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Wind und Asche 7

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2 Kapitel - 1.678 Wörter - Erstellt von: - Entwickelt am: - 456 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Nach den Ereignissen in Seoul und Sibirien kehrt Team Shadow zum Fort zurück. Tayo, Hjördis, Kallik und Aaron sind tot, grauer Schnee fällt und weitere Katastrophen bahnen sich an. 
Léandra zieht es auf das Dach zurück und Tulio sehnt sich in seiner Zelle nach dem Himmel. 

Der Nachfolger von World of Mystik. 

    1
    Teleportation ist nicht meine Lieblingsfähigkeit. Sie gibt mir das Gefühl gefangen zu sein. Albern, ich weiß. Aber wenn man überall sein kann, bem
    Teleportation ist nicht meine Lieblingsfähigkeit. Sie gibt mir das Gefühl gefangen zu sein.
    Albern, ich weiß.
    Aber wenn man überall sein kann, bemerkt man, wie klein dieser Planet ist. Man weiß, man ist in der Lage ihn zu verlassen, aber wenn man dies tut, stirbt man.
    Selbst ich kann im Weltraum nicht überleben. Als Eisblock durch die Unendlichkeit zu treiben, macht keinen Spaß.
    Die Erde ist ein Gefängnis und die oberen Schichten der Atmosphäre sind die Gitterstäbe. Wir sitzen in einem Käfig. Keinem goldenen zwar, aber in einem blauen.
    In diesem Moment wünsche ich mir jedoch, aus dem Raum zu teleportieren, an einen einsamen, hohen, windigen Ort.
    Die Erde um mich herum und die Pranken der Wölfe machen mir einen Strich durch die Rechnung. Ihre Krallen bohren sich in meine Arme und ich werde grob zurückgerissen.
    Jemand schreit erschrocken auf. Dunja.
    Ob Sera auch so geschrien hat, als die Erde bebte, die neuen Häuser mit ihren roten Dächern einstürzten und die Welle kam?
    Sie ringen mich hart zu Boden. Ich schlage und trete um mich. Ich kriege keine Luft, dieser Raum ist zu eng, der Druck des Betons zu groß.
    Weitere Rufe ertönen, als der Wind Papier, Stifte und lose Gegenstände durch den Raum weht. Eine Kaffeetasse zersplittert. Über allem liegt das aufgebrachte Piepen der Messgeräte, die denken, ich wäre bei dem Test gestorben.
    Eine Spritze nähert sich meinem Hals, doch ich werfe mich gegen den Griff der beiden Wölfe und schleudere Dr Quaye mit einer Orkanböe gegen die Wand. Er stöhnt und die Injektion fällt ihm aus der Hand.
    Ich sprinte zur Tür. Nach oben. Einatmen, ausatmen. Weg.
    Gerne würde ich behaupten, dass mein Fluchtversuch erfolgreich verläuft. Falsch gedacht. Eine Hand berührt mich im Nacken und drückt leicht zu. Die Knie geben unter mir nach und ich sacke zu Boden.
    Es ist keine Para-Fähigkeit wie bei Sangmo. Kallik kann das mit den Druckpunkten auch. Ich hätte besser aufpassen sollen.
    Die Wölfe legen mir Handschellen an und schleifen mich aus dem Raum. Bevor die Tür sich schließt, sehe ich Dunja und Takahashi wie sie sich besorgt über den Doktor beugen. Seine Schulter ist ungesund verdreht und seine Haare sind blutverklebt. Tut er mir leid? Ich weiß es nicht. Dennoch bin ich von dem rauen Kichern, das aus meiner Kehle dringt, überrascht.
    Mein Kichern erstirbt. Die Wölfe ziehen mich durch den großen Fitnessraum, in dem sich jetzt eine kleine Menschenansammlung gebildet hat. Alle wollen das Chaos sehen, das der Element angerichtet hat. Viele ihrer Blicke ruhen auch auf mir selbst und in der Luft liegt ein nervöse Tuscheln, das von zwei Sanitätern unterbrochen wird, die sich mit einer Trage einen Weg durch die Schaulustigen bahnen.
    Es sind jedoch nicht die Menschen, die mich verstummen lassen. Es ist mein Anblick im Spiegel, der einen Großteil der gegenüberliegenden Wand ausmacht. Die Person die mich anblickt, erkenne ich nicht wieder. Meine sonst dunkle Haut ist seltsam blass, beinahe gräulich. Wangen und Augen sind eingefallen, die Haare wirken trotz der Rasta-Zöpfe brüchig. Das schlimmste sind jedoch die grauen Strähnen.
    Bevor ich den Fremden im Spiegel weiter anstarren kann, ziehen die Wölfe mich auf die Füße und und aus dem Fitnessstudio heraus. Sie unterhalten sich gedämpft, doch ich höre ihnen nicht zu.
    Sie verschwinden. Das einzige, das über die Jahre halbwegs gleich geblieben ist, verschwindet. Ich muss hier raus.

    Ich muss hier raus. Nicht nur, weil die lange Abwesenheit mir ganz und gar nicht gut tut, sondern weil sie mich an der Oberfläche brauchen. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass es so früh beginnt oder ich habe mich gewaltig in der Zeit geirrt, die ich bereits hier unten verbracht habe.
    Als man Kallik '64 einige Tage in einem dunklen, kalten, nassen Kerker einsperrte, brach ein Feuer aus, das Rom in Schutt und Asche legte. Danach verbreitete sich das Gerücht, Nero hätte es gelegt und während die Stadt in Flammen aufging den Untergang Trojas besungen. Gut, sie hatten nicht ganz unrecht. Man sperrt einen von uns nicht an einem Ort ein, der seinem Wesen komplett widerspricht, ohne mit einer mittelschweren Katastrophe zu rechnen.
    Wir sind Anomalien, die oft selbst nicht erklären können, warum gewisse Dinge in ihrer Nähe geschehen.
    Aber vielleicht fallen die paar Stürme im allgemeinen Chaos des viel zu frühen Winters gar nicht auf. Wenn sie auffallen, merken die anderen drei, dass etwas nicht stimmt. Mich an diesen Hoffnungsschimmer zu klammern, wage ich kaum.
    Die Tür meiner Zelle steht bereits offen. Neben ihr wartet bereits Archer von zwei Wölfen eskortiert auf mich. Die drei bieten einen imposanten Anblick und ich schlucke. Entgegen meiner Vorstellungen wurde ich in der letzten Zeit gut behandelt. Sprich: Niemand hat versucht meinen Kopf in einen Eimer zu stecken oder Krach gemacht, während ich schlief.
    Das könnte sich jetzt ändern.
    Archer blickt mich nur schweigend an und ein Schauer läuft über meinen Rücken. Es ist wie in der Nacht meines letzten Todes. Er schüttelt kaum merklich den Kopf. Die Geste gleicht dem Schuss damals.
    Sie führen mich in den gefliesten Raum und stoßen mich aufs Bett. Klickend öffnen sie meine Handschellen und verlassen meine Zelle. Die Tür schließt sich mit einem Knall. Niemand hat ein Wort gesagt.

    Seit mehreren Stunden ist niemand mehr gekommen. Ich könnte schwören, dass es längst Zeit für das „Abendessen" ist (Reis mit irgendeiner Soße, Fleisch kriegen sie nicht mehr).
    Ist das ihre Taktik, ihre Strafe?
    Mein Magen beschwert sich knurrend. Er klingt wie ein richtiger Wolf.
    Gut, wenn sie mich quälen wollen, kriegen sie es zurück. Ich springe vom Bett auf und wende mich zur Kamera. Da ist doch bestimmt auch eine Wanze dabei.
    Ich hole Luft und singe laut „Macarena". Natürlich werde ich niemals die Lautstärke erreichen, die in gewissen Gefängnissen benutzt wird, aber sie stehen hier vor der schlimmsten Nervensäge der Menschheit. Und diese Nervensäge hat nichts mehr zu verlieren und die gesamte Musikgeschichte im Rücken. Bleibt nur zu hoffen, dass Archer den Wölfen verboten hat, den Ton abzustellen.
    „Macarena" folgt „Coco Jamboo" und „Waka Waka". Sie sollen leiden. „Baby" von Justin Bieber sorgt hinter den Bildschirmen hoffentlich für Ohrenbluten. Weitere Lieder vervollkommnen die akustische Folter.
    Während der Kehlkopfgesänge eines mikronesischen Volkes, dem ich vor sechshundert Jahren mal angehörte und das im Zuge des Kolonialismus an Masern ausstarb, wird die Klappe in der Tür geöffnet. Überrascht sehe ich wie ein Tennisball und ein Heftchen in die Zelle geschoben wird.
    Mein liebreizender Gesang wird zu einem Husten. In meiner Kehle brennt ein Feuer.
    Vorsichtig nähere ich mich der Tür. Das ist eine Falle. Irgendwas was wird passieren.
    Aber ich will nicht warten, sondern meinen Untergang zu meinen eigenen Bedingungen auslösen.
    Der Tennisball wiegt genauso viel wie ein Tennisball, er riecht wie ein Tennisball und fühlt sich an wie ein Tennisball. Nichts verdächtiges.
    Das Heftchen ist schon interessanter. Ein Junge mit grün-schwarzen Haaren und andere Manga-Figuren sind unter dem kantigen Schriftzug „My Hero Academia" abgebildet. Das war aber auch alles, was ich lesen kann, das ganze restliche Heft ist auf Japanisch.
    Auch hier scheint nichts verdächtiges vorzuliegen. Das sind wohl einfach die Sachen, die sie auf die Schnelle auftreiben konnten um mich zu beschäftigen. Gebt dem Gefangen etwas zu tun und er macht nicht so viel Stress. Ob Archer dies angeordnet hat?
    Ich nehme die Sachen und wende mich wieder meinem Bett zu.
    Vor Schreck lasse ich die beiden Dinge fallen, der Tennisball springt ein paar mal und rollt in eine Ecke.
    Auf meinem Bett sitzt mein Schatten und winkt mir zu.

    2
    An dieser Stelle ist es wohl Zeit, sich bei all meinen Bekannten aus dem so genannten Real Life zu entschuldigen/bedanken, deren Namen in diese Geschichte geraten sind, ohne das ich was dafür konnte. Die meisten Namen bestanden schon, bevor ich euch kennengelernt habe. Nur ein Charakter mit einem eurer Namen ist tatsächlich von mir und es ist mehr oder minder unbewusst geschehen. Aber es ist ein sehr schöner Name und der Charakter hat nur einen kleinen Auftritt, trotzdem mag ich ihn.
    Vielleicht kriege ich euch alle ja mal auf ein Gruppenbild...

    Danke an meinen Mathenachhilfelehrer, der Manga-Empfehlungen rausgibt und absolutes Verständnis hat, wenn man mal ein Wochenende als Wärter in einer japanisch-amerikanischen Forschungseinrichtung verbringt.


    Für konstruktive Kritik, Anregungen und Ideen sind wir immer offen. 

    Hier der Link zum Original: http://www.testedich.de/quiz40/quiz/1458904529/World-of-Mystik-MMFF

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Wind und Asche 7
Wind und Asche 7
Nach den Ereignissen in Seoul und Sibirien kehrt Team Shadow zum Fort zurück. Tayo, Hjördis, Kallik und Aaron sind tot, grauer Schnee fällt und weitere Katastrophen bahnen sich an.  Léandra zieht es auf das Dach zurück und Tulio sehnt sich in sein...
https://www.testedich.de/quiz53/quiz/1518885498/Wind-und-Asche-7
https://www.testedich.de/quiz53/picture/pic_1518885498_1.jpg
2018-02-17
40B0
Fantasy Magie

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Kommentare (2)

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vor 468 Tagen
Vielen Dank ^^
vor 469 Tagen
Also hey, das war nicht übel 👍