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Die Statistik vom Quiz

Hogwarts – Dein Schicksal in der Welt von Harry Potter (für Jungs)

26.06 % der User hatten die Auswertung: Name: Patrick Serpentis Blutstatus: Reinblut Zauberstab: Ulmenholz, Thestralschweifhaar, biegsam, 12 ½ Zoll Patronus: Kobra Aufmerksam siehst du dich um. Irgendwie hattest du dir den berüchtigten Gleiß 9¾ gewichtiger vorgestellt. Doch es sieht hier aus wie in der Muggelwelt: dieselben tränenreichen Verabschiedungen, die vielen Koffer und ein Zug, in den alle einsteigen. „Dass du mir keine Schande machst“, sagt dein Vater zum Abschied und drückt dich kurz und innig an sich. Nachdenklich steigst du in den Zug ein. In welches Haus du wohl kommen würdest? Dein Vater ist in Slytherin gewesen. Wie sein Vater. Und dessen Vater. Eine lange Reihe Slytherins. Würden sie enttäuscht sein, wenn du die Tradition brächest? Ich würde enttäuscht sein, schießt es dir dann durch den Kopf. Nicht, weil du mit der Tradition brechen würdest. Ambition, List und angeborene Begabung. Es sind die Werte dieses Hauses, die dich locken. In Hufflepuff sind die Loser, in Ravenclaw die Streber und in Gryffindor die waghalsigen Vollidioten. In diesem Moment stößt dich ein magerer Junge an, als er an dir vorbeistürmt. Schwarze Haare hängen ihm in fettigen Strähnen ins Gesicht. Ein Mädchen mit roten Haaren rennt ihm hinterher und entschuldigt sich flüchtig für den Jungen. Du beachtest sie gar nicht. Wütend schaust du dem Trottel hinterher, der dich angerempelt hat. Im nächsten Moment verhakt sich sein Umhang zwischen seinen Beinen, der Junge stolpert und fällt schreiend hin. Besorgt kniet sich das Mädchen über ihn. Blut tropft aus einem unerklärlichen Schnitt, der plötzlich seinen gesamten Ärmel entlang verläuft. Zufrieden suchst du dir dein Abteil. Dich zu wehren, das hast du früh gelernt. Du überragst den Jungen, der neben dir in der Schlange steht. Sein Arm ist noch immer verletzt. Er ist damit zu niemandem gegangen. Er steht bloß stumm und klein neben dir, versunken in seinen Umhang, verdeckt von seinem Vorhang aus schwarzem Haar. Eine Spur Nervosität steht allen Neuen ins Gesicht geschrieben, die darauf warten, den sprechenden Hut anprobieren zu dürfen – auch dir. „Serpentis, Patrick“, ruft die Lehrerin endlich. Nach einem tiefen Atemzug schreitest du zum Stuhl vor den vier Haustischen und setzt dich. Der Hut rutscht dir über die Ohren. „Nun…“, hörst du eine leise Stimme. „Ganz schön viel in deinem Köpfchen. Was stelle ich mit dir an? In Ravenclaw wärest du sicher gut aufgehoben… Nein? Du scheinst mir nicht begeistert. Ich merke schon, dein Herz zieht dich nach… SLYTHERIN!“ Erleichtert reißt du dir den Hut vom Kopf und eilst zum Slytherin-Tisch hinüber, um dich neben einen großen, blonden Vertrauensschüler fallen zu lassen. „Snape, Severus.“ Snape! Das Blut in deinen Adern gefriert und eine Gänsehaut befällt deinen gesamten Körper, als der Junge aus dem Zug nach vorne schleicht. Der Hut berührt kaum seinen Kopf, da wird er schon nach Slytherin geschickt. „Ha, gleich zwei hintereinander!“, ruft der Vertrauenschüler und winkt Severus Snape neben dich. Du starrst ihn an. Nein, nein das kann nicht sein. Das ist nicht der Snape-Junge. „Mein Name ist Malfoy. Lucius Malfoy. Falls euch irgendein Schüler aus einem anderen Haus Ärger machen sollte, dann könnt ihr gern zu mir kommen.“ Du nickst, den Blick auf den Jungen neben dir gerichtet, der sich überhaupt nicht rührt. „Streiten sich deine Eltern oft?“, fragst du ihn sofort, als die Einteilung und die kurzen Reden beendet sind und das Essen erscheint. „Was geht dich das an?“, faucht der Junge erschrocken zurück. „Dein Vater ist ein Muggel, oder? Wohnst du in Spinner’s End?“, fragst du weiter. „Braucht dich doch nicht zu kümmern!“, entgegnet der Junge, nur noch schockierter. Du weißt, dass du richtig liegst. Und doch kannst du es nicht richtig glauben. Dein Vater kommt aus einer sehr reichen Familie. Deine Mutter hast du nie kennengelernt. Als du deinen Vater nach ihr gefragt hast, da war das einzige, was er dir zu ihr erzählt hat, dass deine Mutter in Spinner’s End wohnt und mit einem Muggel namens Snape unglücklich verheiratet ist. „Ich habe sie kennengelernt, als sie gerade einen Sohn bekommen hat“, hat er noch hinzugefügt. „Nachdem sie dich geboren hat, hat sie dich mir überlassen. Sie sagte, ihr Mann hätte dich ansonsten noch umgebracht.“ Dieser Snape-Junge hat dich jedoch nie interessiert. Bis jetzt. Jetzt sitzt er neben dir. Schmutzig, zusammengekauert und eigenartig. „Wir haben dieselbe Mutter“, sagst du nüchtern. Severus Snape verschluckt sich an seinem Essen. Plötzlich starrt euch jeder um euch herum an. „WAS?“ „Ich dachte, ich erspare mir das Geheimnis-Drama und platze gleich damit heraus“, erklärst du. Auch wenn es deine Beliebtheit an dieser Schule sicher nicht fördern würde, das ist dir klar. „Wie kannst du dir sicher sein?“, will Severus wissen, als ihr in den Kerkern Slytherins eure Betten bezieht. „Kann ich nicht. Ich habe es nur von meinem Vater gehört. Du wohl eher nicht“, sagst du. Gedankenversunken betrachtest du ihn. Das soll also dein großer Bruder sein. Elf Monate älter. Besonders vielversprechend sieht er ja nicht aus. „Kannst du was?“, fragst du nun. „Wie meinst du das?“, will er wissen. „Na, was hast du drauf? Spielst du Quidditch? Was kannst du schon passieren lassen?“, willst du offen wissen. „Du redest viel“, sagt Snape zurückhaltend und zieht sich in sein Bett zurück. Ein Grinsen kannst du nicht unterdrücken. Nein, du redest nicht viel, eigentlich redest du sogar sehr wenig. Du stellst die für dich interessanten Fragen bloß sofort. Keine Geheimniskrämerei, keine nervige Zurückhaltung. Dieser Snape-Junge scheint da etwas anders zu ticken. Jahre vergehen. Du wächst in der Zauberschule heran, getrennt von deinem Bruder und auf seltsame Art zugleich verbunden. Ihr gehört bei Weitem nicht denselben Welten an. Du bist beliebt und durchaus talentiert. Zauberkunst wird dein stärkstes Fach, in Verwandlung bist du ebenfalls der beste deiner Stufe. In der fünften Klasse verleiht man dir nicht nur das Vertrauensschüler-Abzeichen, sondern auch die Position des Kapitäns der Quidditch-Mannschaft, in der du als Treiber das Spiel machst. Außerdem ernennt Slughorn dich schon früh zu einem Mitglied seines Slug-Clubs. Du teilst dir einen Freundeskreis mit deinem Bruder und ihr unterstützt euch wo ihr könnt. Dennoch schottet sich Severus Snape auf seltsame Weise von allen anderen ab. Er wird mehr und mehr zum Außenseiter, verliert sich in seiner düsteren Gedankenwelt. Du hast nie das Gefühl, dass sich Severus um seine Außenseiterrolle bemitleidet. Nur die Gryffindors nerven ihn, ebenso wie dich. James Potter, Sirius Black und die ganzen Idioten um sie herum, die deinen Bruder andauernd niedermachen. Und dann ist da natürlich Lily Evans. Ach, Lily Evans - das Drama um sie und deinen Bruder würdest du wohl niemals nachvollziehen können. Nach den ZAGs in Verteidigung gegen die dunklen Künste stößt du Severus an, der immer noch in sein Blatt vertieft ist. „War doch machbar, oder Sev?“, sagst du. Wie erwartet antwortet er nicht. Noch vertieft in seinen Fragebogen schlägt er die Richtung zum See ein. „Hey, Pat!“, ruft Mulciber. Du drehst dich um. „Gehen wir noch zum See? Die meisten Mädels haben sich da zum Schwimmen verabredet.“ „Vielleicht will Severus deshalb dahin“, sagst du trocken und dein Freund lacht keuchend auf. So, wie Severus in seine Aufzeichnungen vertieft ist, lenkt ihn noch nicht mal ein Fluch ab, der ihn in Flammen versenkt, weshalb also halbnackte Mädchen? Dennoch gehst du mit Mulciber und einigen anderen Jungs hinunter zum See. Severus bemerkt die Menschen um ihn herum nicht einmal. Lachend kauerst du dich mit den anderen ins Gras und beobachtest ihn, abseits der anderen, versunken in seine Prüfungsfragen. „Den müsste jemand mal verfluchen, damit er die Finger von diesem blöden Blatt lässt“, sagst du in dem Moment, in dem James Potter und Sirius Black aus dem Schatten einer Eiche auf Snape zutreten. Gut, vielleicht nicht gerade die beiden, denkst du beklommen. Es ist bereits eine unterbewusste Bewegung. Du siehst, wie die Jungen streiten, stehst auf und ziehst deinen Zauberstab, während die drei beginnen, sich gegenseitig zu verfluchen. Lily Evans ist vor dir da. Du hörst die Worte, die sie mit James wechselt, kaum. Dein Blick ist auf deinen Bruder gerichtet, der Seife ins Gras spuckt. Im nächsten Moment quellen jedoch keine Blasen mehr aus seinem Mund, ein Peitschenhieb mit seinem Zauberstab und James Potter ziert eine klaffende Wunde. Dann hängt dein Bruder kopfüber in der Luft. „LASS IHN IN RUHE!“, schreit Lily Evans Potter an. „Ernsthaft“, sagst du ruhig und stellst dich neben sie. „Lass den Unsinn, Potter. Andere kopfüber in die Luft zu hängen, macht keinen Rebellen aus dir.“ „Danke“, raunt Lily dir zu. Du ignorierst sie. Sie ist es nicht, der du helfen möchtest. „Dein Glück, dass du Hilfe von einem Mädchen und deinem kleinen Bruder hast“, zischt Potter und lässt Severus fallen. „Ich brauche keine Hilfe von einer Schlammblüterin!“, erklärt dieser in seinem gekränkten Stolz. Du atmest tief durch, als sich Lilys Gesicht verzieht. Wunderbar. Das war außer mir der einzige Mensch, der ständig für dich eingesprungen ist, denkst du bitter. „Du weißt, dass ich dir dafür Punkte abziehen muss“, sagst du. Aus deiner Clique benutzen alle dieses Wort. Du tust dich damit schwer. Du bist kein Fan von Schimpfwörtern. Faktische Begriffe sind dir lieber, sie verletzen mehr, wenn sie wahr sind und bringen einen weniger in Schwierigkeiten. „Sagen wir, fünf genügen. Potter, Black, ich ziehe Gryffindor zehn ab.“ „Hast du sie noch alle?“, braust Potter auf und wischt sich demonstrativ das Blut von seinem Gesicht. „Zwei auf einen, ihr habt angefangen“, erklärst du. Lily steht schweigend daneben, doch du spürst ihren Blick von der Seite. „Und jetzt haltet die Klappe, ansonsten sehe ich zu, dass ihr die nächsten Nachmittage mit Aufsätzen verbringt!“ „Du kannst mich mal!“, schnauzt Black dich sofort an. Kaum hat er jedoch seinen Zauberstab auf dich gerichtet, lässt ihn die Kraft deines beschworenen Schildes zurückstolpern. „Komm, Tatze“, sagt Potter bloß und zieht ihn mit sich. „Alles klar, Sev?“, fragst du nun und streckst deinem am Boden liegenden Bruder die Hand hin. Er schlägt sie fort und richtet sich allein auf. Sein Blick ist besorgt auf Lily gerichtet, die ihn zornig anfunkelt. Anscheinend bereut er seine Beleidigung schon. „Hör zu…“, beginnt er, doch sie fällt ihm ins Wort: „Schon gut. Ich belästige dich nicht mehr mit meiner Hilfe! Und an deiner Stelle würde ich mir mal die Unterhose waschen, Schniefelus!“ Sie wendet sich ab, als dein Bruder dir einen hilfesuchenden Blick zuwirft und du einwirfst: „Tut mir echt leid, Alter. Und außerdem… Ich rede nicht gern mit dir über sowas, aber wasch echt mal deine Sachen!“ Severus wirft dir einen zornigen Blick zu, dann wendet er sich stumm ab und schwebt mit wehendem Umhang über die Wiesen zurück zum Schloss. In diesem Moment zupft jemand an deinem Ärmel. Überrascht siehst du dich um und erkennst Lily Evans, die immer noch bei dir steht. Sie zieht dich mit sich von den anderen fort. „Hör mal“, sagst du, sobald euch niemand mehr hören kann. „Mein Bruder meinte das nicht so. Kannst du ihm einmal verzeihen? Du kennst ihn doch, wenn er sich gekränkt fühlt…“ „Ich bin es leid, mit dir über ihn zu reden“, stellt sie klar. „Du hast die Beziehung zwischen uns noch nie verstanden, Pat. Hör auf, ihn zu verteidigen. Er verhält sich merkwürdig. Und eure Freunde tun ihm nicht gut. Mulciber…“ „Hörst du mal auf mit der Leier?“, unterbrichst du sie genervt. „Dass du meinen besten Freund komisch findest…“ „Es ist nun einmal eine Tatsache, dass eure ganzen Freunde planen sich den Todessern anzuschließen!“, zischt sie. „Ist doch so, oder?“ „Was hat das mit mir zu tun?“, weichst du aus. „Wann habe ich je etwas getan, nur weil andere es von mir erwarten? Was wollte ich mit dir, wenn ich Todesser werden wollen würde?“ „Du hältst geheim, dass wir zusammen sind“, wirft sie schnippisch ein. Du verdrehst die Augen. „Wegen Sev, nicht wegen meiner Freunde!“, erwiderst du zum gefühlt zehnten Mal. „Ich hasse diese Geheimniskrämerei genauso wie du! Aber wenn ich Sev damit konfrontiere, bringt er mich um! Was soll ich deiner Meinung nach tun?“ Lily schiebt trotzig den Unterkiefer hervor. Ihre giftgrünen Augen funkeln dich an. Du seufzt geschlagen und reibst dir nervös den Nacken. Das konnte lustig werden. „Hey, Sev?“ Snape sieht von seinen Aufzeichnungen für die nächste Prüfung auf, als du ihn ansprichst. Außer euch ist niemand im Schlafsaal. „Was dagegen, wenn ich etwas mit Lily Evans anfange?“ „Wie kommst du auf diese Idee?“, fragt er entsetzt. „Du hast GAR NICHTS mit ihr zu tun!“ Nun ja, das stimmt nicht. Durch Professor Slughorns idiotische Treffen seid ihr euch ein ganzes Stück näher gekommen. „Theoretisch. Wenn ich was mit ihr zu tun hätte“, sagst du. „Sie würde dich nie wollen. Bei deinem Freundeskreis“, behauptet Severus. „Doch“, widersprichst du. Bei dieser kurzen Bemerkung werden Snapes schwarze Augen eiskalt und stechend. Er hat es kapiert, denkst du stumm. Sev ist leicht von Begriff. Kaum jemand kann eins und eins so zusammenzählen, wie er es kann. „Wie lange gehst du schon mit ihr?“, fragt er kalt. „Drei Monate“, gestehst du seufzend und setzt zu einer Erklärung an, doch Severus ist unerwartet aufgesprungen und hat seinen Zauberstab geschwungen. Du schreist, als deine Haut aufreißt. Tiefe Schnitte klaffen auf deiner Brust, an Armen und Beinen. Erst, als dein Bruder den Stab auf dein Gesicht hält, reagierst du mit einem Schildzauber. „Bist du völlig übergeschnappt?“, brüllst du ihn an und betrachtest deinen wunden Körper. „Ich dachte, du stärkst mir den Rücken! Dabei bist du derjenige, der sie mir wegnimmt!“, schreit er. „Wegnehmen? Wann hast du je eine Chance bei ihr gehabt? Scheiße, wach auf, Sev! So, wie du rumläufst, wird dich niemals ein Mädchen anfassen! Steck deine Nase lieber mal in ein Taschentuch, als in eines deiner komischen Bücher für schwarze Magie!“ Fluchend wendest du dich deinen Verletzungen zu. Da hat Lily, was sie wollte. Nur leider führt das zu einer Kluft zwischen dir und Severus Snape. Die Schnitte, die er dir zugefügt hat, hinterlassen lange, rote Narben auf deinem gesamten Körper. Deine Schulzeit neigt sich dem Ende zu. Lily Evans, seit über zwei Jahren deine feste Freundin, schließt sich dem Orden des Phönix an. Dein Bruder und deine Freunde wechseln über zu den Todessern. Ständig verschwinden Leute, ganze Dörfer werden zerstört. Du entscheidest dich für einen Beruf im Ministerium und dafür, dich aus allem herauszuhalten. Der Beruf im Ministerium zahlt sich aus. Bei deiner Begabung dauert es nicht lange, bis du eine leitende, gutbezahlte Position im Magischen Unfallumkehr-Kommando innehast. Als Lily dich ständig darauf aufmerksam macht, dass ihr kämpfen müsstet, damit sich etwas tut, trittst du dem Orden bei. Nicht zuletzt, weil James Potter, der immer noch ein Auge auf deine Freundin geworfen hat, sich mit Begeisterung dem Orden angeschlossen hat. Als du in der Woche darauf zur Arbeit erscheinst, findest du dein Büro völlig verwüstet vor. „DER ORDEN, SERPENTIS?“, steht in großen Buchstaben in die Wand gebrannt. Mit glasigen Augen starrst du auf das Fragezeichen hinter deinem Namen. Nein, denkst du. Nicht der Orden. Das bist du nicht. Du bist niemand, der Partei ergreift, niemand, der auf einer Seite kämpft, du bist Einzelkämpfer. Wie von selbst hebt sich dein Zauberstab. Gleißend hell bricht dein Patronus, eine Kobra, aus ihm hervor und schlängelt stumm davon, um eine Nachricht zu überbringen. Die Antwort erfolgt fast augenblicklich. Du apparierst zu einer Adresse, die dir genannt wurde. Beeindruckt siehst du dich vor dem Tor um, vor dem du dich befindest. Hohe Hecken zieren das Anwesen und du kannst sogar einen Pfau erkennen, der Stolz in der Dämmerung herumstolziert. Dann öffnet sich das Tor und ein Todesser weist dich an einzutreten. „Lucius Malfoy“, sagst du tonlos, als du den Mann erkennst. „Ich gehe davon aus, dass ich in dein Haus geladen wurde?“ „Das stimmt, es ist meines“, erklärt Malfoy stolz und führt dich in sein Wohnzimmer. „Setz dich, Serpentis.“ „Ich bleibe stehen“, entgegnest du sofort. Vorsicht lässt dich deinen Zauberstab umklammern. Misstrauisch siehst du dich um. Der Raum ist groß und düster, eine riesige Tafel ziert die Mitte, ihre Stühle sind leer. „Erscheint euer Herr und Meister noch oder muss ich erst mit einigen Vizechefs sprechen, um dem Club beitreten zu können?“ „Du besitzt eine scharfe Zunge, Patrick Serpentis.“ Die plötzliche, kalte Stimme lässt dich zusammenzucken. Erschrocken fährst du herum und weichst sogleich zurück. Am anderen Ende der langen Tafel steht ein Mann, das Gesicht derart verunstaltet, dass man ihn kaum noch als Menschen identifizieren kann. Dünne, lange Finger spielen wie nebensächlich mit einem Zauberstab. Du lässt seine Hände nicht aus den Augen. „Das sagt man mir nach, weil ich direkt bin“, erklärst du. Deine Stimme klingt ruhig, dein Herz hämmert dir jedoch bis zum Hals. „Ich habe bereits viel von dir gehört. Dein Bruder leistet mir gute Dienste. Doch weshalb sollte ich dir vertrauen? Du bist, wie man hört, auch dem Orden des Phönix beigetreten.“ Der dunkle Lord redet leise. Und doch ist dir in der Stille, als würde er dich anschreien. „Man muss seinen Platz in der Gesellschaft aufrecht erhalten. Euch dürfte es nicht kümmern, einen Spion zu haben. Ich kann Euch nur helfen.“ „Oder den größten Schaden anrichten.“ „Dann tötet Ihr mich.“ „Sieh an. Ich merke, du hast das Spiel verstanden“, erkennt der dunkle Lord. „Du bist hier, weil du mir dienen willst?“ „Ich stünde nicht hier, würde ich das Mal nicht tragen wollen“, erklärst du bestimmt. „Ich entstamme einer langen Linie Slytherins. Mein reiner Blutstatus spricht für sich. Ich habe eine hohe Position im Ministerium und mein Bruder leistet Euch bereits treue Dienste. Ich bin bereit und ich bin würdig, das Mal zu tragen.“ Und das Mal sollst du bekommen. Als du Malfoys Anwesen verlassen willst, kommt dir jedoch jemand in die Quere. „Severus“, sagst du, nicht überrascht, dass er hier ist, doch überwältigt, ihn so plötzlich nach Jahren der Trennung wiederzusehen. „Ist dem dunklen Lord der Ring an deinem Finger nicht aufgefallen?“, fragt er dich, als seine schwarzen Augen umgehend deine Hände absuchen. „Es hat mich auch gewundert“, gestehst du. „Nebensächlichkeiten wie eine Ehe scheinen den Lord nicht interessiert zu haben.“ „Du führst ein Doppelleben, Patrick“, erkennt er ohne Umschweife. „Pass auf. Wenn du mit deiner Frau im Orden kämpfst und das dunkle Mal in deine Haut gebrannt ist, kann das böse enden.“ „Warum klingt es, als würdest du dafür persönlich sorgen wollen?“, fragst du trocken. „Weil du mir mein Leben genommen hast!“, zischt er dir zornig zu. „Auf beiden Seiten zu stehen, an Lilys Seite zu stehen, das wäre mein Leben gewesen! Du hast es mir genommen!“ „Du hättest weder die Fähigkeit, ein Doppelagent zu sein, noch eine Frau an dich zu binden“, erklärst du bestimmt und trittst kopfschüttelnd an ihm vorbei. „Du hast dich nicht verändert, Sev. Wo nimmst du nur dein Selbstbewusstsein her?“ Severus Snape sieht dir zornig nach, als du das Anwesen verlässt und disapparierst. Lily das dunkle Mal auf deinem Arm zu erklären, erweist sich als ebenso schwer, wie es Dumbledore zu beichten. Und das ist erst der Anfang. Du hast dein Leben völlig unterschätzt. Es ist kaum möglich, keine Partei zu ergreifen, sich keine Urteile zu bilden, wenn man auf beiden Seiten steht, auf beiden Seiten kämpft, für beide Seiten Entscheidungen trifft. Als du eines Tages nach Hause kommst, schreitet Lily auf dich zu, ergreift mit tränenden Augen deine Hände und sagt: „Patrick, Gideon und Fabian Prewett sind tot. Ermordet.“ „Ich weiß“, erwiderst du bedrückt. „Was soll das heißen?“, fragt sie angespannt. „Woher? Sie sind erst vor wenigen Minuten gefunden…“ „Lily…“, beginnst du, weißt jedoch nicht, wie du dich rechtfertigen sollst. „Es waren sechs Todesser bei mir. Sie wären uns überlegen gewesen, auch wenn ich an ihrer Seite gekämpft…“ „Das ist nicht dein Ernst.“ Entsetzt weicht deine Frau vor dir zurück. „Die Leute reden. Ständig werde ich gefragt, wie ich mir so sicher sein kann, dass du nicht die Seiten gewechselt hast. Ich weiß nicht mehr, was ich ihnen antworten soll. Ich erkenne dich nicht wieder! Auf wessen Seite stehst du?“ Stumm siehst du sie an. Du stehst auf keiner Seite. Du standst nie auf einer. Doch diese Antwort würde Lily nicht akzeptieren. „AUF WESSEN SEITE, PATRICK?“, schreit sie dich an. „Ich - auf deiner, natürlich“, antwortest du stockend. „Ich hoffe, dass du zukünftig so handeln wirst. Ansonsten weiß ich nicht, was ich tun soll.“ „Was soll das heißen?“, horchst du auf, als ihre Stimme plötzlich unnatürlich ruhig, geradezu bedrohend ruhig wird. Eine Träne nach der anderen tritt aus Lilys grünen Augen und kullert über ihre Wangen. „Ich bin schwanger“, erklärt sie. Du starrst sie sprachlos an. Normale Ehemänner wären sicher in Jubelschreie ausgebrochen. Doch ein Doppelagent in einer lebensgefährlichen Umgebung? Wie sollst du dein Kind bloß großziehen? „Also…“, seufzt Lily. „Du solltest dich langsam entscheiden, auf wessen Seite du stehen willst. Und auf welche Weise du unser Kind erziehen möchtest.“ Nicht mit den Wertvorstellungen der Todesser. Diese Erkenntnis kommt dir erst, als du deinen neugeborenen Sohn zum ersten Mal siehst. Du bist kein Einzelkämpfer mehr, das wird dir nun klar. Du kämpfst für jemanden. Für ihn. Und dein Sohn soll nicht in einer Welt voller Gewalt und Terror aufwachsen. Du kämpfst für den Orden. Sieben Teile, in die Lord Voldemort seine Seele gespalten hat. Vier Jahre, die vergehen, bis Dumbledore mit deiner und der Hilfe vieler anderer sechs Horkruxe ausfindig gemacht und zerstört hat. Schließlich fehlt bloß noch der siebte Teil, der verstümmelte Teil, der in Voldemorts Körper verblieben ist. Der dunkle Lord selbst hat es bemerkt, hat erkannt, dass etwas nicht stimmt, seitdem er seine Schlange tot im Anwesen der Malfoys vorgefunden hat. Du selbst hast sie getötet und größten Verdacht erregt. Alle Todesser sollten sich an diesem Abend zusammenfinden, um den Verräter, der unter ihnen weilen musste, zu enttarnen. Doch Severus Snape schien als einziger Bescheid zu wissen. Du beobachtest, wie sich die Todesser um die lange Tafel herum versammeln. Du hast dem Orden Bescheid gegeben. Deine Verbündeten warten draußen auf Dumbledores Zeichen, um die Todesser abzulenken, während Dumbledore selbst dem dunklen Lord den Gar ausmachen will. Die Todesser sehen auf, als Voldemort sich zu ihnen gesellt. Die weißen, langen Finger krallen sich gewaltsam an seinem Zauberstab fest. Er öffnet den Mund, um die Sitzung einzuleiten, da schießt ein Lichtstrahl auf ihn zu. Im nächsten Moment sind überall Flüche zu hören. Die Wände des Anwesens zerbersten, als Zauber sie sprengen. Du fährst herum, schwingst den Zauberstab und verfluchst den ersten Todesser, als die Mitglieder des Ordens dir durch die Trümmer hindurch zur Hilfe eilen. Todesser für Todesser dreht sich nach dir um, duelliert sich mit dir. Nott, Malfoy, ja sogar Mulciber, dein bester Freund aus Schulzeiten. Rücken an Rücken mit James Potter ringst du sie alle nieder, bis das Kreischen einer Frau deine Aufmerksamkeit an sich reißt. Bellatrix Lestrange schreit sich die Seele aus dem Leib, ihre hervorquellenden Augen auf Dumbledore gerichtet, der Lord Voldemort den Gnadenstoß versetzt. „Es ist aus!“, brüllt Sirius Black laut. Die Todesser haben keine Chance mehr. Dumbledore bannt die Überlebenden mit einem Zauber, sollte sich das Ministerium um sie kümmern. Mit hämmerndem Herzen siehst du dich um. Wo ist dein Bruder? Du siehst ihn nicht bei den Überlebenden, doch unter den Leichen ist er ebenfalls nicht. Benommen schließt du dich der Freude an, nur mit halbem Herzen dabei. Völliges Glück erfüllt dich erst voll und ganz, als du mit Lily nach Hause zurückkehrst und dein Sohn dir um den Hals fällt. In seinen ersten Lebensjahren ist er in schweren Zeiten aufgewachsen, doch nun sollte sich das ändern. Als dir klar wird, dass dein Sohn ein zufriedenes, gefahrenloses Leben führen kann, strahlst du über das ganze Gesicht. „Du bist so mutig, Daddy!“, ruft der kleine Junge in deinen Armen begeistert. „Warum bist du nicht bei Mummy in Gryffindor gewesen?“ „Weil ich zu klug bin“, erklärst du ihm. „Wir Slytherins sind nicht feige. Wir sind mutig, schlau und halten fest zueinander. Deswegen gibt es doch erst dieses Haus, das über allen anderen steht.“ Deine Frau lässt ein abfälliges, amüsiertes Schnauben hören. „Und wenn du erst einmal in Slytherin bist…“ „Gryffindor“, mischt Lily sich ein, und nimmt dir deinen Sohn aus den Armen. „Du wirst ein waschechter Gryffindor, nicht wahr, mein Schatz? Du lässt die Finger von diesem eitlen, selbstsüchtigen…“ „…wundervollen Haus!“, unterbrichst du sie und haschst nach der Aufmerksamkeit deines Sohnes. „Du kommst nach Slytherin! Komm, schlag ein! Schlag ein, dann haben wir einen Deal!“ Erst nach einer Woche arbeitet die Zaubererwelt wieder. Alle sind glücklich und dankbar, dass die Zeit des Schreckens vorüber ist. Als du an diesem Tag dein Büro betrittst, scheint alles wie immer. Du gehst gerade herüber zu deinem Schreibtisch, da trifft dich ein Entwaffnungszauber in den Rücken und dein Zauberstab fliegt dir aus der Hand. Erschrocken wirbelst du herum. „Severus!“, keuchst du auf. Dein Bruder steht mit erhobenem Zauberstab vor dir. „Ich habe mir Sorgen um dich gemacht! Du bist so schnell verschwunden, an dem Tag – Nunja - Was tust du hier?“ „Meine Rache nehmen“, erklärt er. Fettige Strähnen hängen ihm ins Gesicht und verdecken die kalten, schwarzen Augen. „Du hast mir mein Leben gestohlen. Und nun nehme ich mir deins.“ „Nein! Warte! Sev – wir sind Brüder! Du kannst doch nicht-“ „AVADA KEDAVRA!“ Severus Snape sieht nach diesem Tag niemand mehr. Er ist zu schlau, um sich erwischen zu lassen. Lily entdeckt in James Potter eine neue große Liebe und zwei Jahre nach deinem Tod heiraten die beiden. Sie bekommen einen Sohn, den sie Harry nennen. Harry sieht aus wie sein Vater, nur hatte er die Augen seiner Mutter. Anders als sein großer Halbbruder. Wenn Harry zu ihm aufsieht, erkennt er die roten Haare und das schmale Gesicht seiner Mutter. Nur die Augen… es sind deine klugen, aufmerksam funkelnden Augen, die mit deinem Sohn, einem schlauen, mutigen und seinem Bruder unendlich treuen Slytherin weiterleben. Kurze Zusammenfassung: Du wächst bei deinem Vater, einem reinblütigen Slytherin, auf. Von deiner Mutter weißt du nicht viel, doch es ist genug, um Severus Snape bereits an deinem ersten Tag in Hogwarts als deinen etwa gleichalten Halbbruder zu identifizieren. Du verstehst dich gut mit ihm, bis du Severus von deiner Beziehung zu Lily Evans erzählst. Von diesem Tag an redet er nicht mit dir. Er schließt sich den Todessern an und Lily, die du heiratest, dem Orden. Hin und her gerissen und ohne eigentlich eine Partei ergreifen zu wollen, schließt du dich beiden Gruppierungen an und lebst als Doppelagent, ohne für eine Seite zu kämpfen. Deine Einstellung ändert sich jedoch, als du und Lily einen Sohn bekommt. Du hilfst tatkräftig dabei, Lord Voldemort zu Fall zu bringen und wirst eine Woche nach dessen Untergang von Snape getötet.

26.39 % der User hatten die Auswertung: Name: Eleas Rushton Blutstatus: Halbblut Zauberstab: Weißbuchenholz, Drachenherzfaser, steif, 10 ½ Zoll Patronus: Drache Deine Beine fliegen über das Gras, als du rennst, so schnell du nur kannst, hinüber zu den großen Kastanienbäumen, auf denen du dich immer versteckst. „MUM! WO IST DIE KLEINE RATTE? ELEAS! DU BIST TOT, WENN ICH DICH FINDE! ICH BRING DICH UM!“ Die Stimme deines großen Bruders Alix hallt über die Gärten des ländlichen Gebiets, als er mit verbrannter Hose und seinem Quidditch-Schläger bewaffnet hinter dir her stürmt. Er erwischt dich, packt dich am Nacken und holt aus – da wird ihm der Schläger von einer unsichtbaren Hand fortgerissen. Im nächsten Moment steht dein Dad mit fuchtelndem Zauberstab vor euch und reißt euch auseinander. „Jungs! Muss das jetzt sein? Ihr verpasst den Zug! Eleas! Es ist dein erstes Jahr, willst du zu spät kommen?“, fragt er dich gestresst von euren ewigen Kabbeleien. „Er hat meinen Silberpfeil angezündet!“, brüllt Alix außer sich vor Wut. „Das neueste Modell! Weißt du, wie lang man für sowas spart, du idiotischer Flubberwurm?“ „Ich habe den Schweif nur mit ein paar Wunderknallern ausgebessert, die sind wahrscheinlich losgegangen, während du draufsaßt“, entgegnest du ihm scheinheilig. „Du kleine Mistkröte!“, schreit dein Bruder los und will sich mit seinen vielen Treiber-Muskeln auf dich stürzen, doch du weichst aus und versteckst dich hinter deinem Vater, der dich bei der Hand packt und zurück ins Haus zieht. „Wenn du deine Genialität irgendwie sinnvoll verwenden würdest, Eleas“, seufzt er. „Ich hab nur Mum geholfen. Sie hat ihm verboten, heute noch zu fliegen“, erklärst du. „Du wolltest Mum nicht helfen. Nur Unfug hast du im Kopf!“, erkennt dein Vater kopfschüttelnd. „Du sollst aufhören, immer allen und jedem Streiche zu spielen! Du und Alix, ihr bekommt heute beide keinen Knut mit in den Express. Süßes könnt ihr selbst bezahlen. Lass es dir eine Lehre sein.“ Dein Erspartes hat gerade für einen Schokofrosch gereicht. Gedankenverloren lässt du die Packung in deiner Hand schweben. Es ist eines der Kleinigkeiten, die du schon geschafft hast, zu kontrollieren: kleine Dinge schweben zu lassen. Ein Lächeln huscht über dein Gesicht, als du dich im Abteil umsiehst. Zwei Mädchen, etwa vierte Klasse, sitzen am Fenster und unterhalten sich. Wie von selbst öffnen deine Finger den Deckel. Der Schokofrosch hüpft unbemerkt auf den Boden. Dann packst du ihn wieder mit deinen Gedanken, lässt ihn schweben und setzt ihn einem der Mädchen in den Nacken. Diese kreischt auf vor Entsetzen, als sie das lebende Tier auf ihrer Haut spürt, will es fortschlagen und hat im nächsten Moment Hände, Haare und Nacken voller Schokolade. Instinktiv springst du schon auf, stürmst in den Gang hinaus und flüchtest in ein neues Abteil. Ein einziger Junge sitzt dort und starrt gedankenverloren aus dem Fenster. Plötzlich hast du das Bedürfnis, die Arme schützend um deinen Körper zu schlingen. Ist es etwa kälter hier? „Ich bin Eleas Rushton“, sagst du und setzt dich gegenüber von dem Jungen hin, der dich nicht beachtet. Du streckst ihm die Hand hin, damit er reagiert. Er sieht dich kurz an, nickt dir zu und schaut gleich wieder weg. Seufzend lehnst du dich in deinen Sitz zurück. Der Junge mustert dich prüfend. Dir läuft es eiskalt den Rücken herunter, er ist dir unheimlich. Augenblicklich springst du auf und verlässt das Abteil. Du stehst in der Schlange der Kinder, die darauf warten, den sprechenden Hut anprobieren zu dürfen. Der Junge aus dem Zug steht neben dir. Er ist so blass, denkst du still. Hat er noch nie die Sonne gesehen? Spielt er kein Quidditch? „Riddle, Tom!“ Es ist fast eine Erleichterung, als er aufgerufen wird und nach vorn tritt. Kaum hat der Hut seinen Kopf berührt, schreit er: „SLYTHERIN!“ „Rushton, Eleas!“ Du stolperst nach vorn, der Hut wird auf deinen Kopf fallen gelassen, rutscht dir gerade über die Stirn, da brüllt er auch schon: „GRYFFINDOR!“ Erleichtert reißt du dir den Fetzen vom Kopf und stürmst zu dem Tisch, an dem dein Bruder Alix am lautesten klatscht. Deine ersten Unterrichtsstunden beginnen und du irrst durch das verzauberte Schloss auf der Suche nach deinem Klassenzimmer. Mit ein wenig Glück und Talent zum Finden etlicher Geheimgänge findest du dich jedoch schnell zurecht. Am Freitag bist du auf dem Weg zu einem neuen Fach: Verwandlung. Darauf hast du dich am meisten gefreut. Zu deinem Missfallen hält der zuständige Professor jedoch erst einen langweiligen Vortrag, schreibt einige Dinge an die Tafel und du versuchst nicht einzuschlafen. Tatsächlich ist das Unterhaltsamste bisher der Name des Professors gewesen, bei dessen Klang du kurz ein Lachen verkneifen musstest, den du dann aber wieder vergessen hast. Als deine Augen dir beinahe zufallen, konzentrierst du dich auf den Bart deines Lehrers. Der Zipfel seines langen, kastanienbraunen Bartes hebt sich langsam in die Luft und winkt der Klasse zu, während der Professor weiter an die Tafel schreibt. Einiges Gekicher ist zu hören. Du teilst das Ende des Bartes in fünf Teile auf, sodass es den Fingern einer menschlichen Hand ähnlich der Klasse erst einen erhobenen Daumen, dann einen gewissen anderen Finger hinhält. „PROFESSOR!“ Du erschreckst, als durch das Gelächter der Klasse hindurch ein Mädchen empört aufspringt und schreit: „PROFESSOR DUMBLEDORE!“ Der Professor dreht sich in jenem Moment um, in dem du seinen Bart fallen lässt. „Dieser Junge neben mir…“, setzt sie an, holt entrüstet Luft und zeigt zu deinem Entsetzen auf dich. „…nutzt Ihren Bart, um Sie lächerlich zu machen!“ „Das habe ich bemerkt“, erwidert er mit einer solchen Gelassenheit, dass du es ihm sofort abkaufst und auf deinem Stuhl zusammensackst, als könntest du dich noch verstecken. „Professor Dundle… Dum… Dumdamore?“ „Dumbledore“, hilft er dir lächelnd auf die Sprünge. Du schluckst. „Professor Dumbledore, es tut mir echt richtig leid! Ich wollte Sie nicht lächerlich machen, nur ein bisschen… unterhalten“, stammelst du vor dich hin. „Daran ist im Allgemeinen nichts auszusetzen, Mr. Rushton“, sagt dein Lehrer immer noch mit derselben Ruhe. „Würden Sie aber diese Unterhaltung auf einen Ort außerhalb des Klassenzimmers beschränken, wäre ich Ihnen sehr dankbar.“ „Natürlich, Professor“, sagst du überrascht. Wie? Kein Punktabzug? Keine Standpauke? „Nun zu Ihnen, Ms. McGonagall…“ Der Professor wendet sich nun an die dumme Petze neben dir. „Ich weiß es zu schätzen, dass Sie mich nicht der Lächerlichkeit preisgeben wollen. Aber ich bevorzuge Loyalität unter den Schülern. Wenn mir noch einmal jemand einen Streich spielt, verschönern Sie sich ihre Zeit, indem Sie mitlachen.“ Du grinst. Zwar war dir bei diesen gutmütigen Worten jede Lust vergangen, ihm noch einmal einen Streich zu spielen, doch du weiß jetzt schon, dass du noch viel Spaß in seinem Unterricht haben würdest. Zwei Jahre später. Ungläubig starrst du auf den Jungen, der in der Reihe Erstklässler steht und sie alle um mehrere Köpfe überragt. Der sprechende Hut teilt ihn in dein Haus ein und du kannst es dir nicht verkneifen, ihn auf den Platz neben dich zu winken. „Wow!“, stößt du hervor, als er seinen riesigen Schatten auf dich wirft. „Hallo“, sagt der Junge zurückhaltend. „Ich bin Eleas Rushton“, sagst du und streckst ihm eine Hand hin. „Ich bin Rubeus Hagrid“, erwidert er und ergreift deine Hand mit seiner gewaltigen Pranke. „Bist du echt elf Jahre alt?“, vergewisserst du dich gleich. „Ja“, antwortet er. Er klingt schüchtern. „Und du?“ Du kannst nicht anders, als laut loszulachen. „Dreizehn“, sagst du amüsiert. „Ich bin dreizehn Jahre alt.“ Du verbringst das Essen mit dem großen Jungen, der dich aufgefordert hat, ihn „Hagrid“ zu nennen. Als ihr am nächsten Morgen frühstückt, ist es bereits, als wäret ihr alte Freunde. „Frauen, die so grimmig gucken, kriegen schnell Falten, McGonagall!“ Minerva McGonagall fährt erschrocken zusammen und wirbelt herum. Sie hat bis eben nicht gemerkt, dass du dich über sie gebeugt und ihren Aufsatz für Zaubertränke mitgelesen hast. „Ich lasse dich nicht abgucken, Rushton!“, giftet sie und drückt dir ihren Zauberstab in die Brust neben dein Abzeichen des Quidditchkapitäns für Gryffindor. Inzwischen sind einige Jahre vergangen. Dein fünftes Schuljahr ist bereits angebrochen. Du hast dich verändert, bist gewachsen, seit wenigen Wochen sechszehn Jahre alt. Immer noch drahtig und flink bis du der beste Sucher, den Hogwarts seit Jahren gesehen hat und jetzt schon reißen sich englische Quidditchmannschaften um dich. In der Schule punktest du eher mit Begabung als mit Ehrgeiz, Gryffindor hat wegen dir und deiner Albernheiten wahrscheinlich dreimal so viele Punkte verloren, als durch Leistungen in Quidditch gewonnen. Allein in Verwandlung machst du Minerva McGonagall ihren Platz als Stufenbeste streitig und gerätst oft genug mit der fleißigen und verantwortungsbewussten Streberin aneinander, nicht zuletzt in deinem Quidditch-Team, denn auch da ist McGonagall sehr begabt. Niemals würdest du zugeben, dass du sie attraktiv findest. Besonders ihr böser, stechender Blick, wenn du sie ärgerst, lässt dein Herz schneller schlagen. „Niemand hat etwas von abgucken gesagt“, weichst du aus, stolperst ein paar Schritte zurück und versteckst dich hinter Hagrid, der als riesiger Berg die Hälfte des Gemeinschaftsraums einnimmt. Minerva schüttelt abfällig den Kopf und setzt sich wieder auf ihren Platz. „Vielleicht sollte ich ihr sagen, dass du sie bloß ärgerst, um Zeit mit ihr zu verbringen“, flüstert Hagrid mit seiner heiseren Stimme. „Vielleicht sollte ich Dippet sagen, dass du dich wieder im verbotenen Wald mit Trollen gerauft hast“, entgegnest du grinsend. „Du verpetzt mich doch nicht, Eleas!“, erwidert Hagrid sofort lachend. „Du mich auch nicht“, sagst du bloß und beobachtetest Minerva weiter beim Arbeiten. „Wo ist Ihr Aufsatz, Mr. Rushton?“, fragt Professor Slughorn, während er die vielen Pergamente des Kurses durchblättert. Erschrocken darüber angesprochen zu werden, zuckst du zusammen und hörst auf, Lestrange Aalaugen in den Nacken zu schnipsen. „Den müsste ich Ihnen abgegeben haben, Professor“, antwortest du scheinheilig. „Das da!“, hakt dein Lehrer für Zaubertränke ungläubig nach und hebt ein Blatt zwischen zwei Fingerspitzen hoch, als würde er sich davor ekeln. „Das ist kein Aufsatz, das ist eine Unverschämtheit! Das sind keine zwei Fuß, das sind zwei Zeilen voller Fehler! Sie werden keinen Ihrer ZAGs bestehen, wenn Sie so weitermachen!“ Missmutig grummelnd schnipst du ein weiteres Aalauge in Lestranges Nacken. Augenblicklich springt dieser zornig von seinem Platz auf. „JETZT HÖR ENDLICH AUF DAMIT!“, brüllt der impulsive Slytherin wütend, packt das Fläschchen mit Schlangengift auf seinem Pult und schleudert es auf dich. Instinktiv duckst du dich, hörst es Klirren und dann einen lauten Aufschrei. Als du dich aufrichtest und umdrehst, bemerkst du, dass auch Riddle eine Reihe hinter dir ausgewichen ist und das Gift Nott, einen seiner Freunde, an der Schulter getroffen hat, der nun aufschreit und seinen Zauberstab zornig auf Lestrange richtet. Ungläubig siehst du zu, wie es aufknallt, Lestrange gegen seinen Kessel geworfen wird und sich sein Zaubertrank über den Boden verteilt. Minerva neben ihm kreischt entsetzt auf, als die Flüssigkeit beinahe ihre Schuhe berührt, da ziehst du sie zur Seite. Deine überstürzte Handlung lässt sie jedoch zu weit zurückstolpern, gegen deinen Kessel stoßen und diesen auch noch zu Fall bringen. „SCHEISSE!“, brüllst du auf und bringst dich mit einem Hechtspruch in Sicherheit, als sich dein völlig falsch gemixter Trank über Lestranges Gebräu ergießt mit einem ohrenbetäubenden Knall eine Explosion auslöst. „JETZT REICHT ES MIR ABER!“ Slughorn ist außer sich. Diesmal kannst du es sogar verstehen und fügst dich nur stumm, als er den ganzen Kurs aus den Kerkerräumen dirigiert. Euer Streit hat fünfzig Punkte Abzug für beide Häuser zur Folge und Nachsitzen für alle Beteiligten. „Ich bin tatsächlich bloß ausgewichen, Professor“, sagt Riddle seelenruhig. Am liebsten hättest du diesem schwachköpfigen Schleimer irgendeinen Fluch auf den Hals gejagt. Er ist in den letzten Jahren noch unheimlicher geworden, als er es an seinem ersten Tag in Hogwarts schon gewesen ist. Ärgerlicherweise ist er dennoch unglaublich talentiert und hat einige Freunde gefunden, die er nun als Sklaven missbraucht. Professor Dumbledore hat sich in Riddles zweitem Schuljahr um ihn gesorgt und dir erzählt, der Junge sei immer so traurig und ernst. Du als komplettes Gegenteil von all dem wärest wahrscheinlich ein Freund, der ihn von seiner Trübsal befreien könnte. Einem größeren Irrtum ist dein Lieblingslehrer nie erlegen. Riddles und deine „Freundschaft“ hat fünf Minuten angedauert, ehe er deinen Umhang mit einem Brandzauber versenkt hat und du ihm aus Rache eine geklaute Schwelllösung ins Essen gemischt hast. Seitdem ist Riddle nicht sonderlich gut auf dich zu sprechen. „JEDER VON EUCH WIRD NACHSITZEN!“, entgegnet Slughorn, immer noch völlig außer Atem, womit er zum ersten Mal seinen absoluten Lieblingsschüler Tom Riddle bestraft. „McGonagall? Ey! McGonagall!“ Minerva ignoriert dich so gut sie kann und starrt stur geradeaus, als sie den Korridor entlangschreitet. Sie redet seit dem Nachsitzen nicht mehr mit dir. „McGonagall, bitte!“ „Was!“ Wütend fährt sie herum. „Ich wurde noch nie zum Nachsitzen verdonnert! Noch NIE! Und jetzt kommst du an und…“ „Und ich frage dich, ob du mir bei meinem Aufsatz hilfst. Ich muss ihn neu schreiben“, unterbrichst du sie. „Natürlich nicht ohne Gegenleistung.“ „Was für eine Gegenleistung?“, fragt sie misstrauisch. „Ich will dich einladen. In Hogsmeat. Lass uns in diesen neuen Laden gehen. Die drei Besen heißt der, glaube ich, danach zeige ich dir die Heulende Hütte. Schon einmal dort gewesen?“ „Nicht für hundert Galleonen würde ich dir helfen und nicht für tausend mit dir ausgehen!“, faucht sie wütend und stolziert weiter, als du Hagrids Stimme hinter dir rufen hörst: „ELEAS!“ Seine Schritte donnern über den Boden, als er auf dich zugerannt kommt. „Ich muss dir etwas zeigen!“ Sein aufgeregt strahlendes Gesicht lässt dich grinsen. Es gibt doch keinen besseren Freund als Hagrid – bei jedem Tiefschlag, den du erleidest, ist er sofort da und hat irgendetwas Verbotenes angestellt. Aufgeregt lässt du dich von ihm in die Kerkerräume führen, wo er in einem der hinteren, versteckten Gänge vor einer großen Truhe Halt macht. „Was ist da drin?“, fragst du mit leuchtenden Augen, ehe er den Truhendeckel aufstemmt. Du lässt ein anerkanntes Pfeifen hören und kniest dich neben die Truhe, in der die größte Spinne sitzt, die du jemals gesehen hast. „Wo hast du die denn gefangen?“, willst du beeindruckt wissen. „Nicht gefangen, gekauft!“, erwidert Hagrid stolz und betrachtet das Tier mit seinen liebevollen, schwarzen Käferaugen. „Der soll irgendwann anfangen zu sprechen, hat man mir gesagt.“ „Was kann die alles?“, fragst du und stupst mit deinem Finger gegen ihren haarigen Körper. „Nicht!“, warnt Hagrid dich und stößt deinen Arm weg. „Er ist giftig! Und er wird soweit ich weiß riesig! Irgendwann bringe ich ihn in Wald, dann kann er da weiterleben. Ich sollte ihm eine Gefährtin holen.“ „Ihm?“, wiederholst du skeptisch. „Er heißt Aragog“, erklärt er stolz. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass er ein Männchen ist.“ „Wirklich?“, hakst du nach und greifst nach der Spinne, um selbst nachzusehen, als ein stechender Schmerz deine Hand durchfährt. „VERFLUCHT!“ Blitzschnell ziehst du deine Hand aus der Truhe und starrst auf die Bisswunde. Jetzt schon heben sich deine Adern gefährlich rot und blau von deiner Haut ab. „Oh verdammt! Was ist das? Was ist das, Hagrid? STERBE ICH JETZT?“ „Nein!“, erwidert er panisch und schließt sofort die Truhe. „Nein, das dürfte dich nicht so schnell töten! Das geht wieder weg, ich bin mir fast sicher!“ „FAST?“ „Wir sollten in der Bibliothek nachgucken“, schlägt er vor. „Oder du verbindest die Wunde und ich gucke nach! Wir treffen uns in deinem Schlafsaal.“ Mit zusammengebissenen Zähnen ziehst du deinen Umhang über die Verletzung. Das Gift brennt höllisch. Die Schmerzen sind betäubend und du schleppst dich völlig erschöpft bis in den Gryffindorturm, wo du dich in deinen Schlafsaal hinaufkämpfst und auf deinem Bett fallen lässt. Hagrids Ankunft kündigt sich mit seinen schweren Schritten an, ehe er die Tür aufwirft und sich mit nervösen Blicken vergewissert, dass ihr die einzigen im Saal seid, während er sich mit einem großen Buch auf dem Fußende deines Bettes fallen lässt und sagt: „Hier steht, dass es mehrere Gegengifte gibt. Phönixtränen zum Beispiel-“ „Phönixtränen?“, unterbrichst du ihn ungläubig. „Wie komme ich denn jetzt an-“ „Ist ja gut!“, fällt er dir ins Wort und starrt wieder auf das Buch. „Hier ist auch die Anleitung zu einem Gegenmittel, aber - verdammter Mist, Eleas, das kriege ich sicher nicht hin!“ „WAS?“, keuchst du erschrocken. „Ich kann doch keinen Zaubertrank selbst brauen! Spinnst du? Ich spreng eher Hogwarts in die Luft, als - Hagrid! Wo willst du hin?“ Doch Hagrid ist bereits aufgesprungen und hat den Schlafsaal verlassen. Keine Minute kommt er jedoch wieder - mit jemandem im Schlepptau. „Das ist nicht dein Ernst!“, rufst du entsetzt und starrst Minerva McGonagall wütend an. „Worum geht es hier?“, fragt sie und schnappt erschrocken nach Luft, als ihr Blick auf deine Hand fällt. „Meine Riesenspinne hat ihn gebissen“, gesteht Hagrid kleinlaut. „Du hast eine Acromantula?“, fragt sie entsetzt. „Bist du übergeschnappt? Wir sollten alle sofort zu Professor Dumbledore und…“ „Nein!“, unterbrichst du sie. „Bitte! Minerva! Ich brauche nur ein Gegengift! Kannst du den Mund halten? Hagrid kümmert sich um seine Spinne! Sie ist keine Gefahr für Leute, außer sie versuchen sie anzufassen! Aber sie ist weggeschlossen! Hilf mir einfach nur, das Gegengift zu brauen!“ „Aber-“ Minerva betrachtet kopfschüttelnd das Buch, das Hagrid geholt hat. „Das dauert Tage!“ „Bitte!“, flehst du verzweifelt. Sie sieht dich an. Dann nickt sie zögernd. Minerva schafft es tatsächlich, alle möglichen Zutaten zusammenzusammeln und braut von nun an im Mädchenklo im zweiten Stock das Gegengift. Währenddessen geht es dir immer schlechter. Du spürst, wie es sich in deinem Körper ausbreitet und du Tag für Tag schwächer wirst. Du siehst Minerva an, wie sie jeden Tag mehr und mehr unter Druck gerät und panischer wird, je schlechter es dir geht. Doch zu deiner großen Überraschung verpetzt sie dich und Hagrid nicht. „Ich habe es fertig“, sagt sie schließlich und zerrt dich mit sich. Zögernd betrittst du mit ihr die Mädchentoilette, wo sie dich in eine Kabine zieht und dir ein Glas reicht. Die Flüssigkeit ist so klar und geruchslos, als wäre sie nur Wasser. Du atmest tief und beruhigend durch, dann schluckst du sie herunter. Sofort fühlst du dich besser. Die Wunde an deiner Hand verheilt nicht vollständig, aber weh tut sie dir nicht mehr. „Das ist kein Heiltrank“, wirft Minerva entschuldigend ein. „Bloß ein Gegengift. Du wirst nicht sterben, aber die Bisswunde wird wohl noch-…“ Weiter kommt sie nicht, denn du ziehst sie lachend an dich und küsst sie leidenschaftlich. „Was machst du da?“, keucht sie erschrocken und schiebt dich weg. Angesichts ihres hochroten Kopfes musst du grinsen. „Willst du nicht?“, fragst du direkt. „Ich weiß, dass du mich magst, Minerva. Du bist nicht so unschuldig, wie du immer tust. Du hast es faustdick hinter den Ohren, das weiß ich!“ „Nicht für tausend Galleonen, Eleas!“, zischt sie wütend. Als du sie jedoch erneut an dich heranziehst, erwidert sie deinen Kuss augenblicklich. Doch plötzlich schreit sie auf. „Was ist?“, fragst du erschrocken und lässt sie los. „Ich bin auf etwas getreten“, murmelt sie und sieht herab auf den Boden. Dein Magen dreht sich um. Eine fleischige Hand ragt aus der Kabine nebenan in eure. Minerva packt verängstigt deinen Arm. Du ziehst sie mit dir aus der Kabine, um an die Tür nebenan zu klopfen, da schwingt diese auf und offenbart euch den Körper eines jüngeren Mädchens, das regungslos auf dem Boden liegt. Da keine Verletzung zu erkennen ist, beugst du dich über sie, um zu gucken, ob sie schläft. Aber dann siehst du ihre starr aufgerissenen Augen und jede Hoffnung verlässt dich. Über ihr glänzen in blutroten Buchstaben Wörter an der Wand: „Die Kammer des Schreckens wurde geöffnet.“ Plötzlich geht alles unheimlich schnell. Die Leiche des Mädchens, Myrte hieß sie wohl, wird geborgen und weggeschafft. Kaum einen Tag später kommt Hagrid tränenüberflutet in den Schlafsaal und erklärt dir, dass man ihn wegen Aragog und des Mädchens rausgeworfen habe. Hagrid der Erbe Slytherins! Ungläubig springst du daraufhin auf, rennst durch das halbe Schloss und findest Minerva schließlich auf dem Schulhof. Dort packst du sie und zerrst sie in eine abgeschiedene Ecke. „Hagrid fliegt von der Schule!“, schnauzt du sie umgehend an. „Bist du jetzt zufrieden? Aragog hat dieses Mädchen garantiert nicht umgebracht und du verpetzt ihn, bloß weil du es kannst? Du bist so eine ätzende…“ „Tom Riddle hat ihn verraten, nicht ich!“, fährt sie dich wütend an und reißt sich von dir los. „Er hat eine Auszeichnung bekommen, das kannst du gerne überprüfen! Aber es ist gut zu wissen, was du von mir hältst!“ Du bist so verblüfft, dass du ganz vergisst, dich zu entschuldigen. Minerva ist daraufhin auch noch in den nächsten Tagen sauer auf dich, was dich jedoch weniger interessiert, als dieser Tom Riddle. Du kannst nicht glauben, dass alle seine Geschichte schlucken. Dieses Mädchen ist völlig unverletzt gewesen, als hätte jemand sie mit einem simplen Todesfluch umgebracht! Riddle ist kein Idiot, er müsste das wissen. Schulleiter Dippet ist ein Idiot, der wusste das nicht. Du hast gehört, dass sich Dumbledore für Hagrid ausgesprochen hat. Dieser macht nun eine Lehre beim Wildhüter von Hogwarts, was dich irgendwie für ihn freut. Einen passenderen Job gäbe es sowieso nicht für ihn, trotzdem fuchst dich die gesamte Situation ungemein. In der Bibliothek suchst du nachts, wenn alle schon schlafen, nach Wesen, die töten ohne sichtbaren Schaden zu hinterlassen und reist eine Buchseite nach der anderen heraus. Tom Riddle will dir nicht mehr aus dem Kopf gehen. Du beobachtest ihn, verfolgst ihn, widmetest ihm deine ganze Aufmerksamkeit. Und schon drei Tage nach diesem Vorfall wirst du belohnt: Nachdem du dich selbst mit einem Tarnzauber belegt hast, folgst du Tom Riddle durch die Korridore des zweiten Stockwerks, als er sich stirnrunzelnd umsieht und in eben jenes Mädchenklo schleicht, in dem Myrte tot aufgefunden worden ist. Du schlüpfst hinter ihm durch die Tür ehe diese zufällt. Auch hier sieht Riddle sich um. Ein zischender, unheimlicher Laut entfährt seinem Mund. Ungläubig siehst du zu, wie ein Waschbecken sich entfernt und so den Zugang zu einem Abflussrohr freigibt, das so breit ist, dass ein Mensch hindurchgleiten kann. Und eine Sekunde später ist er darin verschwunden. Mit wild pochendem Herzen sprichst du den Gegenzauber zu deiner Tarnung, greifst in deine Schultasche und ziehst die Seiten der magischen Geschöpfe hervor, die du aus Büchern ausgerissen hast. Eine Seite nach der anderen wirfst du auf den Boden, bis dir die Zeichnung einer gigantischen Schlange ins Auge fällt. Ein Basilisk. Riddle kann Parsel. Der Blick eines Basilisken ist tödlich für Menschen. Die Schlange als Slytherins Wappen. Der Erbe Slytherins. Alles passt. Panisch stürmst du aus der Toilette, die Korridore entlang bis auf das Gelände von Hogwarts, stolperst die Abhänge herab bis zur Hütte des Wildhüters. „HAGRID!“, brüllst du und hämmerst panisch gegen die Eingangstür. „HAGRID, VERDAMMT!“ Erschrocken weichst du zurück, als Euer Wildhüter Mr. Ogg öffnet. „Mr Ogg!“, stößt du atemlos hervor. „Mr. Ogg, ich brauche einen Hahn!“ „Einen Hahn?“, fragt er ungläubig. Du weißt genau, dass Mr. Ogg Hühner besitzt. „Ich gebe dir sicherlich keinen Hahn, Junge! Ich habe gerade neue Tiere geholt! Irgendein vermaledeiter Schüler hat meinen alten Hähnen allen den Hals umgedreht!“ Sprachlos starrst du ihn an, dein Verdacht festigt sich, du schubst ihn zur Seite und stürmst durch seine Hütte in den Hinterhof, während er dich wütend anbrüllt. Draußen stößt du mit Hagrid zusammen. „Kommst mich doch mal besuchen?“, fragt er beleidigt, dass du so lange nicht da warst. „Ja - also - nein“, keuchst du durcheinander und rennst an ihm vorbei zum Hühnerstall. Hagrid stürmt dir nach und beobachtet über die Maßen verwirrt, wie du einen der Hähne packst und in deinen Rucksack stopfst. Schreiend und zappelnd wehrt sich das Vieh, doch du achtest nicht darauf. „Bei Merlins Bart! Was machst du da?“, fragt Hagrid entsetzt. „Hol Dumbledore!“, rufst du. „Geh zu ihm und nimm ihn mit in das Mädchenklo im zweiten Stock! Dort musst du diesen Laut sagen!“ Du lässt dasselbe Zischen los, wie zuvor Tom Riddle. „Ich kann beweisen, dass du unschuldig bist!“ Dann rennst du zurück zum Schloss, in den zweiten Stock und stößt im Mädchenklo den zischenden Laut aus. Du stürzt dich in das System aus Rohren, kommst an eine weitere Tür und noch einmal sprichst du Parsel zu den Schlangen, die auf der Tür abgebildet sind. Sie schwingt auf. Staunend betrittst du eine langgezogene Halle mit hohen, schlangenverzierten Säulen, die in ein grünliches Dämmerlicht getaucht ist. An der Rückwand befindet sich eine überdimensionale Statue von Salazar Slytherin. „Rushton!“ Tom Riddle steht vor der Statue und starrt dich zornfunkelnd an. „Was in aller Welt suchst du denn hier?“ „Du bist aufgeflogen, Riddle“, sagst du ruhig. „Ich werde gleich zu Dumbledore gehen und ihm dein Versteck zeigen. Ich weiß, dass du dein kleines Haustier hier hältst.“ „Du hast es noch niemandem erzählt?“, fragt Riddle höhnisch. Ein beunruhigendes Lächeln breitet sich auf seinem Gesicht aus. Dein Herz springt dir vor Angst fast aus der Brust. Wenn mein Plan nicht aufgeht, bin ich tot, schießt es dir durch den Kopf. „Nein“, lügst du. „Ein grenzenlos dummer Fehler, Rushton. Aber ich habe noch nie viel von dir gehalten“, erklärt er und stößt einen neuen Laut aus. Plötzlich hörst du ein Zischen. Eine riesige, geschuppte Schnauze erscheint in Salazar Slytherins Mund panisch guckst du zu Boden, als du hörst, wie der gigantische Körper über den Boden schrabbt. Mit bebenden Händen öffnest du den Reisverschluss deiner Tasche, das Zischen kommt näher. Nicht aufsehen, sieh ihm nicht in die Augen, denkst du panisch, packst den verängstigten, zerzausten Hahn in deiner Tasche und schmeißt ihm mit dem Gedanken „Ich muss verrückt sein!“ vor dir auf den Boden. Der Hahn muss die riesige Schlange gesehen haben. Augenblicklich beginnt er laut zu schreien und du hörst ihn wild über den Boden rennen, ehe der Kopf des Basilisken mit einem gewaltigen Knall auf den Boden schlägt. Der Hahnenschrei ist tödlich für den Basilisken, so steht es auf der Seite des Buches aus der Bibliothek. „Wow“, sagst du überrascht und schaust mit immer noch wild pochendem Herzen auf das tote Ungetüm, das vor dir am Boden liegt. „Das war irgendwie leichter, als gedacht.“ „ICH BRING DICH UM!“ Entsetzt siehst du auf und merkst, wie Tom Riddle seinen Zauberstab hebt. Kochend vor Zorn schwingt er ihn gegen dich, dein Zauberstab fällt dir aus der Hand und du wirst zurückgeschleudert. Hilflos prallst du gegen eine der Schlangensäulen, sackst am Boden zusammen und kämpfst dich gleich darauf auf die Beine, während Riddle über die tote Schlange auf dich zu klettert und dich mit einer peitschenden Bewegung seines Zauberstabs gleich wieder von den Beinen wirft. Kurz darauf steht er vor dir und du hörst seine wutverzerrte Stimme brüllen: „AVADA-“ „Expelliarmus!“ Riddles Zauberstab fliegt davon. Erschrocken wie der Hahn, der immer noch verängstigt gackernd durch die Kammer rennt, huschen seine Augen im Raum herum. „Eleas! Alles in Ordnung?“ Eine Sekunde später wirst du von deinem übergroßen Freund Hagrid auf die Beine gezogen. Tom Riddles Augen dagegen starren verzweifelt auf Professor Dumbledore, die ihn mit einem unglaublich kalten Ausdruck ansieht. Eine Aura von Macht umgibt deinen Lehrer, die fast körperlich zu spüren und beinahe deutlicher zu erfassen ist, als die Angst, die Tom Riddle vor ihm hat. Tom Riddle fliegt von der Schule und man zerbricht seinen Zauberstab. Du bekommst eine Auszeichnung für Verdienste um das Wohl der Schule, die du jedoch spaßeshalber zur Belustigung aller außer dem empörten Schulleiter Dippet auf den Hahn überträgst, der den Basilisken getötet hat. Hagrid bekommt seinen Zauberstab wieder, will jedoch seine Ausbildung als Wildhüter weiterführen und schmeißt die Schule. Du schaffst es nach einigen Versuchen, Minerva McGonagall wieder für dich zu gewinnen und wirst Sucher in der englischen Quidditch-Nationalmannschaft. Am Abend eurer Hochzeit erfahrt ihr, dass Tom Riddle sich eine Privatarmee aufgebaut und einen neuen Zauberstab erlangt hat. Da das Ministerium ihn als gemeingefährlichen Ausgestoßenen im Auge behalten hat, ist er damit nicht weit gekommen und sitzt nun zur Strafe in Askaban. Kurze Zusammenfassung: Du bist ein Unruhestifter aus Gryffindor zu den Schulzeiten Voldemorts. Mit Hagrid als deinem besten Freund bringst du die Lehrer auf die Palme und zeigst bloß im Verwandlungsunterricht bei Dumbledore und als Sucher beim Quidditch Erfolge. Als Hagrid die Acromantula Aragog nach Hogwarts schmuggelt und für den Erben Slytherins gehalten wird, stellst du Nachforschungen an. Schließlich kommst du Tom Riddle auf die Spur, tötest den Basilisken mit einem Hahn und Tom Riddle fliegt von der Schule. Er wird niemals so mächtig, wie er ohne dich hätte werden können, sondern wird Jahre später erfolglos in Askaban eingeliefert, während du Minerva McGonagall heiratest. Anmerkung: Das Alter von Minerva McGonagall wurde weder in Büchern noch Filmen genannt. Auf einen Kommentar von J. K. Rowling in einem Interview hin kann man annehmen, dass sie während Harrys Schulzeit Mitte siebzig ist, was sie etwas älter als Voldemort selbst machen würde. Berechnet man das Alter jedoch auf Basis anderer Daten, die J. K. Rowling in Büchern und auf Pottermore erwähnt, kommt man auf ein Alter von Mitte fünfzig, was sie jünger als Voldemort machen würde. (Die J.K. hat es ja nicht so mit Zahlen, wie der geschulte Harry Potter Fan weiß…) Die Annahme, dass sie zusammen mit Tom Riddle zur Schule gegangen ist, stammt viel eher aus Fanfictions. Da sie ein sehr passender Charakter für diese Story war und diese Annahme durch Film und Bücher nicht direkt widerlegt wird, habe ich beschlossen, diese Fan-Theorie für das Profil von Eleas Rushton aufzugreifen.

32.07 % der User hatten die Auswertung: Name: Jeremy Lestrange Blutstatus: Muggelstämmig Zauberstab: Eschenholz, Phönixfeder, elastisch, 14 Zoll Patronus: Falke Sonstiges: Insbesondere dieses Profil basiert auf den Ereignissen der Bücher! Falls ihr nur die Filme gesehen habt und kurzzeitig verwirrt seid… Die ungläubigen Augen deiner Schwester Heather mustern den Hogwartsexpress. Ihre Blicke gleiten fasziniert über die vielen Leute, Besen, Zauberstäbe, Eulenkäfige. „Ich kann nicht verstehen, dass du keine von denen wolltest.“ „Was soll ich denn mit einer Eule?“, fragst du trocken. „Das macht mir nur Arbeit. In Hogwarts haben sie Schuleulen, die kann ich euch dann schicken.“ Kopfschüttelnd sieht sie dich an. Sie hat wohl immer noch nicht verdaut, dass du ein Zauberer bist. Deine Eltern haben es relativ gefasst aufgenommen, jedenfalls so gefasst, wie man es von Muggeln eben erwarten kann. Deine Schwester ist achtzehn Jahre alt und hellauf begeistert von dieser Tatsache. Sie ist diejenige gewesen, die dich in allem unterstützt hat, mit dir einkaufen gegangen ist und dich schließlich zum Zug gebracht hat. „Ich werde dich vermissen, keiner Klugscheißer“, murmelt sie und drückt dich ein letztes Mal fest an sich. „Du gehörst hierher, das merke ich. An dir war schon immer etwas Seltsames, Jer.“ Es ist, als würde eine winzig kleine Nadel in dein Herz stechen, als du in den Zug steigst und deine Schwester aus den Augen verlierst. Sie wird die einzige sein, die du wirklich vermissen wirst. Völlig allein siehst du dich im Wagon um und findest schließlich ein Abteil mit drei Jungen deines Alters, als der Hogwartsexpress sich in Bewegung setzt. „Kann ich mich setzen?“, fragst du die drei und deutest auf den leeren Platz ihnen gegenüber. Der schmale Junge in der Mitte nickt dir bloß zu und weist mit dem Kinn auf den leeren Platz am Fenster gegenüber von ihnen. Du setzt dich und kramst gerade in deiner Tasche herum, um „Eine Geschichte von Hogwarts“ herauszuholen, da spricht dich der Junge an: „Mein Name ist Malfoy“, erklärt er so stolz, als hätte er damit einen komplizierten Sachverhalt bewiesen. „Draco Malfoy. Das hier sind Crabbe und Goyle.“ Du verkneifst dir den Kommentar, dass Crabbe und Goyle aussehen wie genmanipulierte Babytrolle. „Freut mich“, entgegnest du höflich. Du hast in Florish & Blotts ein Buch mit Stammbäumen alter Zaubererfamilien gefunden, in dem der Name Malfoy aufgetaucht ist. Wahrscheinlich ist dieser Junge einfach stolz auf seine Herkunft. „Ich heiße Lestrange.“ „Seltsam, ich bin mit den Lestranges verwandt“, erzählt er dir umgehend. „Nicht mit meinen Eltern, das sind Muggel“, stellst du sofort klar und beginnst, in deinem Buch zu lesen, ehe dieser eigenartige Junge dich weiter bequatschen kann, doch Fehlanzeige: „Einige Zaubererfamilien sind besser als andere, Lestrange. Aber vor allem du als Muggelstämmiger wirst in Hogwarts sicher einen großen Nachteil haben.“ „Ach…“, murmelst du bloß desinteressiert und blättertest eine Seite in deinem Buch um. Du hast keine Lust, ferner auf diese Beleidigung deiner Familie einzugehen. „Natürlich. Du kennst dich überhaupt nicht aus mit der Welt der Zauberer“, erklärt Malfoy. „Du weißt sicher nichts von einem Ministerium oder von Quidditch. Ich wette, du weißt nicht einmal, wie der Schulleiter von Hogwarts heißt oder in welches Haus du willst!“ „Das Zaubereiministerium ist die Regierung der britischen Zauberergemeinschaft“, erwiderst du, ohne von deinem Buch aufzusehen. „Der aktuelle Minister heißt Cornelius Fudge. Quidditch ist die bekannteste Sportart in der Zaubererwelt. Man spielt diesen Ballsport auf fliegenden Besen. Der Schulleiter von Hogwarts trägt den Namen Albus Percival Wulfric Brian Dumbledore. Und ich will nach Ravenclaw.“ Sprachlos starren die drei Jungen dich an. „Bist du wirklich kein Reinblut?“, fragt Malfoy dich schließlich. „Nein, ich weiß mich bloß zu informieren“, verbesserst du ihn. Es ist dir egal, ob dieser oberflächliche Junge dich arrogant oder unsympathisch findet. Mit einem wie ihm willst du nichts zu tun haben. „Muggel nennen das, was ich besitze, ein fotographisches Gedächtnis.“ Tatsächlich teilt dich der sprechende Hut ohne jedes Zögern dem Haus Ravenclaw zu. Hier ist man stolz auf Individualität, was dir ziemlich gut gefällt. Du beziehst an diesem Abend ein Bett neben Terry Boot, mit dem du dich ganz gut verstehst. Du findest dich schnell zurecht und freundest dich mit Terry an, der dich jetzt schon für den nächsten Zaubereiminister hält. Mit Schülern der anderen Häuser hast du kaum etwas zu tun. Du nutzt jede Gelegenheit, den arroganten Malfoy im Kräuterkundeunterricht bloßzustellen, kommst aber immerhin gut mit den Hufflepuffs aus. Der Quidditch-Unterricht gestaltet sich überraschend schwierig für dich und du erkennst, dass du zwar nicht gnadenlos ungeschickt bist, jedoch niemals Klassenbester in diesem Fach werden würdest. In allen anderen Fächern erreichst du dieses Ziel dagegen mit Leichtigkeit. Die Lehrer erkennen in dir ein Genie und als das zweite Schuljahr anbricht, bist du bereits in der ganzen Schule für deine außerordentlichen Fähigkeiten bekannt. „Luna Lovegood!“ Ein Lächeln umspielt deine Lippen, als ein Mädchen mit federnden Schritten und glühenden Wangen nach vorn tritt und von McGonagall den sprechenden Hut aufgesetzt bekommt. Du wunderst dich wenig, als sie Ravenclaw zugeteilt wird. Dieses Mädchen sieht selbst in dem einheitlichen Umhang aus wie eine Außerirdische. Mit baumelnden Radieschen-Ohrringen setzt sie sich neben dich. „Hey“, grüßt du sie und hältst ihr die Hand hin, während Terry sie an deiner Schulter vorbei ungläubig anstiert. „Lovegood war dein Name? Du kennst nicht zufällig Xenophilius Lovegood?“ „Das ist mein Vater!“, erwidert sie sofort. Noch nie hast du jemanden gleichzeitig so verträumt und aufgeregt sprechen hören. Es klingt eigenartig paradox. „Liest du den Klitterer?“ „Ich lese so ziemlich alles“, erwiderst du grinsend. „Selbst den Klitterer. Der hat ein paar spannende Theorien aufgestellt. Natürlich, das meiste ist Schrott, aber…“ „Entschuldige mal!“, unterbricht sie dich und ihr verträumtes Lächeln gefriert augenblicklich. „Nicht falsch verstehen!“, ruderst du sofort zurück. „Ich halte deinen Vater für einen sehr interessanten Menschen! Ich bin nur nicht mit seinen ganzen Theorien einverstanden, deswegen kannst du mich nicht verurteilen! Ich würde nur gern mal darüber mit jemandem diskutieren, der sich damit gut auskennt, verstehst du?“ „Oh.“ Luna ist offensichtlich überrascht und ihr verschwommenes Lächeln kehrt zurück. „Ja. Das hat noch nie jemand so ausgedrückt. Die meisten reden gar nicht mit mir, weißt du? Wahrscheinlich bin ich ihnen zu speziell.“ Du hörst dir ihre Theorien an und obwohl du nicht sonderlich viel mit diesem widerlegten Schwachsinn anfangen kannst, interessieren dich die Hintergründe sehr. Man merkt Luna an, dass sie trotz ihrer verträumten Art sehr intelligente und bodenständige Züge an sich hat. Besonders ihre Fähigkeit, die Menschheit und einzelne Personen einschätzen zu können, beeindruckt dich. Hey, Jer! Seit viereinhalb Jahren bist du jetzt schon an deiner komischen Zauberschule und ich hab mich immer noch nicht dran gewöhnt, den Brief einer Eule ans Bein zu binden! Ich habe mich aber total über deinen Brief gefreut, vor allem, weil wir so lange nichts voneinander gehört haben. Glückwunsch zum Vertrauensschülerabzeichen! Du hast es dir verdient. Mum meinte, letztes Jahr wäre irgendein Junge an eurer Schule ums Leben gekommen. Den kanntest du doch nicht, oder? Ganz ehrlich, Mum klingt irgendwie komisch, wenn ich mit ihr über eure Welt telefoniere. Was hast du ihr erzählt? Ich mach mir echt Sorgen! Ich bin jetzt übrigens mit meiner Ausbildung komplett durch und fange gerade an zu arbeiten. Kannst du dir das vorstellen? Ich als Polizistin? Voll abstrakt! (Ich weiß, du schießt mit deiner Zauberschule immer noch den Vogel ab!) Grüß Terry und Luna von mir! Lass mal wieder was von dir hören, ich hab dich lieb! Heather „Ist etwas passiert?“, will Luna mit großen Augen wissen. „Meine Schwester ist jetzt Polizistin“, erzählst du ihr, steckst den Brief ein und machst dich wieder über dein Essen in der großen Halle her. „Das sind die Gesetzeshüter der Muggel.“ „Hast du sie letzten Sommer gesehen?“, fragt sie. „Ich verbringe den nächsten Sommer bei ihr, da machen meine Eltern eine Kreuzfahrt“, antwortest du. „Sie will wissen, was hier in unserer Welt los ist. Das wüssten, denke ich, alle gern.“ „Du-Weißt-Schon-Wer ist wieder auferstanden. Du hast Harry Potter und Professor Dumbledore doch zugehört“, erklärt Luna mit einer solchen Überzeugung, wie nur sie sie besitzen kann. „Nur weil die beiden das die ganze Zeit behaupten, muss es noch lange nicht heißen, dass es stimmt“, verweist du sie. „Zugegeben sind aber alle anderen Theorien über Diggorys Tod widersprüchlich oder unzureichend.“ „Du könntest mit mir zu diesem Treffen kommen“, schlägt Luna verträumt vor. „Was für ein Treffen?“, hakst du nach. „Hermine Granger und Harry Potter haben etwas organisiert. Bei dem nächsten Ausflug nach Hogsmeat trifft sich eine Gruppe im Eberkopf. Ginny Weasley meinte, es würde darum gehen, sich verteidigen zu können, wenn es soweit ist. Wenn der Krieg wieder beginnt. Weil Professor Umbridge keinen richtigen Unterricht macht. Es wäre schön, wenn du mitkommen würdest.“ „Weiß nicht“, murmelst du deinem Essen zu. „Nur weil das Ministerium eine Kröte in pinken Stoff gezwängt und uns als Lehrerin vorgesetzt hat, habe ich es noch lange nicht nötig, an kollektivem Nachsitzen teilzunehmen. Außerdem bin ich mit Padma verabredet, weißt du?“ „Ich habe das Gefühl, dass dir Padma gar nicht wichtig ist“, offenbart Luna dir. „Genauso wenig wie Lisa Turpin, Daphne Greengrass und Lavender Brown. Du willst einfach nur die Gewissheit haben, dass alle Mädchen- wie sagt man?“ Gedankenverloren nippt Luna an ihrem Kürbissaft, ehe sie vervollständigt: „Auf dich abfahren.“ „Das – das – also -“ Das ist einer der wenigen Momente, in der du zur Sprachlosigkeit verdammt bist. Lunas Fähigkeit, dich zu durchschauen, ist selbst nach Jahren noch beängstigend für dich und es ist dir unangenehm, dass sie solche Zusammenhänge so eigenartig klingen lässt, als hättest du Schwierigkeiten mit deinen sozialen Kompetenzen oder deinem Selbstbewusstsein. „Und Padma ist übrigens auch bei diesem Treffen dabei“, erzählt sie dir. „Was? Nein!“, rufst du sofort ungläubig. „Ist sie sicher nicht! Das wüsste ich doch!“ Wie sich herausstellt, hat Luna Recht. Padma schleift dich tatsächlich in den Eberkopf zum ersten Treffen der ungleichen Gruppe aus drei verschiedenen Häusern und fast allen Altersstufen. Anfangs genervt erwecken Harry und Hermine jedoch schnell dein Interesse. Der Tatendrang der Gruppe reist dich mit und du vergisst Padma nach wenigen Minuten. „Wollen wir gehen? Jeremie? Hey! JEREMIE!“ „Ja, was?“, fragst du verwirrt, als das Treffen geendet hat und wendest dich von Hermines Anblick ab. Padma starrt dich entgeistert an. „Ob wir gehen wollen, habe ich dich gefragt!“, wiederholt sie wütend. „Aber du bist offensichtlich zu beschäftigt damit, Hermine Granger anzuglotzen!“ „Komm schon! Sie hat nur einige interessante Sachen gesagt, die-“ Weiter kommst du nicht, denn Padma verschwindet zornig aus dem Pub und knallt die Tür hinter sich zu. „Ich glaube, bei ihr hast du es dir verscherzt“, murmelt Luna verträumt wie eh und je. „Aber Hermine Granger könntest du ruhig ansprechen. Sie ist genauso faktenorientiert wie du.“ „Ach, halt doch die Klappe!“, entgegnest du halb genervt, halb amüsiert und schiebst sie zur Tür hinaus in den Schnee. Tatsächlich behält Luna jedoch erneut Recht, denn mit Hermine Granger verstehst du dich unheimlich gut. Du verbringst immer mehr Zeit während der DA-Treffen mit ihr. Als jedoch Dumbledore von der Schule flieht und eure Gruppe aufgelöst wird, kannst du dich nicht mehr hinter dem Vorwand der DA verstecken und fragst sie, ob sie für die ZAGs mit dir lernen möchte. „Was ich dich schon immer mal fragen wollte“, beginnt Hermine eines Tages zögernd eine Frage, als Kräuterkunde nicht mehr spannend genug ist. „Wegen deines Nachnamens-“ „Lestrange?“, unterbrichst du sie, weil du weißt, worauf das hinausläuft. „Ich bin muggelstämmig. Ich bin mit keiner Zaubererfamilie verwand, Hermine. Glaub mir, ich habe nachgeforscht. Besonders seit diesem Massenausbruch aus Askaban und diesen blöden Plakaten, wegen der mich alle komisch anstarren. Aber ich habe nichts mit den Lestranges zu tun. Es ist ein mieser Zufall.“ Sie nickt dem Boden zu. „Warum?“, fragst du. „Würde es dich stören?“ „Natürlich nicht“, antwortete sie. „Du bist schließlich ganz anders. Es hat mich bloß interessiert. Aber das wäre doch kein Grund, meinen besten Lernpartner aufzugeben.“ „Lernpartner?“, wiederholst du lachend. „Das hast du schön gesagt.“ „Wir sind doch Lernpartner, oder?“, hakt Hermine verunsichert nach. „Wenn du nur Lernpartner sein willst, dann soll es so sein“, erwiderst du feixend. „Wie meinst du-“ Du unterbrichst ihre Frage, indem du sie küsst. Seitdem gehst du mit Hermine Granger und bist dankbar, dass Luna dir ein „Ich hab’s dir doch gesagt!“ erspart. „Jer! Hey! Jetzt warte doch mal!“, brüllt Terry, als er dich endlich wieder zu Gesicht bekommt. „Hast du Hermine gesehen?“, fragst du ihn und siehst dich um. Du suchst nun schon seit einer gefühlten Stunde nach ihr! „Wir wollten uns eigentlich nach der ZAG-Prüfung noch treffen!“ „Nein, Mann. Aber ist doch egal! Das war die letzte Prüfung! High Five!“, schreit Terry und hebt die Hand. Gerade als du einschlagen willst, laufen jedoch Ginny, Neville, Luna und Ron an euch vorbei, also schlägst du flüchtig ein und rennst den vieren hinterher. „Weißt du, wo Hermine ist?“, fragst du Ron. Ron zischt, um dich zum Schweigen zu bringen, während Luna deine Hand nimmt und dich mit sich zieht. „Hermine ist mit Harry und Umbridge in den Wald gegangen“, erzählt sie dir. „Was? Warum?“, fragst du verstört. „Harry glaubt, dass Voldemort den zu Unrecht verurteilten Sänger Stubby Boardman im Ministerium gefangen hält“, erklärt Luna, als ihr über die Ländereien zum Wald lauft. „Was zum-? Wen?“ „Sirius Black“, korrigiert Ginny augenverdrehend. „Was haben wir mit dem zu tun?“, fragst du verwundert. „Er ist Harrys Pate“, erklärt Ginny, während Ron nach Spuren im Wald sucht, um Harry und Hermine wiederzufinden. „Er ist kein Mörder, er gehört dem Orden des Phönix an, einer Organisation gegen die Todesser.“ „Der gesuchte Massenmörder? Da klingt Lunas Theorie vom Sänger ja wahrscheinlicher!“ „Willst du helfen oder diskutieren?“, fragt Ginny barsch. „Ich hab ja keine Gegenbeweise“, wendest du ein. „Also kann ich’s schlecht widerlegen.“ Nach kurzer Zeit findet ihr Harry und Hermine tatsächlich ohne Umbridge im Wald stehend und voller Blut, das Thestrale anlockt, mit denen ihr zum Ministerium fliegt. Entgeistert klammerst du dich an das für dich unsichtbare Wesen und kannst kaum glauben, dass du nun auf dem Weg bist einen verurteilten Massenmörder vor dem dunkelsten Magier aller Zeiten zu retten. Im Ministerium rennt ihr hinunter zu der Mysteriumsabteilung, wo ihr euch in einem runden Raum voller sich drehender Türen wiederfindet. Erst als sie zum Stillstand kommen, könnt ihr euch für eine entscheiden. Nach einigen Fehlversuchen wählt ihr jedoch die laut Harry richtige Tür und findet euch in einer riesigen Halle voller Regale mit Kristallkugeln wieder. Prophezeiungen. Als ihr jedoch zu der Stelle kommt, an der Harry Sirius Black vermutet hatte, ist dort niemand zu sehen. „Er sollte hier in der Nähe sein“, sagt Harry geistesabwesend. „Irgendwo hier-… Vielleicht ist er-…“ Harry rennt zur nächsten Regalreihe, um dort nachzugucken. „Ich-… ich denke nicht, dass Sirius hier ist“, flüstert Hermine leise. „Harry? Hast du das gesehen?“, fragt Ron, der in der ursprünglichen Regalreihe auf eine Kugel sieht. „Hier steht dein Name drauf.“ „Fass das besser nicht an“, wendest du ein, als Harry danach greifen will. „Diese Dinger stehen nicht umsonst hier in der Mysteriumsabteilung. Lass uns einfach verschwinden!“ „Warum?“, erwidert Harry jedoch. „Es hat doch etwas mit mir zu tun, oder?“ Und er nimmt die Glaskugel aus dem Regal. Vorsichtig trittst du mit den anderen näher, als eine Stimme hinter euch sagt: „Sehr gut, Potter. Jetzt dreh dich um, schön langsam, und gib sie mir.“ Als dunkle Schatten zu euch ins Licht treten und du ein schmales, blasses Gesicht erkennst, bemerkst du sofort, was los ist. Dieser Mann sieht aus wie eine ältere Version von Draco Malfoy und zweifellos ist es sein Vater. Hinter ihm treten weitere Gestalten ins Licht. Bellatrix Lestrange – du erkennst sie von Plakaten. Und weitere Todesser. Ihr seid in eine Falle geraten. Du siehst dich panisch nach einer Fluchtmöglichkeit um, während Harry sich mit Malfoy streitet, als Luna dir zuraunt: „Regale zerschmettern. Warte auf Harrys Zeichen.“ Du nimmst ihre Hand und drückst sie zum Zeichen, dass du verstanden hast. Luna wirft dir einen kurzen Blick zu und du weißt, dass du sie nicht mehr loslassen würdest, bist die Gefahr vorüber ist. „JETZT!“, schreit Harry dann endlich und sieben Stimmen brüllen daraufhin: „REDUCTO!“ Die Regale zerschmettern links und rechts von euch und Kristallkugeln zerbersten am Boden. Gestalten aus Rauch steigen aus ihnen auf, geben ihre Prophezeiungen Preis, doch in dem Chaos ist nichts zu hören außer Harrys Stimme: „LAUFT!“ Mit Luna an der Hand rennst du durch das Chaos der Regale, Ginny und Ron hinterher. Immer wieder wendest du dich nach hinten um und zersprengst weitere Regale, doch vier Todesser schaffen es euch zu verfolgen, als ihr durch eine Tür in den nächsten Raum stürzt. Harry, Hermine und Neville sind nicht bei euch. Entsetzt schaust du dich um und bist dir nicht sicher, ob du noch auf festem Boden stehst oder im Nichts schwebst. Um euch herum fliegen die Planeten des Sonnensystems, hinter euch stürmen die vier Todesser in den Raum. Ron entwaffnet einen von ihnen, doch der Todesser gibt sich nicht geschlagen, wirft sich vor und packt Ginnys Knöchel. „REDUCTO!“, schreit Luna noch einmal und Pluto explodiert vor dem Gesicht des Todessers, während einer der gegnerischen Flüche Ron trifft und Ginny ihr Bein mit einem lauten Knacken befreit. „VINGARDIUM LEVIOSA“, schreist du, als einer der Todesser seinen Zauberstab auf dich richtet und deutest mit deinem eigenen auf Saturn. Der Planet schnellt hervor und sein Ring trifft den Todesser im Nacken. Er sackt in sich zusammen. „NEIN!“, brüllt ein anderer Todesser entsetzt und kniet sich neben ihm, um zu sehen, ob er überlebt hat. Doch sein Genick könnte nicht offensichtlicher gebrochen sein. Luna jagt einem anderen Todesser einen Schockzauber auf den Hals, während Ginny Ron packt und mit sich zieht und ihr vier flüchtet in einen anderen Raum. Dieser hier sieht aus wie ein Seminarraum, er hat nichts Besonderes an sich und ihr stürmt weiter eine Tür hinaus, und findet euch Auge in Auge mit Harry und Neville wieder, der eine bewusstlose Hermine trägt. „Geht es ihr gut?“, fragst du sofort entsetzt. „Sie lebt noch“, presst Neville mühsam hervor, seine Nase ist völlig zertrümmert. „Seid ihr alle okay?“, fragt Harry in dem Moment, in dem Ron in seine Arme stolpert. „Harry“, kichert er. „Da bist du ja! Hahaha! Du siehst aber komisch aus! Bist ja ganz durch den Wind!“ „Keine Ahnung, womit sie ihn getroffen haben“, sagst du und musterst ihn misstrauisch. „Aber wir sollten schnell hier weg.“ „Luna, hilfst du Ginny?“, fragt Harry und legt Rons Arm um seine Schultern. „Ist nur ein Knöchel, das kann ich schon selbst“, erwidert Ginny starrsinnig, als eine Tür aufspringt. „SIE SIND HIER!“, kreischt Bellatrix Lestrange. Schockzauber schnellen durch den Raum, als Harry die Tür zum Seminarraum aufstößt und ihr mit ihm darin verschwindet. „Colloportus!“, ruft Harry und verschließt somit die Tür. „Das macht nichts“, sagt eine Männerstimme dahinter. „Es gibt noch andere Wege darein. WIR HABEN SIE! SIE SIND HIER!“ „Jeremy – Neville – Luna – helft mir“, keucht Harry und ihr beeilt euch, die anderen Türen im Raum zu verschließen, als Luna mitten im Zauberspruch aufschreit. „LUNA!“, brüllst du erschrocken und siehst gerade noch, wie sie von einer aufschwingenden Tür zu Boden geschleudert wird und auf dem Boden zusammenbricht. Panisch stürmst du auf sie zu, ungeachtet dessen, das Bellatrix in den Raum schreitet. Zu spät siehst du das Peitschen ihres Zauberstabs, der Fluch trifft dich in der Brust, schnürt deine Lunge zusammen und du stürzt neben deiner besten Freundin zu Boden. „Wo bin ich?“ Licht dringt an deine Augen und blendet dich. Du liegst auf etwas Weichem. „Im Krankenflügel. Bleib liegen! Du brauchst Ruhe!“ Du erkennst die Stimme von Madam Pomfrey, der Krankenschwester, als du dich aufrichten willst. „Ist er wach?“, fragt eine aufgeregte Stimme und du blinzelst in das Licht, als sich Luna zu dir auf das Bett setzt, während Hermine von Rons Bett aus zu dir rennt. „Was ist passiert?“, willst du wissen, als beide Mädchen dir erleichtert um den Hals fallen und du Ron im Krankenbett gegenüber voller Wunden siehst. „Voldemort ist offiziell wieder zurück“, erklärt Hermine dir zögernd. „Die Mitgleider des Ordens haben uns gerettet. Von uns ist niemandem etwas passiert, nur Sirius Black – Er wurde von Bellatrix ermordet.“ „Was ist mit den ganzen Todessern?“, fragst du. „Die sind in Askaban“, antwortet sie dir umgehend. „Bis auf Bellatrix Lestrange, Voldemort selbst und – naja-“ „Den Todesser, den ich ermordet habe“, erinnerst du dich seufzend. „Rodolphus Lestrange“, macht Hermine dich zurückhaltend aufmerksam. „Das war der Todesser.“ „Ich habe Bellatrix‘ Ehemann ermordet?“, fragst du fassungslos. Hermine nickt schweigend. Als der Hogwartsexpress deine Freunde und dich nach Hause bringt, fühlst du dich noch immer ausgelaugt. Terry hält dich für einen Helden, weil du einen Todesser um die Ecke gebracht hast. Doch selbst hast du es noch nicht richtig aufgenommen. Es ist schwer für dich mit dir selbst zu vereinbaren, dass du einen Menschen ermordet hast. Als du dich in Kings Cross von Hermine verabschieden willst, stehen einige Leute um sie herum. „Du bist also Jeremy Lestrange“, sagt eine Frau mit pinken Haaren und reicht dir die Hand. „Mein Name ist Tonks. Schön, dich mal im wachen Zustand zu sehen!“ „Ihr habt uns aus dem Ministerium gerettet“, erkennst du. „Und du bist der einzige, der klug genug war, einen Todesser um die Ecke zu bringen“, entgegnet der wohl echte Moody, den falschen hattest du schließlich in deinem vierten Schuljahr als Lehrer. „Es war ein Versehen“, murmelst du in dich hinein, obwohl Zeitungen seit dem Vorfall andere Sachen behaupten. Zweifellos weil du dich weigerst, selbst ein Interview dazu zu geben. „Ich wollte mich nur von Hermine verabschieden und dann mit meiner Schwester verschwinden.“ „Willst du sie mir gar nicht vorstellen, Jer?“, fragt Hermine dich. „Wo ist sie denn?“ „Keine Ahnung“, antwortest du und siehst dich stirnrunzelnd um. „Vielleicht hat sie einen Einsatz oder so und konnte nicht kommen. Aber das ist egal, ich nehme einfach die Bahn nach Hause.“ „Den Teufel wirst du tun!“, widerspricht Moody jedoch sofort. „Wir lassen niemanden alleine, auf den Todesser es vermutlich abgesehen haben! Lupin, bring den Jungen nach Hause!“ „Professor Lupin“, erkennst du überrascht, als dein Lieblingslehrer aus dem dritten Jahr vor dir steht und auf dich herablächelt. „Sie gehören dem Orden-…“ „Sei still! Kein Wort darüber in der Öffentlichkeit!“, fährt Moody dich an und die hältst augenblicklich den Mund. Stattdessen küsst du Hermine zum Abschied, greifst dir deinen Koffer und folgst Lupin aus dem Bahnhof um eine Ecke, wo er mit dir zu der Adresse appariert, die du ihm nennst. Gerade schlägst du nach dem unangenehmen Gefühl die Augen auf, da packt Lupin dich am Arm. Sein Griff ist stark und bestimmt, doch du reist dich sofort los, als dein Blick auf den Himmel über das Haus fällt. Natürlich weißt du es. Du weißt, was der Totenkopf mit der Schlange am Himmel zu bedeuten hat, dennoch rennst du ins Haus und achtest nicht auf Lupin, der dir protestierend hinterherrennt. Mit einem Peitschen deines Zauberstabs schwingt die Eingangstür auf, du stürmst die Treppen hinauf zur Wohnung deiner Schwester, lässt sie aufspringen – und brichst zusammen, als du sie auf dem Boden liegend siehst, die glasigen Augen auf die Decke gerichtet. Lupin bringt dich in den Fuchsbau zu den Weasleys, wo du deine Ferien verbringst. Es wird dafür gesorgt, dass deine Eltern aus ihrem Urlaub nicht zurückkehren und stattdessen direkt im Ausland bleiben. Als Hermine zum Fuchsbau kommt und von dem Geschehenen erfährt, fällt sie dir sofort um den Hals und versucht dich zu trösten, doch du stößt sie fort. Eine Welt ist für dich zusammengebrochen. Der wichtigste Mensch in deinem Leben wurde umgebracht und du musst nicht erst fragen von wem – Bellatrix Lestrange. In deinem sechsten Schuljahr belegst du alle möglichen Kurse, nur um dich abzulenken. Du hast kaum Freistunden und du willst vor allem keine Zeit haben, um deinen Kopf freizubekommen. „Alter, das kann so nicht weitergehen!“, macht dich Terry eines Tages aufmerksam. „Du vegetierst nur noch vor dich hin! Du musst aufhören, die ganze Zeit zu lernen, ansonsten explodiert dein Kopf noch! Geh raus an die Luft, wenigstens mal nach Hogsmeat, lad Hermine ein, damit du sie dir endlich wieder zurückholst!“ Doch dass Hermines und deine Beziehung beendet ist, interessiert dich nicht. Du arbeitest stattdessen weiter in der Bibliothek, suchst nach Informationen, Zaubern und Tränken, die dir irgendwann nützlich sein würden. Du kannst Hermine im Moment nicht gebrauchen. Dumbledores Tod erschüttert dich zutiefst und lässt dich mit Harry, seinen Freunden und den Ordensmitgliedern in tiefer Hilflosigkeit versinken. Dennoch hindert es Bill und Fleur nicht daran, ihre Hochzeit zu feiern. Dich stört es wenig, denn so siehst du zumindest Luna in den Ferien wieder. „Sie ist wahrscheinlich die einzige, die dich zum Lachen bringen kann“, sagt Hermine neben dir, als sie dich bei deinem breiten Grinsen erwischt. Doch Lunas Tanz, der aussieht, als wolle sie Fliegen verscheuchen, ist zu göttlich, um keine Miene zu verziehen. „Da hast du wohl Recht“, gibst du also zu, ohne die Augen von dem durchgeknallten Mädchen abzuwenden. Du verbringst den gesamten Abend mit Luna, wie in einer Trance, in einer heilen, von ihr geschaffenen Seifenblase, die dich kurzzeitig glücklich macht. Doch diese Seifenblase wird jäh zum Platzen gebracht, als ein Patronus durch die Decke des Pavillons bricht und mit dunkler Stimme verkündet: „Das Ministerium ist gefallen. Scrimgeour ist tot. Sie kommen.“ „LUNA!“, brüllst du also panisch in dem ausbrechenden Chaos und drehst dich um, siehst gerade noch, wie ihr Vater sie an der Hand packt und disappariert, also tust du es ihm gleich, und findest dich im nächsten Moment in einem Zimmer des Fuchsbaus wieder, greifst nach deinem Rucksack und disapparierst erneut. Der Fall des Ministeriums hat zur Folge, dass Muggelstämmige verfolgt werden. Dir bleibt nichts anderes übrig, als dich versteckt zu halten. Und genau das tust du auch in verlassenen Muggelwohnungen, deren Besitzer verreist sind. Doch nur im Verborgenen zu bleiben, das kannst du nicht. Du hast in Hogwarts recherchiert und gearbeitet, Zauberspruch um Zauberspruch gelernt und nun würde es sich auszahlen: In deinem Kopf befindet sich eine Liste mit Namen von Todessern, allen voran die Mörderin deiner Schwester. Du bist talentiert, du bist organisiert und unglaublich geschickt. Du verfolgst das Geschehen in der Zaubererwelt über Radios und immer mehr Leute landen auf deiner Liste, nicht nur Todesser, sondern auch Ministeriumsangestellte. Und einer um den anderen verliert sein Leben, alle ausgelöscht von dem Unbekannten, dessen Identität niemand jemals herausfinden soll. Einige Todesser bringst du nicht sofort um, sondern verlangst vor ihrem Tod nach Informationen zu weiteren Todessern. Ein Greifer verrät dir schließlich, wo Bellatrix Lestrange zu finden ist. Doch es hilft dir nichts – In das Haus der Malfoys einzubrechen wäre lebensmüde. Schließlich beginnt dein Herz wie wild zu hämmern, als eine Galleone in deiner Tasche, das Kommunikationsmittel aller DA-Mitglieder, aufglüht und folgende Botschaft verkündet: „WIR KÄMPFEN!“ Durch einen Geheimgang aus Hogsmeat erreichst du den Raum der Wünsche, wo du einige Ordensmitglieder wiedertriffst, als Harry in den Raum stürzt. „Ist Luna hier?“, fragst du ihn sofort, ehe er irgendetwas sagen kann. „Ja, hier irgendwo im Schloss“, antwortet er außer Atem und du stürmst an ihm vorbei durch die Korridore. Doch du findest sie nicht. Als die Schlacht ausbricht, bist du plötzlich mitten im Geschehen und zu sehr darauf fokussiert zu überleben, als dass du nach jemandem suchen könntest. Gerade bekämpfst du jedoch einen Todesser, gerade weichst du einem Todesfluch aus und schaffst es, ihn zu schocken, das stürzt die Decke über dir ein. Du rennst, so schnell dich deine Beine tragen, der Boden bebt, Steine stürzen hinter dir laut krachend in den Gang, da trifft dich einer am Kopf, vor deinen Augen wird es schwarz und du stürzt zu Boden. Es kommt dir vor wie Sekunden, bis du die Augen aufschlägst. Benommen kämpfst du dich aus der dünnen Schicht Trümmer, die deinen Körper bedeckt hat. Tumult kommt nun jedoch bloß noch aus einer Richtung. Kurze Blicke in jeden verlassenen Gang sagen dir, dass du Stunden bewusstlos gewesen sein musstest. Dein Schädel pocht wie verrückt, Blut rinnt dein Gesicht herab, doch du stürmst hin zu dem Lärm, der aus der großen Halle dringt. Und dort siehst du sie beide: Bellatrix Lestrange duelliert sich nicht nur mit Luna, sondern auch mit Ginny und Hermine. „AUS DEM WEG!“, brüllst du, stößt Menschen ungeachtet zur Seite und stürzt dich an Ginny, Hermine und Luna vorbei auf die Mörderin deiner Schwester, die dich mit keckerndem Lachen begrüßt. „Ich habe mich schon gefragt, wo du bleibst!“, lacht sie. „Ich muss deine Leiche doch auf die deiner jämmerlichen Muggelschwester stapeln!“ In diesem Moment trifft sie dein Todesfluch genau am Herzen. Bellatrix Lestrange fällt zu Boden und wie die deiner Schwester starren ihre glasigen Augen zur Decke hinauf. Außer sich vor Wut wendet sich Voldemort persönlich nach dir um, doch in diesem Moment spaltet Harry Potters Schildzauber den Raum. Und wie dieses Duell endet, dürfte bekannt sein. Nach der Schlacht reißt du Luna erleichtert an dich. Du schlingst die Arme so fest du kannst um sie und weißt von diesem Moment an, dass du sie nie wieder loslassen wirst. Deine Bemühungen gegen die Todesser sind ebenfalls nicht unbelohnt geblieben. Es wird niemand jemals herausfinden, doch dank dir sind Todesser nicht in die Schlacht gezogen, die ansonsten mehrere deiner Freunde zur Strecke gebracht hätten. Dank dir kann Teddy Lupin mit Mutter und Vater aufwachsen. Später erhältst du einen gutbezahlten Job im Ministerium und heiratest deine beste Freundin Luna Lovegood, die du schon seit Jahren über alles liebst. Und nachdem Kingsley Shacklebolt als Zaubereiminister abdankt, kommt der klügste Minister an die Macht, den die Zaubererwelt jemals gesehen hat. Zusammenfassung: Dein fotographisches Gedächtnis und dein Ehrgeiz befördern dich direkt nach Ravenclaw. Dort freundest du dich mit Terry Boot und Luna Lovegood an und wirst, obwohl du muggelstämmig bist, sofort Klassenbester in allem außer Quidditsch. Du trittst der DA bei und kommst mit Hermine Granger zusammen. In deinem fünften Jahr bist du mit Harry Potter bei der offiziellen Rückkehr Voldemorts im Ministerium dabei. Ein Zauberspruch, der dich verteidigen soll, führt hier zu Rudolphus Lestranges Tod. Als Rache ermordet Bellatrix deine Schwester, woraufhin du Hermine verlässt, um dich deinen Racheplänen zu widmen. In deinem siebten Jahr machst du erfolgreich Jagd auf Todesser und bringst Bellatrix schließlich in der Schlacht von Hogwarts um. Dank dir überleben Lupin und Tonks, du wirst Zaubereiminister und heiratest deine beste Freundin Luna.

15.47 % der User hatten die Auswertung: Name: Anton Creevey Blutstatus: Muggelstämmig Zauberstab: Eiche, Einhornhaar, zischt überraschend gut, 11 Zoll Patronus: Knallrümpfiger Kröter Sonstiges: Insbesondere dieses Profil basiert auf den Ereignissen der Bücher! Falls ihr nur die Filme gesehen habt und kurzzeitig verwirrt seid… Überfordert stehst du in der Schlange Erstklässler und trittst von einem Bein auf das andere. „Creevey, Anton.“ Warum muss mein Name so weit oben im Alphabet stehen?, denkst du und trittst so nervös wie niemals in deinem Leben vor. Die streng aussehende Lehrerin – ihren Namen hast du bereits vergessen – setzt dir den Hut auf. „Interessant“, hörst du eine schnarrende Stimme in dein Ohr flüstern. „Du bist dir wohl selbst nicht so sicher, was? Ich sehe Mut und Witz gleichermaßen, eine treue Seele hast du. Nur wo stecke ich dich hin?“ Mit zitternden Händen sitzt du da und weißt nicht, was du hoffen sollst. Woher denn auch? Du bist muggelstämmig. Vor wenigen Wochen hast du nicht einmal eine Ahnung von der Welt der Zauberer gehabt. „HUFFLEPUFF!“ Du zuckst zusammen und reist dir den Hut vom Kopf, um den Tisch mit den gelben Bannern laut applaudieren zu sehen und ein Strahlen breitet sich auf dein Gesicht auf, als du dich zu deinem neuen Haus gesellst. Gerecht und treu, fleißig und hilfsbereit. Das klingt doch nicht nach schlechten Werten! Beim Essen gerätst du mit deinen Tischnachbarn schnell ins Gespräch. Es sind alles sehr nette und offene Leute und besonders mit Ernie McMillan und Hannah Abbott verstehst du dich gut. Am nächsten Morgen macht ihr euch auf zu euren ersten Fächern. Wäre Ernie nicht da, um euch den Weg zu weisen, wärest du sicher einige Male schon auf dem Weg zur großen Halle verloren gegangen, doch so lief es ganz gut für dich. Nicht so gut läuft es jedoch in eurer ersten Unterrichtsstunde. Euer Professor für Zaubertränke entpuppt sich nicht nur als äußerst gruselig, sondern auch ziemlich abwertend allen Hufflepuffs gegenüber. Er verkündet zwar, dass der erste Zaubertrank, den ihr brauen sollt, einer der leichtesten ist und kaum zu vermasseln, doch je länger du braust, desto verzweifelter wirst du. Und während Ernies Gebräu die blassblaue Farbe angenommen hat, die im Buch beschrieben wurde, ist deiner von einem matschigen Grün. „Wie hast du das denn geschafft?“, fragt Ernie verwundert und will sich über deinen Trank beugen, doch du ziehst ihn augenblicklich zurück. „Die Dämpfe riechen echt nicht gesund“, erklärst du und blätterst verzweifelt in deinem Buch herum. „Habe ich die Löwenfischgräten vergessen? Warte mal…“ Zur Sicherheit wirfst du die genannte Portion Löwenfischgräten hinzu, woraufhin ein ohrenbetäubender Knall ertönt. Im nächsten Moment kreischen all deine Nachbarn los und auch überall auf dir ist dein seltsames Gebräu verteilt, dass sich in deine Haut hineinfrisst und sie widerlich grün färbt. Innerhalb weniger Sekunden steht Professor Snape bei dir und starrt von oben herab mit seinen kalten Augen an. „Noch nie habe ich erlebt, wie ein Schüler einen dermaßen simplen Trank auf solche Weise verhunzen kann!“, verkündet er dir und der gesamten Klasse mit drohender Stimme. „Du einfältiger Trottel dachtest wohl, dass die Reihenfolge der Zutaten vollkommen willkürlich aufgelistet ist? Ich erwarte bis zur nächsten Stunde einen drei Fuß langen Aufsatz, weshalb dem nicht so ist. Hufflepuff werden zwanzig Punkte abgezogen!“ „In Ordnung, Sir“, murmelst du zurückhaltend und beobachtest geknickt, wie dein Lehrer mit einem Schwung seines Zauberstabs die Sauerei verschwinden lässt, um dann allen betroffenen Schülern ein Gegenmittel für ihre verfärbte Haut zu reichen. „Das war bloß die erste Stunde!“, versucht Ernie dich aufzuheitern, als ihr die Kerkertreppen wieder hinaufsteigt. „Deine Talente liegen ganz klar woanders!“ Doch in Kräuterkunde siehst du nicht einmal einen Unterschied zwischen den ganzen Gewächsen. In Zauberkunst will deine Feder einfach nicht schweben und in Astronomie verwechselst du den Mars mit dem Mond. Ernie treibt dich weiter an und versucht dir Quidditsch schmackhaft zu machen. Doch nachdem du in eurer ersten Stunde mit vollem Tempo - ohne genau zu wissen wie du es angestellt hast überhaupt zu fliegen - gegen eine Mauer prallst und die nächsten Tage im Krankenflügel verbringst, weiß Ernie dir auch nicht mehr zu helfen. Du hättest wohl die gesamte Zaubererschaft verflucht und Hogwarts in den Wind geworfen, hätten sich nicht während deiner Tage im Krankenflügel bergeweise Süßigkeiten gestapelt und dich nicht unendlich viele Leute, nicht bloß Ernie und Hannah, besucht. Und so vergehen deine ersten beiden Jahre in Hogwarts. Die meisten Unterrichtsfächer schaffst du mit Biegen, Brechen und der Hilfe deiner Freunde, die dich motivieren und durchprügeln. Dennoch ist es deprimierend für dich. Alle haben ihre Talente gefunden, bloß du nicht. Als es um die Wahl der Fächer eures dritten Jahres geht, schaust du missmutig auf die Liste. „Zwei muss ich mindestens wählen?“, vergewisserst du dich und schielst auf Ernies Blatt, um zu sehen, dass dieser bereits Arithmantik und Muggelkunde ausgewählt hat. „Ich wähle auch Muggelkunde“, entscheidest du. „Du bist muggelstämmig, Anton!“, erinnert Ernie dich kopfschüttelnd. „Eben. Dann kann ich wenigstens in einem Fach punkten!“, fauchst du ihn an. „Das ist schwachsinnig und das weißt du selbst“, macht er dich aufmerksam. „Sieh dir die anderen Fächer an und überlege dir, was zu dir passen könnte. Wenn du neuen Herausforderungen ausweichst, wirst du deine Talente nie finden.“ „Vielleicht habe ich ganz einfach keine“, grummelst du und setzt deine Kreuze schlecht gelaunt nach Ausschlussverfahren, denn Mathe fandst du schon in der Grundschule doof und auf Vokabellernen hast du ebenfalls keine Lust, deswegen scheiden Arithmantik und Alte Runen für dich aus. Du setzt deine Kreuze bei Wahrsagen und Pflege magischer Geschöpfe. Noch in deinem zweiten Schuljahr kommt es zu dem tragischen Fall, dass dein kleiner Bruder Colin, der in Gryffindor gelandet ist, von einem unbekannten Wesen versteinert wird. Hilflos siehst du zu, wie die Lage immer weiter eskaliert, bis endlich Harry Potter und seine Freunde den Fall aufklären, den Basilisken töten und dein Bruder wiedererweckt wird. Dann bricht dein drittes Jahr an. Es dauert bloß eine Stunde um zu erkennen, dass eure Lehrerin für Wahrsagen eine verrückte Spinnerin ist und in Pflege magischer Geschöpfe bekommt ihr bloß Flubberwürmer vorgesetzt, da der Slytherin Draco Malfoy aus dem anderen Kurs von einem Hippogreif angegriffen worden ist und euer Lehrer Hagrid sich nicht weiter traut, gefährliche Geschöpfe in den Unterricht einzubinden. Dafür steigt deine Begeisterung für Verteidigung gegen die dunklen Künste rasend schnell und mit ihr deine Begabung in diesem Fach, als euer neuer Lehrer Professor Lupin auftaucht. Aufgeregt besuchst du seine Stunden und freust dich über jedes neue Geschöpf, das er anbringt. Am Ende des Jahres entsetzt es dich zwar zu erfahren, dass er ein Werwolf ist, doch noch viel mehr schockiert es dich, als er von der Schule fliegt. Mit dem neuen Lehrer hast du nicht so viel Spaß. Im vierten Schuljahr wird euch ein ehemaliger Auror vorgesetzt, der sie in deinen Augen offensichtlich nicht mehr alle beisammenhat und ironischerweise selbst alle drei unverzeihlichen Flüche vor der Klasse demonstriert. „Das Schicksal hat mich geschaffen, weil es jemanden zum draufrumtrampeln brauchte“, stöhnst du, während ihr den Weg zu Pflege magischer Geschöpfe im vierten Schuljahr einschlagt. „Das stimmt nicht!“, versichert Hannah Abbott dir und klingt dabei vollkommen überzeugt. „Ist das dein ernst?“, fragst du sie bitter lachend. „Ich freue mich darauf Flubberwürmer mit Salat zu füttern, weil ich da nicht versagen kann! Warte – Das sind keine Flubberwürmer!“ Entsetzt starrst du auf die widerlich gräulichen, schleimigen Viecher, die Hagrid vor seiner Hütte für euch parat hält. Knallrümpfiger Kröter nennt er sie und schaut dabei auch noch so liebevoll, als hätte er Hundewelpen angekündigt. Hannah weicht sofort vor den Kisten zurück und du stößt ein falsches Lachen aus. Diese Schule würde dich noch umbringen! In den nächsten Wochen wachsen Hagrids schleimige Viecher zu bepanzerten Monstern mit Skorpionen-Stacheln heran, die sich durch Explosionen an ihren Hintern fortbewegen und versuchen aus ihren Kisten auszubrechen und euch anzugreifen, sobald ihr euch ihnen nähert. Ihr versucht sie mit Fleisch zu füttern, doch ihre Aggressionen gegen Menschen überschatten ihren Hunger anscheinend über einiges. Hannah wagt sich nicht einmal mehr in die Nähe der Kisten und so übernimmst du ihre Aufgabe mit. „Was tust du da?“, fragt sie dich eines Abends in der Bibliothek, als du über deinem Buch „Das Monsterbuch der Monster“, hängst und recherchierst. „Ich finde diese Wesen hier drinnen nicht“, erklärst du ihr fasziniert. „Hagrid muss sie selbst gezüchtet haben. Diese Dinger sind wahrscheinlich die einzigen ihrer Art!“ „Das will ich auch hoffen!“, stellt sie klar. „Es wäre furchtbar, wenn diese Monster überall auf der Welt herumkriechen würden! Kommst du jetzt mit? Wir wollten noch eine Partie Karten spielen.“ „Du bist extra den ganzen Weg aus dem Gemeinschaftsraum zu mir gekommen, um mich zum Kartenspielen einzuladen?“, fragst du verwundert. Sie zuckt mit den Schultern. „Cedric Diggory ist auch dabei“, wendet sie ein, als wäre dieser plötzlich irgendeine Berühmtheit. „Nein, schon gut“, wehrst du lachend ab und wendest dich deinem Buch zu. „Richte Cedric und den anderen schöne Grüße von mir aus, ich bleibe noch hier und lerne etwas.“ „Die ganze Schule ist aus dem Häuschen wegen des Trimagischen Turniers und du kümmerst dich bloß um Hagrids Monster“, erwidert sie kopfschüttelnd. „Ich wünsche dir viel Erfolg, Anton.“ Während deiner nächsten Stunde betrachtest du die Wesen noch einmal ausführlich. In sicherem Abstand stellst du dich vor die Kisten, ehe du einige Steine aus deiner Tasche holst. „Was wird das?“, fragt Hannah erschrocken, als du einen Stein nach einem der Viecher wirfst, das Terry Boot gerade erfolglos zu füttern versucht. Das Vieh nimmt nicht einmal Notiz von dem Stein, das seinen Panzer trifft, sondern geht nur weiter auf Terry los. „Das spüren die nicht!“, versucht Hannah dir weiszumachen, doch du schmeißt einen weiteren Stein auf einen schlafenden Kröter, der umgehend aufschreckt und sich euch zuwendet. Nur die Kistenwand hindert ihn, auf euch loszugehen. „Die spüren das sehr wohl“, überlegst du. „Sie gehen aber nicht auf uns los, weil sie sich von uns provoziert fühlen, sonst hätte Terrys Kröter sich nach mir umgewandt.“ „Weshalb sonst?“, fragte Hannah dich. „Die Kröter stehen auf Menschenfleisch“, erkennst du grinsend. „Das bestätigt meine Vermutung einmal mehr. Ihre seltsame Fortbewegungsweise haben sie von der Feuerkrabbe, ihren Appetit auf Fleisch und den Skorpionen-Schwanz von einem Manikator. Beide Wesen sind gegen Flüche ziemlich immun. Das macht die Kröter so resistent gegen unsere Zauber.“ „Weshalb grinst du dann so?“, fragt Hannah dich entsetzt und scheint nun noch weniger geneigt, sich den Kisten zuzuwenden. „Weil ich denke, dass ich jetzt mit ihnen umgehen kann“, erklärst du zufrieden. „Bah, Anton! Du stinkst total!“, macht Hannah dich vor der nächsten Stunde aufmerksam, als sie dir entgegenkommt. „Was in aller Welt ist das?“ „Ernies Aftershave“, antwortest du lachend. „Riecht fies, nicht wahr? Ich hab‘s echt ein bisschen übertrieben damit, aber so sollte es funktionieren.“ „Was sollte funktionieren?“, fragt sie dich verstört. Ihre Antwort bekommt sie, als ihr wieder bei den aggressiven und schnell wachsenden Viechern ankommt. Als du dich näherst, wenden sie sich um und wollen sofort auf dich losgehen, nichts anderes hast du erwartet. Du lässt die Tasche fallen, die du dabeihast und holst das Fleisch heraus, das dir die Hauselfen aus der Küche überlassen haben. Als du es den Krötern hinwirfst, wenden sie sich von dir ab. Vorsichtig, während sie über das Fleisch gebeugt sind, trittst du näher und streckst deine Hand nach einem von ihnen aus. Er reagiert nicht, nicht einmal, als du über seinen bepanzerten Rücken streichst und auflachst. „Wie hast du das geschafft!“, fragt Hannah atemlos. Als sie sich nähert, ziehst du jedoch sofort die Hand aus der Kiste, ehe der Kröter wegen ihrer Anwesenheit durchdreht. Doch alle haben deinen Erfolg bereits gesehen und auch Hagrid nähert sich ungläubig. „Die Kröter sind verrückt nach Menschenfleisch“, erklärst du ihnen. „Der Geruch von uns lockt sie an, also habe ich ihn überdeckt. Wir können sie natürlich nicht mit Menschenfleisch füttern, also habe ich Schweinefleisch besorgt, das den Menschen am ähnlichsten ist. Und solange wir es schaffen, den Geruch unseres echten Menschenfleisches zu überdecken, werden sie sich mit dem zweitbesten zufriedengeben und nicht auf uns losgehen.“ „Da hast du es, Anton!“, ruft Hannah lachend nach der Stunde, die dir dreißig Punkte für Hufflepuff eingebracht hat. „Du bist ein Genie mit gefährlichen, magischen Geschöpfen! Erst letztes Jahr die von Lupin und selbst Hagrids Höllen-Viecher kannst du zähmen! Jetzt sag nicht mehr, du hättest keine Talente!“ Strahlend setzt sie zu einer Umarmung an, doch dann wendet sie sich hustend von dir ab, als der beißende Geruch von Ernies Aftershave in ihre Nase steigt. „Ich gehe duschen“, entscheidest du also und klopfst Hannah bloß auf die Schulter. Dein Erfolg mit Hagrids Krötern spricht sich schnell herum und du wirst zu einer kleinen Berühmtheit in Hogwarts. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht jedoch noch immer das Trimagische Turnier, von dem die erste Aufgabe bereits von allen Teilnehmern gemeistert wurde. Als nächstes steht der Weihnachtsball an und plötzlich verwandeln sich alle Mädchen in kichernde Klatschtanten, die einen erwartungsvoll anstarren, sobald man an ihnen vorbeigeht. „Müssen wir uns echt eine Begleitung suchen?“, fragst du Ernie gequält. „So ist wohl die Tradition“, antwortet er. „Du solltest dich beeilen, Anton. Sonst sind die guten bald weg. Oder willst du allein auf dem Ball erscheinen?“ „Nein, eigentlich nicht“, seufzt du. „Weißt du schon, wen du fragen willst?“ „Ich habe Susan bereits gefragt“, erwidert er dir gelassen und du stößt ein tiefes Seufzen aus. Klar, dass Ernie mal wieder vollkommene Sicherheit hat, während du am Schwimmen bist! In den nächsten Tagen beobachtest du die Mädchen um dich herum, findest aber niemanden geeigneten und Ernie behält Recht – Die guten sind längst alle weg. „Es muss doch jemanden geben, mit dem du zum Ball gehen willst!“, behauptet Hannah. „Ich finde niemanden mehr. Mit wem gehst du denn?“, fragst du sie. „Bisher mit keinem“, antwortet sie dir. „Hat dich niemand gefragt?“, hakst du überrascht nach. „Wenn dich niemand fragt und ich niemanden finde, können wir ja zusammen dahingehen. Als Absicherung quasi.“ Ihr Achselzucken fasst du als Zustimmung auf. Du fragst tatsächlich kein Mädchen mehr und auch Hannah findet scheinbar keine Verabredung, woraufhin ihr zusammen auf den Ball geht. Unzufrieden zupfst du an deinem dunkelblauen Festumhang herum, der zwar nicht schlecht aussieht, in dem du dich aber trotzdem nicht halb so wohl fühlst, wie in Alltagskleidung und auf Tanzen hast du auch keine große Lust. Als du Hannah jedoch abholst, die sogar ziemlich hübsch in ihrem silbernen Kleid aussieht, stielt sich bei ihrem Strahlen ein Lächeln auf deine Lippen. „Vielleicht machen wir den Abend ja doch noch spaßig“, wendest du optimistisch ein. Zusammen mit euren Freunden macht ihr euch auf den Weg in die große Halle. Um das Tanzen kommst du nach dem Essen nicht herum und so findest du dich mit Hannah auf der Tanzfläche wieder. „Wer ist das denn?“, fragst du Hannah und zuckst mit dem Kopf zu einem der Pärchen herüber. „Neville Longbottom“, antwortet sie. „Der hat mit uns Kräuterkunde, Anton!“ „Ich weiß, wer Neville ist, seine Partnerin meine ich!“, erwiderst du ihr. „Oh“, fällt ihr auf. „Das ist Ginny Weasley. Sie ist die kleine Schwester von Ron aus unserer Stufe.“ „Aha“, murmelst du und kommst nicht umhin, sie weiter zu beobachten. Sie ist unheimlich hübsch. „Sprich sie doch an!“, wendet Justin Finch-Fletchley ein, als du wieder am Tisch sitzt und er deinen Blick bemerkt. Eure Begleitungen tanzen derzeit mit zwei Schülern aus Durmstrang. „Später vielleicht, sie tanzt doch gerade mit Neville“, redest du dich heraus. „Eigentlich hast du es ja nicht mehr nötig, wo du mir Hannah weggeschnappt hast“, wirft er ein. „Weggeschnappt?“, wiederholst du verwirrt. „Ich war bloß ihre Absicherung. Sie wurde von niemandem gefragt!“ „Muss sie anders aufgefasst haben. Ich habe sie gefragt und sie meinte, sie geht mit dir auf den Ball“, widerspricht Justin dir. „Wirklich?“, fragst du stirnrunzelnd. „Das muss ein Missverständnis gewesen sein. Wir können Hannah ja hinterher fragen.“ „Lass das mal lieber“, entgegnet Justin lachend und du wunderst dich, dass er ungläubig den Kopf schüttelt. In diesem Moment verlagern sich deine Gedanken jedoch abrupt, als das Lied endet und Neville Ginny loslässt. Ich könnte sie fragen, schießt es dir durch den Kopf, doch die Überwindung aufzustehen hast du nicht. Nach zwei Liedern siehst du stattdessen zu, wie der Ravenclaw Michael Corner auf sie zugeht und sie um einen Tanz bittet. Den restlichen Abend lässt er sie nicht mehr gehen und du hast deine Chance wohl verspielt. Nach Weihnachten geht es wieder bergab für dich. Eine Journalistin hat einen Artikel verfasst, in dem sie Hagrid als Halbriesen entlarvt. Seitdem verweigert dein neuer Lieblingslehrer den Unterricht und euch wird eine Ersatzlehrerin vorgesetzt, die zwar nicht schlecht ist, aber bei weitem nicht so experimentell wie Hagrid. Tatsächlich ist es das erste Mal, dass du dich in einem Fach unterfordert fühlst und langweilst dich sogar. Ebenfalls verärgert bist du darüber, dass Ginny Weasley nun mit Michael Corner geht. Das Schuljahr endet mit dem absoluten Tiefschlag, dass euer Hufflepuff-Champion tot aus dem Irrgarten erscheint. Cedrics Tod geht dir sehr nahe, immerhin hast du ihn ganz gut gekannt. An einen Unfall glaubst du nicht. Zusammen mit Ernie bist du dir sicher, dass Du-Weißt-Schon-Wer wieder auferstanden ist und als Harry Potter und Hermine Granger die DA ins Leben rufen, steigst du gemeinsam mit deinen Freunden ein. Dein geringes Talent zieht bei euren Treffen einige Aufmerksamkeit auf sich, doch du schaffst das mit Humor zu überspielen und es macht dir nicht einmal mehr etwas aus, nun, wo du deine wahren Fähigkeiten entdeckt hast. Jeder in der DA findet dich dadurch auf Anhieb sympathisch – sogar Ginny Weasley, die mit Michael Corner ebenfalls beigetreten ist. Während der ersten Treffen wirfst du ihr nur immer mal wieder vorsichtige Blicke zu, doch je mehr Treffen hinter euch liegen, desto öfter redest du mit ihr und bist schließlich kaum noch auf Hannah als Trainingspartnerin angewiesen, wo Ginny sich andauernd in deiner Nähe aufhält und versucht, dir die Zauber beizubringen. Mit einer stummen Schadenfreude, für die du dich ein wenig schämst, beobachtest du, wie Michael und Ginny immer distanzierter und streitlustiger zueinander werden. Als der Februar anbricht, geht es noch immer bergauf für dich. Hagrid unterrichtet wieder und Ginny hat angeboten, in ihrer Freizeit mit dir Gegenflüche zu lernen. Als du morgens zufrieden in der großen Halle frühstückst, fällt das Thema bei euch Hufflepuffs auf das nächste Wochenende, an dem ihr nach Hogsmeat dürft. „Wollen wir zusammen ins Dorf?“, fragt Hannah dich unvermittelt. Du runzelst die Stirn. „Samstag ist Valentinstag“, fällt dir auf. „Hast du kein Date, mit dem du lieber gehen würdest?“ Hinter Hannah schaut Justin von seinem Teller auf und starrt dich eindringlich an, was dich ziemlich verwirrt. Sein langsames Kopfschütteln hilft dir auch nicht weiter. „Nun ja…“, stammelt Hannah und schaut mit rosa Wangen auf ihren Teller. Wahrscheinlich will Justin mir sagen, dass er sie selbst einladen will, überlegst du dir. „Weißt du was? Wir warten einfach, ob jemand dich fragt“, setzt du an, da reißt Justin die Augen auf und fuchtelt wild mit seiner Hand vor seinem Hals herum, um dir zu bedeuten still zu sein, dabei handelst du doch bloß zu seinen Gunsten, also fährst du fort: „Und wenn nicht, dann können wir zwei ja trotzdem was zusammen-...“ Weiter kommst du nicht, denn Hannah springt auf. Erschrocken siehst du zu, wie sie nach ihrem Kürbissaft greift, im nächsten Moment spritzt er dir schon ins Gesicht und du schnappst nach Luft. „Du bist so ein Idiot, Anton Creevey! Ich mache gar nichts mehr mit dir!“, faucht sie dich an und verschwindet wütend, während Justin sein Gesicht in den Händen verbirgt. „Was habe ich denn falsch gemacht?“, fragst du verständnislos. „Du bist ein Trottel, Anton!“, stöhnt dieser, als er seine Hände sinken lässt. „Was muss sie denn noch machen, damit du endlich kapierst, dass sie total in dich verknallt ist?“ „Was? Hannah?“, fragst du ungläubig. „Hannah ist in mich verknallt? Seit wann das denn?“ „Total und schon immer, Anton“, macht Susan dich aufmerksam und erhebt sich mit einem vorwurfsvollen Blick an dich gerichtet vom Tisch, um Hannah nachzulaufen. Über die Maßen verwirrt siehst du zwischen deinen verbliebenen Freunden umher. „Aber woher hätte ich das denn wissen sollen?“, stammelst du perplex. Plötzlich schlägt dir das Herz bis zum Hals und du kriegst keinen richtigen Gedanken mehr zu fassen. Sie ist immerhin deine beste Freundin! Hätte sie es dir nicht sagen können? „Anton?“ Erschrocken siehst du vom Tisch auf und erkennst Ginny Weasley, mit der du dich verabredest hast. „Warum bist du so nass?“ Perplex starrst du Ginny an. Ihr Auftauchen trägt nicht gerade zu deiner Beruhigung bei und so starrst du sie bloß stumm an, unfähig deine Gedanken zu ordnen. „Wie auch immer, wollen wir zum See gehen?“, fragt sie dich, als du nicht weiter reagierst. „Du hast einen Freund!“, erinnerst du sie daraufhin. Völlig vor den Kopf gestoßen starrt sie dich an. „Ja und?“, fragt sie schließlich beleidigt. „Darf ich jetzt nichts mehr mit anderen Jungs machen, oder was? Wenn dir das so unangenehm ist, dann verabrede dich nicht mehr mit mir!“ Und während du kapierst, dass sie dich immer bloß als Freund gesehen hat, wirbelt sie herum und verschwindet beleidigt. „Ich würde sagen, dass du alles ziemlich versaut hast“, fasst Ernie für dich die Situation zusammen, als du deine Stirn auf die Tischplatte schlägst. Hannah geht dir nach diesem Vorfall so gut es geht aus dem Weg und du willst sie nicht dazu zwingen, mit dir zu reden, vor allem weil du noch immer nicht weißt, was du zu ihr sagen sollst. Aus der Ferne beobachtest du, wie sie unter dem Prüfungsdruck zusammenbricht und willst nichts lieber, als für sie da zu sein, aber du bringst es nicht über dich. Stattdessen vergeht das Schuljahr und du kämpfst dich mit Mühe und Not durch die ZAGs, die du weitestgehend bestehst, doch bis auf ein O in Pflege magischer Geschöpfe sind keine Glanznoten darunter. In den Ferien vermisst du Hannah derartig, dass du dir vornimmst mit ihr zu reden, sobald du wieder in Hogwarts bist. Doch das ist leichter gesagt, als getan. An eurem ersten Abend starrst du sie bloß wieder aus der Ferne an und fragst dich, weshalb dein Herz plötzlich bei ihrem Anblick so heftig hämmert. Wie kann Hannah dich plötzlich so nervös machen, dass du nicht mehr mit ihr reden kannst? Am nächsten Tag rücken diese Gedanken jedoch in den Hintergrund: Als du deinen Stundenplan für dein sechstes Schuljahr am Abend in der Hand hältst, runzelst du verwirrt die Stirn. Fassungslos rennst du zu Professor Sprout, deiner Hauslehrerin, und hämmerst an ihre Bürotür, bis diese öffnet und fragt: „Mr. Creevey, was gibt es denn jetzt schon-“ „Pflege magischer Geschöpfe ist nicht auf meinem Stundenplan, dabei habe ich es doch als aller erstes gewählt!“, erklärst du ihr und hältst ihr das Dokument unter die Nase. „Ich weiß, Mr. Creevey“, versichert sie dir. „Aber Sie waren aus Ihrem gesamten Jahrgang der einzige, der das Fach weiter belegen wollte. Es kommt kein Kurs zustande.“ Sprachlos trottest du daraufhin davon. Du kannst es nicht glauben. Das einzige Fach, in dem du es zu etwas gebracht hast! Nein, das kannst du nicht zulassen! Und ehe du es dich versehen hast, rennst du hinaus auf das Gelände und hinunter zum Waldrand und Hagrids Hütte. „Ich habe Ihr Fach als einziger gewählt!“, stößt du atemlos hervor, sobald er öffnet. „Sie müssen mich weiter unterrichten! Ich opfere meinetwegen alle anderen Fächer dafür, aber ich muss weitermachen! Ich brauche einen OTZ in diesem Fach für jeden einzelnen Beruf, den ich mir später für mich vorstellen kann!“ „Willst du nicht erstmal reinkommen?“, fragt Hagrid dich daraufhin mit seinem liebenswürdigen Lächeln. Seine Käferaugen funkeln, als er deine glühende Begeisterung wahrnimmt und es ist nicht viel Überzeugungskraft nötig, da willigt Hagrid auch schon ein. Mit Hannah dagegen könnte es nicht schlechter laufen. Ernie schwingt Tag für Tag protzigere und übertriebenere Reden, dich doch endlich zusammenzureißen. Als du dir jedoch endlich ein Herz fasst und Hannah in Kräuterkunde ansprichst, ob sie mit dir arbeiten möchte, wird sie wenige Minuten später von dem Kurs weggerufen. Du siehst sie seitdem nicht mehr wieder. Ernie teilt dir mit, dass ihre Mutter tot aufgefunden wurde. Als Hannah erst Wochen später wieder in der Schule erscheint, schließt du sie sofort in deine Arme und versicherst ihr, wie leid dir alles tut. Sie hält sich an dir fest, als sie in Tränen ausbricht und schluchzt: „Ich bin so dankbar, dass ich dich habe! Können wir nicht alles vergessen? Ich brauche dich jetzt nur als meinen besten Freund!“ „Natürlich“, versicherst du ihr, doch es versetzt dir einen fiesen, schmerzhaften Stich im Herzen. Als besten Freund. Was sollst du jetzt auch darauf antworten? Aufgeheitert wirst durch Hagrids Privatunterricht. Als einziger Schüler genießt du unglaubliche Privilegien, darfst mit Hagrid in den verbotenen Wald, kümmerst dich um die Riesenspinne Aragog, ehe sie stirbt und lernst sogar Hagrids kleinen Bruder Grob kennen. Dein Leben geht insgesamt wieder bergauf und auch deine Freundschaft zu Hannah festigt sich wieder und wird enger denn je. Alles hätte ins Lot kommen können. Doch das siebte Jahr macht dir einen Strich durch die Rechnung. Du sitzt gerade in den Schulferien mit deinen Eltern und Brüdern beim Abendessen, als ein lauter Knall ertönt. Colin fällt fast vom Stuhl, als du rufst: „Hannah! Was machst du denn hier?“ „Du hörst keine Nachrichten aus der Zaubererwelt, oder?“, fragt sie dich ohne auf deine Familie zu achten. „Anton, der Minister wurde umgebracht! Sie haben ein neues Gesetz erlassen, dass es bloß reinblütigen Zauberern gestattet, einen Zauberstab bei sich zu tragen! Muggelstämmige verfrachten sie nach Askaban!“ „Was?“ Entsetzt springst du auf und siehst zwischen deinen Muggel-Eltern und deinen kleinen Brüdern umher. Was sollst du bloß tun? „Deine Brüder sind noch jung, aber du bist volljährig, Anton! Und vollkommen strafmündig!“, erklärt sie dir. „Ich werde doch nicht meinen Zauberstab aufgeben!“, schreit Colin sofort empört. „Doch, das wirst du!“, widersprichst du ihm. „Zu eurer Sicherheit, zerbrich den Zauberstab, Colin!“ „Nein! Ich bin ein Gryffindor! Ich kann kämpfen, ich…“ Mit einem Aufrufe-Zauber lässt du jedoch die Zauberstäbe deiner Brüder in deine Hände schweben und zerbrichst sie unter ihrem lauten Gebrüll über deinem Knie. Colin heult los und will sich auf dich stürzen, doch du hältst ihn mit einem Schildzauber zurück. „Hannah, kannst du ihre Gedächtnisse verändern? Bitte! Ich kenne Colin, er wird irgendetwas Dummes anstellen und Dennis wird sich mitreißen lassen!“, flehst du sie an, weil du weißt, dass du es niemals selbst könntest. „Bitte! Lösch das Gedächtnis meiner Familie, alles über die Welt der Zauberer – und über mich!“ Hannah zögert, dann hebt sie ihren Zauberstab und du lässt deinen sinken. Die Blicke deiner Familienmitglieder verschwimmen. Als Hannah ihren Stab wieder sinken lässt, packst du ihr Handgelenk und disapparierst zusammen mit ihr. Natürlich wirst du es niemals herausfinden, doch mit dieser Tat hast du deinem Bruder Colin Creevey das Leben gerettet, der ansonsten in der Schlacht von Hogwarts gestorben wäre. Zwischen hohen, düsteren Bäumen taucht ihr wieder auf. „Wo sind wir?“, fragt Hannah erschrocken und sieht sich um. „In einem Wald nahe Hogwarts“, erklärst du ihr. „Ich werde Hagrid eine Eule schreiben, sodass er mir einen Thestral schickt. Dann verstecke ich mich im verbotenen Wald.“ Gequält sieht Hannah zu, wie du vor ihr auf die Knie brichst und dir die Haare zerraufst. Ohne es verhindern zu können treten Tränen in deine Augen. „Es tut mir so leid.“ Als sie sich vor dich kniet, um dich zu umarmen, weißt du jedoch, dass du etwas ganz anderes möchtest. Und ohne weiter nachzudenken ziehst du sie an dich und küsst sie. „Was soll das denn so plötzlich?“, fragt sie dich daraufhin völlig perplex. „Kannst du klar denken?“ „Klar denken? Was das PLÖTZLICH soll?“, fragst du ungläubig. „Hannah, der Kuss kam gut drei Jahre zu spät! Natürlich kann ich gerade klar denken!“ „Ja, das stimmt wohl!“, lacht sie auf und zieht dich wieder an sich. Sie bliebt bei dir, bis Hagrid dir einen Thestral schickt. Du bemerkst ihn zwar erst, als er dir seinen Kopf in den Rücken rammt, doch dann steigst du auf das geflügelte Wesen und versteckst dich auf dem Gelände von Hogwarts tief im Wald und schläfst in einem blauen Ford Anglia, der von selbst fährt und von dem du keine Ahnung hast, woher er kommt. Das führt zwar dazu, dass du öfter mal aufwachst und keinen Plan hast, wo du bist, doch es ist besser als der Waldboden. Zu verabredeten Terminen triffst du dich mit Hannah am Waldrand, die dir essen aus dem Schloss bringt, in dem Snape seine Schüler terrorisieren lässt. Eines Morgens wirst du jedoch geweckt, als dich vier grobe Hände packen und aus dem Wagen zerren. Erschrocken siehst du dich um und erkennst, dass du von Zentauren umzingelt bist. „Was suchst du in unserem Wald, Mensch?“, fragt dich ein brünetter Zentauer mit kastanienbraunem Pferdekörper unwirsch. „Du hast dich bereits im letzten Jahr mit Hagrid oft hier hereingewagt. Woher nimmst du die Dreistigkeit, dich nach unseren Warnungen wie ein Parasit bei uns einzunisten?“ „Der Wald gehört nicht bloß euch!“, widersprichst du ihnen und windest dich in dem Griff zweier Zentauren. Du wirfst einen panischen Blick auf das Auto, doch das fährt schleunigst davon. Aus Erfahrung weißt du, dass die Zentauren keine deiner Begründungen akzeptieren würden und doch fährst du fort: „Die Zaubererwelt hat mich verstoßen, weil ich muggelstämmig bin! Ich bin gezwungen mich zu verstecken! Ansonsten liefern sie mich in Askaban ein oder Schlimmeres! Ich mach doch hier nichts, ich versuche bloß zu überleben!“ „Wir haben ihn bereits genug gewarnt! Er ist längst zum Mann geworden und für seine Taten verantwortlich!“, brüllt ein Zentauer mit schwarzen Bart und Rappenkörper. Und spannt schon einen Pfeil auf seinem Bogen. Panisch windest du dich in den Armen derer, die dich festhalten, doch vergeblich. „Es ist Zeit, dass er für seine Taten büßt!“ „NEIN!“, schreist du. „Bitte! Ich werde verfolgt, wie ihr verfolgt werden würdet, wenn der Krieg zu Ihr-Weißt-Schon-Wers Gunsten ausfallen wird! Das Ministerium wird Halbblüter verfolgen und…“ „HALBBLÜTER?“ Du stockst verzweifelt und bemerkst, dass du einen riesigen Fehler begangen hast. „Richtet ihn hin!“, befiehlt der Zentauer mit dem braunen Körper mit vor Zorn zusammengepressten Zähnen. Sofort ziehst du deinen Zauberstab und lässt ihn hinter dich Peitschen. Die Hände der Zentauren lassen dich los, doch ein Pfeil rauscht auf dich zu. Du schreist auf vor Schmerz, er dich in den Arm trifft. Im nächsten Moment sind bereits zehn weitere Pfeile auf dich gerichtet, dein Schildzauber hält bloß einen Bruchteil von ihnen auf. Ein Pfeil trifft dich am Bein, einer rauscht nur knapp über deine Schulter hinweg und einer trifft dich in die Hüfte. In diesem Moment beginnt der Boden zu beben. Dumpfe Schritte und das Geräusch eines Motors ertönen, dann taucht der Ford Anglia zwischen den Bäumen auf, gefolgt von Hagrids Halbbruder Grob. Augenblicklich sind die Zentauren von dem fünf Meter großen Mann abgelenkt und beginnen auf ihn zu schießen, während du mit letzter Kraft davonstolperst. Du bist kurz davor zusammenzubrechen, da spürst du etwas raues, nasses, was über deinen verwundeten Arm streicht. Als du herumwirbelst und nichts erkennen kannst, verstehst du sofort. Dein Blut hat einen Thestral angelockt. Blind ertastest du das Tier und kämpfst dich auf seinen Rücken, ehe du ihm zuraunst: „Zum Schloss!“ Der Thestral erhebt sich und fliegt mit dir zum Eulenturm, wo er dich absetzt und du die Treppen herunter in die Gänge des nächtlichen Schlosses stolperst. Mit verschwommener Sicht gelangst du unbemerkt in den siebten Stock bis zum Wandteppich von Barnabas dem Bekloppten. Dort läufst du vor dem Raum hin und her, bis die Tür zum Raum der Wünsche erscheint und du hineinstolperst. Du bemerkst nur noch die aufgeregten Stimmen, Arme fangen dich auf, dann überwältigt dich der Blutverlust und die Anstrengung. Als du aus deiner Ohnmacht erwachst, sind deine Wunden verbunden und du liegst in einer bequemen Hängematte. Um dich herum befinden sich deine Freunde aus der DA und strahlen dich an. Wie es sich herausstellt, sind die meisten hierher vor den Todesser-Lehrern geflüchtet. Bloß Hannah hat sich bemüht nicht aufzufallen, um dir weiter essen zu beschaffen. Als sie hört, dass du in den Raum gelangt bist, stößt sie ebenfalls zu euch dazu. „Es ist schon sehr eigenartig, euch endlich zusammen zu sehen“, urteilt Ernie, als du sie lachend in deine Arme schließt und leidenschaftlich küsst. Eure Freude hält jedoch nicht lange an. Deine Wunden sind kaum verheilt, da tauchen in eurem Geheimgang zum Eberkopf drei euch nur zu vertraute Gesichter auf: Harry, Ron und Hermine. Wie es weitergeht, sollte bekannt sein: Hogwarts gerät in einen absoluten Ausnahmezustand. Jüngere Schüler werden evakuiert, während die Älteren sich ausrüsten zu kämpfen. Jeder geht zu den Positionen, an denen er am nützlichsten ist. Du selbst musst nicht lange zögern, sofort rennst du zusammen mit Hagrid auf das Gelände. „Was kann ich tun?“, fragst du deinen Lieblingslehrer. Dieser lässt einen riesigen Beutel von seiner Schulter fallen, sodass du ein rohes Stück Fleisch von der Größe eines ganzen Schafes herausziehen kannst. „Pass auf dich auf!“, sagt er, dann drückt er dich so fest an sich, dass deine Knochen knacken. „Ohne deinen lebensgefährlichen Unterricht wäre nie etwas aus mir geworden, Hagrid!“, erwiderst du, dann packst du das Stück totes Tier und schleifst es mit dir in den Wald. Möglichst leise, um keine Zentauren anzulocken, schleichst du durch das Gestrüpp und lässt dich an einem Baum nieder, bis du bemerkst, wie sich Stücke Fleisch vom toten Tier lösen und im Nichts verschwinden. „Tenebrus?“, fragst du. Das erste und loyalste Tier von Hagrids Herde hast du in deinem letzten Schuljahr zur Genüge kennengelernt, ebenso wie der Thestral dich. Als du die Hand ausstreckst, fühlst du die raue Haut seines Kopfes an deinen Fingern. Du erhebst dich und steigst auf dem Thestral auf, ehe du erklärst: „Hogwarts wird angegriffen. Wir brauchen dich und deine Herde. Flieg los, wenn genügend von euch da sind.“ Der Lärm der Schlacht dringt bereits an deine Ohren, als das Wesen sich rührt. Panisch krallst du dich an seinem Hals fest, als Tenebrus sich in die Luft schwingt und mit dir durch die Baumkronen bricht. Das gesamte Gelände ist zu einem Schlachtfeld geworden. Todesser, Riesen, Trolle – alle greifen sie das Schloss an und werden zurückgehalten von den wenigen, die sich zum Kämpfen eingefunden haben. Du hast keine Kontrolle über Tenebrus, als dieser hinabstürzt und einen Todesser von den Beinen fegt. Alles was du siehst, ist, wie um dich herum Todesser in die Luft gerissen werden und unsichtbare Mäuler ihnen das Fleisch von den Knochen ziehen. Vielleicht sind Thestrale doch nicht ohne Grund als gefährlich eingestuft worden, schießt es dir gerade durch den Kopf, da hebt ein Todesser seinen Zauberstab und Tenebrus wird zu Boden gerissen. Du fällst mit ihm, prallst auf der Erde auf, springst auf die Beine – dann reißt dich etwas von hinten zu Boden. Du schreist auf, als sich Klauen in deinen Körper graben und Zähne in deiner Schulter versenken. Vor Schmerz völlig reglos bleibst du liegen, als das Tier von dir ablässt. Vor deinen Augen wird es schwarz. Du bist dir sicher, dass die Schmerzen dich umbringen. „Anton! Anton!“ „Geh zur Seite, Ernie! Er hat schon so genug Schmerzen, da musst du ihn nicht auch noch schütteln!“ Stöhnend erwachst du, um dich herum die Gesichter deiner Freunde. Zuerst nimmst du an, dass du dich draußen befindest, dann bemerkst du jedoch, dass du nicht den Himmel, sondern die Decke der großen Halle anstarrst. „Was ist passiert?“, fragst du und willst dich hektisch aufsetzen, wirst jedoch von mehreren Händepaaren gleichzeitig davon abgehalten. „Du-Weißt-Schon-Wer ist gefallen“, erklärt Ernie dir. „Es ist vorbei, Anton. Wir haben es geschafft.“ Erleichtert lachst du auf, verstummst aber sofort bei den Blicken deiner Freunde, als sie dich noch immer angespannt mustern. „Was?“, willst du wissen. „Was ist los? Was starrt ihr mich so an? Was…“ Deine Schulter schmerzt noch immer höllisch. Panisch fasst du dir an die Verletzung, die in einen Verband gehüllt ist. „War es giftig?“, fragst du dann sofort panisch. „Was mich angefallen hat, war giftig, oder? Scheiße, sterbe ich?“ Wieder willst du dich aufsetzen und wieder ringen dich einige Hände zu Boden. „Du stirbst nicht, Anton, du-“ Hannah schnappt nach Luft und sieht sich mit tränenden Augen hilfesuchend um. „Fenrir Greyback war es, der dich angefallen hat“, erzählt Ernie dir stockend. „Der - der Werwolf der Todesser, du weißt schon. Das - das heißt-“ Vielleicht ist deine Reaktion irrational. Doch als du in die erschütterten Mienen deiner Freunde blickst, keuchst du auf vor Lachen und fasst dir an den Kopf. „Ein Werwolfbiss, ja?“, hakst du nach. „Ach, was soll’s. Ich lebe ja noch. Hätte schlimmer kommen können, oder? Ich meine, wer wenn nicht ich könnte mit so gefährlichen Wesen umgehen? Hey, du verlässt mich doch nicht, weil ich ein Werwolf bin, oder?“ Hannah lacht auf und schüttelt unter Tränen den Kopf. Du kommst überraschend gut mit deinem Fluch zurecht. Natürlich ändert sich dein Leben von da an, jeden Vollmond verwandelst du dich, doch mit den Tränken von Slughorn bliebst du friedlich. Durch deine grandiosen Leistungen im Fach Pflege magischer Geschöpfe arbeitest du in der Zaubererbank Gringotts als Ausbilder für Sicherheitstrolle und Drachen, außerdem sorgst du in Zukunft für das bislang fehlende Wohlbefinden der Wesen, die die Verliese bewachen. Mit dem Beruf deiner Frau passt es ganz gut zusammen. Hannah übernimmt die Bewirtung im Tropfenden Kessel, in dem ihr nun wohnt. Zusammenfassung: Du bist der ältere Bruder von Colin und Dennis Creevey und in einem Jahrgang mit Harry Potter, jedoch dem Haus Hufflepuff zugeteilt. Die ersten Schuljahre sind deprimierend für dich: In jedem Fach versagst du, bis Hagrid in deinem vierten Jahr die Knallrümpfigen Kröter anbringt und du dein Talent im Umgang mit gefährlichen Geschöpfen erkennst. Dass deine beste Freundin Hannah Abbott unsterblich in dich verliebt ist, bemerkst du nicht, bis man dich darauf aufmerksam macht. Du kommst in den Ferien vor deinem siebten Jahr mit ihr zusammen. Da erfährst du, dass mugglestämmigen das Recht auf einen Zauberstab verweigert wird. Um deine Familie zu schützen, zerbrichst du die Zauberstäbe deiner beiden Brüder und änderst ihre Gedächtnisse, womit du Colins Leben rettest. Du selbst tauchst im verbotenen Wald unter, dann im Raum der Wünsche, nachdem die Zentauren dich aus dem Wald vertreiben. In der Schlacht von Hogwarts beißt dich Fenrir Greyback. Du lebst weiter als Werwolf und arbeitest später für Gringotts.