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Der erste Schnee

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5 Kapitel - 3.719 Wörter - Erstellt von: - Entwickelt am: - 294 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Das ist meine neue Geschichte zum Schreibwettbewerb von Sonnenflug.

Link:
http://www.testedich.de/quiz52/quiz/1515424132/Warrior-Cats-forgotten-stories

    1
    Prolog

    Der Wind rauschte durch den Wald und ließ die Blätter der Bäume zittern und rascheln. Eine hellbraune Tigerkätzin huschte auf das Plateau auf dem zwei andere Katzen standen, allerdings mit einem komischen Nebel um ihre Pfoten der funkelte wie tausend Sterne. Als die Tigerkätzin bei den anderen Katzen ankam, keuchte sie leicht. >>Müsst ihr immer schon so voraus eilen? Ich bin nicht mehr die Jüngste.<<, grummelte sie als sie wieder zu Atem gekommen ist und setzte sich. Eine der beiden Katzen mit dem Schleier um ihren Pfoten schnurrte laut und setzte sich ebenfalls, der dunkelgraue Kater vor ihr ebenfalls. >>Blütenwirbel, du hast es doch hergeschafft, dass ist die Hauptsache.<<, meinte die rote Kätzin schmunzelnd. Blütenwirbel schnaubte kurz und sah dann den grauen Kater an. >>Was ist denn jetzt so wichtig, Schieferstern?<<, fragte sie interessiert. Der Kater blinzelte und sah zu der roten Kätzin rüber. >>Rotfeder?<< Diese blinzelte und wandte sich an die getigerte Heilerkätzin. >>Blütenwirbel, sei vorsichtig. In der Nacht des ersten Schnees werden sich zwei Seiten bekämpfen. Es wird einen erbitterten Kampf geben und viel Blut wird vergossen werden. Du kannst es nicht mehr verhindern, aber du wirst erkennen, welche der beiden die Richtige ist....<<, murmelte Rotfeder. Blütenwirbel zuckte mit den Ohren. >>Welcher Kampf? Wer wird gegeneinander kämpfen?<<, fragte sie nervös. Schieferstern lächelte sie leicht an. >>Du wirst schon sehen, meine alte Freundin....<<, meinte er und verblasste leicht. >>Nein! Bitte verlasst mich nicht.... Nein...<<, rief Blütenwirbel verzweifelt und sah als letztes, bevor alles schwarz wurde, wie ihre beiden Freunde komplett verschwanden.

    2
    Kapitel 1

    Die Sonne ging langsam unter und färbte den Himmel gelblich und rötlich. Blutmond sah sich auf der Lichtung um. Dornenherz übte mit Schlangenzahn ein paar Kampftricks. Seufzend wendete Blutmond seinen Blick ab. Das Leben war wirklich nicht fair. Nur weil er rote Augen hatte, wurde er gleich in den 4. Rang versetzt. Dieser blöde Clan musste ja unbedingt die Katzen nach ihren Stärken und ihrem Aussehen richten. Wie konnten sie denn bitteschön wissen, dass Blutmond kein guter Kämpfer sein könnte? Weil er rote Augen hatte? Stimmt ja, er war ja vom SternenClan verflucht worden, na ja, meinte der Clan jedenfalls. Sobald er starb, solle er in den Wald der Finsternis kommen, so wie Pechfeder. Pechfeder war eine seiner besten Freunde, sie hatte eine verdrehte Hinterpfote. Seine anderen besten Freunde waren Schlammfuß und Schluchtwind. Schlammfuß hatte gegen eine Regel verstoßen und wurde deshalb vom 3. in den 4. Rang versetzt. Schluchtwind war die Einzige, die im 3. Rang war. Apropos Schluchtwind, wo war seine Freundin überhaupt? Er sah Pechfeder und Schlammfuß sich am Rande der Lichtung die Zungen gebend, aber von der hübschen, weißen Tigerkätzin war weit und breit nichts zu sehen. Aber kurz danach sah Blutmond Blitzstreif aus dem Kriegerbau der 1. Ränge tappen sehen, auf seinem Gesicht ein breites Grinsen. Besorgt stand Blutmond auf, als hinter Schluchtwind aus dem Bau stolperte. Eilig lief Blutmond zu der Kätzin und stützte sie. Er roch Blut und musterte Schluchtwind. Eins ihrer Ohren war eingerissen und ihr rechtes Hinterbein blutete etwas stärker. Blutmond entdeckte, dass sie dieses Bein auch nicht belastete. Vorsichtig gingen sie zum Rand der Lichtung. Schluchtwind legte sich ächzend hin, Blutmond legte sind eng neben sie. Besorgt beschnupperte er sie. >>Schluchtwind, ist alles in Ordnung?<<, fragte er. Schluchtwind drehte ihren Kopf zu ihm. >>Ja... Natürlich....<<, murmelte sie, doch Blutmond sah, wie ihre eisblauen Augen schmerzerfüllt funkelten. Sanft stupste er ihre Wange an. >>Geh lieber zu Blütenwirbel.... Dein Bein sieht wirklich nicht gut aus.<<, meinte er besorgt. Schluchtwind blinzelte unsicher, stand dann langsam auf und humpelte in Richtung Heilerbau. Blutmond sah ihr nachdenklich hinterher. Kurz darauf spürte er erneut einen Pelz neben sich. Neugierig sah er dorthin. Pechfeder lächelte ihn breit und bestimmt an. Fragend legte Blutmond den Kopf schief. Die schwarze Kätzin neben ihm schmunzelte. >>Ach komm Blutmond! Jede blinde Katze sieht doch dass du dich in Schluchtwind verliebt hast!<<, miaute sie neckend. Blutmond merkte wie ihm heiß unter dem Pelz wurde. >>Selbst wenn das so wäre, uns ist doch nicht erlaubt, Gefährten zu haben. Der Clan hat viel zu viel Angst, dass aus unseren Jungen noch mehr,, Missgeburten'' rauskommen.<<, knurrte er und sah wütend auf seine Pfoten. Pechfeder leckte sanft seine Wange ab. >>Keine Sorge, Blutmond. Es wird alles sicher noch gut werden. Ich werde wegen Schluchtwind still bleiben.<<, sagte sie mitfühlend. Blutmond sah sie dankbar an. Auf einmal hörte er einen erschrockenen Schrei. Er sprang auf und stürmte zum Kriegerbau des 4. Ranges, den Schrei hatte er sofort Nesselschweif zugeordnet. Als er in den Bau ging, stand die braune Kätzin wie erstarrt neben Wasservogels Nest. Blutmond tappte eilig dorthin, doch was er sah, wollte er gleich wieder vergessen. Wasservogel lag leblos in ihrem Nest, abgemagert und mit verfilztem Pelz. Er hatte schon seit einigen Tagen geahnt, dass die weiße Kätzin hungerte, aber dass sie verhungerte, hätte er nie gedacht. Adlerflug kam in den Bau und entdeckte Wasservogels Leichnam. Er seufzte kurz, packte Wasservogels Nackenfell und zog die tote Kätzin unsanft aus dem Bau zur Mitte der Lichtung. Nadelstern stolzierte zu seinem zweiten Anführer. >>Was ist passiert, Adlerflug?<<, fragte er kühl. >>Wasservogel ist tot. Sie ist verhungert.<<, antwortete er und wirkte dabei völlig gleichgültig. Blutmond beobachtete die beiden unglaubwürdig, als Adlerflug zwei Krieger holte, die den Leichnam aus dem Lager trugen. Blutmond sah entsetzt zu Schlammfuß. Schlammfuß schien genauso entsetzt zu sein. Es gab noch nicht mal eine Totenwache für die ehemalige Königin. Als Schluchtwind versorgt aus dem Heilerbau humpelte und zu Blutmond eilte, wandte der Kater sich an die Kriegerin. >>Blutmond, was ist passiert?<<, fragte sie besorgt. Blutmond schüttelte leicht den Kopf. >>Wasservogel ist verhungert und Adlerflug und Nadelstern verhalten sich völlig normal. Es gibt außerdem keine Totenwache für sie...<<, murmelte er, entsetzt und wütend zu gleich. >>Oh...<<, stieß seine Freundin traurig aus, stupste Blutmond dann sanft mit der Schnauze an. >>Es ist schon spät, wir sollten vielleicht ein wenig schlafen. Mit etwas Schlaf verkraften wir Wasservogels Tod besser...<<, meinte sie leise. Blutmond sah sie skeptisch an, aber er fühlte sich wirklich müde. Deshalb tappte er in den Bau, Schluchtwind direkt hinter ihm. Die Kätzin legte sich bereits in ihr Nest und Blutmond sah noch einmal auf das Nest von Wasservogel. Dann legte er sich in sein eigenes Nest. Mit leerem Blick sah er aus dem Bau, aber in ihm wütete ein hasserfülltes Feuer. Das wird jetzt ein für alle mal enden. Keiner wird mehr sterben oder verletzt werden, weil Nadelstern und die anderen daran schuld sind. Er hatte schon einen Plan, doch er musste die anderen von Diesem überzeugen. Und dieser Plan wird funktionieren, da war er sich ganz sicher.

    3
    Kapitel 2

    Unsanft vom frühen Morgenlicht geweckt, erhob sich Blutmond schwerfällig aus seinem Nest. Gähnend sah er sich im Bau um und entdeckte dass fast alle noch in ihren Nestern lagen. Nur Schluchtwinds Nest war bereits leer. Schnell machte er eine Morgenwäsche und lief dann aus dem Bau. Auf der Lichtung lagen nur Beerenglanz und Kieselnacht, die sich die Zungen gaben, und die Morgen-Patrouille, die gerade aufbrechen wollte. Schluchtwind kam gerade mit noch recht verschlafenem Blick aus dem Schmutzplatztunnel, als Blutmond aber auf sie zu eilte, wurde sie hellwach. >>Alles in Ordnung Blutmond? Ist noch jemand gestorben?<<, fragte sie besorgt. Blutmond schüttelte den Kopf. >>Nein, niemand ist gestorben. Ich muss dir aber was Wichtiges erzählen.<<, murmelte er und schob sie zum Rand der Lichtung. Schluchtwind sah ihn fragend an. >>Was gibt es denn so Dringendes?<< Blutmond blickte sie ernst an. >>Du willst doch auch, dass diese Regentschaft von Nadelstern aufhört oder? Dass wir alle nicht mehr den Katzen des 1. Ranges dienen müssen? Dass Blitzstreif dich endlich in Ruhe lässt?<<, fragte er leise. Schluchtwind schien kurz zu zögern, dann nickte sie. >>Ich habe einen Plan, wie wir das alles beenden können. Aber wir müssen uns wehren, wenn es sein muss, auch mit unserem Leben.<<, murmelte Blutmond. Schluchtwind schluckte kurz, dann neigte sie den Kopf. >>Okay. Dann erzähl mir deinen Plan.<<

    Blutmond tappte mit Schluchtwind in den Bau des 4. Ranges. Sie weckten alle nacheinander auf. Verschlafen setzte sich Pechfeder in ihrem Nest auf. >>Blutmond? Schluchtwind? Was gibt es denn?<<, fragte sie schlaftrunken. Schluchtwind musste leicht lächeln. >>Blutmond hat einen Plan, wie wir alle unsere Freiheit bekommen.<<, antwortete sie. Sofort horchte Pechfeder und auch die anderen auf. Blutmond räusperte sich. >>Sobald der erste Schnee fällt, in dieser Nacht werden wir die anderen angreifen während sie noch schlafen. Wir haben so einen Vorteil, weil sie niemals glauben werden dass wir uns erheben. Dann haben wir kurze Zeit sie zu verletzen und am besten zu töten während sie überrascht sind. Um Nadelstern werden sich ich und Schluchtwind kümmern, Schlammfuß und Pechfeder, glaubt ihr, ihr könnt es mit Adlerflug aufnehmen?<<, sagte er und sah die beiden Katzen fragend an. Diese nickten mit vor Tatendrang funkelnden Augen. Kiefernpelz stellte sich zu ihnen. >>Ich werde ihnen helfen.<<, meinte der ehemalige 2. Rang-Krieger knurrend. Blutmond nickte und fuhr dann fort: >>Zum Anfang des Angriffes wird Schluchtwind die Wache weglocken und ich werde die Wache dann erledigen, dann können wir die anderen angreifen. Schluchtwind wird jetzt gleich noch mit den Katzen des 3. Rangs reden und sie versuchen hiervon zu überzeugen. Natürlich erzählen wir nur denen den Plan, die für uns vertrauenswürdig sind.<< Schluchtwind nickte. >>Natternschwanz kann man zum Beispiel auf keinen Fall vertrauen. Der hängt ja sozusagen an Blitzstreif.<<, knurrte sie. Blutmond sah in die Runde. >>Seid ihr dabei?<<, fragte er. Sofort sprangen Mondkralle, Schimmerhauch und Lilienherz auf. Die drei Geschwister peitschten wütend mit den Schwänzen. >>Wir sind dabei!<<, sagten sie bestimmt. Kurz darauf schlossen sich auch die anderen an. Blutmond lächelte erleichtert. >>Glaubt mir, wir werden gewinnen. Wir sind mehr als die, weil sie sich für was Besseres halten. Weißfuß, du wurdest wegen deiner sechsten Zehe an deinen Vorderpfoten in den 4. Rang versetzt. Dabei wissen sie noch nicht mal, wie gut wir eigentlich kämpfen und jagen können. Das wird ihr Problem sein, sobald wir sie angreifen...<<, miaute er mit einem leicht wölfischen Grinsen. Weißfuß grinste ebenfalls und meinte: >>Wir werden gewinnen, da bin ich mir sicher.<<

    4
    Kapitel 3

    Die Katzen die aus dem 3. Rang ausgewählt wurden, schlossen sich den Rebellen an. Sie waren inzwischen in der Überzahl. Es war Abend und Blutmond beobachtete das Lager mit finsterer Miene. Schluchtwind war erneut mit Blitzstreif in einem Bau. Es ging nie gut wenn sie allein in einem Bau waren. Blutmond saß eine Weile noch am Rand der Lichtung, als Schluchtwind wieder blutend aus einem Bau tappte, ihr eingerissenes Ohr blutete erneut. Aber sonst schien sie nicht wirklich verletzt zu sein. Eilig lief er zu ihr. >>Geht es?<<, fragte er besorgt. Schluchtwind lächelte schief. >>Es ist wirklich nett, dass du dir Sorgen über mich machst...<<, murmelte sie. Blutmond lächelte jetzt ebenfalls. >>Natürlich mache ich mir Sorgen... Du bist meine beste Freundin...<<, meinte er sanft. Und noch so viel mehr... Zusammen trotteten sie zum Rand des Lagers und legten sich hin. Nach kurzer Zeit gesellte sich Pechfeder zu ihnen. Sie strahlte. >>Schluchtwind, Blutmond! Sturmwirbel und Gewitterblitz helfen uns gegen Nadelstern!<<, flüsterte sie aufgeregt. Blutmond sah sie überrascht an. >>Jemand aus dem 2. Rang?<<, fragte er nach. Pechfeder nickte eifrig. >>Sie versuchen noch ein paar andere zu überzeugen!<<, miaute sie fröhlich weiter. Schluchtwinds traurige Miene wurde sofort glücklich. Die Tigerkätzin sah Blutmond erfreut an. >>Blutmond, wenn wir den Angriff machen, dann könnten sich vielleicht noch mehr aus dem 2. Rang sich uns anschließen! Ich schlage vor, dass wir lieber zuerst zusammen die stärksten Krieger aus dem 1. Rang töten, die aus dem 2. Rang könnten wir ja eher nur bedrohen.<<, sagte sie mit leuchtenden Augen. Blutmond überlegte. >>Das könnte tatsächlich funktionieren.... Lass uns das den anderen erzählen. Geh du zum 3. Rang, ich geh zum 4. Rang.<<, meinte er dann. Sofort sprang Schluchtwind auf und sprang in Richtung der Baue. Pechfeder und Blutmond standen ebenfalls auf und tappten ihr hinterher.

    Nachdem sie alle im Bau versammelt hatten, setzte sich Pechfeder zu Schlammfuß. Schimmerhauch sah Blutmond fragend an. >>Was gibt es denn jetzt Neues?<< Blutmond lächelte. >>Wir haben gerade erfahren, dass sich Sturmwirbel und Gewitterblitz aus dem 2. Rang sich uns anschließen. Sie versuchen gerade noch mehr 2. Rang-Krieger dazu zu bringen, sich uns anzuschließen. Wenn wir diese Krieger auf unserer Seite haben, haben wir eine doppelt so große Chance auf den Sieg.<<, erzählte er dann. Alle bekamen große Augen und freuten sich. >>Außerdem fügen wir zu unseren Angriff noch etwas hinzu. Ihr wisst hoffentlich noch in welchen Gruppen ihr eingeteilt wurdet. Wir müssen unbedingt die stärksten Krieger aus dem 1. Rang töten, aber tötet Krieger aus dem 2. Rang nur, wenn sie euer Leben bedrohen. Sie könnten sich uns ja vielleicht noch anschließen.<<, fuhr er fort. Kiefernpelz knurrte. >>Woher wissen wir, dass sie uns dann nicht töten?<<, fragte er mit peitschendem Schweif. >>Das wissen wir nicht. Aber sicher ist sicher, wir wollen nicht noch mehr Feinde.<<, antwortete Blutmond gelassen. >>Hat noch jemand was zu sagen? Wenn nein, dann wären wir jetzt fertig. Bereitet euch auf die Nacht vor, sie müsste bald eintreten.<<, meinte Pechfeder dann. Jeder schwieg. >>Okay. Dann geht wieder zurück zu euren Arbeiten, das hier wird sonst noch auffällig.<<, miaute Blutmond und verließ als Erster den Bau, Pechfeder gleich hinter ihm. Er sah wie Schluchtwind kichernd mit zwei anderen Kätzinnen aus dem 3. Rang aus dem Bau tappte. Lächelnd beobachtete er sie. Pechfeder neben ihm sah ihn liebevoll an. >>Schluchtwind hat dir echt den Kopf verdreht, Blutmond...<<, schmunzelte sie. Blutmond rollte mit den Augen, lächelte aber insgeheim leicht. Wie recht sie nur hat....

    5
    Kapitel 4

    Wolken schoben sich über den Nachthimmel. Schneeflocken fielen sanft zu Boden und Blutmond deutete den anderen Katzen, in die Baue zu huschen. Er, Schluchtwind und Hasenohr flitzten lautlos zu Nadelsterns Bau. Mit einem lauten Kampfgeheul stürzten die drei sich auf den dadurch erwachten Anführer. Kurz darauf war überall lautes Jaulen und Kreischen zu hören. Blutmond bearbeitete gerade Nadelsterns Rücken mit seinen Krallen während Schluchtwind ihm die Pfoten wegschlug und Hasenohr in seinen Schweif biss. Nadelstern schrie schmerzerfüllt auf und schlug Hasenohr leichtfüßig weg. Er fuhr mit seinen Krallen Schluchtwind übers Gesicht und bäumte sich auf um Blutmond wegzuwerfen. Sofort stürzten sich Blutmond und Hasenohr wieder auf Nadelstern. Blutmond rutschte durch Nadelsterns Beine hindurch und fuhr mit seinen Krallen über seinen Bauch während Hasenohr sich erneut am Schweif festbiss. Schluchtwind gesellte sich wieder zu ihnen und zu dritt drängten sie Nadelstern aus dem Bau. Mit einem kurzen Blick auf die Lichtung, entdeckte Blutmond, dass auch alle anderen Katzen auf die Lichtung gekommen sind. Pechfeder, Schlammfuß und Kiefernpelz kämpften gegen Adlerflug, Mondkralle eilt auf sie hinzu und verließ seine Schwestern Lilienherz und Schimmerhauch. Diese töteten gerade Natternschwanz und sahen sich triumphierend an. Allerdings entdeckte Blutmond auch Beerenglanz' Leichnam, Kieselnacht lag schwer verletzt daneben. Blutmond konzentrierte sich wieder auf Nadelstern, doch dieser und auch die anderen Krieger konnten sich befreien und drängten sich zusammen. Blutmond trat vor und knurrte Nadelstern an. >>Ihr habt keine Chance, Nadelstern. Wir sind in der Überzahl und ihr habt schon einige Krieger verloren. Gib auf!<<, fauchte er. Sturmwirbel trat vor, ihr Blick richtete sich auf jemanden hinter Adlerflug. >>Federschwinge... Bitte komm zu uns... Du warst und bist meine beste Freundin...<<, flehte sie verzweifelt. Die graue Kätzin zögerte, blieb aber stehen. Nadelstern schnaubte belustigt. >>Schwacher Versuch, Sturmwirbel. Federschwinge ist im Gegensatz zu dir ihrem Clan treu. Ihr werdet alle sterben, viele von euch sind schon bereits gestorben und es werden noch weitere kommen. Angriff!<<, heulte der Anführer und stürzte sich auf Blutmond. Federschwinge nickte Sturmwirbel zu. >>2. Rang! Wir kämpfen gegen Nadelstern!<<, jaulte sie dann. Adlerflug stürzte sich auf Schlammfuß und so ging der Kampf weiter. Blutmond rollte fauchend und kratzend mit Nadelstern über den Boden. Doch irgendwann nagelte Nadelstern ihn fest und sah ihn bösartig an. >>Es war ein guter Versuch, mich zu stürzen, Blutmond. Aber leider wird er hier jetzt scheitern.<<, raunte er grinsend und biss in seinen Hals. Wie wild geworden zappelte Blutmond herum und er spürte wie er langsam schwächer wurde, das Blut floss über seinen weißen Pelz. Am Rand seines Blickfeldes wurde es bereits schwarz, als Nadelstern plötzlich weggerissen wurde. Überrascht sah Blutmond sich um und entdeckte wie Pechfeder über dem Anführer stand. >>Du hast mich in den 4. Rang gesetzt, weil ich eine verdrehte Pfote habe.<< Ihre Augen funkelten voller Zorn und Hass. >>Das wurde dein Todesurteil.<<, hauchte sie, bevor sie dann ihre Krallen tief in seine Kehle bohrte. Pechfeder drückte so fest und lange, bis aus Nadelstern ein gurgelndes Geräusch kam, bevor seine Augen glasig wurden und sein Körper still wurde. Kurze Zeit später zuckte er kurz, aber das Blut an seiner Kehle floss stetig weiter. Er zuckte immer und immer wieder, wurde danach aber auch immer wieder still. Ein wenig verwirrt beobachtete Blutmond das Ganze. Er hat ja noch weitere Leben, fuhr der Gedanke dann durch seinen Kopf. Es musste qualvoll sein, alle Leben so auf einmal zu verlieren, doch Blutmond spürte kein bisschen Mitleid, nur Zufriedenheit. Nadelstern war tot. Erschöpft stand Blutmond auf und sah sich um. Manche Katzen kämpften noch, aber die meisten lagen verletzt oder tot auf dem Boden. Doch dann entdeckte er wie Blitzstreif seine Pfote hob um Schluchtwind den Todesschlag zu verpassen. >>Nein!<<, jaulte Blutmond und bekam auf einmal einen Adrenalinstoß. Er stürmte auf Blitzstreif zu und rammte ihn hart von der Seite. Blitzstreif flog mit überraschtem Blick über die halbe Lichtung. Blutmond stürzte sich erneut auf ihn und bearbeitete ihn mit den Krallen. Ein blutroter Schleier legte sich über seinen Blickfeld und er schlug einfach nur erzürnt auf Blitzstreif zu. Bis irgendwann Schluchtwinds Stimme durch das Rauschen in seinen Ohren ertönte. >>Stopp! Blutmond! Hör auf! Er ist doch schon längst tot!<<, rief Schluchtwind laut. Der Schleier verzog sich aus Blutmonds Blickfeld und erst jetzt sah der weiße Kater, wie Blitzstreif leblos und völlig verkratzt und blutend unter ihm lag. Auch jetzt verschwand der Adrenalinstoß und Blutmond sackte zusammen. Schluchtwind beugte sich bestürzt zu ihm. >>Blutmond? Blutmond! Wir haben gewonnen! Komm schon, steh auf! Sie sind alle tot, Blutmond...<<, miaute sie besorgt. Blutmond hob schwerfällig seinen Kopf, sein Atem rasselte und er spürte wie noch mehr Blut aus seiner Kehle floss. Er sah Schluchtwind warm an. >>Schluchtwind... Es war mir eine... Ehre, an deiner.... an deiner Seite zu kämpfen... Aber meine Zeit... ist vorbei...<<, krächzte er, bemüht die Worte noch rauszubekommen. Schluchtwind entfuhr ein Schluchzen. >>Blutmond, sagt das nicht... Bitte... Du wirst nicht sterben....<<, flüsterte sie erstickt und schmiegte ihren Kopf an seinen. Blutmond legte seinen Kopf auf den Boden, zu schwach um ihn noch zu heben. >>Schluchtwind... Bitte vergiss mich nie.... Ich... Ich liebe dich... und werde... es auch immer tun...<<, flüsterte er leise, sah sie noch einmal liebevoll an bevor er dann zum inzwischen hellen Himmel schaute und sein Blick leer wurde. Die Wolken spiegelten sich in seinen roten Augen und Schluchtwind schluchzte leise neben ihm. Es war komplett still, nur ihr Schluchzen war zu hören. >>Ich liebe dich auch, Blutmond...<<, hauchte sie und stupste sanft seine Schnauze an, bevor sie weiter weinte.

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Kommentare (4)

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vor 14 Tagen
Ich liebe diese Story :)
vor 135 Tagen
Sehr schöne Geschichte. Blutmond ist als echter Held gestorben
vor 214 Tagen
^^'' xD
vor 220 Tagen
Eow!!!!!!! :D