Springe zu den Kommentaren

Rayla - scars of war

star goldstar goldstar goldstar goldstar greyFemaleMale
1 Kapitel - 44.638 Wörter - Erstellt von: - Entwickelt am: - 1.045 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Eine Star Wars Fanfiktion von einer jungen Jedi namens Rayla Cullain, die die Star wars Geschichte vom Anfang bis zum Ende (1-6) miterlebt. Freundschaften zu schließen ist nicht einfach, Freundschaften zu schließen, bei denen einer der beiden letztendlich immer draufgeht ist noch schwerer, Rayla hat es nicht leicht im Leben, direkt in den ersten Krieg geboren, um kurz darauf in den nächsten zu stolpern.

A/N: Das ist eine neue Version der älteren Geschichte, nicht neu geschrieben, nur alles zusammengefasst und ohne Kaptiel, außerdem hatte ich endlich mal genug Zeit all diese nervigen Fehler zu korrigieren, wenn ich ihr doch noch welche findet, schreibt mir bitte!

    1

    "Ich hasse Sand!", rufe ich verzweifelt. Ich bin hier, irgendwo im nirgendwo, auf einem Wüstenplaneten gestrandet. Ich heiße Rayla Cullain und bin ein Padawan. Mein Meister und ich wurden von der Handelsförderation angegriffen und er wurde dabei getötet. Ich konnte fliehen. doch sie haben mein Schiff schwer beschädigt. Kurz nach der Notlandung ist dieses dann in die Luft gegangen, sodass der Notruf an den Orden nicht mehr durchgekommen ist. Das einzige, was ich über meinen momentanen Aufenthaltsort weiß, ist, dass dieser Planet Tatooine heißt, aber ob es hier Siedlungen gibt- keine Ahnung...Also laufe ich. Einfach geradeaus und hoffe, irgendwas zu finden. Ich sehe mich verstohlen um. Ich spüre etwas...schnell greife ich zu meinem leuchtend grünen Laserschwert und schaue mich genau um. Nichts zu sehen. Aber jemand ist hier, ich spüre es! Auf einmal springen Tuskenräuber hinter einigen Felsen hervor. Blitzschnell zünde ich auch noch mein blaues Shorto und wehre geschickt die Laserschüsse der Angreifer ab. Mit meinen beiden Lichtschwertern bin ich klar im Vorteil und kann die Räuber entwaffnen. Schnell rennen sie davon. Ich bemerke, dass sich von hinter jemand nähert, drehe mich um und halte der Person meine Lichtschwerter an den Hals. Es ist ein junger Mann Mitte zwanzig. Er will mir nichts Böses, ich weiß zwar nicht, warum ich dieses Gefühl habe, aber ich senke meine Schwerter. Nach der ganzen Aufregung verlässt mich die Kraft und mir wird schwarz vor Augen.


    Als ich wieder zu mir komme, trägt mich jemand zu einem Schiff. Es ist beschädigt. Drinnen angekommen bringt er mich zu einem älteren Mann und legt mich auf eine Liege. Er überreicht seinem vermeidlichen Meister meine Lichtschwerter. "Dieses Mädchen habe ich gefunden, Meister. Sie kämpft wie ein Jedi, doch sie stand völlig unter Schock, als ich sie gefunden habe." "Danke, Obi-wan, aber du kannst sie jetzt loslassen, sie ist aufgewacht. Hallo, kleine. Geht es dir gut?", fragt der Mann. Es ist Qui-gon jinn. Ich habe schon viel von ihm gehört. "Ja, alles in Ordnung." "Gut. Also, wie heißt du denn?" Ich setze mich auf und antworte: "Mein Name ist Rayla Cullain. Ich bin der Padawan von Meister Sifo-dias. Wir sind angegriffen worden und mein Meister ist leider gestorben. Ich konnte mit einem Sternjäger fliehen, doch dieser wurde schwer beschädigt und ich musste hier Notlanden..." "Oh... und wie alt bist du?" "15", antworte ich. "Aber auf Grund meiner Spezies (ich bin nur halb Mensch, habe aber soweit ich weiß außer meiner Alterung nicht von der anderen Spezies geerbt) altere ich langsamer. Ich bin also schon etwas erfahrener und stehe kurz vor meinen Prüfungen." Qui-gon antwortet: "Interessant. Ich fand andere Spezies schon immer spannend und faszinierend." "Und was macht ihr jetzt? Ich meine euer Schiff ist ja ebenfalls beschädigt. Wie kommt ihr hier weg und... ich meine könntet ihr mich vielleicht mitnehmen? Warum seid ihr überhaupt hier?" Er erklärt mir ihre Mission und, dass er in einer nahegelegenen Siedlung nach Ersatz teilen für das Schiff suchen will. Ich bekomme allerdings den Auftrag, mit Obi-wan bei der Königin und dem Schiff zu bleiben. Obi-wan ist etwa 10 Jahre älter als ich und hat, wie mir erst jetzt auffällt, wunderschöne grüne Augen. Ich erzähle ihm viel von meinen Abenteuern und er mir von seinen. Nach einiger Zeit, kommt Qui-gon zurück und erklärt, dass der einzige Händler für die Teile, die wir brauchen, keine republikanische Kredits akzeptiert und wir eine andere Lösung finden müssen. Außerdem erzählt er von einem Jungen, den er getroffen hat, der sehr hilfsbereit war und ihnen helfen will. Er heißt Anakin. Ich freunde mich außerdem schnell mit einer der Zofen der Königin an. Ihr Name ist Padmé und sie ist ein Jahr jünger als ich. Am nächsten Tag, darf ich mit Qui-gon und Padmé mitkommen und sie stellen mir Anakin und seine Mutter Shmi vor. Anakin ist 9 Jahre alt und sehr nett. Er wird für uns an einem Podrennen teilnehmen. Ich halte das für total gefährlich aber es ist die einzige Möglichkeit, um das Geld für die Ersatzteile zu bekommen. Als ich zusehe, wie er an dem Rennen teilnimmt, spüre ich seine Genauigkeit und seine Jedi ähnlich schnellen Reaktionen. Anakin gewinnt das Rennen und wir können die Ersatzteile kaufen und ich baue sie mit Obi-wan ein und repariere das Schiff. Währenddessen ist Qui-gon bei Anakin und versucht seine Mutter zu überzeugen, dass Anakin, auf Grund seiner Begabung in der Macht, mit uns kommen kann, um zum Jedi ausgebildet zu werden.


    "So, der Reaktor funktioniert wieder.", rufe ich Obi-wan zu. Und er antwortet: "Wow, ziemlich schnell. Ich brauche hier noch ein bisschen." Ich gehe zu ihm und reiche ihm einen Schraubenschlüssel. Obi-wan fragt verdutzt: "Woher wusstest du, das ich genau den gerade brauche?" "Nun ja, ich kenne mich sehr gut mit der Macht aus. Ich spüre, was Menschen sich wünschen und was sie brauchen.... Außerdem kann ich... naja...verdammt ich kann Gedanken lesen.", antworte ich. "Warum verdammt?" Etwas verdutzt sehe ich zu ihm. Normalerweise zeigen andere immer abweisende Reaktion. "Naja es gibt Leute, die wollen nichts mit jemanden wie mir zu tun haben. Sie haben Angst ich würde sie manipulieren...Allerdings muss ich die Person, deren Gedanken ich lesen will, berühren." Ich greife nach Obi-Wan's Arm. "Also wenn du willst, kann ich es bei dir machen. Natürlich nur wenn du willst. Eigentlich lese ich die Gedanken von Freunden oder Bekannten nicht. Ich finde, es gibt da eine gewisse Privatsphäre und außerdem, wenn die Person die nicht sagt, was sie denkt, dann wird das schon einen Grund haben." Obi-wan antwortet schnell: "Nein, danke. Vielleicht ein andermal. Und wie machst du das mit dem Bedarf anderer?" "Es benötigt etwas Erfahrung mit der Macht und auch mit anderen Menschen. Man kann das lernen. Mein Meister hat mir sehr viel über den Umgang mit anderen Menschen beigebracht. Das Gedankenlesen habe ich aber, glaube ich, schon immer gekonnt. Ich denke mal ich kann das, weil ich ja halb tawaridianer bin. Die tawaridianer waren schon immer sehr mit der Telepathie vertraut. Schade, dass diese Spezies inzwischen ausgestorben ist. Du musst wissen, meine Mutter war schon eine der letzten tawaridianer, doch sie starb bei meiner Geburt. Mein Vater ist inzwischen auch tot." Meine Stimme wurde während dieser Erklärung immer trauriger. "Das tut mir sehr leid, Rayla.", sagt Obi-wan tröstend. "Danke, aber das muss es nicht. Wir sollten jetzt das Schiff fertig reparieren.", lenke ich ihn und mich selbst ab.


    Als wir das Schiff startklar gemacht haben, gehen wir nach drinnen und berichten dies erst mal der Königin. Sie ist sehr besorgt um das Wohl ihres Volkes. Ich entscheide mich, ein wenig zu meditieren, um meine Gedanken zu ordnen und ziehe mich in einen kleinen leeren Raum zurück. Ich spüre das Echo der Macht und genieße es, wie sie mich durchströmt. Plötzlich öffnet sich die Tür. "Hallo Obi-wan.", begrüße ich ihn mit immer noch geschlossenen Augen. Er ist etwas verwirrt, fängt sich aber schnell wieder. "Meister Qui-gon wird bald hier sein. Er hat mich gerade eben benachrichtigt. Außerdem wird er den Jungen Anakin Skywalker mitbringen und ihn vor den Jedi-Rat bringen, damit er ausgebildet wird." Ich sehe aus dem Fenster und da sehe ich Qui-gon auch schon zusammen mit Padmé und einem kleinen, blonden Jungen. Das muss Anakin sein. Padmé kommt schon zum Schiff, während Qui-gon noch einmal mit dem Jungen redet. Nach ein paar Minuten kommen sie dann auch. Plötzlich sehe ich jemanden hinter einem Felsen hervorkommen. Er hat rote Haut und viele Tätowierungen und in seiner Hand erkenne ich ein Lichtschwert. Qui-gon bemerkt ihn zum Glück auch und pariert seine Angriffe geschickt mit seinem eigenen Schwert. Sofort will ich nach draußen laufen um ihm zu helfen, doch da betritt Anakin das Schiff und erklärt mir, dass Qui-gon uns den Auftrag gegeben hat, sofort zu starten und widerwillig renne ich zum Cockpit und starte die Triebwerke. Damit Qui-gon sich zu uns retten kann, lasse ich die Laderampe runter und hebe dann ab. Der Pilot übernimmt und ich laufe zur offenen Laderampe. Meine langen Haare wehen im Gegenwind und ich rufe dem Jedi-Meister zu, dass er schnell kommen soll. Zum Glück schafft er es, mit Hilfe der Macht zu mir zu springen und ich bringe ihn ins Schiff. Die Rampe wird hochgezogen und wir treten aus der Atmosphäre aus.


    Nach einiger Zeit verlassen wir den Hyperraum und treten in die Atmosphäre Coruscants ein. Während des Fluges habe ich mich viel mit Padmé unterhalten und merke, dass sie etwas zu verbergen hat. Ich sage aber nicht. Etwa eine halbe Stunde später sind wir im Jedi-Tempel angekommen und stehen vor dem Rat der Jedi. Qui-gon berichtet von dem Sith, gegen den er kämpfen musste. Als sie gegangen waren, musste ich dem Rat erzählen, was genau vorgefallen war, wie es zu dem Tod Meister Sifo-dias´ kam und wie ich Obi-wan und seinen Meister getroffen habe. Außerdem haben sie mich angewiesen die letzte Zeit vor meinen Prüfungen mit Qui-gon und seinem Padawan zu verbringen. Die erste Mission erwartet uns auch schon auf uns. Zusammen mit Qui-gon und Obi-wan soll ich der Invasion auf Naboo ein Ende setzen. Während Qui-gon und Obi-wan mit Padmé auf dem Planeten sind, um den Viezekönig zu finden und einen neuen Vertrag auszuhandeln, leite ich den Angriff auf die Blockade der Handelsförderation um Naboo. Wo bleibe denn die Piloten? Die anderen müssen sie wahrscheinlich erst befreien, aber jetzt sollten sie schon bald kommen. Na endlich! Dort treten Kampf-Schiffen aus der Atmosphäre aus und fliegen auf mich zu. Ich befinde mich in meinem eigenen Jäger. Er ist gelb mit lila-farbenen Streifen-der perfekte Kontrast! "Commander, die Staffel ist einsatzbereit!", funkt mir einer der Piloten zu. "Sehr gut, Gold 1! Also sie werden einige Jäger besitzen. Diese werden starten, sobald wir in Angriffsposition sind. Rot 1-9 ihr kümmert euch nicht um die, sondern versucht nur, die Blockade hochzujagen! Der Rest schaltet mit mir die Verteidigung aus! Noch Fragen?", teile ich die Gruppen ein. Als Antwort kommt nur ein schnelles: "Nein, Commander! Auf Angriffsposition!"


    Bumm! Noch einer unserer Jäger ist explodiert. Verdammt! Die sind einfach zu gut verteidigt! Deren Schilde sind quasi undurchdringbar. Plötzlich klappe ich zusammen und ein anderer Pilot kann mir gerade so noch den feindlichen Jäger von Hals schaffen. Ich spüre einen lauten Aufschrei! Angst....Wut…Schmerz! Es sind die Gefühle von Obi-wan und ich verstehe. Qui-gon ist gefallen! Ich schließe die Augen...Verdammt, verdammt, verdammt! Ich wünsche mir tiefgründig, dass Obi-wan es wenigstens schaffen wird und versuche mich wieder auf den Angriff zu konzentrieren. Dies scheint aber gar nicht mehr nötig zu sein, denn Anakin, welcher ebenfalls in einem unserer Schiffe war, hat es geschafft die Blockade zu zerstören und alle Piloten bereiten sich schon auf den Landeanflug vor.
    Einige Tage ist sowohl die Siegesfeier von Naboo, da wir die Invasion stoppen konnten und die Mission erfolgreich beendet haben, sowie auch die Verbrennung von Qui-gon. Es ist sehr traurig und doch so friedlich. mir ist klar, der Krieg hat begonnen. Der Sith, den Obi-wan letztendlich besiegen konnte, war allein, was bedeutet, dass einer von ihnen immer noch irgendwo dort draußen ist und wir müssen ihn finden. Das seltsame ist, dass ich Meister Qui-gon´s Echo immer noch in der Macht spüren kann, obwohl er ja tot ist, doch darauf kann ich mich jetzt nicht konzentrieren. Der Rat hat mich und Obi-wan als bereit für die Prüfungen erklärt. Schon bald werde ich eine Jedi-Ritterin sein. Obi-wan, der inzwischen ein guter Freund geworden ist, auch und er hat auch schon einen Padawan: den jungen Anakin Skywalker.


    Fünf Jahre sind vergangen und mir gefällt die Ruhe in der Galaxis gar nicht. Ich gehe zum Fenster und sehe n den Himmel. Es ist drei Uhr und ich kann einfach nicht schlafen. Irgendwo dort draußen befindet sich der Meister von Darth Maul und plant seine Rache. Ich weiß es einfach! Es ist Vollmond und ich genieße das weiße Licht, dass in mein Zimmer im Jedi-Tempel scheint. Die Vollmondnacht ist etwas sehr Besonderes für mich, denn nur bei Vollmond altere ich. In dieser Nacht werde ich auf einen Schlag zwei Wochen älter, dafür aber sonst nie. Ich bin also jetzt 17 Jahre alt. Schnell binde ich meine langen roten Haare zu einem Zopf und verlasse meinen Schlafsaal. Auf dem Gang treffe ich auf Anakin. Er kann ebenfalls nicht schlafen. Der Junge ist inzwischen schon ziemlich groß geworden und es ist mir ein bisschen peinlich, dass ich hier nur in einem kurzen Top und einer lockeren, kurzen Hose herumlaufe, wo ich doch ein Vorbild sein sollte. "Kannst du auch nicht schlafen?", fragt er mich und lächelt ein wenig. "Ja, Ani, das liegt wahrscheinlich am Mond, du weißt schon, weil ich wieder älter werde." "Ja, ich weiß. Und eines Tages bin ich älter als du." Er lacht leise und ich frage: "Hast du Hunger?" "Ein kleines bisschen. Deshalb bin ich ja aufgestanden. Aber erzähl das bloß nicht Obi-wan, okay? Er mag es nicht, wenn ich nachts im Tempel herumschleiche." "Schon klar.", antworte ich zwinkernd. Wir gehen in die Küche und essen schnell einen kleinen Snack und während ich wieder alles aufräume, setzt er sich auf die Couch in der Kantine...und ist prompt eingeschlafen. Als ich fertig bin, bemerke ich dies und muss lächeln. Ich hebe ihn von dem Sofa und bringe ihn zurück in sein und Obi-wans Zimmer. Ich lege ihn sanft auf sein Bett und decke ihn zu. Ich drehe ihn um und mein Blick fällt auf Obi-wan, der ruhig schlummernd auf seinem Bett liegt. Die Beiden sehen auch zu niedlich aus. Ich schleiche leise aus dem Raum und beschließe auch wieder schlafen zu gehen. "Gute Nacht, Ani. Gute Nacht, Obi-wan."


    Ich wache auf und sehe auf die Uhr. Es ist 9.30 Uhr und ich öffne die Vorhänge. Die strahlende Sonne scheint mir ins Gesicht. Schnell suche ich mir ein schickes aber praktisches Outfit heraus. Ich entscheide mich für ein lilanes kurzes Kleid mit einem schwarzen Ledergürtel und einer schwarzen Leggins. Meine Haare flechte ich zu einem Zopf, den ich mir über die Schulter nach vorne lege. In der Kantine setze ich mich zu Anakin und Obi-wan an den Tisch. "Hallo, Obi-wan, Guten Morgen, Padawan Skywalker.", begrüße ich sie und lasse, als Obi-wan nicht hinsieht, mir und Anakin mit Hilfe der Macht einen Pfannkuchen von der Theke auf unsere Teller schweben. <<Wehe du erzählst ihm das, Ani!>>, sage ich ihm per Telepathie. Dies ist ebenfalls eine Gabe, die ich auf Grund meiner Art besitze. Nach dem Frühstück, werde ich von Yoda aufgefordert, vor den Rat der Jedi zu kommen. Sie haben eine Mission für mich. "Padawan Skywalker, du mitnehmen wirst! Viel er von dir lernen kann, Rayla. Diese Piraten, unbedingt finden, ihr müsst.", weist mich Meister Yoda ein. "Aber Anakin Skywalker ist doch Obi-wans Padawan und warum kommt Obi-wan nicht mit?" Yoda antwortet: "Eine andere Aufgabe, wir für ihn haben. Padawan Skywalker, in guten Händen bei dir ist." "In Ordnung, Meister. Ich werde auf ihn aufpassen.", sage ich, deute eine Verbeugung an und verlasse den Raum. Ich soll schon morgen früh aufbrechen und suche deshalb schnell Obi-wan und Anakin, welche ich schließlich im Archiv auffinde. "Hey, Obi-wan." "Oh, hi, Rayla." Er weiß bereits von meiner Mission mit Anakin und verabschiedet sich schnell, um seinen eigenen Pflichten nachzugehen.


    "Sprung in den Hyperraum vorbereiten!" und schon sind wir in Lichtgeschwindigkeit übergegangen. Jetzt gibt es hier im Cockpit fürs erste nichts mehr zu tun. Anakin und ich gehen nach hinten und setzen uns auf ein gemütliches Sofa. Wir fliegen heute in einem Frachter, damit niemand Verdacht schöpft. "Weißt du, was ich gerade denke?", fragt Ani. "Nein. um die Gedanken einer Person zu lesen, muss ich sie berühren." "Also bedeutet das, dass immer, wenn du jemanden berührst, du automatisch seine Gedanken liest?" "Nein, natürlich nicht. Manchmal kann es passieren, dass ich quasi aus Versehen weiß, was die Person vor mir gerade denkt, aber eigentlich kann ich das kontrollieren." "Gut." Lächelt frage ich: "Wieso gut?...Willst du nicht, dass ich weiß was du denkst?" Anakin sieht verlegen weg. Schnell wechselt er das Thema. "Darf ich mal deine beiden Lichtschwerter sehen?" "Ja, aber du weißt doch, das blaue ist ein Shorto." Ich gebe ihm meine beiden Waffen. Fasziniert sieht er sie sich genau an. "Meins sieht ganz anders aus und doch ähneln sie sich sehr.", stellt er fest. "Ja, das ist das besondere an Lichtschwertern. Sie haben alle den gleichen Aufbau und doch ist jedes anders. Sogar meine beiden Schwerter sind komplett unterschiedlich, obwohl ich sie beide gebaut habe." Einige Zeit später landen wir auf einem düsteren Planeten. In Umhänge gehüllt, wandern wir durch das sumpfige Gebiet. "Ich fühle mich hier gar nicht wohl!", beschwert sich der junge Padawan. "ich mich auch nicht, aber wir müssen diese Piraten finden. Nur sieh haben Informationen zu der Terrorgruppe Eskar auf Naboo." Ups! Ausgeplaudert! Obi-wan hatte mich gewarnt, Naboo nicht zu erwähnen, da dies der Heimatplanet von Padmé Amidala ist und er viel Angst um sie hat. Ich spüre seine Beunruhigung und will seine Hand nehmen, um ihn zu beruhigen, doch er zuckt zurück. Er hat Angst, ich würde seine Gedanken lesen und dann wissen, wie gern er Padmé hat, obwohl das verboten ist. Er vertraut mir nicht... Ich schließe meine Augen und bündle positive Energie in mir und sende sie zu Anakin. Sofort spüre ich, wie er sich wieder beruhigt und einen klaren Kopf bekommt. Ja, für diesen Trick hatte ich sehr lange geübt. Aber es hatte sich gelohnt. Jetzt kann ich ihn sehr gut und er wirkt sofort. "Dann los!", fordert Anakin mich voller Tatendrang zum Weitergehen auf. Plötzlich fahre ich herum. Jemand ist hier, doch bevor ich irgendetwas tun kann, wird mir schwarz vor Augen.


    Als ich wieder aufwache, liege ich neben Anakin auf einer Bank in einer Zelle. Ich greife zu meinem Gürtel, aber das hätte ich mir auch sparen können. Natürlich hatte man mir und Anakin die Laserschwerter abgenommen. Ani liegt immer noch betäubt neben mir. Ich spüre, dass er schreckliches durchlebt und versuche ihn zu wecken, doch er bleibt in seinem Traum gefangen. "Okay, Anakin. Ich weiß, dir wird das nicht gefallen, aber ich muss das jetzt machen." Sanft nehme ich seine Hand und versuche in seinen Geist einzudringen, um ihn von sich selbst aufwachen zu lassen. Seine Hand ist kalt und schlapp, doch ich halte sie ganz fest. Komm schon! Komm schon, Ani! Bitte! Da: er schlägt die Augen auf und ich atme laut aus. "Hallo, Anakin. Wie geht es dir?", frage ich. "Ich hatte einen schrecklichen Traum. Was ist passiert? Wo sind wir hier?" "Ich schätze in einer Art Gefängniszelle. Jemand hat uns mit einem Betäubungsgewehr abgeschossen." ich halte immer noch fest seine Hand. ich weiß, dass er von Padmé und von seiner Mutter geträumt hat. Es war ein schrecklicher Traum. Es war wie eine Vision, dass beide sterben und es seine Schuld war. Jetzt erst merke ich, dass ich seine Hand immer noch festdrücke und ziehe sie schnell zurück. Er lächelt verlegen. "Also gut, wie kommen wir hier raus?", fragt er nach einer Weile. "Nun ja, ich habe noch keinen Plan geschmiedet, aber mir fällt schon was ein." "Sieh mal, Rayla! Da oben ist ein Fenster. Es ist etwas klein, aber vielleicht passe ich da durch." Tatsächlich! Da oben ist ein Fenster. In einer Zelle? Da stimmt doch was nicht! Außerdem ist es nicht nur ein kleines bisschen größer als Anakins Kopf, sondern auch ca. sieben Meter in der Höhe. Doch Anakin hat sich schon ans Klettern gemacht und hat das Fenster schon fast erreicht. "Stopp, warte...", doch zu spät! Der Padawan hat bereits sie Scheibe eingeschlagen und ein lauter Alarm geht los. Zwei Magna-Wachen betreten die Zelle und schocken mich mit ihren Stäben. Ein lauter Aufschrei aus meinem Mund und ich liege geschwächt am Boden. Die Wächter aktivieren einen Schalter und eine Barriere baut sich in ca. drei Metern Höhe, parallel zum Boden auf und verhindert, dass Anakin mir hilft. "Los, mach, dass du hier rauskommst!", schreie ich ihm zu. "Hab keine Angst! Ich komm schon klar! Ahh!" Wieder spüre ich diesen stechenden Schmerz in meinem Bauch. "Jetzt mach schon!", rufe ich mit letzter Kraft und Tränen treten in meine Augen vor Schmerzen. Endlich zwängt er sich durch das Fenster und verschwindet aus meinem Sichtfeld, doch bevor ich mich darüber freuen kann, betritt jemand die Zelle. Es ist einer der Piraten, die wir suchen. An seinem Gürtel erkenne ich die Lichtschwerter von Anakin und mir. Er bemerkt meinen Blick. "Oh nein, kleine, das würde ich an deiner Stelle lieber lassen. Wenn du auch nur klitzekleine Anstalten machst zu fliehen, zermalmen dich meine Wachen! Also was wollt ihr hier?"


    "Wir brauchen Informationen zu der Terrorgruppe Eskar und wir wissen, dass ihr den Anführer und dessen Pläne kennt.", antworte ich trotzig. "Interessant! Und was gebt ihr mir dafür? und für eure Freilassung?" Ich sehe ihm in die Augen und konzentriere mich. "Ich kann dafür sorgen, dass eure Familie vor euren verräterischen Komplizen sicher ist. Ich weiß, dass sie eure Frau und Kinder als Druckmittel bei euch einsetzen." "Woher wisst ihr, dass ich verheiratet bin?", fragt er verdutzt. "Das spielt keine Rolle!" Ich will ihm nichts von meiner Begabung erzählen, sonst benutzt er mich später noch für seine schrecklichen Geschäfte! "Also?" ich schließe meine Augen und sende ihm positive Machtwellen und sein Vertrauen zu mir steigt. Schließich holt er mir eine Datenkarte, wo alle Infos, die er zu der Terrorgruppe hat, enthalten sind. Er bringt mich und seine Familie zurück zu unserem Schiff und seine Frau geht mit den Kindern an Bord. Plötzlich nähert sich eine Gestalt hinter dem Piraten. Es ist Anakin! <<Versteck dich! Schnell!>>, warne ich ihn durch meine Gedanken, doch der Pirat hat ihn bereits bemerkt und lässt ihn von den Magna-Wachen gefangen nehmen. "Lasst ihn frei! Er gehört zu mir!" "Davon war nie die Rede, Kleine. Die Freiheit des Jungen war nicht im Vertrag enthalten.", bemerkt er provozierend. "Anakin kommt mit mir!", sage ich diesmal schon einiges lauter. "Nichts da! Geht jetzt und bringt meine Frau in Sicherheit! Und ich warne euch, wehe ich höre von meiner Frau, dass ihr euer Versprechen nicht eingehalten habt, dann wird es eurem kleinen Freund hier nicht mehr ganz so gut gehen.", knurrt er und mein Geduldsfaden reißt. Ich verpasse den Wachen, die Anakin festhalten, einen ordentlichen Machtstoß und hole den Piraten von den Füßen. Schnell schnappe ich mir unsere Lichtschwerter von seinem Gürtel, renne ins Schiff und starte die Triebwerke. Die Frau des Piraten sieht mich total verwundert und ängstlich an, doch ich habe keine Zeit für Erklärungen. Anakin ist inzwischen auch in dem Cockpit gekommen und ich ziehe die Rampe hoch. Erst als wir in Lichtgeschwindigkeit übergegangen sind, atme ich auf. "Okay, alles gut..." beruhige ich mich selbst. Anakin kommt zu mir, er ist ziemlich aufgeregt und umarmt mich fest. "Ist alles in Ordnung bei dir, Rayla?" "Jaja, Alles okay. Ist nicht so schlimm. Was ist mit dir?" Ich verdeck mit meiner Hand die Stichwunde an meinem Bauch, damit er sich keine Sorgen macht. "Ich hatte solche Angst um dich, Rayla. Ich weiß, ich sollte das nicht, aber ich konnte nichts dagegen tun." Entschuldigend und zugleich verzweifelt sieht er mich an. "Oh, Ani. Das ist nicht schlimm. Du lernst noch und irgendwann wirst du es hinbekommen, die Angst nicht mehr an dich ranzulassen. Du wirst es lernen, ganz sicher. Hier." Ich gebe ihm sein Lichtschwert. "Danke! Du bist so eine gute Freundin und Lehrerin zugleich...Was machen wir denn jetzt mit den Kindern?" "Ich habe versprochen, dass ich sie in Sicherheit bringe und das werde ich auch." Nachdem ich meine Wunde verarztet habe, stelle ich Kontakt zum Rat der Jedi her und schicke ihnen die Informationen, die auf der Datenkarte waren. Nach einem kurzen Gespräch entscheiden wir uns, die Familie nach Mandalore zu bringen. Die Herzogin dort ist sehr gewaltfeindlich, also ist es dort relativ sicher, für die Frau und ihre Kinder.

    "Ani, du bleibst beim Schiff! Ich bringe die Frau und die Kinder zu Herzogin Satine und bespreche mit ihr, was wir mit ihnen machen.", sage ich, nachdem wir das Schiff gelandet haben. Ich betrete den Palast und der Premierminister empfängt mich. "Die Herzogin ist im Moment in einer Besprechung, doch sie wird sicher gleich kommen." Nach einiger Zeit, öffnet sich die Tür und die Herzogin betritt den Raum. Unser Gespräch dauert zum Glück nicht lange und sie kümmert sich sofort um ein neues Heim für die Familie. "Auf Wiedersehen, Meisterin Cullain. Und grüßt Obi-wan Kenobi von mir!" Obi-wan? Warum? Ich nicke nur und verlasse den Palast. Woher kennt sie Obi-wan? Naja, egal. Ich betrete das startklare Schiff und wir heben ab. Erleichtert lasse ich mich in den Pilotensitz fallen und steure das Schiff ins Weltall. "Mission erfolgreich beendet, würde ich sagen.", sage ich zufrieden und mache den Sprung in den Hyperraum.


    Seit dem habe ich Anakin und Obi-wan nur noch sehr selten gesehen. Zwei Jahre später hat der Rat mir genehmigt einen Padawan zu bekommen. Ihr Name war Evelyn und sie war ein Twi´lek. Leider starb sie zwei Jahre später durch den, von mir kurz darauf getöteten Kopfgeldjäger Bruska. Ich weiß, dass das keine gute Idee war, aber als ich meinen toten Padawan da sah, habe ich die Kontrolle verloren. Seitdem ist wieder ein Jahr vergangen und bin mit der Zeit immer kühler und verschlossener geworden. Der Rat hat mir die Aufgabe gegeben, zusammen mit Obi-wan und Anakin auf die Senatorin Padmé Amidala zu achten und sie, wenn nötig, zu beschützen. Ich freue mich total, die Beiden endlich wiederzusehen, versuche aber, keine Emotion zu zeigen. Nichts fühlen ist mein Ziel, doch das ist fast unmöglich, da ich einfach furchtbar aufgeregt bin, meine Freunde zu treffen. "Meister Kenobi, Padawan Skywalker.", begrüße ich die Zwei kühl und deute eine Verbeugung an. "Hallo, Rayla, lange nicht gesehen!", sagt Ani fröhlich und zwinkert mir zu. Ich lächle ein wenig, aber es ist eher so ein undurchschaubares Mona-Lisa-lächeln. Niemand darf merken, wie sehr ich mich freue. Gemeinsam betreten wir die Wohnung von Padmé und sie kommt auch schon sofort an die Tür. Ich begrüße sie kurz, ziehe mich dann aber schnell zurück. Ich habe keine Lust, Anakin mit ihr zu sehen. Ich meine jeder merkt, dass er in die verliebt ist. Sehnsüchtig sehe ich aus dem Fenster. Ich weiß nicht wie lange, aber ich kaue immer wieder dieselben Gedanken durch. Warum bin ich Eifersüchtig? Das darf nicht sein! Nichts fühlen! Keine Wut...keine Trauer...keine Eifersucht! Ich bin ein Jedi, ich darf mich nicht gehen lassen. pausenlose Kontrolle meines Empfindens ist wichtig. Ich bin gleichgültig. Niemand weiß, ob ich mich gerade Freue, oder ob mir etwas nicht passt und das ist gut so! Eine Träne läuft mir die Wange hinunter. Anakin ist so groß geworden. Er ist nur noch ein Jahr jünger als ich...und er sieht ziemlich gut aus, trotz der seltsamen Padawan-Frisur. ich hatte damals auch einen Zopf, aber den hat man in meinen langen Haaren sowie so nicht richtig gesehen. Eine warme Hand fängt die Träne von meinem Gesicht auf und ich drehe mich erschrocken zur Seite.


    Da steht Anakin und sieht mich tröstend an. "Was machst du denn hier? Müsstest du nicht bei Padmé sein?", frage ich möglichst neutral. "Nee die hat eine Sitzung und Obi-wan ist bei ihr. Mich interessiert Politik nicht wirklich und dachte, ich suche mal nach dir. Ist alles in Ordnung?" "Ja, wieso?" Ich versuche möglichst unschuldig zu gucken aber es gelingt mir nicht. "Sicher? Ich meine du hast geweint. Komm schon, was ist los?" "Gar nichts, Okay!", sage ich bissig. Verletzt sieht er mich an. Er bleibt aber hartnäckig und geht nicht weg. Nach einiger Zeit gebe ich auf. "Na gut. Kennst du das, wenn man versucht perfekt zu sein? Wenn du versuchst, die absolute Kontrolle über dich selbst zu bekommen und anfängst dich zu hassen, weil du dich nicht im Griff hast? Ich lebe nach dem Kodex der Jedi...Ich fühle weder Liebe, noch Wut, Hass oder Angst. Zumindest sollte ich das, aber ich kann nicht. Ich bin eine schlechte Jedi. Ich kann nicht die ganze Zeit neutral gucken, sodass niemand weiß, ob ich mich gerade freue, oder ich mit etwas nicht zufrieden bin. Glaub mir: ich habe es versucht! Ein Jahr lang!" Je länger ich rede, umso schneller und auch lauter wird meine Stimme. Wieder laufen mir Tränen über das Gesicht. "Rayla, hör mir zu...Ich weiß genau, was du meinst. Dieses Jahr war nicht schön für dich, nicht wahr?" Ich schüttle den Kopf. "Weißt du warum?" Er wartet nicht auf eine Antwort. "Weil man seine Emotionen nicht unterdrücken kann. Du kannst deine Gefühle nicht kontrollieren. Das Wichtige, das, was man in der Jedi-Ausbildung lernt, ist doch, dass diese Gefühle deine Entscheidungen nicht beeinflussen dürfen. Davon, dass man sie nicht verspüren darf, ist nie die Rede, denn das ist einfach nicht möglich." Ich beginne ein wenig zu lächeln. Er hat sich ja schon immer die Regeln zurecht gedreht, aber das, was er gerade gesagt hat, ergibt Sinn. Er sagt, ebenfalls lächelnd: "So gefällt mir das doch schon viel besser!" "Danke, Ani!", sage ich und er nimmt mich in den Arm.


    In dieser Nacht wurde wieder ein Anschlag auf die Senatorin verübt. Ich bekam davon erstmal nicht viel mit, da Obi-wan und Anakin Nachtwache hatten, doch als Anakin verzweifelt an meinem Zimmer vorbeirennt, folge ich ihm. Er steigt in einen Speeder und ich tue es ihm gleich und fliege ihm hinterher. Als ich erkenne, auf was er zusteuert, atme ich laut aus. Der Droide, an dem sich Obi-wan festgehalten hat, wurde abgeschossen und der Jedi-Ritter fällt gerade ca. 200 Meter in die Tiefe. Anakin setzt zum Sturzflug an und kann ihn auffangen. Als Obi-wan sich in den Sitz fallen lässt, bemerke ich einen Mann in Mandaloreanischer Rüstung. Er zielt auf Anakins Speeder. Mit einem geschickten Manöver kann ich mein Gefährt zwischen den Schuss steuern und ich werde getroffen. Alle Systeme sich überhitzt. Bevor mein Speeder explodiert, springe ich heraus und nutze die Macht im Fall, um ihn aus dem Verkehr zu schleudern. Erneut nutze ich die Macht, aber diesmal um meinen Fall abzubremsen und nicht allzu hart auf dem Boden aufzukommen. ich beeile mich, wieder zurück zu Padmé zu gehen, um auf sie zu achten, während die anderen den Attentäter verfolgen. "Wo ist Anakin? Geht es ihm gut?" Sind die ersten Worte von Padmé an mich. "Ich weiß es nicht genau. Soweit ich das beurteilen konnte ganz gut, aber ich habe ihn verloren, denn mein Speeder wurde abgeschossen." "Oh, ist bei dir alles in Ordnung, Rayla?" "Ja, geht schon." Ich wische mir ein wenig Blut von meiner Stirn. "Bist du okay?", frage ich. "Jaja. Anakin hat diese Viecher, die mich vergiften sollten, getötet." "Gut." Einige Zeit später kommen Meister und Padawan zurück und berichten von der Attentäterin, die allerdings vor dem Verhör von ihrem vermeidlichem Auftraggeber -dem Mann, der meinen Speeder in die Luft gejagt hat- getötet wurde. "Was ist eigentlich mit dir passiert?", fragt Anakin, nachdem Obi-wan fertig berichtet hat. "Mein Speeder ist explodiert.", antworte ich gerade raus. "WAS! Ist alles okay? Wie ist das denn passiert?", fragt Obi-wan. "Dieser Mann, von dem ihr erzählt habt, hat auf euch geschossen. Ihr habt es nicht bemerkt, weil ihr ja mit der Attentäterin beschäftigt ward. Ich hab mein Gefährt also zwischen den Schuss geschmissen und bin rausgesprungen. Kurz darauf ist dieses dann explodiert. Kein Wunder, das war ja auch ein astreiner Schuss." "Also wow, Rayla! Vielen Dank! Sicher, dass alles in Ordnung ist?", fragt Anakin und zeigt auf meine Wunde auf der Stirn. "Ja, alles gut." Am nächsten Tag werden Obi-wan und sein Schüler vom Rat aufgeteilt. Ani wird die Senatorin weiter beschützen und zu ihrem Heimatplaneten Naboo begleiten und Obi-wan wird beauftragt, den Kopfgeldjäger, welcher die Attentäterin angeheuert hat, zu suchen. Ohne Anakins Wissen soll ich ebenfalls nach Naboo, um die beiden im Auge zu behalten und einzigreifen, falls Anakin meine Hilfe braucht. Mir gefällt diese Mission zwar nicht, den zwei hinterherzuschleichen, nur weil der Rat dem Padawan nicht vertraut, aber was soll ich denn machen?


    "Auf Wiedersehen, Obi-wan. Viel Glück bei der Suche und pass auf dich auf!", verabschiede ich mich. "Vielen Dank, werde ich. Möge die Macht mit dir sein, Rayla." "Möge die Macht auch mit dir sein." Und ich folge der Senatorin und dem Padawan auf das Reiseschiff, das uns nach Naboo bringt. Beim Essen setze ich mich ein paar Tische neben die beiden. Unauffällig höre ich ihrem Gespräch zu, auch wenn ich mich ziemlich schlecht fühle, schließlich sind das meine Freunde. "...nicht an die Orte zu reisen, die du magst, Dinge zu tun, die du magst...", sagt Padmé gerade, doch Anakin unterbricht sie. "Oder mit denen zusammen zu sein, die ich liebe?" Ich blicke auf. Ja, sein Leben den Jedi zu widmen ist nicht einfach. Ich wurde als ich fünf Jahre lebte zum Tempel gebracht. Das war kurz bevor mein Planet kollabiert ist und meine Familie, meine Freunde und mein ganzes Volk zerstört wurde. Seitdem bin ich ein Teil des Jedi-Ordens. Ja, ich freue mich, eine Jedi zu sein, schließlich sorgen wir so gut wir können für Frieden in der Galaxis, aber manchmal wünsche ich mir einfach normal zu sein. Meinen Gefühlen freien Lauf zu lassen und mich nicht an alle diese Regeln halten zu müssen. Meine Gedanken driften immer weiter ab. Ich erinnere mich nur sehr wenig an meine Eltern. Von meiner Mutter weiß ich gar nichts. Ich weiß noch, dass ich immer Papas Speeder geklaut habe. Mit meinen Freunden habe ich fast den ganzen Tag gespielt. Sie sind alle fort. Ich weiß nur noch von wenigen, wie sie aussahen, ob sie Tawaridianer waren oder Menschen...Tränen laufen über mein Gesicht. Anakin sieht zu mir hinüber und macht auch Padmé auf mich aufmerksam. "Ist alles in Ordnung, my Lady?", fragt Ani und ich drehe schnell meinen Kopf weg Seine Hand liegt auf meiner Schulter und ich verschaffe mir einen Blick in seine Gedanken. Er hat mich nicht erkannt. Was ein Glück! "Jaja, alles bestens, danke der Nachfrage.", sage ich mit verweinter Stimme. "Auf Wiedersehen." Schnell verlasse ich den Raum und die zwei sehen mir verwundert hinterher. Das war knapp!
    Den Rest der Reiße befinde ich mich in einem ruhigen Abteil und starre in das weite Nichts des Weltalls. Als wir auf Unterlichtgeschwindigkeit wechseln, benachrichtige ich den Rat, dass wir bald auf Naboo ankommen werden. ich packe meine Sachen und suche nach dem Padawan und Padmé. Als wir gelandet sind, steigen die beiden aus und begeben sich zum Palast. Unauffällig folge ich ihnen. Da ich ja nicht einfach so mit in den Palast kommen kann und bei der Sitzung der Königin dabei sein kann, aktiviere ich Anakins Kommunikator, als ich an ihm vorbeigehe und mache mich schnell aus dem Staub. Jetzt kann ich genau hören, was sie sagen. So geht das noch einige Zeit weiter. Die zwei reisen ins Seengebiet und ich folge ihnen. Gerade gehen die beiden auf eine wunderschöne Terrasse und sehen hinaus auf den See zu ein paar Inseln. Sie unterhalten sich ein wenig und Anakin sieht sie wieder mit diesem Blick an. Ja ich meine DEN Blick. Ich wende mich ab. Ich weiß schon, was jetzt kommt. Das musste ja passieren...Soll ich dem Rat darüber berichten? Ich müsste diesen Regelverstoß melden, aber ich kann nicht. Es kommt mir wie verrat vor. Ich drehe mich wieder um und sehe, wie Padmé den Kuss abbricht. Der Arme! Dem jungen Padawan steht die Enttäuschung förmlich ins Gesicht geschrieben. Er tut mir so leid. Anakin steht schon so lange auf sie und auch die Senatorin ist in ihn verliebt, aber Padmé ist der Meinung, dass eine Beziehung zwischen einem Jedi und einer Senatorin unmöglich ist. Also stößt sie ihn weg.


    Am nächsten Tag lasse ich mich in dem, von Anakin und Padmé bewohnten Haus als Küchen- und Haushaltshilfe einstellen, damit ich unbemerkt im Haus sein kann, ohne dass ich mich dauernd verstecken muss. "Sie sieht ein bisschen aus wie Rayla, findest du nicht?", fragt Padmé beim Abendessen, nachdem ich das Dinner serviert habe. "Ja, sie hat die gleichen wunderschönen roten Haare.", antwortet Ani und ich stolpere. Hat er gerade vor Padmé von meinen Haaren geschwärmt? Ich muss zugeben, dass meine Haare sehr eindrucksvoll sind, wegen der außergewöhnlichen tiefroten Farbe und der Länge, aber ich hätte nicht gedacht, dass sie Anakin als "wunderschön rot" im Gedächtnis bleiben. Die Zwei unterhalten sich noch weiter und Ani lässt mit der Macht eine Birne über den Tisch schweben. Ich kann mir ein Lächeln nicht verkneifen. Das mache ich auch voll oft. Später am Abend gesteht Anakin Padmé seine Liebe, doch sie lässt nicht zu, dass er gegen die Regeln verstößt. Der Padawan ist total traurig und enttäuscht und geht auf sein Zimmer. Ich bringe ihm einen Teller mit Obst und Süßigkeiten und sage: "Hier. Das Hilft ganz gut." Er sitzt auf dem Bett mit dem Rücken zu mir und dreht sich um. "Was meinst du...", doch ich habe den Raum blitzschnell wieder verlassen. "...du damit?", schließt er seine Frage ab und sieht auf den Tisch, auf den ich den Teller gestellt habe. Er lächelt schwach, ist aber dennoch sehr verwundert. Padmé sitzt immer noch auf dem Sofa in dem Raum, in dem sie Ani einen Korb verpasst hat und weint. Sie ist in Anakin verliebt, doch ihre Pflichten gehe ihr vor. Auch ihr bringe ich etwas zu essen. Schließlich ist sie ebenfalls meine Freundin.


    Am nächsten Tag nimmt Anakin mich zu Seite. Es ist noch sehr früh morgens und Padmé schläft noch. "Was meintest du gestern mit -das hilft ganz gut!- und warum sollte ich Hilfe brauchen?" Mein Kopf ist gesenkt, denn ich kann es nicht riskieren, dass er mich erkennt. Er ist sehr aufgebracht, da er erstens gerade einen Alptraum hatte und zweitens hat er Angst, dass ich von seiner Liebe zu Padmé weiß und er deshalb aus dem Orden verbannt werden könnte. "Ich weiß nicht was Sie meinen. Wann soll ich was gesagt haben?" Es tut weh ihn anzulügen aber ich muss. Er nimmt mein Kinn und neigt meinen Kopf nach oben, um mein Gesicht sehen zu können. Nur für einen Moment kann er mir in die Augen sehen, dann drehe ich mich zur Seite. "Rayla!" Er sieht mich verwundert an. Verdammt! Aber noch kann ich ihn davon abbringen, da er sich noch nicht ganz sicher ist. "Wie bitte? Rayla? Es tut mir leid, aber ich heiße nicht Rayla. Mein Name ist...ähm...Jane. Ich heiße Jane. Keine Ahnung was Sie das angeht, aber naja." ich schiebe ihn sanft aber bestimmt zur Seite. "Wenn sie mich jetzt bitte entschuldigen würden Ich habe zu tun!" Schnell gehe ich und Anakin schaut mir verwirrt hinterher. Er ist sich nun nicht mehr sicher, ob ich wirklich seine Freundin aus dem Jedi-Tempel bin und das liegt vor allem an dem zickigen Ton, den ich am Ende benutzt habe. Noch an diesem Tag machen Anakin und Padmé sich auf nach Tatooine, auf Grund von Anis Alptraum von letzter Nacht. Er will seine Mutter finden. Kurz vor Abflug, schmuggle ich mich auf ihr Schiff und wir starten. Auf Tatooine folge ich den Beiden in eine kleine Siedlung. Ich erkenne sie wieder. Das ist der Ort, in dem er früher gewohnt hat und wo ich ihn kennen gelernt habe. Anakin findet heraus, wo seine Mutter inzwischen wohnt und begibt sich dort hin. Ich leihe mir einen Speeder und fahre ebenfalls zu dem Ort. Tatsächlich finde ich dort eine Farm und auch Padmés Schiff ist dort. Da ich ja schlecht einfach in das Iglu reingehen kann, warte ich einfach, bis Ani wieder herauskommt. Dann bekomme ich mit, dass Anakins Mutter entführt wurde.


    Er macht sich auf um sie zu finden. Schnell verstecke ich mich, als er auf die offene Fläche tritt. Auch Padmé kommt und verabschiedet sich von ihm. Als sie wieder hineingeht, steige ich auf meinen Speeder und folge Anakin. Es dauert eine ganze Weile, bis ich ihn finde. Ich muss mehrere Male nachfragen, doch schließlich erreiche ich ein Tuskendorf. Etwas weiter entfernt erkenne ich den Speeder, den Ani benutzt hat. Plötzlich sehe ich Anakin, der aus einem der, Häuser´ kommt und anfängt mit seinem Lichtschwert alle Räuber niederzumetzeln. Fassungslos starre ich ihn an.
    Dann komme ich in Bewegung, schlage ein paar Tuskens k.o und rennt dann zu ihm. Er, immer noch im Killermodus greift mich an. Ich zünde meine Laserschwerter und pariere seinen Angriff. Erst jetzt begreift er, dass ich keiner dieser Räuber bin. "Anakin, stopp! Ich weiß, sie haben deine Mutter getötet, aber..." Das war gelogen. Ich wusste es nicht, aber vermute er, weil er so aufgebracht ist. "...du kannst sie nicht einfach umbringen!" "Rayla!" Erst jetzt erkennt er mich. "Was tust DU denn hier? Verfolgst du mich etwa?" Beschämt sehe ich zu Boden. "Es tut mir leid, Ani..." "Nenn mich nicht so! Hat der Rat dich geschickt? Warst du auch schon auf Naboo bei mir?", schreit er beinahe. "Ja und ja. Ich war seit dem Anfang der Reise an eurer Seite. Aber bitte beruhig dich!" "Sie vertrauen mir nicht, stimmt‘s?", fragt er nun schon leiser. Wieder sehe ich zu Boden. Ich weiß, dass er sich jetzt nur noch mehr aufregen würde. "Na klar! Das war bestimmt wieder Obi-wans Idee! Er will nicht, dass ich weiterkomme. Er denkt, ich bekomme nichts alleine hin! Warum versteht denn keiner, dass ich kein Kind mehr bin? Und du, du bist auch nicht besser. Ich dachte wirklich, du wärst auf meiner Seite, aber das musste ja so kommen. Du bist auch so..." Weiter kommt er nicht, denn ich habe mich zu ihm gebeugt, gebe ihm einen Kuss auf die Wange und drücke ihn fest an mich. Völlig verdutzt versucht er sich aus meinem Griff zu befreien, aber vergebens. Er verstummt und ich lasse ihn los. Ich blicke in ein vollkommen verdutztes Gesicht. "Hör mir zu!", fange ich an, zu erklären und er unterbricht mich nicht. "Ich weiß, es ist nicht cool vom Rat, dich verfolgen zu lassen und glaub mir, ich wollte diesen Auftrag nicht annehmen, wirklich. Außerdem war es Windus Idee. Obi-wan war wie ich dagegen. Und es tut mir so leid, die Sache auf Naboo. Ich habe es gehasst, dich anzulügen!", gestehe ich. "Du warst das! Die ganze Zeit. Aber was hast du denn nun gemeint?" "Essen ist Ablenkung. Süßigkeiten lassen einen Schmerz vergessen, zumindest manchmal. Weiß ich aus Erfahrung. Ich hab das mitbekommen. Das mit Padmé..." "Du hast es dem Rat doch wohl nicht erzählt, oder?" Er sieht mich verängstigt an. "Natürlich nicht! Du bist mein bester Freund! Und ja! Es ist ziemlich offensichtlich, dass du in sie verliebt bist." Er sieht traurig zu Boden. "Schau doch nicht so! Sie mag dich auch sehr gern. Ok, ja sie ist in dich verliebt, aber das weißt du nicht von mir, klar? Sie wird es auch noch einsehen, ich weiß es. Viel Glück!", sage ich, gebe ihm erneut einen Wangenkuss und verschwinde. Er will mir noch etwas hinterherrufen, doch ich bin bereits weg. Etwas verloren bleibt er zurück und fragt sich, ob dies gerade wirklich geschehen ist, oder ob ich nur eine Vision war. Plötzlich kommt einer der Tuskens zu sich und sofort spürt er, wie die Wut in ihm wieder hochkommt. er zündet sein Lichtschwert und versenkt es in dem Bauch des Räubers. Traurig holt er den Leichnam seiner Mutter und fährt zurück zur Farm. Dort wird Shmi begraben.


    Einige Zeit später erreicht mich eine Nachricht aus dem Jedi-Tempel. Sie befehlen mir ausdrücklich zurück nach Coruscant zu kommen. Doch es gibt ein kleines Problem: ich habe kein Schiff. Ich fahre nach Mos Aisley und finde dort zum Glück jemanden, der mich mitnimmt. Als ich den Tempel betrete, werde ich sofort wieder zum Aufbrechen geschickt. Obi-wan hat einen Notruf über Anakin zum Rat geschickt, da er den Kopfgeldjäger bis nach Geonosis verfolgt hat aber dort gefangen genommen wurde. Zusammen mit Mace Windu und ca. 200 anderen Jedi machen wir uns auf den Weg Obi-wan zu befreien. Auf dem Planeten angekommen werden wir in einen Kampf gegen eine Droidenarmee verwickelt. Wusste ich es doch, Count Dooku hat die ganze Zeit eine Armee gegen uns bauen lassen. Als ich auf einmal Anakin und Padmé bei Obi-wan in der Schlacht sehe bin ich einerseits wütend, andererseits besorgt. Meister Windu hat im bestimmt verboten hier her zu kommen. Er hat ja noch nie gern Befehle befolgt...Also beeile ich mich zu ihnen zu kommen, um mit ihm die Senatorin zu beschützen. Ihm und seinem Meister werden Lichtschwerter zugeworfen. "Was tust du hier! Ach egal...du Sturkopf!", schreie ich zu ihm, doch er lächelt nur verschmitzt und sagt: "Sorry, my lady!" und durchbohrt einen weiteren Droiden. Leider sind wir in Unterzahl und verlieren den Kampf, als auf einmal Yoda mit einer Klonarmee ankommt um uns zu unterstützen. Count Dooku will fliehen, doch Anakin, Obi-wan und ich verfolgen ihn. Da das Schiff, indem wir fliegen, getroffen wird, fällt Padmé und ein paar Klone über Bord. Sofort spüre ich Anis Versuchung. Obi-wan redet heftig auf ihn ein. "Denk nicht mal dran, Anakin Skywalker. Ich kümmere mich um sie. Obi-wan braucht dich gegen Dooku, klar?" ich zwinkere ihm zu und springe über Bord. Ich schalte die Jäger, die uns abgeschossen haben, aus und nutze die Macht, um nicht hart auf dem Boden aufzukommen. Schnell renne ich zu Padmé und verarzte die Verletzten. Als alle wieder auf den Beinen sind, machen wir uns auf, um Ani und seinen Meister zu unterstützen. Als wir an dem Hangar ankommen, sitzt der Count allerdings schon in seinem Schiff und fliegt davon. Padmé fällt Ani sofort um den Hals und ich leiste erste Hilfe bei Obi-wan´s Schnittwunden. Der junge Skywalker hat seinen rechten Arm verloren, er muss ersetzt werden.
    nach dieser Schlacht beschließen Padmé und Ani zu heiraten. Heimlich auf Naboo und neben den Droiden, R2D2 und C3PO bin ich die einzige, die davon weiß. Das ist der Beginn der Klonkriege und ich, nun bekannt als General Cullain, leite viele Angriffe auf die Separatisten. Ich erlebe auch viele Abenteuer mit Anakin, doch manchmal versetzt es mir doch einen Stich, wenn ich daran denke, dass er mit Padmé verheiratet ist. Allerdings bin ich auch froh und freue mich für ihn und sie, dass sie die Liebe gefunden haben.


    "Anakin! Ich freue mich, dich zu sehen. Offenbar war eure Mission, den Kanzler zu befreien, ein Erfolg!", begrüße ich Obi-wan´s Padawan. "Rayla, hi! Ich..." "Schon klar, ich halte dich nicht auf. Sie wartet schon ziemlich lange." Ich zwinkere ihm zu und er verabschiedet sich, um zu Padmé zu gehen. Später im Jedi-Tempel treffe ich ihn wieder. "Hey, Rayla. Ich muss dir etwas Unglaubliches erzählen. Aber nicht hier! Komm!" Er zieht mich in einen leeren Raum. "Stell dir vor, ich...ich...werde Vater!" "Wirklich? Oh, das ist ja wundervoll! ich freue mich so für euch!" Das war nicht gelogen. Seine gute Laune war so ansteckend und ich war wirklich glücklich. Ich umarme ihn fest. Er strahlt über das ganze Gesicht und fragt hoffnungsvoll: "Willst du die Patin werden?" ich antworte nicht sofort. "Padmé wäre auch froh darüber.", fügt er hinzu. "Ja! Ja, ja, ja! Es, es ist mir eine große Ehre." "Danke!"
    Es sind ein paar Wochen vergangen und ich besuche Padmé immer öfter, um zu sehen wie es ihr geht und um mit ihr über alles zu reden. Inzwischen wird Anakin in den Rat der Jedi aufgenommen und versorgt den Kanzler mit Informationen. ich traue diesem Palpatine nicht, aber da liege ich bestimmt falsch. Mir gefällt es einfach nicht, dass er immer mehr Vollmachten bekommt und sich durch Anakin in Jedi-Angelegenheiten einmischt. Aber naja, ich habe auch nicht allzu viel mit ihm zu tun. Ich bin mehr mit der Suche nach General Grievous, diesem Feigling, beschäftigt. Und die restliche Zeit bin ich bei Padmé und plane jede Menge Zeugs wegen dem Kind.
    Anakin wird mit der Zeit immer nervöser, was verständlich ist, da der Rat ja nichts von der Beziehung von ihm und Padmé wissen darf. Außerdem ist er mit seinem neuen Auftrag, den Kanzler auszuspionieren, gar nicht zufrieden. Er ist der Meinung, es verstoße gegen den Kodex der Jedi.
    Obi-wan hat Grievous im Outer-Rim, auf dem Planeten Utapau, ausfindig gemacht und startet seinen Angriff. Ich hoffe er bekommt hin.


    Es ist schon später Abend, als Anakin mich kontaktiert, sofort in die Gemächer des Rates zu kommen. Weil er ziemlich aufgebracht klingt, warte ich nicht lange und beeile mich dorthin zu kommen, obwohl ich gehört habe, dass der Tempel angegriffen wurde. "Ani, was ist passiert?", frage ich, als ich den Raum betrete. Er steht mit dem Rücken zu mir und erst jetzt fällt mein Blick auf die toten Jünglinge. Er dreht sich um und ich blicke in ein Gesicht voller Hass und Angst.
    "Anakin, ich, was geht hier vor?", doch ich weiß es bereits. Er hat sich der dunklen Seite zugewandt. "Nein....NEIN! Tu mir das nicht an! Sag, dass das nicht wahr ist! Das darf doch nicht wahr sein!", letzteres war eher an mich selbst gerichtet. "Es tut mir leid, Rayla! Er hat die Kontrolle über mich!" Er klingt verzweifelt, doch auf einmal wieder feindselig. "Das ist dein Ende!" Er greift zu seinem Lichtschwert, aber ich lasse mich nicht darauf ein. Ich richte mich auf. "Dafür bist du nicht stark genug.", sage ich. Er geht auf mich los, doch ich mache keine Anstalten mein Schwert zu zünden. Als er zum Schlag ausholt, greife seine Handgelenke und es beginnt ein gewaltiges Kräftemessen. Unsere Köpfe stoßen beinahe gegeneinander und ich sehe ihm in die Augen. Die Augen in denen ich mich so oft verloren habe. Jetzt funkeln sie mich böse an. Eine Spannung entsteht und ich verringere den Abstand zwischen unseren Gesichtern und küsse ihn. Er erwidert den Kuss nicht, aber er kann sich auch nicht lösen. Seine Lippen auf meinen...Schließlich löse ich mich von ihm und stoße ihn ein wenig von mir weg. "Ich liebe dich!", gestehe ich und eine Träne entweicht meinem Auge. Er reißt seine Augen auf und für einen kurzen Moment scheint er gerührt, aber dann verengen sich seine Augen wieder zu Schlitzen und er hebt sein Schwert. "Versuch es nicht!", warne ich ihn, doch er ignoriert, was ich sage. Als er zum Schlag ansetzt, verpasse ich ihm einen Machtschub und er stürzt aus dem Fenster. ich wende mich ab und beginne zu weinen. Die Kraft weicht aus meinen Beinen und ich sinke zu Boden. Wie konnte das nur passieren? Warum habe ich es nicht voraussehen können? Nicht er! Ich vergrabe mein Gesicht in meinem Haar und verliere das Bewusstsein.


    Nach einer Weile kommt Obi-wan in den Raum und trägt mich zu Meister Yoda. Als ich wieder richtig bei mir bin, sehe ich Obi-wan an und sage: "Anakin...er...er hat sie...umgebracht. Die kleinen Jünglinge. Er...ich...es tut mir so leid!" "Ich weiß!", antwortet Obi-wan und nimmt mich in den Arm. "Was sollen wir jetzt machen? Ich weiß, dass Anakin den Sturz überlebt hat.", fragend sehe ich zu Meister Yoda und Obi-wan. "Beruhigen, du dich musst Meisterin Cullain und dann Kontakt zu anderen Jedi, du aufstellst um zu sehen, wer überlebt hat die Order 66 des Sith-Lord hat.", antwortet Yoda. "Aber wer ist denn nun der Sith-Lord?" "Der Kanzler, das ist. Gegen kämpfen ich werde. Um Überlebende, du dich kümmerst. Sie aufhalten, zum Tempel zu gehen, du musst." "In Ordnung, Meister. Möge die Macht mit uns allen sein.", verabschiede ich mich, umarme Obi-wan und mache mich auf die Suche nach Überlebenden. Ich besuche die verschiedensten Planeten, wo sich Jedi aufgehalten haben, doch die Klone haben ganze Arbeit geleistet. Ständig finde ich mich im Kampf gegen diese und er endet immer damit, dass ich in meinem gelben Sternjäger den Planeten verlasse, da ich nur Leichen früherer Freunde vorfinden konnte.


    Gerade bin ich im Landeanflug auf einen weiteren Planeten, da kontaktiert mich Obi-wan, dass Padmé auf Polis Massa gerade ein Kind gebärt. Sofort breche ich meine Suche ab und begebe ich mich zu Obi-wans Standort. Doch als ich dort ankomme, sehe ich nur noch, wie Padmé, auf einer Liege liegend, ihre letzte Kraft aufwendet, um die letzten Worte ihres Lebens zu sprechen. Erneut bin ich am Boden zerstört und kann mich nicht zurückhalten. "NEIN! Bitte nicht...sie!" Sie war so eine starke Frau. ich sehe zu Obi-wan, der ein Baby in der Hand hält. Es ist ihr Kind. Sofort gehe ich zu ihm und sehe noch ein zweites Kind. Meine Freundin hat soeben Zwillinge geboren! Ich beuge mich über Padmés toten Körper, nehme ich ein Haarband aus meiner Frisur und lege es ihr in die Hände. Sie hatte auch genau das gleiche Haarband und wir sahen es als Zeichen unserer Freundschaft. Ich sehe wieder zu Obi-wan, mein Gesicht tränenüberströmt. Auch er ist traurig. Ich streichle das Baby und berühre Obi-wans Hand. Ich schluchze leise und gehe dann in einen Nebenraum. Als ich mich wieder einigermaßen beruhigt habe, kommt er zu mir. "Hast du es gewusst?", fragt er. Ich nicke und starre weiter den Boden an. "Ich bin ihre Patin. Und falls dich das interessiert, sie haben vor ca. drei Jahren geheiratet. Ungläubig starrt er mich an. "Was wird jetzt mit ihnen passieren?", frage ich. "Bail Organa hat Leia adoptiert und ich werde Luke nach Tatooine zu Anakins Stiefbruder bringen. Dort werde ich bleiben und Yoda geht nach Dagobah ins Exil. Was wirst du tun?" "Ich weiß es nicht. Meine beste Freundin ist gerade gestorben und mein bester Freund wurde von meinem anderen besten Freund besiegt. Ich würde ja bei dir bleiben, aber Luke so oft zu sehen...ich weiß nicht, ob ich das kann." "Woher weißt du, dass ich ihn besiegt habe?" "Erstens, du lebst noch und zweitens...ich kann Gedanken lesen. Tut mir leid, ich weiß, ich habe dir versprochen das nicht ohne Erlaubnis zu machen, aber ich musste wissen, was passiert ist." Er erwidert etwas überrascht: "Daran erinnerst du dich noch?" "Natürlich! Das war ein Tag, nachdem ich dich kennengelernt habe. Unsere erste Begegnung war schon ziemlich aufregend, findest du nicht? Auf jeden Fall habe ich dir versprochen, dass ich das nicht mache, während wir das Schiff repariert haben." "Ja, richtig. Ich hatte nur nicht gedacht, dass du das noch so genau weißt, schließlich ist das 13 Jahre her." "Und doch bin ich nur sechs Jahre älter geworden...Ich glaube ich werde auch ins Exil gehen um meine Verbindung zur Macht zu stärken. Aber ich verspreche dich zu besuchen, wenn ich soweit bin und dann kannst du mich Luke vorstellen.", beschließe ich. "Dann wünsche ich dir viel Glück und ein baldiges Wiedersehen. Möge die Macht immer mit dir sein, Rayla!" Er schließt mich in eine feste Umarmung. "Vielen Dank! Möge die Macht mit dir sein, Obi-wan. Und vergiss nicht auf mich zu warten. Ich werde kommen, ich weiß nur noch nicht wann. Du bist mein bester Freund!" Ich drücke ihn noch einmal fest, verabschiede mich von Meister Yoda und Bail Organa und steige in meinen Jäger. Dann verlasse ich die Medi-Station. Nach reichlichen Überlegungen, entscheide ich, mich auf dem Planeten Yarvin IV niederzulassen. Ich weiß, dass auf diesem Planeten viele Sith-Tempel waren, doch nun ist er verlassen. Die dunkle Präsenz wird mir helfen, meine dunkle Seite zu akzeptieren und zu verstehen. Außerdem hat dieser Planet ein großes Machtpotenzial, was meine Verbindung zur Macht stärken wird. ich gebe die Koordinaten in den Computer ein und mache kurz danach den Sprung in den Hyperraum.


    Ich knie mich auf den Boden, um zu meditieren. Seit ich mich auf diesem Planeten niedergelassen habe, sind drei Jahre vergangen und ich habe mir hier ein kleines Haus eingerichtet. Jeden Tag meditiere ich ungefähr zehn Stunden, schlafe acht Stunden und trainiere fünf Stunden mit dem Laserschwert. Ich bin inzwischen 23 Jahre alt.
    "Rayla." Ich reiße die Augen auf. "Wer ist da?", doch die Stimme kommt nicht aus dem Raum, sondern aus meinem Kopf. Aber das ist unmöglich! "Wie ich sehe ist aus dir eine mächtige Jedi geworden." Jetzt erkenne ich, wer da spricht. "Meister Qui-gon!" "Ja, ganz Recht, Rayla." "A..aber wie ist das möglich? Ihr seid vor 16 Jahren gestorben!" "Das ist richtig, und doch war ich nie wirklich fort. Du hast es gespürt, nicht wahr? Mein Echo in der Macht ist verblieben." "Ihr habt Recht, ich habe es gespürt, aber wie... ich verstehe nicht, Meister, wie ihr jetzt mit mir sprechen könnt." "Mein Körper ist verstorben, doch mein Geist lebt weiter." "Aber wie?" "Die Macht...du kannst es erlernen, Rayla. Ebenso wie ich, wirst du dann nach dem Tod wiederkehren und ich die Macht übergehen." "Sagt mir, was ich tun soll, Meister!" "Gehe zu Obi-wan! Auch er erlernt den Pfad zur Unsterblichkeit. Besuche ihn auf Tatooine! Gemeinsam geht es immer leichter." Ich nicke langsam. "Nun muss ich leider wieder gehen." "Nein, wartet! Eine Frage noch." "Ja?" "Passiert das hier wirklich, oder bilde ich es mir nur ein?" "Es ist natürlich in deinem Kopf, aber das muss doch nicht heißen, dass es nicht echt ist." "Hm...und wann kann ich wieder mit euch sprechen?" "Ich weiß noch nicht. Vielleicht ja auf Tatooine..." Ich lasse die Schultern fallen. "Keine Sorge. Du bist bereit, meine Liebe. Bis bald!" "Nein, wartet! Meister...", doch die Stimme ist schon verschwunden und lässt mich allein zurück.


    Einige Tage später fasse ich einen Entschluss: ich werde Obi-wan auf Tatooine besuchen. Also steige ich in meinen Sternjäger und starte. Wie habe ich das Fliegen vermisst...mit Absicht schalte ich erst extra spät den Hyperantrieb ein, um das unendliche Schwarz des Weltraums zu genießen. Dann gebe ich die Koordinaten ein und mache den Sprung in den Hyperraum. Es dauert eine Weile, dann erreiche ich den Wüstenplaneten und trete in dessen Atmosphäre ein. Während dem Flug hatte ich überlegt, zuerst die Farm, wo Luke hingebracht wurde, zu suchen. Irgendwo dort wird Obi-wan auch sein, schließlich ist er ja nur hier, um auf ihn aufzupassen. Ob Luke Anakin ähnlichsieht? Naja... ich lande mein Schiff etwa einen Click westlich des Sandsteingebäudes und steige aus. Langsam nähere ich mich dem Iglu und überlege, was genau ich Anis Halbbruder fragen soll, schließlich kennt er mich ja nicht...Ich denke, ich werde einfach nach Obi-wan fragen. Also steige ich die Treppen aus Stein hinunter Ich erreiche eine Tür aus Holz und klopfe an. Nach kurzer Zeit öffnet eine junge, blonde Frau. "Guten Tag, entschuldigt die Störung! Mein Name ist..." Ein Kleinkind kommt aus der Wohnung gestapft und stellt sich neben die Frau. Ich erkenne ihn sofort und reiße die Augen auf. "Wer ist das?", fragt er und ich muss schmunzeln. "Entschuldigt! Ich heiße Rayla Cullain und ich suche einen gewissen Obi-wan Kenobi. Wissen Sie etwas über seinen Aufenthaltsort?" Mein Blick hängt immer noch an Luke, der fragend den Kopf schief legt. "Warum wollen Sie das wissen?" "Ich...ich bin eine alte Freundin von ihm und möchte ihn gerne besuchen." Jetzt erst sieht sie auf meinen Gürtel und erkennt meine beiden Lichtschwerter. "Ihr seid eine Jedi!", stellt sie geschockt fest. "Ja, durchaus. Leider eine der Letzten. Können Sie mir nun sagen, wo Meister Kenobi ist?" "Tut mir leid, ich weiß es nicht genau. Irgendwo hinter der Sandwüste südlich von hier. Man erzählt sich aber, dass er mit der Zeit etwas eigenartig geworden ist." "Vielen Dank, Miss. Auf Wiedersehen, Luke!" Verdutzt sieht sie mir hinterher, als ich wieder die Treppe hinaufsteige und ich schnaube leise. Obi-wan und verrückt geworden? So ein Schwachsinn...Andererseits habe ich gerade tatsächlich meinen Patensohn gesehen! Er sieht Anakin tatsächlich ein wenig ähnlich, aber jetzt muss ich erstmal Obi-wan finden.


    Als ich eine Hütte erreiche, ist es bereits abends und die beiden Zwillingssonnen sind schon untergegangen. "Obi-wan?" Ich klopfe an die Tür. Niemand öffnet. Nach zwei Minuten warten, stoße ich die Tür einfach aus den Angeln. Ich bin mir sicher, dass mein Freund hier ist, ich spüre seine Präsenz durch die Macht. Ich betrete das Gebäude und nur etwa zwei Zentimeter neben meinem Hals leuchtet ein Lichtschwert auf. "Wer bist...", setzt eine raue Stimme an, doch ich unterbreche den Eigentümer. "Obi-wan! Was soll das?" "Rayla!" Sofort löscht er sein Schwert und umarmt mich. "Tut mir leid, ich wusste nicht...ehrlich gesagt hatte ich nicht mehr daran geglaubt, dass du kommst..." "Erstmal ist nicht schlimm. Erinnert mich an unsere erste Begegnung von 16 Jahren, weißt du noch?" Seine Mundwinkel zucken leicht und ich fahre fort: "Und Zweitens, ich habe gesagt, dass ich komme und das tue ich auch! Ich...ich war nur unsicher und...naja jetzt bin ich ja da. Kann ich hier unterkommen?" "Ja, natürlich!" Erst jetzt lässt er mich los und ich sehe ihn mir genau an. Er hat einige graue Haare bekommen und sieht ziemlich erschöpft aus. "Wie geht es dir?", frage ich deshalb auch, als wir uns auf sein Sofa gesetzt haben. "Ganz in Ordnung eigentlich, dir?" "Ich hab' ihn gesehen...Luke!" Wieder muss ich lächeln, doch mir treten auch Tränen in die Augen und Obi-wan nimmt mich in den Arm. "Der Ärmste hat keine Eltern, denn Padmé...und Ani ist...er...ich...tut mir leid! Ich komm einfach nicht so recht darüber hinweg." Ich wische mir mit dem Handrücken über die Augen und lege meinen Kopf auf Obi-wans Schulter. "Weißt du, manchmal mache ich mir irre Vorwürfe...Ich hätte es voraussehen können...müssen...ich hätte ihm helfen können..." "Ich kann es manchmal auch nicht glauben...er war schließlich MEIN Padawan und ich habe als sein Meister versagt." "Nein, hast du nicht! Du bist ein toller Lehrer und du bist sehr begabt!" "Danke..." Nach einem kurzen Schweigen sage ich: "Du, mir ist etwas Seltsames passiert, beim Meditieren. So seltsam es klingt, ich glaube, ich habe tatsächlich mit Qui-gon gesprochen." Zu meiner Verwunderung ist er kein bisschen überrascht. "Ja er hat mir das erzählt." "Was!" Ich richte mich auf und sehe ihn fragend an. "Meister Yoda hat mir beigebracht mit ihm zu sprechen. Qui-gon hat einen Weg zur Unsterblichkeit gefunden.", erklärt Obi-wan. Es dauert eine Weile, bis ich verstanden habe, dann erzähle ich: "Er hat zu mir gesagt, dass ich es mit dir lernen soll. Und, dass wir hier wieder mit ihm sprechen können." "Bist etwa nur deshalb hier?", fragt er halb belustigt, halb vorwurfsvoll. Ich verdrehe nur die Augen und wir beginnen zu lachen.


    Die nächsten zwei Jahre lebe ich bei Obi-wan und wir üben jeden Tag die Dinge, die Yoda uns aufgetragen hat. Qui-gon spricht manchmal zu uns und jedes Mal bin ich von seiner Rückkehr fasziniert.
    Es ist 7.37 Uhr und ich bin schon wach, da in der letzten Nacht Vollmond war. Obi-wan schläft noch und ich sitze deshalb allein auf der Couch und meditiere. Plötzlich spüre ich einen Impuls, der durch meinen kompletten Körper rauscht und ich öffne meine Augen. Mein Blick fällt auf eine alte Kiste. Obi-wan wollte mir nie sagen, was sich darin befindet. Ich sehe mich um, doch er ist noch nicht wach. Langsam nähere ich mir der Truhe, schiebe den Riegel vor und hebe den Deckel an. Erst wage ich nicht, hineinzusehen, doch dann blicke ich hinein und bereue es direkt wieder. Es ist der Griff eines Lichtschwerts...nicht irgendein Lichtschwert...es ist SEIN Lichtschwert! Wie in Trance strecke ich meinen Arm aus und greife danach. Meine Hand umschließt es immer fester, da spüre ich, wie mir der Boden unter den Füßen weggerissen wird. Plötzlich finde ich mich in einem weißen Korridor wieder, an dessen Ende eine Person steht. Sie dreht sich langsam um und ich renne los. "Ani!", rufe ich laut und falle ihm um den Hals. Völlig gerührt und überrumpelt bekomme ich kaum einen vollständigen Satz raus. "Du bist hier! Wo sind...wir überhaupt?" Ich löse mich aus der Umarmung. "Ich hab dich so vermisst! Padmé...sie ist..." "Tot, ich weiß!" Eine Weile lächeln wir uns einfach nur an, dann streicht er mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht und sagt: "Es tut mir so leid, was passiert ist, Rayla. Ich schwöre dir, ich würde dir nie weh tun, das weißt du." Ich seufze. "Das hast du aber. Und wie..." Für einen kurzen Moment kneift er die Augen zusammen, dann bekommt sein Gesicht wieder einen freundlichen Ausdruck. "Rayla, komm mit mir! Gemeinsam könnten wie der Imperator besiegen. Ihn stürzen und dann werden wir beide über die Galaxis herrschen. Ist das nicht wunderbar?" Entsetzt mache ich ein paar Schritte rückwärts. "Was! Nein! Wie kannst du nur?" Ich lasse die Schultern fallen. Nicht schon wieder... "Das bist nicht du, Anakin! Versuch dich davon zu befreien, bitte! Du bist stark, du schaffst das! Komm wieder zurück! Lass davon ab! Warum kannst du nicht so sein wie du früher warst?" Jetzt funkelt er mich böse an und schüttelt den Kopf. "Versteh es doch, ich will nicht so sein wie früher! Der Anakin Skywalker, den du kanntest war schwach und überemotional. Ich bin froh, ihn los zu sein! ich gebe dir noch eine Chance...schließ dich mir an, oder du bist mein Feind!" Ich schüttle heftig den Kopf und Tränen schießen mir in die Augen. "Ich kann nicht... Glaub mir, ich wünsche mir nichts lieber, als bei dir zu sein, aber es wäre Verrat! Verrat an der Republik, den Jedi, an der Demokratie, ja an der ganzen Galaxie!" Er greift zu seinem Gürtel, doch ich halte ja sein Lichtschwert in der Hand. "Gib es mir!", faucht er böse, doch ich erwidere: "Nein!" Dann beobachte ich geschockt, wie sich das Schwarz seines rechten Handschuhs über seinen kompletten Körper verteilt und er Sekunden später in einem schwarzen Anzug mit Helm und Maske vor mir steht und sein neues, rotes Laserschwert zündet. Völlig verwundert sehe ich mich um und auf einmal stehen wir uns nicht mehr in einem Korridor, sondern draußen mitten in einem Gewitter gegenüber. Es ist dunkel, nur Anakins Schwert leuchtet. Die blutrote Farbe spiegelt sich in seiner Maske wieder. "Bitte, zwing mich nicht dazu!", flehe ich, doch er kommt mit erhobener Waffe auf mich zu. Sein dunkler Umhang flattert im Wind und weinend stolpere ich nach hinten. Jeden seiner Atemzüge hörbar und mit maschineller Stimme sagt er: "Bewaffne dich!" "Nein!", rufe ich erneut. Ich werde nicht gegen ihn kämpfen! Er packt mich mit dem Würgegriff und ich sinke auf die Knie. Er lässt von mir ab und hebt sein Schwert. Noch ein letztes Mal atme ich tief durch, dann schließe ich die Augen. Wenn das das Ende ist, dann soll es mir Recht sein. Als er gerade zum Schlag ausholt, spüre ich, wie jemand meinen Arm greift und ich stürze wie von einer Klippe in die Realität zurück.


    Eine warme Hand hat meinen Arm umschlossen und ich reiße die Augen auf. Ich keuche laut und werfe geschockt Anakins Laserschwert weg. "Hey, ist ja gut...", versucht Obi-wan mich zu beruhigen und nimmt mich in den Arm. Leise schluchze ich und weine in Obi-wans Schulter. "Ich... Anakin... er...", stottere ich bei dem Versuch zu erklären was passiert ist, aber ich bin viel zu aufgebracht um einen normalen Satz zu sagen. Obi-wan kümmert sich zum Glück lieb um mich und nach einem kleinen Frühstück habe ich mich wieder beruhigt. "Er hat mit mir geredet, Anakin... ich hätte diese Kiste niemals öffnen sollen. Es tut mir so leid!" "Das macht doch nichts! Mir tut es leid! Ich weiß nicht genau was passiert ist, aber es muss schlimm gewesen sein, wenn du deshalb den ganzen Planeten wach schreist. "Entschuldige, ich wollte dich nicht wecken. Ich... ich konnte einfach nicht mehr!" "Hm..." "Obi-wan, wie ist es möglich? Er ist doch... ich meine..." "Ich verstehe es auch nicht!" Ich kaue auf meiner Unterlippe herum. "Kann es denn sein, dass er naja... überlebt hat?" Obi-wan antwortet nicht. "Sag mir, hast du ihn sicher... getötet?" Er wendet sich ab. "Nein...er... ich hab' ihn auf Mustafar liegen gelassen. Er war... ich habe..." Ich seufze. Er streckt mir den Arm hin. "Ließ einfach, bitte!" Ich ergreife seinen Arm und sehe seine Erinnerung vor mir. Anakins Anblick ist schrecklich! Alle Gliedmaßen abgetrennt liegt er da und verbrennt in der Lava. Ich lasse los. Erwartend sieht Obi-wan mich an. Ich schließe die Augen und flüstere: "Also ist es möglich!" Ich lasse den Kopf in den Nacken fallen. Der Anzug... die Maske... all das passt zusammen. Also stimmt es... Er hat überlebt, jetzt ist er halb Maschine und er will... ja, was will er?
    Ich ruhe mich noch einen Moment aus, dann steige ich aber wieder ins Training ein. Sogar noch fleißiger als zuvor. Ich übe auch immer öfter ohne Waffen zu kämpfen und trainiere meine Reflexe.
    Es sind ein paar Wochen vergangen und gerade weiche ich einer Trainingssonde aus und versuche sie auszuschalten. Nach rechts ducken... Bodengang... Radwende... ich springe nach oben und trete die Sonde gegen die Wand. "Rayla?" Ich reiße mir die Augenbinde vom Gesicht. "Was ist?" Die Sonde ist so was von kaputt... ich kann sie später reparieren... "Hast du Hunger? Ich hab was zu essen gemacht." "Oh ja, danke!" Ich laufe in die Küche und setze mich an den Tisch. Es ist bereits abends und ich habe den ganzen Tag noch nichts gegessen. Qui-gon hat gesagt, dass ich große Fortschritte mache und das spornt mich nur noch mehr an, weiter zu trainieren. Als ich fertig gegessen habe, verabschiede ich mich von meinem Freund und gehe erschöpft ins Bett. In dieser Nacht quält mich ein Alptraum. Oder ist es überhaupt ein Traum? Eher sind es schreckliche Erinnerungen und Dinge, die ich schon einmal durchleben musste. Wieder sehe ich Anakins leuchtende Augen so klar vor mir wie damals, als er einen halben Meter vor mir stand. Auch seine Stimme ertönt und ist wie ein Echo in meinem Kopf. Ich wälze mich hin und her und... da! Wieder höre ich etwas. Es ist nicht so wie vorher, nein, jemand spricht mit mir. Es klingt wie: "Rayla!" Es ist eine maschinelle, tiefe Stimme, doch ich erkenne sie sofort. "Anakin!" Nach kurzer Zeit fährt er mich an: "Das ist nicht mehr länger mein Name." "Doch und er wird es immer sein! Was willst du von mir?", frage ich trotzig. Außer seinem bedrohlichen Atmen ist nichts zu hören. "Was willst du von mir!", rufe ich lauter. "Du machst dir Vorwürfe, nicht wahr? Wo warst du, als ich dich gebraucht habe?" Ich setze mich in meinem Bett auf. Seine Stimme ertön direkt hinter mir, doch ich drehe mich nicht um. "Ich war an deiner Seite, die ganze Zeit!" Er schnaubt leise. "Warum hast du mir dann nicht geholfen?" "Ich konnte nicht..." Ich versuche überzeugt zu klingen, aber er hat meinen wunden Punkt getroffen. Warum konnte ich ihm nicht helfen! Ich hätte ihn unterstützen können! Dafür sorgen, dass er nicht auf die Lügen des Imperators hereinfällt! "Du meinst du wolltest nicht!" "Doch, wollte ich! Ich will dir immer noch helfen, aber..." "Aber? Du hast es nicht! Du warst so selbstsüchtig, du hast nicht einmal bemerkt, wie es mir ging!" Ich schüttle den Kopf. "Nein!" Das stimmt nicht! Ich... "Du weißt, was aus mir geworden ist...", raunt er und ich senke den Kopf. Dann lasse ich mich zurück in mein Kissen fallen und versuche zu schlafen, doch ich kann nicht...

    Einige Tage später fasse ich einen Entschluss und gehe damit zu Obi-wan. Schweren Herzens sage ich: "Ich muss gehen!" Er reißt die Augen auf. "Was? Wohin?" "ich muss all das hinter mich bringen. Versteh doch, ich kann so nicht leben." "Sag, dass du nicht vorhast, was ich denke!" Ich weiche seinem Blick aus. "Bitte, du kannst nicht... er wird dich umbringen!" "Ich komm schon klar! Außerdem ist er noch nicht verloren! Vielleicht kann ich ihn zur Vernunft bringen! Ich muss es versuchen..." "Aber... was wenn du falsch liegst? Wenn das Gute in ihm schon vernichtet wurde! Erinnere dich, was wir in Mos Eisley gehört haben. Er lässt alle Machtnutzer verfolgen!" "Das darfst du nicht denken! Ich muss es versuchen!" Er lässt die Schultern fallen. "Du bist so stur wie er...", murmelt er und meine Mundwinkel zucken kurz. Dann drücke ich meinen Freund ein letztes Mal und verlasse das Haus mit nichts als meinen Lichtschwertern.
    Nein, ich will ihn nicht allein lassen! Ich will nicht gehen, aber ich habe einfach das Gefühl, dass ich muss. Ein letztes Mal drehe ich mich um, dann steige ich in meinen Jäger. Schnell hebe ich vom Boden ab und fliege los. Nun die Frage: Wo finde ich ihn?
    Ich konzentriere mich und schließe die Augen. Dann begebe ich mich nach Mustafar. Keine Ahnung, woher diese Vermutung kommt, doch ich folge meinem Instinkt. Nach einiger Zeit erreiche ich den Planeten und trete in dessen Atmosphäre ein. Ein dauert eine Weile aber ich finde tatsächlich eine große Festung. Es ist seine! Ich weiß es einfach!

    Etwas nervös lande ich vor dem gewaltigen Tor und trete ein. Die Präsenz der Dunkelheit scheint mich erdrücken zu wollen, doch ich gehe bestimmt weiter. Nach ein paar Türen komme ich in einen großen, vollkommen leeren Saal. Im Schatten erkenne ich die Umrisse einer Person. "Ich wusste, dass du kommen würdest!", begrüßt mich die Gestalt mit der Stimme einer Maschine. "Dann haben dich deine Sinne wohl nicht getäuscht.", erwidere ich. Er tritt näher und kommt aus dem Schatten. Genau wie in meiner Vision ist sein Anzug vollkommen schwarz und ich kann mein Entsetzen kaum unterdrücken. "Was ist nur aus dir geworden!" Er antwortet nicht. "ich meine, das bst nicht du!" Ich mache einen Schritt auf ihn zu. "Du willst nicht so sein. Ich weiß es! Vor mir kannst du nichts verbergen!" Wieder sagt er nichts und greift zu seinem Lichtschwert. Ein rotes Licht leuchtet auf. Ich zwinge mich, keine Nervosität zu zeigen, doch meine Hände zittern ein wenig. "Das hat das letzte Mal auch nicht geklappt, Anakin. Du weißt, ich will nicht gegen dich kämpfen!" Endlich sagt er etwas. "Ich dachte, du wärst in diesen Jahren etwas klüger geworden. Warum bist du hier, wenn nicht um mich zu bekämpfen?" ich atme tief durch. Ich weiß es nicht... "Ich folge meinem Gefühl! Du fehlst mir, Ani!" "Hör auf diesen Namen zu sagen! Er bedeutet mir nichts mehr!" "Es ist der Name deines wahren selbst! Du kannst das nicht ignorieren! Ich erinnere dich an sie, nicht wahr? Denkst du, du bist der einzigen, der sie vermisst? Ich tue es auch... Sie war meine beste Freundin..." Ich merke, wie er Schuldgefühle bekommt, doch plötzlich geht er auf mich los. Sämtliche Muskeln in meinem Körper spannen sich an und geschickt weiche ich seinen Manövern aus. Dann springe ich mit einem Salto über ihn drüber und lande elegant auf dem Boden. Schnell greife ich an meinen Gürtel und zünde meine Laserschwerter. Das war zwar nicht meine Absicht, aber jetzt muss ich Stärke beweisen. Ich versuche jeden seiner Angriffe zu blockieren, doch bald muss ich feststellen, dass ich mental einfach nicht dazu im Stande bin gegen Anakin zu kämpfen.
    Nach einer gefühlten Ewigkeit breche ich dann zusammen. ich falle auf die Knie und wische mir eine Träne aus den Augenwinkeln. Eigentlich war es ein recht ausgeglichener Kampf, weshalb er auch überrascht ist, als ich meine Schwerter lösche und den Kopf senke. "Ich dachte, du wärst mein Freund, Anakin..." Gleichmäßig höre ich ihn atmen, dann verliere ich das Bewusstsein.

    Ein grelles, rotes Licht blendet mich und sofort schließe ich meine Augen wieder. Etwas später habe ich mich an die Helligkeit gewöhnt und richte mich auf. ich befinde mich in einem kleinen Raum ohne Fenster. Das Licht, das mir ins Gesicht scheint, kommt von einer Tür, auf die ich jetzt zugehe. Zu meiner Überraschung geht sie tatsächlich auf, als ich auf den Schalter drücke, der daneben an der Wand angebracht wurde und ich trete in einen weiteren Raum. Es ist eine Art Badezimmer... ist ja richtig luxuriös hier... Auch hier gibt es eine weitere Tür, doch sie lässt sich nicht öffnen. War ja klar... Ich streife noch ein wenig durch das Zimmer, dann lege ich mich wieder auf die Liege, auf der ich aufgewacht bin und starre an die Decke. Warum hat er es nicht getan? Ich hatte wirklich nicht erwartet, dass er mich am Leben lässt, aus diesem Verhalten werde ich einfach nicht schlau... Ich grüble noch eine Weile weiter, dann gebe ich es auf und die Augen fallen mir zu.

    Ich werde von einem regelmäßigen Atemgeräusch aus dem Schlaf gerissen und richte mich sofort auf, als ich sehe, dass Anakin in meiner Zelle steht. Kurz reibe ich mir die Augen, dann frage ich: "Was willst du?" "Du hast lange geschlafen." "Und du hast mir dabei zugeschaut oder was?" Er antwortet nicht, sondern fragt nach einer Weile: "Wo ist er?" "Wer?" "Kenobi!" Ich verdrehe die Augen. Natürlich... darum geht es hier also... "Warum willst du das wissen?" Ich hebe eine Augenbraue und er lässt etwas wie einen Seufzer hören. "Sicher, dass du es mir nicht einfach sagen willst?" "Tut mir leid, aber ich habe keinen Schimmer. Und selbst wenn, würde ich es dir nicht sagen... Vader!" Ich spucke seinen Namen aus, als wäre es eine Krankheit und sehe ihn herausfordernd an Er greift zu seinem Laserschwert und hält es mir an den Hals. Kurz zucke ich zusammen, dann frage ich: "Denkst du, ich hab' Angst vor dir?" "Wo ist er?" "Ich weiß es nicht, Anakin! Du verschwendest deine Zeit!" Wütend zieht er sein Schwert zurück und streicht dabei meine Schulter. Kurz schreie ich auf und er verlässt kalt den Raum. Ich atme tief ein und aus und versuche den höllisch brennenden Schmerz zu ignorieren. Fluchend schlage ich mit der rechten Faust gegen die Wand und presse die Hand dann gegen den Schnitt. Stöhnend lasse ich mich auf die Liege fallen und schließe die Augen.
    Je länger ich hier bin, desto mehr verliere ich jegliches Zeitgefühl. Das einzige, woran ich mich ein bisschen orientieren kann, sind die Vollmondnächte, die ich ja spüren kann. Aber wie lang ich mich schon hier befinde? - Keine Ahnung! Manchmal kommt Anakin zu mir, um Informationen über den Aufenthaltsort anderer Jedi zu erfahren, doch ich bleibe stur. Meine Hauptbeschäftigung hier ist Meditieren. In Verbindung mit der Macht führe ich weiterhin Übungen durch, die ich auch mit Obi-wan gemacht habe. Was er wohl gerade macht? Und warum kommt Qui-gon nicht zu mir? Ob sie mich alle schon aufgegeben haben? Aber sie müssen doch spüren, dass ich noch lebe...

    Meine Gedanken werden durch eine Gestalt unterbrochen, die den Raum betritt. Ich öffne meine Augen nicht. "Anakin... wirst du mir endlich sagen, wie lange ich schon hier bin?" Er ignoriert meine Frage und packt mich an Arm. "Du kommst mit!" Barsch zieht er mich aus meiner Zelle und ich frage: "Und wohin?" "Das ist nicht wichtig!" ich verdrehe die Augen. "Auf den Todesstern? Denkst du wirklich, das ist eine gute Idee? Was ist das überhaupt?" Genervt antwortet er: "Eine Raumstation, gebaut um einen Planeten zu zerstören, warum liest du das nicht auch aus meinen Gedanken?" Ich reiße entsetzt die Augen auf. "Was? Einen ganzen Planeten, aber das kannst du nicht machen! Anakin!" Er antwortet nicht und mir wird schwarz vor Augen. Als ich wieder zu mir komme, liege ich auf einem Steinblock in einer neuen Zelle.
    Vader betritt den Raum und ich setze mich hin. "Du hättest mich wenigstens vorwarnen können!", meckere ich und halte mir die Schläfe, an der er mich getroffen hat. Er hebt nur die Hand und sofort verstumme ich. Egal wie sehr ich mich anstrenge, ich kann mich nicht einen Millimeter bewegen und er kommt auf mich zu. "Sag mir, was hast du all die Jahre gemacht?" Ich verziehe das Gesicht. "Das geht dich gar nichts an!" "So stur wie früher... Wo warst du?" "Dantooine.", lüge ich. Er lässt mich los und ich halte mir den Hals. Ich hasse den Würgegriff...
    Eines Tages höre ich einen lauten Schrei aus der Zelle neben mir und schließe die Augen. Was tut er bloß... damals war ein so toller Jedi-Ritter und jetzt...
    Ich stehe auf und gehe überlegend im Kreis. Wer ist bloß die neue Gefangene einen Raum neben mir?


    Etwas später spüre ich einen gewaltigen Schlag und ein Erschüttern in der Macht. Die Kraft entweicht meinen Beinen und ich sinke auf den Steinvorsprung, der zum Schlafen da ist. Es ist etwas Schreckliches passiert! Ich muss mich ausruhen und falle in einen traumlosen Schlaf. Allerdings nicht lange... riesiger Lärm weckt mich und ich brauche nicht lange, um zu erkennen, was das ist - Blasterschüsse! Jemand rennt an meiner Zelle vorbei und hält an der neben mir. Durch die dicken Wände kann ich kaum etwas verstehen, aber das, was ich höre, reicht vollkommen. Es ist Luke! Luke Skywalker! Sofort beginne ich nach ihm zu rufen und gegen die Wand zu hämmern. Als aber niemand die Tür öffnet, konzentriere ich mich, um mit ihm Kontakt aufzunehmen. Durch meine Tawaridianischen Fähigkeiten gelingt es mir mit ihm zu sprechen und er öffnet die Tür. Es dauert einen Moment, bis ich aus meiner gerührten Starre erwache, als ich ihn tatsächlich vor mir stehen sehe, doch dann befinden wir uns auch schon im Gefecht gegen Sturmtruppen. Eine Frau, vermutlich die Befreite, springt in einen Müllschacht, um uns zu retten und wir folgen ihr. Erst jetzt komme ich dazu mich vorzustellen. "Erstmal vielen Dank für die Rettung! Zweitens mein Name ist Rayla Cullain und drittens wie sieht der Fluchtplan aus?" Ich sehe mir meine Begleiter genauer an. Luke und ein anderer Mann, sein Name ist Han Solo, stecken in Sturmtruppenrüstung. Außerdem werden wir von einem... Wookie begleitet. Ich runzle die Stirn. Wurden noch alle dieser Spezies von den Klonen ausgelöscht? Naja... Jetzt sehe ich mir die Frau an. Sie trägt ein weißes Kleid und... ich sehe ihr ins Gesicht und schlage sofort die Hand vor den Mund. "Mein Name ist Leia Organa und ich bin Mitglied des galaktischen Senats." "Padmé!", hauche ich und Tränen treten in meine Augen. Plötzlich wird Luke von einem Müllmonster gepackt und nach unten gezogen. Sofort sind alle in Panik und versuchen ihn zu finden. Nachdem wir ihn aber wieder hochgezogen haben, ist keine Zeit für Erleichterung, denn die Müllpresse wird aktiviert und ein Droide von Luke schafft es gerade noch so, sie wieder auszuschalten. Als wir endlich heil da raus geschafft haben, muss die Gruppe sich wieder zu ihrem Schiff durchschlagen. "Geht ihr weiter! Ich muss etwas überprüfen..." Ich spüre die Präsenz von... Obi-wan und mache mich deshalb auf die Suche nach ihm.

    So kommt es, dass ich wieder alleine in der gigantischen Raumstation herumirre. Mit wachsamen Augen biege ich um die nächste Kurve und verpasse den dort patrouillierenden Sturmtrupplern einen ordentlichen Machtstoß und sie liegen bewusstlos am Boden. "Das tut mir wirklich leid!" und schon renne ich weiter. Links... wieder links... hier geradeaus weiter... durch diese Tür und... ich finde mich in einem Hangar voller Sturmtruppen und gehe sofort rückwärts. Schnell verschließe ich die Tür hinter mir und renne weiter. Bei der nächsten Kreuzung bleibe ich kurz stehen und schließe die Augen. Nach ein paar Sekunden öffne ich sie wieder und eine Welle neuer Energie strömt durch meinen Körper. Kurz zucken meine Mundwinkel, dann laufe ich weiter. Etwa zwei Minuten später biege ich in einen Gang und bleibe abrupt stehen.
    Da steht er! Obi-wan, mein bester Freund! Ich hätte ihn fast nicht erkannt, so sehr ist er gealtert. Er kämpft gegen Anakin, doch als er sieht, dass Luke die Flucht fast gelungen ist, lässt er sich töten. Er schließt die Augen und Anakins rotes Laserschwert durchschneidet seinen Körper. Sein Mantel fällt zu Boden, doch sein Körper ist verschwunden. Laut kreische ich auf, doch Anakins Aufmerksamkeit gilt Luke und den Anderen. Sie haben es zu ihrem Schiff geschafft und versuchen nun unter Blasterbeschuss zu fliehen. Luke verschließt die Panzertür und Anakin ist der Weg zu ihm versperrt. Ich weiß, dass er auch durch diese Tür kommen kann, also lenke ich ihn ab. Er kommt auf mich zu und gehe in Kampfposition. Ich drehe und wende mich und immer knapper verfehlt sein Laserschwert meinen Körper. Er holt erneut aus und ich greife sein Handgelenk. Wieder geht es um Kraft. Ich drücke seine rechte Hand mit seinem Lichtschwert nach unten und es schrammt in den Boden. Wie auch im Tempel sind unsere Köpfe nicht weit voneinander entfernt, doch dieses Mal steckt er in einer Maske. Nach einigen Sekunden stoße ich ihn von mir weg und laufe los. Ich renne durch die Korridore und komme schließlich in einem anderen Hangar an. Hier finde ich ein leicht kaputtes aber hoffentlich funktionstüchtiges, kleines Raumschiff mit Hyperantrieb. Schnell gehe ich darauf zu und räume die Sturmtruppler aus dem Weg. Ich steige ein und gehe zum Cockpit. Laut atme ich aus, als ich die veraltete Schaltung erkenne, aber bisher bin ich mit jedem Schiff fertiggeworden. Endlich finde ich mich zurecht und starte. Die Laserkanonen des Todessterns tun ihren Job und ich bekomme auch einiges ab, doch der Hyperantrieb ist unbeschädigt und ich mache schnell den Sprung, nachdem ich irgendwelche Koordinaten eingegeben habe.


    Dann lehne ich mich erstmal kurz zurück, bevor ich mich im Schiff umsehe. Hier muss es doch Werkzeug geben! Tatsächlich finde ich einige Dinge, mit denen man arbeiten kann und mache mich ans reparieren. Als ich soweit wieder alles in Ordnung und ich gehe zurück in das Cockpit. Meine Güte, was ist da nur alles gerade passiert? Luke und Leia sind beide schon so groß geworden. Bestimmt 18 oder 19 Jahre alt! Aber wie kann das sein? So lange war nun wirklich nicht in Gefangenschaft! Vielleicht liegt es an... ja, das könnte sein! Mustafar ist einer der wenigen Planeten, die eine andere Zeit haben als der Rest der Galaxis. Dort vergeht die Zeit einfach langsamer, also bedeutet das, dass ein Jahr auf Mustafar mehrere Jahre in restlichen Galaxie sind. Krass! ich schüttle nur den Kopf, da höre ich plötzlich eine Stimme. "Flieg zum Yarvin-System, Rayla!" Ich nicke und programmiere den Computer um. "Da fragst nicht einmal warum du nach Yarvin sollst?", fragt die Stimme erneut. "Nein, das muss ich nicht, Obi-wan! Ich vertraue darauf, dass du mich dorthin führst, wohin ich gehen soll." "Ja, das tue ich. Ich bin sehr stolz dich als Freundin zu haben, Rayla! Auf Yarvin IV befindet sich die Basis der Rebellen. Der Ort, an dem du auch Luke und Leia treffen wirst. Sie können dich gut gebrauchen! Du bist eine tolle Pilotin und eine begabte Jedi." "Vielen Dank! Sehen wir uns dort einmal?" "Wäre möglich! Bis dahin, möge die Macht mit dir sein!" Ich antworte: "Möge die Macht auch mit dir sein!" Bevor ich die Basis suche, gehe ich in mein Lager, welches ja auch in diesem System liegt. Ich schnappe mir einen Silber-blauen Hosenanzug und eine dunkle Jedi-Kutte und ziehe sie mir über. Dann suche ich den Stützpunkt, von dem Obi-wan mir erzählt hat. Ich lande in einem Hangar und bin sofort von bewaffneten Rebellen umzingelt. Kein Wunder, schließlich ist das Schiff, in dem ich gekommen bin, von Feind. Zwei der Rebellen treten hervor und empfangen mich. "Wer seid ihr!" "Mein Name ist Rayla Cullain. Ich bitte um ein Treffen mit Leia Organa." "Untersuch sie auf Waffen!" Als sie überprüft haben, dass ich unbewaffnet bin, bringen sie mich in einen leeren Raum. "Prinzessin Leia Organa wird bald hier sein." Ich nicke dankend und sie verlassen das Zimmer. Natürlich nicht ohne alles zu verriegeln. ich warte einige Zeit, als sich die Tür wieder öffnet und tatsächlich Leia den Raum betritt. Sie erkennt mich sofort wieder. "Ihr? Ich bin sehr froh, dass Ihr es geschafft habt zu fliehen." "Ich ebenfalls. Obi-wan Kenobi hat mich hergeschickt, um euch zu helfen." "Ihr seid ebenfalls eine Jedi?" Ihre Augen werden groß. "Ja, das bin ich. Leider eine der Letzten." "Ich danke Euch, dass Ihr gekommen seid, um unsere Rebellion zu unterstützen. Ich würde Euch gerne besser kennenlernen, doch leider haben wir nicht viel Zeit. Wenn ihr mir bitte folgen würdet?" "Natürlich!" Sie führt mich in eine Art Kontrollraum. "Wir benötigen dringend Ihre Erfahrungen und Ihr Wissen gegen das Imperium. Würdet Ihr uns sagen, was Ihr wisst?" "Gerne, auch wenn das nicht viel sein wird. Ich war aber die letzten Jahre eingesperrt." "Wie grausam!" "Ja, es tut mir leid, aber mit wichtigen Informationen kann ich nicht dienen." Sie seufzt. "Nun ja, immerhin sind die Pläne sicher angekommen. Sagt mir, habt Ihr die Klonkriege mitgemacht?" "Oh ja, allerdings! Ich war eine gute Freundin von Obi-wan und habe an seiner Seite viele Kämpfe bestritten." Sie runzelt etwas misstrauisch die Stirn und mustert mich. "Tut mir leid, wenn ich frage, aber wie alt seid Ihr?", fragt sie nun. "Ihr könnt ruhig fragen. Was ich erzähle passt ja auch nicht zu meinem Aussehen... Ich bin eine halb-Tawaridianerin. Das bedeutet, ich habe eine etwas kompliziertere Alterung. Ich bin etwa doppelt so alt wie ich aussehe, das liegt daran, dass ich nur in Vollmondnächten etwa zwei Wochen älter werde." "Interessant. Ich habe von dieser Spezies noch nie etwas gehört! Wo liegt denn ihr Heimatplanet?" Ich senke den Blick. "Mein Volk ist schon vor Jahren ausgestorben. Mein Heimatplanet ist kollidiert und explodiert." "Das tut mir leid!" "Oh, das muss dir nicht leidtun! Entschuldigt!" Ich habe vergessen Leia zu siezen, schließlich bin ich ihre Patin, aber das weiß sie ja nicht, also... "Es ist nur so, ich kannte Ihre Eltern sehr gut." Ihr Gesicht hellt sich auf. "Wirklich? Erzählt mir von ihnen!" Ich schlucke und mein Blick haftet am Boden. "Ja... I... Ihre Mutter war eine wunderschöne, starke und selbstbewusste Senatorin. Ähnlich wie Ihr... Sie war sich über ihre Pflichten stets bewusst und hat sich sehr um das Wohl ihrer Leute gesorgt. Sie wollte immer das Beste für andere, auch wenn ihr eigenes Glück dafür warten musste... Sie war unendlich gütig und..." Andere Rebellen betreten den Raum und ich unterbreche meine Erzählungen, da jetzt die Pläne des Todessterns, die ja ein Droide zur Basis gebracht hat, ausgewertet werden. Leia hat keine Zeit mich vorzustellen, aber in der Aufregung bemerkt mich so wie so niemand. Langsam schleiche ich mich aus dem Zimmer.

    Ich suche mir einen leeren, dunklen Raum und setze mich auf den Boden. Leia wird mich schon holen, wenn sie meine Hilfe braucht... Ich möchte jetzt erstmal wieder mit Obi-wan reden. Ich bin im Moment eh keine Hilfe für die Allianz. "Obi-wan? Ich weiß, dass du hier bist!" Ich schließe meine Augen und konzentriere mich. "Bitte, komm!" Warum antwortet er mir denn nicht? Ich sitze noch eine Weile im Dunkeln, doch er möchte sich offenbar nicht zeigen. Nach einiger Zeit gebe ich es auf und streife in der Basis herum. Auf den Korridoren ist viel los und ich schließe daraus, dass die Versammlung beendet ist. Schließlich finde ich Leia in einem großen Hangar Die Rebellen bemannen ihre X-Wing Jäger. Die haben doch nicht wirklich vor, den Todesstern anzugreifen, oder? Klingt fast wie eine von Anis Ideen in den Klonkriegen gegen die Separatisten. Ich muss schmunzeln. Das Witzige daran ist, dass seine verrückten Einfälle meistens sogar effektiv waren... Ich gehe zur Prinzessin, doch sie unterhält sich gerade mit Luke über Han. Sie sind beide nicht gerade erfreut, dass er ihnen nicht helfen wird, sondern mit der Bezahlung verschwinden will. Entrüstet gehe ich auf ihn zu. "Kannst du mir mal verraten, was du da tust?", frage ich Han Solo, der gerade sein Geld in das Schiff lädt. "Entschuldigung, kennen wir uns?" Er klingt genervt und gelangweilt, doch das ist mir egal. "Ich kenne dich und das reicht vollkommen aus!", antworte ich störrisch. Verdutzt sieht er jetzt endlich auf. "Was willst du von mir?" "Ich will wissen, warum du nicht helfen willst! Nicht ihren Freunden, nicht der ganzen Galaxie! Warum du dich drücken wisst! Warum du einfach gehen willst, wo du doch hier Leute hast, die dich brauchen!" "Ich... das ist meine Entscheidung und dass geht dich gar nichts an! Ich weiß nicht einmal wer du bist, oder woher du mich kennen willst..." "Also ist es egal, dass..." "Hhhrraaeer! (Oder wie auch immer man einen Wookieschrei aufschreiben soll)" Ich drehe mich zu Seite. Der Wookie, der uns auch schon auf dem Todesstern begleitet hat, ist nähergetreten. "Hey Chewie! Bist du fertig mit einladen?" Einen Moment mal... Chewie? Ich kannte einen Wookie Namens Chewbacca. Vorsichtig frage ich nach. "Chewbacca?" "Hrrraarr!" "Chewie, du bist es!" Er legt den Köpf schräg und sieht mich fragend an. "Erinnerst du dich? Ich bin es! Rayla, Rayla Cullain, eine Freundin von Meister Yoda!" Er erkennt mich wieder und begrüßt mich freudig. "Okay, ich blick nicht mehr durch! Chewie ´, wer ist das und woher kennst du sie? Und woher kennt sie mich?" "SIE kennt sich aus dem Todesstern und SIE war eine Freundin von Chewie in den Klonkriegen. Ich dachte, alle Wookies wurden von den Klonen ausgelöscht! Ich bin froh, dass du es geschafft hast!" Ich lächle breit. "Ah und warum glaubst du mich zu kennen, nur weil du mich kurz begleitet hast?" Chewbacca erklärt ihn schnell, dass ich eine Jedi und eine Halb-Tawaridianerin bin und erzählt ihm von meinen Begabungen." "Ja richtig! Und im Moment habe ich das Gefühl, besser zu wissen, was gut für dich ist, als du selbst!" "Das ist doch Quatsch! So etwas wie die Macht gibt es nicht!" "Willst du eine Kostprobe?" Er schnaubt. "Bitte sehr! Wenn du mich überzeugen kannst, dass es sowas gibt, dann nur zu." Ich nicke und knie mich auf den Boden. Ich schließe meine Augen und hebe die Hände. Die Halle ist inzwischen fast komplett leer, da alle Schiffe schon gestartet sind und Leia ins Kontrollzentrum zurückgekehrt ist. Ich konzentriere mich und Hans Schiff hebt vom Boden ab. Er merkt es erst nicht, doch als ich anfange es um sich herum zu drehen, fährt er herum und starrt ungläubig auf den Milleniumfalken.

    Dieser bewegt sich nun schon durch den kompletten Hangar. Er zieht seinen Blaster, doch ich muss nur winken und schon fliegt er ihm aus der Hand. Erst jetzt öffne ich die Augen wieder und beim Anblick von Hans verdutztem Gesicht muss ich schmunzeln. "Hör auf! Ich glaub dir, aber lass den Falken wieder auf den Boden." Er fleht mich ja geradezu an... "Tue ich, wenn zu dem, was du dir wünschst, stehst! Bleib hier und unterstütze die Rebellion!" "Ich will ihnen ja helfen, aber ich muss meine Schulden bezahlen und..." "Das kann warten! Sie brauchen dich, jetzt!", unterbreche ich ihn. "Na gut!", kommt es ihm über die Lippen und sofort lasse ich sein Raumschiff auf den Boden und seine Waffe fliegt wieder zu ihm zurück. Er fängt sie und geht zu seinem geliebten Schiff. Noch einmal dreht er sich zu mir um und steigt dann ein. Mit einem Lächeln auf den Lippen erhebe ich mich und gehe zu Leia, als der Falke startet. Im Kontrollzentrum angekommen frage ich Leia, wie es um den Angriff steht. "Luke ist der einzige, der noch übrig ist. Es sieht gar nicht gut aus, aber noch gibt es Hoffnung!" Aus dem Computer ertönt eine Stimme: "Der Todesstern hat den Planeten umkreist." Ich reiße die Augen auf. Sie... sie werden es tun. Sie werden den Mond und damit auch den Stützpunkt und uns alle hier in die Luft jagen, wie sie es mit Alderaan gemacht haben... okay... Luke wird es schaffen, die Raumstation davor zu zerstören! Wo bleibt denn Han Solo? Als hätte ich diese Frage laut ausgesprochen, hören wir seine Stimme: "Alles klar Junge, dann lasst uns das Ding in die Luft jagen und heimfliegen!" Ja! Komm schon... komm schon Luke, du bekommst das hin!
    Und dann - PENG! Der Todesstern zerspringt in tausende kleine Stücke und augenblicklich bricht Jubel aus. Ich falle Leia um den Hals und sie drückt mich fest an sich. "Wir haben es geschafft!", ruft sie lauf. "Ja, haben wir..." Luke landet mit dem X-Wing und ist sofort von alles umringt. Leia rennt auf ihn zu und umarmt ihn herzlich. Auch Han Solo steigt aus seinem Schiff und wird glücklich begrüßt. Ich halte mich eher im Hintergrund, doch er hat mich bemerkt und neigt dankbar den Kopf. Ich nicke ihm zu und verlasse den Hangar. Es bleibt später noch genug Zeit, Luke kennenzulernen. Jetzt ist genug Trubel! Ich biege um die Ecke und bleibe abrupt stehen. "Obi-wan!", hauche ich und er dreht sich zu mir um. "Hallo, Rayla! Du siehst gut aus!" Ich lächle und schaue an mir herunter. Stimmt schon... ich meine für meine 62 Jahre ist das doch akzeptabel... "Er hat die Macht! Fast so stark wie sein Vater." "Oh ja, das hat er. Ich bin sehr froh, dass du wohl auf bist, Rayla! Du weißt nicht, wie viele Sorgen ich mir um dich gemacht habe, als du gegangen bist, um ihn zu konfrontieren. Weißt du, als du nicht zurückgekommen bist, hatte ich befürchtet... Naja... Ist jetzt auch nicht mehr wichtig!" Ich lächle schwach. "Stimmt. Was sollen wir jetzt tun? Das Imperium ist noch lange nicht besiegt! ER hat überlebt... noch ist nur der Todesstern zerstört. Weder der Imperator, noch... Vader sind gestorben." Es fällt mir schwer, diesen Namen auszusprechen. Er heißt Anakin! Anakin Skywalker! Aber das will er nicht verstehen... "Ich weiß es genauso wenig, wie du. Warum sollte ich die Antwort auf eine Frage kennen, die du nicht weißt. Ich bin nicht viel klüger oder weiser als du." "Ach nein? Manchmal habe ich das Gefühl, das ist so. Es gibt Situationen, da handle ich wie ein Kind..." "Vielleicht... aber wie Meister Yoda immer gesagt hat, "wahrlich wunderbar, die Seele eines Kindes ist". Rayla, du besitzt so viel Weisheit, dass ich nur froh sein kann, dass du und nicht ich bei Luke verweilen kann, um ihn zu unterrichten." Verlegen lächle ich und er wird plötzlich todernst. "Rayla, hör mir jetzt gut zu! Luke darf noch nicht wissen, dass Darth sein Vater ist!" "Warum nicht?" "Er ist noch jung und... die Geschichten seines Vaters geben ihm Hoffnung. Ich will nicht, dass sie zerstört wird." Ich senke den Kopf und seufze. "Stimmt... und Leia?" "Das darf ebenso niemand erfahren... noch nicht. Er ist nicht stark genug, er würde sie mit seinen Gedanken an Vader verraten." Ich nicke langsam, dann drehe ich mich ruckartig um.


    „Miss Cullain!", kommt es laut aus der Richtung des Hangars. "Ich bin hier!", antworte ich in normaler Lautstärke und Leia kommt mit Luke hinter dem Knick des Ganges hervor. "Darf ich Ihnen Luke Skywalker vorstellen? Der Held unserer Rebellion. Ihr erinnert Euch bestimmt an ihn. Er war es, dem wir die Rettung aus dem Todesstern zu verdanken haben." "Ich erkenne ihn in der Tat. Nachmals vielen Dank, Luke." Ich versuche möglichst normal zu klingen, doch es ist kaum möglich. Ich blicke zu der Stelle, an der kurz zuvor noch Obi-wan stand, doch er ist verschwunden. "Gern Geschehen!", erwidert mein Patensohn und ein Lächeln erscheint auf meinem Gesicht. "Leia hat gesagt, Ihr seid eine Jedi, ist das wahr?" "Das bin ich in der Tat! Einer der letzten..." Sein Gesicht verdunkelt sich ein wenig. "Wie Ben..." "Oh ja, Obi-wan war auch ein großartiger Jedi-Ritter. Er war sogar Mitglied des Rates!" Ich höre das Echo eines: "Du schmeichelst mir..." durch den Kopf und ich muss grinsten. Das war Obi-wan... "Ihr kennt ihn?" ich nicke sofort. "Er ist ein guter Freund von mir. Wir kennen uns schon ziemlich lang. Unsere erste Begegnung hat Bereits zehn Jahre vor dem Beginn der Klonkriege stattgefunden." Skeptisch zieht er eine Augenbraue hoch und mustert mich. "Oh, entschuldigt, das hatte ich noch gar nicht erwähnt... Ich bin eine Halb-Tawaridianerin. Meine Alterung ist anders, als die der Menschen. Ich bin ungefähr doppelt so alt als ich aussehe." Er nickt langsam mit zusammengezogen Brauen und Leia verabschiedet sich. "Ich werde dann mal gehen. Ihr habt sicher viel zu besprechen..." Ich lächle ihr noch einmal zu und schon ist sie gegangen. Luke scheint völlig in Gedanken versunken und ich kann seine Trauer und Verwirrung spüren. "Was bedrückt dich, Luke?", frage ich und lege meine Hand auf seine Schulter. Er antwortet nicht, da höre ich erneut eine Stimme in meinem Kopf. "Er kennt die Wege der Macht noch nicht. Bring sie ihm bei!" Ich kann die Stimme nicht genau zuordnen, vielleicht war es Qui-gon... Nun ja, ich nicke und frage: "Was weißt du über die Macht, Luke?" Er kaut auf seiner Lippe herum und hebt dann die Schultern. "Ich... naja... sie half mir den Todesstern zu zerstören... Ich... ich hab' eine Stimme gehört, die mir sagte, ich solle der Macht vertrauen. Ich glaube es war Ben, aber das ist nicht möglich, er ist tot..." Meine Mundwinkel zucken leicht. "Die Macht ist so vielfältig, Luke. Sie umgibt uns, durchdringt uns, sie hält sie Galaxis zusammen." Er hebt den Kopf. "Obi-wan hat dir genau das Gleiche gesagt, nicht wahr?" Er nickt. "Weißt du, die Macht öffnet so viele Türen für dich. Sie ist dein Verbündeter, ein mächtiger Verbündeter, aber du musst dich ihr hingeben. Sie respektieren... Du wirst von ihr gewählt, sie hat sich dazu entschieden, deinen Befehlen zu horchen, aber damit trägst du auch viel Verantwortung, verstehst du? Wir sollten vielleicht für heute aufhören. Es war ein anstrengender Tag...", sage ich, als ich merke, wie aufgewühlt und verwirrt Luke ist. Er nickt und ich folge ihm durch die Korridore, bis wir in einen großen Saal kommen.

    Hier treffen wir auch wieder auf Leia, Han und Chewie. Luke führt mich zu ihnen, da vernehme ich die Piepgeräusche eines Astromec-droiden. Langsam drehe ich mich um und der Mund bleibt mir offenstehen. "R2-D2?" Er wackelt zustimmend hin und her. "R2! Wie kommst du... Bail Organa!" Richtig! Bail Organa hat die Droiden mitgenommen und jetzt sind sie anscheinend ein Teil der Rebellion. C3PO muss also auch hier irgendwo sein. Ob die anderen wissen, dass diese Droiden die Klonkriege mitgemacht haben? Ich knie mich hinunter zu dem Astromec und streiche über seine Verkleidung. "Na, wie geht's dir, Kleiner?" Er gibt ein kurze Quiekantwort und ich lächle ihn an. Dann richte ich mich wieder auf und drehe mich zu Luke und Leia. "Ihr kennt R2-D2?" Ich nicke. "Ja, er... ich bin ihm in den Klonkriegen bereits begegnet." "Stimmt! Mein Vater erzählte mir oft Geschichten von den Jedi und ich glaube mich zu erinnern, dass er mal erwähnte, dass die Droiden von Captain Anthilles etwas mit ihnen zu tun hatten.", meint Leia und Luke sagt: "Er hält einiges aus, nicht?" Ich betrachte den Droiden noch einmal und muss wieder sanft Lächeln. Natürlich hält er einiges aus! Anakin persönlich hat sich darum gekümmert, dass in ihm so einige Extras vorhanden sind. Den kriegt man nicht so schnell unter!
    Einige Tage später findet eine große Ehrung statt. Unsere Helden, Luke, Han und Chewie werden ausgezeichnet und ich bin bei der Zeremonie natürlich anwesend. Etwas im Hintergrund beobachte ich das Spektakel und lächle den Gefeierten zu.

    Die Freude dauert allerdings nicht lange an. Bald schon müssen wir den Stützpunkt auf diesem Planeten verlassen, da das Imperium nichts unversucht lassen wird, ihn zu zerstören, jetzt, da sie den genauen Standort wissen. Also suchen Leia und ich immer wieder nach geeigneten Planteten. Wenn möglich verlassene, die etwas außerhalb sind, doch es gibt nicht sehr viele, in deren Atmosphäre Menschen und auch Tawaridianer überleben können.
    Ich schnaube. Wieder gehe ich alle mir bekannten Planeten in Gedanken durch und das sind eine ganze Menge. Dantooine? Anoat? Boz Pity? Corellia?... Alle scheinen irgendwie ungeeignet. „Hoth, Malastare, Moment mal, Hoth!“, ruft Leia laut und ich komme zu ihr vor den Bildschirm. „Hier! Hoth ist ein abgelegenes, relativ ödes System. Gut, die Temperaturen sind nicht gerade angenehm, aber dagegen können wir etwas tun. Dort leben soweit wir wissen nur Tauntauns, das sind aber keine wirklich intelligenten Wesen, eher Reittiere. Das könnte uns zu nutzen kommen. Ansonsten... nun ja, es gibt einige Asteroideneinschläge, aber mit einer Echo-Basis müsste das schon gehen.“, meint sie und ich kann in allem nur zustimmen. „Ich könnte mir das System mal ansehen und dann Bericht erstatten.“, biete ich an und Leia nickt langsam. „Das wird auf jeden Fall nötig sein, aber ich weiß nicht genau, ob wir Euch schicken sollten.“ „Wie Ihr meint, Ihr habt das Kommando, Prinzessin.“ Sie lächelt. „Ihr habt es ebenfalls, General.“ Ich schmunzle, da kommt Luke in das Zimmer. „Hallo, Leia, Miss Cullain!“ Ich senke als Begrüßung den Kopf und er tritt näher an uns ran. „Habt ihr einen Planeten gefunden?“ Leia deutet auf den Bildschirm und Luke liest sich alles aufmerksam durch. „Hm... ich würde mir das mal ansehen. Dann könnte ich alles inspizieren und euch dann Bescheid geben, ob das System geeignet ist.“ „Ich würde Euch gern begleiten, Mr Skywalker.“, erwähne ich erneut und er zuckt mit den Schultern. "Wieso nicht... wir könnten Han fragen und dann den Falken nehmen. Da sind wir bestimmt schnell da.“, überlegt er und ich nicke. „Gut, fragen wir ihn.“ Ich folge Luke aus dem Raum, da bemerke ich erst das Lichtschwert an seinem Gürtel. „Wo hast du das her?“, frage ich und deute auf den Griff. Er folgt meinem Blick und antwortet dann: „Ben hat es mir gegeben. Er gehörte einst meinem Vater, doch er wollte, dass ich es bekomme.“ Kurz muss ich glucksen. Anakin hat es im Duell verloren. Ach Obi-wan, du Erfinder von Kindergeschichten, hast das Schwert einfach mitgenommen.


    "Sprung in...", beginne ich, doch Han unterbricht mich. "Entschuldigung, aber das ist mein Schiff und ich gebe die Befehle. Wenn Ihr euch bitte wieder nach hinten setzt..." Ich verdrehe die Augen, räume den Pilotenstuhl für Han frei und verlasse das Cockpit. Ich checke noch einmal die Ausrüstung, die wir mitgenommen haben, um in dieser Eiswüste nicht zu erfrieren, da kommt R2 D2. „Hey R2, wie geht’s?“ Er piept darauf los und beginnt, mir alle von seinen Abenteuern zu erzählen, die er mit Leia, Luke und auch schon vorher in der Rebellion erlebt hat. Aufmerksam höre ich zu und der Flug vergeht wie im Flug ;D.
    Als wir dann schließlich in dem Hoth-System angekommen sind, legen wir alle die Mäntel und co. an. Dann geht’s ab nach draußen. Mit Ferngräsern suchen wir die Gegend nach Lebewesen ab und R2 schaltet die Sensoren ein, doch außer einiger dieser Tauntauns gibt es hier keine Lebensformen. Nach ein paar Stunden gehen wir zurück in den Millenniumfalken. „Puh… ich war ja schon an vielen Orten in der Galaxis, aber jetzt ehrlich so öde und langweilig war es nirgendwo…“, sage ich und schmeiße meinen Wintermantel in die Ecke. „Naja Tatooine ist nicht viel besser…“, meint Luke. Ich verdrehe die Augen. War ja klar, dass er seinen Heimatplaneten nicht leiden kann… R2 hat mir auch erzählt, wie froh er war davon wegzukommen. Seltsam, ich würde so viel dafür tun, meinen Heimatplaneten noch einmal zu sehen und auch mehr über die Spezies meiner Mutter zu erfahren. „Wir sollten uns die anderen Monde auch noch ansehen.“, meint Han, doch ich widerspreche. „Nein! Wir haben keine Zeit dafür! Die Sensoren auf feindliche Lebewesen müssen reichen. Das Imperium kennt den Aufenthaltsort der Rebellion, das muss sich ändern! Es wäre ein Wunder, wenn sie nicht bald schon erneut angreifen. Sie haben andere Möglichkeiten uns auszulöschen auch ohne den Todesstern!“ Offenbar hat ihn das überzeugt, denn er schweigt.
    Auch auf den anderen Monden des Hoth-Systems können wir zum Glück keine Zeichen auf Leben finden und fliegen wieder in Richtung Yarvin.


    Als wir aus dem Hyperraum austreten, erwartet uns eine böse Überraschung. Sieht so aus, als hätte ich vollkommen Recht gehabt, was das Imperium angeht, denn wir finden uns mitten in einer Schlacht wieder. Viele der Rebellenschiffe versuchen zu fliehen, doch es ist nicht einfach gegen die Feuerkraft der Kreuzer. „Ach du…“, stößt Han aus und weicht geschickt einem der TIE-Fighter aus. „Bin vollkommen deiner Meinung!“, rufe ich und bin schon auf dem Weg zu einem der Schiffkanonen. Ich setze mich vollkommen selbstverständlich auf den Sitzplatz dort und setze das Headset auf. „Alles klar! Luke bist du da?“, frage ich und kurz darauf bekomme ich auch eine Antwort: „Ja, bin drin. Wie sieht der Plan aus?“ „Den Transportern gilt jeglicher Schutz! Sie müssen hier lebend rauskommen! Han, kannst du mich mit dem Kreuzer in Kontakt stellen?“ „Alles klar!“, meint dieser nur und einen Moment später schon höre ich eine Stimme aus dem Funksystem. „Independence an Millenniumfalke, hören Sie mich?“ „Hier spricht Rayla Cullain. Wir sind gerade von unserer Mission zurückgekehrt. Ganz kurz: Hoth ist sicher! Wir werden jetzt versuchen den Transportern Schutz zu geben. Gegen die Sternzerstörer können wir aber selbstverständlich nicht allzu viel ausrichten…“ „Verstanden!“ Ich nicke und greife zum Kanonenabzug. Mit geschlossenen Augen drücke ich ab und der erste TIE-Fighter zerspringt direkt vor meinen Augen. Es könnte ein so schöner Anblick sein, wenn nicht direkt der nächste ankommen würde. Es geht noch eine Weile so weiter, da kommt mir eine Idee. Gut, sie ist quasi Lebensmüde, aber etwas anderes fällt mir nicht ein… „Han, schaffst du es irgendwie an einen der Sternzerstörer anzudocken?“, frage ich und stehe auf. „WAS!“, ruft Han und ich höre ihn durch das komplette Schiff. Schnell laufe ich zum Cockpit und deute auf einen der imperialen Kriegsschiffe. „Ich muss da rein! Bitte!“ Er schüttelt immer wieder den Kopf, nähert sich aber langsam dem riesigen Raumschiff. „Das ist vollkommen verrückt!“ „Ich weiß, aber ich muss da rein! Bitte! Ihr könnt sofort wieder verschwinden, sobald ich an Bord bin, von dort aus kann ich ihn vielleicht zerstören!“ Chewie warnt mich ebenfalls erneut, doch ich bleibe stur. Wenn ich nur einen von ihnen übernehmen oder zerstören kann, hätten alle Schiffe der Allianz eine Chance. Endlich stimmt Han zu und ich gehe schnell zu Luke. „Darf ich mir das mal ausleihen?“, frage ich und deute auf sein Lichtschwert. Etwas verdutzt reicht er es mir. „Wo ist Eures?“ „Danke!“ und schon bin ich wieder verschwunden. Ich stelle mich also direkt an die Tür und warte auf Hans Signal.


    „JETZT!“, schreit er und ich öffne die Tür. Tatsächlich hat er es geschafft, an den Sternzerstörer ranzukommen und ich springe auf das andere Schiff. Sofort verschließt sich die Tür hinter mir und der Millennium Falke löst sich von dem Kreuzer. Anakins, oder jetzt eher Lukes Laserschwert fest umschlossen renne ich los. Der Sternzerstörer hat eine enorme Ähnlichkeit mit den Jedi-Kreuzern in den Klonkriegen, deshalb kann ich mich sofort zurechtfinden. Also… zuerst die Energie lahmlegen und dann den Reaktor ausschalten. Vielleicht schaffe ich es auch noch vorher schon die Laserkanonen zu zerstören, aber ich sollte mich auf die Kontrollbrücke konzentrieren. Also dann, das wird bestimmt kein Zuckerschlecken. Schon hinter der ersten Kurve warten Sturmtruppler auf mich, doch mit dem Laserschwert ist das kein Problem für mich. Ich lasse sie einfach liegen und renne weiter. Es wird nicht lange dauern, bis sie durchschaut haben, was hier vor sich geht.
    Es scheint eine Ewigkeit zu dauern, bis ich die Brücke endlich gefunden habe. Jetzt stehe ich allerdings vor noch einem größeren Problem: Sie zu übernehmen. Ich hebe die Hände und beginne all die Offiziere gegen die Wände zu stoßen. Mit der rechten Hand zünde ich nun das Lichtschwert und fange an die Computersysteme auszuschalten, während ich mit der linken Hand weiter die Arbeiter und Sturmtruppen entweder kurz und knapp einen Machtstoß verpasse oder sie mit dem Würgegriff packe. Als endlich alles gesäubert habe, geht mit einem surren das Licht aus. Ein zufriedenes Lächeln zeichnet sich auf meine Lippen, als sich die Tür öffnet und ein Dutzend Sturmtruppler eintreten. Sofort wird das Feuer eröffnet und ich habe alle Hände voll zu tun, die Laserschüsse abzuwehren. „Nicht gut!“, murmle ich immer wieder vor mich hin, bis ich endlich alle zu Boden gestreckt habe.


    „Ich hoffe wirklich, dass ihr geklont seid!“, sage ich noch, dann sprinte ich los. Weg von diesem Raum, hin zum Reaktorkern. Immer wieder muss ich mir Haarsträhnen aus dem Gesicht streichen und begegne mehr und mehr Sturmtrupplern. Verdammt!
    Nach langer Zeit des Rennens erreiche ich endlich den Reaktor. Okay… was mache ich jetzt? Naja, wenn man keine andere Möglichkeit hat… Ich hebe das Schwert und ramme es in die ganze Technik und ziehe es durch die kompletten Wände. Dann renne ich. So schnell ich kann zum nächsten Hangar. Ich höre die näherkommenden Explosionen, ich spüre die Hitze, die davon ausgeht und schließe mit schnellen Handbewegungen die Türen hinter mir. Endlich schaffe ich es, in einem TIE-Fighter zu steigen, der noch nicht gestartet ist und fliege los. Nicht eine Sekunde zu früh! Hinter mir sehe ich, wie der komplette Sternzerstörer explodiert und dann nur noch Staubteile davon übrig sind. Ich atme auf, na das war doch was…
    Schnell suche ich nach einer Möglichkeit eines der Rebellenschiffe zu kontaktieren und eine bekannte Stimme ertönt aus dem Funksystem. „Hier spricht Prinzessin Leia Organa, identifizieren sie sich, sofort!“ Etwas außer Atem sage ich: „Hier sprich Rayla Cullain, der Sternzerstörer ist ausgeschaltet, bitte um einen Landeplatz in einem der Frachter.“ Sie atmet erleichtert aus. „Miss Cullain, Ihr lebt! Natürlich bekommet Ihr Landeerlaubnis. Wir öffnen den Hangar!“ „Ich danke Euch!“ Als mein Schiff dann endlich gelandet ist springe ich sofort heraus und streiche mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Leia kommt auf mich zu gerannt. „Das war unglaublich! Wie habt Ihr das nur hinbekommen?“ Ich lächle. „Nun, ein paar Tricks habe ich schon noch auf Lager!“ Dann komme ich mit in das Raumschiff und wir machen den Sprung in den Hyperraum. Im Hoth-System haben wir tatsächlich einen Zufluchtsort gefunden und es wird beschlossen, dass dort eine neue Basis aufgebaut wird. Auf dem Planeten treffe ich auch Luke und Han wieder. Sie sind ebenfalls von meiner Aktion begeistert. „Miss Cullain! Ihr müsst mir beibringen, wir Ihr das hinbekommen habt!“, ruft Luke und ich muss schmunzeln. „Nein, was ich dir beibringen MUSS, ist wie du die Macht nutzen kannst, aber auch dafür wird nicht viel Zeit sein. Wir haben hier alle Hände voll zu tun mit der neuen Basis. Die kann man schließlich nicht einfach aus dem Hut zaubern…“



    „Okay, Lektion 1, der Kodex…“, sage ich laut und deutlich, während ich um den auf dem Boden knienden Luke herumgehe. „Der folgende Kodex wird Daseins-kodex genannt, weil er begründet, warum wir Jedi existieren:
    Die Jedi sind die Friedenswächter der Galaxis.
    Sie nutzen ihre Kraft zur Verteidigung und zum Schutz anderer,
    nie jedoch zum Angriff.
    Die Jedi achten alles Leben, in jeder Form.
    Die Jedi dienen, anstatt zu herrschen,
    zum Wohle der Galaxis.
    Die Jedi streben nach Vervollkommnung durch Wissen und Ausbildung.“
    „Nie zum Angriff?“, wiederholt Luke. „Ja, wie sind Beschützer, wir versuchen zu bewahren, nicht zu zerstören!“ „Und was hast du dann vorhin mit dem Sternzerstörer gemacht? Du hast ihn doch angegriffen.“ „Ja, aber… naja, das war eben zum Schutz der Rebellion. Man muss abwägen, wie genau man den Kodex nehmen will, so gesehen ist Verteidigung auch immer Angriff und umgekehrt. Irgendwann bekommt man ein Gefühl dafür, was jetzt zu tun ist und was nicht.“ Er scheint mit der Antwort nicht ganz zufrieden zu sein, bleibt allerdings ruhig. „Diesen Kodex lernt jeder Jedi-Padawan auswendig, bis er ihn im Schlaf aufsagen könnte, wenn er denn müsste.“ Luke grummelt etwas vor sich hin, dass nicht gerade zufrieden klingt, anscheinend hatte er etwas Spannenderes erwartet, als hier in dem dunklen Raum zu sitzen. Gut, stimmt, ich habe diese Lektionen auch nicht gemocht, aber manchmal muss man eben Theorie machen. „Ich weiß, das ist nicht gerade spannend, aber irgendwann muss man es eben machen. Du hast eine Weile Zeit, bis du es auswendig kannst, bis dahin, können wir mit dem Training beginnen. Steh auf!“ Er erhebt sich sofort und mit einer schnellen Bewegung meiner Hand sind die Rollläden aufgegangen und ein warmes Licht, der untergehenden Sonne fällt in den Raum. Ungläubig starrt Luke aus dem Fenster. „Wir saßen den ganzen Tag hier drin?“ „Ja!“, antworte ich schlicht. „Dein Lichtschwert bitte!“ Er reicht es mir sofort und ich betrachte es genauer. Es ist gut. Hervorragende Technik. Man erkennt sofort, wer es gemacht hat. Das Lichtschwert wird eben so, wie der Erbauer… „Lichtschwerter haben alle denselben Aufbau, sind allerdings trotzdem unterschiedlich. Sie bekommen Energie durch spezielle Kristalle, die sich den Jedi, dem sie dienen wollen, aussuchen und eine Verbindung zu ihm aufbauen. So kann man sie finden. Sie sind meist in Höhlen versteckt, es gibt unglaublich viele von ihnen, doch kannst du nur den sehen, der dich auswählt. Das ist für dich allerdings erst wichtig, wenn du dein eigenes konstruieren willst. Das deines Vaters ist in bestem Zustand, deshalb kannst du es benutzen. Hier!“ Ich gebe ihm den Griff zurück und aufgeregt zündet er es. „Wo ist Euer Lichtschwert?“. Fragt er und scheint ganz aufgeregt zu sein. „Sagen wir, ich habe es verloren. Ich weiß nicht, ob es noch ganz ist, jetzt da der Todesstern zerstört wurde…“ „Wie habt Ihr es verloren?“ „Im Duell…“, antworte ich knapp und drehe mich wieder zu ihm. „Ich würde dir lieber ein Trainingsschwert geben, aber seltsamerweise habe ich keines dabei. Trainingslichtschwerter sind nicht so gefährlich, wie das da. Sie können dich nur ein wenig verletzen, das, das du aber gerade in der Hand hältst, könnte dich problemlos töten. Pass also auf! Ich will nicht, dass du irgendwelche unüberlegten, schnellen Bewegungen machst, klar?“ Er nickt und sieht etwas besorgt auf die leuchtende Klinge.


    „Luke, die konzentrierst dich nicht genug auf die Macht! Versuche nicht durch die Augen zu sehen!“, rufe ich und Luke nimmt die Augenbinde ab. „Ich schaff das nicht!“, meint er deprimiert und ich lasse die Schultern fallen. „Doch, das wirst du! Du bist äußerst mächtig, weißt du das?“ Er sieht auf. „Wirklich?“ Ich nicke und gehe zu ihm. „Dein Vater, er war der Mächtigste Jedi, den ich jemals gesehen habe! Weißt du, er konnte sein Potential nie richtig ausschöpfen, aber du… Du kannst es!“ „Na gut!“ Ich lächle ihm zu und binde ihm wieder die Augen zu, während er das Lichtschwert zündet. Ich schnipse und die Laserkanone ist wieder aktiviert.
    Wir trainieren bis zum Sonnenaufgang, dann schleppt Luke sich vollkommen fertig ins Bett. Ich lächle nur, als er sich gähnend von mir verabschiedet und mir sein Lichtschwert dalässt. Ich umschließe es mit der rechten Hand und zünde es. Meine eigenen Schwerter existieren nicht mehr, ich spüre sie nicht mehr. Sie wurden bei der Zerstörung des Todessterns ebenfalls getroffen und von ihnen ist wahrscheinlich nicht viel mehr als Staub übrig. Eine Jedi ohne Lichtschwert, gegen eine Überzahl von Kämpfern des Imperiums… Ihre einzige Hoffnung, der Feind und sein Sohn… Ich seufze und lasse die Klinge ein paar Mal durch die Luft gleiten, bis ich es wieder lösche und mich in meinen Schlafsaal begebe. Auch wenn ich nicht so viel Schlaf brauche, sollte ich nach einer solchen Nacht ein wenig ausruhen…
    Luke schläft einen gesamten Tag lang, es ist schon wieder früher morgen, als er in die Kantine kommt. Er scheint vollkommen unwissend, dass es viel zu früh ist, um eigentlich wach zu sein, denn er kommt auf mich zu und fragt: „Rayla, wo sind denn die anderen?“ Ich schmunzle. „Sie schlafen noch, es ist erst 4 Uhr morgens.“ Seine Augen weiten sich und ungläubig starrt er mich an. „Ich habe einen ganzen Tag geschlafen?“ Ich nicke schlicht. „Warum seid Ihr schon wach?“ „Ich bin schon vor einer Stunde aufgewacht, ich denke mal es wäre jetzt auf meinem Heimatplaneten Vollmond.“ Er legt den Kopf schief. „Nun, an Vollmond altere ich, sonst nie.“ „Aha…“ „Du hast Hunger, richtig?“ Er nickt. „Woher weißt du…“ „Ich weiß noch so viel mehr…“ Das scheint ihn zu verunsichern, denn er sagt nichts mehr. Ich stehe auf und hole ihm einen Happen zu Essen und verlasse dann wortlos die Kantine.


    Einige Tage später werde ich mitten in meiner Meditation unterbrochen. „Hallo Leia, was gibt’s?“, frage ich, als sie den Raum betritt. Einen Moment scheint sie überrascht, ich sitze mit dem Rücken zu ihr und habe die Augen geschlossen. „Wir haben eine weitere Lebensform auf dem Radar, jemand muss sie überprüfen.“ Ich stehe auf und nicke. „In Ordnung, wann soll ich los?“ „Luke und Han warten schon…“ „Ah…“ „Sie haben die Koordinaten und würden in einigen Minuten aufbrechen, ich möchte, dass du sie begleitest. Ich weiß, sie sind keine Kinder, aber naja…“ „Schon klar! Ich werde auf sie aufpassen!“ Sie nickt und ich beeile mich, meine Ausrüstung überzustreifen und zu ihnen in die Halle zu stoßen. „Miss Cullain, was tut Ihr denn hier?“ „Ich begleite euch!“ Damit gehe ich an ihnen vorbei und steige auf mein Tauntaun. Etwas baff tun sie es mir gleich und wir reiten hinaus in den Schnee. Es dauert eine Weile, bis wir bei den Koordinaten angekommen sind und was ist da? Ewige Eiswüste, sonst nichts. Warte, doch, da liegt etwas im Schnee. Die Jungs haben es nicht bemerkt, aber ich steige von meinem Reittier ab und hebe es auf. Es ist ein Stück Metall mit einem Loch und dem Zeichen des Jedi-Ordens darauf. „Das ist unmöglich!“, hauche ich und sehe mir das kreisförmige Stück erneut an. Keine Zweifel, das Symbol des Ordens ist eingraviert. Ein Impuls rauscht durch meinen Kopf und ich knie mich auf den Boden. „Luke, Han, ich hab‘ etwas gefunden!“ Das Metallstück lasse ich schnell in meine Tasche gleiten und schlage mit der Faust auf den Schnee. „Was wird das denn?“, höre ich Hans liebliche Stimme hinter mir und der Boden vor uns tut sich auf. „Eine Höhle!“, stellt Luke erstaunt fest und ich stehe auf. „Richtig!“, meine ich und springe in das Loch vor mir. Elegant lande ich auf dem Grund und gehe ein paar Schritte in die Höhle, die sich vor mir öffnet. Hinter mir höre ich, wie die Jungs in die Höhle gestolpert kommen und schmunzle. Anfänger…

    „Lasst doch die Lampen aus…“, meine ich und winke ab. „Warum denn? Ich kann kaum etwas sehen.“ Das war Lukes Stimme hinter mir. „Naja, die Dunkelheit kann eben auch ein Verbündeter sein.“, raune ich und kneife leicht die Augen zusammen. „Hier ist die Höhle zu ende.“ Ich bleibe stehen und Han läuft prompt in mich rein. „Tut mir leid!“, entschuldigt er sich und fragt dann: „Und woher weißt du, dass es nicht weitergeht?“ Ich mache noch ein paar Schritte weiter und strecke die Arme aus. Mit meinen Händen ertaste ich die kalte Steinwand, allerdings kann ich nichts Außergewöhnliches feststellen. Was ist denn bloß los mit mir? Ich kann es doch spüren, warum sehe ich es nicht? Ich folge der Wand und laufe wieder bis zu dem Gang, durch den wir gekommen sind. „Also hier ist nichts.“, stallt Luke fest und schlägt vor, wieder zu gehen. „Ja, ihr geht zurück ins Lager und sagt Leia, dass die Computer eine Fehlfunktion haben. Ich will, dass alles überprüft wird, verstanden, das System, die Schiffe, die Droiden, alles, klar? Ich komme gleich nach!“ Die beiden sind etwas verdutzt, gehen dann aber brav zum Eingang der Höhle. „Und wie sollen wir jetzt hier hochkommen?“, meckert Han schon wieder rum. Ich verdrehe die Augen und komme zu ihnen. „Das haben wir gleich.“, sage ich und hebe die Hände. Es dauert nur einen Moment, dann ist Luke den Schacht hinaufgeschwebt und ich hebe Han in die Luft. „Warte, warte!“ „Was?“, frage ich und lasse ihn wieder auf den Boden. „Wie machst du das nur?“ „Die Macht, Junge, hast du es immer noch nichts verstanden?“ „Und das ist auch sicher, ja?“ „Ja!“ „Na schön!“ Ich seufze und hebe ihn auch noch bis zur Schneeschicht. „Bis später!“, ruft Luke mir zu und ich nicke ihnen zu. Dann verschwinde ich wieder in dem Gang bis zum Ende der Höhle.


    Mit einem Kopfschütteln sehe ich mich noch einmal in der Finsternis um. Das kann doch nicht sein. Die Macht ist hier so stark, aber es ist nichts, als ein Tunnel unter der Erde auf einem Eiswüstenplaneten. Ich setze mich auf den Boden und nehme die Mütze, die vor Kälte schützen soll, ab. Dann schließe ich die Augen und versuche mich zu konzentrieren. Als ich nach einigen Stunden immer noch keine Erklärung für meine Wahrnehmung habe, verlasse auch ich mit einem nachdenklichen Gesichtsausdruck die Höhle. Es braucht nur einen kräftigen Abstoß vom Boden und ich kann mich an einem Felsenvorsprung festhalten. Ich ziehe mich hoch und springe an die Oberfläche.

    Es dauert einen Moment, bis ich mein Tauntaun gefunden habe, da es einen halben Click nach Westen gewandert ist. Ich mache mich also schnell auf den Weg zurück in die Zentrale, bald wird die Sonne untergehen und die Temperatur schrecklich sinken, also habe ich keine Wahl, als in das Thermofeld zurückzukehren. Als ich durch das Tor reite, kommt Leia auch schon auf mich zugestürmt. Kaum bin ich von meinem Reittier abgestiegen, geht das Zinnober auch schon los. „Ich habe Euch mitgesandt, damit Ihr auf die Jungs aufpasst! Es hätte sonst was passieren können! Ach ist auch egal… Schön, dass Ihr noch rechtzeitig angekommen seid, die Tore werden bald geschlossen.“ Deshalb also... „Es tut mir wirklich leid, ich wollte Euch alle nicht in Aufregung versetzen, es war nur… ach Jedi-Angelegenheiten…“ Sie runzelt die Stirn, nickt aber langsam. Dann bringt sie mich rein, wo ich erst einmal etwas zu Abend esse. Das Gefühl etwas Wichtiges übersehen zu haben lässt mich aber nicht los. Egal was mir in den nächsten Tagen für Aufgaben gegeben werden, immer wieder denke ich an die Höhle, in der meine Sinne vollkommen verrücktgespielt haben.
    Ich husche in mein Zimmer in setze mich auf die Liege. Laut atme ich aus und lege meinen Kopf in meine Hände. Dann lege ich mich hin und schließe die Augen. Was ich dann vor mir sehe, kann ich kaum glauben. Ich sehe mich selbst auf einer Brücke. Mein zweites ‚Ich‘ blickt nach unten in die Tiefe und erblickt Luke, der hinabstürzt, währen seine rechte Hand… Ich reiße die Augen auf.


    Vor mir steht Obi-wan. „Was war das?“, frage ich ihn, doch er antwortet nicht. „Ich werde dich auf eine Reise schicken, Rayla. Triff mich wieder in der Höhle. Du wirst eine Weile weg sein.“ Dann löst er sich vor meinen Augen in Luft aus und lässt mich allein. Ich atme tief durch. Eine Mission. Für mich. Und ich muss alle anderen hier zurücklassen. Ich muss. Langsam stehe ich auf und gehe zu meinem Kleiderschrank. Ich ziehe einen silbernen Umhang heraus, der zu meinem Indigoblauen Hosenanzug passt. Ich lege ihn mir um und ziehe die Kapuze tief in mein Gesicht. Dann schleiche ich nach draußen. Gerade als ich durch das Tor nach draußen in dem Schneesturm verschwinden will, höre ich eine zarte Stimme hinter mir. „Ihr werdet uns verlassen?“ Ich drehe mich um und sehe in Leias enttäuschte Augen. „Es tut mir leid, aber ich muss gehen. Das ist wichtig!“ Sie nickt verständnisvoll, sieht aber noch immer traurig aus. „Werden wir uns wiedersehen?“ Ich schlucke. Das weiß ich nicht! Ich greife nach meinem Anhänger. Das Stück Metall, das ich gefunden habe. Ich habe es zu einer Kette gemacht, die ich seit dem Tag und Nacht getragen habe. Ich wusste einfach, sie bedeutet etwas und jetzt reiße ich sie mir vom Hals. „Die werde ich mir wiederholen!“, meine ich und drücke sie meiner lieben Patentochter in die Hand. Sie umschließt den Anhänger fest und nickt lächelnd. „Möge die Macht mit Euch sein.“ Ich schmunzle. „Das wird sie. Möge die Macht auch mit Euch sein!“, verabschiede ich mich, dann trete ich hinaus in das wirre Schneetreiben.

    Ich habe keine Angst, den Weg zu verlieren, nein, die Höhle hat eine enorme Anziehungskraft auf mich, dass ich sie auch Clicks weiter nördlich wiederfinden würde. Als ich das Loch im Boden wiedererreicht habe, springe ich hinein und gehe durch den Tunnel, bis ans Ende der Höhle. Hier, wo ich auch vor einer Woche schon gesessen habe, knie ich mich nun wieder hin. „Schön, dass du so schnell gekommen bist!“, vernehme ich eine Stimme. Meine Augen bleiben geschlossen. „Du musst nur ein Wort sagen und ich springe, vielleicht sollte ich lernen selbstständiger zu werden!“ Er lacht kurz und beginnt dann, um mich herumzuschreiten. „Wohin soll ich gehen und was soll ich tun?“, frage ich. „Weit weg und du wirst jede Aufgabe bewältigen müssen.“ „Was für Aufgaben?“ „Das liegt nicht in meiner Macht, dir genau zu sagen, was dich erwartet. Ich weiß nur, dass du es schaffen musst, sonst wird er es auch nicht können.“ „Luke?“ „Er wird ebenfalls viele Hindernisse auf seinem Weg finden. Du kannst ihm den Pfad erleichtern.“ „Ich werde alles tun, was ich kann, um ihm zu helfen!“ „Ich weiß, Rayla. Deshalb höre mir nun gut zu.“ Ich nicke und öffne langsam die Augen. Doch ich bin nicht mehr in der Höhle. Ich stehe auf einem großen Felsen, von dem ein gewaltiger Wasserfall hinabstürzt. Obi-wan fährt trotz meiner Verwunderung fort: „Die Macht wird dir helfen einige Entscheidungen zu machen. Vertraue deinen Instinkten und du wirst bestehen. Ich wünsche dir viel Glück!“, damit verschwindet er wieder im Nichts und ich seufze. Warum kann er nicht einmal die Geheimnistuerei lassen? Jaja, schon gut, er darf mir nicht alles erzählen, aber er hätte mich vielleicht vorwarnen könne, dass er mich gleich, keine Ahnung, wegteleportiert. Und er hätte mir sagen können, auf welchem Planeten ich bin. Aber nein… Egal! Ich muss also jetzt Aufgaben bewältigen. Na dann, los!


    Ich sehe mich noch einen Moment um, bevor ich mich daranmache, die Klippe hinunterzuklettern. Als ich nur noch etwa zwanzig Meter über dem Boden bin, stoße ich mich von dem Gestein ab und mache einen Rückwärtssalto, bevor ich auf dem Boden lande und mich abrolle. Mein Umhang flattert um mich herum und ich ziehe mir die Kapuze wieder ins Gesicht. Dann beginne ich zu laufen. Einfach geradeaus, wachsam, immer auf der Suche nach Gefahr, bis ich an einem Dorf ankomme. Es ist sehr klein, besteht nur aus zehn Häusern, die alle nebeneinander gebaut wurden. Die Bewohner sind Menschen, sie nicken mir freundlich zu, als ich durch die einzige Straße gehe. "Warum ist es hier so friedlich?", frage ich schließlich eine junge Frau, Mitte zwanzig würde ich schätzen, die gerade in ihrem Vorgarten ein Beet gießt. "Gibt es denn Anlass für Krieg?", gibt die mit einem Lächeln zurück. Ich runzelte die Stirn. Es herrscht bereits Krieg! Das hier kann ja wohl kaum real sein, keine Bunker, keine Sturmtruppen. Es ist ein abgelegenes Farmerdorf, mitten in riesigen Feldern und Wiesen. "Ihr seht erschöpft aus, kommt doch herein und trinkt etwas." Misstrauisch sehe ich zwischen ihrem Haus und Gesicht hin und her, nicke aber dann. "Ich danke Euch!", meine ich höflich und verbeuge mich kurz. Sie winkt nur ab, öffnet die Tür und geleitet mich hinein. Ich atme langsam und so leise wie möglich, bereit mich zu wehren, falls es eine Falle sein sollte. "Ich heiße Elefyna, und Ihr?" "Rayla, freut mich!" Ich drücke ihre Hand kurz, dann reicht sie mir einen Becher mit einer silbernen Flüssigkeit darin. "Was ist das?", frage ich und bemühe mich, nicht misstrauisch, sondern neugierig zu klingen. Dann nehme ich einen kleinen Schluck. Nichts passiert. Es schmeckt ähnlich wie Wasser, ein bisschen süßlich aber sonst normal. Sie gluckst. "Das ist Artelys. Jeder trinkt das hier! Sagt, woher kommt Ihr und wie kommt ihr hier her, wenn ihr so wenig über unseren Alltag wisst?" Ich überlege einen Moment. "Ich weiß nicht wie ich hierhergelangte, Sekunden zuvor befand ich mich auf einem Eisplaneten namens Hoth, dann war ich hier.", erzähle ich ihr die Wahrheit. "Wie ungewöhnlich. Und doch so aufregend, vielleicht, wenn ihr tatsächlich die Wahrheit sprecht, von diesen Planeten seid Ihr ja schon einmal nicht, vielleicht seid ihr es, von der die Legenden sprechen." Ich werde hellhörig. "Welche Legenden? Und wie nennt ihr diesen Planeten überhaupt?", frage ich nach. Sie scheint mir vertrauenswürdig, ich denke, sie könnte mir helfen herauszufinden, wo ich bin und was meine Aufgabe ist. "Du befindest dich auf Hellen. Von deinem Planeten habe ich noch nie gehört, ich fürchte er ist nicht in unserer Galaxie. Nun, Ihr wolltet etwas über die Legenden erfahren. Also, es gibt Geschichten, die Euch jetzt aufzuführen zu lange dauern würden, sie sprechen von einer Frau, die kommen wird, von einem anderen Universum, um uns zur Seite zu stehen. Ich frage mich allerdings, warum Ihr genau jetzt kommt. Eigentlich wird davon erzählt, dass Ihr uns in Zeiten des Krieges den Sieg bringen werdet und den Wohlstand zurückbringt, allerdings leben wir nun schon seit Jahren in Frieden." "Ich bin nicht sicher, ob ich tatsächlich damit gemeint bin. Ich würde gesandt, um meine Aufgabe zu erfüllen, auch wenn ich nicht weiß, was das ist." "Na, dass passt doch!", sagt sie mit aufgeregtem Lächeln. Ich beiße mir auf die Unterlippe. Woher sollten sie etwas von mir gehört haben?


    "Woher kommen diese Legenden?", frage ich nach und trinke den Becher aus. "Ich denke, sie entstanden im letzten Krieg gegen die Thrains. Viele Bewohner verloren bereits den Mut, bis Alte Schriften gefunden wurden. Darin waren diese Geschichten, von der Kriegerin, die einst unser Volk rettete und seitdem über uns wacht. Es wurde erzählt, dass sie in den Himmel aufgefahren ist, mit dem Versprechen wiederzukehren, wenn wir sie brauchen." Ich muss beinahe lachen. "Und das soll ich sein? Na wohl kaum!" Sie zuckt mit den Schultern und setzt sich dann an einen Tisch. "Eine Frage, gibt es noch weitere Dörfer hier?" Sie nickt. "Ja, 4 weitere. Eines in den Wäldern östlich von hier. Mit einem Gefährt, etwa 5 Stunden entfernt. Eines in den Berghöhlen, bis man die erreicht... es ist ziemlich weit von hier, es gibt einen Kletterweg und einen Pfad, der dauert allerdings Stunden länger. Egal welchen Weg man wählt, einen Tag wird man schon brauchen. Naja, das dritte ist unter Wasser." Sie senkt die Stimme. "Meerjungfrauen... sie bleiben lieber unter sich." Sie entspannt sich wieder. "Und das letzte Dorf ist in den Wolken. Aber ohne die Hilfe eines Drachens kommst du da sicher nicht hoch." Äußerst interessant... Meerjungfrauen gibt es hier? Das würde ich mir alles zu gerne ansehen. Ich denke dort werde ich hingehen. Aber vielleicht sollte ich mir zuerst eines der näheren vernehmen. Das Wald Dorf klingt nicht allzu schwierig zu erreichen. "Kann ich mir hier irgendwo einen Speeder ausleihen?" Elefyna sieht mich mit einer Mischung aus Abwertung und Belustigung an. "Wer benutzt denn so etwas noch? Ich leihe dir gerne mein Motorrad, aber von Speedern habe ich noch nie etwas gehört…" Ich ziehe eine Augenbraue hoch, zucke dann mit den Schultern und lasse mir dieses "neue" Fortbewegungsmittel mal zeigen.

    Dafür folge ich Elefyna in eine Garage unter ihrem Haus. Es sieht definitiv anders aus als die Speeder, die ich kenne. "Es ist ein T-70.", erklärt sie und deutet mir, auszusteigen. Soweit ich das auf die Schnelle beurteilen kann, funktioniert er ähnlich und ich starte die Triebwerke. Elefyna deutet auf eine Rampe, die direkt in die Decke führt. Als sie mein Unbehagen merkt, lacht sie nur und sagt: "Es öffnest ich sobald, du darauf zufährst. Dreh mal eine Runde, ich warte dann oben auf dich." Ich nicke und fahre los. Nicht mal eine Sekunde nachdem ich mich in Bewegung gesetzt habe, beginnt sich etwas um meine Beine zu legen. Es dauert nicht lange und es hat sich ein kompletter Anzug an mich geschmiegt. Durch das Visier habe ich eine klare Sicht und in einer kleinen Anzeige links in der Ecke, kann ich die Schnelligkeit, den Energieverbrauch und -gewinn erkennen. Ich bin aus der Garage gefahren und rase nun über die geraden Ebenen rund um das kleine Dörfchen. Das Teil hat schon ordentlich Tempo drauf, auch wenn ich zugeben muss, dass diese Räder absolut unpassend sind.


    Eine Weile fahre ich durch die Gegend und versuche mich darauf einzustellen, doch ich will es nicht übertreiben und drossele das Tempo und bleiben von Elefynas Häusschen stehen. Sobald ich einen Fuß auf den Boden gesetzt habe, wird der Schutzanzug und -Helm wieder zurückgebildet und ich kann absteigen. "Danke, ich würde ihn mir gerne ausleihen, wenn das möglich ist.“ „Ach ja, gerne doch, kein Problem!“
    Wir lassen den T-70 in der Garage und begeben uns zurück in Elefynas Haus. "Ich habe noch ein paar Fragen.", sage ich und sie lächelt aufmunternd. "Nur zu..." "Also, wer sind die anderen Leute hier im Dorf?" "Wir haben nicht viel miteinander zu tun. Ich kann sie Euch alle vorstellen, aber Freunde sind wir nicht unbedingt. Wisst Ihr, jeder lebt für sich. Es gibt keinen Grund für Handel, jeder besitzt ungefähr gleichviel." "Aha... hättet Ihr etwas dagegen, wenn wir dir höfliche Anrede auslassen?" Sie beginnt zu strahlen. "Natürlich nicht!" "Wunderbar. Was mich auch noch interessiert, woher wusstest Du, dass ich nicht von diesem Planeten komme?" "Nun, eine Meerjungfrau bist du ja eindeutig nicht... Aus dem Wolkenreich kannst du auch nicht kommen, dort haben Alle silber bis weiße Haare. Kämst Du von den Berghöhlen, hätte ich dich schon einmal gesehen. Meine Tochter ist vor kurzem dorthin gezogen, sie hat einen Bergarbeiter geheiratet. Deshalb weiß ich so ungefähr, wer dort oben wohnt. Und die Leute aus dem Wald Dorf haben alle braune Haare. Wenn ich ehrlich bin, ich habe so etwas wie deine Haare noch nie gesehen. Die Farbe ist äußerst ungewöhnlich. Ist das in deinem Universum normal?" Ich schüttle den Kopf. "Nein, auch in meiner Galaxie finden..." Mit einem Schlag kommt die Dunkelheit über uns und ich verstumme. Ein Schalter wird automatisch umgelegt, gefolgt von einem leisen Surren. Dann aktiviert sich ein modernes Beleuchtungssystem und der Raum wird mit Licht geflutet. Verwirrt sehe ich Elefyna an. "Es ist Nacht geworden. Ich denke mal, Du hast keine Unterkunft." Ich schüttle, noch immer überrumpelt, den Kopf und sie lächelt mich an. "Du kannst gerne bei mir schlafen. Ich zeige dir ein Zimmer." Sie geht gerade los, da halte ich sie am Ärmel fest. "Wie lange ist es Nacht?", frage ich und sie antwortet bereitwillig: "10 Stunden Nacht und 14 Stunden Tag. Ist das bei euch anders?" "Kommt auf den Planeten an...", murmle ich und folge ihr dann zu dem Gästezimmer ihres Hauses. Ich bedanke mich bei ihr und wünsche noch eine gute Nacht, dann verlässt sie den Raum und ich nehme auf dem Bett Platz. Elefyna ist so freundlich... Sie erinnert mich sehr an meinen Padawan. Aufgeschlossen, hilfsbereit und kein bisschen misstrauisch nur vielleicht ein wenig argwöhnisch. Ich seufze und Rolle mich dann auf der Matratze zusammen.

    Ein grelles Licht lässt mich aus meinem Schlaf schrecken. An die schnelle Umschaltung von Nacht zu Tag muss man sich wirklich erst einmal gewöhnen... Ich öffne langsam die Augen und richte mich auf. Noch etwas träge gehe ich zurück in die Küche, wo Elefyna bereits herumwirbelt. "Guten Morgen, Rayla! Hast Du gut geschlafen?", fragt sie fröhlich. "Ja, danke!", murmle ich und sie grinst. "Ich hab mir die Freiheit genommen, dir Frühstück zu machen. Wenn es etwas gibt, das für unser Dorf typisch ist, dann das Essen. Du wirst es lieben!" Ich setze mich gehorsam an den Tisch und warte erst einmal ab. Ich weiß, es ist nicht fair, aber tief in mir flüstert eine Stimme mir immer wieder zu, dass es eine Falle sein könnte... Ich sollte ihr nicht misstrauen, sie ist so hilfsbereit und nett, aber ich komme nicht von dem Los, was Obi-wan zu mir gesagt hat. Diese Aufgaben... irgendetwas kommt noch auf mich zu, und es wird heftig. Elefyna stellt mir eine Schüssel mit einer Art Porridge sowie auch Pfannkuchen mit silbrigen Farbe und ein Glas mit lila farbenen Saft auf den Tisch.
    Nach dem Frühstück, welches wunderbar geschmeckt hat und nicht vergiftet und sonst etwas war, mache ich mich auf den Weg. Ich habe mit meiner Gastgeberin geredet, sie leiht mir ihren T-70, damit ich mir einmal das Wald Dorf ansehen kann. Außerdem bestand sie darauf, dass ich etwas Proviant mitnehme und so mache ich mich dann auf den Weg.


    Ich fahre Stunden vor mich hin, ohne Probleme, der T-70 hat ein Navigationssystem, dass mich sicher und schnell an mein Ziel bringt, so beschäftige ich mich während der Fahrt damit, die Landschaft anzusehen und mir den Weg ab dem Waldrand einzuprägen. In dem dichten Unterholz kommt man mit einem Speederähnlichen Gefährt wohl kaum voran, deshalb werde ich von dort an Laufen. Ich fahre über viele Feldwege, sehe mir an, was angebaut wird, doch ich kenne die Pflanzen nicht. Die scheint es in meiner Galaxie nicht zu geben... Als ich dann die Wiesenlandschaft erreiche, fallen mir sofort einige Tiere auf. Sie sehen interessant aus, doch ich halte nicht an, um mich mit ihnen zu beschäftigen. Hier gibt es viel Grün, einige Bäume die vereinzelt herumstehen und vor sich hinwachsen. Dann, endlich erkenne ich, wie sich am Horizont langsam ein riesiger Wald aufbaut. Der T-70 steuert genau darauf zu und ich sehe zu, wie die Bäume immer größer zu werden scheinen, bis ich am Waldrand schließlich halte. Ich steige ab und warte kurz, bis den Schutzanzug weg ist. Dann binde ich mir den Beutel mit Proviant an den Gürtel und gehe los. Ich laufe erst einmal noch nicht in den Wald hinein, erst suche ich den Pfad, der in den Karten eingezeichnet war. Als ich ihn gefunden habe, betrete ich dann das Schattige.
    Hier rechts, ... dann ein Click gerade aus... Die Bäume sind wirklich hoch, daran kann man bestimmt gut klettern. Soweit ich mir das gemerkt habe, bin ich schon ziemlich nah dran, jetzt hier müsste es um die Kurve gehen und dann müsste hier ein markierter Baum sein. Ich höre ein Knurren hinter mir. Sofort bin ich Kampfbereit und sehe mich genau um. Nichts. Aber ich habe ganz deutlich jemanden oder etwas gehört! Da, ein Schatten streicht durch das Gestrüpp, zusammen mit einem kleineren etwas im Maul. Ich folge ihren Bewegungen mit meinen Augen, da wird der Schatten immer größer und ein Wolf ähnliches Tier springt aus dem Unterholz. Ich erschrecke erst einmal, fasse mich aber relativ schnell wieder und erkenne, dass es ein weibliches Tier mit Kind ist. Sofort macht es Klick in meinem Kopf und ich beginne rückwärts zu gehen. Das Tier zu töten wäre dumm, es versucht nur, sein Kind zu beschützen. Also heißt es Rennen. Ich drehe mich um und flüchte, sprinte so schnell ich kann über den feuchten Boden und versuche, endlich Wolf abzuhängen. Ich merke schnell, dass es nicht allzu viel Sinn ergibt, weiter zu rennen, das Tier ist schneller als ich und hat mich schon fast eingeholt. Also brauche ich einen Plan B. Wölfe würden es nicht schaffen, einen Baum hinaufklettern, hoffen wir, dass das mit diesem Tier nicht anders ist. Ich renne noch immer und suche mir einen geeigneten Ast über mir und springe. Ich erfasse das Holz mit beiden Händen und ziehe mich daran hoch. Dann klettere ich höher, bis ich endgültig außer Reichweite bin. In einer Astgabel kann ich es mir sogar ein wenig gemütlich machen... Naja, ich kann mich hinsetzten... Dann schließe ich die Augen, die Wölfin knurrt noch immer unten am Boden vor sich hin und starrt zu mir hinauf, also konzentriere ich mich und baue eine Verbindung zu dem Tier auf.


    Ich setze so gut ich kann meine Kraft ein um sie zu beruhigen, was nach mehreren Minuten dann auch funktioniert. Langsam klettere ich den Bau wieder hinunter, als sie aufhört, auf dem Boden herum zu tigern. Sie ist noch immer verunsichert, also knie ich mich vor ihr auf den Grund. Um meinen Respekt zu zeigen, senke ich den Kopf und warte ab. Sie regt sich nicht. Langsam richte ich mich wieder auf und strecke die Hand aus, nicht um sie zu streicheln, nein, sie soll nur sehen, dass ich nicht gefährlich bin. Neugierig tritt sie etwas näher und als sie nur noch wenig von mir entfernt ist, nutze ich die Macht, um die Wölfin zu erfassen. Ich blicke ihr starr in die Augen und sie mir. Dann lasse ich sie wieder los, als die Verbindung abgeschlossen wurde. Ich stehe auf und gehe an ihr vorbei weiter in Richtung des Dorfes. Da beginnt das Tier zu jaulen. Ich drehe mich um. „Was ist?“, frage ich und sie stürmt an mir vorbei zwischen die Bäume. Sofort folge ich ihr. Sie will mir etwas zeigen. Schon bald muss ich wieder rennen denn sie wartet nicht wirklich auf mich. Nach einer gefühlten Ewigkeit bleibt sie stehen und als ich durch das Gebüsch komme, sehe ich auch warum. Wir sind an dem Dorf angekommen. Es ist nicht sehr groß, auf einer Waldlichtung und ich lasse mir erst einmal die Sonne ins Gesicht scheinen. Dann nicke ich der Wölfin dankend zu und sie verschwindet wieder im Wald. Ich sehe ihr nicht lange nach, sondern konzentriere mich auf meine Absicht hier. Es ist still, zu still, auf den Wegen von Haus zu Haus keine Menschenseele, irgendwas läuft hier gewaltig falsch! „Hallo?“, rufe ich, doch nur mein Echo meldet sich. Mit gerunzelter Stirn gehe ich auf eines der aus Holz gebauten Häuschen und öffne die Tür. Ich schrecke zurück, als ein lebloser Körper durch die Tür fällt und vor mir auf dem Waldboden aufschlägt. Ich bin einen Moment geschockt, dann knie ich mich neben die Leiche. „Nein, nein!“, flüstere ich und suche hektisch nach einem Lebenszeichen. Nichts. Kein Atmen, kein Herzschlag, keine Reaktion auf die Umgebung oder mich. Ich lasse die Schultern fallen und betrachte die Todesursache. Ich kann Schusswunden am Arm und Rücken identifizieren, doch es steckt etwas darin. Ich ziehe es mit der Macht heraus und betrachte es in meiner Hand. Es ist eine zerquetschte Eisenkugel, warum erschießt jemand Menschen mit Metall? Naja, immer noch resigniert stehe ich auf und hebe die Hand. Langsam hebt die Leiche vom Boden ab und schwebt zurück in das Haus. Dann schließe ich die Tür hinter ihm. Ich verstehe nicht, was hier vorgefallen ist, doch ich werde von meinen Überlegungen abgelenkt. Ein Rascheln im Gebüsch lässt mich aufschrecken und ich hebe die Hände. „Wer ist da?“, frage ich bestimmt, aber leise. Mit geschärftem Sinne scanne ich die Umgebung und erkenne eine Gestalt im Gebüsch. Es dauert nur einen Bruchteil einer Sekunde und er schlittert über den Boden und findet sich rechts neben mir im Würgegriff wieder. Egal wie viel er es versucht, er schafft es nicht, sich zu bewegen und ich vernehme eine leise Stimme aus dem Unterholz. „Wie hat sie das gemacht?“ „Hexe!“, ruft jemand etwas weiter links und ich bin auf einen Angriff gefasst, doch es passiert nichts.


    Langsam bin ich es leid zu warten und umschließe die Kehle des Mannes neben mir fester. Es beginnt zu Husten und zu Keuchen, aber er kann sich nicht wehren. Seine Waffe ist längst zu Boden gefallen und ich blicke in die Richtung, aus der die Stimmen kamen. „Ihr wollt doch nicht, dass ich euren kleinen Freund hier erwürge, oder?“ Wieder keine Reaktion. „Na dann…“ Meine Hand schließt sich zu einer Faust und der Mann, der noch zuvor minimal über dem Boden schwebte, sinkt in sich zusammen und ich stoße ihn zur Seite. Er regt sich nicht mehr, ohnmächtig, weil ich ihm seine Luftrühre abgedrückt habe. Noch habe ich ihn nicht getötet, doch das ist unmöglich für seine Komplizen zu erkennen. Wie ich erwartet habe, treten sie nun aus ihren Verstecken, es sind fünf an der Zahl und heben die Waffen. Ich höre, wie sie abdrücken und mache eine Flugrolle um auszuweichen. Doch damit ist es längst nicht getan, ich mache einen Bodengang nach hinten und springe zur Seite. Dann mache ich ein Rad auf einen der Männer zu und schlage ihn ko. Schnell springe ich an einem Baum und stoße mich mit den Füßen davon ab, sodass ich einen Rückwärtssalto in der Luft vollführe und hinter zwei der Angreifer lande. Mit einem gezielten Tritt und einigen Stößen mit Ellenbogen und Faust, sind auch sie außer Gefecht gesetzt, doch noch immer schließen ihre Verbündeten auf mich. Ich ducke mich zu Seite und hebe dann die Hand um den nächsten Schuss abzuwehren und baue eine Art Schild durch die Macht vor mir auf. Die Kugeln, die sie auf mich schießen prallen daran ab und fallen vor meinen Füßen zu Boden. Ich spüre die Anstrengung in meinen Armen und breche den Schild ab. Dann mache ich blitzschnell eine Flugrolle, während ich einen Ast zu mir fliegen lasse. Ich fange ihn, rolle mich ab und schlage ihn einem der Männer auf den Kopf. Dann noch ein Tritt und er liegt am Boden. Mit der freien Hand entreiße ich dem letzten Mann die Waffe und blicke ihn dann drohend an. „Wer seid ihr?“ „Thrains.“, knirscht er hinter seinen Zähnen hervor und starrt voller Trotz und Stolz zurück. „Und was wollt ihr hier auf dem Planeten, schon wieder?“ Er lächelt. „Was heißt schon wieder, unsere Vorfahren waren Verlierer, sie haben den Krieg gegen die Bevölkerung hier verloren, aber wir sind besser! Euer Land wird brennen!“ Er beginnt zu lachen und ich hebe die Hand, sodass er keinen Mucks mehr von sich bringt, vor Atemmangel. „Wo ist eure Basis?“ Er antwortet nicht. „Wo ist sie!“, rufe ich lauter, doch der Mann schüttelt nur den Kopf. Jetzt reißt mir der Geduldsfaden und ich mache ihm den Garaus. Sein Lebloser Körper fällt mit einem dumpfen Schlag auf den Boden und ich fluche.

    Der Weg zurück kommt mir viel länger vor, als ich her gebraucht habe, obwohl ich renne. Thrains, Das waren die Leute, die diesen Planeten schon einmal angegriffen haben. Der, in dem die Schriften über die Legende gefunden wurden, die angeblich ich bin. So ein verdammter Mist! Wie soll ich das denn jetzt bitte erklären? Also diese Thrains haben das gesamte Dorf ausgerottet, was, wenn sie auch die anderen Gemeinden angreifen? Ich muss dringend in die Berge, zu der Stadt in den Wolken und zu den Meerjungfrauen, sie alle sind in Gefahr. Natürlich auch das Farmerdorf, aber da fahre ich ja so wie so schon hin.


    Schlagartig wird es dunkel und Elefynas Gesicht noch verzweifelter. „Was sollen wir denn machen?“, fragt sie völlig verzweifelt. „Es tut mir leid, aber ich muss wieder gehen!“ „Was! Aber wenn sie uns angreifen, wir haben doch keine Waffen und viele noch sehr junge Bewohner, die sind ja kaum beweglich…“ Ich ziehe eine Augenbraue hoch. „Soweit ich das weiß, sind die jungen Leute am beweglichsten…“ Entgeistert sieht sie mich an. „So ein Blödsinn, die junge Leute haben ja noch graue Haare!“ Wie bitte? Moment mal… „Wie alt bist du Elefyna?“, frage ich nachdenklich. „70.“ Ich reiße die Augen auf. Man altert hier rückwärts! Naja, wenn das so ist, ist es natürlich klar, dass junge Leute nicht wirklich zum Kämpfen geeignet sind. „Nun, du hast Recht, aber was soll ich denn machen? Ich muss zu den anderen Dörfern und sie warnen, vielleicht sind sie auch schon angegriffen worden, vielleicht können wir uns zusammenschließen. Und du hast doch gesagt, dass es hier Drachen gibt, die könnten auch hilfreich sein!“ Sie nickt, scheint aber nicht besonders viel Hoffnung zu haben. „Ich möchte dir gerne helfen, aber Drachen zu zähmen ist Selbstmord, glaub mir! Ich werde in die Berge reißen, dort kenne ich viele Leute, habe ich ja schon erzählt. Du gehst zu den Meerjungfrauen und naja, schaust, ob es bei ihnen Hilfe gibt.“ „Gut, dann sollten wir aufbrechen. Gibt es jemanden hier von dem man sich einen T-70 ausleihen kann?“ Sie beißt sich auf die Unterlippe. Dann scheint ihr jemand einzufallen. „Ja, Grünyls hat einen, den kannst du fragen. Er ist noch sehr jung, aber naja, er gibt ihn dir bestimmt, er benutzt ihn fast nie.“ Ich nicke und stehe vom Tisch auf. „Warte, wir sollten erst morgen losfahren. Bei Nacht wird es hier echt gefährlich.“ „Warum habt ihr dann nichts, um euch zu wehren?“ Diese Frage scheint sie sich noch nie gestellt zu haben, denn sie runzelt die Stirn. „Du hast Recht… Das ist… naja, ich denke, wir sind einfach nicht so kämpferisch hier, wir ziehen uns zurück, wenn wir eine Gefahr bemerken.“ „Egal, dann starten wir morgen beim Sonnenaufgang.“ Sie gluckst. „Wann?“ Ich verdrehe die Augen. „Wenn es hell wird.“ Sie nickt und ich gehe in mein Gästezimmer. „Gute Nacht!“, rufe ich ihr noch über die Schulter zu und schließe dann die Tür hinter mir.

    Ich mache in dieser Nacht kein Auge zu. Etwas Großes kommt auf diesen Planeten zu, ich kann es spüren. Diese Thrains haben einen Krieg begonnen, wie weit er fortgeschritten ist, bleibt ein Rätsel. Nicht einmal die tiefste Meditation bringt mir Antworten. Ich beginne unruhig im Raum auf und ab zu laufen, ich fühle mich nicht wohl in der Ruhe vor dem Sturm. Wenn ich wenigstens wüsste, gegen wen oder was ich kämpfe… Nun, ich habe einen einzigen Anhaltspunkt: meine Aufgabe lautet, die Bewohner dieses Planeten zu beschützen. Ich soll einen Krieg führen. Allein. Eine Ein-Mann-Armee, Frau wohl eher, gegen eine Schlagkraft, die ich nicht einschätzen kann.

    Draußen leuchtet ein helles Licht auf und sofort verlasse ich mein Zimmer. Unten kommt Elefyna gerade aus dem Bett und geht in die Küche. „Guten Morgen!“, rufe ich ihr zu und beeile mich, zu Grünyls zu kommen.
    Zum Glück ist er sehr nett und leiht mir sein Motorrad ohne groß nachzufragen wer ich überhaupt bin, ziemlich naiv eigentlich, wenn ich so Recht überlege…


    Eine halbe Stunde später machen wir uns auf den Weg in die Richtung, aus der ich gekommen bin. Die Seen befinden sich laut Elefyna auf der anderen Seite des Gebirges, also ergibt es nur Sinn, dass ich sie bis zu den Höhlen begleite. Es dauert nicht sehr lange, bis wir die Klippen vor und sehen können. Wie eine gewaltige Wand bauen sie sich vor uns auf und präsentieren kalten Stein und ein paar Wasserfälle, unter denen sich kleine Gewässer stauen. Je näher wir kommen, desto höher scheinen die Gletscher, an dessen höchsten Stellen sich meterweise Schnee lagert.
    Ein Glück, dass ich nicht von dort aus herunterklettern musste…
    Als wir den Fuß des höchsten Berges erreichen, müssen wir wohl oder übel die Gefährte stehen lassen und weiterlaufen und Elefyna führt mich zu einem schmalen Pfad, der sich gefährlich nah am Abgrund entlangschlängelt, als plötzlich die Nacht über uns herfällt.
    „So ein Mist! Das hatte ich befürchtet, wir müssen so schnell wie möglich die nächste Plattform erreichen, sonst sind wir den Kalmari ausgeliefert!“ Was Kalmari jetzt schon wieder sind, frage ich gar nicht erst, sondern rufe: „Wie weit ist es noch bis da?“ zurück. „Sie ist noch etwa 12 Meter in der Höhe.“ 12 Meter, das könnte ich schaffen! „In Ordnung, nicht bewegen und sag mir welche Richtung!“ Ich strecke vorsichtig meine beiden Hände aus und schließe die Augen. „Huh!“, entfährt es Elefyna als sie vom Boden abhebt und langsam nach oben schwebt.
    „Das ist genial! Ähm ein bisschen weiter noch!“, schreit sie zu mir hinunter. „Ja, hier ist gut!“
    Ich setze sie sanft auf dem Steinboden ab und öffne die Augen. Dann beginne ich die Wand hochzuklettern, der direkte Weg geht eben doch schneller. Trotzdem kommt es mir ewig vor, bis ich mich an der Plattform hochziehen kann.
    „Wie hast du… egal, das war so cool!“ Ich lächle nur und stehe auf. Meine Machtfähigkeit ist hier so viel schwächer, weshalb ich auch leicht außer Atem bin. „Und hier sind wir sicher?“, frage ich, doch Elefyna schüttelt den Kopf. „Nein, aber wir können uns besser verteidigen. Also du kannst uns besser verteidigen, ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung vom Kampf.“ Ich lasse die Schultern fallen. Na dann…
    Rücken an Rücken stehen wir nun da und warten auf diese, laut Elefyna fliegenden Viecher, da stürzt ein dunkler Schatten auf mich zu und ich verpasse ihm einen Tritt an den Kopf, sodass er mit einem ohrenbetäubenden Kreischen davonfliegt. Es dauert allerdings nur ein paar Minuten bis er zurückkehrt, gefolgt von drei weiteren. Ich seufze und hebe konzentriert die Fäuste.

    Erst bei Tagesanbruch verschwinden sie dann endgültig nach einer Nacht voller Anstrengung und Kampf, die wir beide nicht ohne Verletzungen überstanden haben.


    „Uh, das reicht, ich stapfe nicht länger durch diesen verdammten Schnee!“, stöhne ich und setze mich. „ich bin auch völlig fertig, aber wir müssen noch eine Weile laufen, dann sind wir beim Bergwerk angekommen und können durch die Mienen zu den Höhlenmenschen.“ „Na dann…“, seufze ich und wir gehen weiter.
    Licht aus.
    Nacht.
    Wir erreichen die Miene gerade rechtzeitig, um nicht noch einen Kampf durchleben müssen und ruhen uns erst einmal aus.

    Leider aber auch das nicht lange, denn durch eine gedämpfte Explosion werde ich geweckt und schrecke hoch.
    Schnell rüttle ich Elefyna wach und sie ist entsetzt: „Ach du meine Güte, was geht da vor?“ „Ich weiß es nicht, aber wir müssen unbedingt sehen, was passiert! Wie weit ist es zu den Höhlen deiner Tochter?“
    Sie reißt die Augen auf. Das ihre Tochter bei dem Kampf zu Schaden kommen könnte, ist ihr anscheinend jetzt erst aufgefallen. „Äh… w..wir müssen da lang! Es dauert etwa eine halbe Stunde!“ Sofort setzten wir uns in Bewegung in Richtung des Kampflärms und es dauert nicht lange, bis wir das Chaos sehen können.


    Überall Asche, Explosionen, Soldaten in dunklen Anzügen, die die Höhlenbewohner in die Enge treiben. Entsetzt schreit Elefyna auf, als sie die Leiche einer älteren Frau sieht und stürzt auf die Knie. Tränen strömen über ihre Wangen und zwei der Thrains werden auf uns aufmerksam. „Elefyna wir müssen hier weg!“, schreie ich durch den Lärm der Schüsse, doch sie achtet nicht auf mich. Blitzschnell wende ich mich um und halte die Kugel auf, bevor sie überhaupt in unsere Nähe kommt.
    Die Thrains wechseln einen verwirrten Blick und beginnen dann erneut zu schießen. War ja klar, was man nicht versteht muss weg.
    Ich hebe nun auch die linke Hand, um das Schutzschild aufrecht zu erhalten, denn das kostet mich mehr Kraft als erwartet. Ich bin auf dieses Verhalten der Macht einfach nicht eingestellt. „Elefyna!“, rufe ich über die Schulter und mit aufgebrachtem Gesicht starrt sie mich an. „Wie machst du das?“, krächzt sie und ich funkle sie an. „Glaubst du wirklich, ich habe jetzt Zeit für so etwas? Renn! Renn einfach los, weg von allem hier, klar!“ Hektisch nickt sie und blickt sich verzweifelt um. Jetzt hat die Stresssituation sie wohl nach der Trauer eingeholt und sie begreift, was passiert.
    Dann läuft sie los. Ich schlucke und beginne, auf die Angreifer zuzulaufen.
    Mit zwei schnellen Bewegungen liegen sie am Boden, doch ich habe keine Zeit, die endgültig Kampfunfähig zu machen, da nur noch mehr von ihnen auf mich zukommen. Also beginne ich ebenfalls zu laufen, ich folge Elefyna, halte einen abgebrochenen Felsbrocken auf, sodass sie weiterlaufen kann.
    „Hier lang!“, schreit sie zu mir und ich sprinte in die gedeutete Richtung. Als wir aber gerade in die Höhle wollen, durch die wir wohl hätte entkommen können, stürzt der Eingang ein und wir bleiben abrupt stehen.
    Drehen uns um.
    Ein Kampfjet fliegt über unseren Köpfen, die Waffen direkt auf uns gerichtet. Elefyna atmet schnell, nickt dann zu sich selbst und beginnt weiter zu flüchten. Ich folge ihr. Wir haben keine Zeit für Worte, aber ich schätze, dass sie absolut keine Ahnung hat, in welche Richtung sie läuft, doch der Überlebensdrang hat die völlige Kontrolle über uns beide erlangt.

    Schüsse, direkt hinter mir, sie schlagen in den Boden ein, doch noch hat mich nichts getroffen. Elefyna ebenso nicht, da bleibt sie auf einmal stehen.
    Blickt ängstlich zu mir.
    Als ich sie erreiche, sehe ich auch warum:
    Ende!
    Ein Abgrund etwa 50 Meter tief, der das Gebirge als riesiger Spalt zerreißt.
    „Spring!“, sage ich bestimmt und vollkommen entgeistert sieht sie mich an. „Was!“ „Spring, los!“, befehle ich nun und der Jet hat uns erreicht. Die Kugeln lassen sich nicht ewig aufhalten, auch Elefyna sieht das. Dann schließt sie die Augen und springt die Klippe herunter. Wie lange der Fall wohl dauert? - Keine Ahnung, ich bin nicht in der Lage, mich auf etwas anderes zu konzentrieren, als den Schild aufrecht zu erhalten, da sehe ich meine Chance.
    Ein Felsvorsprung einige 10 Meter über dem Jet, ich könnte…
    Vorsichtig lege ich die Kontrolle über die Kugeln einzig in meine linke Hand und strecke meine Rechte in Richtung Himmel. Lasse den Stein brechen und mit einem gewaltigen Schlag stürzt der Fels mit dem Jet auf den Boden. Nur den Bruchteil einer Sekunde später drehe ich mich um zum Abgrund und springe.
    Im Fall strecke ich die Hände nach Elefyna aus, fange den Sturz knapp vor dem Boden ab und setze sie auf den Stein.
    Dann versuche ich mich selbst abzufangen und verlangsame meinen Fall. Als ich aber aufkomme und mich über die Schulter abrolle, fühlt es sich trotzdem an, als wäre jeder Knochen meines Rückens gebrochen und erschöpft bleibe ich liegen. Besorgt läuft Elefyna auf mich zu und beugt sich über mich. „Alles in Ordnung?“ Ich stöhne nur qualvoll und nicht dann.


    Stumm läuft Elefyna hinter mir. Es ist wieder Nacht geworden und wir irren noch immer durch die Höhlen, immer in Richtung Westen um irgendwann das Gebirge hinter uns zu lassen und nach den Meerjungfrauen und dieser Wolkenstadt zu sehen. In Gedanken gehe ich immer wieder alles durch, was ich von meiner Freundin über die Thrains erfahren habe. Suche nach irgendetwas, dass meine Fragen klären könnte, etwas, das den Angriffen und der Auslöschung einen Sinn gibt, den bis jetzt steckt einfach nichts dahinter. Sie wollen nicht einfach nur Macht, dafür hätten sie sich einen bedeutsameren Planeten ausgesucht, die Bewohner hier haben nicht einmal Raumschiffe, es geht auch nicht um die Menschen, schließlich nehmen sie keine Gefangenen, sie töten einfach, bis alles Leben ausgelöscht ist. Es muss noch mehr geben, von dem Elefyna entweder nichts weiß, oder nicht erzählt.
    „Du, sag mal, gibt es etwas, das hier anders ist als auf anderen Planeten dieses Systems?“, frage ich einfach gerade hinaus und die Frau erhebt die Stimme: „Unsere Technik ist kein bisschen fortgeschritten und wir leben sehr abseits. Außerdem funktioniert unsere Alterung wohl anders als auf anderen Planeten, mehr kann ich dir nicht sagen, wie gesagt, wir leben abgeschieden.“ Ich runzle die Stirn. „Wie genau funktioniert eure Alterung denn?“ Sie lächelt. „Wieso unsere, ist bei dir genauso, solange du hier bist! Naja, also, je älter man wird, desto weniger Falten hat man, jeden Tag verändert sich der Körper, bis man irgendwann, so am 50. Tag in den Bestzustand kommt. Von da an beginnt man, sich zurückzubilden, bis man schließlich stirbt.“ „Moment mal, ihr werdet also nur etwa 60 Tage alt?“ Sie nickt und seufzt. „Ist wenig für dich, nicht wahr? Ich denke das ist der Grund, weshalb wir nicht so viel wissen, aber hier ist es normal. Nur die Wolkenleute leben länger, aber ich glaube nicht, dass ihnen das etwas bringt, sie leben ziemlich isoliert. Keine Ahnung, wie wir ihr Reicht finden wollen.“
    Hm…
    Mit einem Schlag wird der gesamte Planet erhellt und ich erkenne etwas am Ende des engen Ganges.
    Wasser.


    Elefyna jauchzt laut auf und rennt los. Auch ich beeile mich, aus dem atembeschwerendem Spalt zu kommen und draußen im Licht, direkt am Ufer eines riesigen Sees, fallen wir uns in die Arme. Endlich haben wir es geschafft, weg von den Thrains, dieser Ort ist noch frei von Krieg, das kann ich spüren.

    „Es gibt hier nicht zufällig etwas, das einen unter Wasser atmen lässt, oder?“, frage ich, nachdem wir uns eine Weile einfach in der Euphorie ausgeruht haben. Jetzt aber besteht das Problem, dass wir einen Weg finden müssen, zu den Meerjungfrauen zu kommen. Auch wenn diese Thrains noch nicht hier waren, so werden sie bald auch diesen Teil der Natur überfallen.
    „Wenn, dann weiß ich davon nichts, ich hätte mir echt früher überlegen müssen, was wir machen können!“ „Ach was, ich habe doch auch nicht daran gedacht.“

    Als uns nach einigen Minuten immer noch nichts einfällt, seufze ich laut und gehe dann einfach auf das Wasser zu.
    „Was hast du denn jetzt vor?“, ruft Elefyna und ich drehe mich zu ihr um. „Ich tauche! Irgendetwas müssen wir ja machen, oder?“ „Na gut, wenn du etwas findest, dann sag mir Bescheid, ich werde solang nach etwas Essbarem suchen!“ Ich nicke und atme tief durch, halte die Luft an und springe ins Wasser. Im meiner Zeit als Jedi hatte ich immer etwas zur Hand, um unter Wasser zurechtzukommen, aber hier habe ich nichts.
    Meine Sinne werden gedämpft, ich sehe nur noch verschwommen, kann nur dumpf Geräusche wahrnehmen und langsam bewege ich mich in die Tiefe. Schon nach kurzer Zeit spüre ich ein Stechen in der Brust und verziehe das Gesicht. Höchst widerwillig drehe ich um und hole Luft von der Oberfläche. Die Ruhe dort unten war genau das, was ich gebraucht habe, einfach entspannend, doch ich muss mich zusammenreißen. Konzentration ist angesagt, also schiebe ich meine nassen Haare hinter mein Ohr, obwohl sie jetzt, wo ich wieder abtauche erneut zu schweben beginnen und mit kräftigen Zügen tauche ich auf die dunkle Tiefe zu, da packt mich etwas am Bein und reißt mich herum. Sand wird aufgewirbelt und ich kneife reflexartig die Augen zu. Dann beginne ich, mich zu wehren und schaffe es, mich von dem Klammern zu befreien, als auf einmal von allen Seiten Kreaturen angeschwommen kommen und mich in die Tiefe drücken. Der Schmerz in der Lunge wird immer größer und auch der Druck in den Ohren ist unerträglich, da spüre ich einen Biss in meinem Arm und langsam lassen meine Sinneswahrnehmungen nach. Nein, nein, nein!
    Verdammter Mist aber auch!
    Die Ohnmacht kommt über mich.


    Ich spüre, wie sich mein Brustkorb hebt und senkt.
    Ich atme.
    Luft.
    Eine Hand tastet nach meinem Puls, lässt wieder von mir ab. Ich öffne die Augen.
    Dunkelheit.
    Einen Moment verfalle ich in Panik, doch ich bin nicht blind, ich befinde mich in einem engen Raum, in einer Ecke die Umrisse einer Person. Langsam richte ich mich auf und der Mann kommt näher. Sofort hebe ich die Hände in Kampfposition, da tritt er in den einzigen Lichtschein, der durch ein Glasfenster in der Decke kommt und sagt: „Keine Sorge, ich bin hier nicht der Feind!“ Ich mustere ihn noch immer nicht beruhigt. Seine Haare sind strahlend weiß und mit dunklen, braunen Augen, lächelt er mich an. „Ich bin Wind, ich komme aus der Wolkenstadt. Die Thrains haben uns angegriffen, doch wir können uns schon verteidigen. Ich bin gegangen, um die anderen Völker zu warnen, doch die Meerjungfrauen sind zu arrogant, um die Hilfe anzunehmen. Ich glaube aber auch nicht, dass sie angegriffen werden, hier gibt es wirklich nichts zu holen…“, erzählt er um Vertrauen zu wecken und ich entspanne mich. „Ich bin Rayla Cullain und offenbar sind wir aus demselben Grund in derselben Zelle eingesperrt.“ Er lächelt und auch seine Zähne strahlen weiß. „Du bist sie, nicht wahr?“ „Wer?“ „Die den Krieg beenden wird.“ Ich seufze. Wann werden sie endlich verstehen, dass sie sich diese Geschichten nur ausgedacht haben, um Hoffnung zu bewahren? „Ich versuche es, aber die aus euren Geschichten bin ich sicher nicht!“ Er zuckt mit den Schultern und ich beginne unruhig auf und ab zu laufen. „Wie lange war ich ohnmächtig?“ „Ein paar Tage, schätze ich, wir bekommen nicht allzu viel Licht, wie du vielleicht gemerkt hast.“ „Oh nein!“, fluche ich. „Sie könnten längst haben, wonach sie suchen!“ Er schüttelt den Kopf und ich hebe eine Augenbraue. „Was weißt du darüber?“, frage ich misstrauisch. „Du kannst mir echt nicht einfach vertrauen, oder? Nun, ich werde es dir zeigen, aber wir müssen noch eine Weile warten, bis wir hier rauskommen.“ Mit einem verschmitzten Lächeln nickt er zu dem Gitter, das unsere Zelle von dem Wasser trennt und ich lehne mich an die Wand. Dann heißt es warten…

    *

    Mit einem lauten Klirren bricht die magische Schutzwand und das Wasser strömt in den Raum. Wind beginnt mit seinen Händen eine großräumige Bewegung zu machen und ich betrachte ihr argwöhnisch. „Du wirst es mir noch danken!“, meint dieser nur und ich hole tief Luft. Dann ist das Wasser bis zur Decke gelaufen und wir schwimmen auf den Ausgang zu.

    So schnell ich kann, versuche ich an die Oberfläche zu kommen, doch schon bald muss ich feststellen, dass ich keine Ahnung habe, wo ich hin muss Also gerade nach oben, auf das Licht zu, doch es ist noch so weit entfernt…
    Meine Lunge zieht sich immer weiter zusammen, da erkenne ich endlich Wind, wie er zu mir hochschwimmt. Er hat sie Meerjungfrauen also ___! Kraftlos lasse ich mich treiben und lächle ihn an. Er hat mich inzwischen erreicht und schnippt mit dem Finger. Sofort spüre ich etwas in meinem Gesicht, Luft, eine Blase bildet sich um meinen Mund und vorsichtig atme ich ein. Wind beginnt wie ein Verrückter zu grinsen, da sehe ich, dass auch er eine um Mund und Nase hat und deute nach oben. Er nickt und zusammen schwimmen wir an die Oberfläche.


    Noch immer ungläubig steige ich auf die nächste Wolke. Das ist einfach völlig unmöglich, Wolken sind schließlich aus Wasser, doch hier ist ja so wie so alles schräg, warum nicht auch der Himmel? Wind springt ungeduldig vor mir her, wohin weiß ich nicht, nur, dass wir schon bis hin in die Nacht laufen, Leider musste ich feststellen, dass die Stelle, an der wir aufgetaucht sind, eine ganz andere war als die, an der ich mich von Elefyna getrennt habe. Laut Wind allerdings, bewegen wir uns wieder in Richtung des Bauerndorfes, mit etwas Glück ist sie ebenfalls dorthin zurückgekehrt.
    „Wir sind bald da!“, ruft Wind zu mir über die Schulter und ich beeile mich, zu ihm zu kommen.

    Als wir dann am Ende der Wolkendecke angekommen sind, bleibt er stehen und deutet auf einen Hügel tief unter uns. „Da müssen wir hin!“, meint er und ich nicke. „Also du springst einfach und ich fange dich mit einer Böe, in Ordnung?“ Etwas unsicher sehe ich ihn an, ich habe keine Lust auf noch so einen Aufprall, wie in der Schlucht. „Schon gut, man nennt mich nicht umsonst Wind.“ Und ich nicke. Ich habe gesehen, was er alles mit seiner Fähigkeit, Luft zu kontrollieren, tun kann, also springe ich, kneife die Augen zusammen und vertraue auf meinen neuen Freund da oben.
    Als ich dann kurz vor dem Boden bin, erfasst mich ein gewaltiger Luftstoß und hält mich von dem Aufprall ab.
    Langsam und vorsichtig werde ich auf dem Boden abgesetzt und sehe bestätigend nach oben. Wind grinst schon wieder und lässt sich ebenfalls nach unten fallen. Noch bevor er seine Kräfte einsetzt, um nicht zu stürzen, stecke ich meine Hände aus und fange ihn ab. Verdutzt weiten sich seine Augen und er meint: „Und du willst mir erzählen, dass du nicht die aus den Geschichten bist?“

    *

    „Wow, für diesen Dreck hier würde ich auch töten!“, sage ich sarkastisch, während Wind mich durch ein Labyrinth von Gängen unter der Erde führt. „Deine Geduld lässt echt zu wünschen übrig!“, schimpft er und ich verstumme.
    Die Worte meines Meisters.
    Ja, meine Meister, der, der alle Steine ins Rollen gebracht hat, die Klonarmee, der Krieg, er hat dem Kanzler alles gegeben, was er brauchte, um die Herrschaft zu übernehmen und jetzt?
    Verdammter Mist, dort sollte ich jetzt sein und MEINE Galaxis retten und nicht irgendeinen Planeten irgendwo anders, auf dem alles total schräg ist und von dem ich keine Ahnung habe, wie man hier her- und wieder wegkommt.
    Ich schüttle den Kopf. Meine Haare sind deutlich kürzer geworden in meiner Zeit hier, wahrscheinlich sehe ich wieder aus wie 20 oder so… Was das der Sinn meiner Mission? Ich meine irgendetwas muss doch für den Kampf gegen das Imperium hier sein, wenn die Macht selbst (gut, mein Freund als Verkörperung der Macht) mich hierherschickt, dann würde ich endlich alles hier verstehen!

    „Da wären wir!“, reißt Wind mich aus den Gedanken und ich blicke auf. Ein gigantisch schwerer Felsbrocken versperrt uns den Weg und ich runzle die Stirn. Dann macht der Weißhaarige eine große Bewegung und hebt die Absperrung ein Stück vom Boden. Ich sehe ihn fragend an und er nickt. Also lege ich mich auf den staubigen Boden und rolle mich durch den Spalt in die Höhle.
    Dann stehe ich auf und übernehme die Last, sodass auch Wind durch die Lücke kommen kann.
    Vollkommene Dunkelheit umgibt uns, als ich das Gestein wieder auf den Boden lasse und ich lächle.
    Irgendetwas an diesem Ort beruhigt mich, gibt mir ein Gefühl von Heimat, aber ich weiß nicht, was.
    „Hier!“, flüstert mein Freund und ich folge meinem Gehör. Als ich dann bei ihm bin, drückt er eine Stelle in der Wand ein und eine Luke um Boden tut sich auf.
    „Du zuerst!“, raunt er und ich spüre seinen Atem in meinem Gesicht. Wie nah wir wohl voreinander stehen?


    „Warum flüstern wir?“, frage ich leise, während ich langsam einige Stufen hinuntersteige. Wind lacht gedämpft auf, er hat ja wirklich keine Sorgen, was?
    Je weiter wir nach unten kommen, desto wärmer wird die Luft um uns herum und ich kneife die Augen zusammen. Ab hier geht es nicht mehr weiter, also gehe ich ein paar Schritte zur Seite und warte auf den Jungen.
    Er läuft zielstrebig in eine Richtung und ich vertraue auf seine Orientierung, die Wände dieser Höhle kann ich partout nicht erkennen.
    Was auch immer er jetzt tut, ein schwaches Licht beginnt zu leuchten und zieht sich langsam, wie Fäden durch die steinerne Wand.
    Mit geöffnetem Mund beobachte ich, wie das Licht, das mir hier unten unglaublich hell vorkommt, aber wahrscheinlich an der Oberfläche nicht einmal so leuchtet wie ein Glühwürmchen, das gesamte Gestein durchfließt, als wäre es eine Flüssigkeit, für die kleine Gänge gebaut wurden.
    Das mysteriöse Leuchten erreicht nun auch die Decke und den Boden und fließt bis in die Mitte der Höhle, wo es einen grellen Blitz gibt und aus dem Boden erhebt sich ein ____ mit einem Orb an der Spitze. Mit hochgezogener Augenbraue beobachte ich Wind, der darauf zugeht und den Stein an sich nimmt. Ich spüre, was für eine Wärme und welche Macht von diesem Relikt ausgeht und starre Wind verwundert an, als er es mir entgegenhält. Ehrfürchtig nehme ich es an und fahre mit meinem Finger über einen Riss, der einmal außenherum geht. Dann packe ich die beiden Seiten und drehe sie in die entgegengesetzte Richtung. Im Inneren des Steins befindet sich ein Kristall. Gerade so groß wie mein Daumen und strahlend weiß mit einem leicht grünlichen Schimmer. Er ist wunderschön und machtvoll, das ist klar! Genau wonach die Thrains suchen!
    „Weißt du, was es ist?“, fragt Wind und mein Blick ist noch immer auf dem Erz gefesselt.
    „Nein, woher habt ihr es?“, frage ich zurück, doch er hebt die Schultern. „Es war einfach schon immer da, denke ich.“ „Und was für eine Bedeutung hat es für den Planeten? Ist es die Energiequelle?“, bohre ich weiter nach. „Nein, es steht für sich selbst. Ich weiß nicht, warum es ausgerechnet hier ist, aber darauf hat noch nie einer eine Antwort gefunden. Also haben wir uns einfach zur Aufgabe gemacht, es zu beschützen. Es ist sehr mächtig, vielleicht spürst du es.“ „Ja, tue ich! Es ist wonach sie streben. Die Thrains suchen danach, wenn sie es finden, können sie damit…“ Ich breche ab. Meine Pupillen weiten sich und meine Atmung wird schneller. Meine Knie geben nach, doch ich zwinge mich stehen zu bleiben. Kraftlos suche ich nach Halt und stütze mich gegen die Wand. Bilder tauchen vor meinen Augen auf.
    Feuer.
    Dann wieder Eis.
    Brennende Häuser.
    Ein X-Wing.
    Ein Kampfjet hoch über dem Boden, Thrains und sie steuern auf ein ganz bestimmtes Dorf zu.
    Eine Stadt in den Wolken, Schreie aus einem verriegelten Raum.
    Wind hebt mein Kinn. „Hey, Rayla, hörst du mich, was ist los?“, ruft er verzweifelt und ich versuche zu antworten. Meine Stimme versagt noch bevor ich überhaupt anfangen konnte zu sprechen. Ich schließe die Augen.
    Strecke die Hand aus. Wind nimmt den Kristall wieder an sich und starrt mich an. Ich blinzle. Es ist vorbei. Es dauert einen Moment, bis ich mich geordnet habe, dann versuche ich sofort auszuwerten, was ich da gerade gesehen habe. Feuer in einem Dorf, Thrains, Elefyna!
    Blitzschnell bin ich wieder auf den Beinen.
    „Wir müssen uns beeilen, sie attackieren das Bauerndorf!“, rufe ich und steige die Stufen hinauf. Es dauert einen Moment, dann ist es wieder dunkel und ich höre Wind hinter mir. „Woher weißt du das?“ „Ich habe es gesehen! Komm jetzt!“ „Du meinst, du hattest eine Vision?“ „So ähnlich! Hör auf, Fragen zu stellen!“, zische ich und im nächsten Augenblick tut es mir leid. Sofort ist es still hinter mir. Schuldbewusst still und auch ich spare meinen Atem. Wie müssen uns beeilen, wenn wir noch irgendetwas oder irgendjemand retten wollen!“


    An der Oberfläche angekommen, beginne ich zu rennen. Ich weiß nicht, ob es die richtige Richtung ist, aber ich glaube einfach daran, dass ich geleitet werde und so kommt es, dass ich nach Stunden, Winds Rufe im Nacken, endlich das Dorf am Horizont erkennen kann. Außer Atem stütze ich mich auf meine Knie, doch ich darf nicht stoppen, nicht jetzt!
    Ich schließe die Augen, Kopfschmerzen erschweren meinen Entschluss nur noch mehr, doch ich laufe weiter. Meine Füße brennen und ich bin eigentlich schon seit einer Weile völlig unfähig, weiter zu laufen, doch ich tue es einfach, es ist, als würde ich gegen mich selbst kämpfen, doch mein Kopf gewinnt.
    Das Feuer erwärmt die Luft, Rauch dringt in meine Lunge, ich muss husten, doch ich renne weiter auf das Chaos zu. Die Thrains scheinen schon wieder abzumarschieren, kein Wunder, sie haben den Kristall auch in diesem Dorf nicht finden können.
    Ich laufe durch die einzige Straße, von der nicht mehr viel übrig ist, um mich herum Trümmer der Häuser, bis zu Elefynas Haus und bleibe atemlos stehen. Einen Moment wird mir schwarz vor Augen, dann erkenne ich etwas unter einigen Steinen und hebe es unter höchster Anstrengung zur Seite.
    Entsetzt beuge ich mich über ihren Körper. „NEEEIN!“, schreie ich unkontrolliert und knie mich neben sie. Blut hat ihre Klamotten rot gefärbt und ich registriere mehrere Quetschungen und einen Schuss ins Bein.
    Sei nicht tot! Bitte nicht, komm schon!
    Ich presse meine Hände gegen ihr Herz, doch da ist nichts. Keine Bewegung, kein Herzschlag, auch kein Atem. Verzweifelt beginne ich mit der Herzmassage, doch sie regt sich nicht.
    Nein, nein, das kann nicht euer Ernst sein!, geht es mir bei jedem Pumpen durch den Kopf und ich gebe erst auf, als ich höre, wie jemand von hinten an mich tritt.
    Mit einem blitzschnellen Bodengang rückwärts bin ich auf den Beinen, doch es ist nur Wind, der mich mitleidig ansieht.
    „Was guckst du so?“, fahre ich ihn an und bin über mich selbst entsetzt. Er will mir nur helfen, warum schaffe ich es nicht meine bissigen Kommentare zurückzuhalten?
    „Es kommt noch ein Kampfjet, du solltest auf ein gewaltiges Feuer gefasst machen.“, erklärt er mit versteinerter Miene. „Danke, das werde ich. Nur, warum kommen sie noch einmal, hier ist doch nichts mehr.“ „Schon, aber sie schicken immer noch einen Trupp, der quasi kontrolliert und wenn noch etwas lebt, dann kommt es spätestens dann weg.“, meint Wind und ich nicke langsam. Soll mir nur Recht sein!
    Tatsächlich dauert es nicht lange, und ein weiterer Jet kommt angeflogen, doch er ist nicht mit Waffen ausgestattet. Er landet und schon kommt der Kugelhagel auf uns beide. Wind lässt sich in die Höhe steigen und läuft auf einigen Metern Höhe auf die Thrains zu. Ich hingegen habe wieder meine Arme erhoben, um die Kugeln abzuwehren, da fällt mein Blick erneut auf meine tote Freundin.
    Ein riesiges Ausmaß an Wut kocht in mir hoch und vollkommen entzürnt laufe ich auf den Trupp zu.
    Es dauert nicht lange, da habe ich sie erreicht und entreiße ihnen die Waffen. Es ist, als stünde ich neben mir, beobachtend, was ich als nächstes tue, denn ich habe keinen Einfluss mehr darauf, doch es gefällt mir, einfach alles fließen zu lassen. Ich packe den ersten an der Kehle und drücke ihm die Luftröhre ab, dann, als ein weiterer auf mich zukommt und scheinbar endlich kapiert hat, dass ich die Schüsse abwehren kann, hebe ich die Hand und lasse ihn in die Luft steigen und auch wieder fallen, aus 20 Metern. Noch einem verpasse ich einen Tritt an den Kopf und schleudere ihn dann mit der Macht gegen die Überreste eines Hauses. Wind hat inzwischen auch einige erledigt und ich marschiere in den Transporter. Direkt auf den Leutnant zu, der sich, wie es die eigentlichen Anführer meist, zurückgehalten hat, um am Ende den Triumpf einzufahren. Er hebt die Waffe, doch nur mit einem Wink fliegt sie aus seiner Hand und scheppert gegen die Wand und auf den Boden. Ich strecke die Hand aus und eine 45er Pistole findet den Weg in meinen Griff. Die halte ich ihn nun gegen die Schläfe. „Besser du sagst mir sofort wo ich den finde, der hinter dieser Invasion steckt, was sonst passiert kannst du dir wahrscheinlich vorstellen.“
    Keine Antwort. „Ich habe kein Problem damit, dich verrecken zu lassen, nicht mit einem Schuss, nein, wenn schon viele, ein langsamer und qualvoller Tod sollte für jemanden wie dich schon drin sein.“ „Rayla, stopp! Hör auf damit, das ist nicht deine Art.“ „Sei ruhig!“, rufe ich und nehme die Waffe in die linke Hand. Dann hebe ich die Rechte und nehme den Thrain in den Würgegriff. Ein Zentimeter über dem Boden, zwei, drei. Endlich öffnet er den Mund. „20 Minuten Flug in Richtung Norden.“, keucht er und ich lasse ihn zufrieden auf den Boden, entsichere die Waffe und schieße direkt in seine Stirn.


    „Warum hast du ihn erschossen?“ „Um aufzuräumen.“, antworte ich tonlos. Dann setze ich mich in den Pilotensitz und starte. Die Tür ist noch immer geöffnet, als wir abheben und Wind kann sich gerade noch festhalten. Die Toten allerdings werden sofort hinausgezogen und ich lächle. Moment, wie kann ich in so einer Situation lächeln? – Keine Ahnung, ich tue es einfach, es ist grauenhaft, aber genau das ist das Aufregende daran. Einfach etwas, was mir noch nie passiert ist und ich spüre diesen unglaublichen Sog, jetzt endlich die Mission zu beenden, koste es, was es wolle.
    Ich werde jetzt verdammt noch einmal diesen Anführer in Stücke zerreißen und dann endlich wieder zurückkommen.
    Wie fliegen eine Weile und langsam beruhigt sich mein Rausch an Dunkelheit und Rachsucht und ich blinzle. Einen Moment muss ich überlegen, was ich überhaupt vorhabe, doch ich bin immer noch ich, wie ich es auch vorher war, also steuere ich weiter in Richtung Stützpunkt. Ich drehe mich um zu Wind und er sieht entsetzt auf den Boden. „Wind?“, frage ich vorsichtig und er blickt auf. „Ich weiß nicht, was mit dir los ist, aber du hörst jetzt sofort auf, aus Rache zu morden, klar?“, befiehlt er und ich nicke. „Es tut mir leid, ich habe einfach die Kontrolle verloren, verstehst du? Ich glaube ich bin hier besonders anfällig, was mein Temperament angeht…“
    Er nickt und ich lächle ihm zu. „Machen wir dem ein Ende, okay?“ Er grinst und mein Lächeln vertieft sich. Ganz der Wind, den ich kennengelernt habe.
    In der Ferne sehe ich bereits einen Turm, notbedürftig gebaut, keine aufwendige Konstruktion, doch es ist gut genug, um eine Basis zu sein, von der aus alles geleitet wird. Natürlich können sie uns sehen, weshalb sie auch sofort einige Jäger losschicken und als die dann neben uns angekommen sind, erkennen sie natürlich, dass ich nicht zu ihnen gehöre und das Schießen geht los.
    Ich seufze. Warum haben die anderen immer die bessere Ausrüstung? Natürlich habe ich Waffentechnisch nichts entgegenzusetzen, weshalb ich auf Ausweichkurs gehe und versuche, den Schaden möglichst gering zu halten. Wind ist aufgeregt zu mir vorgekommen und versucht so gut er kann durch ein wenig Luftmanipulation zu helfen, doch auch er kann nicht alle Kampfjets zu Boden reißen.
    „Okay, jetzt wird es erst richtig eng!“, meine ich gestresst, als noch weitere Jäger geschickt werden und das Feuer eröffnen. Anfangs noch schaffe ich es aufzuweichen, doch es kommt, wie es kommen muss und wir werden getroffen.
    „Was machen wir denn jetzt!“, schreit Wind ein wenig hysterisch durch den Lärm und das Gepiepe der überladenen Systeme. Ich bin gerade dabei zu antworten, da kommt ein weiterer gut platzierter Schuss und triff genau neben mich. Direkt auf Ihn.
    Ich werde nach vorn geschleudert, ein großes Loch ist in der Wand des Transporters und Wind wird hinausgerissen. „Nein!“, schreie ich und strecke die Hand nach ihm aus, doch da kommt der Jet im Fall ins Schlingern und ich werde von hier nach da gestoßen. Mir wird schwindelig und mein Kopf dröhnt nach dem 4. Aufschlag, da werde auch ich nach außen gezogen und falle. Nicht lange, denn das Flugzeug hat den Großteil der Höhe schon vorher verloren, doch lange genug, um mich auf den Aufprall vorzubereiten, sodass ich nicht allzu sehr verletzt werde. Ausgelaugt bleibe ich liegen und schließe die Augen. Als ich sie wieder öffne, scheint eine Weile vergangen zu sein, denn sie sind weg. Die Thrains sind wieder in der Basis, offenbar sicher, dass wie endgültig erledigt sind.
    Schwankend stehe ich auf und sehe mich um. Ein paar Teile des Jets sind direkt neben mir gelandet, doch der Großteil liegt einige Meter weiter. Ich halte mir den Kopf und versuche wieder ein klares Augen+ zu bekommen, denn noch immer ist alles verschwommen.
    Wind! Sofort sehe ich mich nach ihm um, als ich mich auf den Beinen halten kann. Ich laufe in irgendeine Richtung, hoffe, ihn zu sehen, doch Fehlanzeige. Er muss hier sein, er ist hier in der Nähe und mit etwas Glück nicht allzu schlimm zugerichtet, doch meine Hoffnung scheint sich als Lüge zu entpuppen, denn kurz darauf entdecke ich ihn regungslos am Boden liegend. Nein!
    "Bitte, tu mir das nicht an! Du kannst nicht tot sein!", flüstere ich, da öffnet er die Augen. Nur ein ganz kleines bisschen, doch es ist ein Lebenszeichen.
    "Rayla", röchelt er und hebt die Hand. Ich lächle kurz, dann sehe ich mir seine Wunden genauer an. aus einer offenen wunde direkt in der Brust strömt noch immer Blut, so viel, dass sofort die Hoffnung, die aufgekeimt ist, wieder stirbt. So etwas überlebt man nicht. Unmöglich.
    "Nimm ihn! Du musst ihn an einen Sicheren Ort bringen, sonst wird es auf ewig so weiter gehen! So werden nicht ruhen, bis sie seine Macht erlangt haben und wenn sie es nicht schaffen, so kommt bald die nächste Generation und versucht es erneut." Mit Tränen in den Augen höre ich ihm zu und umschließe den Kristall, den er mir in die Hand drückt. "Versprich es!" Ich schniefe. "Ich verspreche es, Wind, aber bitte, bleib bei mir!"
    Er zieht die Mundwinkel nach oben. Nur für den Bruchteil einer Sekunde, doch dann entspannen sich sämtliche Muskeln seines Körpers und er starrt mit glasigen Augen in den Himmel. An mir vorbei. Ins Nichts.
    Ich wende mich ab. Er hatte es nicht verdient! Die typischen 'Warum'- Fragen schießen mir durch den Kopf, als ich seinen leblosen Körper auf meine Schultern nehme und von dem Geschehen wegtrage. Nicht weit von hier, höre ich Wasser, einen Fluss, auf den steuere ich nun zu. ALs ich an dem reißenden Gewässer angekommen bin, lasse ich seine Leiche hineinfallen und beobachte, wie sie hinfort treibt. In eine andere Welt, hoffentlich eine Bessere, Fairere.
    Dann schlucke ich. In meinem Gesicht ein grimmiger Ausdruck mit einem guten Grund. Die Basis der Thrains liegt direkt vor mir und es dauert auch nicht lange, da habe ich mich schnellen Schrittes aufgemacht und laufe darauf zu. Wenn sie mich sehen, umso besser, ich habe nämlich noch einiges mit ihnen zu klären!


    Tatsächlich aber scheinen sie mich nicht als Gefahr zu sehen, denn sie alarmieren nicht einmal die Wache an den Toren, über deren ohnmächtigen Körpern ich nun lehne und dessen Waffen ich inspiziere. Sie sind nicht so viel anders, als unsere, mit jede Menge Technik, die bei Laserwaffen nun gar nicht notwendig sind, aber ist ja auch egal. Ich schnappe mir ein Kugelblaster oder wie auch immer die das nennen und atme durch.
    Die Anführer sind immer ganz oben, bedeutet, ich muss mich den ganzen Turm nach oben arbeiten, um hier endgültig aufzuräumen.

    17. Stockwerk, dritter Gang rechts, dann einmal links abbiegen und hier müsste, wenn ich den Plan vorhin richtig in Erinnerung habe, die Treppe zu den nächsten Stockwerken sein.
    Na bitte, ich wusste es doch.
    Langsam schleiche ich die Stufen hinauf und begegne prompt zwei Thrains, die offenbar hier den Streiftrupp abgeben. Zwei Schüsse ihrerseits prallen an meiner Hand ab und ich entsichere meine Waffe.
    Bam! Bam! Zwei Leichen mehr, vielleicht sollte ich doch auf die altbewährte k.o.-Schlagtechnik zurückgreifen, das wäre moralischer, andererseits sollte ich schon etwas haben falls...
    Ach auch egal, ich lasse die Waffe liegen und klemme mir anstelle eine kleine Pistole in den Gürtel. Ich habe ehrlichgesagt nichts dagegen, wenn so viele von denen draufgehen, wie möglich, Bastarde!
    Es scheint noch Stunden zu dauern, bis ich mich endlich auf einer der höheren Etagen befinde, da trete ich in eine gigantische Halle. In ihrer Mitte: ein unbewaffneter Mann in einem langen, dunklen Umhang. Er steht mit dem Rücken zu mir, doch er muss mich gehört haben, denn er beginnt zu sprechen: "Ich muss sagen, das habe ich nicht erwartet. Jemanden wie dich, hier. Ich kenne viele Galaxien, doch das mich eine Tawaridianerin besuchen kommt..." Er dreht sich um und ich blicke in sein makelloses, junges Gesicht und runzle die Stirn. Wovon spricht er bitte? Wie kann er von meiner Herkunft wissen? Ihn scheint meine Ratlosigkeit amüsieren, denn er beginnt zu grinsen. "Ach, ich spiele nur mit dir, ich habe keine Ahnung von deiner Welt, bis auf das, was du darüber weißt." Langsam dämmert es mir und ich fasse mir an die Schläfen. "Ganz richtig, ich lese deine Gedanken, Kleine. Aber das ist eine Fähigkeit, die du auch beherrscht. Oder doch nicht?" Ich antworte nicht. Er ist der Anführer, der Drahtzieher. Ehrlich gesagt habe ich mir noch keine genaue Vorstellung von ihm gemacht, doch diese Situation bereitet mir Unbehagen. "Willst du mir nicht antworten?" Ich öffne den Mund, entscheide mich dann aber dagegen und konzentriere mich auf seinen Geist. <<Ich glaube nicht, dass das nötig ist, Ihr kennt doch die Antwort, die ich gäbe noch bevor ich den Mund aufmachen könnte, richtig?>>, sage ich ohne mit der Wimper zu zucken in seinem Kopf. Er scheint wenig beeindruckt, klar, über mich weiß er schließlich alles. "Rayla Cullain...", seufzt er. "Wie viel du durchgemacht hast, beeindruckend, doch traust du dich immer noch nicht, endlich gegen ihn anzutreten, dich von der Vergangenheit zu lösen und endlich einzusehen, dass es Böses gibt, das es auszulöschen gilt." "Wie könnt ihr so sprechen und gleichzeitig einen gesamten Planeten zerstören, für einen Kristall, über den ihr praktisch nichts wisst. Ich denke doch wirklich, ich weiß, wer das Böse hier ist." "Jetzt verstehen wir uns." Ich strecke die Hand aus und von einer Halterung an der Wand lockert sich ein metallenes Schwert und gleitet direkt in meinen festen Griff. Er zieht die Mundwinkel nach oben und breitet die Arme aus. Langsam laufe ich auf ihn zu, doch als ich ihm ein wenig näherkomme, löst er sich vor meinen Augen in Luft auf.


    "Hier oben.", ertönt seine Stimme hinter mir und ich drehe mich um. Teleportation, wirklich? "Ja, wirklich, du bist nicht die einzige, die übernatürliche Magie zu nutzen weiß." "Die Macht ist keine Magie.", zische ich und sehe ihn herausfordernd an. "Weißt du, in deine Vergangenheit zu blicken war wirklich interessant, Mädchen. Ich meine, all deine Versuche das Schlimmste zu verhindern. Wie oft bist du schon gescheitert?" Eine Kälte breitet sich in mir aus und ich kneife die Augen zusammen. Dann hebe ich das Schwert und stürze auf ihn zu. Er soll damit aufhören, sofort! Wieder teleportiert er sich vor meiner Nase weg und ich wirble herum. "Wurdest her gesandt, um zu helfen, doch das Schicksal von Elefyna konntest du nicht abwenden, wie?", dröhnt seine Stimme durch den Raum. Meine linke Hand schließt sich zu einer Faust und ich schleudere ein Gesteinsbrocken aus der Decke auf ihn. Der Kloß in meinem Hals ist zurück, genauso wie meine Wut, doch immer wieder weicht der Thrain meinen Angriffen aus. Schließlich steht er direkt vor mir und verpasst mir einen Schlag ins Gesicht. Als ich jedoch aushole, steht er wieder hinter mir und stößt mich auf den Boden. Ich schlucke und richte mich wieder auf und ein Lachen ertönt. "Und was ist mit deinem Padawan?", ruft er und ein grelles Licht erstrahlt.
    Ohne zu wissen, was ich tue, lasse ich das Schwert fallen, hebe die Hände und wehre die Blitze ab, die er aus einer Nische auf mich feuert. Links! Ich drehe mich herum und dunkle mich unter seinem Schlag weg, dann sehe ich mich nach ihm um. "Du denkst, du kämpfst für sie, aber hast du gemerkt, dass allen, die du in dein Herz schließt etwas widerfährt?" Wieder schließt er Blitze auf mich, sie entstehen wie aus seinen Händen, und ich werde auf die Knie gedrückt. "Du bist der Grund, Rayla, alle die du liebst sterben, wegen dir! Weil du sie nicht retten kannst." Nein! Nein, nicht aufregen, er lügt!, versuche ich mich selbst zu überzeugen, doch mein Zorn ist stärker. Ich stramme den Rücken und beobachte, wie er sich einige Male um mich herum teleportiert. Mein Handeln wird von einem einzigen Faktor kontrolliert, meiner Wut, meinem Hass auf den Anführer, den Hass auf seine Worte, auf mich selbst, weil er Recht hat und ich hebe die Klinge vom Boden auf. Dann wirble ich herum und stoße sie direkt in die Brust des Thrains. Er reißt die Augen auf. "Du wirst vorhersehbar!", spotte ich und ziehe das Metall aus seinem Körper. Er sinkt auf den Boden und ich knie mich neben ihn, um ihn auf den Rücken zu drehen. Ich will jetzt sein Gesicht sehen. "Du kannst nicht gewinnen, wir kommen wieder und wieder um es zu bekommen!" Ich lächle und hole den Kristall hervor, den Wind mir übergeben hat. "Meinst du das hier? Ihr könnt ihn nicht bekommen, weil ich ihn mitnehmen werde. In meine Galaxie, wo er außer Reichweite ist, verstehst du? Du bist derjenige, der nicht gewinnen kann." Er röchelt und ich spüre einen weiteren Schwall Wut in mir. "Du hast außerdem keine Ahnung, was ich durchgemacht habe. Du weißt nicht, wie es sich anfühlt Leute sterben zu sehen. Freunde, Familie, alle vor sich liegen zu sehen. Dabei zu sein, wenn sie den letzten Atemzug nehmen, wenn sie alle Kraft verlässt und zu wissen, dass man nichts mehr tun kann. Du hast keine Ahnung davon, aber ich will dich wirklich nicht unwissend sterben lassen. Mach die Augen auf!", befehle ich und unter höchster Anstrengung versucht er es. "Es zerreißt dich von innen heraus, wenn du merkst, dass du ihnen helfen hättest können." Ich hebe meine Hand über seinen Brustkorb. "Wenn du weißt, dass eine einzige Sache, die du anders gemacht hättest, ihr Leben gerettet hätte." Ich spüre, wie die Kraft durch mich strömt, in die letzte Zelle meines Körpers und ich schließe die Augen. Eine einzige, einsame Träne entweicht meinem Augenwinkel und kullert meine Wangen herunter. Der Thrain schreit auf und ich spüre etwas Weiches in meiner Hand. Dann öffne ich die Augen wieder und lege ihm das Herz in die Arme. Das Blut, das meine Hand überströmt streife ich einfach an seiner Schulter ab und blicke ihn noch einmal kalt an. "Vor ihren Leichen zu sitzen und zu wissen, dass sie weg sind. Genau so fühlt es sich an." Dann stehe ich auf und drehe mich weg. Ich laufe auf die Tür zu, gehe nach draußen, all die Treppen hinunter und immer weiter, bis ich den Stützpunkt verlassen kann.
    Draußen marschiere ich einige hundert Meter weg und wende mich um. Ein lauter Schrei entweicht meiner Kehle und all die Emotion strömt aus mir heraus. Der Turm stürzt ein, der Staub dringt in meine Lunge und ich muss Husten, doch ich höre nicht auf, bis das gesamte Gebäude in Schutt und Asche liegt und ich kein Leben mehr spüren kann. Endlich erwache ich auch wieder aus meinem Rausch. Ich atme tief und lange, lasse mich auf die Knie sinken und schüttle den Kopf. Nie wieder, so etwas darf nie wieder geschehen!
    Noch bevor ich überlegen kann, was ich jetzt machen soll, wie es weiter geht und ob ich endlich wieder zurückkommen kann, breitet sich eine merkwürdige Wärme über mir aus und ich schließe die Augen.


    Eiskalte Luft umgibt mich und ich atme stoßartig aus. Um mich herum: Dunkelheit, doch ich weiß genau wo ich mich befinde. In der Höhle auf Hoth, in der die Reise begann. Ich bin zurück! Mein erstes Interesse gilt den Kristall, er ist tatsächlich noch da. Ein Kyberkristall, das Herz eines jeden Lichtschwerts. Ich stehe auf und gehe in Richtung Ausgang, zitternd, da ich meinen Umhang nicht mehr trage und nur noch eine einfache Robe mich vor den tödlichen Minusgraden schützen kann. Ich muss schleunigst zurück in die Basis und dann habe ich noch ein ernstes Wörtchen mit Obi-wan zu reden, er hat mir noch so einiges zu erklären! Ich springe an die Oberfläche und sinke sofort in den kniehohen Schnee. Etwas Warmes streift meine Schulter und ich verschränke die Arme. "Rayla!", haucht er. "Ein Glück, dass du zurück bist, du muss dich beeilen..." "Nein, stopp jetzt, ich bin nicht zurückgekommen, um wieder wohin geschickt zu werden! Außerdem erfriere ich in weniger als 20 Minuten, wenn ich nicht sofort etwas Gescheites zum Anziehen bekomme. Du kannst mir erst erklären, wozu ich verdammt noch mal hier alle zurückgelassen und mein Leben aufs Spiel gesetzt habe." "ich verspreche, ich werde es dir erzählen, wenn du endlich wieder lernst geduldig zu sein und tust, was ich sage!" Sein besorgter Ton lässt meinen Ärger verrauchen und ich bleibe stehen. "Was ist passiert?" "Luke ist auf dem Weg zu Vader!", bringt er es auf den Punkt und mir bleibt der Mund offenstehen. "Ach du liebes bisschen, was ist denn in ihn gefahren?" Ich beginne wieder zu laufen, so schnell das in dem Schnee eben geht, bewege ich mich in Richtung Basis. "Naja, das ist eine lange Geschichte, also hoffen wir mal, dass du noch ein Schiff findest, nachdem das Imperium doch angegriffen hat." "Das Imperium war hier? Meine Güte, was habe ich alles verpasst?" "Nun, du warst fast drei Jahre weg." Ich reiße die Augen auf. "Es geht aber noch allen gut, oder?", keuche ich und mein Freund wird blasser. "Nein, Obi-wan bleib hier, bitte, ich...", doch da löst er sich vor meinen Augen in Luft auf und ich seufze.
    Geduld, Rayla, zuerst brauche ich ein Schiff..., versuche ich mich zu ordnen.
    Als ich dann an der Basis ankomme, finde ich nichts als Zerstörung. Jeder Hangar ist eingestürzt, doch mir bleibt keine andere Wahl, als mich durchzugraben. Ich hebe die Arme und schiebe mit Hilfe der Macht mehrere Meter Schnee zu Seite. Irgendwo hier ist bestimmt noch ein Transporter, mit dem ich wegkomme.
    Tatsächlich, nach einer Ewigkeit habe ich es geschafft und ein kleines, aber funktionstüchtiges Raumschiff schält sich aus der weißen Schneepracht.
    Ich schiebe mir eine Haarsträhne hinters Ohr und umschlinge meinen Oberkörper mit meinen Armen und gehe darauf zu. Im Cockpit angekommen, lasse ich mich auf den Pilotensitz fallen und genieße die relative Wärme hier drin. Dann starte ich die Triebwerke und hebe vom Boden ab.
    Na dann, machen wir uns auf dem Weg nach Bespin. Moment, wo ist dieser Stern überhaupt? Meine Finger fliegen über die Tasten und mit geschlossenen Augen gebe ich die Koordinaten ein und mache die Berechnungen für den Sprung durch die Lichtmauer.
    Ich muss Luke helfen, er ist nicht bereit gegen Vader wird er nicht ankommen, alles was zählt, ist, dass er lebend da rauskommt! Auch wenn ich noch keine genaue Vorstellung habe, was mich erwartet und was ich tun werde, wichtig ist fürs Erste, dass ich nicht zu spät komme.
    Sprung in den Hyperraum.

    Ich trete in die Atmosphäre ein und werde sofort von Imperialen Jägern abgefangen. Musste ja so kommen... Ich begebe mich auf einen Ausweichkurs, direkt auf die Stadt zu, die sich vor mir in den Wolken aufbaut.
    Einer der Schüsse trifft meine Energiekupplung und ich werde mit Piep Geräuschen zugedröhnt. Lange hält mich das Schiff nicht mehr in der Luft, also steuere ich auf eine Landeplattform zu und versuche, so sanft wie möglich aufzukommen.
    Ich schüttle immer wieder den Kopf und reiße die Triebwerke in die entgegengesetzte Richtung. Rückwärtsgang, alle Schubdüsen versuchen nun, den Transporter vom Boden wegzudrücken, doch die Schwerkraft leistet ganze Arbeit. Mein Sturz wird langsamer, doch ich schlage trotzdem hart auf die Plattform auf und werde in den Sitz gedrückt. Stöhnend richte ich mich auf und halte mir den Kopf. Warum muss ich eigentlich immer abstürzen? Ach wie auch immer, überstanden ist es noch lange nicht, denn auch die Bodentruppen werden nun auf meine unerlaubte 'Landung' aufmerksam gemacht. Ich seufze und verlasse das Schiff.
    Geradewegs laufe ich auf das Gebäude im Zentrum der Stadt zu und schon wird eine Tür geöffnet und ein Trupp des Imperiums kommt mir entgegen.
    Langsam hebe ich die Arme. "Nichtgenehmigte Landung auf Plattform 115 geklärt. Pilotin festgenommen.", erklärt der Anführer seinem General durch das Funkgerät. "Weiteres Vorgehen?" Einen Augenblick Stille. "Wir bringen sie zu Vaders Schiff.", gibt er an seine Sturmtruppler weiter und ich hebe eine Augenbraue. Sicher werden sie das...
    Unsanft werden mir Handschellen angelegt und sie treiben mich in das Gebäude.
    je weiter wir gehen, desto klarer spüre ich Vaders und Lukes Anwesenheit. Auch schaffe ich es, sie relativ genau zu orten und sehe mich immer wieder nach potenziellen Gängen in diese Richtung um.


    Ein lauter Wookieschrei ertönt ganz in der Nähe und ich fahre herum. Auch meine Eskorte ist verwirrt und ich sehe die Chance. Anscheinend völlig unerwartet entreiße ich dem ersten die Waffe und weiche den Schüssen seines Gleichen aus. Ich rolle mich ab und ziehe dem nächsten die Füße weg. Dann rapple ich mich auf und ziehe dem Rest mit einem Wink die Waffen aus dem Händen. Ich stoße sie gegen die Wand und renne los. ich höre noch, wie der Anführer dieses Trupps "Unmöglich" und "So etwas habe ich noch nie gesehen", keucht, doch dann bin ich schon außer Hörweite. Mein Atem wird immer schneller und ich verziehe das Gesicht bei dem Gedanken an den Kampf, der sich irgendwo hier in der Nähe abspielen muss. Schon bald habe ich keine Ahnung mehr wo ich mich befinde, doch mein Instinkt weißt mir den Weg und so komme ich dem Dunklen immer näher.

    Am Ende der Brücke steht er. Sie sprechen miteinander, doch spüre Lukes Schmerz. Nicht nur körperlich, nein, etwas hat in zutiefst in Trauer und Wut versetzt, dass ich beinahe davon überwältigt werde. Da passiert es: Luke lässt sich fallen, stürzt sich selbst in den Abgrund hinab und ich erkenne alles wieder: die Vision...
    Vader dreht sich um, stockt. Anscheinend hat er mich nicht hier erwartet. Ich mache einen Schritt auf ihn zu. Der Wind lässt sowohl meine Robe, als auch meine Haare wild umherflattern und ich bekomme eine Gänsehaut. "Vader!", meine Stimme schallt durch en enormen Schacht. Er hebt sein Lichtschwert und ich schmunzle. "Komm schon, du solltest genug Anstand besitzen, um ein faires Duell auszutragen. Lass die Waffe!", rufe ich, doch als er tatsächlich sein Laserschwert löscht, fallen mir fast die Augen aus dem Kopf. "Wie du willst." Er habt die Hand und lässt von allen Seiten schwere Metall und Steinbrocken auf mich zu sausen und gerade noch rechtzeitig kann ich sie aufhalten und schiebe sie zur Seite. Meine Güte, seine Stärke hat kein bisschen nachgelassen. ‚Bloß nichts anmerken lassen!‘, befehle ich mir selbst und hebe die Hand, um weitere Stücke abzulenken.
    Dann, völlig unerwartet für meine Wenigkeit werde ich über den Boden direkt auf Vader zugezogen und er umpackt meine Kehle mit seiner rechten Hand. Ich keuche und gerade, als die Atemnot beginnt, mein Sichtfeld mit schwarzen Punkten zu beeinträchtigen, lässt er mich los und ich sinke vor ihm auf die Knie. "Du hast nachgelassen, Rayla!", stellt er übermütig fest. "Und du lernst nie aus deinen Fehlern." Ich lehne mich nach hinten, stoße mich so stark mit den Füßen vom Boden ab, dass ich Vader einen Tritt verpasse, während ich mit einem Bodengang wieder auf die Beine komme und mit einem Weiteren für etwas Abstand sorge. "Damit habe ich dich schon gekriegt, als du 17 warst. Mal abgesehen davon bist du alt geworden!", rufe ich ihm zu und wehre den Schlag aus Energie ab.
    Für einen Außenstehenden sähe das nun ganz und gar nicht nach einem Duell aus, doch ich muss nur die Augen schließen und erkenne die Macht um mich herum. Sie ist überall in der Luft und wir goldene Fäden ziehe ich sie zu mir heran, um eine Barriere aufzubauen und die Kraft, die Vader um sich gesammelt und auf mich feuert, abzuwehren. Schweißperlen glitzern auf meiner Stirn, da endlich spüre ich, wie Luke den Planeten verlässt. Geschafft! "Ich werde dann man gehen!", murmle ich und springe von der Brücke. Ich rutsche durch eine der Röhren und bleibe stehen. Hui, das war mal was... Jetzt brauche ich nur noch ein Schiff und genug Zeit, den Planeten zu verlassen.


    "Wie geht es ihm?", hauche ich in ihr Ohr und mit einem Ruck dreht sie sich zu mir um. Einen Moment lang, sieht Leia mir nur ungläubig in die Augen, dann hebt sie die Hand und verpasst mir eine Ohrfeige. Autsch!
    "Wo warst Du?", keift sie und in ihrem Blick lodert Zorn.
    Drei Jahre lang... drei Jahre haben wir auf dich gewartet, denkst du, es ist einfach, zu glauben, dass du jemals zurückkommst unter diesen Umständen? Ich... Wir dachten, du seist tot! Und jetzt taucht du hier auf, einfach so!", ihre Augen füllen sich mit Tränen und ich seufze. "Also erstens, für mich waren es nur einige Tage. Zweitens, es tut mir unendlich leid, euch zurückgelassen zu haben und dass ich nicht da war, als was auch immer Schlimmes passiert ist. Drittens, ich dachte für einen Moment auch, ich würde nicht zurückkehren, aber ich bin hier. Jetzt musst du mir aber sagen, wie es Luke und dem Rest geht! Ich halte es sonst nicht mehr aus!" Sie atmet ein paarmal durch. "Han ist... nein, Luke geht es gut, einigermaßen, seine Hand wird ersetzt, ich denke, es wird schon... Aber Han ist... du könntest vielleicht..." "Ich werde versuchen ihn zu finden. Ich kann nichts versprechen, es tut mir leid!", helfe ich ihr, als ihre Stimme für einen Moment versagt. Ihr Blick deutet ein ganz klares 'Woher weißt du das', aber nur eine Sekunde später scheint es ihr egal zu sein und sie nickt mir dankbar zu.

    "Du hast es gewusst, die ganze Zeit. Du hast mich belogen, wie...", ruft er und ich ziehe die Schultern hoch. "Luke, beruhige dich! Ich habe es gewusst, ja, aber ich habe dich nie belogen!" "Er ist ein Monster! Was ist mit den Geschichten über die Klonkriege? Wie kann er jemand so starkes gewesen sein und dann der dunklen Seite zum Opfer fallen? Das ist ein Zeichen der Schwäche, du selbst hast es gesagt!" Endlich fährt er ein bisschen runter und ich nicke. "Ja, das habe ich gesagt und ja, ich habe gewusst, das Vader dein Vater ist und ja verdammt noch mal, er war der großartigste Jedi, den ich je getroffen habe und ich bin schon ziemlich alt und habe viele getroffen, glaub mir! Ich mag dir nicht alles erzählt haben, aber ich habe dich nicht belogen, das ist etwas anderes, okay?" "Warum hast du ihn nicht bekämpft? In all den Jahren in denen ich auf Tatooine war, warum haben Obi-wan und du nichts unternommen?", fragt er nach einer langen Stille. "Was glaubst du, warum ich im Todesstern eine Gefangene war? Ich habe es versucht, aber es ist nicht gerade einfach gegen seinen besten Freund auf Leben und Tod zu kämpfen!" "Bester Freund..." Er scheint eine Weile nachzudenken, dann sieht er mich herausfordernd an. "Warum hast du dann nicht gewusst, dass es passiert?" Ich wende mich ab.
    "Luke, hör zu, zu viele Fragen zu stellen ist gefährlich, okay? Lass es einfach, das ist eine höfliche Warnung, falls du es nicht bemerkt hast! Wir haben uns um Wichtigeres zu kümmern." Trotzig blickt er auf den Boden.
    Na gut, dann sprich eben nicht mit mir, ist mir egal, so lange du zuhörst, denn ich habe keine Lust, dich noch einmal in so einer Situation wie vor drei Monaten zu haben!

    Ja, es ist schon eine Weile her, dass er gegen Vader angetreten ist, in der Zwischenzeit allerdings wollte er kein Wort mit mir wechseln, ich bin froh, dass er sich überhaupt auf das Treffen in der Halle eigelassen hat...

    "Luke, wo ist dein Lichtschwert?", frage ich rhetorisch, doch er antwortet tatsächlich. "Vaders Lichtschwert meinst du wohl!" Ich verdrehe die Augen. "Anankins Lichtschwert, wenn schon und ja, das meine ich." "Hab's verloren." "Ich weiß, die Frage war nicht ernstgemeint.", erkläre ich und Luke zuckt mit den Schultern. Ach komm, wie schwer willst du es mir noch machen?
    "Also, da du kein anderes hast und dringend eins gebrauchen kannst, habe ich beschlossen, die nächste Lektion auf den Bau eines Laserschwertes zu beziehen." Endlich blickt er auf und sieht mich überrascht an. "Aber du hast gesagt, dass wir einen Kristall brauchen, den wir nicht haben!" Ich lächle und hole aus einer Gürteltasche den Kristall, den ich von meiner Mission mitgebracht habe. "Hättest du mich nicht so erfolgreich ignoriert, hätte ich dir schon viel früher gesagt, dass ich nicht ganz umsonst weg war." Er starrt wie gebannt auf den Kristall und sagt leise: "Aber ich denke, das Imperium hat alle für den Todesstern benutzt und... naja, woher hast du denn dann?" Ich ziehe eine Augenbraue hoch und er weicht meinem Blick aus. "Entschuldigung." "Schon gut, ich bin auch nicht wirklich gut darin, Geduld zu zeigen. Wohl der Grund, weshalb ich nie zum Meister ernannt wurde." "Nicht?" "Nein, ich bin eine Jedi-Ritterin, nicht mehr nicht weniger. Also um auf deine Frage zurückzugreifen, ich habe ihn von... sagen wir von einer anderen Galaxie, auch wenn ich keine Ahnung habe, wie ich dort hin und wieder weggekommen bin und wo diese Galaxie ist und so weiter. Ich habe ihn bekommen und dachte, du benutzt ihn für dein erstes eigenes Lichtschwert." "Danke! Ich meins Ernst, danke dir, du hast doch aber auch keins." Ich zucke mit den Schultern. "Ich kann mich aber auch ohne viel besser verteidigen." Er lächelt. "Wann fangen wir an?" "Bald!" Er stöhnt demonstrativ und wir beide beginnen zu lachen.


    "Hier ist General Cullain, ich erstatte Bericht über die äußeren Systeme, hören sie mich? Hier spricht General Cullain, Rayla Cullain, können sie mich hören?", wiederhole ich immer und immer wieder, bis endlich jemand auf dem großen Holoprojektor erscheint. "Rayla, schön von dir zu hören, den Bericht verschieb du ruhig, hier ist alles im Gange für Operation Han Solo, deshalb ist für nicht viel anderes Platz." "Oh, wie geht es denn?", frage ich und ihr Lächeln ist wie weggewischt. "Ich bin aufgeregt, R2 und C3PO sind jetzt schon eine Weile weg und ich bin gerade auf dem Sprung, wenn du weißt was ich meine." "Ich wusste nicht, dass es jetzt schon ist. Aufgeregt?" "Ein bisschen... Gut ziemlich, aber wir bekommen das hin!" "Klar bekommt ihr das hin, bloß keine Unsicherheit zeigen, das schafft ihr schon!" "Danke! Ich muss dann auch los, wir sind drauf und dran abzufliegen." "Dann viel Erfolg und richte Luke aus, die Macht wird mit ihm sein, er soll daran denken, was ich ihn gelehrt habe, ihr schafft das!" Sie nickt lächelnd und unterbricht die Projektion und ich stehe wieder allein da. "General, wir müssen eine Entscheidung treffen, was die Basis betrifft.", drängt mich der Leutnant hinter mir und ich seufze. Dann steckt er den Chip in den Projektor und das Dorf des Imperiums, welches innerhalb eines Berges und somit gut geschützt liegt, erscheint. Ich beiße mir auf die Unterlippe und als nach einer Minute noch niemand der Anwesenden eine Idee äußert, räuspere ich mich. "Gut, folgender Plan: Wir werfen die Bomben auf die Bergspitze und lösen somit eine Lawine aus. Die Ein- und Ausgänge werden somit versperrt und ihnen die Versorgungsnetze gekappt. Wir können sie nicht angreifen, also sperren wir ein." "Was ist mit den Zivilisten?", kommt es wie aus der Pistole geschossen. "Wir versuchen zu retten, wen wir können, manchmal sind das eben nicht alle. Schirmt den Eisentunnel ab, damit er frei bleibt, wer kapitulieren will, dem wird die Möglichkeit gegeben. Wer zu stolz ist, der verrottet dort unten." "Hätte nicht gedacht, so etwas mal von einer Jedi zu hören.", flüstert jemand weiter rechts und ich drehe mich zu ihm um. "Erstens glaube ich kaum, dass du jemals irgendetwas von einer Jedi gehört hast, zweitens befinden wir uns im Krieg gegen das Imperium. Mitleid mit Einigen kann zur Zerstörung von zehnmal so vielen führen. Gibt es Einwände?" Stille. "Gut, dann macht die Jäger bereit!" "Ja, General!", ertönt es von jeder Richtung und der Raum leert sich.
    Wieder allein atme ich erst einmal durch, dann setze ich mich auf den Boden und schließe die Augen. Meine Gedanken wandern zu Luke und Leia. Ich habe es ihnen noch immer nicht gesagt, doch eigentlich bin ich ziemlich sicher, dass sie es so wie so bald herausfinden werden. Bis dahin liegt unsere Aufmerksamkeit auf den Schwächen des Imperiums. Alle die wir finden können, wir zum Beispiel ihre Stützpunkte im Outer-Rim. Sie sind klein, nicht allzu schwer zu übernehmen und doch schwächen sie den Imperator und seine Anhänger. Durch kleine, beständige Siege der Rebellion verliert der Imperator schnell das volle Vertrauen seiner Anhänger und wir können Rekrutieren. Genau, was wir brauchen. Also heißt es ran an die Arbeit. Ich stehe wieder auf und richte meine Robe. Dann marschiere ich schnurstracks auf den Kontrollraum zu, verordne den Start der Jäger und teile den Trupp für den Eisentunnel ein. Ich selbst werde dort hingehen als die empfangende Führungskraft und weil es immer imperiale Truppen gibt, die dort hinauskommen und uns schaden wollen. Ein Vorhaben, dass ich verhindern kann, vielleicht besser als andere. "Sind sie sicher, General?", fragt eine der Leutnants und ich lächle ihr zu. "Ich habe lange gelebt und viel gesehen, sie werden da durchkommen und entweder sie kapitulieren, dann werde ich sie in die Zelte bringen lassen, oder sie greifen an, dann kann ich mich prima verteidigen und den Tunnel zum Einsturz bringen." "Wie sie wünschen, Miss Cullain." Ich nicke und sie wendet sich wieder den Plänen der restlichen Basen zu, die noch auf der Liste stehen. Eine lange Mission mit hoffentlich einer kleinen Auswirkung.


    Mit neutralem Gesichtsausdruck steige ich in den großen Transporter ein und drehe mich um. Sachte lächelnd winke ich meinem Trupp zu und warte, bis die Rampe hochgeht, dann atme ich erleichtert aus. Wir haben es geschafft! Der gesamte Outer-Rim wurde erfolgreich befreit und bis auf einige Ausnahmen haben sich alle unterdrückten Dörfer, Städte und Arbeitswerke vom Imperium gelöst. Es ist ein großer Erfolg, doch den Krieg haben wir noch längst nicht gewonnen.

    "Ich hab die Besprechung verpasst, oder?", frage ich Leia atemlos, als ich endlich am Stützpunkt angekommen bin. "Oh, Rayla, ja, wir sind gerade fertig." Verdammter Mist aber auch!" "Du, ich muss los, je früher wir fliegen desto besser. Aber ich glaube, Lando kann noch Piloten gebrauchen. Erst recht welche mit deinen Qualitäten." "Danke! Ich sehe mal, was sich machen lässt. Wer kommt denn bei euch alles mit?" "Han, Chewie, Luke und ich haben das Kommando." "Luke kommt mit auf die Undercover-mission? Entschuldige, aber ich glaube, das ist keine gute…" "Leia! Kommst du?", ertönt es aus dem imperialen Frachter und sie dreht sich um. "Ich muss los! Viel Glück, Rayla!" Ich drücke sie fest an mich. Das wird scheitern, Vader spürt seine Anwesenheit. "Euch auch! Möge die Macht mit euch sein." Sie lächelt mir zuversichtlich zu und geht in das Raumschiff. Frustriert bleibe ich stehen und raufe mir die Haare. Das wird nicht funktionieren! Sie werden in den Tod fliegen und ich kann nichts dagegen tun...


    Grün trifft auf Rot, hämisches Grinsen des Imperators und ehe ich irgendetwas verstanden habe, entbrennt ein verbitterter Kampf zwischen Vater und Sohn. Ich starre auf meine Hände. Naja, nicht so ganz, angesichts der Tatsache, dass sie eben nicht da sind. Ich bin nicht da. Nicht anwesend, zumindest nicht mein Körper. Das ist Wahnsinn! Vollkommen untätig stehe ich also da und bin gezwungen mir das Geschehen anzusehen. Ich kann nicht eingreifen, bin nur als Zuschauer bestimmt. Das ist schlimmer als jede Folter, die ich je erlebt habe. Nicht nur zu wissen, dass ich einerseits nicht in der Lage bin, den Jäger zu steuern, in dem ich jetzt sitzen sollte, da mein Bewusstsein ja hier, im Todesstern, ist, außerdem befinden sich Leia und Han gerade in einer Schlacht gegen eine Menge Sturmtruppen unten auf Endor und Luke ist hier, allein gegen Vader und den Imperator.

    <<Luke, Nein, bitte, komm wieder zu dir, hör auf!>>, versuche ich verstehe vergeblich Einfluss auf das Geschehen zu nehmen, doch es hat keinen Sinn.
    Die Wut hat ihn übernommen, sie kontrolliert sein Handeln und ich sehe entgeistert zu, wie Luke Vader zu Boden stößt und ihm mit dem Laserschwert die Hand abtrennt. Mein Mund klappt auf und für den Bruchteil einer Sekunde starre ich auf meinen Patensohn. Er hält das Lichtschwert noch immer auf Vader, da, endlich, scheint ein wenig Hoffnung aufzuleuchten. <<Töte ihn nicht, bitte, tu's nicht, mach nicht den gleichen Fehler, den er damals gemacht hat, du bist stärker als er! Lass den Hass nicht gewinnen!>>, flehe ich mit Konzentration auf Lukes Gedanken, zu denen ich Kontakt aufzubauen versuche und er zeigt Regung. Fast schon fassungslos starrt er auf das, was er getan hat. Dann auf seine Hand, die Prothese, und erkennt was geschehen ist. Dann dreht er sich zum Imperator um und wirft sein Schwert weg. Mein Puls senkt sich langsam wieder und ich beobachte gebannt, wie Luke die Schultern strafft und Stolz überflutet mich. Mein Patensohn, inzwischen sogar ein Jahr älter als ich, er ist so mutig, doch gleichzeitig umfängt mich Besorgnis. Die sich sofort als wahr zeigt, als der Imperator mit grimmigem Gesicht die Hände hebt und grelle Blitze purer Macht auf Luke schleudert. Dieser findet sich nun ganz schnell auf dem Boden wieder und schreit vor Schmerz. Meine Augen beginnen zu brennen und ich wende mich ab um nicht weiter zusehen zu müssen wie er leidet, doch dir Bilder verschwinden nicht aus meinem Kopf. "Vater! Vater, bitte!", ruft den Blonde um Hilfe und ich hebe den Blick. Dann sehe ich zu Vader, der inzwischen wieder aufgestanden ist und seinen Platz an der Seite des Diktators eingenommen hat und ich bin hin und hergerissen. Ein Blick zu Luke allerdings lässt mich eine Entscheidung treffen und ich starte diesen letzten Versuch. <<Anakin.>>, hauche ich und konzentriere mich auf die telepathischen Fähigkeiten, die ich geerbt habe. <<Anakin, hör mir zu, sieh nicht weg! Es ist dein Sohn, du kannst diesen Wahnsinn beenden, jetzt! Lass nicht noch mehr Unschuldige sterben! Ani, stopp es, du bist der Auserwählte, schon vergessen, bring das Gleichgewicht! Für sie...>> Er sieht zwischen seinem Meister und seinem sterbenden Nachkommen hin und her. Wie lange willst du noch überlegen? Dann endlich scheint ein Ruck durch ihn zu gehen und er packt den Imperator, bekommt einige der Blitze ab, und schmeißt ihn in einen der Schächte des Todessterns. Er gellender Aufschrei ertönt und ich öffne die Augen.


    Um mich herum ist es dunkel und der Rauch lässt mich Husten. Ich spüre ein seltsames Kribbeln in all meinen Gliedmaßen, mein Blutdruck ist am Ende. Mühsam befreie ich mich aus dem Pilotensitz und stolpere ein paar Meter, um mich an einem Baum abzustützen. Habe ich schon einmal erwähnt, dass ich nicht kapiere, warum mein Schiff immer abstürzen muss? Dieses Mal habe ich es auch ganz schön auseinandergelegt. der Sitz ist das einzige, das noch auf einen Jäger deuten lässt, der Rest ist nichts als ein Haufen Schrott und Metall. Na super!
    An meiner Schläfe hat sie eine Menge Blut verkrustet, ich scheine schon eine Weile hier gelegen zu haben. Deshalb geht's mir wohl auch so großartig, auf dem Boden ist eine große Blutlache zu finden, gut, ein paar Liter scheinen sich ja noch in mir zu befinden. Langsam richte ich mich darauf ein, eine Weile zu laufen, irgendwo hier sind schließlich Leia und die anderen, sofern sie es geschafft haben. Mein Gefühl sagt mir aber, dass es ihnen gut geht, da beginnt ein Feuerwerk. Es scheint nicht allzu weit entfernt gezündet worden zu sein, sofort mache ich mich in die Richtung auf. Wir scheinen gewonnen zu haben und ich bin gerade rechtzeitig zur Party aufgewacht. Hoffentlich!

    Ich taumle langsam auf die Lichtung zu. Es ist ein Dorf von kleinen, niedlichen Bären, die gemeinsam mit den Rebellen den Sieg feiern. Der erste Bekannte, der mir ins Auge fällt, ist R2 und erleichtert stolpere ich auf ihn zu. "Hey, R2, ist das gut, dich zu sehen!" Sein Piepen habe ich wirklich vermisst! "Danke aber auch, Du siehst auch so aus, als könntest du ein Bad brauchen! Was soll das denn heißen? Nein wirklich, mir geht's bestens. Wo sind Luke und Leia?" Er dreht sich einmal im Kreis, deutet dann im Richtung eines Lagerfeuers und sofort gehe ich los. "Danke, Kleiner!", rufe ich dem Droiden noch zu, dann stürme ich zu meinen Patenkindern und schließe sie in die Arme. "Rayla!", murmelt Luke in meine Schulter und ich drücke ihn wieder ein Stück von mir weg um ihm ins Gesicht zu sehen. "Meine Güte, wie siehst du denn aus?", besorgt legt Leia mir eine Hand auf dir Schulter. "Alles in Ordnung, keine Sorge!" Misstrauisch mustert sie mich von Kopf bis Fuß und schüttelt den Kopf. "Du brauchst ärztliche Behandlung!", bestimmt sie mit festem Ton und ich mache mir nicht die Mühe zu widersprechen. "Luke, sag, wie geht's dir?" Sein Lächeln bleibt bestehen und er antwortet, doch ich höre die Worte aus seinem Mund nicht, ich spüre seine Trauer und Erschütterung, die sofort mit einer Gewissheit überflutet werden und verwirrt blicke ich in seine Augen. Dann verstehe ich. Vader. Anakin...
    "Er ist tot, nicht?", frage ich nach und Luke beißt sich auf die Unterlippe, bevor er nickt. Mein Kopf sinkt zur Seite und vor meinen Augen beginnt es zu flimmern. Als würde dir Hologrammprojektion abbrechen, doch ich zwinge mich aufrecht stehen zu bleiben. Han hat jedoch gemerkt, dass etwas nicht stimmt und sagt etwas, doch für mich klingt es dumpf und so weit weg, ich verstehe kein Wort. Ich höre das Blut durch meine Adern rauschen, doch alle Geräusche von außen scheinen von mit abgeschirmt zu werden und ich muss mich setzen. Ich sinke einfach auf den Boden und stütze mich so ab, dass ich nicht umkippe. "Rayla, jetzt sag doch etwas!", kommt es von irgendwoher. "Leia, was?", ruft Luke und ich kneife die Augen zusammen. Komm schon Rayla, jetzt bloß nicht das Bewusstsein verlieren, es gibt noch so viel, dass du wissen musst! Meine Atemfrequenz steigt und ich schüttle den Kopf. Dann stehe ich unter helfenden Händen auf und blinzle wieder. "Geht's wieder?", fragt Leia und ich nicke leicht. "Was war denn?", kommt es von Luke und Han schnaubt. "Na was wird schon los sein? Schau sie doch an, sie ist am verbluten!" Tatsächlich läuft mir das Blut wieder den Rücken herunter. "Mann, was hast du angestellt?", schimpft Leia und ich winke ab. "Erzählt mir, wie wir gewonnen haben!", meine ich und die drei tauschen genervt, belustigte Blicke aus. Unverbesserlich...


    Statt das mir endlich erklärt wird, was passiert ist, holt Leia einen Sanitäter, der mir gefühlt überall Verbände anlegt und ungeduldig warte ich, bis ich entlassen werde.
    „Ich warne euch, wehe einer von euch lacht jetzt!“, zische ich, als ich wieder zu den dreien stoße und reiße mir ein Pflaster von der Stirn. Dann nehme ich den Mantel, den Chewie mir entgegenhält und hülle mich ein. So kann man die Wunden wenigstens nicht sehen…
    Erwartend ziehe ich die Augenbrauen hoch, doch bekomme ich wieder keine Antwort.
    „Rayla!“ Die Stimme jagt mir einen Schauer über den Rücken und ich wirble herum.
    Verwirrte Blicke bohren sich in meinen Hinterkopf und ich drehe mich wieder um. „Entschuldigt mich mal kurz!“, sage ich und verschwinde zwischen den Bäumen.

    „Rayla…“ Ich bleibe stehen und lehne mich an einen Stamm. Was ist bloß los mit mir, jetzt fange ich schon an, Stimmen…
    Ein Windhauch erfasst meine Haare und als ich sie wieder aus meinem Gesicht streiche, stehen zwei allzu bekannte Jedi-Meister vor mir.
    „Meister Yoda, schön, euch wiederzusehen. Als ich von eurem Tod hörte- “ „Sprechen von dem Tod, wir nicht sollten, zuhause ich nun bin.“ Ich nicke verständnisvoll und lächle Obi-wan halbherzig zu. Ich bin einfach vollkommen ausgelaugt, zu überwältigt vom Ende des Imperators.
    Auf seinem Gesicht erscheint ein sanftes Grinsen und ich sehe ihn fragend an. „Ich glaube da ist jemand, der gerne mit die sprechen würde.“ Ich runzle die Stirn und Obi-wan nickt in meine Richtung. Es dauert einen Moment, bis zu verstehe und langsam drehe ich mich um.

    Es fühlt sich an, als würde mein Herz stehen bleiben, dieses Gesicht, ich hatte nicht erwartet, es jemals wiederzusehen. Meine Hände zittern, meine Unterlippe beginnt zu beben und auf wackligen Beinen gehe ich auf ihn zu. Sein Gesichtsausdruck bleibt neutral, abwartend und geschätzte 70 Zentimeter vor ihm bleibe ich stehen.
    „Ich würde dir jetzt eine ordentliche Ohrfeige verpassen, aber ich glaube meine Hand fliegt locker durch dich hindurch.“; sage ich und ein Grinsen zeichnet sich auf sein Gesicht.
    „Oh verdammt, Anakin! Ich dachte, ich sähe dich nie wieder!“ Ich umschlinge meinen Oberkörper mit meinen Armen und versuche zu lächeln, was mir zumindest laut Anis besorgtem Gesichtsausdruck kläglich misslingt und ich atme durch.
    „Mann, ich stehe vollkommen unter Schock!“, lache ich über mein eigenes Verhalten und er fällt ein. Dann sieht er mich aber wieder ernst an. „Rayla, es tut mir leid, so schrecklich leid, alles, was passiert ist.“ Die ersten Worte aus seinem Mund und ich winke ab. „Bitte, entschuldige dich nicht, ich will das alles so gut es geht vergessen, okay?“ Er nickt und ich strecke langsam die Hand aus. Er tut es mir gleich und kurz bevor sich unsere Fingerspitzen berühren würden, halte ich inne und seufze.
    Dann vernehme ich einen Ruf vom Fest. Sie warten auf mich...
    „Los geh schon!“, meint Anakin auf meinen entschuldigenden Blick hin und ich lächle dankbar. „Ich bin hier!“, antworte ich dem Ruf also und gehe zurück zum Dorf der Ewoks.


    Ich öffne die Augen und ein Schwall Freunde kommt über mich. Langsam strecke ich meine Hand aus und greife nach dem silber-glänzenden Metall. Der Griff ist elegant, schmal und lang und liegt perfekt in meiner Hand. Ich stehe langsam auf und atme lächelnd durch. „Zünde es!“, ruft Luke begeistert und ich drücke den Knopf. Das allseits bekannte Surren ertönt und das Geräusch lässt mir einen Schauer den Rücken herunterlaufen. Die Klinge ist weiß, strahlend weiß und mit einem Lächeln bewege ich sie durch den Raum. Es tut so gut, wieder ein eigenes Lichtschwert in der Hand zu halten, ich habe es so sehr vermisst. Luke, der mich noch nie mit einem Lichtschwert gesehen hat, beobachtet mich gebannt von einer Ecke des Raumes. Ich atme zufrieden aus und sehe erneut in das helle Licht, das von der Waffe ausgeht. Weiß. Weiße Klingen sind selten, aber sie passen zu mir, zu dem, worüber ich die letzten Monate nachgegrübelt habe. Philosophien über Gut und Böse, richtig und falsch, die Jedi und die Sith, die Macht, einfach alles.
    "Sehen wir mal, was du noch draufhast!", Luke zündet herausfordernd sein eigenes, grünes Lichtschwert und ich nehme meines auf die Rückhand. "Hochmut kommt vor dem Fall, Lehrling!" Er grinst und kommt mit langsamen, vorsichtigen Schritten auf mich zu. Ich gehe ein wenig in die Knie und halte mich in einer defensiven Position.
    Konzentriert umkreisen wir uns einige Male, bevor er es wagt, einen Schlag zu machen. Sofort reagiere ich und wehre ihn ab, baue erneuten Abstand auf. Er zieht kurz die Augenbrauen zusammen und versucht es erneut, diesmal von links unten und zwingt mich eine Pirouette zu machen um nicht mit der Seite zu ihm zu stehen. Jetzt greife ich an, mit präzisen, langsamen, aber kraftvollen Schlägen bringe ich ihn ein wenig aus der Fassung, da ich ihm die Form des 'Diem So' noch nicht nahegebracht habe, doch mit seinem 'Soresu' - einer Form, die auf sichere Verteidigung baut - kommt er ganz gut zurecht. Gut, er vertraut der Macht, nutzt sie, meine Schläge voraus zu sehen und sie abzuwehren. Stolz erfüllt mich und ich beginne zu lächeln, doch das lenkt mich nur für einen Moment ab, den mein Patenkind sofort nutzt, um eine Offensive zu starten. Ich stolpere ein wenig nach hinten, fasse mich jedoch wieder und weiche mich einem Bodengang rückwärts seinen Manövern aus. Schnell zünde ich mein Lichtschwert wieder und blockiere seinen nächsten Angriff über meiner Stirn. Eine Weile geht es um nichts als Kraft, doch dann packt er mein rechtes Handgelenk und verdreht meinen Arm, sodass sich mein Schultergelenk völlig überspannt. Langsam dreht er meine Hand und hält mir dabei sein Lichtschwert an den Hals, sodass ich gezwungen bin, meine Waffe fallen zu lassen, doch das lasse ich gerne mit mir machen, denn noch bevor er sich versieht, habe ich mein Bein um seinen rechten Arm geschlungen und auch seine Waffe fällt zu Boden.
    "Das hättest du kommen sehen müssen!", seufze ich, doch Luke ist sich dessen schon selbst bewusst. Ich hebe sein Lichtschwert auf und halte es ihm hin. "Heißt nicht, dass ich gewonnen habe, mein Freund!" Er sieht mir einen Moment niedergeschlagen in die Augen, dann nimmt er es und hängt es an seinen Gürtel. Ich hebe die Hand und der Griff meines Laserschwertes fliegt zu mir. "Ich bin stolz auf dich!", ertönt es aus einer Ecke des Raumes und ich verdrehe mit dem Rücken zu ihm die Augen. "Anakin, normalerweise erscheinen Machtgeister, wenn es wichtig ist, du lebst nicht mehr in dieser Welt!" Er schmunzelt und ich geselle mich zu den beiden Skywalkers. "Es ist ja auch wichtig, sehr wichtig sogar." Seine Ernsthaftigkeit lässt wirklich zu wünschen übrig... "Ich wollte euch nur nicht unterbrechen, also-" Jetzt scheint seine ausgelassene Stimmung nachzulassen und er räuspert sich.


    "Ja, ich bin mir sicher, bleibt ihr ruhig zusammen, ich komme allein zurecht!", versuche ich Luke zu beruhigen, nachdem wir im inneren der imperialen Forschungsbasis, dessen Standort Anakin uns geben konnte, getrennt wurden. "In Ordnung, aber versuch die Türen zu öffnen." Ich schnaube. "Natürlich, das ist ganz einfach, ich will mich hier aber erst einmal umsehen!" Ich vernehme ein gedämpftes Seufzen von hinter der verschlossenen Tür. "Na gut, aber melde dich, falls etwas ist!" "Klar! Und jetzt macht weiter nach Plan!"
    Ich lächele ein wenig über Lukes Besorgnis, aber ich kann auf mich selbst aufpassen und mich würde wirklich interessieren, warum alle Türen des Ostflügels geschlossen wurden. Aus reiner Vorsicht nehme ich den Griff meines Schwertes schon einmal in die Hand, dass sich hier jemand befindet war ja schon im Voraus klar. Ich komme an einer Tür vorbei, mustere sie misstrauisch und gehe dann erstmal weiter, bis ich an einen verschlossenen Durchgang gelange. Wirklich, das war der ganze Ostflügel? Dieser eine Raum und der Gang auf dem ich mich befinde? Die Neugierde packt mich und ich beeile mich zurück zu dieser Tür, die sich durch einen einfachen Schalter öffnen lässt und lautlos betrete ich ihn. Die Stahltür schließt sich sofort wieder hinter mir und die Dunkelheit umgibt mich vollständig. Mit zusammengekniffenen Augen taste ich mich an der Wand entlang, bis ich einen Lichtschalter finde und der Raum vollkommen von Helligkeit durchflutet wird. Im Bruchteil einer Sekunde habe ich mein Lichtschwert gezündet und die Klinge leuchtet auf. Der Mann, er trägt einen weißen Laborkittel, eine Schutzbrille und ein Atemschutzgerät, wirbelt zu mir herum und ein hämisches Grinsen macht sich auf seinem Gesicht breit. Alarmiert scanne ich die gesamte Umgebung und ziehe die Augenbrauen zusammen. Was ist das für ein bläulich schimmerndes Gas, dass in Unmengen von verschlossenen Reagenzgläsern und Erlenmeyerkolben in einem Regal an der Wand gestapelt ist? Auch der Mann hat eines der Gläser in der Hand und sofort halte ich ihm mein Schwert an den Hals, was ihn nicht sonderlich zu beeindrucken scheint. Zu meinem Misstrauen mischt sich nun auch Wut und Ungeduld und ich keife: "Was ist das hier? Was ist das für ein Gas?" Das Grinsen des Mannes vertieft sich, er nimmt das Atemgerät ab und antwortet nach einer langen Stille: "Dachtet ihr Rebellen wirklich, der Todesstern sei unsere Stärkste Waffe? Nur ein klitzekleines Bisschen dieses Gases würde einen ganzen Planten innerhalb von Stunden vergiften und alles Leben darauf wäre..." Er streicht sich mit zwei Finger über die Kehle und lacht kurz auf. Jeglicher Ausdruck fällt mir aus dem Gesicht und meine Augen weiten sich gewaltig. Das darf doch jetzt nicht wahr sein! Dieses Gas darf diese Basis niemals verlassen, wenn es brennbar ist, dann... Der Wissenschaftler schein meine Gedanken gelesen zu haben. "Es ist unzerstörbar, wisst ihr, ich könnte es in Bomben füllen und damit alle Feinde des Imperiums auslöschen, angefangen mit eurer mickrigen Rebellenbasis, die ihr auf Endor errichtet habt!" Ich zucke zusammen und überlege angestrengt nach einer Lösung, da lässt der Doktor das Glas, welches er in der Hand hielt fallen und ich versuche vergeblich den Aufprall auf den Boden zu verhindern. "Nein!", stoße ich aus und versenke mein Schwert unüberlegter Weise in der Lunge des Mannes vor mir. Augenblicklich verschwindet das Grinsen aus seinem Gesicht und ich raufe mir die Haare, während er zur Seite kippt und mit letzter Kraft die Tür öffnet.
    Verdammt!


    Etwa anderthalb Minuten später schnappe ich nach Luft und muss sofort husten, doch ich kann nicht länger die Luft anhalten. Das Gas hat sich inzwischen im Gesamten Ostflügel verbreitet, doch glücklicherweise kommt es nicht durch die Türen, die mich vorhin von Luke und den anderen getrennt haben, der bläuliche Schimmer irritiert meine Sicht. Vielleicht ist es aber auch das Gift, das sich jetzt in meinem Stoffwechsel und bald in meinem gesamten Körper befindet.
    Ich sinke auf die Knie, ertrinke für einen Moment in Selbstmitleid, doch dann schüttle ich heftig den Kopf, als könnte ich damit die Tatsachen ändern.
    Ich aktiviere meinen Comlink und versuche Luke zu kontaktieren, der auch kurz darauf eine Übertragung ermöglicht.
    "Luke?" "Rayla, ist alles in Ordnung bei dir? Hast du etwas gefunden?" Ein Stechen in meiner Lunge lässt mich zusammenzucken und ich muss husten. "Luke, hör zu, das ist wichtig! Diese Türen dürfen niemals, verstehst du, niemals wieder geöffnet werden!" Verständnisloses Schweigen ist die Antwort und ich spreche weiter: "Ich weiß jetzt, was der Sinn dieser Basis war, es ist ein Labor, das Imperium hat..." Wieder unterbricht mich ein Hustenanfall und ich halte mir den Bauch. "Sie haben hier ein hochgiftiges Gas hergestellt, es ist ausgetreten und ich bin infiziert." Meine Stimmt klingt rau, verletzt, auch Luke hat das bemerkt, doch es dauert dennoch einen Moment, bis die Information wirklich bei ihm angekommen ist und er zieht scharf die Luft ein. "Aber...", stottert er. "Es muss doch eine Möglichkeit geben, das zu heilen." Ich schnaube. "Ich glaube, ich habe die einzige Person, die darüber etwas wissen könnte gerade umgebracht." Tja, selbst schuld, Rayla, selbst schuld! "Rayla, es gibt sicher ein Gegengift, ganz sicher, ich hole dich da raus, alles wird gut!" "Nein!", rufe ich bestimmt. "Dieser Trakt der Basis bleibt verschlossen, das Gas ist unzerstörbar, du darfst nicht hier reinkommen!" "Aber-" "Kein Aber, Luke! Das geht jetzt nicht! Lass los!" Ich stehe auf, gehe zurück in das Labor und schleppe die Leiche des Mannes weg. Anakins Sohn unterdessen schweigt betroffen. "Also, Luke, ich tue alles was ich kann, um dieses Problem zu beseitigen und wenn ich-" Ich muss mich abstützen, so schnell ist die Kraft aus meinen Beinen gewichen und breche ab. "Rayla?", fragt Luke laut und alarmiert. "Alles gut!", antworte ich und merke erst jetzt, wie schwach meine Stimme bereits klingt.
    Mist! Der Doktor hatte Recht, das Zeug wirkt schnell, zu schnell!
    "Ich muss dir noch etwas sagen... über die Jedi! Es i-" Ich sinke auf die Knie und stöhne qualvoll auf. Mein Bein zuckt noch kurz, dann verlässt mich die Kontrolle. Ich falle nach hinten und mein Kopf schlägt schmerzhaft auf den Boden auf. Ein kurzer, leidender Ton entweicht meinem Mund und ich schaffe es kaum die Augen offen zu halten, geschweige denn einen einzigen Muskel zu bewegen. Lukes verzweifelten Rufe und Fragen werden bereits nach Sekunden so leise, dass ich kein Wort mehr verstehe und ich spüre, wie sich meine Brust immer langsamer hebt. Eine bläulich-schimmernde Gestalt erscheint in der Tür und lächelt mir zu, bevor meine Augen nach hinten rollen und ich das Bewusstsein verliere.


    Es ist hell, zu hell! Ich kneife die Augen zusammen und setze mich auf. Um mich herum... nichts, kein Boden unter mir, keine Wände um mich herum, einfach nur Licht. Ich runzle die Stirn, das war nicht... möglich. Ein Blitz lässt mich die Augen zusammenkneifen und ich blinzle einige Male bevor ich wieder klarsehen kann und mit gerunzelter Stirn sehe ich mich um.
    Nichts hat sich verändert.
    Verwirrt sehe ich an mir herab und streiche über meinen Anzug, den ich getragen habe, als ich...
    Ich schüttle den Kopf. Das ist nicht wahr, ich bin gestorben, wie sollte ich jetzt hier sein? Wie bin ich hierhergekommen? Wie kann es sein, dass ich nicht mehr vergiftet bin?
    mein Verständnis für die Situation beträgt genau gleich null. Ich starre nachdenklich auf meine Hände und versuche mir vergeblich einen Reim auf alles zu machen, als ein beeindrucktes "Wow!" hinter mir ertönt. Ich fahre herum und erkenne eine nur allzu bekannte Person einige Meter von mir entfernt, die überrascht, aber zufrieden an sich herabsieht.
    Geschockt schlage ich die Hand vor den Mund und brauche einen Moment, bis ich alles verarbeitet habe, dann setze ich mich in Bewegung.
    Anakin zieht leicht verlegen eine Schulter hoch und lächelt mich sanft an, während ich auf ihn zugehe und kurz vor ihm stehen bleibe.
    "Willkommen unter den Toten, wenn man das so sagen kann!", lacht er und ich schmunzle leise.
    Dann hebe ich meine Hand und Anakin legt seine Handfläche vorsichtig an meine. Ich zucke bei der Berührung kurz zusammen, dann schlinge ich meine Arme um ihn und ziehe ihn in eine lange Umarmung. Etwas überrannt dauert es einen Moment, bis er auf mich fest an sich drückt und eine Weile bleiben wir einfach so stehen.
    "Du bist hier!", stelle ich mit Tränen in den Augen fest, mein Kinn noch immer auf seiner Schulter.
    "Ja, also eigentlich bist du eher zu mir gekommen als anders herum."
    Ich löse mich langsam von ihm und ziehe die Nase hoch, was Anakin sichtlich erfreut. "Bild' dir bloß nichts ein!", meine ich in einer Mischung aus Zickigkeit und Rührung, doch dann wird er ernst. "Was fällt dir eigentlich ein, einfach so zu sterben, ausgerechnet jetzt!"
    "Ich kann dich doch hier nicht allein lassen!", antworte ich nach einer kurzen Stille und Anakin sieht mich strafend an. "Ich hab mir das nicht ausgesucht!", beteuere ich, doch er winkt bereits lächelnd ab und einen Moment sagt keiner ein Wort.
    "Und willst du mir vielleicht erklären, wo wir hier sind?", frage ich neugierig und reiße ihn damit anscheinend aus seinen Gedanken, denn er blickt mich für einen Moment total ertappt an und nickt dann, bevor er anfängt zu erzählen.
    „Das ist Unglaublich!“, rufe ich, als er mir zeigt, wie ich von Planet zu Planet komme, was ihn erneut zum Lachen bringt. „Ach komm schon, du warst sicher auch überwältigt.“ Er nickt zustimmend: „Ehrlich gesagt bin ich es immer noch, ist ja noch nicht so lange her.“ Er kratzt sich verlegen am Nacken und eine unangenehme Stille tritt ein.
    „Also, was ist mit Luke, wird er darüber hinwegkommen?“, unterbreche ich sie und Anakin wird aus seinen Gedanken gerissen. „Was? Ja klar, wenn er dich so sieht, dann…“ Ich blicke zu Boden und er sieht mich besorgt an. „Was ist denn?“ Ich seufze leise und schüttle dann den Kopf. „Ich will nicht zurück. Eigentlich habe ich mich mit dem Gedanken abgefunden, einfach zu…“ „Sterben?“ Ich nicke und hebe eine Schulter.
    Eine Weile sagt niemand etwas, dann legt Anakin mir seine wieder vollkommen gesunde Hand auf die Schulter und meint: „Du solltest ihn wenigstens beruhigen und ihm sagen, dass es dir gut geht.“ Er hat Recht, er macht sich bestimmt schreckliche Vorwürfe und versucht mich da rauszuholen. Ich sehe zu meinem Freund hoch und nicke deutlich, doch als er mich mit sich ziehen will, bleibe ich stehen. „Wir könnten auch noch ein bisschen hierbleiben.“, schlage ich verlegen vor und Ani nickt nach kurzer Überlegung. „Ähm ja, wieso nicht.“ Ich lächle und gehe ein paar Schritte. Wir befinden uns auf einem kleinen Planeten, stehen auf einer Art Klippe und ich laufe auf den Abhang zu und blicke zum Horizont. Langsam tritt er neben mich und sieht schweigend in dieselbe Richtung.
    „Weißt du noch, was du…“, fängt er schließlich doch an und ich schließe die Augen. „Also an dem Tag, an dem… es passiert ist, also im Tempel meine ich…“ Meine Mundwinkel zucken leicht nach oben bei seinem Gestotter, doch im Anbetracht der Geschehnisse ist das wohl unangebracht und meine Miene wird wieder ernst. Anakin atmet tief ein und versucht es noch einmal: „Ich hab dich gerufen, in die Gemächer des Tempels, um dich umzubringen.“ Ich verziehe das Gesicht. „Ich erinnere mich. Zu genau, um ehrlich zu sein.“ Er nickt entschuldigend und ich sehe zu ihm. Sein Gesicht zeigt noch immer in die Sonne, weg von mir und er redet weiter: „Also auf jeden Fall hast du dort etwas gesagt. Also…“ Er lächelt kurz bei dem Gedanken daran und ich drehe mich von ihm weg, doch er packt meinen Arm und zwingt mich, ihm in die Augen zu sehen. „War das ernst gemeint?“, fragt er durchdringlich und ich sehe ihn einfach nur an. Nachdem das keine Reaktion zeigt, hebe ich eine Augenbraue und senke den Kopf ein wenig. Dann schüttle ich seinen Arm ab und lächle ein wenig. „Du hattest Padmé und all das, ich wollte es dir nur gesagt haben, für den Fall, dass ich… dass wir uns nicht wieder sehen.“ Er sieht mich bedauernd an und ich zucke mit den Schultern. „Und wie ist es heute?“, fragt er vorsichtig und ich blicke fragend auf, doch sein Gesichtsausdruck zeigt keine Änderung. „Ich habe mich damit abgefunden, wieso?“ Langsam streicht er mir über die Wange und ich ziehe die Augenbrauen zusammen. Sein Gesicht kommt meinem immer näher und ich packe sein Handgelenk, schiebe ihn von mir weg und schüttle den Kopf. „Das musst du nicht… sollst du nicht, ich komme klar!“ Er nickt und weiß offenbar nicht so recht, wie er mit der Situation umgehen soll und ich streiche durch seine braunen Haare und lache über seine verwirrten Gedanken. „Hey, jetzt glaub mir doch mal, alles ist bestens, ich will es so wie es ist! Mit dir und Obi-wan als beste Freunde, in Ordnung!“ Er nickt und lächelt erleichtert und ich umarme ihn noch einmal kurz, bevor ich ihn mit mir ziehe. „Jetzt komm, es gibt noch so viel zu erzählen!“ Er nickt grinsend und gemeinsam verschwinden wir von der Klippe.

Kommentarfunktion ohne das RPG / FF / Quiz

Kommentare (0)

autorenew