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Scherben

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1 Kapitel - 2.455 Wörter - Erstellt von: - Entwickelt am: - 550 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Am Tag ihres zwölften Geburtstags bekommt Melissa einen Spiegel geschenkt, der für Aufregung in ihrem Leben sorgt und ihr ein Abenteuer beschert, das sie ihr Leben lang nicht vergessen wird.

Lasst euch mitnehmen in die Albträume von Melissa. Mal sehen wer sich traut die Geschichte zu lesen.

    1
    Scherben


    Piep, Piep, Piep.

    Mit einem Brummen drehte ich mich um, doch das nervende Geräusch ging weiter.

    Piep, Piep.

    Langsam streckte ich meine Hand unter der Decke hervor, um nach der Quelle des Geräusch auf meinem Nachttischschränkchen zu tasten.
    Meine Hand fand endlich den Wecker und schaltete ihn aus. Mit einem Seufzer schlug ich die schönen, warmen Decke zurück und stand auf.
    Ein Blick auf meinen Wecker, dieser mich eben aus meinen Träumen geworfen hat, sagte mir das es 6.30 Uhr am Freitag dem 13. war. Ein Unglücks- und zu gleich ein Glückstag für mich, denn heute wurde ich endlich 12.
    Nun mit guter Laune machte ich mich schnell für die Schule fertig und schaute kurz in den Spiegel ob alles saß, bevor ich runter zu meinen Eltern ging. Meine Klamotten saßen, mein Gesicht war von roten Locken umgeben und meine braunen Augen schaute mir freundlich entgegen.
    Perfekt.

    Unten saßen meine Eltern und mein Bruder am Frühstückstisch und tranken ihren Morgenkaffee. Als sie mich sahen, standen alle drei auf und kamen lächelnd zu mir.
    „ Alles gute zum Geburtstag, Schätzchen!“, sagte meine Mutter und umarmte mich, mein Bruder wuschelte mir kurz durchs Haar und murmelte ein verschlafenes „Happy Birthday“ und frühstückte weiter.
    Mein Vater hielt mir ein Päckchen, das in bunten eingewickelt war hin und meinte: „ Happy Birthday, Melissa! Das ist eine kleine Aufmerksamkeit von deiner Mutter und mir. Hoffentlich gefällt es dir.“
    Mit einem Grinsen umarmte ich beide: „ Vielen Dank.“
    Freudig öffnete ich das Papier und machte das Kästchen auf, um zu sehen was sich darin befand.
    Ein wunderschöner Spiegel mit kleinen, zierlichen Ornamente am Rand lag dort in einem Samttuch eingehüllt. Der Spiegel musste schon alt sein, so etwas fand man sonst nur noch in Antiquitätenläden.
    Meine Mutter schmunzelte, als sie sah wie vorsichtig ich den Spiegel rausholte.
    „ Dieser Spiegel ist ein Familienerbstück. Pass bitte sehr gut darauf auf“, bat mich mein Vater.
    Heftig nickte ich und versicherte meinen Eltern: „ Ich werde ganz besonders auf ihn aufpassen! Am besten tue ich ihn gleich in mein Zimmer.“
    Mit dem Lachen meiner Eltern im Rücken, ging ich aus der Küche raus, hoch zu meinem Zimmer

    Obwohl ich wusste das es keine gute Idee war, ging ich mich bewundern ihm Spiegel hoch. Ich konnte einfach nicht dem Blick von ihm abwenden.
    Da passierte es.
    Ich vergaß die letzte Stufe und stolperte.
    Einen kleinen Schrei ausstoßend, fiel ich und mit mir der Spiegel.
    Dieser zersplitterte zu vielen glitzernden Scherben, die sich auf den Boden verteilten und eine erwischte mich genau an der Hauptschlagader.
    Blut! Lauter Blut spritzte aus meiner Hand.
    Mir wurde schlecht.
    Von unten Hörte ich aufgeregte Stimmen und Schreie.
    Langsam wurde alles dunkel und verschwommen.
    Die Übelkeit ging und eine Leere machte sich breit.
    Das letzte was ich spürte war wie mein Kopf aufschlug und diese riesige Leere, dann war alles schwarz.

    Eine kleine Brise kitzelte mich im Gesicht und neben mir spürte ich wie das Gras sich sanft zur Brise bewegte.
    Warte mal!
    Eine Brise und Gras. Das konnte nicht sein.
    Das letzte an das ich mich erinnern kann, war das ich mit dem dem Spiegel hingefallen bin.
    Danach sind alle Erinnerungen verschwommen. Was ist passiert? Langsam versuchte ich meine Augen zu öffnen. Das erste was ich sah, war der pechschwarze Himmel. Mein ganzer Körper schmerzte furchtbar. Ein pochender Schmerz zuckte von meiner Hand bis in die Zehen und Übelkeit machte sich breit.
    Ich blieb liegen und versuchte den Würgreiz zu unterdrücken und lauschte der Stille.
    Es war nichts zuhören
    Vollkommene Stille!
    Der Schmerz verschwand langsam und mit Mühe stand ich auf.
    Die Übelkeit machte sich wieder breit. Dieses mal konnte ich sie nicht unterdrücken…
    Mein Magen fühlte sich an als hätte er sich einmal gedreht. Wackelig auf den Beinen, versuchte ich stehenzubleiben und mich erst einmal umzuschauen.
    Die Lichtung auf der ich mich befand, war von riesigen Bäumen umgeben, das Gras ging mir bis zu den Knien und obwohl die Bäume im Wind rauschen müssten, war nichts zu hören.
    Totenstille.
    Aber das war nicht mal das seltsame an diesen Ort. Es schien so als gäbe es keine Farben. Als wäre alles schwarz. Leichte Gänsehaut schlich sich über meinen gesamten Körper und ich bekam ein ungutes Gefühl.
    Hier stimmt etwas ganz und gar nicht. So ein Ort existiert nicht.
    Panik stieg in mir auf.
    Meine Muskeln waren angespannt.
    Meine Sinne spielten verrückt.
    Unruhig sah ich mich um. Etwas weißes blitzte aus dem schwarzen Meer hervor.
    Erschrocken schrie ich auf und ging ein paar Schritte zurück. Doch was dann aus dem Gras hervor kam beruhigte mich wieder, ich musste sogar über meine eigene Ängstlichkeit lachen.
    Ein kleiner süßer Hase hoppelte durch das Gras auf mich zu. Sein weißes, flauschiges Fell stand zu allen Seiten ab und er musterte mich klug mit seinen roten kleinen Augen.
    Ich ging in die hocke und hielt ihm meine Hand entgegen.
    „Na mein Kleiner! Du bist aber süß. Soll ich dich streicheln.“
    Langsam hoppelte er auf mich zu, aber irgendwas war komisch.
    Seine roten Augen wurden immer größer und verfärbten sich schwarz. Das selbe passierte mit seinen Mund. Immer größer wurde er und formte sich zu einem Grinsen.
    Riesige Zähne, die aus sahen wie Scherben machten sich breit. Kleine gelbe Würmer schlängelten sich um sie und eine schwarze klebrige Masse tropfte aus dem verunstalteten Maul heraus.
    Ich öffnete meinen Mund um zu schreien, aber es kam kein Ton heraus. Mein ganzer Körper zitterte vor Angst.
    Meine Muskeln versagten und wollten mich nicht von hier weg tragen.
    Der kleine süße Hase hatte sich in eine Monster verwandelt, das noch immer auf mich zu kam.
    Sein Mund öffnete sich und eine schaurige erklang: „ Willst du mit mir kuscheln, kleines Mädchen?“
    Die Stimme war da, aber es klang nicht so als würde sie von dem Hasen kommen.
    Sie war einfach da.
    So als würde sie von irgendwo herkommen, aber nicht vom Hasen.
    „Hab keine Angst, kleines Mädchen“, redete die Stimme weiter.
    Endlich kam meine Kontrolle über meinen Körper zurück und so schnell ich konnte rannte ich weg.
    Weg von diesen Grauen was einmal süß war.
    Weg von dieser Lichtung in den Wald hinein.


    Zweige peitschen mir ins Gesicht und Wurzel ließen mich stolpern. Man konnte kaum die eigene Hand vor Augen sehen. Das dichte Laub der Bäume verschluckte jedes Licht. Ich kam kaum voran und hinter hörte ich die Stimme des Hase, die mich immer voran trieb: „ Bleib stehen, Kleines Mädchen! Ich möchte doch nur mit dir...“
    Die Stimme hörte abrupt auf zu reden.
    Ohne es wirklich zu bemerken, rannte ich weiter und weiter. Mein Körper schrie mich nur so an stehen zu bleiben, aber mein Verstand sagte mir zu rennen. Schließlich beendete eine Wurzel den Kampf, indem sie mich zum hinfallen brachte.
    Keuchend blieb ich liegen. Langsam drehte ich den Kopf, um zu sehen welche Wurzel mich zum stolpern gebracht hat. Das komische daran, es gab keine Wurzel.
    Etwas weiches strich ganz langsam an meiner Wange entlang und lies Gänsehaut über meine Rücken laufen. Fast von allein zuckte mein Kopf nach vorne, um das zu sehen was mich berührt hatte. Ein schwarzer Arm…nein, so konnte man es nicht nennen. Ein schwarzer Tentakel zuckte vor meinen Augen hin und her. Die Bewegungen waren sanft und hypnotisierten einen.
    Hin und her.
    Rechts, links.
    Meine Augen folgten ihr.
    Hin und her.
    Rechts, links.
    Ich musste blinzeln.
    Hin und her.
    Rechts, links.
    Ich musste meine Augen zwingen, offen zu bleiben. Die Bewegungen schienen mich einzuladen zu schlafen.
    Immer träger füllte sich mein Körper.
    Mein Verstand brüllte die ganze Zeit „Gefahr“, aber ich könnte mich nicht bewegen. Es schien so als hätten der Rhythmus der Tentakeln mich völlig eingenommen.
    In einem kurzen Moment hörte sie auf sich zu bewegen und kam auf mich zu . Das war meine Chance.
    Mit einem Schrei sprang ich auf und schlug weg von mir.
    Diese stieß einen ihrer seit auch einen schrillen Schrei aus.
    Ahhh, meine Ohren! Dieser Schrei!
    Ich ging auf die Knie und hielt mir die Ohren zu, was leider nicht viel brachte.
    Wie ein Alarm! Hör auf zu Schreien. Ich halt das nicht aus.
    „ Auf hören!“, schrie ich.
    Und wie auf magische Weise hörte sie auf und zog sich zurück.
    Plötzlich fing sich alles an zu drehen und schwarz verschwamm in schwarz. Ich bekam das Gefühl als würde ich fallen.
    Was passiert jetzt? Ich will, dass das aufhört. Mum, Dad wo seit ihr!


    Mit einem harten Schlag schlug ich auf dem Boden auf. Mir blieb die Luft weg und ich blieb kurz liegen. Dann stand ich auf.
    Wo bin ich denn jetzt? Das ist jetzt nicht war.
    Ich stand Mitten auf einen Friedhof.
    Alte Grabsteine, einige waren anscheinend schon vor Jahren verfallen, waren von Nebel umgeben und ließ den Friedhof erst richtig gruselig wirken. Der Mondschein des Vollmondes gab etwas Licht, so dass ich mich etwas umschauen konnte.
    Es schien ein sehr alter Kriegsfriedhof zu sein, der schon lange nicht mehr besucht worden war.
    Schritt für Schritt ging ich vorwärts und schaute mir dabei die Inschriften auf den Gräbern an, als plötzlich weitere Schritte zu hören waren.

    Patsch, patsch.

    Meine Muskeln spannten sich an und ich hielt die Luft an, um die Richtung herauszufinden aus der das Geräusch kam.

    Patsch, patsch.

    Sie kommen von hinten!
    Ruckartig drehte ich mich um, aber es war nichts zu sehen. Der immer dichter aufziehende Nebel verdeckte alles.
    Ängstlich rief ich: „ Hallo ist da jemand?“
    Als Antwort bekam ich ein „Ahhhrrr“. Die Umrisse einer Gestalt bildeten sich langsam im Nebel ab, die auf mich zu kam. Ich schaute genaueren hin und konnte sehen das sie humpelte und schief ging.
    „Wer sind sie? Ist alles gut bei ihnen?“, rief ich, bekam als Antwort aber wieder nur ein „Ahhhrrr“.
    Ein widerlicher Gestank kroch mir in die Nase, von verfaulten Eiern und Verwesung. Langsam kam die Gestalt immer näher und näher.
    Dann stand sie im Mondlicht und ich sah was es war.
    Zombie! War das einzige an was ich denken konnte.

    Er sah einfach nur scheußlich aus: Die Haare schienen alle ausgerissen worden zu sein und dort wo
    die Augen sein sollten waren nur noch dunkle leere Höhlen.
    Auch der Rest sah nicht schön aus, das eine Bein stand in einen ungesunden Winkel ab, aus unzähligen Wunden kam Eiter hervor, was den Gestank erklärte.

    Nein, es gibt keine Zombies, Monsterhasen und Bäume mit Tentakeln.
    Das ist ein ein Traum! Ja, genau das ist alles nur ein Traum und ich werde gleich in meinen
    schönen weichen Bett aufwachen.

    Redete ich mir ein, nur leider fühlte sich das alles sehr real an. Der Zombie kam immer näher und sah verdammt echt aus. Jetzt schon zum zweiten mal wollte ich mich umdrehen und wegrennen und auch wieder zum zweiten mal hinderte mich wieder etwas.
    Die schwarzen Tentakeln, von vorhin hatten sich um meinen Körper ohne das ich es bemerkt habe und hielten mich nun fest.
    Als ich versuchte mich zu Bewegen zogen sie sich nur noch fester und erdrückten mich fast.
    Mein Herz klopfte mir bis zum Hals und fühlte sich an als würde es gleich zerbersten. Ich war total am ende meiner Kräfte.
    Zum allen Übel tauchte hinterm dem Zombie auch noch der Hase auf, der einmal so süß und kuschelig war wovon man jetzt nichts mehr erahnen würde.
    In meinen Kopf hallten immer und immer wieder nur die Wörter „Das ist ein Traum“ .
    Ein leises piepsen mischte sich in diese grausame Situation ein. Es wurde lauter und lauter und überdeckte alle Geräusche. Die Laute von dem Zombie, die Wörter des Hasen und die schrillen Schreien der Tentakeln.
    Ein schwarzer Strudel machte sich vor meinen Augen breit. Alles verschwamm langsam. Meine Augen schlossen sich und ich gab auf gegen alles zu kämpfen.

    Etwas weißes flackerte vor meinen Augen und lies mich sofort an den Hasen denken. Ohne es zu wollen stieß ich einen Schrei aus und fuhr hoch. Meine Augen weit aufgerissen schaute ich mich um.
    Nirgends war der Hase zu sehen.
    Ich befand mich in einem kleinen Zimmer in einem Krankenhaus. Erleichtert seufzte ich auf und lies mich in das schöne weiche Kissen zurück fallen. Es war doch alles nur ein Traum gewesen.
    Friedlich schaute ich mir mein Zimmer an. Mein Blick fiel auf ein Nachttischschränkchen auf dem Blumen und ein paar von meinen Lieblingssüßigkeiten standen.
    Und dort stand er auch.
    Der Hase aus meinem Traum mit seinen weißen Fell und schwarzen Knopfaugen.

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Kommentare (1)

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vor 561 Tagen flag
Ich habe angefangen Schorben... sry meinte SchErben zu lesen. Lese später weiter und habe endlich zeit gefunden deine storys zu filtern und lese getzt die die ich noch nicht kenne. Mach weiter so. Bist die beste ‹3