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Rotes Herz

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4 Kapitel - 3.825 Wörter - Erstellt von: - Aktualisiert am: - Entwickelt am: - 604 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Die junge Schülerin Rotpfote versucht eine gutes Clanmitglied zu sein. Doch nach einem gravierendem Ereignis kommen auf einmal düstere Seiten an ihr zum Vorschein und sie muss anfangen gegen sich selber und gegen ihre Wut anzukämpfen. Wird sie es schaffen oder wird das Böse in ihr an Oberhand gewinnen?

    1
    "Rot wird den Clan überfluten und dunkle Gefahren werden entstehen. Gebt Acht vor der Kraft des Blutes."

    2
    Die Territorien der Clans:

    FichtenClan:
    Das Territorium des FichtenClans besteht hauptsächlich aus einem lichten Fichtenwald. Im Süden fließt ein kleiner Bach, der in Richtung Westen immer größer wird und schließlich in einem reißenden Wasserfall endet. Ziemlich in der Mitte des Territoriums liegt die Trainingskuhle und eine riesige Lichtung. Das Lager des FichtenClans liegt gut versteckt im Nordwesten und ist durch Brombeerranken geschützt.

    MoosClan:
    Dieses Territorium liegt am Rande des Fichtenwaldes und besteht aus mehreren Steinplateaus, welche oft moosbedeckt sind. Im Norden gibt es eine große Höhle die zum Training verwendet wird und dort steht auch eine große Fichte aus der die Schüler klettern üben können. Das Lager befindet sich im Osten und besteht aus mehreren kleinen Höhlen die sich in einer großen befinden. Die Eingänge sind mit Moos und Farnen bedeckt.


    Mondplatz: Diese Ort liegt genau zwischen den beiden Territorien und hier treffen sich die beiden Clans jeden Vollmond.

    Mondquelle: Hier entspringt der Bach aus einer kleinen Quelle. Dies ist der Treffpunkt der Heiler.

    3
    Die Hierarchien:

    FichtenClan:

    Anführer: Dornenstern - braun-grau-weiß getiegerter Kater mit braunen Augen

    2. Anführer: Blütenfrost - silber-weiß getiegerte Kätzin mit grünen Augen und strubbeligem Fell

    Heiler: Fleckenpelz - braun-weiß-schwarz gefleckter Kater mit strahlend grünen Augen

    Krieger:

    Erlenhauch - hellbraune Kätzin mit gelben Augen

    Farbensturm - weißer Kater mit hell- und dunkelbraunen Sprenkeln und gelben Augen (Mentor von Graupfote)

    Nachtblüte - schwarze Kätzin mit einer weißen Pfote und blauen Augen

    Aschenglut - hellgrauer Kater mit grünen Augen

    Holunderfleck - weiß-cremefarben gefleckte Kätzin mit hellgrünen Augen (Mentorin von Rußpfote)

    Silberbeere - hübsche, silberne Kätzin mit grün-blauen Augen

    Blaubeertau - silbern getiegerte Kätzin mit hellblauen Augen

    Wolkenfeder - weißer Kater mit schwarzen Sprenkeln, gelben Augen und nur einem Ohr (Mentor von Rotpfote)

    Schüler:

    Rußpfote - dunkelgraue Kätzin mir grünen Augen

    Graupfote - hellgrauer, fast weißer Kater mit gelben Augen

    Rotpfote - dunkelrote Kätzin mit einer weißen Pfote und einer schwarzen Tiegerung am Kopf

    Königinnen:

    Himbeernacht - cremefarbene Kätzin mit braunen Augen (Junge (schon geboren): Salbeijunges, Wolfsjunges)

    Blattsprenkel - braun-schwarz getiegerte Kätzin mit grünen Augen (Junge (noch nicht geboren): Blumenjunges, Dunkeljunges)

    MoosClan:

    Anführer: Efeustern - hellbraune Kätzin mit grünen Augen

    2. Anführer: Rabenflug - schwarzer Kater mit einer weißen Pfote und gelben Augen

    Heilerin: Roggenblüte - bunt getüpfelte Kätzin mit grünen Augen

    Heilerschülerin: Taupfote - grau-weiß getiegerte Kätzin mit gelben Augen

    Krieger:

    Eulenflug - dunkelgrauer Kater mit weißen Sprenkeln und braunen Augen

    Lärchensee - sandfarbene Kätzin mit grünen Augen

    Rosenlicht - cremefarbene Kätzin mit braunen Augen

    Sturmkralle - weiß-grau getiegerter Kater mit grünen Augen

    Brombeerschatten: schwarz-braun getiegerter Kater mit braunen Augen

    Nebelflug - hellgraue Kätzin mit grünen Augen

    Bronzefell - bronzefarbener Kater mit braunen Augen und schwarzen Streifen auf dem Rücken

    Weißauge - weiß-schwarz gefleckte Kätzin mit einem blinden, weißen Auge und einem grünen Auge

    Schüler:

    Echopfote - weiß-silbern gestreifte Kätzin mit grünen Augen

    Farnpfote - sandfarbener Kater mit grünen Augen

    Königinnen:

    Moosflamme - cremefarbene Kätzin mit grünen Augen (Junge (schon geboren): Wirbeljunges, Sprenkeljunges, Eisjunges)

    Älteste:

    Felsennacht - dunkelgrauer Kater mit braunen Augen

    4
    Prolog

    Im Wald war es still und friedlich und nur ein leichter Windhauch ließ die Blätter und das Laub erzittern. Alles war in das dunkle grau-blau der Nacht getaucht und nur vereinzelt erleuchtete das strahlende Gelb des Mondes den moosbedeckten Boden. In diesem Moment betrat ein gelb-braun-schwarz gefleckter, kleiner Kater eine große Lichtung. Seine stechenden, grünen Augen musterten unruhig seine Umgebung und vorsichtig und mit gespitzten Ohren trat er in die in die Mitte. Misstrauisch blieb er stehen, sein Fell gegen die kühle Nachtluft aufgeplustert, bereit sofort aus jegliche Angriffe zu reagieren. Plötzlich ertönte hinter ihm ein leises, klägliches Maunzen. Erschrocken sprang der Kater auf die Pfoten und wirbelte knurrend herum. Vor ihm stand ein kleines, schwächlich aussehendes Junge. Es hatte die Ohren voller Angst angelegt und starrte ihn mit weit aufgerissenen Augen an. Der gefleckte Kater atmete erleichtert aus, ohne seine Augen von der jungen, rotgefärbten Kätzin zu lassen. Er öffnete das Maul um etwas zu sagen, doch gleichzeitig drehte sie sich um und rannte so schnell sie konnte in das Dickicht der Bäume.
    "Warte!"
    Die Stimme des älteren Katers hallte durch die nächtliche Stille und sofort nahm er die Verfolgung auf. Seine Pfoten berührten kaum den Boden als er dem wendigen Jungen hinterherrannte. Blitzschnell duckte er sich, um einen riesigen Ast auszuweichen und folgte dem schwingenden Schweif der Kätzin. Doch so sehr er sich auch anstrengte, er konnte sie nie erreichen. Das Junge war zwar immer in Sichtweite, aber dennoch zu weit entfernt um aufzuholen. Auf einmal wechselte es schnell die Richtung und rannte nun nach links weiter. Als der Kater ihr mit zwei weiten Sprüngen folgen wollte, war sie nirgends mehr zu sehen. Überrascht bremste er ab, doch seine Pfoten rutschten auf dem mit feuchten Moos bedeckten Boden weg und er verlor den Halt. Panisch versuchte er seine Krallen in die Erde zu schlagen, als er die tiefe Schlucht vor ihm im Dunkeln erkannte. Doch irgendetwas schien ihn genau dorthin zu zerren.
    Sein Herz klopfte wie wild als er mit letzter Kraft versuchte eine riesige Wurzel, die am Rand der Schlucht den Boden teilte zu erwischen, doch seine Tatze rutschte auf dem nassen Holz ab und seine Hinterbeine verloren ihren Halt. Verzweifelt schlug er wild um sich um sich noch irgendwo festhalten zu können, doch da war nichts mehr, nur noch schwarze, endlose Leere. Mit weit aufgerissenen Maul fiel er in den Abgrund, doch kein Ton kam über seine Lippen. Und er war sich sicher, oben am Klippenrand das Junge mit dem dunkelroten Fell zu erkennen. Den Aufprall erwartend, kniff der Kater verzweifelt seine Augen zusammen. Doch nichts passierte und eine bleierne Stille legte sich um ihn. Fühlte es sich so an, wenn man stirbt? Vorsichtig öffnete er die Augen. Um ihn herum wurden nach und nach die Umrisse des Heilerbaus deutlicher. Eine leise Stimme tönte wie ein Echo im Kopf des Katers. *"Rot wird den Clan überfluten und dunkle Gefahren werden entstehen. Gebt Acht vor der Kraft des Blutes!"
    Erschrocken wirbelte er herum, doch er war alleine in seinem Bau. Seufzend setze er sich auf und begann sein Fell zu glätten, das ihm wegen dem Traum von allen Seiten abstand. Unruhig blickte er aus dem Eingang zur Lagermitte. Irgendwas Schlimmes wird passieren und es musste etwas mit der Katze aus seinen Träumen zu tun haben. Und diese sah einer Jungen Kätzin aus dem FichtenClan sehr ähnlich!


    1. Kapitel

    Rotpfote fuhr mit ihrer Zunge über ihre weiße Pfote. Gemächlich und im stetigen Rhythmus bewegte sich ihr Kopf vor und zurück, während ihr dunkelrotes Fell leicht in den wenigen Strahlen der aufgehenden Sonne schimmerte. Mit zuckenden Ohren schaute sie auf und atmete tief die kühle Morgenluft ein. Aufmerksam ließ sie den Blick über das noch ruhige Lager gleiten. Ein leichter Nebel hatte sich über den Wald gelegt und der Tau glitzerte auf den Sträuchern und Fichtennadeln. Es war ruhig, nur das monotone Schnarchen aus dem Kriegerbau unterbrach die Stille.
    Geduldig setzte Rotpfote sich auf und legte den Schweif ordentlich über ihre Pfoten. Ein herzhaftes Gähnen unterdrückend wartete sie auf die restlichen Katzen, die wie sie in die Morgenpatrollie eingeteilt waren. Ein kurzes Rascheln war aus dem Bau der Krieger zu hören und ihr Mentor Wolkenfeder betrat zusammen mit Silberbeere die Lichtung. Kurz darauf folgte ihnen Vogelkaue, der sich mit müden Augen streckte. Kleine Atemwolken bildeten sich bei jedem seiner Atemzüge und verblassten im Nebel.
    „Gehen wir!“, brummte Wolkenfeder, ließ seinen Blick für einen Moment über die versammelten Katzen schweifen und rannte dann aus dem Lager. Der Rest der Patrollie folgte ihm mit schnellen Sprüngen. Nach einem kurzen Lauf erreichten sie die Grenze zum MoosClan, dessen kahle und abweisende Felsplateaus sich in den Himmel erstreckten. Rotpfote musterte verächtlich die Steinhänge. Wie konnte jemand freiwillig dort leben wollen? Der Wald bot doch viel mehr Schutz vor dem kalten Wind, der oft über die Felsenlandschaft fegte und es fehlte hier fast nie an Beute! Wolkenfeder verlangsamte das Tempo bis er schließlich stehenblieb. Verwundert blickte Rotpfote zu ihrem Mentor dessen weiß-schwarzes Fell eng an seinem Körper anlag. Mit seinen braunen Augen beobachtete er die Umgebung, dann wandte er sich an seine Schülerin. „Was kannst du riechen?“, murrte er und musterte sie mit zusammengekniffenen Augen. Die junge Kätzin hob ihre Schnauze und nahm einen tiefen Atemzug. „Vögel, Mäuse…und unsere Grenzmarkierung und die des MoosClans, die ist noch ganz frisch!“, antwortete Rotpfote und blickte über die Grenze zum Territorium des feindlichen Clans. Wolkenfeder fauchte verächtlich. „Da ist noch etwas anderes, konzentrier dich!“ Sein wütendes Knurren ließ Rotpfote zusammenzucken und unter den mitleidigen Blicken der anderen legte sie wütend die Ohren an. Ihr Mentor war zu jedem den er begegnete abneigend und gemein. Sie hatte bis jetzt noch nicht verstanden warum sie ausgerechnet Wolkenfeder als Mentor bekam. Mit einem leisen Seufzen konzentrierte sie sich wieder auf ihre Umgebung. Der Geruch von Mäusen und Vögeln stieg ihr in die Nase und sie spürte wie sich ihr Magen vor Hunger zusammenzog. Doch mehr außer den Grenzmarkierungen und den Tieren konnte sie nicht erkennen. Frustriert und etwas genervt sah sie zu ihrem Mentor. „Da ist nichts mehr!“
    Wolkenfeder knurrte erneut und fuhr mit eingezogenen Krallen kurz über ihre Ohren. „Wenn du jetzt ein Krieger wärst und diesen bestimmten Geruch nicht erkennst, wäre dein ganzer Clan in Gefahr!“, fauchte er. „Wenn du dich konzentrieren würdest, hättest du den fast frischen Fuchsgeruch, der vom Wald her weht, erkannt!“
    Rotpfote duckte sich unter seinen Worten und ließ schuldbewusst den Kopf sinken. „Es tut mir leid, ich habe den Geruch einfach nicht bemerkt…“ Silberbeere musterte sie mitfühlend, sagte jedoch nichts und wandte dann den Blick ab. Niemand traute sich etwas gegen den muskulösen, großen Kater zu sagen. Das war schon immer so gewesen.
    „Das sollte dir auch leidtun!“, knurrte ihr Mentor verächtlich und schüttelte dann den Kopf. „Laufen wir zurück zum Lager und geben Dornenstern Bescheid, dass ein Fuchs auf unserem Territorium herumstreunt!“ mit diesen Worten drehte der weiß-schwarze Kater sich um und preschte durch das Dickicht in den Wald hinein. Rotpfote blickte kurz zu den anderen wie sie Wolkenfeder durch die Sträucher und Bäume folgten. Sie atmete tief ein, jetzt erst den strengen Fuchsgeruch erkennend. Angewidert rümpfte sie die Nase und folgte den anderen mit gesenktem Kopf.
    Im Lager angekommen stand Wolkenfeder bereits bei Dornenstern. Sein abfälliger Blick wanderte kurz zu Rotpfote, dann wendete er sich ab und redete weiter auf ihren Anführer ein. Wütend und enttäuscht, aber auch verzweifelt senkte sie den Kopf. Wie konnte sie den Fuchsgeruch nur nicht bemerken? Er war doch so stark und durchdringend gewesen! Wolkenfeder hatte Recht. Füchse waren eine Gefahr für den Clan und so ein Signal nicht zu bemerken konnte fatal enden. Traurig ließ sie den Schweif über den Boden schleifen und trottete über die Lichtung zum Schülerbau. Als sie dort ankam setzte sie sich vor die schützenden Farne des Baus. Ein Prickeln auf ihrem Fell verriet ihr, dass jemand sie anstarrte. Als sie den Blick hob sah sie nur den Heiler Fleckenpelz der schnell den Kopf wegtrete und im Heilerbau verschwand. Bevor sie jedoch weiter darüber nachdenken konnte hörte sie leise Pfoten auf sie zukommen. Silberbeeres weicher Blick fiel auf sie. „Mach dir nichts aus dem was passiert ist, du bist noch eine ganz junge Schülerin! Es braucht einfach seine Zeit bis man jeden Geruch genau erkennt.“ Ihre Stimme klang sanft und aufmunternd, doch Rotpfote schnaubte nur leise. „Wenn ich schon strengen und widerlichen Fuchsgeruch nicht erkenne…“ Verärgert wandte sie den Blick ab. Silberbeere hatte gut reden. „Glaub mir, du musst einfach nur etwas mehr Geduld haben, irgendwann kommt das alles von ganz alleine!“ Die junge Kätzin erwiderte nichts, betrachtete nur eindringlich ein Laubblatt, dass durch eine leichte Brise vor ihre Pfoten geweht worden war. Leise tapsende Geräusche verrieten ihr, dass Silberbeere sich von ihr entfernte. Sie seufzte, streckte die Pfoten aus und legte ihren Kopf darauf ab. Wie immer nach der Morgenpatrollie fühlte sie sich müde und ausgelaugt und somit dauerte nicht lange bis ihr die Augen zufielen.
    Laute Rufe rissen sie aus ihrem unruhigen Schlaf und etwas stieß mit voller Wucht gegen sie. Rotpfote wurde zur Seite geworfen, jaulte auf, sprang auf die Pfoten und sah direkt in ein gelbes Augenpaar. Graupfote grinste sie höhnisch an und trat einen Schritt zurück. „Kein Wunder dass Wolkenfeder dich erst recht nicht mag. Bist ja eine tolle Schülerin die die ganze Zeit nur schläft und nicht mal einen Fuchsgeruch erkennt!“ Seine Augen funkelten verächtlich und mit einem wütenden Knurren legte Rotpfote ihre Ohren an. „Und du hast ja nichts Besseres zu tun als andere Schüler zu nerven.“ Arrogant blickte er auf die kleinere Kätzin hinunter und plusterte voller Stolz sein Fell auf. „Ich habe heute im Gegensatz zu dir etwas für den Clan getan und mit Farbensturm neue Kampftechniken erlernt. Der Fuchsgeruch ist mir sofort aufgefallen als er vom Wind zu uns geweht wurde!“ Rotpfote schnaubte nur. „Jetzt spielst du den ganz großen, aber wenn der Fuchs erst mal vor dir stehst zitterst du wie Espenlaub und wirst wegrennen wie eine Maus!“ Seine Miene verfinsterte sich kurz, aber er fasste sich schnell wieder. „Ich glaube du stellst gerade eher dich selbst dar. Gegen mich hätte der Fuchs keine Chance, aber du hättest ihn nicht mal aus einer Schwanzlänge Entfernung gerochen, du wärst leichte Beute für ihn!“ Mit einem verächtlichen Grinsen wandte er sich ab und stolzierte durch das Lager davon. Rotpfote fauchte. Dieses arrogante Mäusehirn konnte es einfach nicht lassen sie zu ärgern wann immer er Lust dazu hatte. Er war schon immer so gewesen, auch als sie noch Junge waren. Langsam trottete sie zum Frischbeutehaufen, der von der gerade eingetroffenen Abendpatrollie schon aufgefüllt worden war. Doch für den Rest des Sonnenfalls ließen sie Graupfotes Worte nicht mehr los. Sie hätte keine Chance gegen einen Fuchs! Leise schnaubte sie. In diesem Clan glaubte fast niemand an sie, nur auf ihre Mutter Holunderfleck konnte sie sich vollends verlassen. Mit ihrem Vater Aschenglut redete sie kaum, er hatte selten Zeit, doch auch ihn liebte sie. Und während sie neben Rußpfote, ihrer einzigen Freundin saß und ihrem wilden Gerede zuhörte, fasste sie einen verzweifelten Beschluss. Sie würde es allen zeigen, heute um Mondhoch werde sie den Fuchs töten.


    2. Kapitel

    Helles Mondlicht schien in den Schülerbau auf ihr rotes Fell und ließ es glitzern. Tief atmete sie ein und aus. Die Luft war kalt und sie plusterte ihr Fell auf, um weniger zu frieren. Vorsichtig rappelte sie sich auf. Ihre Pfoten fühlten sich noch müde und taub an, sie hatte die ganze Zeit kein Auge zugemacht und dem leisen Brummen der anderen Katzen gelauscht, so nervös war sie. Immer und immer wieder stellte sie sich den Kampf mit dem Fuchs vor, wie sie ihn besiegte…oder er sie. Doch sobald sie aus dem Schülerbau auf die kühle Lichtung trat, fiel die Angst von ihr ab und wurde durch Neugierde und Aufregung, fast Vorfreude ersetzt. Auf leisen Pfoten, um niemanden zu wecken, trottete sie zum Schmutzplatz. Sie wusste das dort ein kleines Loch im Schutzwall war, durch das sie in ihrer Größe gut hindurchschlüpfen konnte. Blaubeerfrost hielt am Eingang des Lagers Wache, schien sie aber nicht zu bemerken. Geschickte umrundete Rotpfote den Schmutzplatz und entwich durch die kleine Öffnung ins Freie. Aufgeregt atmete sie noch einmals tief ein. Sie wusste was sie jetzt tun musste, im Kopf hatte sie schon alles haargenau durchgeplant. Mit flinken Pfoten schlich sie durch das Gebüsch in Richtung der Felsplateaus des MoosClans die sie bei Sonnenaufgang gesehen hatten. Erst als sie sich schon weit vom Lager entfernt hatte, traute sie sich schneller zu laufen und sprintete nun über das feuchte Laub des Waldes. Ihre Pfoten berührten kaum den mit Fichtennadeln bedeckten Boden und mit der freudigen Erwartung im Clan endlich respektiert zu werden, kam sie schlitternd an der Grenze zum Halt. Sie öffnete das Maul und sog tief die Luft ein. Gerüche strömten aus allen Richtungen auf sie ein. Eine Maus die in einer kleinen Erdhöhle schlief, ein Spatz, der in einem der Baumwipfel sein Nest errichtet hatte und - der schale aber dennoch strenge Geruch des Fuchses wehte zu ihr hinüber. Zitternd vor Aufregung, aber nun auch wieder voller Nervosität machte sie die Ursprungsrichtung des Gestanks aus. Kurz zögerte sie. Rotpfote hatte noch nie einen Fuchs gesehen und den Erzählungen aus der Kinderstube nach sollte man sich mit ihnen nicht anlegen. Doch dann schüttelte sie vehement den Kopf und folgte vorsichtig der Spur. Wenn sie jetzt aufgab hatte Graupfote Recht gehabt und sie wäre für immer die mäuseherzige, kleine Kätzin, die sich nicht einmal traute gegen einen Fuchs zu kämpfen. Wild entschlossen trabte sie nun über einen schmalen Weg. Der Boden war platt getreten und schien oft benutzt zu werden. Und es stank erbärmlich. Angewidert blieb Rotpfote stehen und rümpfte die Nase. Der Geruch war nun so allgegenwärtig und stark, dass sie keine Richtung dessen oder andere Gerüche mehr erkennen konnte. Langsam schlich sie weiter, folgte dem Pfad tiefer durch dicke Sträucher und herabhängende Äste in den Wald hinein. Hinter ihr knackte es. Erschrocken wirbelte sie herum, die Zähne gefletscht, bereit zum Angriff. Doch da war nichts. Nur die nun fast gefährlich aussehenden Fichten und fahles Mondlicht das kaum den Boden erreichte. Nervös starrte sie in die Dunkelheit, hörte ein lautes Knurren hinter sich. Erneut drehte sie sich blitzschnell um und starrte mit weit aufgerissenen Augen den Fuchs an, dessen bestialisch stinkender Atem auf sie zuwehte. Rotpfote legte entsetzt und voller Angst die Ohren an. Das Tier war riesig, sie reichte ihm gerade mal bis zum Bauch. Sein verfilztes Fell lag dicht an ihm an und seine gelben Augen schienen wie Dornen in ihren Körper zu stechen. Sie spürte Panik in sich aufsteigen, trat einen Schritt nach hinten, stolperte fast über ihre eigenen Pfoten. Der Fuchs knurrte wütend und wie erstarrt stand Rotpfote dar, am ganzen Leib zitternd. Der erste Schlag traf sie komplett unvorbereitet und sie wurde im hohen Bogen zur Seite geschleudert. Mit einem dumpfen Laut prallte sie gegen einen Baumstamm, Schmerz durchzuckte ihren Körper. Ihre Flanke brannte, sie spürte warmes Blut daran herunterlaufen. Schwer atmend versuchte sie verzweifelt auf die Pfoten zu kommen, doch ihr linkes Bein gab einfach nach und sie jaulte auf als sie den Fuchs auf sie zusprinten sah. Mit einem weiteren verzweifelten Schrei rollte sie zur Seite. Der Fuchs verfehlte sie knapp, sie spürte seinen heißen Atem an ihrer Schulter. Erneut kämpfte sie sich auf ihre Pfoten, blieb zitternd auf drei Beinen stehen. Aus dem Augenwinkel sah sie wie der Fuchs erneut zum Angriff überging. Diesmal stemmte sie sich auf ihre Hinterpfoten und schlug mit den Pfoten wild um sich, doch die Schläge waren schwach und verzweifelt, der Fuchs hatte ein leichtes Spiel. Ein scharfer Schmerz stach in ihr Hinterbein und sie sackte zusammen. Krallen rissen an ihr, hinterließen klaffende Wunde. Rotpfote jaulte auf, spürte wie ihre Kräfte sie verließen. Mit zitternden Pfoten versuchte sie die Angriffe abzuwehren, aber es war unmöglich. Der Fuchs war so viel stärker als sie. Mit letzter Kraft hob sie das Hinterbein und hinterließ eine kleine, aber schmerzhafte Wunde am Bauch des Fuchses. Dieser brüllte wild auf, die gelben Augen funkelnden wütend. Mit seinen riesigen Krallen fuhr er über ihr Gesicht, über die Augen. Rotpfote schrie auf, der Schmerz war fast unerträglich, er nahm nun ihren ganzen Körper ein. Blut sickerte über ihr Gesicht und es war dunkel…so dunkel. Das letzte das sie noch bemerkte waren die Schreie anderer Katzen und wie das Gewicht des Fuchses sich von ihr löste. Und sie erblickte kurz das Gesicht eines ihr bekannten Katers. Stechend grüne Augen starren auf fast geschlossene, blutverschmierte Augen. Ein lauter, kehliger Schrei ließ den Wald erzittern. Dann war alles still.

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Kommentare (3)

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vor 493 Tagen flag
Danke für das Lob, ich hatte ehrlich gesagt nicht gedacht dass es so gut ankommt^^

Ich werde auf jeden Fall weiterschreiben, es wird nur ein wenig dauern :)
vor 495 Tagen flag
Wirklich gut.
vor 495 Tagen flag
Richtig spannend und super geschrieben. Ich würde mich echt auf eine Fortsetzung freuen