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Das Geräusch des Windes

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5 Kapitel - 1.884 Wörter - Erstellt von: Showny - Aktualisiert am: 2018-03-11 - Entwickelt am: - 150 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Hier erzähle ich meine erste Kurzgeschichte zu Sonnenflugs Schreibwettbewerb. Ich hoffe sie gefällt euch. Das Thema lautet: Ein entscheidender Kampf.

    1
    Kapitel 1

    Nachtfeder konnte die Blicke ihrer Clanmitglieder spüren. Sie verbrannten ihr förmlich den Pelz. Sie seufzte und schleppte sich mühsam zum Frischbeutehaufen. Doch sie aß nicht. Zu groß war die Angst, sich wieder übergeben zu müssen. Ausgelaugt ließ sie sich in ihr neues Nest im Heilerbau fallen. Wellenfrost hatte beschlossen, dass sie noch dort bleiben solle bis... naja er und seine Schülerin Glutpfote hatten gesagt, bis sie wieder gesund war. Für Nachtfeder war das nur Lügnerei. Sie wusste, dass sie ohne zu fressen, nicht mehr lange überleben würde. Nicht dass sie nicht wollte, nein. Sie konnte es nicht. Sie bekam nichts mehr hinunter. Vor allem da der Blattfall bevorstand, standen ihre Chancen somit schlecht. Es raschelte im Eingang und Lilienherz steckte ihren sandfarbenen Kopf durch den Eingang. "Wie geht es dir?", fragte ihre beste Freundin und setzte sich neben sie. Nachtfeder schnaubte als Antwort. Wie sollte es ihr schon gehen, wenn sie wusste, dass sie sterben würde? Wenn es der ganze Clan wusste. Von Mondstern, bishin zu Wellenfrost. Auch wenn Letzterer es noch immer nicht einsehen wollte. Das Beten zum SternenClan hatte sie aufgegeben. Es half ihr ja doch niemand. So hoffte sie bloß noch, dass sie bei ihren Ahnen ein schöneres Leben führen würde als hier. Wobei das nicht sonderlich schwer war. Lilienherz musste zur Abendpatrouille und so verabschiedete sie sich von ihr. Nachtfeder begann ihr schwarzes Fell zu putzen und versuchte zu ignorieren, wie knochig ihr Körper war. Sie blickte mit ihren stumpfen, braunen Augen in eine Pfütze und stellte sich ein Leben, ohne ihre Krankheit vor. Es erschien ihr weiter weg, als je zuvor.

    2
    Kapitel 2

    Es war Sonnenhoch des nächsten Tages, als es passierte. Mondstern war mit der Jagdpatrouille draußen und der zweite Anführer Kieselkralle hatte eine Erkältung und musste im Nest bleiben. Die Königinnen bemerkten es zuerst. Ein strudelförmiger Wind, der immer größer zu werden schien, kam mit rasender Geschwindigkeit auf sie zu und riss alles mit, was ihm im Weg war. Ob Büsche, Sträucher und sogar Bäume. Nachtfeder japste auf und bekam es mit der Angst zu tun. Was war das? Sie hatte so etwas noch nie gesehen. Kein normaler Sturm riss Bäume um. Blätter wirbelten auf und Wellenforst rannte wild herum und schrie. "Alle raus aus dem Lager! Wir müssen uns beeilen! Sonst werden wir vom Sturm verschluckt!" Nachtfeder zog sich so schnell sie konnte in den Ältestenbau und trieb die Katzen sie zur Eile an. Knotenfell ließ sich aber nicht dazu überreden und so mussten zwei Krieger ihn vor sich her schieben. Am Lagereingang blieben sie geschockt stehen und stießen ein ungläubiges Schnauben aus. Sie waren zu langsam gewesen. Der Wirbel kam mit einem ohrenzerreißenden Heulen auf sie zugezischt und blockierte den Ausgang. Sie waren gefangen und ihnen allen wurde bewusst, dass sich dies zu einem Kampf entwickelte. Einem entscheidenden Kampf uns Überleben.

    3
    Kapitel 3

    Nachtfeders Gedanken ratterten. Es musste eine Lösung geben! Sie konnten jetzt nicht alle sterben! Ihr wurde bang, als sie an den Rest ihres Clans dachte. Ob sie überhaupt noch lebten? Und die anderen Clans, was war mit ihnen? Oder betraf dieses Etwas nur den FichtenClan? Mit schüttelndem Kopf versuchte sie ihre Gedanken wieder auf das hier und jetzt zu lenken. Die Jungen liefen quiekend im Kreis und ihre Mütter versuchten sie zu beruhigen, obwohl man auch ihnen die Verzweiflung ansah. Nachtfeder musste schreien um das laute Pfeifen zu übertönen. "Wir müssen versuchen vorbei zu laufen!" Die anderen sahen sie entgeistert an. Doch da niemanden etwas besseres einfiel ging Kieselkralle vor. Der Kater ging mit festen Schritten auf die Felswand, die den Rand des Eingangs begrenzte zu. Eines musste man ihm lassen. Er ließ sich nicht ein bisschen Angst anmerken. Er schliff an Stein entglang und es schien als würde es funktionieren. Tatsächlich klappte ihr behelfsmäßiger Plan und er kam wohlbehalten auf der sicheren Seite an. Nun gingen sie in einer Reihe, die Jungen fest im Maul den Rand entlang. Am Schluss waren nur noch Lilienherz und Nachtfeder in Gefahr. "Geh du vor. Dann kann ich dir helfen, wenn du nicht mehr kannst." Der Wind zerrte an ihrem Fell und sie mussten schon in die andere Richtung treten um nicht in die Mitte gerissen zu werden. Plötzlich sah Nachtfeder Sterne tanzen. Ihr wurde im einen Moment eiskalt und im nächstem kam die Hitze mit voller Wucht zurück. Sie zitterte und schwitzte und alles wurde schwarz. Als sie keuchend erwachte und erwartete im SternenClan zu sein, sah sie Lilienherz vor ihr kauern. Sie stieß einen Seufzer aus. "Dem SternenClan sei dank, du lebst!" Nachtfeder hörte den Sturm immer noch sah sich um. "Wo sind wir?" "Ich hab diesen Spalt gefunden, aber wir müssen trotzdem hier weg, wenn wir überleben wollen." Eine ganz kurze Pause entstand. "Es wird schlimmer nicht wahr?", meinte Lilienherz. Nachtfeder überlegte kurz. Doch es brachte schließlich nichts zu lügen. "Ja", sagte sie schlicht. Die beiden rappelte sich auf. Nachtfeder lehnte sich kurz an die Wand un das Gleichgewicht zu finden, was ihr einen besorgten Blick von Lilienherz einbrachte. Sie wollte keine Schwachstelle sein und trat als Erste ins Freie. Lilienherz folgte ihr und übernahm dann sie Führung. Mit eingezogenem Kopf drückten sie des wehende Fell an die Wand und kamen nur mühsam vorwärts. Auf einmal rutschte Lilienherz in Richtung des Sturms und schrie auf. Nachtfeder sprang weg vom schützendem Fels und packte sie am Nackenfell. Im ersten Moment kam es ihr vor, als würde auch sie hineingesogen, doch irgendwie gelang es ihr ihre Freundin zu retten. Der Weg war noch weit und der Wind war nun schon so stark, das ihnen auch der Stein nichts mehr brachte. Sie hörte ein Geräusch, das sich wie das Kreischen eines Monsters anhörte und die Kätzinnen krallten ihre Krallen in den aufgerissenen Boden. Der Sturm heulte um ihre Ohren und sie hörte bald nichts mehr außer ein grausiges Rauschen.

    4
    Kapitel 4

    Nachtfeders Pfoten waren schwer wie Blei und sie waren noch immer nicht angekommen. Waren sie noch am richtigen Weg? Die anderen hatten die Felswand aber nicht verlassen oder? Das wäre mehr als lebensmüde gewesen. Nach einer Weile wussten beide Katzen, dass sie die ihr Gefährten nicht finden würden. Mit etwas Glück hatten sie überlebt und waren in Sicherheit. Wenn sie Pech hatten... nein, daran wollte sie gar nicht denken. Auf einmal hörte die Wand einfach auf und Nachtfeder konnte die Grenze zum WeideClan erkennen. Auf dem Moor tat sich nichts, bis auf das heftige Wehen der Grasbüschel. Lilienherz schrie etwas, das konnte Nachtfeder erkennen, doch sie hörte nur das Rauschen, an das sie sich schon gewöhnt hatte. Ihr Freundin flitze auf die andere Seite der Wand und verschwand. Nachtfeder machte einen Satz und sprang ihr hinterher. Nun war sie vorne und bestimmte den Weg. Doch sie konnten doch nicht wieder zurück. Dann würden sie dem Wind nur entgegengehen. Lilienherz wies mit der Schwanzspitze auf einen Hang ein paar Meter entfernt. Es war die Minzhöhle, in dem die Heiler sich jeden Halbmond trafen. Außerdem gab die viele Katzenminze dort, dem Ort seinen Namen. Die Freundinnen nickten und rauschten gemeinsam los. Doch Nachtfeder hatte ihre schlechte Gesundheit vergessen und wurde schon nach wenigen Metern langsamer. Das Rauschen in ihren Ohren lichtete sich. "Komm schon Nachtfeder! Es ist nicht mehr weit wir haben es gleich geschafft bitte, ich kann dich nicht zurücklassen, aber ich muss an meine Jungen denken!" Da erst wurde der Freundin bewusst, dass Lilienherz schon recht rund war. Vermutlich wäre sie gerade, wenn das Lager nicht zerstört wäre, in die Kinderstube gezogen. Sie zog sich hoch und lief weiter. "Wer ist der Vater?", schrie sie gegen den Wind, der plötzlich wieder stärker wurde. "Thymianfuß!", schrie ihre Freundin. Sie wollte antworten als ihr etwas bewusst wurde. Der Wind war wieder so stark wie am Anfang, was bedeutete, dass sie ihn unterschätzt hatten. Sie hatten sich zu viel Zeit gelassen. Ungeborene Junge würden sterben. Oh SternenClan, das konnten sie doch nicht einfach geschehen lassen! Da fiel es ihr wie Schuppen vor die Augen. Sie wusste nun was sie zu tun hatte. Im Stillen dankte sie ihren Ahnen für diese Eingebung. Der starke Wind wehte wieder stärker und Lilienherz kam vom Weg ab. Verzweifelt versuchte sie sich festzukrallen, doch sie scheiterte. Nachtfeder dachte an die Jungen und sprang ab. Sie knallte gegen Lilienherz und diese landete auf dem Höhlenboden. Ein letztes Mal sah Nachtfeder ihrer Freundin in die Augen und erkannte tausende Emotionen auf einmal. Doch zwei waren die stärksten. Verzweiflung, da sie nichts für ihre Freundin tun konnte und tiefe Dankbarkeit, weil sie ihre Jungen beschützt hatte. Dann wurde Nachtfeder nach hinten gerissen und flog durch die Luft. Es heulte und rauschte und ihre Ohren schienen zu platzen, bis sie plötzlich nichts mehr hörte. Sie wurde nach oben geschleudert und fiel dann mit rasendem Tempo dem Boden entgegen. Sie schloss die Augen und dachte an ihren Clan. Noch bevor sie auf dem Boden aufschlug war sie tot.

    5
    Kapitel 5

    "Ich will sie Nachtjunges und Federjunges nennen", zu Tränen gerührt beobachte Nachtfeder ihre Freundin Lilienherz, wie sie ihren Töchtern in der Kinderstube, des wiedererrichteten Lagers, ihre Namen gab. Glutpfote war nach Wellenfrosts Tod zu Glutherz geworden und schnurrte. "Sie hat alles für uns getan und ohne sie würden wir hier nicht so beisammensitzen. Wir werden Nachtfeder für immer Ehren." "Es wird Zeit", überrascht sprang Nachtfeder auf, als sie die Stimme ihrer Mutter hörte. Sie hatte sich noch immer nicht daran gewöhnt, dass sie wieder mit ihr reden konnte, nachdem sie bei einem Kampf gegen den WeidenClan ihren Verletzungen erlitten war. Plötzlich sah Lilienherz auf und blickte Nachtfeder direkt ins Gesicht. Ihre Augen weiteten sich. "Nachtfeder", der Name kam ihr nur flüsternd über die Lippen. Doch die neue SternenClan Kriegerin musste schon gehen. Sie hatte in dieser Welt nichts mehr verloren und würde nun bei ihren Ahnen über ihre Freunde wachen. Das letzte, das sie hörte war unverkennbar Lilienherz' Stimme. "Ich werde dich niemals vergessen. Danke."

Kommentare (3)

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Drachenhauch & Co ( von: FlyingPanda)
vor 47 Tagen
Sehr schöne Geschichte, welche mich zu Tränen gerührt hat.
Flubbi (58096)
vor 92 Tagen
Antwort!!!:( :( :(
Flubbi (00751)
vor 121 Tagen
Schöne Geschichte, bitte schreib eine Fortsetzung, vielleicht mit feder- und nachjunges...Bitte antworte mir :)