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Sieben Worte für ein Wunder - I wanna dream

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2 Kapitel - 1.006 Wörter - Erstellt von: - Entwickelt am: - 533 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Mein Beitrag zu torden! s Schreibwettbewerb im August. I wanna dream, I wanna dream, leave me to dream. | Feuersprungfacetten, Ornament, Motte, Industrie, laminieren, aufschlagen, wach

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    I wanna dream

    Nicht aufwachen.
    Ich darf nicht aufwachen.
    Noch während ich das denke, weiß ich, dass es bereits zu spät ist. Im Traum würde ich so etwas niemals denken. Noch sehe ich die Türen, die prunkvollen Teppiche und die wunderschönen Vasen mit kunstvollen Blumenornamenten vor mir, doch es beginnt bereits, zu verschwimmen. Ich weiß jetzt schon nicht mehr, welche Blumen in der Vase standen oder wonach sie gerochen haben. Ich weiß jedoch, dass ich es voll und ganz verlieren werde, wenn ich die Augen öffne. So ist es eben. Sobald man die Augen aufschlägt, schwinden die Erinnerungen. Sobald man endgültig wach ist, entgleitet die perfekte Traumwelt meinen Händen und zurück bleibt nur das vage Gefühl, dass zumindest für einen kleinen Moment alles gut war. Träume kann man nicht festhalten, das war schon immer so und es wird immer so sein, man kann sie nicht festhalten, zum Bleiben zwingen oder einlaminieren und hoffen, dass das sie bei uns behält. Sie sind frei, rastlos, und das Vergessen ihrer ist unvermeidlich.

    Ich habe mich oft gefragt, was es dann für einen Sinn hat, warum man träumt, wenn man sowieso nichts davon behalten kann. Ich werde die Antwort niemals vollständig wissen, doch ich weiß nun, dass nicht alles, was ich gesagt habe, wahr ist. Wir nehmen doch etwas mit, Wünsche, Ziele, Warnungen, Ängste. Wir brauchen unsere Träume, egal, wie ermüdend und endgültig das Vergessen von ihnen sein mag. Ein Teil von ihnen bleibt, wie groß dieser Teil ist, hängt allein von dir ab. Wer wärst du, wenn du keine Träume hättest? Wer wärst du, wenn du kein Träumer wärst?

    Trotz allem brauchen wir sie und trotz allem kehren wir immer wieder zu ihren zurück. Wir werden von ihnen angezogen wie Motten vom Licht. Durch sie haben wir etwas, das bleibt, wenn alles andere geht, wenn alles zerbricht, wenn die Welt sich ohne Sinn dreht, wir haben unsere Träume, Dinge, an denen wir uns festhalten können, Ziele, die wir verfolgen können, Ängste, gegen die wir ankämpfen können. Durch sie hat es einen Sinn, durch das Verwirklichen von ihnen endet zumindest für eine kurze Zeit das elende Suchen nach dem Sinn des Lebens, das Rudern von Tag zu Tag, das stumpfe Überleben. Durch sie können wir das Leben erst wirklich lebenswert machen. Ein Traum ist etwas, das nur du selbst verwirklichen kannst. Dein Herzenswunsch vielleicht. Oder etwas, das nötig ist, du aber noch nie als solches betrachtet hast. Ich weiß nicht, was ein Traum für dich bedeutet, und ich glaube, das ist genau das spannende. Wir wissen nicht, was in den Köpfen anderer vorgeht. Jeder hat verschiedene Träume und das macht den Menschen einzigartig, interessant, beobachtungswert. Denke ich. Das ist meine Ansicht, doch wie ich bereits gesagt habe, haben wir alle verschiedene Blickwinkel.

    Erinnerst du dich noch an den Traum, den ich am Anfang beschrieben habe? Das Schloss, von dem ich sprach, inmitten von einer idyllischen Landschaft mit grünen Hügel, etwas anderes als die harschen Industriegebiete unserer Realität. Über dem Torbogen, der den Eingang zu diesem Ort darstellte, stand etwas geschrieben, etwas aus einem Gedicht. Ich kannte es bereits, was im Anbetracht der Tatsache, dass unser Gehirn sich im Schlaf nichts neues ausdenkt, sondern Dinge recycelt, die wir schon gesehen oder gehört haben, nichts Besonderes ist, doch diese Zeile hatte immer eine Bedeutung für mich.
    „Auf den Bernsteinstraßen lagen Feuersprungfacetten, um ein aufflackerndes Lächeln zu retten.“
    Es stammt aus einem Gedicht namens „Das Heidelbeermal“ und ich weiß nicht mehr, wann ich es entdeckt habe oder wer es geschrieben hat, doch es ist mir im Gedächtnis geblieben, wegen der vielen wahren Worte. Und eben das spiegelt diese Zeile wieder. Warum muss das Lächeln gerettet werden und warum ist es bloß aufgeflackert? Was genau sind Feuersprungfacetten? Weshalb sind es Bernsteinstraßen? Ich weiß es nicht, doch alles an diesem Satz scheint einfach zu passen.

    Mittlerweile liege ich bereits so lange wach, dass ich mich nur noch an das Aussehen dieses Torbogens erinnern kann und ich weiß, dass auch er verschwinden wird, wenn ich die Augen öffne. Ich habe einmal versucht, ein Traumtagebuch zu führen, doch es hat nicht funktioniert, mein Gehirn ist wohl zu schnell. Ich habe keine Wahl. Ich muss loslassen und mich der wahren Welt stellen. Und bereits jetzt weiß ich, dass es morgen früh genau dasselbe sein wird.
    Ich versuche mit aller Kraft, das freie, glückliche Gefühl festzuhalten, das ich verspürt habe.
    Dann öffne ich meine Augen.

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    Song Inspiration: Dream - Imagine Dragons / Too weird to live, too rare to die! - Panic! At The Disco (ja, das ganze Album, obwohl es nichts mit der Geschichte zu tun hat, ich habe es halt gehört)

    Es tut mir leid, dass diese Geschichte kaum Handlung hat. Wenn ihr sie trotzdem bewerten möchtet oder selbst zu den sieben Worten aus der Beschreibung schreiben möchtet, dann findet ihr den Wettbewerb hier. https://www.testedich.de/quiz44/quiz/1475077173/Sieben-Worte-fuer-ein-Wunder-Ein-Schreibwettbewerb

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