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Die Unendliche Geschichte - Schicksal Phantásiens

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8 Kapitel - 2.635 Wörter - Erstellt von: Sonnenflug - Aktualisiert am: 2018-05-21 - Entwickelt am: - 696 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Lara ist in der fünften Klasse, Bücherwurm und Geschichtenerfinderin. So nennen ihre Freunde sie zumindest. Doch als plötzlich Bastian aus der siebten Klasse ihr zwei Bücher schenkt, ändert sich ihr Leben schlagartig und muss den Weg zu den Wassern des Lebens finden...

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    ~Einleitung~ Kennt ihr das Buch? "Die unendliche Geschichte?" Und habt ihr es gelesen? Also ich jedenfalls habe es getan und das Buch ist ei
    ~Einleitung~

    Kennt ihr das Buch? "Die unendliche Geschichte?" Und habt ihr es gelesen? Also ich jedenfalls habe es getan und das Buch ist einfach nur unbeschreiblich... Aber zurück zum Thema. Wisst ihr, wie das Buch endet? "Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden." Und hier soll erzählt werden, was ein paar Jahre nach Bastians Abenteuer geschah. Doch lest selbst...

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    Es klingelte. Lara murmelte noch im Halbschlaf unverständlich, dann sah sie auf. Sie befand sich im ihrem Klassenzimmer, in der Schule. Einen Moment lang war sie verwirrt, doch dann bemerkte sie, dass es die Schulglocke war, die um punkt ein Uhr Nachmittags zum Schulschluss läutete. Sie war im Unterricht eingeschlafen! Sie zog den Kopf ein. Hoffentlich hatte es keiner bemerkt...Da stieß etwas gegen ihren Arm. "Hey, Schlafmütze." Sagte eine Stimme. "Marie?" Lara drehte sich zu ihrer Freundin um, die links neben ihr ihre Sachen zusammenpackte. "Ich wusste gar nicht, dass du Schlaf brauchst..." "Von wegen!" Jetzt erinnerte sich Lara wieder. "Ich habe nur kurz nicht aufgepasst." "Habe ich bemerkt." erwiederte Marie. "Warst du mal wieder beschäftigt, Geschichtenerfinderin?" Lara musste lachen. Sie wusste genau, was ihre Freundin damit meinte. "Kann sein." antwortete sie nur und begann ebenfalls ihre Sachen in ihre Schultasche zu stopfen. Obwohl ihre Freunde über ihre erfunden Geschichten Bescheid wussten, erzählte sie niemandem eine davon. Es war wie eine eigene Welt, die man geheimzuhalten hatte. Sie verabschiedete sich von Marie, hängte ihre Tasche über ihre Schultern und schlenderte durch das Schulhaus. Sie dachte wieder nach. Über eine neue Geschichte, versteht sich. Doch da unterbrach eine Jungenstimme ihre Gedanken: "Hallo. Darf ich mit dir gehen? Ich meine, wir haben den gleichen Weg." Lara nickte. Es war ihr Nachbar, Bastian. Sie war erst vor Kurzem hierher gezogen und hatte noch nicht so viele Freunde. Aber Bastian war nett, nicht so wie die anderen Jungs aus den oberen Klassen, die ihn ständig wegen seinem etwas dicken Körper ärgerten. Doch Bastian schien es nichts auszumachen. Dafür bewunderte Lara ihn. "Ich bin Lara." Sagte sie. "Ich weiß." erwiderte Bastian. "Du wohnst in der Nähe von mir." "Ja." Danach schwiegen sie. Trotzdem fühlte sich Lara nicht etwa unwohl oder so. Immer wenn sie bei Bastian war, fühlte sie sich, als hätte sie jemanden, der sich für ihre Geschichten interessiert. Doch sie wagte es nicht, Bastian darauf anzusprechen.

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    "Sag mal, magst du eigentlich Bücher?" Diese Frage kam ganz überraschend, als sie schon fast in ihrer Straße waren. "Ja..." antwortete Lara. Ein Kribbeln fuhr durch ihren Bauch. Jetzt war die Gelegenheit! "Ich... Manchmal erfinde ich sogar Geschichten." Jetzt war es raus. Sie hatte das Gefühl, als hätte ihr jemand das Gewicht von den Schultern genommen. Bastian lächelte nur. Dann holte er aus seiner Schultasche etwas heraus. Ein Buch. "Ich wollte dir etwas schenken. Als...einfach, damit du dich nicht so alleine fühlst." Lara nahm verdutzt das Buch in ihre Hand. Es war kupferrot, eine helle und eine dunkle Schlange bissen sich in den Schwanz des anderen und bildeten einen Oval. Im Oval stand: "Die unendliche Geschichte". Das Buch sah sehr wertvoll aus, und Lara war sich nicht sicher, ob Bastian es ernst meinte. Doch als sie wieder aufblickte, war Bastian weg. Nur eine große Schachtel lag dort, wo er vor wenigen Augenblicken gestanden hatte. Lara hob die Schachtel vorsichtig hoch. Da fiel ihr siedend heiß ein, dass ihre Tante sie heute besuchte. Lara lebte mit ihrer Mutter allein, ihr Vater war bei einem Autounfall gestorben. Seitdem redete ihre Mutter nicht mehr viel, sie verabscheute alles, was mit Autos zu tun hatte. Und Laras Tante Fiona verstärkte ihre Gefühle auch noch, indem sie sich mit der Mutter Liebesfilme ansah. Deshalb hasste Lara es, wenn Tante Fiona zu Besuch kam. Ein wenig wieerwillig drückte sie auf die Klingel. Als die Tür mit einem Surren aufging, trat Tante Fiona schon in den Flur und begrüßte sie überschwänglich. Lara verdrehte nur die Augen. Sie entwischte aus Tante Fionas Umarmung und huschte in ihr Zimmer, ganz oben im dritten Stock des Hauses. Dann schnappte sie sich das kupferrote Buch und begann zu lesen an.

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    TAIRAUQITNA
    rednaeroK darnoK lraK: rebahnI

    Diese Inschrift stand auf der Glastür eines kleinen Ladens, aber so sah sie natürlich nur aus, wenn man vom Inneren des dämmerigen Raumes durch die Scheibe auf die Straße hinausblickte. Draußen regnete es in Strömen. Die Tropfen liefen am Glas herunter und über die geschnörkelten Buchstaben. Alles, was man durch die Scheibe sehen konnte, war eine regenfleckige Mauer auf der anderen Straßenseite...


    Lara atmete tief durch. Nicht jedes Buch war das richtige für sie, aber dieses hatte definitiv ihren Geschmack getroffen!

    Plötzlich wurde die Tür so heftig aufgerissen, dass eine kleine Traube von Messingsglöckchen, die über ihr hing, aufgeregt zu bimmeln begann und sich eine Weile nicht mehr beruhigen konnte...

    Was sie eine Weile danach las, das war unglaublich und verwirrend zugleich:

    "Und Manieren", hörte der Junge hinter sich die brummige Stimme, "Manieren hast du nicht für fünf Pfennig, sonst hättest du dich wenigstens erst mal vorgestellt." "Ich heiße Bastian", sagte der Junge, "Bastian Balthasar Bux."

    Lara stockte der Atem. Buchstabe für Buchstabe, Bastians Name, der nette Nachbar von nebenan! Sie blinzelte und kniff sich in den Arm. Hatte sie das gerade wirklich richtig gelesen? Sie las den Satz noch gefühlte fünfzig mal durch, bevor sie einen klaren Gedanken fassen konnte. Bestimmt hatte Bastian ihr das Buch gegeben, weil sein Name darin vorkam und sie sich nicht so einsam fühlte. Das konnte, nein das musste alles nur ein gewaltiger Zufall gewesen sein. Nichts weiteres. Sie atmete tief durch und begann weiterzulesen...

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    "Was meinen denn deine Eltern dazu?" Bastian antwortete nicht gleich. Erst nach einer Weile murmelte er: "Vater sagt nichts. Er sagt nie was. Es ist ihm alles ganz gleich." "Und deine Mutter?" "Die - ist nicht mehr da." "Sind deine Eltern geschieden?" "Nein" sagte Bastian. "Sie ist tot."


    Als Lara diesen kleinen Abschnitt las, setzte ihr Herz einen Schlag aus. Dem Bastian im Buch schien es ähnlich zu gehen, wie ihr! Auch sie hatte ein Elternteil verloren... und der andere Teil war ganz in sich zurückgezogen... Nur dass Lara noch eine Tante hatte, die auch ihren Einfluss auf ihre Mutter hatte...


    Bastian wurde sich bewusst, dass er die ganze Zeit auf das Buch starrte, das Herr Koreander vorher in Händen gehalten hatte und das nun auf dem Ledersessel lag. Er konnte einfach seine Augen nicht davon abwenden. Es war ihm, als ginge eine Art Magnetkraft davon aus, die ihn unwiederstehlich anzog.


    "...Lara... Lara! LARA KOMMT DU JETZT ENDLICH SONST KOMME ICH SELBST HOCH!" Erschrocken fuhr Lara hoch und verstecke das Buch gerade noch rechtzeitig unter ihr Kissen, als Tante Fiona wutschnaubend ihre Zimmertür aufstieß. "Wie oft soll ich dich noch rufen? Man kann doch nicht schon so früh schwerhörig werden!" keifte die Frau und fuhr nicht weniger schnaubend fort: "Und jetzt KOMM ENDLICH AUS DEM BETT RAUS UND HELF DEINER MUTTER BEIM ABENDESSEN!" "Wie, es ist schon Abend?" rutschte es aus Lara heraus. Ein Fehler. "Wie, jetzt bist du auch noch halb blind oder was?" kreischte Tante Fiona und brauste endgültig aus dem Raum. Lara sah aus dem Fenster. Ihre Tante hatte Recht! Zu ihrem Entsetzen neigte sich die Sonne langsam, aber sicher, dem Horizont entgegen. Was so viel Zeit vergangen, seit sie zu lesen angefangen hatte? Es kam ihr gar nicht so viel vor... "LARA KOMMT DU JETZT ODER SOLL ICH DIR EINE EINLADUNG VORBEIBRINGEN?" ertönte es von der Küche aus. Lara versicherte sich noch ein letztes Mal, ob das Buch noch sicher unter ihrem Kissen lag, dann beeilte sie sich, in die Küche zu kommen.

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    Nachdem Lara ihrer Mutter (die wie fast jeden Tag dunkle Augenringe und blutunterlaufene Augen hatte) beim Abendessen geholfen hatte, deckte sie den Esstisch und aß. Ihre Mutter nahm wieder so gut wie gar nichts zu sich, während sich Tante Fiona den Bauch vollschlug. Und Lara selbst versuchte jeglichen Blickkontakt zu vermeiden und so wenig wie möglich zu sprechen. Trotzdem war sie wohl oder übel dazu gezwungen, mit Tante Fiona zu reden. ''Wie läuft es bei dir in der Schule? Hast du irgendwelche Probleme? Ärger mit Freunden oder Lehrern?'' Lara unterdrückte ein genervtes Stöhnen und antwortete nur: ''Ist alles in Ordnung.'' und schaufelte den letzten Bissen in den Mund. ''Ich geh Hausaufgaben machen.'' meinte sie mit einem ungewollt kühlen Unterton und wollte gerade aufstehen, als hinter ihr das Gemeckere losging: "Und was hast du denn bisher gemacht? Den ganzen Nachtmittag lang?" "Äh...ich bin nicht ganz fertig damit geworden." log Lara. Innerlich schimpfte sie sich selbst aus. Sie war noch nie eine gute Lügerin gewesen. "Auf deinem Bett, oder was? Oder hast du doch etwas anderes gemacht?" Sie spürte den bohrenden Blick ihrer Tante in ihrem Nacken und versuchte sich noch auf die Schnelle etwas einfallen zu lassen. "Ich war so erschöpft von all dem Lernen und Schreiben, dass ich kurz eine Pause gebraucht habe." rechtfertigte sie sich kleinlaut. Bestimmt hörte Fiona das leichte Zittern in ihrer Stimme! Ein kurzes, spöttelndes Schnauben war zu hören, dann erwiderte ihre Tante kalt: "Gut, dann geh. Und sag mir später nicht, du bist immer noch nicht fertig damit!" rief sie ihr noch hinterher, als Lara erleichtert die Treppe hinaufstürmte und in ihr Zimmer schlüpfte.

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    Eigentlich hatte Lara nur halb gelogen. Mit den Hausaufgaben hatte sie noch nicht mal angefangen. Aber zum Glück war heute Freitag, da konnte sie sie auch am Wochenende machen. Sie setzte sich wieder auf ihr Bett und holte das kupferfarbene Buch hinter ihrem Kopfkissen hervor. Und schon bald war sie ganz versunken in der Geschichte.



    Die Turmuhr schlug zehn. Bastian wunderte sich, wie schnell die Zeit vergangen war. Während des Unterrichts kam ihm jede Stunde für Gewöhnlich wie eine kleine Ewigkeit vor. Unten in der Klasse hatten sie jetzt Geschichte bei Harrn Dröhn, einem mageren, meist schlecht gelaunten Kann, der Bastian besonders gern vor allen lächerlich machte, weil er die Jahreszahlen von Schlachten, die Geburtsdaten und Regierungszeiten irgendwelcher Leute einfach nicht behalten konnte.



    Lara sah auf. Am Anfang ihres Schuljahres hatte sie auch einen Herrn Dröhn als Geschichtslehrer gehabt. Doch schon nach einem Monat hatte er die Stelle an ihrer Schule aufgegeben, um in der Nachbarsstadt zu unterrichten. War dies auch nur ein Zufall? Anders konnte Lara sich es im besten Willen nicht erklären.





    Atréju stand langsam auf. Der Kopf des Pferdchens lag jetzt schon halb im schwarzen Wasser. "Leb wohl, Atréju, mein Herr!", sagte es. "-Und danke!" Atréju presste die Lippen aufeinander. Er vermochte nichts zu sagen. Er nickte Artax noch einmal zu, dann wandte er sich ab und ging fort.

    Bastian schluchzte. Er konnte es nicht unterdrücken. Seine Augen waren voll Tränen und er konnte nicht weiterlesen. Er musste erst ein Taschentuch hervorziehen und sich die Nase putzen, eher er fortfahren konnte.


    Lara ging es genauso wie Bastian. Auch sie biss sich auf die Unterlippe und kämpfte gegen die heraufkommenden Tränen an. Diese Stelle war so traurig! Sie schniefte kurz und schüttelte sich das Wasser aus den Augen. Sie las weiter und weiter, bis Ende des vierten Kapitels Ygramul, die Viele. Vor allem die letzten drei Sätze erschütterten sie.


    Aber war es wirklich eine Geschichte? Wie war es dann möglich, dass Ygramul und wahrscheinlich auch Atréju Bastians Schreckensschrei gehört hatten? Dieses Buch fing langsam an, ihm unheimlich zu werden.


    Lara stimmte ihm in Gedanken zu. Die unendliche Geschichte, die sie gerade in ihren Händen hielt, war ihr doch nicht ganz geheuer. Waren die ganzen bekannten Namen wirklich nur ein großer Zufall? Oder...steckte mehr dahinter? Lara erschauderte. Sie mochte zwar Bücher, in denen es um Magie ging, doch wirklich glauben tat sie es nicht. Erschrocken stellte sie fest, dass die Kirchturmuhr zwei Straßen weiter weg von ihrem Haus elf schlug. Schon so spät! Tante Fiona würde sie ausschimpfen, bis ihr die Ohren abfallen würden. Sie huschte zum Lichtschalter und knipste es aus. Das Buch schob sie wieder unter ihr Kissen.

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    Lara konnte nicht schlafen. Es schien schon Ewigkeiten her zu sein, seit sie gehört hatte, wie Tante Fiona das Haus verlassen hatte und die Tür des Schlafzimmers ihrer Mutter quietschend zugefallen war. Sie hatte keine Ahnung wie viel Uhr es war, aber das war ihr im Moment herzlich egal. Am Liebsten würde sie sich im Bett hin- und her werfen, doch sie hatte Angst, dass sie in irgendeiner Weise dadurch das Buch beschädigen könnte. Das Buch! Wenn sie nicht schlafen konnte, dann konnte sie doch auch genauso gut weiterlesen. Sie richtete sich auf und griff umhertastend nach ihrer Taschenlampe, die unter ihrem Bett versteckt war. Diese hatte sie für alle Fälle dort platziert. Umständlich suchte sie den Knopf zum Anschalten und kniff geblendet die Augen zusammen, als sie ihn gefunden und gedrückt hatte. Aber allmählich hatte sie sich an die Helligkeit der Lampe gewöhnt und holte dann das Buch unter ihrem Kissen hervor. Wo war sie noch mal gewesen? In der Eile hatte sie ganz vergessen, das Lesezeichen in die Seite zu legen... Doch nach einigem Herumblättern hatte sie schließlich die Stelle wiedergefunden, an dem sie aufgehört hatte. Und schon nach wenigen Momenten war sie tief in der Geschichte versunken.

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Die Unendliche Geschichte - Schicksal Phantásiens
Die Unendliche Geschichte - Schicksal Phantásiens
Lara ist in der fünften Klasse, Bücherwurm und Geschichtenerfinderin. So nennen ihre Freunde sie zumindest. Doch als plötzlich Bastian aus der siebten Klasse ihr zwei Bücher schenkt, ändert sich ihr Leben schlagartig und muss den Weg zu den Wassern ...
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2017-07-06
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Bücher

Kommentare (3)

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Muria ( von: Murialana)
vor 135 Tagen
Schön, dass du weiterschreibst! Mir sind ein paar Schreibfehler aufgefallen, da steckt wahrscheinlich die AK dahinter
Bachbrise (95034)
vor 205 Tagen
Ich liebe die unendliche Geschichte und finde es echt toll,dass du zu ihr eine FF schreibst.Auf die Idee wäre ich nie gekommen.Du schreibst super also schreib unbedingt weiter.
Muria ( von: Murialana)
vor 304 Tagen
Ich verehre die Unendliche Geschichte, musst du wissen und finde es cool, dass du dich an eine FF zu diesem Buch heranwagst. Ich hoffe, es wird eine gute Ff und vor allem hoffe ich, dass du weiterschreibst.