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Sternenschimmer - Wie der Geschmack von Blaubeeren

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5 Kapitel - 7.436 Wörter - Erstellt von: Showny - Aktualisiert am: 2018-03-15 - Entwickelt am: - 245 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Eine Warrior Cats Fanfiktion einer anderen Art. Am Anfang scheint sie noch gewöhnlich, doch es geschehen viele Abenteuer die die Kätzin Blaubeer/junges/pfote/kriegername erlebt. Die Charaktere sowie die Clans sind frei erfunden.

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    "Holunderjunges, Holunderjunges sieh mal!", aufgeregt deutete das Junge seinem Bruder ihm zu folgen. "Schau mal nach oben! Da sind weiße Dinger die vom Himmel fallen! Puhh... und es ist kalt!" Die Geschwister hüpften wild im Kreis und riefen dann synchron. "Blütenherz komm raus!" "Da fliegt weißes Zeug vom Himmel!", fügte Blaubeerjunges noch hinzu. Ihre Mutter kam aus der Kinderstube und schnüffelte. "Was ist denn los?", fragte sie ihre Jungen. Holunderjunges tapste auf sie zu uns maunzte erstaunt. "Da kommt etwas vom Himmel und es ist kalt!" Blütenherz schnurrte "Das ist Schnee! Es schneit zum ersten Mal in diesem Jahr." "Schnee?", fragte Blaubeerjunges. Während ihre Mutter sich hinsetzte und ihr Fell putze tollten die Jungen herum. "Es schneit! Es schneit!" Die Zweite Anführerin Lichtschweif steckte ihren Kopf aus dem Anführerbau und machte ein besorgtes Gesicht. "Schnee? Im Blattfall?" Sie sprang wieder in den Bau um Waldstern zu informieren. Daraufhin kam ihr Gefährte heraus und sprang auf die Wasserplatte. "Alle Katzen die alt genug sind, Beute zu machen mögen sich unter der Wasserplatte zu einem Clantreffen versammeln!" Blütenherz wandte sich an ihre Jungen. "Wenn ihr brav seid und leise bleibt, dann dürft ihr von der Kinderstube aus zusehen. Dann drehte sie sich um, um sich auf dem Versammlungsplatz niederzulassen. Blaubeerjunges und ihr Bruder setzten sich an den Eingang der Kinderstube. Holunderjunges flüsterte leise. "Was ist denn so schlimm an Schnee? Ich finde ihn toll!" "Dann wird es kalt und die Beute versteckt sich. Dann gibt es weniger Essen du Idiot." Holunderjunges lauschte verlegen den Worten des Anführers. Blaubeerjunges war stolz, dass sie über das Bescheid wusste und ihr Bruder nicht. Da begann Waldstern zu sprechen. "Der Schnee kommt unerwartet und da wir nicht wissen, wie bald es aufhört zu schneien, müssen wir unseren Beutehaufen aufstocken. Lichtschweif bitte stelle Jagdtruppen zusammen. Die Jagdpatrouille sollte jeden Moment zurückkommen. Und ich selbst werde die Abendpatrouille anführen. Ich nehme Adlerkralle mit und Donnerherz und Baumpfote." Er verabschiedete sich von Lichtschweif, in dem er ihr über den Kopf strich und sprang von der Wasserplatte. Die Jagdpatrouille kam zurück und zwei neue zogen los. Blaubeerjunges wandte sich an Holunderjunges. "Komm lass uns Verstecken spielen!" Ihr Bruder war ganz begeistert. "Ich verstecke mich zu erst!" Er rannte davon und sie rief ihm noch hinterher. "Aber nur hier draußen in den Bauen gilt es nicht!" Er zuckte mit den Ohren um ihr zu zeigen, dass er sie gehört hatte. Sie zählte bis 3 Katzen sich Frischbeute geholt hatten und begann dann Holunderjunges zu suchen. Sie suchte zuerst unter der Wasserplatte, wobei sie darauf achtete, nicht in den Bach zu fallen, der durch das Lager verlief und dem Stein seinen Namen gab. Hier war er schon einmal nicht. Als nächstes suchte sie hinter dem Frischbeutehaufen und setzte sich schließlich auf die Lichtung. Sie blickte um sich und überlegte, wo ihr Bruder noch sein könnte. Auf einmal sah sie dunkelbraunes Fell direkt vor dem Kriegerbau aufblitzen. Geschockt starrte sie auf ihren Bruder. "Holunderjunges!", zischte sie. "Geh da weg bevor ein Krieger kommt! Du weißt, dass wir da nicht hinein dürfen und ich hab dich sowieso schon gefunden!" Holunderjunges sah sich um und trottete dann zu ihr. "Ich hab mich nur mal eben umgeschaut du brauchst immer so eeewig bis du mich findest." Das ließ sie sich nicht gefallen! "Na warte!" Sie wackelte spielerisch mit dem Schwanz und stürzte sich auf ihn, sodass sie bis zur Kinderstube rollten. Letztendlich hielt sie Holunderjunges auf den Boden fest, wo er sich zappelnd zu befreien versuchte. "Lass los! Von mir aus du hast gewonnen." Gemütlich richtete ich mich auf und wusch mir den Staub vom Pelz. Holunderjunges schüttelte sich nur schnell. "Jetzt bin ich dran mit suchen!" Er schloss die Augen und ich schlich auf der Suche nach einem guten Versteck durch das Lager. Unter den Wurzeln der abgestorbenen Eiche? Nein zu riskant, es war ein zu leichtes Versteck. Er durfte sie nicht finden. Er drehte sich um und es kam ihr vor als geschah alles wie in Zeitlupe. Ein Fuchs tauchte im Lager auf und richtete seine Augen auf Holunderjunges. Blaubeerjunges jaulte laut auf. Sie flitze auf ihren Bruder zu und stieß ihn zur Seite. Dabei erwischte der Fuchs ihr linkes Bein mit den Krallen und sie wimmerte auf. Dennoch zog sie den vor Angst erstarrten Holunderjunges in einen engen Spalt hinter einer Wand mit Wurzeln und anderen Gewächs. Der Fuchs kratzte vergeblich mit den Krallen an der Öffnung, doch er war zu groß, um hindurchzugelangen. Der Fuchs verschwand um sich ein nächstes Opfer zu suchen. Holunderjunges erwachte aus seiner Starre und rief laut "Fuchs!" Blaubeerjunges starrte auf ihr Bein und ließ sich auf den Boden sinken. Sie schloss die Augen, doch der höllische Schmerz wollte einfach nicht verschwinden. Sie sah alles rot und schwebte zwischen einer Ohnmacht hin und her. Holunderjunges drückte seinen Pelz an ihren cremefarbenen und flüsterte ihr zu. "Blaubeerjunges! Bleib bei mir bitte! Seeblatt kommt gleich und sie kann dich heilen. Aber du musst kämpfen! Bitte Blaubeerjunges!" Blaubeerjunges hörte ihren keuchenden Atem und zitterte vor Anstrengung. Die Krieger hatten den Fuchs vertrieben und sie hörte Blütenherz' verzweifelten Aufschrei. "Meine Jungen! Wo sind meine Jungen?" Waldstern ordnete an, sie zu suchen und Holunderjunges quetschte sich aus den Spalt. "Am Ausgang drehte er sich noch einmal um. "Ich bin gleich wieder da Blaubeerjunges! Und dann schaffen wir dich in den Heilerbau versprochen!" "Wir sind hier!", brüllte er durch das Lager. "Seeblatt! Es ist Blaubeerjunges! Der Fuchs hat... er hat..." Der Clan kam auf ihn zugestürmt. Blütenherz drückte sich an ihn und schaute ihn an. "Was ist mit Blaubeerjunges? Ist sie verletzt!" "Der Fuchs hat sie erwischt, am Bein. Sie ist in dem Spalt da. ", flüsterte er in ihr Fell. Seeblatt ordnete Holunderjunges dazu an, seine Schwester möglichst sanft aus dem Spalt zu ziehen, da er zu eng für eine ausgewachsene Katze war. Sie schickte alle Katzen außer Blütenherz und Holunderjunges weg und trug Blaubeerjunges in den Heilerbau. Diese krümmte sich  und maunzte kläglich. Jedoch nicht vor Schmerz, sondern aus Protest. Wenn sie eine Kriegerin sein wollte, musste sie Schmerz ertragen können. Seeblatt versorgte Blaubeerjunges mit Kräutern und flüsterte ihr beruhigende Worte zu, bis sie in einen unruhigen Schlaf sank. Blütenherz ging vor dem Bau auf und ab und murmelte die ganze Zeit wirre Wörter, die keinen Sinn ergaben. Grasschweif kam von der Jagdpatrouille und eilte sofort zu seiner Gefährtin und seinem Jungen. Offenbar wusste er schon was passiert war. Auch er schritt den Boden entlang. Holunderjunges saß neben ihnen und folgte den Schritten seiner Eltern mit ausdruckslosen Augen. Als die Heilerin aus dem Bau trat war der Blick aller Katzen auf sie gerichtet. "Sie wird es vermutlich schaffen." Sie seufzten erleichtert und zertreuten sich wieder. In diesem Moment kam Waldstern und Lichtschweif berichtete ihm den Vorfall. Waldstern schickte Lichtschweif mit einer Patrouille aus, die den Fuchs suchen und wenn nötig erledigen sollte aus. Dann kam er mit großen Schritten auf Holunderjunges zu um seine Schilderung zu hören. Er erklärte, sie hätten bloß verstecken gespielt und der Fuchs habe sie überrascht. Seeblatt gab dem aufgelösten Jungen Thymian gegen den Schock und er war schon bald an der Seite seiner Mutter eingeschlafen. Sie trug ihn in die Kinderstube und legte sich vorerst noch nicht neben ihn. Sie blickte Taufell an um ihr zu verstehen zu geben, sie zu informieren falls er aufwachen sollte. Dann ging sie in den Heilerbau. Blaubeerjunges atmete hektisch und warf sich hin und her. Seeblatt saß vor ihr und wachte über ihren Schlaf. Blütenherz wusste, sie würde alles tun um einen Patienten zu retten. Als sie hineinkam zuckte sie zur Begrüßung mit den Ohren.Blaujunges wachte kurz auf und spürte wie sich eine Nase in ihrem Fell vergrub. Sie roch den Duft ihrer Mutter und schaute sie mit großen Augen an. Sie warf ein Blick auf ihr Bein und ihr wurde schlecht. Eine grüne Paste war auf ihrem Bein verschmiert. Sie wandte den Blick ab und musste feststellen, dass sie Blut kaum riechen konnte ohne, dass ihr schlecht wurde. Nicht sehr praktisch, wenn man eine Kriegerin werden wollte. Sie überwand den Ekel und schloss die Augen. Erneut schlief sie ein. Blütenherz ging nach draußen und setzte sich neben Grasschweif, der Wache hielt. "Wie geht es ihr?" seine Stimme durchbrach die durchdringende Stille. Sie lehnte sich an ihn. "Ich weiß es nicht. Ich glaube es geht ihr gut, aber ich kann das nicht beurteilen. Oh Grasschweif! Was ist wenn sie keine Kriegerin werden kann? Oder wenn sie das nicht..." Er blickte ihr tief in die Augen. "Du musst positiv denken. Seeblatt hat gesagt, dass sie es schafft und daran musst du glauben." "Sie hat gesagt, dass sie es vermutlich schaft." Er seufzte und sie schwiegen weiter. Auf einmal kam Seeblatt aus dem Heilerbau gestürmt und lief geradewegs auf sie zu. "Es tut mir so leid." Die beiden erstarrten. "Ich... ich weiß nicht ob sie es schafft... vermutlich nicht. Die Wunde hat sich enzündet. Der Staub... es war schon zu viel im Blut..." Die Gefährten stürmten in den Heilerbau und Seeblatt kam nach kurzer Zeit hinterher. "Ich habe Adlerkralle gesagt, dass er Wache halten soll.", flüsterte sie.
    Blaujunges wachte auf und schnappte nach Luft. Ihr war so heiß, es kam ihr vor, als würde sie in einem Feuer sitzen und verbrennen. Sie wimmerte und zitterte und öffnete das Maul zu einem tonlosen Schrei. Sie schwitze und ihr war plötzlich kalt. Mit einer Wucht kam die Hitze zurück und sie kämpfte gegen die Ohnmacht. Sie wollte nicht sterben! Und doch wusste sie, wenn sie jetzt aufgab, gäbe es kein zurück mehr. Dieser blöde Fuchs! Ihr fielen die Augen zu und Wärme umfing sie. Sie fühlte sich geborgen und in Sicherheit. Und alles wurde schwarz.
    Der Mond stand hoch in dieser Nacht und alle Katzen wachten vor dem kleinen Bündel Fell, welcher auf der Lichtung lag. Blütenherz hatte Holunderjunges fest mit dem Schwang umschlungen und vergrub ihr Gesicht in Grasschweifs Pelz. Dieser starrte mit einem stumpfen Blick in den Himmel. Den Katzen wurde bewusst, wie schnell das Leben vorbei sein konnte und rückten alle eng zusammen. Ein Zischen ertönte und ein heller Schimmer flog vom Himmel. Er landete genau vor ihnen und verwandelte sich in eine Katze mit Sternen verzierten Fell. Neben lag ein jammerndes Junges und maunzte herzzerreißend. Die Katzen auf der Lichtung hielten die Luft an. Die Katze wirbelte herum und die Lichtung funkelte in silbernen Tönen. Die Katze fauchte und stellte sich schützend vor das Junge um es vor einem unsichtbaren Angreifer zu schützen. Die Katze verlor den Kampf und das zurückgebliebene Junge jaulte auf. Eine andere Katzengestalt kam und hob das Junge vorsichtig am Nackenfell hoch. Die Katze sah auf die am Boden liegende Katze und stieß ein lautes Jaulen aus. Alles begann zu strahlen und die Tiere drehten sich um sich selbst und verschwanden in den Himmel. Die Gestalt eines kleinen Sternenclanjungen hüpfte lachend auf die Lichtung und das Licht und ihr Lächeln erlosch, als sie in ihren alten Körper zurückkehrte.  Das junge Blaubeerjunges lebte, und mit ihr eine neue Prophezeiung.

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    Blaubeerjunges fragte sich, weshalb sie alle so komisch anstarrten. Ja der Fuchs hatte sie erwischt, aber mehr auch nicht. Sie war doch wieder gesund, warum die Aufregung. Sie hatte natürlich schon nachgefragt und war enttäuscht worden. Nicht einmal Holunderjunges sagte ihr die Wahrheit, und das obwohl sie noch nie Geheimnisse voreinander hatten. Sie war wütend darüber, dass niemand sie aufklärte und distanzierte sich von den anderen. Sie war bald sechs Monde alt und konnte bald eine Schülerin werden. Dann würde sie es ihnen zeigen. Und vielleicht erzählten sie es ihr, wenn sie älter war. Aber Holunderjunges wusste es und das fand sie gemein. Sie bekamen Besuch in der Kinderstube, denn Taufell brachte vier gesunde Junge zur Welt. Eine Kätzin und drei Kater. Sie hießen Regenjunges, Baumjunges und Federjunges und die Kätzin hieß Finkenjunges. Es war sehr laut und voll in der Kinderstube und Blaubeerjunges setzte sich am Abend oft vor den Eingang und schaute hoch zum Mond. Sie fühlte sich abgegrenzt und war zutiefst verletzt. Wenn nicht einmal Blütenherz oder Grasschweif ihr vertrauten wusste sie nicht was sie tun sollte. Sie hatte schon oft den Geschichten der Ältesten gelauscht. Aber in der Vergangenheit war es noch nicht vorgekommen, dass der ganze Clan ein Geheimniss vor einem Jungen hatten. Vorallem nur von einem! Nicht vor allen. Sie musste eingeschlafen sein, denn als sie aufwachte lag sie immer noch draußen und es begann zu regnen. Sie schüttelte ihr Fell und flüchtete in den Bau. Normalerweise konnte sie bei Regen besser schlafen, doch diese Nacht hielt er sie wach. Sie drehte sich hin und her um eine bequeme Schlafposition zu finden und weckte dabei Blütenherz. Diese leckte ihr über den Kopf. "Schätzchen ich weiß du hast es in letzter Zeit nicht leicht, aber ich kann dir sagen, dass du nichts wichtiges verpasst. Taufell's Junge wissen es doch auch nicht." "Die sind aber auch erst 4 Monde alt und Holunderjunges weiß es auch. Und außerdem wird er nicht angestarrt!" "Er war zufällig dabei." "Dabei bei was? Was ist denn passiert? Ach entschuldige da ist mir doch glatt entfallen, dass ich nichts verpasse weil es nicht wichtig ist! Ich frage mich weshalb mich dann alle anstarren, wenn es nichts wichtiges ist!" Blütenherz seufzte und meinte "Wir meinen es nur gut mit dir." Blaubeerjunges antwortete nicht und rutschte ein Stück weg. Sie wollte ihre Mutter nicht verletzten, aber sie mussten alle einsehen, dass es unfair war, ihr nichts zu erzählen, wo sie doch so offensichtlich etwas damit zu tun hatte. Still lag sie da und wartete bis der Morgen dämmerte und betete still zum Sternenclan, er möge ihr helfen. Sie fühlte sich so alleine.
    Die Zeit verging und der Tag der Ernennungszeremonie war gekommen. Zusätzlich sollten Astpfote und Blitzpfote zu Kriegern ernannt werden. Blaubeerjunges putzte sich ihr Fell und überprüfte ihren Pelz in einer Pfütze. Ihre grünen Augen wirkten stumpf und ihre Ohren hingen traurig herab. Wenn sie immer so ausgesehen hatte, war es kein Wunder, dass Grasschweif sie so oft gefragt hatte, was denn los sei. Sie setzte ein falsches Lächeln auf und versuchte glücklich auszusehen. Dann dachte sie daran, dass sie gleich eine Schlülerin sein würde und ihr Blick bekam immerhin ein Glimmern. Na ging doch. Wer wohl ihr Mentor werden würde? Vielleicht Stachelfell? Schade, dass Mondglanz schon Sonnenpfote als Schülerin hatte, Blaujunges hatte sie schon immer sehr gemocht. "Alle Katzen die alt genug sind  Beute zu machen, mögen sich unter der Wasserplatte zu einem Clantreffen versammeln!", ertönte Waldstern's Ruf durch das Lager. Erschrocken rannte Blaubeerjunges zur Kinderstube um dort auf Holunderjunges zu warten. "Minzstreif ist Astpfote bereit ein Krieger zu werden?" Minzstreif sprach mit stolzer Stimme. "Er ist soweit." Waldstern hob die Stimme. "Ich Waldstern Anführer des AschenClans rufe meine Kriegerahnen an und bitte sie, auf diesen Schüler herabzublicken. Er hat hart trainiert, um euren edlen Gesetzen gehorchen zu können, und ich empfehle ihn euch nun als Krieger. Astpfote, versprichst du, das Gesetz der Krieger einzuhalten und den Clan zu beschützen und zu verteidigen, selbst wenn es dein Leben kostet?"
    Astpfotes Stimme zitterte vor Aufregung. "Ich verspreche es." "Dann gebe ich dir, mit der Kraft des SternenClans, deinen Kriegernamen. Astpfote, von diesem Augenblick an wirst du Astkralle heißen. Der SternenClan ehrt deinen Mut und deinen Eifer und wir heißen dich als vollwertigen Krieger im AschenClan willkommen." Der neu ernannte Astkralle vollführte das Ritual und der Anführer wandte sich an Donnerherz. Waldstern lobte ihre Intelligenz und ihre Loyalität und Blitzpfote wurde zu Blitzschweif. "Und nun möchte ich noch zwei Junge zu Schülern ernennen. Blaubeerjunges und Holunderjunges tretet vor!" Mit erhobenen Kopf traten sie vor und Blaubeerjunges funkelte jeden an, der sie komisch anstarrte und zu tuscheln begann. "Blaubeerjunges, du bist nun sechs Monde alt und es ist an der Zeit, um mit deiner Ausbildung zu beginnen. Von diesem Tag an, bis diese Schülerin sich ihren Kriegernamen verdient hat, wird sie Blaubeerpfote heißen. Ich bitte den SternenClan, über diese Schülerin zu wachen, bis sie in ihren Pfoten die Kraft und den Mut eines Kriegers findet." Gespannt wartete Blaubeerpfote darauf, zu erfahren, wer ihr Mentor sein würde. "Adlerkralle,", Adlerkralle! Er war schon nach nur 3 1/2 Monaten als Schüler zum Krieger geworden, da ihm Lichtschweif nichts mehr lernen konnte. Er würde sicher ein toller Mentor werden!,"du bist nun bereit für deinen ersten Schüler. Du wurdest von Lichtschweif hervorragend ausgebildet und ich bin davon überzeugt, dass du dein Wissen an diese Schülerin weitergeben wirst." Adlerkralle beugte sich zu ihr hinunter und sie starrte in seine hellbraunen Augen, als er seine Nase mit der ihren berührte. Holunderpfote bekam Stachelfell als Mentor und auch sie berührten ihre Nasen. Dann begannen der Clan ihre neuen Name zu rufen. "Astkralle! Blitzschweif! Blaubeerpfote! Holunderpfote!" Während Waldstern Blitzschweif und Astkralle für die Nachtwache vorbereitete richtete Adlerkralle sein Wort an Blaubeerpfote. "Wir machen morgen einen Rundgang durch das Territorium. Ich warte bei Sonnenaufgang am Lagereingang." Dann ging er zu Minzfell um sich mit ihr zu unterhalten. Da kam Teichpfote auf sie und ihren Bruder zu und zeigte ihnen ihr Nest. Zur Zeit waren sie nur 3 Schüler und Teichpfote war dementsprechend begeistert, nicht mehr alleine sein zu müssen. Blaubeerpfote sah sich aufgeregt im Schülerbau um. Er war riesig und es gab nur drei kleine Moosnester in der Mitte des Baues. "Die habe ich euch gebaut. Ich war selbst draußen und habe das Moos gesammelt!", meinte Teichpfote stolz. Mit einem Schnurren ließen sich die drei Schüler in die Nester sinken um zu schlafen.

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    Kapitel 3

    Ihr Territorium war ja so riesig! Adlerkralle führte sie gerade zu einer "Überraschung", wie er es nannte. "Ich zeige dir, weshalb wir der AschenClan sind", hatte er gemeint. Nun wusste sie weshalb. Blaubeerpfote erblickte hinter der Waldgrenze eine weite Landschaft, die voller kleinen Mulden war, aus welchen sich Asche emporhob. "Es gibt die Geschichte, dass hier Sternenclankrieger vom Himmel fielen, als sich gerade die ersten Katzen hier angesiedelt hatten. Kurz nach diesem Ereignis kamen viele Zweibeiner und die Katzen dachten, sie müssten umziehen, aber die Zweibeiner blieben nur eine Nacht und stellten komisch geformte Dinger auf dünnen Beinen auf und sahen dann durch die in den Himmel. Diese Krieger, die aus dem Himmel kamen, hatten die Form von riesigen Felsbrocken und die krachten hier auf die Erde und diese Mulden entstanden. Angeblich war dies der Grund, weshalb wir uns AschenClan nennen." Er führte sie weiter und wir waren gerade an einem Waldstück, als Adlerkralle mich auf den anderen Geruch hinwies. Jetzt wo er es erwähnt hatte, fiel es auch mir auf. "Das ist die Grenze zum NebelClan, wir sollten uns nicht zu lange hier aufhalten. Ansonsten glauben sie noch, dass wir einen Überfall planen, wenn sie uns sehen. Komm mit!" Auf einmal sprang er los und flitzte in eine andere Richtung. Während Blaubeerpfote versuchte mithalten zu können, dachte sie nach. Adlerkralle war tatsächlich noch sehr jung. Er hätte seinen Kriegernamen eigentlich zusammen mit Blitzschweif erhalten sollen. Und stattdessen hatte er eine Schülerin bekommen. Seine erste. Sie selbst, Blaubeerpfote. Sie hatte Adlerkralle aus den Augen verloren. Sie war noch nie so viel auf einmal gelaufen und schon gar nicht in so einem Tempo. Gerade wollte sie nach ihrem Mentor rufen, als sie ein Rascheln hörte. Sie schnüffelte und sprang zur Sicherheit ins nächste Farngebüsch. War sie noch in ihrem Territorium? Warum musste Adlerkralle auch so schnell laufen? Auf einmal raschelte es neben ihr und sie wirbelte fauchend herum. Als sie erkannte wen sie da gerade anfauchte leckte sie sich verlegen übers Brustfell. "Wo ist Adlerkralle?", fragte Waldstern sie. "Hat er dich etwa alleine gelassen? Wenn ja dann wird das Konsequenzen haben!" Gespielt verwirrt sah sie ihn an. "Was? Nein er ist nur eben..." Da zuckte sie vor Schreck zurück, als Adlerkralle von dem Baum über ihnen sprang und genau vor ihren Pfoten landete. Er sah zu Waldstern. "Ich hab Blaubeerpfote nur gezeigt wie man klettert." Waldstern starrte ihn mit zusammengekniffenen Augen an. Dann legte sich ein Lächeln auf sein Gesicht. "Eine gute Idee! Würdest du es mir zeigen Blaubeepfote?" Oh SternenClan! Er wollte nett sein und wusste nicht was er ihr mit dieser Bitte antat. Sie war noch nie geklettert! Adlerkralle musterte sie und nickte aufmunternd. Na toll! Er war doch weggelaufen, wieso hatte sie ihn denn gedeckt? Das hatte sie nun davon! Da ihr ohnehin nichts übrigblieb, trottete sie emotionslos auf den Baum zu. So schwer konnte das doch nicht sein oder? Sie fuhr die Krallen aus. Vielleicht einfach hochspringen, festhalten, Krallen ein- und ausziehen? Hm. Etwas anderes fiel ihr im Moment nicht ein. Sie schloss die Augen und sprang hoch. Sie krallte sich in der Rinde fest und zog die Krallen der einen Pfote ein und als sie sie weiter oben platziert hatte wieder aus. So arbeitete sie sich vor und war stolz auf sich. Das war gar nicht schwer! Sie wurde schneller und ließ sich dann auf den höchsten Ast sinken. Sie sah zu den anderen hinab und lachte. Sie sahen aus wie Ameisen! Sie sah wie Waldstern und Adlerkralle ein Wort wechselten und ihr Anführer dann in Richtung Lager verschwand. Adlerkralle sah zu ihr hoch und begann selbst hochzuklettern. Als er schnaufend oben ankam sprang er auf den Ast unter ihr. "Gut gemacht. Und äh... danke." "Kein Problem", murmelte sie und fragte sich was er denn gemacht hatte. Oh doch es war ein sehr großes Problem. Nunja gewesen... Jetzt hatte sie immerhin keine Angst mehr. "Raufgekommen bist du schneller und besser als ich, aber ob du schneller hinunterklettern kannst?" Blaubeerpfote sah das als Herausforderung. "Aber klar doch!" Er sprang auf den Ast unter ihm. "Werden wir ja sehen!" Bevor sie überhaupt reagieren konnte sprang er immer weiter hinab. Blaubeerpfote wusste, wenn sie sich nicht gleich bewegte, würde sie verlieren. Sie nahm einen Ast eines anderen Baumes ins Visier und schätzte die Weite ab. Wenn sie da hinsprang, konnte sie einfach die näher zusammenstehenden Äste hinunterlaufen. Aber es war schon ziemlich weit. Blaubeerpfote wollte jedoch unbedingt gewinnen und sie nahm einen Anlauf. Adlerkralle hatte sich auf Höhe der Mitte des Baumes niedergelassen und sah zu ihr hoch. Als er erkannte, was sie vorhatte weiteten sich seine Augen. "Blaubeerpfote nicht!", doch sie hatte sich schon mit einem gewaltigen Satz in die Luft katapultiert. Es war ein berauschendes Gefühl, wie der Wind über ihr Fell strich. Sie fühlte sich frei und verstanden und zog die Luft ein. Der Ast kam in Sicht und sie fuhr die Krallen aus. Der Baum wackelte, aber kein einziger Zweig brach. Ohne in Adlerkralles geschocktes Gesicht zu sehen, hüpfte sie die Äste hinab und war als erste auf dem Boden. Adlerkralle brauchte noch länger, bis er auf dem Boden war. "Ha! Ich habe gewonnen!","Was hast du dir dabei gedacht?", riefen beide gleichzeitig. Blaubeerpfote machte ein entrüstetes Gesicht. "So war ich schneller." "Ja und hättest du Pech gehabt wärest du jetzt tot!", fauchte er sie an. Blaubeerpfote legte die Ohren an. "Es tut mir leid, Adlerkralle", murmelte sie mit gesenktem Kopf. Er seufzte. "Diesmal ist nichts passiert, aber mach das nicht noch einmal ja?" Sie nickte aufrichtig. Ihr Mentor schien sich wieder zu fassen. "Also...", er erklärte ihr, wie man am besten Mäuse und Kaninchen fing und welches der Tiere die Katze spürt, hört, oder riecht. Die Schülerin fand das unglaublich spannend und fragte eifrig alles Fragen, die ihr einfielen. "Adlerkralle?", fragte sie nach einiger Zeit. Ihr Mentor sah von der Maus auf die er gefangen hatte. "Ja Blaubeerpfote?", erkundigte er sich. Sie nahm ihren Mut zusammen. "Wieso sehen mich alle so an?" Er tat ganz ungerührt. "Weshalb sollten sie dich denn ansehen?", fragte er sie.  "Ja was weiß ich? Fakt ist, dass es so ist! Und ihr alle wisst es!", sie ließ ihn nichts einwerfen. "Der ganze, verdammte Clan weiß es. Sogar Holunderpfote. Und er will es mir nicht erzählen. Ich komme mir so fehl am Platz vor, wie ein Dachsjunges in einem Fuchsbau!" Adlerkralle ließ sie ausreden. Als sie nichts mehr von sich gab und mit hängenden Ohren und leerem Blick in den Himmel schaute, antwortete er. "Weißt du... man fragt sich oft, weshalb andere etwas verbergen, obwohl es den Jemanden zu betreffen scheint. Sie es mal so... stell dir vor ein Krieger hat eine schwere Verletzung und wird es vermutlich nicht schaffen. Soll die Heilerin ihm sagen, wie schlecht seine Chancen stehen, sodass er aufgibt, oder soll sie ihn hoffen und kämpfen lassen? Weil eine Möglichkeit besteht, dass er überlebt?" Blaubeerpfote musste über diese Worte nachdenken. "Ja aber ich habe keine eine schwere Verletzung und in deinem Vergleich weiß auch nur die Heilerin von seiner geringen Chance. Bei mir weiß es der ganze Clan. Was auch immer es genau ist!" Adlerkralle seufzte. "Es ist schon spät, du warst heute sehr erfolgreich. Du kennst das Territorium und kannst besser klettern als einige Krieger." Auch Blaubeerpfote seufzte. "Na gut." Am Lagereingang meinte der Krieger noch etwas. "Morgen zeige ich dir wie man jagt. Du kannst dich schon anschleichen und nun sollst du diese Fähigkeit anwenden. Bei Sonnenaufgang." Immer bei Sonnenaufgang! Holunderpfote musste erst bei Sonnenhoch mit dem Training beginnen. Schwerfällig trottete Blaubeerpfote in den Schülerbau und ließ sich in ihr Nest fallen. Mit geschlossenen Augen fragte sie sich, was sie denn Schreckliches getan haben musste, wenn jeder ihren Fragen auswich.

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    Mit ihrer ersten Beute, einer fetten Krähe im Maul, trippelte Blaubeerpfote zu Adlerkralle. Seine Augen weiteten sich, als er ihre Beute sah. "Ich habe noch nie eine so große Krähe gesehen! Hast du sie gefangen?" Stolz nickte die Schülerin. "Dabei hatte ich dir gar nicht gesagt, dass du schon jagen sollst. Du solltest auf mich warten!" "Die kam einpfaff auf mif zugefaffert. Wie sollte if da widerftehen?", fragte sie mit dem Vogel im Maul. Ihr Mentor wirkte amüsiert. "Nimm doch die Krähe aus dem Maul, bevor du sprichst!" Verlegen spuckte Blaubeerpfote Federn auf den Boden. "Sie hat mich förmlich angebettelt, dass ich sie fangen soll." Er wandte sich zum Gehen. "Nun gut, da du ja jetzt schon ohne meine Hilfe etwas gefangen hast, können wir gleich ins Lager gehen. Aber davor zeigst du mir noch deine Kauerstellung!" Blaubeerpfote kauerte sich auf den Boden und schlich sich an imaginäre Beute an. Als sie nah genug war sprang sie ab und landete auf dem überraschten Adlerkralle. Dieser fing sich jedoch schnell wieder und gewann die Oberhand, sodass er auf ihr lag und ihren ungeschützen Bauch verarbeiten könnte. Er sah ihr in die Augen. "Schöne Kauerstellung, aber an deinen Kampfkünsten müssen wir noch arbeiten." Blaubeerpfotes Fell kitzelte durch dir Luft, die er ausstieß wenn er sprach. Dann kämpfte sie sich allerdings frei, bevor diese Situation eskalierte. Inmerhin war Adlerkralle nur knapp 4 Monde älter als sie. Sie nahm die Krähe und wartete, dass Adlerkralle losging. Er rappelte sich auf und marschierte voraus. Im Lager kam Holunderpfote auf sie zugehopst. "Ich habe heute meine erste Beute gefangen! Es war zwar nur eine Spitzmaus, aber meine erste Beute, Blaubeerpfo....", er sah auf ihr fettes Federvieh, "Wie toll! Die ist ja so dick, da haben alle Ältesten genug!" Blaubeerpfote sah zu Adlerkralle und fragte, ob sie den Vogel gleich zu den Ältesten bringen durfte. "Aber natürlich, aber vergiss nicht, Sonnenaufgang!", dann blitzen seine Augen auf, "Kampftraining." Blaubeerpfote lachte. Es war das erste richtige Lachen, seit alle sie ausschlossen. Bei dem Gedanken daran, hörte sie auch gleich wieder auf und machte sich nachdenklich auf den Weg zu den Ältesten. Ob sie ihre Beute überhaupt mochten? Vielleicht waren auch nur Federn, an dem Vieh dran. Mit geschlossenen Augen trat sie auf den Eingang zu. "... einmal in Ruhe lassen? Diese Katze hat niemanden etwas getan!", eindeutig Brennesselfuß' Stimme. Sie wusste, dass man nicht lauschen sollte, konnte sich aber nicht losreißen. Wer diese Katze wohl war, über die sie sprachen? Unerwartet kam Laubsturm aus dem Ältestenbau und sie krachten zusammen. Sein Blick wurde unsicher, fast ängstlich, als frage er sich, ob sie etwas gehört hatte. Blaupfote tat das mit einem Schulterzucken ab. Sie hatte gerade genügend Probleme um die sie sich zu kümmern hatte. Sie legte den Ältesten die Krähe hin und murmelte ein "Bitte", und wandte sich schon wieder zum Gehen. Die Ältesten schauten unbehaglich drein. Nur Brennesselfuß raffte sich auf und nickte ihr lächelnd zu. "Danke, Blaubeerpfote." Die Schülerin blieb im Eingang stehen, blickte sich jedoch nicht um. Sie nickte und ging in den Schülerbau.
    Am nächsten Morgen wartete sie am Eingang auf Adlerkralle. Doch es wurde Sonnenhoch und er kam nicht. Stattdessen kamen Holunderpfote und seine Mentorin Stachelfell. Sie richtete ihr Wort an Blaubeerpfote. "Es tut mir Leid, ich hätte es dir früher sagen sollen. Adlerkralle kann erst morgen wieder mit dir trainieren, er und Donnerherz wurden zu einem Botengang ausgeschickt. Du sollst heute mit uns jagen gehen." Blaubeerpfote war enttäuscht, dass sie nicht mit Adlerkalle Kampftraining machen konnte. Zu dritt machten sie sich auf den Weg zum Baumfelsen. Der Ort verdankte seinen Namen dem Baum, der ungewöhnlicherweise um einen Stein herum gewachsen war und ihn fast vollständig bedeckte. "Nun ich weiß nicht wie weit du bist Blaubeerpfote, also zeigt mir einmal beide wie viel Zeit ihr braucht um drei Tiere zu fangen und sie wieder hierher zu mir zu bringen. Geht aber nicht zu weit weg! Ich werde euch unbemerkt im Auge behalten, aber ihr werdet mich nicht bemerken." Blaubeerpfote schlich leise los und schnüffelte. Und da! Direkt vor ihr wühlte eine Amsel auf der Suche nach Würmern in der losen Erde. Die Jägerin ließ sich in die Kauerstellung fallen und schlich leise an die Beute heran. Mit einem schnellen Satz sprang sie vor und biss ihr ins Genick. Danach vergrub sie den Vogel unter einer Baumwurzel. Sie roch auch ein Eichhörnchen, dass vermutlich auf irgendeinem Baum herumhüpfte. Sie sah auf den ihr am nähesten stehenden Baum und kletterte hoch. Nun hatte sie einen guten Überblick und sah das Eichhörnchen nur einen Baum weiter auf den Ästen herumhüpfen. Da die Zweige lang und dick waren, war es für Blaubeerpfote ein leichtes, es zu fangen. Da hörte sie ein Rascheln und erkannte eine kleine Spitmaus direkt unter ihr nach Nüssen suchen. Sie hatte aber viel Glück heute! Ob es funktionieren würde? Glücklicherweise war der Baum nicht hoch und sie sprang mit dem Eichhörnchen im Maul hinunter und landete exakt auf der überraschten Maus und erledigte sie noch im Sprung. Durch die Wucht des Aufpralls rollte sie noch ungeschickt durchs Gebüsch. Als sie sich aufrichten wollte roch sie einen muffigen Geruch. Sie vergrub die restliche Beute und überlegte. Sollte sie zu Stachelfell und ihr Bescheid sagen, dass sie fertig war und sie hier einen Geruch gefunden hatte? Wobei, sie hatte gesagt, dass sie sie beobachtete also wusste sie, dass sie fertig war. Blaubeerpfote folgte der Spur und als an den steilen Hang kam, wollte sie schon umdrehen, da es hier offenbar nichts gab, als sie den Ursprung des Geruchs fand. Sie schrie auf, blieb jedoch wie angewurzelt stehen. Da lag eine Katze! Bitte lass sie nicht tot sein, dachte sie immer wieder. Sie konnte sich nicht bewegen und starrte auf den dunkelbraunen Pelz. Ihr wurde übel, als sie bemerkte, dass die Katze tot sein musste, so verkrüppelt wie sie da lag. Von der Klippe gefallen, hallte die ganze Zeit durch Blaubeerpfotes Kopf. Tot, tot, tot. Da liegt eine tote Katze. Da wurde ihr bewusst wer das war. Die beiden Katzen waren am Morgen zu einem Botengang ausgeschickt worden. Doch wo war der andere? Weshalb hatten sie sich getrennt? Wo blieb Stachelfell? Und die wichtigste aller Fragen, wo war Adlerkralle? Denn vor ihr lag nur der tote Körper von Donnerherz.

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    Blaubeerpfote kam die Zeit, bis Stachelfell ankam wie eine Ewigkeit vor. Als sie endlich durchs Gebüsch brach, stand die Schülerin noch immer stocksteif da und starrte auf die Leiche. Sie hatte noch nie eine tote Katze gesehen. Sie wusste, dass sie sich immer an diesen Anblick erinnern würde. "Blaubeerpfote! Du hast geschrien, was ist pass...", sie brach ab, als sie Donnerherz sah. Man konnte hören wie auch Holunderpfote versuchte, sich einen Weg durchs Gebüsch zu bahnen. Stachelfells Stimme klang auf einmal komisch. "Komm nicht her, Holunderpfote. Lauf schnell ins Lager und hole Waldstern und Seeblatt!" Der junge Schüler wollte protestieren und weitergehen, aber Stachelfell verhinderte, dass auch er das mitansehen musste. "Du läufst jetzt sofort und bleibst dann im Lager!", fauchte sie. Holunderpfote wurde anscheinend bewusst, dass sie es ernst meinte und flitze ohne weitere Fragen ins Lager. Stachelfell wandte sich an Blaubeerpfote, die sich hingesetzt hatte und mit trüben Blick auf Donnerherz starrte.  Sie sagte etwas, doch Blaubeerpfote bekam nichts davon mit. Tot, tot, tot. Schließlich versuchte die Kriegerin Blaubeerpfote wegzuführen, doch diese krallte sich geduckt mit den Krallen in das Gras und begann zu wimmern. Bald würden die anderen kommen und sie ausfragen. Alleine der Gedanke daran, schildern zu müssen wie sie ihn gefunden hatte, ließ sie schaudern. Sie erwachte aus ihrer Starre und Stachelfell seufzte erleichtert, als Bewegung in sie kam. Jedoch blieb die Schülerin nicht einfach stehen, sondern begann zu laufen. Immer weiter lief sie. Sie sprang in den Fluss, wälzte sich im Farn um ihren Geruch zu überdecken und rannte weiter. Ständig kam es ihr vor, als würde Donnerherz sie verfolgen. Nur war er tot und tat gar nichts mehr. Sie musste weg, weg von dem ganzen Fragen, vom Misstrauen, dass ihr entgegengebracht wurde und von Donnerherz. Als sie am Rand des Territoriums angekommen war, fand sie eine durch Wasser ausgehöhlte Baumwurzel. Dass ein Rinnsal hindurch floss, störte sie nicht. Sie versteckte sich und die Zeit verging. Vermutlich suchte ihr Clan nach ihr. Donnerherz würde nie wieder jemanden suchen. Ihr war kalt, doch es war ihr egal. Auch Donnerherz spürte keine Kälte mehr. Sie schloss die Augen und musste wohl eingeschlafen, denn als sie ihr knurrender Magen weckte, dämmerte es bereits. Sollte sie zurückgehen? Sie versuchte sich aufzurichten und ihre steifen Glieder zu Strecken, doch sie sah Sterne tanzen. Sie war aber auch klug! Wieso schlief sie auch im Wasser? Mit etwas Pech hatte sie sich grünen Husten eingefangen und würde ihren Clan anstecken! Sie bemerkte, dass ihre Nase lief, verschluckte sich prompt und begann daraufhin zu husten und zu zittern. Na toll! Dann durchfuhr es sie wie ein Blitz. Donnerherz. Bilder seiner glasigen grünen Augen, die sich in meine bohrten, kamen mir ins Gedächtnis. Sie jammerte und schüttelte den Kopf um die Gedanken zu vertreiben. Da hörte sie es rascheln und wollte aufhören zu wimmern, doch eigentlich war es ihr egal ob man sie fand. Dann würde sie vielleicht nicht andauernd an ihn denken und Holunderpfote oder sonst jemand würde sie ablenken. Aber sie könnte ihre Gefährten anstecken! Für die Flucht war es allerdings schon zu spät, als Adlerkralle, mit Frischbeute im Maul den Kopf in die Aushölung steckte. Er ließ dem Fang fallen. "Was machst du denn hier so ganz alleine?" Doch ihr klapperten die Zähne und konnte nicht antworten. "Blaubeerpfote?", miaute er besorgt. Er wusste es nicht. Er wusste nicht, dass Donnerherz tot war. Als sie sprach, kam nur ein Krächzen heraus. "Wieso hebt ihr euch getrennt, du und Don-donner-erher-Donnerherz?" "Komm raus da sofort! Du bist schon völlig durchnässt. Ich war jagen und er ist ins Lager gegangen, wieso?" Doch Blaubeerpfote antwortete nicht. Sie wollte nicht die sein, die ihm von dem Vorfall berichtete. "I-Ich ka-n-n nicht", stieß sie hervor. "Was kannst du nicht?" "Rauskommen." "Wieso nicht?", fragte Adlerkralle. Blaupfotes Augen waren nur noch Schlitze. "Sterne...sterne sind normalerweise schon etwas schönes oder? Es gibt den SternenClan und unsere Ahnen beobachten uns. Ist eigentlich gruselig oder? Stell dir mal vor... vor dich beo... beobachtet jemand die ganze Zeit. Aber meine Sterne... sind ganz böse.. ganz böse Sterne." Sie war wieder müde und wollte schlafen, doch Adlerkralle wollte ihr diese Ruhe offenbar nicht gönnen. Er stieß sie mit der Pfote an. "Hey, du machts mir ja Angst mit deinem wirren Geschwafel." Er verscharrte die Beute und kam dann zurück. Wieder musste er sie anstupsen, um sie wach zu halten. "Komm jetzt, ich bring dich nach Hause." Er zog sie vorsichtig heraus um sie ins Lager zu bringen. Davon, dass er sich über ihren eiskaltes Fell beschwerte, bekam sie nichts mehr mit, da sie schon wieder eingeschlafen war.
    Das schlimme am Träumen war, dass man nicht bemerkte, dass das alles keine Wirklichkeit war. Donnerherz jagte sie quer durchs Territorium und jaulte ihr zu, sie solle ihm doch helfen, während Stachelfell versetzt am Wegrand erschien und ihr etwas über Sterne erklärte. Dann kam Adlerkralle und meinte er würde sie jetzt jagen und sie fiel in ein bodenloses Loch. Blaubeerpfote schreckte hoch. Ihr Atem ging viel zu schnell und ihr war heiß. Sie schnappte Luft und hustete. Nachdem sie sich beruhigt hatte, sah sie sich um. Wo war sie? "Du bist wach", stellte Adlerkralle erleichtert fest. Offenbar waren sie erst weggegangen. Komisch, wie lange ein Traum sein konnte, obwohl im echten Leben nur Minuten vergingen. "Du hast mir echt Angst gemacht, als du über böse Sterne geschwafelt hast." Ach, wo er Sterne erwähnte. Sie tanzten noch immer hin und her, in gleichen Rhythmus, in dem ihr Kopf auf Adlerkralles Rücken hin- und herschwankte. "Mhm..", krächzte sie als Antwort. Er sah offenbar, dass sie nicht in der Lage war, darüber zu reden, was passiert war und schwieg. Nach kurzer Zeit trafen sie auch schon im Lager ein. Donnerherz lag schon bereit für die Totenwache auf in der Mitte der Lichtung. Adlerkralle blieb kurz stehen, als er seinen Kameraden sah, doch als Blaubeerpfote beim Anblick des Toten wieder zu wimmern begann, beschleunigte er seine Schritte und brachte sie in den Heilerbau, anstatt jemanden zu fragen, was denn passiert war, nachdem sie sich aufgeteilt hatten.  "Dem SternenClan sei dank, du hast sie gefunden! Leg sie hier hin!", Seeblatt, kam ihnen bereits entgegengeeilt. Blaubeerpfote schloss die Augen, da ihr Kopf hämmerte, als er ihm Nest aufkam. Sie hörte Seeblatt mit Adlerkralle reden und bemerkte dann, wie sie ihn wegschickte.  Dann durchschüttelte sie ein Hustanfall und sie krümmte sich. Sie keuchte und murmelte. "Blöder Husten!" Dann schlug sie die Augen auf und sah, wie Seeblatt ihr ein Blatt hinhielt. "Thymian gegen den Schock." Sie aß schweigend und brachte schließlich doch etwas hervor. "Mach doch das es aufhört!", jammerte Blaubeerpfote. "Es soll aufhören!", kreischte sie. Seeblatt begann strich ihr beruhigend übers Fell. "Was soll den aufhören?" Die Schülerin wuselte herum und öffnete und schloss die Augen abwechselnd. "Diese Bilder", flüsterte sie schwach. Seeblatt gab ihr Mohnsamen, damit sie schlafen konnte, doch Blaubeerpfote schlief nicht. Als sie nach einiger Zeit die Augen immer noch nicht geschlossen hatte, richtete die Heilerin sich auf. "Wieso schläfst du nicht? Du hast die Mohnsamen doch geschluckt, ich hab es gesehen." Anstatt auf ihre Frage einzugehen  wählte Blaubeerpfote ein anderes Thema. "Die Klippe hinuntergefallen richtig?", fragte sie. Seeblatt nickte betrübt. Blaubeerpfote fuhr fort. "Und puff weg. aus. vorbei. Es muss hart sein, bei so etwas zuzusehen." Die Heilerkatze schien verwundert. "Du hast es mitangesehen." Blaubeerpfote öffnete die Augen. "Ich meine wirklich zuzusehen. Als ich bei ihm ankam, war er bereits tot." Seeblatts Blick scheifte in die Ferne. "Ich habe schon viele Katzen sterben sehen. Noch schlimmer ist das Gefühl, zu wissen, dass man nichts dagegen machen kann." "Ich könnte mir nie vorstellen eine Heilerkatze zu sein." Seeblatt widersprach. "Aber du musst auch an die guten Seiten denken. Du kannst deinen Clankameraden helfen und wenn du Wunden heilst, fühlst du dich wunderbar." "Mhm... Aber nicht einmal der SternenClan kann etwas gegen den Tod tun. Irgendwann holt er jeden ein. Was man selbst tun kann, ist nur, das Leben zu genießen und auszukosten." Die Heilerin schien eine solche Aussage nicht von einer Schülerin erwartet zu haben. Dann sagte auch sie etwas. "Du hast recht. Es ist zu kurz un sich wegen Kleinigkeiten aufzuhalten", sie sah sie vielsagend an. Blaubeerpfote wusste sofort worauf sie hinauswollte. "Ich denke nicht, dass es eine Kleinigkeit ist, wenn der ganze Clan etwas vor dir verheimlicht, selbst wenn du offensichtlich etwas damit zu tun hast." Die Heilerin antwortete nicht. Deshalb durchbrach Blaubeerpfote wieder die Stille. "Hat es etwas mit dem Fuchs zu tun?" Allmählich ging ihr das ständige Schweigen auf die Nerven. "Hat es?" "Du hast weißen Husten, du darfst dich nicht aufregen." Schnaubend ließ sie sich in ihr Nest sinken. Als wäre der Husten der einzige Grund, weshalb sie ihr nichts erzählte.

Kommentare (4)

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Drachenhauch & Co ( von: FlyingPanda)
vor 47 Tagen
Die Geschichte ist im Ganzen ganz gut, allerdings hast du hin und wieder mal die Perspektive geändert. Auch finde ich es unlogisch, dass die Wunde sich so schnell entzündet hat, das dauert immer ein wenig.
Flubbi (67503)
vor 123 Tagen
Genau schreib weiter❗ 🐈
Federblüte (76452)
vor 138 Tagen
Ich meine *bald sorry
Federblüte (76452)
vor 138 Tagen
Schön Geschichte👍😻 schreib kam weiter