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Dunkelheit, eine Creepypasta

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1 Kapitel - 1.403 Wörter - Erstellt von: Kiara Fenyx - Aktualisiert am: 2017-02-18 - Entwickelt am: - 783 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt - 2 Personen gefällt es

Seien wir ehrlich, dunkler Wald und Monster darin sind Klischee. . .
aber ignorieren wir das doch einfach mal: D
Ich würde mich über eine Kritik oder Tipps sehr freuen,

KF
aka
Werwolf03s neuer Benutzername

(Kategorie: Creepypasta)

    1
    Es war schon dunkel draußen und kristallene Regentropfen donnerten unregelmäßig gegen das von meinem Atem beschlagene Fenster, vor dem ich kauerte und nach draußen starrte. Von meinem Zimmer im ersten Stock konnte ich in der Dunkelheit kaum etwas erkennen, so weit weg von Straßenbeleuchtung und Licht-Reklame der Städte, wie ich war.
    Die Jägerhütte meines Onkels war gut im Bergwald versteckt, nicht weit von einem kleinen Ort, allerdings weit genug, dass dieser nur als schwaches Schimmern unter vielen Lichter zu erahnen war, die aus dem Tal zu den Baummeeren hinaufstrahlten.
    So war es hier am Waldrand immer ruhig, still und vor allem düster. Dadurch, dass ich hier weder einen eigenen Fernseher oder ein Radio hatte, musste ich mir meine Zeit also anders vertreiben, um müde zu werden. Für den heutigen Abend hatte ich mir bereits den idealen Zeitvertreib gefunden:
    Zwischen den hohen, kahlen Stämmen der Nadelbäume huschte ein schmaler Schatten von Schemen zu Schemen, von Versteck zu Versteck.
    Ich wusste nicht, ob er mich schon gesehen hatte,, in meinem alten Pyjama und der noch älteren Golf-Kappe, die ich aus dem Schrank meines Onkels genommen hatte.
    Wie ich da in völliger Dunkelheit und Einsamkeit hockte, das Gesicht gegen die Fensterscheibe gedrückt, darauf bedacht, alles sehen zu können, was vor sich ging, so wie jeden Abend. Bloß, dass dieses Ding da viel interessanter schien als die Rehe und Füchse, die hier sonst umherstreiften.
    Aus dem Augenwinkel erkannte ich das blasse, rote Blinken einer unserer Überwachungskameras, die mein Onkel kurz nach dem Einzug hatte anbringen lassen.
    Seit das Vieh vor drei Tagen aufgetaucht war, hatte ich jeden Morgen die Aufzeichnungen des späten Abends untersucht und nie etwas gefunden, dass darauf hindeutete, dass ich nicht geträumt hatte. Eigentlich Schade.
    Aber heute hatte ich nun keinen Zweifel mehr daran, dass es menschlich oder menschenähnlich sein musste. Es konnte auf zwei Beinen laufen, ich glaubte es zumindest einmal in einer aufrechten Haltung stehen gesehen zu haben. Außerdem saßen seine Augen frontal am Kopf. Bei einem Tier dieser Größe müssten sie doch eher seitlich sitzen?
    Angst hatte ich keine. Spätestens morgen durfte er verschwunden sein, denn dieses Mal war er eindeutig zu nah an unseren Zaun gekommen-wenn mit den Aufzeichnungen dieses Mal alles in Ordnung war, dann würde sein Gesicht auf dem Video deutlich erkennbar sein. Außerdem wäre mein Onkel sehr bald zurück, immerhin musste er nur kurz ins Dorf um einen seiner Kollegen zu sprechen-er war Jäger.
    Ja, spätestens dann wäre Schluss. Hier passierte immerhin nie etwas, was einem wirklich Angst machen konnte.
    Meine nackten Füße waren ganz kalt, es gab im oberen Stockwerk nämlich keine Fußbodenheizung, und ich hatte meine Arme um die angewinkelten Beine geschlungen, um mich warm zu halten, während ich zwischen den licht-stehenden Bäume nach einem funkelnden Augenpaar ausspähte.
    Ich starrte eine Weile ins Leere, doch sah nichts mehr. Es... oder er war weg. Wie vom Erdboden verschluckt, als sei es in einem der Hasenlöcher verschwunden, die sich hier auf der Lichtung tummelten.
    Nichts. Stille.
    Ich hatte noch immer keine Angst. Wovor auch? Etwa vor der Dunkelheit? Vor diesem dummen Schatten da draußen? Warum denn? Da war nichts, was mir etwas antun konnte. „Mein Onkel wird sehr bald zurückkommen!“, flüsterte ich mir in Gedanken zu.

    Und wie gerufen schwang die Haustür auf. Ich war kurz davor ein erleichtertes Seufzen hören zu lassen. Dann hörte ich es.
    Ein Pochen aus dem Erdgeschoss.
    Zunächst hielt ich es für irgendein Nebengeräusch der Waschmaschine, bis mir klar wurde, dass ich die Waschmaschine längst gehört hätte, wenn mein Onkel sie vor der Abfahrt eingeschaltet hätte. Es war, als wenn jemand unten im Wohnzimmer gegen die Decke schlug, sodass es mir vorkam, als würde das Geräusch aus dem Boden dringen. Es wurde kontinuierlich lauter, bis ich rief: „Wer ist da? Das ist nicht lustig!“. Mein jäh schneller schlagendes Herz beruhigte sich wieder. „Natürlich“, murmelte ich. Es war schon öfter vorgekommen, dass mein Onkel, oder meine Cousinen, die mich manchmal besuchten, versuchten mir Angst einzujagen, wenn sie erst im Dunkeln hier ankamen.
    Doch als ich gerufen hatte, war es wieder ruhig. Das war ungewöhnlich. Normalerweise war mein Protest nie etwas gewesen, wovon man sich aufhalten lies.
    Ich zuckte die Achseln, als würde mir jemand zusehen. Was auch immer. Irgendwann würden sie hochkommen und die Tür ruckartig aufstoßen, vielleicht nebenbei auch noch irgendetwas brüllen oder mit über den Kopf gelegten Bettlaken herumflattern, bis ich sie anschrie, sie mögen endlich mit dem Blödsinn aufhören. Dann war nämlich endlich Schluss.
    Aber jetzt war es ruhig und still. Gänsehautmäßig still.
    Dann kam es wie ein Schlag. Etwas kratzte, schabte mit einer widerlichen Gewalt über Holz, was ein schrilles Quietschen auslöste. Etwas-oder jemand-kratzte offensichtlich mit scharfen Gegenständen über die hölzernen Treppenstufen. Dazu kam ein dumpfer Aufprall, jedes Mal, mit dem das Quietschen lauter wurde und sich somit meiner Zimmertür näherte.
    Ich sah förmlich vor meinem inneren Auge, wie mein Onkel sich stumm schlapplachte, während er, warum auch immer er so etwas dummes tun sollte- dunkle Kerben in das Holz schlug, doch das Gesicht meines Familienmitglieds entglitt dieser Vorstellung und wurde durch etwas anderes ersetzt. Ein Gesicht, dass mir fremd vorkam, dass ich aber doch irgendwie kannte. Die Augen reflektierten das Licht meiner heißgeliebten Taschenlampe durch das Fenster...
    Ich kannte diese Augen. Und ich wusste, dass sie wussten, dass ich hier oben war. Spätestens, seit ich laut gefragt habe, wer mir diesen vermeintlichen Streich spielte.
    Da war jemand, der nicht hier sein sollte. Ein Einbrecher, ein Betrunkener, oder wen auch immer ich dort draußen gesehen hatte. Ich musste die Polizei rufen, so schnell wie möglich. Doch woher sollte ich jetzt ein Telefon nehmen!
    Ein Handy hatte ich nicht, immerhin konnte ich über den Computer meines Onkels ins Internet und das Haus verfügte über eine Festnetz Verbindung. Im Büro. Im Erdgeschoss. Scheinbar unerreichbar weit entfernt.
    Und jetzt hörte ich, wie das Kratzen auf den Treppenstufen sich in Schritte auf den Bodendielen vor meiner Zimmertür verwandelte. Es schien, als würde jemand etwas über den Boden hinter sich her schleifen, einen schwer gefüllten Sack oder etwas ähnliches. Ich war inzwischen komplett zu einer Eisstatue gefroren, während sich in meinem Inneren ein Brechreiz zusammenbraute, dem ich kaum noch standhalten konnte. Weinte ich etwa?


    Ich... fühlte mich nicht ängstlich. Nur dumpf. Bewegungslos.
    „Wieso sollte ich mich ängstigen, mein Onkel war doch...“.
    Nein. Er war nicht da. Ich war alleine im Dunkeln.
    Es ist jetzt zwei Stunden her, seit er hätte zu Hause sein sollen. Seit das Ding hier aufgetaucht ist und seit es den ersten Zettel unter der Zimmertür durchgeschoben hat. Darauf geschrieben ist mit Blut. Ich erkenne es an diesem furchtbaren Geruch und der rostroten Färbung.
    Und ich weiß jetzt, was das Wesen mit vor meine Tür geschleift hat, was ich auf der Treppe hatte dumpf aufschlagen hören. Und wo mein Onkel ist. So nah und unerreichbar, wie das Telefon im Büro.
    Ich werde sterben.


    WEnn dU nichT rauskomMst
    mUSs icH reinkommen
    .






Kommentare (8)

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Kiara Fenyx ( von: Kiara Fenyx)
vor 351 Tagen
Danke! Ich schätze, es ist schon etwas spät, aber danke!!
Cel the killer (92246)
vor 412 Tagen
Also ich schreibe auch Storys, aber im vergleich zu mir, bist du begabter so etwas zu schreiben als ich. Ehrlich.
Tränenhimmel ( von: Tränenhimmel)
vor 434 Tagen
Echt cool auch ohne Ende !😄
Kiara Fenyx (50226)
vor 463 Tagen
@ Himbeerglanz
(entschuldige die Verspätung)
Es ist als offenes Ende gedacht-in dem der Erzähler stirbt oder es ihm gelingt zu entkommen. Das ist der Fantasie des Leser überlassen^^
Himbeerglanz ( von: Himbeerglanz)
vor 474 Tagen
Ich finde die Geschichte toll! So spannend ^^ schreibst du noch ein Ende?
Kiara Fenyx ( von: Kiara Fenyx)
vor 490 Tagen
O danke^^
Es freut mich das zu hören!
DarkNightmare ( von: DarkNightmare)
vor 494 Tagen
Sehr schön! Mir gefällt deine Fanfiktion sehr. Ich stimme Sayo-ko :) zu.
Sayo-ko :) ( von: Sayo-ko :))
vor 494 Tagen
Wow...richtig gut geschrieben^^! Dein Schreib Style gefällt mir sehe ^0^ Sagen wir es so...ich habe Wortwörtlich vor dem Bildschirm geklebt :D Weiter so!