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Warrior Cats: Das Geheimnis eines Zweibeiners

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7 Kapitel - 2.239 Wörter - Erstellt von: - Aktualisiert am: - Entwickelt am: - 498 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

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    Erklärungen

    Hey. Wer auch immer das liest. Was hast du gedacht, als du den Titel gelesen hast? Dass ein Zweibeiner zur Katze wird? Dass eine Katze zum Zweibeiner wird? Oder dass ein Zweibeiner irgendetwas mit Katzen zu tun hat? Wenn du mich fragst, kann ich dir leider keine richtigen Antworten geben. Diese Geschichte entsteht ganz spontan, und ich weiß selbst noch nicht, über was ich schreiben soll. So ist das immer bei mir. Spontaner kann eine FanFiction einfach nicht entstehen. Aber ich denke, dass die Handlung so abläuft:

    Ein Zweibeiner kauft sich eine Katze. Diese ist eine gefangene Clan-Katze, und versucht immer wieder vergeblich aus dem Zweibeinerort zu kommen. Der Zweibeiner erkennt das (wie auch immer) und lässt die Katze heimlich in der Nacht frei. Die Katze läuft in den nahe gelegenen Wald, um wieder mit den Clan-Katzen zu leben. Als sie nach einiger Zeit stirbt, kommt sie in den SternenClan und bedankt sich auf irgendeine Weise beim Zweibeiner.

    Das ist nur der ungefähre Ablauf. Ich habe noch kein Plan, ob ich sie einhalten werde oder sonst was. Also wundert euch nicht, wenn es doch anders verläuft. Ich sag's ja. Eine FanFiction kann einfach nicht spontaner entstehen. Also, ich hoffe, dass euch dieser One-Shot gefällt. Und ach ja, der Zweibeiner in der Geschichte soll nicht mich darstellen! Mir gefällt nur der Name. Bei der Clan-Katze bin ich mir nicht so sicher...

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    Jennifer, also ich

    Die Sonne schien in einem milden Ton auf die Welt. Die Vögel zwitscherten und Schäfchenwolken flogen über den Himmel. Schöner konnte der Tag nicht werden. Meine Mutter hatte mir versprochen, heute mit mir in die Tierhandlung zu fahren und mir eine Katze zu kaufen. Schon so lange hatte ich darauf gewartet! Ich liebe Katzen. Das merkte man auch an meinem Zimmer. Ich hatte eine Katzen-Uhr, tausende Katzenzeichnungen an den Wänden kleben und massenhaft Bücher über Katzen. Ich weiß ja nicht mal, wann ich mit der Katzenliebhaberei angefangen habe. Ich habe sie geliebt, seit ich denken konnte. Oder ich die erste Katze in meinem Leben gesehen habe. Aber genug von mir. Als ich in das Auto meiner Mutter stieg, war ich so aufgeregt wie nie zuvor. Ich konnte die ganze Zeit nur an meine Katze denken. Meine Mutter rollte nur die Augen. Sie hatte einfach nichts für die haarenden Viecher, wie sie es nannte, übrig. In der Tierhandlung musste sie erstmal ein Haufen Papierkram erledigen. Nun rollte ich die Augen. Währendessen sah ich mir die Katzen an. Und es waren sehr, sehr viele. Doch an einer blieb mein Blick besonders lange hängen. Es war eine silberne Tigerkätzin mit dunkelgrünen Augen. Sie hatte ein zerrissenes Ohr und einen längeren, grau gestreiften Schwanz. Ihr Fell war stumpf, im Gegensatz zu den anderen Katzen hier. Sie kauerte bewegungslos in der mittelgroßen beheizten Box und starrte ins Leere. Sie sah alles in einem traurig aus. Sie tat mir auf Anhieb Leid. Ich würde sie ja am Liebsten sofort mit nach Hause nehmen, doch meine Mutter würde mir so eine Katze nicht erlauben. Da fiel mir auf, dass diese Katze keinen Namen hatte. An den anderen Boxen klebte immer ein Namensschild, doch diese hier nicht. Insgeheim nannte ich sie kurzerhand Silver, wegen ihres silbernen Fells.

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    Silver

    Als ich sie noch länger ansah, kam eine Frau zu mir. "Hallo, ich bin Frau Meiners. Die Tierpflegerin." Meine Mutter tauchte hinter ihr auf. "Ich habe schon Bekanntschaft mit deiner Mutter geschlossen. Wie ich sehe, möchtest du eine Katze haben?" Frau Meiners beugte sich zu mir herunter. Dann zog sie eine Augenbraune hoch. "Du interessierst dich für sie?" "Ja..." Ich suchte nach Worten. "Sie...sie sieht so...traurig aus, wissen sie? So einsam." "Dieses schäbige Viech?" rief meine Mutter aus. Ich rollte bloß die Augen. Dann fragte ich die Tierpflegerin: "Was ist mit ihr los? Wieso hat sie noch keinen Namen?" Frau Meiners seufzte. "Wir haben sie erst vor kurzem am Waldrand gefunden. Sie sah ziemlich mitgenommen aus, deshalb haben wir sie eingefangen und sie hierhergebracht. Nach einer Untersuchung stellten wir fest, dass sie außer dem zerrissenem Ohr völlig gesund ist. Nur ein wenig abgemagert." "Und wieso hat sie keinen Namen?" Die arme Silver. Das ohne Name... "Sie ist erst gestern in die Box gebracht worden. Aber ich glaube kaum, dass einer sie kaufen will." "Ich würde sie gerne haben." rutschte es aus mir heraus. Dann biss ich mir auf die Zunge. Meine Mutter würde niemals so eine herunterkommende Katze aufnehmen. Doch zu meiner Überraschung nickte sie, wenn auch etwas zögernd. "Sie sieht... nett aus." meinte sie nur. Dann verzogen sie sich, um den Preis auszuhandeln. Ich sah mir Silver an. "Du Arme." flüsterte ich. "Aber du wirst sehen. Bald wird es dir besser gehen." Als hätte sie mich verstanden, hob Silver den Kopf. Dann sank sie wieder auf den Boden und starrte vor sich hin.

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    Gedanken

    Schon eine Woche war vergangen, seit Silver bei mir lebt. Ich kümmerte mich um sie, so gut es ging. Doch ich spürte, dass sie nicht glücklich war. Sie aß nicht das Futter, das meine Mutter gekauft hatte. Ständig saß sie auf dem Fensterbrett und starrte hinaus. Sie ließ sich streicheln, ja, aber wirklich genießen tat sie es nicht. Ich habe sie kein einziges Mal schnurren gehört. Meine Mutter hielt sich komplett aus der Sache raus. Sie meinte, es sei meine Katze und ich hätte die alleinige Verantwortung dafür. Ich war ratlos. Manchmal sah Silver mich so flehend an, dass mir Tränen in die Augen stiegen. Aber ich konnte nicht erkennen, warum sie so...so...ich wusste nicht, wie ich ihren Zustand beschreiben sollte. Von Tag zu Tag wurde sie kraftloser und ruhiger. Sie bewegte sich kaum und wenn, dann war es nur ein kurzer Blick nach Draußen. Ich war kurz davor, sie einfach sich selbst zu überlassen und mich nicht mehr um sie zu kümmern, als mir die Worte der Tierpflegerin einfielen. Sie hatte Silver am Waldrand gefunden. Und sie sei nur etwas unterernährt gewesen. Silver schien es dort besser zu gefallen als bei mir. Wahrscheinlich hatte sie sich an das Leben dort schon gewöhnt. Vielleicht würde es ihr besser gehen, wenn ich sie...nun ja...freiließ. Noch bevor ich zu Ende gedacht hatte, plagten mich Zweifel. Was würde meine Mutter dazu sagen? Würde ich es ihr überhaupt erzählen? Und würde Silver es dort wirklich besser haben? Ich biss mir auf die Unterlippe. Was sollte ich jetzt tun? Mein Blick fiel auf Silver, die wieder am Fenster kauerte. Sie gab ein leises Miauen von sich, als sie mich ansah. Wieder dieser flehende Blick. Ich wich ihrem Blick und sah zu Boden. Ich konnte es nicht mehr ertragen.

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    Hoffnung&Zweifel


    An diesem Abend fand ich keine Ruhe. Etwas bedrückte mich, bis ich beinahe keine Luft mehr bekam. Ich musste etwas wegen Silber tun. Ich musste einfach. Nochmal spielte ich mit dem Gedanken, sie freizulassen. Was hätte Silver davon? Sie würde sich besser fühlen, als bei mir. Sie wäre nicht mehr so traurig. Was hätte ich davon? Ich müsste nicht mehr ihre Blicke ertragen, und ich könnte mit dem Gedanken leben, dass sie glücklicher ist. Aber dann hätte ich meine Mutter am Hals. Sie würde sich aufregen, dass sie umsonst die Katze gekauft hätte, dass es nur Geldverschwendung war und dass ich mir doch gleich einfach eine Spielzeug- oder Plüschkatze holen sollte. Ich konnte sie durchaus verstehen, aber war denn Geld wichtiger als das Wohl eines Tieres? Nein. Das ging so nicht. Ich seufzte und öffnete mein Zimmerfester. Der milde Halbmondschein erhellte den Raum in ein Halbdunkel, eine kühle Frühlingsbrise fuhr hinein und streifte auch Silver. Diese öffnete leicht die Augen. Ihre grünen Augen. Sie leuchteten auf, wie ein dunkles Neonlicht. Langsam stemmte sie sich hoch, streckte sich, lief zu mir an meine Beine. Ich beobachtete sie stumm. Ich beobachtete sie, als sie auf die Fensterbank sprang und ihren Kopf aus dem Fenster streckte. "Du kannst da nicht raus." flüsterte ich dann. Mein Zimmer lag zwar im Erdgeschoss, aber wenn Silver da jetzt einfach raussprang, würde sie sich hoffnungslos in der Stadt verlaufen. Ich wusste, dass Katzen einen viel besseren Hör- und Riechsinn hatten, aber ich wollte trotzdem nicht, dass Silver jetzt einfach ging. "Ich kann dich nicht hier alleine lassen." fuhr ich wispernd fort. "Wenn du gehst, komme ich mit." Erst nach einigen Moment wurde mir bewusst, was ich da gesagt hatte. Silver sah mich nur mit geweiteten Augen an. Das würdest du tun? schien sie zu sagen. Ich wollte den Kopf schütteln, doch erstens war ich mich nicht sicher, ob Silver meine Worte wirklich verstanden hatte. Zweitens wusste ich nicht, ob ich Silvers Gesichtsausdruck richtig gedeutet hatte. Und drittens war der Wald, aus die Silver wahrscheinlich kam, nicht weit weg. Höchstens 30 Minuten, wenn man lief. Aber es war stockdunkel draußen. Eine Katze könnte sicher etwas erkennen, aber ich? Und eine Taschenlampe war viel zu risikoreich. Wenn mir die Batterie ausging, hatte ich ohnehin ein Problem. Ich schloss die Augen und atmete die kalte Luft ein, um besser denken zu können. Silver miaute nur leise und tat es mir nach.

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    Halbmondzauber


    Als ich die Augen wieder öffnete, hatte ich immer noch keine Erleuchtung. Doch stattdessen sah ich etwas anderes. Vor mir, auf dem Glas des Fensters, tanzten kleine Formen. Sie schienen aus silbernem Sand zu bestehen und formten sich allmählich zu Buchstaben. Ich schloss fest die Augen und öffnete sie, doch sie waren immer noch da. Träumte ich? Bestimmt, sagte mein Verstand. Du bist wach. wiedersprach mein Kopf. Schau hin. befahl mein Bauchgefühl. Dem gehorchte ich. Wirst du mir wirklich helfen? stand dort. Meine Gedanken zischten von der einen Gehirnhälfe zum anderen, in meinem Kopf arbeitete es. "Silver?" hauchte ich. Das Glas vor meinem Mund beschlug und verdeckte das Geschriebene. Vorsichtig wollte ich es mit meinem Ärmel wegwischen, als sich daraus wieder neue Buchstaben bildeten. Bitte, bring mich zurück. Das...hatte ich vor..., stammelte ich ungewollt in meinen Gedanken. Aber...ich weiß nicht, wie ich das machen soll... Ich sah zu Silver. Sie sah zu mir. In ihren Augen leuchtete Hoffnung, in meinen Verwirrung. Wenn du es wirklich willst, weißt du, was zu tun ist. antwortete sie mir in Gedanken. Und ich wusste es. Der Halbmond schien genau auf den Punkt zwischen uns. Silver legte ihre linke Vorderpfote in das Licht. Ich legte meine linke Hand auf ihre Pfote. Eine tiefe Ruhe kehrte in mir ein, und ich wusste, dass es Silver genauso ging. Das Licht wurde stärker, es war hell wie die Sonne, doch es blendete nicht. Noch ein letztes mal öffnete ich die Augen - und sah in Silvers grün schillernde Iris.

    7
    Für immer und ewig


    Mitten in der Nacht wurde ich wach. Der Halbmond hatte auf mein Gesicht geschienen. Außerdem wehte kühle Luft durch das offene Fenster hinein. Langsam richtete ich mich auf und lief auf das Fenster zu. Ich lächelte, als ich zum Nachthimmel emporblickte. Irgendwo draußen würde Silver ein glückliches Leben führen können. Ein Leben, wie es sich für eine Katze gehört. Weit entfernt von Menschen. Nur mit der Natur. Mit der unendlichen Freiheit, mit dem Gefühl frei zu sein. Ein Mensch brauchte seinesgleichen, er brauchte ein Zuhause, jemand, der sich um ihn sorgte. Katzen brauchten das nicht. Die Freiheit genügte ihnen vollkommen. Und mir auch. Mein inneres Gefühl sagte, dass ich niemanden verletzen will, und dass ich nur deswegen bei meinen Eltern blieb. Vielleicht hat mein Gefühl Recht. Aber der Gedanke, dass es auch eine andere Lebensweise als die gibt, die ich bisher kannte, schickte mich Jahre später auf eine Reise um die Welt. Ich wollte fremde Kulturen kennenlernen, andere Lebensweisen. Ich traf viele, viele Menschen, und sie stellten mir viele Fragen. Doch wer mich auf den Gedanken gebracht hat, das blieb mein Geheimnis. Für immer und ewig.

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Kommentare (3)

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vor 415 Tagen
Wow wieder ein super Kapitel ;)
Weiter so ❤
vor 424 Tagen
Mega coole Geschichte
vor 432 Tagen
Wow die Geschichte ist echt voll schön ❤😘
Du schreibst wunderbar