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Wolfeye - Projekt Wolf

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3 Kapitel - 4.352 Wörter - Erstellt von: - Aktualisiert am: - Entwickelt am: - 1.339 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Projekt Wolf – Der Regierung ist es möglich nach einer neuen Studie eine tödliche Waffe herzustellen.

Was man dazu braucht? Einen Jugendlichen zwischen 10 -20 Jahren, eine seltene Blutgruppe und ein Wolfsgen.

Diese neuartige Waffe lässt sich leicht herstellen und ist sehr effizient, doch wird hinter dieser ‚Waffe‘ nicht der Mensch vergessen?
Ein Mensch, gefangen im Körper einer Bestie, wilden Instinkten ausgeliefert, einer Welt aus Brutalität, Gewalt und Angst.

In dieser Welt ist Amber gefangen.

Gefangen als Halber Mensch sowie halbes Tier.

Gefangen als ein Werwolf.

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    ((big))1. Kapitel ((ebig)) Keuchend ziehe ich die kalte Morgenluft in meine brennenden Lungen. Wie von der Tarantel gestochen renne ich die asphaltier
    1. Kapitel

    Keuchend ziehe ich die kalte Morgenluft in meine brennenden Lungen. Wie von der Tarantel gestochen renne ich die asphaltierten Straßen entlang, zwischen den verschiedensten Wohnhäusern hindurch, einem noch weit entferntem Ziel hinterher.
    Mal wieder hatte ich, trotz gestelltem Wecker, verschlafen. Das war bei mir schon lange nichts neues mehr, denn ich hatte ein unglaubliches Talent dafür meinen Wecker zu verschlafen.

    Hoffentlich kann Anna den Busfahrer noch ein wenig hinhalten! Meine Muskeln schmerzen jetzt schon so, als wäre ich einen Marathon gelaufen und meine Hoffnung den Bus noch zu erwischen schwindet immer weiter.

    Der Geruch von ausgestoßenen Abgasen der Autos weht mir entgegen, sagt mir somit, dass die Hauptstraße nicht mehr weit entfernt ist. Ich kann das schaffen!
    Die Haltestelle ist nicht mehr weit, vielleicht ist der Bus ja noch gar nicht da… Mit schmerzendem Kopf, sowie höllischem Seitenstechen stolpere ich schließlich dem Bus Haus entgegen.


    Schon von weitem kann ich das Scheinwerferlicht eines großen Autos, in diesem Fall des Busses, erkennen. Keuchend schaffe ich es gerade noch rechtzeitig den Busfahrer vom Schließen der Türen abzuhalten.
    Der dicke Mann, mit dem blau kariertem Hemd, sowie dem Ungepflegtem Bart und der Halbglatze schaut mit hochgezogenen Augenbrauen und einem undefinierbarem Blick an.

    Schwer Atmend halte ich mir meine linke Seite, die sich anfühlt als würde man mit einem Messer immer und immer wieder hineinstechen.
    Entschuldigend Lächle ich den Fahrer an, ehe ich mich zwischen den Sitzreihen durch bewege.
    OH MEIN GOTT ich hab es geschafft! Herr Siegel kann mir also nicht an den Kragen gehen haha!

    Relativ weit hinten, lasse ich mich mit einem „Uff“ neben meiner Freundin Anna nieder, die mich mit ihren eisblauen Augen erschrocken mustert. „Wie siehst du denn aus Amber?“, ruft sie geschockt aus. „Ich wollte schon morgen Sport machen weißt du.“, erwidere ich sarkastisch, ehe ich aus meiner Tasche Handy und Kopfhörer fische. „Haha, Frau Müller wäre stolz auf deinen sportlichen Einsatz!“, lacht Anna. „Mhm“ Mache ich nur, stecke dann meine Kopfhörer an und lasse den lauten Bass des Liedes alles andere ausblenden.


    Grinsend steigen ich und Anna eine halbe Stunde später aus dem überfülltem Gefährt. „Und er hat dir wirklich seine Nummer gegeben?“ Hinterfrage ich Annas Erzählung noch einmal ungläubig. „Na klar, ich krieg halt alle rum!“, lacht meine Freundin.

    Das stimmt, es gibt kaum eine Zeit in der Anna keinen Verehrer hat, denn mit den eisblauen Augen, der reinen, hellen Haut und den langen hellblonden Haaren, war das aber auch kein Wunder.

    Bei mir sieht das schon etwas anders aus, denn mit meinen straßenköterblonden Haaren, der runden Brille sowie meiner mickrigen Körpergröße ist das auch nicht verwunderlich. Das komischste an mir ist aber meine Augenfarbe.
    Meine Augen sind ganz hell braun, fast gelb. Meine Freunde meinen ich hätte ‚Wolfsaugen`.

    „Erde an Amber!“ Aufgeschreckt schaue ich zu meiner Freundin rüber. „Ähm was?“ Entschuldigend schaue ich zu ihr rüber. „Ich hab dich gerade gefragt, ob du weißt was das für komische Leute da drüben sind.“ Verwirrt sehe ich mich um, nicht damit rechnend irgendwas Komisches zu sehen, doch kann ich auf dem Lehrerparkplatz ein paar Leute in Anzügen und mit schwarzen Koffern erkennen.

    „Oh mein Gott, die sehen ja aus wie die Mann in Black!“, staune ich und kann dabei gar nicht aufhören die Leute anzustarren. „Aber sowas von! Und schau mal die geilen Autos! Die können sich ja coolere Autos als Herr Rippl leisten!“, stimmt mir meine Freundin zu und deutet auf die teuren Markenautos die den Parkplatz nun säumen.

    Da verschwindet Herr Rippl Tesla ja zwischen den ganzen Porsche und Audis! „Was meinst du wollen die hier? Wohl kaum die Brandschutz Vorlagen prüfen oder?“, frage ich Anna zweifelnd. „Keine Ahnung, vielleicht parken die ja bloß hier oder so.“, antwortet sie mir noch, ehe sie durch eine Tür im Schulgebäude verschwindet. Grübelnd folge ich ihr, will ich doch nicht den Unterrichtsbeginn verpassen.



    „Guten Morgen.“ Seufzend schiebe ich meinen Stuhl zurück und stelle mich neben meine schwarzhaarige Freundin Celine. „Guten Morgen Herr Siegel.“ Schallt es von der 28-Köpfigen Klasse zurück zu dem erwartenden Lehrer. Wie ich diese Begrüßungen hasse, jede neue Stunde wieder aufstehen, um sich danach wieder auf seinen Stuhl zu pflanzen. Unnötig.
    „Wie ihr vielleicht schon bemerkt habt, haben wir heute Besuch in unserer wunderschönen Realschule!“ Fängt der Englisch Lehrer eine Rede an.
    „Alter kann er nicht seine Klappe halten und uns wieder hin setzen lassen?“, wispert mir Celin genervt zu. „Isso, was auch immer so wichtig ist, könnte er uns auch sagen wenn wir sitzen dürfen.“, erwidere ich in einem mindestens genauso genervtem Tonfall, wie meine Sitznachbarin.

    „Psst, vielleicht möchte er uns mitteilen, dass er schwul ist!“ Mischt sich Tom, mein Banknachbar rechts von mir nun ein. Trotz, dass der Witz ein richtiger Flachwitz ist muss ich mir ein Lachen verkneifen, sodass ich nur ein gedämpftes Kichern hervor bringe. „Dann würde es mich nicht mehr wundern, dass er so einen Stock im Arsch hat!“ Versuche ich so ernst wie möglich auf diese dämliche Unterhaltung einzugehen.
    Wieder müssen wir drei lachen, dieses Mal vielleicht ein wenig zu laut.

    „Wenn die vorletzte Reihe sich mal wieder eingekriegt hat könnte sie uns ja erzählen was so lustig ist?“ Erschrocken schauen Celine und ich uns an, was jedoch zu noch einem Lachanfall führt. Kennt ihr das, wenn ihr gefragt werdet was so lustig ist, aber ihr bei der Erinnerung an das Lustige nur noch mehr lachen müsst? So ein Moment ist das gerade. „Jetzt reicht es aber! Erst werde ich von euch einfach so unterbrochen und dann habt ihr nicht mal den Anstand aufzuhören! Nach der Stunde gehen Tom, Amber und Celine mit mir vor die Tür, da besprechen wir dann was eine gerechte Strafe sein wird.“ Ups, da ist einer aber gar nicht gut drauf. Denke ich nur sarkastisch, versuche einfach nicht an die vielen Seiten Strafaufgabe zu denken.

    „Nun, wie schon erwähnt haben wir Besuch an unserer Schule. Die Herren einer wichtigen Organisation sind hier um jeden Schüler zu Untersuchen und ein Blutbild zu machen. Falls ihr Fragen habt könnt ihr sie jetzt gerne Stellen.“
    BLUTBILD? Fuck, das heißt ja die Bohren eine kleine Nadel in eine Vene, in meinem Arm und ziehen eine Spritze mit meinen Blut auf. OH SCHEIßE ich HASSE Spritzen. Schreit mir meine Innere Stimme entgegen, doch ehe ich mich in meine Ängste noch weiter hineinsteigern kann fängt schon die Fragerei an.

    „Wissen meine Eltern davon?“ „Dürfen sie das überhaupt?“ „Wieso machen die das?“ „Wann sind wir dran?“

    Noch bevor Herr Siegl überhaupt antworten kann klopft es an der Tür.

    Die plötzliche Totenstille macht die Situation nicht gerade angenehmer. „Setzt euch.“, weist uns der Lehrer an und geht dann zur Tür. Schnell lasse ich mich auf den harten Stuhl plumpsen, sehe dann aber gleich wieder zur Tür, welche nun von dem eindeutig nervösen Lehrer geöffnet wird.

    Ungefragt schiebt sich ein Mittelgroßer, schlanker Mann, in schwarzer Uniform in den Raum. Seine Kurzen schwarzen Haare sind schon Teilweise grau. Der Dreitagebart lässt seine Kantigen Züge hervor stechen und die blaugrünen Augen strahlen. Ich würde ihn auf Mitte dreißig schätzen. Wir alle starren ihn unvermittelt an, keiner traut sich etwas zu sagen, somit ist es so still, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können.

    „Guten Morgen Klasse 9E.“ Spricht der Herr uns warm an, ein sanftes Lächeln umspielt seine Züge, doch irgendwie beruhigt mich das kaum.

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    2.Kapitel

    Um mich herum kann ich ein paar Schüler erleichtert aufatmen hören. ‚Beruhigt sie etwa dieser sanfte Ton und sein falsches Lächeln? Das ist ja praktisch so als würde sich der Wolf an das Reh schleichen und um zu verhindern, dass es flieht zeigt er ihm die Zähne wie dämlich sind die denn? Verdammt der will mir eine Nadel in den Arm rammen!‘ „Mein Name ist James Danvers. Für euch Herr Danvers. Wie euch euer Lehrer vielleicht schon mitgeteilt hat sind wir hier um im Namen der Regierung einige Untersuchungen durchzuführen. Dies alles ist mit euren Eltern abgesprochen und dient nur eurem Schutz.“ Der Regierungsbeamte lässt eine kurze Pause, bei der sein Blick über die Anwesenden wandert.
    Auch über mich, doch Gott sei Dank bleibt er bei mir nicht hängen. „Ich werde jetzt die ersten Schüler aufrufen, diese werden ohne zweite Aufforderung aus dem Klassenraum gehen. Draußen vor der Tür warten ein paar Beamte, die euch in die Aula zur Untersuchung führen. Irgendwelche Fragen?“ Aus Herr Danvers Mimik zu lesen ist wirklich unmöglich, denn er hat immer den gleichen starren Blick und das gleiche eisige Lächeln auf den Lippen, doch bin ich mir sicher, dass er von diesem Job durchaus genervt ist.
    Interessiert sehe ich mich im Klassenraum um, doch wie ich erwartet habe gibt es keine Meldungen. „Gut, da es keine Fragen zu geben scheint bitte ich folgende Schüler vor die Tür: Anna Meyer, Amber Stone, Andreas Brooks, Celin Wolf und David Kamper.“ ‚Oh Scheiße.‘ Ich bin mir sicher, dass in dem Moment, indem mein Name genannt worden war alle Blicke, jedes Schülers der 9E auf mir gelegen haben.
    Als ich höre wie die Stühle in meiner Nähe mit einem schabenden Geräusch zurück geschoben werden beeile ich mich es den anderen gleich zu tun, will ich doch nicht den Zorn des Beamten auf mich ziehen. Mit schnellen Schritten gehe ich hinter Celin durch die Tischreihen unserer Klasse, meinen Blick wachsam auf Herr Danvers gerichtet, welcher mich jedoch kaum zu beachten scheint .
    Als wir schließlich vor der Tür stehen lächelt mir eine Frau Mitte Zwanzig mit streng nachhinten gebundenen hellbraunen Haaren und Brille entgegen. Ihre Kleidung ist, wer hätts‘ gedacht, in dunklen grau und schwarz Tönen. „Spießer.“ Wispere ich Celin zu, welche darauf nur Kichert. „Hätte mich wer gefragt wie eine Frau der Regierung aussieht, ich hätte sie genau so beschrieben!“ Bekomme ich die Geflüsterte Antwort zurück. Jap, das entspricht auch so ziemlich meinen Vorstellungen.
    „Ich bin Frau Müller, ich wäre euch sehr verbunden, wenn ihr mir nach unten in die Aula folgen würdet. Dort wird euch dann weiteres Erklärt.“ Mit einem aufgesetzten Lächeln dreht sich Frau Müller um und stakst in ihrem engen schwarzen Rock sowie den Stöckelschuhen an uns vorbei. ‚Respekt, mich hätte es schon nach dem ersten Schritt hingehauen.‘ Mit einem Blick auf meine inzwischen nicht mehr ganz so weißen Chucks mache ich mich als letzte auf, um der Beamten zu folgen.

    „Ach du scheiße, das ist ja mega creepy.“ Erschrocken reiße ich meinen Blick vom Boden weg und schaue in das Gesicht von Celin. Verwirrt mustere ich sie, hatte sie doch gerade meine sehr produktiven Gedankengang, dass wir wie Entenküken hinter unsere Mutter hinterher watscheln, unterbrochen. „Findest du das nicht total komischen? Ich meine, was ist so wichtig, dass man 900 Schüler auf Herz und Lunge prüft?“, begründet meine gute Freundin ihre Aussage, da sie anscheinend denkt, ich würde nicht verstehen was sie meint.
    „Die werden schon ihre Gründe haben…“, erwidere ich, bin aber gedanklich schon beim Blutabnehmen. Mit einer Nadelphobie ist das natürlich sehr toll. Gut, ich gebe zu ich bin auch ein Weichei, was Schmerzen angeht, aber Nadeln, in einer Kombination mit Blut, erreicht bei mir schon eine ganz neue Panikstufe. Wenn ich mich zu schlimm aufführe, werden sie es bestimmt bei mir sein lassen… oder?

    So in Gedanken vertieft habe ich gar nicht bemerkt, wie wir schon die Aula erreicht haben. Die sonst so leere Schulaula ist mit weißen Trennwänden, hinter denen einige weiße Krankenbetten hervorgucken, sowie vielen Leuten in weißen Hosen und Kitteln gefüllt. Erstaunt sehe ich mich um. Das haben die alles seid Schulbeginn hierher geschafft? Wow! Der Raum gleicht nun mehr einem Krankenhaus als einer Schule.

    Als wir stehen bleiben erstreckt sich vor uns ein langer provisorischer Gang, der von rechts und links mit Krankenbetten gesäumt ist. Die Betten wiederum werden von einem weißen Vorhang an einer Eisenstange abgegrenzt, um ein wenig Privatsphäre zu gewährleisten. Räuspernd unterbricht mich Frau Müller bei meiner Musterung. „Also ihr Lieben, hier trennen sich leider unsere Wege. Seid ganz brav bei der Untersuchung, ja?“ „Und wenn ich nicht ganz brav sein möchte?“, erwidert David, der es anscheinend darauf abgesehen hat Frau Müller aus dem Konzept zu bringen. Ihr falsches Lächeln gefriert ihr auf der Stelle und sie blinzelt ein paar mal. „Dann wirst du mit den Konsequenzen leben müssen Bursche.“ Erschrocken fahre ich zu der neuen Stimme herum. Ein riesiger Typ steht da hinter mir. Der is bestimmt mehr als 2 Meter groß! Denke ich, ehe ich ihn weiter mustere.

    Er trägt ein schwarzes T-Shirt, darüber etwas Ähnliches wie eine Weste. Interessiert mustere ich dieses Westen-ding näher und stelle überrascht fest, dass es sich dabei um eine dieser Kugelsicheren westen handelt, die Polizisten in Filmen immer tragen.
    Seine muskulösen Arme hat der Mann vor seiner breiten Brust verschränkt, seine Hände sind in schwarze Lederhandschuhe gehüllt und ein Gürtel mit einer Waffe an seiner rechten Seite hält seine schwarze Hose an Ort und Stelle.
    Ich muss meinen Kopf in den Nacken legen um bis in sein Gesicht sehen zu können, doch was ich sehe lässt meinen Atem stocken. Mehrere Wulstartige Narben erstrecken sich über seine rechte Gesichtshälfte

    „Na Kleines, fertig mit Starren?“, fragt mich die lebende Mauer von Kerl, mit einem amüsierten Unterton.
    Erschrocken blinzle ich, stolpere aber vorsichtshalber einen Schritt von ihm weg.
    „Ah Kinder, dass ist Sandor Clark. Er bringt euch zu den Untersuchungen. Wenn ihr mich dann entschuldigen würdet, ich werde mich zur nächsten Klasse begeben.“
    Eilig stöckelt Frau Müller in ihren hohen Schuhen davon, vermutlich um das alles so schnell wie möglich hinter sich zu haben.

    „Folgt mir.“, ertönt die dunkle, raue Stimme von Sandor, der nach wie vor direkt vor mir steht.
    Zögernd folge ich dem dunkel gekleideten Mann, der mit langen Schritten vorrausläuft. Das Geplapper der Schüler vor und hinter mir erfüllt die Luft wie ein stetiges Summen, doch das bekomme ich kaum mit, mein Blick ist wie gefesselt auf den weißen Vorhang vor unserer kleinen Gruppe gerichtet.

    Kurz vor dem Vorhang bleibt der große Mann stehen und dreht sich zu uns um. Sein Blick streift über die Schüler und bleibt anschließend an mir hängen. „Du, mit der Brille, komm her.“
    Unsicher laufe ich vor, wische dabei meine schwitzigen Hände an meiner schwarzen Leggins ab.
    Mit einer Hand schiebt Sandor den weißen Vorhang zur Seite und schaut mich erwartungsvoll an. Fragend schaue ich hinauf in sein vernarbtes Gesicht und komme dabei nicht um die Frage herum, wie das passiert sein könnte.
    „Auf was wartest du Kind? Geh rein jetzt und warte auf die Schwester.“, mault mich der große Kerl genervt an.

    Erschrocken stolpere ich in den provisorischen Raum und drehe mich schnell noch einmal um, doch der Vorhang war schon zugezogen, sodass das cleane weiß mich umhüllt.
    Zischend lasse ich die Luft aus meinen Lungen entweichen und drehe mich langsam um. Die Stangen, an denen sich die Vorhänge befinden sind zu einem Rechteck zusammengeschoben. Direkt vor mir steht eine Liege, natürlich in weiß, links, am Kopfteil der Liege befindet sich ein kleines Silbernes Tischchen und darauf liegt zu meinem Bedauern, ein Spritzenähnliches Ding. ‚Oh fuck, da kommt dann wohl mein Blut rein.‘

    Ein schabendes Geräusch rechts von mir, lässt mich meinen Blick blitzschnell von den Geräten lösen. „Ah, du bist dann wohl Amber Stone?“ Fragt eine freundliche, warme Stimme.

    3
    Kapitel 3


    Unsicher Nicke ich, mustere dabei aber die Krankenschwester eingehend. Ihre rabenschwarzen Haare sind zu einem Dutt geformt, sodass ich die Länge nicht schätzen kann.
    Ihre Haut ist sehr hell, zwar im Gesicht ein wenig faltig aber kaum erwähnenswert. Eisblaue Augen bohren sich in die meinen, scheinen mich an Ort und Stelle festzunageln.
    Sie trägt eine weiße Hose, ein weißes T-Shirt, sowie weiße Schuhe.

    „Ich bin sehr erfreut dich kennen zu lernen Amber. So darf ich dich doch nennen nicht wahr?“, fragt mich die Schwester freundlich lächelnd. Wieder nicke ich.
    „Schön“, lächelt sie, ehe sie auf die Liege weist. „Ich bin Feby Baker. Setz dich doch Liebes, du siehst ganz blass aus.“
    Ohne Erwiderung schlürfe ich zu der weißen Sitzgelegenheit und setze mich. Das weiße Papier unter mir Knistert ein wenig wie Backpapier, als ich mich setze.

    „So Amber, wir fangen mit einigen Fragen an, dann werde ich dir etwas Blut abnehmen.“, verkrampft nicke ich.
    Die Krankenschwester stellt mir ein paar übliche Fragen, zu bekannte Krankheiten, Tabletteneinnahme und so weiter, ehe sie zu etwas merkwürdigeren Fragen übergeht.
    „Deine Augen, die sind mir wirklich sofort aufgefallen, ist die Farbe schon immer so?“, fragt sie, plötzlich sehr ernst. „Ähm, ne eigentlich nicht, als Baby und Kleinkind waren sie hellgrün, danach immer dunkler und irgendwann auch brauner.“, beantworte ich ihre suspekte Frage. „Dieses gelbliche, ist das seit deiner Pubertät?“
    Verwirrt lege ich meine Stirn in Falten. ‚Hä? Was ist denn bitte an meinen Augen so toll?‘ „Ich denke schon, sie waren auf jeden Fall mal grüner, soviel weiß ich sicher.“
    „Ok, sehr schön! Ich denke das ist genug der Fragerei, du willst doch sicher auch fertig werden?“, lacht die dunkelhaarige mich an. „Ähm… Frau Baker, da gibt es etwas was ich ihnen noch sagen muss.“, wispere ich leise.
    „Natürlich Kleines! Erzähl nur!“, schreit die Krankenschwester mir beinahe entgegen. ‚Alter diese Übertriebene Freundlichkeit macht einen Ja fertig.‘

    „Ich habe eine sehr große Nadelphobie, zwar nicht bei Spritzen, aber Blutabnehmen empfinde ich als besonders schlimm.“, erkläre ich leise, muss mir dabei ein Niesen verkneifen, da Frau Baker einfach übel nach Desinfektionsmittel riecht.
    „Ach Gottchen! Du armes Ding!“, meint die schwarzhaarige Frau nur und tätschelt mitleidig meine Hand. „Da hole ich besser gleich Sandor, der hält dich dann an Ort und Stelle, sodass ich dir nicht versehentlich eine Vene durchsteche!“

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass meine Augen groß wie Teller geworden sind, als mir die dunkelhaarige von ihrem Plan erzählt. ‚NICHT IHR ERNST! Oh Gott, nicht das Blutabnehmen schlimm genug wäre, sie erzählt mir auch noch was dabei alles passieren kann. Ach und nebenbei holen wir auch noch einen gruseligen Typen dazu, der so aussieht als würde er jeden Moment ein Messer auspacken! Klar, das würde ich auch machen wenn ich einen ängstlichen Patienten hätte… NICHT.‘
    Panisch kreisen meine Gedanken und ich spüre, wie mir langsam flau in der Magengegend wird. „Mir ist schlecht.“

    „Ach, das ist vermutlich die Angst, wenn du dich übergeben musst gebe ich dir einen Eimer.“, erklärt Frau Baker, während sie den ‚Raum‘ verlässt, vermutlich um Sander Clark zu holen.
    Nervös atme ich aus, versuche einfach nicht an das zu denken, was die gleich mit mir tun werden. ‚Tja das alles nur, weil es ein Kinderarzt beim Einstechen mit der Nadel verkackt hat. Das ist jetzt auch schon bestimmt zehn Jahre her. Vielen Dank für dieses Trauma Doktor Bennet.‘ Denke ich nur sarkastisch und starre auf meine Chucks.

    Langsam lasse ich meine Füße auf und ab wippen, summe dabei die Strophe eines meiner Lieblingslieder mit. Musik hat mich schon immer von schlimmen Sachen abgelenkt, ich kann zwar selber kein Instrument spielen, doch höre ich sie eh lieber, als das ich sie spiele. Ich bin leider sogar schon mit Per kaschen so überfordert, dass ich im Musik Unterricht jetzt immer „Aufräum- und Organisationsdienst“ bin.
    Ein Ausgedachtes Amt meines Musiklehrers, damit ich so wenig wie möglich andere beim musizieren störe und doch eine Aufgabe habe. Ich meine, mir würde es auch nichts ausmachen im Musikunterricht nur Löcher in die Luft zu starren oder auf einem Blatt herum zu kritzeln, aber davon ist der Lehrer irgendwie nicht so überzeugt.

    Ein Summendes Geräusch unterbricht meine Konzentration. Neugierig lausche ich, schaue mich derweil im Raum um. Dieses leise aber stetige Geräusch kommt von dem Vorhang mir gegenüber. Langsam gleite ich von der Liege, schleiche so geräuschlos wie möglich dem Summen entgegen. Je näher ich komme, desto klarer wird der Klang, ehe ich mich jedoch versehe stehe ich direkt vor dem Vorhang und lausche einem Gespräch.
    Wen auch immer ich da gerade belausche, er ist so leise, dass ich nur ein paar Wörter verstehe. „Dumme Kinder… Sobald Blutprobe… Betäubung und nichts wie weg!“ „Finde ich… diese Bestien…. Mal sehen wie dumm sie sind wenn der Doktor sie erst impft“

    Neugierig beuge ich mich noch weiter vor, vergesse dabei aber meinen alles andere als guten Gleichgewichtssinn und falle deshalb mit einen heiseren quietschen nach vorn. Natürlich hält der helle Vorhang mein Gewicht nicht, sodass ich direkt auf eine der Personen drauffalle.
    Mit einem dumpfen, harten Geräusch landen ich und der Unbekannte auf dem Boden, ich mit meinem ganzen Körper auf der Person. Stöhnend versuche ich mich aufzurichten, doch da beginnt sich der weiße Vorhang unter mir zu bewegen.

    „Oh mein gott, sorry, das wollte ich wirklich nicht, ich ähm –“, stammle ich, während mir die Hitze in den Kopf schießt.
    Doch ehe ich mir sorgen um meinen vermutlich Tomaten roten Kopf machen kann, lande ich unvermittelt hart auf dem Boden. Mein Hinterkopf knallt unglaublich schmerzhaft auf den unnachgiebigen Boden.

    Zischend ziehe ich die Luft zwischen meinen Zähnen ein, spüre dabei den stechenden Schmerz, der mit jeder Sekunde schlimmer wird. Tränen schießen mir in die Augen, lassen meine Sicht verschwimmen, doch gebe ich mich dem Salzigen Fluss nicht hin. ‚Wehe du heulst jetzt, reiß dich lieber mal zusammen und finde eine passende Ausrede!‘ Ohrfeige ich mich gedanklich.

    „Was soll der scheiß Mädchen?“ Faucht mich ein hellblonder relativ kleiner Mann mit braunen Augen an. Wütend funkelt er auf mich runter, hat dabei noch seine Hände zu Fäusten geballt, so fest, dass ich schon die weißen Knochen unter der gespannten Haut erkenne.
    ‚ Ups, das ist dann wohl der Typ, der mir als Puffer dienen musste.‘, denke ich wenig produktiv und will mich schnell aufsetzen. Doch als ich meinen Kopf hebe, stelle ich mit Beunruhigung stärker werdende Schmerzen fest. Zischend halte ich mir beide Hände an die Schläfe und übe leichten Druck aus, während ich meinen Oberkörper langsam hochbewege.
    „Na toll Mike, jetzt ist sie verletzt!“, mischt sich nun eine neue Stimme mit ein. Verwirrt sehe ich auf und blicke in braune Augen. Mein Blick wandert musternd über den neuen Typen, der ebenfalls blonde Haare hat und auch kaum größer als der andere Blonde, Mike wie ich jetzt weiß, ist.
    Verwirrt wandert mein Blick erneut zwischen beiden hin und her. „Sehe ich jetzt doppelt?“, frage ich überaus verwirrt, kann den pochenden Schmerz für ein paar Momente vergessen. Grinsend sieht mich der Neuankömmling an und hält mir eine Hand hin. „Nein, keine Angst wir sind Zwillinge. Komm ich helfe dir auf!“

    Dankbar will ich meine Hand ausstrecken, doch kurz bevor ich die seine berühre zieht er sie erschrocken zurück. Überrascht sehe ich auf, will gerade fragen ob das ein Scherz sein soll, doch die Zwillinge sehen beide über mich hinweg. Fragend drehe ich mich um und sehe gleich auf zwei schwarze, glänzende Lederschuhe. Langsam wandert mein Blick hoch, direkt in blaugrüne, funkelnde Augen.

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