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Ein Schatten

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1 Kapitel - 1.220 Wörter - Erstellt von: - Entwickelt am: - 315 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Gedankenspiele von mir ....

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    Ein Mädchen sitzt auf einem Stuhl . Sie lächelt . Doch ihr Lächeln hat einen bitteren Beigeschmack .Sie zittert am ganzen Körper . Fürchtet sich so sehr . Doch wovor? Das kann sie sich selbst auch nicht beantworten . Sie sitzt neben vielen anderen Leuten in einem Raum . Alle sagen, dass sie ihre Freunde wären . Sie behaupten es und im selben Atemzug werden sie lachen, wenn sie auch nur den kleinsten Fehler macht . Sie fragen sie, warum sie so schüchtern ist . Doch eigentlich können sie sich diese Frage selbst beantworten . Sie alle sitzen zusammen, lachen, reden . Doch sie schweigt . Sie schweigt . Und schweigt . Plötzlich lächelt sie nicht mehr . Sie denkt nach . Und vergisst dabei den Schein zu wahren . Dieses falsche Lächeln . Das falsche Lächeln, mit dem sie alle anderen um sie herum täuschen kann . Fast jeden . Sie hat es jetzt aber vergessen . Sie ist schon lange nicht mehr fröhlich . Nein . Sie tut nur so . Sie denkt und fühlt anders . Schon immer . Die anderen Leute beginnen sie anzustarren . So wie immer . Wenn sie nicht lachen, dann starren sie . Sie sehen nicht das, was sie sieht . Sie sehen nur das, was sie auch sehen wollen . Sie interessiert nur das Äußere . Sie rennen dem größten Idıoten nach, den sie finden können . Warum? Weil sie Angst haben, dass man sie von dieser feinen, verlogenen Gesellschaft ausschließen könnte . Denn wenn sie alleine sind, dann merken sie, dass auch sie in einigen Hinsichten anders sind . Doch gerade diese Individualität des Menschen macht ihnen zu schaffen . Sie sagen ihr ins Gesicht, dass sie sie so mögen wie sie ist . Doch versuchen gleichzeitig immer sie zu beeinflussen . Sei es bei der Wahl der Kleidung . In ihrem Verhalten . Ständig versuchen sie es . Immer . Und immer wieder . Sie denken nur in ihren Schubladen . Sie können und wollen es meist auch nicht anders . Weil Alles andere wohl damit verbunden ist, über sich selbst nachdenken zu müssen . Und das wollen sie nicht . Nein . Dann würden sie bemerken, dass sie alles tun, um in eine Gesellschaft hineinpassen, in die sie doch eigentlich gar nicht gehören . Sie rutscht ein Stück zurück . Überlegt, aufzustehen . Den Raum zu verlassen . Doch dann traut sie sich nicht mehr, denn ihr würden zu viele neugierige Blicke folgen . Und das erträgt sie nicht . Sie weiß, dass sie anders ist . Und sie wissen es auch . Ja, sie wissen es schon viel länger ...Haben erst neugierig beobachtet, wie sie denkt und spricht, gespannt ihren Worten gelauscht . Nun fällt ihnen jedoch auf, dass sie ihnen überlegen ist . Das sie keine Angst vor ihnen hat und es aufgegeben hat, sich anzupassen . Sie trägt nicht mehr dieselbe Kleidung . Alle fragen sie, warum sie denn immer nur schwarze Kleidung trägt . Warum sie nicht das trägt, was alle anderen schön finden . Sie tut es nicht, weil sie sich von ihnen unterscheiden möchte . Es ist ihre Art der Rebellion . Denn sie traut sich nicht, zuschreien, zu kämpfen . Sie weiß, dass ihre Stimme von den anderen nicht gehört werden kann, denn sie sind zu beschäftigt mit sich selbst, um sie zu hören . Um sie zu sehen . Sie rutscht noch ein Stück weit vor . Noch einmal Rutschen und die sitzt nur noch auf der äußersten Kante des Stuhles . Einige Blicke drehen sich zu ihr um . Diesmal täuscht sie kein Lächeln mehr vor . Die anderen Leute sehen sie kurz an . Prüfen & Bewerten . Natürlich nach ihren Vorstellungen . Doch ihre Vorstellungen entsprechen nicht denen, die sie selbst hat . Sie lächeln . Auch falsch . Sie lachen nicht mit ihr, sondern über sie . Sie sieht zum Fenster raus . Sieht die verregnete Landschaft . Es ist Herbst . Die Blätter fallen von den Bäumen . Ja . Eine kleine und durchaus banale Überlegung . Doch es ist nicht nur ein einfacher Herbst für sie . Nein . Schon 14 Mal hat sie die Wende der Jahreszeiten erlebt . Schon 14 Mal im Laub der herabgefallenen Herbstblätter gespielt . Schon 14 Mal nach Antworten auf ihre Fragen gesucht . Antworten, die ihr bis jetzt noch niemand geben konnte . Sie war immer so frei, so unbeschwert . Unschuldig . Ja . Ein Kind . Ein Kind, das zwar schon viele Fehler gemacht hat . Und sie trotzdem immer von den wichtigsten Personen immer wieder verziehen bekommen hat . Das ist der Lauf der Dinge . Zumindest begannen sie, zu vergessen, was sie getan hatte . Diesmal ist alles anders . Wirklich alles . Es ist jetzt ihr 15. Herbst . Sie ist kein Kind mehr . Sie hat damit auch keine Probleme . Zumindest keine großen . Sie wollte immer älter werden, weil sie dachte, dass sie dann auch glücklicher werden würde . Ein seltsamer Gedanke . Sie dachte, dass sie lernen würde, sich zu lieben, sich zu akzeptieren . Jetzt ist sie älter . Aber nicht unbedingt glücklicher . Sie beginnt ihre kindliche Naivität zu verlieren und dieser Verlust lastet schwer auf ihrem Herzen . Sie beginnt, zu vergessen, wie sie als kleines Kind spielte . Das sie auch einmal klein war . Sie war immer ein fröhliches, offenes Kind . Ganz ohne Furcht vor Fremden Menschen in ihrer Seele . Sie wollte andere immer glücklich machen, lächelte jeden, der traurig aussah an . Denn sie wollte, dass diese Person zurück lächelt . Sie wollte ihr Glück teilen . Auch wenn sie schon immer schwierig und kompliziert war, hatte sie oft Erfolg und freute sich jedes Mal, wenn sie auch angelächelt wurde . Heute hat sie Angst vor Fremden, Angst davor, verletzt zu werden. Denn sie wurde schon oft verletzt . Von Leuten, denen sie ihr Vertrauen, ihre Liebe schenkte . Ihre Fröhlichkeit ...Wo ist sie nur? Wo? Sie weiß es nicht . Sie lächelt immer noch . Immerzu . Doch heute lügt sie, wenn sie lächelt . Nur ihre Mutter und ihre engen Freunde sind in der Lage, die Wahrheit zu sehen, doch auch sie sind tatsächlich täuschbar . Sie denkt und fühlt aber immer noch anders . Plötzlich fasst sie einen Entschluss . Sie steht auf . Sieht sich in dem kleinen Raum um . Zu viele Menschen auf zu wenig Raum . Sie sieht auch plötzlich das, was sie die ganze Zeit über nicht sehen wollte . Diese große, unsichtbare Mauer zwischen den Leuten und sich selbst . Alle starren sie an . Doch das kümmert sie nicht mehr . Sie weiß jetzt ganz genau, was zu tun ist . Stimmen senken und heben sich . Nur ihre eigene bleibt wie immer stumm . Sie will nicht mehr versuchen zu erklären, warum sie sich nicht für andere Leute verstellt . Will nicht mehr Dinge akzeptieren, die ihren eigenen Idealen nicht mehr widerstreben könnten . Sie hört auf, sich selbst zu hassen, dafür das sie anders ist . Leute beginnen auf sie einzureden, über sie zureden . Doch das hört sie schon nicht mehr . Denn sie ist schon längst gegangen . Nun ist sie frei .

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Kommentare (2)

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vor 80 Tagen flag
Früher war es noch schlimmer als heute für mich. Ich habe nie verstanden, warum ich anders bin, warum sie mich grundlos hassen, aber jetzt habe ich begriffen, dass es richtig und auch wichtig ist, anders zu sein, wenn ich so wäre, wie sie es sind, dann würde ich mich selbst verkaufen und verraten, dann wurde ich alles wofür ich stehe und kämpfe, einfach so wegschmeißen, das ist es nicht wert.
Das ist genau die Wahrheit ... die so wenige verstehen, wegen der man sich so sehr verstellt. Es tut gut, sie geschrieben zu sehen und ich hoffe, dass sie auch von Leuten gelesen wird, die wie die anderen Leute im Raum sind. Mit 13 Jahren hätte ich mich genau mit ihr identifizieren können; früher froh aber jetzt eingeschüchtert und anders