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Bunt

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3 Kapitel - 1.000 Wörter - Erstellt von: - Aktualisiert am: - Entwickelt am: - 418 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Vielleicht wirst du es nicht verstehen. Vielleicht wirst du den Kopf schütteln. Und dennoch:
Das Leben ist bunt.

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    "Wie viel Sinn hat das Leben? Was macht es für einen Unterschied, ob ich da bin, oder nicht? Manchmal denke ich, ohne mich hätte das Leben mehr Sinn."

    Fehlt noch was? Ne, ich glaub das war alles. Nichts anderes als auf den anderen 84 Seiten auch. Ich lasse das kleine Buch zuschlagen. Ändert sich überhaupt jemals etwas? Es ist immer das gleiche. Schule, Essen, Freizeit, Essen, Freizeit, Schlafen, Schule, Essen, Freizeit, Essen, Freizeit....
    Und immer die gleichen düsteren Gedanken. Zeit für Musik. Mein Handy liegt schon auf dem Schreibtisch. Immer griffbereit, sollte er sich doch noch dazu entscheiden, sich zu melden. Die Kopfhörer sind noch in der Tasche. Unmotiviert scrolle ich die Playlist runter und wieder hoch. Nichts spricht mich an. Irgendwie scheint keines das richtige zu sein. Ich stecke das Handy zu den Kopfhörern in meine Jackentasche. Es ist schon spät. Ruhelos laufe ich auf und ab. Zu unruhig um zu schlafen und zu unkonzentriert um etwas produktives zu leisten. Ich horche leise ins stille Haus. Mama ist schon schlafen gegangen. Ihre Schicht fängt morgen um vier an. Vielleicht kommt diese Luise wieder zu spät und Mom muss dafür den Kopf hinhalten. Die Patienten werden sich über Daisys Alkoholfahne beschweren und Mom hätte noch mehr zu tun. Dann meckert Herr von Freistein wieder über den Zigarettengeruch den Mister Aschenbecher verströmt. Weitere Schritte. Auf und ab. Der Boden knarzt. Ich bleibe stehen. Mama braucht ihren Schlaf. Und was brauche ich?
    Morgen schreiben wir Deutsch. TGA. Hab ich genug gelernt? Ich brauche die gute Note für mein Zeugnis. Sonst brauch ich mich auch gar nicht zu bewerben. Apropos: Die Bewerbungen müssen auch noch fertig gemacht werden. Und das Zimmer sieht auch nicht ordentlich aus. Dabei kommt morgen Dad. Vielleicht. Wenn er es schafft sich von seinen Kindern loszureißen. Also wahrscheinlich nicht. Trotzdem wird Mom darauf bestehen, dass der Hausputz erledigt ist. Nur damit er nicht ausgerechnet dann kommt und ihr wieder Vorwürfe macht. Ich merke wie es anfängt mir über den Kopf zu wachsen. Zu viel. Zu viel. Das ist alles, was ich jetzt denken kann. Nervös wippe ich auf und ab. Schulaufgabe. Bewerbung. Hausputz. Wäsche. Bett. Dad. Mum. Vorstellungsgespräch. Putzen. Pausenbrot. Kinder. Raus!
    Ich reiße mich zusammen, schleiche mich die Treppe runter und schlüpfe in meine Schuhe und schon bin ich draußen. Die Haustür fällt leise hinter mir zu. Ich brauche einen Moment um mich zu sammeln. Was mache ich hier draußen? Um diese Uhrzeit? Das ist der Moment, in dem ich losrenne.
    Aus dem Garten, die Straße fliegt unter mir hinweg und auch als ich das Kaff längst hinter mir gelassen habe, kann ich nicht stehen bleiben. Immer weiter. Hauptsache weg.
    Mein Atem pfeift, ich kriege kaum noch Luft. Schließlich bleibe ich stehen. Es kommt mir so vor, als würde die Welt trotzdem weiter an mir vorbeiziehen. Mir ist schwindelig, ich stolpere und falle einfach ins hohe Gras. Der Fall kommt mir ganz langsam vor. Als wäre ich eine Feder.

    Ich bleibe einfach liegen und keuche vor mich hin. So lange, bis ich genauso kalt wie der Boden bin. Über mir leuchtet hell der Mond. Er sieht so riesig aus im Vergleich zu den Sternen. Ich schließe die Augen, ich bin müde. Jetzt könnte ich schlafen, aber ich muss erst nach Hause. Wo bin ich eigentlich? Meine Gelenke krachen, als ich mich langsam aufrichte. Hier bin ich noch nie gewesen. Wiese, wohin ich auch schaue. Nur am Rand lassen sich irgendwo ein paar Bäume ausmachen. Ich fröstle. Auf einmal kann ich die Kälte spüren. Nur keine Panik. Es gibt keine Monster. Ich atme tief durch und laufe dann entschlossen auf die Bäume zu.

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    Ich komme kein Stück vorwärts. Die Bäume laufen einfach vor mir weg. Hab ich Halluzinationen oder was? Aber auch der Stein und der kleine Busch, der etwa 5 Meter entfernt von mir steht, verändern ihre Entfernung zu mir kein bisschen. Frustriert bleibe ich stehen. Mittlerweile ist es so kalt, dass mein Atem wie eine kleine Wolke in der Luft hängt. Ich bekomme eine Gänsehaut, wir haben doch Frühling? Langsam drehe ich mich. An den Enden der Wiese lässt sich eine leichte Wölbung ausmachen. Es ist als ob ich sehen würde, dass die Erde rund ist. Auf einmal bläst mir eisiger Wind ins Gesicht. Augenblicklich bin ich tiefgefroren und steif wie ein Eiszapfen. Panik macht sich in mir breit als der Wind immer stärker wird. Er scheint mir alle Luft zum Atmen zu nehmen. Meine Schreie sind neben dem gewaltigen Getöse des Windes nur ein entferntes Flüstern. Ich will um mich schlagen, aber ich kann mich kein bisschen bewegen. Ich schaufe und röchle.
    Und dann wache ich auf.

    Ich krieg immer noch keine Luft. Die Angst ist wieder da. Obwohl ich meine Augen auf habe, ist es stockfinster. Auch das Getöse ist nicht verschwunden. Aber ich kann mich bewegen. Und da merke ich, dass mein Kissen auf meinem Kopf liegt. Ruckartig setzte ich mich auf und atme erleichtert ein und aus. Auch das Geräusch hat eine Erklärung gefunden. Mom ist im Bad und föhnt sich die Harre.

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    ...

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Kommentare (2)

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vor 673 Tagen flag
TextGebundenerAufsatz. Danke!
vor 675 Tagen flag
Was ist TGA? sonst interresant