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Warrior Cats "Finstere Zeiten"

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6 Kapitel - 14.000 Wörter - Erstellt von: - Aktualisiert am: - Entwickelt am: - 2.064 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Das ist die Geschichte der Charaktere, die ihr mir so fleißig zugesendet habt!
( https://www.testedich.de/quiz58/quiz/1544361186/Warrior-Cats-Charaktere) Ich hoffe sie gefällt euch! Ich werde sie Stück für Stück aufbauen!

    1
    ((unli))((big))Das Territorium des FrostClans((ebig))((eunli)) ((big))((bold))DIE HIERACHIE DES FROSTCLANS:((ebold))((ebig)) ((big))Anführer: ((ebig)
    Das Territorium des FrostClans


    DIE HIERACHIE DES FROSTCLANS:


    Anführer:
    Regenbogenstern -- schwarzer Kater mit silbernen Streifen und grün-gelb-braun-blauen Augen (25 Monde)

    2. Anführer:
    Tränenwunsch – silber-blaue Kätzin mit grünen Augen (21 Monde)

    Heiler:
    Nachtflamme – blau-grauer Kater mit leuchtend gelben Augen (35 Monde); Mentorin von Brombeerpfote


    Krieger:
    Fliederlicht -- weiß-graue Kätzin mit violett-blauen Augen (14 Monde); Mentorin von Starenpfote
    Birkenblüte -- birkenfarbene Kätzin mit weißen Flecken und hellgrünen Augen (17 Monde)
    Tigerherz – dunkelbraun getigerter Kater mit gelben Augen; Vater der Jungen (23 Monde)
    Flussschweif – grau getigerter Kater mit dunkelgrünen Augen (20 Monde); Mentor von Himbeerpfote
    Glücksfeder – schildpattfarbene Kätzin mit grünen Augen (18 Monde)
    Abendkristall – dunkelblauer Kater mit violetten Augen (38 Monde); Mentor von Herbstpfote
    Windhauch– weiße Kätzin mit türkisenen Augen (19 Monde);
    Mentorin von Rotkehlchenpfote
    Kaktusssplitter – schwarz-weißer Kater mit grünen Augen (18 Monde)
    Hoffnungslicht – schneeweiße Kätzin mit weißen Augen, da sie blind ist (17 Monde)
    Lichtsturm – beiger Kater mit strahlenden, himmelblauen Augen (24 Monde)
    Schneeträne –weißer Kater mit sprenkeln und grauen Augen (84 Monde)
    Wunschschimmer – rauchgrauer Kater mit blauen Augen (26 Monde)
    Falkenglut – brauner Kater mit bernsteinfarbenen Augen (49 Monde); Mentor von Amethystpfote


    Schüler:
    Starenpfote – brauner Kater mit grünen Augen (7 Monde)
    Herbstpfote – hübscher, hellbraun getigerter Kater mit weißen Pfoten, Gesicht und Bauch, seegrüne Augen (7 Monde), Bruder von Starenpfote
    Himbeerpfote – kleine, weiße Kätzin mit grünen Augen (12 Monde)
    Rotkehlchenpfote – grau-roter Kater mit braunen Augen und langem Schweif (8 Monde)
    Brombeerpfote – dunkelbraun getigerter Kater mit eisblauen Augen (14 Monde)
    Amethystpfote – haselnussbraun-weiße Kätzin mit blauen Augen (13 Monde)





    Königinnen:
    Sandherz -- orange-weiß getigerte Kätzin mit hellgrünen Augen; Mutter von Flausch-, Flecken-, Nacht- und Löwenjunges (20 Monde)
    Eistraum – weiße Kätzin mit grünen Augen (28 Monde)

    Jungen:
    Flauschjunges – orangerote Kätzin mit flauschigem Fell und grünen Augen (1 Mond)
    Fleckenjunges -- orange-weiß gefleckte Kätzin mit hellgrünen Augen (1 Mond)
    Nachtjunges – schwarz-dunkelorange getigerte Kätzin mit grün-blauen Augen (1 Mond)
    Löwenjunges – dunkelorange-weiß getigert mit gelb-grünen Augen (1 Mond)


    Älteste:
    Stummelkäfer – schwarzer, zerzauster Kater mit giftgrünen Augen (88 Monde)







    DIE HIERACHIE DES FEUERCLANS

    Anführer:
    Rotstern – dunkelrot gestreifter Kater mit blauen Augen (27 Monde)

    Zweiter Anführer:
    Flammenrose – feuerrote Kätzin mit blauen Augen (20 Monde)

    Heiler:
    Blättersee – graue Kätzin mit grünen Augen (25 Monde)

    Krieger:
    Turmalinsturm – grau-blauer Kater mit grünen Augen (27 Monde)
    Klauenschweif – schwarzer Kater bernsteinfarbenen Augen (18 Monde)
    Rauchklee – grau gestreifter Kater mit tannengrünen Augen (36 Monde)
    Farbenrose – schildpattfarbene Kätzin mit grünen Augen (20 Monde)
    Buntblüte – schildpattfarbene Kätzin mit grünen Augen (20 Monde)
    Lavendelherz – gestreifte Kätzin mit lavendelfarbenen Augen (21 Monde)
    Schneepelz – weiße Kätzin mit braunen Augen (63 Monde)
    Nusswolke – Nussbraune Kätzin mit eisblauen Augen (21 Monde)
    Birkenzweig – hellbraun-weiß gescheckte Kätzin mit grünen Augen (17 Monde)
    Eichenglut – cremefarbener Kater mit Tupfen und braunen Augen ( 19 Monde)
    Wolfsblitz – dunkelbraun getigerter Kater mit stechend blauen Augen (16 Monde)
    Zweigfeuer – großer, schildpattfarbener Kater mit dunklen Bernsteinaugen (18 Monde)
    Löwenblüte – fuchsfarbene Kätzin mit hellgelben Augen (14 Monde)
    Eissplitter – silbern getigerter Kater mit eisblauen Augen (27 Monde)






    Schüler:
    Honigpfote – kleine, braun getigerte Kätzin mit honigfarbenen Augen (6 Monde)
    Rauchpfote – rauchgraue Kätzin mit grau-blauen Augen und einer Spur Gold (6 Monde)
    Kirschpfote – sehr hübsche, blauäugige Kätzin mit rotem Fell (12 Monde)
    Fichtenpfote – brauner Kater mit tannengrünen Augen (12 Monde)
    Lerchenpfote – rötlich getigerte Kätzin mit türkisen Augen (9 ½ Monde)





    Königinnen:
    Libellenfrost – grau getigerte Kätzin mit dunkelblauen Augen, Mutter von Mond-, und Sonnenjunges (35 Monde)
    Echolicht – grau-silberne Kätzin mit goldgelb leuchtenden Augen (15 Monde)




    Jungen:
    Mondjunges – nachtschwarze Kätzin mit eisblauen Augen (1 Mond)
    Sonnenjunges – schneeweißer Kater mit eisblauen Augen (1 Mond)


    Älteste:
    Frosthimmel – weiße, zerbrechliche Kätzin mit grünen Augen (98 Monde)
    Flockenzweig – braun-weiß gefleckte Kätzin mit hellblauen Augen (79 Monde)
    Baumherz – brauner, blinder Kater (80 Monde)





    Katzen außerhalb des Clans:
    Schatten -- schwarzer Streuner mit giftgrünen Augen (27 Monde)
    Storm– schildpattfarbene, kleine Kätzin mit struppigem Fell und eisblauen Augen (16 Monde)
    Kiya – goldbraune Kätzin mit weißen Pfote und himmelblauen Augen (16 Monde)
    Flow -- grau-schwarzer Kater mit buschigem Fell und blauen Augen (15 Monde)
    Purple – dunkelblaue Kätzin mit violetten Augen (7 Monde)
    Feuertatze – feuerroter Kater mit einer weißen Pfote, ehemaliger FrostClan – Krieger (20 Monde)

    Die Füchse:
    Wildfang – dunkelroter Fuchs mit weißem Schweif und dunkelbraunen Augen (30 Monde)…mürrisch, schlau
    Rotblüte – rotbraune Füchsin mit grünen Augen (14 Monde)
    Tara – schwarze Füchsin mit haselnussbraunen Augen (30 Monde)
    Crystal – Füchsin mit weißem Bauch und gelb-grünen Augen (14 Monde)
    Galaxy – junge Füchsin mit blauen Augen (9 Monde)
    Grey – grauer, einst brauner Fuchs mit weisen, braunen Augen (80 Monde)

    Tiere außerhalb der Clans:
    Midnight – junge Dächsin die im Territorium de FrostClans lebt (10 Monde)
    Bloodfeather – schwarzer Wolf mit struppigem Fell und bernsteinfarbenen Augen (60 Monde)
    Lyra – hellgraue Luchsin mit bernsteinfarbenen Augen (30 Monde)
    Green – rotbrauner Fuchs mit grünen Augen (24 Monde)
    Dark – rotbrauner Fuchs mit grünen Augen (24 Monde)
    Sturm – großer, dunkelbraun-grauer Hund mit braunen Augen (14 Monde)
    Donner – dunkelbrauner Hund mit bernsteinfarbenen Augen (14 Monde)
    Ginster – hellbraune Hündin mit grünen Augen, Anführerin der Hunde (17 Monde)

    2








    Für Milly, Mondtropfen, Nachtflamme, Melissi, Riesenstern, Sterni, Snow, Rotstern, Sandschimmer, und DAS Wildschwein.
    Denn sie haben ermöglicht, dass diese Geschichte entstehen kann! Danke für alles! ♥♥♥












    Prolog:


    Nacht lag über dem Wald, nichts regte sich außer das leichte schaukeln der Blätter im Wind und in der Ferne hörte man das Bellen eines Fuchses.
    Es waren keine Sterne am Himmel, doch der Mond warf seinen frostigen Glanz über die Bäume. In der Luft lag der kalte, frische Duft der Blattleere. In der Mitte des Waldes auf einer kleinen Lichtung saß einsam eine zierliche Kätzin, die zu der spiegelglatten Oberfläche des Vollmondes empor sah. Hinter ihr teilten sich die Farnwedel und zwei weitere Katzen traten heraus. Die eine neigte höflich den Kopf, „sei gegrüßt Frostsonne du hast uns hier her berufen, was gibt es?“ Die andere Katze, eine gold getupfte, fauchte wütend, „ich hoffe du hattest einen guten Grund dazu, der Weg hier hin war nicht gerade kurz!“ Der, der zuvor gesprochen hatte zuckte missbilligend mit dem Schwanz. „Beruhige dich Lichtflamme! Jetzt ist nicht der nicht richtige Zeitpunkt, um sich aufzuregen, es scheint wichtig zu sein.“
    Die zierliche Kätzin sah den Kater beunruhigt an, „das ist es Geisterstern, ich brauche euren Rat!“
    Der schwarze Kater sah Frostsonne besorgt an. „Was ist passiert?“ Die weiße Kätzin schaute mit verschleiertem Blick in die Ferne. „Ich habe eine Prophezeiung erhalten…“
    Lichtflamme riss erstaunt die Augen auf, „um was handelte sie?“ fragte die grünäugige Kätzin aufgeregt. Frostsonne wandte sich zu ihr um.
    „Nur die 5 Auserwählten können den Sturm aufhalten, sie müssen sich vereinen sonst wird die Finsternis über den Frost siegen und ihn für ewig unter sich begraben“
    Geisterstern schnappte nach Luft. „Soll das das Ende des FrostClans bedeuten?“ Lichtflamme sah ihn mit wütend funkelnden Augen an, „der FrostClan wird für immer bestehen! Wir müssen die Auserwählten finden!“ Frostsonne nickte zustimmend. „Wir dürfen den FrostClan nicht aufgeben!“ Geisterstern sah die anderen unbeteiligt an und sah zum Mond empor, doch schnell senkte er den Kopf wieder und gab den anderen mit einem Zucken seiner Schwanzspitze zu verstehen nach oben zu gucken. Der Vollmond war riesig geworden und auf seiner Oberfläche waren 5 Katzen zu sehen, die sich über eine große Wiese dahin schleppten, an ihrer Seite lief ein schwarzer Fuchs. Doch plötzlich durchzuckte ein Blitz den Nachthimmel und der Mond sank wieder auf seine alte Größe zurück. Geisterstern seufzte. „Es ist wieder einmal an der Zeit eine Prophezeiung zu erfüllen“ murmelte er.
    Frostsonne nickte aufgeregt. „Es gibt Hoffnung für den FrostClan!“ schnurrte sie.
    Doch Lichtflamme kniff die Augen zusammen, „wir müssen 5 Katzen auswählen, die sich auf den Weg machen!“ Geisterstern sah sie ausdruckslos an. „Wohin auf den Weg machen?“
    Die sture Kätzin blickte ihn mit funkelnden Augen an, „hast du etwa vor, den Clan den du einst gegründet hast einfach so aufzugeben? Ich werde dem FrostClan IMMER zu Seite stehen!“ Frostsonne nickte und jaulte einmal kurz, wenige Zeit später kamen zwei weitere Katzen aus den Farnwedeln. Geisterstern neigte grüßend den Kopf. „Willkommen Schneeflockenherz und Dämmerungsjunges!“ Mutter und Sohn senkten ebenfalls grüßend den Kopf und traten dann zu Frostsonne. „Was ist los? Du hast uns gerufen?“ fragte Schneeflockenherz. Die ehemalige Heilerin begrüßte die Beiden Nase an Nase und erzählte ihnen von der Prophezeiung. „Es ist nun unsere Aufgabe die fünf Katzen für die Rettung des FrostClans auszuwählen!“ Schneeflockenherz nickte wissend und trat vor. „Ich denke!“ verkündete sie, „dass diese Katze hervorragend für diese Aufgabe gedacht wäre!“
    Die weiße Kätzin zeigte auf eine Stelle im Gras. Eine schlafende, fest zusammengerollte Kätzin kam zum Vorschein. Die andern Katzen gaben daraufhin wohlwollend nickend ihre Zustimmung. Nun trat Geisterstern vor. „Seht, und billigt meine Wahl!“ miaute er. Der Geist eines getigerten Katers erschien, der mit aufgerichteten Ohren das Lager bewachte.
    Lichtflamme betrachtete ihn missbilligend. „Das ist ja noch ein Schüler!“ fauchte sie.
    Auch Schneeflockenherz sah nachdenklich aus. „Bist du dir sicher Geisterstern? Diese Katze...du weißt…“ Geisterstern schnitt ihr das Wort ab, „sein Mut und die Überzeugungskraft werden auf der Reise sehr nützlich sein! Ich habe meine Wahl getroffen und ich werde sie nicht zurücknehmen!“ Die versammelte Runde verstummte. Nun trat die temperamentvolle Kätzin Lichtflamme vor. „Ich bin mir sicher ihr werdet mir zustimmen!“ verkündete sie und ein schlafender Kater erschien im Gras. Von den anderen Katzen ertönte zustimmendes Gemurmel, daraufhin trat nun Frostsonne nach vorn. Sie fixierte eine Stelle im Gras und kurze Zeit später flammte erneut eine Katze auf, eine zierliche Katze mit silbernem Fell. Auch jetzt ertönte zustimmendes Gemurmel der anderen Katzen. Schneeflockenherz wandte sich zu ihrem Sohn um, „so Dämmerungsjunges, für wen hast du dich entschieden?“
    Der kleine Kater trat vorsichtig vor und sah die versammelten Katzen ängstlich an. Dann sah er die anderen der Reihe nach an, holte tief Luft und ließ dann einen dunkelbraun getigerten Kater erscheinen.
    Sofort ertönten missbilligende Zurufe und Lichtflamme trat zu ihm. „Ist das dein Ernst?“ fragte sie knurrend, „noch ein Schüler?“ Auch Schneeflockenherz sah ihren Sohn zweifelnd an. Dämmerungsjunges ließ den Kopf hängen, doch dann trat Geisterstern vor. „Ich finde!“ rief er „Dass dieser junge Kater eine gute Entscheidung getroffen hat! Die Katzen können einen Heiler an ihrer Seite gut gebrauchen!“ Frostsonne nickte zustimmend, daraufhin zog sich Lichtflamme zurück. „Nun gut!“ verkündete Geisterstern „Wir haben unsere Entscheidung getroffen!“

    3

    1. Kapitel

    Birkenblüte wurde vom einem lauten Jaulen aus dem Schlaf gerissen, das verdächtig nach einer Katze klang. Sandherz! War ihr erster Gedanke, nun war es wohl so weit, die Jungen kamen. Nachtflamme, der Heiler des FrostClans hatte schon vor drei Sonnenaufgängen angekündigt, dass es wohl bald so weit seine würde und seit dem war Tigerherz, der Gefährte von Sandherz, der sanften Königin nicht mehr von der Seite gewichen. Birkenblüte sah den Schatten des dunklen Tigerkaters aus dem Bau klettern und beschloss ihm zu folgen. Sie wollte sich so gut wie möglich nützlich machen, da Sandherz ihr immer eine gute Freundin gewesen war und sie in ihrer Schülerzeit auch oft zusammen trainiert hatten. Birkenblüte schob sich hinter Tigerherz aus dem Kriegerbau und sah auf dem Weg Brombeerpfote, den Heilerschüler, mit einer Pflanze im Maul richtung Kinderstube, auf die andere Seite der Lichtung traben. „Brombeerpfote!“ rief Tigerherz ganz aufgeregt, „Was ist mit Sandherz? Geht es ihr gut?“ Der junge Schüler legte die Kräuter ab und sah Tigerherz durchdringend an, „sie hat starke Schmerzen“ Brombeerpfote deutete auf die kamillenartige Pflanze „das ist Mutterkraut, es lindert die Geburtsschmerzen und das muss ich Sandherz bringen, damit es ihr besser geht“. Tigerherz wollte daraufhin panisch zur Kinderstube rennen, doch Birkenblüte versperrte ihm mit ihrem Schwanz den Weg. „Du würdest sie mit deiner Angst nur noch nervöser machen“ miaute sie energisch, „sie brauch jetzt ihre gesamte Aufmerksamkeit um deine Jungen gesund zur Welt zu bringen!“
    Tigerherz funkelte sie mit seinen gelben Augen wütend an doch dann senkte er den Kopf und setzte sich still vor die Kinderstube. Brombeerpfote nickte ihr dankbar zu, nahm seine Kräuter wieder auf und eilte in die Kinderstube. Birkenblüte tappte vorsichtig mit hinein und sah eine keuchende, zuckende Sandherz vor sich, die gerade von Nachtflamme überredet wurde, das Mutterkraut zu essen. Brombeerpfote hatte sie entdeckt und tappte zu ihr. Der dunkelbraun getigerte Kater sah sehr besorgt aus. „Bitte, Birkenblüte, hole ein mit Wasser getränktes Moos und einen festen Stock hierher! Es ist dringend!“ Sie nickte knapp und wirbelte herum. So schnell sie konnte stürmte sie aus dem Lager, mit einem großen Stück Moos im Maul, um im Bach, der nicht weit entfernt vom Lager floss, Wasser zu holen, nebenbei suchte sie den Waldboden nach einem stabilen Stock ab. Beim Bach angekommen tunkte sie das Moos hinein und ließ es voll saugen. Kurze Zeit später war sie auf dem Rückweg und rannte durch den Ginstertunnel, der in das Lager führte. Sie drückte Tigerherz das tropfende Moos in die Schnauze und keuchte: „Bring das Sandherz!“ Dann stürmte sie wieder aus dem Lager um einen geeigneten Stock zu suchen. Ihre Lungen brannten, ihr ganzer Körper schrie danach sich wieder in ihr gemütliches Moosnest zu kuscheln, doch sie würde alles tun um Sandherz zu helfen, komme was wolle.
    Sie hatte sich gerade einen dicken Ast geschnappt und wollte ihn schnellst möglich ihrer Freundin bringen, als ein Schatten aus dem Gebüsch schoss. Birkenblüte blieb aprubt stehen und blickte auf eine spitze Schnauze die vom hellen Mondlicht direkt angeleuchtet wurde. Oh oh… Birkenblüte beobachtete erschrocken die riesige schwarz-weiß gestreifte Gestalt die sich knurrend vor ihr auf die Hinterbeine hob. Das war jetzt ganz ungünstig. Mit einem riesigen Sprung konnte sie sich gerade noch zur Seite retten bevor die riesigen Pranken dort aufschlugen, wo sie einen Moment vorher noch gestanden hatte. Ihr Instinkt riet ihr, sich so schnell wie möglich ins Lager zu retten, doch Birkenblüte wusste, dass sie den Dachs damit geradewegs zu Sandherz führen würde und das wäre eine Katastrophe! Sie wich geschickt den zuschnappenden Zähnen aus und beschloss, sie musste diesen Dachs in die Flucht schlagen, wenn sie Sandherz und ihre Jungen retten wollte. Sie ließ den Stock fallen und jaulte den schwarz-weißen Riesen wütend an. „Haub ab oder ich reiße dein stinkendes Fell in Fetzten!“ Mit einem verbissenen Fauchen sprang Birkenblüte los und griff den Dachs von Hinten an. Sie fuhr ihm mit den Krallen über die Flanke und zog sich blitzschnell wieder zurück, so wie sie es beim früheren Training mit Wunschschimmer gelernt hatte. Doch das machte den Dachs nur noch aggressiver, er wirbelte knurrend herum und trampelte auf Birkenblüte zu. Sie stürzte davon, doch sie spürte die scharfen Krallen über ihr Fell fahren und sah wenig später ein Büschel ihres silbernen Fells in den Klauen des Dachses hängen. Sie zuckte zusammen, doch es war zum Glück nur ein oberflächlicher Kratzer. Birkenblüte glitt unter dem Bauch des Dachses hindurch und versuchte mit den Krallen durch seinen dicken Pelz zu dringen, was ihr scheinbar gelang, denn sie hörte ihn qualvoll aufjaulen. Mit einem wütenden Knurren verbiss sie sich fest in dem stämmigen Hinterbein des Tiers und auch als dieser es wild hin und her warf ließ Birkenblüte nicht locker. Na warte! Dachte sie. Dir zeig ich’s! Sie bohrte ihre Zähne tief in das flohverseuchte Fell und spürte mit Triumph, dass die Bewegungen des Dachses schwächer wurden. Doch da schien eine Welle neuer Kraft durch den Körper des Dachses zu gehen, das riesige Tier bäumte sich auf und warf sie mit einem kräftigen Schwung ab. Birkenblüte schlug hart auf dem Boden auf und blieb benommen liegen. Oh nein! Das ist das Ende… Sie wartete auf den tödlichen Schlag, doch der kam nicht. Sie hob mühevoll ihren Kopf und sah wie der schwarz-weiße Dachs sie kühl aus seinen kleinen, runden Augen ansah. Zu ihrer größten Überraschung fing der Dachs an in ihrer Sprache zu ihr zu sprechen. „Du, mutige Katze“ knurrte sie „Du alleine mich fast hast besiegen, das kaum eine Katze kann.“ Ihre braunen Augen blitzten triumphierend auf. „Aber kein Wesen kann Midnight besiegen!“ Mit diesen Worten drehte sie sich schwerfällig um und trottete davon. Birkenblüte blieb wie erstarrt liegen, rappelte sich dann aber hoch und nahm den Stock vorsichtig wieder auf. Dann humpelte sie so schnell es ging wieder zum Lager. Beim Eingang wurde sie von einem besorgten Falkenglut empfangen, der beim Ginstertunnel zum Lager Wache gehalten hatte. „Was ist passiert?“ fragte er panisch, doch Birkenblüte drängte sich wortlos an ihm vorbei, Sandherz war jetzt wichtiger! Sie humpelte zur Kinderstube und steckte den Kopf hinein. Vor ihr bot sich ein schrecklicher Anblick. Sandherz wand sich krümmend vor Schmerz auf dem Boden und Nachtflamme versuchte sie verzweifelt zu ermutigen bei jeder Wehe ganz fest zu pressen, während Brombeerpfote ihren Bauch massierte, damit die Jungen endlich kamen. „Das Mutterkraut scheint nicht zu helfen!“ Meinte er verzweifelt zu seinem Mentor „Sie leidet große Schmerzen! Und …wo bleibt Birkenblüte mit dem Stock!“ „Hier!“ Meldete sie sich heißer.
    Brombeerpfote wirbelte herum und betrachtete sie erschrocken. Sie bot wohl auch einen erbärmlichen Anblick, das Fell hing ihr in Fetzten herunter und es war Blut- und schmutzverkrustet. Brombeerpfotes Blick schweifte wieder zu Sandherz. Der Schüler warf ihr einen entschuldigenden Blick zu, schnappte sich den Stock und schob ihn der jungen Königin zwischen die Zähne. Birkenblüte trat aus der Kinderstube und setzte sich schweigend neben Tigerherz, sie konnte nun nichts mehr für Sandherz tun, ihr Schicksaal und das der Jungen lagen nun in den Pfoten des SternenClans. Mit klopfendem Herzen saß sie stocksteif da und lauschte. Und endlich, nach ein paar Minuten, die sich wie Tage angefühlt hatten, kam Brombeerpfote zu ihnen, seine Augen glänzten erschöpft. „Sie sind da!“ flüsterte er. „Es sind vier, deswegen hat es so lange gedauert und war sehr schmerzhaft.“ Tigerherz sprang auf und sah den Heilerschüler mit großen Augen an „Vier? Ich bin Vater von vierJungen!“ Tigerherz schob sich mit vor Glück leuchtenden Augen an Brombeerpfote vorbei und wenig später ertönte ein entzücktes Maunzen aus der Kinderstube. Birkenblüte wollte ebenfalls hinein humpeln, um die Jungen zu begrüßen und den Eltern Glück zu wünschen, doch Brombeerpfote hielt sie zurück. „Zu erst müssen deine Verletzungen versorgt werden, was zum SternenClan ist überhaupt passiert?“ Birkenblüte holte tief Luft und begann die Geschichte zu erzählen. Während dessen flackerten Brombeerpfotes Augen immer wieder erschrocken auf und er musterte sie besorgt, doch als sie zu der Stelle kam wo der Dachs gesprochen hatte und sie dann in Ruhe gelassen hatte, zog er überrascht die Luft ein. „Also, ein Dachs in unserem Territorium ist schon Mal ganz schlecht und dass du dich alleine mit ihm angelegt hast ist noch schlimmer!“ Der getigerte Schüler funkelte sie mit seinen durchdringend, eisblauen Augen an. Birkenblüte funkelte zurück, „was hätte ich denn deiner Meinung nach tun sollen? Ihn direkt ins Lager führen und damit riskieren, dass er noch mehr Katzen verletzt? Niemals! Die eigentliche Frage ist doch warum er unsere Sprache sprechen kann und wie wir ihn schnellst möglich aus dem Territorium des FrostClans vertreiben! Wir sollten am besten gleich Regenbogenstern Bescheid sagen und…!“ weiter kam sie nicht, denn sie wurde von Brombeerpfote unterbrochen. „Heute tun wir gar nichts mehr, ich versorge erst einmal deine Wunden, Morgen ist auch noch ein Tag!“ Birkenblüte sah ihn herausfordernd an. „Darf ich dann wenigstens noch die Jungen von Sandherz begrüßen?“ Doch der dunkle Tigerkater schüttelte bestimmt den Kopf. „Die laufen dir auch nicht weg, was du brauchst ist Ruhe und eine dicke Portion Schlaf. Außerdem werde ich Morgen früh mit Regenbogenstern sprechen. Ich werde dafür sorgen, dass du die nächsten Tage von deinen Kriegerplichten befreit wirst, damit du wieder vollends zu Kräften kommen kannst!“
    „Ich bin sehr wohl in der Lage meinen Pflichten weiter nachzugehen, das sind doch nur ein paar oberflächliche Kratzer!“
    „Du humpelst scherfällig wie der Dachs selbst durchs Lager!“
    „Tu ich nicht!“
    „Was nützt eine Kriegerin, die bei den Jagd- und Grenzpatrouillen immer hinterher hängt!“
    „Wie bitte?“
    Brombeerpfote senkte schuldbewusst den Kopf. „Das habe ich nicht so gemeint, aber als Heiler ist es nun Mal meine Aufgabe dafür zu sorgen, dass es jeder Katze auch wirklich gut geht!“
    Birkenblüte seufzte. „Schon gut. Hauptsache ich konnte Sandherz und den Jungen damit helfen!“ Dann tappte sie gehorsam dem Heilerschüler hinterher, der sie zum Heilerbau am anderen Ende der Lichtung führte. Der Kräutervorrat befand sich in einer gezackten Spalte im inneren eines großen Felsens, indem die Heilerkatzen ihre Höhle hatten und wo auch mehrere Nester waren, für Katzen die sich unter ständiger Aufsicht der Heiler befinden mussten. Birkenblüte strömte der intensive Duft von vielen gemischten Kräuter entgegen, die sorgfältig in die Felsspalten einsortiert waren.
    Brombeerpfote nahm gezielt eine kleine, grüne Pflanze heraus und zerkaute sie. Birkenblüte war wahrlich beeindruckt von seinen Heilkenntnissen. Er war drei Monde jünger als sie, und wenn er ein Krieger gewesen wäre, hätte er seine Ausbildung höchstwahrscheinlich auch schon vor mehreren Monden abgeschlossen, doch die Ausbildung zum Heiler dauerte wesentlich länger, da man als solch wichtiges Mitglied des Clans sehr viel über alle möglichen Heilmittel wissen musste, um jede Art von Krankheit kurieren zu können. Brombeerpfote hatte die grüne Paste mittlerweile auf ihren Schürfwunden verteilt und suchte nun eine Pflanze mit hellgelben Blüten heraus und zerkaute auch diese zu einem Umschlag. Birkenblüte fragte sich wie sein späterer Name wohl lauten würde. Brombeerblatt? Oder Brombeerherz? Vielleicht auch Brombeerschatten… Sie hoffte jedenfalls, dass es ein schöner Name werden würde, der zu dem temperamentvollen, klugen Kater passte.
    Brombeerpfote sah sie zufrieden auf. „So du kannst dich jetzt in dein gemütliches Moosnest begeben, ich bin fertig!“ Birkenblüte nickte dankbar und schleppte sich zum Kriegerbau. Der Schmerz hatte schon nachgelassen, was aber such an den kleinen, schwarzen Samen liegen konnte die Brombeerpfote ihr noch gegeben hatte. Sie ließ sich müde in das Nest neben ihrer Schwester Hoffnungslicht sinken und versank kurze Zeit später erschöpft in einen tiefen Schlaf.



    4
    2. Kapitel

    Herbstpfote wurde von Starenpfote geweckt, der wie wild herumhüpfte und ihn aufgeregt anjaulte. „Sie sind so süß! Du musst sie dir unbedingt angucken, es sind vier Stück!“ Herbstpfote richtete sich verschlafen auf und sah seinen Bruder verwirrt an. „Hä?“
    „Na die Jungen von Sandherz, die gestern Nacht geboren worden sind!“
    Herbstpfote fuhr aufgeregt auf. „Wirklich? Komm wir gehen sie gleich besuchen! Wie heißen sie denn?“
    „Weiß nicht, ich glaube sie haben noch keine Namen!“
    Herbstpfote folgte seinem Bruder zur Kinderstube und freute sich, dass nun seit langem wieder Junge geboren worden waren. Wie sie wohl aussahen? Sie mussten ja noch ganz klein sein! Er ließ seinen Blick über das Lager schweifen, das in das orange goldene Licht des Morgens getaucht war. Beim Sternenbaum, unter dessen Wurzeln Regenbogenstern schlief und Clantreffen abgehalten wurden, unterhielt sich der Anführer mit dem Heilerschüler Brombeerpfote. Der schwarz-silbern gestreifte Kater blickte mit besorgtem Blick durchs Lager, doch als Brombeerpfote ihm etwas erklärte nickte er und lief zu seiner zweiten Anführerin Tränenwunsch, die gerade dabei war die Patrouillen einzuteilen. Zwei Älteste teilten sich ein junges Kaninchen und als Herbstpfote dies sah, wandte sich er sich schaudernd ab. Wenn er daran dachte, dass die Eltern des Kaninchens, ihr Kind jetzt suchten und sich Sorgen machten, wurde er ganz traurig. Auch wenn Regenbogenstern, Nachtflamme, Starenpfote, seine Eltern und noch viele andere ihn versucht hatten zu überreden wieder Beute zu Essen, sträubte er sich weiterhin dagegen dies zu tun. Die Tiere hatten ja schließlich auch eine Familie! So aß Herbstpfote hartnäckig Beeren und Blätter, um sich zu ernähren, auch wenn sich das bemerkbar machte, indem er sehr dünn war und öfters Schwächeanfälle bekam. „Herbstpfote!“ wurde er von Starenpfote aus seinen Gedanken gerissen. „Willst du den ganzen Tag noch hier in der Mitte des Lagers stehen bleiben?“ Herbstpfote schüttelte abwinkend den Kopf. „Ich komm ja schon!“
    Als sie durch den Brombeertunnel, der in die Kinderstube führte trotteten, kam ihnen Tigerherz entgegen.
    „Wollt ihr auch meine Jungen bewundern?“ fragte er stolz und als die beiden eifrig nickten ließ er sie großzügig vorbei. Im inneren entdeckte er auch Birkenblüte, deren Fell, wie er erschrocken feststellte, ziemlich ramponiert aus sah. „Was ist den mit dir passiert?“ neckte Starenpfote. „Bist du beim Jagen in einen Dornenbusch geraten?“
    Die grünäugige Kätzin schnurrte belustigt. „Oh nein! Dieser Kratzer haben eine ganz andere Geschichte!“ Starenpfote sah sie erwartungsvoll an, doch Birkenblüte schüttelte abwehrend den Kopf. „Das werdet ihr noch früh genug erfahren, jetzt seid ihr doch hier um Sandherz Jungen zu begrüßen, oder?“ Starenpfote blickte enttäuscht zur Seite, doch Herbstpfote schob sich vor, um die Jungen anzusehen. Sie waren sehr klein und wirklich total süß, denn sie hatten ganz kleine Pfötchen und die Augen waren noch geschlossen. „Wow!“ hauchte er. „Sie sind wunderschön Sandherz!“ Die orange-weiß gestreifte Kätzin sah ihn stolz an. „Ja, das sind sie wirklich, dank Birkenblüte!“ Die sanfte Königin sah ihre Freundin mit Augen voller Dankbarkeit liebevoll an. Dadurch wurde Herbstpfote noch verwirrter. Hing das etwa mit Birkenblütes Verletzungen zusammen? Birkenblüte leckte Sandherz liebevoll über die Ohren und schmiegte sich an sie. Wenig später kam auch Tigerherz wieder und schnurrte liebevoll, als er die vor sich hin quiekenden Jungen sah. „Denkst du nicht, es ist langsam Zeit, ihnen Namen zu geben?“ fragte er leise. Als seine Gefährtin zustimmend nickte, stubste er das kleinste Junge vorsichtig an. „Was hälst du davon, wenn wir diese schwarz-orangene Kätzin hier Nachtjunges nennen? Sie ist immer so still und man weiß nicht, was sie als nächstes tut, genau wie die Schwärze der Nacht!“ Sandherz nickte zustimmend. „Das ist ein wunderbarer Name!“ Dann wandte sie sich einem orange-weiß gefleckten Jungen zu. „Und das hier Fleckenjunges!“ Tigerherz Augen leuchteten glücklich auf, „genau! Und das hier wollen wir Flauschjunges nennen! Ihr Fell ist so unsagbar weich!“ Sandherz schnurrte belustigt. „Ja! Und was ist mit dem hier?… Birkenblüte? Möchtest du dem vierten Jungen einen passenden Namen geben?“
    Birkenblüte schaute sehr glücklich drein, als sie das Junge betrachtete. Die kleine Kätzin riss das kleine Mäulchen weit auf und strampelte wie verrückt. Birkenblüte schob es vorsichtig seiner Mutter zu und verkündete: „Sie soll Löwenjunges heißen!“ Sandherz und Tigerherz nickten begeistert und schnurrten, doch dann wurde der dunkelbraun gestreifte Kater streng.
    „Die kleine Familie hier braucht jetzt erst einmal Ruhe! Bitte geht jetzt aus der Kinderstube!“ Die drei Katzen nickten und trabten zum Ausgang und als sie sich gerade aus dem Bau hervorschoben, ertönte Regenbogensterns kräftige Stimme. „Alle Katzen, die alt genug sind Beute zu fangen, mögen sich hier, unter dem Sternenbaum zu einem Clantreffen versammeln!“ Sofort strömten jede Menge Katzen aus ihren Bauen und versammelten sich vor der mächtigen Eiche. Herbstpfote spitzte gespannt die Ohren.
    „Ich habe erst einmal eine erfreuliche Nachricht zu verkünden!“ begann Regenbogenstern.
    „Sandherz hat heute Nacht Junge geboren! Laut Nachtflamme sind sie gesund und munter!“
    Die Katzen jubelten und Herbstpfote hörte von überall lautes Schnurren.
    Doch Regenbogensterns Stimme senkte sich bekümmert. „Aber es gibt auch eine weniger erfreuliche Nachricht…Birkenblüte trete vor und erzähle deine Geschichte!“ Die silberne Kätzin nickte, zog sich den tiefhängenden Ast auf dem Regenbogenstern trohnte empor und sah ihre Clankameraden bekümmert an. „Wie ihr ja sicher schon bemerkt habt, habe ich einige Wunden… Ich wollte Sandherz helfen und im Wald nach einem Stock suchen, doch dann wurde ich von einem Dachs überrascht.“ Herbstpfote schnappte erschrocken nach Luft und bemerkte, wie der ganze Clan erschrocken aufmerkte. Starenpfote neben ihm, sah weiterhin mit erhobenem Kopf zu Birkenblüte empor. „Erzähle weiter!“ rief er. Birkenblüte nickte und ließ ihren Blick über die versammelten Katzen schweifen. „Der Dachs griff mich an, ich hatte alleine keine Chance, doch plötzlich ließ er von mir ab und begann zu sprechen. Er sagte, ich sei eine mutige Katze und dass er Midnight hieße. Der Dachs meinte keiner könne ihn besiegen!“ Starenpfote riss erstaunt die Augen auf. „Wie bitte?“ flüsterte er „Ein sprechender Dachs? Vielleicht hat sie sich irgendwo den Kopf gestoßen?“ „Mmmh“ Machte Herbstpfote „Glaubst du wirklich? Ich meine, sie sieht nicht so aus…“ Starenpfote zuckte nur mit den Schultern. Birkenblüte kletterte den Baum wieder hinab, (was sie trotz ihrer Verletzungen erstaunlich elegant machte) und mischte sich wieder zwischen die übrigen Katzen. Nun sprach Regenbogenstern wieder und blickte dabei sehr ernst drein. „Ich werde eine Patrouille anführen, die den Dachs ausfindig macht und ihn vertreibt!“ verkündete er. „Ich möchte, dass unser Territorium weiterhin sicher bleibt! Falkenglut, Flussschweif, Wunschschimmer, Himbeerpfote und Amethystpfote! Ihr kommt mit mir! Tränenwunsch, ich gebe die Verantwortung des übrigen Clans in deine verlässlichen Pfoten!“ Die beiden Schülerinnen Himbeerpfote und Aethystpfote blickten sich aufgeregt an und tappten zu ihren Mentoren Flussschweif und Falkenglut. Regenbogenstern sprang schwungvoll von seinem Ast und führte seine Patrouille aus dem Lager. „Wir werden spätestens zum Sonnenuntergang wieder hier sein!“ rief er noch. Herbstpfote war ein bisschen enttäuscht. Er wäre auch gerne mitgekommen und hätte geholfen, den Dachs aus ihrem Territorium zu vertreiben. Er bemerkte, dass auch Birkenblüte der Patrouille beunruhigt hinterher blickte. Herbstpfote sah Abendkristall, seinen Mentor auf sich zukommen und blickte ihm aufmerksam entgegen. Es war wohl Zeit fürs Training. „Was machen wir heute?“ fragte Herbstpfote gespannt. Abendkristall sah ihn vorsichtig an. „Ich dachte, wir könnten vielleicht jagen gehen…“ Herbstpfote bedachte den grau-blauen Kater mit einem bösen Blick. „Nein Abendkristall!“ miaute er. „Du kennst doch meine Einstellung!“ Der Kater mit den violetten Augen seufzte tief. „Ich weiß nicht, ob du jemals Krieger werden kannst Herbstpfote.“ Maunzte er leise. Herbstpfote blickte ihn erschrocken an. „Das…das ist doch nicht dein Ernst oder?“ Abendkristall schüttelte traurig den Kopf „Leider doch, ein wahrer, treuer Krieger jagt auch für seinen Clan! Und außerdem bist du so dürr geworden, dass du kaum noch richtig laufen kannst, das merkt doch jeder im Clan!“ Herbstpfote fauchte wütend. „Willst du damit sagen, dass meine Treue nicht zum Clan gehört? Dass ich schwach bin? Außerdem kann ich sehr wohl ausgezeichnet laufen!“
    Abendkristall knurrte eben so wütend zurück. „Ein treuer Krieger stellt die Bedürfnisse des Clans über seine eigenen! Und das ist das, was du ganz bestimmt nicht tust!“
    „Ach ja?“ blaffte Herbstpfote. „Ist es nicht so, das ich jeden Tag zu den Ältesten gehe, sie nach Flöhen und Zecken absuche und dann ihre Moospolster auswechsle? Denkst du nicht, dass ich alles tue, um dass was ich nicht durchs Jagen einbringe anders auszugleichen?“ Wütend wirbelte er herum und stürmte aus dem Lager. Niemand verstand ihn! Merkten sie denn nicht, dass andere Tiere auch eine Familie hatten? Man konnte sich schließlich auch ohne Frischbeute ernähren! Er selbst war das beste Beispiel dafür! Er trabte zu einem Brombeerbusch und pflückte sich ein paar der schwarzen Beeren. Es schmeckte zwar nicht besonders gut, aber damit ließ es sich leben. Herbstpfote hörte ein Rascheln und drehte sich aprubt um. Der Dachs? Doch es war nur Abendkristall, der mit schuldbewusstem Blick auf ihn zukam. „Wir könnten auch etwas anderes üben…“ schlug er vor. Herbstpfote nickte knapp und trabte seinem Mentor hinterher, der zur seiner Verwunderung nicht in Richtung der Trainingslichtung lief. Die Trainingslichtung hieß eigentlich Mooskuhle und war ein perfekter Ort um Kampftechniken zu trainieren, da der Boden dort auf Grund des Mooses
    besonders weich und federnd war. „Wo führst du mich hin?“ fragte Herbstpfote verwundert.
    „Für heute habe ich mir Mal eine andere Art von Training überlegt!“ miaute Abendkristall und drehte sich schmunzelnd zu ihm um. Herbstpfote spitzte aufgeregt die Ohren. „Was denn?“
    „Das wirst du gleich erfahren!“
    Abendkristall blieb schließlich bei einer großen Eiche stehen, die viele verzweigte Äste besaß.
    Herbstpfote stöhnte auf. „Klettern?“ Abendkristall nickte und sprang in die Blätter hinauf. „Aber nicht nur das!“ ertönte es von oben. Herbstpfote seufzte und machte sich daran irgendwie diesen blöden Baum hochzukommen. Aus den Zweigen schossen schon ein paar grüne Triebe, die den Beginn der Blattfrische ankündigten. Plötzlich quiekte Herbstpfote erschrocken auf, er war mit seinen Hinterbeinen abgerutscht und hing nur noch mit den Krallen an der Rinde. „Hilfe!“ miaute er kläglich. Doch Abendkristall hörte ihn gar nicht mehr, wahrscheinlich war er schon 3 Bäume weiter. Herbstpfote spürte wie ihn seine Kraft langsam verließ und er allmählich den Stamm hinabglitt. Er schlug hart auf einer Wurzel auf und versuchte sich aufzusetzen, doch ihm war extrem schwindelig. Alles drehte sich und er bemerkte, wie er langsam sein Bewusstsein verlor.


    Herbstpfote schlug blinzelnd die Augen auf, als er aufgeregte Stimmen hörte, die weiter hinten aus dem Heilerbau kamen.
    Warte mal… Wieso Stimmen? War er nicht beim Training mit Abendkristall? Was machte er hier im Heilerbau? „Er muss vom Baum gefallen sein!“ hörte er Brombeerpfotes tiefe Stimme und darauf folgte ein ärgerliches Schnauben, das von Abendkristall kam. „Ist das ein Scherz? Ich hätte es wissen müssen! Seit er vor einem viertel Mond aufgehört hat sich anständig zu ernähren hat er einfach nicht mehr genug Kraft! Kein Wunder, dass er da sein Bewusstsein verliert! Wir müssen dafür sorgen, dass er isst, sonst sind seine Tage gezählt.“ Herbstpfote zuckte bei Abendkristalls herrischer Stimme erschrocken zusammen. Er würde sterben? Das war doch Quatsch, schließlich aß er ja viele Beeren und Kräuter! Das war doch nichts anderes als so ein paar Mäuse! Er richtete sich schwankend auf und ging zu Brombeerpfote, der leise auf seinen Mentor einredete. Herbstpfote fühlte sich zwar nicht besonders stark, aber sonst ging es ihm gut. Na also! Es gab gar keinen Grund für Abendkristall ihn zu verurteilen! Er baute sich wütend vor seinem Mentor auf und funkelte ihn an. „Ich sterbe also?“ fauchte er seinem Mentor entgegen, der ihn erschrocken anstarrte. „Wozu war ein Mentor noch mal da? Ach ja! Seinem Schüler soviel wie möglich bei zubringen, am besten so, dass er dabei nicht sein Bewusstsein verliert! Und nicht zu vergessen, um ihn zu ermutigen und ihm auch in schweren Zeiten zu helfen!“ Er sah Abendkristall herausfordernd an, der langsam wieder seine Fassung zurückbekam. Doch bevor dieser etwas antworten konnte, mischte sich Brombeerpfote ein. „Herbstpfote!“ rief er „Bist du denn verrückt geworden? So redet man nicht mit seinem Mentor! Und denkst du außerdem, dass du deinem Körper hilfst indem du herum fauchst und dich aufregst! Du sollst dich ausruhen!“ Herbstpfote wandte sich ab. „Mir geht’s gut.“ Murmelte er. Abendkristall sagte gar nichts mehr. Er warf Herbstpfote einen nervösen Blick zu und verließ den Bau. Was war das jetzt? Er blickte vorsichtig Brombeerpfote an. „Äh…ähm...ich…äh…also…mir geht’s gut…!“ Der braun getigerte Kater seufzte tief. „Was ist denn genau passiert? Bist du vom Baum gefallen?“
    Herbstpfote blickte zu Boden. „Mehr oder weniger…“ maunzte er und erzählte dem jungen Heiler, wie die Rinde abgeblättert war. Der nickte. „Also lag es nicht unbedingt an dem Sturz… Ach Herbstpfote…ich muss mit dir reden…“ Herbstpfote drehte seine Ohren Richtung Brombeerpfote und sah ihn neugierig an. „Um was geht`s?“ Der Heilerschüler sah ihn entschlossen an. „Du musst dich wieder wie eine normale Katze ernähren! Es ist wirklich gefährlich, dein Körper ist dazu gemacht Beutetiere zu essen! Mit Beeren und Kräutern wird es nicht besser!“ Herbstpfote machte erschrocken einen Schritt rückwärts. „Nein Brombeerpfote! Ich möchte nicht die Familie von den Tieren verspeisen! Jedes Wesen hat das Recht auf Leben!“ Brombeerpfote betrachtete ihn aus seinen klaren, eisblauen Augen und schnurrte besänftigend. „Das ist richtig, aber es gibt so unglaublich viele Tiere in diesem Wald! Es liegt in der Natur von uns, sie zu fangen und uns dann auch davon zu ernähren!“
    Herbstpfote trat von einer Pfote auf die andere. „Ja schon!“ miaute er. „Aber warum nur! Wieso sind wir nicht einfach dazu gemacht Gras zu essen! Wie diese wolkigen, runden Dinger die manchmal auf den Wiesen rumlaufen!“ Brombeerpfote schnurrte belustigt. „So ist es nun einmal Herbstpfote! Das ist der Lauf unserer Natur! Vögel ernähren sich auch von kleinen Bienen, Fliegen und anderen kleinen Tieren! Und dann geht es weiter! Eine Amsel, die zum Beispiel einen Käfer verspeist hat, wird von einer Katze gefressen, die wiederum dann viellecht von einem Fuchs und der wird dann vielleicht von einem Zweibeiner gejagt!“ Brombeerpfote richtete sich auf „Und wenn es das nicht gäbe, wären wir verloren! Alle Arten würden sich unkontrolliert vermehren und schließlich auch noch die kompletten Pflanzen wegfressen! Dann gäbe es gar nichts mehr und schließlich würde sich keiner mehr ernähren können und alle würden sterben! Jedes Lebewesen hat seinen eigenen Platz und seine eigene Aufgabe Herbstpfote!“ Der hübsche, hellbraun getigerte Kater sah mit großen Augen zu Brombeerpfote auf. So hatte er das wirklich noch nie betrachtet, es war echt erstaunlich, dass dieser Kater noch so jung und trotzdem so weise war. Und er hatte Recht! Seine Aufgabe war es, zu verhindern, dass sich die Beutetiere zu sehr vermehrten! Das war sein Platz in der Welt! Er war nicht völlig unwichtig, wie er gedacht hatte! Und jetzt würde er erst mal eine Maus essen, damit er gleich damit anfing! „Ich werde gleich zum Frischbeutehaufen gehen!“ versprach Herbstpfote und eilte aus dem Bau. Er hörte nur noch wie Brombeerpfote erleichtert schnurrte und ihm hinterher rief: „Aber nicht am Anfang gleich so viel!“ Herbstpfote stapfte glücklich zu seinem Bruder und stupste ihn von der Seite an. „Möchtest du dir eine Maus mit mir teilen?“ Starenpfote starrte ihn fassungslos an „Wie…? Wirklich? Und was ist überhaupt passiert? Abendkristall kam mit dir ins Lager, du warst ohnmächtig und…“ „Das ist jetzt unwichtig! Stell dir vor! Brombeerpfote hat mir erklärt, dass es meine Aufgabe ist, zu verhindern, dass sich unsere Beutetiere nicht zu sehr vermehren und am Ende auch noch alle Pflanzen kahlfressen!“ miaute Herbstpfote stolz. Sein Bruder strahlte ihn glücklich an. „Aber klar doch!“ rief er. „Such du schon mal ein gemütliches Plätzchen, ich hole die saftigste Maus vom Frischbeutehaufen, die ich finden kann!“ Mit diesen Worten eilte er los, doch sein Bruder wurde von Tränenwunsch aufgehalten, die ihn mit einem strengen Blick bedachte. „Du hattest doch schon deinen Anteil!“ Ermahnte sie ihn.
    „Die ist ja auch nicht für mich, sondern für Herbstpfote!“
    „Wie?“ Die zweite Anführerin des FrostClans blickte fragend zu ihm herüber, worauf er eifrig nickte. „Großartig!“ schnurrte Tränenwunsch und ließ ihn passieren. Als Starenpfote die Maus brachte und Herbstpfote begann sie in kleinen Bissen zu verspeisen, wurde er sehr glücklich. Er hatte es insgeheim sehr vermisst, Mäuse, Eichhörnchen, Vögel und Kaninchen zu essen. Auch immer mehr seiner Clangefährten entdeckten ihn und die angespannte Stimmung, die seit der Ankündigung des Dachsangriffes geherrscht hatte verflog allmählich. Als dann auch noch Abendkristall zu ihm kam und ihm freudig seine Zustimmung mitteilte war Herbstpfote einfach nur rundum glücklich.




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    3. Kapitel


    Mit leisen Pfoten schlich sich Birkenblüte immer näher heran, bis sie schließlich nur noch wenige Schwanzlängen von der Maus entfernt war. Gleich hab ich dich! Dachte sie triumphierend, als ein störendes Rascheln aus den Farnen hinter ihr erklang. Die Maus quiekte erschrocken und verschwand in einem Brombeergebüsch. Wütend wirbelte Birkenblüte zu dem Neuankömmling herum, um ihm mal gehörig die Meinung zu sagen und blickte nun in zwei hellblaue, sanfte Augen einer schneeweißen Kätzin die ihr, mit dem Schwanz um die Pfoten geringelt, gegenübersaß. Einen Moment starrte Birkenblüte die Kätzin wie erstarrt an, bekam dann aber ihre Fassung wieder. Sie hatte diese Katze noch nie im Territorium des FrostClans gesehen und nun saß sie ihr einfach so seelenruhig gegenüber und tat als wäre es das normalste der Welt in ein fremdes Jagdgebiet einzudringen. „Was soll das?“ fauchte Birkenblüte und knurrte sie herausfordernd an. „Du hast mir gerade den besten Fang des Tages verdorben! Mein Clan braucht diese Beute! Was machst du überhaupt in unserem Territorium! Du solltest schleunigst von hier verschwinden!“ Die fremde Katze schnurrte belustigt. Was sollte denn jetzt daran auch noch lustig sein? „Du träumst, Birkenblüte!“ Begann die Kätzin. „Ich bin Frostsonne, ich komme vom SternenClan und habe eine wichtige Botschaft für dich!“
    „Wie bitte?“
    „Es geht um das Schicksaal deines Clans, mutige Kriegerin!“
    Birkenblüte lauschte aufgeregt. Eine Botschaft des SternenClans? Sie war doch nur eine einfache Kriegerin, was sollte der SternenClan denn ausgerechnet ihr zu sagen haben?
    „Ich…entschuldige, dass ich so unfreundlich war!“ miaute sie schuldbewusst.
    Frostsonne sah sie verständnisvoll an. „Das muss dir nicht leid tun! Du wolltest deinen Clan beschützen und das ist die Aufgabe eines jeden tapferen Kriegers!“
    Birkenblüte neigte respektvoll den Kopf und sah Frostsonne neugierig an. Ob es wohl eine Prophezeiung war? Doch bevor sie die Sternenfunkelnde Kätzin fragen konnte verschwamm alles vor ihren Augen und sie sah nur tiefe Finsternis um sich herum. Birkenblüte spürte, wie sich Angst in ihrer Brust breitmachte und ihr Herz schneller zu schlagen begann. Bedrohliche Schatten krochen aus der Dunkelheit hervor und stürzten sich aufeinander. Lauter Kampflärm schwoll an und die Lichtung war erfüllt von todbringendem Fauchen. Frostsonnes weißes Fell hob sich ab und kam zielstrebig auf sie zu. „Das“ sie deutete mit ihrer Schwanzspitze auf die kreischenden, kämpfenden Katzen, „ist die Zukunft!“ Birkenblüte zuckte beim Klang ihrer finsteren Stimme zusammen. Das konnte doch nicht wirklich sein…
    Die blauäugige SternenClan-Kätzin erhob die Stimme.
    „Nur die 5 Auserwählten können den Sturm aufhalten, sie müssen sich vereinen sonst wird die Finsternis über den Frost siegen und ihn für ewig unter sich begraben“ verkündete sie.
    Birkenblüte starrte sie wie vom Donner gerührt an. Was für ein Sturm? Und welche Auserwählten? „Du musst am morgigen Tag, bei Sonnenhoch am Bach des funkelnden Lichts erscheinen und mit den anderen vier Auserwählten eine Reise antreten…Ihr müsst den zweiten Clan finden!“ miaute Frostsonne eindringlich. „Sonst ist der FrostClan für immer verloren…“
    Birkenblüte wollte Frostsonne fragen, wie das in aller Welt passieren konnte doch
    langsam verblasste die sorgenvolle Kätzin und auch die Vision der sich bekriegenden Katzen löste sich auf. Birkenblüte blickte nun direkt in das beunruhigte Gesicht von Flussschweif. „Was zum SternenClan ist denn mit dir los? Du hast herumgejault und mit den Beinen herumgestrampelt!“ maunzte er. Birkenblüte blinzelte verwirrt und sah sich im Kriegerbau um. Merkwürdiger Traum... Kämpfende Katzen, Die Prophezeiung, die fünf Auserwählten… Und sie sollte ein Teil davon sein… Und heute sollte sie sich mit den andern 4 Katzen treffen! Sie würde sich auf den Weg machen, um den FrostClan zu retten! Doch ihr wurde bewusst, wie idiotisch das war…wieso sollte sie in der Lage sein, den FrostClan zu retten? Und wenn schon… die Prophezeiung würde dann doch bestimmt für Nachtflamme oder Regenbogenstern bestimmt sein und nicht für eine einfache Kriegerin wie sie! Es war völliger Unsinn. Bestimmt war es bloß wieder einer ihrer verrückten Träume gewesen…
    Mit einem Seufzen erhob sie sich und strich Flussschweif mit dem Schweif über die Flanke.
    „Alles gut.“ Murmelte sie. „Was gibt’s?“
    Der graue Tigerkater schielte sie vorsichtig von der Seite an. „Naja…ich trainiere heute bis Sonnenhoch nicht mit Himbeerpfote, weil sie sich vor ihrer Jagdprüfung ausruhen soll, deswegen dachte ich, wir könnten vielleicht zusammen jagen gehen!“ Birkenblüte blickte Flussschweif erstaunt an. „Ja klar…“ miaute sie „warum nicht!“
    Daraufhin blickte er sie sanft aus seinen dunkelgrünen Augen an. „Das wäre wunderbar!“
    Birkenblüte senkte verlegen den Kopf und kletterte hinter Flussschweif aus dem Kriegerbau. Die Begegnung mit dem Dachs lag nun schon zwei Monde zurück und sie war dank Brombeerpfotes phänomenaler Pflege nun wieder vollkommen gesund. Regenbogensterns Patrouille war mit der erfreulichen Nachricht, den Dachs vertrieben zu haben, wiedergekommen und laut Flussschweif hatten Himbeerpfote und Amethystpfote hervorragend gekämpft, deswegen würde auch an heutigen Tag ihre Ernennung zum Krieger stattfinden - vorrausgesetzt sie bestanden die Kontrolle. Sandherz Junge waren schon ganz schön groß geworden und besonders Löwenjunges, die verspielte, sanfte Kätzin war Birkenblüte ans Herz gewachsen. In der Zeit, wo sie von den Patrouillen freigestellt worden war, hatte sie sich viel mit den neugeborenen Jungen beschäftigt und Sandherz so viel geholfen wie es ging, doch seit sie ihre Kriegerpflichten wieder aufgenommen hatte, vernachlässigte sie die Jungen viel zu sehr und das bereitete ihr Kummer. Obwohl es nicht ihre eigenen Jungen waren liebte sie die vier Racker unendlich dolle. Als sie an Flussschweifs Seite die Lichtung überquerte, kamen ihr Löwenjunges, Fleckenjunges, Nachtjunges und Flauschjunges auch schon entgegengerannt. „Spielst du was mit uns!“ bettelte Flauschjunges. „Das hast du schon so lange nicht mehr gemacht!“ miaute Löwenjunges traurig. „Genau!“ stimmte ihnen Nachtjunges zu, „du bist immer weg!“ Birkenblüte blickte unentschlossen zwischen Flussschweif und den Jungen hin und her. Sie hatte es Flussschweif versprochen, doch es stimmte, sie hatten in den letzten Tagen wirklich fast nichts mit den Jungen gemacht. Zögernd wandte sie sich zu Fleckenjunges. „Ich verspreche euch, wenn ich von der Jagd zurück bin und der Clan versorgt ist, werde ich mit euch spielen!“ maunzte sie und warf ihnen einen entschuldigenden Blick zu. „doch jetzt gehe ich erst einmal mit Flussschweif!“ Löwenjunges beobachtete sie aus zusammen gekniffenen Augen, wandte sich dann aber ab. „Okay…“ miaute sie niedergeschlagen. „Dann heute Nachmittag!“ Sie hüpfte davon und ihre drei Schwestern folgten ihr. Zerknirscht sah Birkenblüte ihnen nach, doch jetzt musste sie sich erst einmal um ihren Clan kümmern. „Hast du Tränenwunsch gefragt ob wir los dürfen?“ fragte sie an Flussschweif gewandt. Als dieser nickte machte sie sich auf den Weg zum Lagerausgang, bemerkte dann aber wie Brombeerpfote zielstrebig auf sie zukam und blieb erwartungsvoll stehen. „Gehst du jagen?“ fragte er. Birkenblüte nickte mit dem Kopf. „Mit ihm?“ fragte er und richtete seinen Blick auf Flussschweif. „Muss er nicht eigentlich seine Schülerin Trainieren?“
    „Himbeerpfote soll sich vor ihrer Jagdprüfung ausruhen!“ erklärte Birkenblüte. „Wieso fragst du?“
    Brombeerpfote deutete mit dem Schwanz auf den Heilerbau. „Wir brauchen Wacholderbeeren. Es wäre großartig, wenn du welche mitbringen könntest!“
    Birkenblüte nickte eifrig. „Klar! Das sind doch die blauroten Beeren oder!“
    „Ja, genau! Stummelkäfer geht es gar nicht gut! Er hat die ganze Nacht gehustet und bekommt kaum Luft, wir haben nur noch ein paar Beeren, deswegen brauchen wir unbedingt neue, damit es ihm besser geht! Ich glaube, es liegt auch daran, dass er so einsam ist, ich denke es ist wirklich langsam Zeit, dass Schneeträne sich zu den Ältesten begibt, aber er lässt sich einfach nicht überreden!“ Brombeerpfote holte tief Luft. „Aber ich sollte dich hier nicht mit irgendwas belasten, was dich nicht betrifft, vergiss einfach was ich gesagt habe! Die Wacholderbeeren kann ich auch selbst schnell sammeln...“ Niedergeschlagen ließ er den Kopf hängen.
    Birkenblüte stubste ihn freundlich an. „Du kannst jeder Zeit zu mir kommen wenn du Hilfe oder jemanden zum reden brauchst Brombeerpfote! Da brauchst du dir überhaupt keinen Kopf zu machen!“ Brombeerpfote blickte sie tief aus seinen eisblauen Augen an, in seinen Augen leuchtete Dankbarkeit. „Danke, Birkenblüte.“ Er beugte sich vor um ihre Schnauze zu berühren, zuckte dann aber zurück und sah sie entschuldigend an. „Viel Spaß dann…Tschüss!“ Miaute er, drehte sich um und eilte zu seinem Mentor. Doch als Birkenblüte mit Flussschweif aus dem Lager trottete spürte sie, wie sein Blick auf ihr ruhte.


    Flussschweif schlich vor ihr durchs Unterholz. Lautlos glitten seine Pfoten über die Blätter und er fixierte das Eichhörnchen mit seinen scharfen Augen. Dann sprang er los. Er sprintete auf das kleine Geschöpf zu, dass unter einer Eiche hockte und an einem Samen knabberte. Als es Flussschweif bemerkte riss es panisch die Augen auf und raste den Baum hinauf. Doch es hatte anscheinend nicht mit dem enormen Schwung des starken Katers gerechnet. Flussschweif sprang mit einem riesigen Satz den Baum hinauf und vergrub seine Krallen in dem, noch von der Blattleere dichtem, Pelz. Zufrieden kletterte Flussschweif den Baum hinab und legte das Eichhörnchen vor ihr ab. „Guter Fang!“ gratulierte Birkenblüte. Flussschweif schnurrte glücklich. „Hier in der Nähe des Bach des funkelnden Lichts gibt es aber auch eine Menge Beute, die leicht zu fangen ist!“ miaute er verlegen.
    „Jetzt steh doch mal zu deinen großartigen Jagdkünsten!“ meinte Birkenblüte empört. „Ganz ehrlich! Wenn deine Schülerin auch nur halb so gut ist wie du, hat sie ihren Kriegernamen wahrlich verdient!“
    Flussschweif blickte geschmeichelt zu Boden. „Ach das war doch gar nichts!“
    Birkenblüte schüttelte schmunzelnd den Kopf. Flussschweif wusste genau, dass er ein großartiger Jäger war, er war einfach nur viel zu bescheiden um es zuzugeben!
    „Komm!“ meinte sie. „Wir vergraben das Eichhörnchen und holen es später. Versuchen wir es nun mal bei dem Wäldchen dadrüben!“


    Kurz vor Sonnenhoch hatten sie eine Menge Beute zusammen. Birkenblüte hatte zwei Mäuse, eine Drossel und einen Spatz erlegt und Flussschweif hatte eine Ausbeute von zwei Spitzmäusen. Als sie den Fang mit einem wohlwollenden Nicken von Regenbogenstern auf dem Frischbeutehaufen platzierten, fiel Birkenblüte das Eichhörnchen wieder ein.
    „Ich bin gleich wieder da!“ erklärte sie Flussschweif „Geh du ruhig mit Himbeerpfote zur Jagdprüfung, ich hole das Eichhörnchen, das wir unter der Birke vergraben haben!“ Mit diesen Worten eilte sie aus dem Lager und lief zu der Stelle, wo sie das Eichhörnchen verscharrt hatten. Als sie gerade den Weg zurück zum Lager einschlagen wollte, hielt sie inne. Was wenn der Traum doch wahr wäre… Was wenn die anderen Auserwählten beim Bach des funkelnden Lichts auf sie warteten… Sie könnte ja mal nachsehen…Bloß um zu gucken….
    Sie blickte sich prüfend um und trabte dann schnellpfotig zum Bach. Als sie dort ankam traute sie ihren Augen kaum, als sie sah, wer dort schon saß und ins funkelnde, klare Wasser des Bachs starrte. Vor Schreck fiel ihr das Eichhörnchen aus dem Maul.
    „Abendkristall!“ rief Birkenblüte überrascht. „Was…was machst du denn hier?“
    Der dunkle blau-graue Kater sah sie verdutzt an. „Ich ähm… dasselbe könnte ich dich auch fragen!“ Birkenblüte wollte etwas erwidern doch da ertönte ein erstauntes Miauen hinter ihr und als sie herumwirbelte kam da niemand anderes als Herbstpfote aus dem Gebüsch.
    „Habt ihr etwa auch so einen merkwürdigen Traum gehabt?“ fragte er aufgeregt.
    Birkenblüte konnte es kaum glauben. Herbstpfote hatte tatsächlich auch die Prophezeiung erhalten! Es war also doch keines ihrer Hirngespinste gewesen! Es gab wirklich 5 Auserwählte die sich auf die Reise machen sollten um den zweiten Clan zu finden und damit das Überleben des FrostClans abzusichern! Auf einmal wurde Birkenblüte ganz hibbelig, wer wohl die anderen Auserwählten waren… Ob sie überhaupt aus ihrem Clan stammten?
    Abendkristall kniff die Augen zusammen und blickte zwischen ihr und Herbstpfote hin und her. „Ich hätte mit erfahrenen Kriegern gerechnet.“ Murmelte er und warf ihnen einen zweifelnden Blick zu. Birkenblüte schnaubte daraufhin wütend. „Denkst du wir haben uns das hier ausgesucht?“ knurrte sie, „wir wissen doch selbst nicht, was das für eine Prophezeiung sein soll und warum wir losziehen müssen um irgendeinen Clan zu finden und ihn um Hilfe zu beten, wo wir nicht einmal wissen für was!“
    Abendkristall nickte beschwichtigend mit dem Kopf. „So weit sind wir doch noch gar nicht, wir sollten darauf warten, dass die anderen zwei Auserwählten kommen, wo bleiben sie denn?“ Während diesen Worten hatte Birkenblüte beobachtet wie ein Kater aus dem Gebüsch trat und ihr Herz begann schneller zu schlagen, als sie das dunkle Tigerfell erkannte.
    „Brombeerpfote!“ rief nun auch Herbstpfote und Abendkristall blickte auf. „Hallo!“ miaute er und warf ihnen einen schnellen Blick zu. „Birkenblüte hat angeboten bei Herbstpfotes Training zu helfen… wir… ähm… bringen ihm bei zu fischen! Brauchst du irgendwie Hilfe beim äh…Kräutersammeln?“ Doch der Heilerschüler ließ sich davon nicht beeindrucken und trabte ihnen schmunzelnd entgegen. „Ich nehme an, wir sind nicht durch Zufall alle hier versammelt.“ Bemerkte er. „Ihr seid Auserwählte der Prophezeiung, genauso wie ich. Und nein Abendkristall, lieb von dir, aber ich brauche keine Hilfe beim Kräutersammeln! Ich bin hier, weil der SternenClan es mir so befohlen hat!“ Birkenblüte spürte, wie sich tiefe Erleichterung in ihr breitmachte. Wenn sie an Brombeerpfotes Seite die Reise antrat, würde alles gut werden. Abendkristall blickte ein wenig verlegen drein. „Ich war mir bloß ziemlich unsicher…ich meine…noch ein Schüler?“ Er seufzte tief. Birkenblüte warf ihm einen finsteren Blick zu. „Der SternenClan hat uns auserwählt, er wird schon seine Gründe dafür haben.“ Wenn sich Abendkristall die ganze Zeit so aufspielte, als wäre er was besseres, würde ihre Mission im Chaos enden… Aber sie sollten doch schließlich alle zusammenarbeiten oder nicht? Der blaugraue Kater sah sie entschuldigend an. „Du hast ja recht, ich sollte die Entscheidungen des SternenClans nicht in Frage stellen!“ Abendkristall blickte sich suchend um. „Wo bleibt denn der fünfte Auserwählte? Wir können hier schließlich nicht ewig rumhängen!“ Während Abendkristall mit wachsamen Augen das Gebüsch fixierte und Herbstpfote Brombeerpfote mit Fragen über den SternenClan löcherte dachte Birkenblüte nach. Was wenn der fünfte der Auserwählten genauso dachte, wie sie am Anfang gedacht hatte? Sieh drehte sich zu den anderen um. „Vielleicht hat der 5. der Prophezeiung gedacht, er hätte sich alles nur eingebildet… ich hab auch gedacht, dass es nur ein einfacher, verrückter Traum von mir war. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ICH Teil einer Prophezeiung bin!“ erklärte Birkenblüte. Brombeerpfote legte den Kopf schief und blinzelte sie nachdenklich an. „Das könnte tatsächlich so sein, aber der SternenClan wollte doch, dass wir uns gleich auf den Weg machen und außerdem, wie sollen wir herausfinden, wer die fünfte Katze ist! Wir können ja schlecht jedes Clanmitglied fragen ob sie zufällig eine Prophezeiung erhalten haben, die den Untergang des Clans voraussagt!“ Er knurrte frustriert. Birkenblüte legte ihm beruhigend die Schwanzspitze auf die Schulter. „Wir werden das schon irgendwie hinkriegen!“ miaute sie.
    „Ich hätte da schon eine Idee!“ ertönte auf einmal eine krächzende Stimme hinter dem Busch, der neben dem Fluss stand und die vier Katzen wirbelten herum. Ein kleiner Kater mit zerzaustem, schwarzen Fell und stechenden, giftgrünen Augen kam hinter dem Gebüsch hervor.
    Abendkristall starrte den Neuankömmling wie vom Donner gerührt an. „Stummelkäfer?“ fragte er ungläubig, „DU bist der fünfte Auserwählte!“
    „Hä?“ der alte Kater sah ihn verständnislos an. „Das ist doch mäusehirnig! Sehe ich so aus, als würde ich mich mondelang hinter euch herschleppen? Pah! Das könnt ihr vergessen!“ Mit diesen Worten drehte sich um und stiefelte davon. „Da will man einmal ein ruhiges Schläfchen in irgendeinem Busch halten, weil im Lager mal wieder alle wie Dachse herumgrölen und dann so was hier!“ meckerte er. Birkenblüte tauschte einen fassungslosen Blick mit Abendkristall, Brombeer- und Herbstpfote und blickte dann zu Stummelkäfer, der sich keuchend daherschleppte. „Warte!“ rief sie verzweifelt. „Du kannst doch jetzt nicht einfach abhauen, du gehörst zu uns!“ Stummelkäfer drehte sich um und fauchte verärgert. „Ich hab euch doch gesagt, dass ich zufällig hier aufgetaucht bin! Ich habe keine Prophezeiung vom SternenClan erhalten, ich bin nicht die Katze, die ihr sucht. Ich versuche bloß ein friedliches Leben als Ältester im FrostClan zu führen! Und jetzt lasst mich in Ruhe!“
    „Stopp!“ rief Abendkristall während er Stummelkäfer hinterher eilte. „Was hast du jetzt vor?“ fragte er nervös. „Nichts!“ polterte der Älteste. „Ich will gar nichts, aber auch rein gar nichts mit diesem Thema zu tun haben, meine Zeit als Krieger voller Tatendrang und Mut ist vorbei!“
    „Du wirst also niemandem etwas verraten?“ hakte Herbstpfote nach.
    „Nö!“ miaute der schwarze Kater „Aber kümmert euch gefälligst darum, dass der FrostClan gerettet wird, ich spüre schon seit einiger Zeit, dass irgendwas nicht stimmt! Findet am besten so schnell wie möglich euren fünften Freund da und beeilt euch dann mal ein bisschen!“ Stummelkäfer warf ihnen einen funkelnden Blick zu und verschwand im Gebüsch.
    „Puh!“ machte Herbstpfote „Das war…eine äußerst merkwürdige Begegnung.“
    „Aber wenn es nicht Stummelkäfer ist, wer dann?“ fragte Brombeerpfote nachdenklich. „Unsere Mission scheint dringend zu sein, wir haben nicht allzu viel Zeit!“
    „Ich werde es herausfinden!“ versprach Birkenblüte. Sie konnte es einfach nicht ertragen, Brombeerpfote so unglücklich zu sehen. „Ich werde dafür sorgen, dass wir uns bald wieder treffen, zu fünft.“ Mit einem Abschied nehmendem Nicken drehte sie sich um und verschwand entschlossenen Schrittes zwischen den Bäumen. Sie war nun zuversichtlich, dass sie den letzten der Auserwählten finden würde. Als erstes würde Birkenblüte Stummelkäfer aufsuchen, denn er war schließlich mit der Neuigkeit, eine Idee zu haben, aus dem Gebüsch aufgetaucht. Er hatte dann nur keine Gelegenheit mehr gehabt sie zu verkünden, da sie ihn vergrault hatten. Vielleicht holte sie ihn ja noch ein, bevor er beim Lager ankam. Sie sprintete los, wich geschickt den Bäumen aus und sprang über Wurzeln hinweg, aber Stummelkäfer war nirgends zu sehen. „Der kann doch nicht einfach verschwunden sein!“ murmelte sie vor sich hin und verlangsamte ihr Tempo. Sie duckte sich durch den Brombeertunnel, der den Eingang des FrostClan-Lagers kennzeichnete, und trat auf die Lichtung. Doch ehe sie sich dem Ältestenbau zuwenden konnte wurde sie von Sandherz Jungen umgerannt. „Birkenblüte!“ quietschte Flauschjunges und warf sie um. Wie konnte eine so junge Katze bloß so unfassbar schwer sein? Nun erschien auch Löwenjunges strahlendes Gesicht über ihr. „Du bist wieder da!“ maunzte sie fröhlich.
    Birkenblüte spürte einen Stich im Herzen, weil sie die Jungen wieder abweisen musste. „Ich habe gesagt, ich werde mit euch spielen wenn ich den Clan versorgt habe.“ Miaute sie sachlich. „Aber…!“ protestierte Fleckenjunges, „du bist doch fertig mit dem Jagen! Flussschweif ist schon seit einer Ewigkeit wieder zurück, er ist dann bloß mit Himbeerpfote weggegangen!“ In diesem Moment fiel Birkenblüte auf, dass sie doch glatt das Eichhörnchen am Treffpunkt vergessen hatte. Mist! Dachte sie frustriert. Wie sollte sie das denn jetzt Flussschweif erklären! „Ach komm schon!“ bettelte Nachtjunges „Wir haben schon so lange gewartet!“ Birkenblüte seufzte und schüttelte die Jungen schweren Herzens ab. „Das schon…aber…ähm…Ich muss noch das Bettmaterial von Stummelkäfer wechseln…
    ich habe es ihm versprochen!“ Sie fand es schrecklich vor den Jungen zu Lügen, aber die Prophezeiung zu erfüllen war in dem Moment einfach wichtiger, auch wenn der traurige Blick der Jungen ihr fast das Herz brach. Löwenjunges sah sie zweifelnd an. „Ist das nicht die Aufgabe der Schüler?“
    Birkenblüte nickte. „Eigentlich ja, aber die sind momentan alle mit ihren Mentoren draußen, deswegen werde ich das erledigen.“ Antwortete sie.
    Fleckenjunges sah sie missmutig an. „Gut dann warten wir, bis du fertig bist…“ Die anderen nickten, doch Löwenjunges enttäuschter Blick entging ihr nicht. „Ja also…ich geh dann Mal!“ miaute Birkenblüte zögernd und machte sich dann auf den Weg zum Ältestenbau, wo Stummelkäfer gerade damit beschäftigt war sich über einen Dorn in seinem Nestpolster zu beschweren. Sie würde sich wohl wirklich damit beschäftigen müssen, neues Moos und Farn für Stummelkäfers Nest zu besorgen. „Da kann doch keine Katze drauf schlafen!“ meckerte der zerzauste Kater gerade.
    „Ich werde dafür sorgen, dass du es doch kannst!“ machte sich Birkenblüte bemerkbar. Der alte Kater warf den Kopf herum. „Du.“ Bemerkte er und musterte sie misstrauisch. Birkenblüte schluckte und nickte dann langsam. „Jaa…ich bin hier um dein Bettmaterial aufzufrischen.“
    „Ah.“
    „Ja.“
    „Sicher?“
    „Nicht so ganz.“
    Stummelkäfer schnaubte verächtlich. „WAS IST?“
    Birkenblüte begann seelenruhig damit das alte Moos aufzusammeln und brachte es in den Wald. Dann holte sie sich neues Moos von Nachtflamme und ein paar Farnstängel vom anderen Ende der Lichtung und flocht Stummelkäfer ein neues Nest daraus. „Also.“ Begann sie. „Du hast im Wald erwähnt, dass du eine Idee hättest wie man herausfinden kann, wer der fünfte Auserwählte ist…“ Stummelkäfers Blick flammte auf. „Ja!“ miaute er triumphierend. „Da wart ihr überrascht nicht war! Da hat auch mal so ein alter Kater wie ich eine gute Idee, stimmt`s!“
    „Die Idee wäre natürlich noch besser, wenn ich wüsste wie sie lautet!“ konterte Birkenblüte
    „Ach ja richtig!“ bemerkte Stummelkäfer und blinzelte.
    „Na dann schieß los!“
    „Hä?“
    „Na mit der Idee!“
    „Achso.“
    Birkenblüte sah Stummelkäfer erwartungsvoll an.
    „Also!“ miaute der grünäugige Kater und streckte stolz die Brust raus, „Ihr könntet eine Versammlung einberufen…“ er machte eine Pause.
    Geht schlecht, wenn man kein Anführer ist. Dachte sich Birkenblüte und kam zu dem Schluss, dass bei diesem Gespräch nichts besonders sinnvolles herauskommen würde.
    „Dann…“ fuhr Stummelkäfer fort, „erzählt ihr von irgendetwas, von einer erfolgreichen Jagd zum Beispiel. Und während diesem Bericht baut ihr immer wieder versteckte Hinweise ein, die auf die Prophezeiung, beziehungsweise den Traum hindeuten sollen! Einer von euch achtet auf die Katzen des Clans und welche sich dann während der Versammlung am auffälligsten benimmt ist es!“ Stummelkäfer sah sie erwartungsvoll an. „Und?“ miaute er und reckte das Kinn. „Gut, was?“
    Dieser Plan war ja Mal komplett idiotisch! Wie sollte DAS denn funktionieren? Am Ende erzählten sie einer komplett falschen Katze von der Prophezeiung! Abgesehen davon konnten sie ja nicht einfach eine Clanversammlung einberufen! Und zuhören würde ihnen sowieso keiner. Birkenblüte warf Stummelkäfer einen verzweifelten Blick zu.
    „Äh ja…“ machte sie. „Also nein! Ich bezweifle, dass das funktioniert Stummelkäfer…“
    „Was?“ fragte der Älteste bestürzt.
    „Tut mir Leid, aber das wäre einfach viel zu auffällig!“ erklärte sie.
    Stummelkäfer wandte sich beleidigt ab. „Dann eben nicht! Tschüss, du kannst jetzt gehen.“
    Birkenblüte seufzte und trottete mit hängendem Kopf aus dem Bau. Das war ein ziemlicher Reinfall gewesen. Doch da spürte sie wie eine Katze an ihrer Flanke entlang strich. Birkenblüte zuckte zusammen, wie konnte das sein, eben war noch niemand neben ihr gewesen… Doch noch mehr erschrak sie, als sie sah, wer da tatsächlich neben ihr stand. „Frostsonne!“ flüsterte sie ungläubig.
    Die schöne Kätzin schnurrte freundlich. „Hallo Birkenblüte!“
    Birkenblüte blickte sich aufgeregt um. „Können dich meine Clangefährten auch sehen?“ fragte sie leise. Frostsonne schüttelte den Kopf. „Nein, nur du! Aber hör zu! Ihr müsst den fünften Auserwählten finden! Es verbleibt nicht mehr viel Zeit! Ihr müsst euch auf den Weg machen!“
    „Aber wie!“ flüsterte sie verzweifelt. Frostsonne beugte sich vor und berührte ihre Nase mit der ihren. Birkenblüte spürte wie Energie durch ihren Körper floss und wie sich auf einmal eine unerwartete Zuversicht in ihr ausbreitete. „Du schaffst das!“ miaute Frostsonne. Birkenblüte nickte dankbar und schnurrte. „Danke!“ miaute sie, während die SternenClan-Kätzin langsam verblasste. Mit neuer Energie trabte Birkenblüte über die Lichtung, auf der Suche nach einem Anzeichen, wer die fehlende Katze sein könnte. Und auf einmal schoss ihr eine Idee durch den Kopf. Sie gesellte sich zu einer Gruppe von Katzen die sich in der Nähe des Farngebüschs ein Kaninchen teilten und verkündete laut: „Stellt euch vor! Ich hatte einen ganz merkwürdigen Traum! Von kämpfenden Katzen und Finsternis und so…aber der ist bestimmt vollkommen unbedeutsam!“ Sie suchte erwartungsvoll in den Blicken der Katen nach Verständnis oder Einleuchtung aber sie sah in ihren Minen nur Verwirrung.
    „Möchtest du irgendwie auch etwas von dem Kaninchen Birkenblüte? Du kannst nämlich auch einfach fragen.“ Meinte Lichtsturm schmunzelnd. Birkenblüte ließ sich ihre Enttäuschung nicht anmerken sondern miaute nur fröhlich: „Nein, nein! Ich wollte es bloß irgendeinem erzählen, tschüss!“ rief sie und machte, dass sie wegkam. Schade eigentlich. Hätte ja klappen können.
    „Birkenblüte!“
    Überrascht wandte sie sich um und blickte in die unsicher flackernden Augen von Windhauch. Die weiße Kätzin war ein wenig älter als sie, hatte sie aber stets freundlich behandelt.
    „Hallo Windhauch! Was gibt’s?“ antwortete Birkenblüte.
    Die Kätzin mit den türkisenen Augen blickte sie direkt an. „Ich habe gerade mitbekommen, was du von deinem Traum erzählt hast.“ Erklärte sie und ein Hoffnungsschimmer glomm in Birkenblüte auf. „Ich hatte den gleichen Traum…“ fuhr Windhauch fort. „Da waren Katzen die kämpften und überall Finsternis…Und da war so eine Katze die hat mich vor kommenden Schwierigkeiten gewarnt…“
    „Und dir von fünf Auserwählten erzählt.“ Schloss Birkenblüte. Windhauch sah sie verwundert an. „Woher weißt du das? Hattest du genau denselben Traum? Die SternenClan-Katze hat sich mir als Schneeflockenherz vorgestellt…!“ Birkenblüte stellte interessiert die Ohren auf. Ob wohl alle Auserwählten von einer anderen SternenClan-Katze benachrichtigt wurden?
    Birkenblüte sah Windhauch nachdenklich an. „Ja, also mich hat zwar eine Kätzin namens Frostsonne besucht, aber das tut jetzt nichts zur Sache. Wieso bist du nicht zum Treffpunkt gekommen?“
    Die hübsche Kätzin riss die Augen auf. „Das hat tatsächlich stattgefunden!“
    Birkenblüte nickte.
    In Windhauchs Blick stand eine Mischung aus Aufregung und schlechtem Gewissen. „Wer sind die anderen drei?“ fragte sie neugierig, senkte dann aber den Kopf. „Ich würde es wissen, wenn ich gekommen wäre, nicht wahr? Ich hab mir einfach eingeredet, es wäre Quatsch, dass ich für so eine wichtige Aufgabe ausgewählt werden würde.“ Maunzte sie kleinlaut. Birkenblüte legte ihr die Schwanzspitze auf die Schulter. „Ich habe auch erst so gedacht!“ miaute sie. „Aber das wichtigste ist erst einmal, dass ich den anderen davon erzähle. Bitte sei zur heutigen Abenddämmerung bei der Mündung des Flusses! Ich und die übrigen Auserwählten werden da sein!“ Windhauch nickte und blickte sie entschlossen an. „Ihr könnt auf mich zählen!“


    Birkenblüte wollte gerade zu Brombeerpfote hinüberlaufen und ihm von Windhauch berichten als sie eine altbekannte Stimme hinter sich hörte. „Birkenblüte, was hast du vor!“
    Flussschweif! „Ich…äh…will mich noch einmal wegen meinen Kratzern untersuchen lassen…“ druckste sie herum. Flussschweif bedachte sie mit einem skeptischen Blick. „Von denen ist doch keine Spur mehr zu sehen… na ist ja auch egal, stell dir vor…“
    „Alle Katzen die alt genug sind Beute zu fangen sollen sich hier unter dem Sternenbaum zu einem Clantreffen versammeln!“ ertönte da aber Regenbogensterns Stimme und Flussschweif wurde damit unterbrochen. Katzen strömten von überall aus den Bauen und Birkenblüte setzte sich an Flussschweifs Seite, der sich nach ganz vorn drängelte.
    „Ich habe etwas sehr erfreuliches zu verkünden!“ erklärte Regenbogenstern, der auf einem niedrigen Ast des Sternenbaums trohnte. „Zwei unserer Schüler sind nun bereit in die Reihen der Krieger einzutreten! Himbeerpfote, Amethystpfote, tretet vor!“
    Deswegen wollte Flussschweif wohl den besten Blick haben! Seine Schülerin hatte allem Anschein nach die Prüfung bestanden und wurde jetzt zur Kriegerin ernannt!
    „Flussschweif? Hat Himbeerpfote alle Fertigkeiten eines Kriegers erlernt?“ fragte Regenbogenstern und Flussschweif nickte feierlich. „Amethystpfote ebenso!“ rief ihr Mentor Falkenglut und sah seinen Anführer stolz an. Regenbogenstern schnippte zustimmend mit dem Schwanz. „Ich kann ebenfalls nur positiv über den Kampf der B eiden mit dem Dachs berichten!“ miaute er und wandte sich den beiden Schülern zu. „Versprecht ihr das Gesetz der Krieger zu achten und den Clan zu beschützen, selbst wenn es euer Leben kostet?“ Die beiden versprachen es mit fester Stimme. „Dann bitte ich den SternenClan auf diese Schüler herabzublicken, sie haben hart gearbeitet um eure edlen Gesetze zu verstehen und ich empfehle sie euch nun als Krieger. Himbeerpfote, der SternenClan ehrt deine Freude und deine Loyalität, ab diesem Moment wirst du Himbeermond heißen. Wir heißen dich als vollwertige Kriegerin des FrostClans willkommen. Amethystpfote, der SternenClan ehrt deinen Mut und deine Tapferkeit, ab heute wird dein Name Amethystglanz sein, wir heißen dich ebenfalls als vollwertige Kriegerin des FrostClans willkommen! Himbeermond! Amethystglanz!“
    „Himbeermond! Amethystglanz!“ echote der Clan, am lautesten rief Flussschweif. „Dass war es übrigens auch, was ich dir erzählen wollte! Sie hat hervorragend bei der Jagd abgeschnitten!“ Hauchte er ihr zu. "Sie ist jetzt wirklich eine echte Kriegerin!" „Natürlich ist sie das!“ maunzte Birkenblüte belustigt. Sie bemerkte wie sich die Versammlung langsam auflöste und alle den frisch ernannten Kriegerinnen gratulierten. Nachdem Birkenblüte dies ebenfalls getan hatte sah sie sich suchend nach Brombeerpfote um, denn sie musste sich beeilen, die Abenddämmerung und damit der Zeitpunkt des Treffens mit Windhauch war nicht mehr weit. Sie entdeckte den getigerten Kater nicht weit der Kinderstube und lief schnell zu ihm. Brombeerpfote blickte ihr schon mit belustigt funkelnden Augen entgegen. „Du hast dein Eichhörnchen auf der Lichtung bei deinem entschlossenen Abzug vergessen“, miaute er, „ich hab es dir mitgebracht!“ Oh, das ist nicht so kompetent gewesen… „Danke Brombeerpfote, aber stell dir vor, ich hab den fünften Auserwählten gefunden!“
    „Echt? Wahnsinn! Wer ist es denn?“
    „Lass dich überraschen, ich hab ein Treffen zur Abenddämmerung bei der Flussmündung vorgeschlagen.“
    „Das ist ja schon bald!“
    „Ja eben! Kannst du deswegen Abendkristall Bescheid sagen? Ich gehe zu Herbstpfote!“
    „Ja klar…bis zur Abenddämmerung dann mal würde ich sagen!“
    „Ja, tschüss!“
    Birkenblüte lief zu Herbstpfote und erzählte ihm alles. Als sie sich zusammen auf den Weg machten, trafen sie dann auch Brombeerpfote und Abendkristall.
    „Wow, Birkenblüte.“ Bemerkte Herbstpfotes Mentor. „Ich hätte nicht gedacht, dass du das schaffst!“
    „Na herzlichen Dank!“ knurrte Birkenblüte. Das mit ihrem ersten, erbärmlichen Versuch und Stummelkäfers Plan erwähnte sie am besten gar nicht.
    „Da sind wir!“ miaute Brombeerpfote und deutete auf den Busch, auf dessen anderen Seite die Flussmündung war. „Na da bin ich ja mal gespannt!“ miaute Abendkristall und schlüpfte als erster unter dem Busch hindurch. Brombeerpfote und Herbstpfote folgten eilig und während sich Birkenblüte selbst unter dem Busch hervor schob hörte sie einen überraschten Laut von Abendkristall.


    6


    4. Kapitel

    Herbstpfote jaulte erschrocken auf als er direkt auf die schwarz-weiße Schnauze eines Dachses blickte. „Birkenblüte? Was zum Fuchsdung soll das?“ Abendkristall hatte sich mit einem riesigen Satz zur Seite gerettet und funkelte nun Birkenblüte an, die völlig verdattert den Dachs anstarrte. Herbstpfote war nicht weniger überrascht. Was machte der Dachs hier?
    Und wo war nun der fünfte Auserwählte?
    „Ich weiß es auch nicht!“ rief die silberne Kätzin verzweifelt, „erst einmal müssen wir diesen gestreiften Gesellen hier loswerden!“ Mit einem gewaltigen Satz sprang sie auf den Rücken des Dachses und krallte sich fest. „Wir müssen ihn verwirren indem wir ihn von allen Seiten angreifen!“ rief Abendkristall, schnellte vor, versetzte dem Tier einen Hieb und zog sich blitzschnell wieder zurück. „Vielleicht ist es ja der, den Regenbogenstern und seine Patrouille aus dem Wald vertrieben haben!“ rief Herbstpfote. „Vielleicht ist er zurückgekommen!“
    „Nein!“ jaulte Birkenblüte zurück. „Das hier ist ein anderer!“
    Der Dachs brüllte wütend, als Herbstpfote ihm mit den Krallen über die Schnauze fuhr und warf sich auf ihn. Aus dem Augenwinkel sah er wie Birkenblüte mit einem Schrei abstürzte,
    bevor das enorme Gewicht auf ihm landete und ihm die Luft nahm. Verzweifelt versuchte er sich zu befreien, doch er war einfach nicht stark genug. Das war’s…ich hatte alle sehr gern…möge der SternenClan sie vor dem Dachs beschützen und sie heil mit dem fünften Auserwählten durch die Reise führen… Doch plötzlich wurde das Gewicht von ihm runtergenommen und Herbstpfote schnappte erleichtert nach Luft. Doch als er sah, wer sein Retter war, blieb ihm glatt wieder die Luft weg. Windhauch hatte den Dachs von ihm runtergestoßen und attackierte ihn gemeinsam mit Abendkristall, Birkenblüte und Brombeerpfote mit schnellen Schlägen. Mühevoll rappelte Herbstpfote sich auf und kam ihnen zu Hilfe. Schon bald hatte der Dachs genug und verschwand mit einem frustrierten Grunzen im Gebüsch. Abendkristall seufzte. „So konnten wir dem Clan wenigstens noch einmal helfen bevor wir gehen“ meinte er und drehte sich dann zu Windhauch. „Du bist der fünfte Auserwählte oder?“ Diese nickte. „Aber…wollen wir wirklich sofort los? Jetzt? Wollen wir uns nicht…verabschieden?“ Abendkristall schüttelte den Kopf. „Wir müssen los! Der SternenClan meinte, dass die Zeit drängt!“
    „Aber“, mischte sich Birkenblüte ein, „im Dunkeln bringt es doch auch nichts weiterzuziehen!“ Der blau-graue Kater legte nachdenklich den Kopf schief. „Da hast du allerdings recht, es ist schon bald dunkel. Dann können wir eben erst Morgen früh losziehen. Wir müssen allerdings noch vor der Morgenpatrouille auf den Beinen sein, und…Ihr könnt euch nur nicht verabschieden! Niemand darf etwas von der Reise erfahren!“
    Nein! Dachte Herbstpfote erschrocken. Er konnte doch nicht einfach gehen ohne seinem Bruder auf Wiedersehen zu sagen! Windhauch und Brombeerpfote nickten jedoch, aber in Birkenblütes Augen sah Herbstpfote eine tiefe Traurigkeit.
    „Nun“, miaute Abendkristall. „Wir sollten jetzt zurückgehen, von dem Dachs berichten und dann schlafen. Es ist wichtig das wir genügend Energie haben!“ Brombeerpfote trat vor und neigte respektvoll den Kopf. „Ich denke ich kann uns auch ein paar Reisekräuter besorgen!“ schlug er vor. Abendkristall nickte dankbar. „Das wäre großartig.“ Dann gab er ihnen ein Zeichen und verließ die Lichtung. Herbstpfote lief an hinterster Stelle und dachte nach. Wie sollte er die Reise ohne seinen Bruder Starenpfote, der ihm alles bedeutete, überhaupt schaffen? Sie hatten doch immer alles zusammen durchgestanden!

    ------------------------------------------------------------------------------------

    „Ahm...hey!“ Herbstpfote riss den Kopf hoch und blickte direkt in das Gesicht von Abendkristall.
    „Äh...w...w...w...w...was ist los?“ fragte er verwirrt.
    „Du hast über deinen Bruder nachgedacht, habe ich recht?“ Abendkristall sah ihn mit einer Mischung aus Mitleid und Traurigkeit an. „Ihr steht euch sehr nahe, das merkt man...“ Sein Blick war starr in die Ferne gerichtet, als würde er etwas sehen, was Herbstpfote verborgen blieb. „Meine Schwester und ich waren genauso wie du und Starenpfote, wir waren unzertrennlich, hatten immer viel Spaß und waren immer für einander da...Es gab niemanden, der mir so wichtig war wie Holundersee...“ Abendkristalls Blick verdunkelte sich. „Doch dann jagten wir in einer besonders kalten Blattleere ein Kaninchen. Holundersee wusste, es wäre Nahrung für den ganzen Clan gewesen. Sie achtete nicht darauf, wo sie hinlief und rannte direkt auf den Donnerweg zu...Ich fand sie dann dort, ihre Augen starrten blicklos ins Leere und überall war Blut...Neben ihr lag das Kaninchen, sie muss es noch vor ihrem Tod erwischt haben. In dem Moment war es so, als wäre meine komplette Welt zusammengestürzt...“ Herbstpfote starrte Abendkristall betroffen an. Er hatte nichts von seiner Schwester und deren Tod gewusst, der tragische Unfall von Holundersee musst vor seiner Zeit passiert sein. „Das muss schlimm für dich gewesen sein“, flüsterte er. „Ich könnte mir nicht vorstellen Starenpfote zu verlieren und ich will das auch nicht! Wer weiß, was während der Reise alles hier im Wald passiert! Der SternenClan hat vor einer schrecklichen Zukunft gewarnt!“
    Abendkristall blickte nachdenklich in die Ferne. „Ja, wer weiß, aber wie tun es für unseren Clan, wir müssen unser bestes geben!“ Herbstpfote wusste, dass sein Mentor Recht hatte, doch besser ging es ihm trotzdem nicht. Er schlüpfte hinter den anderen durch den Ginstertunnel und erblickte seinen Bruder, der im Lager unruhig auf und ab lief.
    „Starenpfote!“, miaute er, „was ist los?“ Der braune Kater drehte sich ruckartig zu ihm um. „Ich hab auf dich gewartet! Wieso hast du mir nicht gesagt, dass...“ Starenpfote stockte und sah ihn mit aufgerissenen Augen an. „Was zum SternenClan ist passiert? Dein Fell steht ja zu allen Seiten ab!“
    „Dachs...“, murmelte Herbstpfote nur, „immerhin ist er jetzt aus unserem Territorium verschwunden!“ Starenpfote musterte sie alle skeptisch und verkündete dann zögernd: „ich gehe Regenbogenstern holen...“
    „Ich bin schon hier.“ Regenbogensterns tiefe Stimme ließ sie aufblicken.
    Herbstpfote neigte respektvoll den Kopf vor dem mächtigen Kater und Abendkristall berichtete von dem Zusammenstoß mit dem Dachs. Zum Glück fragte der Anführer nicht, was sie da so spät Abends noch am Fluss gemacht hatten, sondern war einfach nur dankbar, dass er jetzt eine Sorge weniger hatte. „Gute Nacht!“ sagte der Anführer nur und nickte ihnen zu, „bis Morgen!“ Wenn er wüsste... Herbstpfote seufzte und folgte Starenpfote in den Schülerbau. Er hatte sich gerade gemütlich eingerollt und wollte die Augen schließen, als ihn etwas von der Seite anstieß. Irritiert hob er den Kopf. Sein Bruder lag neben ihm und hatte die Pfote noch erhoben. „Was soll das?“ zischte Herbstpfote wütend, er brauchte schließlich seinen Schlaf, um genug Energie für die Reise zu haben. Starenpfote sah ihn erschrocken an und sogleich tat es Herbstpfote leid. „Tut mir Leid...es ist nur so...ich bin einfach unglaublich müde“. Sein Bruder blickte ihn traurig an, „ich hab das Gefühl, dass du mir einfach nicht die Wahrheit sagst! Irgendwas ist doch los mit dir heute!“
    Herbstpfotes Augen flatterten unruhig. Sein Wurfgefährte merkte aber auch alles! „Ach das ist doch Quatsch!“ sagte Herbstpfote abwehrend. „Ich muss mich einfach wieder darauf einstellen Frischbeute zu essen. Morgen ist alles wieder gut!“ Herbstpfotes Magen krampfte sich zusammen bei dieser schrecklichen Lüge, denn gar nichts war gut! Er würde seinen Bruder eine Ewigkeit nicht mehr sehen! Im schlimmsten Fall sogar nie wieder! Doch Starenpfote schien beruhigt. Er leckte ihm liebevoll übers Ohr und rollte sich wieder in seinem Moosnest zusammen. „Dann schlaf dich schön aus!“, sagte er leise und dann war alles wieder still.






article
1545321297
Warrior Cats "Finstere Zeiten"
Warrior Cats "Finstere Zeiten"
Das ist die Geschichte der Charaktere, die ihr mir so fleißig zugesendet habt! ( https://www.testedich.de/quiz58/quiz/1544361186/Warrior-Cats-Charaktere) Ich hoffe sie gefällt euch! Ich werde sie Stück für Stück aufbauen!
https://www.testedich.de/quiz58/quiz/1545321297/WARIOR-CATS-Finstere-Zeiten
https://www.testedich.de/quiz58/picture_veeseo/pic_1545321297_1.jpg
2018-12-20
406A
Warrior Cats

Kommentarfunktion ohne das RPG / FF / Quiz

Kommentare (175)

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vor 60 Tagen
Yeah Mega cool!!! Der arme Stari😓😓😓😓😓❤️😂
vor 62 Tagen
Toll^^
vor 64 Tagen
Aber ich hab das vierte Kapitel jetzt noch vollendet! Deer letzte Teil für die nächsten 6 Wochen
vor 65 Tagen
Ich werde in den Sommerferien erst mal nichts online stellen, aber wenn sie Schule wieder anfängt, wird etwas kommen! Dann sozusagen alles, was ich den Sommerferien geschrieben habe (Ich hoffe es wird gaaaanz viel sein!) xD
vor 73 Tagen
Ist nicht schlimm...^^" 💕
vor 73 Tagen
Tut mir Leid, dass so lange nichts kam, meine Mutter hatte mein Handy und mein Laptop :(
vor 84 Tagen
Cool.^^
Ich hatte mir auch schon mal überlegt beizutreten im FunkelClan, aber dank der ungefragten Werbung mal habe ich es mir anders überlegt.
vor 86 Tagen
Dankeschön^^ ich bin übrigens jetzt wieder in einem Rpg! Im FunkelClan
vor 86 Tagen
Gute Idee. Habe sowieso immer Langeweile, da in den RPGs in denen ich bin nicht viel geschrieben wird. -,-

Ja es ist gut.^^
vor 87 Tagen
Dann lies es doch alles nochmal! Ist die Zeichnung okay?
vor 88 Tagen
Mist.. weil ich gerade eine andere FF gelesen habe, habe ich vergessen was hier alles passiert ist, vor den neuen Kapitel. XD
vor 89 Tagen
Es ist der erste Teil vom neuen Kapitel Online!
vor 89 Tagen
Ich hab jetzt das Bild von Territorium eingefügt aber erwartet nicht zu viel von meinen Zeichenkünsten😆 Fragt nur, wenn ihr was nicht lesen könnt ❤
vor 91 Tagen
Huch! Das hab ich geschrieben😊
vor 94 Tagen
Hey, gute Idee Mondtropfen xD Das mache ich jetzt aber wirklich xD
vor 95 Tagen
Coooooool^^ da steht schon jetzt Windhauch und nicht ein Dachs oder so oder?^^
vor 95 Tagen
Cool^^
vor 95 Tagen
(Ich mach es ab jetzt anders! Ab da, wo es neu ist, ist eine grüne Linie!)
vor 95 Tagen
so, das ist jetzt geändert und es ist ein neuer Teil Online!
vor 95 Tagen
mir fällt gerade auf....Ich habe Warrior Cats mit nur einem R beim Titel geschrieben xD