüfend an, als hätte er gespürt, dass seiner Schwester in diesem Moment mehr als nur der Gedanke an die beginnende Blattfrische durch den Kopf ging. Aber zu Geheimnispfotes Erleichterung sagte er nichts, sondern wandte sich seiner Maus zu und nahm einen Bissen. "Hast du heute schon trainiert?", fragte Geheimnispfote ihren Bruder. Dunkelpfote schüttelte den Kopf. "Nein, mein Mentor schläft noch. Warum fragst du?" Seine Schwester wollte gerade antworten, als ein jähes Geräusch sie innehalten ließ. Es war ein Husten. //Oh nein.. // Eine dunkle Vorahnung beschlich die Heilerschülerin, aber sie versuchte, nicht an die Prophezeiung zu denken und wandte ihren Blick stattdessen durch das Lager, um die Quelle des Geräusches ausfindig zu machen. Sekunden später sah sie auch schon Eichenpelz, einen der älteren Krieger, inmitten des Lagers stehen. Er wurde von einem kräftigen Hustenanfall geschüttelt, und seine Gefährtin Schneewolke neben ihm versuchte ihn zu beruhigen.
    Wie in Trance stand die junge Heilerschülerin auf und eilte zu dem Krieger und seiner besorgten Gefährtin hinüber. Eichenpelz hustete so kräftig, dass es schien, als könne er gar nicht mehr aufhören. Sowie Geheimnispfote bei den beiden angekommen war, kam auch Blättertanz aus ihrem Bau geeilt. Sie warf Geheimnispfote einen vorwurfsvollen und zugleich auch wissenden Blick zu, dann wandte sie sich an Eichenpelz. "Ganz ruhig atmen.. versuch dich zu entspannen..", murmelte sie. Eichenpelz keuchte und hustete noch ein paar Mal, dann richtete er sich auf und der Anfall war vorüber.
    Entgeistert stand Geheimnispfote da. //Das kann nicht sein.. das.. das war richtig schlimmer Husten! Der muss ihn schon länger quälen.. sonst wäre uns das doch bestimmt aufgefallen.. oder?// Sie suchte den Blick ihrer Mentorin, doch diese sprach leise mit Schneewolke, während Eichenpelz immer noch kurze, pfeifende Atemzüge tat, und nahm keine Notiz von ihrer Schülerin. "Wie lange hat er das schon?", fragte die Heilerin leise. Schneewolke sah sie hilflos an. "Erst seit gestern Morgen, es hat recht harmlos angefangen, aber dann wurden die Hustenanfälle immer stärker.. gestern Abend war er heiser und jetzt gerade waren wir eigentlich auf dem Weg zu dir.. was ist das für eine Krankheit, die er hat? Ist das Grüner Husten?" Blättertanz antwortete mit einem Kopfschütteln. "Nein..", murmelte sie düster. "Es ist etwas viel Schlimmeres.." Schneewolke sah sie erschrocken an. "Habt ihr ein Heilmittel dagegen?" "Nein." In Blättertanz' Stimme schwang große Besorgnis mit, und sie hatte den Kopf gesenkt. Nach kurzem Schweigen hob sie aber den Kopf und fixierte den Krieger vor ihr, während ihre Stimme langsam den üblichen forschen Ton zurückgewann: "Eichenpelz, du kommst jetzt mit in den Heilerbau. Wir werden dich genau im Auge behalten." Eichenpelz nickte, darüber schien er erleichtert. Dann sah die alte Heilerin ihre Schülerin an. "Richte ihm bitte ein Nest her." Geheimnispfote nickte daraufhin nur und wandte sich zum Heilerbau, nach dem sie Dunkelpfote, der noch immer mit der Maus dasaß, einen entschuldigenden Blick zugeworfen hatte. Mit schnellen Schritten ging die junge Kätzin zu dem Moosstapel in der Ecke des Heilerbaus und wählte ein paar Moospolster aus, aus denen sie dann ein provisorisches Nest formte. Kurz darauf erkannte sie auch schon an dem heftigen Husten, dass sich Eichenpelz dem Heilerbau näherte. Blättertanz schlüpfte kurz nach ihm in den Bau. "Er hat auch Fieber, wie es scheint", informierte sie ihre Schülerin knapp, während sich Eichelpelz dankbar in das Nest fallen ließ. Kurz darauf wurde er aber schon wieder von einem heftigen Hustenanfall geschüttelt. Blättertanz sah ihre Schülerin finster an. "Ich habe dir doch gesagt, ich weiß, was ich träume", murmelte sie, sodass nur Geheimnispfote sie klar und deutlich verstehen konnte. "Die Prophezeiung erfüllt sich. Die Finsternis legt sich über unseren Clan und nur wir können ihn retten.."

    3. KAPITEL

    Am nächsten Morgen wurde Geheimnispfote von einem Husten geweckt. Einen Moment lang fragte sich die Heilerschülerin erschrocken, wo der Husten herkam, doch dann fiel ihr alles wieder ein. Eichenpelz. Die Prophezeiung. Langsam setzte sie sich in ihrem Nest auf und spähte zu dem älteren Krieger hinüber. Er lag in seinem Nest und atmete nur stoßweise, während er im Schlaf Dinge murmelte, die die junge Kätzin nicht verstehen konnte. Zwischendurch wurde er immer wieder von einem Hustenanfall geschüttelt und wachte kurz auf, um mit glasigen Augen umherzublicken und dann wieder in sein Nest zurückzusinken. //Er muss sich in einer Art Fiebertraum befinden.. seine Augen sind ganz glasig. Wie konnte sich sein Zustand über so kurzen Zeitraum so drastisch verschlimmern!//
    Die Kätzin seufzte und begann dann, ihr Fell grob zu putzen, indem sie mit der Zunge darüberfuhr. Ab und zu blickte sie auf, wenn Eichenpelz hustete, und beobachtete ihn so lange, bis sein Hustenanfall zu Ende war und er wieder in seinen Fiebertraum gesunken war. Kurze Zeit später blickte sie erneut auf, als der Flechtenvorhang raschelte und Blättertanz hereintappte. Sie trug ein paar Kräuter im Maul und sah erschöpft aus. "Ich habe gerade mit Rankenstern gesprochen", erklärte sie müde. "Er wird nachher eine Versammlung einberufen." "Eine.. Versammlung? Und was wird er da verkünden?" Blättertanz seufzte nur und legte die Kräuter, die sie mitgebracht hatte, vor den Pfoten der Heilerschülerin ab. Schließlich miaute sie knapp: "Das, was wir wissen. Und im Anschluss werden wir alle Katzen untersuchen. Die Sache ist ernst." Geheimnispfote sah ihre Mentorin verwirrt an; zwar fand sie es beängstigend, wie weit die unbekannte Krankheit bei Eichenpelz bereits fortgeschritten war, aber dennoch fand sie solch eine Reaktion übertrieben. Immerhin war bisher nur eine Katze erkrankt.. Als hätte Blättertanz ihre Gedanken gehört, miaute die alte Heilerin schroff: "Wir sollten diese Krankheit nicht unterschätzen. Der Sternenclan hat mich davor gewarnt. Es ist ernst." Damit drehte sie sich um und untersuchte Eichenpelz. Geheimnispfote, die sich sonst überflüssig vorgekommen wäre, begann, die von ihrer Mentorin mitgebrachten Kräuter in die Vorratsspalte zu sortieren. "Und.. was denkst du, welche Kräuter helfen dagegen?", miaute sie schließlich, um das Schweigen zu brechen. Blättertanz schien zu überlegen. Schließlich miaute sie: "Ich denke.. Ringelblume gegen seinen Husten, Fieberkraut, damit er sich abkühlt, Borretsch, um sein Fieber weiter zu senken und gegen Atemnot zu helfen und Gänsefingerkraut für das Halsweh. Wenn wir ihm diese Kräuter abwechselnd geben.. ich weiß auch nicht." Mit einem Mal sah sie müder aus als je zuvor. "Ich weiß überhaupt nicht mehr, was wir tun sollen."

    "Alle Katzen, die alt genug sind, um Beute zu machen, rufe ich auf, sich hier unter dem Hochstein zu einem Clan-Treffen zu versammeln!" Rankensterns Ruf schallte durch das ganze Lager. Schnell sprang Geheimnispfote auf, vergewisserte sich mit einem Blick auf Eichenpelz, dass er friedlich schlief, und eilte dann hinaus zu den anderen Katzen, die sich um den Hochstein herum versammelt hatten. Blättertanz folgte ihr und setzte sich neben ihre Schülerin, ihr angespannter Blick wanderte zu Rankenstern. Ein paar Herzschläge später hatte sich auch schon Ruhe über die versammelten Katzen gelegt und Rankenstern begann mit ernster Stimme zu sprechen: "Katzen des Laubclans! Blättertanz, unsere Heilerin, ist heute zu mir gekommen und hat mir Dinge erzählt. Dinge, die auch jede Katze hier im Clan wissen sollte." Er machte eine kurze Pause und ließ seinen Blick durch die Menge schweifen. "Eine Krankheit bedroht uns. Es ist eine schlimme, eine tödliche Krankheit, die uns durch eine Prophezeiung unserer Ahnen vorausgesagt wurde. Wir wissen nicht, wie wir sie bekämpfen können, wir wissen nur, dass nicht zu unterschätzen ist." Betroffene Stille legte sich über die Katzen des Laubclans, und einige Zeit sagte niemand ein Wort, bis Gänsebart schließlich rief: "Wie ist der Krankheitsverlauf dieser Krankheit?" Seine Stimme klang angespannt. Blättertanz trat vor und nickte ihm leicht zu. "Bisher wissen wir noch nicht viel", fing sie an. "Eichenpelz ist bereits erkrankt, und es hat mit sehr schlimmem Husten, Halsschmerzen und Heiserkeit angefangen. Inzwischen hat er auch Fieber und des öfteren Atemnot während seiner Hustenanfälle. Mehr wissen wir noch nicht." Gänsebart nickte offenbar zufrieden, und Rankenstern ergriff wieder das Wort. "Hat sonst noch jemand Fragen?", miaute er und blickte in die Runde. Als sich keiner zu Wort meldete, fuhr der Anführer fort: "Blättertanz und Geheimnispfote werden euch nachher alle untersuchen, da sich diese Krankheit offenbar sehr schnell ausbreiten kann, wie unsere Heilerin mir verriet. Ich erwarte von niemandem Proteste.. die Sache ist ernst." Damit sprang er vom Hochstein und Geheimnispfote schluckte, als sie seinen besorgten Blick sah. //Die Sache ist wirklich ernst... //

    5. KAPITEL

    Es war ein paar Tage später, als Geheimnispfote gerade auf dem Weg zum Frischbeutehaufen war. Ein durchdringender Schrei erschütterte das Lager und ließ ihr das Blut in den Adern gefrieren. Blitzschnell drehte sie sich um und eilte auf den Heilerbau zu. Und nachdem sie durch den Flechtenvorhang geschlüpft war - "Nein!", miaute sie laut. "Nein, bitte nicht!" Es war Eichenpelz. Sein lebloser Körper lag in seinem Nest, merkwürdig verdreht, und Blättertanz kauerte vor ihm. Geheimnispfote stürzte auf ihre Mentorin zu. "Was - wie konnte das - wie ist das -", stammelte sie. Blättertanz schüttelte müde den Kopf, ließ sich nach einem Seufzer allerdings doch zu einer Erklärung herab: "Er hatte eine Art Anfall während seines Fiebertraums. Ich weiß nicht, wie genau es passiert ist - ich denke, er ist erstickt. Irgendetwas hat diese Krankheit mit ihm gemacht. Als ich dann - als ich dann seinen Puls gefühlt hab - er- er ist tot, Geheimnispfote."

    //Er ist tot. Eichenpelz ist tot. Hätte ich mich doch nur mehr um ihn gekümmert! Ich hätte weniger essen sollen.. weniger schlafen sollen... ich hätte bei dem Anfall dabei sein müssen, vielleicht hätte ich ihn verhindern können!// Geheimnispfotes Krallen gruben sich in die weiche Erde unter ihren Pfoten. //Aber nein.. ich habe die Krankheit nicht ernst genommen. Das ist alles meine Schuld! Wäre ich doch nur da gewesen.. dann wäre er jetzt nicht tot.. Aber er ist es! Jetzt ist Eichenpelz tot, und das ist alles nur meine Schuld!// Ihre Augen füllten sich mit Tränen, Tränen der Wut über sich selbst, und ihre Krallen zerrupften ein Grasbüschel vor ihren Augen. Aber das war der Heilerschülerin egal. Sie wollte einfach nur trauern, trauern um Eichenpelz, dem sie jetzt nie mehr würde sagen können, wie leid es ihr tat.. dass es alles ihre Schuld gewesen war..
    Ein plötzliches Rascheln ließ Geheimnispfote zusammenzucken. Sie hob den Kopf und musterte die Lichtung, auf der sie sich versteckte, genau. Aber das war nicht mehr nötig, denn einen Herzschlag später erzitterte ein Strauch in der Nähe und Dunkelpfote sprang daraus hervor, mit erleichterter Miene. "Geheimnispfote! Da bist du ja! Ich hab dich gesucht-" "Geh weg." Dunkelpfote blinzelte verständnislos. "Was?" "Ich habe gesagt, geh weg. Ich will allein sein." Geheimnispfote wandte ihren Kopf ab, damit ihr Bruder die Tränen nicht sah, die ihr in die Augen geschossen waren. Er jedoch schien zu verstehen, und seine Stimme wurde auf einmal weich. "Ich weiß, wie du dich fühlst. Das sind die Schuldgefühle der Lebenden." "Du weißt überhaupt nicht- du- du weißt nichts darüber! Ich- du verstehst mich nicht-" "Doch, ich verstehe dich", miaute ihr Bruder ruhig. "Aber es hilft auch nichts, wenn du dir pausenlos die Schuld gibst." Er zögerte, Geheimnispfote erwiderte aber nichts, was der Schüler als Aufforderung nahm, weiterzusprechen. "Du sollst zurück ins Lager gehen- sie erwarten dich dort. Wir- wir beerdigen ihn." "Ich komme nicht mit", antwortete Geheimnispfote mit einer merkwürdig fremden Stimme, die nicht nach ihrer klang, kalt und abweisend. "Bitte! Wir erwarten dich.." "Nein", miaute Geheimnispfote, noch immer mit dieser merkwürdig fremden Stimme. "Ich habe etwas vor. Sag ihnen, ich will allein sein." Dunkelpfote zögerte, schien jedoch dann einzusehen, dass es keinen Sinn zu machen schien, noch weiter auf die junge Kätzin einzureden. "Du- du kommst dann nach, ja?", fragte er mit zitternder Stimme. "Oh. Jaah, klar", miaute seine Schwester gedehnt. "Wir seh'n uns nachher." Dunkelpfote nickte unsicher. "Denk nicht zu viel darüber nach, ja? Es ist nicht deine Schuld", miaute er noch einmal, dann drehte er sich jedoch um und verschwand im Unterholz. Geheimnispfote saß starr da und lauschte seinen Schritten, die sich stapfend entfernten. Kalter Zorn kochte in ihr hoch, als sie an das wissende Gesicht ihres Bruders dachte. Er wusste nichts. NICHTS. Er wusste nicht, wie es sich anfühlte, Heilerschülerin zu sein- und jemanden nicht retten zu können- Natürlich war es ihre Schuld. Es gab gar keine andere Erklärung.

    6. KAPITEL

    Es musste inzwischen Abend geworden sein, doch Geheimnispfote saß immer noch starr an demselben Platz, an dem Dunkelpfote sie vor Stunden zurückgelassen hatte. Der Himmel hatte sich blutrot gefärbt, am Himmel blinkten schon die ersten Sterne, und eine leichte Brise wehte über die Lichtung und spielte mit dem Fell der Heilerschülerin. Sie fröstelte. Wie lange wohl noch, bis sie erneut jemanden schicken würden, um ihre Heilerschülerin zu suchen? Doch sie wollte keine Gesellschaft. Die junge Kätzin war sich nicht einmal sicher, ob sie irgendetwas wollte. Eine seltsame Leere erfüllte ihr Inneres, sie hatte nicht einmal mehr Lust zu schreien, ihr Zorn war abgekühlt, doch sie fühlte sich leer. Wie eine bloße Hülle. Nutzlos. Unbrauchbar.
    Der Verlust von Eichenpelz lastete noch immer schwer auf ihr. Schuldgefühle waren das Einzige, was sie neben der merkwürdigen Leere noch verspüren konnte. Ob überhaupt jemand so fühlte wie sie? Blättertanz hatte schon viele Tode miterleben müssen, gewiss.. und Schneewolke, die Gefährtin und engste Vertraute von Eichenpelz, bekam nichts mehr mit, weil sie in einen Fiebertraum gesunken war.. doch Schneewolke würde auch bald dasselbe Schicksal wie ihr Gefährte ereilen, dachte Geheimnispfote bitter, was nützte es, sich etwas vorzumachen.. diese Krankheit würde ihren Clan zerstören.. was nützte es da, noch zurück ins Lager zu gehen, um das ganze Elend mitansehen zu müssen? Es würden noch mehr krank werden, das wusste sie sowieso. Wozu sollte sie dann noch zurückkehren? Wäre es nicht einfacher, das Clanleben aufzugeben und eine Streunerin zu werden?
    Erneut kam ein Wind auf und die Heilerschülerin fröstelte. Sie bildete sich ein, in der Ferne leise Rufe nach ihrem Namen zu hören, doch es konnte auch nur das Heulen des Windes gewesen sein. Dennoch.. es war Zeit, von hier zu verschwinden, bevor sie gefunden wurde und ihr die Gesellschaft trauernder Katzen aufgezwängt werden würde.. Langsam erhob sie sich und reckte ihre steifen Glieder. Sie würde noch ein wenig durch das Territorium wandern.. auf Gesellschaft war sie nicht erpicht.. Die junge Heilerschülerin verfiel in einen langsamen Trab und verließ die Lichtung, ohne einen Blick zurück zu werfen. Sie beschleunigte ihre Schritte.. es galt, sich zu beeilen.. langsam veränderte sich ihre Ungebung, der Wald lichtete sich.. sie würde bald an der Grenze sein.. Geheimnispfote zuckte mit den Ohren, als sie das donnernde Rauschen des Flusses vernahm, welcher durch ihr Territorium floss. Eine wahnwitzige Idee schoss ihr durch den Kopf.. sie nahm langsam Gestalt an und erschien immer logischer, wie der einzige Ausweg, warum hatte sie bisher nicht daran gedacht?.. Die Heilerschülerin änderte nun die Richtung und tappte auf das Rauschen zu, bis sie den breiten, gewaltigen Fluss mit dem donnernden, schnell fließenden Wasser erblickte. Die Sonne warf einen blutroten Schatten auf das Wasser, und Geheimnispfote blieb am Ufer stehen. Ein kleines Lächeln erschien auf ihrem Gesicht. "Wo ist es wohl am besten?", murmelte sie unschlüssig und ging am Ufer auf und ab, bis sie offenbar eine geeignete Stelle gefunden hatte, denn sie war stehen geblieben und stierte auf das tosende Wasser vor ihr. Gewiss, sie konnte nicht schwimmen.. sie hatte Wasser noch nie ausstehen können.. die Idee war nahezu perfekt. Gleich würde sie Eichenpelz wiedersehen.. sie würde ihm sagen, wie leid es ihr tat.. Kurz flackerte der Blick der Heilerschülerin zu den blinkenden Sternen über ihr. Ja, gleich würde sie eine von ihnen sein.. Und ohne das geringste Zögern holte Geheimnispfote tief Luft und sprang.

    In ihren sicheren Tod.

    THE END

    20
    Also, nach einiger Verspätung kommen hier die Stimmen hin:

    Ich:
    II

    Klee^^:
    IIIII

    Luffy:
    I

    Lichtpfote:
    III

    Schatten:
    IIII


    Auf dem ersten Platz mit 5 Stimmen...


    KLEE^^/LIGHT!

    Auf dem zweiten Platz mit 4 Stimmen...

    SCHATTEN!


    Und auf dem dritten Platz mit 3 Stimmen...

    LICHTPFOTE/ANTISOCIAL!

    Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner*applaudiert*







    21
    Das nächste Thema ist...


    Eine Referenz aus einem Film
    Also, ihr nehmt einen Film und sucht euch eine oder mehrere Stellen und stellt sie nach, nur eben mit Warrior Cats.
    Versucht, vielleicht nicht ganz sooooo blutig oder perrvers zu werden^^

    Gute Ideen und schöne Monate!

    Das nächste Thema kommt am 25.Juli

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