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Last Feelings - Bungo Stray Dogs

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2 Kapitel - 4.581 Wörter - Erstellt von: - Aktualisiert am: - Entwickelt am: - 1.904 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Es heißt Momente vor dem Tod. Momente bevor die Seele den Körper verlässt durchlebt man noch einmal die schönsten Momente seines Lebens. Diesem muss sich nun auch Dazai stellen, welchem die Kälte seines längst toten Herzens nun endlich übermannt. Erlösung war schon längst das was sein Herz begehrte. Erlösung vor der Einsamkeit. [Drama, Shounen Ai, Dazai x Chuya]

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    Einsamkeit. Kalt wie gesplittertes Eis. Schneidend wie eine Klinge. Schmerzhaft wie eine klaffende Wunde. Tödlich wie eine Kugel. Vor Jahren bereits
    Einsamkeit. Kalt wie gesplittertes Eis. Schneidend wie eine Klinge. Schmerzhaft wie eine klaffende Wunde. Tödlich wie eine Kugel.
    Vor Jahren bereits musste er sich ihr unterwerfen. Musste am eigenen Leib erfahren, wie zerstörerisch sie sein kann. Wie sie einem das Leben zur Hölle macht und in einem nichts hinterlässt als gähnende Leere. Eine Zeit lang konnte er sie verdrängen, doch nun nach diesem Treffen, seinem Treffen mit Chuya, kam alles wieder hoch. All das Leid, die Pein, der Schmerz und wieder steht er am Rande des Abgrunds. Seine einzige Rettung ist er. Chuya. Doch er wird ihm garantiert nicht zu Hilfe eilen. Nicht mehr. Nicht, nachdem er ihn verließ. Ohne ein Wort zu sagen. Ohne Abschied zu nehmen. Er ging einfach, weil es die Bitte eines nun Verstorbenen war. Er bereut es. Tut er wirklich, aber nur, weil er sich von ihm trennen musste. Seinem Ein und Alles. Seiner ersten und einzigen, großen Liebe.
    Natürlich versuchte er es mit anderen. Mit unzähligen Frauen hat er geflirtet. Hatte versucht, das Loch in sich zu schließen, obwohl er wusste, dass es nie gelingen würde. Nicht ohne ihn.

    Der Wind pfeift ihm um die Ohren, kräuselt sein kastanienbraunes Haar. Der Mantel, welcher sich an seine schlanke Gestalt schmiegt, wird von der Gewalt des Windes immer wieder angehoben. Die karmesinroten Augen steht's auf die Stadt vor ihm gerichtet.
    Von diesem Dach aus kann man eine wunderschöne Aussicht auf sie erhaschen. Seine Heimat. Yokohama. Und doch fühlt er sich schon längst nicht mehr heimisch. Dieses Gefühl ging, als er ihn verließ. Er ist selbst Schuld. Das weiß er und dennoch wünscht er sich, er wäre bei ihm. Sehnt sich nach seinem samtweichen, roten Haar, seinen leuchtenden, dunkelblauen Augen, welche ihn immer an das Meer erinnerte. Gewaltig, mächtig, lebhaft und doch sanft. Er vermisst ihn. Seinen Geruch, welcher ihn einnebelte, ihn Glücksgefühle verspüren ließ. Seine Stimme, welche in seinen Ohren einem Engel gleicht. Seine weiche Haut, welche bei Berührungen ein Feuerwerk der Gefühle in ihm auslöste. Er vermisst alles an ihm. Seinen Chu.

    Ein trauriges Lächeln umspielt seine schmalen Lippen. Selbst heute noch, nach dem er Chuyas Hass auf ihn geschürt hat, macht sein Herz noch einen glücklichen Satz wenn er auch nur in seinen Gedanken seinen Namen erwähnt. Sein Name. Einen Klang, welchen er so sehr liebt und welcher wahrscheinlich nie wieder über seine Lippen kommen wird.

    Es ist kaum zu beschreiben, wie sehr er sich nach ihm sehnt. Wie sehr er ihn in seine Arme schließen und nie wieder los lassen will. Wie sehr er sich wünscht, dass er die Zeit zurück drehen kann. Zurück zu diesen Jahren, in welchen er so glücklich war wie noch nie. Dafür verantwortlich war Chuya. Sein Partner. Seine fester Freund. Seine Unterstützung. Sein Leben. Damals lebte er nur für ihn, weil er den Gedanken nicht ertragen konnte, ihn traurig zurück zu lassen. Und doch tat er es. Nicht weil sein Leben endete. Sondern weil er darum gebeten wurde. Wenn er nun an diese Situation zurück denkt, würde er ihr nicht nachgehen, unter gar keinen Umständen. Es hätte ihm immerhin bitteren Schmerz erspart, wenn er damals einfach nein gesagt hätte.

    Noch einmal lässt er sich durch den Kopf gehen wie er Chuya kennengelernt hatte. Er erinnert sich heute noch daran wie ihm seine blauen Augen, welche er so sehr liebt, entgegen funkelten. Trotzig und wütend und dennoch sah er die versteckte Trauer in ihnen. Die Trauer darüber, seine Kameraden und Freunde verloren zu haben. Bereits in diesem Moment wusste er, dass er ihn beschützen will. Er hatte damals nicht gewusst wieso, doch heute tut er es. Er weiß, dass er ihn bereits damals in sein Herz geschlossen hatte.

    Ohne zu zögern geht er einige Schritte nach vorne. An den Rand des Daches. Die Lichter der Stadt erhellen die Nacht.
    Wie in einem Traum spürt er die weichen Lippen seines Rotschopfes auf seiner Wange. Lässt ihn von ihrem ersten Kuss träumen. Einem Abend, den er niemals vergessen würde.

    Es war der 24. Dezember. Weihnachten. Ein Abend wie jeder andere, zumindest war Chuya dieser Meinung. Er wollte nicht feiern. Doch für Dazai kam das überhaupt nicht in Frage. Wenigstens einmal wollte er seinem Chu eine Freude machen. Frech wie er war, verschaffte er sich Zugang zu seiner Wohnung, mithilfe einer kleinen Haarnadel. Noch während der Blauäugige schlief, dekorierte er die gesamte Wohnung und verkleidete sich selbst als Weihnachtsmann. Die Überraschung war dementsprechend groß, als Chuya erwachte und einen verkleideten Dazai vor sich sah, welcher ihm mit geröteten Wangen ein Geschenk vor die Nase hielt, mit den Worten "Heute ist doch Weihnachten, also hier ein Geschenk für dich." Allerdings war das Geschenk schnell vergesse, als der Blauäugige ihm am Kragen packte und ihn in einen zärtlichen Kuss zog.

    Eine einzelne Träne löst sich aus seinem Auge und vermischt sich mit dem langsam einsetzenden Nieselregen, welcher auf die Stadt hinab prasselt. Das Wasser trifft auf seine Haut, durchweicht seine Kleidung und die Bandagen an seinem Unterarmen. Ein kurzes, seeliges Lächeln erscheint auf seinen Lippen, dann lässt er sich fallen.

    Die Welt zieht an ihm vorbei. Der Wind reißt an seiner Kleidung und dennoch verspürt er keine Angst. Erneut schleicht sich Chuya in seine Gedanken und er fragt sich, ob er trauern wird, jetzt da er von der Erde geht. Von seinem Leiden erlöst wird. Er hofft es nicht, sonst würde er erneut ein Versprechen brechen. Das Versprechen, mit seinen Selbstmordversuchen niemanden zu belasten. Entspannt schließt er seine Augen, wartet auf den Aufprall, welcher sein Leben beenden wird. Erneut scheint er die sanften Berührungen Chuyas auf seiner Haut zu spüren, welche angenehm zu kribbeln beginnt. Ein letztes Mal erscheint ein liebevolles Lächeln auf seinen Lippen. "Ich liebe dich, Chuya." Seine Stimme gleicht nur noch einem sanften Hauchen. Eine himmlische Ruhe überkommt ihm. Endlich wird er Erlösung finden. Endlich kann er der Einsamkeit entkommen, welche sich in seinem Herzen festgesetzt hat und dennoch schwingt ein wenig Trauer mit. Trauer darüber, seinen Partner nie wieder zu sehen. Er hat keine Angst vor dem Tod. Der Tod bedeutet Ruhe. Frieden. Er sehnt ihn schon so lange herbei. Wünscht sich, in die tiefe Schwärze zu fallen...
    Dann folgt der Aufprall.
    Das Letzte, was er wahrnimmt, ist der verzweifelte Schrei eines Engels.
    Seines Engels
    "DAZAI!"

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    Ein einsames Herz. Nicht willig zu schlagen. Nicht willig den Träger am Leben zu erhalten. Nicht willig zu Leben. Einsamkeit. Schneidend wie Eis fris
    Ein einsames Herz. Nicht willig zu schlagen. Nicht willig den Träger am Leben zu erhalten. Nicht willig zu Leben.
    Einsamkeit.
    Schneidend wie Eis frisst es sich unermüdlich durch Körper, bis dieser gänzlich zu erfrieren droht. Droht in sich selbst zu ertrinken.
    Gefroren nicht mehr bereit aufzutauen.
    Ertrunken nicht bereit zu erwachen.
    Nur eine Sache kann das ewige Eis brechen, gar schmelzen lassen. Das mächtigste Gefühl von allen.
    Liebe.


    Ein gleichmäßiges Piepen durchbricht die Stille des völlig ruhig da liegenden Raumes. In Kombination mit dem sachten Tropfen des gleichnamigen Gerätes und dem gleichmäßigen, ruhigen Atem, der noch bewusstlosen Person, sind es die einzigen Töne die durch das weiß gestrichene Krankenzimmer hallen.
    Das elektronische Bett in der Mitte des spatanisch eingerichteten Raumes, wird belegt von jemanden, dessen Seele vor langer Zeit verstarb. Nur der von ihm selbst geschundene Körper blieb zurück. Jahrelang versuchte er sich umzubringen, im Wissen der Anderen und doch tat niemand etwas dagegen. Niemand nahm ihn ernst. Niemand reichte ihm die Hand, um ihm aus seiner Einsamkeit heraus zu helfen. Wieso sollten sie auch? Er versteckte seinen Schmerz jahrelang hinter einer dicken Wand. Hinter einer Maske. Einer Maske, welche nur Freude zeigte. Jediglich die tiefen Narben und Furchen, welche gut verborgen unter den, um seinen Körper gewickelten Bandagen liegen, hätten erarnen lassen wie es ihm geht. Was er wirklich fühlt. Wie sein Zustand wirklich ist. Verschwender von Verbandsmaterial nannte man ihn. Nicht dahinter blickend warum er jenes verschwendet.
    In diesem Krankenbett liegt eine Person, welche seelisch schon längst nicht mehr lebendig ist. Doch sein Körper wird gezwungen lebendig zu bleiben. Er sollte tot sein. Er sollte durch den Sturz gestorben sein. Doch wieder hatte er überlebt. Wieder wird er gezwungen weiter auf der Erde zu verweilen. Wieder wird er gezwungen sich seiner Einsamkeit zu stellen.
    Doch nun war die Bombe geplatzt. Seine Kollegen würden wohl endlich verstehen, wie es wirklich um ihn steht. Vielleicht würde ihm endlich geholfen werden. Doch er selbst ist sich längst sicher. Retten kann ihn nur einer. Der erneute Grund für sein Überleben. Sein Engel. Sein Teufel. Sein ehemaliger Partner. Chuya Nakahara.

    Eben dieser betritt gerade das Krankenhaus. Die strahlend blauen Seelenspiegel vor Wut und Sorge trübe. Seit Tagen kommt er nicht zur Ruhe. Kann kaum schlafen, da er sich gegen seinen Willen um den größeren, aber gleichaltrigen, jungen Mann sorgt. Was fällt diese Idioten Dazai auch ein sich einfach umbringen zu wollen?
    Leise vor sich hin murrend begibt sich der Rothaarige zum Zimmer des Bewusstlosen. Mittlerweile würde er sich hier wohl blind zurecht finden, immerhin liegt Dazai seit fünf Tagen bewusstlos auf dem selben Zimmer, im selben Krankenhaus und im selben Flügel. Am ersten Tag musste er sich dauernd, zu seinem widerstreben herum fragen bis er endlich den Raum mit der Nummer 354 fand. Als er dies tat, war die Besuchszeit fast wieder vorbei, sodass ihm nicht mehr blieb als sich auf einen Stuhl neben das Bett zu setzen und zu hoffen, dass der Idiot aufwacht.
    Mittlerweile bleibt ihm das zum Glück erspart. So dauert es keine fünf Minuten da betritt er das Zimmer, in welchem ihm sofort der Geruch von Desinfektionsmittel empfängt. Angewidert rümpft er die Nase. An diesen Geruch würde sich Chuya wohl niemals gewöhnen. Hoffentlich würde ihm dies bald auch wieder erspart bleiben. Doch vorerst muss er es wohl ertragen. Da wären wir bei dem Punkt wieso er Dazai überhaupt besucht. Er hat keine Ahnung. Er weiß selbst, dass er ihn hassen sollte. Ihn verabscheuen sollte und ein Teil von ihm tut dies auch. Der Teil der wohl niemals darüber hinweg kommen wird, dass er ihn einfach zurück gelassen hatte. Ohne ein sterbens Wörtchen darüber zu verlieren. Wenn er nur etwas gesagt hätte, hätte alles anders verlaufen können. Er hätte ihn begleitet, egal wohin. Hauptsache er wäre bei ihm gewesen und der Rothaarige ist sich sicher, dass Dazai dies auch weiß. Das er weiß, dass er Chuya die Welt bedeutet. Dass er diesen Idioten der hier vor ihm in diesem Bett liegt, liebte. Mehr als alles andere und es womöglich noch immer tut. Dies wäre dann wohl der andere Teil von ihm, der Teil der niemals aufhören wird diesen Idioten zu lieben, aber zu stolz ist sich dies einzugestehen. Oft muss dieser Part des Blauäugigen, aber der unbändigen Wut in seinem Inneren weichen.
    Doch vorerst kommt nur Sorge ans Tageslicht. Sorge um Dazai, welcher blass und mit tiefen Augenringen in diesem Bett liegt. Sorge darum, dass er womöglich nie wieder aufwachen wird und Chuya ein weiteres mal zurück lassen wird.
    Dies lässt die Frage auf keimen, ob er selbst womöglich an Dazais Zustand Schuld sei. Hatte er ihn so weit getrieben? Hatte er seine Fähigkeit zu spät eingesetzt? War er zu langsam? Fragen über Fragen auf die er keine Antwort weiß.

    Der unnachgiebige Regel prasselte auf die Straßen Yokohamas nieder und durchnässte Chuyas rotes Haar, welches dadurch strähnig über seine Schulter fällt. Die zarten Tropfen perlen nur langsam hinab und gesellen sich zu den Pfützen am Boden. Der Wind drückt seine durchnässte Kleidung an seinen schlanken Körper. Gelangweilt und mies gelaunt geht er die leeren Straßen entlang. Kaum einer würde wohl bei so einem Wetter freiwillig unterwegs sein. So aber der Rothaarige, da er sich auf dem Weg Nachhause befindet. Der Regen allerdings stört ihn nicht wirklich. Weder die Kälte die an seinem Körper zieht, noch die Tropfen die seine blasse Haut benetzen. Immerhin wäscht das Wasser, das Blut auf seiner Kleidung hinfort. Blut, welches durch seinen letzten Auftrag bei der Portmafia, welcher nur wenige Minuten zurück lag, seine Kleidung tränkte. Gelangweilt blicken die blauen Iriden ihres Trägers zu Boden. Solange bis er etwas unscharf, sich in einer Pfütze spiegeln sieht. Kurz betrachtet er die schemenhafte Gestalt, welche scheinbar auf einem Dach steht, ehe er seinen Kopf anhebt und seinen Blick auf die Dächer richtet. Als er erspäht was er so eben noch im Spiegelbild betrachtet hat, weiten sich seine Augen. Das braune Haar und den cremefarbenen, im Wind wehenden Mantel würde er unter tausenden erkennen. "Das wagt dieser Idiot nicht wirklich." Ein wütendes und ungläubiges Grummeln, entwich seiner Kehle. Allerdings wich seine Wut schnell anderen Gefühlen. Verzweiflung, Sorge und Angst umschlossen sein Herz und drohten es zu zerquetschen, als Dazai näher an den Rand des Daches trat. Wie von selbst setzten sich seine Beine in Bewegung, weiter auf das Gebäude zu. Der Atem stockte ihm als Dazai sich fallen ließ, verwehrte Chuya die Luft zum Atmen. Entsetzt weiteten sich seine Augen. Wie in Zeitlupe, so kam es ihm vor, musste er mit ansehen wie die Schwerkraft den Mantelträger in die Tiefe riss. Ein verzweifelter, markerschütternder Schrei entkam seinen Lippen "DAZAI!" Tatenlos musste er mit ansehen wie er in die Tiefe viel in den sicheren Tod. Erst Sekunden vor dem Aufprall kam wieder Leben in den bebenden Körper. Ohne es wirklich mit zu bekommen, verknüpfte er sich mit der Gravitation, streckte seine Hand aus und.. zu spät. Er konnte jediglich nur noch seinen Aufprall lindern, sodass er überlebte und nicht auf dem nassen Asphalt zerschellte...


    Ein leises Knurren entweicht ihm, als er sich langsam auf dem Stuhl neben dem Krankenbett niederlässt.,, Wenn du aufwachst, bring ich dich Idioten sowas von um." Die rasende Wut bringt seine Stimme zum Beben, aber auch die Sorge schwingt deutlich in ihr mit. Lässt sie ruhiger, samtiger klingen als Chuya es wollte.
    Langsam kommt Leben in den Bewusstlosen. Seine Augenlieder beginnen zu flattern. Seine Hände beginnen zu zucken. Nur langsam öffnen sich die karmesinroten Augen, unbemerkt von seinem Besucher. Die rötlich-braunen Iriden richten sich langsam auf den Rothaarigen. Ein glückliches aber auch fragendes Funkeln liegt in ihnen. Verborgen unter einem Belustigten. "Das ist aber keine nette Art sein Dornröschen zu wecken."
    Schlagartig richten sich die ozeanblauen Seelenspiegel auf den Braunhaarigen.

    Ein dumpfer Schlag halt durch den Raum. Glühend, blaue Augen sind auf das in Trümmern da liegende Bett gerichtet. "Chuya ich will mich nicht zu Tode treten lassen!" Gerade so konnte der Verletzte noch ausweichen bevor das Bein, des wütenden Rothaarigen seine Rippen zerschmettern konnte. "Warum... Warum tust du mir das immer und immer wieder an! Warum verschwindest du immerwieder aus meinem Leben! Willst mich dauernd zurück lassen!" Die Wut ergreift die Oberhand. In den blauen Seelenspiegeln lodert ein eisiges, wütendes Feuer, welches alles zu verschlingen droht. "Chuya ich..," kleinlaut versucht Dazai seinen Hals aus der Schlinge zu ziehen. Versucht die richtigen Worte zu finden. Sich zu erklären. Wissend das sein Gegenüber dies nicht hören will. Der Atem des Braunhaarigen geht flach. Zu sehr schmerzen seine Rippen. Schnüren ihm die Luft ab.
    "Nichts Chuya! Ich will deine verdammten Ausreden nicht hören! Sag mir dir Wahrheit oder ich verschwinde!" Schneidend donnert die wütende Stimme durch den Raum. Dazais Herz durchbohrend.
    Ein leises Seufzen entweicht den Lippen des Mantelträgers: "Nagut... Du kanntest doch Oda.", Ohne auf eine Antwort von Chuya zu warten fährt er fort, wissend das ihm zugehört wird. "Ich war dabei als er starb. Er wollte, dass ich auf die Seite der Guten wechsel. Menschen beschütze und nicht töte." Unsicher richtet er seinen Blick auf den Rothaarigen, versucht etwas in seinen blauen Augen zu lesen, aber was er ließt gefällt ihm nicht. Blanker Abscheu und rasende Wut lodern in den blauen Ozeanen auf. "Willst du mich verarschen! Du hast mich wegen einem Toten zurückgelassen!" Noch bevor Dazai ein Wort über die Lippen kommen kann, stürmt Chuya aus dem Raum und überlässt den Braunhaarigen seiner Einsamkeit. Lässt ihn erneut in sich selbst ertrinken.


    Zwei Wochen vergingen. Wochen in denen Dazai aus den Krankenhaus entlassen wurde und seine Arbeit in der bewaffneten Detektivagentur wieder aufnahm. Doch es hatte sich so einiges verändert. Der Braunhaarige schottet sich zunehmend, von seinen besorgten Kollegen ab. Immer häufiger übernimmt er Einzelaufträge. In der Hoffnung lästigen Fragen zu entgehen.

    Leise ertönt seine samtige Stimme durch das Gebäude. Die Texte gehen ihm bereits auswendig über die Lippen: "Shinju wa, hitori dewa dekinai". Munter vor sich hin summend und singend entgeht Dazai, die Annäherung Kunikidas. Zumindest solange bis dieser ihm die Kopfhörer abnimmt. "Ey du suizidgefährdeter Verschwender von Verbandsmaterial wir haben zu tun." Die karmesinroten Augen richten sich auf seinen Partner bis er schließlich das Wort ergreift: "Was für ein Fall?", seine Stimme ist leise, jedoch liegt das typisch verspielte in ihr. Es scheint als sei nie etwas vorgefallen. "Es wurden unzählige Leichen gefunden. Wir sollen den Tatort untersuchen und den oder die Täter stellen.", Monoton, gestresst und gereizt erklingt die Stimme des blonden Detektiven, nicht willig weitere Fragen zu beantworten.
    "Alles klar, dann lass uns los"


    -kurzer Timeshift-

    Mit einem dumpfen Knall fällt die Tür des schwarzen Mercedes hinter Dazai zurück ins Schloss. Bereits nachdem er Ausstieg bemerkte der Braunhaarige die langsam erlischenden, lodernden Flammen. Die Feuerzungen wogen sich in Wind und streckten sich gen Himmel. Der beißende Geruch nach Rauch, Blut, Tod und verbrannten Fleisch, kroch in seine Nase. Ließ ihn beinahe etwas vertrautes wahrnehmen.

    Die karmesinroten Seelenspiegel richten sich auf den Schauplatz. Die Straße ist wie vorhergesagt mit entstellten Leichen gepflastert. Nicht selten fehlen ihnen Körperteile, welche einige Meter weiter entfernt liegen. Nicht selten ist ihre Haut völlig abgebrannt und die Körper zur Unendlichkeit entstellt. Der rote Lebenssaft hörte schon längst auf aus ihren Körpern zu fließen und dennoch ist der Asphalt rot gefärbt. Pfützen aus reinem Blut haben sich gebildet, füllen die Rillen und Schlaglöcher der Straße aus. Ringsherum ist es still. Totenstill. Die Anwohner hatten ihr Zuhause verlassen. Völlig ruhig und im Dunklen stehen die sonst so vor Leben strotzenden Häuser.
    Mit dumpfen Platschen, hallen Dazais Schritte auf der Straße nieder, während er diese Zentimeter für Zentimeter genau betrachtet. Versucht die Bilder in sich aufzunehmen, damit ihm ja kein Hinweis entgehen würde.
    Von weiter weg ertönt das Schnurren einer ihm bekannten Maschine. Kurz nachdem er sich mit einem Sprung zur Seite rettete, schießt ein rotes Motorrad an ihm vorbei, mit einem Fahrer, der ihm nur zu gut bekannt ist. Das rote Haar wiegt sich alles andere als sanft in Wind. Die blauen Seelenspiegel stets auf den Weg vor ihm gerichtet, lenkt Chuya das zweirädrige Gefährt. Binnen von Sekunden zieht der Rotäugige die richtigen Schlüsse. "Kunikida! Ihm nach!" Dazais Stimme donnert durch die Straße, ehe er auf dem Absatz kehrt macht und zurück zum Auto sprintet. Sich diesmal auf den Fahrersitz gleiten lassend, wartet er ungeduldig und mit schnell schlagenden Herzen auf seinen blonden Teamkollegen. Als dieser nach gefühlten Stunden endlich auch im Wagen sitzt, tritt der Braunhaarige das Gaspedal durch und nimmt die Verfolgung, des sich schnell entfernenden Motorrades auf. Die Verfolgungsjagd zieht sich über einige Kilometer. Quer durch Yokohama, solange bis Chuya endlich seine Maschine mit quietschenden Reifen zum stehen bringt.
    Kunikida, welcher sich schon längst an den Sitz, wegen Dazais schlechter Fahrkünste gekrallt hatte, atmet erleichtert auf, als der schwarze Mercedes endlich hält.
    Ohne zu zögern steigt der Braunhaarige erneut aus dem dunklen Wagen.

    "Chuya wer oder was hat der Mafia so viele Leben gekostet?" Trotz der Schwere der Situation bringt er die Wörter ruhig über seine Lippen. Beinahe als wäre er sich der Ausmaße nicht bewusst und doch dessen ist er sich. Sogar sehr genau, aber wenn er seinem Engel helfen wöllte, bräuchte er Informationen. "Ich wüsste nicht, was es dich angeht!" Eisig. Dieses Wort ist es, welches die Antwort des Rothaarigen perfekt beschreibt.
    Schweigen legt sich über die drei Anwesend. Wie ein dunkler Schleier, der wie der Drache des Chaos damals, alles zu verschlingen droht.
    Ein Blockduell entfacht.
    Trübes Karmesin, trifft auf feurige Ozeane.
    Rot begegnet Blau.
    Knurrend senkt Chuya schließlich seinen Blick: "Ein Kerl ist vor etwa einer Woche aufgetaucht und wollte sich der Mafia anschließen. Er nannte sich Akaya..."

    Unnatürlich laut hallten die, durch schwarze Lackschuhe erzeugten Töne, durch die weiten, dunklen Gänge des Mafiahauptquartieres. Zielstrebig bewegt sich ein junger Mann auf eine große Tür zu. Sein silbernes Haar schimmerte im dämmrigen Licht, der Lampen. Seine gelben Augen waren nur auf sein Ziel fixiert. Mit einer eleganten Geste hob er angekommen die Hand und klopfte. Nur kurz herrschte Stille, dann ertönte schließlich ein: "herein".
    Mit einem leisen Knarzen ließ sich die Tür öffnen und mit genau dem selben Ton viel sie hinter der edel gekleideten Person zurück ins Schloss. Rote Augen mustern den Neuankömmling abschätzig. "Wer bist du?", diese Frage ging vom Kopf der Mafia aus. Von Ogai Mori. Einem ehemaligen Arzt, welcher selbst heute noch mit dem Skalpell mordet. "Akaya Sodai. Ich wurde angewiesen Sie, auf meinem Wunsch der Portmafia beizutreten, aufzusuchen." Die beinahe blutroten Seelenspiegel seines Gegenübers musterten Akaya eindringlich. Ehe er zu einem Entschluss kam: "Nun gut du bekommst deine Chance". Da Mori sich erneut seinen Arbeiten zuwandte, entging ihm das bösartige Grinsen des Silberhaarigen.


    "Eine Weile lief alles gut. Er passte sich an doch dann offenbarte er seine wahren Absichten. Er ist ein Serienmörder, welcher mit seiner Fähigkeit daraufhin reihenweise Leute ermordete." Die Stimme des 22-jährigen Mafiamitgliedes trieft vor Hass und Abscheu. "Darf ich raten?", ohne auf eine Antwort zu warten fährt Dazai fort, "eine Explosionsfähigkeit?" Ein Nicken des Rothaarigen reicht als Antwort. Erneut will der Exmafiosi Ansetzen, jedoch wird er schamlos unterbrochen. Eine Person kommt vor ihnen zum stehen. Eine Person mit langem, silbernen Haar und gelben Augen. "Akaya!" Hasserfüllt kommt dieses Wort über Chuyas Lippen. In einer Tonlage, die Dazai nur zu gut bekannt ist. Ein Stich frisst sich durch das Herz des Rotäugigen. Jedoch bleibt ihm keine Zeit dafür, da gleich darauf eine Explosion erfolgt.

    Noch gerade rechtzeitig konnten sich die Drei außer Reichweite retten. "Oh! Da hab ich wohl verfehlt!" Der widerliche Unterton geht Dazai durch Mark und Bein.
    "Chuya?"
    "Jaja du brauchst es mir nicht zu sagen."
    Schnell streift der Blauäugige die schwarzen Handschuhe von seinen zierlichen Händen, auf welchen kurz darauf rote Male erscheinen. Ein unmenschliches Lachen entweicht der Kehle des Mafiamitgliedes, da bilden sich bereits die ersten Gravitationskugeln über seinen Händen. Wie schwarze Löcher ziehen sie die Materie in ihrer Umgebung an. Zumindest solange, bis Chuya sich mit einem Sprung nach vorne bewegt und die Kugeln auf Akaya zu schleudert.
    Eben Jener kann die unheilvollen Projektile noch mit einer Explosion abwehren, aber dies heißt noch lange nicht, dass es vorbei ist. Ohne zu zögern wirft der Rothaarige immer wieder Gravitationskugeln nach ihrem Feind, welchem es immer schwerer fällt auszuweichen oder abzublocken. Doch auch Chuya wird von diesen Strapazen ziemlich mitgenommen. Sein Blut tränkt seine Kleidung und sein Atem geht schnell. Schließlich findet das letzte Projektil ihr Ziel. Binnen Sekunden wir Akaya von Rauch verschluckt.
    Dies ist Dazais Stichwort. In Windeseile ist er bei Chuya umfasst sein Handgelenk und unterbindet seine Fähigkeit. "Es ist vorbei Chuya." Sanft setzt er den kleineren auf dem Boden ab, bevor dieser zusammenbricht. Ein sanftes Lächeln umspielt die Züge des Braunhaarigen. Doch schnell vergeht dies, als er von einer Explosion weg gerissen wird. Entsetzt japst der Rothaarige auf und sieht zu seinem Expartner. Ein Knurren eintweicht seiner Kehle. Vor Wut zerfressen rammt er mit seiner Fähigkeit in den Erdboden, dann ist es vorbei.

    Chuya richtet sich schwerfällig auf und stürzt auf Dazai zu. Besorgt drückt er den Größeren an sich. "Komm schon du Idiot. Bau keine scheiße! Wag es dir mich wieder alleine zu lassen!" Verzweiflung packt ihn. Versucht ihn zu ertränken. Setzt sich tief in seinem, vor Besorgnis rasenden, Herzen fest. "Komm ich will nicht wieder jeden Tag im Krankenhaus sitzen! Jetzt wach schon auf!" Die Versuchung den blassen Braunhaarigen zu schlagen ist groß. Doch schließlich legt er nur seine Hand an seine Wange und streicht über seine weiche Haut. "Bitte Dazai ich liebe dich doch!.."
    Nur langsam kommt Leben in den Rotäugigen. Langsam führt er seine Hand zu seiner Wange und legt diese, auf die des Kleineren. Ein sanftes aber glückliches Lächeln umspielt Dazais Lippen.

    "Ich liebe dich auch. Chuya"

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Kommentare (13)

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vor 6 Tagen flag
Eine schöne Geschichte:) gefällt mir gut. Ich liebe diese Serie ❤
vor 405 Tagen flag
Hei^^
Woajj ich mag deinen Schreibstil echt Mega :D
vor 407 Tagen flag
Yay :D
Danke freut mich extrem zu hören :3
vor 408 Tagen flag
Wow, eine tolle Geschichte. Dein Schreibstil gefällt mir extrem gut. Eigentlich sind Geschichten in diese Richtung gar nicht meins und ich verabscheue Animes sowieso, aber das hat mir tatsächlich gut gefallen! :D
vor 410 Tagen flag
Arrigatto :3 (danke xD)
vor 410 Tagen flag
Coole Geschichte :D sehr, sehr toller Schreibstil gefällt mir
vor 535 Tagen flag
Naja Chuya kontrolliert die Gravitation er könnte ihm ganz locker retten ^^
vor 536 Tagen flag
Vielleicht...Oh dann das typische, aus den Filmen bekannte retten in letzter Sekunde '^^

Aber erstmal solltest du es umbedingt so lassen :3
vor 537 Tagen flag
Naww, diese Geschichte ist sehr schön und spannend für mich, ich mag auch Sadends, obwohl die bei manchen nicht so beliebt sind. Why eigentlich?? Das ist doch interessant! Naja, im Großen und Ganzen ist es eine gelunge Geschichte. :3
vor 537 Tagen flag
Ist das erste Mal das ich ein Sadend geschrieben hab xD naja vllt mach ich Iwann noch ne Fortsetzung mit Happy End Chuya könnte ihn ja retten mit seiner Fähigkeit ^^ und Dankeschön :D
vor 537 Tagen flag
Heyho Saso^^

Erstmal: Sehr schöne Geschichte. Mir gefällt es sehr gut, besonders, weil du die gehörige Dramatik reingepackt hast xD. Mir gefällt ein trauriges Ende auch mehr, selbst wenn es manchmal ned angebracht ist.
vor 539 Tagen flag
Yay Saso ist Happy sie hat einen Kommi :D danköö
vor 539 Tagen flag
T-T im so sad Story :'(
Okay erstmal Hi ^^
Ich finde diese FF ist sehr schön und Detailreich geschrieben und ist echt traurig du hast ein guten Spannungsaufbau gemacht der Dramatisch geendet hat gefällt mir ♡ super gemacht

Neko