Springe zu den Kommentaren

Dir Entscheidung

star goldstar goldstar goldstar goldstar greyFemaleMale
1 Kapitel - 1.610 Wörter - Erstellt von: - Entwickelt am: - 338 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Das ist meine Geschichte für forgotten storys

    1
    „Also ist es wahr?“, fragte die schwarze Kätzin. In ihren sonst so lebhaften grünen Augen glitzerten die ersten Tränen. Traurig wendete sie ihrem gegenüber den Rücken zu. Am liebsten hätte sie sich eingeredet, dass er und Glanzwolke nur Freunde waren, aber sie war nicht der Typ der sich vor der Wahrheit versteckte.
    „Ja und ich wollte nie, dass es so kommt... ich wollte dich nicht unglücklich machen. Glaub mir.“, beteuerte er und hob sanft ihren Kopf hoch, sodass sie sich ihre Blicke trafen. Verflucht war die Ehrlichkeit in seinen Worten, dachte Nachhauch bedauernd. Löwenfunken meinte es also ernst. Unwirsch schlug sie seine Pfote weg und blickte trotzig zurück. „Und wieso? Wieso sie und nicht ich? Bin ich dir nicht gut genug? Natürlich nimmt man lieber die Tochter des Anführers als irgendeine Kriegerin um dann Mal 2. Anführer zu werden, ich hab doch Recht!“, fauchte sie und legte dabei die Ohren waagerecht an ihren Kopf. Ihr Nackenfell legte sich eng an den Körper an, sodass sie automatisch dünner wirkte.
    „Lass Glanzwolke in Ruhe! Sie hat dir nichts getan!“
    „Ich mache was ich will!“, knurrte Nachthauch „und damit hast du nicht auf meine Frage geantwortet! Wir kennen uns schon seit Geburt an. Selbst unsere Eltern waren befreundet. Wir verstanden uns super! Doch dann wurdest du Krieger und hast sie statt mich als Gefährtin für dein Leben genommen!“ In ihrer Stimme schwankte ein leichtes Zittern. Frustriert fuhr sie ihre Krallen aus und bohrte sie in den weichen Waldboden.
    „Ich gebe es zu, wir sind beste Freunde, aber keine Gefährten! Und ich mag sie nicht weil sie die Tochter von Kirschstern ist…“
    „ach ja?“, fuhr Nachthauch ihm ins Wort und ließ die Krallen mit einem „Zipp“ ruckartig wieder einfahren. „und wieso dann?“
    „Also…“ Der goldene Kater mit der dunklen Tigerung überall wirkte etwas verlegen und lief leicht rot an. „Sie ist eine tolle Kätzin, schön, nett und…“, stammelte er, aber das improvisieren lag ihm nicht.
    „...und ganz zufällig die Tochter vom Anführer. Mach mir nichts vor. Ich kenne dich besser als du dich. Es ist eine Frage der Zeit bis Knickbein in den Ältestenbau muss. Er kann kaum noch die Patrouillen einteilen. Und wenn dann die Tochter von dem ach so tollen mutigen Krieger berichtet wird das sicher helfen bei der Entscheidung!“ Die letzten Worte zischte sie nur noch wie eine Schlange und kam dabei bedrohlich näher an ihn ran bis sie nur noch weniger als eine Fuchslänge Abstand hatten.
    Löwenfunken rutschte etwas nach hinten um nicht so nah an Nachthauch zu müssen. Die Kätzin machte aus einem Spatzen einen Adler. „Ich muss mich nicht vor deinen falschen Anschuldigungen rechtfertigen!“, sagte er mit fester Stimme, auch um sich selber zu überzeugen.
    „Falsch ist hier nur deine Liebe zu dieser Glanzwolke“ Sie sprach das Wort „Glanzwolke“ voller Abschaum aus und dabei blitzten ihre Augen gefährlich, sogar furchteinflößend. Hätte Löwenfunken sie nicht schon so lange gekannt, würde er sich fast vor ihr fürchten, aber er wusste, dass sie ihm nie wirklich weh tun könnte. Zumindest vermutete er es, denn Lôwenfunke würde sie nie verstehen mit ihrer undurchschaubaren Art. Sie war ihm zu… geheimnisvoll und unberechenbar. Ganz Anders als Glanzwolke! Glanzwolke war ruhiger und man konnte ihre Antworten erahnen. Sie war weniger überheblich und schätze seine Gesellschaft mehr als gewisse andere Katzen es taten.
    „Du bist neidisch! Deshalb machst du so einen Aufstand! Nur darum!“
    „Du siehst nur das, was du sehen willst. Sie mag dich nur weil du ein angesehener Krieger bist und du bist auch nicht viel besser!“, sagte Nachthauch mit fassungsloser Miene. Dabei entschlüpfte ihr ein tiefes Knurren aus der Lunge und am liebsten wäre sie ihm an die Gurgel gesprungen. Es juckte sie förmlich in den Krallen.
    „Löwenfunke!“, trällerte Glanzwolke und stolzierte würdevoll aus der Kinderstube. Der weiße Pelz stach silbrig her raus aus der kommenden Dunkelheit. Ihr Bauch war angeschwollen und runder als sonst. Mit einer dringlichen Geste mit den Augen deutet Löwenfunke Glanzwolke schnell zu gehen. Es war gerade nicht die beste Zeit ihr die Neuigkeiten mit zu teilen… Doch Nachthauch fuhr schon herum. „Hau ab, du Mäuseherz! Warte… das…“ Nachthauchs Augen wurden immer größer und größer. Mit zitternder Pfote zeigte sie auch Glanzwolkes weißen runden Bauch. Dann drehte sie ihren Kopf mit eingefrorenen Gesichtszügen Löwenfunke zu. Löwenfunke schloss kurz die Augen, atmete tief ein und wappnete sich für ein Donnerwetter. Wie die Ruhe vor dem Sturm. Aus Vorsicht ging er einen Schritt zurück und legte das Fell an auch wenn es doch nicht seine Schuld war. Nachthauch war im Unrecht, aber trotzdem fühlte es sich anders an. Niemand sagte was. Glanzwolke bemerkte die angespannte Atmosphäre und zögerte noch was sie tun sollte. Bleiben oder weg gehen?
    „Ihr habt jetzt sogar schon Junge?“ Die Nacht war eingekehrt, der Rest Sonne am Horizont verschwunden und das sanfte Licht des Mondes hüllte Nachthauch in einen weiß-grauen Schimmer ein. In ihren grünen Augen wurde das Licht reflektiert und glänzte wie Smaragde. Ihr Gesichtsausdruck wurde hart wie Stein.
    Löwenfunke wurde es heiß unter dem Pelz. „Ja?“, sagte er nach einiger Überwindung als wäre es ein großer Verrat. "Du weißt es besser! Sie ist die, die dich gerade verrät", sprach er sich selbst gut zu.
    Nachthauch öffnete dem Mund zum Reden. Ihre spitzen Zähne waren glänzend weiß. Aber dann schloss sie ihn wieder und wendete sich ab. Es war totenstill. Ein kaum hörbares Schluchzen drang an Löwenfunkens Ohr. Ganz leise, doch trotzdem war es da.
    „Weinst du?“ Er reckte seinen Kopf nach vorne um besser sehen zu können. Kurz nachdem er die Worte gesprochen hatte, hätte er sich am liebsten selbst geohrfeigt. So was passte jetzt gar nicht in die Unterhaltung. Nachthauch gab keine Antwort. Löwenfunke wollte sie irgendwie tröstend, aber Glanzwolke zog ihn zurück. „Lass sie. Sie kommt schon drüber weg.“ Ihre Stimme nach zu urteilen schätze sie Nachthauchs Wohlbefinden nicht wirklich. Verständlich, die beiden eiferten beide um den gleichen Kater.
    „Ich weiß nicht…“ Löwenfunke warf noch einen schnellen Blick zu der Kätzin, dessen Pelz Schwarz wie die Nacht war. Hin und her gerissen stand er da. Unschlüssig was zu tun war. Nachthauch und er waren beste Freunde. Er mochte es nicht wenn sie sich streiten. Andererseits hatte er eine Gefährtin. Das hieß er musste auch loslassen können… Könnte er nicht beides haben? Beste Freundin und Gefährtin? Er schielte rüber zu Glanzwolke, die missbillig Nachthauch anstarrt, dann wieder zu Nachthauch. Sie hatte heute klar ihre Meinung gesagt, was sie von Glanzwolke hielt. Die Schwarze oder die Weiße Kätzin.
    „Kommst du endlich!“, drängelte Glanzwolke und peitsche ungeduldig den Schwanz hin und her, sodass sie die kühle Nachtluft aufwirbelte. Langsam wurde die Stille peinlich und Löwenfunke traf die Entscheidung. Er schaute beide noch mal an und sagte dann: "Tut mir Leid, Nachthauch, aber ich habe bereits eine Gefährtin." Ohne ihr einen Blick zu würdigen kehrte er sich um zu Glanzwolke, die mit einem diebischen Lächeln auf ihn wartete. "Diese Nachthauch ist echt dumm, wenn sie glaubt ihr könntet Gefährten sein! Ich wusste die ganze Zeit du würdest dich richtig entscheiden. Und zwar für mich.", säuselte sie in sein Ohr.
    "Können wir vielleicht das Thema wechseln und nicht mehr über du-weißt-schon-wen reden?" Er schnippte mit dem Schwanz in Richtung des trauernden schwarzen Fellballs.
    "Natürlich, du bist der Boss" Mit dem Schwanz lenkte sie ihn weiter weg von Nachthauch und führte ihn zur Kinderstube. "Du musst dir die Nester für unsere Jungen angucken! Meinst du sie sind gut genug..."
    Löwenfunke konnte nicht wiederstehen einen letzten Blick über die Schulter zu erhaschen. Nachthauch saß mit zerzausten Pelz und verweinten Augen da. Ihr Blick schien die pure Sehnsucht zu sein und der Schmerz der Liebende Der Anblick seine beste Freundin so zu sehen ließ Schuldgefúhle aufkeimen und plötzlich zweifelte er. War es richtig gewesen sie einfach hängen zu lassen?
    Nachthauch hob den Kopf und bemerkte Löwenfunkes Blick. "Verräter!", formten ihre Lippen. Dann setzte sie sich auf und stürmte in die Schwärze der Nacht. Die Dunkelheit schluckte ihren düsteren Pelz augenblicklich.
    Löwenfunke drehte sich wieder zu Glanzwolke. Er hatte sein Urteil gefällt und musste nun damit leben.
    Man sah Nachthauch nie wieder. Sie war spurlos verschwunden.
    Ein paar Krieger meinem am gleichen Abend eine schwarzen Schatten gesehen zu haben, aber niemand hatte genaueres bemerkt.
    Erneuert stellte sich Löwenfunke seine Frage: War es richtig gewesen?
    Doch er hatte die Chance verpasst und damit auch Nachthauch.

Kommentarfunktion ohne das RPG / FF / Quiz

Kommentare (0)

autorenew
speaker_notes_off Du musst Mitglied bei testedich sein, um hier ein Kommentar schreiben zu können. Anmelden