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Der letzte Ritter

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1 Kapitel - 846 Wörter - Erstellt von: - Entwickelt am: - 453 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Ein Beitrag zu Torden! s Schreibwettbewerb:

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    Ein Hornsignal zerriss die Stille der Nacht.

    Das Signal.

    Er erhob sich von seiner Bank. Das Schwert, dass auf seinen Knien geruht hatte, nahm er in die Hand, strich über das kalte, von alten Ornamenten verschmückte Heft. Es war eine erfahrene Waffe und von einer Qualität, die ihresgleichen sucht. Mit dieser Klinge hatte er schon viele Schlachten geschlagen, sie war ihm vertraut wie keine Zweite.

    Langsam und bedächtig schritt er durch die Straßen. Die Leute waren unwissend der Bedrohung zu Bett gegangen und es war still geworden. Sie waren von der eigenen, kleinflächigen Existenz so eingenommen wie Motten vom Licht besessen waren, wie als ob sie es gar nicht anders konnten. Denn in den weiten Fluren der Welt schienen sie fehl. Wohl vermochten sie es dort zu überleben, nicht aber den Überblick über die Welt zu behalten oder sie gar zu spüren, die Weite um sie herum.
    Aber er war anders, dass wusste er seit er ein kleiner Junge war. Er war ein Auge, das niemals schlief, ein Hüter, ein Beschützer der einfachen Leute. Ein Veteran goldener Zeiten, ein Edelmann aus vergessener Dynastie, dessen Aufgabe es war, sein Land zu beschützen.

    Nach einer Weile hielt er an. Er war ihm ganz nah, dem Platz, an dem sich die letzte, finale Schlacht entscheiden würde. Es würde ein besonderes Gefecht werden, denn kein Heer würde ihn unterstützen, keine Gefährten an seiner Seite stehen.
    Dieses war ein Kampf, den er alleine führen würde. Vielleicht auch sein Letzter.

    Natürlich hätte er sich auch einfach zur Ruhe setzen können und anderen den Kampf gegen das Böse überlassen können, aber da war keiner mehr. Er war der letzte seiner Art. Auch würde er nicht warten, bis Alter und das Ruhen seinen Körper und die Klarheit seines Geistes verkommen ließen, nein. Er würde im Gefecht fallen, sich für Land und König der Bedrohung stellen und sie niederschlagen oder bei dem Versuch dabei sterben. Der Tod war nur eine Tür zur zum Reich des Himmels, wo seine glorreichen Vorfahren nur darauf warten würden ihn in ihre Runde aufnehmen. Der Tod war also ein Opfer, das er bereit war zu bringen.
    Nun konnte er sie erblicken: Die Höhle des Ungeheuers. Als er nah genug war, blieb er stehen. Wie eine Statue stand er da nun, regungslos und starr, aber doch wachsam, auf den rechten Augenblick wartend. Er musste nicht lange warten.
    Ein Knurren, Zischen und Rumpeln kam rasend schnell näher. Das Ungeheuer war wach.
    Er spürte, wie das Adrenalin durch seinen alten Körper schoss und stürmte los, zog im Lauf das Schwert. >>Für Gott und den König! <<

    Kaum hatte er sich der düsterdunklen Höhle einige Meter genähert, schoss es ihm entgegen. Für einen kurzen Moment sah er es aufblitzen, eine gleißende Feuersprungfacette der Bösartigkeit. Dann schlug sein Körper auf dem Ungeheuer auf, krachte mit ihm zusammen und wurde überrannt, einfach zerquetscht. Purer Schmerz jagte durch seine Knochen, vernebelte seinen Verstand und im nächsten Augenblick schon war alles Schwarz, so tiefschwarz.
    Der Ritter hatte seine letzte Schlacht geschlagen.






    Der Kurier Montag, den 6.10.17
    Rentner von Zug überfahren
    In der Nacht von Samstag auf Sonntag ereignete am Bahngleis im Industriegebiet gegen 2:45 Uhr ein Unfall, bei dem ein 102jähriger Witwer mit einem ICE kollidierte und tödlich verunglückte. Der Mann brach demnach einige Stunden vor aus dem ortsansässigen Seniorenheim aus. Das Nachtpersonal bemerkte das Fehlen des Rentners und alarmierte gegen 12 Uhr die Polizei. Der Rentner sei durch den nächtlichen Park bis ins Industriegebiet gelaufen und wurde dabei vor dem Tunnel von einem ICE überrollt. Er starb noch an der Unfallstelle. Nach Zeugenaussagen sei der mit einem Pyjama und einem Umhang bekleidete Mann mit der laminierten Kopie eines Langschwertes in der Hand frontal auf den Zug zu gerannt. Der Zugführer habe nach eigener Aussage noch zu bremsen versucht, den Mann aber zu spät gesehen. Er und die Passagiere des Schnellzugs blieben unverletzt. Laut der Leiterin des Seniorenheims sei der Mann geistig nicht in einwandfreiem Zustand gewesen. Die Polizei sucht nach weiteren Zeugen.


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