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Poképasta - Ich dachte wir wären Freunde

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1 Kapitel - 1.508 Wörter - Erstellt von: - Entwickelt am: - 800 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Evoli hat viele Entwicklungen und meistens trainieren wir es gezielt für eine bestimmte Entwicklung. Doch manchmal geht es schief, zum Beispiel weil es sich zur falschen Tageszeit oder am falschen Ort entwickelt. Im Anime wäre es auch möglich, dass ein Evoli einfach den Wunsch hat, sich in eine bestimmte Eeveelution zu entwickeln. Trainer reagieren darauf unterschiedlich. Doch dieser Trainer hat es eindeutig über die Grenze getrieben. Das hatte unerwartete Folgen für ihn. Grausame Folgen...

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    Ich wusste schon seit ich Evoli gefangen habe, dass ich es zu Nachtara entwickeln werde. Die anderen Evolutionen sind mir zu niedlich, außer vielleic
    Ich wusste schon seit ich Evoli gefangen habe, dass ich es zu Nachtara entwickeln werde. Die anderen Evolutionen sind mir zu niedlich, außer vielleicht Blitza. Zudem mag ich einfach Unlicht-Pokémon. Sie sind cool. Ich trainiere Evoli also mit meinen anderen Pokémon und stelle sicher, dass sie keine Feen-Attacke lernt und nie neben bemoosten oder vereisten Felsen trainiert. Ab und zu kaufe ich ihr einen Pofflé. Ich bin ein furchtbarer Bäcker, also mache ich sie nie selbst. Ich bürste sie auch ab und zu, obwohl ich kein großer Fan davon bin. Alles, um ein Nachtara zu kriegen. Evoli genießt die Aufmerksamkeit. Sie ist wahrscheinlich das einzige Pokémon in meinem Team, das sich so etwas gefallen lässt. Und sie ist sehr verspielt. Hoffentlich verliert sie diese Eigenschaft, wenn sie sich entwickelt. Wir sind in einem Wald unterwegs, als wir einen Schwarm Bibor aufschrecken. Wenn man nicht aufpasst, kann das schnell passieren. Ich schicke Evoli in den Kampf, denn so ein Schwarm ist super zum trainieren. Sie schlägt sich ganz gut. Nach ein paar Minuten verschwinden die Bibor und Evoli dreht sich stolz zu mir um, als wollte sie sagen 'Siehst du? Ich bin eine tolle Kämpferin.' Dann beginnt sie plötzlich, blau zu leuchten. Erschrocken blicke ich zum Himmel. Es ist doch noch Tag! “Evoli, hör auf!“, schreie ich sie an, doch sie scheint mich gar nicht zu hören. Also tue ich das, was mir als erstes einfällt. Ich bewerfe sie mit einem dicken Stein. Und tatsächlich, es funktioniert. Evoli fand das wohl nicht so lustig. Sie krümmt sich auf dem Boden zusammen. Kurzerhand rufe ich sie zurück in den Pokéball. Darum kann sich Schwester Joy später kümmern.

    Den Rest des Tages fühle ich mich irgendwie beobachtet. Ich weiß nicht, warum, aber es bereitet mir Sorgen. Werde ich verfolgt? Ich lasse mein Dartignis aus der Luft die Gegend absuchen, doch scheinbar ist niemand in der Nähe. Na toll, jetzt werde ich schon paranoid. Ich schüttele meine Gedanken ab und gehe weiter. Beim nächsten Pokémon Center lasse ich meine Pokémon heilen. Schwester Joy reagiert etwas seltsam auf Evoli, aber ich achte nicht weiter darauf. Ich lasse meine Pokémon zurück in ihr Bälle und verlasse das Pokémon Center. Vor Einbruch der Nacht darf Evoli nicht mehr kämpfen, also trainieren ich nur mit den anderen. Eine Weile geht alles gut, doch dann verlässt Evoli plötzlich unaufgefordert den Ball. Kurz darauf beginnt sie blau zu leuchten. Wütend schlage ich Evoli mit der flachen Hand und unterbreche damit die Entwicklung. Evoli fiept und zuckt zurück. Entsetzt sieht es mich an. Ich schnaube und wende mich ab. “Du darfst kein Psiana werden. Ich will ein Nachtara, kein rosafarbenes Mädchenvieh.“ Evoli sieht enttäuscht und traurig aus, aber das stört mich nicht. Ich will sie gerade zurück in ihren Pokéball schicken, als es um uns herum dunkler wird. Verwirrt sehe ich zum Himmel. Eine Sonnenfinsternis? Normalerweise erfährt man von so einem Schauspiel lange bevor es passiert. “Warum?“, höre ich plötzlich eine Stimme hinter mir. Erschrocken drehe ich mich um, doch ich sehe niemanden außer meine Pokémon. “Warum zwingst du mich dazu?“ Ich erstarre. Es ist Evolis Stimme! Evoli kann sprechen? Seit wann? Als ich nicht antworte, redet Evoli weiter. “Meine Eltern haben immer gesagt, ich könnte alles sein, wenn ich es nur wollte. Ich möchte ein Psiana werden, also warum lässt du mich nicht?“ Ich gewinne meine Sprache wieder. “Hab ich doch schon gesagt! Ich will kein mädchenhaftes pinkes Pokémon!“ “Aber... interessiert dich denn gar nicht, was ich will?“, fragt Evoli traurig. Ich schüttel nur den Kopf. “Wieso sollte ich?“ Enttäuscht schaut Evoli zu Boden. “Ich... ich dachte wir wären Freunde...“ Ich schnaube. “Freunde? Wie kindisch ist das denn? Du bist nur ein weiteres Pokémon, das für mich kämpft, das für mich Orden gewinnt.“ “Soso...“, antwortet Evoli mit einem Unterton, der mir die Haare zu Berge stehen lässt. “Ich bin also nur dein Werkzeug? Die Streicheleinheiten, die Pofflés, wie du dich um mich gekümmert hast, das war alles nur Mittel zum Zweck?“ Ich schlucke, doch ich habe nicht vor, mich von einem Evoli einschüchtern zu lassen. Also verschränke ich die Arme und nicke. “Du hast es erfasst. Ich stehe nicht auf so ein Zeug.“ Schwer getroffen schweigt Evoli. Die verdeckte Sonne verschwindet langsam hinter dem Horizont. Auf der anderen Seite geht der Mond auf. Irritiert sehe ich von Osten nach Westen und von Westen nach Osten. Wie kann das sein? Doch bevor ich weiter darüber nachdenken kann, leuchtet Evoli wieder, dieses mal dunkelblau. Ich versuche alles, schlagen, Steine werfen, zurück in den Pokéball rufen, welcher bei diesem Versuch zerbricht... plötzlich bemerke ich die seltsame Form, die Evoli annimmt. Es ist kein Nachtara, aber irgendwie auch kein Psiana. Dann ist die Entwicklung komplett und vor mir steht ein Wesen mit dunkelblauem Fell, roten Augen, hängenden Ohren und spitzen Fangzähnen. Außerdem hat es eine gelbe Sichel am Hinterkopf, gelbe Ringel an den Pfoten und einen dunkelblauen Schwanz mit einem scharfkantigen gelben Ring an der Spitze. Als wäre das noch nicht genug, hat es pechschwarze Lederflügel. Es sieht wirklich cool aus, allerdings sieht es auch aus, als wolle es mich in Fetzen reißen. Und als ich näher komme und das Wesen mich anknurrt, festigt sich meine Vermutung. Es will mich in Fetzen reißen. Ich schnappe mir mein UHaFnir und fliege auf ihm davon, doch dieses seltsame Ding folgt mir. Ich treibe UHaFnir an und nach einiger Zeit sehe ich das Wesen nicht mehr. Erleichtert atme ich auf. Doch dann schreit UHaFnir gequält auf. Das Ding fliegt vor uns und hat UHaFnir den Ring an seinem Schwanz um den Hals gelegt. Aus dem Ring schießen grell leuchtende Strahlen. Ich sehe keine körperliche Verletzung, doch UHaFnir verkrampft sich und brüllt vor Schmerzen. Dann fällt er wie ein Stein zu Boden. Ich falle zuerst mit ihm, doch dann fängt das Mutanten-Etwas mich auf und setzt mich sanft ab. Ich vermute bei dem grausigen Grinsen, dass es andere Pläne mit mir hat. Und so sehr ich mir auch das Gegenteil wünsche, ich liege richtig. Ohne die Miene zu verziehen legt es mir den Ring um den Hals. Der Ring scheint sich einfach der Größe des Kopfes anzupassen, denn das Pokémon kann ihn mühelos über meinen Kopf ziehen. Im nächsten Moment spüre ich einen unbeschreiblichen Schmerz. Es ist nicht wie wenn man hinfällt und sich Verletzungen holt, es ist eher, als würde man... Hat euch schon mal jemand, den ihr richtig gerne mochtet, das Herz gebrochen? Ich wette, dass es sich so anfühlt, nur viel, viel schlimmer. Mir fällt es immer schwerer klar zu denken und ich kippe um. “Spürst du das?“, wispert das Monster mir ins Ohr. “So wie du mein Leben zerstört hast, zerstöre ich jetzt deins. Ich bin Nyshade. Ich werde dich verfolgen. Ich werde dir alles nehmen, was dir lieb ist. Ich werde dich quälen. Es gibt kein Entkommen. Und jetzt lauf, solange du noch kannst.“ Sie lässt mich frei. Sofort laufe ich weg, doch ihre Stimme hallt in meinem Kopf wie ein nie endendes Echo. Die ganze Nacht laufe ich durch. Wenn ich doch mal zwischendurch anhalte und einschlafe, habe ich furchtbare Albträume. Dann sehe ich ihre roten Augen und ihre gelben Ringel, die Sichel und den Ring leuchten, sehe, wie sie ihre Zähne bleckt und lacht. Als am nächsten Morgen endlich die ersten Sonnenstrahlen die Baumwipfel berühren, halte ich es nicht mehr aus. “Na los!“, rief sich ins Nirgendwo “Komm und hol mich endlich!“ Ich brauche nicht lange zu warten. Ein gelbes Leuchten, ein grausiges Lachen und dann... ist es endlich vorbei.

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