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Elarras - Die eine und neun andere

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1 Kapitel - 7.278 Wörter - Erstellt von: - Entwickelt am: - 230 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Kapitel 2

1
2. Interessante Bekanntschaften
Geweckt werde ich von Adon, der mir heute anstelle seiner Mutter das Frühstück bringt. Wie immer verursacht er dabei nicht das geringste Geräusch, sodass ich es erst gar nicht merke, wie er in mein Zimmer reinkommt. Ich wache erst auf, als er seine Hand auf meine Stirn legt, sie im nächsten Moment jedoch erschrocken zurückzieht. „Du hast ja Fieber“, flüstert er leise, als wollte er mich nicht aufwecken. Allerdings hat die Kühle seiner Hand mich bereits aus dem Dösen gerissen. „Was?“, frage ich müde gähnend und reibe mir den Schlaf aus den Augen. Er zieht einen Mundwinkel nach oben und reicht mir ein Glas Wasser. „Nichts Ungewöhnliches zu dieser Jahreszeit. Aber mit dem Rausgehen wird es wohl nichts für die nächsten Tage.“ „Witzbold“, erwidere ich leicht genervt, woraufhin er sich mit der flachen Hand an den Kopf schlägt. „Verzeih mir. Hatte schon vergessen, dass...“ Den Satz schließt er mit einem Seufzen, woraufhin ich nur traurig nicke. Rausgehen darf ich eh erst in ein paar Wochen. Wenn nicht sogar erst in zwei Monaten. Und das, obwohl ich eigentlich sehr gerne nach draußen gehen würde. Nicht, dass es mir hier nicht gut geht; keinesfalls, nur vermisse ich so langsam Frischluft. Aber was machen? Adon setzt sich auf den Stuhl neben meinem Bett, als ich zu frühstücken beginne. Interessiert betrachtet er das kleine Büchlein auf dem Tisch nebenan und nimmt es in seine Hand. „Darf ich?“, fragt er, wobei sein Blick in meine Richtung schweift. Erst zögere ich. So ganz unbedingt will ich eigentlich nicht, dass jemand darin liest, aber es ist halt Adon. Er ist mein Bruder. Naja, nicht wirklich, aber irgendwie auch schon. Da ich zaudere, legt er das Buch jedoch wieder zurück, bevor ich das Geringste erwidere. „Sind das Geheimnisse?“, fragt er nun mit einem dezenten Grinsen, erhält als Antwort aber nur ein unentschlossenes kopfschüttelndes Nicken. „Was denn nun?“ Er lacht leise. Schulterzuckend antworte ich: „So beides irgendwie. Manche Sachen darin sind belanglos, andere wiederum würde ich niemandem gerne zeigen.“ „Was du immer für Worte benutzt... Belanglos... Als ich in deinem Alter war, da waren mir selbst Bitte und Danke noch fremd.“ Ich grinse, verschlucke mich aber und beginne zu husten. Sogleich klopft Adon mir auf den Rücken, um mir das Abhusten zu erleichtern. Sein besorgter Blick entgeht mir dabei nicht, auch wenn er es zu vertuschen versucht. Kaum höre ich auf zu husten, bedanke ich mich bei ihm. Er lächelt mitleidig und verwuschelt mir ein wenig das Haar. „Ich werd' dann mal der Mutter sagen, dass du Fieber bekommen hast, gut?“, spricht er, während er vom Stuhl aufsteht und anschließend hinausgehen will. Was sollte ich groß dazu sagen? Wenn er es für richtig hält, dann wird’s wohl auch so sein. Hoffentlich. „Überanstreng' dich bitte nicht. Du willst doch gesund werden.“ Ich werfe ihm einen kritischen Blick hinterher, als er die Tür hinter sich zuzieht und muss schmunzeln. An Überanstrengung wird es wohl kaum scheitern. Und doch. Mit der Zeit merke auch ich selbst, dass ich über Nacht krank geworden sein muss. Das Fieber ist nur der Anfang gewesen. Es folgen Bauchweh, Kopfschmerzen, trockener Husten, Halsschmerzen; da ist alles dabei. Aber da ich sowieso nichts anderes tun kann als im Bett zu liegen, macht es mental jetzt nicht so einen riesigen Unterschied. Anders wäre es wohl, wenn ich noch unbedingt etwas tun müsste, doch so... Es tut weh, das stimmt. Jedoch kümmert Kayen sich sehr fürsorglich um mich sowie Adon und Keres, auch wenn sie der Gefahr ausgesetzt sind angesteckt zu werden. Nach einigen Tagen, in denen ich nicht wirklich gesunder geworden bin, schaffe ich es nicht mal mehr die Schmerzen zuzuordnen. Tut jetzt mein Ohr weh oder mein Magen? Das ist sich gleich. Ich versuche zwar mir nicht anmerken zu lassen, wie übel mir dadurch wird, aber vor allem meine beiden Brüder durchschauen mich sehr schnell und machen sich trotzdem sehr viele Sorgen, obgleich ich genau das verhindern wollte. Eines Abends bekomme ich sogar Atemnot, als Keres bei mir ist und die Eltern außer Haus sind. Meine Augen beginnen zu tränen und der Fieberschweiß rinnt von meiner Stirn. So sehr ich mich auch bemühe ruhig zu wirken und mir nichts anmerken zu lassen, es bringt nichts. Meine Lunge kann sich kaum mit Luft füllen, ich beginne zu keuchen und lehne mich vor, um das Atmen wenigstens ein bisschen zu erleichtern. Keres weiß nicht wirklich wie er reagieren soll und rennt schließlich aus meinem Zimmer, die Treppe hinunter in die Stube. Wenige Minuten später nur höre ich, wie er und zwei andere Personen in mein Zimmer kommen. Sehen kann ich sie nicht wirklich. Meine Wahrnehmung verschwimmt, sodass ich nur einen Brei von Sinnesreizen registriere, ohne sie klar zuordnen zu können. Zeit ist keine Einheit mehr für mich. Es fühlt sich alles wie in einem Traum an. Ich muss lachen. Die Schmerzen, ich spüre sie nicht mehr. Vor mir stehen dunkle Schattengestalten. Hunderte davon. Irgendwie kommt es mir in den Kopf, dass das die Krankheit ist, an der ich in diesen Tagen leide. Müde aber mit Zuversicht trete ich diesen Gestalten entgegen und räume sie aus dem Weg. Es kostet mich kaum Anstrengung; dennoch bin ich völlig erschöpft, nachdem auch der letzte dieser Schatten sich in Luft aufgelöst hat. Ich schlafe ein. Erst am nächsten Morgen wache ich wieder auf. Ohne Schmerzen, ohne Fieber, nichts. Erstaunt öffne ich meine Augen und schau an die Decke über mir. Das war ein Traum, ein höchst eigenartiger Traum, so wenig ich mich nun auch an die Details erinnern kann. Was dadurch geschehen ist, widerspricht jeglicher Logik, aber mein Fieber ist weg und... seltsamerweise kam dieser Fiebertraum mir auch ziemlich bekannt vor. Ein tiefes Seufzen entfährt meinem Mund und ich schließe noch einmals die Augen. Jedoch nur für kurze Zeit, denn hier scheint wieder einmal irgendwas nicht zu stimmen. Neben mir sitzt jemand. Zögerlich wende ich meinen Blick zu ihm hinüber und mustere den Fremden. Über seine Lippen fliegt ein feines Lächeln, als unsere Augen sich treffen und er sagt ruhig: „Guten Morgen, Jenny.“ Mit einem erstaunten Blick erwidere ich die Begrüßung. Dieser Mann kommt mir seltsam vor. Was ihn so seltsam macht, kann ich auf Anhieb nicht sagen, doch er sieht auf jeden Fall anders aus als die Grünfelder. Und er kennt meinen Namen? Ich habe meinen Brüdern zwar gesagt, dass ich so genannt werden möchte, aber... Ach, was frag ich mich eigentlich noch solche Dinge, wenn ich mir selbst eh keine Antwort darauf geben kann? Das Lächeln des Mannes wird breiter, denn er sieht wohl wie sich die Verwirrung in mir breitmacht. „Du hast deine Brüder gestern ganz schön zur Verzweiflung getrieben“, spricht er weiter. Unverkennbar werde ich dabei rot im Gesicht. Das habe ich sicherlich nicht gewollt; nur kann man Krankheiten leider sehr schlecht beeinflussen. Meine Verlegenheit scheint ihn nur zu amüsieren, denn er schmunzelt; dennoch beschwichtigt er sogleich: „Aber man muss sagen, für ein Mädchen in deinem Alter bist du erstaunlich tapfer. Ich hab jedenfalls noch nie jemanden getroffen, der noch lachen kann, wenn er denn derart krank ist.“ Zwar muss ich zumindest ein bisschen darauf lächeln, werde im gleichen Moment jedoch noch roter und schaue zu Boden. „Das hat wohl befremdlich gewirkt“, sage ich. „Tut mir leid, aber in so einem Zustand kann man seine Emotionen schlecht selbst kontrollieren.“ Er nickt nur. Sein Gesichtsausdruck verändert sich nicht, aber als ich wieder aufblicke, erkenne ich eine gewisse Neugier in seinen Augen. Erstaunlich was für eine schöne Farbe sie haben. Blau sind sie, aber man kann nicht genau sagen, was für ein Blau das ist. „Woher kommst du eigentlich?“, fragt er plötzlich. Etwas überfordert schüttle ich einfach nur den Kopf, merke jedoch rasch, dass das keine Antwort darauf ist. Er erwidert einen dezent verwunderten Blick, sagt jedoch nichts dazu. Erst als ich mich einigermaßen wieder aus meinen Gedanken in die reale Welt eingefunden habe, komme ich zu einer Antwort. Und zwar: „Ich weiß es nicht.“ Wenn mir jemand so etwas sagen würde, wäre ich für einen Augenblick wohl mehr als konsterniert. So jedoch nicht der hier. „Du kannst dich also nicht daran erinnern? Immer noch nicht?“ Eigentlich will ich nicken, doch da fällt mir auf einmal dieses „immer noch nicht“ auf und ich halte kurz inne. „Hat euch etwa jemand davon erzählt?“ Er schaut kurz zum Fenster hinaus, erwidert dann aber sogleich: „Wenn du nur wüsstest, welch ein Wasserfall an Worten Keres manchmal ist...“ „Oh, das weiß ich schon ganz gut.“ Kaum sage ich das, muss er wieder grinsen und nickt mir zu. „Er ist eigentlich ein guter Junge, aber gelegentlich kann er doch auch entschieden zu redselig werden.“ Eine Behauptung, der ich nur zustimmen kann. So hab ich Keres in diesen wenigen Tagen kennengelernt. So ist er nun mal. Da tut sich mir die Frage auf: Warum kennt er Keres eigentlich? Einer seiner Freunde ist er mit Sicherheit nicht. Jedenfalls nicht einer von denen, die ich bereits kenne. Auch ein wenig zu alt für solch einen Freundeskreis wäre er. Nicht dass er jetzt schon wie ein betagter Mann aussieht; nein, er scheint sogar recht jung zu sein. Aber älter als die zwei Brüder müsste er allemal sein. Nach einigem Überlegen setze ich zum Reden an, weiß aber nicht wirklich, was ich sagen soll und schließe meinen Mund wieder. Was das genau ist, weiß ich nicht, aber schon wie bei Streicher kommt mir das Gefühl hoch, dass ich diesen Mann schon einmal irgendwo gesehen haben müsste. Nur wo? Und wann? In welchem Zusammenhang? „Warum“, fragt er plötzlich, „schaust du mich eigentlich so verwirrt an? Ist etwas nicht in Ordnung?“ Mit einem Schulterzucken wende ich meinen Blick von ihm ab und überlege, wie ich die vorherigen Gedanken in eine halbwegs höfliche Frage umwandeln könne. Doch bereits nach wenigen Sekunden, denke ich, dass dieser Versuch eh zum Scheitern verurteilt sein würde; also frage ich einfach: „Wer seid ihr eigentlich?“ „Könntest du es dir nicht denken?“ Nun, ich hätte vielleicht eine einfachere Antwort erwartet, so etwas wie ein Name oder Herkunft oder so, aber wenn er schon mit Gegenfragen antwortet... warum sollte ich es ihm nicht gleichtun? Und da ich es mir eh nicht denken kann, muss ich so oder so noch weiter nachfragen. „Sollte ich es mir etwa denken können? Ich meine, ihr unterscheidet euch schon von den meisten Leuten, die ich bisher hier angetroffen habe, aber das gibt mir leider keinerlei Aufschluss auf euren Namen. Also?“ Um diese Erwiderung noch ein wenig zu unterstreichen, schaue ich ihn unschuldig grinsend an, während ich auf seine Antwort warte. Er lacht leise, sieht mich dann aber ein wenig kritisch an, als würde er über etwas nachdenken. Die Antwort bleibt mir jedoch nicht verwehrt. „Legolas Greenleaf ist der Name. Bringt dich das vielleicht weiter?“ Der Name kommt mir durchaus sehr bekannt vor; nur kann ich ihn in keinerlei Bezug stellen. Außerdem gefällt mir die Art und Weise, wie er gerade mit mir spricht, nicht ganz so sehr. „Nicht wirklich. Doch falls ihr darauf aus seid arrogant zu wirken, seid ihr im Moment auf einem sehr guten Weg, Herr Legolas Greenleaf.“ Da muss er wieder schmunzeln. „Verzeih mir bitte, wenn es tatsächlich so wirkt. Übrigens... ich kam nicht umhin zu bemerken, dass du für eine Siebenjährige einen ziemlich gehobenen Sprachgebrauch hast...“ Ich seh' schon, dass er eigentlich noch nachfragen will, woher das käme, sich im letzten Augenblick aber wohl wieder dran erinnert, dass ich es selbst nicht wissen könne. Zugegeben, ich rede vielleicht wirklich anders als die meisten Mädchen in meinem Alter, doch das liegt nur daran, dass er auch so gehoben redet... Gut, manchmal rede ich so auch mit Leuten, die ich nicht leiden kann, nur weiß ich ehrlich gesagt noch gar nicht so genau, ob ich ihn leiden könnte oder nicht. „Wie geht es dir jetzt eigentlich?“, fragt er nach einigem Zögern mit viel mehr Mitgefühl in der Stimme als davor. Ich fasse mir an die Stirn, um selbst noch einmal nach dem Fieber zu schauen, merke aber nur, dass meine Hände unnatürlich kalt sind und erkenne somit nicht wirklich, ob ich noch Fieber habe oder es wirklich gänzlich verschwunden ist. „Mir ist nur ein bisschen kalt“, sage ich und stecke die Hände unter meine Bettdecke. „Und Kopfschmerzen. Sonst nichts.“ Die Andeutung eines Lächelns huscht über Legolas' Gesicht. Er steht auf, nimmt vom Tisch einen Krug gefüllt mit warmen Wasser und gießt ein wenig davon in eine Schale aus Holz. Etwas skeptisch beobachte ich, wie er aus einer anderen Schale ein Kraut herausnimmt, es in seiner Hand zerdrückt und in das Wasser fallen lässt. Ein angenehmer Duft breitet sich im Zimmer aus, sobald dieses Kraut das Wasser berührt. Ein bisschen riecht es wie Minze... oder auch nicht. Nein, nicht wirklich. Es erinnert mich gleichfalls dumpf an den Geruch blühender Lorbeerkirschbäume. Aber so wirklich identifizieren kann ich dieses Kraut jetzt nicht. Die Schmerzen im Kopf verschwinden nach einigen Sekunden, eine gewisse Neugier aber bleibt. „Seid ihr eigentlich ein Heiler oder so was?“, will ich wissen, als er sich wieder auf den Stuhl neben meinem Bett setzt und drehe mich in seine Richtung. Er schüttelt daraufhin den Kopf und meint: „Wenn schon, dann eher: oder so was. Ein Heiler bin ich ganz sicher nicht.“ „Was dann? Und woher wisst ihr dann mit solchen Kräutern – oder was das auch immer ist – umzugehen?“ Wie zuvor zögert er ein wenig, bevor er Antwort gibt, doch zumindest ist es diesmal keine Gegenfrage. „Ich bin einer der Waldelben aus dem nördlichen Waldlandreich. Und dass Athelas gegen Kopfschmerzen hilft, ist kein großes Geheimnis.“ „Wartet... ihr seid ein Waldelb?“ Mag sein, dass mir gerade der Unglaube ins Gesicht geschrieben steht, aber verwunderlich wird das wohl kaum sein. „Sind Elben hier nicht verhasst wie die Pest?“ Legolas lacht kurz auf, erklärt dann jedoch rasch: „Da muss ich dir recht geben. Aber vielleicht erscheint es dir dennoch gar nicht so eigenartig, wenn ich dir sage, dass ich Adon und Keres schon seit Jahren im Kämpfen unterrichte und deswegen noch in diesem Dorf geduldet werde. Als einziger von unserem Volk, versteht sich.“ Das bringt ein wenig Licht in die ganze Sache. Erstaunt mich zugleich aber auch. Das ist also der Lehrer der beiden? Ehrlich gesagt hätte ich ihn mir ganz anders vorgestellt. Etwas älter zumindest oder wenigstens nicht ganz so edel. Das bringt mich noch auf eine andere Frage; warum ist ausgerechnet er hier? Ist heute zufälligerweise der Tag, an dem die zwei Jungs trainieren? Oder was ist der Grund, dass er hier neben mir sitzt? „Hat es eigentlich einen Grund, dass ihr gerade hier bei mir seid?“ „Nun“, sagt er, „Adon und Keres wussten nicht mehr wie sie sich um dich noch kümmern sollten. Du hattest gestern gefährlich hohes Fieber und es zu senken war kaum noch möglich. Und da ich bis zum Abend noch da gewesen bin, fragten sie mich, ob ich denn nicht wenigstens für diese eine Nacht auf dich achtgeben könne.“ „Und ihr seid einfach so darauf eingegangen? Verzeiht mir wenn ich falsch liege, aber... wenn man eigentlich vorhat abzureisen, entscheidet man sich normalerweise nicht unbedingt spontan dazu, sich um ein fremdes Kind zu kümmern.“ Wiederum liegt ein leichtes Lächeln in seinem Gesicht. „Das du alles so genau wissen möchtest... Aber gut. Keres war der eigentliche Grund.“ „Hat er so lange gebettelt bis ihr geblieben seid?“ Er grinst, nickt aber zugleich leicht erstaunt. „Ich sehe, du kennst ihn bereits recht gut.“ „Vielleicht“, erwidere ich schulterzuckend. „Er ist ja auch schon fast wie mein Bruder.“ „In der Tat, ihr könntet wirklich Geschwister sein.“ Noch einmal sieht er lächelnd zu mir hinüber, dann aber wandert sein Blick zum Fenster hinaus. Rein vom Charakter her könnten Keres und ich uns schon ein wenig ähneln. Vom Aussehen vielleicht auch ein bisschen, aber nur von Weitem. Meine Haut ist blasser, auch ein bisschen roter und seiner schwarzen Lockenpracht hab ich nur leicht gewelltes Kastanienbraun entgegenzusetzen. Selbst unsere Augenfarben unterscheiden sich; auch wenn sie bei uns beiden Braun ist. Meine Augen sind heller und haben einen unauffälligen Grünstich. Aber Keres ähnelt mir schon ein wenig mehr als sein älterer Bruder. „Ein schöner Tag heute. Findest du nicht?“, spricht der Elb auf einmal und zieht meine Aufmerksamkeit wieder auf sich. Ich nicke leicht. „Ja. Die Sonne scheint. Aber draußen ist es sicher kalt.“ „Na das muss nicht sein“, erwidert er. „Die ersten Lerchen und Drosseln sind schon wieder aus dem Süden zurückgekehrt. Ihnen ist es wohl nicht zu kalt.“ „Vielleicht schon“, widerspreche ich ihm daraufhin. „Vielleicht sind sie ja gestern oder irgendwann anders, als es warm war, hierhergekommen und wurden heute von einer Kältewelle überrascht.“ Er zieht einen Mundwinkel nach oben. „Möglich. Aber ich war heute schon draußen. Und kalt ist es eigentlich nicht.“ „Gut, das ist ein Argument. Obwohl...“ Mein Blick wird ein wenig zweifelnd. „Ihr könntet mich auch anlügen.“ Wieder muss er lächeln. „Also bezichtigst du mich tatsächlich der Lüge? Überzeug dich doch selbst und geh hinaus.“ Auch ich muss grinsen, schüttle aber bedauernd den Kopf. „Kann ich nicht. Streicher sagte, ich müsse mindestens noch fünf bis sechs Wochen im Bett bleiben.“ „Warum denn das? Dein Fieber ist doch so gut wie fort.“ Den Kopf schieflegend sehe ich zu ihm und erkläre zögerlich: „Mein Bein ist aber gebrochen. Bisher sind gerade erst zwei Wochen vergangen und... weil es halt so schwer für mich ist, es vollkommen ruhig liegenzulassen, muss ich insgesamt“, ich zähle an den Fingern nach, „um die sieben, besser noch acht Wochen im Bett bleiben.“ Mitleid macht sich Legolas' Zügen erkennbar, als ich das sage. Dieses vorherige Gefühl, dass er eigentlich recht arrogant wirkt, verflüchtigt sich langsam und mittlerweile könnte ich echt sagen, dass ich ihn relativ gut leiden kann. „Das ist natürlich zu bedauern“, spricht er wieder. „Mein Beileid. Aber was machst du denn in der ganzen Zeit?“ Unschlüssig zucke ich mit den Schultern, schau dann aber automatisch auf das Büchlein zu meiner Linken. „Ich lese, schreibe, zeichne, unterhalte mich mit meiner Familie... Was eben möglich ist.“ „Und dir wird nicht langweilig?“ Halb nickend, halb den Kopf schüttelnd ergänze ich: „Schon, ab und zu. Aber immerhin ist es noch nicht Sommer. Bis dahin werd' ich sicherlich wieder gesund sein.“ Er lächelt noch einmals und nickt. „Eine gesunde Zuversicht hast du.“ Dann sieht er noch einmal zum Fenster hinaus, erhebt sich schließlich und wirft mir wiederum einen mitfühlenden Blick zu. „Ich muss jetzt gehen. Adon wird sicher gleich zu dir kommen... Gute Besserung dir.“ Dankend nicke ich ihm zu und lächle, woraufhin auch er ein leichtes Schmunzeln über seine Züge fliegen lässt und schließlich den Raum verlässt. Adon kommt tatsächlich nach kurzer Zeit hinauf in mein Zimmer, jedoch merke ich es nicht, denn ich schaue durch mein Fenster hinaus und beobachte wie der Waldelb sich von Keres verabschiedet, auf ein Pferd steigt und Richtung Nordosten fortreitet. Er galoppiert immer weiter in die Ferne, bis ich ihn nicht mehr sehen kann und er als dunkler Punkt irgendwo dort hinten verschwindet. Wann und wo hab ich diesen Elb denn schon mal gesehen? Und Streicher auch. Woher kenne ich diese beiden denn nur? Jetzt gerade fällt mir auf, dass auch Legolas mich geduzt hat. Ach, was heißt hier geduzt? Im Westron ist da keine Unterscheidung im Wort. Da gibt es kein Ihr oder Du; eigentlich gibt es nur das Wort „you“. Wenn, dann kann man vielleicht noch aus dem Tonfall erkennen, ob das jetzt ein höfliches „you“ oder kein höfliches sein soll. Nur... denke ich irgendwie in einer anderen Sprache und wandle alles, was in Westron gesprochen wird, automatisch danach um. Eine Sprache, in der es diese Unterscheidung gibt. Darauf kann ich mir keinen Reim machen. Was für eine Sprache ist das? Und warum kenne ich sie? „Jenny?“, reißt mein Bruder mich aus den Gedanken und erschreckt mich damit. „Ach du“, sag ich erleichtert und muss grinsen. Auch er grinst, stellt mir zugleich aber auch etwas zu essen an mein Bett. „Ja, ja. Aragorn hatte schon recht. Du verlierst dich gern schnell in deinen Gedanken.“ „Aragorn?“, frage ich stutzig. „Warte, sag nichts. Streicher heißt so, stimmt's?“ Adon nickt überrascht. „Hat er dir noch nicht gesagt, dass er eigentlich so heißt?“ „Nein. Aber irgendwie hätte ich es mir denken können.“ „Wie meinst du das?“ Ich winke ab. Ich weiß nicht, wie genau ich das meine und Adon fragt auch nicht weiter nach. „Und wie findest du unseren Lehrer?“, will er wissen, als er mir ein Stück Brot reicht. Schulterzuckend nehme ich es an und beginne zu essen. „Wie soll ich ihn schon finden? Er ist sympathisch und sieht gut aus. Noch was?“ Adon schüttelt grinsend den Kopf. „Nein. Das stimmt schon.“ „Bisschen arrogant ist er vielleicht. Aber ich glaube, das legt sich, wenn man ihn länger kennt.“ „Oho, lass ihn das bloß nicht hören“, mahnt er mich scherzhaft, woraufhin ich mich überschwänglich entschuldige. „Nja“, sage ich dann leise, beiße nebenbei noch ein Stück Brot ab. „Und ihr beide so?“ „Meinst du Keres und mich?“ Ich nicke. „Erzähl. Was habt ihr gerade so gemacht?“ „Nichts besonderes. Wir dachten uns schon, Legolas würde sich gut um dich kümmern, da sind wir kurz zu Vater aufs Feld gegangen. Mutter ist übrigens wieder außer Haus. Wir sind also wie gestern zu dritt.“ „Und sonst so? Gibt's noch was Neues?“ Nach kurzem Überlegen schüttelt er verneinend den Kopf. „Aber jetzt zu dir. Bist du noch krank?“ „Als wüsste ich das. Seh' ich etwa wie ein Arzt aus?“ „'Tschuldige, ich meine natürlich, geht es dir besser?“ „Ja, schon. Nur halt...“ Ich deute auf mein rechtes Bein. Bedauernd nickt Adon und verwuschelt mein Haar. „Das wird schon wieder. Zwei Wochen hast du schon geschafft.“ „Ja, aber sechs sind noch geblieben“, ergänze ich betrübt. Daraufhin stützt Adon seinen Ellenbogen nachdenklich aufs Knie ab und überlegt. „Hm... Wenn wir eine Schiene bauen könnten, um dein Bein ruhigzustellen, könntest du vielleicht auch rausgehen. Zwar nicht allein und schon gar nicht weit, aber immerhin...“ Sein Blick schweift zu mir hinüber und sucht nach Antworten. Allerdings zucke ich wiederum nur mit den Schultern. „Sicher, dass das funktionieren würde, ist es ja nicht gerade. Denk an Vater. Er wäre bestimmt nicht so begeistert davon.“ Da muss Adon mir recht geben. Dennoch will er diesen Gedanken anscheinend nicht ganz verwerfen. Es vergehen gerade einmal vier weitere Tage, die wie gewöhnlich ablaufen. Mit jedem Tag verblasst meine Krankheit immer mehr, bis sie ganz verschwindet. Am fünften Tag hingegen bringt Adon einen Freund mit nach Hause. Er heißt Gihvrem und ist der Sohn eines Schreiners in diesem Dorf. Früher einmal waren sie sogar Nachbarn, so sagen sie zumindest. Wenn ich ganz ehrlich bin, so stehe ich diesem Jungen etwas skeptisch gegenüber. Mag sein, dass er an sich ganz freundlich und rechtschaffen ist, aber... mir scheint beinahe, er verstünde keinen Spaß. Wie dem auch sei. Die beiden machen sich daran zu schaffen auszumessen, wie sie solch eine Beinschiene zur Ruhigstellung anfertigen sollten, mehr oder weniger mit Erlaubnis der Eltern. Gut, um ehrlich zu sein, die zwei haben sie nicht einmal gefragt und Keres ist zu strengster Geheimhaltung verpflichtet. Und wieder vergehen nur wenige Tage, da haben die zwei die Schiene soweit fertiggestellt, dass ich sie anprobieren kann oder vielmehr auch soll... muss! Und tatsächlich, sie haben ein ganz gutes Stück Arbeit geleistet, was sich aber auf jeden Fall gelohnt hat. „Versuch doch einmal aufzustehen“, bittet Gihvrem mich, nachdem mein Bruder vorsichtig die Schiene befestigt hat. Seine Finger haben dabei gezittert und auch in der Stimme seines Freundes ist eine leicht neugierige Aufregung zu erkennen. Erst will ich nicht wirklich, ich setze mein rechtes Bein nur ganz leicht auf und spüre direkt, wie dieser stechende Schmerz es wieder durchdringt. Tief durchatmend schüttle ich den Kopf und sehe Adon besorgt an. „Du... ich weiß nicht so recht...“ Sogleich springt er jedoch auf und holt ein Paar Krücken aus Holz her. Dann nickt er mir aufmunternd zu. „Die Schiene allein hilft dir nicht zu laufen. Dazu brauchst du schon die hier. Versuch es noch einmal. Bitte.“ Er sieht mich so bittend an, dass ich schließlich nachlasse, die Gehhilfen nehme, mich darauf mithilfe der beiden Jungen abstütze und es tatsächlich schaffe aufzustehen. Sie lassen mich nach und nach los, woraufhin ich kurz zittere und zusammenzubrechen drohe, doch als Adon mich noch einmal kurz am Arm packt, werde ich ruhiger und finde mein Gleichgewicht, das rechte Bein etwas angewinkelt, auf dem linken stehe ich. Mit einem breiten Lächeln im Gesicht sehen die beiden mich an, während ich zu strahlen beginne und mich zuerst ziemlich unsicher, mit der Zeit aber immer souveräner durch das Zimmer bewege. Als ich dann wieder auf meinem Bett sitze, muss ich die beiden einfach umarmen und bedanke mich. Sie müssen lachen, denn meine Augen füllen sich sogar mit Tränen. „Freust du dich denn gar nicht?“, fragt Adon mich neckend und nimmt mich fest in seine Arme. Ich muss auflachen und nicke. „Doch, natürlich! Ich kann es grad' nur nicht fassen, danke, danke, danke!“ Gihvrem kommt etwas näher und wischt die Tränen von meinen Wangen fort, muss aber auch weit grinsen und meint schließlich: „Eigentlich müssten deine Eltern das jetzt doch auch sehen. Oder?“ Er sieht zu meinem Bruder. „Was meinst du Adon?“ Dieser nickt und verwuschelt mir noch einmal das Haar, was ich dann provisorisch wieder richte. „Nur glaub ich, es wäre eindrucksvoller, wenn wir Jenny erst einmal helfen hinunterzugehen und sie dann selbst zu den Eltern geht“, sagt er. „Nur wie?“, werfe ich ein. „Die Treppe mit Krücken hinunterzugehen, ist nicht gerade ungefährlich und nehmt's mir nicht übel, aber ich würd's euch beiden nicht wirklich zutrauen, dass ihr mich nach unten tragen könnt.“ Darauf können die zwei nichts erwidern. Sie schweigen. Ja, ungefährlich ist es tatsächlich nicht; andererseits hat Adon auch recht. Es wäre schon eher eine Überraschung, wenn ich auf einmal auf sie zulaufen würde, wenn auch nur mit Unterstützung, als wenn sie schon die Vorahnung hätten, dass Adon und Gihvrem ihnen etwas mitteilen wollen. Ich sehe, wie Adon aus dem Fenster linst und in seinen Augen ein leichter Lichtschimmer aufblitzt. „Wir könnten Legolas fragen“, sagt er und sieht mich fragend an. Den Waldelb will er also fragen? Wenn Vater das erfahren würde; er würde Legolas wohl um zwei Köpfe kleiner schlagen. Aber dass er heute hier ist, habe ich gar nicht bemerkt. Noch nicht jedenfalls. Als Adon seinen Namen erwähnt hat, ist Gihvrem für einen Moment kreidebleich geworden. Er weiß von dem Elb und auch er hat wie die meisten aus Grünfeld irgend so einen undefinierbaren Hass auf ihn. Dennoch. Ich nicke, allerdings sehr unschlüssig und flüstere meinem großen Bruder in Ohr: „Aber das dürfen unsere Eltern bloß nicht erfahren.“ Adon grinst und nickt ebenfalls. „Du willst doch nicht etwa wirklich zulassen, dass dieser Waldschrat deine kleine Schwester anrührt“, wirft Gihvrem ein und sieht uns beide ungläubig an. Adon nickt langsam, sieht dabei jedoch zu Boden. „Man kann ihm vertrauen, Gihvrem. Er ist nicht so wie ihr alle denkt.“ Sein Freund macht eine geringschätzige Handbewegung. „Er ist aber auch ein Elb. Und...“ Nun stockt er, sein Blick schweift bedauernd zu mir hinüber. „Du weißt, worauf ich hinaus will.“ Adon nickt. In seine Augen steigen Tränen, kaum merklich, aber trotzdem. „Ja“, sagt er, die Tränen wegblinzelnd. „Aber noch einmal, Legolas ist nicht Helendir und dabei bleibt's auch. Man kann ihm vertrauen.“ „Worüber redet ihr da eigentlich?“, unterbreche ich sie. Meine Neugier ist einfach schon zu groß und ein ganz kleines bisschen dachte ich auch jetzt endlich dahinter kommen zu können, was denn der Grund für diesen grünfeldschen Hass auf die Elben ist. Jedoch winken die beiden gleichzeitig ab und versuchen zu lächeln. „Nichts, nichts“, sagt mein Bruder und steht auf. „Die Eltern sind jetzt eh noch gar nicht da, sie werden es also gar nicht mitbekommen. Und hochtragen kann dich dann ja Vater. Ich geh Legolas holen.“ Damit ist er auch schon hinter der Tür verschwunden und lässt uns beide allein. Mir ist dabei nicht ganz wohl zumute. Die Grünfelder müssen ja wohl einen guten Grund dafür haben, dass sie diesen Elben nicht ganz trauen. Unauffällig mustere ich den jungen Mann vor mir, der ungefähr in Adons Alter sein müsste. Bisher hat noch niemand mit mir darüber gesprochen, was geschehen ist, dass dieses Misstrauen derartige Ausmaße annahm. Aber ein Name ist gefallen. Helendir. Auch dieser Name kommt mir unheimlicherweise bekannt vor. Jedoch in anderer Art als die Namen Legolas und Aragorn. Mich schaudert's bei diesem Namen. Und doch will ich wissen, was für eine Geschichte sich dahinter verbirgt. „Gihvrem?“, spreche ich ihn leise an und erhalte sofort seine Aufmerksamkeit. Allerdings sagt er nichts, sondern sieht mich nur an, wiederum voller Besorgnis. Erst nach tiefem Einatmen wage ich es zu fragen. „Was ist damals eigentlich passiert? Warum verabscheut ihr dieses Volk, die Elben so?“ Er lacht leise, wird im gleichen Moment aber todtraurig. „Du bist noch zu jung, um das zu erfahren.“ Ein klein wenig empört schüttle ich den Kopf und sehe ihn bittend an. Erst schweigt er weiter, doch ich schaue ihn so lange so an, bis er nachgibt und seufzt. „Also gut. Aber nur das Wesentliche. Ein Elb hat einmal ein unschuldiges Mädchen aus diesem Dorf entführt, misshandelt und dann im Wald umgebracht. Nicht mehr, nicht weniger. Frag bitte nicht nach, was misshandelt bedeutet.“ Er wendet sich ab von mir und starrt zu Boden. Nachdem ich diese Informationen eingeordnet habe, muss ich schlucken. Nachzufragen habe ich nicht nötig. Ich weiß sehr wohl, was dieses Wort bedeutet, auch wenn ich erst sieben Jahre alt bin. So sehr es mir auch um dieses Mädchen leidtut, so sehr kann ich jedoch nicht glauben, dass jeder Elb so sein würde. Vor allem nicht Legolas. Gut, ich habe ihn erst vor einer Woche kennengelernt, aber so etwas zu tun, das würde ihm sicher nicht in den Kopf kommen. Warte, nehme ich ihn gerade etwa in Schutz? Ich schüttle den Kopf und schaue hinaus. Dort ist er, bei ihm Adon und Keres. Sie lachen, alle drei und sie kommen ins Haus hinein. Zwar würde ich gerne noch mehr darüber wissen, vor allem weil Adon bei der Erwähnung dieses Ereignisses Tränen in den Augen hatte, was ich noch nie bei ihm gesehen habe. Doch aus Gihvrem werde ich wohl nichts mehr herauskriegen. Er steht auf und geht zur Tür hinaus. Ich höre, wie die vier auf der Treppe zusammentreffen und ihre Schritte schlagartig verstummen. Zwei gedämpfte Stimmen kristallisieren sich heraus, die von Adon und die von Gihvrem. Was sie genau zueinander sagen, kann ich nicht verstehen. Nur den letzten Satz, den sagt der Schreinerssohn so laut und bestimmt, dass ich kurz zusammenzucke. „Mit Elben will ich nichts zu tun haben!“, sagt er. „Eher sterbe ich, als dass ich mit einem von ihnen im gleichen Raum stehenbleibe!“ Dann höre ich wieder Schritte auf der knarrenden Treppe und das Zufallen der Haustür. Beinahe könnte ich mir bildhaft vorstellen, wie Adon jetzt traurig seinen Kopf schüttelt. Normalerweise spricht nämlich niemand so mit ihm. Die Tür öffnet sich und alle drei kommen in das Zimmer. Keres rennt schon zum Bett hin, Begeisterung glänzt in seinen braunen Knopfaugen und er setzt sich direkt zu mir auf die Bettkante. „Du kannst jetzt laufen!“, spricht er mich freudig an, als wüsste ich es noch nicht. Ein Grinsen huscht über meine Züge und ich nicke. „Adon sollte Arzt werden“, sage ich, den Blick zum Älteren gerichtet, welcher nur lächelnd abwinkt. „Vergiss es, ich muss doch Vaters Arbeit übernehmen“, sagt er und nimmt die Krücken von meinem Bett weg. Ein klein wenig Mitleid keimt dabei in mir auf, denn ich denke nicht, dass Adon das unbedingt gerne machen würde. Erwidern tu ich aber nichts. Als der Waldelb etwas näher kommt, wird mir irgendwie unwohl zumute. Ich weiß nicht wieso, aber das, was Gihvrem mir erzählt hat, scheint nicht ohne Wirkung geblieben zu sein. Legolas sieht eigentlich nicht so aus, als würde er so etwas tun oder auch nur Gedanken daran hegen. Ein dezentes aber freundliches, ja sogar freudiges Lächeln spielt um seine Lippen. Wirklich glauben kann ich es ja nicht, was die Grünfelder von ihm denken. Andererseits bin auch ich nur ein Mensch und kann mich irren. „Hallo, Legolas“, grüße ich ihn in meiner gewohnten Weise, ohne mir meine Skepsis anmerken zu lassen. Auch der Elb begrüßt mich. „Ich hab gehört, Adon und Gihvrem haben ihr Experiment endlich vollendet“, sagt er, woraufhin ich nicke und meinen Bruder angrinsen muss. „Ja... So kann man das sagen“, erwidere ich. „Aber das Ergebnis dieses Versuchs muss ja wohl auch von den Eltern bewundert werden.“ Keres muss auflachen, aus welchem Grund auch immer, er schüttelt seinen Lockenkopf und erwidert: „Bewundern ist gut. Ich glaube, ihnen wird vor Überraschung die Kinnlade runterklappen, Jenny-Anny.“ Dem muss ich allerdings zustimmen. Wenn auch nur halbherzig. Adon bittet Legolas, mich auf den Arm zu nehmen und schnappt sich die Krücken, als er zur Tür geht, um sie aufzuhalten. Ich muss gestehen, als der Elb einen Arm um meine Taille und den anderen unter meine Beine legt, um mich hochzuheben, erzittere ich kurz, weil ich Angst habe. Wovor, weiß ich nicht, aber ich habe Angst und das merkt er. „Ich tu dir nichts, Jenny“, beschwichtigt er mild lächelnd, als ich zu ihm aufschaue. Was sollte er auch tun? Mich die Treppen runterschmeißen? Es ist lächerlich, diese Angst davor und ich muss verschämt grinsen. Bevor ich jedoch etwas erwidern kann, bemerkt Keres schon in einem scherzhaften Tonfall: „Na das wollen wir auch hoffen.“ Adon ermahnt ihn daraufhin mit einem strengen Blick, weshalb er sich auch gleich entschuldigt. Sein Grinsen bleibt aber. Legolas nimmt es ihm nicht übel. Er muss gleichfalls lächeln, wenn auch nur kalt. Er hebt mich hoch und trägt mich aus dem Zimmer, die Treppe hinunter, in die Wohnstube, wo er mich dann vorsichtig in einen Sessel setzt. „Jetzt müssen wir nur noch auf unsere Eltern warten“, sagt Keres mit einer freudigen Aufregung in der Stimme und setzt sich an meine Seite. Adon stellt die Krücken an meine andere Seite und schaut auf die Uhr an der Wand. „Dauert auch nicht mehr lange. Mutter hat gesagt, sie kommt gegen elf Uhr wieder und Vater wird sicher zum Mittagessen heimkommen.“ „Dann sollte ich jetzt wohl besser gehen“, meint Legolas und nickt mir zu. Die beiden Jungen nicken ebenfalls, mit ein wenig Bedauern wie zu bemerken ist. Sie verabschieden sich schon von einander, als mir plötzlich spontan die Worte aus dem Mund kommen: „Ihr könnt doch noch bleiben. Bis elf sind es noch drei ganze Stunden und... habt ihr überhaupt schon gefrühstückt?“ „Stimmt“, sagt Keres, wobei er noch einmal zur Uhr schaut. „Und zum Trainieren sind wir heute auch noch nicht wirklich gekommen.“ „Ich würd' vorschlagen, wir frühstücken erst einmal, dann können wir immer noch eine gute Stunde, wenn nicht sogar mehr, trainieren und dann schauen wir weiter“, schlägt schließlich Adon vor, wobei Keres und ich schnell zustimmen. Legolas lächelt dezent. Erwidert allerdings nichts, da er damit mehr oder weniger rein aus höflichkeitstechnischen Gründen dazu gezwungen wird zu bleiben. So machen wir es also. Selbst beim Training der drei kann ich heute zuschauen, denn der Waldelb nimmt mich wieder auf den Armen nach draußen; was allerdings unter der Bedingung steht, dass sie eine Viertelstunde vor elf aufhören müssen, damit ich wieder im Haus bin, wenn unsere Eltern kommen. Es ist interessant den dreien zuzuschauen – anders als ich erwartet habe. Eigentlich dachte ich, es würde so ablaufen, wie ich mich noch dumpf an etwas aus meiner Vergangenheit erinnern kann. Erst Beinarbeit und Haltung perfektionieren, ohne Schwerter natürlich, dann erst einzeln die ganzen Taktiken zum Parieren und zum Angriff üben, bevor man mit jemand anderem übt und so weiter und so fort, aber nein. Sie machen das irgendwie ganz anders. Auch übt Legolas selbst, obwohl er ihr Lehrer ist, eher weniger mit ihnen, was ich ganz komisch finde. Die beiden Jungs bekämpfen sich gegenseitig, schon mit ihren eigenen Schwertern, während der Elb ihnen zuschaut, sie, sobald einer von ihnen einen gravierenden Fehler macht, stoppt und ihnen zeigt, was der Fehler ist. Auf meine Frage hin, ob das nicht gefährlich sei, muss er schmunzeln, bejaht es aber. „Wäre es nicht so, dann würden die zwei es sicher auch nicht ernst nehmen und nicht wirklich etwas dazulernen.“ So begründet er es. Irgendwie macht diese Methode mir Angst. Andernfalls finde ich es aber gleichzeitig unglaublich faszinierend. Und ich muss sagen, die beiden machen sich gar nicht so schlecht. Wie gerne würde ich das auch können. Nur wie könnte ich? Ich hätte wahnsinnige Angst davor jemanden zu verletzen. Sei es auch nur, um mich zu verteidigen. Ich denke nicht, dass ich das könnte. Aber... irgendwo ist das Kämpfen ja auch eine Kunst. Und ich mag Kunst. Ja, sehr sogar. Nicht nur im Malen, Komponieren oder Schreiben, auch im Kämpfen kann man Kunst finden und die habe ich soeben für mich entdeckt. Und zwar: sich verteidigen zu können, ohne dem anderen wehzutun. Nach den beinahe zwei Stunden, die vergangen sind, muss Legolas aber wirklich gehen. Ich finde es schade. Doch nächste Woche will er ein wenig länger bleiben. Ein schwacher Trost, wenn ich daran denke, wie lange es noch bis zur nächsten Woche dauert. Der Waldelb ist schon lange fort, als Kayen wiederkommt. Anders als wir erwartet haben, erschrickt sie sich sogar bereits, sobald sie mich in der Wohnstube sitzen sieht. Das Erstaunen darüber, dass ich jetzt beinahe selbstständig laufen kann, ist daher umso größer. Ja, sie freut sich sehr für mich und lobt Adon für die gute Arbeit, die er mit Gihvrem geleistet hat. Auch Vater ist stolz auf seinen Sohn, als er das sieht. Dafür sieht er sogar darüber hinweg, dass die beiden ihn nicht um Erlaubnis gefragt haben und sich das Material dafür auch mehr oder weniger gestohlen haben. Abends liege ich wieder in meinem Bett und versuche einzuschlafen. Es war ein schöner Tag, auch wenn er mich müde gemacht hat. Aber etwas lässt mich einfach nicht in Ruhe schlafen. Immer wieder muss ich über Gihvrem und das, was er gesagt hat, nachdenken. Das Mädchen – wer war sie wohl? Hat Adon sie gekannt? Sicher. Er hat ja fast geweint. War er vielleicht mit ihr befreundet? Oder war sie gar seine Geliebte? Wie sah sie aus? Wie hieß sie? Und wer war dieser Elb, der... naja. Ich muss es nicht noch einmal wiederholen. Aber wirklich; was hat ihn zu solch einer grauenvollen Tat getrieben? Woher kam er? Wie sah er aus? All diese Fragen und noch mehr schwirren mir im Kopf umher, sodass ich nicht schlafen kann. Mit einem Seufzen drehe ich mich zum Fenster und öffne die Augen. „Wow“, entfährt es mir, als ich den wundervollen Sternenhimmel erblicke. Langsam richte ich mich auf, um einen besseren Ausblick zu erhalten. Das Licht der Sterne ist so rein, so klar, gleichzeitig aber auch kalt und unnahbar... Es war keine Absicht, dass es sich jetzt reimt. In diesem Satz war noch nicht einmal ein Rhythmus, aber lassen wir das. Eine ganze Weile betrachte ich den dunklen Nachthimmel in seiner Pracht. Er ist wunderschön. Wie funkelnde Diamanten, die auf einem dunkelblauen Seidentuch verstreut wurden, so strahlen die Sterne heute durch das Dunkel der Nacht. Wer hat das alles wohl gemacht? Und wieder reimt es sich? Mensch, Jenny! Was ist heute nur los mit dir? Aber gut, zurück zum Thema. Es kann ja nicht einfach so aus dem Nichts auftauchen. Es muss ja einen oder etwas geben, der oder das dies alles hier geschaffen hat. Jemand, etwas, das unser Schicksal, das eines jeden einzelnen bestimmt. Ich wüsste gerne wer oder was – ich sag einfach wer – das ist. Leise summe ich etwas vor mich hin. Ein Lied, das gerade in meinem Erinnerungsvermögen aufgetaucht ist. Eine Strophe und einen Refrain summ ich, dann fällt mir auch der Text ein; zumindest ein Teil des Textes.

„Mutti ging aus meinem Zimmer raus.
Das Licht im Zimmer ist jetzt endlich aus.
Ich sehe aus dem Fenster viele viele Sterne
Und warte heimlich auf das große Wunder.“

Den zweiten Teil der Strophe summe ich wieder, denn ich erinnere mich nicht mehr an den Text. Dann gehe ich zum Refrain hinüber.

„Stern, auf den ich warte,
ist bestimmt ganz hell.
Die Weisen haben ihn gesehen aus der weiten Fern'.
Auch die Hirten kamen,
sah'n das helle Licht.
Ich bin ganz sicher, das Jesuskind ist geboren auch für mich.“

Weiter kenne ich den Text nicht. Es ist nicht viel, doch es gibt mir genug zu denken. Das Jesuskind ist geboren auch für mich? Was ist das Jesuskind? Und vor allem, was ist das eigentlich für eine Sprache? Es ist die gleiche Sprache, in der ich denke. Westron ist es sicherlich nicht, doch was dann? Ich weiß es nicht. Und das stimmt mich traurig. Nicht ärgerlich, wie sonst. Nein, traurig. Dennoch; dieses Lied hat eine beruhigende Wirkung auf mich. Nach und nach werde ich immer schläfriger, bis mir die Augen zufallen und ich mich wieder in meine Decke einkuschle. Morgen ist auch noch ein Tag. Dann werde ich schon genug Zeit zum Nachdenken finden.

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Kommentare (26)

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vor 3 Tagen
Nee, nee alles gut. In letzter habe ich leider nur sehr oft Besuch von meinen kleinen Nichten, da ist es ein bisschen schwer sich beim Schreiben zu konzentrieren. Aber ich bemühe mich :)
vor 4 Tagen
Ich will ja keinen Stress machen, aber ich vermisse seit einer Woche ein nächster Teil. Ich verstehe, wenn du keine Zeit hast, ich hab mit Prüfungen auch viel zu tun. Wollte nur nachfragen, ob alles in Ordnung bei dir ist...
vor 16 Tagen
Hey. Wie immer: vielen Dank. Mir fällt garnichts mehr ein, was ich schreiben soll....
Konnte mich auch nicht regelmäßig melden, da wieder ne Prüfung dazwischen gekommen ist...
vor 34 Tagen
Falls Verwirrung aufkommen sollte wegen den drei 14ten Kapiteln: Neuerdings werden keine E-Mails mehr geschickt, wenn eins aufgenommen wird und... das wusste ich nicht. Deshalb hab ich das vierzehnte Kapitel mehrmals eingeschickt (es kam halt nie eine Bestätigung) und deshalb gibt es das jetzt dreimal. Aber das eine habe ich mittlerweile schon durchs fünfzehnte ersetzt - da wird nur leider immer noch "Kapitel 14" in der Zusammenfassung angezeigt - und das dritte werde ich demnächst durch Kapitel 16 ersetzen - könnte aber noch paar Tage dauern.
vor 39 Tagen
Ist das jetzt eher gut oder eher schlecht? (Spätestens seit der Existenz Grünfelds ähnelt diese Geschichte gar nicht mehr so wirklich Tolkiens Werken; aber ich bemühe mich die Hauptstory schon beizubehalten - und vor allem Ortsbeschreibungen. Nur halt aus einer anderen Perspektive mit einer etwas ausführlicheren Nebenhandlung.) Aber es freut mich, dass die Handlung nicht ganz so vorhersehbar zu sein scheint :)
vor 42 Tagen
Ups. Ich meinte Jenny und Legolas
vor 42 Tagen
Echt krass, wie sich die Beziehung von Jenny/Legolas gewendet hat. Ich bin schon seit einer Weile hier auf den Fanfiktion von der Heer der Ringe und habe gerechnet, dass sich, wie in jeder Geschichte hier, alles sich sofort zum Guten wendet und sich Jenny und Legolass sofort wiedererkennen. Bei dir aber nicht. Sie wollen sich doch wirklich gegenseitig umbringen...
Echt, wenn es jetzt schon so kommt, weis ich garnicht mehr, wie sich die Geschichte wenden wird. Damit meine ich, dass deine Geschichte nicht allzu sehr an den Werken von Tolkien ähneln.
vor 53 Tagen
WOW. Du steckst mega Zeit in diese Geschichte rein. Aber das merkt mann auch am Ergebniss. Echt klasse. Vielen Dank
vor 56 Tagen
Heute ist ein neuer Teil online🙃 Es braucht aber leider immer recht lange, bis die Kapitel von testedich angenommen werden. Hier beim zwölften hat's jetzt ganze sechs Tage gedauert. Trotzdem versuch ich, dass nie mehr als zwei Wochen zwischen den einzelnen Kapiteln vergehen. Und nochmal ein herzliches Dankeschön für's Feedback :)
vor 59 Tagen
Tut mir leid, wenn ich verdammt ungeduldig wirke, aber ich muss echt fast jeden Tag gucken, ob ein neuer Teil online ist
vor 73 Tagen
Ich merke gerade, dass mein letzter Kommentar garnicht online gestellt wurde. Also versuche ich es, mit diesem Teil hier einbeschlossen, zusammenzufassen. Ich hab versucht, möglichst wenige Infos über der Geschichte zu schreiben (also kommentieren) weil ich nicht wollte, dass ich für andere, die Geschichte noch lesen werden, spoilere. Aber ich kann es nicht mehr lassen. Ich liebe es, wie du Helendir sozusagen ,,zum Leben erwegst". Ich finde es auch ziemlich cool, dass Legolas mit den Gefährten (inklusive Jenny/Elarras) mitreist, ohne einen Schimmer zu haben, dass Jenny noch lebt. Er ist irgentwie der Unscheinbare in der Gruppe und das macht die Geschichte noch viel spannender. Freue mich weiterhin auf weitere Teile :3
vor 89 Tagen
Dann mal viel Erfolg bei den Prüfungen; schaffst du schon👍🏼Ist nicht schlimm, wenn du nicht sofort nachgucken kannst. Bemüh' mich mindestens jede zweite Woche ein neues Kapitel fertig zu haben, wenn's klappt, dann vllt sogar jede Woche, so als Anhaltspunkt.
vor 92 Tagen
Danke für die Deutschstunde. Bin einfach net so gut in Deutsch...
Und sorry das ich ab und zu nicht sofort nachgucken konnte, ob ein neues Kapitel online ist. Hab bald Prüfungen und muss viel lernen
vor 96 Tagen
Danke für das Kompliment, aber nee, ich bin kein berühmter Autor. Ich schreibe nur schon länger Geschichten und hab früher auch oft gelesen; vielleicht kommt's daher :) (übrigens, du kannst "Potential" oder "Potenzial" schreiben; wäre orthographisch beides richtig, wobei ersteres eher zur alten Rechtschreibung gehört)
vor 97 Tagen
Ach, ich liebe es... Bist du irgentein berühmter Autor, der gedacht hat, ein wenig auf Teste dich mit einem falschen Namen zu schreiben? Echt, mein ernst. Dein Schreibstil kombiniert mit deinen Details und Einfällen hätte Potentiall (schreibt man des so?) für ein Buch. Also nicht, dass du wirklich ein Autor bist und ich hier mit beispielsweise J. K. Rowlling schreibe die sich gedacht hat, ihre Deutschkenntnisse zu testen😂.
vor 110 Tagen
Cool. So viele Kapitel. Freu mich jetzt schon drauf :3
vor 111 Tagen
Ja, ich hab wohl eher eine stille Leserschaft; ist ja auch nicht so tragisch (würd' mich aber ebenso über ein paar Kommentare mehr freuen🙂). Vor allem aber Danke dafür, dass ihr bis hierher schon durchgelesen habt (sind übrigens insgesamt um die 25 bis 28 Kapitel - also noch gaaaanz schön viel zu lesen). Es kann sein, dass es ein bisschen länger dauert, bis das achte rauskommt, weil ich bemerkt habe, dass da noch einiges an Worldbuilding fehlt (gibt es einen deutschen Fachbegriff für "Worldbuilding"?) und ich nebenbei schon die nächsten Kapitel überarbeite bzw. am Ende schreibe. Jedenfalls: Dankeschön (vor allem dir Shirakii🤗), gleichfalls guten Rutsch und ein schönes neues Jahr :)
vor 112 Tagen
WOW. Was führ eine Wendung in deiner Story. Aber positiv. Jetzt wird es immer spannender. Ich bleib auf jeden Fall drann. Also eine Leserin wirst du haben (Hehe) . Nach den Aufrufen zu schließen bin ich nicht die einzigste, die deine Ff gefählt, doch warum bin ich die einzigste, die Kommentiert? Ach, auch egal. Freue mich wieder auf ein neuen Teil
Jetzt heißt es wohl: Guten rutsch ins neue Jahr ;))
vor 117 Tagen
Immer wieder gerne :3
vor 118 Tagen
Danke nochmal😅 ist echt motivierend wenn du schreibst und auch dir frohe Weihnachten :)