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Lianen des Lebens

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7 Kapitel - 10.777 Wörter - Erstellt von: Showny - Aktualisiert am: 2018-07-11 - Entwickelt am: - 705 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Liana hatte zehn Jahre ihres Lebens im Kerker der Lestranges verbracht. Als sie dann überraschenderweise nach Hogwarts kommt, muss sie etwas tun, dass sie sich schon immer geschworen hatte. Doch alles gerät aus dem Ruder, bis sie sich plötzlich 30 Jahre in der Vergangenheit wiederfindet...

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    Ihre Augen blickten stumpf auf den Boden, als die flache Hand mit rasendem Tempo auf sie zugesaust kam. Sie zuckte nicht mehr zusammen, auch dann nicht, wenn die kalte Fläche brennend auf ihrer Wange zum Stillstand kam. Sie schrie nicht. Auch nicht wenn der Cruciatus Fluch sich in ihren Körper brannte und der Imperius Zauber ihren Willen nahm. Liana hatte keinen Grund zu schreien. Es hörte sie niemand. Sie sah die Hand erneut kommen und realisierte nur am Rande, wie sie auf ihr Gesicht donnerte. Es gab niemanden der ihr helfen könnte, aus dieser Hölle zu entkommen. Seit ihrem siebten Lebensjahr hatte sie die Hoffnung aufgegeben jemals freizukommen. Wenn jemand vorgehabt hätte, sie zu retten, wäre er hier und hätte keine zehn Jahre abgewartet und vergeudet. Der nächste Schlag kam. Früher hatte sie sich ausgemalt, dass Leute aus dem Ministerium kommen würden, um sie zu retten, doch als auch diese sich nicht blicken ließen, verlor sie den Glauben. Den Glauben an eine faire, gerechte Welt, in welcher alle Menschen bekamen, was sie verdienten. Aber vielleicht hatte Liana es auch verdient. Vielleicht hatte sie etwas unverzeihliches getan. Sie wusste es nicht, schließlich hatte sie keine Ahnung, wie sich Menschen verhielten. Sie kannte keine, außer Bellatrix und Rodolphus Lestrange. Und wenn sie schon nicht wusste, wie es in einer normalen Familie ablief. Ihr war klar, dass es nicht darum ging seine Kinder zu schlagen und zu verfluchen, wenn sie vergaßen ihre Eltern an ein wichtiges Treffen zu erinnern. Leblos saß sie nun in der Ecke und ließ alles kommentarlos über sich ergehen. Morgen war ihr elfter Geburtstag. Sie freute sich kein Stück. Noch ein Jahr länger, in welchem sie bei diesen Menschen lebte. Liana wusste, dass sie nie auf Hogwarts gehen durfte. Bellatrix könnte es niemals zulassen, dass sie etwa eine Teetasse verschüttete und nicht mit mindestens 3 Minuten Cruciatus bestraft werden würde. Sie hatte aufgehört, sich zu fragen, was die Lestranges mit ihr vorhatten. Liana war es ihrer Meinung nach nicht würdig, sie zu einer Todesserin zu machen. Auch wäre es zu gefährlich, sie zu einer Arbeit zu schicken. Somit vermutete Liana, dass sie sich damit abfinden musste, bis an ihr Lebensende in diesem Kerker zu sitzen. Und sie hatte sich damit abgefunden. Bestimmt war es traurig, dass ein beinahe elfjähriges Mädchen sich auf den Tod freute. Doch es war so. Sie hatte nichts. Nichts und niemanden, der sie in dieser Welt halten könnte. Und sie hatte beschlossen, sollte sich ein Ausweg finden, sodass sie irgendwie freikam, musste sie, insofern die Lestranges noch lebten Suizid begehen. Sie könnte es nicht ertragen, mit der ständigen Angst zu leben, möglicherweise gefunden zu werden und all dies wieder ertragen zu müssen. Liana sah auf und stellte fest, dass Bellattix wohl schon gegangen war und aufgehört hatte, auf sie einzuschlagen. Früher hatte sie noch Gründe gesucht um sie zu schlagen, doch mittlerweile machte sie auch das nicht mehr. Das Mädchen saß verloren und blutend in dem kalten Keller und spürte nichts. Ein großer Teil von ihr, war schon vor langem gestorben und sie konnte sich nicht vorstellen, ihn wiederzufinden. Sie wollte es auch gar nicht. Sollte sie irgendwann wieder vollständig wach und bei Sinnen sein, müsste sie die ganzen Qualen erleben und vollständig spüren, wie es am Anfang gewesen war.  Die Lestranges waren nicht ihre richtigen Eltern. Diese hatte sie noch nie gesehen und vermutete auch, dass die Lestranges sie getöten hatten. Sie hatte sich schon immer gefragt, weshalb sie bei dieser Familie aufwuchs. Hatten sie ihre Eltern gekannt? Hatten diese Liana freiwillig den Lestranges überlassen? Oder weshalb hatten die Lestranges Liana nicht gleich getötet? Na gut, die letzte Frage war leicht zu beantworten. Sie wollten jemanden den sie Quälen konnten. Sie wollten eine Person, sie anfing zu zittern wenn sie nur ihre Namen hörte. Und bekommen hatten die Lestranges sie. Sie hatte nie gezittert, oder geschrien. Hatte nie dergleichen gemacht. Liana entsprach nicht ihren Vorstellungen, also wieso machten sie ihren Leben kein Ende? Vermutlich wollten sie einfach nicht, dass sie erlöst wurde. Denn der Tod schien Liana der bestmögliche Ausweg in ihrer Situation zu sein.

    Sie wusste nicht, was sie erwartete, als sie am nächsten Morgen aufwachte und ließ die Augen daher geschlossen, als sie bemerkte dass jemand in Raum war. Sie atmete flach weiter und hoffte, dass die Person einfach verschwinden würde. Erst beim Schlag ins Gesicht, zeigte sie sich wach. Sie blickte auf und sah als erstes in Rodolphus' dunkle Augen. In diesem Moment, dachte sie nicht an Dinge die sie erwarten könnten, sondern an etwas ganz anderes. Sie wusste nicht einmal welche Farbe ihre Augen hatten. Auch die Haarfarbe nicht. Doch insofern sie es im dauerhaft schummrigen Licht erkennen konnte, waren letztere hell. Dann sah Liana wieder zu Rodolphus und zuckte beinahe zusammen, als er die Tür öffnete und ein Lichtstrahl sich den Weg in den Kerker bahnte. "Na sieh mal einer an. Bist du endlich wach!" Während er sie absichtlich grob losband versuchte sie sich abzulenken und nicht darüber nachzudenken was jetzt geschehen würde. Sie dachte an ihre Augenfarbe und stellte sich ein Mädchen mit wechselnden Augen vor. Hatte sie eine breite, oder eine lange Nase? Schmale, oder breite Lippen? Wie sah sie aus? Waren ihre Haare braun, oder blond? Wie sah das Mädchen namens Liana aus? Als Rodolphus fertig war, schliff er sie dann nach oben. Sie hatte ihr ganzes  Leben im Kerker verbracht und wusste nicht, wie alles aussah. Sie musste sich an die Wand lehnen, als sie durch das Licht geblendet wurde. Bei Merlins Bart, war das hell! Der Mann führte sie in einen vollständig weißen Raum in dem nur ein einsamer Sessel stand. Als Rodolphus sie auf den Stuhl zerrte, kettete er sie fest und verließ den Raum. Liana musste die Augen schließen, so hell war das Licht. Sie ließ ihren Kopf hängen und fühlte sich dreckig. Doch sie zeigte keine Tränen. Sie war abgehärtet durch die lange Zeit hier. Sie hatte das Gefühl ewig hier zu sitzen und begann im Kopf bis 1000 zu zählen und wieder zurück. Ganze vier Mal schaffte sie es bis jemand kam. Liana hatte die Augen noch immer nicht offen. Sie fürchtete sich vor dem Sonnenlicht. War es denn immer so hell? An dem lauten Klackern der Schuhe, konnte sie Bellatrix identifizieren. Mutlos seufzte sie auf und öffnete langsam die Augen und ließ sie wenn auch zusammengekniffen offen. "Du gehst nach Hogwarts." Liana musste blinzeln. Sie hatte sich verhört. Sicher hatte sie sich verhört. "Du wirst in diese Schule gehen und nach Slytherin gehen!" Sie senkte ihre Stimme. "Wenn du nicht nach Slytherin kommst kannst du dich auf etwas gefasst machen! Rodolphus hat den ganzen Tag zeit." Liana verzog keine Mine. Bellatrix kettete sie los und brachte sie in die Zelle zurück. "In 4 Tagen gehst du nach Kings Cross und fährst in die Schule." Nach einer zehnminütigen Cruciatus Zeit ließ sie die Kerkertür zufallen. Das Mädchen musste sich all die Dinge die sie heute gehört hatte, durch den Kopf gehen lassen. Sie hatte im letzten Moment einen Blick auf ihre Haare erhaschen können. Sie waren hellblond.

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    Liana war aufgewühlt. Sie wusste nicht was sie davon halten sollte nach Hogwarts zu gehen. Die Sache hatte bestimmt einen Haken, sonst dürfte sie nicht gehen. Die Lestranges hatten sich bestimmt etwas ausgedacht. Auch auf die Lehrer dort verließ sie sich nicht. Sie hatte kein Vertrauen in irgendjemanden. Sie konnte niemanden vertrauen. Wenn die Lestranges dabei waren nicht einmal sich selbst. Möglicherweise stand sie unter dem Imperius Fluch. Sie durfte nichts auffälliges denken. Vielleicht konnte jemand der Lehrer Okklumentik. In Gedanken zählte sie alle Dinge auf, die sie nicht machen durfte. Sie musste auch versuchen irgendetwas für ihre Augen zu tun. Sie konnte nicht auf Dauer in diesem Licht herumlaufen. Liana schloss die Augen und gab sich in Gedanken eine Ohrfeige. Sie dachte an Hogwarts. Dabei hatte sie ihren Vorsatz vergessen. Sie konnte es nicht länger ertragen. Allein der Gedanke länger hier zu bleiben und später wiederzukommen... Es gab da doch so einen Wald oder? Trieben sich da nicht magische Kreaturen herum? Wobei sie nicht vorhatte von Zentauren erschossen zu werden. Da war ihr ertrinken lieber. Es gab in Hogwarts einen See oder? Sie schlug verzweifelt ihren Kopf gegen die Wand. Sie wollte nicht sterben! Doch wollte sie. Aber nein, arghh. Sie wusste nicht was sie denken sollte. Sie wollte nicht zurückkommen! Aber in Hogwarts könnte es schön werden. Nein könnte es nicht! Sonst würde Bellatrix sie nicht gehen lassen. Sie hatte bestimmt jemanden auf sie angesetzt. Am besten setzte sie all dem gleich nach der Ankunft ein Ende. Am ersten Abend. Vielleicht würden die Lestranges die Häuserwahl noch nicht so bald erfahren. Und dann konnte es ihr auch schon egal sein. Wurden nicht die Namen vorgelesen? Liana hatte keinen Nachnamen. Nie gehabt. Oder besser gesagt sie hatte bestimmt einen und die Lestranges wussten davon. Sie kannten ihn und sagten ihn nicht. Doch sie wollte ihn auch nicht wissen. Es war ihr egal. Sie fragte sich weshalb sie sich solche Gedanken machte. Es war doch egal. Sie würde den Kerker vermutlich gar nicht verlassen dürfen. Es war wahrscheinlich alles nur ein Scherz gewesen. War sie paranoid? Vermutlich. Wahrscheinlich sogar.

    Sie würde heute noch in die Winkelgasse reisen. Sie würde dort ihren Zauberstab holen, der Rest war schon besorgt. Sie sollte nicht zu viel Zeit in der Öffentlichkeit verbringen. Diese Worte hatte Bellatrix ihr am Morgen eingeschärft. Kombiniert mit ein paar Flüchen, damit sie auch nichts vergaß. Schließlich belegte Bellatrix sie mit einem Zauber, der verhinderte, dass man ihre Narben und Wunden sah. Schließlich ging es in die Winkelgasse. Ein Bekannter der Lestranges begleitete sie, da sie die meistgesuchtesten Verbrecher waren. Liana konnte nicht so viel auf einmal laufen, doch ließ sich nichts anmerken. Sie gingen zu Ollivanders ohne viel Aufsehen zu erregen. Da kam der alte Mann und musterte sie. "Ah! Wenn das mal nicht die junge Miss Filliden ist!" Liana Filliden? War das ihr Name? Sie hatte ihren Namen herausgefunden! Dass es der richtige war, ließ sich schon alleine an dem wutroten Gesicht ihres Begleiters erkennen. Liana Filliden... Sie mochte ihren Namen. Sie blinzelte wegen die Mittagssonne die in den Laden schien. Namen waren egal. Alles war egal. Sie wollte nicht zurück, nach der Zeit in Hogwarts. Sie würde sich einen Zauberstab holen und dann verschwinden. Liana wollte die Zeit alleine und ohne die anstrengende Öffentlichkeit genießen. Auch wenn das den Kerker bedeutete. Ollivanders gab ihr viele Zauberstäbe, doch bei keinem wollte es klappen. Schließlich war sie so miesgelaunt, dass sie auf wie von Zauberhand (ha-ha) auf einen bestimmten Stab zuging. Es schien eine magische Kraft von ihm auszugehen (wir sind wohl witzig drauf heute xD). Sie nahm in sachte in dir Hand und ein warmes Gefühl ging von ihm aus. Zum ersten Mal in ihrem Leben fühlten sie sich frei und verstanden. Und dann war der Augenblick wieder vorbei und die allbekannte Einsamkeit war zurück. "Ungewöhnlich. Wirklich ungewöhnlich." Liana wich zurück als Ollivander mit leiser Stimme zu reden begann. "Noch nie hat ein Zauberer oder eine Zauberin den Zauberstab selbst gefunden. Das bedeutet großes Talent, wissen Sie?" Er wandte sich ab und stellte sich hinter den Tresen. "Nun gut, Weißdorn und Drachenherzfaser, 11 Zoll, ein wenig federnd." Liana bezahlte und machte sich daran die Winkelgasse so schnell wie möglich zu verlassen. Der Fremde führte sie noch durch die Tür und disapparierte sofort. Schon war Bellatrix in der Eingangshalle und nahm ihr den Zauberstab ab. "Denn bekommst du wenn du in den Zug steigst. Damit du mir keine Dummheiten machst!" Anschließend wurde sie wieder in den düsteren Kerker gesperrt, in welchem sie emotionslos vor sich hin vegetierte. Immer wieder wisperte sie die selben Worte vor sich hin. "Liana Filliden.  Filliden. Filliden Liana. Filliden." Am nächsten Morgen würde sie nach Hogwarts gehen. Sie sollte sich darüber freuen, für immer von hier wegzukommen, doch das bedeutete gleichzeitig, dass es in 2 Tagen um sie geschehen sein müsste. Liana fragte sich, wie Bellatrix es geschafft hatte, sie in Hogwarts einschreiben zu lassen. Immerhin war sie eine der meistgesuchtesten Verbrecher. Das ließ sich auch aus den Diskusionen zwischen den Lestranges führen. Schon sein längerem brüllte Bellatrix etwas über so etwas wie die "Longkottens" und dass sie erledigt gehörten. Schon alleine der Gedanke daran zu morden, sorgte für einen Kloß in ihrer Kehle. In gewisser Hinsicht würde sie aber morden. Sich selbst. Auch das zählte dazu. Sich schüttelnd versuchte sie an etwas anderes zu denken. Was passierte, wenn sie nicht nach Slytherin kommen sollte? Sie würde bestimmt nicht dorthin kommen. Liana war kein böser Mensch. Auch wenn es vielleicht auf Außenstehende so scheinen möge, aber sie war nur ein Mädchen, welchem Schlimmes widerfahren war. Und sie hatte sich anpassen müssen. Sonst hätte sie diese elf Jahre nicht überlebt.

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    Liana durfte alleine nach Kings Cross. Sie vermutete, dass Bellatrix sie schon irgendwie im Blick hatte, sonst dürfte sie wohl nicht gehen. Mit zusammengekniffenen Augen wankte sie die Straße entlang. Ihr Körper musste sich noch an das lange Gehen gewöhnen. Liana schirmte die Sonne mit ihrer Hand ab. Der Bahnhof müsste irgendwo hinter dieser Einkaufsstraße sein. Sie schloss kurz die Augen und öffnete sie wieder als sie plötzlich stolperte und mit dem Gesicht gegen eine der Scheiben flog. Vor ihrer Nase sah sie Brillen, die Aussahen wie aus diesen Muggelzeitungen, die sie vorhin aus dem Müll gefischt hatte. Sie hatten dunkle Scheiben als Gläser und sollten wohl von der Sonne schützen. Entschlossen ging sie auf einen Automaten, der draußen stand zu, um die Galleonen gegen Muggelgeld zu wechseln. Sie entschied sich für den schönen roten und nahm sich gleich drei Stück. Es war eine Frau mit Krone abgebildet und in der Ecke stand jeweils 50. Waren 150 dieser Währung viel Geld? Sie zuckte mit den Schultern und betrat den Laden. Glücklicherweise kam kein Angestellter aus sie zugeeilt und sie konnte die Brillen schnell anprobieren. Letztendlich entschied sie sich für ein silbernes Modell, das an den äußeren oberen Ecken der Gläser fast tränenförmig zulief. Sie legte einfach das ganze Geld hin, wobei der Verkäufer große Augen machte. Vermutlich hatte sie viel zu viel gegeben. Sie setze sich die Sonnenbrille auf die Nase und konnte die Augen endlich ganz aufmachen. Sie blickte sich richtig um und staunte über die Schönheit dieses Platzes. Als ihr Blick an der Uhr hängen blieb stockte ihr der Atem. Sie hatte nur noch eine Stunde um aufs Gleis zu kommen. Und sie kannte noch nicht einmal den Weg! Über 20 Minuten irrte sie auf der Suche nach dem Bahnhof hin und her. Als sie endlich den Eingang erreichte, standen ihr Gepäckwagen und ein Mann mit verdeckten Gesicht davor. Er nickte ihr zu und eilte davon. Es schlug halb, als sie endlich die Gleise betrat. Da die Lestranges sie immerhin die Zeitung lesen ließen, nachdem sie nicht mehr aktuell war, kannte sie sich in der Welt der Zauberer einigermaßen aus und wusste, dass sie auf das Gleis 9 3/4 musste. Dazu lief man auf den Pfosten zwischen Gleis neun und zehn zu. Theoretisch sollte man dann zum Steig kommen. Ob es auch praktisch stimmte, sollte sie gleich herausfinden. Sie blickte sich um und passte den richtigen Moment ab. Mit dem Wagen vor dem Körper rannte sie auf die Wand zu, die immer näher kam. Sie schloss die Augen und schauderte, bei dem ungewohnt wabbeligen Gefühl des Inneren der Wand. Schon stand sie auf dem überfüllten Bahnhof und zwängte sich durch die Massen von Kindern, die sich von ihren Eltern verabschiedeten. Ohne einen Blick zurück setzte sie einen Fuß in den Zug. Plötzlich sprang ein schwarzer Fleck von ihrem Oberteil ab und flog, schwarze Rauchfeden hinter sich herziehend davon. Einige Erwachsene musterten sie misstrauisch und wandten dann mit gerunzelter Stirn den Blick ab. Liana schüttelte den Kopf und betrat den Zug. Das war bestimmt irgendein Aufspürungszauber von Bellatrix gewesen. Damit sie in den Zug stieg und nicht davonlief. In etwa die Hälfte der Abteile waren noch leer. Die meisten trafen erst jetzt am Bahnhof ein, oder verabschiedeten sich noch. Liana verdrehte die Augen und nahm sich eins der hinteren Abteile. Bei Merlins Bart, was würde sie jetzt für eine Ausgabe des Tagespropheten geben, um diese Wartezeit zu verkürzen. Mit sich kämpfend holte sie eins ihrer Zauberbücher - sie erwischte Lehrbuch der Zaubersprüche Band 1 - heraus und begann darin zu blättern. Sie fand darin den Zauberspruch "Wingardium Leviosa" und die Erklärung mithilfe von "Das Wutschen und Wedeln". Aus reiner Neugier und da sie gerade niemand sehen konnte, holte sie ihren Zauberstab hervor und räusperte sich. "Wingardium Leviosa!" Auf einmal knallte es und aus ihrem Zauberstab sprühten Funken. Gleichzeitig begann jedoch ihr Buch zu schweben und zu rauchen. Schnell klopfte sie es ab und steckte den Stab weg. Gegen das darauffolgende konnte sie nichts tun. Sie begann so heftig zu lachen, dass ihr die Tränen kamen und sie sich die Sonnenbrille abnehmen musste, um sie wegzuwischen. Auf einmal sah sie zwei gleichaussehende Jungen mit roten Haaren, die ihre Köpfe zur Tür hineinsteckten. Liana war geschockt von ihrem verhalten und setzte die Brille, mitsamt ihrer ausdruckslosen Mine auf.

    | Mir ist bewusst, dass Bellatrix zu dieser Zeit schon in Askaban sein sollte, doch sonst würde das nicht mit meinen Vorstellungen zusammenpassen und jetzt hoffe ich, dass ihr mir das verzeihen könnt;)
    Ps: Sorry für das kurze Kapitel ich habe gerade ein bisschen Stress. |

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    "Hey, wer feiert hier eine Party ohne uns?", fragte der linke der beiden. Der andere sah ihn bestätigend an. "Ja, so geht das nicht!" Sie schmunzelten und schienen gar keine Antwort abzuwarten. Sie unterhielten sich selbst. "Na, George - da ist wohl kein Platz mehr - in den anderen Abteilen. - Jetzt müssen - wir wohl hierbleiben. Schade - nicht wahr, Fred?" Liana war komplett verwirrt, da sie immer abwechselnd ihre Sätze beantworteten. Anstatt etwas zu sagen blieb sie einfach still und setzte sich näher ans Fenster, um stumm nach draußen zu starren. Die beiden - es mussten Zwillinge sein - sahen sie an. Offenbar erwarteten sie eine Antwort. Doch sie blätterte weiter im Buch herum. Allerdings probierte sie keinen der Zauber aus, sie wollte nicht, dass sich so etwas wiederholte.  Geistesabwesend kratze sie sich an einer Narbe am Handgelenk und erstarrte. Wieso konnte man sie sehen? Vorsichtig tastete sie in ihr Gesicht und spürte auch diese wieder. Eilig ließ sie die eine unter dem Ärmel verschwinden und stütze ihre Wange scheinbar unauffällig an der anderen ab, so dass man die lange Narbe in ihrem Gesicht nicht sah. Verdammt, was sollte sie nun machen? Wenn jemand sie so sah... Liana schluckte. In Gedanken versuchte sie sich zu erinnern, welchen Zauber Bellatrix gesprochen hatte. Doch sie konnte sich nicht einmal an den ersten Buchstaben des Spruches erinnern. Plötzlich spürte sie ein qualvolles Stechen in den Narben und bemühte sich ihr Gesicht nicht zu verziehen. Dank der Brille sah man die Tränen nicht, die ihr in die Augen traten. Die Brüder waren aber damit beschäftigt sich über die neuesten Rennbesen zu unterhalten und bemerkten nichts. Sie bohrte ihre Fingernägel in die Sitzpolster und sah ihre Knöchel weiß anlaufen. Genauso schnell wie er gekommen war, war der Schmerz auch wieder weg und sie staunte, als die Narben wieder kleiner wurden und verschwanden. Was war denn das jetzt gewesen? "Was war denn das jetzt?", hörte sie plötzlich einen der beiden anderen sagen. Erschrocken sah sie ihn an und bemerkte erleichtert, dass er bloß ein heftiges Ruckeln des Zuges gemeint hatte. Dann allerdings sah er ihr auf die Brille. "Wieso hat die dunkle Gläser?" Sie sah ihn nur an und erwiderte nichts. Da sagte der andere zu ihm. "Das sind diese Muggelbrillen gegen Sonne. Dad erforscht doch Muggelsachen, das hat er bestimmt schon öfter gesagt." Der andere nickte. "Das kann schon sein, aber ich höre ihm nie zu, wenn er damit anfängt."  "Bist du Muggelstämmig?", fragte der rechte. Konnten die sich nicht um ihre eigenen Probleme kümmern? "Nein", sie wusste es nicht, aber vielleicht hörten sie dann mit der Fragerei auf. "Wieso trägst du die Brille?"  Sie seufzte genervt. "Weil meine Augen empfindlich gegen Sonnenlicht sind!" Immerhin Stille, die sie ausnutze um ihren hämmernden Kopf gegen die Scheibe sinken zu lassen. Doch nach 2 Minuten begannen sie schon wieder zu quatschen. "Ich wusste nicht, dass es das gibt. Und da gibt es keinen Zauber oder so?", fragte der linke nachdenklich. Sie schüttelte den Kopf. Sie vertieften sich wieder in ein Gespräch und ließen sie in Ruhe. Das Gerede der beiden rückte in den Hintergrund und sie schlief im Sitzen ein.
    Sie wurde wach, als sie einen Schatten über sich erkannte. Automatisch fuhren ihre Hände nach oben, um sich abzuschirmen. Da erst erinnerte sie sich wo sie war und ließ sie wieder sinken. "Dachtest du etwa ich würde dich schlagen?" Der Zwilling musterte sie erschrocken. "Nein!", schnauzte Liana und sprang auf. Sie schnappte ihren Umhang und rannte in die Toilette um sich schnell umzuziehen. Als sie zurückkam saßen sie immer noch am selben Platz. "Wo warst du?" Sie blickte fassungslos auf den Umhang, den sie trug. "Shoppen", meinte sie sarkastisch und verstaute ihre Sachen. Die Zwillinge lachten auf und sie verdrehte die Augen. "Die Sonne ist untergegangen", meinte der linke und verengte die Augen zu Schlitzen. "Ja und?", fragte sie. "Es ist dunkel", meinte der rechte. Da verstand sie. Es war wohl Zeit die Brille abzunehmen. Irgendwann musste sie sich ja sowieso an das Licht gewöhnen. Zuerst war alles blau und grün und wurde nur langsam wieder normal. Fred und George musterten sie verblüfft. "Kraaaasss, Fred schau dir mal, ihre Pupillen sind so groß wie ihre Augen." "Echt so, ich kann nicht einmal ihre Augenfarbe erkennen", hauchte der andere fasziniert. "Würdet ihr das bitte lassen?", fauchte sie. Die Zwillinge fuhren zurück. "Was denn lassen?", fragten sie gleichzeitig. "Mir verdammt noch einmal in die Augen zu starren!" Doch sie waren schon wieder abwesend. Der rechte starrte aus dem Fenster und beobachtete fasziniert, wie Hogwarts langsam am Horizont erschien. Der linke, sie glaubte, dass es George war, starrte abermals ihre Augen an. Sie wollte ihn gerade lauthals an ihre Warnung erinnern als sie ihn lachen hörte. "Karamellfarben", meinte er und ging dann auch ans Fenster. Karamell? Was war denn karamellfarben? Da fiel es ihr wie Schuppen vor die Augen. Ihre Augen! Sie hatte ganz vergessen ihre Augen anzusehen. Ihre Farben waren im Kerker nicht wichtig gewesen. Waren sie auch jetzt nicht, rief sie sich in Erinnerung. Hogwarts war ja schön und gut, aber alleine die Gewissheit, in diesen Keller zurückzumüssen... Auch den Zwillingen konnte sie nicht trauen. Vielleicht hatten die Lestranges sie auf sie angesetzt. Um zu sehen, ob sie etwas ausplauderte. Weshalb sollte sonst jemand so nett zu ihr sein. Sie verzog das Gesicht und bestrafte sich für ihre Naivität. Sie stellte sich ans Fenster und blickte auf den See, auf welchem sich das Wasser kräuselte, und musste seufzen.

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    Slytherin... Slytherin... Immer wieder hallte es durch ihren Kopf, als die Liste der Namen immer kürzer wurde. Dabei war sie mit F doch sehr weit vorne. Obwohl eigentlich war es egal, wohin sie kam.

    Sie müsste zurück wenn sie es morgen nicht machte. Trotzdem, wenn sie nach Slytherin kam, könnte sie vielleicht... Nein, sie konnte nichts riskieren und dahin zurü... "Liana Filliden", die Stimme der Professorin mit dem grauen, streng zurückgebundenen Haar, holte sie in die Wirklichkeit zurück.

    Sie fühlte sich unheimlich leer und ging emotionslos nach vorne. Als der Hut ihren Kopf berührte, fing jedoch alles wieder an. Slytherin... Nein, nicht... See... morgen... Ausweg... Da hörte sie eine alte, krächzende Stimme in ihrem Kopf. "Du musst an dich selbst denken und nicht an das, was andere von dir verlangen, dummes Mädchen." Ebenso in Gedanken sprach sie zurück. "Ich denke an mich selbst ich will nicht zurück!" "Du bist keine Slytherin und das wissen wir beide, ich kann dich nicht in dieses Haus schicken."

    In ihr zerbrach die letzte Hoffnung. Die letzten Worte des Hutes hörte sie nur noch am Rande. "Du bist stärker als du denkst, gib nicht auf, du schaffst das und kannst eine schöne Schulzeit hier haben, wenn du es zulassen willst. Ich schicke dich nach GRYFFINDOR!" Wie ferngesteuert ging sie auf den Tisch zu und setzte sich behutsam auf die Bank. Sie starrte auf die Goldteller und wünschte sich, jemand anderes zu sein.

    Erst als sie angesprochen wurde, sah sie auf. Das erste, das ihren Blick auffing, war ein roter Haarschopf. Sie seufzte und frage sich, ob sie jemals von ihnen in Ruhe gelassen werden würde. "Na so ein Zufall. Sind wir doch im gleichem Haus wie Mrs. Sunlight", die Zwillinge sie schauten verschmitzt an.

    Liana schnaubte und wandte sich dem Teller zu. Sie konnte gar nicht glauben, dass sie so viel essen konnte wie sie wollte. Sie hatte immer gerade genug bekommen, um nicht zu verhungern. So aß sie nicht viel. Es war bestimmt nicht gerade gesund, nach elf Jahren Hungern viel auf einmal zu essen. 

    Während sie fertig war und müde am Tisch saß, aßen die anderen noch an ihrer ersten Portion. Schließlich erläuterte der Schulleiter noch die Regeln und Verbote und die Vertrauungsschüler führten sie endlich in die Gemeinschaftsräume. Erstaunt beobachtete Liana die sich bewegenden Bilder und Gemälde. Sie wirkten wie vergrößerte Versionen der kleinen Bildchen im Tagespropheten, nur waren sie in Farbe und wanderten im gesamten Schloss umher. Sie winkten, zeigten begeistert auf die neuen Schüler und beschwerten sich über den Lärm.

    Nachdem der Vertrauungsschüler das Passwort genannt hatte, schwenkte das Gemälde einer dicken Frau zur Seite und sie konnten durch das Porträtloch klettern. Ihnen wurden die Schlafsäle gezeigt und die meisten Erstklässler gingen sofort ins Bett und auch Liana war müde.

    Jedoch beschloss sie noch in dem gemütlichen, roten Sessel am Feuer sitzen zu bleiben. Nach einer Weile saßen nur noch sie und fünf andere Schüler im Gemeinschaftsraum. Bis sich auch die drei Viertklässler erhoben und ihnen rieten auch zu Bett zu gehen.

    Da erst bemerkte Liana, dass die zwei letzten Schüler die Zwillinge waren. Sie hatten sich eben noch über etwas seltsames unterhalten. Liana glaubte das Wort 'Toilettenbrille' und 'Post' gehört zu haben. Doch als sie sich aufsetzte, um auch zu Bett zu gehen, bemerkte sie, dass sie eingeschlafen waren.

    Da begann es zu knistern und zu knacken und das Feuer loderte auf. Liana stand vor Schreck auf und sprang hinter den Sitz, als sie einen Kopf im Feuer erkannte. Geschockt erkannte sie Bellatrix' lockige Haare.

    "Na Mädchen? Wie geht es dir?" Zu verschreckt um zu antworten, blieb sie stumm. Sie hatte es herausgefunden. Jetzt war alles vorbei. Irgendwie würde sie sie holen und wieder in den Kerker sperren.

    Da wurde Bellatrix laut. "Hab ich dir nicht gesagt, dass du nach Slytherin kommen sollst! Und du törichtes Ding kommst auch noch nach Gryffindor!", sie stieß ein rauchiges Lachen aus und begann dann zu grinsen. "Ich freue mich schon darauf dich wieder zu sehen... Wenn ich du wäre würde ich es mir nicht zu gemütlich machen!"

    Ihr darauffolgendes Gackern verursachte eine Gänsehaut. Sie ließ sich auf den Sessel fallen und starrte verzweifelt in das Feuer. Doch Bellatrix war verschwunden und kam hoffentlich nicht so schnell zurück. Ihr Kopf war leer und nur lansgam formte sich ein Gedanke. Sie musste hier weg. Sonst würde Bellatrix sie holen oder irgendjemanden schicken um sie zu erwischen.

    Ausgerechnet jetzt bemerkte sie mit einem Schrecken, dass sich die Zwillinge regten. Ohne viel zu überlegen stürmte sie aus dem Raum und rannte durch die Korridore. Sie verlief sich oft und wusste bald nicht mehr wo sie sich befand, doch irgendwie schaffte sie es zum Ausgang.

    In Gedanken verfluchte sie sich selbst. Natürlich waren die Tore verschlossen, es war bestimmt schon zwei Uhr nachts. Da hörte sie Schritte näherkommen und blickte sich hektisch nach allen Seiten um. Das war bestimmt Filch! Ihr Blick fiel auf ein riesiges Gemälde, welches sehr verdächtig aussah. Liana rannte zum Bild und versuchte es irgendwie aufzubekommen. Sie tastete den Rahmen nach einem Hebel oder ähnlichem ab und blieb an einem rostigem Nagel hängen. Sie hörte wie der Nagel scheppernd auf dem Boden landete und die Stille durchschnitt.

    Auf einmal öffnete sich das Porträt mit einem leisem Quietschen und sie sprang ohne Bedenken hinein. Als es mit einem dumpfen Geräusch hinter ihr zufiel war es stockdunkel. Aber immerhin verklangen die Schritte in der Ferne und Liana spähte um die Ecke. Überrascht musterte sie das Gebüsch, durch das ein feiner Lichtschimmer in den schmalen Gang fiel. Offenbar hatte sie einen alten Geheimgang gefunden. Sie kämpfte sich kurzerhand durch die Sträucher und fand sich auf der Anhöhe über dem See wieder.

    Mit leuchtenden Augen betrachtete sie die leuchtende Wasseoberfläche und vergaß die Verfolgungsjagd sofort. Sie setzte sich ans Ufer und erzeugte mir ihrer Hand leichte Wellen im Wasser. Es war so ruhig und das Schloss so wunderschön in in dieser Dunkelheit. Obwohl es Nacht war, wurden fackeln an den Außenwänden für die Beleuchtung benutzt. Das Wasser war sehr beruhigend und Liana konnte sich endlich vom ganzen Trubel des Tages erholen.

    Sie nahm ihre Hand aus dem Wasser und stand auf. Auf einmal hörte sie ein Rascheln und blieb stocksteif stehen. Mit suchenden Augen blickte sie sich um und huschte in das schützende Gebüsch. Geduckt lief die eine Weile um den See herum und fand sich schließlich unter einem kleinen Baum wieder. Wer auch immer sie beobachtet hatte, würde hoffentlich von ihr ablassen und sie nicht erkennen oder verpetzten. 

    Ein kleiner Abschnitt des Bodens erstreckte sich wie eine Steg über das Wasser. Liana setzte sich und begann zu überlegen. Als sie schließlich einen Entschluss gefasst hatte, überwiegten die Kontras nun doch und sie blickte traurig auf das nun trostlos wirkende Wasser.

    Zum Testen ließ sie ihre Beine ins eisklate Wasser gleiten, als sie plötzlich von etwas gepackt und in Richtung Wasser gezerrt wurde. Sie stieß einen erstickten Schrei aus krallte sich in die Grasbüschel. So hatte sie es nun auch nicht geplant. Sie hörte Stimmen näher kommen und entdeckte die Weasley Zwillinge auf sie zuhasten.

    Was machten die denn hier? Sie würde aus diesem Schlamassel schon alleine wieder hinausfinden! Plötzlich wurde ihr linkes Bein von einem schrecklichem Schmerz durchzogen und mit einem einzigen Ruck verschwand sie vollständig unter Wasser.

    Wie in Zeitlupe sank sie in die Tiefe und konnte sich bewegende Schemen über der Oberfläche sehen. Sie sah wie eine Hand ins Wasser tauchte und tastend nach ihr suchte, bis sie zu tief unten war, um etwas zu erkennen.

    Sie ließ sich treiben. Vielleicht war es Schicksal gewesen, dass  sie auf diese Weise erlöst wurde. Vielleicht sollte es so sein. Sie Bellatrix' Lachen, doch sie hatte nicht genug Kraft um sich umzusehen. Langsam schloss sie die Lider, als das Ungeheuer sie losließ und sie nach oben trieb. Dennoch war Liana am Grund des Sees und würde die rettende Oberfläche nicht mehr erreichen.

    Sie konnte die Luft nicht länger anhalten und spürte, wie das Wasser in ihre Lungen strömte und Liana versuchte zitternd Luft zu holen. Ihr Herz wummerte und ihre Lunge brannte, bis der Schmerz plötzlich verschwand.

    Lianas Lider flatterten, als ihr Körper nach oben trieb und sie die Oberfläche durchbrach. Alles um sie herum wurde schwarz und sie spürte, wie sie fiel.

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    Ihr Schädel wummerte und ihr war kalt. Ihre Augenlider flatterten und sie holte keuchend Luft. Sie öffnete die Augen und fand sich in einem Zugabteil wieder. Was war passiert? Ihre gesamte Kleidung war trocken. Sie sah aus dem Fenster und sah, wie sie langsam von einem Bahnhof abfuhr. Wie war das möglich? War sie nicht gerade ertrunken?

    Sie blickte nach oben und erkannte ihren Koffer, allerdings ohne Ink. Befand sie sich etwa im Hogwarts Express? Wurde die Zeit um einen Tag zurückgespult und sie fuhr jetzt wieder nach Hogwarts? Plötzlich öffnete sich ihre Abteiltür und vor ihr stand ein rothaariges Mädchen. "Hi, ich bin Lilly Evans, kann ich mich vielleicht zu dir setzten? Die anderen Abteile sind voll." Lily WAS? DIE Lily Evans, die später James Potter heiraten sollte? Die Mutter des berühmten Harry Potter?

    Sie stand noch immer in der Tür und musterte sie fragend. "Ähm... Ja, natürlich kannst du dich setzten..." Sie strahlte. "Danke! Ist das auch dein erstes Jahr? Ich bin Lily, oh das hab ich natürlich schon gesagt, tut mir leid und wie heißt du?" Liana musste erst einmal mit dem Redeschwall, der auf sie einfloss zurechtkommen. "Liana Filliden", sagte sie dann. Wie konnte das sein? Vor ihr saß LILY EVANS? Hatte sich die Zeit nicht um einen Tag sondern um 30 Jahre verändert?

    "Ist alles in Ordnung? Du siehst ein bisschen durch den Wind aus", fragte Lily. "Alles gut. Was weißt du über Hogwarts in diesem Jahr, dem Jahr...", scheinbar unauffällig wartete ich, dass sie mir die Jahreszahl sagte. "1971?" Liana schlug sich mit der Hand auf die Stirn. "Ja, natürlich 1971, danke." Oh, Mann. 1971. Es waren wirklich 30 Jahre. Wie war das möglich? Im einen Moment ertrank sie im schwarzen See und im nächsten saß sie im Hogwarts Express mit Lily Evans. Wenn sie das irgendjemanden in ihrer Zeit erzählen würde, bekäme sie bloß seltsame Blicke als Antwort. Plötzlich wurde ihr schlecht. WENN sie zurückkehren würde. Wobei, sie hatte nichts, dass sie in der anderen Zeit hielt. Hier gab es noch keine erwachsene Beatrix, die nur darauf wartete, sie in die Finger zu kriegen. Nein, sie würde nicht zurückkehren! Sie konnte auch hier ein gutes Leben führen! Ohne Bellatrix.

    "Also bist du Muggelstämmig? Hast du Geschwister?", fragte Liana. Natürlich wusste sie die Antwort, aber ansonsten wäre es auffällig. "Ja, ich habe eine ältere Schwester, aber sie ist...", Lily sah traurig auf den Boden. "Was ist denn los?" Lily sah ihr in die Augen. "Petunia ist eiffersüchtig auf mich, weil sie ein Muggel ist und ich eine Hexe bin. Meine Eltern waren so stolz, als ich den Brief bekommen habe", erklärte sie. "Hast du auch Geschwister die vielleicht sogar auf Hogwarts gehen? Stammst du aus einer Zaubererfamilie? Liana starrte aus dem Fenster. "Ich weiß es nicht", antwortete sie schlicht und wandte sich wieder Lily zu. "Hm, was?", fragte diese sie. "Adoptiert." "Oh", entfuhr es ihrer Sitznachberin, "das tut mir Leid." Liana zuckte mit den Schultern. "Es ist okay." Natürlich war es nicht okay, aber sie musste mitspielen, bis sie herausfinden konnte, was da passiert war. "Auf welches Fach bist du schon...", Lily wurde unterbrochen, als ein Junge mit längeren, schwarzen Haaren vorsichtig die Abteiltür aufschob.

    Lily sprang auf. "Da bist du ja endlich Sev, ich hatte mir schon Sorgen gemacht." Die rothaarige Hexe sah zwischen den beiden her. "Liana, Severus. Severus, Liana." Sie nickten sich bloß zu und Severus setzte sich zu Lily, die sich sogleich wieder an Liana wandte. "Also... Auf welches Fach freust du dich schon am meisten?" Liana zuckte mit den Schultern. "Keine Ahnung, vielleicht auf Verwandlung und du?" Lily begann zu strahlen. "Ich freue mich schon auf Zaubertränke!" Dann runzelte sie die Stirn. "Und du Sev?" Der Angesprochene räusperte sich. "Verteidigung gegen die dunklen Künste", sagte er leise.

    Während der Fahrt war Liana bemüht, sich keine Unruhe ansehen zu lassen, doch zusätzlich zu ihrem Zeitsprung, war ihr auch Severus Snape nicht gerade sehr sympathisch. Dennoch lächelte sie freundlich und Lily schien tatsächlich nichts aufzufallen. Plötzlich sah letztere aus dem Fenster und schrie leise auf. "Wie spät es schon ist! Ich habe ganz die Zeit vergessen!" Severus murmelte etwas von wegen, er müsse seinen Koffer aus einem anderen Abteil holen und würde sie dann am Bahnsteig treffen.

    Die beiden Hexen zogen sich rasch ihre Umhänge über und sahen aus den Fenstern, bis sie auf dem Bahnhof in Hogsmeade einfuhren. Der Zug kam ruckartig zum Stehen und Lilys Koffer machte einen Ruck und flog genau auf seine Besitzerin zu. Da sprang Liana auf und fing ihn reflexartig auf. "Bei Merlin, danke." Die beiden hievten ihre Koffer durch die Gänge und versuchten sich in der Menschenmasse nicht zu verlieren. Als sie endlich beide Füße auf den Boden setzte, seufzte Liana auf. "Erstklässler zu mir!", rief eine raue Stimme und ein riesiger Schatten zeichnete sich im spärlichen Licht ab. "Na los, keine Scheu, Erstklässler zu mir!" Der riesige Mann trat ins Licht. Seine Körpergröße lag bestimmt bei 2 1/2 Metern. Sein Gesicht war von einem zotteligen Bart, der in seinen Haaren verlief bedeckt. "Also, alle in die Boote, pro Boot vier Personen", meinte der Mann und setzte sich selbst in eins.

    Lily packte sie am Handgelenk und zog sie auf eins der Boote zu. Da ließ sich Severus in diesem nieder und winkte seine Freunde, an den beiden Mädchen vorbeischielend zu ihm. Lily sah traurig aus und sie setzten sich in ein anderes Boot.

    Als alle saßen, setzten sich die Boote von alleine in Bewegung und beförderte sie schaukelnd über den See in Richtung der anderen Uferseite. Während Lily mit den anderen beiden Mädchen im Boot sprach, starrte Liana auf die Stelle an der sie vorhin ertrunken war. Was Fred und George wohl gerade machten? Sie schüttelte den Kopf. Das war ihr doch egal.

    Das Mädchen mit den hellbraunen, lockigen Haaren - Liana hatte ihren Namen vergessen - tauchte ihre Hand ein Stück in den See und Liana zog sie noch gerade rechzeitig zur Seite. Ein riesenhafter Tentakel lugte aus dem Wasser und verzog sich gleich wieder, wobei das Boot grausam knarrte. Das Mädchen stieß einen spitzen Schrei aus, als sie auf Grund des Wackelns plötzlich zur Seite kippte, und ins Wasser krachte. Durch den Lärm aufgeschreckt starrten alle anderen zu ihrem Boot und Hagrid spähte zu ihnen hinüber. Da rief das Mädchen panisch aus. "Ich kann nicht schwimmen!" Im benachbarten Boot stieß ein Junge mit verwuschelten, dunklebraunen Haaren einen verächtlichten laut aus. Lily funkelte ihn an und erwiederte etwas, doch Liana hörte es nicht. Sie beugte sich gefährlich weit über den Bootsrand und packte das Mädchen am Arm und zog sie hoch. "Lily, kannst du mir vielleicht helfen?" "Oh, natürlich tut mir Leid!" Mit vereinten Kräften zogen sie die patschnasse Hexe zurück ins Boot. "D-d-a-anke", stotterte sie mit klappernden Zähnen.

    Nachdem das Mädchen in Hagrids riesigem Pelzmantel verschwunden war, um sich aufzuwärmen, legten die Boote am Ufer an und sie traten durch das riesige Tor in eine ebenso große und prächtige Eingangshalle. Sie stellten sie das Gepäck ab und Hagrid führte sie einige Treppen hinauf. Dort wurden sie bereits von einer Hexe mit streng zurückgebundenem, braunen Haar, und ungeduldiger Miene erwartet. Sie sah auf als die Schüler kamen. "Sie können in die Halle gehen Hagrid, ich übernehme sie jetzt." "In Ordung, Professor McGonagall."

    Kaum war der Wildhüter verschwunden, wandte sich Professor McGonagall ihnen zu. "In ein wenigen Stunden werden Sie sich in ihre Schlafsäle begeben, doch zuvor müssen Sie in Ihre Häuser eingeteilt werden. Während Ihrer Zeit in Hogwarts ist Ihr Haus gleichzeitig Eure Familie. Es gibt die Häuser Hufflepuff, Ravenclaw, Gryffindor und Slytherin. Jedes Haus steht für seine Eigenschaften und der sprechende Hut wird Sie einteilen." Sie blickte kurz über die Schulter. "Wir Sind nun bereit. Bilden Sie eine Zweierreihe und folgen Sie mir!" Severus sah sich nach Lily um und trat einen Schritt auf sie zu, doch Lily sah demonstrativ an ihm vorbei und stellte sich neben Liana. Diese erntete einen giftigen Blick von Severus. In was war sie denn da wieder hineingeraten?

    Als sie schließlich zum zweiten Mal an diesem Tag auf den Lehrertisch und den Hut zusteuerte, fragte sie sich, ob sie wieder nach Gryffindor kommen würde. Immerhin war sie dieselbe Person wie zuvor. Oder hatte der Zeitsprung etwas mit ihr gemacht?

    "Mika Avèz!", das Mädchen, welches in den See gefallen war und mittlerweile von Professor McGonagall trocken gezaubert wurde, trat vor und setzte sich auf den Schemel. Es dauerte einige Sekunden. "GRYFFINDOR!" Der Tisch des Hauses klatschte und Mika lief strahlend auf ihn zu. "Sirius Black!", der gutaussehende Junge neben dem, der Mika vorhin so verächtlich angesehen hatte, ging selbstbewusst nach vorne. Liana verdrehte die Augen. So ein arroganter Schnösel. "Kaum hatte der Hut seinen Kopf berührte schickte er ihn schon nach "GRYFFINDOR!" Er sag kurz ein wenig verunsichert aus und sein Lächeln geriet ins Wanken, dennoch schritt er stolz auf den Haustisch zu. Danach folgten noch viele weitere Namen und Lily kam nach Gryffindor.

    "Liana Filliden!" Gespannt tragt Liana nach vorne und wartete auf die Worte des Hutes. "Hm? Kenne ich dich nicht schon?" "Was?", dachte die junge Hexe. "Ach nichts, nichts", murmelte der Hut. "Ich sehe, dir wurde viel Leid zugefügt und doch sitzt du nun hier, gesund, bis auf die Narben, die sich auf deinem Körper, doch auch auf deiner Seele befinden. Du trägst das Opfer der Zeit in dir und hast noch vieles vor dir und konntest endlich ein wenig Freude in deinem Leben finden. Du legt sehr viel Wert auf Inneres und hast auch Mut um deine Meinung zu äußern. Ich schicke dich nach GRYFFINDOR!" Sie setzte sich unter Applaus an den Tisch und Lily beugte sich zu ihr. "Du hast kaum auf dem Sessel gesessen, da hat er dich schon eingeteilt, ich glaube das gab es noch nie." Was? Aber sie hatte doch mit dem Hut geredet! Sogar sehr lange. Als Lily sie ansah, zuckte sie bloß gleichgültig mit den Schultern. Auch der Junge mit den wuscheligen Haaren von vorhin wurde ein Gryffindor. James Potter, hieß er. Er setzte sich gleich neben Sirius Black.

    Als das Essen erschien und wieder verschwunden war, führten die Vetrauungsschüler sie wieder in den Gemeinschaftsraum. Sie sahen genauso aus wie in 30 Jahren. Wie war ein solcher Zeitsprung möglich? Lily und sie machte sich fertig und ließen sich in ihre Betten fallen. Lily schlief fast sofort ein, nachdem sie die erste Seite eines Zaubertränkebuchs gelesen hatte.

    Liana brauchte länger um einzuschlafen. Noch lange dachte sie nach was passieren würde. Wer war ihre Familie? Wo würde sie in den Ferien hingehen? War sie zeitgereist, weil sie gestorben war? Wenn sie wieder starb, würde sie dann wieder in die Gegenwart oder noch weiter in die Vergangenheit reisen? Oder gar in die Zukunft? Welche Rolle spielte sie in dieser Geschichte? Wenn sie eine von Lilys Freundinnen wurde, würde sie dann in der Gegenwart bekannt sein? Würde man ihren Namen kennen?

    Plötzlich erstarrte sie. Voldemort war irgendwo da draußen und plante seine erste Herrschaft. Er würde Lily und James töten. Und Sirius Black... Er würde ein Mörder werden. Wobei, Bellatrix hatte gesagt, dass Peter Pettigrew die Potters an Voldemort verraten hatte und nicht Black. Dennoch konnte Liana nicht eingreifen, sonst würde sie möglicherweise die gesamte Zukunft ändern.

    Das bedeutete, sie würde vermutlich viele Freunde verlieren und womöglich sogar ihr Leben. Wenn sie so darüber nachdachte, war es sogar sehr wahrscheinlich, sonst würde sie ja in ihrer Gegenwart, Zukunft was auch immer noch leben. Das bedeutete.... sie würde in den nächsten 19 Jahren sterben...

    7
    Es war noch dunkel draußen, als sie erwachte. Liana blickte auf den Wecker. Vier Uhr. Sie konnte nicht mehr einschlafen. Um sich auf andere Gedanken zu bringen, sprang sie unter die Dusche, darauf bedacht, möglichst leise zu sein. Als sie ihre Haare abgetrocknet, und sich angezogen hatte starrte sie mit blassem Gesicht und Schatten unter den Augen in den Spiegel. Ihre noch nasse Haare hingen vom Abtrocknen wirr in alle Richtungen und sie packte ihre Bürste. Sie frisierte die Nässe bestmöglich hinaus und tupfte die Wassertropfen ab. Mit den nun nicht mehr tropfenden Haaren, fiel ihr Blick auf den Föhn. Sie würde ihre Haare an der Luft trocknen lassen, sonst würde sie die anderen Aufwecken. Leise öffnete sie die Tür und schlich zu ihrem Bett. Sie zog langsam ihren vollen Koffer darunter hervor und holte ihren Zauberstab heraus. Danach sortierte sie alle Bücher heraus und packte sie in ihre Tasche. Liana schob den Koffer wieder zurück unters Bett und zog die Bettdecke zurecht und schüttelte das Kissen aus. Sie ging zur Tür und stieg langsam über die Wendeltreppe in den Gemeinschaftsraum hinab. Sie sah sich kurz um und öffnete ein Fenster. Mit einem ausdruckslosen Blick, den sie immer hatte wenn sie an ihre Zeit in Kerker dachte, starrte sie in die Ferne. Ihr Blick wanderte über die weiten Hügel bis zum See hinab und sie bildete sich sogar ein, den Kraken zu sehen. Ihm hatte sie zu verdanken, dass sie überhaupt hier sein konnte. Frei von Bellatrix und Rodolphus. Sie lehnte sich weiter aus dem Fenster und atmete die Kühle Morgenluft ein. Sie steckte den Kopf zurück und betrachtete den verbotenen Wald am Rand des Sees. Die Baumkronen mit den sich allmählich bunt färbenden Blättern, die sich darum stritten sich höher in den Himmel zu erstrecken. Wie schön Hogwarts doch war. Liana vergaß alles um sie herum und sah wie sich die ersten Sonnenstrahlen auf dem See brachen und ihn funkeln ließen, während die Sonne langsam aufging und höher stieg. Vögel zwitscherten und sie sah wie sich Hagrids Tür öffnete und ein Hund enzückt bellend und mit vor Freude wedelnder Rute über die Felder jagte. Liana faszinierte sich noch lange an der Schönheit der Natur, bis ein Windstoß das Fenster zustieß. Überrascht wollte Liana das Fenster wieder öffnen, ließ es dann aber bleiben. Sie drehte sich um und wollte gerade zurück in ihren Schlafsaal gehen, als sie Mika Avèz auf einem der Sessel sitzen und lesen sah. Liana ging zu ihr und ließ sich auf den Sessel gegenüber von ihr fallen. "Guten Morgen." Mika fuhr aus dem Buch hoch und murmelte ein zerstreutes. "Morgen." Liana musste lachen. "Hast du mich etwa nicht gesehen?" Mika fuhr sich lächelnd durch die Haare und zuckte mit den Schultern. "Ach ja danke noch einmals, dass du und deine Freundin Lily mich aus dem Wasser gezogen haben." Liana winkte ab. "Ist schon gut." "Richtest du Lily trotzdem noch einmal meinen Dank aus?" "Warum machst du das nicht selbst? Sie wird sowieso jeden Moment herunterkommen, es ist bald Zeiz fürs Frühstück." Mika nickte zustimmend. Es entstand eine kurze Pause. "Weißt du-", fragten die beiden gleichzeitig. Sie lachten abermals. "Du zuerst", meinten sie wieder gleichzeitig. "Nein, ernshaft du zuerst", zur selben Zeit. "Okay... Langsam wird es gruselig...", sagten die beiden. "Ich glaube ich-" "Ich-" Gleichzeitig. "Ich gehe zurück ins Zimmer", murmelte Mika ganz schnell und stand auf. Auch Liana erhob sich. "Ich komme mit." Auf einmal wurde das Fenster wieder aufgerissen und warf die Mädchen von den Füßen. Lachend standen sie auf und Liana verschloss das Fenster ganz, bevor sie in den Schlafsaal zurückkehrten. Nach dem Frühstück machten sich Liana, Lily und Mika zu ihrer ersten Unterrichtsstunde auf. Doppelstunde Zaubertränke bei Professor Slughorn. Er war ein etwas pummeliger, heiterer Mann und lobte Lily für ihre Wissen. Sie hatte ja auch lange genug gebüffelt. Die übrigen Stunden verliefen recht passabel und Liana wusste auch die meisten Antworten auf die Fragen, die ihr von den Lehrern gestellt wurden. Dennoch waren die drei Mädchen erleichtert, als der Unterricht vorbei war und sie in den Gemeinschaftsraum zurückkehrten. "Hat wer Lust auf eine Runde Zauberschach?", fragte Mika. Lily und sie ließen sich interessiert die Regeln erklären und als Lily den Zusammenhang mit normalen Schach entdeckte, versuchte sie auch gleich, Mika zu schlagen. Nachdem Mika als haushohe Siegerin das Brettspiel weggeräumt hatte, kam sie wieder zurück. "Wollen wir in die Schlaf-", Mika und Liana sahen sich kurz an und mussten schon wieder lachen, weil sie zur gleichen Zeit gesprochen hatten. Lily musterte sie mit schräg gelegten Kopf und fragte dann lächelnd. "Ihr meint, ob wir in den Schlafsaal gehen wollen?" Ein zweistimmiges "Ja", ertönte. Kugelnd vor Lachen öffneten sie die Tür zu ihrem Schlafsaal, in welchen nur drei Betten standen. Nachdem sie sich fertig gemacht hatten, setzten sie sich auf Lianas Bett, das in der Mitte stand und quatschten noch eine Weile. Liana fand heraus, dass Mika aus einer reinblütigen Zauberfamilie stammte und außerdem noch einen kleinen Bruder namens Fynn hatte. Liana fragte sich auch, warum man in ihrer Zeit nie etwas über Mika Avèz gehört hatte, wenn sie sich doch auch mit Lily befreundete. Plötzlich ertönte ein Knall aus dem Gemeinschaftsraum. Die drei Mädchen öffneten die Türen und liefen langsam die Wendeltreppe nach unten. Fast das gesamte Haus hatte sich, vom Lärm aufgeschreckt vesammelt. In der Mitte des Raumes standen Black und Potter, welchen gerade von einem Vertrauungsschüler eine Standpauke gehalten wurde. Als die Mädchen das bemerkten trotteten sie grinsend wieder zurück in ihre Räume. Auch die nächsten Tage wurden Black und Potter immer wieder dabei erwischt, Unfug zu stiften. Als Mika, Liana und Lily fünf Minuten nach Unterrichtsbeginn durch die Gänge zum Verwandlungsraum hasteten, kam ihnen ein in Gedanken versunkener Dumbledore entgegen. "Ich habe eine Aufgabe für Sie", sagte er, als er sie bemerkte. Die Mädchen blieben stehen. "Ich möchte, dass ihr zwei eurer Klassenkameraden Sirius Black und James Potter in mein Büro schickt. Sagt eurem Lehrer..", er sah kurz auf ein Blatt, dass sich magisch vor ihm entfaltete, "sagt Professor McGonagall, dass ihr von mir aufgehalten wurdet und deshalb so spät erscheint." Er zwinkerte ihnen zu und verschwand fröhlich pfeifend um die Ecke. "Ein seltsamer Mann, dieser Dumbledore", meinte Lily nachdenklich, während sie sich in Bewegung setzten. "Egal! Hauptsache Potter und Black bekommen Ärger!", strahlte Mika. Sie waren mittlerweile am Klassenzimmer angekommen und erklärten der geladenen McGonagall, weshalb sie so spät waren und schickten die Jungs in Dumbledore's Büro. Die nächsten Tage vergingen rasend und schon bald waren zwei Wochen vorbei. Die Mädchen wurden unzertrennlich und alberten andauernd herum. Besonders wenn Mika und Liana zur gleichen Zeit das selbe sprachen, mussten sie immer lachen und Professor McGonagall hatte die beiden sogar schon einmal fünf Minuten aus dem Klassenzimmer verscheucht, um sich wieder in den Griff zu bekommen und den Unterricht nicht zu stören. Liana war zum ersten Mal in ihrem Leben glücklich. Der Unterricht wurde immer anspruchsvoller und schon bald saßen die drei zusammen im Gemeinschaftsraum und hingen über ihren Büchern und zogen sich zurück, sobald Black und Potter den Raum betraten, weil es dann immer zu laut wurde. Als die Weihnachtszeit dann kam und sie nur noch wenig in Unterricht machten, atmeten alle Schüler erleichtert auf. Während Lily nach Hause fuhr, un mit ihrer Familie Weihnachten zu feiern, blieben Mika und Liana in Hogwarts. Doch auch stellte sich Liana die Frage, was in den Sommerferien passieren würde, wenn sie nicht in der Schule bleiben konnte. Als Lily sich mit gepacktem Koffer und einer Umarmung von ihnen Verabschiedet hatte und gegangen war, saßen sie eine Weile im Gemeinschaftsraum und quatschten über dies und das. Auch erzählte Mika auf ihre Nachfrage hin, dass sie zu Weihnachten hier blieb, weil ihre Familie ihren Onkel in Alaska besuchte. Es war ein Tage vor dem Weihnachtsmorgen als plötzlich Michael ein Schüler ihres Jahrgangs mitten in Geschichte der Zauberei aufgeregt zum Fenster des Klassenraumes lief und jauchzte. "Es schneit!" Und wie es schneite. Als Professor Binns, der nichts von Michael's Tat bemerkt hatte, seine leiernde Rede beendet hatte, lagen auch schon wenige Zentimeter Schnee. Mika zappelte aufgeregt herum, was ihre braunen Locken zum Wackeln brachte. "Wenn es so weiterschneit, können wir morgen nach draußen gehen und eine Schneeballschlacht machen!" Von der Idee beigeistert beobachteten die beiden am Abend wie die Schneeflocken unaufhörlich zu Boden rieselten und sahen Hagrid dabei zu wie er einen Baum nach dem anderem durch den Schnee schliff und dabei Spuren hinterließ. Die Mädchen halfen ihn auch voller Eiffer dabei, von allen zwölf Bäumen den Schnee abzuschütteln, weil Hagrid meinte, dass er dabei auf Magie verzichten wollte. Die Dekoration wurde allerdings auf die Bäume gezaubert. Als sie dann abends in ihren Betten lagen sprach Mika über ihre Familie und Liana hörte gespannt zu. "Also wir waren letztes Jahr angeln, weil mein Bruder unbedingt wissen wollte was man da macht. Mein Vater war voll in seinem Element und er geht auch jetzt noch gerne, naja jedenfalls war Fynn richtig begeistert, als wir einen Fisch fingen, aber als ihm mein Vater den Fisch zeigte, hatte er Angst vor ihm und fiel ins Wasser." Lachend fragte Liana, ob er immer noch Angst vor den Wassertieren habe. "Ja, deshalb werden Badeurlaube schwierig", meinte sie grinsend. Dann wurde ihr Blick ernster. "Du.. Wie ist eigentlich das Leben in einem Waisenhaus?" Liana blieb einen Moment still und wusste nicht, was sie tun sollte. Sollte sie es ihr erzählen? Die Wahrheit? Oder Lügen? Würde Mika sie für verrückt halten? Sie vertraute ihr und ebenso Lily, aber sie fühlte sich trotzdem noch nicht bereit dazu ihr über Bellatrix zu erzählen. Sie drehte sich vorsichtig zu Mika und erwartete schon, wie sich ihre braunen Augen auf sie richteten, doch sie erkannte, dass ihre beste Freundin eingeschlafen war. Damit war ihr vorest eine Antwort erspart geblieben. Vielleicht ließ Mika die Vergangenheit eine Weile ruhen, aber natürlich konnte man von ihr verlangen auch etwas von ihrem Leben zu erzählen. Nach Weihnachten würde sie mit Professor Dumbledore reden. Irgendjemand musste sie doch auf Hogwarts angemeldet haben. Und als Schulleiter würde er bestimmt eine Antwort kennen. In der Nacht träumte sie seltsam. Eine Frau mit schwarzem Haar und dunklen kam auf sie zu und musterte sie besorgt und traurig. Sie spürte einen Energieschwall, sah helles Licht aufblitzen und die Frau ging zu Boden. Dann begann sie zu weinen, obwohl sie nicht wusste warum. Noch als sie aufwachte liefen ihr einzelne Träne über die Wangen. Mika schlief noch und sie ging ins Badezimmer und schüttete sich Wasser ins Gesicht. Danach beschloss sie sich gleich unter die Dusche zu stellen und schlüpfte in ihre Kleidung. Die Haare ließ sie wieder an der Luft trocknen, es war sowieso Vorerst zog sie sich bloß eine bequeme Leggin und ein T- Shirt an. Sie war sich sicher, dass dieser Traum etwas mit ihrer Vergangenheit zu tun hatte, aber sie hatte ihr gesamtes Leben nur bei den Lestranges verbracht. Sie schob den Gedanken beiseite. Es war Weihnachten! Sie weckte Mika und nachdem auch diese sich angezogen hatte, setzten sie sich nebeinander auf den Boden und packten ihre Geschenke aus. Mika öffnete das Geschenk von Liana und begann zu strahlen. Sie hatte drei Pullover mithilfe von Magie angefertigt und zwei davon Mika und Lily geschenkt. Sie waren schwarz und hatten einen speziellen Aufdruck. Es war ein Herz aus den Anfangsbuchstaben der drei Freundinnen. Die kürzeren Seiten der zwei L's für Lily und Liana waren auf der inneren Seite oben, während die langen Seiten die untere Spitze bildeten. Mika's M bildete die Lücke und verbindete die beiden L's zu einem etwas eckigem Herz. Der jeweilige Buchtsabe war etwas hervorgehoben. Bei Mika's war also beispielweise das M etwas strahlender. Mika zog ihn gleich über und umarmte sie stürmisch. "Danke, danke, danke Lia!", quietschte sie wie verrückt. Auch Liana zog ihren über. "Ich habe Lily auch einen geschenkt." Dann beobachtete Mika das Motiv noch einmal genauer und ihr Blick wurde seltsam. "Was ist los?", fragte Liana. "Langsam wirst du mir echt gruselig, Kind",  meinte sie und steckte sich einen der sich verfärbenen Zauberschlangen, die sie von ihrem Bruder bekommen hatte, in den Mund. "Warum?" Sie grinste bloß. "Mach einfach mein Geschenk auf!" Mit schief gelegtem Kopf öffnete sie die Verpackung, während Mika ihr gespannt zusah. Zum Vorschein kam eine wunderschöne silberne Kette. Auf ihr hingen zwei L's und ein M. Liana lächelte. "Danke. Auch unsere Buchstaben, sie ist wunderschön." Mika lächelte und fechelte mit noch einem Stab in der Luft herum. "Danke, aber sieh mal genauer hin!" Liana betrachtete die Kette genauer und entdeckte dann, dass sich die Anhänger verschieben ließen. Es klickte und sie verhakten sich inneinander. Die Buchstaben bildeten dasselbe Motiv wie das auf den Pullis. Verblüfft fing Liana an zu Lachen. "Wieso denken wir denn immer das gleiche?", fragte sie. Die braunhaarige zuckte amüsiert mit den Schultern. Von Lily bekamen beide einen verzauberten Wecker in Form einer Rosenblüte, die sich öffnete, sobald der Alarm ertönte. Als sie fertig waren, bat Mika Liana ihr die Kette umzulegen und umgekehrt. Als Mika ihre nassen Haare sah, leuchteten ihre Augen auf. "Oh bitte, bitte darf ich sie dir flechten? Dann sind sie schneller trocken!" Liana zuckte mit den Schultern und lachte. "Wenn du willst." Dann hob Mika den Zauberstab und murmelte einige Worte und Liana spürte wie sich ihre Haare zu einer komplizierten Frisur legten. Dann sah sie in den Spiegel. "Hey, du kannst das ja echt gut." Mika gab ihr einen spielerischen Hieb auf die Schulter. "Jetzt tu nicht so überrascht und lass es so darstehen, als wäre ich unfähig zu laufen." Sie alberten eine Weile herum und ihre Haare waren wieder trocken. "Gehen wir nach draußen? Es hat ja die ganze Nacht geschneit!", sagte Liana. Also stieg sie in ihre schwarzen Fellstiefel und zog ihren grauen Wintermantel an. Sie legte ihren dicksten schwarzen Schaal um und öffnete ihren Zopf. Dann griff sie nach ihrer grauen Mütze und setzte sie auf. Sie drehte sich suchend nach Mika um, als diese sie von hinten antippte und nach draußen zog. Wind bließ ihnen entgegen und es war sehr kalt. Viele Schüler waren draußen und sie machten eine riesige Schneeballschlacht. Lachend und mit roten Wangen kamen sie ins Schloss zurück. Das Festessen darauf war großartig. Auch lachten alle darüber wie Liana Sirius einen Schneeball genau ins Gesicht geworfen hatte, und er nicht gewusst hatte, wer es gewesen war. Ein paar Tage darauf kamen Lily und alle anderen zurück und der Unterricht begann wieder. Potter und Black bekamen immer wieder Strafarbeiten und Verwarnungen. Einmal trieben sie es so weit, dass sie ein Brausebonbon in einen Kessel warfen und Slughorn der Kesselinhalt ins Gesicht spritzte. Daraufin mussten sie das gesamte Pokalzimmer zweimal putzen. Erst in der gegen Ende des Schuljahres fiel Liana wieder ein, dass sie ja zu Professor Dumbledore wollte. Mitten in einem Gespräch während Lily darüber erzählte, was ihre Schwester Petunia in die Briefe schrieb, die sie ihr alle 4 Wochen schickte, stand sie auf. "Wo willst du hin?", fragte Lily. Mika sah sie bloß an. "Du willst das Buch holen, das du dir aus der Bibliothek leihen willst, oder? Davon hast du mir doch erzählt." Verblüfft weil Mika ihr half, ohne dass sie etwas zu ihr gesagt hatte, nickte sie. "Ich bin gleich wieder da." Sie lief gerade auf Dumbeldore's Büro zu, als er heraustrat. Da erblickte er sie. "Ah, Miss Filliden ich wollte gerade nach Ihnen schicken lassen." Er wies ihr an ihm zu folgen.

Kommentare (8)

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Showny ( von: Showny)
vor 32 Tagen
@Flammara
Keine Angst, wenn ich noch all meine Ideen einbaue, werdet ihr euch wünschen, dass die Geschichte endlich endet. xD
Flammara (54299)
vor 46 Tagen
Wehe die Story geht nicht Weiter
Fabienne (89886)
vor 47 Tagen
Spannend und auch ziemlich aufwühlend. Aber gut.
Trinity Euphoria (30423)
vor 85 Tagen
Ähm... Wieso sollten Zauberer keine Sonnenbrillen kennen? Das erscheint mir doch ziemlich weit hergeholt...
Pandora Black (78121)
vor 106 Tagen
Nicht gerade eine seichte kleine Romanze, oder? Aber hey, ab und zu braucht man auch mal was Düsteres. Oder nicht?

Ich hoffe trotzdem, dass es für die Kleine bergauf geht, jetzt in Hogwarts. Zwei identische Rotschöpfe könnten da genau das sein, was der Onkel Doktor verschreibt... oder der Heiler... 😉

Sprachlich ist es recht ordentlich. Nicht komplett fehlerfrei, aber, hey, deswegen gibt es den Beruf des Lektors. An einer Stelle ist aber nochmal eine kleine Überarbeitung nötig. Im letzten Kapitel, die Stelle, wo Liana ihr Geld wechselt. Das ist irgendwie schief formuliert. Geht sie zu einem normalen Muggel-Geldautomaten, oder was? Und sie nimmt sich da einfach was, sucht sich aus, was sie hübsch findet? Wie geht das? 🤔

Es ist gut, dass du später erwähnst, dass Liana alte Tagespropheten lesen durfte, das erklärt, woher sie manche Dinge weiß. Mein über-pingseliges Logik-Hirn hätte sonst einige Fragen gehabt... 🤓

Okay, also, ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht.

PS: Eine Fanfiktion darf Änderungen vornehmen. Ist Bellatrix bei dir halt noch nicht in Azkaban. Aber es ist sicher nicht verkehrt, dass du drauf hinweist. Hilft, Verwirrungen vorzubeugen. 👍
Ruby Totalus (23031)
vor 109 Tagen
Der Schluss klingt ein bisschen, als wären nur böse Menschen in Slytherin. Ach, aber wahrscheinlich ist das der Eindruck, den das Mädchen haben muss, weil sie ja alles durch den Lestrange-Filter erfährt.

Bis jetzt weiß man ja noch gar nicht, in welcher Zeit das spielt. Allein die Frage ist ja schon spannend... Ich habe gegrübelt und versucht, durch Deduktion drauf zu kommen, weil man ja ungefähr weiß, wie alt Bellatrix war, und wann sie in Azkaban war usw. Aber das ist unmöglich, denn du änderst ja vielleicht auch etwas...

Hach, spann uns doch nicht so auf die Folter, Showny!
Maxi (61916)
vor 111 Tagen
Hm... sie weiß ja schon das eine oder andere über Hogwarts und die Winkelgasse und Redewendungen mit Merlin, aber nicht ihre Haarfarbe? Das scheint mir ein bisschen unlogisch.

Aber sonst bin ich auch einfach nur gespannt, wie es weitergeht.
Karo216XD (40334)
vor 112 Tagen
Ich möchte unbedingt wissen wie es weiter geht ❤️