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Das Leben lügt

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6 Kapitel - 2.015 Wörter - Erstellt von: Arvena Mithriel - Aktualisiert am: 2018-02-18 - Entwickelt am: - 366 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

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    Ich träumte von einem Wald, in dem sich augenscheinlich niemand befand ausser mir. Ich genoss die Stille. Sonst hatte ich das nie. Ich lebte nur im Trubel meiner Familie. Nun, eigentlich war es nicht meine richtige Familie, sondern die Familie, die mich aufgenommen hatte und nun wie ein Dienstmädchen herumkommandierte. Aber das war ok, denn ich war ihnen sehr dankbar. Ohne sie hätte ich rein gar nichts mehr, aber dazu später mehr. In meinem Traum folgte ich einem ausgetretenen Pfad, wahrscheinlich ein von Tieren genutzter Weg. Ich lief sehr lange so vor mich hin, bis ich an einem See ankam. Zuerst dachte ich, ich sei allein, doch ich spürte einen brennenden Blick im Nacken. Als ich mich jedoch umsah, war dort nichts als grüne Landschaft. Mich ließ trotzdem das Gefühl nicht los, beobachtet zu werden. Ich ging gerade zum Ufer des Sees als ich eine Bewegung links neben mir im Gestrüpp bemerkte. Doch als ich mich meinem Beobachter nähern wollte, wurde ich unsanft aus dem Schlaf gerissen.

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    Mein Wecker holte mich in die Realität zurück ... Leider, denn nun begann der schwere Teil des Tages - Mein Leben bei den Taylors. Wie es dazu kam, erkläre ich kurz:
    Ich war gerade 7 gewesen als es einen Anschlag auf meine Familie gab. Meine Eltern waren beide nicht besonders angesehen, zumindest hatte ich den Eindruck, als wären sie nicht gerade berühmt. Für mich waren sie zwei ganz normale Menschen. Deshalb fällt es mir auch heute noch schwer zu begreifen, was damals wirklich geschah. Ich erinnere mich schwach daran, wie meine Mum mich liebevoll umarmte und in den Schulbus setzte. Als dieser gerade um die Ecke an der Ridgemount Street bog, gab es einen riesigen Knall und unser Haus stand in Flammen. Bis ich begriff, was das für mich wirklich bedeutete, saß ich bereits auf der Couch eines Polizeibeamten und durfte mir anhören, dass meine Eltern nicht mehr da seien. Ob ich Verwandte hätte, fragten sie, oder Leute bei denen ich wohnen könnte. Sie wüssten, dass das schwer zu verstehen sei, aber ich müsse stark sein. Doch auf all ihre Fragen konnte ich nicht antworten, denn ich hatte nur meine Eltern. Es gab keine weitere Familie und meine Eltern hatten auch keine engeren Bekannten. Den einzigen Namen, den ich nennen konnte, war Taylor, denn mein Vater hatte oft von dieser Familie gesprochen. Doch meist war er sehr wütend gewesen, wenn er sie erwähnte, leider hatte er nie gesagt wieso. Eigentlich wollte er auch nie, dass ich seine Tiraden über die Taylors mithöre, doch mich lockten schon immer die verbotenen Dinge an, also belauschte ich heimlich die Gespräche meiner Eltern. Den Namen der Taylors nannte ich nun also bei der Polizei, auch wenn vielleicht nicht ganz einleuchtend ist, warum ich es tat, da mein Vater immer erregt von dieser Familie gesprochen hatte, doch ich dachte, dass mein Vater im Grunde eher enttäuscht als wütend klang und die Familie früher vielleicht einmal mit meinen Eltern befreundet war. Und es war das einzige, war mir in meiner aussichtslosen Situation einfiel. Trotzdem landete ich für ungefähr zwei Wochen in einem Kinderheim nahe der Downing Street, da die besagte Familie zuerst nicht gefunden werden konnte, doch dann kam plötzlich eine Frau in das Heim und plötzlich änderte sich alles.

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    Die Frau war hochgewachsen, hatte blonde, streng nach hinten gekämmte Haare und einen kühlen Blick aus grauen Augen. Mir lief es kalt den Rücken runter als ich sie sah und hatte trotzdem gleich das Gefühl, dass sie wegen mir kam. Obwohl ich erst sieben war, bemerkte ich oft viele kleine Details in der Körpersprache eines Menschen. So viel mir zum Beispiel sofort auf, dass die Frau zwar sehr angespannt da stand und offenkundig sehr streng wirkte, doch zeigten ihre unruhigen Hände, dass ihr dieses Auftreten offensichtlich missfiel. Auch wiesen kleinere Farbkleckse an ihrem Hemd daraufhin, dass sie wahrscheinlich bereits Kinder hatte, wodurch sich mein Verdacht, sie sei wegen mir gekommen, verstärkte. Die Frau unterhielt sich gerade mit der Verwaltungsbeauftragten des Heims und blickte sich suchend um, als ihr Blick auf mich viel und sie in ihrer Bewegung innehielt. Nach einem Augenblick löste sie sich aus der Starre und kam direkt auf mich zu. "Bist du Mina Clark?" fragte sie unverblümt, mit kühler Stimme und ohne Begrüßung. Da ich schon immer ein sehr trotziges und stures Kind war, erwiderte ich "Wer will das wissen?" wie ich es bereits im Fernsehen bei spannenden Gangsterfilmen gesehen hatte. Daraufhin erwiderte die Frau noch immer abweisend und kühl sie sei Myra Taylor und komme um mich mitzunehmen, da ich ja sonst nirgendwo hinkönne. Und so kam es, dass ich wenig später mit Mrs. Taylor im Wagen saß und auf dem Weg zum Cottage ihrer Familie war. Myra redete kein weiteres Wort mit mir bis zu unserer Ankunft. Auch am Cottage empfing man mich lieblos. Myra begann auf sehr direkte Weise mir meine Pflichten vorzutragen und meine soziale Stellung innerhalb dieser Familie klar zu stellen. "Du wirst innerhalb dieses Cottages keinerlei Unsinn veranstalten. Meine Familie hat dich nur aufgenommen, da wir polizeilich darum gebeten worden sind und es uns nicht leisten können, wegen solch einer Lappalie negativ aufzufallen. Ich möchte nicht, dass du in diesem Haus irgendwie auffällst, weder positiv noch negativ. Du hast nur deine Pflichten zu erfüllen, die da wären ..." und so ging es noch eine Weile weiter. Letztendlich durfte ich mich in ein kleines, staubiges Zimmer auf dem Dachboden zurückziehen. Trotz der abweisenden Art von Mrs. Taylor war ich mir sicher, dass der wahre Grund, weshalb sie mich aufgenommen hatten, nicht ihr gesellschaftlicher Ruf waren. Doch so bald sollte mir die Wahrheit nicht offenbart werden und so begann mein ödes Leben bei den Taylors.

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    Wie jeden Morgen begann ich noch während der Morgendämmerung mit den Frühstücksvorbereitungen. Das nahm einige Zeit in Anspruch, da man mir hier, wie bei so vielen anderen Dingen auch, die gesamte Arbeit auflud. Trotz meiner gerade Mal elf Jahren, war ich für den Großteil der Haushaltsarbeiten auf dem Cottage zuständig. Die Familie bestand aus Mr. und Mrs. Taylor, ihren beiden Kindern Cloe und James und dem Hund Barney. Es gab also immer viel zu tun bei einer so großen Familie. Barney war der einzige im Haus, der mich wirklich mochte und ich mochte auch ihn, doch gerade jetzt lief er wieder mit schlammigen Pfoten durch die Küche und lud mir so nochmehr Arbeit auf meine kleinen Schultern. "Barney! Geh raus! Sofort!" Aber dem Hund gefiel die Idee nicht wirklich, also begann er zu allem Überfluss auch noch wild herum zu rennen und die gesamte Küche zu verwüsten. Der Krach lockte nun auch Mrs. Taylor in die Küche, die mir gegenüber wie immer uneinsichtig und aggressiv auftrat. "Was soll dieser Lärm! Du unfähiges Kind! Beseitige sofort diesen Schmutz und kümmere dich anschließend um das Frühstück!" Sie blickte mich so kühl an, dass vermutlich sogar die Raumtemperatur sank, aber ich war es gewohnt und erwiederte nur "Ja, Mam." Sie wollte sich daraufhin abwenden, wandte sich jedoch noch mal an mich "Und Mina, kümmere dich um deine Frisur, du siehst schlimmer aus, als der Hund!" Dann ging sie. Ihre ruppige Art verletzte mich sehr oft, doch ich rief mir immer wieder in Erinnerung, dass ich ohne die Hilfe dieser Familie eigentlich keinen richtigen Platz auf der Welt hätte. Nur durch sie habe ich einen Ort zum schlafen, obwohl ich das Cottage niemals mein zu Hause nennen würde. Leider hatte Mrs. Taylor mit meinem Haaren recht, was ich bei einem Blick in den Spiegel bemerkte. Eigentlich mochte ich mein äußeres. Ich war sehr hoch gewachsen und schlank. Meine Eltern hatten beide braune Augen bessen, mein Vater fast schwarze und meine Mutter hellbraune. Ich dagegen besaß eine Mischung aus beidem. Nur meine Haare machten mir Probleme. Sie waren braun und sehr weich, aber sie standen mir wild vom Kopf ab, egal was ich tat. Meine wirren Locken hatte ich eindeutig von meinem Vater geerbt, nur trug er immer kurze Haare und ich hatte diese wilde Mähne zu bändigen, was definitiv unmöglich war, also beschloss ich, dass Mrs. Taylor damit leben müsse. So machte ich mich daran, das Chaos in der Küche zu beseitigen. Als ich gerade das Buffet für das Frühstück vorbereiten wollte, schreckte ich hoch und wand mich zum Fenster, von wo mich ein wunderschöner ebenso zerzauster Waldkauz aus großen Augen ansah.

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    Ich schaute den Kauz verwirrt an und er deutete dies wohl als Zeichen laut gegen das Fenster zu klopfen. Ich lief sofort zum Fenster und versuchte den Kauz zu beruhigen, da der Krach sonst erneut Mrs. Taylors Aufmerksamkeit wecken würde, doch der Vogel ließ nicht davon ab. Also öffnete ich das Fenster um ihn zu verscheuchen, doch der Vogel flog einfach frech an mir vorbei und setzte sich auf den Speisewagen, sah mich wieder aus großen Augen an und hielt mir eines seiner Beine entgegen, an dem mit einem roten Band ein Pergament befestigt war. Offenbar wollte der Vogel, dass ich ihm das Schriftstück abnahm, da er ganz zappelig auf dem Wagen rumsprang. Also nahm ich es vorsichtig entgegen. Es war wirklich ein sonderbares Papier, gelb und alt. Ich hatte zuvor noch nie eine Pergamentrolle gesehen und ebenso wenig eigene Post erhalten. Dennoch stand mein Name in grüner Tinte darauf, weshalb ich mir den Brief genauer ansah. Er bestand aus drei Blättern. Ein riesiges Wappen nahm den oberen Teil der ersten Seite ein. Es war in vier Bereiche eingeteilt, wobei in jedem davon ein Tier abgebildet war. So gab es einen Löwen, eine Krähe, eine Schlange und einen Dachs. Doch erst was darunter stand, brachte mich aus der Fassung:

    "Hogwarts Schule für Hexerei und Zauberei

    Schulleiter: Albus Percival Wulfric Brian Dumbledor

    Sehr geehrte Ms. Mina Clark,
    Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass Sie an der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei aufgenommen sind.

    Beiliegend finden Sie eine Liste der benötigten Lehrmaterialen.

    Das Schuljahr beginnt am 1. September. Wir erwarten Ihr Antwortschreiben nicht später als bis zum 31 Juli.

    Hochachtungsvoll Minerva McGonagall"

    Ich starrte wie versteinert auf das Schriftstück. Dann nahm ich mir das zweite Blatt vor und las die völlig sonderbaren Namen der Bücher und Lehrmittel. Zuerst war ich verwirrt und im Konflikt mit mir selbst. Konnte man diesem Dokument Glauben schenken? Schließlich war hier die Rede von Zauberei! Aber ich wollte so gern daran glauben! Also kritzelte ich aus einer plötzlichen Eingebung heraus eine Bestätigung auf ein Blatt Papier und warf es in einen schlichten, weißen Umschlag und gab ihn dem Waldkauz. Dieser hatte sich währenddessen an dem Frühstücksbuffet genüsslich bedient und machte sich prompt auf und flog durchs Fenster hinaus. Ich war mir meiner Situation noch immer nicht wirklich klar, doch konnte ich meine Gedanken nicht ordnen, da eine ruppige Mrs. Taylor nach dem Frühstück verlangte und ich so erstmal meinen Aufgaben nachgehen musste.

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Kommentare (2)

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Koala-Girl (58479)
vor 145 Tagen
Es ist keine große Familie, aber für eine Elfjährige, die den Haushalt schmeißen muss, vielleicht doch...
Erin (46847)
vor 149 Tagen
Eine soooo große Familie ist das ja nun nicht...

Also... das ist ja sehr stark vonn Harry Potters Geschichte abgeschrieben... Eine Waise, die bei einer fremden Familie unterkommt, deren Gründe, sie aufzunehmen "tiefer" gehen, die Waise wird für Hausarbeit ausgenutzt und ist völlig ahnungslos, als der Hogwarts-Brief kommt...

Deine Waise ist ein Mädchen, aber das ist fast der einzige Unterschied...