Springe zu den Kommentaren

Eine unscheinbare Lüge

star goldstar goldstar goldstar goldstar greyFemaleMale
9 Kapitel - 11.718 Wörter - Erstellt von: - Entwickelt am: - 504 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Während Lisa´s Vergangenheit sie immer wieder einholt, kämpft ihre beste Freundin Aimee mit dem gewaltigen Vermächtnis der Liebe, mit der sie eigentlich nichts mehr zu tun haben will. Als Vergangenheit und Gegenwart der beiden für Aimee auf unheilvolle Weise miteinander verschmelzen, gelangen Lisa und Aimee zu einen überraschenden Erkenntnis: Die Liebe kommt oft von dort, wo man sie am wenigsten erwartet...

    1
    Ich griff zum Handy und wählte Lisas Nummer. Es tutete mindestens zehn Mal, doch sie ging einfach nicht dran. Unruhig trommelte ich mit meinen Finger
    Ich griff zum Handy und wählte Lisas Nummer. Es tutete mindestens zehn Mal, doch sie ging einfach nicht dran. Unruhig trommelte ich mit meinen Fingern auf der Bildschirmfläche herum und wartete. Wo steckte sie nur? Endlich hörte ich ihre Stimme. » Hey Aimee, wie geht´s? « Sie klang, als wäre sie gerade erst aufgestanden. Komisch. Es war Samstagnachmittag, halb vier. Nächste Woche sollten wir schon im Flieger sitzen und in die Sonne fliegen. Aber ihre Stimme, die sich trübselig und fad anhörte, hieß nichts Gutes. Irgendetwas stimmte mit ihr nicht. » Hast du schon die To - do – Liste gemacht, was wir machen wollen? « Keine Reaktion. » Lisa? « » Ja? « Ihre Stimme war auf einmal eine halbe Oktave zu hoch. » Was ist los, du klingst so komisch. « » Alles okay. «, piepste sie noch höher. Und dann schniefte sie ein bisschen. » Lisa? «, fragte ich ganz vorsichtig. Auf einmal wurde das Schniefen lauter. Und dann explodierte mein Ohr. Zu mindestens hörte es sich ein bisschen so an. » Hiiib, hiii, hiib «, machte Lisa beim Einatmen. Und » pfrr « beim Ausatmen. » Lisa! « Ich sprang auf und fiel dabei fast vom Stuhl. » Nicht weinen! Sag mir ganz schnell, was passiert ist! « » Hiiib, hiiib, hiiib «, machte sie schonwieder, aber dann kam doch etwas Neues: » He, he, Hicki « » Nicki? «, riet ich. Sie jaulte auf, also hatte ich richtig geraten. Seit vier Monaten waren Lisa und Nicki ein Paar, und seitdem ging es in jeden unserer Gespräche irgendwann um ihn. Entweder war alles gut und sie schwebte auf Wolke sieben oder er machte etwas falsch, dann schäumte sie über, wie eine zu kräftig geschüttelte Sprudelflasche. Aber so verzweifelt hatte ich sie noch nie zuvor gehört. » Her his heit hestern mit Halak husammen «, schluchzte sie jetzt. Nee, oder? Das konnte ich nur falsch verstanden haben. » Er ist mit Malak zusammen? Seit gestern? « Treffer. Sie schluchzte wieder. Okay, das war Ernst. » Wo bist du? «, fragte ich im Befehlston. » Zuhauhauhauhause. « » Bleib da wo du bist! Bin gleich da. « Zehn Minuten später stand ich schwer atmend vor Lisas Haus. Normalerweise brauchte ich für diese Strecke mit dem Fahrrad genau zwanzig Minuten. Diesmal aber war ich durch die Stadt gejagt, als wäre das die letzte Etappe der Tour de France. Angekommen, warf ich mein Fahrrad ins Gebüsch und bohrte förmlich meinen Finger in die Klingel. Als das Summen des Türöffners erklang und die Tür aufging, rannte ich in Windeseile die Treppenstufen hinauf. Oben angekommen stand Lisa bereits am Treppengeländer. Ihr zartes Gesicht war bleich und aufgequollen, die braunen Haare waren verwuschelt und hingen ihr teils über die Augen und diese verweint. Sie zog ihre Strickjacke fest um sich, dabei war es gar nicht kalt. Ich stolperte in die Wohnung hinein, ließ mich gegen die Wand fallen und sank zu Boden. Okay, das war ziemlich theatralisch, aber das sollte es auch sein. Als Lisa grinsen musste, wusste ich, dass ich fast gewonnen hatte. Das war es, was sie brauchte. Einen Grund zum Lächeln, ob sie wollte oder nicht. Selbst wenn sie nur einen Mundwinkel hochzog und es mit zu Liebe tat, würde ihr Gehirn trotz Trauer Glückshormone ausschütten. Ich nahm Lisa in den Arm und drückte sie ganz fest, sodass sie quietschte. Wieder musste sie lachen und ich wertete das als Erfolg. Aber dann machte ich einen dummen Fehler. » Wirst schon sehen «, sagte ich siegesgewiss, legte meinen Arm um ihre Schultern und schob sie anschließend auf ihr Zimmer zu. » Das geht vorüber. Wir arbeiten dran, fliegen doch noch ganz weit weg und in spätestens zwei Wochen ist Nicki Luft für dich. Schlechte Luft. « Autsch, das hätte ich nicht sagen sollen, denn sofort füllten sich ihre Augen erneut mit Tränen. Sie rannte in ihr Zimmer und warf sich aufs Bett. » Hiiib, hiiib, hiiib «, drang es erstickt aus den Kissen. Alle eben noch enthaltenden Glückshormone waren spätestens jetzt futsch. Okay, jetzt half leider nur noch das klassische Freundinnen- Liebeskummer- Ding, was ich aus Filmen kannte: zu zweit mit Eislöffeln Vanilleeis aus einer großen Verpackung löffeln, reden, reden und noch einmal reden, zuhören, nicken, Taschentücher reichen, alle Männer und das ganze eigene Leben beschissen finden und das ganze wenn`s sein muss bis zum Morgengrauen. Ich seufzte. Das hatte ich uns eigentlich ersparen wollen, aber jetzt mussten wir da durch. Und so schwer konnte das doch nicht sein, oder? War es aber. Nach zwei Stunden war mir schlecht. Erstens von dem Eis und zweitens von dem, was Lisa sagte. » Kennst du das? «, fragte sie mich. » Kennst du das, wenn du jemanden siehst, den du eigentlich schon ewig kennst, und nie war da was zwischen euch, aber auf einmal steht er da, auf einer Party und du kannst deinen Blick nicht mehr von ihm lösen? Und seine Kumpels reden gerade mit ihm, aber dann sieht er auf, eure Blicke treffen sich, und er verliert total den Faden? Und plötzlich sagt er gar nichts mehr, er reagiert nicht mal mehr auf seine Kumpels, obwohl ihn einer von ihnen gegen die Schulter boxt? Er sieht nur noch dich, und ihr versinkt gegenseitig in euren Augen? Kennst du das? Deine Seele trifft eine andere Seele. Das ist ein magischer Moment. « Sie schniefte und nahm dann noch einen Löffel Eis. » So war das bei Nicki und mir. « Ich zuckte mit einer Augenbraue, da Lisa diese Erzählungen fast nur Pantomimisch nachstellte. Einerseits konnte ich sie ja verstehen. Aber war das wirklich so schwer, darüber hinwegzukommen? Aber nun zu ihrer Frage. Nein. Das kannte ich nicht. Ich verliebe mich nämlich selten. Eigentlich nie, wenn ich`s genau betrachtete. Ich hatte schon mal was laufen, klar, gehört ja auch irgendwie zum Leben dazu, aber Magie? Echt nicht! Ich reichte ihr erneut ein Taschentuch, mit dem sie sich ihre Augen betupfte. Und der Beginn der eigentlichen Geschichte von Lisa und Nicki kannte ich auch nicht so, einfach, weil es nicht stimmte. Ich war nämlich an diesem Abend auch auf der Party gewesen. Nicki war schon bei unserer Ankunft so blau, dass er garantiert keinem mehr lange in die Augen sehen konnte. Den Faden hatte er aus demselben Grund verloren. Und versunken ist Lisa in etwas ganz Anderes, als in seine Augen. Irgendwann hatte er nämlich nach dem Papierkorb der Gastgeben gegriffen und sich den ganzen Wodka, den er getrunken hatte, durch den Kopf gehen lassen. Dabei hatte er den Korb verfehlt und aus Versehen auf Lisas Schuhe gereiert. So war das gewesen, und ähnlich magisch und romantisch ging es weiter. Nicki, dieses wahnsinnige, idiotenhafte Schrumpfhirn, dieses Berufs- Söhnchen, dieser Möchtegern Rich- Boy, hat selbst, als er mit Lisa zusammen, immer noch alles angebaggert, was nicht bei drei auf dem Baum war. Und dann hat er von Lisa erwartet, dass sie ihn für seine angebliche Beliebtheit bei den Mädels auch noch bewundert. Und Malak. Also echt. Dass er auf ihre offensichtliche Anmache reingefallen war, bewies wieder meine Theorie von Schrumpfhirn. Mal ehrlich, klang diese »Liebesgeschichte« nach Verzauberung? Nach Seelenverwandtschaft? Nach »forever yours«? Lisa fand das. Ich nicht. Aber das sagte ich jetzt natürlich nicht, obwohl es mir schwerfiel. Ich meine, da saß diese wunderschöne, kluge, witzige Lisa, die jetzt eigentlich für ihr Abi lernen und nebenher noch unsere große Reise planen sollte. Die Lisa, die es wirklich verdient hatte, glücklich zu sein. Und diese meine Lieblings-Lisa weinte bitterlich. Um einen Idioten, einen Wurm, einen charakterlichen Grobmotoriker, der sie betrogen hatte. Und jetzt, das war der Hammer -, jetzt fragte sie mich auch noch: » Hab ich was falsch gemacht? « Sie! Ich hörte wohl nicht richtig! Rasch stütze ich meinen Kopf in beide Hände und presste mir dabei unauffällig die Finger vor den Mund, damit ich bloß nicht das sagte, was ich dachte. Aber zwei Hände reichten dafür nicht aus, so sauer, wie ich war. » Lisa «, sagte ich durch die Finger hindurch. » Du doch nicht! Er! Nicki ist ein personifizierter Fehler auf zwei Beinen. « Lisa schüttelte heftig ihren Kopf. » Nicki hat das doch auch nicht gewollt. Es ist ihm einfach so passiert. Vielleicht war seine Liebe einfach so plötzlich weg. « Sie schniefte. » Oder seine Gefühle zu Malak waren eben stärker. Da kann er doch auch nichts für. « Ich schnaubte. » Liebe? Gefühle? Hormone waren das! « » Oh! « Sie riss die Augen auf und starrte mich perplex an. Wieder rann ihr eine Träne über ihre Wange. » Nein! Obwohl, das heißt, ich meine…« Ich überlegte, ob ich sagen sollte, was ich wirklich dachte. Doch vermutlich war das gerade einfach nicht der passende Moment. Lisa schnäuzte lauthals in ein Taschentuch und sprach dann undeutlich durch die mehreren Papierlagen: » Na los, ich seh` dir doch an, dass da was in dir arbeitet. « » Hmmm. Kann es sein, dass du dich da irrst? «, fragte ich zögernd. » Also, ich meine, kann es nicht sein, dass er dich nicht geliebt hat und du ihn auch nicht? Dass da der Fehler lag? « » Wie meinst du das? «, fuhr sie fort und ließ das vollgeschnäuzte Taschentuch rasch in ihrer Hosentasche verschwinden. » Glaubst du, ich spiel dir hier was vor! « » Nein, natürlich nicht! « Ich schlug beide Hände vor meinen Kopf. » Aber stell dir mal vor, wenn es diesen ganzen Romantikquatsch nicht geben würde, sowie der Yeti oder das Monster von Loch Ness. Dann würden wir alle ganz schön bescheuert, weil wir uns Probleme schaffen, wo in Wahrheit gar keine sind, oder! « » Der Yeti? «, fragte Lisa und machte ganz schmale Augen. » Probleme, wo gar keine sind? « O je. Das lief nicht gut. Ganz und gar nicht gut. Trotzdem gab es kein Zurück mehr. » Lisa, lass es uns doch mal ganz kühl und nüchtern betrachten. Ich denke da schon länger drüber nach. Liebe könnte doch eine Art Massenwahn sein. Eine künstliche Sucht, wie eine Droge, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt! Und nur die rosarote soße dient nur dazu, uns auf einen Nebenschauplatz des Lebens zu beschäftigen und zu binden. Weils die Gesellschaft stabilisiert oder so. « Lena schnappte nach Luft. » Halt, wiedersprich noch nicht! «, bremste ich sie. » Hör`s dir einfach mal an und trau dich, diesen Gedanken zuzulassen. Man muss doch eigentlich nur mal nachdenken, um das zu durchschauen: Was waren denn die ersten Geschichten, die uns als Kinder vorgelesen wurden? Märchen! Na und wie enden die? Na? Ganz klar: Prinz und Prinzessin kriegen sich und leben dann glücklich bis an ihr Lebensende zusammen. Später kommen dann die ganzen Liebesromane, Liebesfilme, Theaterstücke, und, und, und! Wir werden also darauf geprägt, wie ein Entenküken auf seine Mami. Und mal ehrlich, wo sind denn die ganzen Paare, die sich tief in die Arme sinken und dann glücklich bis an ihr Lebensende zusammenleben? Im Ernst? Ich kenne keins! « » Und was ist jetzt mit Nicki und mir? « Lisas Stimme klang auf einmal so gefährlich ruhig. » Na, wenn‘s Seelenverwandtschaft gewesen wäre, dann wäre er ja jetzt nicht mit Malak zusammen! Oder hat er rein Seelisch so eine große Verwandtschaft? « Lisa sah auf die Uhr. » Aimee, ich glaube, du musst jetzt nach Hause! « Ich schüttelte meinen Kopf. » Nein, muss ich nicht. Noch nie was vom »Noceboeffekt« gehört? « » Nee, will ich jetzt aber auch nicht! « » Das ist das Gegenteil vom »Placeboeffekt«. Wenn du fest an irgendetwas glaubst, dass eine negative Körperreaktion eintritt, dann kann sie auch tatsächlich eintreten. « » Eine was? « Lisa schien deutlich verwirrt. » Ja, zum Beispiel Liebeskummer. « Argh! Schlechtes Beispiel! » Du spinnst ja! « » Okay, nehmen wir ein anderes Beispiel. Ehh, der Koreanische Ventilatortod. In Korea glauben viele Leute, dass sie sterben, wenn sie nachts vergessen, ihren Ventilator auszuschalten. Sie sind er festen Überzeugung: Ventilator plus Schlaf ist gleich Tod. Aber in Korea ist es jeden Sommer heiß, und sie brauchen Ventilatoren, und manchmal schlafen sie dabei ein. Und weißt du was? Tatsächlich sterben in Korea in jedem Sommer Menschen unter mysteriösen Umständen, die in einem Raum mit einem Ventilator geschlafen haben. Überall sonst auf der Welt stirbt deshalb keiner und weißt du warum? Es liegt einfach daran, dass die Koreaner so fest daran glauben. « » Und was hat das jetzt alles mit mir zu tun? « Lisas Stimme klang jetzt ziemlich scharf. » Na, ich denke, man kann das übertragen. Wenn man nur fest daran glaubt, dass es wahre Liebe gibt, dann wird man sich irgendwann in einen Typen verlieben, dass man vor lauter Kummer fast den Verstand verliert, wenn er einen verlässt. Du müsstest dir dann einfach klarmachen, dass Nicki in Wahrheit - « » Was! « Ein Idiot ist hätte ich schon fast sagen wollen. Aber diese Wörter blieben mir zum Glück im Hals stecken und das war auch gut so. Inzwischen musterte mich Lisa mit eiskalten Augen. » Vielleicht ist Freundschaft ja auch nur eine Art Massenwahn! «, sagte sie langsam und schaute zu Boden. Autsch. Es wäre wohl besser das Gespräch schnell zu beenden. » Ich glaub ich muss los! « Ich erhob mich und Lisa nickte nur. Super, dachte ich, als ich mein Fahrrad aus dem Gebüsch zog. Das hatte ich ja richtig gut gemacht. Jetzt hatte Lisa nicht nur Liebeskummer, jetzt hatte sie noch ein Problem mit mir. Und ich hatte Angst, meine Freundin gekränkt zu haben. Zu Recht. Ich war richtig blöd gewesen. Sie wollte reden, und stattdessen hatte ich sie vollgequatscht. Warum hatte ich nicht einfach die Klappe gehalten? Bestimmt hat Lisa deswegen getan, was sie später an diesem Abend tat. Sie war einfach wütend.

    2
    ~ LISA´S SICHT ~


    Ich war an diesem Tag nicht wirklich sauer auf Aimee. Ich war nur genervt. Das habe ich gemerkt, als sie weg war. Ich wusste ja, wie sie tickt, und hatte sowieso eine wissenschaftliche Theorie von ihr erwartet. In diesem Moment hatte ich aber andere Sorgen. Und ich musste dringend nachdenken, da bin ich unfreundlich geworden. Ich war eindeutig nicht in Bestform. Ich kam mir vor wie eine Sanddüne, die von Gedankenwellen ausgehöhlt wird und gleich zusammenstürzt. Und so war´s dann auch. Als Aimee weg war, bin ich komplett zusammengeklappt und musste erst mal ungestört alles aus mir rausweinen. Ich hatte das mit Nicki und Malak ja erst vor ein paar Minuten vor ihrem Anruf erfahren. Er war vorbeigekommen und hatte es mir gesagt. Als Aimee dann kam, habe ich mich sehr gefreut. Ich war dankbar für die Ablenkung, und es war eigentlich fast egal, was sie gesagt hat. Richtig oder falsch, das gab es in diesem Moment gar nicht. Es ging nur darum, dass sie da war. Aber irgendwann musste ich mich dann meinen Gedanken stellen, und sie hatte sich gerade total in diesen Liebe-Gibt-Es-Gar-Nicht-Quatsch reingeredet. Deswegen war es besser, dass sie erstmal gegangen ist. Ich weiß ja, warum sie das alles gesagt hat, aus Selbstschutz, schon klar. Wenn man wie sie dreimal täglich eine Liebeserklärung von wildfremden Jungs erhält, einfach nur, weil man so hübsch ist, bekommt man natürlich Zweifel an der Liebe. Als ich mich wieder beruhigt hatte, habe ich dann noch lange über Aimees Worte nachgedacht. Ist Liebe wie der Yeti? Ja, vielleicht hat sie recht, möglicherweise gibt´s da Parallelen, aber anders, als Aimee denkt. Der Affenmensch mit Zottelfell, der angeblich im Himalaya lebt, den gibt es sicher nicht, der ist nur ein Mythos. Aber in einigen Himalaya-Sprachen ist » Yeti « das Wort für Braunbär. Und es gibt Hinweise darauf, dass im Himalaya vielleicht wirklich eine noch unbekannte Bärenart lebt. Genau so könnte es auch mit der Liebe ein: Die Sorte, die uns in Märchen, Filmen und Romanen versprochen wird, gibt es nicht. Und Aimee hat sicher Recht, Liebespaare, die nie streiten, gehören auch ins Reich der Legenden. Auf jeden Fall musste ich mir was überlegen um morgen oder die nächsten Tage nicht zur Schule gehen zu müssen. Also schrieb ich Aimee eine Nachricht. So konnte ich in meinem Zustand auf gar keinen Fall zur Schule gehen!

    3
    Von: Lisa Schreiber <lisa.schreiber@gmx.net>

    An: Aimee Jones <jones.aimee@gmail.com>

    Betreff: WICHTIG…

    … denn ich werde morgen und wahrscheinlich die nächsten Tage nicht zur Schule kommen. Sage bitte den Lehrkräften Bescheid, dass ich krank bin und mit fast 40°C im Bett liege! Versuch mich bitte zu verstehen. Ich kann so auf keinen Fall zur Schule. Bin trotzdem noch sauer! Wäre besser, wenn wir uns eine Weile erst mal nicht mehr sehen!

    LG

    Lisa





    ~ AIMEE´S SICHT ~

    Als ich am nächsten Tag aufwachte, schnappte ich mir mein Handy und sah mit zugekniffenden Augen auf das Display. Halb sieben, man hatte ich Bock auf Schule. Nanu? Eine Nachricht von Lisa? Von gestern? Warum hatte ich sie denn nicht entdeckt? War es etwas Wichtiges? Ich öffnete die Nachricht und las, was sie mir zu sagen hatte. War ja klar… Da sie meine Freundin war, half ich ihr natürlich. Diese Notlüge war schon in Ordnung. Aber Moment Mal, was las ich da? Wenn sie es so will, bitteschön! Sie will vorrübergehend keinen Kontakt mehr, gut ich auch nicht! Komme auch so ohne sie klar! Als an etwas Anderes zu denken, war ich gerade nicht in der Lage. Ich ging nun müden Schrittes ins Bad und machte mich fertig. Ich wetzte über den Hausflur und schmiss die Wohnungstür hinter mir zu. Ich schloss mein Fahrrad auch und bemerkte, dass ich einen Platten hatte. Anschließend lenkte ich meine Schritte in Richtung Bushaltestelle . Ich rannte nur dorthin. Völlig aus der Puste, meinen Kopf nach unten gesenkt und Arme auf den Beinen stützend, stellte ich fest, dass jemand auf mich zukommt. Also richtete ich mich wieder auf und schaute nach oben. Wie geahnt, kommt ein Junge, echt gutaussehend und etwa in meinem Alter auf mich zu. » Alles okay bei dir? « Mit gerunzelter Stirn starrte ich ihn an. Was sollte das denn? » Ja, ja, ist alles gut. Hatte nur keine Lust den Bus zu verpassen. « Und warum auch immer kam der Bus genau dann. Ich stieg ein und der gutaussehende Typ auch. Ich sah mich nach einem Platz um wollte gerade in die hinterste Reihe laufen, als mir mein ausgesuchter Platzt plötzlich weggenommen wurde. Und dreimal konnte ich raten. Genau! Es war der Typ. » Wolltest du dich hier hinsetzen? «, fragte er mich. » Wonach sah es denn aus? Als ob ich zu dem Platz renne, weil ich mich davorstellen will. « » Vielleicht wolltest du ja auch einfach hier hin, damit du mit mir reden kannst. « » Ja sicher. Das denkst auch nur du! « Er zuckte mit den Schultern, stand auf und wie als hätte er es geahnt, fuhr der Bus los und ich fiel ihm direkt in die Arme. Dann flüsterte er mir ins Ohr: » Genau das wolltest du doch, oder? « Ich riss mich von ihm los, widmete ihm einen düsteren Blick, sah auf den Platz, den er gerade verlassen hatte und wollte mich daraufsetzten. Doch ehe ich mich versah, saß ich auf seinem Schoß. Irgendwie fand ich den Typen überhaupt nicht mehr toll, sondern total eingebildet und nervig. » Könntest du bitte aufstehen, süße? « Ich hörte wohl nicht recht, was er da gerade zu mir sagte. » Ich heiße nicht süße, nur, dass das klar ist und eigentlich wollte ich hier sitzen! » Ich war ja wohl zuerst hier und wenn du nicht »süße« heißt, wie dann? « » Das geht dich gar nichts an! « » Ach komm schon. Oder soll ich dich dein Leben lang so nennen! « Ich verdrehte meine Augen und hoffte innerlich, dass das bald ein Ende hat. Ich seufzte kurz, endschloss mich ihm dann aber dann doch zu antworten. Zögerlich. » Ich heiße Aimee und du? « Ich schluckte. » Ich Tom. Freut mich! « Er lächelte mich an und ich wäre nur so dahin geschmolzen. Ich lächelte ihn immer noch an. Das was er sagte ging fast darin unter. Diese blonden Haare, die ihm zum Teil ins Gesicht hingen, seine Ausstrahlung und seine wunderschönen wasserblauen Augen. Ich musste mich wieder zurück in die Realität holen, bis ich bemerkte, dass ich immer noch auf ihm saß. Ich wurde etwas rot und stand sofort auf. » Warum stehst du auf? « Das hatte er jetzt nicht im ernst gesagt. Ich musste mir spontan irgendwas Sinnvolles einfallen lassen. » Wolltest du nicht? « » Stimmt, ja. « Es wurde still und kurz darauf hielt der Bus vor meiner Uni. Ich ging in Richtung Tür und trat hinaus. Nun stand ich kurz vor dem Bus und drehte mich ein kleines Bisschen, da ich das Gefühl hatte, Tom würde hinter mir stehen. Mein Verdacht bestätigte sich. Ich hatte ihn noch nie zuvor gesehen, geschweige denn, hier an der Uni. Und hier kannte man eigentlich so jeden. Nachdem ich ein paar Meter von der Bushaltestelle entfernt stand, blieb ich stehen und hoffte, dass Tom nicht in mich laufen würde. Das tat er auch nicht, sondern blieb kurz vor mir stehen und flüsterte mir anschließend ins Ohr: » Ist was? « Ich drehte mich ganz zu ihm um und fragte dann, was er hier zu suchen hatte. » Ich bin neu hier und seit kurzem hier Hergezogen. « Inständig hoffte ich, dass er mich nicht darum bitten würde ihn hier herum zu führen. Zum Glück tat er das auch nicht, aber ihn ihr jetzt einfach so stehen zu lassen und zuzugehen kam mir einfach nicht richtig vor. Also fragte ich ihn, bei wem er zuerst hatte. Und wie es das Schicksal auch wollte, hatten wir zusammen. Er begleitete mich anschließend zum Raum und dort warteten wir auf den Lehrer. Ich hatte irgendwie keine Lust mit ihm jetzt hier an eine Schule zugehen, aber ändern konnte ich jetzt auch nichts. Jedenfalls kam der Lehrer etwas Verspätet und schloss die Tür zum Raum auf. Ich setzte mich relativ weit nach hinten, wie sonst auch und Tom folgte mir dorthin. Ich fragte mich echt, was das sollte. Aber unhöflich wollte ich jetzt auch nicht sein, also sagte ich gar nichts mehr. Ich setzte mich nach ganz außen und er sich neben mich. Während der Lehrer etwas vorlas, hörte ich kaum noch zu. Ab und zu machte ich mir ein paar Notizen aber heute hatte ich so gar keine Lust. Ich hatte Englisch gewählt, weil ich es liebte, aber der Typ kam mir so unsympathisch vor, dass ich seine Vorlesungen hasste. Er war auch noch nicht so lange an dieser Uni, also ein »Neuankömmling« sozusagen. Deshalb kannte ihn hier auch so gut wie keiner. Ich malte ein paar Skizzen auf meinen College-Block, da es stocklangweilig war. Huh? Was sollte das denn? Tom bemerkte wohl, dass ich kein bisschen aufpasste und stupste mich an. Ich schaute ihn an und er flüsterte mir zu: » Aufpassen Bubbles! « Bubbles? Was war das denn für ein Name? » Warum Bubbles? « Nun sah ich ihn an und er mich. Er grinste ein wenig und sah dann weg. » Ich weiß es nicht, aber er passt so gut zu dir! « Wow. Das half mir jetzt echt weiter. Ich gab nur ein » Aha « von mir, sah dann aber schließlich nach vorne, um so zu tun, als würde ich dem Lehrer zuhören. Das tat ich auch. Mehr oder weniger. Nach zwei Stunden ertönte das Klingel zur Pause. Alle rannten förmlich aus dem Klassenraum. Ich aber ließ mir Zeit, denn ich hatte gerade niemanden, mit dem ich mich jetzt treffen würde. Plötzlich hörte ich, wie sich neben mir jemand räusperte. Zuerst dachte ich, es wäre Tom, aber es war nur der Lehrer. Tom war anscheinend schon längst weg. Bestimmt hatte er schon Freunde gefunden. Diesen Gedanken schlug ich mir aber wieder sofort auf dem Kopf, da das innerhalb von zwei Stunden nicht möglich war. Anderseits sah er schon gut aus. Ich drehte mich jedenfalls um und nahm dann meinen Rucksack. » Können wir kurz reden, Ms. Jones? « Ich nickte und er setzte sich neben mich. » Was ist an meinen Vorlesungen so langweilig? « Ich verstand nicht ganz, was er meinte. Bekam ich jetzt einen Anschiss oder was war los? Er setze fort, ohne mich überhaupt antworten zu lassen. » Wieso haben so viele meinen Kurs in letzter Zeit abgewählt? Ich versteh´ das alles nicht. « Er senkte seinen Kopf und ich legte meine Hand auf seine Schulter. Ich wusste zwar nicht, ob es das Richtige war, aber für ganz so schlimm empfand ich es auch nicht. Dachte ich zu mindestens… Der Lehrer war bestimmt erst fünfundzwanzig oder jünger und sah sehr gut aus. Er erhob einen Kopf und blickte mir schnurstracks in die Augen. » Ich mag dich wirklich sehr gerne, Aimee! « Ich stockte kurz. » Sie sind mein Lehrer! « » Und nur drei Jahre älter als du! « Okay, jetzt machte er mir Angst. Ehe ich mich versah, küsste er mich auch schon. Hatte er denn keine Ahnung, dass ich das gar nicht wollte! Ich schubste ihn etwas zurück, rieb mir meine Lippen am Ärmel, meines Pullovers ab und starrte ihn zornig an. Ich hörte Schritte und sah, wie jemand meinen Lehrer, der übrigens Alex Black hieß, wegzog. Es war Tom. Ich wusste nicht warum, aber ich war so froh ihn zu sehen. Was nur passiert wäre, wenn er nicht gekommen wäre? » Ich habe das Gefühl, dass sie nicht geküsst werden wollte! « » Wer sind sie? « » Ihr Freund und ich glaube nicht, dass mich das glücklich macht, zu sehen, wie meine Freundin von ihrem Lehrer abgeknutscht wird! Ich glaube, sie sollten jetzt gehen! « » Das hier ist mein Vorleseraum und da entscheide ich, wer kommt und geht! « » Na dann gehen wir halt. Aber glauben sie mir, dass hier wird noch ein Nachspiel haben! « Tom zog mich energisch an meinem Handgelenk aus dem Raum und ich musste ihn einfach fragen, was das sollte und warum er überhaupt noch da war. » Warum warst du noch einmal im Vorleseraum? « » Hab mein Mäppchen vergessen! « » Da lag gar kein Mäppchen! « Warum log er mich an? » Okay… « Er machte eine lange Pause und sprach dann weiter. » Ich hatte irgendwie ein ungutes Gefühl, weil du einfach nicht mehr aus dem Raum kamst! « » Du hattest auf mich gewartet? « » Ich hatte ja keine andere Wahl. Hab hier ja noch keine Freunde, oder so. « » Und noch was… « Ich zögerte kurz. » … warum hast du gesagt, dass wir zusammen wären? « Jetzt war ich derbe auf seine Antwort gespannt. » Ist nur so glaubwürdig herübergekommen und mir ist nichts Besseres eingefallen, mit dem ich Mr. Black hätte Angst machen können! « Okay, das klang nicht wie gelogen. » Ach so « Was er wohl über mich dachte? » Ich hab da mal ne` Frage! «, sagte Tom. » Schieß los! « » Du kennst nicht zufällig jemanden, der ein Zimmer sucht, beziehungsweise mein freies Zimmer belegen würde, oder? Ich suche nämlich einen WG-Mitbewohner oder eine WG-Mitbewohnerin. Nur leider hatten alle die es eigentlich auf die Wohnung abgesehen hatten abgesagt und weitere Absagen kann ich nicht mehr dulden. Ich brauche jemanden, der ein Zimmer sucht, es dringend braucht und sofort nehmen würde. Und nicht nur vielleicht! Kennst du da jemanden? « Jemanden, der ein freies Zimmer braucht? Tom braucht einen Mitbewohner? Ich kannte da jemanden und zwar mich! Ich brauch unbedingt meine eigene Wohnung oder eher gesagt, mein eigenes Zimmer. Mein eigenes Reich. Ich konnte schließlich nicht ewig bei meiner Schwester Mia leben. Ich grinste ein wenig, worauf Tom sofort nachhakte. » Und wen? « » Mich! « » Du brauchst ein Zimmer? Du willst meine Mitbewohnerin werden? Ernsthaft? Ich hätte jetzt eigentlich mit jemand anders gerechnet. « Ich boxte ihm leicht gegen die Schulter, da ich wusste, dass das sarkastisch gemeint war. » Okay! Ich erwarte dich dann um siebzehn Uhr vor meiner Haustür! « Ich nickte zu vor kommend, notierte dann noch schnell seine Adresse und Handynummer und machte mich anschließend zur nächsten Vorlesung. Bitte lass das Zimmer kein Reinfall sein!

    4
    ~ AIMEE´S SICHT ~


    Ich war auf dem Weg zu Tom und der scheiß Bus hatte Verspätung. Ruhig, dachte ich. Hoffentlich lehnt er meinen Besuch nicht ab. Oder jemand anderes hatte sich schon gemeldet und ich bin dann zu spät. O Bus, wo bist du? Ich hatte nämlich nur noch dreizehn Minuten zur Besichtigung und noch ein gutes Stück bis dorthin. Mein Handy vibrierte und ich nahm es aus meiner Jackentasche. Eine Nachricht von Tom.

    » Ich will keine Absage Bubbles! Verstanden? Warte auf dich! «


    Schonwieder dieser komische Spitzname. Aber egal. Ich schrieb ihm, dass ich etwas später kommen würde und schob schnurstracks mein Handy in die Jackentasche. Ich schloss den Reisverschluss und klemmte mir dabei meine zarten Finger ein. » Autsch! « Ich zuckte zusammen und pustete, damit die Schmerzen möglichst leicht verschwinden sollten. Nach acht Minuten kam dann der Bus und ich stieg ein. Ich nahm Platz und schaute noch einmal auf mein Smartphone. Keine neuen Nachrichten. Wenigstens hat Tom die Nachricht gelesen. Dann weiß er ja Bescheid!


    ~ kurzer Zeitsprung ~

    Ich stand nun vor der Tür und starrte misstrauisch auf das Klingelschild. Jetzt gab es kein Zurück mehr! Ich presste meine Lippen fest aufeinander, atmete tief ein und rückte mit meinem Zeigefinger auf die Klingel. Als ich wartete, ließ ich dir angenehme Sommerluft durch meine Lungen strömen. Kurze Zeit später ertönte das summen des Türöffners und die Tür ging auf. Ich öffnete noch einmal die Nachricht, in der mir Tom geschrieben hatte, auf welcher Seite und in welchem Stock sich seine Wohnung befand. » Dritter Stock auf der rechten Seite «, murmelte ich vor mich hin und rannte die Treppen wie im Fluge nach oben. Angekommen, stand Tom bereits am Türrahmen und betrachtete mich. Ich war ein wenig außer Atmen, weil ich erstens so was von nervös war und zweitens, weil ich mich beeilt hatte. » Kann es losgehen? « » Klar « Ich lächelte ihn an und betrat dann die Wohnung. Das Erste, was ich bemerkte war der Geruch, der in der Wohnung lag. Es war Toms Geruch… Ich zog mir meine Schuhe aus und stellte sie akkurat neben seine Schuhe. Ich wollte schon gleich am Anfang einen guten Eindruck machen. Nun ja, das erste Zimmer, wohin er mich führte, war das Wohnzimmer. Ein riesiges beige-farbiges Sofa in U-Form, auf dem etliche Kissen drapiert waren, stand in der Mitte des Raumes. Schräg dahinter war eine breite Fensterfront, hinter der ich einen Balkon erahnte. Rechts davon gab es eine offene Küche mit Stehtresen und einer großen Arbeitsfläche. » Also hier ist das Bad «, sagte Tom, während wir durch das Wohnzimmer liefen. Er machte eine Handbewegung in Richtung einer halb offenen Tür und ich erhaschte einen Blick auf hellblaue Fliesen und einer großen Badewanne, die auch gleichzeitig als Dusche genutzt werden konnte, bevor wir vor der letzten Tür zum Stehen kamen. Wir gingen einige Treppenstufen hinauf und Tom zeigte mit seinem blanken Finger auf die Tür. » Hier ist es, aber mach dir keine allzu großen Hoffnungen. Es ist nicht sehr groß, aber trotzdem besser als gar nichts! « Er drückte die Türklinke hinunter und ich betrat den Raum. Das Zimmer war wie gesagt tatsächlich klein. Höchstens dreizehn Quadratmeter. Man sah dem Raum an, dass niemand darin wohnte. Trotz Größe, fand ich das Zimmer sehr schön. Klein aber fein. So wie es meine Mutter immer sagte. Bei diesem Gedanken musste ich schmunzeln. Tom räusperte sich, weshalb ich aus meiner Trance gerissen wurde. Ich schüttelte meinen Kopf und sah, wie Tom mir etwas zu nah kam. » An was denkst du gerade? « Er hatte malwieder sein dreckiges Grinsen aufgesetzt. » An meine Mutter. « » Und du hast dir wirklich nicht vorgestellt, wie wir hier zusammen in meinem Bett liegen? « Er grinste immer noch und ich sah ihn anekelnd an. » Nein Tom! Hör auf mit deinen perversen Gedanken, sonst zieh ich hier nicht ein! « Er schien geschockt zu sein, als ich das sagte und wich einen Schritt zurück. » Bitte mach das nicht! Ich brauche die Kohle! « » Dann lass mich in Ruhe! « Er seufzte und ging in die Küche. Ich überlegte ihm zu folgen, blieb dann doch schließlich im Zimmer. Bildlich stellte ich mir schon vor, wie ich es einrichten könnte. Dort würde mein Schlafsofa stehen, um Platzt zu sparen, dort mein Schreibtisch und an dieser Seite mein Regal. Ach ja und ganz viel Deko und farbenfrohe Bilder. Ich ging nun zu Tom und wartete, dass er mich beachtete. Ich stand am Türrahmen und hatte keine Lust mich neben ihn zu setzten, nachdem was gerade passiert war. » Ich nehme es! « Er drehte seinen Kopf in meine Richtung und nickte nur. » Wann möchtest du deine Möbel hier hinbringen? Morgen würde es bestimmt auch schon klappen. « » Mir ist eigentlich egal wann. Wir können das Ganze auch am Wochenende machen. Da haben wir dann auch mehr Zeit! « » Dann lass und das mit deiner Einrichtung am Samstag machen. « Er lächelte mich an und ich lächelte zurück. Ich mochte es, wenn er so gute Laune verbreitete. Er stand anschließend auf und begleitete mich zur Tür. Ich zog mir meine Schuhe an, verabschiedete mich und verließ dann das Haus.

    5
    ~ LISA´S SICHT ~


    » Juhuuu «, schrie ich durch meine Wohnung. Ich hatte mich bei einer Putzfirma beworben, um auf andere Gedanken zu kommen und nebenbei noch etwas Geld zu verdienen. Anfangs hätte ich eigentlich nicht gedacht, dass mir das Putzen mal Spaß machen würde. Aber so war es. Und das lag an Timo, meinem neuen Putz-Kollegen. Als der liebe Gott nämlich einst die gute Laune verteilt hat, stand Timo ziemlich weit vorn in der Schlange. Direkt hinter den Streifenhörnchen, zumindest behauptete er das. Und gute Laune steckt ja bekanntlich an. Wenn Timo morgens mit blitzenden Augen in dem schlumpfblauen Overall vor mir stand, den wir bei der Arbeit trugen, musste ich ihn einfach anlächeln, obwohl ich immer noch traurig wegen Nicki war. Denn Timo sah ein bisschen aus wie ein Streifenhörnchen. Irgendwas war mit den blonden Strähnen schiefgegangen, die ihm ein Freund auf einer Party spontan im Rausch gemacht hatte. Aber egal, es passt zu ihm. In der Frühstückspause erzählte er mir gleich am ersten Tag, dass er in einer Beziehung mit einem Typ namens Leon lebte. Schon komisch, oder? Die nettesten, klügsten, witzigsten Jungs interessieren sich nie für das andere Geschlecht. Darüber sollte mal eine Frau nachdenken. Timo studierte BWL und wollte eine Firma gründen. Deswegen putze er auch. Er brauchte das Geld, aber auch das Knowhow für seine neuste Idee. Mit seinem neuerworbenen Putzwissen wollte er nämlich eine Reinigungsfirma gründen, von Studenten für Studenten. Wenn sich in einer WG vier oder fünf Leute den Stundenlohn einer Reinigungskraft teilen, dann sei das für keinen mehr viel Geld, sagte er. Für weniger, als Zigarettenpäckchen kostete, konnte man sich also nervige WG-Diskussionen ersparen. Und andere Kommilitonen ( Person, die gleichzeitig mit einer bestimmten anderen Person [an derselben Hochschule] studiert ) seien froh über das Geld, meinte er. Ein ebenso einfaches geniales Firmenkonzept. Timo war aber zum Glück nicht immer aufgedreht und lustig. Er konnte auch ganz ernst sein. Wir putzen nachmittags in unserer alten Schule, also in Aimees und meiner. Ein seltsames Gefühl. Am schwarzen Brett der Kursstufe hingen noch immer die Fotos von unserer Seoulfahrt im Frühling. Und als ich das von Nicki und mir am Brunnen sah, musste ich weinen. Nicki kommt ja auch aus Süd Korea. Ich konnte nicht anders, mir kamen einfach die Tränen. Timo merkte das, machte aber keine große Sache daraus. Er stellte sich wie zufällig neben mich, legte locker den Arm um mich und sagte, dass Nicki schon ein wirklich ansehnliches Exemplar von Koreanischem Mann sei, aber leider wulstige Ohrknorpel habe. Und die seien nun mal nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ein Anzeichen für ein übergroßes Selbstwertgefühl und emotionale Ignoranz. Nicki könne nichts dafür, aber von solchen Typen solle man sich lieber fernhalten. Ich zumindest. Ich sei nämlich ein so tolles Mädchen, dass ich mich auf gar keinen Fall an ein Wurstknorpelohr verschwenden dürfte. Ich starrte Nickis Ohren an und fand plötzlich auch, dass die ein bisschen wulstig und knorpelig aussahen. Timo drückte mich noch einmal ganz fest, und dann putzen wir weiter, als sei nichts gewesen, beide beschallt von lauten Beats aus unseren Kopfhörern. Als ich später noch mal mit gefüllten Mülltüten am Schwarzen Brett vorbeikam, habe ich das Foto einfach abgenommen. Ich habe es zerrissen und mit dem anderen Müll entsorgt. Tschüss, Wulstknorpelohr. Wir gern hätte ich jetzt Aimee von diesem Moment erzählt. Er war wichtig, das spürte ich. Aber Aimee war in eine andere Welt abgetaucht, und es gab keine Verbindung mehr zwischen uns. Ich wusste nicht, wie es ihr ging, und sie hatte keine Ahnung, was ich erlebte. Komisch, dass man so etwas durch eine einfache Unterschrift auf einen Vertrag bewirken kann.

    6
    ~ AIMEE´S SICHT ~


    ~ Am Samstagnachmittag ~

    Ich war fix und fertig. Den ganzen Tag verbrachten Tom und ich damit, mein Zimmer einzurichten. Trotz der ganzen Schufterei zuvor, hatte es sich wirklich gelohnt. Am Tag zuvor hatte ich ein wenig Farbe und zusätzliche Deko gekauft. Nun war alles fertig. Im hinteren Bereich des Raumes, dienre mir eine Couch zum Schlafen. Überall hingen Bilder von mir und etwas weiter vorne fand mein Schreibtisch seinen Platz. Daneben stand ein Regal, mit all meinen Büchern und restlichen Unterlagen der Uni. Die Wand war in einem schlichten weis gehalten. Das war vorerst besser, als die beige Farbe, die zuvor daran haftete. Alles in einem war ich relativ zufrieden, mit dem, was Tom und ich heute schafften. Erschöpft ließen wir und auf die Couch im Wohnzimmer fallen. » Ich bin so fertig Aimee! « » Hmm… Aber ich hab` noch mehr Hunger. Du auch? « Bevor mit Tom antworten konnte, erledigte das bereits sein Magen, der nur ein lautes Knurren von sich gab. » Gilt das als Antwort? «, fragte er mich peinlich berührt. Ich nickte nur stumm und konnte mir kein Lachen verkneifen. Ehe ich mich versah, landete ein Kissen genau in meinem Gesicht. » Ey! «, kicherte ich, schnappte es mir und schleuderte es in das Gesicht von Tom, bevor ich mich in die Küche begab, um etwas zu Essen zu machen. Kurze Zeit später stand ich am Herd und tippte ungeduldig auf der Fläche herum, da ich darauf wartete, dass der Teig endlich »warm« werden sollte. Plötzlich schlingen sich zwei starke Arme um meine Taille und ich wurde fest an Tom gedrückt. Wer sonst hätte es sein können? Ich kniff leicht meine Augen zusammen, regte mich aber nicht. Nicht mal ein Ton kam aus mir heraus. » Du Aimee, wir haben doch bald Ferien und - » Was willst du? «, fragte ich ihn genervt. » Fass dich kurz! « » Also, ich hab vorhin mit meiner Mitter telefoniert…« Moment Mal, wann hat er denn das getan? Hatte ich gar nicht mitbekommen… Ups… »…und sie möchte mich immer, wenn ich bei ihr bin, mit irgendwelchen Mädels verkuppeln. Und ich es satt, also hatte ich ihr erzählt, dass ich schon eine Freundin habe! « » Und was hab ich jetzt damit zu tun? « Ich fühlte mich jetzt schon unwohl in dieser Situation und ahnte was kam. Mein Verdacht bestätigte sich. Leider. » Du musst meine Freundin spielen. Es sind auch nur zwei Wochen. « Ich riss Toms Arme weg, drehte mich ganz zu ihm um und starrte ihn fassungslos an. Ich sollte was tun? » Tom, du hast die doch nicht mehr alle! Sag bitte, dass du mich hier gerade verarscht, oder? « Er seufzte. » Komm schon. Gratis Urlaub für dich! Tu es für mich. « » Ich hab wohl keine andere Wahl, was? « Er schüttelte den Kopf. Ich schnaufte durch. » Na gut. Aber wenn du mich irgendwie anfassen solltest und dies nicht in der Gegenwart deiner Elter, bring ich dich um! Verstanden! « » Ja, Sir! « Ich musste lachen und machte mich dann wieder ans Essen. Tom machte es sich schon mal in der Zwischenzeit am Esstisch gemütlich. » Sag mal Tomi, wo wohnen deine Eltern denn? « » In Amerika! « » Wie bitte? Warum leben die denn nicht in Deutschland? Ist das nicht ein bisschen weit weg? « » Beide leben in Amerika wegen ihrer Arbeit. « » Ach so, dann meintest du das also mit dem Urlaub Ernst, hm? « » Na klar. Sonst hätte ich das doch nicht gesagt, oder? Ein bisschen Sonne tanken und am Strand spazieren gehen. Oh und schwimmen gehen! « Freudig klatsche er in seine Hände. » Du bist so kindisch, weißt du das? « » Ach, sind wir nicht alle in unseren Herzen Kinder? « Ich schüttelte meinen Kopf und stellte die noch heiß dampfenden Pfannkuchen auf den Tisch. » Greif zu Tomi! « » Hör auf mich so zu nennen! Das hört sich ja an, als wäre ich ein kleines Kind! « » Hast du eben nicht gerade gesagt, dass wir doch alle noch Kinder sind? « Ich grinste leicht triumphierend und verschränkte meine Arme vor dem Körper. » Hmpf « Ich lachte und stopfte mir ein Stück Pfannkuchen in den Mund. » Und wann genau müssen wir dort sein? «, nuschelte ich mit vollem Mund. » In genau zwei Wochen! « » Aha, klasse. «


    ~ kurzer Zeitsprung ~

    Vollgefressen, ließ ich mich auf die Couch fallen und schrieb meiner Mutter eine WhatsApp, damit sie Bescheid wusste, dass ich mich in zwei Wochen nach Amerika hinbegeben werde. Nachdem mich meine Mutter warum auch immer anrief, erzählte ich ihr noch einmal alles mit dem Umzug und mit Tom. Nur den Teil mit der gesuchten Freundin und seinen Eltern, ließ ich aus. Das war besser so. Vorerst! Tom stellte sich vor mich und schaute mich lange an. » Jetzt auch noch Stress mit deiner Mutter? « » Ne, ne, da ist alles gut. Ich geh jetzt duschen. « » Darf ich mitkommen? « Sofort stieg mir die Röte ins Gesicht. » N- Nein! «, stotterte ich. » Warum so nervös? Bin ich dran` schuld? « Er grinste frech. Tief im Inneren wusste ich, dass das nicht stimmte. Er machte mich sowas von nervös. » Lass wenigstens die Tür offen! «, hörte ich ihn noch im Treppenhochgehen hinterherrufen. » Das hättest du wohl gerne! «

    7

    ~ LISA´S SICHT ~


    An dem Abend, als Aimee bei mir anrief, war ich gerade mit Timo in einem Open-Air-Kino gewesen. Wir hatten einen uralten Schwarzweißfilm gesehen, liefen mit merkwürdigen zackigen Bewegungen Richtung U-Bahn und sprachen mit bebenden Stimmen und rollendem R, so wie das die Schauspieler in dem Film getan hatten. Das hatte was. Ich sah eine fremde Nummer auf dem Display meines Smartphones, dachte, jemand hätte sich verwählt, und meldete mich mit Schwarzweißfilm-Timbre: » Gebäudereinigung Blitz und Blank. Sie machen den Drrreck, wir machen ihn weg. Was kann ich für sie tun? « » Lisa? «, fragte Aimee. » Alles okay bei dir? « » Alles sauberrr! «, schmetterte ich. » Mööönsch Lisilein, du klingst ja wieder lebendig! Gar nicht mehr wie Plumpi! « » Wie wer? « » Ach, egal. Erzähl lieber, was los ist! «, forderte ich Aimee auf. Mir war erst auch klar, dass die damit indirekt auf Nicki fragte. Bestimmt glaubte sie, meine Fröhlichkeit würde mit ihm zusammenhängen. » Nichts ist los! Was machstn` gerade so? «, fragte sie mich. » Was ich gerade mache. Ich war gerade nur mit Timo im Kino, und der Film war gut. « » Der Film «, sagte Aimee. » Ja. « » Und dieser Timo immer noch bei dir? « » Ja. « » Aha. « » Nix aha. Wir sind Freunde. « Und dann wandte ich mich ab und flüsterte in den Hörer: » Er lebt mit einem Jungen namens Leon zusammen. « » Oh «, sagte Aimee. » Na, dann ist zwischen euch wenigsten alles klar. Freunde sind sowieso viel wichtiger als Lover. « » Was ist los Ai? Du klingst so komisch. Wolltest du mir nicht was erzählen? « » Nö, ich hab mir nur einen Schnupfen geholt. «, sagte Aimee, aber ich merkte, dass das nicht alles war. Ich hörte es an ihrer Stimme. Sie klang gestresst. » Da ist doch noch was «, stellte ich fest. » Ach, ich bin irgendwie … verwirrt. « » Verwirrt? « Aimee schnaubte. » Alles ist so … unübersichtlich. « » Unübersichtlich? « » Ich weiß überhaupt nicht mehr, was ich denken soll. « » Du weißt überhaupt nicht mehr, was du denken sollst? Dann ist es ernst! «, sagte ich. » Sag mal Lisachen, hast du was getrunken? « » Nur ein bisschen, warum? « » Weil du alles wiederholst, was ich sage, und durch die Betonung eine Frage daraus machst. « » Ich wiederhohl alles, was du sagst? Und mach eine Frage daraus? « » Lisa! « » Tschuldigung. « » Außerdem sprichst du komisch. Du rollst das R und deine Stimme bebt merkwürdig. « » Meine Stimme bebt? « » Du Lisa, lass uns ein andern mal telefonieren, okay? « » Nee, Aimee. Ich reiß mich jetzt auch zusammen. Erklär mir doch bitte, was los ist. Ich hab auch Zeit. Wirklich. « » Wenn ich´s dir erklären könnte, dann wäre ich ja jetzt schon einen Schritt weiter! «, sagte Aimee. » Vielleicht muss ich einfach nur schlafen. Ich bin ein bisschen müde und krank. « » Ja, ich glaube, das solltest du tun «, sagte ich und verabschiedete mich voll Sorge.




    8
    ~ AIMEE´S SICHT ~


    Endlich war es soweit. Einerseits freute ich mich ja, denn ich hatte kostenlos Urlaub. Andererseits hatte ich Angst und war nervös vor dem was mir bevor stand. Was ist, wenn ich wirklich Gefühle für Tom entwickeln könnte? Was wäre dann? Ich versuchte den Kopf klar zu bekommen und ging mit meinem Koffer Richtung Tür. Dort wartete bereits das Taxi auf uns. »Tom! Das Taxi ist daaa! « »Ich komme schon«, rief er mir entgegen bevor auch er aus dem Gebäude trat. Der Fahrer nahm unser Gepäck entgegen und verstaute es im Kofferraum. Währenddessen stiegen ich und Tom in den Wagen. Nervös schaute ich aus dem Fenster und bemerkte gar nicht, wie Toms Hand auf meiner ruhte. Ich drehte meinen Kopf in seine Richtung. Keine Ahnung ob ich es mir nur ein bildete, aber ich hatte das Gefühl als wäre er mir näher gekommen. Wir Städten uns einfach an. Ich schaute ihm in die Augen. In seine schönen Augen. Es fühlte sich so an, als wäre die Zeit stehen geblieben. Das Öffnen der Tür katapultierte mich zurück in die Realität und ich räusperte mich ehe ich wieder aus dem Fenster sah. Seine Hand ruhte trotzdem weiterhin auf meiner. » Du brauchst nicht nervös zu sein«, flüsterte er mir zu. Jedoch brachte ich nur ein Nicken hervor. Ich hatte keine Ahnung was das gerade war beziehungsweise ist, aber ich hatte nicht vor mich in Tom zu verlieben. Es war nur ein Gefallen unter Freunden. Genau! Wir waren nur Freunde und nicht mehr. Wenn man das hier überhaupt Freunde nennen konnte...
    Während der Fahrt war es relativ still und man konnte nur Nachrichten aus dem Radio hören. Schließlich kamen wir dann am Flughafen an und nahmen unser Gepäck vom Fahrer entgegen.

    ~Zeitsprung während dem Flug~

    Gerade saßen ich und Tom im Flugzeug auf unseren Plätzen. Tom bestand darauf beim Fenster zu sitzen und ich über ließ es ihm. Mir machte es nichts aus, denn ich hatte Höhenangst und somit kein Problem nicht aus dem Fenster schauen zu können. Gleich würde das Flugzeug los fliegen und ich bemerkte das Ziehen in meinem Bauch. Ich hatte wirklich große Angst. Eigentlich hasste ich es im Flugzeug zu fliegen. Wie oft hörte man, dass ein Flugzeug abgestürzt sei und es etliche Tote gab? Zugegeben: Ich hatte ehrlich gesagt Höhenangst und Angst davor, das Flugzeug würde abstürzen. Anscheinend bemerkte Tom, dass ich nervös war und Angst hatte, denn er nahm meine Hände in seine und drückte diese kurz, worauf ich ihn leicht an lächelte. »Du brauchst keine Angst zu haben, ich bin ja bei dir. « »Das wird mir aber auch nichts bringen, wenn wir abstürzen«, murmelte ich leise vor mich hin.
    »Ich weiß, aber ich denke nicht, dass es zu einem Absturz kommen wird. Bis jetzt ist der Flieger in dem ich saß noch nie abgestürzt. « Er hat mich gehört? Shit. Wie peinlich war das denn?
    »Schlaf ein bisschen oder entspann ein wenig. Willst du vielleicht etwas Musik hören? « » Musik klingt gut. « Er nahm sein Handy sowie seine Kopfhörer aus der Hosentasche, steckte sie ein und überreichte mir einen der Kopfhörer. »Egal welche Musik?« Ich nickte. "Mach deine Augen zu, vielleicht hilft dir die Musik beim Einschlafen." Ich schloss meine Augen und lehnte mich mit dem Kopf an Toms Schulter. Kurze Zeit später fiel ich in einen tiefen Schlaf. Womit habe ich dich nur verdient Tom?



    Durch ein Rütteln an meiner Schulter wurde ich wach. Ganz langsam öffnete ich meine Augen und gähnte einmal. » Aufwachen Prinzessin. Wir sind da. « Ich gab nur ein nicken von mir und verließ anschließend zusammen mit Tom das Flugzeug.
    Mit unserem Gepäck in der Hand machten wir uns auf den Weg nach draußen und besorgten ein Taxi. Kurze Zeit später traf das Taxi ein und wir fuhren zu Toms Eltern. Ich hatte Angst. Was wenn heraus kommen würde, dass das alles nur gespielt ist? Was wenn sie mich nicht mögen? Obwohl, dass konnte mir ja eigentlich egal sein, ich bin ja nicht seine richtige Freundin. Auch wenn ich das gerne wär- Moment mal! Genug jetzt!
    Nach einer 30 minütigen Fahrt kamen wir an einem großen Haus an. Es gab einen Garten sowie einen Pool und wie versprochen auch einen Strand, den ich schon während der Hinfahrt entdecken konnte. Es war hier wirklich schon. Tom klingelte einmal und man konnte Schritte von drinnen wahrnehmen. Er nahm meine Hand in seine und drückte sie einmal bevor er mir zu flüsterte, dass ich mir keine Sorgen machen müsste. Seine Eltern wären angeblich sehr nett und so…
    Uns machte eine etwas kleinere Frau die Tür auf. Sie sah sehr nett aus. Sie begrüßte mich und Tom mit einer Umarmung und bat uns herein. Tom ging schon mal mit seiner Mutter in Richtung, ich vermute mal, Wohnzimmer, während ich im Flur wie bestellt und nicht abgeholt da stand. Anscheinend bemerkte dies Tom, denn er nickte mir mit dem Kopf zu und streckte seinen Arm aus. Ich ging auf ihn zu, nahm seine Hand und wir folgten seiner Mutter in das Wohnzimmer, wo wir uns auf eine U-förmige Couch zu seinem Vater gesellten. Er schloss seinen Sohn in eine innige Umarmung und schüttelte mir einmal seine Hand.
    »Habt ihr Hunger oder wollt ihr etwas zum Trinken? «, fragte uns anschließend seine Mutter namens Maria. Ich schüttelte meinen Kopf und verneinte dankend. »Wir würden gerne unsere Koffer ausräumen und dann zum Strand gehen, wenn das okay für dich ist Mama. « » Natürlich mein Schatz. Seid spätestens gegen acht oder neun wieder hier, dann gibt es Abendessen. « Tom stand also auf, reichte mir seine Hand und gemeinsam stiegen wir mit unseren Koffern die Treppen hinauf. Als wir in unserem Zimmer ankamen, riss ich geschockt die Augen auf. »Ein Ehebett? Wir sollen da drinnen zusammen und nebeneinander schlafen? « »Natürlich. Was denkst du denn? Wir sind doch ein Paar. « »Ich werde da drinnen auf gar keinen Fall schlafen. « »Wir suchen später für eine Lösung. Jetzt pack deinen Bikini aus und dann Abmarsch zum Strand! «
    »Hmm«, gab ich nur genervt von mir und öffnete meinen Koffer, aus dem ich dann meinen schwarzen Bikini fischte. »Wo ist das Bad? « »Du kannst dich auch gerne hier umziehen«, dabei wackelte er mit seinen Augenbrauen. Angewidert sah ich ihn an. » Nein danke. Also wo ist das Bad. « » Ganz hinten im Gang.« Ich machte mich also mit dem Bikini in der Hand auf den Weg zum Bad. Dort zog ich mich um und ging dann zurück ins Zimmer. Ich dummes Ding kam aber natürlich nicht auf die Idee anzuklopfen und so fand ich einen Nackten Tom vor mir. Peinlich berührt zog ich die Tür sofort wieder zu. Ich merkte wie meine Wangen gerade glühten.
    Nach weniger als zwei Minuten öffnete Tom die Tür und ich entschuldigte mich bestimmt zehn Mal für das herein platzen. Er konnte sich natürlich kein Lachen verkneifen. Und so machten wir uns dann auf den Weg zum Strand...
    Mit unseren Decken und Handtüchern bepackt liefen wir quer über den Strand, auf der Suche nach einem schattigen Platz. Meine Beine taten schon weh und meine Füße verbrannte ich mir an dem heißen Sand. Also konnte man das, was ich da tat schon nicht mehr als gehen, sondern als hüpfen bezeichnen. Als ich dann aus der Ferne einen freien Platz gefunden hatte, sprintete ich auch schon los. Tom lief mir hinter her, nachdem ich es ihm befohlen hatte. Angekommen breitete ich meine Decke aus und machte es mir gemütlich. Doch daraus sollte nichts werden. »Ey! Du fauler Lappen. Wir wollten schwimmen gehen. « Genervt gab ich nur ein Brummen von mir, ehe ich in Zeitlupe aufstand, um Tom ein wenig zu ärgern. »Das dauert mir alles hier zu lange! « Zuerst dachte ich, ich hätte das erreicht was ich wollte: Tom ging ohne mich ins Wasser. Doch damit lag ich komplett falsch. Ich endete in seinen Armen.
    »Man Tom! Lass mich runter! « Ich boxte ihm einige Male gegen seine Brust, doch es brachte nichts und ich landete am Ende im kalten Wasser. Ich tauchte auf, strich mir die Haare aus dem Gesicht und blickte in einen, sich Bauch haltenden, Tom. Der konnte was erleben. Gerade wollte er das Wasser verlassen doch das ließ ich nicht zu. Ich schmiss mich auf ihn und riss nicht nur ihn, sondern auch mich ins Wasser. Hustend kam ich wieder hoch und spürte gleich eine Hand, die mir auf den Rücken klopfte. »Danke«, flüsterte ich. Danach bespritzten wir uns noch ein wenig mit Wasser und ich muss zugeben, mir machte das alles hier riesen Spaß.
    » Ich geh wieder zur Decke, kommst du mit? «
    » Ich wollte mir noch was zu trinken holen, willst du auch was? «
    » Vielleicht ein Wasser? «
    » Ja, bis gleich. «
    Ich machte mich also auf den Weg zu unserem Platz, von dem man übrigens auch eine sehr gute Sicht auf die 'Bar' hatte.
    Ich schnappte mir mein Handtuch und umwickelte mich damit, da mir etwas kalt wurde. Als ich zur Bar schaute, sah ich nur noch, wie Tom mit einem Mädchen redete. Sie flüstert ihm irgendetwas ins Ohr, was ihn zum Lachen brachte und augenblicklich wurde ich eifersüchtig. Er war mit mir hier. Vielleicht bin ich nur seine Ersatzfreundin, aber trotzdem sollte er vor meinen Augen nicht mit anderen Weibern flirten. Also bestimmt weiß er nicht, dass ich das hier gesehen habe, aber gleich wird er es wissen, wenn ich ihn darauf anspreche!
    Mit einem leicht verträumten Gesicht kam er wieder. Ich könnte kotzen. Allein schon wegen der Tatsache, dass sie ihn mit ihren Blicken regelrecht auffraß und weil er sich dann noch ein weiteres Mal umdrehte und ihr einmal zuzwinkerte und dann noch ein verführerisches Lächeln aufsetzte. Der war gleich sowas von tot! Mit meinem Wasser in der einen Hand und seinem Cocktail in der anderen gesellte er sich zu mir.
    » Hat's Spaß gemacht? «
    » Was meinst du? «
    » Ich bitte dich Tom. Du willst mir jetzt nicht ernsthaft erzählen, dass du mit der nicht geflirtet hast. « » Selbst wenn kann dir das doch sowas von am Arsch vorbei gehen. Schon vergessen? Wir sind nicht wirklich zusammen also komm mal runter.«
    Ich kochte vor Wut und beschloss spontan mein Wasser über ihn zu schütteln. Hatte zwar keine große Auswirkung auf ihn, da er noch ein wenig nass vom Schwimmen war, aber trotzdem sollte er damit gemerkt haben, dass er ein Arschloch gewesen ist.
    Schlussendlich ließ ich ihn alleine am Strand stehen, beziehungsweise sitzen und spazierte durch irgendeinen Park, der nahe vom Ferienhaus war. Die Ferien hatten ja schon unglaublich gut begonnen.

    ~~~

    Ich weiß nicht wie lange ich da auf einer Bank saß und so nach dachte, aber als ich dann irgendwann meinen Kopf hob und in den Himmel starrte, erblickte ich nichts außer Dunkelheit. Tom war ja ein toller Freund. Hätte mir ja wenigstens hinterher gehen können und sich entschuldigen. Aber nein, der Herr ist sich natürlich zu fein. Bin schon gespannt, welche Ausrede er sich für seine Eltern zu Recht gelegt hat. Bestimmt so etwas wie »Sie wollte noch ein wenig die Stadt erkunden. Wann hat sie dazu denn noch einmal die Chance? Vielleicht kommt sie nie wieder mehr hier hin. Und wozu hat man denn Google Maps? «
    Ich überlegte und kramte in meinem Kopf nach dem Weg, den ich einschlagen musste, um nach Hause zu kommen. Doch egal ob ich nach links und dann nach rechts oder nach rechts und dann nach links ging, ich kam immer wieder an der Bank an.
    Wo ist denn das blöde Handy, wenn man es mal braucht?
    Ich kramte in meiner Tasche herum und fand es schließlich in der hintersten Ecke.
    4 Prozent. Na dann muss es jetzt wohl schnell gehen.
    Ich scrollte durch die Kontaktliste und fand Tom relativ weit oben.
    Nach einigen Piep-Tönen erklang auch schon Toms Stimme.
    » Na du.«
    »Tom ich brauch deine Hil-
    »Wenn du das hier hören solltest, bin ich gerade höchstwahrscheinlich mit was Besserem beschäftigt. Hinterlass eine Nachricht nach dem Piep.«
    » Argh! Ich hasse diesen Kerl. «
    Ich erschrak als ich etwas hinter dem Busch rascheln und anschließend einen Ast knacksen hörte.
    » Ist da jemand? «, fragte ich verängstigt in die dunkle Nacht hinein.
    Irgendjemand trat aus dem Busch, jedoch konnte ich nicht allzu viel durch die Dunkelheit erkennen.
    » Brauchst du vielleicht Hilfe? «
    Wer verdammt noch einmal ist da?" » Keine Sorge, ich tu dir nichts. Ich bin übrigens Marc und wahrscheinlich dein Retter in Not. «
    Ich verdrehte meine Augen. Ein etwas zu eingebildete Junge, der dachte, er könne sich so an ein Mädchen ran machen.
    » Du könntest mir tatsächlich helfen. Weißt du zufällig wo die Pine Street
    ist? Ich bin heute das erste Mal hier und kenne mich nicht wirklich hier aus. Außerdem hat mich mein-
    Genau! Was waren Tom und ich eigentlich? Freunde? War es vielleicht doch eine einseitige Liebe meinerseits?
    » Jaaa? Nein? «
    Ich schüttelte meinen Kopf und fuhr fort.
    » Uhm..genau.. Ich und mein Freund haben uns gestritten. Das ist bis jetzt noch nie vorgekommen. «
    » Ah. Aber zu deiner Frage. Ich wohne in der Pine Street 17. Dann können wir ja zusammen gehen. «
    » Können wir gerne machen. «
    Und so machte ich mich mit Marc auf den Weg nach Hause.
    Nett war er auf alle Fälle. Wer weiß, vielleicht könnte aus uns ja mehr werden...

    9
    Aimee
    Kurze Zusammenfassung was bis hierhin passierte:
    Nun ja, Marc brachte mich jedenfalls nach Hause und ich war heilfroh, nicht mehr in dieser dunklen Nacht vom Nichts umgeben zu sitzen und dort herum zu kauern, um zu warten, dass sich Tom irgendwann doch noch auf die Suche begeben würde, um mich zu finden. Ich sagte einfach, dass ich mich nicht mehr ausgekannt hatte und dann durch Zufall an einer Weggabelung rauskam und mich von dort aus orientierte, da ich wusste wo das Strandhaus ungefähr lag. Immer in Richtung Strand. Eine bessere Ausrede fiel mir nicht ein, aber ich glaube sie war einfach genug, da sie es mir alle glaubwürdig und theatralisch abkauften. Nun denn, ich schritt die Treppen hoch und ging zu Bett. Tom schlief freiwillig, nachdem ich ihn tausend Mal anflehte, auf dem Boden. Am nächsten Tag sollten Tom und ich mit dem Zug zu seiner Schwester Sophie nach Minnesota fahren. Am Morgen packten wir dann unsere Koffer, da wir dort ganze fünf Tage bleiben sollten. Anschließend machten wir uns dann mit seinen Eltern auf den Weg dorthin.
    ~~
    Ein belebter Bahnhof voll geschäftiger Menschen, teils Urlauber, die versuchten, ihre Züge zu erreichen. Inmitten der Hektik und des Gedrängs polterten zwei große Koffer auf zwei schwer beladenen Gepäckkarren, die von zwei jungen Persönlichkeiten geschoben wurden. Tom und ich, gefolgt von seinen Eltern Maria und Viktor. »Oh Tom, du sagst es andauernd«, gab ich nur niedergeschlagen von mir. »Tom, jetzt lass mal gut sein«, klopfte ihm sein Vater auf die Schulter. »Ich hab nur gesagt, dass es wirklich nicht nötig ist, dass ihr uns mit zum Bahnhof begleitet. Nur weil wir meine Schwester besuchen wollen, also - Bevor er weiterreden konnte, wendete er sich durch meinen finsteren Blick ab, den ich ihm würdigte. »Ist ja schon gut« »Ihr schreibt uns doch auch einmal, oder?« Ich legte meinen Kopf schief und machte einen Schmollmund, kicherte jedoch ein wenig. »Jeden Tag, wenn du möchtest,«, zwinkerte mir Maria zu. »Nein! Nicht jeden Tag. Damals hattet ihr mir auch nur einmal im Monat von zu Hause aus geschrieben. Da war ich ein halbes Jahr bei Sophie! Ich will nicht…~« »Tom, wir hatten dir damals dreimal die Woche geschrieben.« »Wirklich? Hätte ich euch gar nicht zugetraut!« Daraufhin sah Viktor seinen Sohn vorwurfsvoll an. »Ja. Glaubt bloß nicht alles, was er euch über Sophie erzählt. Er nimmt einen gerne mal auf den Arm, vor allem mich.« » Können wir jetzt bitte gehen?«, schmunzelte Tom, nachdem er seine Eltern mitleidig ansah. Eine kurze Verabschiedung, mit einer innigen Umarmung und zack, schon schritten wir los – Gleis vier. »Ich bin ganz aufgeregt« »Wegen Sophie oder wegen mir? Falls du sie meinst, ach die is `ne nette.«, winkte er ab. »Aber falls du von mir sprichst, wär ich das auch«, lachte er, worauf ich ihn nur skeptisch ansah, schließlich aber mitlachte. Ich zog meinen lockerzusammengebunden Zopf etwas strammer, blickte auf und sah schon aus weiter Ferne den Zug in den Bahnhof einfahren. Dichter weißer Dampf quoll aus dem Schornstein und hüllte den Bahnsteig ein. Und auch an diesem Gleis herrschte viel Trubel. Wir gingen anschließend voll bepackt in den Zug, suchend nach einem freien Abteil. Im Waggon kam uns eine Imbiss-Frau entgegen, die ihren Wagen vor sich herschob. »Kleinigkeit vom Imbisswagon, meine Lieben? Snickers? Mars? Sonstige Schokoriegel oder eine heiße Schokolade?« Schon beim Ansehen kam mir das Verlangen näher und näher etwas davon zu nehmen, aber ich konnte mich noch so gerade eben zügeln. Tom dagegen gierte danach. Seine Pupillen wurden immer größer, seine Augen öffneten sich um Zentimeter. Ich musste ihm einen kleinen Ruck geben, um sich zu fangen. Er drehte sich um, worauf ich ihn ansprach: »Tommi, wir müssen uns konzentrieren« »Konzentrieren? Worauf?« »Wo ein freier Platz ist und das wir nicht sonst wo rauskommen! Meine Eltern hatten sich damals auch in ´nem Zug kennengelernt, weißt du…« »Also müssen wir uns jetzt entscheiden, wer unsere neuen Freunde fürs Leben sein sollen und gleichzeitig nach einem freien Platz suchen und versuchen in Minnesota - Hauptbahnhof auszusteigen? Wie furchtbar und anstrengend!« »Im Gegenteil, es ist spannend! Ich bin eine Jones und du bist ein Greier. Da liegt die Tendenz des Unterschieds meilenweit entfernt!« »Aha. Und wie finden wir jetzt heraus, in welches Abteil wir jetzt gehen? Ich meine, wir haben freie Platzwahl…« »Wir schauen uns um und treffen dann unsere Entscheidung.« » Toller Schlachtplan!«, seufzte Tom und zog das Gepäck mit sich. Daraufhin öffnete er eine Abteiltür und sah einen braunhaarigen Jungen, unseres Alters, in dem sonst leeren Abteil sitzen. »Hallo. Ist dieses Abteil…~« »Es ist frei. Ich bin allein hier« »Toll. Also könnten wir uns einfach mal – dazusetzen – für `ne Weile – wenn das für dich in Ordnung ist?« » Ja, klar. Hallo.« »Tom. Tommi. Ich bin – Ich heiße Tom.« »Hallo. David. Ich meine, ich bin David. Du bist Tom. Ich bin David. Und du bist dann sicher…« Meine Miene wurde mit jeder Sekunde eisiger und ich hasste diesen David jetzt schon. voll das Muttersöhnchen. Warum tue ich mir das hier eigentlich alles an? »Aimee«, sagte ich mit finsterer Stimme. »Hallo Aimee. Möchtest du vielleicht ein paar von meinen Lakritzstangen?« Was will ich? Sag mal, bin ich ein kleines Kind, was nach jeder Süßigkeit bettelt und darum fleht, es zu bekommen. Und wenn nicht, dann rastet das kleine Kind aus? Nein. Und außerdem hasse ich Lakritz! »Ich hab´ eben erst gefrühstückt, vielen Dank« In der Hoffnung, dass er seine Klappen halten könnte…~ Ach ich bin einfach ruhig. »Ich hab` auch noch ein paar Daims, Raffaellos und Gummischnecken. Was Mum`s Idee.« O Gott, rette mich. Jetzt fängt der auch noch zu singen. »Mit süßen Sachen, könntest du dir schnell Freunde machen.« David´s gesinge scheint ihm schlagartig peinlich. »He, dumme Idee, schätze ich.« »Ich nehme mir welche… Meine Mutter erlaubt mir keine Süßigkeiten. Sei ja schlecht für die Zähne und so. Aber mit welchen würdest du anfangen?«, freute sich Tom. Willkommen in der Irrenanstalt. Kann man Tom noch einmal in die erste Klasse zurück versetzten? Hallo, ist da jemand, der mich vielleicht retten kann? Marc? Unbemerkt von David versetze ich Tom einen Schlag. » Nichts leichter als das. Die Raffaellos sind für mich immer die Krönung jeder Süßigkeitentüte. Das sind Helle Schokoladen-Nuss-Kokos- Pralinen, bei denen mir immer ganz schnell warm ums Herz wird. »Genial, dann nehme ich mir welche von denen, da ich sie sowieso liebe.« Erneut verteilte ich ihm einen Schlag. »Aimee, hört du bitte auf mich zu schlagen?« »Ich schlag dich doch gar nicht« »Tust du wohl, und es tut weh!« David runzelte seine Stirn und machte in langes Gesicht. »Sie schlägt dich wegen mir« »Was?« »Ich hab` sie durchschaut. Sie reagiert auf alles eifersüchtig und kann es nicht gut ab, wenn man sie ignoriert, geschweige denn, liegenlässt. Habe ich recht?«, grinste er leicht triumphierend. Na warte David. Gleich wird dir das Lachen vergehen. »Ich kenne diese Äußerungen gut genug um zu verneinen, dass dies nicht der Wahrheit entspricht, sondern eine Lüge ist. Schon mal was von »Möge manche Leute nicht, die dir auf den Geist gehen« gehört? Du bist so einer, David!« Jetzt war ich derbe auf seine Antwort gespannt, da sein kleines Grinsen sofort verschwand. Nun schmunzelte ich triumphierend und war mir eindeutig sicher, dass es nun eins zu null für Aimee Jones stand und nicht für diesen idiotenhaften Spasti! »Schön und gut, aber können wir mal das Thema welchseln?«, plapperte plötzlich Tom dazwischen. »Ja, könnten wir. Und zwar wenn wir gehen. In ein anderes Abteil! Komm Tom!« Ich stand auf, wippte ungeduldig mit meinen Beinen hin und her und wartete darauf, dass Tom aus seinen scharfen Gedanken ausstieg und mir endlich folgen würde. »Nein« Er wendete sich tatsächlich meines Blickes ab. »Ich find´s gut hier. Geh du nur weiter…~« »Tom ich warte nicht auf dich!« »Das brauchst du auch nicht. Ich bleibe jedenfalls hier.« »Wie du willst!«, brummte ich und schmiss lauthals die Abteiltür hinter mir zu. »Danke« »Nein, nein. Ich bin nicht deinetwegen geblieben, sondern wegen der Süßigkeiten«, grinste Tom verschmitzt. »Die ist ja ziemlich taff!«, staunte David. »Tut mir leid. Das ist typisch Aimee. Sie hat ein hohes Temperament, aber wenn du sie näher kennst, so wie mich…~« »Ach, ihr seid ein Paar?« »Ja?. Kann du mich bitte ausreden lassen? Danke. Naja, aber wenn man sie näher kennt, ist sie die Fröhlichkeit und Güte in Person.« »Nein. Ich mag das. Was ist dir lieber? Tom oder Tommi?« David lachte. »Tom«, lachte nun auch Tom und schob sich noch eine Süßigkeit in den Mund. »Danke, dass du wegen meinen Süßigkeiten geblieben bist, Tom!«, lachte David. »Wow« Nun lachte auch Tom mit.

Kommentarfunktion ohne das RPG / FF / Quiz

Kommentare (2)

autorenew

vor 434 Tagen
Aber sonst geht es dir gut, oder?
vor 457 Tagen
Brauchen Sie dringend Geld? Wir können dir helfen!
Bist du durch die aktuelle Situation in Schwierigkeiten oder droht dir Ärger?
Auf diese Weise geben wir Ihnen die Möglichkeit, eine neue Entwicklung zu nehmen.
Als reiche Person fühle ich mich verpflichtet, Menschen zu helfen, die Schwierigkeiten haben, ihnen eine Chance zu geben. Jeder verdiente eine zweite Chance und da die Regierung scheitert, wird es von anderen kommen müssen.
Kein Betrag ist zu verrückt für uns und die Reife bestimmen wir einvernehmlich.
Keine Überraschungen, keine Extrakosten, sondern nur die vereinbarten Beträge und sonst nichts.
Warte nicht länger und kommentiere diesen Beitrag. Bitte geben Sie den Betrag an, den Sie ausleihen möchten und wir werden Sie mit allen Möglichkeiten kontaktieren. Kontaktieren Sie uns heute unter mullerdieter64@gmaiI.com

Brauchen Sie dringend Geld? Wir können dir helfen!