Springe zu den Kommentaren

Warrior Cats - Geheimes Verlangen

star goldstar goldstar goldstar goldstar greyFemaleMale
25 Kapitel - 35.173 Wörter - Erstellt von: Lilienglanz - Aktualisiert am: 2018-07-22 - Entwickelt am: - 5.386 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit - 10 Personen gefällt es

Holunderschweif, die junge Donner-Clan Kriegerin trifft eines Tages auf einen ihr bisher Unbekannten Kater, der, wie sie noch nicht weiß, ihr Leben von Grund auf Ändern wird.

    1
    ((purple))((bold))Hallo Liebe Leser,((ebold)) ich arbeite inzwischen seit längerem an dieser Warrior Cats FanFiktion und habe mich jetzt entscheiden

    Hallo Liebe Leser,
    ich arbeite inzwischen seit längerem an dieser Warrior Cats FanFiktion und habe mich jetzt entscheiden sie zu veröffentlichen. Sie ist noch nicht fertig geschrieben aber das habe ich vor. Aber dafür brauche ich eure Hilfe. Zeigt mir, dass ihr mögt was ich schreibe und ermutigt mich nicht aufzuhören. Da ich leider immer etwas Faul bin XD
    Danke, eure Lilie <3


    Hier habe ich mal einen Stecki unseres Hauptchars


    Name: Holunderschweif
    Frühere Namen: Holunderjunges, Holunerpfote
    Alter: 20 1/2 Monde
    Aussehen: Hellbraune mittel große Kätzin mit einem weißen Bauch und hellen grünen Augen. Ihre Nase ist hell und ihre Pfotenballen ebenfalls.
    Eltern: Ihre Mutter ist Rehfell und neuerdings bei den Ältesten unter gekommen. Ihr Vater Wieselbiss starb im Kampf.
    Geschwister: Ihre Wurfgefährtin ist Heidewind, ihr Bruder Elchjunges starb nach der Geburt wegen eines Herzfehlers.
    Lebenswunsch: Sie will seit ihrer Geburt Anführerin des Donner-Clans werden, da Feuerstern ein Verwandter von ihr war. Deshalb ist sie auch sehr ehrgeizig. Junge kommen für sie nicht in Frage, einen Gefährten braucht sie nicht unbedingt, doch falls doch wäre es nicht schlimm.


    Schnelle Clan Übersicht

    Donner-Clan:

    Anführer: Böenstern -M- weiß, groß, bernsteinfarbene Augen

    2.A: Apfelschimmer w sandfarben

    Heiler:
    Stachelbeersee w silbergrau, kurzes Fell

    H-Schüler:
    Spinnenpfote m hellgrau getigert

    Krieger:
    Kampfpelz m schwarz, langes Fell sehr viele Narben
    Akazienfrost m dunkelgrau mit weißem Bauch
    Rotauge w braun-rötliches Fell, rechtes Augen ist rot unterlaufen
    Gewitterblick m weißes Fell mit schwarzer Tigerung
    Holunderschweif w hellbraun mit weißem Bauch
    Heidewind w hellbraun getigert
    Iltispelz m hellgrau mit weißem Fleck am Hals
    Steinkralle m tief grau, dichtes Fell
    Mandelbeere w dunkelbraune Tigerkätzin
    Rindenduft w Orange weiß, große Narbe an er Flanke
    Fuchszahn m dunkelorange mit weißer Schwanz Spitze
    Klanghimmel w hellorange mit weißem Bauch
    Tropfnase m langes weißes Fell

    Königinnen:
    Wolkenherz w kleine sandfarbene Kätzin
    Sonnenfisch w dunkelbraun mit weißen Flecken

    Schüler:
    Frostpfote w dunkegrau
    Zapfenpfote mTigerkater
    Farnpfote m dunkelbraun mit weißen Pfoten
    Riesenpfote m schwarz

    Junge:
    Von Sonnenfisch: Schlammjunges, Maulbeerjunges

    Älteste:
    Mottenpelz m
    Rehfell w
    Vogelauge w

    Fluss-Clan:

    Anführer: Steinstern m
    2.A: Blauschweif
    Heiler: Nussnase m
    H-Schüler: Nelkenbart w

    Wind-Clan:

    Anführer: Brandstern m
    2.A: Kleinfuß m
    Heiler: Schmertterlingsschlag w
    Heilerschüler: /

    Schatten-Clan:

    Anführer: Lindenstern w
    2.A: Rostkralle m
    Heiler: Tropfenfell m
    Heilerschüler: Tupfpfote w

    2
    ((big))((bold))Kapitel 1((ebig))((ebold)) Die Blattgrün Sonne warf ihre warmen Sonnenstrahlen auf die dicht beieinander stehenden Buchen und Eichen.
    Kapitel 1


    Die Blattgrün Sonne warf ihre warmen Sonnenstrahlen auf die dicht beieinander stehenden Buchen und Eichen. Lange Schatten erstreckten sich über den trockenen Waldboden und gaben an manchen Stellen einige große Sonnenstellen frei. Das Wasser auf dem See glitzerte und kleine Fische schwammen an die Oberfläche. Der Wald war ruhig, die Clans waren gut ernährt und Streitigkeiten lagen längst hinter ihnen.
    Eine hellbraune mittel große Kätzin mit einem weißen Bauch und hellen grünen Augen trabte auf einen kleinen Pfad zum Felsenkessel hin. Ihr kamen zwei große Kater entgegen, begrüßten sie und gingen dann weiter ihres Weges. Die hellbraune Kätzin nickte ihnen lächelnd zu und ging dann durch den Eingang ins Lager, wo schon einige Katzen auf sie warteten.
    „Und? Haben sie wieder die Grenze überschritten?“, knurrte ein kräftiger schwarzer Kater.
    Eine kleine silbergraue Kätzin wirkte eher ängstlich: „H...haben sie dich…. Angegriffen?“
    Alle Katzen redeten wild durcheinander, einige schienen verärgert andere wiederum wirkten eher gelassen. Mitten unter all den Stimmen ertönte dann eine kräftige behüterische Stimme, ein großer weißer Kater mit Buschigem Schweif und bernsteinfarbenen Augen sprang auf einen Felsvorsprung des Felsenkessels und begann die Katzen unter ihm gelassen zu mustern: „Ich weiß, dass ihr verunsichert seid. Aber hört mir zu, der Schatten-Clan und auch die anderen Clans, haben schon seit Monden keine Probleme mehr verursacht. Deshalb suchen wir immer mehr nach Fehlern ihrer Seits, statt einfach glücklich darüber zu sein dass nichts ist.“ Die Katzen unter ihm begannen zu murmeln und warfen sich untereinander unsichere Blicke zu. Der weiße Kater räusperte sich: „Holunderschweif! Bitte sag uns was du beobachten konntest!“
    Die hellbraune Kätzin, Holunderschweif, nickte unsicher, stand aber trotzdem auf und erhob die Stimme: „Danke Böenstern! An der Grenze war alles ruhig! Ich sah nur eine kleine Patrouille aus drei Schatten-Clan Katzen ihre Grenze Markieren aber sie sahen nicht mal richtig auf unsere Seite rüber!“
    „Vielleicht haben sie dich ja gerochen!“, murrte eine Tigerkätzin angriffslustig und inspizierte Holunderschweif dabei genau.
    „Nein. Ich habe mich oben in einer Eiche versteckt, entgegen der Windrichtung!“, sagte sie und warf der Tigerkätzin einen ärgerlichen Blick zu. Böenstern nickte, sein Blick verriet dass er nachdachte. Nach ein Paar Herzschlägen sagte er dann: „Ich denke, wir können wieder auf unsere normalen Gewohnheiten zurück kommen. Wahrscheinlich wurden die Taubenfedern nur zu uns herüber gewirbelt…!“ Doch Böenstern schien selbst nicht richtig überzeugt von seiner Antwort zu sein, doch weder er noch eine andere Donner-Clan Katze wagte etwas dagegen zu sagen. Auch wenn es den meisten wohl nur so auf der Zunge brannte. Böenstern nickte zum Abschied und verschwand dann mit einem großen Sprung in seinem Bau.
    Die Katzenmasse löste sich auf, alle schienen ihren Pflichten weiter nach zu gehen. Holunderschweif schlurfte zu einer Schattenstelle und legte sich dort nieder. Als sie gerade anfing sich zu putzen kam ein großen stattlicher dunkelgrauer Kater auf sie zu: „Hallo Holunderschweif, wie geht’s?“ Der graue setzte sich neben sie und sah sie lächelnd an. Holunderschweif verdrehte innerlich die Augen, Steinkralle war schon seit Jungenzeiten in sie verliebt, doch Holunderschweif hatte nie Interesse an ihm gezeigt. Jede andere Kätzin schwärmte für ihn, doch er hatte nur Augen für sie. Das tat ihr auch sehr leid aber sie fühlte sich noch nie hingezogen zu ihm. Statt ihm dies zu sagen würgte sie nur ein „Hallo“ und „Gut“ heraus. Steinkralle fing leise zu schnurren an und blickte Holunderschweif in die hübschen hell grünen Augen. „Also… Wollen wir vielleicht eine Runde durch den Wald gehen?“ Er versuchte lässig und beherrscht zu wirken doch das misslang ihm sichtlich. Holunderschweif verkniff sich eine barsche Antwort wie etwa „Vergiss es!“ oder einfach ein knappes „Nein!“. „Es tut mir wirklich leid aber ich habe Apfelschimmer schon versprochen mich einer Jagdpatrouille anzuschließen!“ Steinkralle wirkte sehr enttäuscht schon wieder abgestoßen worden zu sein. „Oh...dann eben ein andermal!“ Er stand auf ohne noch ein Wort zu sagen und ging davon, sein Schweif schlurfte auf dem Boden und seine Ohren flatterten trostlos hinunter. Holunderschweif sah ihm schuldbewusst nach… Wieso bringt er mich immer dazu dass ich mich schuldig fühle...Wann will er den endlich Verstehen dass ich nicht gleich fühle wie er!
    Ein Kichern riss sie aus ihren Gedanken, sie wandte den Kopf herum und sah in die Augen einer sandfarbenen kleinen trächtigen Kätzin. Die Kätzin kam mit schweren kleinen Schritten auf sie zu und kicherte immer noch fröhlich, sodass es jeder hörte.
    Holunderschweif legte den Kopf schief und sah sie fragend an: „Was ist so lustig, Wolkenherz?“ Sie konnte aber nicht anders und musste auch ein wenig lächeln, wenn sie auch nicht wusste wieso.
    Wolkenherz setzte sich neben sie und schnurrte leise: „Na wegen Steinkralle!“
    „Oh… ja… aber ich finde das nicht wirklich lustig!“
    „Ja, Tut mir Leid! Es war nur weil er es immer wieder und wieder probiert!“, Wolkenherz legte kurz ihr Nase an Holunderschweifs, „Du musst dich deshalb nicht schlecht fühlen!“
    Holunderschweif ließ betrübt den Kopf hängen und flüsterte dann: „...ich weiß…!“
    Wolkenherz leckte ihr freundschaftlich über das Ohr und schnitt dann ein anderes Thema an: „Kannst du mir mal erklären wieso du die Schatten-Clan Grenze ausspionieren solltest? Ich glaube ich habe das irgendwie… verpasst!“ Wolkenherz sah mehr wütend aus als enttäuscht, aber sie leckte sich kurz über den angeschwollenen Bauch um ihre wahre Emotion zu verbergen. Holunderschweif nickte kurz: „Nun, das war so. Eine Patrouille hatte gestern und vorgestern nahe der Schatten-Clan Grenze Taubenfedern gefunden. Es haftete auch ihr Geruch daran. Aber nirgends war Blut, nur an den Federn selbst. Und… es wurde auch ein Eichhörnchen gefunden aber es waren nur noch Reste übrig. Böenstern denkt, dass es Streuner waren. Manche Clan-Mitglieder sind steif und fest der Meinung, dass es der Schatten-Clan war.!“
    „Und was glaubst du?“, Wolkenherz spitzte interessiert die Ohren. Holunderschweif überlegte: „Ach… Ich weiß es nicht! Ich sage mal so, ich glaube nicht dass es der Schatten-Clan war!“, sie sah auf ihre Pfoten hinab und murmelte weiter: „allerdings wüsste ich nicht wer sonst!“
    Wolkenherz schien nun auch zu überlegen: „Nun, ich zweifele nicht an Böensterns Weisheit und Wissen. Ich glaube was er glaubt, bis in den Tod.“ Sie wirkte sehr überzeugt und plötzlich war Wolkenherz auch schon verschwunden. Nur ein Lufthauch blieb zurück in dessen ein süßer Duft mitflog, Wolkenherz Geruch. Wolkenherz war die freundlichste und lebensfroheste Katze die Holunderschweif je kennen gelernt hat. Kein Wunder dass sie schon als Schülerin ihren Gefährten Fuchszahn gefunden hatte. Die beiden erwarteten nun schon ihren zweiten Wurf, ihr Erster Wurf wurde schon vor fünf Monden zu Kriegern ernannt, Klanghimmel und Tropfnase.
    Immer noch ein wenig irritiert blickte Holunderschweif sich um. Eine kleine Schülergruppe saß zusammen neben dem Frischbeutehaufen und tuschelten neugierig miteinander. Böenstern gab sich mit Apfelschimmer die Zunge und Steinkralle redete mit Fuchszahn nahe des Heilerbaus. Holunderschweif merkte dann die aufkommende Müdigkeit in ihren Gliedern und entschloss sich bis zu Sonnenuntergang, wenn die Jagdpatroullie losginge, ein wenig zu schlafen. Sie trottet langsam zum Kriegerbau und legte sich in ihr Nest um die Müdigkeit die Oberhand gewinnen zu lassen.

    3
    ((big))((bold))Kapitel 2((ebig))((ebold)) Feine Sonnenstrahlen drangen durch den Kriegerbau und kitzelten Holunderschweif sanft an der Nase, sie rümp
    Kapitel 2


    Feine Sonnenstrahlen drangen durch den Kriegerbau und kitzelten Holunderschweif sanft an der Nase, sie rümpfte die Nase und öffnete etwas die Augen. Draußen war gerade Sonnenuntergang und die Sonne war gerade dabei hinter ein paar Bäumen bis zum nächsten Morgen zu verschwinden. Verschlafen und müde leckte sie sich eine Pfote und rappelte sich dann auf um zu sehen ob es schon Zeit für die Jagd war. Sie schlurfte nach draußen und blickte sich um. Alles war ruhig, nur zwei Älteste lagen in einem der letzten Sonnenflecken. „Wo sind denn alle?“, fragte Holunderscheif die beiden Katzen. Diese hoben nur verschlafen den Kopf und murrten etwas Unverständliches. Holunderscheif verdrehte genervt die Augen. Mürrische Alte Flohpelze…
    Sie rannte den Felsenkessel hoch um zu sehen ob jemand draußen stand und tatsächlich, sechs Katzen lagen dort und redeten, teilten sich Beute und schliefen. „Ähm… was macht ihr denn hier?“, Belustigung schwang in Holunderschweifs Stimme mit, „ist nicht längst Zeit für die Jagd?“
    Fuchszahn lachte auf: „Tja Liebes, da musst du schon früher aufstehen!“
    „Ihr hättet mich ruhig wecken können!“
    Eine schwarz weiß getupfte Kätzin nahm sie in ihren Blick: „Böenstern wollte dich schlafen lassen!“
    „Was? Wieso…?“, Holunderschweif peitschte entgeistert mit dem Schweif.
    Fuchszahn antwortet trocken: „Weil du die ganze Nacht an der Grenze warst und wache gehalten hast!“
    „Frechheit!“, Holunderschweif drehte sich um und stapfte mürrisch in den Wald, die Blicke der anderen konnte sie noch deutlich auf ihrem Pelz spüren. Leise vernahm sie noch Stimmen und lauschte.
    „Sollte Froh sein!“, miaute eine.
    „Dumme Fellkugel!“, knurrte ein anderer.
    „Steinkralle wird ihr das austreiben!“, sie erkannte deutlich Fuchszahns Stimme.
    Holunderschweif sträubte sich der Pelz, Steinkralle… Wie können sie nur Glauben ich würde mich einem Kater unterordnen. Dieser Kater wird keine Pfote an mich setzen! Sie fauchte und rannte schneller und tiefer in den Wald hinein, doch immer noch sah sie keine Katzen. Sie waren wohl gerade auf Jagt und Abend-Patrouille zugleich. In Blattgrün Zeiten wurde oft bei Sonnenuntergang gejagt da es zu dieser Tageszeit schon ein wenig Kühler und wesentlich angenehmer im Wald war. Das merkte auch Holunderschweif da ihr bereits die Hitze aus dem Fell entwich. Sie atmete entspannt aus, setze weiter eine Pfote vor die andere und sprang von einem Schattenfleck zum anderen, wie als würde sie die Sonne nicht berühren dürfen. Bald darauf bemerkte sie ihr Umfeld gar nicht mehr und hüpfte nur noch wie ein Junges fröhlich durch den Wald, sie kicherte und kugelte sich schnurrend auf dem bereits kühlen Gras. Nach ein paar Drehungen und Wendungen im Gras lag sie nur noch friedlich atmend da, alle viere von sich gestreckt und sah in den leicht rosarot gefärbten Sonnenuntergangshimmel.
    Ein leises Rascheln weckte sie aus ihrem Tagtraum und ließ sie sofort die Augen auf schlagen. Wie von einer Ratte gebissen sprang sie auf und stellte sich kampfbereit und zähnefletschend hin. Ihre Ausgezogenen Krallen bearbeiteten den weichen Waldboden. Ihr Knurren hallte durch den Wald: „Wer ist da?“ Ihr Kopf schwang in alle Richtungen doch das Geräusch war verebbt. Doch ihr Gefühlt sagte ihr dass sich ihr geheimer Gast noch im unmittelbarem Umfeld befand, deshalb machte sie ein paar Schritte vorwärts und sah sich wieder um, immer noch die Krallen gezückt. Gebückt schlich sie sich von einem Busch zum anderen, inspizierte sorgfältig die Bäume der Umgebung nach unnormalen Bewegungen und prüfte die Luft mehrmals an einer Stelle, doch es war nirgends wo ein Zeichen für ein anderes Lebewesen.
    Schließlich gab Holunderschweif die Suche auf, dabei war sie sich so sicher dass jemand in der Nähe war.
    „Ich denke du brauchst noch Übung!“
    Erschrocken fuhr Holunderschweif herum, sie stieß einen lauten spitzen Schrei aus und sprang den Kater an, welcher auf einmal neben ihr aufgetaucht war. Sie bearbeitete ihn mit den Krallen, doch nach ein paar Herzschlägen konnte sie sich nicht mehr regen. Der orangene Kater hatte sie unter sich begraben. Holunderschweif versuchte sich frei zu strampeln und zu treten, doch es hatte überhaupt keine Auswirkung, der Orangene ließ nicht locker. Mit zusammen gepresster Lunge, hauchte sie nur noch: „K...eine …..L….l“ Der Kater verstand sofort und löste sein Gewicht von ihrem Körper. Ihr Hellbraunes Fell stand in alle Richtungen ab und ihr Schweif war vor lauter Angst aufgebauscht. Misstrauisch beäugte sie den großen kräftigen Kater vor ihr und auch er begutachtete sein Spielzeug belustigt. Dann fand Holunderschweif endlich ihre Stimme wieder, der Ärger über ihre Niederlage war nicht zu überhören: „Wolltest du mich etwas töten? Erwürgen? Luft abquetschen?“ Sie klang so hysterisch dass der Kater sogar ein wenig zurück trat, aber immer noch mehr belustigt als verängstigt. Seine tief grünen Augen fixierten die ihren: „Vielleicht hatte ich das vor, du wirst es wohl nie erfahren!“
    Holunderschweif knurrte bedrohlich: „Was zum Sternen-Clan machst du überhaupt in meinem Territorium?“ Sie legte ihr gesträubtes Fell wieder an und beruhigte sich etwas, weil er ihr sichtlich nichts tun wollte. „Hm… Ich hatte Hunger!“
    Holunderschweif klappte der Mund auf: „Wie lange jagst du schon in diesem Bereich?“
    „Seit ein paar Sonnenaufgängen, wieso?“, der kräftige Kater lächelte sie an.
    Holunderschweif, noch etwas benommen von seinem durchdringendem Blick, stammelte mehr zu sich selbst: „Also warst du dass…!“
    „Was war ich?“, der Kater legte den Kopf leicht schräg, doch sein lächeln bestand nach wie vor. Holunderschweif wandte den Blick von seinen durchdringend grünen Augen ab und sagte: „Wegen dir, hätten wir beinahe den Schatten-Clan angegriffen!“ Fast hätte sie noch „Schäm dich du Mäusehirn“ und „Fuchsherz“ gerufen, doch sie konnte nicht.
    „Tut mir Leid!“
    Holunderscheif blickte wieder rasch zu ihm auch: „Wirklich?“ Ihre Stimme klang klar, weder anklagend noch wütend.
    „Ähm…!“, stammelte er, „Ich denke schon!“, er lächelte wieder. Wieder sagten beide eine Zeit lang nichts.
    „Nett… von dir!“, auch Holunderschweif lächelte jetzt etwas, „Wie heißt du überhaupt?“ Der Orangefarbene sah überrascht aus, da er nicht damit gerechnet hatte dass sie sich für ihn interessierte: „Mein Name ist Rory!“
    Holunderschweif nickte erfreut: „Interessanter Name, bist du Streuner? Oder Hauskätzchen?“ Rory schüttelte überzeugt den Kopf: „Nein, nein! Weder noch. Ich bin Einzelläufer!“ Holunderschweif sah überrascht aus: „Oh!“ Rory sah verwirrt aus: „Was oh!“ Holunderschweif sah etwas verlegen aus. Rory sah etwas gekränkt zu ihr hinunter: „Du dachtest ich sein ein Hauskätzchen! Wegen meinem Namen!“ Holunderschweif nickte schuldbewusst. „Falls du es wirklich wissen willst… wieso ich so heiße wie ich heiße, dann komm morgen bei Mondhoch genau zu dieser Stelle!“ Er lächelte wieder, nickte ihr zum Abschied zu und rannte dann an der Grenze entlang aus den Territorien hinaus. Holunderschweif blickte ihm überrascht nach. Sie war verwirrt. Das Zusammentreffen mit Rory war eine ganz neue Erfahrung für sie. Er war anders als die Kater in ihrem Clan, irgendwie klüger und kräftiger. Holunderschweif wusste nicht so Recht wie sie ihn einschätzen sollte. Ein paar Herzschläge verharrte sie noch an der Stelle wo Rory stand, atmete seinen Duft ein und grübelte. Dann ging sie ein paar Schritte rückwärts, da sie Katzen sprechen hörte und sprintete daraufhin in den Wald hinein. Aber sie beschäftigte nur noch eins, Soll ich Rory treffen?

    4
    ((big))((bold))Kapitel 3((ebig))((ebold)) Es war gerade Sonnenhoch angebrochen und die zweite Grenzpatrouille des Tages stand schon in den Startlöche
    Kapitel 3


    Es war gerade Sonnenhoch angebrochen und die zweite Grenzpatrouille des Tages stand schon in den Startlöchern. Holunderschweif gesellte sich schon zu den wartenden, Iltispelz, Mandelbeere und ihrer Wurfgefährtin Heidewind. Ihre Schwester lächelte sie fröhlich an: „Na Holunderschweif, wie geht’s?“ Holunderschweif schnurrte bei ihrem Anblick: „Eigentlich ganz gut!“ Heidewind lachte auf: „Eigentlich? Was soll das denn heißen!“ Sie lachte immer noch weiter. „Ähm…!“, sie traute sich nicht den wahren Grund ihrer Laune zu erzählen, aber es lag ihr noch etwas auf dem Herzen, „es ist wegen… wegen Steinkralle! Er dackelt mir immer noch hinterher… Und es bricht mir das Herz wenn ich ihn abweisen muss!“ Holunderschweif merkte dass ihr dies wirklich keine Ruhe gelassen hatte und nicht nur die Sache mit Rory. Heidewind drückte sich eng an ihre Wurfgefährtin und flüsterte liebevoll: „Irgendwann, wenn auch nicht bald, aber irgendwann wird er es verstehen müssen. Aber lass ihm noch etwas Zeit um sich darüber klar zu werden. Und wer weiß, vielleicht entwickelst du doch noch Gefühle für ihn!“ Sie lächelte wieder und leckte Holunderschweif über die Ohren. Holunderschweif nickte und überlegte: „Ich werde mich nie in ihn verlieben und dass will ich auch gar nicht!“, quetschte sie tief aus ihrem Inneren aus ich hervor, „Dieser Kater ekelt mich an…!“ „Aber du hast trotzdem Mitleid mit ihm!“, Heidewind sah sie jetzt streng an, „Gönn dir mal etwas Zeit und mach deinen Kopf wieder frei!“
    „Wir gehen!“, ertönte Mandelbeeres Stimme von der Spitze der Patrouille zu ihnen herüber. Heidewind legte ihren Schweif um Holunderschweifs Rücken und führte sie zu den anderen. Mit einem zucken des Schweifs signalisierte sie den anderen dass sie bereit waren auf zu brechen. Und schon setzten sich alle in Bewegung und trabten aus dem Lager Richtung Wind-Clan Grenze.
    Während sie eine Pfote vor die andere Setzten und dem Waldpfad folgten, erinnerte sich Holunderschweif an etwas dass sie vor wenigen Sonnenaufgängen gesehen hatte: „Heidewind! Ich hab dich letztens gesehen, als du mit Böenstern aus dem Lager verschwunden bist. Läuft das was zwischen euch?“ Holunderschweif sah ihre Schwester belustigt und etwas neckisch an: „Na?“ Heidewind sah kurz etwas ertappt aus doch dann entspannte sie sich: „Ich denke es wird Zeit das du es erfährst!“ Holunderschweif spitzte erstaunt die Ohren. „Also… Böenstern ist in mich verliebt!“, verlegten sah Heidewind zu ihr hinüber. Holunderschweif schnurrt: „Und, hast du auch Gefühle für ihn?“ Die hellbraun getigerte Kätzin schien etwas zu überlegen: „Ich glaube schon… Er sieht gut aus und ist sehr kräftig. Aber…!“ Holunderschweif legte den Kopf schief: „Aber was?“ Ihre Schwester trabte im Gleichschritt neben ihr her: „Er ist eben mein Anführer… Alle würde denken ich wolle nur gesehen werden und was Besseres sein wollen!“ Sie ließ ihren Schweif hinter sich her schlurfen. „Ach so ein Quatsch, Heidewind! Niemand würde so von dir denken. Außerdem ist es immer noch Böensterns Entscheidung!“ Holunderschweif legte ihren Kopf an den ihren: „Wirklich, du brauchst keine Angst zu haben! Jeder im Clan liebt dich!“ Heidewind nickte gedankenversunken: „Ich mag ihn wirklich sehr!“ Sie schnurrte zufrieden, „Danke Holunderschweif!“ Holunderschweif nickte lächelt und trabte unbeirrt weiter, an der Spitze immer noch Mandelbeere die sich ebenfalls mit ihrem Bruder Iltisplelz unterhielt. Als die Patrouille endlich an der Wind-Clan Grenze angekommen war, erneuerten sie die Grenzen, prüften ob jemand die Grenze mutwillig übertreten hatte und rannten dann weiter zur Schatten-Clan Grenze. Holunderschweif hörte weiter den Schwärmereien ihrer Schwester zu, doch sie war nicht ganz bei der Sache. Heute bei Mondhoch würde sie an der Schatten-Clan Grenze Rory wieder treffen. Und inzwischen war sie sich auch schon recht sicher, dass sie dort sein würde. An seinen Worten zweifelte sie ebenfalls nicht, denn er schien ein ehrwürdiger freundlicher Kater zu sein. Sie spielte mit dem Gedanken Heidewind über ihn zu berichten, doch sie würde es wahrscheinlich falsch verstehen. Dieses Risiko würde sie nicht eingehen wollen, sie interessierte sich viel zu sehr dafür wieso ein Kater der in der Wildnis aufwuchs einen Hauskätzchen Namen hatte und was er in dieser Gegend zu suchen hatte. Während sie auch die Markierungen an der Schatten-Clan Grenze überprüften und diese erneuerten, schnupperte Holunderschweif an der Stelle an welcher sie letzte Nacht auf Rory traf. Die Angst, man würde ihren Geruch erkennen und verurteilen, ließ ihr keine Ruhe. Besorgt sah sie zu ihren Clan-Kameraden welche ihr immer näher kamen. Iltispelz kam als erster zu ihr und prüfte die Grenze. Mit kraus gezogener Nase schnupperte er in der Luft: „Irgendwie riecht es hier komisch… Mandelbeere komm mal schnell!“
    Holunderschweif zuckte zusammen, doch niemand bemerkte ihr leicht aufgestelltes Nackenfell. Was wenn sie meinen Geruch erkennen… Heiliger Sternen-Clan, bitte lass mich jetzt nicht im Stich!… Sie kniff die Augen zu, die Angst ließ ihre Glieder erstarren, was wenn ihre Schwester sie nicht mehr als ihre Schwester anerkennen würde. Heidewind schnupperte im Gras, nach kurzer Zeit hob sie ihren Kopf wieder, ihr Blick auf Holunderschweif gerichtet. Doch sie blieb still. Mandelbeere kniff verwirrt die Augen zu: „Komisch… Riecht nach Katzen aber… nicht nach Schatten-Clan!“ Iltispelz nickte zustimmend: „Stimmt! Am besten wir sagen Böenstern Bescheid!“ Die beiden Geschwister nickten eilig und mit einem kurzen Signal von Mandelbeeres Schweif rannte die Patrouille los, Richtung Lager.
    Heidewind sah kein einziges Mal zu ihr hinüber. Holunderschweif sank das Herz, ihr wurde bewusst wie hoch das Risiko war Rory wieder zu treffen. Zu viel stand auf dem Spiel, vielleicht wäre es besser wenn sie es doch lassen würde. Holunderschweif kämpfte gegen den Drang an alles zu sagen, aber sie tat es nicht.Stattdessen rannte sie so schnell, dass sie Mandelbeere und Iltispelz überholte. Sie würde sich nicht erwischen lassen, sie wollte endlich frei sein und ihre eigenen Entscheidungen treffen. Ihre Schwester war ihr mehr wert als alles andere auf der Welt aber in diesem einem Punkt brauchte sie nicht ihre Hilfe. Wenn sie vor hatte mit ihre darüber zu sprechen würde sie sich eben eine Lüge aus denken, jetzt war sie sich sicher. Noch nie zu vor hatte sie so viel Elan für eine Sache gehabt als Rory zu treffen.
    Sie traf als erste im Lager ein, die anderen folgten kurz nach ihr. Mandelbeere trabte sogleich zum Anführerbau und rief nach Böenstern, er kam nach kurzer Zeit verschlafen aus seinem Bau. „Was gibt’s?“, gähnte er, sein Blick steif auf Mandelbeere gerichtet obwohl Holunderschweif glaubte dass er ein paar Mal zu Heidewind sah.
    „Wir haben fremde Gerüche an der Grenze zum Schatten-Clan gerochen! Es war keine Schatten-Clan Katzen!“, Mandelbeere schilderte Böenstern das Geschehen.
    Dieser Nickte und hörte aufmerksam zu: „Wurde Beute erlegt?“ Mandelbeere überlegte rasch, Iltispelz antwortet für sie mit einem klaren „Nein!“ Inzwischen hatten sich auch Akazienfrost, Kampfpelz und Klanghimmel zu ihnen gesellt und lauschten gespannt ihrem Gespräch. Böenstern nickte Gedanken versunken: „Ich denke wir schauen morgen noch mal nach ob der Geruch wieder da ist, Apfelschimmer, stell für morgen früh eine Patrouille für die Schatten-Clan Grenze zusammen!“ Der Anführer schien überzeugt, übermüdet ging er zum Frischbeutehaufen. Heidewind trabte ihm nach, setzte sich neben ihn und redete fröhlich mit ihm. Holunderschweif schmunzelte, sie wären wirklich ein süßes Paar.
    Allerdings setzte es ihr schon zu dass ihre Schwester sie ignorierte. Ob sie es wohl weiß…
    Als sie geradezu tiefst frustriert und mit hängendem Schweif zum Kriegerbau gehen wollte, stolperten zwei kleine Junge auf sie zu: „Holunderschweif, willst du spielen?“, drängte das eine. „Dachsreiten! Bitte!“, das „Bitte“ hatte das andere Junge so lang gezogen das seine Stimme währenddessen verebbte. Holunderschweif lächelte, Sonnenfischs Junge waren Zucker süß. In wenigen Sonnenaufgängen würden sie zu Schülern ernannt werden. „Nein, nicht Dachsreiten! Zeig uns lieber ein paar Kampfteckniken.“, das größere dunkelbraune Junge fuhr die kleinen Krallen aus und boxte spielerisch die Luft, dabei verlor er das Gleichgewicht und kippt nach hinten um. Seine Schwester fing laut an zu lachen und warf sich auf ihren Bruder. Das Büschel aus braunen und grauen Fell kugelte wild auf dem Boden herum. Holunderschweif wurde das Herz warm, die Jungen waren einfach nur traumhaft. Aus dem Augenwinkel sah sie Steinkralle welcher sie und die Jungen lächelnd beobachtete. Mit einem Satz sprang sie auf und ging erhobenen Hauptes in den Kriegerbau. Davon kann er nur träumen, nicht mit mir!

    5
    ((bold))((big))Kapitel 4((ebold))((ebig)) Holunderschweif hatte kein Auge zu bekommen, so groß war die Aufregung. Jetzt würde es gleich so weit sein
    Kapitel 4


    Holunderschweif hatte kein Auge zu bekommen, so groß war die Aufregung. Jetzt würde es gleich so weit sein. Ich kann ja auch früher da sein! Sie erhob sich ganz sachte und schlich leise aus dem Kriegerbau hinaus. Kampfpelz hielt am Eingang Wache, er starrte aber nach draußen, deshalb schlich sich Holunderschweif ganz schnell zum Schmutzplatz-Tunnel. Erleichtert atmete sich aus, das schwierigste hatte sie geschafft. Jetzt musste sie nur noch zur Schatten-Clan Grenze gelangen und das sollte ein leichtes sein. Sie schlüpfte durch ein Loch in der Brombeerhecke und sprintete dann Richtung Grenze. Die laue Abendluft schlug ihr beim rennen ins Gesicht, doch sie empfand das als recht angenehm. Der Wald war dunkel, nur der Mond war die einzige Lichtquelle. Das Mondlicht fiel schimmernd auf Holunderschweifs Fell und schien zu Leuchten. Holunderschweif rannte lächelnd weiter. Es war ein tolles Gefühl bei Nacht durch den Wald zu rennen, am liebsten würde sie gar nicht mehr damit aufhören. Der Ruf einer Euler erschrak sie, doch nach dem kurzen Schreck lachte sie nur noch. Als sie sich der Grenze näherte spürte sie die Aufregung in ihrem Körper aufsteigen, sie hoffte innerlich das Rory wirklich der war, für den sie ihn hielt. War es falsch, dass ich niemanden etwas erzählt habe? Was wenn mir irgendetwas zustößt, dann weiß niemand was geschehen sein könnte!
    Doch diese Gedanken schüttelte sie schnell wieder ab, sie konnte sich ja schließlich immer noch wehren. Sie war nicht hilflos, ganz im Gegenteil. Sie war sogar besser im Kämpfen als Heidewind. Mit mehr Mut trabte sie nun zielstrebig zur Grenze, doch noch war keiner da. Sie schlüpfte in einen naheliegenden Busch um nicht von ungebetenen Besuchern entdeckt zu werden, lange Zeit war außer einer Eule und einem Eichhörnchen nichts zu hören. Holunderschweif tröstete sich mit dem Gedanken dass sie früher los gelaufen war, doch lange hielt dieser Anker nicht.
    Langsam wurde sie unruhig und leicht angespannt, aber sie entschied sich noch etwas zu warten.
    Als der Mond schon ein ganzes Stück weiter gewandert war hörte Holunderschweif ein leises Rascheln. Sie kniff die Augen zusammen und starrte durch den Busch nach draußen. Sie erkannte Pfoten, mit orange farbenen Fell. Langsam trat sie aus ihrem Versteck: „Pünktlichkeit scheint ja nicht deine Stärke zu sein!“ Sie versuchte ihrer Stimme Belustigung zu zu fügen, doch es klang eher nach Verurteilung. Tatsächlich war es der Orange, große und kräftige Kater Rory der vor ihr stand. Er lächelte, so wie er es auch bei ihrer ersten Begegnung getan hatte: „Tut mir Leid, Süße!“ Holunderschweif lachte auf: „Süße?“ Sie schmunzelte und unter ihrem Fell wurde sie etwas rot. Rory lächelte, dieses lächeln brachte Holunderschweif dazu all ihre Bedenken über ihn zu verdrängen. Bevor er etwas sagen konnte, miaute sie: „Wir müssen hier weg. Dann können wir hoffen dass unsere Gerüche bis morgen so schal sind dass sie keiner mehr erkennen kann!“ Und schon war sie los gerannt. Mit einem knappen Blick über die Schulter versicherte sie sich dass Rory ihr folgte, doch er tat mehr als das. Der Kater rannte an ihr vorbei und sprintete gerade aus, hinaus aus den Clan Territorien. „Hey!“, sie wollte aufholen doch der Kater war schneller als sie. „Na? Kannst du mich nicht überholen?“, rief Rory nach hinten, immer noch lachend. Auch Holunderschweif lachte: „Du wirst schon sehen!“ Ihr Ehrgeiz war geweckt, sie atmete stark ein, streckte den Kopf vor und rannte dann mit aller Kraft so schnell sie nur konnte. Langsam holte sie auf, aber ihr war bewusst dass der Kater langsamer wurde und zwar absichtlich. „Du brauchst mich nicht zu schonen!“, rief sie gegen den Wind. Rory drehte den Kopf zu ihr: „Glaubtest du etwa das wäre weil ich dich schonen wollte!“, er lachte, „nein nein! Wir sind da!“ Holunderschweif war leicht gekränkt, wieso wusste sie nicht genau: „Und was ist an diesem Ort so besonders?“ Rory trabte einen kleinen Hügel hinauf: „Mein Lieblingsplatz! Man hat hier eine wundervolle Aussicht!“ Holunderschweif schnurrte: „Stimmt! Es ist wirklich…!“, sie stellte sich neben ihn und sah sich um, „Traumhaft!“ Rory begann zu schnurren: „Ich habe noch gar nicht nach deinem Namen gefragt!“, er lächelte sie an, in seinen Augen spiegelte sich das Mondlicht. Holunderschweif schmunzelte: „Stimmt!“ „Und? Verrätst du ihn mir?“, er schritt langsam und weiterhin schnurrend um sie herum. „Hm… Da muss ich aber überlegen!“, sagte sie neckisch in seine Richtung.
    „So Schade! Es würde mich wirklich interessieren, Süße!“, er setzte sich dicht neben sie und starrte in den Mond. „Na Gut!“, flüsterte Holunderschweif, „Mein Name ist Holunderschweif!“ Rory blickte ihr tief in die Augen: „Ein wunderschöner Name, Holunderschweif!“ Sie nickte: „Gleichfalls! Kannst du mir jetzt erzähl wieso du einen Hauskätzchen Namen hast!“
    Er nickte: „Gut also, wie ich schon gesagt habe bin ich Einzelläufer. Ich wurde in einem alten Fuchsbau geboren und dort blieb ich auch bis ich die Augen öffnen konnte. Meine Mutter gab uns keine Name!“ Holunderschweif sah schockiert aus: „Sie hat euch keine Namen gegeben?“ Rory schüttelte den Kopf: „Nein, sie hielt es nicht für wichtig, da sie vor hatte uns nicht zu behalten!“ Holunderschweif senkte mitfühlend den Kopf: „Das ist schrecklich!" Rory sprach weiter: „Sobald wir Laufen konnten setzte sie uns alle drei vor ein Zweibeinernest und befahl uns dort zu bleiben bis uns geöffnet werden würde, sie selbst verschwand und ich habe sie seit her auch nie wieder gesehen!“
    „Das ist wirklich Schade, so jung und ohne Mutter…!“ Rory nickte: „Ja, es war wirklich schlimm für uns. Auf jeden Fall öffnete uns ein Zweibeiner die Tür, er nahm uns mit rein und stopfte uns dann in einen viel zu kleinen Käfig und brachte uns zu seinem Monster. Er legte den Käfig in seinen Bauch und brachte uns dann zu einem Ort an dem ganz viele Tiere gehalten wurden. Es war ein Ort an dem Zweibeiner ihre Haustiere bekommen konnten!“
    „Und ihr wurdet da abgegeben? Einfach so!“, fragte Holunderschweif und begann zu zittern aber nicht wegen der Kälte. Alleine die Vorstellung sie wäre das gewesen ließ sie erstarren. „Ja, der Zweibeiner stellte den Käfig einfach für den Eingang. Wir wurden recht bald gefunden und man brachte uns rein. Sie gaben uns essen und dann stopften sie uns in einen Ausstellungsraum. Dort verbrachten wir dann solange unsere Zeit biss uns ein Zweibeiner wollte. Die Pflege-Zweibeiner gaben uns dann auch unsere Namen. Mich nannten sie Rory, meine ältere Schwester nannten sie Crystal und meine kleine Schwester bekam den Namen Fione. Ich denke ich war etwa 3 Monde als Crystal mitgenommen wurde. Aber wir wussten dass denn unsere zukünftigen Zweibeiner kamen schon einen Mond zuvor immer zu Besuch. Crystal mochte die Zweibeiner, spielte mit ihnen und ließ sich von ihnen Berühren. Fione und ich waren da anders, aber wir spielten mit da wir wussten dass wir nur so aus diesem Nest raus kamen. Wir wurden aber kurz nach Crystal auch getrennt. Ich blieb bei meiner Zweibeiner Familie bis ich alt genug war um selbst zu jagend und mich verteidigen zu können. Dann haute ich ab und so kam ich hier her. Ich hoffe immer noch, Crystal und Fione mal wieder zu sehen!“
    Holunderschweif war sprachlos: „wow…!“ Rory nickte und sah dann in Holunderschweifs Gesicht: „Ich vermisse sie…!“ Der Kater sah auf seine Pfoten: „Ich habe mich nie wieder wohl gefühlt, bis ich dich letztens traf! Du erinnerst mich an Fione! Sie war wie du, so lebensfroh aber doch schlagfertig und klug!“ Er schnurrte bei dem Gedanken daran, „Irgendwie habe ich mich gleich wohl Gefühlt!“ Holunderschweif strahlte: „Wirklich?“
    Rory nickte und fixierte sie mit glücklich leuchtenden Augen. „Ich wollte dich unbedingt näher kennen lernen und… naja… ich habe mich gewundert als du dann da warst!“ Er lächelte nervös: „Deshalb bin ich zu spät gekommen, ich dachte nicht das du kommen würdest!“, gestand er.
    „Es war ein großes Risiko heute hier her zu kommen! Ich habe lange überlegt, aber dann war ich mir sicher! Ich musste dich einfach wieder treffen!“ Rory nickte herktisch: „Ja, so ging es mir auch!“ Beide begannen zu schnurren, Holunderschweif lehnte sich an Rorys Schulter, sie fühlte sich auf einmal so komisch, so zufrieden und behütet. Er leckte zufrieden ihre Wange: „Du bist wirklich eine wunderschöne Kätzin!“ Holunderschweif schnurrte noch etwas lauter: „Du auch!“ Rory drückte seine Nase gegen ihre und flüsterte etwas in ihr Ohr: „Erzählst du mir auch deine Geschichte?“ Holunderschweif überlegte: „Meine Geschichte…!“ Sie lächelte etwas: „Na gut!“, sie lachte etwas: „Also, ich wurde im Donner-Clan geboren. Ich bin eine Nachfahrin von Feuerstern! Ein sehr berühmter und mutiger Kater!“, fügte sie hinzu als sie seinem leicht verwirrten Gesichtsausdruck begegnete: „Meine Eltern sind Rehfell und Wieselbiss. Mein Vater starb bei einem Kampf mit dem Wind-Clan als ich gerade sechs Monde als wurde!“
    „Tut mir Leid, ich wollte dich nicht daran erinnern…!“, sagte Rory leise und mit erstickter Stimme. „Nein! Es ist schon ewig her. In meinen Erinnerungen lebt er immer noch!“, sie strahlte: „Er war großartig!“ Holunderschweif begann in Erinnerungen zu schwimmen. Doch dann redete sie weiter: „Wolfsmond lebt noch aber sie ist alt und manchmal etwas schwächlich. Aber wir kümmern uns um sie! Dann habe ich noch eine Schwester, Heidewind! Sie ist momentan in unseren Anführer Böenstern verliebt!“, Holunderschweif musste schmunzeln als sie daran dachte, auch Rory sah lächelnd in ihre Augen.
    „Wir wurden dann zu Schülern, kümmerten uns um unsere Ausbildung zum Krieger. Und so wurden wir vor etwa zwölf Monden zu Kriegern!“ Holunderschweif lachte: „Ich weiß, ist etwas unspektakulärer als deine aber darum bin ich ganz froh darüber!“ Rory schüttelte den Kopf: „Darüber solltest du auch froh sein! Dein Clan kümmert sich sehr gut um dich, das habe ich schon gemerkt!“ Holunderschweif nickte erfreut:„Rory, ich… ich sollte jetzt
    zurück in mein Lager, sonst merken sie noch dass ich weg war!“ Ihre Stimme wirkte traurig aber glücklich zugleich. Rory atmete traurig aus: „Ja, das verstehe ich natürlich. Ähm! Sehen wir uns wieder?“ Holunderschweif schnurrte: „Ja natürlich!“ Rory atmete erleichtert aus: „Gut! Dann biss morgen?“, fragte er Hoffnungsvoll. Holundeschweif nickte erfreut und trat dann einen Schritt auf ihn zu: „Ich werde da sein, genau an dieser Stelle bei Mondhoch!“ Rory lächelte wieder und kuschelte seinen Kopf an den ihren und schnurrte: „Ich werde da sein! Keinen Herzschlag zu spät!“ Holunderschweif nickte, berührte ihn Nase an Nase und rannte dann zurück zum Donner-Clan Territorium, aber nicht ohne noch einen letzten Blick zurück zu werfen.

    6
    ((big))((bold))Kapitel 5((ebold))((ebig)) „Katzen des Donner-Clans!“, hob Böenstern na. „Heute ist ein guter Tag für den Clan, denn heute wird
    Kapitel 5


    „Katzen des Donner-Clans!“, hob Böenstern na. „Heute ist ein guter Tag für den Clan, denn heute wird der Clan um zwei Schüler reicher. Schlammjunges, komm bitte her“ Sofort hüpfte Schlammjunges erfreut zu Böenstern in die Mitte des Katze-Kreises, sein Fell sträubte sich vor Vorfreude. Holunderschweif saß neben Mandelbeere und Akazienfrost und folgte neugierig der Zeremonie. Furchtlos sah er zu Böenstern auf. „Von heute an!“, miaute Böenstern und berührte Schlammjunges mit seiner Schwanzspitze an der Schulter, „wird dieser Schüler Schlammpfote heißen. Heidewind, du wirst seine Mentorin sein. Ich bin sicher dass du deinen Clan erfolgreich verteidigen zu lernst und deinen Mut gut gebrauchst, zusammen mit deinem Schnellen Verstand!“
    Schlammpfote trabte mit Stolz erhobenen Hauptes zu der völlig erstaunten Heidewind und berührte ihre Nase mit der seinen.
    „Schlammpfote! Schlammpfote!“, hob der Clan an, auch Holunderschweif rief laut seinen Namen. Am lautesten aber riefen immer noch Sonnenfisch und Iltispelz, die beiden Stolzen Eltern drohten nur so vor Freude zu platzen. Schlammpfote streckte bei seinen Jubelrufen noch einmal stolz die Brust raus und machte dann seiner Schwester platz, er selbst trabte zu seiner Mentorin und sah sie mit strahlenden Augen an. Holunderschweif erinnerte sich selbst daran ihrer Schwester später zu gratulieren. Inzwischen hatten sich die beiden wieder vertragen, Holunderschweif hatte ihr versichert sie habe den Streuner verjagt, Heidewind glaubte ihr sofort.
    Böenstern schnippte mit dem Schweif: „Maulbeerjunges, komm bitte zu mir!“ Das graue Junge trabte langsam und mit ängstlichem Blick zu Böenstern, ihr Nackenfell war leicht aufgestellt und ihrer Glieder schienen sich zu versteifen. Sonnenfisch flüsterte ihrer Tochter noch etwas zu und begann dann leise an Iltispelz Seite zu schnurren. Maulbeerjunges stellte sich zu vor Böenstern, ihre Krallen bohrten sich in den Boden.
    „Maulbeerjunges, von heute an wird man dich Maulbeerpfote nennen. Dein Mentor wird Holunderschweif sein!“ Holunderschweif erstarrt. WAS? Ich? „Deine Hilfsbereitschaft und deine Klugheit werden dich sehr weit bringen, setze auch deine Geschicklichkeit gut ein, Holunderschweif wird dir da eine sehr große Hilfe sein!“ Maulbeerpfote strahlte vor Glück, sie leckte Böenstern als Zeichen der Höflichkeit und Ehrfurcht die Schulter und trabte dann mit senkrecht in die Höhe ragenden Schwanz auf Holunderschweif zu. Maulbeerpfote streckte sich nach oben um Holunderschweif an der Nase zu berühren. Sie beugte sich glücklich etwas nach unten und berührte ihre Schülerin an der Nase. „Danke.“, flüsterte Maulbeerpfote, „dass ich deine Schülerin sein darf!“ Holunderschweif lächelte: „Es ist mir eine Ehre!“
    „Maulbeerpfote! Schlammpfote!“, jubelte der Clan und begrüßte so die neuen Schüler des Clans. Die beiden Schüler rannten zu ihren Eltern und präsentierten ihnen ihre Freude
    und ihren Stolz. Iltispelz legte seinem Sohn den Schweif auf den Rücken und wünschte ihm alles Gute. Sonnenfisch leckte Maulbeerpfote freude strahlend übers Ohr.
    „Hast du damit gerechnet?“, erklang plötzlich Heidewinds Stimme hinter ihr und ließ Holunderschweif kurz erschreckt einatmen. „Heiliger Sternen-Clan hast du mich erschreckte!“, lachte sie, „und nein, mich hat das völlig überrumpelt!“ Heidewind lächelte: „Ja mich auch, aber ich bin überglücklich!“ Heidewind täntzelte etwas, als könne sie sich nicht mehr Stillhalten: „Wollen wir ihnen gemeinsam das Territorium zeigen?“ Holunderschweif nickte begeistert und trabte sogleich zu Maulbeerpfote: „Maulbeerpfote, wir gehen mit Heidewind und Schlammpfote das Donner-Clan Territorium erkunden!“ Maulbeerpfote sprang erfreut in die Höhe: „Super! Jetzt gleich?“ Holunderschweif nickte und deutete mit ihrem Schweif die Aufforderung ihr zu folgen. Heidewind und Schlammpfote warteten bereits am Lagerausgang auf sie. „Gut wir können!“, befiehl Heidewind und rannte voran, Holunderschweif fügte sich neben ihr ein. „Als erstes gehen wir zur Wind-Clan Grenze!“, verkündete Holunderschweif. Die kleine Gruppe rannte im Gleichschritt zum Wind-Clan, allerdings ziemlich langsam da sich die frisch ernannten Schüler noch etwas langsam vortbewegten. Heidewind erklärte die Vorteile und Nachteile des Territoriums, die besten Jagtstellen und die besten Zeiten für die Jagddt in der Blattleere und der Blattgrüne. Holunderschweif kam selten zu Wort. Ihr Schwester quatschte ihr immer rein wenn sie etwas erklären wollte:„Dort drüben gibt es ganz viele Wühlmäuse, wir glauben dort ist ein ganzes Nest! Und dort vorne...!“ „Seht jetzt sind wir schon an der Schatten-Clan Grenze!“, versuchte es Holunderschweif erneut, „wenn wir jetzt…!“ Heidewind unterbrach sie rasch: „Könnt ihr diesen widerlichen Geruch riechen?“ Maulbeerpfote und Schlammpfote rümpften beide die Nase: „JA! Total ekelig!“, riefen sie im Chor. Gerade wollte Heidewind etwas sagen das hatte Holunderschweif die Schnauze voll: „Maulbeerpfote! Komm wir gehen einen anderen Weg!“ Die drei Katzen starrten sie an, endlich hörte ihr einmal jemand zu. „Wieso?“, fragte Heidewind schnippisch. Holunderschweif antwortete knapp: „Ich werde meine Schülerin unterrichten!“ Maulbeerpfote hüpfte fröhlich auf: „JA!“ Heidewind sah sie böse an: „Was soll dass denn? Es läuft gerade alles Perfekt!“ Holunderschweif verdrehte die Augen: „Naja, jetzt weiß ich wieso man immer alleine mit seinem Schüler übt. Komm, wir gehen!“ Sie drehte sich elegant um und trabte mit Maulbeerpfote im Schlepptau Richtung See. Sie bemerkte den iritierten Blick ihrer Wurfgefährtin doch das störte sie im Moment nicht: „Ich zeige dir jetzt mal wo der Fluss-Clan ist. Er grenzt nicht an unser Territorium sondern an das des Schatten- und des Wind-Clans.“ Maulbeerpfote sah sie erstaunt an, ihr Mund stand ihr offen. Für einen frisch ernannten Schüler war die erste Erkundung des eigenen Gebietes immer sehr Spannend und umso interessanter waren die Gebiete der anderen Clans, auch die die man sonst nie zu Gesicht bekommt wie das des Fluss-Clans. Holunderschweif führte die neugierige kleine graue Kätzin zum See hinab. Durch die hohen Eichen konnte man schon das Wasser des Sees schimmern sehen, jetzt wo die Sonne am Untergehen war, war die Aussicht über den See am schönsten. Maulbeerpfote flüsterte ehrfürchtig: „Es ist wunderschön!“ Holunderschweif sah lächelnd zu ihr hinab: „Ja, da hast du vollkommen Recht!“
    Holunderschweif war in den vergangenen Wochen oft mit Rory zum See geschlichen, wenn der Mond hoch am Himmel stand und sein Licht auf den See fiel, dies war die romantischste Stelle die es nur gab. Nirgends fühlte sich Holunderschweif sicherer als an Rorys Seite, das war ihr nach den unzähligen Treffen bewusst geworden. Es war fast ein Mond seit ihrem ersten Treffen vvergangen und seither trafen sie sich fast jeden Abend bei Mondhoch. Doch manchmal musste sie in ihrem Nest bleiben, da Heidewind und auch manch anderen
    Kriegern bewusst geworden war dass sie nicht immer in ihrem Nest schlief. Böenstern und Heidewind waren inzwischen Gefährten geworden, beide verbrachten sehr viel Zeit miteinander. Holunderschweif war felsenfest davon überzeugt dass Heidewind nur zur Mentorin ernannt wurde weil Böenstern ihren Wunsch erfüllen wollte. Sie war bei der Ernennung der Schüler deutlich nicht so überrascht gewesen wie sie gesagt hatte. Einerseits war sie auch froh darum, denn sonst wäre sie selbst jetzt auch keine Mentorin geworden.
    Immer wenn Holunderschweif Heidewind und Böenstern zusammen sah wurde sie traurig da ihr bewusst wurde dass Rory und sie dieses Glück nie haben würden. Natürlich sie und Rory liebten sich sehr aber sie wurden sich nie zusammen ein Nest teilen oder Junge haben können. Auch der Sternen-Clan missbilligte ihre Gefährten Wahl. Denn sie bekam neuerdings immer sehr seltsame Träume von Katzen die sie töten wollten oder wie ein Monster sie überfuhr. Sie teilte die Träume mit Rory, er tröstete sie und manchmal überzeugte er sie dass sie eine Nacht zusammen in seinem Nest schlafen konnte.
    Holunderschweif war seit Langer Zeit wieder einmal glücklich, da konnten auch keine Träume vom Sternen-Clan etwas ändern. Sie hatte auch nicht vor mit Heidelbeersee darüber zu reden.
    „So, jetzt sind wir wieder beim Lager!“, miaute Holunderschweif: „Du kannst dir jetzt etwas vom Frischbeutehaufen nehmen, morgen bekommst du deine erste Jagdstunde!“ Maulbeerpfote strahlte übers Ganze Gesicht: „Ich freu mich schon so, danke Holunderschweif!“, rief sie im wegrennen. Sie setzte sich zu Spinnenpfote und redete mit ihm. Als Maulbeerpfote weg war, trat Steinkralle zu ihr: „Na, wie war die erste Erfahrung als Mentor?“ Holunderschweif lächelte: „Ich denke, es hat ihr gefallen!“ Beide sahen zu den beiden Schülern hinüber die gierig ein Beutestück verzehrten. „Ja, sie sehen glücklich aus! Hast du Lust dir ein Eichhörnchen mit mir zu teilen?“ Holunderschweif nickte langsam, Steinkralle war ihr inzwischen egal geworden, schließlich war sie glücklich mit Rory zusammen. Das wusste er zwar nicht aber das war ihr egal. Die zweit trabten zu einer ruhigen Stelle und teilten sich die Beute, sie redeten etwas miteinander und Holunderschweif fand es auch ganz nett, aber sie versuchte es nicht zu zeigen.
    „Schlaf gut Steinkralle!“, sagte sie höflich als beide aufgegessen hatten und sie sich noch die Zunge gaben. „Ja, gute Nacht!“, schnurrte der stämmige graue Kater. Holunderschweif nickte schnell und trabte dann in den Kriegerbau, schlüpfte in ihr weiches Moosnest und schloss die Augen.

    7
    ((big))((bold))Kapitel 6((ebold))((ebig)) Laute Brüllgeräusche durchschnitten die kühle Luft. Helle Lichter rasten abwechseln und in sehr hoher Ges
    Kapitel 6

    Laute Brüllgeräusche durchschnitten die kühle Luft. Helle Lichter rasten abwechseln und in sehr hoher Geschwindigkeit Vorbei und Dunkele stickige Rauchwolken flogen in die Luft und lösten sich dort auf. Hohe Kiefern umrahmten einen tiefschwarzen Donnerweg welcher sich schier unendlich zog. Plötzlich krachte es, quietschte fürchterlich laut und dann durchschnitt ein lauter ohrenbetäubender Schrei die Luft. Dann wurde alles dunkel. Nur eine Katzenartige Gestalt auf dem Donnerweg war zu erspähen doch welche es war, war nicht zu erkennen, aus dessen leblosen Körper strömte Blut, Blut welches den Untergrund tief rot färbte und alles erstarren ließ…
    Holunderschweif riss schreiend die Augen auf. Wild sah sie sich um, sie lag in ihrem Nest im Donner-Clan Lager. Sternen-Clan sei Dank. Sie hatte nur lebhaft geträumt. Es war allerdings derselbe Traum den sie schon seit fast einem halben Mond hatte und langsam mache es ihr Angst. Wollte der Sternen-Clan ihr etwas erzählen. Unsicher und unwohl wälzte sich Holunderschweif in ihrem Nest. Keine Katze schien bemerkt zu haben dass sie
    geschrien hatte. Vielleicht hatte sie ja auch nur im Traum geschrien…
    Holunderschweif atmete frustriert aus, sie hatte lange versucht die Warnungen des Sternen-Clans zu ignorieren doch es gelang ihr nicht mehr. Sie hob den Kopf und starrte aus dem Bau. Über ihr funkelten die Sterne am dunklen Nachthimmel. Ob es schon Mondhoch war? Holunderschweif schlüpfte aus dem Kriegerbau an den schlafenden und schnarchenden Kriegern vorbei. Als sie dann im Freien stand wurde ihr unwohl, eigentlich war sie sehr müde und erschöpft vom Vortag. Allerdings wollte sie unbedingt Rory sehen und ihm die schöne Neuigkeit erzählen. Sie wurde endlich Mentorin, schon als sie klein war wollte sie immer Mentor sein. Heidewind und sie hatten immer den Schülerunterricht nachgespielt und ihnen selbst irrsinnige Dinge beigebracht. Deshalb wusste Holunderschweif auch, dass Heidewinds Traum derselbe war. Holunderschweif schüttelte die schönen Kindheitserinnerungen beiseite und stapfte zum Schmutzplatz-Tunnel wie sie es schon seit fast einem Mond fast regelmäßig tat. Kurz dachte sie, sie hätte ein leises Knacken gehört doch als sie sich umsah und die Luft nach Gerüchen absuchte roch sie nur ihren eigenen und die ihrer Clan-Kameraden. Schnell trabte sie weiter, Fuchszahn hielt am Eingang Wache, doch er beachtete sie nicht weiter. Holunderschweif hatte sich angewöhnt nicht allzu lange bei Rory zu bleiben so dass es nicht ganz so auffällig gegenüber ihrer Clan-Gefährten war.
    Sie schlüpfte durch das Loch im Brombeerstrauch und tauchte auf der anderen seite, außerhalb des Lagers, wieder auf. Eilig schüttelte sie die lästigen Blätter vom Leib und sprintete dann aus dem Territorium hinaus, zu dem Hügel westlich des Donner-Clan Gebietes. Der Weg dorthin war sehr lange und ziemlich beschwerlich. Ein Grund mehr wieso es Böenstern und Heidewind besser hatten. Holundedrschweif versuchte nicht an das schöne Glück ihrer Wurfgefährtin zu denken und rannte stattdessen unbeirrt weiter. Nach langer Zeit kam der Hügel in ihr Sichtfeld, sie steuerte geradewegs darauf zu. Sie kam zum Donnerweg welcher nicht groß war aber trotzdem den Weg zum Hügel blockierte. In einer Freien Lücke sprintete sie darüber und rannte zum Hügel. Auf dieser freien Fläche bis zum Hügel waren nur ein paar kleiner Graßbüschel und ein paar Büsche, deshalb war dieser Teil des Weges der Windigste und kühlste. Holunderschweif spürte ihre Beine kaum mehr, sie war so schnell gerannt dass sie fast nicht mehr aufrecht stehen konnte, doch zum Glück war der Hügel nur noch einen kleinen Katzensprung entfernt. Wortwörtlich. Sie hüpfte mit letzter Kraft den kleinen steinigen Pfad hinauf und ließ sich dann in das provisorische Nest fallen, welches Rory vor wenigen Sonnenaufgängen angefertigt hatte, nur für sie zwei. Ein paar Herzschläge später strömte ihr ein vertrauter Geruch in die Nase. Sie öffnete träge ihre Augen und erspähte einen orangen großen Kater. Bei Rorys Anblick strahlte sie sofort, die Erschöpfung und Müdigkeit war auf ein Mal wie weg geblasen.
    „Holunderschweif mein Schatz.“, der Kater schmiegte sich an ihre flauschige hellbraune Flanke und ein dumpfes Schnurren floss aus seiner Kehle. Holunderschweif schmiegte sich eng an ihn, sie leckte ihm schnurren den Kopf: „Ich bin so froh dich zu sehen, Rory.“
    „Ist etwas passiert.“, er wurde sofort hellhörig, doch sein Körper strahlte weiter eine betörende Wärme aus, welche Holunderschweif ganz durcheinander brachte.
    „Nein nein. Ganz im Gegenteil. Böenstern hat mich zur Mentorin von Maulbeerpfote ernannt, es war… wundervoll. Du kannst dir gar nicht vorstellen wie glücklich mich das Macht.“ Rory schloss glücklich schnurrend die Augen und schmiegte seinen Kopf an den Ihren: „Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie glücklich mich das macht. Ich fühle mich wohl wenn es dir gut geht.“
    „Das weiß ich doch, Liebster!“, sie lächelte ihn an, seine strahlenden Grünen Augen leuchteten in der finsteren Nacht.
    „Ich liebe dich, Holunderschweif. Und ich werde dich immer und alle Zeit lieben, selbst wenn ich tot bin.“, Rorys zärtlich geflüsterte Stimme flog über das gesamte Flachland und es war sicher auch noch im Donner-Clan Lager zu hören gewesen.
    Plötzlich knackte etwas und komische rutsch Geräusche durchschnitten die Luft. Holunderschweif und Rory sprangen wie vom Blitz getroffen auf, eine Katze rannte über die weite flache Wiese bis zum Wald hin. Holunderschweif war sich sicher, es musste ein Donner-Clan Katze sein: „Sternen-Clan!“ Sie rannte los, sprintete den Hügel hinab und setzte der Katze wild nach. „Stopp!“, schrie sie verzweifelt. „Bitte warte!“ Wenn diese Katze ihr sorgsam gehütetes Geheimnis lüften würde, wäre sie eine Verstoßene. Sie rannte so schnell sie konnte doch leider erkannte sie noch immer nicht wer es war. Dann plötzlich, schrie die Katze auf, ein Monster schoss auf sie zu und ehe sie zur Rettung eilen konnte, rammte das Monster die Katze und schleuderte sie brutal zur Seite. Blut spritze auf den Weg und eine rote Blutspur färbte prompt den Untergrund tief rot.
    Holunderschweif blieb starr stehen als sie erkannte wer da blutend und nach Luft ringend vor ihr Lag. „HEIDEWIND! NEIN!“, schreiend stürzte sie sich zu Boden. „NEIN!“
    Nach Luft ringend stotterte Heidwind: „..w...ar..um ha..st du e...s mmir n-“, sie spuckte Blut, „icht… Gg..esagt...“ Holunderschweifs Augen füllten sich mit Tränen, der Anblick ihrer verwundeten Schwester schockte sie schwer: „Ich dachte“, schluchzte sie. „Du würdest mich h...hassen.I...Ich hab mich so geschämt, aber, aber… ich wollte nicht dass“
    „F..ür Liebe muss man sich… nicht… s...sch...sch...schäme...n.“, hauchte die hellbraun getigerte Kätzin: „Ich… Liebe dich Schwester...“, ihr Brust hob und senkte sich ein letztes Mal. „NEIN! NICHT! GEH NICHT! ES IST ALLES MEINE SCHULD! HEIDWIND! DU DARFST NICHT TOT SEIN!“, Holunderschweif schrie verzweifelt, ihr Nase bohrte sich in das noch warme blutgetränkte Fell ihrer Schwester. „nein nein nein…!“, wimmert sie mit tränen erstickter Stimme.
    Ein warmer Pelz ummantelte den ihren: „Es tut mir so leid… Es ist alles meine Schuld!“
    Holunderschweif sagte kein Wort: „Sternen-Clan vergib mit! Du hast mich gewarnt. Du hast mir gesagt was passieren würde… ich war so dumm… ein Mäusehirn… Fuchsdreck. Ich hätte es verdient verstoßen zu werden. Aber… warum sie, warum nur sie? Warum das einzige was mir mein Leben lang halt gegeben hat, sie war mehr als nur eine Schwester, sie war mehr als nur eine Freundin. Wieso hast du das zugelassen, ihr habt zugelassen das sie STIRBT.Ihr seid es nicht WERT zu euch auf zu sehen! Ihr habt zugelassen dass sie stirbt, von einem Monster überfahren zu werden statt einen edlen Kriegertod zu sterben, für ihren Clan zu sterben! Jetzt wollt ihr mich dafür verantwortlich machen. Ihr wusstet es die ganze Zeit. IHR WUSSTET DAS SIE STERBEN WÜRDE! Ich werde nie NIE mehr zu euch aufschauen, LIEBER STERBE ICH, SO WIE SIE ES MUSSTE!“

    8
    ((bold))((big))Kapitel 7((ebold))((ebig)) Der leuchtende Mond thronte hoch am dunklen Nachthimmel und warf sein glänzend helles Licht auf die sich im
    Kapitel 7


    Der leuchtende Mond thronte hoch am dunklen Nachthimmel und warf sein glänzend helles Licht auf die sich im Wind wiegenden Bäume. Das einzige was zu hören war, war das rascheln der Blätter im Wind und die schluchzenden Katzen am Grund des Felsenkessels. Die Köpfe der Katzen waren gesenkt und die Augen aus Trauer geschlossen. Jede Katze des Clans hatte sich in dieser kühlen Nacht in der Mitte des Donner-Clan Lagers versammelt um Heidewind ein letztes Mal die Ehre zu erweisen.
    Rehfell hatte ihre Nase tief in Heidwinds Pelz versenkt, ihre Tränen befeuchteten den Kalten Leblosen Körper ihrer geliebten Tochter. Sie wimmerte und betete ununterbrochen zum Sternen-Clan: „Warum musstest du sie mir auch noch nehmen? Hat Wieselbiss dir nicht
    gereicht?“ Manchmal wurde sie laut und erschreckte die anderen Katzen die ebenfalls die Totenwache hielten. Jede Katze im Clan hatte die junge fleißige Kätzin geliebt und bewundert. Keiner wusste wieso der Sternen-Clan sie schon so früh zu sich holen musste…Holunderschweif gab dem Sternen-Clan die Schuld, sie war sich sicher, er hätte sie retten können. Doch sie ließen sie sterben, nur um ihr zu zeigen, dass sie eine Falsche Entscheidung getroffen hatte. Doch Holunderschweif würde nichts ändern, sie war eine freie Kätzin und alt genug selbst ihr Leben zu bestimmen. Sie konnte selbst entscheiden wen sie liebte, wem sie vertraute und mit wem sie ihre Zeit verbrachte. Sie hatte so hart gearbeitet bis zu diesem Punkt in ihrem Leben zu kommen, doch Heidewinds Tod war keines ihrer Ziele. Seit sie ein Junges war wollte sie einmal den Donner-Clan anführen, eine exzellente Kriegerin werden und ihre Familie bis in den Tod schützen…
    Holunderschweif lehnte dich an Rehfell an dem Toten Körper Heidewinds. Sie hatte die Nase in die Schulter ihrer Mutter gegraben und weinte, weinte weil es ihre Schuld war, ihr Fehler, ihre Dummheit. Sie hätte Heidewind retten können, wäre sie schneller gelaufen, hätte sie sie schneller bemerkt, hätte sie sich diese Nacht nicht mit Rory getroffen. Ihre Gedanken bestanden nur noch aus Selbstzweifel und Vorwürfen an sich selbst. Doch sie war die einzige die ihr Vorwürfen machte, denn niemand kannte die Wahre Geschichte über den Tod ihrer Wurfgefährtin. Niemand würde es jemals erfahren, sonst könnte sie nicht beim Clan bleiben, nicht bei ihrer Familie und ihren Freunden.
    Holunderschweif und Rory trugen den Toten Körper ihrer Schwester den ganzen Weg bis zum Donner-Clan Territorium. Dann hatten sie sich schweigend verabschiedet, Rory hatte ihr traurig und gekränkt hinterher geschaut, sich selbst als den Schuldigen abgestempelt. Holunderschweif hatte Heidewind zum Lager gezogen und Fuchszahn der Wache hielt hatte sie entdeckt und Böenstern Bescheid gegeben. Holunderschweif erzählte Böenstern, dass sie spazieren und auf eine Fremde Geruchsspur gestoßen war welche aus dem Donner-Clan Lager herausführte, sie sagte sie wäre der Spur gefolgt und sei dann auf den großen Donnerweg gestoßen. Heidewind war ihr gefolgt und ein Monster hätte sie dann erwischt, sie war sofort tot. Der Clan glaubte ihr, sogar Rehfell, normalerweise war sie sehr skeptisch. Doch niemand stellte weitere Fragen.
    Böenstern leidete am meisten, Heidewind und er waren erst vor Kurzem Gefährten geworden. Der Donner-Clan Anführer drohte förmlich an seiner Trauer um seine Liebe zu ersticken. Er hatte seinen Kopf neben den ihren Gelegt und leckte ihr alle paar Minuten den Kalten Pelz. Seine Tränen flossen auf den Boden und seine Schluchtzer hallten durch die Nacht. Holunderschweif traute sich nichts zu sagen, sie wusste der Kater würde ihr nie verzeihen. Ihm war bewusst dass sie schuld war an dem Tod seiner Gefährtin.
    Der Wind berührte ein letztes Mal Heidewinds Körper, dann verschwand er in der feuchten Erde. Im Sterne-Clan, da war sich Holunderschweif sicher, würde es keinen Wind geben, oder raschelnde Bätter. Sie sah in das Loch, es war klein, aber passend für ihre Schwester. Heidwind war eine zierliche Kätzin, das war sie schon immer. Mottenpelz und Vogelauge begannen Erde in das Loch zu schütten. „Hilfe wär ganz schön!“, krächzte Mottenpelz. „Jetzt sei nicht so, Mottenpelz!“, Vogelauge sah in Böse an. „Schließlich hat sie gerade ihre Schwester verloren. Wie hast du dich gefühlt als Luchspelz starb.“ Mottenpelz grummelte noch etwas, doch dann führte er seine Arbeit fort. Holunderschweif tappte betrübt zum Loch und starrte hinein. Eigentlich hätte sie nicht mitkommen sollen, Rehfell hatte Recht gehabt, es deprimierte. Mehr als das, es zerstörte einen. Vogelauge und Mottenpelz schütteten den letzten Rest Erde auf Heidewinds Grab und drückten dann die oberste Schicht fest. Vogelauge drehte sich dann zu ihr um und legte ihren Schweif auf Holunderschweifs Rücken: „Ich weiß wie du dich Fühlst, Liebes. Jeder im Clan weiß das.“ Holunderschweif sah der alten Kätzin trauend in die verständnisvollen Augen: „I...ich bin schuld.“, wisperte sie. Vogelaugen leckte ihr über die Wange: „Mäusedreck. Niemand ist Schuld an Heidewinds Tod. Weder du, noch das Monster welches sie getötet hat. Heidewind kennt Donnerwege seit sie klein ist, auch ihre Gefahren kannte sie. Es hört sich hart an, Liebes, doch Heidewind ist selbst Schuld an ihrem Tod. Es gab nur bestimmt Faktoren die dazu geführt haben. Und ja, du warst einer dieser Faktoren, doch du hast sie nicht getötet! Du trägst keine Schuld“, sagte sie mit Nachdruck. Dankbar nickte Holunderschweif, sie reckte die Nase in den Wind, um noch ein letztes Mal den lieblichen Geruch ihrer Schwester einzuatmen. „Danke Vogelauge, du hast mir sehr geholfen. Ich werde noch lange um sie trauern, aber jetzt weiß ich dass es ein ...Unfall war.“ Die alte rot-braune Kätzin nickte
    schnurrend und leckte ihn noch einmal die Wange, trat dann zu ihrem Gefährten Mottenpelz und ging mit ihm in den Ältestenbau zurück. Holunderschweif setzte sich an das Grab Heidewinds und schloss die Augen, sie fühlte die Nähe ihrer Schwester und ihren Geruch. Es war als würde die junge Kätzin vor ihr stehen und sie anstarren. Holunderschweifs geschlossenen Augen füllten sich mit Tränen: „Du warst eine wundervolle und edle Schwester, ich werde dich nie vergessen. Ich weiß, das ich eine große Schuld habe an deinem Tod. Hättest du nur auf mich gewartet… Ich hätte es dir erklären können, du weißt dass du mir mehr Wert bist als alles andere auf dieser Welt. Du hättest mir die Wange geleckt und mir gesagt wie lieb du mich hast und das alles wieder gut wird. So wie du es früher immer getan hast. Ich weiß… in letzter Zeit war es kompliziert zwischen uns, aber das hätte sich wieder gelegt. Es wäre wieder so geworden wie früher. Ich bin dir eine Erklärung schuldig, Schwester, das weiß ich. Ich hätte es dir schon früher erzählen sollen, das werde ich jetzt tun, obwohl es eigentlich schon zu spät ist… Also… vor etwa einem Mond traf ich Rory an der Schatten-Clan Grenze. Es war der Kater den du gestern mit mir gesehen hast. Wir verabredeten uns bei Mondhoch, aber ohne jegliche Absichten. Dann rannten wir aus dem Gebiet der Clans, wo keine Gesetze herrschen. Dort wo wir auch gestern waren…
    Nach einiger Zeit wurde aus Freundschaft Liebe. Ich liebte ihn Heidewind, und tu es noch immer. Mir waren die Risiken egal, der Nervenkitzel jeden Abend aus dem Nest zu schlüpfen war es mir wert. Weil ich ihn Liebe und er mich. Du liebtest Böenstern, deshalb… weißt du vermutlich wie sich das anfühlt, geliebt zu werden. Nicht die Liebe zwischen dir und mir, sondern die Liebe die man plötzlich empfindet, nur wenn man die Person ansieht, seinen Atem im Pelz spürt oder seine Stimme hört. Wenn einem die Nackenhaare aufstehen und man dieses Kribbeln im Bauch spürt…
    Es tut mir Leid, dass du diese Liebe nur kurz spüren konntest, Heidewind, es tut mir so unendlich Leid.“

    9
    ((bold))((big))Kapitel 8((ebold))((ebig)) Am nächsten Tag nahm der gewohnte Clan Alltag wieder wie gewohnt seinen Lauf. Jeder erledigte seine ihm auf
    Kapitel 8


    Am nächsten Tag nahm der gewohnte Clan Alltag wieder wie gewohnt seinen Lauf. Jeder erledigte seine ihm aufgetragenen Pflichten, wie als wäre nichts gewesen, so auch Holunderschweif. An diesem nebeligen Tag war sie noch vor Sonnenaufgang aus ihrem Nest geschlüpft um den Tag zu nutzen, Maulbeerpfote zu trainieren. Holunderschweif hatte nicht vor Rory die nächsten Tage wieder zu treffen, auch wenn es ihr das Herz brach. Sie konnte noch nicht gehen, die Erinnerungen an Heidewind waren noch zu frisch und ihr Tod noch unvergessen. Deshalb verdrängte sie jeden Gedanken an Rory oder Heidewind und versuchte sich durch das Schülertraining abzulenken. Es funktionierte besser als sie gedacht hatte, also Trainierten sie bis Sonnenhoch das Jagen und bis kurz vor Sonnenuntergang das
    Kämpfen. Dies hatten sie allerdings gemeinsam mit Schlammpfote absolviert. Noch war kein neuer Mentor für den Kater ernannt worden, doch Holunderschweif war bewusst wie tief der Schmerz bei Böenstern noch saß. Sie wollte unter keinen Umständen an ihre Schwester erinnert werden, deshalb redete sie Böenstern auch nicht darauf an. Maulbeerpfote und Schlammpfote hatten viel Spaß am Training, denn sie achteten mehr als sonst auf ihre Perfektion um Holunderschweif glücklich zu machen. Als die drei Katzen dann durch das Unterholz schlüpften und auf dem Pfad direkt zum Lager liefen wurde es noch etwas dunkler und Holunderschweif war mulmig zu Mute. Sie hatte zwar dem Sternen-Clan abgedankt und sich gänzlich von ihm abgewandt, doch hieß dies nicht, dass sie an seiner Existenz zweifelte. Sie erkannte Zeichen vom Sternen-Clan nach wie vor und das was sie gerade am Himmel sah waren keine Gewöhnlichen Regenwolken. Der Himmel hatte sich rasch verdunkelt, so rasch, dass es eigentlich nicht möglich war. Den ganzen Tag schien die Sonne, nur am Morgen lag dichter Nebel über dem Wald. Dieser war allerdings schnell wieder weg gezogen als die Sonne ihrer Ersten Strahlen über das Land schickte.
    „Lasst uns etwas schneller laufen!“, ein ernster und angespannter Ausdruck lag auf Holunderschweifs Gesicht. Die beiden Schüler nickten und beschleunigten ihre eh schon kleinen Schritte, als wüssten sie wie Holunderschweif dass irgendetwas nicht stimmte. Die kleine Katzengruppe rannte durch den sich schnell verdunkelnden Wald als wäre ein Fuchs ihnen auf der Spur. Das Lager, welches klein und unverwandt wirkte kam in ihr Sichtfeld, sie beschleunigten die letzten Meter und brausten wie ein Wirlbelwind ins Lager hinein.
    „Warum zum Sternen-Clan?“
    „Hat jemand dein Hirn als Schmutzplatz benutzt?“
    „Das ist nicht fair, wir sollten wie alle anderen zu Kriegern ernannt werden.“
    Holunderschweif fuhr erschrocken herum, um den Anführerbau hatten sich alle Katzen des Clans versammelt und riefen Beschimpfungen und Drohungen in den Finsteren Himmel.
    „Der Sternen-Clan ist unzufrieden, siehst du das denn nicht?“, fauchte ein Kater, den Holunderschweif als Akazienfrost analysierte. Maulbeerpfote drückte sich verängstigt an Holunderschweifs Pelz und legte ihre Ohren an. Schlammpfote hatte die Augen auf gerissen und seine Fell erschrocken aufgestellt. „Ganz Ruhig...“, miaute Holunderschweif zu den beiden Jungkatzen hinunter. Sie atmete tief durch und sah sich dann in der Menge um. Als sie Wolkenherz in der Nähe der Kinderstube wütend fluchen sah trabte sie mit samt den Schülern auf sie zu. „Wolkenherz! Was ist denn passiert? Gerade sind wir vom Jagen gekommen und auf einmal sind alle in Aufruhr.“, mit zusammen gekniffenen Augen sah sie gespannt zu der kleinen dicken Kätzin herab. Wolkenherz unterbrach ihr geschimpfe und drehte sich zu ihr um: „Holunderschweif!“, rief sie fast schon erfreut, „Böenstern hat beschlossen eine neue Regel einzuführen.“ Holunderschweif riss entsetzt die Augen auf: „Bitte was?“ Wolkenherz sagte über die immer noch laut protestierende Menge hinweg: „Kampfpelz ist vorhin zu Böenstern gegangen und hat ihm berichtet, dass Frostpfote und Zapfenpfote bereit wären geprüft zu werden. Böenstern hat nur den Kopf geschüttelt und gesagt er würde sie nicht prüfen. Kampfpelz ist fast ausgerastet, naja… Er ist ausgerastet.“ Wolkenherz stockte kurz und blickte dann niedergeschlagen zu Boden: „Aber mit -ich werde sie nicht prüfen- hat er nicht das gemeint was man nun etwa vermuten würde.“ Schlammpfote und Maulbeerpfote sahen sie mit vor Entsetzen weit auf gerissenen Augen an. „Es wird eine neue Prüfung geben… Nicht nur für Frostpfote und Zapfenpfote sondern für alle nachfolgenden Schülergenerationen.“
    „Und wie lautet die neue Prüfung?“, presste Schlammpfote heraus bevor Holunderschweif dasselbe fragen konnte. Wolkenherz richtete ihren wütenden Blick auf Schlammpfote, doch ihre Wut galt nicht ihm: „Die Schüler müssen auf die Berge wandern und dort pro Schüler
    eine Silberdistel finden, welche sie dann zurück zum Donner-Clan bringen.“ Holunderschweif atmete verwirrt aus: „A...aber, die Berge sind gefährlich. Nicht einmal ausgewachsene und erfahrenen Krieger würden alleine oder zu zweit in die Berge wandern. Und dann auch noch ganz nach oben… Dort gibt es ja fast keine Beute… außer vielleicht ein paar Greifvögel.“ Wolkenherz nickte grimmig: „Verstehst du jetzt, wieso hier alle so wütend sind. Böenstern lässt sich nicht umstimmen. Er ist in seinem Bau und spricht mit niemanden. Apfelschimmer sagte, es sei wegen Heidewinds Tod. Er sei wütend und… will Rache. Aber er soll die Schüler nicht leiden lassen, sie können nichts dafür. U...und meine Jungen müssen das auch durch stehen. Holunderschweif, er darf das nicht. Er…Er…“ Die kleine weiße Kätzin brach in Tränen aus. Holunderschweif senkte den Kopf und stützte sie. „Komm. Ich bringe dich in die Kinderstube. Aufregung tut dir in deinem Zustand nicht gut.“ Sie leitete die Trächtige junge Kätzin zu ihrem Nest und ließ sie dann alleine: „Keine Sorge, Wolkenherz. Wir bekommen dass schon irgendwie hin...“. Fuchszahn würde dann schon nach ihr sehen. Mit unruhigem Blick stolzierte sie mitten in die Menge hinein. Akazienfrost unterhielt sich laut protestierend mit Klanghimmel, Mandelbeere und Fuchszahn. Apfelschimmer stand im Eingang des Anführerbaus und redete auf eine am Boden kauernde weiße Gestalt ein, Böenstern. Der Kater wirkte nicht Traurig sondern Wütend, er sah nicht so aus als würden ihn die Beleidigungen oder Vorwürfe stören. Ganz im Gegenteil, er hatte ein hämisches Lächeln auf den Lippen und wirkte entschlossener denn je seinen Plan umzusetzen. Auf einmal erhob er sich und blickte über seine Katzen hinweg, er machte ein paar Schritte hinaus ins Freie und kniff dann die Augen zusammen. Schlagartig wurde es ruhig, die Katzen sahen missmutig und wütend zu ihrem Anführer hinauf. Böenstern erhob die Stimme gebieterisch über seinen Clan: „Ab diesem Tage an, wird es eine neue Schülerprüfung geben.“ Wolkenherz steckte ihren Kopf aus der Kinderstube und sah ebenfalls zu ihm hinauf. „Die Schüler werden, sobald sie voll ausgebildet sind, mit ihrem Wurfgefährten in die Berge wandern!“
    „Etwa ganz alleine?“, knurrte Kampfpelz Böenstern an, andere schlossen sich an.
    Böenstern beachtete den schwarzen Kater nicht und redete weiter: „Sie gehen mit der Aufgabe, eine Silberdistel zu finden, in die Prüfung. Da es diese nur in den Bergen gibt, werden sie auch dort hin geschickt. Pro Schüler eine Blume.“
    Holunderschweif war verzweifelt, wie konnte man ihm das nur wieder ausreden.
    „Und wozu? Wieso sie in Lebensgefahr bringen? Sie werden das nicht überleben, sie sind noch viel zu unerfahren und noch nicht mal ausgewachsen. Wie sollen sie gegen einen Fuchs oder gar einen Dachs gewinnen können?“, fauchte Fuchszahn und bleckte die Zähne.
    „Diese Prüfung, wird zeigen wer ein Echter Krieger ist und wer verdient hat seinen Kriegernamen zu bekommen. Damit...“, er spannte die Muskeln an, „so jemand wie Heidewind, nicht als Krieger zu gelassen wird.“
    Augenblicklich verstummten alle Katzen, alle Protestrufe und Drohungen. Alle starrten den Weißen Kater fassungslos an. In Holunderschweifs Bauch spannte sich ein fester Knoten. Alles schien wie in Zeitlupe, keiner wagte es einen Ton von sich zu geben oder auch nur zu Atmen. Böenstern nutzte den Augenblick der Stille und erhob wieder das Wort: „Keine Donner-Clan Katze wird mehr so Mäusehirnig sein und wegen eines Monsters sterben. Keine Katze wird mehr Angst kennen. Keine Katze wird mehr das Territorium verlassen wollen.“ Sein scharfer Blick brannte sich tief in Holunderschweifs Pelz, der Letzte Satz war an sie gerichtet. „Niemand wird mehr grundlos sterben und wenn doch, dann war er seinen Kriegernamen nicht wert.“, brüllte er in die Menge, sein wütender, funken sprühender Blick erstarrte die Katzen unter ihm. Einige Augenblicke waren alle Fassungslos und rührten sich nicht, dann flog plötzlich ein getigerter Pelz durch die Luft und zerriss die Stille mit einem
    Ohrenbetäubenden Wütenden Schrei, scharfe Krallen blitzten auf und landeten in dem langen weißen Fell des Anführers. Das Geschrei ringsherum wurde immer lauter und verebbte dann Sekunden später wieder. Holunderschweif richtete sich auf, spähte mit gesträubten Fell durch die Katzenpelze hindurch. Böenstern stand noch immer auf der kleinen Anhöhe, doch mit seiner rechten Pfote hatte er einen kleinen Tigerkater fest im Griff. Holunderschweif stockte der Atem, ihr Herz pumpte so schnell wie noch nie in ihrem ganzen Leben. In Böensterns Pranke baumelte Zapfenpfote, welcher seine Augen merkwürdig verdreht hatte und sich nicht mehr regte. Ob sein Herz noch pumpte oder nicht war nicht zu erkennen. Ein Markerschütternder spitzer Greller Schrei hallte über das gesamte Lager hinweg: „NEIN! ZAPFENPFOTE!“

    10
    ((bold))((big))Kapitel 9((ebold))((ebig)) Eine große silbergraue Kätzin mit gelben Augen rannte über die Lichtung, in ihrem Mund ein Zweig voll Spi
    Kapitel 9


    Eine große silbergraue Kätzin mit gelben Augen rannte über die Lichtung, in ihrem Mund ein Zweig voll Spinnenweben. „Aus dem Weg!“, fauchte sie und schlug sich durch die Katzenmenge, welche hilflos auf den Körper des kleinen Tigerkaters starrten. Vorne stand Böenstern, eine Pfote auf den Bauch des Katers gestemmt, sie war blutbeschmiert. In den Augen des Anführers brannte Zorn: „Ihr werdet euch an diese Regel halten, oder euch widerfährt das selbe Schicksal wie diesem jungen Kater.“
    Die silbergraue Kätzin stürzte zu Zapfenpfote und kniete sich vor ihn, ihre Pfoten bearbeiteten den Körper, sie flüsterte: „Er lebt noch!“ Böenstern nickte und sah missbilligend zu der Heilerin hinunter: „Das nächste Mal nicht mehr!“
    Mandelbeere stürzte nach vorne, beschnupperte sorgenvoll ihren Sohn und erhob sich dann in ihrer Vollen Größe. Ihr scharfer Blick traf Böenstern, doch sie sagte nichts. Gemeinsam mit Stachelbeersee trug sie den Kater in den Heilerbau, ein paar der versammelten Katzen rannten ihnen nach. Böenstern räusperte sich, wodurch er die Krieger zum stillstand brachte: „Sobald Zapfenpfote wieder fit ist, werden Frostpfote und er ihre Kriegerprüfung bestreiten.“
    „Aber sie wissen doch gar nicht wie die Pflanze aussieht!“, rief Holunderschweif ohne zuvor darüber nachgedacht zu haben. Sie konnte einfach nicht zulassen, dass diese beiden jungen Katzen alleine in die Berge geschickt werden.
    Böenstern kniff die Augen zusammen und sofort wurde Holunderschweif bewusst, dass dies genau seine Absicht war. Er wollte dass die Schüler die Silberdistel nicht erkannten um noch länger bleiben zu müssen, denn lange konnten sie in den Bergen niemals überleben.
    Die Katzenschar murmelte ihre Zustimmung, jeder Blick war auf Böenstern gerichtet, jeder schien den weißen Kater durchschaut zu haben.
    „Jemand sollte mitgehen!“, sagte Apfelschimmer tonlos, sie war sich dem Risiko ihrer Worte bewusst, doch sie war nicht ohne Grund zur 2. Anführerin ernannt worden. Der Weiße Kater schluckte schwer: „Holunderschweif.“ er richtete seinen Blick auf ihre hellgrünen Augen. „Wenn du denkst, sie würden es nicht finden...“ Er rang um jedes Wort, denn jedes dieser Wort kam unfreiwillig über seinen Mund. „...dann kommst du eben mit ihnen“ Alle Katzen zogen scharf die Luft, Holunderschweif trauter ihren Ohren kaum. Hatte Böenstern ihr gerade wirklich gesagt sie würde die Jungkatzen begleiten: „A...aber“
    „Na schön! Dann werden sie den Weg alleine bestreiten müssen.“ Ahornfrost fing an zu knurren, Frostpfote drückte ihre Nase in das Fell ihres Vaters. Ahornfrosts Blick streifte flehende den ihren. Wenn sie sich entschloss hier zu bleiben, war das der sichere Tod der beiden Schüler.
    „Warte.“, Holunderschweif reckte den Kopf, „ich werde mit ihnen gehen!“ Alle Katzen
    drehten sich zu ihr um. Bewunderung und Dankbarkeit zeigte sich in deren Gesichter. Sie selbst wusste wie groß die Gefahr war in den Bergen zu sterben, doch sie könnte es sich niemals verzeihen Schuld am Tod der Schüler zu sein. Sie tat es für den Clan, für Mandelbeere und Ahornfrost. Eine kleine schlanke dunkelgraue Kätzin sah sie an. In ihren Augen schimmerten Tränen, sie war dankbar und traurig zu gleich. Frostpfote nickte ihr anerkennend zu und verschwand im Heilerbau um nach ihrem Bruder zu sehen.
    Böenstern nickte nur, verschwand dann griesgrämig in seinem Bau und ließ sich nicht mehr Blicken. Die Clan-Katzen verharrten noch einen Moment in ihrer Position und zerteilten sich dann in alle Richtungen des Lagers. Holunderschweif sank an Ort und Stelle zu Boden, sie hatte augenblicklich Bauchschmerzen bekommen. Dazu kam die wiederaufkommende Trauer um Heidewind. Sie hatte die Augen geschlossen und ihre Gedanken drifteten in eine andere Welt ab. Sie war so weit weg, dass sie nicht bemerkte als sich ein warmer Pelz an sie kauerte und ihr behutsam die Wange leckte. Die Katze sagte nichts, doch die bloße Anwesenheit ließ sie sich in Sicherheit fühlen. Der ganze Stress und die Trauer stiegen ihr zu Kopf, sie spürte das erste Mal seit Heidewinds Tod wie sie zur Ruhe kam.

    Wie lange sie geschlafen hatte, war ihr nicht bewusst gewesen, nur dass sie seit langem nicht mehr so gut geschlafen hatte wie in diesem Moment der Schwäche. Holunderschweif blinzelte sich die Müdigkeit aus den Augen um dann die Wärmequelle neben ihr zu inspizieren. Erstaunt riss sie die Augen auf, als sie den grauen dichten Pelz Steinkralles neben sich liegen sah. Erst starrte sie ihn unverwandt an, dann weitete sich ihr Blick. Dank ihm hatte sie sehr gut geschlafen. Zum Ersten Mal war sie dankbar um die Anwesenheit des Katers. Als sie sich dabei ertappt, Steinkralle immer noch anzustarren öffnete Steinkralle seine bernsteinfarbenen Augen. Ihre Blicke trafen sich, schnell wandte Holunderschweif den Blick zu Seite. „Gut geschlafen, liebes?“, raunte der Kater und sah sie weiterhin an. Holunderschweif hatte den Blick noch immer abgewandt: „Bestens.“ Steinkralle fing an fröhlich zu schnurren, doch Holunderschweif beachtete ihn nicht weiter. Sie meinte wieder Schmerzen im Bauchbereich zu spüren und lächelte, einen Vorwand für ein Verschwinden zu haben: „Steinkralle, ich habe fürchterliche Bauchkrämpfe. Ich werde Stachelbeersee einen kleinen Besuch abstatten. Nur zur Sicherheit...“ Sie unterdrückte ein Lachen. Der Graue jedoch wurde sofort besorgt: „Ich komme mit.“ Entgeistert fuhr Holunderschweif zu ihm herum: „Ich finde den Weg auch alleine, danke.“ Entgegnete sie kühl. Doch der Kater nickte nur, er schien nicht beleidigt durch ihren schnell wechselnden Tonfall. Also erhob sich Holunderschweif und trabte gemächlich zum Heilerbau, sie wollte Zapfenpfote besuchen. Als sie eintrat schlug ihr ein kräftiger Geruch frischer Kräuter entgegen, instinktiv zog sie die Nase kraus. Suchend sah sie sich um: „Stachelbeersee?“ Hinter einem breiten Felsen lugte Sekunden später ein kleiner lieblicher Katzenkopf hervor: „Holunderschweif, schön dass du endlich vorbei kommst!“ Die schlanke Heilerin ging hinter dem Fels hervor und gesellte sich zu Holunderschweif. „Wurde Zeit, dass du mir einen Besuch abstattest!“ Holunderschweif zog erwartungsvoll die Stirn kraus: „Ich wollte eigentlich nur nach Zapfenpfote sehen, wie geht es ihm?“ Die beiden Katzen setzten sich: „Nun… Er hätte es fast nicht überstanden.“ Auf einmal bemerkte Holunderschweif wie gebrechlich und kaputt die junge Heilerkatze eigentlich aussah, die letzten Stunden schienen eine Tortur für sie gewesen zu sein. Bei den Worten der Heilerin verzog sich die Miene Holunderschweifs, er war noch ein so junger und agiler Kater, er hätte es noch nicht verdient zu sterben. „Wie lange wird er brauchen um seine… Prüfung… bestreiten zu können?“, sie fuhr ihre Krallen wütend ein und aus. Stachelbeersee sah Holunderschweif tief in die Augen: „Glaub mir Holunderschweif, ich werde alles Versuchen um es so gut wie möglich hinaus zu zögern.
    Aber im Moment sieht es so aus als ob es noch etwa einen viertel Mond dauern würde.“
    Holunderschweif schloss nachdenklich ihre schönen hellgrünen Augen. Was würde es dem jungen Kater nützen diese Aufgabe hinaus zu zögern? Vielleicht konnte ja seine Wurfgefährtin in dieser Zeit noch ein paar wichtige Kampftechniken erlernen…
    Würde man Böenstern in dieser Zeit vielleicht noch umstimmen können? Was wenn nicht, würde sie dann vielleicht auch ihr Leben in den Bergen lassen? Und… Was wäre mit Rory?
    „Danke Stachelbeersee…“, die hellbraune Kätzin sah in die gelben Augen der Heilerin. Diese schüttelte den Kopf: „Jeder hier im Clan sollte sich bei dir bedanken. Nicht umgekehrt.“ Nach einer kurzen Pause der Stille sagte die graue Heilerin dann: „Doch Holunderschweif… Wieso gehst du in deinem Zustand in die Berge?“ Der tiefe durchdringende Blick bohrte sich in ihren Pelz. „W… was meinst du?“, murmelte Holunderschweif unsicher. Pflaumensee zwickte die Augen zusammen: „Dass du Junge erwartest, das meine ich…“


    11
    ((big))((bold))Kapitel 10((ebig))((ebold)) Zum ersten Mal wurde Holunderschweif bewusst, wie es sich anfühlte Mutter zu werden. Zuerst glaubte sie de
    Kapitel 10


    Zum ersten Mal wurde Holunderschweif bewusst, wie es sich anfühlte Mutter zu werden. Zuerst glaubte sie den Worten der Heilerin nicht doch schnell wurde ihr klar, dass sie Recht hatte. Holunderschweif saß der Grauen Kätzin noch immer gegenüber, ihr Mund war leicht geöffnet um den Kühlen Wind einzuatmen. „Wie lange weißt du es schon?“, entfuhr es der braunen Kätzin atemlos.
    „Ein paar Sonnenaufgänge… Lass uns ein wenig spazieren gehen, ich habe noch ein paar Fragen an dich.“, Stachelbeersee erhob sich ohne auf eine Antwort abzuwarten, sie trabte elegant aus ihrem Bau hinaus. Holunderschweif erhob sich um ihr zu folgen. Gemeinsam trabten sie Pelz an Pelz aus dem Lager des Donner-Clans hinaus, Richtung Wind-Clan Grenze.
    „Von wem sind die Jungen“, die Heilerkätzin hatte ihren Blick stur gerade aus gerichtet. Holunderschweif schluckte, sie konnte nicht die Wahrheit erzählen: „Von Steinkralle.“, platzte es aus ihr heraus. Stachelbeerse entfuhr ein belustigtes Kicher, doch schnell wurde sie wieder ernst, kurz darauf verlangsamten sich ihre Schritte und blieb stehen. „Warum lügst du mich an, Holunderschweif. Glaubst du ich würde nicht wissen dass du dich beinahe jeden Abend aus deinem Nest schleichst und aus den Clan Territorien hinaus läufst?“ Holunderschweif blieb das Herz stehen, sie wusste es. Ihr wohl behütetes Geheimnis war nun kein Geheimnis mehr. Ihr Blick sank zu Boden, ihr Fell sträubte sich. Holunderschweif versuchte zu antworten doch ihre Stimme war weg.
    „Von wem sind die Jungen?“, wiederholte Stachelbeersee hartnäckig.
    „V… von… einem Einzelläufer…“, presst Holunderschweif hervor, nun flogen ihre aus Angst geweiteten Augen hinauf zu denen der Heilerin und versanken in ihrem Blick. Stachelbeersee versuchte aus ihrem Blick schlau zu werden doch es gelang ihr nicht. „Er heißt Rory, ich traf ihn an der Schatten-Clan Grenze.“, Holunderschweif bearbeitete den weichen Graßboden mit den Krallen, „ich habe mich später in ihn verliebt. Aber seit Heidewind uns gefolgt ist habe ich ihn nicht mehr gesehen.“ Stachelbeersee schien nicht wirklich überrascht: „Ich wusste dass deine Geschichte nicht stimmen konnte…“
    Holunderschweif blickte auf: „Wieso? Jeder hat mir geglaubt...“
    Ein belustigtes Schnurren drang aus Stachelbeersees Kehle: „Ich bin aber nicht jeder. Weißt du Holunderschweif, als ich noch jünger war, hatte ich ebenfalls Gefühle für einen Kater. Doch uns trennte nicht nur mein Heiler dar sein. Für ihn hätte ich sogar den Donner-Clan
    verlassen.“ Die graue Schönheit erhob sich und ging weiter durch den Wald,
    Holunderschweif folgte ihr rasch: „Erzähl mir von ihm.“, miaute sie begierig. Stachelbeersees Blick wurde düsterer, doch sie atmete tief durch und erzählte von ihrer Vergangenheit ohne mitleidig wirken zu wollen: „Ich war noch eine junge Heilerin, Finkenruf war sogar noch am Leben. Ungefähr sechzehn Monde müsste ich alt gewesen sein. Das erste Mal begegneten wir uns an der Großen Versammlung, der Donner-Clan war an diesem Tag der letzte der Eintraf, daran erinnere ich mich genau.“, ihr Blick führ hoch zu den Wolken, „Alle sprachen heimlich über uns. Nur einer nicht, er saß reglos neben seinen Clan Gefährten. Er gehörte dem Schatten-Clan an, doch er war keine Typische Schatten-Clan Katze, viel lieblicher und offener… Naja, jedenfalls trabte ich auf ihn zu, setzte mich und dann wurden wir Freunde. Seit diesem Tag habe ich ihn erst wieder zwei Monde später getroffen. Bei Halbmond. Es stellte sich heraus, dass er Heiler werden wollte. Aber ich sah ihm an dass er das nicht wollte. Er hatte es nicht aus der Liebe zum Heilen getan, sondern aus der Liebe zu mir. Schnell bemerkte ich dass meine Gefühle für ihn ähnlich waren und wir begannen uns heimlich zu treffen. Der Sternen-Clan war sehr wütend musst du wissen, deshalb haben wir aufgehört uns zu treffen obwohl es uns das Herz brach. Kurze Zeit später wurde er wieder Krieger, ich blieb Heilerin.“ Stachelbeersee sah traurig zu Boden: „Eines Tages, kam es zum Kampf zwischen dem Donner- und Schatten-Clan. Ich war ebenfalls dabei, es war einer der Größten Kämpfe der Clan Geschichte. Abgesehen von denen zu Feuersterns Lebzeiten. Alle Kämpften, selbst die Jungen und auch Finkenruf und ich. Naja, was passierte weißt du ja. Nicht nur Finkenruf starb, Flockenpfote, Eulentraum und Sprungjunges auch. Ich musste mit ansehen wie mein Mentor und mein Geliebter vor meinen Augen starben. Er hatte so hart gekämpft, mich hatte er nicht angerührt. Doch in den Blicken die er mir zu warf lag Traurigkeit und Reue. Er wollte diesen Kampf nicht… „ Ein leises Wimmern durchbrach die Stille des Waldes, Stachelbeersee lies sich zu Boden fallen. „Ich habe ihn so sehr geliebt.“, wimmerte sie, ihre Augen schimmerten glasig. Holunderschweif stürzte zu ihr hinab und berührte ihre Nase: „Ich weiß wie du dich fühlst...“
    „Versprich mir eins, Holunderschweif, mach nicht den selben Fehler wie ich. Lass nicht zu dass er geht, lass nicht zu dass die Clans zwischen euch stehen.“ Mitleidig senkte die braune Kätzin den Kopf: „Nur wie… Die Jungen… ich… wie?“
    „Steinkralle.“, sagte Stachelbeersee tonlos, ihr Blick traf Holunderschweifs. „Seinkralle wird der Vater deiner Jungen werden, sonst wirft dich Böenstern aus dem Clan, wenn er erfährt dass ein Einzelläufer der Vater ist. Steinkralle wird es dir glauben, so wie er auf dich steht. Nur du musst ebenfalls so tun als würdest du ihn lieben. Verstehst du?“
    Erstaunt nickte sie: „Aber… Roy wird das nicht gefallen und mir auch nicht. Rory ist mein Gefährte.“
    Der mahnende Blick der Heilerin ließ sie erschaudern: „Wenn du es nicht tust, wird Böenstern dich raus werfen. Bedeutet dir der Clan den überhaupt nichts?“
    „Doch natürlich“, miaute Holunderschweif erschrocken. „Niemals würde ich den Donner-Clan verlassen...“ Stachelbeersee senkt den Kopf: „Nun… dann hast du keine andere Wahl.“ Der Wind zerwuschelte das seidige graue Fell der Heilerin, diese leckte es sich sofort wieder glatt: „Lass uns ins Lager gehen. Sonst kann ich mich gleich in den See stürzen um mein Fell wieder glatt zu bekommen“, miaute diese mürrisch und erhob sich auf ihre Pfoten. Holunderschweif folgte Stachelbeersee träge, ihr Gedanken wirbelten wie frisch aufgeschüttelte Federn durch ihren Kopf. Konnte sie zulassen aus dem Clan geworfen zu werden oder Rory zu verlieren. Beides schien undenkbar für die junge Kriegerin. Am liebsten würde sie sich mit Stachelbeersee in den See stürzen nur mit dem Unterschied nie wieder auf zu tauchen. Holunderschweif schüttelte sich diesen irsinnigen Gedanken aus
    ihrem Pelz und konzentrierte sich darauf durch die Brombeerbüschen zu schlüpfen ohne
    sich Büschel an Haaren auszureißen. Gemeinsam liefen die beiden Katzen durch das hohe Gras und die Grünen bis braunen Blätter. Blattfall näherte sich, Beute würde knapper werden und die Kälte würde bald an ihren Pelzen zerren. Holunderschweif zitterte bei dem Gedanken an Kälte, sie liebte die Wärme der Sonne. Doch am meisten ängstigte sie der Gedanke an ihre Jungen. Die meisten Blattfall-Junge starben, der Großteil an Kälte oder Krankheit. Obwohl sie Angst hatte und diese Jungen eigentlich nie gewollt hatte, sorgte sie sich um ihr Wohlergehen.
    Inzwischen hatte sich der Himmel ein Stück verdunkelt, dunkle Regenwolken hatten sich vor die Sonne geschoben und warfen jetzt lange Schatten auf den Wald und den See. Selbst das Moorgras schien weniger Grün als sonst. Holunderschweif hatte sich inzwischen von Stachelbeersee verabschiedet und trabte nun in die Mitte des Lagers zum Beutehaufen. Ihr sehnsüchtiger Blick fiel auf eine alte Maus und eine magere Drossel. Sie sah sich um, Apfelschimmer stritt mit Kampfpelz ob erst die Grenzpatrollie oder erst eine Jagtgruppe ausgesandt werden sollte und Wolkenherz beschwerte sich gerade bei Fuchszahn und Stachelbeersee weil sie das Lager verlassen wollte. Unglücklich trabte sie zu Apfelschimmer: „Ich werde jetzt jagen gehen sonst sterbe ich vor Hunger.“ Die sandfarbene Kätzin starrte sie überrascht an, sofort wandte sie sich an Kampfpelz zurück: “Siehst du. Der Beute Haufen muss aufgefüllt werden. Die Katzen haben Hunger.“ Sofort schallte das wütende knurren des ihr gegenüber durch das Lager: „Unsere Grenzen wurden seit gestern Morgen nicht erneuert!“
    Schnell wandte sich Holunderschweif ab und lief aus dem Lager Richtung See, sie sprintete aus dem Felsenkessel und preschte an den Hohen Eichen und Buchen des Donner-Clans vorbei. Als sie gerade an der alten Eiche vorbei rannte bemerkte sie den Geruch eines ihr bekannten Katers. Sofort wirbelte sie wütend herum: „Warum folgst du mir?“


    12
    ((bold))((big))Kapitel 11((ebold))((ebig)) Gelbe freundliche Augen brannten sich auf ihren Pelz: „Holunderschweif, ich bin es bloß.“ Der ihr gege
    Kapitel 11


    Gelbe freundliche Augen brannten sich auf ihren Pelz: „Holunderschweif, ich bin es bloß.“ Der ihr gegenüber lachte kokett. Erleichtert atmete sie aus: „Oh. Ich dachte es wäre Ro… ein Streuner… oder so etwas in der Art“ Holunderschweif lachte wenig überzeugt.
    Vor ihr stand Steinkralle und ließ seine Muskeln spielen, so wie immer um ihr zu imponieren. Holunderschweif hatte schon eine hitzige Antwort auf der Zunge gehabt welche nur darauf wartete ausgespuckt zu werden, doch da vielen ihr wieder Stachelbeersees Wort ein. Steinkralle wird der Vater deiner Jungen werden, sonst wirft dich Böenstern aus dem Clan, wenn er erfährt dass ein Einzelläufer der Vater ist.
    Holunderschweif erschauderte, Stachelbeersee hatte Recht. Sie musste die Gelegenheit beim Schopf packen: „Hast du vielleicht Lust -“
    „Na klar, ich würde gerne mit die jagen“, unterbrach sie der graue Kater charmant.
    Genervt rümpfte Holunderschweif ihre Nase: „Gut, ich freue mich.“ Es klang ein wenig gepresst, doch sonst machte sie ihre Sache gut. Gemeinsam gingen die Zwei Katzen die unterschiedlicher nicht sein könnten zum See. „Also, hast du heute Abend schon was vor?“, der kräftige graue Kater streifte mit seinem Schweif über ihre Nase, „ich dachte wir könnten erst etwas essen und dann einen Spaziergang durch den Wald machen. Bei Sonnenuntergang ist es immer sehr romantisch.“ Seine gelben Augen fixierten ihre grünen und warteten nur auf eine Antwort. Tief durch atmend antwortete Holunderschweif lieblich: „JA, das kling wundervoll. Ich würde gern mehr Zeit mit dir verbringen.“ Holunderschweifs Magen dreht sich um, sie schmeichelte ihm gerade wirklich. Steinkralle, den größten Macho des Clans.
    Ihr wurde schlecht: „Lass uns jetzt jagen!“ Schnell eilte sie voraus um ihn nicht länger
    ansehen zu müssen.
    Elegant und grazil kauerte Holunderschweif am Boden, setzte gekonnt eine Pfote vor die andere ohne jeglichen Ton. Gleich hab ich dich...gleich!
    Ein Knacken schallte durch den Wald, so laut wie zehn Monster. Das Eichhörnchen hob erschrocken den Kopf, fuhr herum und sprintete auf den nächsten Baum zu. Knurrend sprang Holunderschweif auf und setzte ihm geschwind nach. „Du gehörst mir!“, knurrte sie und beschleunigte, setzte zum Sprung an und riss dass Eichhörnchen mit einem Pfotenhieb vom Baum. Glücklich ließ sie sich zu Boden gleiten und hielt die Beute an ihrer Kralle baumelnd vor Steinkralle: „Deinetwegen wäre sie mir fast entwischt.“ Doch sie klang nicht anklagend sondern belustigt und zufrieden. Steinkralle drückte sich schnurrend an ihre Flanke und leckte ihr das Ohr und schnurrte laut. „Ich wollte nur testen ob du wirklich so flink bist wie alle behaupten.“, er sah sie verliebt an. „Lass uns ins Lager gehen, wir haben genug gefangen!“
    Das stimmte, dachte Holunderschweif, sie waren sehr fleißig gewesen und hatten fünf Beute Stücke ergattert. Steinkralle war wie sie ein sehr guter Jäger und es machte ihr Spaß mit ihm durch das Territorium des Donner-Clans zu jagen. Auch wenn sie seine Gefühle nicht erwidern konnte war es schön Zeit mit ihm zu verbringen. Inzwischen störte sie es auch fast nicht mehr, wenn er sie dauernd Liebes nannte oder verliebt um sie herum streifte.
    Holunderschweif nickte und nahm das Eichhörnchen in ihr Maul. Steinkralle nahm die Wühlmaus und die Spitzmaus an den Schwänzen in den Mund, sodass er noch etwas platz hatte für eine kleine Maus. Holunderschweif hatte zusätzlich noch einen Specht mitgenommen. Schwerstens bepackt trabten sie stolz ins Lager zurück. Als sie wenig später eintrafen lag das Lager ebenso friedlich verlassen dar wie wenige Stunde zuvor. Böenstern verließ seinen Bau immer noch nicht. Apfelschimmer stellte wütend knurrend die Grenzpatrollien zusammen und Wolkenherz stapfte übellaunig mit ihrem riesen großen Bauch durch das Lage und fauchte jeden an der ihr zu nahe trat. Rehfell zankte sich mit Spinnenpfote welcher ihr versuchte Birkensaft einzuflößen und die Schüler brachten mit hängenden Köpfen altes Nestpolster nach draußen. „Fühlt man sich ja gleich wohl… „, murrte Holunderschweif sarkastisch als sie das wilde Treiben begutachtete. Steinkralle welcher an ihrer Seite stand nickte: „Vielleicht sollten wir unser Treffen auf gleich verschieben. Sonst schlägt die schlechte Laune auf uns über.“
    Holunderschweif stimmt ihm zu und gemeinsam gingen sie den Felsenkessel hinab zum Frischbeutehaufen und legte ihre zahlreiche Beute ab. Die Bemerkungen der anderen Katzen ignorierten sie gekonnt. „Na endlich!“ und „Wurde aber auch Zeit!“ drang ihnen von allen Seiten in die Ohren. Steinkralle nahm die fette Wühlmaus und brachte sie in die Kinderstube. Maulbeerpfote schnappte sich den Specht und brachte ihn in den Ältestenbau, von dort drangen zufriedene Laute heraus als sie darin verschwand.
    Als alle versorgt waren nahm sich Holunderschweif das Eichhörnchen und trabte an eine Ruhige Stelle im Lager, wenig später trabte Steinkralle zufrieden a ihre Seit.
    „Ich hab auf dich gewartet“, schnurrte Holunderschweif und versuchte verführerisch zu klingen. Steinkralle ließ sich deben ihr nieder und nahm gierig einen Bissen von der Beute, dann schob er es Holunderschweif zu. Diese nahm lächelt einen Bissen und kaute genüsslich. Der frische Geschmack durchströmte ihren Körper und befüllte ihn wieder mit neuer Kraft: „Es ist wirklich sehr lecker, ich könnte mich reinlegen so gut ist das!“
    „Du hast es ja auch gefangen, da muss es gut sein!“, schnurrte er und sah ihr wieder in die Augen. Holunderschweif fühlt sich diesmal wirklich geschmeichelt. Was machte der Kater bloß mit ihr. Sie liebte Rory, nicht Steinkralle, rief sie sich wieder ins Gedächtnis. Als ihr Rorys Name durch den Kopf zog bemerkte sie erst, wie lange sie schon nicht mehr an ihn gedacht hatte oder wie lange ihr letztes Treffen her war. Sein Herz war inzwischen bestimmt schon gebrochen, sie hatte eiskalt den Kontakt abgebrochen. Und das schlimmste, gerade betrog sie ihn auch noch.
    Ihr lief es eiskalt den Rücken runter bei jeglichen Gedanken an ihn, doch sie konnte nicht aufhören an ihn zu denken. Sie vermisste ihn zu sehr. Er wusste noch nicht mal von ihren Jungen oder, dass sie in die Berge musste und vielleicht nie wieder zurück kehren würde…
    „Alles in Ordnung, Liebes?“, riss sie Steinkralles Stimme aus den Gedanken.
    „...ja… Natürlich, alles Bestens!“, sie schnurrte nicht, sie schleimte nicht. Gerade vermisste sie einfach nur seine Stimme, seine Nähe und Zärtlichkeit. Heute bei Sonnenhoch, da war sie sich jetzt sicher, würde sie ihn wieder sehen müssen, das war schon längst überfällig.
    Gedankenverloren nah sie noch einen Bissen des Eichhörnchens, dann stand sie auf und wand sich zum gehen.
    „Verlässt du mich schon?“, in seinen Augen glänzte die Traurigkeit, „denn… eigentlich wollte ich dich noch etwas fragen...“ Sein verunsicherter Blick richtete sich zu Boden. Holunderschweif starrte ich an: „Ähm… Na gut! Was… willst du mich denn fragen?“ Ihre Stimme klang nun ungewollt hoch und schrill in ihren Ohren. Steinkralle richtete sich zu seiner vollen Größe auf und sah in ihre klaren grün schillernden Augen: „Holunderschweif, willst du meine Gefährtin werden?“ Weder Verunsicherung noch Angst lag in seiner Stimme, nur der Wunsch ewig an ihrer Seite zu bleiben und das Verlangen.
    Holunderschweif glaube ihren Ohren kaum, hatte er sie nun tatsächlich gefragt. Hatte sie es wirklich geschafft ihn um die Pfote zu wickeln. Sollte sie es zulassen…
    „Ja, ich wäre sehr gerne deine Gefährtin.“, ausdruckslos antwortete sie ihm. Kurz hatte sie überlegt, kurz hatte sie gezweifelt, doch sie wusste dass es nur diesen einen Weg gab und nur diese Entscheidung würde alles verändern. Steinkralle strahlte: „Ich liebe dich.“ Schnurrend strich der graue stämmige Kater um sie herum: „Ich dachte nicht, du würdest meine Liebe erwiedern. Du hast immer gewirkt als ob du dich in meiner Nähe unwohl fühlen würdest.“ Er sagte das unbeschwert, doch Holunderschweif traf es umso mehr. Hatte er nun doch Zweifel an ihr… Schnell miaute sie schnurrend: „Ach Mäusedreck. Ich liebe dich doch.“ Rory vergieb mir… Ich liebe dich. Nur dich.
    Der graue Krieger spannte seine Muskeln an: „Das erfüllt mich mit Stolz. Unsere jungen werden wundervoll werden.“ Ein Stich ins Herz, Holunderschweif zuckte zusammen. Die Jungen…
    „Steinkralle.“ Holunderschweif sah ihn durchdringend an, „Ich würde heute gerne… Die Nacht mit dir verbringen, als Zeichen meiner Liebe.“

    13
    ((bold))((big))Kapitel 12((ebold))((ebig)) „Lege dein Gewicht mehr auf deine Hinterbeine, dann stehst du sicherer.“ „Ich probiers schon die ganz
    Kapitel 12


    „Lege dein Gewicht mehr auf deine Hinterbeine, dann stehst du sicherer.“
    „Ich probiers schon die ganze Zeit.“, murrte Maulbeerpfote und eilte abermals auf dem staubigen Boden zu Holunderschweif zurück. „Aber ich kippe dann immer rückwärts um.“
    „Dann solltest du deinen Schweif besser still halten.“, knurrte ein Kater aus der Ecke, es war Steinkralle. „Und dich besser konzentrieren!“ Maulbeerpfote stolzierte hoch erhobenen Kinns in die Mitte des Übungsplatzes zurück und ließ sich erneut auf die Hinterbeine fallen.
    Ein Knurren drang aus ihrer Kehle als sie Steinkralles Rat befolgte und sie merkte dass er auch wirklich Wirkung zeigte. „Können wir jetzt bitte jagen. Ich habe keine Lust mehr zu kämpfen!“ Auf der gegenüberliegenden Seit ertönte ein verärgerter Seufzer. „Ich muss in wenigen Sonnenaufgängen in die Berge wandern. Ich brauche diese Trainingseinheit und du wirst sie in ein paar Monden genauso nötig haben also hör auf zu nerven wie ein kleines Junges.“ Frostpfotes knurren klang bedrohlich und stark, jeder im Clan merkte wie bereit sie für eine Kriegreprüfung gewesen wäre, wenn sie nicht wegen Zapfenpfote warten müsste. Jedoch war sie froh noch etwas Zeit zu haben. Zeit welche ihr Wurfgefährte Zapfenpfote nicht mehr haben würde, sobald Stachelbeersee ihr „ok“ gegeben hatte, würde es für die beiden los gehen, auch für Holunderschweif.
    „Maulbeerpfote wird vom Rand aus zu sehen, sie ist dir kein geeigneter Gegner.“, miaute Holunderschweif und stupste die junge Schülerin an.
    Steinkralle nickte: „Gut, Riesenpfote wird für sie einspringen, danach wird Farnpfote sein Glück versuchen.“ Er trat zu Seite und ein tiefschwarzer junger aber kräftig gebauter Kater hinter ihm hervor trat. Riesenpfote war schon seit vier Monden Steinkralles Schüler und er wuchs prächtig heran. Er nickte seinem Schüler leicht zu und verschwand dann an den Rand ins Gras. Frostpfote kniff die Augen zusammen als ob sie seine Gedanken lesen wollen würde, ihr Krallen bohrten sich in den sandigen Untergrund. Riesenpfote baute sich vor ihr auf und spannte seine Gelenke sprungbereit an. Holunderschweif nickte: „Los!“, rief sie und sofort gingen die beiden Katzen auf einander los. Riesenpfotes erster Schritt war ein großer fließender Sprung, Frostpfote jedoch wich seitlich aus und sah ihn auf den Boden krachen, sprang auf ihn drauf und drückte ihn zu Boden. Riesenpfote wand sich wie Beute unter ihr doch dann erschlaffte er unter ihr. Doch Frostpfote kannte diesen hinterlistigen Trick bereits und drückte noch fester zu. Sie knurrte mürrisch: „Gebt mit mal ne richtige Heraus-Vorderung und keinen Unerfahrenen Schüler.“ Mit einem Satz sprang die junge Kätzin von ihrem schlaff am Boden liegendem Gegner und tappte zu Steinkralle. Sie ließ sich vor ihm nieder und sah dann zu ihm auf, beiden waren fast gleichgroß denn Frostpfote war eine sehr große Katze. „Wirklich Steinkralle, Riesenpfote ist gut, für einen Schüler, aber ich bin fast Kriegerin und wenn ich nicht aufpasse sterbe ich in den Bergen. Gebt mir etwas anspruchsvolleres.“ Holunderschweif erhob sich und ging zu den beiden Katzen: „Frostpfote, wir dürfen dich jetzt keiner Gefahr mehr aussetzen, nicht so kurz vor deiner Prüfung.“ Als sie vor der dunkelgrauen Kätzin stand legte sie ihr ihren Schweif über den Rücken: „Dir wird nichts passieren, das verspreche ich.“
    „Genau. Holunderschweif ist eine sehr gute Kriegerin, euch beiden wird nichts passieren. Wer weiß, vielleicht seid ihr ja in fünf Sonnenaufgängen wieder zurück, oder in drei.“, der graue Kater lächelte, doch Steinkralle hatte höchstwahrscheinlich unrecht, drei Sonnenaufgänge waren nicht zu schaffen, auch nicht fünf.
    „Ach Mäusedreck. Holunderschweif, bei aller Liebe, wenn wir Pech haben bekommst du deine Junge dort oben und das weißt du auch. Und auch wenn nicht, du kannst in deiner Verfassung nicht kämpfen und auch wenn du wolltest, ich würde dich nicht lassen.“
    Holunderschweif ließ den Kopf hängen: „Frostpfote… Es ist nett wenn du das sagst aber ich werden kämpfen auch wenn es meine Jungen gefährden sollte und-“
    „Vergiss es!“, fauchte Steinkralle wütend, „es sind auch meine Jungen und die bringst du nicht in Gefahr!“
    „Und ich werde weder Frostpfote noch Zapfenpfote einfach zu sehen wenn sie kämpfen!“, fauchte Holunderschweif zurück, „Das könnte ich mir nie verzeihen!“
    Steinkralle wandte sich knurrend ab: „Das Training ist beendet.“ Er verschwand zwischen zwei Farnbüscheln von welchen aus ein betörender Duft herauswehte, Drossel.
    Holunderschweif atmete tief ein, schloss kurz die Augen und maiute dann Befehle: „Riesenpfote, Farnpfote und Schlammpfote ihr geht jetzt ins Lager zurück und wechselt alle Nestpolster, außer bei Böenstern. Bringt Stachelbeersee auch ein bisschen Frisches Moos, Tropfnase wird es brauchen.“ Die drei Schüler nickte und verschwanden sofort zwischen den Büschen in Richtung Lager. Holunderschweif drehte sich zu Maulbeerpfote: „Heute bekommst du mal wieder eine Einzeltrainigsstunde.“, Holunderschweif lächelt die kleine Kätzin in, „ich weiß ja, wie sehr du dass vermisst hast.“
    Die dunkelgraue Schülerin schnurrte zufrieden. „Danke, das ist wirklich super genial. Was machen wir denn?“ Aufgeregt peitschte ihr kurzer Schwanz hin und her.
    „Heute kleines, lernst du das Gesetz der Krieger kennen und zu verstehen.“, miaute Holunderschweif und ihr Augen blitzten belustigt. Sie trabte etwas voraus, duckte sich unter einen großen Dornenbusch hinweg und fing an: „Weißt du, welches das erste Gesetz ist?“
    „Mama hat viel vom Gesetz erzählt, aber die Reihenfolge hat sie nicht erwähnt!“, traurig die Antwort nicht zu wissen fiel ihr Schweif niedergeschlagen zu Boden.
    „Verteidige deinen Clan selbst wenn es dein Leben kostet. Du darfst dich mit Katzen anderer Clans anfreunden, aber deine Loyalität gilt stets deinem Clan.“, sagte Holunderschweif mit zarter Stimme, sie kamen am Pfad zum Lager an. „Ich will, dass du es dir merkst. Hier das zweite Gesetz. Im Territorium eines anderen Clans darfst du niemals jagen und es auch nicht betreten. Morgen frage ich sie dich noch einmals ab und dann bringe ich dir deren Bedeutung näher. Jetzt ab ins Lager, ich habe Hunger!“ Holunderschweif nickte der kleinen Kätzin freundlich zu und gemeinsam trabten sie den Pfad zum Lager entlang. Holunderschweif eilte den Felsenkessel hinunter, sie ging zum Beutehaufen und nahm sich genüsslich eine kleine Feldmaus. Als sie gerade hinein beißen wollte kam eine große weiße Gestalt in die Mitte des Lagers marschiert, es war Böenstern, er sah sehr mitgenommen und zerstreut aus. „In zwei Sonnenaufgängen werden die beiden Schüler Frostpfote und Zapfenpfote gemeinsam mit Holunderschweif aufbrechen um ihre Kriegerprüfung zu bestreiten. Sie werden am frühen Morgen aufbrechen.“, sagte Böenstern ernst. „Und, ab heute gehen Kampfpelz, Mandelbeere und Akazienfrost jagen, bis sie gelernt haben mir nie wieder zu wieder sprechen!“ Mandelbeere entfuhr ein geschocktes Wimmern. „Falls ich mitbekomme, dass einer der anderen Clan weiß dass ich neue Gesetze eingeführt habe werde ich euch bestrafen.“, Böenstern knurrte. „Fleckenfuß, hier.“, er deutete mit dem Schweif auf den Schwarz-weißen Kater neben ihm. „Wird mir alles was im Clan passiert genauestens Berichten, also erlaubt euch keine Fehler.“ Der Schneeweiße Kater machte kehrt und verschwand mit schweren Schritten in seinem Bau. Augenblicklich wurde es unruhig im Clan, alle Katzen schrien aufgebracht und aus einigen Ecken war ein wütendes Fauchen zu hören doch als Fleckenfuß an seine Stelle tart wurde es wieder ruhiger, bedrohlich ruhiger: „Böenstern hat mir alle Ämter des Zweiten Anführers übertragen!“ Er lachte gehässig. „Kampfpelz, du führst deine Patrollie in die nähe der Schatten-Clan Grenze um zu jagen. Riesenpfote!“, er suchte mit den Augen den schwarzen Kater biss er ihn neben Schlammpfote sah, seine Miene war undefinierbarer den je. „Du wirst-“
    „Stopp!“, fauche eine sandfarbene Kätzin und sprang auf ihn zu. „Mir ist egal was Böenstern sagt!“ Apfelschimmer drehte sich zu ihren Clan Gefährten. „Niemand wird auf Fleckenfuß hören! Niemand!“
    Ein leises Lachen drang aus dem Anführerbau: „Ach Apfelschimmer!“ Böenstern stecke seinen Löwenartigen Kopf aus dem Bau: „Hättest du lieber deinen Mund gehalten. Wenn du dich Mir oder Fleckenfuß wiedersetzt wird dich ein hartes Schicksal treffen.“ Apfelschimmer starrte ihn kalt an: „Ich nehme jedes Schicksal lieber entgegen als einfach ersetzt zu werden.“, fauchte sie und fuhr kampfbereit ihre Krallen aus.
    „Willst du dich wirklich mit ihr anlegen?“, wieder lachte er gehässig und mit einem drohendem Unterton. Ohne einen weiteren Vorwand sprang er ab, landete auf der sandfarbenen Kätzin und schlug ihr seine Krallen in den Nacken. „Du hast die Wahl, Kätzchen!“, fauchte er wütend. „Entweder du unterwirfst dich mir oder du wirst sterben!“
    Maulbeerpfote sah mit vor entsetzen weit aufgerissenen Augen Apfelschimmer an. Stachelbeersee hatte die Augen geschlossen und ließ ihren Kopf zu Boden baumeln. Und Kampfpelz, Akazienfrost, Fuchszahn und Mandelbeere wurden von Fleckenfuß streng angesehen, würden sie einschreiten erwartete sie das selbe Schicksal. Doch einige Katzen warfen begierige Blicke nach vorne, gespannt wie es ausgehen würde.
    Apfelschimmer antwortete nicht, aus ihrem Nacken floss unaufhaltsam Blut und färbte ihr schönes samtiges Fell in ein tiefes dunkelrot. Holunderschweif zitterte am ganzen Körper doch auch sie konnte nicht zulassen einzuschreiten, sie hatte Tränen in den Augen.
    „Gut, du hast dich wohl entschieden.“, knurrte Böenstern mit einem bösartigen Grinsen auf den Lippen und einem Machtgierigen Funkeln in den Augen. Er hob seine Pfote, zückte die Krallen und schnitt ihr mit einem Zug die Kehle durch. „NEIN!“, jaulte Wolkenherz verzweifelt. „WIE KONNTEST DU NUR, DU FEIGES FU-“
    Fuchszahn stürzte sie zu Boden und drückte seine Pfote auf ihr Maul. Böenstern sah sie abschätzig an: „Noch ein Wort und du bist die nächste!“ Er ließ Apfelschimmers Leblosen Körper zu Boden sacken und brüllte dann: „UND JETZT AN DIE ARBEIT!“ Schon war der Donner-Clan Anführer wieder verschwunden.
    „Du hast zugelassen dass er deine eigene Schwester tötet…“, war alles was Kampfpelz flüsterte und diese Worte erschütterten den Schwarz-weißen Kater kein Bisschen, Fleckenfuß sah seinen Bruder hämisch lächeln an: „Und du hast tatenlos dabei zugesehen, toller Bruder!“ Fleckenfuß drehte sich zu der Leiche seiner Schwester: „Räumt sie weg!“
    „A… Aber die Totenwache!“, rief Klanghimmel ängstlich. „Sie… Sie hätte-“
    Fauchend drehte sich Fleckenfuß zu ihr um: „RÄUMT SIE WEG!“

    14
    ((bold))((big))Kapitel 13((ebold))((ebig)) Die folgenden zwei Tage vergingen wie im Flug und waren wirklich kein Zuckerschlecken für Holunderschweif
    Kapitel 13


    Die folgenden zwei Tage vergingen wie im Flug und waren wirklich kein Zuckerschlecken für Holunderschweif gewesen. Alle Katzen waren beunruhigt, nicht nur wegen der bevorstehenden Reise der drei Katzen, sondern auch wegen Böensterns neusten Veränderungen des Clans. Der Schock über Apfelschimmers Tod hing immer noch wie ein dichter Nebelschleier über dem Donner-Clan Lager und schien auch nicht so schnell wieder zu verschwinden. Auch Holunderschweif saß die Trauer noch ins Gesicht geschrieben. Manche Katzen schienen aber die jüngsten Ereignisse nichts auszumachen, was die Katzen im Clan noch mehr beunruhigte. Doch was Holunderschweif fast noch mehr beunruhigte war die bevorstehende Geburt ihrer Jungen. Als sie mitbekommen hatte wie Wolkenherz einen Tag zuvor ihre Jungen auf die Welt brachte, wurde ihr das Herz schwer und die Angst wuchs. Auch als Steinkralle sich wie eine Klette an sie geschmiegt hatte wurde es nicht besser. Die Geburt bereitete ihr einfach zu viel Angst, ständig wurde sie daran erinnert, immer wenn sie einen Schritt tat und sie von den Jungen im Bauch Tritte spürte. Wolkenherz allerdings hatte schon ihren zweiten Wurf zur Welt gebracht und es verlief alles Wunderbar. Die drei kleinen Jungen waren Wohlauf und waren jetzt schon viel auf den Beinen. Noch hatten sie die Augen geschlossen, doch das würde sich bald ändern.
    Holunderschweif lag im Felsenkessel mitten in der prallen Sonne und ließ sich den Pelz wärmen. Den Jungen schien es zu gefallen, denn sie strampelten mehr den je. Als sie kurz die Augen öffnete um ihrem Bauch zuzusehen wie er von innen heraus gefoltert wurde sah sie Fuchszahn völlig zerkratzt und blutig in die Kinderstube laufen. Sofort war Holunderschweif Hellwach und auf den Beinen. Im Clan schien bisher noch keinem die blutverschmierte Patrollie am Eingang des Felsenkessels aufgefallen zu sein. Nur Holunderschweif trabte mit aufgestelltem Pelz auf die drei Katzen zu, welche schon fast in sich zusammenbrachen. „Stachelbeersee!“, rief Holunderschweif in Richtung Heilerbau. „Schnell! Du musst kommen!“ Holunderschweif rannte zu den Katzen und stützte sie, es waren Iltispelz, Gewitterblick und Farnpfote. Farnpfote schien es am schlimmsten getroffen zu haben. „Was ist passiert!“, fauche Fleckenfuß welcher gerade hinter ihr aufgetaucht war und Iltispelz Blut aus den Augen leckte. Er begutachtete den hellgrauen Kater sehr genau, er hatte eine tiefe Kratzwunde am rechten Hinterbein und eine tiefe Wunde am Hinterkopf. Als Farnpfote gerade etwas sagten wollte stürmte Stachelbeersee voll bepackt mit Kräutern aus ihrem Bau: „Ihr rührt euch nicht vom Fleck bis ich euch untersucht habe, ihr könnt später erzählen wie das passiert ist!“ Miaute sie scharf. Sie eilte zu Farnpfote und bedeckte seine tiefe Wunde am Hals mit Spinnenweben, eine ekelig grün-braune Paste schmierte sie an sein Ohr, welches nicht mehr blutete. Nach und nach kamen immer mehr Katzen hinzu, einige blieben geschockt stehen, andere kamen Stachelbeersee sofort zur Hilfe, allerdings wollte sie keinen außer ihren Schüler Spinnenpfote dabei haben. Spinnenpfote kam zu allen Patienten und und versorgte sie mit Wasser getränktem Moos. Als sie dem jungen Heilerschüler zusah, viel ihr etwas ein. „Was ist mit Fuchszahn!“, rief sie fast hysterisch. Gewitterblicks Augen weiteten sich ängstlich: „E...Er war dabei...er!“ Holunderschweif schüttelte energisch den Kopf: „Ich habe gesehen wie er in die Kinderstube gelaufen ist!“ Ohne eine Antwort abzuwarten sprintete sie direkt in die Kinderstube, instinktiv bückte sie sich unter den spitzen Dornen des Eingangs hinweg. Als sie Fuchszahn am Boden liegen sah wie ihm Blut aus einer Wunder am Bauch lief. „Fuchszahn!“ Drei Junge lagen an dem Körper des Katers und winselten. Wolkenherz schlief in einer Ecke des Baus. „Wolkenherz!“, schrie Holunderschweif. „Wach auf!“ Sie stupste ihre Freundin ängstlich an. Sie rüttelte an Wolkenherz bis diese die Augen aufschlug: „Ist was mit den Jungen?“ Sie richtete sich panisch auf und fixierte ihre Jungen, ihnen ging es gut. Doch als sie ihren blutenden Gefährten sah fing sie an zu schreien. Die Kinderstube wurde von Spinnenpfote und Rotauge betreten, beide zerrten den Kater am Nackenfell aus der Kinderstube. Wolkenherz schrie die Katzen verzweifelt an: „Was ist denn passiert?“
    Holunderschweif zog die drei Kleinen Jungen zu sich als ihre Mutter gerade den Bau verließ. „Alles ist gut. Eure Mutter ist gleich wieder da und kümmert sich um euch.“
    Die Augen der Jungen waren noch geschlossen und dessen Fell noch ganz strubbelig von der Geburt. Sie sah ein kleines dunkel oranges Junges an und lächelte: „Du musst Wildjunges sein. Siehst aus wie dein Vater so wie deine Mutter gesagt hat.“ Holunderschweif leckte der Kleinen liebevoll über den Kopf und schnurrte.
    „Und du bist ganz sicher Sturmjunges. Ein kleiner Kräftiger Kater.“, sie stupste den kleinen weiß-orangen Kater freundlich an, er hatte seinen Kopf ängstlich in ihr Bauchfell vergraben. „Na? Spürst du sie Sturmjunges? Nicht mehr lange und du hast noch mehr Spielgefährten.“ Sie schnurrte laut, ihr Blick glitt zu einem sehr kleinen sandfarbenem Jungen mit weißen Pfoten, Efeujunges. Die kleine schlief tief und Fest neben ihrer Schwester Wildjunges. Gerade hatte sich Holunderschweifs Herzschlag etwas beruhigt da kam auch schon wieder Trubel im Bau auf. „Holunderscheif!“, rief eine tiefe Stimme „wir brauchen dich hier draußen.“ Holunderschweif sah unsicher auf die drei Fellknäule und überlegte krampfhaft. Nach ein paar Herzschlägen steckte sie ihren Kopf aus der Kinderstube und sagte: „Jemand muss sich um Wolkenherz Junge kümmern.“
    Die Katzen sahen sie an, einige leicht iritiert andere eher belustigt. „In der Kinderstube kommen sie nicht um. Jetzt komm endlich.“, maulte Fleckenfuß. Holunderschweif wurde wütend doch sie hielt ihre Zunge im Zaum. Mit erhobenem Kopf stolzierte sie zurück in die Kinderstube. Sie sah die kleinen an und versuchte zu lächeln, obwohl sie sie anstarrten als ob jemand gestorben wäre. „Wo sind Mami und Papi?“, klagte Efeujunges, welche inzwischen aufgewacht war. „Ich will zu Wolkenherz.“, miaute Wildjunges trotzig. Sturmjunges blieb still, er sah Holunderschweif abwartend an.
    „Ihnen geht es gut.“, log sie vorsichtig „ihr müsst jetzt kurz alleine hier bleiben da sie mich brauchen. Versprecht mir hier drin zu bleiben, ja.“
    Sturmjunges nickte, seine Schwestern taten es ihm rasch nach.
    „Gut.“, flüsterte Holunderschweif mehr zu sich selbst als zu den Jungen. Langsam drehte sie sich um, die Jungen immer noch im Auge und verließ dann beunruhigt den Bau.
    Die Muttergefühle machten sie vollkommen fertig. Dies waren nicht einmal ihre Jungen, trotzdem machte sie sich so große Sorgen als ob es ihre eigenen wären.
    Sie verdrängte ihre Sorgen und machte sich auf zu Fleckenfuß. Als sie den Kater sah der zwischen ein paar Clan Gefährten stand ging sie auf ihn zu. „Was gibt es denn, Fleckenfuß?“ Der schwarz-weiße Kater drehte sich rasch zu ihr um und nickte erleichtert: „Ihr müsst gehen.“ Fleckenfuß legte sorgfältig seinen Schweif um die Pfoten. „Böenstern glaubt, es wird Krieg geben. Je schneller ihr aufbrecht, desto schneller seid ihr wieder hier und könnt mit kämpfen.“
    Holunderschweif glaubte ihren Ohren kaum: „Warte. Wie bitte? Was ist denn überhaupt passiert?“, sie peitschte wütend mit dem Schweif.
    Fleckenfuß tat ihr Frage ab: „Geh und hol Frostpfote und Zapfenpfote. Holt eure Kräuter von Stachelbeersee und dann geht ihr. Verstanden.“
    Es war keine Frage, sondern eine Aufforderung. Der große Kater trabte in den Anführerbau um mit Böenstern zu sprechen welcher sich immer noch versteckt hielt. Ein paar Herzschläge vergingen als sich Holunderschweif aus ihrer Starre gelöst hatte. Sie musste gehen, früher als gedacht. Ging es Zapfenpfote überhaupt schon gut genug. Vermutlich schon, Stachelbeersee tat nur so als ob er noch nicht so weit war. Sie konnte nichts tun, gleich würde sie das Donner-Clan Territorium verlassen… Und vielleicht nie mehr zurückkehren.
    Ihre Beine bewegten sich wie von selbst zum Schülerbau, rasch steckte sie ihren Kopf in den kleinen Eingang zum Bau. Viele Gerüche strömten ihr entgegen, sie roch sogar noch etwas von ihrem und Heidewind Geruch. Er hing nur noch leicht in der Luft übertönt von Frostpfotes Duft. Sie lag tief schlafend in einem der vordersten Nester. Ihre dunkelgraue Flanke hob und senkte sich langsam und eine ihrer Pfoten zuckte unruhig. Sie träumte. Holunderschweif zwängte sich durch den Eingang und ging leise an das Nest der Schlafenden Schülerin.
    „Frostpfote? Du musst auf wachen.“, sagte sie sanft und zupfte ihr die kleinen Moosreste aus ihrem Fell. Sie musste noch ein paar Mal an ihr rütteln bis sie endlich die Augen aufschlug.
    „Was ist denn passiert?“, murmelte sie verschlafen.
    „Naja… Ich habe mit Fleckenfuß gesprochen. Und er sagte, wir müssen gleich aufbrechen. Die Kriegerprüfung, du weißt schon.“
    „Was? Jetzt schon… Aber wir -“
    „Hätten noch ein paar Tage. Ich weiß.“, unterbrach sie Holunderschweif. „Wir können nichts machen, Frostpfote. Wir müssen gehen.“
    Frostpfote hatte ihre großen hellen blauen Augen ungläubig aufgerissen, sie stammelte ein paar Wort vor sich her als sie sich mühsam aufrichtete und ihre steifen Glieder streckte. Gemeinsam verließen sie den Bau. Im Felsenkessel war es unruhig geworden, noch unruhiger. Die verletzten Krieger hatten große Blutspuren hinter sich her gezogen, sie
    führten in den Heilerbau. Frostpfote krümmte den Rücken: „Was ist denn hier passiert?“
    Holunderschweif schleifte sie mit: „Ich weiß es nicht. Aber dafür haben wir jetzt auch keine Zeit. Stachelbeersee gibt uns unsere Kräuter und dann brechen wir auf.“

    15
    ((big))((bold))Kapitel 14((ebig))((ebold)) Vor Holunderschweif lagen drei identische Päckchen mit Reisekräutern, es schien als wären sämtliche Kr
    Kapitel 14


    Vor Holunderschweif lagen drei identische Päckchen mit Reisekräutern, es schien als wären sämtliche Kräuter aus dem ganzen Heilerbau dort drin, so bunt wie es ihr entgegen kam.
    „Essen.“, miaute die Heilerin aus dem hintersten Teil des Baus. Frostpfote musste schon bei bloßen Anblick würgen. Ihr Bruder stupste sie besänftigend an: „So schlimm sind die Kräuter gar nicht. Außerdem geht es schnell vorbei.“ Frostpfote rümpfte die Nase und hustet kurz.
    „Sicher?“
    „Ganz sicher.“, versicherte ihr ihr Bruder amüsiert.
    Holunderschweif starrte die grünen Kräuter immer noch unsicher an. Doch als sie sah wie Frostpfote tapfer ihre Kräuter herunter würgte, schloss sie ebenfalls die Augen und nahm die Kräuter in den Mund. Angestrengt kaute sie, ein paar Mal schüttelte es ihren Körper doch dann hatte sie es auch schon geschafft. Die Bitterkeit der Kräuter biss allerdings immer noch an ihrer Zunge. Zapfenpfote aß als letztes seine Kräuter, aber ohne eine Miene zu verziehen. Spinnenpfote schnurrte belustigt. Der junge Heiler-Schüler reichte gerade den Verletzten Kriegern mit Wasser getränktes Moos. Doch als Stachelbeersee ihn ermahnte sich auf seine Arbeit zu konzentrieren zog er schnell den Kopf weg. Nach einer Weile kam die Heilerin aus ihrem Eck hervor und setzte sich vor die drei Reisenden. „Nun. Ich habe getan was ich konnte um eure Reise so weit wie möglich zu verzögern aber es ließ sich trotzdem nicht verhindern. Zapfenpfote.“, sie sah nun den jungen Kater an. „Ist wieder völlig gesund, das hat auch Fleckenfuß bemerkt und es Böenstern erzählt.“ Ihr Blick wurde etwas angestrengter, fast schon wütend. „Jedenfalls… Ist es an der Zeit zu gehen. Holunderschweif weiß wie die Distel aussieht nach der ihr sucht, trotzdem beschreibe ich sie euch. Für den Notfall…“ Die graue Heilerin schluckte. Auch Holunderschweif bemerkte Angst in ihr aufflammen.
    Stachelbeersee schloss die Augen: „Die Silberdistel sieht aus wie eine Blume. Ihre Blütenblätter sind weiß, sehr dünn und spitz zu laufend. Sie hat fast keinen Stängel, da sie zu den Tiefwurzel Pflanzen zählt. Sie liegt fast schon am Boden auf. Ihr werdet sie sofort erkennen wenn ihr sie seht. Ich denke die Blüte würde reichen, die Wurzel ist zu schwer aus zu graben.“
    „Was wenn Holunderschweifs Junge kommen?“
    Holunderschweifs Kopf fuhr herum. Hinter ihr war Steinkralle aufgetaucht und sah die Heilerin scharf an. „Haben sie eine Chance zu überleben?“
    Stachelbeersee blieb regungslos und ließ ihren ruhigen Blick auf Steinkralle gerichtet. „Sie haben eine Überlebenschance, ja. Keine Hohe, aber wenn sie zusammen bleiben und auf einander aufpassen, wird ihnen nichts geschehen.“
    Steinkralle knurrte: „Und wenn die Geburt nicht reibungslos verläuft? Es ist schließlich keinen Heilerkatze dabei.“
    Stachelbeersee stand in einem Ruck auf und fauchte dem Kater ins Gesicht: „Was soll ich denn tun du Mäusehirn. Was erwartest du von mir? Niemand kann mitkommen, da kannst du mich so oft anknurren wie du willst. Böenstern wird seine Meinung wegen einer schwangeren Katze nicht plötzlich ändern.“ Sie fletschte die Zähne: „Also hör auf mich anzufahren!“ Steinkralle hatte überrascht die Augen aufgerissen, damit hatte der Kater nicht gerechnet. Er sah Stachelbeersee noch ein paar Herzschläge misstrauisch an und verschwand dann mit hängendem Schweif aus dem Heilerbau.
    Stachelbeersee atmete erleichtert aus.
    Zapfenpfote starrte auf den Boden und bearbeitete den Boden mit den Krallen, bis er endlich sagte: „…ich könnte vielleicht bei der Geburt helfen.“
    Alle sahen ihn an. Keiner sprach.
    „Ich war jetzt lange hier bei dir, Stachelbeersee. Ich habe einiges mitbekommen und auch bei Spinnenpfotes Unterricht habe ich oft zu gehört. Ich bin zwar keine Heilerkatze und werde auch nie eine sein, aber ich weiß ein paar Sachen die normale Krieger nicht wissen.“
    Frostpfote war der Mund aufgeklappt: „Das hast du absichtlich gemacht, oder?“
    „W… was?“, fragte ihr Bruder unsicher und wurde nervös.
    „Na, du wolltest auch nützlich für die Reise sein. Daher hast du gut aufgepasst und dir alles gemerkt.“
    „Naja… Alles hab ich mir nicht gemerkt aber -“
    „Das ist großartig, Zapfenpfote.“, schnurrte Stachelbeersee und leckte dem Kater zufrieden übers Ohr.
    „Wirklich?“, er duckte sich unter ihrer Zunge weg.
    Nun nickte auch Holunderschweif etwas beruhigter: „Danke, es beruhigt mich zu wissen im Notfall jemanden zu haben der einigermaßen Bescheid weiß.“ Sie lächelte den Schüler an, wie auch seine Schwester. Sie stupste ihn in die Seite und fragte neckisch: „Vielleicht willst du ja Heiler werden und nutzt das nur als Ausrede.“
    Ein Knurren drang aus Zapfenpfotes Kehle: „Du weiß, das ich nichts lieber will als Krieger zu werden.“
    „Lass dich nicht provozieren, Zapfenpfote. Deine Schwester macht nur einen kleinen Scherz.“, miaute Holunderschweif mit einem mahnenden Seitenblick auf Frostpfote, welche sich sofort weg duckte.
    Stachelbeersee überlegte kurz: „Normalerweise sollten die Jungen nicht vor einem viertel Mond kommen. Bei Wolkenherz waren die Jungen sogar viel später gekommen als eigentlich angenommen. Vielleicht hast du ja Glück.“ Sie nickte Zapfenpfote auffordernd an: „Du kommst schnell mit mir, ich zeige dir noch einmal ein paar wichtig Sachen.“ Dann schwang ihr Kopf zu Holunderschweif und Frostpfote: „Solange könnt ihr beiden fressen. Danach müsst ihr aufbrechen.“ Alle nickten einverstanden und taten dann wie ihnen geheißen.
    „Teilen wir uns ein Kaninchen? Ich habe es vorhin mit Mandelbeere zusammen erlegt.“, schnurrte Frostpfote stolz und deutete mit dem Schweif auf ein braunes Kaninchen auf dem Frischbeutehaufen. Holunderschweif begutachtete das tote Tier kurz und nickte dann begeistert: „Ein guter Fang.“ Lächelte sie.
    „Danke.“, schnurrte die junge Kätzin. „Ich freue mich schon endlich Kriegerin zu werden. Vorausgesetzt wir finden dieses Distel-Ding.“
    „Silberdistel.“, korrigierte Holunderschweif. „Und wir werden es schon finden.“ Versuchte sie sich selbst du überzeugen. Frostpfote nickte nur abwesend, sie steuerte bereits das Kaninchen an. Als die beiden über die Lichtung trabten zogen sie alle Blicke ihrer Clan Gefährten auf sich. Sie wussten bereits was los war. Wolkenherz starrte sie mitleidig an, sie versucht sie zu ignorieren und ging einfach weiter. Frostpfote zerrte das Kaninchen in einen freien etwas grasigen Platz und nahm den erste Bissen. Beide Aßen ohne ein Wort zu sprechen. Sie waren zu sehr in ihre Gedanken vertieft. Außerdem hatten sie auch nicht wirklich besonders viel Hunger, deshalb blieb zum Schluss noch ein wenig Kaninchen übrig. Frostpfote wollte gerade fragen ob noch jemand ein bisschen fressen möchte, da kam auch schon Zapfenpfote aus dem Heilerbau gestürmt und stürzte sich auf den Rest: „Ich nimms!“ Rief er freudig und schlang alles hinunter.
    „Ich hab noch ein Kraut für euch, das zögert den Hunger hinaus. Das essen wir jetzt und dann gehen wir.“, schmatze er, dann schluckte er und nahm das grüne Kraut in den Mund. Auch Holunderschweif nahm es auf und kaute, es schmeckte noch bitterer als die Kräuter die sie vorhin essen musste. Frostpfote schnupperte etwas daran und rümpfte sofort die Nase: „Es riecht scheußlich…“ Holunderschweif und Zapfenpfote schmunzelten.
    „Ist es sehr bitter?“, fragte sie vorsichtig, mit einem Blick auf das Kraut vor ihren Pfoten.
    Beide schüttelten den Kopf. Frostpfote atmete tief ein und nahm dann alles in den Mund. Ihre Gesichtszüge änderten sich rasch. Holunderschweif meinte schon sie müsse sich übergeben, doch nichts geschah.
    „Ich hasse euch.“, sagte sie ledeglich, stand auf und trabte zum Lagerausgang an dem sich nun alle Versammelten, bis auf Böenstern.
    Fleckenfuß hatte den Kopf erhoben: „Ihr werden uns jetzt verlassen und vergesst nicht. Wenn ihr ohne Silberdistel wieder kommt. Werdet ihr keine Krieger“ Sagte der große stämmige Kater mit einem Blick auf die Schüler. Mehr sagte der 2. Anführer nicht. Er drehte sich um und ging zu Böenstern in den Bau.
    „Viel Glück.“, riefen ihre Clan Gefährten mit unverkennbarer Miene. Steinkralle berührte Holunderschweif Nase an Nase und leckte ihr übers Ohr. „Komm gesund zurück und pass auf unsere Jungen auf.“
    Mit Glückwünschen im Rücken trabten die drei Katzen den Felsenkessel hinauf. Keiner von ihnen drehte sich mehr um.

    16
    ((big))((bold))Kapitel 15((ebig))((ebold)) Sie waren schon seit Sonnenhoch unterwegs und ziemlich erschöpft. Die Sonne verschwand gerade hinter den B
    Kapitel 15


    Sie waren schon seit Sonnenhoch unterwegs und ziemlich erschöpft. Die Sonne verschwand gerade hinter den Bäumen und ließ ein oranges Licht erscheinen. Der Wald, welcher schon weit hinter ihnen lag, war kaum noch zu sehen. Sie hatten es erfolgreich durch die Clan Territorien geschafft ohne gesehen oder gerochen zu werden. Holunderschweifs Pfoten fingen bei jedem Schritt außerhalb ihres zu Hauses zu kribbeln an. Und auch die beiden Schüler schienen sich unwohl in ihren Pelzen zu fühlen.
    Die drei Katzen trabten gerade einen steilen Hügel hinauf als der Wind ihnen noch stärker in den Ohren pfiff und ihre Glieder noch mehr zitterten.
    „Schaut!“, rief Frostpfote gegen den Wind, ihr Fell war vollkommen zerwühlt.
    Holunderschweif und Zapfenpfote drehten sich um. Vor ihnen erstreckte sich das gesamte Gebiet der Clan welches sorgfältig um den See verteilt lag. Die untergehende Sonne spiegelte sich im Wasser des Sees und tunkte es in ein sattes orange. Der Kiefernwald lag tief im Schatten und zeigte erneut wie sehr die Schatten-Clan Katzen dort hin passten.
    Holunderschweif erinnerte sich noch gut an die Geschichte die ihr Erlernherz, der einstige Donner-Clan Heiler erzählt hatte. Er hatte die Geschichte von Feuerstern und der großen Reise am häufigsten erzählt. Heidewind und sie hingen immer förmlich an seinen Lippen als der Alte Kater noch lebte.
    In Erinnerungen hängend sah sie auf das Wind-Clan Gebiet hinab. Am Rand zum großen Zweibeinernest war das Gras noch immer nicht nach gewachsen. Vor einigen Monden als eine sehr große Dürre herrschte brach ein Feuer am Zweibeinernest aus und das ganze Stroh verbrannte. Das Feuer erstreckte sich bis tief ins Wind-Clan Territorium doch Zweibeiner in dicken Schwarzen Fellen und komisch leuchtenden Streiften kamen mit viel Wasser und löschten es. Eine junge Katze in der Scheune der Zweibeiner kam dabei ums Leben, er war ein sehr guter Freund des Wind-Clan Anführers Brandstern gewesen. Deshalb hatte Brandstern sogar eine Totenwache für ihn gehalten, obwohl er nie ein Krieger war. In Brandsterns Herz hatte Henry schon immer einen großen Platz eingenommen, doch niemand außer ihm selbst schien zu wissen warum.
    „Du denkst an das Feuer nicht wahr?“, flüsterte Frostpfote und sah ins nichts.
    Langsam nickte Holunderschweif: „Ja… Ich habe kurz daran gedacht. Und an Henry.“
    Zapfenpfote seufzte, drehte sich um und ging.
    „Warte!“, jaulte seine Schwester ihm nach und sprang ihm mit peitschendem Schweif hinterher.
    Holunderschweif schloss die Augen. Eine frische Brise küsste ihr braunes Fell und zerwuschelte es leicht. Holunderschweif dachte an Rory. Sie ließ ihn zurück und ging Gefahr ihn nie wieder zu sehen.
    „Holunderschweif!“, rief Frostpfote von weiter vorne und riss sie damit schmerzlich aus ihren Gedanken. Wahrscheinlich war es besser nicht daran zu denken, schließlich musste sie tapfer bleiben.
    Sie erhob sie langsam, streckte kurz ihre schmerzenden Glieder und trabte dann mit erhobenem Schweif zu den beiden Schülern.
    Der Wind peitschte ihnen so fest entgegen das sie dachten gleich weg zu fliegen und das weiche grüne Gras unter ihren Pfoten wurde vom Wind platt gedrückt.
    „Holunderschweif, weißt du wo wir hin müssen?“, Zapfenpfote starrte nach links und dann abwechselnd wieder nach rechts. Der junge Kater bearbeitet den Boden nervös mit seinen Pfoten.
    „Ich denke wir müssen dort weiter!“, rief Holunderschweif gegen den Wind. Sie trabte vor und übernahm die Führung. Sie war vielleicht trächtig aber nicht hilflos. Sie würde wissen was zu tun ist.
    Gemeinsam gingen sie weiter nach Links, in Richtung der Berge.
    Wenig später gesellte sich Frostpfote zu Holunderschweif, als sie gerade einen dichten Nadelwald durchquerten.
    „Es wird dunkel...“, die graue Schülerin kniff die Augen zusammen und starrte in den Himmel hinauf. Der Mond kam schon vor aber es schien eine bewölkte Nacht zu werden. „Der Sternen-Clan wird uns heute Nacht nicht sehen.“
    Holunderschweif drehte ihren Kopf zu ihr und lächelte liebevoll: „Keine Sorgen, der Sternen-Clan kann uns vielleicht nicht sehen aber sie werden an uns denken.“
    Beruhigend stupste sie die Kätzin an: „Aber zur Sicherheit werden wir uns jetzt nach einem Schlafplatz umsehen.“
    „Können wir dann jagen?“, Zapfenpfote schubste gelangweilt einen Stock aus dem Weg, murrte dann auf als ein spitzes Stück davon in seinem Pfotenballen stecken blieb und stark zu Bluten begann.
    „Zapfenpfote! Pass besser auf. Wir sind nicht zum Spaß hier.“
    „Keine Sorgen, ich kann mich selbst heilen.“, er wandte sich genervt ab und rannte in den Wald hinein.
    „Zapfenpfote! Warte! Du kannst nicht einfach abhauen!“, schrie Frostpfote ängstlich und preschte ihm nach.
    Knurrend rannte Holunderschweif hinterher, sie hüpfte über einen toten Baumstamm und rannte einen steilen Steinhügel hinauf. Doch als sie oben angekommen war, dröhnte ihr der Kopf und sie merkte das Blut in sich rauschen. Erschöpft lehnte sie sich gegen einen Baumstamm. Mit letzter Kraft schrie sie noch einmal Zapfenpfotes Namen. Doch dann keuchte sie laut. Es war anstrengender als sie gedacht hatte mit Jungen im Bauch zu rennen.
    Schwer atmend leckte sie sich über den dicken braunen Bauch und versuchte sich fest an den Baum zu pressen.
    Als sie gerade die Augen geschlossen hatte um tief durch zu atmen knackte es plötzlich im Unterholz. Erschrocken fuhr sie zusammen, öffnete die Augen und knurrte.
    „Wer ist da!“, das fauchen schallte gefährlich laut durch den dunklen Wald.
    Niemand antwortete. Holunderschweif rappelte sich mühsam auf und prüfte die kühle Abendluft. Sie war sich unsicher ob es eine Fuchs, Dachs oder vielleicht doch eine Katze war denn der Geruch wehte in die Falsche Richtung. Ihr eigener Geruch wurde als direkt zum Feind gezogen.
    „Zapfenpfote? Frostpfote? Seid ihr es?“, ihre stimme zitterte Leicht.
    Wieder raschelte es. Ein roter Pelz schimmerte zwischen den Blättern hindurch.
    Gerade als sich Holunderschweif zum Angriff bereit machte kam die Gestalt aus den Schatten hervor gesprungen. Das Fauchen auf ihrer Zunge verebbte schlagartig.
    „Holunderschweif!“
    Holunderschweif hatte die Augen weit aufgerissen, in ihrem Körper breitete sich eine wohlige Wärme aus.
    „Bist du es wirklich?“, sie tappte auf den roten Kater zu, welcher soeben aus dem Gebüsch gesprungen war. „Rory?“

    17
    ((big))((bold))Kapitel 16((ebig))((ebold)) Die Grünen Augen des Katers leuchteten fröhlich: „Ich dachte schon dir wäre etwas zu gestoßen!“ Er
    Kapitel 16


    Die Grünen Augen des Katers leuchteten fröhlich: „Ich dachte schon dir wäre etwas zu gestoßen!“ Er trabte auf Holunderschweif zu und schmiegte sich an sie. Langsam leckte er ihr übers Ohr.
    Es fühlte sich seltsam an. Das war alles was Holunderschweif in diesem Moment fühlte oder dachte. Es war seltsam ihn wieder hier vor ihr zu haben, seinen Duft ein zuatemen und seinen Körper an dem ihren zu spüren.
    Unbehagen breitete sich in ihr aus. Sie hinterging Steinkralle. Den Vater ihrer Jungen. Auch wenn es nicht der leibliche war. Denn der stand gerade vor ihr und drückte seine rosa Nase an ihre, während er laut schnurrte.
    Langsam trat Holunderschweif verlegen einen Schritt zurück. Rory starrte sie verwirrt an: „Was ist?“ Er legte den Kopf leicht schräg.
    Holunderschweif bearbeitet den Boden während sie fieberhaft eine gute Antwort suchte.
    „Ich sehe schon was los ist...“, sagte er und machte gekränkt auch einen Schritt zurück. „Deshalb bist du also nicht mehr zu mir gekommen.“
    Holunderschweif verstand nicht ganz, doch dann folgte sie seinem Blick. Es war ihr dicker Bauch und der leichte Milchgeruch welcher sie verraten hatte.
    „Glaub mir es ist nicht so wie du denkst-“
    „Natürlich ist es das nicht.“, knurrte er mit Sarkasmus in der Stimme. Er war wütend, aber wahrscheinlich eher gekränkt und verletzt. Holunderschweif hatte dem Kater das Herz gebrochen.
    „Sind sie von irgend so einem Clan-Macho? So einem der denkt er könnte alles besser als anderen Katzen?“, fauchte er und legte die Ohren an. „Du hast mich wegen so einem Aufgeblasenem Kater stehen lassen? Und du hattest nicht mal den Mut es mir zu sagen.“ Er bebte vor Wut. Holunderschweif bekam Angst, sie erkannt den Kater nicht mehr wieder in den sie sich einst Hals über Kopf verliebt hatte.
    „Du wolltest nie wieder zu mir kommen oder?“, seine Wut wandelte sich in Trauer. Durch
    den Mondschein am Himmel waren seine glasigen Augen zu erkennen.
    „Weißt du eigentlich wie sehr ich dich liebte?“, er setzte sich und sah zu Boden während sich bei einer kalten Brise sein Fell aufplusterte.
    Holunderschweif war erstarrt. Sie bekam kein Wort heraus. Am liebsten hätte sie geschrien dass die Jungen seine seien und das sie Steinkralle, den Clan-Macho wie er ihn nannte, gar nicht liebte sondern das alles aus Liebe zu ihm tat. Um ihn und seine Jungen zu beschützen. Doch sie tat es nicht, nicht ein Wort kam ihr über die Lippen. Stattdessen fing sie heftig an zu zittern. Das war der Wille des Sternen-Clans. Sie hatten dafür gesorgt das Rory dachte diese Jungen wären von einem anderen. Und der Sternen-Clan wollte das sie tat was sie wollten. Sie wollten das Holunderschweif Rory im Glauben ließ die Jungen seien von einem anderen.
    Holunderschweif viel es wie Schuppen von den Augen. Doch sie blieb stark. Ihr Leben war nicht dazu bestimmt erfolgreich zu werden. Sie war nun eine Marionette des Sternen-Clans und hatte sich an das Stück zu halten, sonst würde sie alle ins verderben stürzen. Ihre Jungen würden verstoßen werden obwohl Kriegerblut in ihren Adern floss. Rory würde entweder vertrieben oder getötet werden und Holunderschweif konnte sich von einem Leben als Clan-Katze verabschieden. Sie konnte nicht so leben wie sie es gerne wollte, nicht solange Böenstern den Clan regierte.
    „Du musst gehen.“, flüsterte sie ohne jegliche Emotion in ihrer Stimme. „Geh und lebe dein Leben, Rory. Vergiss mich. Ohne mich bist du besser dran.“ Holunderschweif richtete ihren traurigen Blick auf Rory der immer noch in die Dunkelheit hinein starrte.
    „...du willst also das ich gehe?“, fragte er mit fester Stimme und richtet dann seinen grünen Blick auf ihrer Augen.
    Holunderschweif nickte nur, wagte es nicht ihm in die Augen zu sehen. Sie ertrug seinen leidenden Blick nicht.
    „Aber ich gehe nicht.“
    Jetzt sah Holunderschweif ihm doch in die Augen: „Du musst!“ Sagte sie ängstlich in die Stille des Waldes hinein. „Außerdem überlebe ich diese Reise vielleicht nicht!“
    „Noch ein Grund mehr bei dir zu bleiben.“, er stand auf und ging so nah zu ihr hin, dass sich ihre Gesichter fast berührten. „Ich kann dich nicht verlassen!“
    „Warum denn nicht!“, miaute Holunderschweif wehleidig.
    „Weil ich dich liebe. Und auch immer lieben werde. Selbst wenn du dich von mir abwendest.“, seine Nase berührte die ihre. Holunderschweif schloss die Augen. Sie liebte ihn auch. Und ein Leben ohne ihn konnte sie sich gar nicht mehr vorstellen. Aber trotzdem musste sie ihn verlassen.
    „Ich liebe dich aber… nicht mehr.“, jedes einzelne Wort schmerzte. Jedes Wort bröckelte ein kleines Stück ihres Herzens ab.
    Rory sah auf und blickte ihr tief in die Augen: „Dann gib mir noch eine letzte Chance dein Herz zurück zu gewinnen.“
    Holunderschweif wollte gerade verneinen doch Rory kam ihr zuvor: „Du kannst nicht bestreiten dass du und die beiden Jung Katzen den Berg nicht ohne Hilfe hinauf kommt. Lass mich mitkommen. Danach werde ich gehen, wenn du noch immer sagst dass du mich nicht mehr liebst.“
    Holunderschweif schluckte. Ein Kloß hatte sich soeben in ihrem Hals entwickelt. Noch nie in ihrem Leben hatte sie so etwas romantisches zuhören bekommen. Und doch musste sie so tun als würde sie diesen Kater nicht lieben. Doch was Holunderschweif am meisten zusetzte war, wie sollte sie verhindern Rory erneut zu verfallen?
    Abwartend sah sie der große Rote Kater an. Er wusste sie würde sich nicht raus reden
    können. Und er wusste dass Holunderschweif hinsichtlich ihrer Gefühle zu ihm gelogen hatte. Außerdem konnte sie in ihrer derzeitigen Verfassung keine Hilfe ablehnen. Sie musste schließlich immer noch Frostpfote und Zapfenpfote finden. Und ohne seine Hilfe würde sie die beiden Schüler nie finden. Bevor das geschieht würde ein Fuchs sie sich zur Frischbeute machen.
    „Bevor ich meine Entscheidung treffe, möchte ich wissen wie du mich gefunden hast.“, Holunderschweif musterte ihn gespannt.
    „Ich habe an der Grenze geschnuppert um zu prüfen ob du in letzter Zeit hier warst. Dann bemerkte ich deinen Geruch außerhalb der Grenze. Ich dachte sie hätten dich verjagt oder so ähnlich. Deshalb bin ich deiner Geruchsspur gefolgt, bis hier her.“, endete der Kater.
    „Du warst schnell.“, sie überlegte. „Kanntest du eine Abkürzung?“
    Rory lächelte: „Ich bin hier zu Hause, Holunderschweif. Ich kenne das Ganze Gebiet so gut wie meinen eigenen Pelz.“
    „Aber wir sind so weit von den Clans entfernt!“, sie kniff ungläubig die Augen zusammen. „Bist du etwa von so weit her gereist bei unseren Treffen?“, jetzt wirkte sie verlegen.
    „Wenn man sich auskennt ist es nicht so weit weg. Mein Jagdgebiet ist recht groß. Ich ging nur zu den Clans da zu der Zeit als wir uns trafen sehr viele Jäger in den Wäldern unterwegs waren. Da war es sicherer wo anders zu jagen. Außerdem ist Beute zur Jagdzeit knapp.“
    „Sind die Jäger weg?“, Holunderschweif drehte ängstlich den Kopf umher und prüfte die Luft nach unbekannten Gerüchen. Doch da war nur der ihrer und Rorys.
    „Ja, schon seit einem Mond.“, Rory sah ihr nun wieder tief in die Augen. „Ich habe dir deine Frage beantwortet, jetzt beantworte mir meine.“

    18
    ((big))((bold))Kapitel 17((ebig))((ebold)) Der feste Blick des Katers bohrte sich tief in ihren Pelz. Sie hatte die Augen auf den Boden gerichtet und
    Kapitel 17


    Der feste Blick des Katers bohrte sich tief in ihren Pelz. Sie hatte die Augen auf den Boden gerichtet und atmete schwer. Holunderschweif wusste, sie würde ihr Jungen bald zur Welt bringen und sie wusste auch, dass dies alleine kaum zu schaffen war.
    „Du kannst mich begleiten. Aber, ich möchte das du mich beschützt und bei der Geburt bei mir bleibst. Weil ich nicht weiß, ob ich das alleine schaffen würde.“, sie holte Luft und sah ihn dann an. „Aber die Schüler dürfen nicht wissen, welche Verbindung wir zueinander hatten. Wir haben uns gerade eben erst kennen gelernt. Verstanden?“
    „Natürlich.“, Rory kam näher zu ihr heran, sodass sein orangefarbenes langes Fell mit ihrem braunen mischte.
    „Lass uns gehen, sonst verlieren wir die Schüler.“, sie rückte schnell von ihm weg und versuchte nicht in sein trauriges Gesicht zu sehen. Leise flüsterte sie noch ein „Tut mir Leid“ in den Wind und sauste dann davon. Rory sprang ihn hinterher. Seine Miene war unergründlich, aber sicher war, lange würde er es ohne seine Geliebte nicht aushalten.
    Der entgegenkommende Wind war kühl und schnell, Holunderschweif glaubte schon ihre Beine würde gleich zu Eis erstarren. Die Sonne war kaum mehr zu sehen, nur ein paar letzte Strahlen drangen durch die Waldlichtung, an welcher sie gerade stehen geblieben war.
    Rory hatte schon seit längerem eine Fährte der Schüler aufgenommen, doch bisher schien ihre Suche vergeblich. Der Wald war erfüllt von so vielen Geräuschen und Gerüchen, von so vielen Sträuchern und Bäumen und der Sonne die ihr letztes Licht über den Wald schickte. Die bevorstehende Dunkelheit ließ die junge Kätzin erschaudern. Sie hatte eine Verantwortung für diese beiden Schüler übernommen. Und sie hatte ihren Eltern versprochen auf sie Acht zu geben. Die Schuld lag schwer auf ihren Schultern. Nichteinmal ihr geliebter orangener Kater konnte ihr diese Schuld abnehmen. Der stattliche Kater hatte schon längst bemerkt, wie unwohl sie sich fühlte aber er hatte bisher noch nichts gesagt. Zu Holunderschweifs Enttäuschung.
    Holunderschweif ließ sich auf dem Waldboden nieder und schnaufte tief ein und aus, so wie es ihr Vater immer gezeigt hatte als sie noch ein Junges war. Er meinte, das Leben würde vorüber fließen wie ein Bach bei Regen, deshalb müsste man jeden Atemzug genießen und ihn spüren, damit jeder Atemzug die Leidenschaft des Lebens in sich trug. Nie hatte Holunderschweif diesen Satz verstanden, bis jetzt. Sie genoss die kühle Waldluft und spürte wie sie befreiend ihre Lungen überflutete. Sie hatte die Augen längst geschlossen und lauschte nun den Geräuschen, ein Vogel über ihr im Geäst, eine kleine Drossel.
    Immer noch mit geschlossenen Augen, pirschte sie sich voran. Am Stamm angekommen kletterte sie über eine große Wurzel und öffnete dann die Augen. Sie achtete nicht auf Rory, sie hoffte nur er würde still bleiben. Langsam setzte sie eine Pfote vor die andere und ließ dabei den kleinen Braunen Vogel dabei nicht aus den Augen. Dieser hüpfte weiter den Ast entlang. Hoffentlich würde er noch lange genug dort sitzen bleiben, sonst stünden die Chancen schlecht ihn noch zu erwischen. Holunderschweif streckte ihre Krallen aus und kletterte vorsichtig den schon etwas alten Eichen-Baum hinauf. Bei dem Ast angekommen atmete sie noch einmal tief ein und hielt dann die Luft an, pirschte sie vor und kam dem Tier immer näher. Noch hatte es keinen Verdachte geschöpft. Am Waldboden erkannte sie Rorys verzweifeltes Gesicht, sie hasste es, wenn jemand dachte sie wäre schwach oder sogar hilflos. Sie war, zum Sternen-Clan noch einmal, nur schwanger. Sie wollte es ihm beweisen, aber noch mehr wollte sie es sich selbst beweisen. Also nahm sie ihre Kauerhaltung ein, streckte den Schweif etwas noch oben und knetete dann den Ast etwas. Mit einem Satz landete sie dann auf dem Gefiederten Tier und biss ihm ins Genick. Im ersten Moment war sie überglücklich, doch dann hörte sie auch schon Rorys verzweifeltes Rufen. Aber es war zu spät. Der Ast wackelte durch ihren Sprung so stark, dass er einen Riss bekam, genau dort wo Holunderschweif eben noch gestanden hatte. Sie stürzt in die tiefe, vor ihren Augen drehte sich alles, nur noch der Wind war da um ihr zu helfen. Sie schlug hart auf dem Boden auf und rollte sofort zur Seite. Ihr Blick wurde trüb und schmerzerfüllt, ihre Beine fühlten sich an wie durch gebrochen, dann fielen ihre Augen zu. Wenige Herzschläge später, fiel auch der tote Vogel herunter und landete vor ihrer Schnauze. Bevor sie nach Rory rufen konnte, stand er schon neben ihr und leckte ihr zitternd die Schnauze.
    „Alles wird gut!“, wimmerte er, sein Schock war unverkennbar. Er legte seinen Schweif über sie um sie zu schützen, vor was auch immer. „Hast… du Schmerzen?“, er bewegte seine Nase geschickt über ihren Körper, so wie es eine Heilerkatze wohl auch getan hätte, um nach Verletzungen zu suchen. Er hob den Kopf. Holunderschweif hatte nicht geantwortet und sich auch nicht gerührt. Er prüfte ihre Atmung, sie war am Leben, aber schwach, sehr schwach.
    „Bleib stark meine Liebe.“, er drückte seine Nase wimmernd in ihr kühles Fell. „Bleib am Leben. Wenn nicht für mich, dann für deine Jungen und die Schüler. Sie werden dich brauchen.“
    Holunderschweif wies keine äußeren Verletzungen auf, wahrscheinlich hatte sie eine Gehirnerschütterung. Doch Rory wusste sich nicht zu helfen. Was er brauchte, waren die Schüler. Er nahm die hübsche braune Kätzin am Genick und zog sie in den Schutz eines großen und knorrigen Baumes, scharrte ein paar der herunter gefallenen Blätter zusammen und verteilte sie um sie herum, wie ein Nest. Er rupfte etwas Moos von dem Stamm der Eiche und legte es auf ihren Körper, zum einen, um sie etwas warm zu halten und zum anderen um ihren Geruch bestmöglich zu verbergen. Rory wusste, welches große Risiko er einging. Wenn er wieder kommen sollte, könnte sie bereits nicht mehr dort liegen, oder
    schon tot sein. Vielleicht, würde sie ganz alleine hier draußen sterben. Was er hoffte, war ihre Klugheit. Falls es ihr doch besser ging als gedacht hatte und sie aufstehen könnte, müsste sie hier bleiben, sonst würde er sie nie wieder sehen. In den Bergen hätte sie ganz alleine und trächig keine hohe Überlebenschancen.
    Rory leckte ihr ein letztes Mal traurig über die Wange und verschwand dann in der tiefen Dunkelheit des Waldes.

    Er lief schon eine gefühlte Ewigkeit orientierungslos im Wald herum, doch bisher war keine Spur der Schüler mehr zu entdecken. Bereits mehrfach hatte Rory sich in die beiden hinein versetzt, aber bisher erfolglos. Er wäre umgekehrt um nach Holunderschweif zu suchen, statt immer weiter den Berg empor zu steigen. Holunderschweif hatte ihm nicht erzählt, wieso die Schüler und sie überhaupt hier waren, aber er glaubte, dass es sich um eine dringende Clan-Mission handelte. Wieso sonst, sollte man eine trächtige Kätzin zu so etwas lebensbedrohlichem auserwählen. Doch er liebe sture Kätzin viel zu sehr, um jetzt aufzuhören. Die jung Katzen waren vielleicht ihre einzige Chance. Wieder senkte er den Kopf um eine Geruchsspur zu suchen, einen Anhaltspunkt um eine Richtung auszumachen. Irgendetwas sagte ihm, er müsst den Berg hinauf, aber er wusste nicht wieso er das dachte. Deshalb verwarf er den Gedanken und blieb auf der selben Ebene. Er war gerade einmal am Fuß des Berges und würde vermutlich Tage brauchen um bis ganz nach oben zu gelangen.
    Sein Bauch knurrte laut und rüttelt ihn somit unsanft wieder in die traurige Realität zurück. Er hatte seit fast eineinhalb Tagen keinen Bissen mehr zu sich genommen, oder geschlafen.
    Die Sonne kletterte ihre Stufen wieder empor und schüttete ihr Licht über den Wäldern der Berge und ihr Umland aus. Er war versucht, einfach dort stehen zu bleiben, aber er kannte seine Auftrag und nicht und niemand würde ihn davon abhalten. Er streckte kurz seine Glieder in der Morgensonne und rannte dann weiter um die Katzen zu finden, die ihm jetzt als einzige helfen konnten.

    Müde und erschöpft hob Zapfenpfote seine Kopf. Er war noch völlig schlaftrunken und blinzelte mühsam der Sonne entgegen, die ihre Strahlen direkt in sein Gesicht warf, wie es schien, nur um ihn zu ärgern. Ärgerlich sah er sich um. Es war, als kamen die Erinnerungen eben erst wieder zurück, wie seine Schwester und er gestern im Wald verschwunden waren und wie schlecht er sich gefühlt hatte. Seinetwegen hatten sie Holunderschweif verloren. Dafür hätte er sich am liebsten selbst umgebracht, eine trächtige Kätzin alleine im Wald zurück zu lassen. Er hatte es nicht verdient Krieger zu werden, nicht wenn er ohne Holunderschweif nach Hause zurück kehren würde.
    Frostpfote lag noch schlafend neben ihm, während er sich langsam und leise aufrappelte. Er wollte wenigstens für seine Schwester sorgen, also streckte er die Nase in den Wind und suchte nach Beutegerüchen. Er roch etwas, aber es waren soviel mehr als er gedacht hatte. Dieser Teil des Waldes war so erfüllt von Beute, dass er am liebsten sogleich seine Schwester geweckt hätte und jubelnd um sie herum getanzt wäre. Aber leider, half ihnen Beute auch nicht Holunderschweif zu finden, oder vielleicht doch?

    19
    ((big))((bold))Kapitel 18((ebig))((ebold)) Schmerz durch strömte ihren Körper wie ein Wasserfall aus höchster Höhe, als sie wieder zu sich kam. Al

    Kapitel 18


    Schmerz durch strömte ihren Körper wie ein Wasserfall aus höchster Höhe, als sie wieder zu sich kam. Alles um sie herum drehte sich und flackerte wild. Ihr Magen wand sich in ihr, schrie nach Nahrung und klagte über die Schmerzen in ihrem Inneren. Ihr war Speiübel, sodass sie sich am Liebsten übergeben hätte, wenn etwas in ihr gewesen wäre was sie herauswürgen könnte, aber sie hatte schon seit Ewigkeiten nichts mehr gegessen. Endlich beschloss sie, ihre Augen zu öffnen, um zu sehen was passiert war. Sie konnte sich an nichts erinnern. Sie wusste nur noch, das Rory bei ihr gewesen war. Rory… Endlich hatte sie ihn wieder gesehen und die Liebe wieder gespürt. Die echte Liebe, nicht diese Scheinbeziehung mit diesem arroganten Kater aus dem Clan. Wie war sein Name noch gleich…?
    Alles drehte sich vor ihren Augen, deshalb schloss sie sie sofort wieder. Es war hell draußen, sehr hell. Vermutlich war es Sonnenhoch, oder kurz danach. Als sie sich etwas beruhigt hatte, versuchte sie sich zu konzentrieren, um ihr Umfeld zu analysieren. Immer noch mit geschlossene Augen, atmete sie ein, und wurde sogleich von den starken Gerüchen des Waldes benebelt. Moos und blätter, Gras und Bäume waren das erste was ihr in der Nase kitzelte. Trotz der starken Schmerzen hob sie etwas den Kopf. Sie lag in einem Nest aus feuchten Blättern und ihr hübsches Fell war zerzaust von dem grässlichen, nach Erde stinkenden, Moos. Sie atmete tief ein, um sich irgendwie ausmalen zu können, warum sie so dalag. Leider waren ihre Schmerzen noch zu stark um aufzustehen oder sich gar zu drehen, also versuchte sie sich auf ihre Gesundheit zu konzentrieren. Sie fühlte und sah keine äußeren Verletzungen, aber ihr Kopf dröhnte und fühlte sich seltsam schwer an. Ihre linke Vorderpfote schmerzte höllisch und sie glaubte eine Prellung an der linken Flanke zu haben. Zudem, war ihr auch noch unglaublich heiß unter dem Pelz, woraus sie Fieber schloss. Da sie bewegungsunfähig war, musste sie, ob sie es nun wollte oder nicht, liegen bleiben, bis sie sich wieder bewegen konnte. Mit einem unsicheren Seufzer, schloss sie sie die Augen und fiel auch bald in einen unruhigen und von Schmerzen geplagten Schlaf.

    „Und du glaubst wirklich, das funktioniert?“
    „Ich hoffe es.“, miaute der inzwischen recht stattlich getigerte Kater, ohne seinen Blick von seiner Arbeit abzuwenden „Oder fällt die was besseres ein, Schwesterchen?“ Seine Herausfordernden Worte brachten die graue Kätzin zum schnurren. „Ich hoffe nur, wir finden sie bald. Ich will mir gar nicht vorstellen was alles mit-“
    „Dann stell es dir nicht vor!“, unterbrach er sie schroff. Kurz darauf warf er ihr einen entschuldigenden Blick zu, worauf hin sich seine Schwester wieder etwas entspannte, aber weiterhin lieber den Mund hielt, um Zapfenpfote nicht noch einmal zu reizen. Sie folgte mit ihrem Blick Zapfenpfotes Pfoten. Der Schüler hatte zuvor eine Spitzmaus erlegt, aber wie sich heraus stellte, nicht zum fressen. Er hatte Frostpfote daraufhin seinen Plan erzählt. Voller Stolz, war er jetzt daran ihn auszuführen.
    „Schau mir genau zu.“, der Kater leckte sich kurz die Schulter und sah dann seine Wurfgefährtin prüfend an, um zu überprüfen ob sie auch auf ihn hörte. Als er sich vergewissert hatte, dass sie seinen Worten folge leistete, wendete er sich auch schon wieder seiner Arbeit zu. „Du musst mir versprechen, es dir zu merken. Für den Fall, dass ich es nicht bis an unser Ziel schaffe.“, er sagte das, als wäre es ihm egal was aus ihm werden würde. Auch Frostpfote bemerkte es.
    „Was soll das denn heißen?“, fauchte sie hysterisch in seine Richtung.
    „Versprich es mir einfach!“, knurrte Zapfenpfote und zeigte ihr bedrohlich seine Zähne.
    Verwirrt taumelte Frostpfote ein paar Schritte zurück, noch nie hatte sie ihren Bruder so wütend gesehen.
    Zapfenpfote schüttelte sein Fell wieder glatt und murrte dann: „Tut mir Leid.“ Aber so leise, dass es kaum zu hören war. Er wollte keine Schwäche zeigen, nur weil sie seine Schwester war.
    „Ich verspreche es.“, flüsterte Frostpfote tonlos und biss dann die Zähne zusammen um seiner Arbeit zu folgen.
    „Zuerst, brauchst du Beute, egal welche. Hauptsache tot.“, er klaubte sich die Spitzmaus vom Boden auf und hielt sie seiner Schwester vor die Nase, diese hielt sofort den Atem an und sah auf das tote Tier.
    Zapfenpfote zückte eine Kralle, betrachtete sie kurz und fuhr dann am Bauch der Maus damit entlang. „Aufritzen.“, miaute er und sah dem Blut dabei zu, wie es in Massen aus dem kleinen Tier hervor strömte. „Mach den Schlitz nicht zu groß, sodass nicht alles gleich ausläuft.“, wieder hielt er Frostpfote das Tier unter die Nase. Diesmal tat sie nichts, sie sah einfach nur stur auf den Ritz.
    „Jetzt kommt das Wichtigste, also sieh genau hin.“, er packte das Tier und drückte die Blutende Wunde der Maus an den Stamm und wischte damit ein paar mal waagrechte darüber, sodass ein roter Strich entstand.
    „Wozu soll das gut sein?“, ungläubig starrte Frostpfote auf den Strich.
    „Warte, das wichtigste kommt noch.“, nun zückte er alle fünft Krallen, statt nur der einen für das Aufschlitzen und kratzte tiefe Krallenspuren in den Baum, unter der Blutspur.
    „Und noch einmal: Wozu soll das gut sein?“, genervt sah sie ihren Bruder an. „Inwiefern finden wir dadurch Holunderschweif?“
    „Wir werden sie nicht finden, sie findet uns!“
    Die beiden Geschwister waren kurz nach Sonnenhoch gestartet, um ihre Reise zu Ende zu bringen. Auch wenn Frostpfote am Plan Zapfenpfotes zweifelte, war sie doch froh wenigstes einen Plan zu haben. Zapfenpfote war froh, dass sie ihm genügend vertraute um ihm weiterhin zu folgen. Sie war inzwischen Alt genug und brauchte seine Hilfe eigentlich nicht mehr, denn schließlich wären sie schon vor einem Mond zu Kriegern ernannt worden, wenn ihr Anführer noch ganz richtig im Kopf gewesen wäre. Immer wieder hinterließen sie die Spur an den Bäumen, um den Weg für sich und Holunderschweif zu markieren. Zapfenpfote war sich sicher, es würde in nächster Zeit nicht regnen, daher verwendete er das Blut, damit gleich auffiehl wo die Nächste Markierung war. Die Schüler würden den Berg erklimmen, nach den Silberdistel suchen und dann den selben Weg gehen wie sie gekommen waren, um auf Holunderschweif zu treffen, die hoffentlich die Markierung entdeckt hatte und ihr gefolgt war. Daruf setzte Zapfenpfote, denn etwas besseres war ihm nicht eingefallen. Sie gingen schon extra Schlagenlinien den Berg hinauf um die Chance zu erhöhen, dass Holunderschweif sie findet wenn sie nach ihnen suchen würde. Die Krallenspur hatte zwei Nutzen, zum einen falls es doch regnen sollte immer noch eine Markierung zu finden sein und Krallenspuren konnte der Regen nicht erwischen. Zum anderen, sollten sie beweisen, dass eine Katze dies gemacht hatte damit sie gleich auf Zapfenpfote und Frostpfote kam. Hoffentlich würde sie diesen Einfall auch haben, denn sonst brachte alles nichts. Aber Zapfenpfote wusste, dass Holunderschweif nicht dumm war. Sie war immer schlau genug um sich von Steinkralle fern zu halten, außer zuletzt. Aber er glaubte ihr nicht, dass sie ihn liebte und er war sich sicher, dass er ihr Geheimnis schon noch herausfinden würde. Geheimnisse kommen immer irgendwann ans Licht, da war er sich sicher.

    Rory schluckte den letzten Rest seiner Beute hinunter und seufzte erleichtert. Zumindest verhungert können die Schüler nicht sein, bei diesem belebten Land. Er war gerade erst an diesem Teil des Waldes angelangt und hatte sofort die Gelegenheit genutzt um sich etwas zum Fressen zu beschaffen. Gleich beim ersten Versuch hatte er Erfolg und auf der zweite war gelungen. Die beiden Waldmäuse hatte er sofort verspeist. Lange hatte er nichts mehr so köstliches gegessen. Die Beute war fett und genüsslich, genau passend. Er hoffte nur, die Schüler wären auch hier vorbei gekommen und hatten sich die Bäuche vollgestopft, solange es noch ging. Am liebsten hätte er Holunderschweif auch etwas gefangen, aber sie war
    schon viel zu weit weg. Er dachte an nichts anderes mehr, als an sie. Er könnte es nicht verkraften, sie auch noch zu verlieren. Sein Leben war nicht einfach gewesen, dass wusste er, aber wenn Holunderschweif sterben würden, würde ein Teil von ihm mit ihr sterben. Er dachte, sie wüsste nicht wie viel sie ihm bedeutete und deshalb wollte er ihr seine Liebe beweisen. Mit diesem Gedanken stand er auf und folgte wieder seinem Weg. Er war kaum ein Stück gegangen, als ihm ein bekannter Geruch in die Nase stieg. Er rannte los, quetschte sich durch einen Brombeerbusch und als er sah was auf der anderen Seite war, blieb er wie erstarrt stehen. Ein blutender Baum…

    20
    ((big))((bold))Kapitel 19((ebig))((ebold)) Es war lange nach Sonnenhoch, als Holunderschweif wieder zu sich kam. Ihr Kopf dröhnte immer noch und ihr

    Kapitel 19


    Es war lange nach Sonnenhoch, als Holunderschweif wieder zu sich kam. Ihr Kopf dröhnte immer noch und ihr Fell schien regelrecht zu glühen, so heiß war ihr. Allerdings taten ihr ihre Beine nicht mehr so weh, was zumindest einen kleinen Vorteil hatte. Sie hatte so großen Hunger, wie noch nie zuvor in ihrem Leben. Holunderschweif hob den schmerzenden Kopf etwas um sicher zu gehen, noch immer an der selben Stelle zu liegen. Und ja, sie hatte sich kein Stück bewegt, zu ihrem Glück, denn er Wald wimmelte nur so von wilden und hungrigen Tieren. Sie holte tief Luft und versuchte dann aufzustehen. Sie schob ihre Beine so gut es ging unter ihren Körper und raffte sich dann auf. Ein kleines von Schmerzen gequältes Wimmern drang aus ihrer Kehle, am liebsten hätte sie laut geschrien. Keuchend sah sie sich um, jetzt konnte sie auch sehen, was hinter ihr lag. Aber es war alles gleich, nur Wald, soweit das Auge reichte. Je länger sie sich umsah und ihre Umgebung genauestens betrachtete, desto bekannte kam ihr alles vor. Nach und nach sprudelten alte Erinnerungen in ihren momentan so leeren Kopf, die letzten Tage kehrten in ihr Gedächtnis zurück.
    Rory war bei ihr gewesen. Er war es wirklich, dem war sie sich sicher. Bei dem Gedanken an den hübschen roten Kater wurden ihr Augen glasig und ihr Leib wieder schwer. Am liebsten hätte sie sich jetzt hingesetzt, aber ihr war bewusst, dass die Zeit drängte. Sie musste die Schüler finden und Rory. Er war wohl gegangen um die Schüler zu suchen, um nach Hause zu können. Holunderschweif versucht wieder in sich zu gehen, ihre Schmerzen zu prüfen und wie weit sie es wohl schaffen würde, bis sie kraftlos zusammen brechen würde. Ihr Kopf schmerzte noch immer und ihre linke Vorderpfote war bereits angeschwollen, wahrscheinlich war sie verstaucht. Aber das Fieber war abgeklungen und ihre Flanke tat kaum noch weh. Aber lange würde sie nicht durch halten.
    Ungehemmt trabte sie los, schon der erste Schritt war die reinste Qual, aber sie würde durch halten, so lange es ihr Körper zu ließ.

    Die Eiche war rießig und warf einen mächtigen, großen Schatten auf das Waldgraß, in welchem Rory jetzt stand. Seine Augen waren weit aufgerissen und sein Gehirn versucht zu verstehen. Langsam ging er ein paar Schritte auf den Baum zu, zwickte die Augen zusammen und beschnupperte dann die verfärbte Baumrinde. Spitzmaus, unverkennbar. Er begutachte die Stelle gründlich, roch noch einmal daran und trabte dann aufmerksam um den Baum herum, auf der Suche nach anderen Spuren.
    Es waren Kratzspuren eingeritzt, welche auf jeden fall von einer Katze stammen mussten. Es hing auch ein fremde Geruch in der Luft, welcher es war, wusste Rory nicht. Er konnte sich nicht sicher sein, dass es die Schüler waren, weil er ihren Geruch nicht kannte, er hoffte es aber. Aber Rory wusste nicht weiter, weshalb diese Markierung, sie zeigte schließlich auch keine Richtung an, in welche er gehen musste.
    Lange, bis die Schatten den Wald verschluckten, schlich er um den Baum, beschnupperte die Luft und rätselte herum. Aber es half ihm nicht weiter. Er musste weiter, vielleicht würde er sogar die Nacht durch laufen, vielleicht hätte Rory doch noch eine Chance die Schüler zu finden.
    Er trat seine weitere Reise hungrig an. Er hatte bereits schon genug Zeit vertrödelt, als setzte er sich auf und rannte weiter den Berg hinauf, auch wenn seine Glieder schmerzten und bettelten endlich ruhen zu dürfen.
    Er lauschte den angenehmen Klängen des Waldes, die Stille. Er liebte den Nachtwald, wenn die Vögel ihr Schnäbel hielten und die Eulen endlich auf die Jagd gingen und ihre beruhigenden Laute von sich gaben. Nur einen Nachteil hatte das Reisen in der Dunkelheit, die Feinde der Nacht lauerten nur so zwischen den Büschen und Bäumen. Rory jedoch wusste sich zu wehren und hatte keine Ängste, was die Waldbewohner betraf.
    Inzwischen hatte er einen weiten Weg zurück gelegt und merkte wie die Erschöpfung seinen Körper in Besitz nahm. Also beschloss er, sich doch einen kleinen Unterschlupf zu suchen und sah sich um. Er schlüpfte durch einige Büsche und Sträucher als er plötzlich vor einem Baum zum stehen kam, einem roten Baum. Erstaunt riss Rory die grünen Augen auf. Unglaublich. Und in dem Moment als er den Baum erblickte, wurde ihm bewusst, was die Schüler geplant hatten. Sofort spannte er die Muskeln an, streckte seine Beine und folgte seinem Weg. Seine Pläne hatten sich recht rasch geändert. Nun suchte er die blutenden Bäume, sie würde ihn direkt an sein Ziel führen.

    Holunderschweifs Keuchen musste im ganzen Wald zu hören sein, so laut war es. Die Nacht war durchbrochen. Unsagbare Schmerzen durchfluteten ihren zitternden Körper. Sie lag bereits am Boden, neben einem dichten blühenden Ginstergestrüpp, hatte die Beine gefächert ausgebreitet und lag auf der Flanke. Ihr dicker Bauch hob und senkte sich stetig und ließ klar erkennen, was nun vor Holunderschweif lag. Die Geburt ihrer Jungen hatte begonnen.
    „Wieso jetzt…!“, zischte sie zwischen zusammen gebissenen Zähnen. „Heiliger Sternen-Clan, mach das das aufhört!“
    Niemand war bei ihr, wieso mussten die Jungen ausgerechnet jetzt kommen. Eigentlich wusste es Holunderschweif. Ihr Körper musste die letzten Tage einiges einstecken und hatte sehr gelitten, natürlich wollten die Kleinen raus.
    „Du schaffst das… du schaffst das… du … wirst … diese … Jungen … zur Welt … bringen!“, keuchte Holunderschweif am Anfang einer neuen Wehe. Ihr ganzer Körper bebte auf und eine kräftige Welle überkam sie. Schmerzerfüllt fuhr sie die Krallen aus, nirgends war ein Stock um darauf zu beißen oder mit Wasser getränktes Moos. Niemand würde ihr helfen können, es würden höchstens ein paar Füchse kommen, aber nicht um ihr zu helfen.
    Holunderschweif sah Blut zwischen ihren Hinterläufen hervor quellen und zwickte die Augen zu, sie musste jetzt stark bleiben. Sie atmete tief aus und ein und versuchte sich zu beruhigen, doch als sie die nächste Wehe überkam entkam ihr ein erstickter Schrei. Sie wollte nicht, sie konnte nicht. Todesangst spiegelte sich in ihren tränengefüllten Augen. Noch nie hatte sie sich dem Tod so nahe gefühlt. Die Sternen-Clan Katzen kratzten bereits mit ihren spitzen Krallen an ihrem Pelz um sie zu sich hinauf zu zerren. Nein! Dachte sich Holunderschweif und presste, presste und presste noch fester. Der Sternen-Clan konnte sie mal kreuzweise.
    Da spürte sie es, spürte Leben.
    Spürte die Freude, die Freude der Geburt.
    Ihr Herz schwoll an, beim Anblick des Knäuls.
    Die Freude war vorbei, ein Wimmern kräuselte ihre Lippen, entriss ihr Schreie und Knurren zugleich. Noch eine Wehe, es war nicht vorbei.
    Doch wer würde das Junge lecken, würde es umsorgen, liebkosen?
    Holunderschweif kostete es alle Kraft die Augen abermals zu öffnen. Das Junge lag am Boden, reglos, still und leise.
    „nein…!“, wisperte sie, Nässe strömte aus ihren Augen.
    Der Schmerz, so schlimm und unerträglich er auch war, rückte in den Hintergrund. Sie hatte sich etwas geschworen, als sie von zu Hause fort ging: Keines ihre Jungen würde zurück bleiben, koste es was es wolle.
    Holunderschweif atmete scharf ein, biss die Zähne hart auf einander und bückte sich verkrampft nach hinten um das Junge erreichen zu können.
    Traurig blickte sie das Junge an, es regte sich nicht.
    „Du musste kämpfen mein Kleines!“, Tränen des Schmerzes und der Trauer tropften auf das durchnässte und blutgetränkte Fell des Jungen. „Sei stark…!“
    Eine Wehe erschütterte ihre Körper, sie schrie auf, krümmte sich vor Schmerzen. Aber sie verharrte in ihrer Position, begann das Fell des Jungen gegen den Strich zu lecken und zog es gleichzeitig näher an ihren Bauch um es zu wärmen. Sie schmeckte das Blut auf ihrer Zunge, verzog aber keine Miene.
    Die Wehen wurden noch stärker und noch heftiger als zuvor. Zischend atmete sie ein. Wieder überkam sie die Panik, wieder spürte sie die Krallen der Toten Katzen an ihrem Fell zupfen, hörte sie nach ihr rufen. Sie versuchte tief ein und aus zu atmen, was ihr aber nur mäßig gelang. Sie leckte weiter das halb tote Junge, rege spürte sie den Herzschlag unter ihrer Zunge pochen. Es lebte…
    Krampfhaft zog sich ihr Körper wieder zusammen. Holunderschweif presste und presste und … dann spürte sie es. Das Leben.
    Sofort wandte sie sich wieder nach hinten, zog das sich windende Junge zu sich vor und leckte es. Es sah gut aus, voller Kraft und … Leben.
    Dem zweiten Jungen ging es deutlich besser als dem ersten, deshalb entspannte sich Holunderschweif wieder etwas. Aber sie musste kämpfen, um das Leben des ersten Junges. Sie zog es noch weiter zu sich ran, leckte den Kopf gründlich und dann den Rest. Erst jetzt fiel ihr auf, wie sie aussahen. Das erste Junge hatte dunkles orangenes Fell mit ein paar weißen Härchen an der Brust. Es war sehr klein und wirkte wirklich körperlich schwach. Das zweite glich Holunderschweif, es war hellbraun und hatte eine leichte weiße Musterung. Der Bauch des Jungen war weiß und zog sich ebenfalls über die Brust.
    Die nächste Wehe kam so rasch wie sie auch verging, aber nicht weniger schmerzhaft. Holunderschweif wand sich hin und her presste und atmete so gut sie konnte und dann war das dritte Junge geboren, nicht weniger schön als die anderen. Ein helles strahlendes orange zierte den lieblichen Körper, auch dieses Junge schien die Geburt gut überstanden zu haben.
    Holunderschweif erkannte gleich, dass es ein Kater war.
    Kraftlos leckte sie auch dieses Junge und zog es zu sich.
    Sie dachte es wäre vorbei, endlich vorbei. Aber sie hatte sich geirrt, denn noch eine Welle des Schmerzes überkam sie, diesmal wieder schlimmer als zuvor. Sie unterdrückte den Impuls zu schreien und weg zu rennen. Sie blieb tapfer und brachte auch noch das letzte Junge zur Welt. Eine kleine weiße Kätzin, die wie ihr Geschwister für ihr Leben kämpfte.

    21
    ((big))((bold))Kapitel 20((ebig))((ebold)) Frostpfote witterte einen Vogel. Eine Drossel, wenn sie sich nicht irrte. Langsam setzte sie eine Pfote vor
    Kapitel 20


    Frostpfote witterte einen Vogel. Eine Drossel, wenn sie sich nicht irrte. Langsam setzte sie eine Pfote vor die andere und bewegte sich schleichend auf die Beute zu. Sie trat aus ihrer Deckung, einem kleiner Heckenkirschbusch, prüfte die Luft und trat noch etwas weiter vor. Jetzt war sie nur noch zwei Schwanzlängen von der Drossel entfernt. Sie kauerte sich nieder und ließ noch einmal alle wichtigen Details der Jagd durch ihren Kopf strömen, um zu prüfen ob sie auch wirklich alles beachtet hatte. Entschlossen alles richtig gemacht zu haben, spannte sie die Muskeln an, schob die Beine näher zusammen und stieß sich dann in einem kräftigen Zug vom Boden ab. Sehr präzise landete sie auf dem Tier und brach ihm mit der Pfote den Nacken durch. Sie lächelte und hüpfte freudig mit dem Beutetier im Maul zu ihrem Bruder zurück.
    „Ich hab unser Frühstück erbeutet! Ich werde immer besser im jagen. Vielleicht hat das Ganze ja doch was gutes.“, sie setzte sich neben Zapfenpfote und legte die Drossel vor seine Schnauze. „Na komm! Iss!“
    „Iss erst du. Ich komm schon klar.“, murrte er und legte seinen Kopf wieder auf seine Pfoten.
    „Jetzt mach kein Gesicht und iss, du bist ja schlimmer als eine Königin.“, Frostpfote riss sich eine Flügel ab und knabberte genüsslich daran, vielleicht würde ihn ja der Geruch des Tiers doch zum Fressen ermutigen. Aber er schaute nur weiter träge in den Wald hinein.
    Sie hatten sich auf einer kleinen Lichtung eingenistet, immer noch tief im Wald, jedoch schon deutlich weiter oben.
    „Wir finden sie bald.“, flüsterte der Tigerkater geistesabwesend.
    Frostpfote atmete hörbar aus: „Natürlich finden wir sie. Du weißt wie schlau sie ist, wenn wir sie nicht finden… dann findet sie uns.“ Aufmunternd stupste sie ihn an und schob ihm noch einmal die Beute unter die Nase. Er brachte ein kleines Lächeln zustande und nickte ihr zu. Ein Zeichen der Dankbarkeit.

    Es hatte lange gedauert bis Holunderschweif wieder zu sich gekommen war. Die Geburt war äußerstkräftezährend gewesen und hatte ihr sehr viel Schmerz bereitet. Nur eins der Jungen war wirklich komplett gesund, es war das zweite gewesen. Es verursachte große Schuldgefühle bei ihr, wieso sie nicht wusste was die anderen hatten, oder was Schuld daran war. Das erste Junge - ein kleiner Kater - hatte sich nach dem Schrecken am Anfang wieder etwas erholt, es hatte zwar immer noch einen Rasselnden Atem aber sein Herzschlag hatte sich wieder normalisiert. Am schlechtesten ging es dem dritten Jungen. Er bewegte sich kaum und hatte noch dazu sehr hohes Fieber. Holunderschweif hatte bereits alles getan was sie konnte, was leider nicht sehr viel war. Der kleine hell orangene Kater bereitet ihr am meisten Sorgen. Doch dann gab es da noch die jüngste von allen, die kleine weiße Kätzin. An sich ging es ihr prima, sie atmete gut und zeigte keinerlei Zeichen von Krankheit. Aber was ihr an ihr Sorgen bereitet war ihr rechtes Vorderbein. Es war verdreht und leicht nach außen geknickt.
    Die Jungen waren eigentlich viel zu klein um irgendwo hin zu reisen, deshalb entschied sich Holunderschweif das nächst beste Versteck aufzusuchen. Die kleinen Jungen ließ sie in einem dichten Büschel Farnkraut zurück, während sie gerade eingeschlafen waren.
    Sie ging Richtung Osten, aber immer bedacht in der Näher ihrer Kinder zu bleiben. Es war ein recht nebeliger Tag, der Himmel wolkenverhangen und düster. Aber das war Holunderschweif gerade recht, vielleicht würden die Füchse und Dachse etwas länger als sonst schlafen. Unter ihren Pfoten knirschten ein paar Blätter und kleine Äste, was ihr nicht gerade half unbemerkt zu bleiben, aber trotzdem ging sie mit angespannten Schultern weiter den kleinen Grasweg entlang. Es roch sehr erdig. Es musste eine kleine Höhle in der Nähe sein. Langsam schlich Holunderschweif weiter durch das Unterholz und folgte der Geruchsspur. Sie konnte nur hoffen, dass der Bau unbewohnt war.
    Die Spur führte die junge Kätzin zu einem Büschel wilden Farnkrauts, welcher durch die Jahreszeit schon goldgelb bis braun angetrocknet war und deshalb ziemlich leicht zerbröckelte. Sie schlich um das Gewächs herum und kam zu einer kleinen unbewachsenen Erdfläche. Enttäuscht schüttelte sie den Kopf. Der Geruch kam aus keiner Höhle, sondern von diesem unlebendigen Erdfleck, der wahrscheinlich ein paar Tieren als Schmutzplatz diente.
    Mit gesengtem Kopf schlurfte die braune Kätzin weiter. Sie hörte die Vögel singen und Blätter rascheln, aber nichts deutet auf Gefahren hin. Es breitet ihr Unwohlsein ihre Jungen alleine zu lassen, noch dazu in einem ihr unbekannten Territorium. Aber sie machte weiter. Holunderschweif konnte jetzt nicht aufgeben, auch wenn ihr schon der Magen brannte und ihr Mund trocken war. Es war keine Zeit sich um sich selbst zu kümmern, das redetet sie sich immer wieder von neuem ein. Stark bleiben, egal was passiert. Aber was sollte sie tun, wenn sie doch nicht fündig werden würde?
    Sie schüttelte die lästigen Gedanken ab und trabte weiter. Als sie wieder ein Stück hinter sich gebracht hatte, sah sie einen umgefallenen, halb verottenden Baumstamm zwischen unmengen an Moos auf dem Waldboden liegen. Um ihn herum etwas größere Steine und hohe Gräser die einen guten Sichtschutzboten. Außerdem war der tote Baum von vielen weiteren großen Bäumen umgeben, die sich riesig aus der Erde erhoben und ihr großes, dichtes Blätterdach über der Fläche ausbreiteten. Perfekt! Dachte sie sich und jubelte in sich hinein. Sie sprang näher zu ihrem vorläufigen Zu Hause hin und begutachtet es von nahem. Es waren keinerlei Gerüche in näherer Umgebung, die verrieten ob sich Feinde in der Nähe befanden, also schien alles sicher und bewohnbar zu sein.
    Holunderscheif warf noch einen Blick in das innere des Baumes und atmete erleichtert aus. Genau so musste es sein. Auf einer Seite war der Stamm offen und führte tief genug ins innere, damit sie genug Platz hatten und kein Wind hinein drang. Sie schlüpfte wieder hinaus und rannte so schnell sie konnte zurück zu ihren Kindern um sie in ihr neues zu Hause zu führen.

    Frostpfote und Zapfenpfote waren währenddessen schon weiter gegangen um ihr Ziel so schnell wie nur möglich zu erreichen. Sie hatten sich für einen sehr steinigen und steilen Weg entschieden, der aber effektiver war um an die Spitze des Berges zu kommen. Frostpfote meinte schon zu merken wie die Luft um sie herum immer dünner zu werden schien. Zapfenpfote tat dies aber nur mit einem Zucken seines Schnurrhaares ab und eilte an ihr vorbei. Er war komisch geworden, wunderte sich Frostpfote und sah ihm bekümmert hinterher. Aber sie wusste nicht wie sie ihn aufheitern oder helfen konnte. Sie beließ es einfach dabei ihm schweigend zu folgen.
    Sie hasste es den Wind in ihrem Fell zu spüren, schließlich war sie eine Donner-Clan Kätzin und nicht vom Wind-Clan. Der raue Boden machte ihr ebenfalls zu schaffen. Das dritte Mal hatte sie sich schon ihre Ballen an den spitzen Steinen und Felsen aufgerissen. Zapfenpfote schien das nichts aus zu machen. Er lief einfach immer weiter ohne zu murren oder auch nur ein böses Wort über diesen schrecklichen Ort zu verlieren.
    Mit angelegten Ohren kämpften sich die beiden Jungkatzen den Berg hinauf, und als sie endlich wieder auf ein Felsplateu kamen, sahen sie endlich die Bergspitze. Sie hatten es bald geschafft.

    22
    ((big))((bold))Kapitel 21((ebig))((ebold)) Holunderschweif war bewusst gewesen, dass es nicht leicht werden würde ihr Jungen zu ihrem neuen Unterschl
    Kapitel 21


    Holunderschweif war bewusst gewesen, dass es nicht leicht werden würde ihr Jungen zu ihrem neuen Unterschlupf zu bringen, aber so hatte sie es sich nun auch nicht vorgestellt. Mit zwei ihrer Jungen auf dem Rücken und zwei im Maul kämpfte sie sich Schritt für Schritt weiter. Die beiden Kätzinnen die ob auf ihrem Rücken geklammert waren, bohrten ihre Krallen so fest in Holunderschweifs Pelz, dass ihr davon gleich ganz schwummrig wurde und die beiden Kater, welche sie immer einen nach dem anderen ein Stück im Maul vortrug weil es anders nicht ging, zappelten so sehr, dass es keine Freude mehr war. Es dauerte lange, bis sie ihr Ziel erreichten und Holunderschweif die kleinen hinunter lassen konnte.
    Alle hatten die Augen noch geschlossen und dem dritt geborenen ging es nach wie vor am Schlechtesten, aber sonst waren sie fit. Als sie da waren und Holunderschweif ihnen allen erst einmal eine kleine Wäsche unterzog, beobachtete sie sie ihre Jungen etwas genauer. Sie war sich bewusst, dass sie noch keinen Namen hatten, aber sie wollte noch etwas warten, bis sich herausstellte, was die Kleinen auszeichnete oder was zu ihnen passte. Sie hatte schon Ideen und war sich bei zwei auch schon sicher. Den erstgeborenen wollte sie Nachtjunges taufen, wegen der außergewöhnlich dunklen und ruhigen Nacht in der er zu Welt kam. Wenn sie ihn so ansah, passte der Name zu ihm, auch vom äußerlichen, denn er Kleine hatte sehr dunkles oranges Fell. Holunderschweif war sich auch schon sicher, wie sie das dritte Junge nennen wollte, dem es gerade noch sehr schlecht ging. Kampfjunges würde sein Name werden. Der Name soll ich weiterhin stärken und gleichzeitig zeigen, wie weit er es schon geschafft hatte. Holunderschweif war glücklich über ihre Namenswahl der beiden.
    Es befriedigte sie komischerweise etwas, dass sie ihre Jungen alleine bekommen hatte, denn so redete ihr keiner rein, wie sie was zu machen hatte. Außerdem hatte Steinkralle dann keine Chance die Namen mitzubestimmen, worauf er auch kein Anrecht hätte, schließlich war er nicht der Vater der Jungen.
    Sie brachte die Jungen eins nach dem anderen in den hohlen Baumstumpf bis ganz nach hinten und schlang dann ihren Körper um sie. Sofort wuselten alle um ihren Bauch herum um zu trinken. Besonders schnell war die jüngste von allen, sie hing schon lange vor allen anderen an Holunderschweifs Zitze und ließ auch als letzte von ihr ab. Holunderschweif schmunzelte die kleine an. Als ihr dann das weiße flauschige Fell auffiel wusste sie auch schon was für einen Namen sie tragen würde. Holunderschweif leckte ihrer Tochter über den Kopf und flüsterte ihr ihren Namen in ihr Ohr.
    „Du meine Kleine, wirst Milchjunges heißen.“

    Der Weg wurde immer steiniger und steiler. Zwar konnte man die Bergspitze sehen, aber das Land auf dem sie gingen wurde zunehmendes kahler und unlebendiger. Zapfenpfote fröstelte es leicht, am liebsten würde er jetzt in seinem Nest beim Donner-Clan liegen und dösen. Dort war es wenigsten warm und kuschelig. Der schüttelte unzufrieden seinen Pelz und stemmte seine Beine wieder den Berg hinauf. Normalerweise müssten die Silberdisteln genau in diesem Gebiet wachsen, aber zu sehen war kaum eine einzige Blume. Und sie brauchten auch noch zwei davon.
    Gerade als Zapfenpfote nach Beute Ausschau halten wollte, hörte er den spitzen Schrei seiner Wurfgefährtin hinter ihm schallen. Sofort wirbelte er herum und erblickte Frostpfote, die in den Klauen eines riesengroßen Habichts gefangen war. Sie wehrte sich mit aller Kraft und biss und kratzte das Tier wo sie nur konnte, aber der Habicht war stärker. Er stieß mit seinem Schnabel auf ihr Rückgrad ein und begrub sie mit seinem Federkleid unter sich. Zapfenpfote sprintete zu ihr hinunter und war mit einem Satz auf dem Habicht gelandet und riss ihm die Federn aus. Doch der Habicht nutzte sein Gebicht und ließ sich zu Seite kippen um den Kater unter sich zu begraben. Frostpfote war schon so geschwächt, dass sie sich nur aufraffen konnte um etwas weg zu robben. Blut quoll aus ihrem Rücken hervor.
    Zapfenpfote versuchte den Vogel hoch zu drücken, aber dieser bewegte sich kaum und auch wenn, bereitete es Zapfenpfote nur noch größere Schmerzen. Er schrie und fauchte den Habicht an, drückte seien Krallen in den Bauch des Feindes und biss zu wo er nur hinkam. Der Habicht hackte auch auf Zapfenpfote ein, sein Schnabel durchstieß sein linkes Ohr und prallte auf seinen Schädel. Gerade als er dachte, er würde jetzt sterben erschien ein orange roter, kräftiger Kater und stieß den Vogel gewaltsam zur Seite. Flink sprang er auf das Tier und biss kräftig in sein Rückgrad, er hörte nur noch ein lautes Knacken, dann fielen Zapfenpfotes Augen zu.

    Er ließ den Habicht unbeachtet zu Boden gleiten und sprang zu dem schwer verletzten Kater. Als er Nahe genug an ihm dran war, sah er dass er bereits ohnmächtig war. Rory hatte keine Ahnung wie er ihm helfen konnte aber er wusste, dass die Wunde aufhören musste zu bluten. Und auch seine Schwester brauchte Hilfe bei ihrer Blutung, sie lag schwer atmend auf der Seite und zitterte stark.
    „Keine Sorge, ich helfe euch.“, Rory sprang von Zapfenpfote weg und rannte zu Frostpfote. „Kannst du mich hören? Ich bin Rory, ich…!“, er hielt inne. ...ich bin Holunderschweifs Gefährte, beendete er seinen Satz im Stillen. Aber das war nicht mehr wahr, sie hatte einen anderen, einen den sie liebte. Vielleicht mehr als ihn. Er schüttelte den Kopf, es war die falsche Zeit um darüber nach zu denken.
    „Seid ihr die beiden Schüler, die mit Holunderschweif hier her gereist sind?“, er sprach deutlich aber schnell. Die junge Kätzin vor ihm hob leicht den Kopf.
    „Du kennst ...sie?“, ihre Augen flackerten.
    „Ja! Ja, ich kenne sie. Ich suche nach euch beiden, schon lang. Aber das ist gerade wirklich unwichtig. Ich suche euch Spinnenweben um die Blutung zu stillen.“
    kaum hatte er seinen Satz beendete war er auch schon weg und suchte in kleinen Löchern in der Erde nach Spinnenweben. Es war nicht leicht in einer so unbewachsenen Gegend wie dieser Spinnenweben zu finden, schließlich wuchsen hier nirgends Bäumen.
    Er brauchte recht lange bis er einen kleinen Haufen beisammen hatte, aber er schaffte es. Er rannte zurück zu den Schülern und legte die Spinnenweben sorgfältig auf ihre Wunden. Er eilte von einem zum anderen um sie nach und nach zu versorgen, brachte ihnen Moos zum drauflegen und Wasser zum trinken. Frostpfote wurde wieder stabil und war ansprechbar. Ihre Wunde hatte aufgehört zu bluten.
    „Weißt du was ich dir für ein Kraut geben könnte, damit du gesund wirst? Du und dein Bruder?“, fragte Rory.
    Benommen schüttelte sie den Kopf. „Er wird kämpfen. Er ist ein Kämpfer und er wird auch für sein Leben kämpfen, so wie er für mich gekämpft hat.“ Ihre Stimme war hauch dünn geworden und nur noch ein flüstern, aber man konnte die Schuldgefühle hören die in ihr brodelten. Ihr Wurfgefährte würde vielleicht ihretwegen sterben…
    „Geht es Holunderschweif gut?“, sie wand ihren Kopf Rory zu und sah ihn mit Tränen gefüllten Augen an. „Ihr und den Jungen?“
    Sein Blick glitt zu Boden. „Ich werde euch alles Morgen erzählen. Du solltest jetzt schlafen, ich kümmere mich um deinen Bruder so gut ich kann. Aber du musst auch zu Kräften kommen.“
    Frostpfote biss die Zähne aufeinander und nickte. Rory schluckte und sah zu den Sternen
    auf. Zapfenpfote war immer noch nicht zu sich gekommen. Hoffentlich wird er die Nacht überleben.

    23
    ((big))((bold))Kapitel 22((ebig))((ebold)) Der Wind tobte oben auf der Bergspitze als wäre gerade ein Sturm losgegangen, was Rory noch mehr Sorgen be
    Kapitel 22


    Der Wind tobte oben auf der Bergspitze als wäre gerade ein Sturm losgegangen, was Rory noch mehr Sorgen bereitete. Inzwischen waren einige Stunden nach dem Angriff vergangen, jedoch hatte sich die Lage kaum gebessert. Zapfenpfote war zwar aufgewacht, seine Verletzungen waren aber noch schlimmer geworden. Rory hatte alles getan was er konnte und auch Frostpfote tat trotz ihrer Wunden ihr bestes. Sie war schnell wieder auf die Beine gekommen, was wohl ein gutes Zeichen war.
    „Fallen dir noch Kräuter ein, Frostpfote?“, miaute Rory und steckte den Kopf in ein Graßbüschel, in der Hoffnung etwas nützliches zu finden.
    Frostpfote schüttelte jedoch nur traurig den Kopf: „Tut mir Leid, Zapfenpfote würde es wissen...“ Traurig leckte sie ihr Fell glatt, das tat sie jetzt schon zum fünften Mal hintereinander.
    „Du redest so als hättest du ihn schon aufgegeben.“, er stand auf und trat neben die junge Kätzin. „Wir fragen ihn, sobald er aufwacht. Er braucht gerade seinen Schlaf. In Ordnung?“
    Sie nickte nur. „In Ordnung. Erzählst du mir jetzt, wie es Holunderschweif geht? Lebt sie noch?“
    „Nun.“, Rory schluckte. „Ich musste sie zurücklassen.“ Frostpfote hielt angespannt die Luft an. „Sie war auf einen Baum geklettert und ist hinunter gefallen. Ich musste euch finden. Ich wusste nicht wie ich ihr sonst helfen sollte.“
    Frostpfote nickte erstarrte: „Also weißt du nicht wie es ihr geht? Ist sie wenigstens in Sicherheit?“
    Bevor Rory ihr Antworten konnte, erklang ein leises Keuchen neben ihnen. Ruckartig sahen die beiden zu Zapfenpfote, den sie in ein Moosbett neben einem Felsen abgelegt hatten.
    „Zapfenpfote?“, Frostpfote stürmte zu ihm. „Wie geht es dir? Vorhin bist du nur ganz kurz wach gewesen und hast komisch -“
    „Sag uns die Kräuter die wir brauchen!“, unterbrach Rory Frostpfotes Monolog. „Was kann die helfen?“
    Zapfenpfote atmete schwer und brachte nur stotternd Wort heraus: „B..orretsch, Bachminze und Riedgraß oder … Ringelblume.“ Seine Augenlider flatterten und seine Brust hob und senkte sich kaum noch. „Halt durch! Wir besorgen es!“, sofort flitzte Frostpfote los und verschwand zwischen den Felsen.
    „D… danke für die Rettung.“, keuchte Zapfenpfote als seine Schwester außer Sichtweite war. „Ich verdanke dir… mein Leben. Falls ich es… schaffe.“
    „Das wirst du. Spar dir den Atem.“, Rory legte seine Pfote beruhigend auf die seine. „Frostpfote wird alles tun um dir zu helfen. Und gemeinsam werden wir von diesem Berg runter und in euer Lager gehen. Versprochen!“
    Dankbar sah Zapfenpfote in Rorys Augen, es brauchte keine Wort um seine Dankbarkeit auszudrücken.
    „Ich habe hier noch etwas Wasser, falls du trinken willst.“, sagte Rory behutsam und schob das mit Wasser getränkte Moos vor seine Schnauze. Ohne murren nahm Zapfenpfote das feuchte Moos entgegen und trank, während er weiter versuchte regelmäßig zu atmen. Es ging ihm sehr schlecht, Rory wusste ihm nicht weiter zu helfen. „Am besten ruhst du dich noch ein wenig aus, bevor deine Schwester wieder kommt. Zapfenpfote schloss erleichtert seine Augen, auch Rory konnte wieder tief Luft holen. Rettung war unterwegs.
    Frostpfote brauchte länger als gedacht um die Heilmittel für ihren Bruder zu finden, als gedacht. Inzwischen war es dunkel und kühl geworden, also hatte Rory zusätzliches Nestmaterial besorgt und für sie alle hergerichtet.
    „Hast du alles gefunden?“, rief Rory ihr entgegen als er sie von unten her kommen sah.
    Frostpfote rannte etwas schneller, ihr war jedoch anzusehen wie sehr sie die Kraft verlassen hatte.
    „Ich musste wieder in den Wald laufen um die Kräuter zu finden. Aber trotzdem konnte ich keine Bachminze finden.“ Völlig außer Atem blieb die dunkelgraue Kätzin vor ihm stehen. „Wie geht es Zapfenpfote? Ist es besser geworden?“
    „Er hat nach wie vor kein Fieber, was gut ist. Aber er hat starke Atemprobleme. Am besten geben wir ihm die Kräuter gleich. Komm mit, wir müssen ihn aufwecken.“ Rory drückte sich an ihr vorbei um zu dem verwundetem Kater zu gelangen. Sie brauchten lange um die Kräuter richtig anzuwenden, aber durch Zapfenpfotes Hilfe schafften sie es doch noch. Erschöpft und mit schmerzenden Gelenken zogen sie sich dann am späten Abend in ihre Nester zurück um zu schlafen. Sie legten Wachschichten für Zapfenpfote ein, um sicher zu stellen, dass er noch lebte.
    Am nächsten Morgen war alles anders, Zapfenpfote ging es viel besser. Die Kräuter hatten ihre Wirkung gezeigt. Rory war völlig verblüfft, er hatte es immer für Schwachsinn gehalten mit Kräutern Verletzungen zu heilen. Als er von Zapfenpfotes Besuch wieder ins Freie ging hörte er Frostpfote murmeln. „Ich danke euch vielmals, dass ihr meine Gebete erhört habt. Das werde ich euch niemals vergessen und dafür immer an euch glauben. Danke Sternen-Clan. Danke für seine Rettung“, sie schluchzte und schaute gen Himmel. Sie flüsterte noch viele Male ein „Danke“, bevor sie wieder bei Zapfenpfote verschwand. Rory mochte die junge Kätzin, auch wenn er nicht das glaubte, was sie glaubte. Sie hatte etwas gefunden woran sie festhalten konnte und das ihr in schwerer Zeit Kraft gab. Ruhig ging Rory ebenfalls zu Zapfenpfote, noch bevor er richtig bei ihm war, hob der junge Kater schon den Kopf aus dem Nest. „Rory! Kannst du Frostpfote helfen die Silberdisteln zu suchen? Ohne die kommen wir hier nicht weg und ich wäre nur eine Last für euch.“ Der Tigerkater sah ihn flehend an, so dass Rory gar nicht anders konnte als zuzustimmen. Frostpfote flüsterte wieder ein leises „Danke“ zum Sternen-Clan und nickte dann Rory dankend zu. Zapfenpfote bedankte sich ebenfalls noch einmal für die Hilfe und für die Rettung vor dem Habicht, als Frostpfote und er dann aufbrachen um die Silberdisteln zu finden. Sie nahmen einen steinigen Abhang, der sie noch schneller nach oben führen sollte. Immer wieder rutschte Geröll unter ihren Pfoten weg und Steine riss es von oben herab, welche dann laut krachend in ihre Bahn rollten. Er war nicht einfach lebend oben anzukommen, aber sie schafften es nach viel Mühe doch. Die aufgeschürften Pfoten waren dann schon vergessen. Denn als sie über die letzten Felsstücke gesprungen waren, erstreckte sich am Gipfel des Berges eine riesige Grasbewachsene Landschaft.
    „Das ist… wunderschön!“, flüsterte Frostpfote neben ihn und rannte freudig auf das hohe Gras zu.
    „Pass auch, sonst fängst du dir noch massig Zecken ein!“, lachte Rory und rannte der hübschen Kätzin hinterher. Vereinzelt erhoben sich bunte Blütenköpfe aus den Grasbüscheln und verliehen der Landschaft etwas ganz besonderes. Die Morgensonne stand direkt über ihnen und wärmte ihnen das Fell. Es war einfach perfekt.
    „Ich wünschte Zapfenpfote und Holunderschweif könnten das hier sehen.“, Frostpfote beschnupperte die Wiese. „Weißt du zufällig wie Silberdisteln aussehen?“
    Rory blieb abrupt stehen. „Sag nicht, dass du das nicht weißt?“ Das Entsetzen war nicht zu überhören.
    Unsicher sag Frostpfote zu ihm hinüber. „Naja… Deswegen war Holunderschweif bei uns. Sie wusste es...“
    Rory atmete tief durch und versuchte nicht die Beherrschung zu verlieren. „Gut.“, sagte er und schloss nachdenklich die Augen. „Dann müssen wir jemanden finden, der uns hilft. Und zwar schnell.“ Sofort sprangen die beiden Katzen auf und rannten die gesamte Fläche ab.
    „Wir werden niemanden finden. Auf der gesamten Reise sind wir keiner einzigen Katze begegnet. Rory, was sollen wir tun.“
    Rory nickte frustriert über das gesagte, was ihm schon längst bewusst war. Müde vergrub er seine Krallen in der torfigen Erde. „Die Silberdistel ist eine Unterart der normalen Distel, das ist alles was ich weiß.“
    Frostpfote nickte traurig, sprang dann aber hektisch auf. „Ja! Also suchen wir einfach nach einer Pflanze mit Blüten die einer gewöhnlichen Distel ähnlich sieht. Außerdem hat sie Stacheln! Disteln haben immer Stacheln. So können wir sie finden!“

    24
    ((big))((bold))Kapitel 23((ebig))((ebold)) Es dauert nicht ansatzweise so lange wie sie gedacht hatten. Schon nach kurzem Suchen hatten sie die erste
    Kapitel 23

    Es dauert nicht ansatzweise so lange wie sie gedacht hatten. Schon nach kurzem Suchen hatten sie die erste Blüte entdeckt. Das Gewächs hatte weiße Blütenblätter und an den Zipfeln der Blätter waren spitze Stacheln verwachsen. Kurz danach hatten sie auch die zweite gefunden und als Reserve, falls eine verloren oder kaputt ging, nahmen sie noch eine dritte mit. Mit freudiger Erregung stürmten sie den Felsabhang wieder runter, was hinunter viel leichter viel als hinauf, liefen zu Zapfenpfote und legten ihm die Blüten direkt vor die Schnauze.
    „Das müssten sie sein, Bruderherz! Wir haben sie gefunden!“, Frostpfote leckte ihrem Bruder liebevoll über den Kopf und schnurrte. „Jetzt können wir endlich Krieger werden!“
    Zapefnpfote berührte erleichtert ihre Nase und flüsterte. „Wir werden die besten Krieger die der Clan jemals gesehen hat. Das schwöre ich dir!“
    Zapfenpfote konnte wieder gehen, zwar tat es noch weh, aber er hatte zugestimmt die Reise fort zu führen. Höchste Priorität hatte jetzt Holunderschweif, sie musste sie schnell finden.
    Die beiden Schüler waren immer noch voll Freude als sie den Rückweg antraten. Der Wunsch Krieger zu werden, musste ihr größter gewesen sein, dachte sich Rory als er die beiden liebevoll musterte. Es erinnerte ihn an seine eigenen Geschwister, er vermisste sie in genau solchen Momenten am meisten. Er schob den Gedanken beiseite. „Wir gehen erst einmal auf dem Weg zurück den wir gekommen sind, in Ordnung?“
    Die Geschwister stimmten ihm zu und gemeinsam beschleunigten sie ihre Schritte.
    Als die Sonne hinter den Bergspitzen verschwand und das Land in Finsternis hüllte überkam die Katzengruppe ein starker Hunger. Aber sie hielten nur kurz zum Fressen an, die Müdigkeit schoben sie beiseite. Sie würden die Nacht wie den Tag zur Heimreise nutzen. Auch wenn die Baummarkierungen bei Nacht schlechter sichtbar waren als bei Tag, fanden sie jedes Mal ihr Ziel.
    „Wir sollten kurz etwas Schlafen.“, seufzte Zapfenpfote. „Mir geht die Kraft aus um weiter zu gehen. Tut mir Leid.“
    „Kein Problem. Wir können alle nicht mehr. Die Sonne geht bald wieder auf, dann brechen wir wieder auf!“
    Es dauerte wirklich kaum länger als zwei Stunden bis die Sonne ihre ersten Strahlen über den Wald warf. Die Gruppe tat sich schwer wieder los zu gehen, aber sie taten es für Holunderschweif. Nachdem sie gegessen hatten, ging ihre Reise weiter. Schon bald, da war sich Rory sicher, müssten sie in dem Waldabschnitt angekommen sein in dem er
    Holunderschweif zurück gelassen hatte. Als er das den beiden Jungkatzen mitteilte, stellten sie aufgeregt ihren Schweif nach oben. Doch Rory hatte immer noch Sorgen, er hatte Angst ihren toten Körper vor sich zu sehen. „Kommt, beeilen wir uns!“

    Nachtjunges hatte als erstes seine Augen geöffnet. Der dunkelorange Kater mit den feinen weißen Härrchen war schon jetzt der kluge Kopf der Familie geworden. Seine Geschwister hatten die Augen noch geschlossen, wuselten aber genauso munter um sie herum. Auch Kampfjunges ging es jetzt besser, sein Fieber war weg und er zeigte auch keine sonstigen Anzeichen von Krankheit. Allerdings hatte sich dafür Milchjunges Zustand verschlechterte. Erst am Vortag hatte sich weißer Husten bei ihr entwickelt, was Holunderschweif die ganze Nacht lang nicht schlafen ließ. Sie tat alles was sie konnte, aber von den passenden Heilkräutern war nichts im näheren Umfeld aufzufinden. Katzenminze oder Frauenminze wuchs eben nun mal nicht auf einem Berg. Solange es weißer Husten bleiben würde, war sie beruhigt. Aber die Gefahr für grünen Husten bestand weiterhin solange sie nicht behandelt werden würde.
    Milchjunges lag dicht an ihrem Bauch und schlief unruhig. Holunderschweif hatte sie von ihren Geschwistern abgegrenzt, aber jetzt wo Nachtjunges sehen konnte war es noch viel schwerer. „Warum liegt Milchjunges da drüben?“, fragte er ängstlich. Seine Augen waren zwar noch ziemlich stark verklebt, aber das machte dem jungen Kater nichts aus. Auf wackeligen Beinen kam er rüber getaumelt.
    „Weil es ihr nicht gut geht und sie euch nicht anstecken soll. Bitte bleib bei deinen Geschwistern, Nachtjunges!“, tadelte sie den jungen Kater.
    Er sah sie mit großen Augen an: „Aber mit ihnen ist es so langweilig!“
    Sie schnaubte. „Sie können ja auch nichts sehen, Kleiner. Sei nett zu ihnen, ja?“
    „Ok Holunderschweif. Aber spielst du später mit mir?“, Nachtjunges drehte sich noch einmal um. „Bitte?“, er zog die einzelnen Silben bewusst ganz lang.
    „Ist ja gut, wir spielen später! Aber jetzt ab mit dir!“, sie stupse den Kleinen mit der Nase an woraufhin er etwas nach vorne stolperte.
    Als er bei seinen Geschwistern war drehte sich Holunderschweif wieder zu ihrer Tochter Milchjunges um um putzte sie zwischen den Ohren. Daraufhin drehte sie sich zu ihr um und kuschelte ihren kleinen weißen Kopf an die Brust ihrer Mutter. „Alles wird gut, Süße!“, liebevoll kuschelte sie ihren Kopf an den ihrer Tochter. „Sobald ihr die Augen alle auf habt, ziehen wir los.“
    „Wohin?“, flüsterte Milchjunges erschöpft und hustete.
    „Nach Hause.“, Holunderschweif seufzte traurig. „Hier können wir nicht bleiben, weißt du. Wir gehören nicht hier her…“
    Milchjunges wurde von einem starken Hustenanfall überrumpelt.
    „Wenn wir nicht gehen, kannst du nicht gesund werden und jeden Tag den wir länger warten, wird das Risiko größer.“, sie legte ihren Schweif schützend um ihre Tochter.
    „Was passiert, wenn ich nicht gesund werde?“, fragte Milchjunges mit trockener Stimme und keuchte kurz.
    Holunderschweif sah sie an und schwieg, Tränen stiegen in ihre Augen. Wie sollte man einem Neugeborenen Jungen den Tod erklären.
    „Wenn es dir nicht besser geht, dann… gehst du fort.“, flüsterte Holunderschweif mit erstickter Stimme. „Dann verlässt du mich, aber das darfst du nicht.“
    „Sehen wir uns dann nie wieder?“, fragte sie ängstlich.
    „Wir werden uns im Sternen-Clan treffen…“, lächelte Holunderschweif traurig. „Aber ich möchte zuerst dort sein. Ich will auf dich warten, nicht umgekehrt, ja?“
    Eilig nickte Milchjunges. „In Ordnung, Mama!“
    „Schlaf jetzt, Süße. Ich hole deine Geschwister.“, schwerfällig erhob sich Holunderschweif und brachte die anderen drei Jungen in den Schutz des Baumstamms. „Los rein mit euch!“
    Die drei tappten voraus, gefolgt von Holunderschweif die Milchjunges im Maul trug. Über dem dicken Moospolster ließ sie die Kleine runter. Sie legte sich ebenfalls hin und ließ ihre Jungen trinken. Ihre Gedanken kreisten gerade nur noch um ihre kranke Tochter, um Rory und die Schüler. Sie hoffte inständig, dass sie auf dem Weg zum Clan waren.
    Es war schon später Abend als sie ein rascheln draußen im Gebüsch hörte. Sie hob den Kopf, sah zu ihren Jungen und zählte sie kurz. Sie schlüpfte nach draußen und fuhr die Krallen aus. Egal wer oder was es war, ihre Jungen würde es nicht bekommen. Als sich die Gestalt durch das Gebüsch drückte stellte sie ihr Fell auf und sprang.

    25
    ((big))((bold))Kapitel 24((ebig))((ebold)) Es war rotes Fell, dass zwischen ihren Krallen hindurch blitzte. Im ersten Moment freute sie sich, doch sie
    Kapitel 24


    Es war rotes Fell, dass zwischen ihren Krallen hindurch blitzte. Im ersten Moment freute sie sich, doch sie konnte ihren Gedanken, dass es Rory war, gar nicht so schnell zu Ende denken, da wurde sie schon hart zu Boden geschleudert. Sie rollte sich ab und stand dann wieder wackelig auf alles Vieren. Auge in Auge stand sie ihrem Angreifer gegenüber. Das große, langgliedrige Tier mit dem rot-weißen Fell war unverkennbar ein dem Anschein nach sehr hungriger Fuchs. Aber er sah mehr aus, als hätte er Lust zu spielen. Sie zitterte vor Angst am ganzen Körper, was sich auch in ihren hellgrünen Augen widerspiegelte. Der Fuchsrüde hatte die Zähne gefletscht und ließ sich keine Zeit stehlen, denn als Holunderschweif sich aufgerappelt hatte, stand er schon wieder vor ihr.
    Er wollte die Jungen, das wusste sie. Aber das konnte sie nicht zulassen. Sie waren wehrlos und alleine.
    Holunderschweif überkam ein unglaublicher Kampfgeist bei dem Gedanken an ihre Söhne und Töchter. Sie hatte oft Geschichten über Mütter gehört, die durch das Beschützen ihrer Jungen mehr Kraft verspürten.
    Bereit zu kämpfen, fuhr sie die Krallen aus. Der Fuchs biss nach ihrer Kehle, sie bewegte den Kopf jedoch schnell genug zur Seite um ihn nur ihrer Schulter treffen zu lassen. Die Bisswunde spürte sie aber kaum, wegen des Adrenalins dass durch ihren Körper schoss. Sie biss mutig die Zähne aufeinander und kratzte mit beiden Pfoten über sein Gesicht, der Fuchsrüde bellt auf und wehrte sich auch sogleich. Er schnappte nach ihrem Ohr und traf die obere Spitze.
    Holunderschweif kämpfte mit den Tränen als die Schmerzwelle über sie geflutet kam. Ohne darauf zu achten wo sie ihn traf kratze sie blindlinks über dessen Körper. Aber ohne Zweifel war der Fuchs klug, es war sicher nicht erst sein erster Kampf. Holunderschweif sprang auf seinen Rücken, doch er packte sie zielsicher am Schweif und knallte sie auf den Boden. Sie schlug hart mit dem Kopf auf doch der Fuchs machte unbarmherzig weiter. Den Schweif der hellbraunen Kätzin weiterhin im Maul, zog der Fuchs Holunderschweif mit sich. Sie konnte sich nicht wehren, ihr Kopf dröhnte und vor ihren Augen tanzten Sterne. Endlich ließ der Fuchs von ihrem Schweif ab. Aber er hatte nicht die Absicht aufzuhören, blutdurstig stellte er sich über Holunedrschweifs mickrige Gestalt und riss ihr den Brustkorb auf. Schmerzerfüllt schrie sie auf, wieder und wieder. Der Fuchs stieß sie noch einmal heftig zur Seite und verschwand dann in Richtung des Baumstamms. Holunderschweif winselte. „N...icht mei...ne Kleine...n…“
    Sie versucht sich aufzustützen, aber sie hatte keine Kraft. Sie hörte nur noch das Schreien ihrer Jungen, als ihr die Augen zu schwer wurden.

    Sie hatten das Schreien und bellen schon von weitem gehört. Wie von Bienen gestochen flitzten die drei in Richtung der Kampfgeräusche. Es war unverkennbar Holunderschweif gewesen, da hatten sich gleich gar nicht diskutieren brauchen.
    Vorne weg rannte Frostpfote, sie hatte die besten Ohren und schnellsten Pfoten. Rory und Zapfenpfote folgten ihr so schnell sie ihr Pfoten trugen. Rory zitterte vor Angst um Holunderschweif, er bekam das Bild von ihrem totem Körper nicht mehr aus seinem Kopf. Wie ihr Blut über dem gesamten Waldboden floss und ihr Körper zerfetzt auf dem Waldboden lag, die Jungen tot und reglos aus ihrem Bauch raushängend. Er schüttelte sich, aber das Bild blieb.
    „Ich sehe sie!“, schrie Frostpfote nach hinten und rannte noch schneller. Rory und Zapfenpfote konnten nicht mehr schneller, behielten aber ihr Tempo bei.
    Das erste was sie hörten waren kleine piepsige Schreie. Frostpfote war die erste die auf den Lärm zu rannte und im Baumstamm verstand. Rory blieb vor Holunderschweifs reglosem Körper stehen und beugte sich zitternd zu ihr. „Nein… Holunderschweif!“
    „Hilf Frostpfote! Ich kümmere mich um sie!“, rief Zapfenpfote und kam schon mit einer Pfote voll Spinnweben auf sie zu. „Ich schaffe das, okay? Geh jetzt! Rette die Jungen!“
    Die Jungen! Er hatte nicht gedacht, sie schon zu treffen. Er war sich nicht sicher, wie er empfinden würde wenn er sie sah. Es waren nicht seine, konnte er ihnen das Leben vergönnen. Wütend schüttelte er den Kopf, er dachte nur Mäusedreck. Atemlos rannte er ebenfalls zu der jungen Schülerin in den Baumstamm. Das Geschreie war einem Wimmer gewichen und die Luft war erfüllt von Blutgeruch. Frostpfote kämpfte großartig. Sie hatte den Fuchs nach ganz hinten, weg von den Jungen getrieben. Sie bearbeitet geschickt seine Nase und biss ihm ins Bein. Ohne auf Holunderschweifs Jungen zu achten stürmte er zu Frostpfote und biss dem Fuchs in die linke Pfote. Ein Trick dem ihn einst ein Einzelläufer lehrte. Winselnd hob der Fuchsrüde die Pfote und jaulte. Er war wehrlos und schnappte nur noch mit seinem Maul nach der jungen Kätzin und ihm. Aber Rory war schneller und verpasste dem Tier den Finalen Schlag.
    Der Fuchs setzte zur Flucht an und zwängte sich an ihnen vorbei, doch als er an den Jungen vorbei rannte, packte er noch eines und flitzte humpelnd hinaus.
    „Du dreckiges Fuchsherz!“, fauchte Frostpfote und rannte ihm nach. „Lass sie runter!“
    Rory warf den verbliebenen Jungen noch einen Blick zu. „Ihr bleibt hier!“, es war schon fast ein Fauchen, dass er ihnen zuwarf als er auch schon nach draußen verschwand. Er hasste sich dafür, dass er die Jungen verabscheute. Aber wenn er sie ansah überkam ihn nur Wut über etwas das er nie haben würde. Er würde nie Junge mit Holunderschweif haben und das machte ihn traurig.
    Nichtsdestotrotz sprintete er Frostpfote nach und gemeinsam holten sie den Fuchs auch schnell ein. Mit seiner verletzten Pfote war er nicht weit gekommen. Er hatte sich in einem Gestrüpp verfangen, anscheinend konnte er Nachts nicht sonderlich gut sehen. Frostpfote hatte die winzige Kätzin schon aus seinen Fängen befreit, also nahm Rory sich den Fuchs vor.
    „Dafür wirst du leiden, du dreckiger Aasfresser!“, Rory sprang auf ihn und fuhr von oben über seine Kehle. Der Fuchs hatte keine Zeit mehr sie zu wehren, da sickerte auch schon das Blut in Massen aus seiner Kehle heraus. Einen Herzschlag lang röchelte das Tier noch und brach dann in sich zusammen. Er tat seinen letzten schmerzenden Atemzug und sackte dann zusammen.
    Rory hatte kein Triumphgefühl verspürt als der Fuchs vor ihm tot am Abend lag.
    Frostpfote hatte derweil ihren Schweif um das Junge gewickelt und leckte ihr über die blutenden Wunden.
    „Keine Sorge, wir tun dir nichts?“, flüsterte Frostpfote beruhigend. „Wie heißt du denn?“
    Zuerst sah sie die beiden großen Katzen mit ängstlichen Augen an. „Mama hat mir noch keinen Namen gegeben… Sie wollte… mir einen besonderen Namen geben, der etwas… bedeutet.“, stotterte die kleine hellbraune Kätzin, die Holunderschweif gleich sah.
    Rory trat näher an sie heran und sagte: „Magst du den Wald?“
    Frostpfote zwickte die Augen zusammen und blickte in unverständlich an.
    „Ja…sehr. Es ist so… ruhig.“, sie zitterte immer noch und traute sich kaum sich zu bewegen.
    „Wie würdest du es finden, wenn wir dich „Wald“ nennen?“, er lächelte etwas und versuchte ihr dadurch etwas die Angst zu nehmen.
    „Waldjunges!“, korrigierte Frostpfote und strich der Kätzin über die Ohren. „Er wird ihr gefallen. In diesem Wald warst du tapfer! Der Name wird dir auch weiterhin Glück bringen und dich an deine Tapferkeit erinnern.“ Dankbar schenkte Frostpfote Rory ein Schmunzeln.
    Und tatsächlich begann das Junge zu lächeln. „Der gefällt mir!“

article
1499968363
Warrior Cats - Geheimes Verlangen
Warrior Cats - Geheimes Verlangen
Holunderschweif, die junge Donner-Clan Kriegerin trifft eines Tages auf einen ihr bisher Unbekannten Kater, der, wie sie noch nicht weiß, ihr Leben von Grund auf Ändern wird.
https://www.testedich.de/quiz49/quiz/1499968363/Warrior-Cats-Geheimes-Verlangen
https://www.testedich.de/quiz49/picture/pic_1499968363_1.jpg
2017-07-13
406A
Warrior Cats

Kommentare (104)

autorenew

Erlenpfote (10722)
vor 3 Tagen
Jaaaaaaaaaaaaa♡♡
Lilienglanz ( von: Lilienglanz)
vor 6 Tagen
Kapitel 24 ist da :) Viel Spaß
Erlenpfote (10722)
vor 7 Tagen
Juhuuuuuuzuiiiiiiiuuiuiuiuiuiuiuiui uuiuiuiuu!!!!!!!!!!!!!!!!❤💜❤💓💔💕💗💞💝💟❣❤💌❤💕 💖💓💝🤗
Lilienglanz ( von: Lilienglanz)
vor 9 Tagen
Kapitel 22 und 23 sind jetzt auch da :) Der Kater bei Kapitel 22 ist übrigends Zapfenpfote
Erlenpfote (10722)
vor 11 Tagen
Ja^^^^^^^^^^^^^
Mach noch mehrrrrrrrrrrrrr!!!!!!!!!!!!!!!
Lilienglanz (55664)
vor 12 Tagen
Kapitel 21 ist jetzt veröffentlicht^^
Erlenpfote (10722)
vor 21 Tagen
Bitte schreib weiter!😣😥😫😓😔😕☹🙁😖😞😟😢😭😦😧😨😩😰😵
Erlenpfote (10722)
vor 21 Tagen
Wann schreibst du weiter?
Fatie &Co ( von: Fatie &Co)
vor 46 Tagen
Immer wieder gerne Lilie. Ich schau immer wieder rein und hoffe, dass was neues da ist
Erlenpfote (10722)
vor 52 Tagen
Bitte, bitte, bitte....(unendlich)
Lilienglanz (83172)
vor 53 Tagen
Ich werd ja gleich ganz rot😂❤ Danke dir Erlenpfote, dir auch Fatie, freut mich das du die Geschichte immer noch ließt🙈
Erlenpfote (10722)
vor 62 Tagen
OMG DIESE GESCHICHTE IST EINFACH NUR PERFEKT!!!!!!!!!! 😊BITTE, BITTE, BITTE...(unendlich) SCHREIB WEITER!!!!!!!!!!!!!....(unendlich)😍😍😍😘🤑* Lilienglanz auf die Augen mach*😻😻😻👌🏻👌🏻👌🏻💋💋💋👍🏻👍🏻👍🏻👏🏻👏🏻👏🏻💘❤💓💔💕💖💗💙💚💛💜 💝💞💟♥️💬*'Du hast das gut geschrieben, Lilienglanz!' reinschreib*🐈🐈🐈🐱🐱🐱🐾🐾🐾✅✅✅✔✔✔🔱*dir Krönchen aufsetz und sagen: "Hiermit verleihe ich dir den Preis für die beste Warrior Cats Geschichte (, ausser die von Erin Hunter natürlich). Hoch lebe Lilienglanz, hoch lebe sie!"*
Fatie &Co ( von: Fatie &Co)
vor 73 Tagen
Supertolle Kapitel Lilie. Holunderschweif ist richtig stark gewesen, sie hat die ganze Geburt ganz alleine gemeistert. Ich freue mich schon riesig auf die Fortsetzungen, die folgen werden
Lilienglanz ( von: Lilienglanz)
vor 73 Tagen
Kapitel 20 ist jetzt auch da
Lilienglanz (36629)
vor 95 Tagen
Tut mir wahnsinnig Leid, dass jetzt ewig nichts kam und ich mich auch nicht gerührt habe. Aber ich hab Kapitel 19 jetzt eingefügt, viel Spaß^^
Danke :3 @Fatie
Fatie &Co ( von: Fatie &Co)
vor 155 Tagen
Super Kapitel Lilie, Zapfenpfote hat ja eine echt schlaue Methode benutzt, um Holunderblüte Hinweise zu geben
Lilienglanz ( von: Lilienglanz)
vor 157 Tagen
Danke😘❤
Sanftwolke (07795)
vor 169 Tagen
Nicht so schlimm. Omg ich liebe es das neue Kapi es wird immer Spannender und ich kann gut verstehen warum du das schon durchgeplant hast würde ich nämlich auch so machen
LG Sanfti
Lilienglanz ( von: Lilienglanz)
vor 176 Tagen
Danke Santftwolke, aber wie schon mal gesagt hab ich die Geschichte schon durch geplant und kann keine neuen Charas dazu fügen, was ich auch gar nicht will. Trotzdem danke für die lieben Worte :3
Hier bitte Fatie, ich hatte das Kapi schon lange fertig... Ich weiß, ich hätte es schon früher veröffentlichen sollen
Fatie &Co ( von: Fatie &Co)
vor 177 Tagen
Bitte schreib weiter Lilie, ich hab so langsam keinen Lesestoff mehr