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Sieben Worte für ein Wunder - Sarah's Smile

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2 Kapitel - 1.023 Wörter - Erstellt von: Amethyst - Aktualisiert am: 2017-12-13 - Entwickelt am: - 337 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Hier ist mein Beitrag zu torden! s Schreibwettbewerb im Dezember.

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    Sieben Worte für ein Wunder – Sarah's Smile

    Um mich herum sehe ich nur Tränen. Stummes Weinen. Lautloses Flehen.
    Doch alles ist umsonst, nichts kann Sarah mehr retten.
    Sarah, die jetzt dort liegt und lächelt, als würde das alles sie nichts angehen, als würde es sie nicht ansatzweise interessieren.
    Und ich bin schuld daran, dass all diese Gesichter weinen.
    Ich bin schuld daran, dass Sarah sie nicht trösten kann.
    -
    Ich sehe sie bettelnd an, doch ich weiß, dass meine Augen lachen. „Bitte, Sarah, es ist doch nichts dabei!“
    Sarah schüttelt den Kopf, genau wie sie es die letzten Male auch getan hatte. „Ich hasse diese Art der Menschenansammlungen, das weißt du, außerdem wird viel zu viel Alkohol fließen. Lieber reise ich nach Alaska, als dass du mich auf eine von Claires Partys mitziehst.“
    „Komm schon, es ist ihr Geburtstag!“, entgegnete ich. „Das kannst du echt nicht verpassen!“
    „Dann bin ich ein menschliches Wunder, denn ich kann es sehr wohl verpassen.“ Sie lächelt müde. „Amy, geh dahin, mach dir einen schönen Abend, hab Spaß – ohne eine lästige WG-Mitbewohnerin.“
    „Schrägstrich Beste Freundin“, ich sehe Sarah stirnrunzelnd an. „Ich gehe nicht ohne dich dahin.“
    Sie verschränkt die Arme vor der Brust. „Dann gehst du eben nicht!“
    „Ja!“
    Während Sarah mich noch überrascht ansieht, wirbele ich herum und laufe in Richtung meines Zimmers. Ich höre Sarahs ergebenes Seufzen, dann fragt sie: „Wann müssen wir los?“
    Freudestrahlend drehe ich mich wieder um und komme zu ihr zurück in die Küche. „Halbe Stunde!“
    -_
    Niemand hätte ahnen können, was passieren würde, haben sie gesagt. Niemand gäbe mir die Schuld, haben sie gesagt. Claire fühle sich schuldig, der Mann, der für die Getränke verantwortlich war, ebenfalls. Aber keiner von beiden hätte sich so fühlen müssen, wenn ich auf Sarah gehört hätte.
    Ohne mich wäre sie nie ins Krankenhaus gekommen.
    Ohne mich hätte sie nie zu viel getrunken, als gut für sie war.
    Eine Träne läuft meine Wange hinunter.
    Verdammt.
    -_-
    „AMY! Amy, wo bist du?“, höre ich die angsterfüllte Stimme von irgendjemandem, gerade laut genug, um die Musik zu übertönen. Ich werfe Nelly, mit der ich mich bis gerade unterhalten habe, einen entschuldigenden Blick zu und drängele mich durch die Menge in Richtung der Stimme.
    Der Getränkeausgeber schaut sich suchend um. Hält er nach mir Ausschau? Ich tippe ihn an und er fährt herum. „Da bist du ja endlich!“
    „Was ist los?“, frage ich ungeduldig. Nelly wartet auf mich.
    „Es geht um … Sarah.“
    Ich habe das Gefühl, dass mir das Blut in den Adern gefriert. Es geht garantiert nicht um die Frage, ob sie noch Single ist oder nicht. „Was ist passiert? Wo ist sie?“
    Ohne auf meine Fragen zu antworten führt mich der Mann vom Partyraum weg in ein kleines Zimmer, deutet auf ein kleines Sofa, auf dem Sarah liegt.
    Oh Gott. Sarah.
    Ihr Hinterkopf glänzt rot, genau wie der Teil des Sofas und das Handtuch unter ihrem Kopf. Ihre Lider flattern, doch das ist die einzige Rührung ihres nun leblosen, blassen Körpers.
    Ich stürze zu ihr hin. „Was ist passiert?“, frage ich zitternd.
    „Ich … Getrunken … Ausgerutscht … “ Obwohl es kaum mehr als ein Hauchen ist, scheint jedes Wort ihr Schmerzen zu bereiten.
    „Alles wird gut“, möchte ich sagen, stark, motivierend, die optimistische Amy, doch es ist bloß ein kleines Flüstern.
    Sarah lächelt.

    „Ruf doch einer den Krankenwagen!“
    -_-_
    Dann kam die Nachricht. Sarah hatte den Krieg verloren. Sie lebte nicht mehr.
    Ich habe das Sofa gesehen. Es musste ausgetauscht geworden, so voll war es mit getrocknetem Blut.
    Ich hatte gewusst, dass Alkohol die Leistungskurve ihres Gehirns rapide herunterziehen würde. Und trotzdem hatte ich sie mitgeschleppt zu dieser bescheuerten Party.

    „Ganz schön kafkaesk, nicht?“ Ich brauche nicht lange, um diese Stimme einzuordnen. Der Getränkefuzzi steht hinter mir.
    „Bitte?“
    Er tritt neben mich. „Grotesk, skurril. All diese weinenden Menschen, die ganze Situation, die Art ihres … “ Er führt seinen Satz nicht weiter. Muss er auch nicht.
    „Ja. Hast recht.“
    Er erwidert nichts darauf. Was hätte er auch sagen können.
    Stille.
    Nach einigen Minuten von mir durchbrochen.
    „Am Vormittag hat sie noch gefragt, ob wir zum Weihnachtsmarkt fahren könnten.“
    Er sieht mich interessiert an.
    „Ich hab ‚morgen‘ gesagt.“
    Eine weitere Träne rollt meine Wange hinab.
    „Shhht. Du konntest doch nicht wissen, dass-“ Er versucht, mich zu trösten, aber ich unterbreche ihn. „Spinnst du? Sie wollte gar nicht dahin. Sie wusste, dass diese Party ihr nicht gut tun würde, aber sie ist hingegangen, wegen MIR! Ich bin das alles Schuld.“ Erschöpft lasse ich die Schultern fallen. „Ich bin schuld daran, dass sie nicht mehr lebt.“
    Es beginnt, zu schneien.

    Inspiration: Sarah Smiles by Panic! At The Disco

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    Zum Bewerten und bei genügend Zeit selbst Schreiben, außerdem Zugang zu vielen anderen wundervollen Geschichten meiner Mitautoren: http://www.testedich.de/quiz44/quiz/1475077173/Sieben-Worte-fuer-ein-Wunder-Ein-Schreibwettbewerb

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