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Die Statistik vom Quiz

Falsche Welt - dein verrücktes Leben in Hogwarts

36.71 % der User hatten die Auswertung: Dein Name ist Allison McFay. Du hast blonde, leicht gewellte Harre, die dir bis zur Hüfte fallen und grüne Augen. Manche Dinge in der Geschichte sind ein wenig unklar, zum Beispiel wie Allison im Unterricht zaubert, aber ich hoffe, das macht euch nichts aus. Du bist im selben Jahrgang wie Ginny. Und dann grinse ich meine beste Freundin an und falle ihr um den Hals. Ich will noch nicht gehen, viel lieber würde ich die ganze Nacht hier verbringen und mit ihr über bestimmte Jungs lästern, über andere schwärmen und einfach mit ihr reden, aber das geht nicht, denn ich muss nach Hause... Wie jeden Abend, hat meine Mutter gekocht und besteht darauf, dass wir gemeinsam zu Abend essen. Also mache ich mich auf den Weg. Während ich durch die bereits düsteren Straßen und Gassen meines Dorfes laufe, denke ich weiter über unsere Gespräche nach. Und vor allem über diesen einen Jungen. Patrick ist sein Name. Ally, meine beste Freundin, meint, ich sollte ihn morgen einfach direkt ansprechen. Ich verdrehe die Augen. Klar, ihr fällt so was immer leicht. Aber ich bin da ganz anders. Viel zu schüchtern. Was wäre denn, wenn er mich gar nicht mag? Ganz in meinen Gedanken versunken biege ich in die Straße ab, in der ich wohne... Und sehe mein Haus. Oder besser gesagt die Überreste von dem, was mal mein Haus war und auf denen immer noch heiße grelle Flammen wild durcheinander toben und selbst das wenige, was noch da ist, in ihrem schrecklichen Spiel verschlingen. (Zeitsprung) Hier sitze ich nun und starre ausdruckslos an die weiße Wand, welche scheinbar schon so alt ist, dass bereits die Farbe von ihr abblättert. Ich sitze ganz still da, selbst meine Hände, die ich damals immer irgendwie bewegen musste, liegen nun wie tot auf meinen Knien, welche von diesem seltsamen weißen Stoff umhüllt sind, aus welchem mein Kittel gemacht ist. Ich sitze vollkommen still. Bewege nichts. Nicht einmal meine Augen. Ich denke nur nach. Oder besser gesagt, ich versuche nachzudenken. Über irgendetwas. Nur nicht über dieses eine Thema, zu welchem meine Gedanken jedoch, wie von Geisterhand immer und immer wieder angezogen werden. Meine Eltern. Mein kleiner Bruder Tommy. Meine Katze Daisy. Sie alle waren in dem Haus, als es verbrannte. Sie alle sind... sie sind tot. Ich warte auf das kühle Gefühl einer Träne auf warmer Haut, doch ich werde enttäuscht. Es kommen keine Tränen. Nicht eine einzige. Ich seufze und lasse mich rückwärts auf das alte Stahlbett der Psychiatrie fallen, welches knarrt, als würde es mir sagen wollen, dass ich bloß wieder aufstehen soll und dort verbringe ich meinen ganzen Tag und denke weiter nach, während ich gekonnt alles ignoriere, was um mich herum geschieht. Die Pflegerinnen und Pfleger, das Essen, was mir gebracht wird, die Ärzte... Meine Großeltern... und auch meine Freunde. Ich will nichts hören. Nicht sprechen. Es ist mir sogar egal, als Ally ins Zimmer kommt, erst ruhig auf mich einredet und mich dann schließlich anschreit, weil ich nicht reagiere. Ich weiß, sie machen sich Sorgen um mich. Aber das spielt keine Rolle mehr. Sie denken ich brauche Hilfe. Deshalb bin ich ja auch hier. Aber sie können mir nicht helfen. Denn auch wenn sie noch an mich glauben, habe ich mich selbst bereits aufgegeben. Ich kann nicht mehr. Und ich will nicht mehr. Vielleicht lebt mein Körper noch, aber mein Geist ist schon lange tot. Wochen vergehen so. Irgendwann schließen die Ärzte mich an eine Maschine an. Damit ich nicht verhungere. Täglich kommt mein Psychologe. Er will mit mir reden, doch jeden Tag führt er Selbstgespräche. Ich weiß nicht, wie es so weiter gehen soll, aber dann kommt dieser eine Tag. Der Tag, der alles verändert. (Zeitsprung) Ich höre wie die Tür quietschend geöffnet wird. “Misses McFay, ihr Onkel ist gerade angekommen. Er will Sie besuchen.” höre ich die Stimme einer noch recht jungen Pflegerin sagen, bevor die Tür wieder ins Schloss fällt, aber ich ignoriere es. Oder besser gesagt ignoriere ich meinen Besuch. Wie immer. Schritte ertönen, welche auf dem gefliesten Boden leicht hallen. Dann vernehme ich das knirschende Geräusch, eines Stuhles, der über den Boden gezogen wird. Und dann legt sich ein Schatten über mich. Ich kann gar nicht anders, als der Person ins Gesicht zu sehen. Immerhin sitzt sie genau vor mir. Und wäre ich in einer anderen Situation, wegen irgendetwas anderem hier, oder in einem Krankenhaus, hätte ich jetzt panische Angst bekommen. Denn ich kenne die Person mir gegenüber nicht. Das ist nicht mein Onkel. Er ist ein Fremder. Ich habe ihn noch nie gesehen. Aber da mir alles egal ist, bleibe ich nur stumm liegen und warte ab. “McFay, wie geht es Ihnen?” Wer auch immer der Mann ist, er weiß ganz offensichtlich nicht, das ich verstummt bin. Er schaut mich abwartend an, aber schließlich gibt er es seufzend auf. “Dumbledore hatte mich gewarnt, dass so was passieren könnte.” Ich horche auf. Dumbledore? Was hat Dumbledore hiermit zu tun? Ich bin zwar keine Hexe, aber trotzdem weiß ich nur zu gut wer er ist. Meine Eltern haben mir, als ich noch klein war und als noch alle dachten, dass auch ich eine Hexe bin, von ihm und Hogwarts erzählt. Meine ganze Kindheit lang hatte ich mich so darauf gefreut, nach Hogwarts gehen zu dürfen, aber dann... Ich hatte den Brief, die Einladung, nie bekommen. Denn wie es sich herausgestellt hatte, war ich ein Squib. Trotzdem hatte ich die wundervollen Geschichten über Dumbledore nie vergessen. Der Fremde lächelt. “Ich sehe, du kennst diesen Namen.” Er streicht sich sein schwarzes, fettiges und für einen Mann viel zu langes Haar von der Stirn. “Dumbledore macht sich Sorgen um Sie McFay. Er vermutet, dass es der dunkle Lord... Warte, wissen Sie wer das ist?” Ich antworte nicht, aber mein Blick scheint Bände zu sprechen, denn der Mann fährt ernst fort. “Es war der dunkle Lord, der deine Familie tötete. Das Feuer wurde später gelegt. Er wollte euch alle töten. Du weißt doch sicherlich, dass deine Eltern Mitglieder im Orden waren, oder?“ Ich liege da und halte vor Entsetzten den Atem an. Das kann nicht sein. Ich meine... Meine Eltern... Sie waren doch niemand.... Nein. Nein... Das ist nicht möglich, dass... „McFay? Wissen sie vom Orden des Phoenix?“ Klar weiß ich, dass meine Eltern in diesem Orden waren, aber das ist doch unwichtig. Weil... Es ist, als könnte dieser Mann Gedanken lesen, denn sobald ich dies denke, redet er weiter. „Deswegen hat er sie getötet. Aber Sie hatten Glück. Da Sie keine magische Begabung haben, wusste niemand, von Ihrer Existenz, aber Dumbledore vermutet, dass dies sich mittlerweile geändert hat und man nach Ihnen sucht. Sie sind hier nicht mehr sicher McFay. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er Sie findet. Und deshalb müssen Sie mit mir mitkommen. Dumbledore will Sie beschützen, aber das geht nur in Hogwarts.“ Als der Mann endet, bin ich überfordert und kann noch weniger klar denken, als zuvor. Aber anscheinend ist es dem Mann egal, denn auf einmal hebt er mich einfach hoch. Ich überlege zu schreien, doch bevor ich einen Entschluss treffen kann, beginnt plötzlich alles um uns herum sich zu drehen und als es dann aufhört, befinde ich mich nicht mehr in dem kleinen schäbigen Zimmer, in dem ich die letzte Zeit verbracht hatte, sondern in einer großen Halle, voller Menschen, die mich alle mit großen Augen anstarrt. Bevor ich mich fassen und von dem was eben geschehen ist erholen kann, läuft der fremde Mann auf einen großen Tisch am Ende des Saals zu. Mich natürlich immer noch in den Armen haltend. „Professor Dumbledore, ich schätze es ist schlimmer als erwartet.“ (Zeitsprung) Das Büro, in welchem ich mich nun befinde, ist wunderschön. Zwar für, einen Geschmack ein wenig altmodisch, aber wirklich außerordentlich hübsch. Neugierig schaue ich mich um. Das ist also Hogwarts. Dieser Ort. Die große Halle mit all den Kindern und auch dieses Büro. Es müssen Teile von Hogwarts sein. Ich bin fasziniert. Soviel Magisches habe ich noch nie zuvor gesehen. Obwohl auch der Haushalt, aus welchem ich stamme, voller Magie war. Daran zu denken, stimmt mich wieder traurig, aber ich will es nicht. Nicht jetzt. Wer weiß, wie lange ich noch die Gelegenheiten habe, die sich mir jetzt, so ganz alleine in dem Büro des Schulleiters, bieten? Ich stehe von dem unbequemen Sessel auf, auf welchen der seltsame Fremde mich abgesetzt hatte, bevor er noch einmal mit Dumbledore den Raum verlassen hatte und schlendere durch das Zimmer. Wahllos wandert mein Blick von einem Gegenstand zum nächsten, bis mir schließlich auffällt, das ich gar nicht, wie erwartet, alleine bin, sondern Gesellschaft habe. Von einem Vogel. Einem wunderschönen farbenfrohen Vogel, von welchem ich sicher bin, dass ich noch nie ein ähnliches Exemplar gesehen habe. Völlig in seinem Bann gefangen, bleibe ich stehen und schaue das Tier an. Und es schaut zurück. Ich wage es nicht zu atmen. Nicht mich zu bewegen oder gar zu blinzeln, aus Angst davor, das Tier könnte seinen Blick abwenden. Und so verweilen wir mehrere Sekunden. Beide scheinbar völlig versunken in den Augen des anderen, bis der sonderbare Vogel sich schließlich leicht schüttelt und seine Flügel weit ausbreitet. Er hebt ab und fliegt... Nein es ist viel eleganter als fliegen. Er schwebt viel eher... auf mich zu. Verwirrt strecke ich meinen Arm aus und das Geschöpf lässt sich auf meiner Faust nieder. Vorsichtig streichele ich ihm über den Kopf. „Hallo. Wer bist du denn?“ Es sind die ersten Worte, welche ich seit über einem Monat von mir gebe. … Ich hatte nicht viel Zeit mit dem Vogel gehabt. Nur wenige Sekunden später, öffnet sich knarrend die Tür und Dumbledore schlurft hinein. Auf einmal fühlt es sich falsch an, einfach diesen Vogel zu halten und ganz offensichtlich fühlt der Vogel genauso, denn er sträubt sich kurz, bevor er schnell wieder zu seiner Stange flattert. „Guten Tag Allison, bitte setzten Sie sich.“ Dumbledore deutet auf den Stuhl gegenüber seines Schreibtisches. „Ich hoffe, es spricht für Sie nichts dagegen, einige Zeit lang hier zu verweilen. Es ist einfach das Sicherste für Sie. Ich vermute, Sie sind bereits von alleine darauf gekommen, wo sie sich befinden?“ Ich blickte Dumbledore stumm an und warte darauf, dass er fortfährt, denn ich werde ihm nicht antworten. Schließlich gibt er sich geschlagen. „Wieso sprechen Sie nicht mehr Miss McFay? Haben sie schon einmal darüber nachgedacht? Solange Sie stumm sind, wird die Situation für Sie nicht leichter. Sie haben überlebt und Sie werden auch weiterhin überleben. Aber ein stummes Leben?“ War ja zu erwarten, dass dieser alte Mann es nicht versteht und meine Entscheidung nicht akzeptiert. Genauso wie all die anderen. Manche denken, ich bin verstummt, weil ich mir die Schuld für den Tot meiner Familie gebe. Andere vermuten, dass ich auf diese Weise meine Trauer zu verarbeiten versuche. Aber der wahre Grund ist ein ganz anderer. Mit meiner Familie hatte ich viel gelacht. Ich hatte ihnen alles anvertraut. Wir konnten über alles reden. Nicht einmal Ally hatte so viele meine Geheimnisse gekannt, wie meine Eltern. Aber nun sind sie tot. Und es gibt niemandem mehr, der mich wirklich kennt. Und ich will auf keinen Fall, dass ich mich jemandem anvertraut und diese Person schließlich den Platz meiner Eltern einnimmt. Ich darf sie nie vergessen. Und dies ist nun mal am leichtesten, wenn ich mich vor allen verschließe. Mich isoliere. So werden meine Eltern immer besonders bleiben. Und in mir, der einzigen Person, die dies tun kann, weiterleben. Dumbledore schaut mich mit einem durchdringenden Blick an, welcher dem, mit dem mich der andere Mann noch in der Klinik angesehen hat, ähnelt. „Nun gut Miss McFay. Ich werde Sie nicht zwingen mit mir zu reden. Aber trotzdem muss entschieden werden, wie es nun mit Ihnen weitergehen soll. Mein Vorschlag wäre, dass Sie, obwohl sie keine Hexe sind, in ein Haus eingeteilt werden und den Unterricht besuchen. Ich denke, was anderes bleibt auch gar nicht übrig. Wie sehen Sie das?“ Mir ist es egal. Soll er doch tun, was er will. „Dann ist es entschieden.“ (Zeitsprung) Und nun sitze ich auch schon auf diesem sonderbaren dreibeinigen Stuhl in der großen Halle und ziehe mir den sprechenden Hut über. Es ist Abend und die Halle ist von all den Schülern und Lehrern überfüllt. Dumbledore hat soeben eine kleine Ansprache gehalten und erklärt wer ich bin. Mehr oder weniger. Immerhin konnte er schlecht sagen, dass meine Eltern von Voldemort getötet wurden und ich als Squib nun nach Hogwarts zu meinem Schutz komme. Der Hut beginnt zu sprechen. Laut, so dass alle seine Worte hören. „Das ist aber interessant. Wirklich höchst interessant. Jemandem wie dich in ein Haus einzuteilen. Das gab es noch nie. Und deshalb... Das ist wirklich schwierig. Ausgesprochen schwierig. Eine echte Herausforderung. Du bist verloren, einsam. Du hast dich von allen, die dir nahe standen abgewandt. Das würde für Slytherin sprechen. Du bist selbstständig. Aber andererseits... Freunde sind es wahrscheinlich auch, die du genau jetzt brauchst. Wieso also nicht Hufflepuff? Und Gryffondor? Auch das würde passen. Du bist mutig. Wirklich sehr mutig. Ich denke, das einzige Haus, in welches du nicht zupassen scheinst ist Ravenclaw. Dafür hast du zu wenig mitbekommen und das kannst du nun nicht mehr aufholen. Also Slytherin, Hufflepuff oder Gryffindor. Egal wo ich dich hineinstecke. Es wird immer eine gewisse Ironie haben. Vor allem in Slytherin. Aber du hattest ein außergewöhnliches Leben. Also wieso nicht auch eine außergewöhnliche Entscheidung? Ja, ich denke, das ist das richtige.“ ich kann es nicht glauben. Das kann doch nicht wirklich passieren. Aber dann ruft der Hut mein Haus laut aus. „Slytherin!“ Und somit bin ich nicht nur die erste Squib in Hogwarts, nein. Ich auch noch eine Squib in Slytherin. Wie soll das nur gut gehen? (Zeitsprung) Ich liege in meinem Bett und starre hinauf zur Decke. Ich kann es noch immer nicht fassen. Das ist doch alles verrückt. Falsch. Abnormal. Wie soll es weitergehen? Die Slytherins hassen alle, die nicht reinblütig sind. Nun ja. An sich bin ich reinblütig geboren. Nur habe ich keine magischen Kräfte. Wie werden die Slytherins wohl reagieren, wenn sie es herausfinden? Aber wie sollen sie es denn herausfinden? Ich werde es ihnen ganz sicher nicht sagen. Ich werde ihnen gar nichts sagen. Und wer sollte es sonst tun? Außer Dumbledore und diesem Mann, der nun anscheinend auch der Hauslehrer von Slytherin ist und Snape heißt, weiß es niemand. Natürlich könnte es im Unterricht auffallen, aber Dumbledore meinte, dass er dafür sorgen wird, dass dies nicht geschehen wird. Ich muss ihm wohl einfach vertrauen. Polternde Schritte auf der Treppe lassen mich von meinen Gedanken aufschrecken und ich schließe schnell meine Augen. Nur kurz darauf wird die Tür knarrend geöffnet und ich höre zwei kichernde Stimmen. „Die Neue...“ Lachen. „Wieso redet sie...“ Lachen. „Was ist nur los mit...“ Lachen. Ich atme tief und regelmäßig ein und aus um den Eindruck zu vermitteln, ich würde schlafen. Es funktioniert. „Ach irgendwie ist sie doch sympathisch.“ Die Mädchen haben sich beruhigt. „Auf jeden Fall besser als die ganzen Hufflepuffs und Gryffindors.“ Die Stimme klingt abfällig. „Aber der Hut hat überlegt sie dorthin zu schicken. Beinahe wäre sie zu den Blutsverrätern gekommen.“ Eine nachdenkliche Pause entsteht. „Irgendetwas an ihr ist anders. Wir müssen uns auf jeden Fall hüten.“ Zustimmendes Gemurmel. „Aber niemand kann Geheimnisse ewig waren. Irgendwann kommen sie alle ans Licht. Wir werden schon noch erfahren, was sie verbirgt.“ (Zeitsprung) Ich stehe schon früh morgens auf und mache mich fertig. Ich will die anderen nicht treffe. Die Worte, welche sie gestern Abend gesprochen haben, klingen noch immer in meinen Ohren. Schnell husche ich ins Bad, dusche mich kalt, ich weiß nicht wieso, aber seit dem meine Familie tot ist, tue ich dies, ziehe mich an und verlasse die Kerker. Während ich nun durch die Korridore wandere, habe ich endlich Zeit genug um mich umzusehen. Die sich bewegenden Treppen. Die lebendigen Bilder. Die strahlenden Rüstungen. Kurzum: Der Traum meiner Kindheit, welcher nun zur Realität geworden ist. Damals war ich wütend auf meine Familie, weil ich bei ihnen bleiben musste und nicht nach Hogwarts durfte. Und heute... Wie viel würde ich doch dafür geben, Hogwarts gegen meine Familie zu tauschen. Ich merke wie die Traurigkeit langsam wieder in mir aufsteigt, meine Gedanken vernebelt und nach und nach wieder Besitz von mir ergreift. Stärker als je zuvor. Sie kommt so plötzlich, dass ich mich nicht vor ihr schützen kann und ihr völlig ausgeliefert bin. In mir zerbricht alles. Nein. Es ist schon alles zerbrochen aber nun stampft die Traurigkeit, wie ein kleines wütendes Kind, in mir herum und mahlt mit seinen Füßen die Bruchstücke, die Scherben meines Lebens, zu Staub. Weinend, schluchzend, zitternd und bebend breche ich in einem kleinen Seitenkorridor zusammen, krümme mich vor dem inneren, tiefsitzenden Schmerz meines Verlusts und vergesse alles um mich herum. Ich sehe nichts mehr. Höre nichts mehr. Bemerke nichts mehr. Nicht die salzigen Tränen auf meinen Wangen. Nicht den Schmerz in meinem Ellbogen, welchen ich mir beim Aufprall auf den Boden blutig geschlagen habe. Und schlussendlich, nachdem schon mehrere Minuten verstrichen sind, auch nicht die Schritte und die irritierte Stimme, welche immer näher kommt. Ich bin in meiner Gedankenwelt gefangen. In meinen Erinnerungen. In der Vergangenheit. Bei meiner Familie. Und irgendwann, irgendwie wiegen mich meine eigenen Schluchzer in einen unruhigen Schlaf. (Zeitsprung) Völlig verschlafen blinzle ich und kuschle mich in mein warmes Bett. Oder versuche es. Aber dabei fällt mir auf, dass irgendetwas nicht stimmt. Erstens ist da irgendetwas um meine Hüfte geschlungen, was mich an Ort und Stelle hält. Und zweitens... Ist da gar keine warme Decke. Kein gemütliches Kissen. Keine weiche Matratze. … Ich bin nicht in meinem Bett. … Wo bin ich! Panisch richte ich mich auf und schüttle dabei dieses... dieses Ding von meiner Hüfte. Schwer atmend schaue ich zu Boden. Stein. Fließen. Junge. Staub. … Moment. Da ist ein Junge! Was tut er hier? Wer ist er? Wieso schaut er mich so blöd grinsend an? Vorsichtig weiche ich vor ihm zurück, bis ich mit meinem Rücken an die raue Steinwand stoße. Hastig schaue ich mich um. Wo ist die verdammte Tür! Ich höre ein Geräusch - das Rascheln von Kleidung – und mein Blick schießt wieder zu dem Jungen. Er hat sich aufgerichtet und kommt nun langsam auf mich zu. Vor mir bleibt er stehen und streckt mir seine Hand hin. „Ehm... Hi. Du musst keine Angst vor mir haben.“ Skeptisch schaue ich ihn an. Ich wache in einem fremden Raum auf. Neben einem fremden Jungen. Und ich soll keine Angst haben? Der Junge scheint zu bemerken, wie dumm seine Worte klangen. Verlegen kratzt er sich am Kopf. „Hör mal. Ich habe dich in einem der Korridore gefunden. Du hast... Du hast geweint. Und... Ich dachte... Du willst sicher nicht, dass dich alle so sehen... Also habe ich dich hier her gebracht...“ Nach diesen Worten kehren langsam meine Erinnerungen zurück und der Schmerz steigt erneut in mir auf. Aber diesmal kann ich ihn unterdrücken. Stumm schaue ich den Jungen weiter an. „Du bist die Neue oder? Allison? Mein Name ist Ritchie. Ich bin in Gryffindor. Aber in deinem Jahrgang. Und naja, eigentlich hassen sich Slytherins und Gryffindors... Aber du bist ja fast nach Gryffindor gekommen. Also... Spricht was dagegen, wenn wir Freunde sind? Er wirkt so nervös und schafft es nicht einmal bei diesen Worten in meine Augen zu blicken. Ist ihm das wirklich so unangenehm? Und was soll überhaupt gegen eine Freundschaft sprechen? Abgesehen von dem Fakt, dass wir uns ja eigentlich gar nicht kennen und... naja, dass ich eben keine Freunde mehr haben will... Aber er wirkt nett. Und er hat mir einfach so geholfen, was wohl die wenigsten getan hätten. Als ich nicht antworte, spricht er leise weiter. „Ich wollte dir nicht zu nahe treten. Das mit der Freundschaft war eine dumme Idee. Es tut mir leid, wenn ich dich bedränge.“ Er wendet sich ab und will gehen. Kurz überlege ich, ob ich ihn aufhalten soll, aber dann lasse ich es. Wir können keine Freunde sein. Ritchie verlässt den Raum und ich stehe wieder alleine da. (Zeitsprung) Der restliche Tag ist recht ereignislos. Nachdem ich bereits die ersten beiden Unterrichtsstunden verpasst hatte, ging ich direkt, ohne etwas zu essen, in den Unterricht, welcher sich dann den ganzen Tag zog und mich vorm Nachdenken hinderte. Erst am Abend, passierte dann wieder etwas. Nachdem ich meine Sachen noch schnell weggebracht habe, gehe ich in die große Halle zum Abendessen. Als ich ankomme ist sie bereits von Menschen überfüllt und von Unterhaltungen erfüllt. Schnell laufe ich zu meinem Tisch und suche nach einem freien Platz. Endlich finde ich einen und will mich gerade hinsetzen, als ich von Hinten gepackt und zu Boden geschleudert werde. Um mich herum beginnt sich alles zu drehen. Aber nur für kurze Zeit. Dann klärt sich meine Sicht wieder. Trotzdem bleibe ich liegen. Ich schaue nicht auf, ich will meinen Angreifer nicht sehen. Es ist mir egal, wer er ist. So wie mir alles egal ist. ~ Ritchie ~ „McFay! Steh doch auf oder kannst du jetzt schon nicht mehr?“ Höhnt Adrian Pucey, einer der ältesten und dazu auch noch brutalsten Slytherin und stellt sich über die am Boden liegende Allison. Die gesamt Halle ist verstummt. Jeder will wissen, was nun passiert. Ich schaue zum Lehrertisch, aber nein, Fehlmeldung. Kein einziger Lehrer ist anwesend. Ich schaue wieder zu Allison. Sie rührt sich nicht. Ich verstehe nicht wieso. Klar, der Aufprall auf den Boden war sicher schmerzvoll, aber so schlimm war es auch nicht. Sie ist sicher noch bei Bewusstsein. Aber wieso tut sie dann nichts? Wieso währt sie sich nicht? Oder versucht wenigstens abzuhauen? „Steh auf McFay!“ Lacht Adrian laut auf. Aber als er auch jetzt keine Reaktion bei ihr erzieht, scheint er erst richtig wütend zu werden. Er kniet sich zu ihr hinunter, reist sie mit sich hoch und drückt sie gegen die Wand. „Ich kenne dein Geheimnis McFay. Und falls du wirklich dachtest, dass du hier sicher bist, muss ich dich leider enttäuschen. Auch wenn er dich jetzt nicht erreichen kann, irgendwie wird er es schaffen. Er wird dich töten McFay. Genau wie die anderen. Diese Blutsverräter.“ Noch während ich versuche das, was er soeben gesagt hatte zu verstehen, schlägt Pucey auf Allison ein, lässt sie los und wieder zu Boden sacken und tritt nach ihr. Immer und immer wieder. Allison währt sich nicht. Panisch schaue ich mich um. Gibt es hier denn keine Vertrauensschlüler, die eingreifen können? Sie alle scheinen Angst zu haben. Aber irgendjemand muss doch eingreifen, muss Allison helfen... Und dann ohne weiter darüber nach zu denken, stehe ich auf, bahne mir einen Weg durch die Slytherins und stelle mich schützend vor Allison. Der nächste Schlag trifft mich mitten ins Gesicht. (Zeitsprung ~ Allison ~) Ich hatte nicht gemerkt, wie Ritchie zu mir geeilt war. Erst als es zu spät war und er blutend neben mich gefallen war, war es mir bewusstgeworden. Und in dem Moment war ich wütend geworden. Hatte die Kontrolle verloren und hatte... Nein ich will nicht darüber nachdenken. Nicht weil ich irgendetwas Schlimmes getan hatte, nein... Eher weil ich mich fürchterlich blamiert habe. Wie ich versucht habe diesen Jungen zu verletzten und wie er mich spielend einfach daran gehindert hatte. Und dann... Ich hatte geschrien. Hatte ihn beleidigt, ihm gedroht... Und dann hatte meine, nach der langen Zeit, in der ich sie nicht benutzt hatte, Stimme versagt. Und er hatte gelacht. So wie alle Slytherins. Bis schließlich, durch mein Geschrei angelockt, die ersten Lehrer erschienen waren. Und nun sitze ich auf diesem Schemel neben Ritchies Krankenbett und warte darauf, dass er aufwacht. Er ist nur wegen mir verletzt. Ich muss wissen, auch wenn ich ihn kaum kenne, dass es ihm gut geht. Die große Flügeltür des Krankenflügels wird quietschend geöffnet und ich drehe mich um. Ein rothaariges Mädchen kommt hinein und direkt auf mich zu. Freundlich lächelt sie mich an und setzt sich mir gegenüber an die andere Seite des Bettes. „Er schläft also noch...“ Murmelt sie leise und greift nach seiner Hand. Sind die beiden ein Paar? „Naja, Ritchie ist hart im Nehmen. Er wird schon wieder. Aber wie geht es dir?“ Ich weiche ihrem fragenden Blick aus und zucke nur mit den Schultern. „das freut mich zu hören. Du heißt Allison, oder etwa nicht?“ Ich nicke. „Schön dich kennen zu lernen, ich bin Ginny. Und naja. Ich bin eine Freundin von Ritchie.“ Ich schenke ihr ein schnelles Lächeln, dann wende ich mich wieder ab. „Weißt du, viele reden darüber, wieso du nicht sprichst.“ Ich versteife mich. „Das muss sicher schwer für dich sein. In Slytherin, bei den ganzen Idioten. Aber nicht alle hier sind so wie die. Vielleicht akzeptieren sie dich nicht, so wie du bist, aber wir anderen, uns ist das nicht so wichtig. Ich weiß nicht, was du denkst, aber vielleicht denkst du ja, du könntest keine Freunde in anderen Häusern finden, nur weil du eine Slytherin bist, aber das ist falsch. Du musst es nur zulassen.“ Ich hebe ruckartig meinen Kopf und unterbreche Ginny. In meinem Inneren führe ich einen erbitterten Streit. Sie soll aufhören so zu reden, aber das wird sie nicht von alleine. Sollte ich ihr also antworten? Ich wollte nicht sprechen, meine Stimme sollte mit meiner Familie gestorben sein. Aber... Ich hatte es doch sowieso bereits getan. Zweimal. Einmal bei diesem Vogel und dann vorhin in der Halle. Ich atme tief ein und versuche so kalt, so emotionslos, wie nur möglich, zu klingen. „Du verstehst es nicht Ginny. Ebenso wenig, wie all die anderen. Ich will keine Freunde haben. Ich will alleine sein.“ Verwirrt schaut sie mich an. „Wieso willst du das?“ „Weil... Du würdest es nicht verstehen. Ich hoffe, Ritchie geht es bald wieder gut. Sag ihm, es tut mir Leid.“ Mit den Worten stehe ich auf und verlasse den Krankenflügel. (Zeitsprung, einige Tage später, Ritchie wurde aus dem Krankenflügel entlassen) Meine Zeit verbringe ich nicht mehr in dem Gemeinschaftsraum. Oft bin ich draußen, in der Natur, laufe ziellos umher, drehe meine Runden und weiche allen anderen dort aus. Ab und zu führt mich mein Weg sogar in den verbotenen Wald, doch meist wage ich mich nur einige wenige Schritte hinein. Dann drehe ich um. Aber heute, ich weiß nicht wieso, ist es anders. Seit dem, nennen wir es einfach mal „Vorfall“, in der großen Halle sind bereits einige Wochen vergangen. Langsam wird es draußen kalt und das bedeutet, dass ich bald Geburtstag habe. Der erste, an dem ich wohl alleine sein werde. Diese Tatsache lässt mich nachdenken und so bemerke ich gar nicht, dass ich den verbotenen Wald schon längst erreicht habe. Ganz in meinen Gedanken versunken, gehe ich immer und immer weiter, bis ich schließlich über einen Ast am Boden stolpre, hinfalle und so aus meinen Gedanken gerissen werde. Ich versuche aufzustehen, aber es gelingt mir nur mit viel Kraft und unter großen Schmerzen. Zitternd stehe ich nun dort, an einen der hohen Bäume gelehnt und schaue mich um. Von wo kam ich? Wie komme ich hier raus? Ich weiß es nicht. Ich habe mich verirrt. Ängstlich schaue ich zu meinem Fuß hinunter. Blut... Meine Hose ist durchdrängt von der dunkelroten Flüssigkeit. Ich atme tief ein und mache den ersten Schritt. Oder versuche es. Denn ich kann mich nicht halten und so falle ich wieder zurück auf den Boden. Mir wird klar, von alleine komme ich hier nicht weg. (Zeitsprung ~ Ritchie ~) Ginny hatte mir direkt, als ich wieder bei Bewusstsein war, von dem Gespräch mit Allison erzählt, davon, dass sie scheinbar keine Freunde haben will, davon, dass sie gesprochen hat. In meiner Gegenwart. Sogar zweimal. Doch beide Male war ich nicht bei Bewusstsein gewesen. Aber ich hätte so gerne ihre Stimme gehört. Warum, weiß ich selbst nicht. Seit ich aus dem Krankenflügel entlassen wurde, denke ich über sie nach. Immer und immer wieder. Ich höre die Worte des sprechenden Hutes, als er sie nach Slytherin schickte. Ich erinnere mich an die Worte von Pucey. Was hatte das alles zu bedeuten? Als ich Allison das erste Mal sah, hatte ich mir nicht besonderes gedacht. Doch dann, als ich sie auf dem Gang gefunden hatte, weinend, schluchzend, zitternd, hatte sich mein Interesse geweckt. Was war los mit ihr? Im Raum der Wünsche war mir dann klar geworden, nachdem Allison aufgewacht war, dass sie nicht sprach. Und mein Interesse, meine Neugier, war gewachsen. Aber auch mein Mitleid. Ich hatte mit ihr gesprochen, hatte versucht freundlich zu sein, aber ich hatte das Misstrauen in ihren Augen gesehen. Die Angst. Niemand wird ohne Grund so, wie Allison ist. Irgendetwas musste geschehen sein, musste sie verändert haben. Als sie dann beim Abendessen von Pucey angegriffen wurde und ihr niemand half, wurde mir bewusst, dass sie alleine war. Sie hatte keine Freunde. Und hat sie immer noch nicht. An diesem einen einzigen Tag, lernte ich drei Dinge über dieses Mädchen. Sie ist einsam, sie ist traurig und sie hat eine schreckliche Vergangenheit. Und ich lernte eine Sache über mich. Ich will ihr helfen. Und genau das ist der Grund, wieso ich jetzt schon, viel früher als alle anderen in der großen Halle sitze. Ich warte auf sie. Auf Allison. Ich hätte das schon viel früher tun sollen. Schon vor Wochen, aber ich hatte Zeit gebraucht, um alles, meine ganzen wirren Gedanken, das wenige, das ich über Allison weiß, zu ordnen. Die Zeit vergeht, aber sie kommt nicht, selbst als die Halle sich langsam füllt und auch dann nicht, als die letzten Schüler wieder gehen, ist Allison noch nicht aufgetaucht. Irgendwann geht auch Ginny, die bis jetzt geduldig mit mir gewartet hat. Ich warte noch etwas, dann stehe ich seufzend stehe ich auf. Anscheinend hat sie keinen Hunger, aber dann muss ich sie eben wo anders suchen. Und zwar auf den Ländereien von Hogwarts. Es ist ein offenes Geheimnis, dass Allison dort viel Zeit verbringt. Ich laufe über die unendlich weit scheinenden Wiesen um Hogwarts. Langsam wird es dunkel, aber ich habe Allison noch immer nicht gefunden. Wo kann sie denn noch sein? Wie soll ich sie nur finden? Mir kommt in den Sinn, dass es wahrscheinlich total verrückt ist, ihr nach zu jagen... Wieso tu ich es überhaupt? Ich kenne sie doch gar nicht... Sie ist ein fremdes, ein wildfremdes Mädchen. Und dazu noch eine Slytherin... Ich sollte sie hassen. Wieso hasse ich sie nicht? Ja, sie hat sicherlich schlimmes erlebt, aber das haben viele. Es gibt auch andere, den ich helfen kann. Vor allem gibt es andere, die Hilfe wollen. Aber Allison scheint ja alles egal zu sein. Sie versucht gar nicht, ihre Situation zu verbessern. Und trotzdem... Trotzdem will ich ihr, gerade ihr, helfen. Nachdenklich schaue ich zu dem orange gefärbten Himmel. Wo kann sie... Und dann sehe ich sie. Nicht Allison. Nein, sondern eine Eule, die langsam Richtung Horizont fliegt und verschwindet. Und dann, nur dank diesem kleinen Tier, kommt mir eine geniale Idee. Ich renne los. ~ Allison ~ Ich bekomme Angst. Noch immer liege ich in diesem Wald und mittlerweile ist es schon fast stockdunkel. Wäre ich eine Hexe und hätte einen Zauberstab, hätte ich mir sicherlich längst helfen können. Aber ich bin keine Hexe. Sondern nur eine dumme kleine Squib. Mir wird bewusst, wie aussichtslos meine Lage ist und ich beginne zu weinen. Ich will hier weg. Ich will hier einfach weg. Wie schlimm soll es denn bitte noch werden? Reicht es nicht, dass meine Familie tot ist? Nein, natürlich nicht. Das Leben scheint mich wirklich zu hassen. Es ist doch... Ich höre ein Rauschen und dann ein Rascheln und schrecke so von meinen Gedanken auf. Wo kommt dieses Geräusch her? Ich sehe mich um, aber finde nichts. Das Geräusch wird lauter. Er kommt näher. Was ist das! Gibt es hier wilde Tiere. Meine Atmung wird schneller. Panisch schaue ich mich um. Und dann... Ich sehe eine Bewegung. Hoch oben in den Bäumen. Einen Schatten, der immer näher kommt... Und dann, als er mich fast erreicht hat, erkenne ich, was es ist. Eine Eule... Ich entspanne mich und strecke die Hand nach hier aus. Das Tier landet darauf. Was tut es hier? Ich taste sein Bein ab, aber da ist kein Brief. Aber Eulen... Eulen sind scheu... Es sei denn ein Zauberer schickt sie zu jemandem. Irgendjemand hat mir diese Eule geschickt. Aber wieso? Und wieso hat sie dann keinen Brief. Ich versuche nach zu denken, aber ich verstehe es einfach nicht. Aber dann, plötzlich höre ich eine Stimme. Sie ruft meinen Namen. Hoffnungsvoll sammle ich meine ganze Kraft und antworte. (Zeitsprung ~ Ritchie ~) Genau wie beim ersten Mal, als ich Allison gefunden habe, habe ich sie auch dieses Mal in den Raum der Wünsche gebracht. Und da es bereits Bettruhe ist, werden wir wohl auch noch die ganze Nacht hier verbringen. Besorgt schaue ich zu Allison. Noch immer sitzt sie genau so, genau da, wo ich sie abgesetzt habe, auf dem Boden. Bis jetzt saß ich, unwissend, wie ich mich verhalten soll, ihr gegenüber, doch nun reise ich mich zusammen, stehe auf und setzte mich neben sie. Ich hätte erwartet, dass Allison zusammenzuckt, von mir wegrutscht, oder mir sonst irgendwie symbolisiert, dass sie meine Anwesenheit stört, aber das tut sie nicht. Mein Blick wandert wieder zu ihrem Knöchel, welchen sie behutsam mit der Hand umschließt. Als ich sie hier her getragen habe, habe ich die Wunde gesehen, aber mich nicht getraut sie zu heilen. Wenn Allison sie heilen will, kann sie das doch selber? „Allison?“ Vorsichtig schaut sie mich an. Sie wirkt wie ein scheues Tier. „Dein Knöchel, wieso heilst du das nicht? Die Wunde sieht nicht gut aus. Du konntest ja nicht mal laufen.“ Sie antwortet nicht, wendet nur wieder den Blick von mir ab. „Darf ich es heilen?“ Ich erwarte nicht, dass sie es mir erlaubt, sie wird sicher nichts dagegen sagen und dann... Allison nickt und ich blicke sie überrascht an. „Okay, das wird vielleicht kurz wehtun, aber dann ist es besser. Versprochen.“ Behutsam greife ich nach meinem Zauberstab, und richte ihn auf ihr Bein, welches sie noch immer umschlungen hat. Mit meiner freien Hand greife ich nach ihren Händen und ziehe sie vorsichtig von der Wunder weg. Dann flüstere ich den heilenden Spruch. Völlig fasziniert schaut Allison auf ihren, nun geheilten, Knöchel. Es wirkt, als hätte sie so etwas noch nie gesehen. Schließlich jedoch, löst sie ihren Blick von ihrem Bein und fixiert mich. Völlig überraschend schlingt sie ihre dünnen Arme um mich und umarmt mich. Kurz bin ich überfordert, aber dann ziehe ich sie an mich und erwidere die Umarmung. (Zeitsprung ~ Allison ~) Seit dieser einen Nacht ist alles anders. Die Mahlzeiten verbringe ich nun am Gryffindortisch, ebenso wie meine Freizeit. Zwar rede ich immer noch nicht, aber ich vertraue Ritchie. Immerhin hat er mich nun bereits dreimal „gerettet“. Zu Beginn ist es etwas seltsam, aber schnell merke ich, dass auch die anderen Gryffindors nichts gegen mich haben und ich fange an, die Zeit mit ihnen zu genießen. Und dann bricht der Winter an. Und mit ihm kommen die Winterferien. „Wirst du auch zu deiner Familie gehen?“ Fragt mich Ritchie interessiert. Kurz bin ich geschockt. Noch nie hat hier jemand meine Familie erwähnt. Ich weiß nicht wie ich reagieren soll. Ich spüre, wie sich Tränen in meinen Augen sammeln, aber ich will nicht, dass Ritchie, oder einer der anderen es bemerkt, also sinke ich meinen Kopf. „Allison? Hast du mich gehört?“ Fragt Ritchie lachend. Noch haben die anderen nicht bemerkt, dass ich nicht reagiere. Angeregt unterhalten sie sich über irgendetwas anderes, aber ich weiß, dass wenn ich nicht bald etwas tue, sie es merken werden. Ich sehe keinen anderen Ausweg... Vorsichtig hebe ich meinen Kopf und blicke Ritchie an. Eine Träne kullert über meine Wange und ich schlucke. „Was ist...“ ich unterbreche ihn mit einer schneidenden Handbewegung und lege meinen Zeigefinger auf meine Lippen. Ritchie schaut mich besorgt an. „Okay, aber wir reden später darüber.“ Beschließt er und ich gebe mich nickend geschlagen. (Zeitsprung, dieser Abend) Ich sitze im Gryffindorgemeinschaftsraum und sehe mich um, während Ritchie versucht seine Freunde irgendwie los zu werden. Es ist amüsant ihm dabei zuzusehen, doch gleichzeitig wächst meine Angst. Natürlich weiß ich, wieso er es tut. Er will das von heute Morgen jetzt klären. Schließlich hat er es geschafft. Wir sind alleine. „Allison, was war vorhin los?“ fragt er nun ganz ohne Umschweife. Ich beiße mir auf die Lippe. Wie soll ich ihm das erklären? Und ja, ich habe vor es ihm zu sagen. Erstens weiß ich, dass er nicht locker lassen wird und zweitens vertraue ich ihm. Aber diese Sache... Ich kann sie nicht mit Zeichensprache erklären... Also stehe ich auf und setze mich direkt neben ihn. Überrascht schaut er mich an. Natürlich kann er sich denken, was es bedeutet. Ich räuspere mich leise. „Du hattest gefragt, ob ich zu meiner Familie gehe.“ Ich lege eine kurze Pause ein, in der ich überlege, wie ich alles am besten sagen soll. Ich entscheide mich dafür, es ganz direkt zu machen. „Meine Familie wurde ermordet. Ich werde also nicht nach Hause gehen.“ Ritchie schaut mich an. Lange und mit einem Blick, den ich nicht so ganz zuordnen kann. Schließlich umarmt er mich. „Dann kommst du mit zu mir nach Hause.“ Es ist keine Frage, sondern ein Entschluss. (Zeitsprung) Sobald wir aus dem Zug ausgestiegen sind, nimmt Ritchie meine Hand, damit er mich in der Menschenmasse auf dem Bahnhof nicht verliert. Es dauert nicht lange, bis Ritchie dann seine Eltern findet, oder besser gesagt, seine Eltern ihn finden. Während sich alle herzlich umarmen, stehe ich nur stumm, wie immer, daneben und versuche das Gefühl der Nervosität zu verdrängen, was mir nicht so recht gelingt. Was ist, wenn mich seine Familie nicht mag? Sie mich seltsam findet? Angespannt drehte ich von einem Fuß auf den anderen, bis schließlich der Moment kommt. „Mum, Dad? Das ist Allison. Die Freundin von der ich euch erzählt habe. Allison? Das sind meine Eltern.“ Ritchies Eltern begrüßen mich, sein Vater gibt mir die Hand, seine Mutter zieht mich in eine Umarmung und dann verlassen wir auch schon den Bahnhof. Der Rest des Tages vergeht viel angenehmer als erwartet. Sobald wir bei Ritchis Haus ankommen, stellt er mir noch den Rest seiner Familie vor. Seine kleine Schwester Mary und seinen Hund Blueberry. Danach zeigt er mir direkt das Haus und den Garten, welcher an einen kleinen Wald grenzt und dann sind wir bis zum späten Abend draußen. (Zeitsprung, Anmerkung: Ich weiß nicht, wie lange die Ferien dauern, es könnte also sein, dass es zeitlich nicht stimmt) Ich sitze auf meinem Bett und starre stumm an die Wand. Genauso, wie ich es während der Zeit in der Psychiatrie tat. Genau wie damals, denke ich nach. Über meine Familie... denn heute. Es ist mein Geburtstag. Erinnerungen von alten Zeiten überschwemmen mich und ich drohe in ihnen zu ertrinken. Vor meinem geistigen Auge sehe ich, wie ich mit meiner Familie am geschmückten Tisch sitze und Geschenke auspacke. Kuchen esse. Wie wir lachen. Wie wir reden. Ich atme tief ein, versuche mich zu beruhigen, immerhin will ich Ritchie, der im selben Zimmer schläft, nicht wecken, aber es gelingt mir nicht. Erst leise und dann immer lauter fange ich an zu weinen. ~ Ritchie ~ Ich wache aus einem wunderschönen Traum auf und reibe mir verschlafen die Augen. Ich bin noch total müde. Wieso bin ich dann aufgewacht? Ich schaue auf meine Uhr. Es ist sieben. Ich bin nie so früh wach. Zumindest nicht von alleine. Was hat mich geweckt? Ich schaue mich in meinem Zimmer um. Und dann. Von einem auf den anderen Moment, wird mir klar, was mich geweckt hat und ich springe auf. Allison liegt zusammengekauert in ihrem Bett und weint bitterlich. Ich gehe zu ihr, setzte mich neben sie. „Hey, alles ist...“ Ich unterbreche mich selbst. Ich weiß, dass nicht alles gut ist. „Rede mit mir. Sag mir was los ist. Ich bin bei dir.“ Ich lege mich neben sie und sie schmiegt sich sofort an mich. Ich halte sie in den Armen, völlig hilflos, und warte einfach darauf, dass sie aufhört zu weinen. Es dauert lange, aber ich bleibe die ganze Zeit bei ihr, bis sie sich schließlich beruhigt und zu mir umdreht. Ihre großen grauen Augen blicken mich so traurig an, dass ich tief in mir ein Ziehen spüre. Ich will nicht, dass es ihr weiter so schlecht geht. „Was ist los?“ frage ich nun erneut, aber Allison schweigt. „Du weißt, du kannst mir alles sagen. Ich bin für dich da.“ Sie nickt leicht und presst die Lippen aufeinander. „Es wird von alleine nicht besser werden. Rede mit mir. Bitte.“ Flehe ich sie nun leise an und schaue sie bettelnd an. Lange Zeit schaut Allison mich nur nachdenklich an, dann setzt sie sich hin und zuckt mit den Achseln. „Heute ist mein Geburtstag. Es ist der...“ Sie stockt. „Es ist der erste, ohne meine Familie.“ Kurz herrscht Stille. Ich überlege, was ich sagen soll, aber mir fällt einfach nichts ein. „Ritchie.“ Es ist das erste Mal, dass sie meinen Namen ausspricht und die Art, wie sie ihn sagt, brennt sich in mein Gedächtnis. „Ich mag dich Ritchie. Aber...“ Sie zieht ihre Beine an und schlingt ihre Arme um sie. Sie sieht so fertig, so kaputt aus. „Ich kann das nicht erklären, es ist alles zu kompliziert.“ Sie will aufstehen und gehen, doch ich halte sie fest. „Versuch es.“ Bitte ich sie.“ Sie schließt die Augen. Scheint mit sich zu ringen. Aber schließlich gibt sie auf. Ich spüre förmlich, wie diese Mauer, welche sie um sich herum erbaut hatte, ineinander bricht. Sie setzt sich wieder hin. Und dann erzählt sie mir ihre Geschichte. Lässt nichts aus. Berichtet mir absolut alles. (Zeitsprung ~ Allison ~) Nachdem ich mich Ritchie anvertraut habe, wird unsere Beziehung viel besser, was auch daran liegt, dass er mir nun besser helfen kann, als je zuvor. Während den Ferien beginne ich dann auch zu sprechen. Also nicht nur ab und zu, sondern richtig. Ich habe Ritchie wirklich alles erzählt. Auch wieso ich keine Freunde wollte. Und Ritchie zeigte mir ganz neue Dinge. Zum Beispiel erklärte er mir, dass meine Eltern immer besonders sein würden und nie ersetzt werden konnten, alleine deswegen schon, weil ich es so wollte. Ritchie meinte, dass meine Eltern es mit Sicherheit nicht gewollt hätten, dass ich mein Leben lang alleine bin. Sie hätten sicher gewollt, dass ich Spaß habe und ein schönes Leben führe. Er sagte dies immer und immer wieder und irgendwann begann ich ihm zu glauben. Und dann kam Weihnachten. Ritchies Familie hatte sich mittlerweile voll und ganz an mich gewöhnt und wir kamen alle sehr gut miteinander zurecht. Und so wurde der Weihnachtsabend wirklich schön. Zwar dachte ich sehr viel an meine Familie, aber ich dachte daran, wie glücklich und lebensfroh sie immer gewesen war. Gleichzeitig lenkte mich Ritchies Familie sehr gut ab. Aber leider waren die Ferien viel zu kurz und ehe ich mich versah, saß ich wieder im Zug nach Hogwarts. (Zeitsprung ~ Ritchie ~) Es ist spät am Abend, was auch der Grund dafür ist, dass Allison nicht bei uns ist, als Ginny und ich endlich Zeit dafür finden uns über die Ferien zu unterhalten. „Wie liefs mit Allison? Also klar, ich weiß, man siehts ja, dass es wirklich gut gewesen sein muss, sie sieht viel besser aus als davor... Und sie redet. Wie kommts?“ Fragt meine rothaarige älteste Freundin neugierig. „Wir haben sehr viel geredet. Auch Allison. Sie hat mir viel erzählt. Über sich. Über ihre Vergangenheit.“ erkläre ich, ohne genauer darauf einzugehen, aber Ginny gibt sich zufrieden. „Das ist gut. Niemand sollte zu lange alleine sein.“ „Sie war nicht alleine. Erwidere ich, aber Ginny wirft mir einen mahnenden Blick zu. „Du weißt doch genau, was ich meine.“ Grinst sie mich an und ich lache nur. „Drück dich besser aus.“ Und hebe abwehrend die Hände in die Luft. Ginny schmollt kurz, aber dann setzt sie sich plötzlich aufrecht hin und schaut mich mit einem für sie so typischen Blick an. „Sag mal Ritchie. Du und Allison. Es kann ja sein, dass Allison das nicht mitbekommt... Oder vielleicht weiß sie es ja sogar und kann es nur besser verstecken als du... Was ist das zwischen euch? Diese Blicke, mit denen du sie anschaust. Seid ihr wirklich nur 'Freunde'?“ Schelmisch grinst sie aber das ändert sich in nur wenigen Sekunden, als sie mein amüsiertes Gesicht sieht. „Nein Ginny. Da ist nichts.“ Ginny verschränkt die Arme vor der Brust. „Doch... Niemand schaut jemanden so an, ohne irgendetwas zu wollen.“ Verteidigt sie sich. „Wirklich. Ich will nichts von ihr. Wir sind nur Freunde.“ Nachdenklich schaut sie mich an. „Da ist was zwischen euch. Du hast es vielleicht noch nicht bemerkt... Aber ihr beide. Ihr kommt noch zusammen.“ Mit den Worten steht sie auf und geht. (Zeitsprung ~ Allison ~) Das Jahr vergeht ohne irgendwelche besonderen Ereignisse. Alles bleibt so wie es ist. Ginnys Worte bleiben nur Worte einer pubertierenden fünfzehn Jährigen. Am Ende des Jahres, nach Dumbledores Tot, kommt Allison über die Ferien wieder mit zu mir. Meine Eltern, beide zwei reinblütige Zauberer wollen nicht, dass Allison und ich nach Hogwarts zurück kommen. Bei Allison wäre es praktisch Selbstmord, nach Hogwarts zu gehen und auch bei mir ist es gefährlich. Also verbringen wir das folgende Jahr bei mir zu Hause. Es ist ein ereignisloses Jahr. Zumindest für uns. Selbst als die alles entscheidende Schlacht von Hogwarts stattfindet, sind wir nicht anwesend. Und als wir dann die Nachricht von Voldemorts Tot bekommen, beschließt Allison nach Hause, in das Dorf, in dem sie geboren wurde, zurück zu kehren. Sie bittet mich darum mit ihr zu gehen. Sie nach Hause zu bringen. „Ritchie?“ fragt Allison einige Wochen nach Voldemorts Tot. „Ja?“ bitte ich sie weiter zu sprechen und schaue zu ihr hinüber. „Ich lebe jetzt seit über einem Jahr hier. Aber jetzt, da Voldemort nicht mehr ist, ist es nicht mehr notwendig mich zu verstecken.“ Mir wird kalt. „Was willst du mir damit sagen?“ frage ich sie völlig emotionslos. Innerlich bete ich, dass sie nicht das meint, was ich denke. „Es ist Zeit für mich nach Hause zu gehen Ritchie.“ Sie lächelt mich sachte an. In mir... ganz tief in mir drinnen, zerbricht irgendetwas. „Nein Allison. Wieso willst du gehen? Deine Familie ist... Es tut mir leid, aber … du hast da doch nichts. Du musst nicht gehen. Wirklich nicht.“ Ich gehe zu ihr, will sie umarmen, ihr zeigen, dass sie wirklich gerne bleiben kann, doch sie weicht vor mir zurück. „Ich habe auch dort Freunde. Ally meine beste Freundin. Ich will sie wieder sehen. Meine Großeltern auch. Und... Da ist dieser eine Junge. Ich habe ihn damals geliebt. Ich...“ Allison bricht den Satz ab. „Sie alle machen sich sicher Sorgen um mich. Es hat ihnen nie jemand gesagt, wo ich bin.“ Ich stehe da, nicht wissend, was ich tun soll. Nicht wissen, was mehr schmerzt. Der Fakt, dass Allison gehen will oder die Tatsache, dass es da einen Jungen gibt, den... Ich weiß, ich hatte Ginny gesagt, dass ich Allison nicht liebe. Aber... Seitdem ich zum einem sehr viel Zeit vergangen... und zum anderen... Vielleicht ist es gar nicht Liebe... vielleicht... sie ist wie eine Schwester für mich... Oder so. Sie ist mir eben wichtig. Aber das sind mir alle meine Freunde. Und... Ich schließe die Augen. Wieso mache ich mir was vor? Jetzt, wo ich kurz davor stehe, Allison zu verlieren, erkenne ich erst, wie wichtig sie mir ist. Ich sehe ein, dass ich nicht weiß, wie ich ohne sie weiter machen soll. Ich begreife nicht, wie ich jemals ohne sie richtig leben konnte. Mir wird klar, ich bin verliebt. Ich öffne meine Augen wieder und schaue Allison an. Sie kommt auf mich zu. Nimmt meine Hände in ihre. „Es ist Zeit, nach Hause zu gehen.“ Sie lächelt. „Bringst du mich nach Hause?“ Ich schlucke. Ich würde alles für sie tun. „Natürlich.“ Ich versuche ihr nicht zu zeigen, wie sehr mich ihre Entscheidung verletzt. (Zeitsprung) Ich drücke Ritchies Hand, grinse ihn kurz an, versuche meine Nervosität zu verstecken, und klingle an der großen Holztür. Schritte ertönen, dann das Geräusch eines Schlüssels, der im Schlüsseloch herumgedreht wird und dann öffnet sich langsam die Tür. Ich halte die Luft an. Meine Freude steigert sich ins unermessliche. Nun ist es so weit. Ich sehe sie wieder. Aber dann. Die Tür ist offen. Im Rahmen steht sie. Aber sie ist nicht alleine. Neben ihr. Hand in Hand... Ich... Sie... Ich begreife es nicht. Will es nicht begreifen. „Wow, Allison, uhm, hey? Was machst du denn hier?“ Er legt seinen Arm um sie. Fassungslos schaue ich die beiden an. Wut steigt in mir auf. Heiße, wild auflodernde Wut. Ich will sie anschreien, wie sie das nur tun konnte, aber dann, wie durch ein Wunder... Ritchie drückt erneut meine Hand, er hält mich fest, gibt mir Halt. Und irgendwie, ich weiß nicht wie er dies schafft, verschwindet mein Zorn und stattdessen empfinde ich... Freude? Vielleicht ist dies schwer zu verstehen, aber jetzt, von einem auf dem anderen Moment, geht es mir besser als das ganze letzte Jahr über. Ich schaue sie an. Ally. Meine damalige beste Freundin, welche ich bis eben noch immer als meine beste Freundin ansah. Und Patrick. Meine erste große Liebe, wie er nun Allys Hand hält. Eigentlich bin ich hier her gekommen, um mein altes Leben wieder aufzunehmen, um hier zu bleiben, aber nun... Hier hat sich vieles verändert. Ich bin nicht mehr Teil dieser Welt. Und ich muss dies endlich einsehen. Ich muss mein altes Leben gehen lassen, damit mich die Erinnerungen nicht ewig verfolgen. Damals wurde ich hier herausgerissen, aber nun... Nun kann ich freiwillig gehen. Und ein neues Leben beginnen. Und das macht mich froh, denn ich begreife, dass es das ist, was ich das letzte Jahr über versucht habe. Loslassen und neu anfangen. Aber in Hogwarts war dies nicht möglich. Aber hier... Der Ort an dem alles begann. Der letzte Ort, an dem ich fröhlich gewesen war... Er ist auch der einzige Ort, der mich wieder fröhlich machen kann. Endlich bin ich frei. Ich muss nun nichts mehr tun. Nur noch... Diese eine Sache. Gehen. „Es war eine schöne Zeit hier. Danke für alles Ally. Ich wünsche euch beiden“, ich deute auf sie und Patrick, „alles Gute.“ und dann drehe ich mich um. Verlasse dieses Grundstück und diesen Ort. Verlasse diese Leute. Verlasse mein altes Leben. Ich schaue Ritchie an. „Ohne dich, hätte ich das nie geschafft. Du hast mir mein neues Leben geschenkt. Danke Ritchie.“ Ich lächle ihn an und bleibe stehen. „Nicht dafür. Das ist nicht mein Verdienst“ grinst er verlegen und kratzt sich, genau wie er es damals im Raum der wünsche Tat, am Kopf. „Wessen dann?“ „Dumbledores.“ Er hat Recht. Dieser alte Mann. Dieser alte geniale Zauberer. „Er hat mir das Leben gerettet.“ Ritchie nickt. „Und dank ihm, leben wir nun das unsere.“ Ich bin verwirrt. „Das unsere?“ Ritchie antwortet nicht. Er schaut mich einfach nur an. Mit seinen wundervollen braunen Augen. Sie strahlen so viel Wärme aus, so viel Gefühl, so viel... Ich kann diesen Blick nicht einordnen. Erst nicht... Aber dann... Ritchie beugt sich zu mir hinunter, er streicht mir das Haar von der Stirn. „Das unsere.“ Und dann küsst er mich. Erst sacht und unsicher und dann, als ich den Kuss erwidere, leidenschaftlich und wild. Sein Blick... Nun weiß ich es, war voller Liebe. Und jetzt, da ich endlich wieder ich sein kann, spüre ich auch die gewaltigen Gefühle in mir. Ich löse mich schwer atmend von ihm und schaue ihm erneut in die Augen. Ich liebe ihn. Ich liebe ihn. Ich liebe ihn. „Ich liebe dich Allison.“ flüstert er leise. Ich Antworte ihm nicht. Ich erwidere es nicht. Nein... Ich ziehe ihn einfach näher an mich heran und küsse ihn erneut.

22.64 % der User hatten die Auswertung: Dein Name ist Miracle Moody. Du hast schwarze wilde Locken und graue Augen. In der Geschichte spielt die Nacht deiner Geburt eine besondere Rolle, aber da sie selbst nie beschrieben wird, tue ich dies hier. Zur selben Zeit wurden zwei Kinder geboren. Zwei Mädchen. Die Tochter von Bellatrix und Rodolphus Lestrange. Payton. Und die Tochter von Alastor Moody und seiner Frau, welche bei der Geburt stirbt. Die Kinder schlafen in der Nacht ihrer Geburt im selben Zimmer, in welchem ein Feuer ausbricht und Payton tötet. Die Tochter von Alastor überlebt mit schweren Verletzungen, welche sie teilweise ihr ganzes Leben tragen wird. Alastor ist erleichtert, dass sie überlebt hat, obwohl das ganze Zimmer in Flammen stand. Er meint, es grenze an ein Wunder. Das ist auch der Grund, wieso er seine Tochter Miracle nennt. Oft wird sie aber nur Mira gerufen. Deine Geschichte: Seine Augen, oder besser gesagt sein eines Auge, ist zu einem Schlitz zusammengekniffen, als er auch mir schließlich den Trank gibt. Er will nicht, dass ich mitkomme, sie begleite, aber er hat keine Wahl. In seiner Haltung, seinem Gesichtsausdruck, sehe ich die Abneigung mir gegenüber, aber auch den Hass und die Angst. Und das macht mich irgendwie stolz. Er, der große Mad-Eye Moody hat Angst vor einem 17 – jährigem Mädchen. Einem Mädchen, welches einmal seine Tochter war. Sein Fleisch und Blut. Sein kleines Mädchen. Aber das bin ich nun schon lange nicht mehr. Und er ist der einzige, der dies versteht. Ich schaue ihm in sein Auge. Erwidere diesen Blick voller Abneigung. “Danke Daddy.” (Vergangenheit) Ich schaue ihm in sein Auge. Erwidere diesen Blick voller Liebe. “Danke Daddy.” ich strahle ihn an und strecke meine Arme nach ihm aus. Lachend hebt er mich hoch. “Du machst das schon meine Kleine. Du wirst eine tolle Gryffindor sein. Und jetzt beeile dich. Such dir ein Abteil, bevor der Zug voll ist.” Zum Abschied drückt er mir einen Kuss auf die Wange und setzt mich dann wieder ab. Ich nicke eifrig und verabschiede mich, bevor ich, meinen schweren Koffer hinter mir her ziehend, zum Zug laufe. … Ich stehe in der großen Halle, mein Vater hat mir schon so viel von ihr und ganz Hogwarts erzählt, dass es mir so vorkommt, als wäre ich schon tausende Male hier gewesen und warte darauf, dass auch ich endlich aufgerufen werde. Ich will mich endlich an den Gryffindortisch setzten und mein Haus kennenlernen. Das Haus meiner Vorfahren. Sie alle waren dort. Ohne Ausnahme. Und darauf bin ich stolz. “Miracle Moody.” Werde ich auf einmal von Professor McGonagall nach vorne gerufen. Nun ist es also soweit. Zuversichtlich lächle ich vor mich hin, während ich auf den Hut zugehe, mich dann schließlich hinsetzte und ihn aufziehe. Bei vielen anderen hat der Hut geredet. Lange überlegt. Aber bei mir bin ich sicher, dass er sich schnell entscheiden wird. Und das tut er dann auch. Der Hut sitzt noch keine Sekunde auf meinem Kopf, als er den Namen meines Hauses ausruft. Aber es ist nicht Gryffindor. Wie erstarrt sitze ich da. Ich kann kaum atmen. Habe ich mich verhört? So muss es sein. Ich kann doch nicht nach Slytherin kommen. Das ist unmöglich. … “Albus! Kann man da nicht irgendetwas machen! Lass sie den Hut noch einmal aufsetzten. Er hat sich zu schnell entschieden.” So wütend und aufgebracht habe ich meinen Vater noch nie gesehen. Nachdem er erfahren hat, in welches Haus ich eingeteilt wurde, apparierte er direkt nach Hogwarts. Beziehungsweise direkt vor seine Tore und stürmte dann in Dumbledores Büro. “Alastor, es tut mir leid, aber der Hut hat bereits entschieden. Eine Täuschung ist vollkommen ausgeschlossen. Mira wird nach Slytherin gehen.” Man kann Dumbledore deutlich ansehen, dass auch er nicht glücklich über die Entscheidung des Huts ist. Ich stehe auf. “Bitte Professor Dumbledore. Bitte lassen Sie mich nach Gryffindor gehen.” Ich habe Tränen in den Augen. Auf gar keinen Fall will ich nach Slytherin. “Mira, der Hut hat seine Gründe, wieso er dich dorthin geschickt hat. Du wirst dort sicher Anschluss finden. Und selbst wenn nicht, du kannst auch Freunde in anderen Häusern haben.” Er lächelt mich aufmunternd an. “Was sollen denn Gründe sein, dass sie nach Slytherin kommt?” Keift mein Vater wütend und Dumbledore hebt beschwichtigend die Hände. “Ich könnte mir vorstellen, dass dies mit der Nacht ihrer Geburt zu tun hat.” erklärt Dumbledore und senkt den Blick. Die Nacht meiner Geburt? Ich muss schlucken. Wieso denn das? Ich kenne natürlich die Geschichte, aber... Was soll die Nacht mit der Entscheidung des Hutes zu tun haben? Anscheinend versteht auch mein Vater nicht, was Dumbledore meint. “Ich verstehe nicht Albus.” Der alte Zauberer nickt. “Mira hätte die besten Voraussetzungen nach Gryffindor zu gehen, alle ihre Vorfahren waren dort, aber irgendetwas in ihr muss den Hut dazu bewegt haben, sie nach Slytherin zu schicken und ich kann mir das nur auf diese Weise erklären.” “Dann erkläre es uns auch.” Fordert mein Vater. “Payton und Mira waren beide im selben Raum, als das Feuer ausbrach. Nur der Platz ihrer Betten entschied, wer von ihnen die Nacht überlebte. Payton starb. Mira hatte beinahe dasselbe Schicksal. Hätte man das Feuer auch nur wenige Sekunden später bemerkt, wären beide gestorben. Und ich denke, nun ja. Payton und Mira waren beide derselben Gefahr ausgeliefert. In dem Moment, in dem Payton starb und ihre Seele ihren Körper verließ, könnte ein Teil eben dieser sich mit Miras Seele verwoben haben. Die beiden waren noch keinen Tag alt. Alastor, du kennst die Geschichte von Harry Potter ebenso gut, wie ich. Lily Potters Liebe rettete Harry. Als Voldemort versuchte Harry zu töten, wurden auf Harry Fähigkeiten von Voldemort übertragen. So ähnlich könnte es auch damals zwischen Mira und Payton abgelaufen sein. Mira könnte ein Teil von Paytons Seele in sich tragen.” Nun herrscht erst einmal Stille. Ich kann es nicht so recht glauben. In mir soll ein Teil einer anderen Person sein? Und das ist dafür verantwortlich, dass ich nach Slytherin gekommen bin? “Wenn das, was du sagst stimmen sollte, würde es bedeuten, dass Mira nur wegen Payton in Slytherin ist. Sie selbst gehört aber nach Gryffindor. Du solltest sie nach Gryffindor schicken Albus.” Fleht mein Vater, aber Albus schüttelt den Kopf. Es war entschieden. Ich, Miracle Moody, war die erste der Familie, die eine Slytherin sein sollte. … Und die Zeit beweist vieles. Es gibt das Sprichwort, „Zeiten ändern sich.“ aber eigentlich ist es doch so, dass die Zeiten nur dich ändern. Man entwickelt sich. Man wird älter. Die eigenen Ansichten verändern sich. Man verliert Freunde. Man bekommt neue. Alles ist im stetigen Wandel. Und das bekam auch ich zu spüren. Zu Beginn meiner Zeit in Hogwarts hatte ich mir nichts sehnlicher gewünscht, als doch noch irgendwie nach Gryffindor komme zu können. Aber irgendwann, nachdem mir schon längst bewusst geworden war, dass ich nun mal in Slytherin war und dort auch bleiben würde, fand ich mich auch damit ab und begann das Positive darin zu suchen. Zugegeben. Es gelang mir nicht von Anfang an, ich schien einfach nicht so recht nach Slytherin zu passen. Aber irgendwann änderte sich auch dies. Und dieses „irgendwann“ war ein regnerischer Herbsttag in meinem dritten Schuljahr. Ich laufe durch die Gänge der Schule und denke nach. Darüber, wie es nun weiter gehen soll. Was soll ich nur tun? Damals in Dumbledores Büro hatte man mir gesagt, dass ich auch in anderen Häusern Freunde finden konnte. Und genau dies hatte ich versucht. Ich war zu den Ravenclaws gegangen, aber sie wiesen mich ab. Ich war bei den Gryffindors gewesen, aber sie wollten mit einer Slytherin nichts zu tun haben. Schließlich war ich auch bei den Hufflepuffs gewesen, aber auch sie erklärten mir, zwar freundlicher als die anderen, aber noch immer ziemlich direkt, dass ich mich bloß von ihnen fern halten sollte. Drei Jahre war ich nun schon hier in Hogwarts. Drei ganze Jahre und noch immer hatte ich keinen einzigen Freund gefunden. Die Schüler aus Ravenclaw, Gryffindor und Hufflepuff hassen mich und das, obwohl ich ihnen niemals etwas getan hatte. Die einzigen, die mich zu akzeptierten scheinen, sind die Slytherins. Sie schätzen meine Reinblütikeit und auf eine, mir vollkommen unverständliche Art, scheint es ihnen egal zu sein, dass mein Vater ein erfolgreicher Auror ist. Mir ist klar, wenn ich Freunde finden will, finde ich sie nur in Slytherin. Und wieso eigentlich nicht? Sie waren immer nett zu mir. Aber genau das will ich doch eigentlich gar nicht. Ich sollte die Slytherins hassen. Slytherins sind böse. Slytherins sind böse. Aber... Ich bin alleine. Ich will nicht mehr alleine sein. Ich ertrage diese Einsamkeit nicht mehr... ich will endlich Freunde finden. Aber sind Slytherins da wirklich die richtige Entscheidung? Völlig in meinen Gedanken versunken laufe ich weiter. Durch diesen Korridor und stelle mir immer und immer wieder dieselbe Frage. Und dann plötzlich, sowas ist mir in meiner gesamten Zeit noch nie passiert, ich habe es noch nie gesehen oder von anderen gehört, taucht eine Tür in der Wand neben mir auf. Einfach so. Verwirrt bleibe ich stehen und beäuge diese seltsame Tür. Wo kommt die denn auf einmal her? Vorsichtig gehe ich auf sie zu und lege meine Hand auf den Türgriff. Soll ich oder soll ich nicht? Eigentlich habe ich doch nichts zu verlieren. Vorsichtig öffne ich die Tür. Was dort damals in dem Raum hinter dieser Tür geschah, mittlerweile weiß ich, dass es sich dabei um den Raum der Wünsche handelte, ist schwer zu beschreiben. Der Raum war einfach nur weiß. Keine Möbel oder sonstige Gegenstände. Aber doch, irgendetwas war dort drinnen gewesen. Nicht materielles, sondern... Ein frei schwebender Gedanke? Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht, was es war, aber ich weiß, dass dieser Raum mich veränderte. Mich klarer sehen ließ. Dieser Raum machte mich zu einem besseren Menschen. Er befreite mich. Als ich wieder aus ihm hinaus trat hatte ich drei Dinge gelernt. Erstens: Ich musste nicht wie meine Vorfahren sein. Ich war ein selbstständiger Mensch und konnte eigene Entscheidungen treffen. Ich selbst kann entscheiden, wer ich sein will und mich durch diesen Wunsch zu genau der Person machen. Zweitens: Nichts im Leben ist so wie es scheint. Manche Dinge wurden einem falsch gesagt. Manche Dinge ändern sich. Sogar die Vergangenheit kann sich ändern. Und drittens? ... Nach diesem Tag im Raum der Wünsche wurde alles besser. Ich ließ mich auf die Slytherins ein und schon bald fand ich Freunde unter ihnen. Einer meiner besten Freunde wurde Draco Malfoy. Mittlerweile bin ich im vierten Jahr auf Hogwarts und auch dieses nähert sich nun seinem Ende. „Mira? Wie hältst du es eigentlich die Ferien über bei deinem Vater aus?“ Fragt Draco ehrlich interessiert. Resigniert seufze ich. „Draco, ich habe dir jetzt wirklich schon oft genug gesagt, dass ich meinen Vater mag. Er ist nicht so wie die anderen Gryffindors.“ erkläre ich genervt, aber Draco will es anscheinend nicht akzeptieren. „Tut mir leid Mira, aber dein Vater ist ein Versager. Du verteidigst ihn doch nur, weil du keinen anderen hast. Aber glaub mir. Er ist kein Stück besser, als all die anderen Gryffindors. Wenn er heute zu Schule gehen würde, würde auch er dich ausschließen.“ Darauf erwidere ich nichts. Niemals würde ich zugeben, dass ich selbst schon viel zu oft darüber nachgedacht habe. Vielleicht ist es ja wirklich so. Vielleicht mag mich mein Vater ja wirklich nur, weil ich seine Tochter bin und er deshalb irgendwie mit mir auskommen muss. Dracos Lippen formen sich zu einem siegessicheren Grinsen. „Du denkst gar nicht anders als ich oder?“ Feixt er. Ich zucke mit den Schultern. „Ich weiß es nicht Draco. Ich habe doch keinen Vergleich.“ Draco schaut mich nachdenklich an. „Dann besorgen wir dir eben einen Vergleich. Du kommst diese Sommerferien mit zu mir. Und dann wirst du ja sehen.“ Und so kommt es dann auch. Aber natürlich kann es ich meinem Vater nicht sagen und so erzähle ich ihm einfach, dass ich über die Ferien mit zu einer Freundin aus Hufelfpuff gehe, womit er dann auch direkt einverstanden ist, da er selbst sich von seiner Gefangenschaft ausruhen will und so, ohne mich, weniger Stress hat. … „Mutter, Vater? Das ist Miracle Moody.“ stellt Draco mich seinen Eltern vor. Schüchtern gehe ich auf sie zu. „Hey.“ ich bringe das Wort kaum über meine Lippen, so nervös bin ich. Aber anscheinend reicht es, denn schon streckt mit Dracos Vater die Hand entgegen. „Es freut mich dich kennen zu lernen Miracle.“ Ich erröte. „Bitte nennen Sie mich doch Mira.“ Dracos Vater nickt zustimmend. „Okay Mira. Draco? Hast du ihr schon das Haus gezeigt?“ Natürlich hat er es nicht, wir sind ja gerade erst angekommen und das weiß Dracos Vater auch genau. „Nein Vater. Mira, komm mit mir. Ich zeige dir alles.“ Und schon zieht er mich hinter sich her. Draco zeigt mir das ganze Haus, was alleine schon über eine Stunde dauert, und bringt mich dann am Ende seiner Führung in das Zimmer, in welchem ich schlafen soll. Die Zeit am Nachmittag vergeht wie im Fluge und es dauert nicht lange, bis uns die Hauselfe der Malfoys zum Abendessen holt. „Und du bist also die Tochter von Alastor Moody.“ Fängt Mr Malfoy ein Gespräch an und da ich gerade kaue, nicke ich nur. „Wie stehst du zu den politischen Themen? Vertrittst du die Ansichten deines Vaters?“ Diesmal kann ich schlecht durch Nicken oder Kopfschütteln antworten, also würge ich zwangsläufig mein Essen hinunter und antworte dann. „Ich weiß nicht so recht. Damals habe ich es so wie mein Vater gesehen, aber seitdem hat sich viel verändert. Ich bin nicht wie meine Vorfahren. Ich bin keine Gryffindor sondern eine Slytherin und ich merke es auch. Ich fühle mich so.“ Anscheinend gefällt dem großen blonden Mann meine Antwort, denn er nickt zu zufrieden. “Es freut mich dies zu hören. Weißt du, ...“ In dem Moment klingelt es. „Lexi! Mach die Tür auf!“ Befiehlt Lucius Malfoy seiner Hauselfe, welche sogleich davon eilt. Nur wenig später kommt sie dann in Begleitung einer dunkelhaarigen wunderschönen Frau zurück. In mir zieht sich alles zusammen. Kann es sein, dass... Mr Malfoy steht auf. “Ah, Bellatrix, wie schön, dass du kommen konntest.“ Säuselt er und eilt auf sie zu. Mein Körper versteift sich. Also habe ich Recht. Das ist Bellatrix Lestrange? Die Frau, welche in dieser Nacht ihr Kind verlor? Die Mutter von Payton? Ich versuche mich zu entspannen, sie nicht so anzustarren, aber es gelingt mir einfach nicht. Wie eingefroren sitze ich hier. „Wir haben Besuch Bella.“ Auch Mrs Malfoy steht nun auf. „Dies ist Miracle Moody.“ Der Blick der Hexe schießt sofort zu mir. Panik steigt in mir auf. „Mira. Das Mädchen, welches diese schreckliche Nacht überlebt hat.“ flüstert sie und kommt auf mich zu. Ich versuche meinen Atem zu kontrollieren. Langsam einatmen. Langsam ausatmen. Langsam... „Ich habe so oft an dich gedacht.“ Sie reicht mir ihre Hand. Wie gebannt starre ich auf sie. Soll ich sie ergreifen? Alles andere wäre unhöflich, aber... Es ist zu spät. Die Hexe lässt ihre Hand wieder sinken und schaut mich belustigt an. „“Ich vermute, du weißt wer ich bin?“ Nun ist ihr Blick traurig und irgendwie tut es mir weh sie so zu sehen. „Bellatrix Lestrange. Die Mutter von Payton.“ Ich bringe die Wörter nur mühsam über die Lippen. Die Situation überfordert mich vollkommen. Wie soll ich mich denn bitteschön der Frau gegenüber verhalten, die ihr Kind in dem Feuer verloren hat, welches ich überlebt habe! „Ich habe mir immer eine Tochter gewünscht. Es war schrecklich, sie direkt in der ersten Nacht zu verlieren. Aber umso glücklicher, umso schöner, ist es nun, dich zu sehen.“ Ich bin verwirrt. Wieso ist es schön? Wieso macht es sie glücklich? Ich an ihrer Stelle hätte mich wahrscheinlich gehasst. Irritiert blicke ich zu den Malfoys. Lucius und Narzissa scheinen nicht sonderlich überrascht zu sein. Und Draco? Er tut, als würde er von alldem, was hier geschieht, nichts mitbekommen. Nervös rutsche ich auf meinem Stuhl hin und her. Ich will hier einfach nur noch weg. Hilflos blicke ich wieder zu der Frau vor mir. „Es... freut mich... es freut mich wirklich... das zu hören.“ Stottre ich. Bellatrix grinst mich schief an. „Ich werde einige Tage hier verbringen. Ich bin sicher, wir werden uns bestens verstehen. Fast wie Mutter und Tochter.“ Sie zwinkert mir zu. Zunächst war ich geschockt. Bellatrix Lestrange und ich sollten die Ferien über im selben Haus verbringen? Ich konnte es einfach nicht glauben. Und dann noch dieser Satz... Wir sollten uns wie Mutter und Tochter verstehen? Niemals! Bellatrix war ein Monster! Niemals würden wir ein gutes Verhältnis haben können. Aber... schon wieder überraschte mich die Zukunft. Da ich zwangsläufig viel Zeit mit ihr verbringen musste, lernte ich auch nach und nach ihre Ansichten besser und besser kennen. Und irgendwann schienen sie teilweise logisch zu sein. Natürlich nicht alles. Aber mit der Zeit merkte ich, dass ich Bellatrix immer und immer besser verstand. Es erschreckte mich selbst. Ich wusste nicht, wie ich damit umgehen sollte. Aber dann erinnerte ich mich an Dumbledores Worte am Tage meiner Einschulung. Und ich erinnerte mich an dieses Gefühl, welches ich im Raum der Wünsche verspürte. Und dann veränderte sich alles. Wieder einmal verspürte ich ein tiefes Gefühl der Befreiung. Ich konnte sein wer ich wollte. Ich war an nichts gebunden. Ich muss Bellatrix nicht hassen, nur weil meine Familie sie hasst. Ich muss gar nichts. Aber ich kann alles. Diese Erkenntnis machte mich zu dem Menschen, der ich jetzt bin. Und irgendwann überkam mich eine Idee. Eine Vorstellung, die mich einfach nicht mehr los lassen wollte. Mit der Zeit, nachdem ich mich auf Bella eingelassen hatte, merkte ich, wie ähnlich wir und doch waren. Wie sehr ich sie mochte. Dass wir wirklich wie Mutter und Tochter waren. Wir hatten mehr Gemeinsamkeiten, als mein Vater und ich. Wenn Dumbledores Theorie von damals stimmte, trug ich Paytons Seele in mir. Ich steckte vielleicht in dem Körper von Miracle Moody, doch innerlich, war ich nicht mehr die kleine Mira. Ich war Payton. Ich wollte Payton sein. Und was Draco anging? Wir verstanden uns bestens. Verbrachten jeden Tag gemeinsam und waren einfach glücklich. Ich war so froh, dass ich damals den Raum der Wünsche gefunden hatte. Ohne ihn hätte ich Draco niemals vertraut. Hätte ihn nie richtig kennen gelernt. Ich wäre ewig allein geblieben. Ich wäre nie zu der Slytherin geworden, die ich heute bin. … „Es ist wirklich schade, dass ihr beide morgen schon wieder gehen müsst.“ Flüstert Bella am Abend vor unserer Abreise zurück nach Hogwarts und greift unter dem Tisch nach meiner Hand. Ich drücke sie. „Ich will auch nicht gehen. Seit ich in Hogwarts bin, war in an keinem Tag so fröhlich, wie ich es hier war. Die Zeit war einfach wunderschön.“ Bella lächelt traurig. „Wir werden uns wieder sehen. Und wir können schreiben.“ Ich nicke. „Aber du wirst viel zu tun habe. Jetzt, da der dunkle Lord zurückgekehrt ist. Du meintest, er hätte dich über die Ferien von all deinen Verpflichtungen frei gesprochen, aber nun wirst du wieder sehr beschäftigt sein.“ Am Anfang fiel es mir schwer diesen Mann, den ich damals nie beim Namen genannt hatte, nun den dunklen Lord zu nennen. Ich wusste, dass dies nur die Todesser taten, aber mittlerweile habe ich damit kein Problem mehr. Bella nickt nachdenklich. „Das stimmt, aber... du und dein Vater...“ Ich unterbreche Bella mit einem wütenden Schnauben. „Du meinst Alastor. Bitte nenn ihn nicht mehr meinen Vater.“ Bella muss schmunzeln. „Du und Alastor. Kann ich dich in Bezug auf eure Beziehung um etwas bitten?“ Sofort nicke ich. Ich würde alles für Bella tun. „Sei weiterhin nett zu ihm. Sag ihm nicht, dass ich die Ferien über hier war. Tu so, als würdest du ihn noch immer lieben. Und gehe während der nächsten Ferien zu ihm nach Hause. Spiel ihm die kleine perfekte Mira vor und tu alles, was er von die verlangt.“ Entsetzt schaue ich sie an. „Aber wieso?“ Ich will es nicht. Ich will nicht mehr zu diesem Mann. „Willst du mir nicht helfen?“ fragt Bella enttäuscht. Sie will aufstehen und gehen. Ich sehe die Enttäuschung in ihren Augen. Ich will nicht, dass sie enttäuscht ist. Ich stehe schnell auf und halte sie fest. Entschuldigend schlinge ich meine Arme um sie. „Doch, natürlich. Ich würde alles tun um dir zu helfen.“ … Und dann beginnt auch schon mein fünftes Jahr auf Hogwarts. Zunächst bleibt alles gleich, doch dann, als Umbridge zur neuen Schulleiterin ernannt wird und Draco ihr Inquisitionskommando anführt, verändert sich einiges. Wegen Bellas Wunsch kann ich mich nicht auch den Kommando anschließen und so verbringe ich wieder recht viel Zeit alleine. Als ich dann durch meinen Vater von der DA erfahre und er von mir vorschlägt dort mitzumachen, so hätte ich endlich auch mal die Chance richtige Freunde zu finden, weiß ich nicht, was zu tun ist. Eigentlich habe ich keine Lust mit diesen Blutsverrätern abzugeben, aber andererseits ist ebendies Bellas Wunsch. Und so kommt es, dass ich schließlich zum Teil der DA werde. … (Harrys Sicht) „Geht ihr schon mal mit den anderen vor und erklärt ihnen, wen ich noch zu uns hole. Es ist besser, wenn sie beschied wissen, bevor sie sie sehen.“ rufe ich noch schnell Ron und Hermine zu, ehe ich den Gemeinschaftsraum verlasse und mich auf den Weg zur Eingangshalle mache, um dort Mira abzuholen. Als Moody mich darum gebeten hatte, Mira in der DA aufzunehmen, war ich zugegeben, nicht sehr glücklich gewesen. Mira, eine hinterlistige Slytherin und die beste Freundin von Malfoy, sollte ein Mitglied der DA werden? Aber Moody versicherte mir, dass Mira keine typische Slytherin ist. Er erklärte mir, dass sie sich nur mit den Slytherins abgebe, da sie selbst als Slytherin keine Chance gehabt hätte, Freunde in anderen Häusern zu finden. Aber trotzdem... irgendwie fühle ich mich nicht wohl dabei eine Slytherin in der DA zu haben... Ich komme in der Eingangshalle an. Mira wartet bereits, angelehnt an der Wand, auf mich. Als sie mich sieht, kommt sie unsicher einen Schritt auf mich zu. „Hey Harry.“ flüstert sie leise und schaut dabei zu Boden. Für sie ist die Situation anscheinend auch nicht angenehm. „Hi Mira.“ Unschlüssig stehen wir uns nun gegenüber. Eine unangenehme Stille breitet sich zwischen uns aus und als ich sie dann irgendwann nicht mehr ertragen kann, entscheide ich mich dazu, sie zu durchbrechen. „Dann komm mal mit.“ Gemeinsam machen wir uns auf den Weg. Glücklicherweise und um ehrlich zu sein auch zu meiner Überraschung akzeptierten die anderen Mitglieder, dass Mira nun eine von uns war und nahmen sie herzlich in ihrer Mitte auf. Zu Beginn war das Slytherinmädchen sehr schüchtern. Sie redete kaum ein Wort. Aber wer will ihr das verübeln? Sie kennt uns ja alle nicht. Dazu kommt, dass wir sie jahrelang ausgeschlossen haben. Natürlich hat sie zu Beginn Angst und hält sich zurück. Aber irgendwann taute auch sie auf und begann mit uns von sich aus zu reden. Schnell merkte ich, ebenso wie alle anderen, dass hinter dem so kalt wirkenden Mädchen eigentlich ein liebervoller Mensch steckte. Ich begann sie zu mögen. (Miras Sicht) Ich spürte, wie die DA anfing mich wirklich als eine der ihren anzusehen. Und das wirkte sich auch sehr auf den Unterricht und meine Freizeit aus. Ich verbrachte nun fast gar keine Zeit mehr mit Draco und den anderen aus Slytherin, dafür war ich immer von einer Traube aus Gryffindors, Ravenclaws und Hufflepuffs umgeben. Sie waren wirklich nett zu mir. Gemeinsam hatten wir Spaß. Aber auch das konnte meine Ansichten nicht mehr ändern und obwohl sie mich mittlerweile als eine Freundin ansahen, verabscheute ich sie immer noch. Und irgendwann würde ich genau das ihnen zeigen. Ich würde es ihnen alles zeigen. Nicht nur der DA sondern dem ganzen Orden. Und vor allem meinem Vater. Vielleicht haben sie sich jetzt für mich entschieden. Haben mich endlich akzeptiert. Doch es ist zu spät. Sie kommen zu spät. Sie können das geschehene nicht mehr ändern. In mir sehen sie Mira. Die kleine unschuldige Mira. Sie haben ja keine Ahnung wer ich wirklich bin. Sie ahnen es nicht einmal. Aber ihre Mira ist tot. Schon sehr sehr lange. Das Feuer in der Nacht meiner Geburt, es tötete ein Mädchen. Aber dieses Mädchen war nicht Payton. Es war auch nicht Mira. Die Zukunft hatte erst entschieden, welches der beiden Mädchen damals starb. Und die Zukunft hatte sich gegen Mira entschieden. Und so geht das fünfte Jahr weiter. Alles läuft perfekt nach Bellas Plan. Sie sehen mich immer und immer mehr als eine von ihnen. Auch wenn ich dafür leiden muss. Aber das ist es wert. Ich tue es immerhin für Bella. Für den dunklen Lord. Für Draco. Für mich... Für die Gerechtigkeit. Am Ende des Jahres kämpfe ich dann auch mit der DA im Ministerium gegen meine echten Freunde. Gegen meine neue Familie. Es ist witzig zu sehen, wie Harry und all die anderen versuchen mich zu schützen. Obwohl ich es ja bin, die all ihre Pläne durchkreuzt hat. Sie sind alle so naiv. So dumm. So unglaublich dumm. Der Plan funktioniert. Ich beobachte wie Harry Lucius Malfoy immer und immer näher kommt. In der Hand hält er die Kugel. Die Prophezeiung. Bald werden wir haben. Bald ist es so weit. Es fällt mir unglaublich schwer panisch auszusehen. Es ist so kompliziert meine Freude zu verstecken. Aber es muss sein. Noch muss es so sein. Endlich streckt Harry die Hand aus und überreicht Lucius die Kugel. Ein Gefühl... ein wunderbares Gefühl überkommt mich. Kurz bin ich in Hochstimmung, aber das hält nicht lange. Denn dann tauchen plötzlich die Ordensmitglieder auf. Die Kugel zerbricht. Zersplittert am Fels in tausende Scherben. Die Todesser lassen die Blutsverräter und mich los. Der Orden kämpft gegen sie. Gegen meine Familie. Ich bin panisch. Will aufs Schlachtfeld stürmen. Will endlich zeigen hinter wem ich wirklich stehe und will mit ihnen kämpfen. Wackelig stehe ich auf. Doch bevor ich los stürmen kann, schlingt sich ein Arm um mich und zieht mich zurück. Ich werde zu Boden geschleudert. „Bleib liegen Mira. Hier ist es sicherer.“ Es ist die gehetzte Stimme meines... Nein. Es ist Alastors Stimme. „Aber wieso! Ich will helfen.“ Ich versuche meine Stimme so überzeugend wie nur möglich klingen zu lassen. „Nein Mira du hilfst nicht, du...“ Und dann hören wir es. „Avada Kedavra.“ Unsere Blicke schießen gleichzeitig in die Richtung aus der der Fluch kommt. Wir hoffen beide, dass niemand von uns betroffen ist. Ich muss grinsen, als ich Bella dort oben stehen sehe, wie sie noch den Zauberstab auf Sirius toten Körper hält. Ich bewundere sie. „Bella.“ Leise hauche ich ihren Namen. … Und das ist mein Fehler. Alastor dreht sich ruckartig zu mir um. In seinen Augen spiegelt sich Verwirrung. … Ich versuche meine Gesichtszüge wieder zu kontrollieren. Es gelingt mir nicht. Nun lese ich Angst in seinem Blick. … Ich kann einfach nicht aufhören zu grinsen. Und jetzt ist es Hass. Ekel. Wut. Abschaum. Nach diesem Tag wollte Alastor nichts mehr von mir hören. Er warf mich raus. Bat Dumbledore darum, mich nicht mehr nach Hogwarts zu lassen. Aber Dumbledore glaubte ihm nicht. Stattdessen wollte er mit mir reden. Und nach unserem Gespräch glaubte er mir. Sie alle glaubten mir. Außer Alastor. Niemand konnte sich vorstellen, dass ich zu der anderen Seite gehörte. Harry sah mich mittlerweile als eine sehr sehr gute Freundin an. Wie konnte ich denn da böse sein? Ja, sie alle waren naiv. Alle, bis auf Alastor. … Das sechste Jahr brach an. Und immer noch konnte ich kaum Zeit mit Draco verbringen. Die wenigen Stunden, die wir miteinander verbrachten nutzen wir voll aus. Sobald ich mal Zeit hatte, ließ Draco alles sofort liegen und kam zu mir. (Draco) Mira... Nein... Sie will ja jetzt Payton genannt werden... und ich liegen zusammen auf dem Sofa in unserem Gemeinschaftsraum. Besser gesagt. Sie liegt und hat ihren Kopf auf meinem Schoss gebettet. Wir genießen die Zeit zu zweit. Gedankenverloren starren wir dem jeweils anderen in die Augen. „Ein Jahr...“ Flüstert Payton leise. „In einem Jahr können wir sein wer wir wollen.“ Zufrieden lächelt sie. Ich nicke zustimmend. Sie hat Recht. In einem Jahr ist der Krieg vorbei. Entweder gewinnen wir oder wir verlieren. Falls wir gewinnen, können wir endlich Freunde sein. Also nicht wie jetzt. Wir müssten uns nicht mehr verstecken. Und wenn wir verlieren... Dann... Was würde dann geschehen? Müssten wir nach Askaban? Ich weiß es nicht und ich will auch nicht darüber nachdenken. Payton tut es ja auch nicht. Aber egal ob wir gewinnen oder verlieren. Es wird eine Erlösung sein. Diese schreckliche Zeit wird endlich zu Ende sein. Nicht mal mehr ein Jahr. (Mira) Dann wird alles zu Ende sein und wir werden durch die Finsternis des Nichts schwimmen. Das ganze Jahr über half ich Draco dabei, die Aufgabe, welche der dunkle Lord ihm auferlegt hatte, vorzubereiten. Ich half ihm wo ich nur konnte, aber ich merkte schon schnell, dass Draco innerlich an der Aufgabe zerbrach. Er stand nicht, im Gegensatz zu mir, völlig hinter dem dunklen Lord, sondern hatte seine Zweifel. Aber das war okay für mich. Draco war nun mal nicht so... versessen. Das alles war eine Nummer zu groß für ihn. In diesem Jahr kamen Draco und ich uns näher als je zuvor. Durch die gegenseitige Unterstützung wurde unsere Freundschaft besonders. Wir kannten einander genauso gut wie uns selbst. Wir kannten alle unsere Geheimnisse, Sorgen und Ängste und teilten sie. Auch wenn wir nur heimlich Zeit miteinander verbringen konnten und diese Zeit sehr begrenzt war, wurde Draco zu dem wichtigsten Menschen in meinem Leben. Und dann endete endlich das sechste Jahr. Die Todesser drangen in Hogwarts ein. Snape tötete Dumbledore. Und ich musste mich mal wieder gegen meine Freunde stellen. … Die Sommerferien brachen an. Harrys 17 Geburtstag rückte immer näher. Ich kannte den Plan meines Vaters, welcher nun der neue Anführer des Ordens war. Er selbst hätte mich zwar sehr gerne in nichts mehr eingeweiht, jeglichen Kontakt zu mir abgebrochen, aber Harry wollte dies nicht. Er hatte gemeint, er würde nicht weiter bei den Plänen mitmachen, wenn ich nicht dabei war. Mein Vater war natürlich wütend geworden, aber am Ende hatte er keine andere Wahl gehabt. … Seine Augen, oder besser gesagt sein eines Auge, ist zu einem Schlitz zusammengekniffen, als er auch mir schließlich den Trank gibt. Er will nicht, dass ich mitkomme, sie begleite, aber er hat keine Wahl. In seiner Haltung, seinem Gesichtsausdruck, sehe ich die Abneigung mir gegenüber, aber auch den Hass und die Angst. Und das macht mich irgendwie stolz. Er, der große Mad-Eye Moody hat Angst vor einem 17 – jährigem Mädchen. Einem Mädchen, welches einmal seine Tochter war. Sein Fleisch und Blut. Sein kleines Mädchen. Aber das bin ich nun schon lange nicht mehr. Und er ist der einzige, der dies versteht. Ich schaue ihm in sein Auge. Erwidere diesen Blick voller Abneigung. “Danke Daddy.” Dann schlucke ich das widerliche Gebräu hinunter und sofort spüre ich seine Wirkung. Mein Körper zieht sich in die Länge. Es wird breiter. Muskulöser. Nachdem alle den Trank eingenommen haben und wir uns umgezogen haben, geht es auch schon los. Zusammen mit Harry, Ron und Hermine stehe ich dort auf der Wiese und warte auf das Startsignal meines Vaters. Und natürlich, wie immer lässt er nicht lange auf sich warten. Wir alle nehmen unsere Positionen ein, welche uns von meinem Vater zugeteilt worden sind. Ich selbst stelle mich dabei direkt neben meinen Vater. Wie gesagt, er vertraut mir nicht. Wir warten, bis alle bereit sind, was erstaunlich lange dauert. In dieser Zeit denke ich nach. Ich bin nervös. Als einzige weiß ich, was uns erwarten wird. Nunja... Mein Vater ahnt, dass etwas geschieht, aber was genau es ist, weiß selbst er nicht. Und dann, als alle bereit sind, hebt er noch einmal seine Hand und bittet alle um Stille. „Es gibt eine kleine Planänderung.“ Ich erstarre. Was! Das kann nicht sein. Wenn jetzt noch irgendetwas verändert wird... Dann.. Ich habe den anderen Todessern bereits alles verraten. Sie kennen den gesamten Plan. Wenn jetzt noch etwas verändert wird, dann... Wird noch alles gut gehen? „Alle Harrys kommen zu mir.“ Weißt Alastor Harry und die anderen an und verwirrt gehorchen sie seinem Befehl. Sobald sie in einem Kreis um uns stehen fährt mein Vater fort. „Jeder von euch setzt sich jetzt wieder hin. Mir ist es aber egal, wer dabei wo sitzt. Tauscht einfach eure Plätze.“ Faucht er angespannt und ich starre ihn entsetzt an. Verzweifelt blicke ich die Harrys an, aber ich kann unmöglich sagen, welcher der richtige ist. Hasserfüllt blicke ich zu meinem Vater auf. Liebevoll schaut er zurück. Als dann auch ich aufstehen will, hält er mich fest und zieht mich wieder zu sich. „Du bleibst bei mir.“ Flüstert er siegessicher. Ich muss mich zusammenreißen, um in meiner Rolle zu bleiben. „Natürlich Dad.“ Ich steige wieder neben ihn. Dann hebt er die Hände und es geht los. Wir schießen in den Himmel. Hier ist es dunkel. Nicht so wie auf der Erde, als es noch das Licht der Straßenlaternen gab. Die kalte Luft peitscht mein langes Haar nach hinten und mir ins Gesicht. Ich beginne zu zittern. Dies ist keine normale Kälte. Keine natürliche. Etwas verbreitet sie. Etwas... oder jemand. Der dunkle Lord. Er ist hier. Mein Vater wirft mir einen abschätzenden Blick zu. „Du spürst ihn ebenfalls, hab ich recht?“ Ich antworte ihm nicht. Ignoriere seine Frage. „Du musst dich nicht mehr verstellen Mira. Hier sind nur wir beide. Du und ich. Und wir kennen sie doch beide. Die Wahrheit.“ Ich beise meine Zähne zusammen und zwinge mich ihm nicht zu antworten. Und scheinbar gibt er auf. Stumm fliegen wir weiter nebeneinander her. Es wird immer und immer kälter. Und dann, von einer auf die andere Sekunde sind sie da. Die Todesser. Meine Familie. Meine Freunde. (Bella) Die ganze Zeit war ich hinter ihnen gewesen. Unbemerkt, unsichtbar. Ich hatte ihnen zugehört. Moody wusste über Mira Bescheid. Er vertraute ihr nicht mehr. Vielleicht schon lange nicht mehr. Die Zeit ist nun also gekommen. Ich grinse und freue mich. Wie leicht es doch war. (Moody) Die ganze Situation war mir von Anfang an nicht geheuer. Schon seit circa einem Jahr vertraue ich Mira nicht mehr. Seit ich dieses böse Grinsen in ihrem Gesicht gesehen habe. Irgendetwas ist mit ihr passiert. Irgendetwas hat sie verändert. Und mir, ihrem Vater, ist es nicht aufgefallen. Ich habe nicht gut genug auf sie aufgepasst. Ich habe mein kleines Mädchen nicht beschützt. Sie ist abgerutscht. Abgerutscht vom rechten Weg und hat sich mittlerweile so sehr verlaufen, dass sie ihn wohl niemals wieder finden wird. Das Böse, der böse Grundgedanke hat von ihr Besitz ergriffen. Und ich bin der einzige der es erkennt. Ich liebe Mira, habe sie immer geliebt, aber dieses Mädchen, welches nun neben mir sitzt, ist nicht mehr Mira. Und Mira wird nie mehr zurückkehren. Ich habe schon viel zu oft miterlebt, dass gute, anständige Zauberer, der bösen Magie verfallen sind. Nie ist jemand von ihnen zurückgekehrt. Und Mira wird es auch nicht. Es tut mir weh, wahnsinnig weh, dass es diesmal meine Tochter getroffen hat, aber es ist nun mal geschehen. Und ich will sie retten. Retten, bevor alles nur noch schlimmer wird. (Mira) Und die Todesser schwirren wie schwarze Bienen um uns herum. (Moody) Aber bevor ich etwas tun kann, das was ich geplant hatte, sind sie da. Die Todesser sind da. (Bella) Es hat keinen Sinn mehr. Ich werde es heute tun. Diese Nacht. So lautete der Befehl. „Kümmere dich um sie. Sei ihre Mutter. Doch wenn sie ihren Wert verliert, dass schaffe sie aus dem Weg.“ Ich habe mich um sie gekümmert. Und nun werde ich sie beseitigen. Miracle Moody wird schon bald Geschichte sein. (Mira) Zwischen all den dunklen Gestalten erkenne ich sie. Meine Mutter. Ich rufe. Winke ihr. Sie lächelt mich an. Doch ihr Lächeln ist nicht wie sonst. Es macht mir Angst. (Moody) Ich halte meinen Zauberstab schützend vor mich. Wehre Flüche ab, feure andere ab. Die dunkle Nacht ist hell erleuchtet von den sprühenden Farben der Zauber. Sie leuchten wunderschön. Doch wie oft steht das Böse nur im Zusammenhang mit dem Schönen? Ich blicke zu Mira. „Ich habe dich immer geliebt.“ (Mira) Ich habe Angst. Eiskalt kriecht sie mir den Rücken hoch. (Moody) Plötzlich wird es noch kälter. Zu kalt... (Bella) Und dann sehe ich ihn. Wie ein Geist schwebt er in der Luft. Er hebt seinen Zauberstab. Ich hebe meinen. (Mira) Ich sehe, wie meine Mutter den Zauberstab hebt. Sehe, wie sich ihre Lippen bewegen. Ich bin mir sicher sie zielt auf meinen Vater. Ich blicke ihr in die Augen. Sie fokussiert mich. In ihnen sehe ich keine Liebe mehr. Nur den Wahnsinn. … Zwei Zauberstäbe werden gehoben. Zweimal derselbe Zauber gesprochen. Zwei grüne Lichtblitze. Zwei tote Körper. Vater und Tochter. Zwei Menschen. Sie fallen zu Boden. Verschwinden in der Dunkelheit. Zwei Menschen. Zwei Seelen. Zwei Leben. Zwei letzte Gedanken. (Mira) Und drittens? Ich bestimme mein Leben. Ich bestimme meinen Tod. Nun verstehe ich, was es bedeutet. Mein letztes Gefühl ist schreckliche Schuld.

20.46 % der User hatten die Auswertung: Dein Name ist Hunter. Du bist in der Geschichte fünfzehn Jahre alt. Du hast braune hüftlange Locken, blaue Augen und bist sehr klein und zierlich. Die Geschichte spielt in Harrys fünften Jahr in Hogwarts. Als ich das erste Mal einen Zauberer tötete, war ich sieben Jahre alt. Es war ein unvergessliches Ereignis gewesen, von dem sich jeder Augenblick in mein Gehirn eingebrannt hatte. Der Geruch von Feuer, das Gefühl von kaltem Stahl in meiner Hand. Seit diesem Tag, es war der Geburtstag meiner damaligen besten Freundin, welcher nun 8 Jahre in der Vergangenheit liegt, habe ich noch oft gemordet. Ich kann nicht sagen, wie viele Zauberer und Hexen durch meine Hand gestorben sind, niemand kann das. Ich weiß nur, dass es viele sind. Unglaublich viele, wenn man bedenkt, dass ich gerade Mal fünfzehn bin. Bereits mit dreizehn wurde ich zur erfolgreichsten jungen Hexenjägerin ernannt. Wieso ich so erfolgreich bin? Das hat zwei Gründe. Zum einem benutze ich eine andere Jagdttaktik als meine anderen Familien- und Stammmitglieder. Ich setzte auf meine Intelligenz, mein schnelles Denken und nicht auf meine körperlichen Fähigkeiten. Und zum anderen, habe ich eine ganz besondere Begabung. Ich bin das, was reinblütige Zaubrer ein Schlammblut nennen. Ich bin tatsächlich eine Hexe und damit wohl ohne Gleichen. Hexe und Hexenjäger in einem. Sowas sollte es nicht geben. Ich schlage die Hexen und Zauberer mit ihren eigenen Waffen. Ich bin das, was ich hasse, das, was ich töte. Bereits zu meinem elften Geburtstag wurde ich nach Hogwarts eingeladen, aber damals folgte ich der Einladung nicht. Ich war zu unsicher, hatte Angst, dass ich meine Abscheu gegenüber magischen Menschen nicht verbergen könnte. Also blieb ich zu Hause, lernte aus Büchern. Es war hart, aber ich schaffte es. Die ersten 4 Schuljahre lernte ich alleine, ganz ohne Vorbild, aber dann änderte sich einiges. Tom Riddle, ja wir Hexenjäger nennen ihn bei seinem echten Namen, kehrte zurück und die Welt der Magie versank im Chaos. Für uns Hexenjäger wurde es fast unmöglich, weiter zu machen. Die Todesser wurden zu gefährlich und der Rest der Zauberer beschützte sich nun zu gut. Also beschloss mein Stamm, dass ich nun nicht weiter alleine lernen sollte, sondern endlich nach Hogwarts gehen sollte. Mit anderen Zauberern und Hexen zusammen leben und das Werk meiner Familie fortführen sollte. Und so kam es also dann, dass ich, Hexenjägerin und Hexe zugleich, in Hogwarts eingeschult wurde. … Ich stehe zwischen den ganzen Erstklässlern vor diesem alten, schmutzigen Hut. Ich bin nervös. Nicht, weil ich gleich einem Haus zugeteilt werde, im Grunde ist mir egal in welches Haus ich komme, sondern, weil ich noch nie so vielen Zauberern auf einmal gesehen habe. Ich habe schon öfters versucht, meinen Opfern vorzumachen, ich wäre eine von ihnen, meistens mit Erfolg, da die Zauberer bis heute nicht wissen, dass es Stämme, wie den meinen, gibt und selbst wenn etwas schief ging, konnte ich das Problem einfach bei Seite räumen und es vergessen, ganz ohne Konsequenzen. Aber nun ist es anders. Ein einziger Fehler, und möge er noch so klein sein, würde meinen Untergang bedeuten. Ich gebe mich gelassen, versuche meine Gedanken zu verdrängen. Lässig schaue ich zu, wie ein Erstklässler nach dem anderen in ein Haus eingeteilt wird. Und dann… „Hunter Fillury“ ruft Professor McGonagall mich nun nach vorne. Ich strecke mich, hebe mein Kinn und gehe langsam zu der alten Lehrerin, stelle mich neben sie. Ich blicke über die vier Haustische und streiche mir nervös die Haare hinters Ohr. So viele Kinder, Hexen und Zauberer. So viele potentielle Opfer. Ich muss schlucken. Ich habe noch nie ein Kind getötet. Nur halbherzig höre ich Professor McGonagall dabei zu, wie sie den anderen Schülern erklärt, wer ich bin und wieso ich erst jetzt nach Hogwarts komme. Ein Mädchen aus einer alten Zauberer Familie, welchen zu Hause unterrichtet wurde. Ganz einfach. Als sie endet, setzte ich mich auf den Stuhl. Alle Augen liegen auf mir. Nervös nehme ich den Hut, schaue ihn kritisch an. Ich weiß, dass ich nun meine Gedanken verbergen muss. Er darf auf keinen Fall erfahren, wer ich wirklich bin. Ich konzentriere mich und schiebe mit aller Kraft die Gedanken an meinen Stamm in die hinterste Ecke meines Gedächnisses und setzte den Hut auf. Es dauert ewig, bis ich endlich seine Stimme in meinem Kopf höre. „Du hast ein Geheimnis. Ich weiß nicht was es ist, aber ich sehe es deutlich vor mir. Ein dunkles Geheimnis, ein wichtiges Geheimnis. Und du willst es hüten. Ich bin überrascht, es gelingt dir erstaunlich gut. Aber ich bin auch nur ein Hut. Ich mag vielleicht schlau sein, aber ich bin kein Mensch. Und Menschen stecken voller Überraschungen. In dir ist es dunkel. Ich sehe etwas bedrohliches, etwas Böses. Ich habe nie zuvor etwas Vergleichbares in einem Menschen gesehen. Und das gefällt mir nicht. Du bist schlau, du bist verdammt schlau… Also Ravenclaw? Ich weiß es nicht. Dieses Dunkle lässt mich nicht in Ruhe. Vielleicht lieber Slytherin? Nein… Es gibt Slytherins, die ein schwarzes Herz haben, aber du bist anders. Vor Slytherins habe ich Angst, aber das, was ich bei dir spüre… es ist blankes Entsetzten. Nein… Slytherin ist falsch… ganz ganz falsch.“ Der Hut verstummt. Ich halte den Atem an. Sekunden vergehen. Nichts passiert. Ich rutsche nervös auf dem Stuhl hin und her. Bohre mir die Fingernägel in meine Handballen. Das Warten ist unerträglich. Aber dann ist es endlich soweit und der Hut ruft den Namen meines Hauses. … Ich sitze am Ravenclawtisch und frühstücke. Bisher ist es in der Halle noch relativ leer. Abgesehen von mir, sind nur einige Hufflepuff Erstklässler da, aber ich beachte sie nicht weiter. Viel zu sehr bin ich in meine Gedanken vertieft. Ich bin hier, um zu morden, meine Familie will Tote sehen, aber wie stelle ich das am besten an? Am effektivsten wäre ein Lehrer, aber das ist wohl eine Sache der Unmöglichkeit. Es muss ein Schüler sein. Umso jünger, desto besser. Aber es sind doch noch Kinder. Wer ist schon so grausam und tötet Kinder? Ich seufze und starre lustlos mein Essen an. Plötzlich habe ich keinen Appetit mehr. Ich will gerade aufstehen, als sich jemand neben mich setzt. Verwirrt blicke ich der Person ins Gesicht. Es ist ein Junge. Scheinbar nicht viel älter als ich. „Du willst schon gehen?“ fragt er mich und schaut auf meinen noch vollen Teller. Ich nicke nur und er hebt verwirrt eine Augenbraue, seufzt dann aber. „Mein Name ist Anthony Goldstein. Ich bin in deinem Jahrgang und Vertrauensschüler. Ich habe deinen Stundenplan und wurde beauftragt, dich heute zu begleiten, da es ja dein erster Tag ist.“ Er greift nach einem Brötchen und beginnt sich sein Frühstück herzurichten. Während ich überlege, ob er vielleicht ein gutes Opfer wäre, zucke ich nur mit den Schultern. „Danke, aber ich denke, ich komme alleine zurecht.“ Ich stehe auf und gehe zur großen Flügeltür zu, aber Anthony macht mir einen Strich durch die Rechnung. „Warte!“ Mit seinem halb beschmierten Brötchen in der Hand eilt er mir hinterher. Genervt rolle ich mit den Augen. „wirklich, ich kann das alleine!“ Anthony grinst. „Möglich. Aber ich begleite dich trotzdem.“ Ich beschließe ihn nicht weiter zu beachten und laufe einfach weiter, bis mir auffällt, dass ich nicht weiß, wohin ich muss. Missmutig bleibe ich stehen und schaue meinen unerwünschten Begleiter an. Anthony grinst. … Wir haben Zauberkunde. Neben mir sitzt Anthony und auf meiner anderen Seite ein Mädchen namens Hermine. Zauberkunde war auch schon als ich alleine lernte eines meiner schlechtesten Fächer und auch jetzt habe ich große Schwierigkeiten mitzukommen. Ganz anders als Hermine, der alles wohl spielend leicht fällt. Ich stupse sie an. „Kannst du mir helfen?“ Hermine wirft mir einen kritischen Blick zu. „Nein.“ Sagt sie kalt. Anthony schaut verwirrt zu ihr. „Wieso nicht? Du hilfst doch jedem? Und es ist ihre erste Stunde.“ Hermine schüttelt den Kopf. „Ich werde diesem Mädchen nicht helfen.“ Ich schaue sie verwirrt an und dann zu Anthony. „Aber wieso nicht?“ fragt er. Hermine schnaubt genervt auf und ignoriert uns die restliche Stunde, oder viel eher mich. Ab und zu spricht sie über mich hinweg mit Anthony, aber mich würdigt sie keines Blickes. … „So, dass waren dann auch schon die letzten Stunden heute.“ Berichtet Anthony mir und führt mich zurück zum Gemeinschaftsraum. Er ist den ganzen Tag kein einziges Mal von meiner Seite gewichen und irgendwann habe ich mich damit abgefunden, es sogar als gut angesehen. Vielleicht könnte ich ihm ja eine Freundschaft vorspielen und somit auch seine Freunde besser kennen lernen. Ich würde zu einer Gruppe gehören und niemand würde mich verdächtigen, sobald ich hier das erste Mal auf Jagd war. Er beantwortet die Frage zum Gemeinschaftsraum und wir treten ein. … Den restlichen Tag verbringe ich ebenfalls mit Anthony. Er stellt mir seine Freunde vor und bis spät in die Nacht sitzen wir gemütlich im Kreis und plaudern. Ich fühle mich gut, als würde ich bereits dazugehören. Nach Zauberkunde hatte ich Angst, dass mich auch die anderen so abweisend wie Hermine behandeln würden und umso glücklicher bin ich jetzt, dass es nicht so ist. Auch die nächsten Wochen vergehen nicht anders. Mit den Ravenclaws, vor allem Anthony, welcher zu meinem besten Freund wird, verstehe ich mich ausgezeichnet und auch sonst habe ich mit niemandem Probleme. Nur mit Hermine komme ich nicht zurecht. Ich weiß nicht, was sie gegen mich hat, aber sie scheint mich regelrecht zu hassen. Aber meine anderen Freunde sagen mir, ich soll mir das nicht zu Herzen nehmen. Ich habe genug Freunde und brauche Hermine nicht. Und so folge ich ihrem Rat und denke gar nicht an sie. In Hogwarts werde ich immer beliebter und nach dem ersten Monat ist es schon so, als wäre ich bereits immer hier gewesen. Ich gehöre dazu. Also ist es langsam so weit. Ich kann die ersten Schritte wagen. Ich kann meinen ersten Mord begehen. Jedoch hege ich langsam Zweifel, ob ich es wirklich tun will. Seit ich hier bin, wachsen mir die Schüler Tag für Tag näher ans Herz, ich weiß, dass das nicht passieren dürfte, aber es ist so schön endlich unter gleichen zu sein. Die Freundschaften, welche meinerseits zu Beginn nur vorgespielt waren, werden mir mit der Zeit wichtig. Aber trotzdem… Meine Familie, mein Stamm will, dass ich töte und ich werde es tun müssen. Auch wenn es mir schwer fällt, habe ich keine andere Wahl. … Ich suche mir einen stürmischen Tag aus und schleiche, als ich eine Freistunde habe, hinaus auf die Ländereien. Soweit ich weiß müssten die Drittklässler gerade Pflege magischer Geschöpfe haben und genau dieser Unterricht ist mein Ziel. Magische Geschöpfe können sehr gefährlich sein. Wenn ich es richtig anstelle, würde niemand sehen, dass es ein Mord war. Vollkommen unbemerkt husche ich über die Wiesen, bis ich endlich den Rand des verbotenen Waldes erreiche. Ich betrete den Wald und suche die Klasse. Nach wenigen Minuten habe ich sie gefunden und verstecke mich hinter einem Gebüsch. Der Unterricht hat gerade erst begonnen. Gelangweilt beobachte ich, wie der Lehrer der Klasse erklärt, wie sie mit den Knallrümpfigen Krötern umgehen müssen. Von Tieren habe ich nicht allzu viel Ahnung, aber als ich dann eines dieser Kreaturen sehe, wird mir bewusst, was für ein Glück ich habe. Sie sehen verdammt gefährlich aus. Es sollte ein Kinderspiel werden. Ich höre noch bis zum Ende zu, bis der Lehrer den Kindern erlaubt, nun selbst mit den Kreaturen zu üben. Dafür bildet er fünfter Grüppchen und verteilt dann an jede Gruppe ein Tier. Wie Naiv. Ich muss grinsen. Es ist so einfach. Viel zu einfach. Langsam pirsche ich mich an eine Gruppe heran. Am Anfang sind sie ängstlich und trauen sich nicht zu dem Tier. Ich greife noch nicht ein. Sie müssen riskanter werden. Aber ich bin sicher, dass sie das mit der Zeit schon von alleine werden. Also warte ich weiter ab und tatsächlich. Nachdem die ersten Kinder erfolgreich ihre Zaubersprüche aufgesagt haben und alles gut geht, werden einige von ihnen Waghalsig. Perfekt. Ich pirsche mich an und murmle „Imperius“, richte den Stab auf eines der Kinder, welches schon die ganze Zeit mit viel zu wenig Vorsicht an die Sache geht. Der ausgewählte Junge hält kurz inne, als ihn der Zauber trifft, aber für ihn ist es jetzt zu spät. Ich habe ihn in meiner Gewalt. Alleine durch die Kraft meiner Gedanken führe ich ihn näher an das Tier heran. Viel zu nah und lasse ihn dort stehen. Den Rest wird das Tier für mich erledigen. Zufrieden lächle ich. … (Anthony) Wir sitzen alle in der großen Halle, alle Schüler und alle Lehrer. Niemand spricht. Es herrscht eine bedrückende Stille, welche nur ab und zu durch ein Schluchzen unterbrochen wird. Neben mir sitzt Hunter. Auch sie weint und drückt sich dabei an mich. Ich habe einen Arm um sie gelegt, um sie zu trösten. Was passiert ist, ist einfach schrecklich. Nach einigen Minuten des Schweigens tritt Dumbledore vor die Schülermasse und beginnt mit seiner Trauerrede. Es war ein schrecklicher Unfall. … (Hunter) Mein Plan ging perfekt auf. Niemand vermutet, dass es Mord war. Der Todesfall hat die ganze Schule erschüttert, mit dem positiven Nebeneffekt, dass meine Freundschaft zu den anderen enger wurde. Ich werde mir jetzt einige Wochen Zeit nehmen und dann erneut zuschlagen. … Ich sitze mit Anthony auf einem Sofa im Gemeinschaftsraum und rede mit ihm. Er erzählt mir von seiner Familie, seiner Zeit vor Hogwarts. Ich lehne einfach an ihm und höre zu, genieße seine Wärme und Nähe. „Willst du nicht auch was erzählen?“ fragt er irgendwann, aber ich schüttle den Kopf und grinse ihn an. „Ich höre dir gerne zu. Er seufzt und streicht sich durch sein Haar. Dann erzählt er weiter. So verbringen wir viele Abende und unsere Freundschaft wird immer enger. Man könnte fast schon meinen, dass er zu dem wichtigsten Menschen in meinem Leben wurde. … Wir laufen zu dem Abendessen. Als wir fast die Halle erreicht haben, ertönen Rufe aus einem nahen Korridor. Verwirrt blicke ich zu Anthony. Wir bleiben stehen. „Komm lass uns nachschauen was dort los ist.“ Meint er und ich nicke. Wir drehen also wieder um und laufen auf die Quelle der Schreie zu. Mitten im Korridor steht eine Gruppe von Schülern, ein Mädchen liegt daneben. Sie weint und kauert sich zusammen. Wieder schreit sie. Ganz offensichtlich vor Schmerz. „Bleib hinter mir.“ Murmelt Anthony, aber ich ignoriere ihn und bleibe neben ihm. Wir nähern uns der Gruppe. „Was ist hier los?“ fragt Anthony und die Schüler, welche mit dem Rücken zu uns standen, wirbeln herum. Es sind Slytherins. Die meisten sind ein Jahrgang unter uns. Zwischen ihnen eingeengt sind jüngere Schüler. Aller höchstens Zweitklässler. Mit von Angst großen Augen schauen sie zu uns. Eine Schülerin antwortet. „Nichts. Das Mädchen“ verachtend zeigt sie auf das Kind am Boden. „hat sich verletzt und wir sind zufällig vorbeigekommen. Wir wollten natürlich helfen. Also nichts Schlimmes. Wir haben das unter Kontrolle. Geht ruhig wieder.“ Es ist nur zu deutlich zu sehen, dass sie lügt. Ihr breites Grinsen verrät sie. Das scheint auch Anthony klar zu sein. „Ich bin Vertrauensschüler. Ihr geht jetzt und wir übernehmen das.“ Wütend funkelt er die Kinder an, aber sie bewegen sich nicht. „Geht jetzt!“ schreit er noch einmal und langsam setzten sie sich in Bewegung und verschwinden „Was ist passiert?“ Anthony kniet sich neben das Mädchen und hebt sie hoch. „Sie haben uns angegriffen.“ Flüsterte sie unter Tränen und bestätigt meine heimliche Vermutung. In mir steigt Wut auf. Wut auf die Slytherins und vor allem Wut auf dieses Mädchen, welches uns so frech ins Gesicht gelogen hat. In diesem Moment lege ich fest, dass sie mein nächstes Opfer sein soll. … Seit meinem ersten Mord sind nun zwei Monate vergangen und ich entscheide, dass es nun an der Zeit ist, erneut zu morden. Es ist ein Samstag und ich sitze mit meinen Freunden in der Bibliothek. Die Slytherins sind auch hier. Perfekt. Ich beobachte wie exakt dieses Mädchen, welches ich auserwählt habe, irgendwann aufsteht und sich kurz entschuldigt. Ich vermute, dass sie zur Toilette muss. Wenige Minuten später tue ich es ihr gleich und folge ihr. Ich weiß nicht genau wo lang sie gegangen ist, aber ich vermute, dass sie zum nächst gelegenen Bad gegangen ist. Also betrete ich es und warte. Ich höre Spülung und dann wie eine Kabine aufgeschlossen wird. Ich zücke meinen Zauberstab. Verschließe schnell die Tür zu dem Bad, was überflüssig ist, da es so abgelegen ist, dass hier fast nie jemand hinkommt, und mache mich bereit. … (Anthony) Hunter kam nicht wieder, aber das ist nicht ungewöhnlich, also sind wir irgendwann alleine zum Abendessen gegangen. Wir sitzen gerade in der großen Halle, Hunter ist immer noch nicht da, als ein Mädchen schreiend die Flügeltüren aufreißt und auf den Lehrertisch zu rennt. Weinend bricht sie davor zusammen. In der Halle ist es still geworden. Alle blicken zu dem Mädchen. Ich sehe wie McGonagall aufsteht und zu ihr geht. Sie kniet sich neben sie. „Was ist passiert?“ Ihre Stimme ist weich und sanft. Aber das Mädchen antwortet nicht. Sie zittert. Stottert einige Wörter, aber man kann sie nicht verstehen. Die Lehrerin zieht ihren Zauberstab und flüstert etwas. Sofort beruhigt sich das Mädchen etwas. „Was ist passiert?“ Wiederholt sie. Noch immer weint das Mädchen, aber diesmal schafft sie es, den Satz zu Ende zu sprechen. „Ich habe… Ich habe ein Gespräch mitgehört.“ Sie schluchzt. „Ich weiß nicht wer es war, aber ich glaube…“ kurze Pause. „ich weiß, der Todesfall, der Drittklässler, es war kein Unfall. Die eine Person hat es…“ Das Mädchen stockt. „Hat es gestanden. Sie hat ihn getötet und sie hat auch…“ Sie muss keuchen. „Sie hat auch dieses andere Mädchen eben umgebracht.“ … „Hunter?“ schreie ich panisch und renne weiter. Hastig blicke ich in alle Korridore, aber ich finde sie einfach nicht. Das Schloss ist zu groß! „Hunter!“ rufe ich sie noch einmal so laut ich kann. Meine Stimme hallt von den hohen Steinwänden wieder und hallt laut durch die Gänge. Meine Angst steigert sich. Ich spüre nicht, wie mir die ersten Tränen über die Wangen laufen. Was, wenn sie es wirklich ist? Wenn sie die Tote ist? Mir wird eiskalt und ich beginne zu zittern, trotzdem laufe ich weiter. Das Mädchen in der großen Halle hatte keine Namen genannt. Nach ihrer Verkündigung wurden wir alle sofort in unsere Gemeinschaftsräume geschickt. Niemand hat nähere Informationen. Klar ist nur, ein Mädchen, eine Schülerin ist tot. Und von Hunter keine Spur. Ich müsste im Gemeinschaftsraum sein, aber ich kann meine beste Freundin einfach nicht alleine lassen. Ich muss sie finden! Ich muss sie in Sicherheit bringen und… und ich muss sicherstellen, dass sie noch lebt. Und so renne ich weiter durch die Gänge, bis ich schließlich eine Gestalt am Ende eines Korridors erkenne, welche gerade einen Raum betritt. Ich sehe das lange braune Haar, welche in wilden Locken um die Schultern des Mädchens fallen, erkenne die zierliche und kleine Figur. Es muss Hunter sein. Erleichtert atme ich auf und renne zu der Tür. Beschleunige meine Schritte. Dann habe ich sie erreicht und betrete den Raum. … (Hunter) Ich sitze auf dem Boden hebe meinen Zauberstab und flüstere den Zauberspruch. Der Mord an dem Mädchen hat mir psychisch völlig aufgebracht. Es fiel mir schwerer, als jemals zuvor. Ich hatte danach sofort das Bad verlassen. Ich hatte nichts saubermachen müssen. Alle würden denken, sie habe sich selbst umgebracht. So sah es nämlich aus. Ich hatte sie ihre Hauptschlagadern aufschneiden lassen. Aber ich war nicht zurück zu den anderen Schülern gegangen, dafür war ich einfach zu aufgebracht. Stattdessen bin ich in diesen verlassenen Klassenraum gegangen und habe hier meinen Gefühlen freien Lauf gelassen, heißt, die Möbel und Wände demoliert. Mit dem Zauberspruch, den ich nun flüstere, bringe ich das wieder in Ordnung. Ich schaue an mir herunter und sehe, dass auch meine Kleidung voller Blut ist. Meine Hände leuchten gerade zu rot. Ich seufze und will auch diese Zeichen gerade verschwinden lassen, als ich Schritte höre und dann plötzlich stürmisch von hinten umarmt werde. Ich halte den Atem an, versteife mich, reise mich dann los und wirble herum. Es ist Anthony. Erleichtert atme ich auf. Verweint und ganz blass steht er vor mir. „Es gab… es gab einen Mord.“ Zitternd lässt er sich zu Boden fallen und ich erstarre. Woher wissen sie, dass es Mord war? „Ich hatte so große Angst…“ Er streicht sich ein paar Tränen aus dem Augenwinkel. „Ich hatte Angst, dass du…“ Er bricht ab und schaut mich mit großen Augen an. „Wieso bist du voller Blut?“ Er steht auf, geht zu mir, streckt die Arme nach mir aus. Ich blicke an mir herunter. Schlucke. „Verteidigung gegen die dunklen Künste… Du weißt doch… Weil ich zu Hause unterrichtet wurde, bekomme ich manche Zauber nicht hin. Ich habe geübt… Und dabei ist etwas schief gegangen. Aber es ist halb so schlimm. Die Wunden habe ich schon geheilt.“ Ich stocke. „Was ist passiert?“ Ich blicke zu Anthony und sehe die Angst in seinen Augen. Dann erzählt er mir die ganze Geschichte und mir wird übel. Ich habe einen schrecklichen und verdammt dummen Fehler begangen. … (Anthony) Ich liege im Bett und kann nicht schlafen. Die ganze Zeit muss ich an Hunter denken. Wie ich sie gefunden habe. Das Blut. Ich muss schlucken. Ihre Erklärung war logisch. Sie hat schon öfters in irgendwelchen leerstehenden Klassenräumen geübt. Aber irgendetwas kommt mir falsch vor. Ich weiß nicht was es ist, aber ich kann einfach nicht aufhören darüber nachzudenken. In meinen Gedanken gehe ich die Szene noch einmal durch. Hunter mit dem Zauberstab in der Hand, auf den Bodenblickend. Voller Blut. Ich gehe unser Gespräch durch. Wort für Wort, aber finde nicht das, was mich so beunruhigt. Spät in der Nacht schlafe ich erst ein. … (Hunter) Ich sitze beim Frühstück und will gerade mein Müsli essen, als meine Freunde kommen und sich zu mir setzten. „Guten Morgen“ lächle ich sie ein und rutsche ein wenig, sodass sie sich alle setzen können. Ich sitze neben meinen besten Freundinnen Lisa und Padma. „Ich verstehe echt nicht, wie du immer so früh wach sein kannst.“ Murmelt Padma noch total verschlafen. Ich lache. „Ich brauche einfach weniger Schlaf als du.“ Als Antwort bekomme ich nur ein Brummen. „Hast du schon gehört, wer die Tote ist?“ ich schüttle den Kopf und schaue diesmal zur Lisa auf meine andere Seite. „Ihr etwa?“ Sie verzieht den Mund und nickt traurig. „Wer ist es?“ Ich lege meinen Löffel zur Seite und schaue sie nervös an, versuche so viel Angst wie nur möglich in meine Bewegungen und meinen Blick zu legen. „Bisher weiß es kaum jemand. Nur… wir und es soll auch erstmal niemand erfahren. Ich denke aber, du solltest es wissen.“ Ich schaue sie unsicher an und langsam bekomme ich wirklich Angst. „Wer ist es?“ Hauche ich. Sie bricht in Tränen aus und antwortet nicht. Verwirrt blicke ich in die Runde. Niemand scheint es mir sagen zu wollen. Alle blicken bedrückt zu Boden. „Die kleine Schwester von Terry Boot.“ Es ist Anthony, der mir schließlich antwortet. Er schaut mich direkt an. Geschockt blicke ich zu ihm. Ich schaffe es nicht zu antworten. Ich hatte nie beabsichtigt ein Familienmitglied eines Freundes zu töten. Egal in welchem Haus es ist und wie grausam. Mir wird schlecht. Meine Sicht verschwimmt. Auf einmal ist mir eiskalt, dann heiß, dann wieder kalt. Ich keuche. Meine Atmung wird schneller. Ich stehe schwankend auf. Schaue meine Freunde nicht mehr an. Renne aus der großen Halle. Ich muss jetzt alleine sein. … (Anthony) „Die kleine Schwester von Terry Boot.“ Antworte ich Hunter und blicke sie an. Ich schaue ihr genau in die Augen. Ihre Reaktion ist heftig. Sie reißt die Augen auf. Verliert scheinbar vollkommen die Fassung und flieht dann wortwörtlich aus der Halle. Ich blicke ihr hinterher. Überlege ihr nachzugehen, aber entscheide mich dann dagegen. Uns alle trifft der Terrys Verlust, aber niemand hat so extrem reagiert wie Hunter. Dieser Ausdruck in ihren Augen, als ich es ihr sagte. Ich habe so viele Gefühle gesehen. Starke Gefühle. Aber jetzt, wo ich länger darüber nachdenke, beginne ich zu zweifeln, welche Gefühle es waren. Ja, es war Schock, aber Trauer? Nein. Ihre Augen sahen nicht traurig aus. Nur entsetzt. Ich denke weiter nach und je länger ich überlege desto klarer, wird mir auch, was mich gestern gestört hat. Es waren ebenfalls ihre Augen. Als sie sich zu mir umgedreht hat. Auch da war sie schockiert gewesen. Voller Angst. Fast schon panisch. Aber gleichzeitig hatten ihre Augen auf eine mir vollkommen fremde Art geglitzert. Auf eine Art und Weise, dir mir jetzt im Nachhinein fürchterliche Angst einjagt. In meinem Kopf entsteht ein Gedanke. Ein schrecklicher Gedanke. … „Hermine?“ Hunter ist heute nicht mehr aufgetaucht und so kommt es, dass ich in Zauberkunde direkt neben Hermine sitze. Sie schaut zu mir, dann kurz zu dem Lehrer. „Was gibt’s?“ Sie blickt wieder nach vorne. „Ich würde gerne mit dir über Hunter reden.“ Sofort ist ihre Aufmerksamkeit wieder bei mir. „Anthony, ich habe wirklich nichts gegen dich, aber akzeptiere bitte, dass ich dieses Mädchen einfach nicht ausstehen kann.“ Zischt sie zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. Ich nicke. „Ja, ich weiß und das habe ich bereits akzeptiert… und ich will dich auch gar nicht dazu bringen, sie zu mögen…“ Hermine wirft mir einen verwirrten Blick zu. „Was willst du dann?“ Ich blicke kurz zu dem Lehrer. Noch immer hat er nichts von unserem kleinen Gespräch mitbekommen. „Ich habe die Vermutung, dass sie…“ Ich muss schlucken. „Ja?“ Drängt Hermine mich. Ich schaue die traurig an. „Dass sie an den Morden beteiligt ist.“ Hermines Augen werden groß. Sie sagt nichts, scheint nachzudenken. „Wir reden nach der Stunde darüber.“ Flüsterte sie mir schließlich zu. … Hermine hat mich mit in den Gemeinschaftsraum der Gryffindors genommen. Ein Ort, an dem Hunter auf jeden Fall nichts von unserem Gespräch mitbekommen kann. Im Gemeinschaftsraum ist es leer. Eigentlich hätten wir gerade, ebenso wie die anderen Schüler Unterricht, aber Hermine hat darauf bestanden jetzt zu reden. „Hunter ist deine beste Freundin.“ Hermine lehnt sich in ihrem Sessel zurück und blickt mich an. „Ich weiß… Aber..“ Ich seufze und versuche meine Gedanken zu ordnen. „Wieso denkst du, dass sie die Mörderin ist.“ Ich zucke zusammen. Es tut weh daran zu denken, dass es Hunter sein könnte. „Ich habe etwas gesehen.“ Hermine schaut mich an und wartet, dass ich weiter aushole und das tue ich dann auch. Ich erzähle ihr alles. Als ich ende nickt sie. „Deine Vermutungen sind sehr gewagt.“ Ich schüttle den Kopf. „Ich kenne sie. Wie sie reagiert hat, ist nicht normal. Irgendetwas stimmt nicht.“ Ich schaue Hermine flehend an. Sie muss mir glauben. Niemand hasst Hunter so offen wie Hermine es tut. Allgemein hasst eigentlich niemand bis auf Hermine sie. Wenn sie mir nicht glaubt, wer dann? „Ich weiß, dass irgendetwas mit ihr nicht stimmt. Das weiß ich schon sehr lange. Ich vermute nur, sie erinnert sich nicht mehr daran. Oder hat sie dir jemals erzählt, wieso ich sie nicht mag?“ Ich schüttle den Kopf. „Ich kenne Hunter. Ich habe sie vor langer Zeit bereits getroffen. Es war der achte Geburtstag meiner Cousine. Sie wohnt weit weg, aber ich bin trotzdem dahingegangen. Hunter war auch da. Sie war die beste Freundin meiner Cousine. Sie kannten sich noch nicht lange aber benahmen sich wie Schwestern. Auf dem Geburtstag gab es einen Zauberer. Er hatte wundervolle Zaubertricks. Mittlerweile bin ich mir sicher, dass es sich um einen echten Zauberer handelte… Hunter machte ihn schlecht. Sie lachte über ihn. Brachte die anderen Kinder dazu ihn zu ärgern, ihm Streiche zu spielen. Die Kinder trieben es immer weiter. Schließlich zündete eines der Kinder das Zelt des Zauberers an, während er sich dort aufhielt. Er überlebte es nicht.“ Ich schaue Hermine lange an. „Ich habe sie sofort erkannt. Ich dachte das damals wäre ein Unfall gewesen, trotzdem hatte sie ihn ausgelöst… aber jetzt?“ Hermine und ich schauen uns lange an. Uns beiden wird bewusst, was das bedeuten könnte. … (Hunter) Weinend sitze ich tief im verbotenen Wald. Immer wieder sehe ich vor mir, wie ich das kleine Mädchen angreife. Sie verhexe und dazu bringe, sich die Adern aufzuschlitzen. Sie sehe die Angst und das Entsetzen in ihren Augen. Damals war es das schönste für mich, diese Gefühle in den letzten Blicken meiner Opfer zu sehen. Sie gaben mir Bestätigung. Aber nun? Ich weine und kauer mich auf dem Boden zusammen. Sie war die Schwester von Terry. Einem Freund. Ich habe ihm eine Person genommen, die ihm unbeschreiblich wichtig gewesen sein muss. Ich habe etwas Unverzeihliches getan. Ich bin ein Monster. Vor Wut auf mich selbst und meinen Stamm, der dafür verantwortlich ist, springe ich auf und schlage um mich. Trete nach Baumstämmen, schlage auf die Rinde, bis die Haut auf meinen Knöcheln platzt und beginnt zu bluten. Aber ich mache weiter und weiter. Ich verdiene diesen Schmerz, denn ich bin ein Monster. Ich schreie so laut ich kann, verschrecke alle Tiere, aber nichts kann mich beruhigen. Schließlich breche ich wieder kreischend zusammen. … Es ist der nächste Tag, ein Samstag und ich sitze in der Eulerei. Auf einer Stange vor mir hockt meine Eule. Es ist ein kleiner Waldkauz. Behutsam streichle ich über seinen Kopf und binde ihm dann einen Zettel an sein Bein. „Bring das zu meinen Jackson.“ Flüstere ich. Jackson ist der Anführer meines Stammes. Meine kleine Eule erhebt sich und flattert davon. Nachdenklich blicke ich ihr hinterher und frage mich, was für eine Antwort ich wohl erhalten werde. In dem Brief habe ich darum gebeten, nicht mehr morden zu müssen. Ich habe erklärt, was passiert ist und wie ich mich fühle. Jackson hatte schon immer Respekt vor mir und meinen Fähigkeiten, aber dennoch bezweifle ich, dass er meiner Bitte nachgehen wird. Die Antwort auf meinen Brief erhalte ich erstaunlich schnell. Ich sitze neben Anthony an nächsten Tag beim Frühstück, als Clemens, so heißt mein kleines Waldkauz, auf mich zugeflogen kommt. Anthony schaut mich überrascht an. Ich habe noch nie einen Brief erhalten. Aber er sagt nichts. Nervös binde ich den Brief von Clemens´ Bein und falte ihn auf. Ich überfliege die Zeilen und muss schwer schlucken. Die Antwort ist schlimmer als erwartet. Noch einmal lese ich den Brief. Hunter, was du geschrieben hast ist nicht gut. Du entwickelst Sympathie für Zauberer, unsere Feinde. Du redest in deinem Brief von Freunden. Aber du solltest keine Freunde haben und auch keine anderen Gefühle für sie. Deine Worte lassen dich schwach erscheinen. Unbeschreiblich schwach. Ich hätte nicht gedacht, dass ausgerechnet du ins Zweifeln kommst. Ich will die helfen, diese Gefühle zu vertreiben und deshalb erteile ich dir den Auftrag bis Ende dieses Monats einen deiner Freunde zu töten. Es soll der oder diejenige sein, der dir am wichtigsten ist. Ich vertraue darauf, dass du es tust, anderen Falls sehe ich mich gezwungen zu härteren Maßnahmen zu greifen. Viel Glück, J. Ich schaue hoch und blicke direkt in die Augen meines besten Freundes, der Person, die mir am wichtigsten ist. Anthony. … Dumbledore geht und wir bekommen eine neue Schulleiterin. Dolores Umbridge. Zuerst bin ich entsetzt. Sie ist grausam. Aber dann wird mir klar, dass sie meinen Morden wohl nicht so nachgehen wird, wie Dumbledore es getan hat und bin schlussendlich froh darüber. Der Monat hat noch acht Tage. Ich habe also noch acht Tage Zeit Anthony zu töten. Die Vorstellung es zu tun ist schrecklich und so kommt es, dass ich mich immer mehr von meinen Freunden zurückziehe. Ich halte ihre Nähe nicht aus, vor allem Anthonys. Ich stehe morgens noch früher auf als sonst, damit ich mit dem Frühstück fertig bin, bevor, sie dazu kommen. Im Unterricht rede ich kaum mit jemandem und sobald der Unterricht vorbei ist verschwinde ich in den verbotenen Wald und kehre erst spät abends zurück in den Gemeinschaftsraum, so wie jetzt. Ich beantworte die Frage des Gemäldes und trete ein. Ich gehe geradewegs auf die Treppen zu, als sich mir jemand in den Weg stellt. Ich schaue auf und blicke in Anthonys Augen. Ich sage nichts und will an ihm vorbei gehen, aber er hält mich fest und zieht mich in eine Ecke des Raumes, wo außer uns niemand ist. Er drückt mich an die Wand und stellt sich vor mich. Ich schlucke. (Anthony) „Was ist los mit dir?“ frage ich ganz ohne Umschweife und versuche Augenkontakt aufzubauen, was Hunter aber nicht zulässt. Sie schaut zu Boden und reagiert nicht auf mich. Ich schüttle sie leicht und wiederhole meine Frage. Immer noch keine Reaktion. In den letzten Tagen hat sie sich stark verändert und ich mache mir Sorgen. Nicht um sie, sondern um die anderen Schüler. Hermine und ich haben oft geredet. Hunter war ja nicht da und konnte somit auch nichts mitbekommen. Ihre Veränderung macht uns beiden Angst. Wir sind sicher, dass sie etwas im Schilde führt. Unter normalen Umständen wären wir eventuell zu Dumbledore gegangen, aber jetzt, wo dieser Weg ist, haben wir keine andere Wahl, als es alleine zu klären. „Hunter! Schau mich an!“ Befehle ich ihr und verstärke den Druck auf ihren Handgelenken. Ich bin sicher, dass es wehtut, aber sie reagiert noch immer nicht. „Ich mache mir Sorgen um dich.“ Lüge ich. „Bitte rede mit mir.“ Aber sie redet nicht. Ich versuche noch einige Minuten sie zum Reden zu bewegen, aber als nichts hilft, gebe ich mich geschlagen und lasse sie laufen. … (Hunter) Ich liege im Bett und kann nicht schlafen. Ich muss an Anthony denken. Daran, dass ich ihn töten muss. Wieder beginne ich zu weinen. Ich beiße mir auf die Lippe, bohre die Fingernägel in die Handballen, so dass es anfängt zu bluten, aber ich kann nicht aufhören zu weinen. Ich brauche stärkeren Schmerz. Schmerz, der mich wirklich ablenkt. Unbeholfen taste ich auf meinem Nachttisch nach meinen Zauberstab und als ich ihn dann gefunden habe, richte ich ihn auf meinen linken Arm. Leise flüstere ich einen Zauberspruch und sofort spüre ich einen schrecklichen Schmerz. Ich keuche auf und halte mir die Hand vor den Mund. Beruhige langsam meinen Atem und lege mich wieder hin. Ich konzentriere mich auf den Schmerz und schlafe ein. … Wie immer stehe ich früh auf und ziehe mich noch im dunklen an. Ich schleiche leise aus dem Schlafzimmer und in den Gemeinschaftsraum. Hier ist es hell und ich begutachte meinen Arm. Er ist geschwollen und lila angelaufen. Ein tiefer Kratzer ist in meiner Haut, welcher sich von Ellenbogen bis zum Handgelenk streckt. Jede Berührung tut weh. Aber das ist gut so. Ich werde es nicht heilen. Also streife ich einfach den Ärmel meines Umhangs über meinen Arm und gehe dann Frühstücken. … (Anthony) „Anthony!“ schreit Padma durch die volle große Halle und eilt mit Tränen in den Augen auf mich zu. Ich schaue sie verwirrt an und nehme sie in den Arm. Beruhigend streiche ich über ihren Rücken. „Beruhig dich.“ Flüstere ich, aber die beruhigt sich nicht. Mittlerweile ist ihre Schwester Pavati mit Hermine in Begleitung bei uns aufgetaucht. „Was ist los?“ fragt ihre Schwester, aber Padma schüttelt den Kopf. „Anthony, hast du Hunter gesehen?“ fragt sie und mir wird kalt. Wieso fragt sie nach Hunter? Ich tausche einen Blick mit Hermine. „Nein habe ich nicht. Was ist mit ihr?“ Padma atmet schwer. „Ihr Bett, als ich aufgewacht bin… es ist voller Blut. Alles ist voller Blut. Ich… Ich mache mir solche Sorgen um sie, aber finde sie nirgends.“ … Wir haben sofort die große Halle verlassen und das Schloss durchkämmt, aber keine Spur von Hunter. Nun sitze ich im Unterricht und eigentlich sollte sie hier sein, aber das ist sie nicht. Es ist unerträglich. Also stehe ich auf, sage mir sei schlecht und verlasse den Raum, um sie weiter zu suchen. Als ich sie auch nach Stunden nicht finde, beschließe ich, draußen zu suchen. Ich verlasse also das Schloss und laufe über Die Ländereien von Hogwarts. Als ich auch diese abgesucht habe, betrete ich schließlich den verbotenen Wald. Ich habe ein schlechtes Gefühl dabei, aber ich muss sie einfach finden. Ich muss wissen, wieso sie so geblutet hat, wenn es überhaupt ihr Blut war. Nach einigen Schritten höre ich ein Schluchzen und ich laufe auf das Geräusch zu. „Hunter?“ frage ich vorsichtig und betrete eine Lichtung. (Hunter) Ich höre Anthony meinen Namen sagen und drehe mich zu ihm um. Ich muss schrecklich aussehen. Ich habe Stundenlang geweint und kaum geschlafen, dazu kommt der hohe Blutverlust. Er ist sichtlich schockiert. „Was ist passiert?“ fragt er und ich zucke nur mit den Schultern. Mir war klar, dass er mich suchen würde. Die anderen Mädchen mussten mein Bett vorfinden, wie ich es verlassen hatte und es ihm sagen. Mir war auch klar gewesen, dass er mich finden würde. Ich hatte auf ihn gewartet. Und nun hatte er mich gefunden. Während ich gewartet hatte, habe ich nachgedacht. Ich habe noch einige Tage Zeit, aber ich will es endlich hinter mich bringen. Ich werde es also heute tun. Jetzt. Anthony steht mir nun gegenüber. Sein Gesicht ist voller Sorge. „Was ist los?“ fragt er leise und ich lächle leicht. „So viel.“ Antworte ich genauso leise. „Ich habe dich angelogen.“ Ich beginne wieder zu weinen. „Ich bin nicht die, für die ich mich ausgegeben habe.“ Er scheint nicht überrascht zu sein und ich fahre fort. „Ich komme aus einer uralten Familie. Aber wir sind keine Hexen und Zauberer. Wir sind…“ Ich schaue unsicher zu ihm. „Wir sind Hexenjäger.“ Anthony… Ich bin eine ausgebildete Hexenjägerin. Und mein Stamm…“ Ich schluchze. „Ich habe einen Auftrag. Ich will es nicht tun, aber…“ Anthony unterbricht mich. „Dann tu es nicht. Niemand kann dich zwingen.“ Er kommt noch näher und zieht mich in seine Arme. „Doch, dass können sie.“ Anthony bleibt bei mir. „Und was ist dein Auftrag?“ Ich drücke ihn ganz fest und gehe dann einige Schritte zurück, hebe meinen Zauberstab. „Ich muss dich töten.“ (Anthony) Ich habe mit allem gerechnet, aber nicht damit. Ich schaue Hunter fassungslos an. „Nein.“ Hauche ich, aber sie nickt nur. Es ist ein seltsames Bild, sie so vor mir zu sehen. Eine Hexe, eine Hexenjägerin. Schrecklich weinend, fest entschlossen. Meine beste Freundin, eine Mörderin. Meine Mörderin. Ich will näher zu ihr, ihr zeigen, dass sie es nicht tun muss, aber als ich mich auch nur einen Schritt bewegt habe, hebt sie den Zauberstab etwas höher und ich bleibe sofort stehen. Ergeben hebe ich die Hände. „Hunter, bitte hör mir zu.“ Ich schaue sie fragend an und sie nickt. „Ich kenne dich nicht. Ich kenne nur das Mädchen, was du die letzten Wochen warst. Es war ein glückliches Mädchen. Ein Mädchen mit vielen Freunden und Spaß am Leben. Und schau dich jetzt an. Jetzt sehe ich, was du wirklich bist. Alleine, von deiner Familie zu Taten gezwungen, die du ja ganz offensichtlich nicht begehen willst. Du bist verzweifelt und traurig. Ich glaube nicht, dass du uns das andere Mädchen nur vorgespielt hast. Dein Lachen war echt. Die Freude in deinen Augen war echt. Du wurdest in einer Familie von Hexenjägern geboren, aber du bist auch eine Hexe. Du musst nicht tun, was sie von dir verlangen. Du kannst aufhören zu Jagen und zu uns, den Hexen, den Zauberern kommen.“ Ich schaue sie an. Und lasse die Arme sinken, breite sie aus, als wollte ich sie umarmen. „Bitte Hunter. Denk nach was du tust.“ Ich sehe wie schwer es ihr fällt. Wie verzweifelt sie ist. Hin und her gerissen. „Ich bin ein Monster.“ Flüstert sie und sofort schüttle ich den Kopf. „Nein. Deine Familie besteht aus Monster und sie wollen dich auch zu einem Monster machen, aber du bist kein Monster.“ Sie denkt nach. „Ich habe so viele Zauberer getötet. Ich könnte nie zu euch gehören.“ Dazu fällt mir nichts ein. „Ich will aber auch nicht mehr töten.“ (Hunter) „Ich will aber auch nicht mehr töten.“ Flüstere ich völlig überfordert. Was soll ich denn nun tun? Ich werde niemals von den Zauberern akzeptiert werden. Dafür habe ich viel zu oft getötet. Aber meinen besten Freund umbringen? Nein, das kann ich nicht. Ich würde es mir nie verzeihen können. Und wenn ich es nicht tue, wird meine Familie mich nie zurück nehmen. Mir wird klar, wie aussichtslos meine Lage ist. Ich kann nicht zurück zu meiner Familie, aber hier bleiben kann ich auch nicht. Traurig lächle ich Anthony an. (Anthony) „Wenn du nicht mehr töten willst, musst du es auch nicht.“ Versuche ich ihr einzureden. „Gemeinsam finden wir sicher eine Lösung.“ Ich versuche den Gedanken, dass ich vielleicht gar keine Lösung finden will, zu verdrängen. Hunter hat so viele Menschen getötet. Will ich sie wirklich noch als beste Freundin haben? „Eine Lösung…“ Murmelt sie. „Es gibt nur eine Lösung.“ Sie hebt den Zauberstab, der zwischendurch etwas gesunken ist, wieder hoch. Erschrocken weiche ich zurück. „Bitte Hunter! Tu das nicht.“ Ich flehe sie regelrecht an, aber sie macht keine Anstalten weiter nachzudenken. „Ich werde aufhören zu töten.“ Verspricht sie. „Aber noch ein einziges Mal, muss ich es tun.“ Ich lasse mich auf die Knie sinken. Senke meinen Kopf. „Bitte..“ Flüstre ich. „Bitte töte mich nicht.“ Ich schließe meine Augen, höre nur noch wie sie den Todesfluch flüstert. Ich mache mich bereit, warte, aber der Zauber trifft mich nicht. Verwirrt schaue ich auf und sehe nur noch, wie Hunters Körper sich in Rauch auflöst.

20.19 % der User hatten die Auswertung: Dein Name ist Pandora. Einen Nachnamen hast du nicht. (Fred) „Was habt ihr vor?“ ruft Hermine uns hinterher und läuft uns nach. Ich grinse meinen Bruder an. Gleichzeitig antworten wir ihr. „Das wirst du noch sehen.“ Aber damit gibt sie sich nicht geschlagen. „Wenn ihr schon wieder etwas gegen die Schulordnung macht, dann muss ich Gryffindor mal wieder nur wegen euch beiden Punkte abziehen!“ schnaubt sie wütend. Aber wir lachen und nur gehen weiter. Hermine scheint es nun endlich aufgegeben zu haben, denn sie verfolgt uns nicht weiter. „Du hast das Buch?“ frage ich meinen Bruder, sobald sie außer Hörweite ist und er nickt grinsend. (Pandora, vor vielen Jahren) Ich öffne den Schrank und überlege, wo ich mein Tagebuch am besten verstecken könnte. Das Versteck muss im Schrank sein, denn abgesehen von ihm, habe ich kaum Möbel. Ich hole mir einen Stuhl und klettere darauf. Dann taste ich die Decke und die Wände ab und schaue, ob ich irgendwo das Holz öffnen kann und tatsächlich. Durch leichte Klopfen, fällt eine Holztafel auf den Boden unter mir. Ich bin überrascht, hatte nicht damit gerechnet, dass es tatsächlich funktioniert. Ich fasse in den Hohlraum und taste ihn ab. Dabei streifen meine Finger einen Gegenstand. Ich greife danach und ziehe ihn heraus. Es ist ein Buch. „Die Geschichte von Hogwarts.“ Lese ich leise vor. (Fred) Wir erreichen einen der Geheimgänge, die außer uns niemand kennt und setzten uns gegenüber. George holt das kleine Buch aus seinem Umhang und schlägt es auf der markierten Seite auf. „Bist du bereit einen Geist zu beschwören?“ Wir beide müssen lachen. Niemand von uns glaubt wirklich daran, dass das funktionieren wird. Aber dennoch wollen wir es natürlich versuchen. „Also? Was müssen wir tun?“ frage ich ihn. Im Gegensatz zu mir hat er die Seiten über diesen Geist schon gelesen. Ich selbst habe keine Ahnung, worum es sich eigentlich handelt. „Nicht viel.“ George zuckt mit den Schultern. „Wir brauchen ein Opfer und müssen diesen Spruch aufsagen.“ Ich schaue ihn schockiert an. „Ein Opfer?“ Er verdreht die Augen. „Kein Menschenopfer. Sondern was zu Essen. Und ein paar Tropfen von unserem Blut.“ Erleichtert fahre ich mir durchs Haar. „Hast du was zu essen dabei?“ Mein Bruder schaut mich an, als hätte ich gerade die dümmste Frage der Welt gestellt. Anstatt mir zu antworten, holt er einige Äpfel aus seiner Schultasche. Dann zückt er seinen Zauberstab und richtet ihn auf seinen Arm. Leise flüstert er einen Spruch und ein kleiner Schnitt ist seinem Finger erscheint. Blut tropft auf das Obst. „Jetzt du.“ Er schaut mich erwartungsvoll an und ich tue es ihm gleich. „Was ist der Spruch?“ frage ich. Er dreht das Buch zu mir um und zeigt ihn mir. „Auf drei.“ Flüstert George. (Pandora, vor vielen Jahren) „Pandora, komm her. Hier ist ein Ehepaar, welches dich adoptieren möchte.“ (George) Ich kann nicht schlafen. Normalerweise schlafe ich immer sofort ein, aber diesmal klappt es einfach nicht. Ich bin zwar todmüde, aber meine Gedanken halten mich wach. Oder viel eher meine Gefühle. Ich weiß nicht wieso, aber ich fühle mich schlecht, verdammt schlecht. (Hagrid) Unruhig blicke ich in den Himmel. Ein Sturm zieht auf. Fang an meiner Seite bällt panisch. So habe ich ihn noch nie erlebt. Irgendetwas stimmt nicht. (Hermine) Wir haben Verwandlung und obwohl das eigentlich eines meiner besten Fächer ist, bekomme ich heute nichts hin. Irgendwie bin ich nervös, als würde mich jemand beobachten. Immer wieder drehe ich mich um, aber da ist nichts. (Fred) George sieht genauso müde aus wie ich mich fühle. „Deine Nacht war also auch nicht die beste?“ frage ich ihn und er nickt. (Pandora, vor vielen Jahren) „Unsere Elisabeth war perfekt. Sie hatte die besten Noten und war beliebt. Du wirst in ihre Klasse gehen. Du wirst ihre Freunde treffen. Du wirst ihren Sport betreiben und ihre Kleidung tragen. Du wirst in ihrem Bett schlafen und ihr Zimmer bewohnen. Du wirst wie sie sein. Einfach perfekt.“ Die fremde Frau lächelt mich an und streichelt mir über den Kopf. „Wir müssen nur noch deinen Namen ändern lassen und deine Haare färben. Dann wirst du ganz wie sie sein.“ Ich schaue sie ängstlich an. Sehe den Wahnsinn in ihren Augen. (George) Das schlechte Gefühl verfolgt mich den ganzen Tag. Von Fred weiß ich, dass es ihm genauso geht, aber auch unsere Freunde benehmen sich heute anders. Alle sind so schreckhaft. Ich verstehe nicht woran es liegt. Aber irgendetwas ist nicht normal. Dazu kommt das Wetter. Es ist Sommer. Die ganzen letzten Tage war es warm und schön, aber jetzt? Es ist kalt geworden. Eiskalt und es hört einfach nicht auf zu regnen. Als es dann Mittagessen gibt und wir zur großen Halle gehen, hat sich eine Schülertraube davor gebildet. Die Türen zur Halle lassen sich nicht öffnen. Verwirrt blicken wir uns an. Als dann ein Lehrer kommt und die Tür notgedrungen sprengt, ergießt sich eine riesige Welle Wasser auf und überflutet die Korridore. Das Dach, das verzauberte Dach in der großen Halle ist gebrochen. (Pandora, vor vielen Jahren) In der Schule lachen sie mich aus und wollen nichts mit mir zu tun haben. Ich schreibe auch keine guten Noten. Das macht meine neue Mutter wütend. Sie schlägt mich oft. Oft und hart. Eines Abends beschließe ich abzuhauen. Ich packe heimlich meine Sachen, habe dafür nur einen Rucksack. Ich nehme also nur einige Kleidungsstücke mit, ein wenig Essen und Geld und das Buch, was ich damals im Schrank gefunden habe. (George) Nachdem sich der Zustand auch die nächste Woche lang nicht mehr ändert, nein, sich sogar verschlimmert hat, beginne ich mir Sorgen zu machen. Seit wir diese Geisterbeschwörung vollzogen haben läuft alles schief. Nicht nur bei mir, sondern überall im Schloss. Es ist, als hätte Peeves beschlossen, die Schule nun völlig zu verwüsten. Dumbledore hatte tatsächlich schon ein Gespräch mit dem Poltergeist, aber dieser versprach, dass es mit den Geschehnissen nichts zu tun habe. Die Idee, das Fred und ich davor verantwortlich sein könnten, lässt mich nicht in Ruhe und so kommt es, dass ich das kleine Buch, welches ich im Raum der Wünsche gefunden habe, wieder öffne. Ich blättere hindurch, bis ich die richtige Seite gefunden habe und lese nun den ganzen Eintrag. Das, was ich dort lese, lässt mir das Blut in den Aderns gefrieren. Wenn es stimmt, was dort geschrieben steht, haben wir einen Rachegeist beschworen, der sich nun, für eine Tat, welche nicht weiter benannt wird, an der Schule und ihren Schülern rächen will. (Fred) George hat mir soeben erzählt was er gelesen hat. Sprachlos schauen wir uns an. Wir wissen nicht, was jetzt zu tun ist. (Pandora, vor langer Zeit) Ich weiß nicht, wo ich hin soll, also laufe ich einfach zu dem Ort, welcher in meinem Buch beschrieben ist. Ich erreiche ihn, aber finde nur eine Ruine vor. Verwirrt schaue ich in das Buch. Das kann nicht sein. Ich bin sicher, dass ich alles richtig gemacht habe und ich bin ja auch an diesem Dorf vorbeigekommen, was ebenfalls in den Büchern beschrieben ist. Seufzend kehre ich um und laufe zurück zu dem Dorf. Dort komme ich an etwas Kneipenähnlichen namens „die drei Besen“ vorbei und unwissend, wie es weiter gehen soll, trete ich ein. (Hagrid) Als nach einer Woche das Unwetter immer noch nicht abgezogen ist, sich sogar verschlimmert hat, denn mittlerweile schneit es, beginne ich mir ernsthaft Sorgen zu machen. Dazu kommt, dass meine Pflanzen und Tiere in Scharren sterben. So etwas habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht erlebt und mir fällt einfach keine logische Erklärung dafür ein. Als ich eines Nachts in meinem Bett liege und sehr spät in einen unruhigen Schlaf falle, träume ich seltsame Dinge. Ich sehe ein Mädchen. Ein Mädchen mit grauen Haaren und zwei verschiedenfarbigen Augen. Das eine ist weiß, das andere schwarz. Es sitzt in einem dunklen Raum, ohne Fenster und ohne Türen. Es sieht schlecht aus, krank. Unter der Kleidung sieht man deutlich die Rippen. Ihre Haare sind ein einziges Gewirr aus Knoten. Die Haut an ihrem Handrücken ist blutig, als hätte sie immer und immer wieder gegen die steinigen Wände geschlagen. Aber jetzt ist das Mädchen still. Es steht in der Mitte des Raumes und hält den Kopf gesenkt. Leise flüstert es etwas, aber ich kann nicht erkennen, was es ist. Das Gemurmel des Mädchens wird immer lauter. Schließlich hebt es den Kopf und schaut mich direkt an. Nun schreit es die Worte. „Verflucht soll dieses Schloss sein, verflucht jeder der hier lebt! Ich werde zurückkommen und euch für eure Ignoranz leiden lassen! Ich werde wieder da sein!“ Ich wache auf und setzte mich hin. Mein Herz rast. Jetzt, wo ich wach bin, weiß ich sofort, wer das Mädchen ist. Ich werde Pandoras Aussehen niemals vergessen. (Fred) „Ein Rachegeist?“ lacht Professor McGonagall uns aus. „Nein. Ihr fändet es wahrscheinlich lustig, wenn ihr für das ganze hier verantwortlich wärt, aber Rachegeister gibt es nicht.“ Erklärt sie uns immer noch lachend. George blickt zu Boden und sagt nichts, aber ich kann es einfach nicht so stehen lassen. „Aber schauen Sie doch Professor, was sollte es denn sonst sein?“ Die Lehrerin zuckt mit den Schultern. „Ich weiß es nicht. Es waren bestimmt schon sieben Schüler bei mir, die Angst hatten, hierfür verantwortlich zu sein, aber ich bezweifle stark, dass irgendein Mensch so etwas auslösen könnte.“ (George) Wir sitzen in der großen Halle, ihr Dach konnte nicht repariert werden, aber Dumbledore gelang es ein Schild über der Halle zu errichten und essen zu Abend. Fred neben mir ist immer noch beleidigt. Ich stupse ihn an. „Sei doch froh, dass es nicht unsere Schuld ist.“ Mein Bruder schaut mich an und will gerade etwas erwidern, als plötzlich polternde Schritte ertönen und dann die Türen zur Halle aufgestoßen werden. Es ist Hagrid der nun zwischen den Tischen nach vorne eilt und sich vor Dumbledore aufbaut. „Ich weiß…“ Er ist völlig außer Puste und atmet tief ein. „Ich weiß, was hier los ist.“ Dumbledore steht auf und schaut ihn aufmerksam mit seinen klugen alten Augen an. „Professor, es ist Pandora.“ Fred und ich tauschen einen Blick. Pandora… Der Name der im Buch erwähnt wird. Dumbledores Blick wird traurig. „Pandora gibt es nicht.“ Er blickt Hagrid mitfühlend an. „Doch. Pandora ist real!“ Hagrid wird wütend. „Ich weiß, mir hat nie jemand geglaubt. Selbst Sie meinten, ich hätte sie mir nur eingebildet. Aber es gab sie wirklich! Und sie ist in diesem Schloss gestorben!“ Während die meisten Schüler verwirrte Blicke tauschen, schaue ich zu McGonagall, welche entsetzt zu uns blickt. Langsam steht auch sie auf, läuft zu Dumbledore und flüstert ihm etwas zu. Sein Blick nach ihren Worten spricht Bände. „Alle Schüler mit der Ausnahme von zweien, die beiden wissen, dass sie gemeint sind, sofort in die Gemeinschaftsräume!“ (Pandora, vor langer Zeit) Ich bestelle mir etwas zu trinken, ein Getränk, was ich zuvor noch nie gesehen oder von gehört habe und setzte mich an einen kleinen Tisch in der Ecke. Ich weiß einfach nicht weiter. Ich will nicht zurück zu meiner neuen Familie. Aber wo soll ich hin? Meine Gedanken werden unterbrochen, als die Kellnerin kommt und das Geld für mein Getränk haben will. Ich gebe ihr ein wenig Geld, aber sie schaut mich nur verärgert an. „Soll das ein Witz sein?“ fragt sie wütend und ich schüttle irritiert den Kopf. „Ist das zu wenig? Wie viel kostet es denn?“ Den Betrag den sie mir nennt verstehe ich nicht. Also halte ich ihr einfach meine Geldbörse hin. Sie durchsucht die Münzen und schüttelt dann den Kopf. „Denkst du ich bin dumm?“ ihre Augen blitzen wütend. „Nein.. ich…“ Ich bin verwirrt, was sie auf einmal hat. „Dann bezahl endlich!“ Keift die Frau. Ich will gerade antworten, als sich eine dritte Person zu uns gesellt. Es ist ein Mann. „Was ist hier los?“ fragt er bedrohlich und ich mache mich ganz klein. „Sie will nicht bezahlen.“ Der wild aussehende junge Mann wirft mir einen Blick zu. „Hier.“ Er gibt der Kellnerin einige Münzen und schickt sie dann weg. Verblüfft blicke ich ihn an. „Danke.“ Stottere ich, von seiner Erscheinung immer noch total eingeschüchtert. Er lacht. „Nichts zu danken. Mein Name ist Rubeus Hagrid und wer bist du?“ (Hagrid) Zu fünft sitzen wir in Dumbledores Büro. Dumbledore selbst ist anwesend, Professor McGonagall, die Weasly Zwillinge und ich. Was die Zwillinge hier suchen, weiß ich nicht. Dumbledore setzt sich hinter seinen Schreibtisch. „Hagrid. Bitte erzähl uns die Geschichte von Pandora.“ Fordert er mich auf. Aufgebracht beginne ich zu erzählen. „Als ich selbst noch Schüler war, schlich ich mich manchmal raus und bin nach Hogsmeade gegangen. Wegen meinem Aussehen hielten mich alle für einen erwachsenen Mann, also war das kein Problem. Relativ am Anfang meines dritten Schuljahres traf ich dann Pandora. Es war in den drei Besen. Sie hatte kein Geld um für ihr Getränk zu bezahlen, also bezahlte ich für sie. Die damalige Wirtin war wirklich schrecklich. Ich habe mich dann zu ihr gesetzt und mit ihr geredet. Ich war verwirrt. Normalerweise trifft man keine Kinder und Jugendliche in Hogsmeade, es sei denn sie sind Schüler, aber dieses Mädchen hatte ich nie gesehen. Sie erzählte mir, dass sie abgehauen sei, wieso weiß ich nicht und nicht wisse, wohin sie nun gehen soll. Sie hatte ein Exemplar von der Geschichte von Hogwarts. Sie sagte, es war immer ihr Traum, dieses Schloss zu finden. Sie sah wirklich traurig aus, also nahm ich sie mit hierher. Natürlich durfte sie niemand sehen, also versteckte ich sie im Raum der Wünsche. Sie hat den Raum niemals verlassen. Jeden Tag brachte ich ihr essen und trinken und verbrachte so viel Zeit wie nur möglich mit ihr. Irgendwann wurde ich aber auf dem Weg zu ihr verfolgt. Es gab die ganzen Morde und…“ Ich muss schlucken und spreche weiter ohne den Namen auszusprechen. "Er wollte mich von Anfang an dafür verantwortlich machen. Er entdeckte Pandora, aber sie war ihm egal. Weiterhin tat er alles, damit ich von der Schule flog. Und so geschah es dann auch. Pandora wusste nicht, was geschehen war. Ich hatte nie Zeit gehabt es ihr zu sagen. Von einem auf den anderen Tag konnte ich nicht mehr zu ihr. Ich bezweifle, dass er sich um sie gekümmert hat. Als ich Jahre später wieder die Gelegenheit hatte, den Raum zu betreten, war Pandora nicht mehr da. Überall war Blut… Auf den Wänden und auf dem Boden. Ich vermute, dass sie…“ Ich muss schluchzen. „Ich denke, sie ist in den Raum gestorben, ohne Essen… ohne Trinken… ohne natürliches Licht… alleine und vergessen…“ Eine Träne rollt über meine Wange, als ich an das kleine Mädchen denke, welches ich damals gefunden habe, die in diesem Jahr zu meiner besten Freundin wurde und die ich dann eiskalt im Stich lassen musste. (George) Hagrid endet und Stille breitet sich in dem Büro aus. Nur gelegentlich wird sie von Hagrids Schluchzern unterbrochen. Schließlich nickt Dumbledore. „Danke Hagrid.“ Dann deutet er auf uns. „Bitte erzählen Sie jetzt.“ Er deutet auf Fred und mich. Mit einem Blickwechsel einigen wir uns darauf, dass ich reden soll. Also erzähle ich davon, wie ich das Buch im Raum der Wünsche gefunden habe und wie Fred und ich diese Geisterbeschwörung ausprobiert haben. Als auch ich fertig bin heult Hagrid laut auf. „Tote lässt man in Ruhe! Wieso konntet ihr sie nicht ruhen lassen? Wieso musstet ihr das tun!“ Wütend springt er auf und kommt auf mich zu. Dumbledore erhebt sich. „Beruhig dich Hagrid. Setzt dich wieder hin.“ Immer noch kochend vor Wut setzt der Halbriese sich. „Es tut mir Leid Hagrid, dass ich die damals nicht glaubte. Ich sehe es als meine Schuld an, dass dieses arme Mädchen gestorben ist. Aber nun ist es viel wichtiger zu überlegen, wie wir die Situation wieder in Ordnung bringen können.“ (Pandora, Gegenwart) Die Wut in mir lässt nicht nach, nein, sie wird immer größer. Ich verwüste das Schloss, zerstöre uralte Bilder und Rüstungen, lasse Wände und Decken einbrechen, aber ich bekomme nicht genug davon. Hier bin ich gestorben. Man hat mich einfach sterben lassen, einen qualvollen, grausamen Tod bin ich gestorben und nun, kann ich ihnen das endlich heimzahlen. Aber jetzt ist es Nacht und die Schüler schlafen. Eben habe ich das Gespräch von diesem Schulleiter mit angehört und dort habe ich Rubeus gesehen. Meinen Rubeus. Erst hat mich sein Anblick wütend gemacht, aber als ich dann die Geschichte hörte und erfuhr, dass er das so nicht gewollt hatte, dass er gehen musste, wurde ich plötzlich ganz ruhig. Die Wut wich und mache Trauer Platz. Auf einmal fühlte ich mich einfach nur elend. Und mit meinen Gefühlen beruhigte sich auch der Schneesturm um das Schloss und die Sonne kam zum Vorschein. (Hermine) Am nächsten Morgen stehe ich früh auf und setzte mich in den Gemeinschaftsraum. Es ist bekannt, das Fred und George immer früh beim Frühstück sind und deshalb bin ich nun hier. Ich will mit ihnen reden. Und dann kommen sie auch schon die Treppe von ihrem Schlafsaal herunter. Ich stelle mich ihnen in den Weg. „Ihr zwei seid für das ganze verantwortlich, habe ich Recht? Als ich euch von einigen Wochen gesehen habe… Was habt ihr da getan!“ Wütend stemme ich die Hände in die Hüften und recke meinen Kopf. Fred zuckt völlig übermüdet mit den Schultern während George überhaupt nicht reagiert. „Ich warte.“ Fauche ich die beiden an. „Hermine. Wir haben kaum geschlafen. Könntest du uns bitte in Ruhe lassen?“ fragt Fred schläfrig. „Erst wenn ihr mir gesagt habt, was hier passiert ist.“ Sage ich wütend. George hebt ergeben die Hände. „Wir haben den Geist eines Mädchens beschworen, was hier vor langer Zeit auf tragische Weise gestorben ist und sich jetzt an den Schülern rächen will.“ Mit den Worten drängen sich die beiden an mir vorbei und lassen mich völlig überrumpelt im Zimmer stehen. (Fred) Wir gehen heute nicht in den Unterricht sondern in die Bibliothek und suchen in Büchern nach Lösungen für unser Problem. Nach einiger Zeit stößt auch McGonagall zu uns, ihr Unterricht fällt heute aus und hilft uns bei der Suche, aber es scheint, als hätte es einen ähnlichen Vorfall noch nie gegeben. Schließlich stehe ich auf und entschuldige mich kurz um auf Toilette zu gehen. (Pandora, Gegenwart) Ich folge Fred durch die Korridore und warte bis er alleine ist, dann nehme ich meine menschliche Gestalt an und verstecke mich hinter einer Säule. „Fred!“ schreie ich so laut ich kann und der rothaarige Junge, nur wenige Meter vor mir, fährt herum. Er schaut in meine Richtung. Sofort löse ich mich wieder in Rauch auf und schwebe auf die andere Seite des Korridors, bevor ich das ganze wiederhole. Fred ist völlig verwirrt. „Wer ist da?“ fragt er unsicher und kommt einige Schritte auf mich zu. Wieder löse ich mich auf und schwebe diesmal genau hinter ihn, bevor ich wieder meine Gestalt annehme. „Hier ist Pandora.“ Flüstere ich in sein Ohr und verschwinde wieder. Panisch fährt Fred herum. „Was willst du von mir!“ ruft er, während er sich nun langsam im Kreis dreht. Die Frage lässt mich innehalten. Was will ich eigentlich von ihm? Ich weiß es nicht. Aber dann ist mir das auch egal und ich mache weiter. Diesmal setzte ich mich einige Schritte entfernt von ihm mitten auf den Gang und zeige mich wieder. Fred hält in seiner Bewegung inne. „Nur mit dir reden.“ Antworte ich ihm und stehe langsam auf. Fred schaut mich die ganze Zeit an. Dann kommt er näher. „Was damals passiert ist, ist schrecklich…“ Flüstert er und bleibt direkt vor mir stehen, ohne jegliches Zeichen von Angst zu zeigen. Ich will gerade antworten als die Stimme seines Bruders ertönt. „Fred? Wo bleibst du? Du bist schon ewig weg.“ Und löse mich wieder in Luft auf. (George) „Sie hat sich dir wirklich gezeigt?“ frage ich meinen Bruder völlig überrascht und ich nicke selbst noch völlig verblüfft von dem, was eben geschehen ist. „Was hat sie gesagt?“ fragt McGonagall neugierig und schaut mich fragend an. „Nicht viel. Auch nichts Wichtiges. Bevor wir wirklich reden konnten, kam George und sie ist verschwunden. Schuldbewusst senkt mein Bruder den Kopf. „Aber… Hat sie wütend gewirkt?“ fragt die Lehrerin weiter und ich schüttle den Kopf. „Nein… viel eher… traurig.“ (Pandora, Gegenwart) Gegen Abend kommt meine Wut zurück und meine Lust etwas zu zerstören steigt. Gerade essen die Schüler zu Abend, es ist also der perfekte Moment um etwas Großes zu tun. Ich schwebe bis vor die Türen der großen Halle und nehme dann wieder meine menschliche Gestalt an. Laut klopfe ich gegen die Tür. Ich höre wie auf der anderen Seite Stimmen verstummen und alles ruhig wird. Mit einem Wink meiner Hand öffnet sich die gigantische Tür knarrend und ich trete ein. Ich halte den Kopf gesenkt, aber ich bin sicher, dass alle Blicke auf mir liegen. In der Halle gehe ich nur wenige Schritte, bevor ich mich wieder auflöse. Ich fliege zur Decke und beobachte die Schüler. Sie sind verwirrt, tuscheln nervös, ängstlich und aufgeregt mit einander. An der Decke krieche ich langsam bis zu dem Lehrertisch und werde dann wieder zum Menschen. Lasse mich fallen. Mit einem eleganten Salto drehe ich mich und komme vor Dumbledore zu stehen. Er selbst hat gesagt, dass er für meinen Tod verantwortlich ist. Wütend schaue ich ihn an. Ich öffne meinen Mund und flüstere die Worte nur, aber sie sind nicht leise. Ein unmenschliches Kreischen fährt durch die Halle. „Du hättest mich retten können!“ (Fred) Ich beobachte Pandora. Nachdem sie Dumbledore so angeschrienen hat, breitet sie die Arme aus und die Fensterfront hinter dem Lehrertisch explodiert. Glassplitter fliegen durch die Luft. Ein heftiger Windstoß fährt durch die Halle und löscht jedes Licht. Schüler beginnen zu schreien, Bänke werden umgeworfen. In dem folgenden Chaos von Windböen, fliegenden Gegenständen und rennenden Schülern hört man immer wieder laute Schmerzensschreie. Ich kann einfach nicht glauben, dass das kleine Mädchen, was ich vorhin noch so traurig im Gang sitzen sah, hierfür verantwortlich sein soll. George zieht mich mit sich. „Wir müssen hier weg!“ Schreit er mir durch den Lärm zu, aber ich protestiere. „Nein. Ich…“ Ich kann es ihm nicht erklären, aber plötzlich kommt mir ein Gedanke. Ich reise mich los und bahne mir einen Weg durch die Schülermassen, welche zum Ausgang drängen. Schließlich habe ich den vorderen Teil der Halle erreicht. „Pandora!“ schreie ich so laut ich kann. Keine Antwort. „Pandora! Ich verstehe, dass du wütend bist. Was man dir antat ist grausam und es tut mir unendlich leid, dass so etwas geschehen ist.“ Ich merke, wie der Wind weniger wird und weiß, dass sie mir zuhört. „Aber diese Schüler können nichts dafür! Nicht einmal ihre Eltern haben gelebt, als du starbst. Sie sind für dein Schicksal nicht verantwortlich!“ brülle ich weiter. „Nur eine einzige Person ist Schuld an dem, was dir wiederfahren ist und diese Person ist nicht hier! Der Schüler, der dich damals sterben ließ, ist ein Monster! Wir alle kennen ihn. Du weißt es nicht, aber heute ist er der gefährlichste, dunkelste Zauberer der Welt! Wir hassen ihn genau wie du! Also bestrafe uns nicht, für seine Taten!“ Licht flackert auf. „Du bist verletzt und traurig. Wütend und einsam. Aber das, was du tust, hilft nicht dagegen. Du verletzt nur andere Leute dadurch. Andere Kinder, genauso wie du eines warst.“ Der Wind legt sich. „Rede mit uns, rede mir Hagrid. Gemeinsam finden wir eine Lösung.“ Flüstere ich nun aber dennoch hört mich jeder. In der Halle ist es vollkommen still. (Pandora, Gegenwart) Ich höre seine Worte und sie treffen mich wie Messerstiche. Zu hören was er sagt tut weh, unheimlich weh. Ich will nicht aufhören. Ich will weitermachen, aber ich kann nicht. Ich schreie vor Schmerz auf. Nur hört den Schrei niemand. Immer noch bin ich unsichtbar. Wieso musste ich als Mensch nur so leiden? Wieso ich? Was habe ich getan? Von den Eltern gehasst und ins Waisenhaus gegeben. Wegen meinem unnatürlichen Aussehen verhasst. Dann meine Adoptivfamilie. Die Schläge und harten Strafen. Die Sticheleien der anderen Kinder. Es gab nur ein schönes Jahr in meinem Leben und das war hier, in Hogwarts, mit Hagrid. Aber dann musste man mich ja töten. Elendig verdursten lassen. Ich weine. Und ohne dass ich es merke, verwandle ich mich wieder in einen Menschen, falle aus der Luft. Ich war genau über Fred. Und dieser ist es nun auch, der mich auffängt. (Hagrid) Die Schüler wurden direkt in ihre Schlafsääle geschickt und auch die meisten Lehrer sollten gehen. Dumbledore schickte George um mich zu holen und nun stehe ich in der großen Halle. Sie ist völlig verwüstet. Die Tische sind zerbrochen und überall liegt Essen. Der Boden ist nass und hier und da sieht man Blutspuren. Ich will gar nicht wissen, was hier geschehen ist. Am vorderen Ende der Halle sitzt Fred. Die Gestalt in seinen Armen erkenne ich sofort. „Pandora.“ Hauche ich überrascht sie zu sehen und frage mich, wieso sie bei Fred ist. Ich laufe auf die beiden zu und Pandora schaut auf. Aus ihren großen, total verweinten Augen schaut sie mich an. „Rubeus.“ Murmelt sie und steht schwankend auf. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Die Situation überfordert mich. Also breite ich einfach die Arme auf und sie wirft sich hinein. Ich hatte erwartet einen Körper zu umarmen, aber das tue ich nicht. Ich fasse durch eiskalten Rauch. Aber ich lasse mir nichts anmerken und versuche sie zu umarmen, ohne durch ihren Körper hindurch zu fassen. Minutenlang stehen wir so da. Schließlich löst sie sich aber von mir, besser gesagt schwebt durch meine Arme hindurch und richtet sich in einiger Entfernung von uns alles auf. (Pandora) „Es… es tut mir leid.“ Schluchze ich und versuche mich zusammen zu reisen. Ich schaue Dumbledore genau in die Augen. „Ich hätte nicht so…“ Ich lasse meinen Blick durch die Halle schweifen. „Überreagieren dürfen.“ Dumbledore schmunzelt. „Die Halle bekommen wir wieder hin und soweit ich das mitbekommen habe, ist kein Schüler ernsthaft verletzt.“ Betreten schaue ich zu Boden. … Ich stehe vor versammelter Schülerschaft und Blicke in die Menge. Mir ist schlecht. Die Blicke mit denen sie mich anschauen sind voller Hass und Angst. Nervös blicke ich zu Rubeus, welcher mich zuversichtlich anlächelt. Ich hätte gerade jetzt so gerne jemanden neben mir, aber ich weiß, dass ich das jetzt alleine schaffen muss. Es ist der nächste Morgen. „Es tut mir leid.“ Stottere ich. Meine Stimme klingt hohl und unsicher. Ich blinzle nervös. Kurz werde ich ungewollt unsichtbar, aber fasse mich dann und tauche wieder vor der Menge auf. „Ich bin gestern total ausgerastet. Das hätte mir nicht passieren dürfen.“ Meine Worte machen es nicht besser. In den Gesichtern der Schüler kann ich regelrecht Abscheu lesen. „Auch die letzten Wochen… All die Dinge, die passiert sind. Es ist meine Schuld. Ich…“ Irgendjemand unterbricht mit. „Wer bist du verdammt noch mal?“ schreit mir die Stimme wütend entgegen. Ich weiche ein wenig zurück. „Ich bin Pandora.“ Flüstere ich und wiederhole es dann noch einmal mit kräftigerer Stimme. Ich merke, dass die Schüler mehr wissen wollen. „Ich war auch mal hier in Hogwarts. Ich war keine Schülerin… Ich habe mich hier versteckt. Und dann bin ich gestorben, verdurstet…“ Ich stocke. „Das war vor…“ erst jetzt fällt mir auf, dass ich keine Ahnung habe, welches Jahr gerade ist. „Vor über 50 Jahren.“ Ergänzt Dumbledore für mich und tritt zu mir. „Ich habe ein wenig recherchiert. Pandora wurde von Tom Riddle getötet. Er wusste von ihrer Existenz und hat sie absichtlich im Raum der Wünsche sterben lassen. Er verflucht ihren Körper und schrieb ein Buch. Ein Buch mit dem man ihren Geist zurückholen konnte. Dieses Buch wurde dieses Jahr von zwei unserer Schüler gefunden und so kam Pandora zu uns zurück.“ Verwirrt schaue ich Dumbledore an. „Woher wissen Sie das alles?“ Selbst mir sind diese Informationen völlig neu. „Wie gesagt, ich habe ein wenig recherchiert. Wie sich herausgestellt hat, hast du eine tiefere Verbindung zu Tom Riddle. Der Verlauf deines Lebens war kein Zufall. Du bist aus einem Waisenhaus, aber nicht irgendeinem. Nein, du kommst aus demselben wie Voldemort selbst. Du hast sogar in demselben Zimmer wie er gelebt.“ Mir macht das nicht viel aus, aber die Schüler scheint das zu beunruhigen. Ich bin verwirrt. „Was ist so schlimm daran?“ frage ich. „Voldemort ist böse Pandora. Ein schrecklicher, brutaler Zauberer. Der schlimmste, den es jemals gab. Aber lass mich weiter erzählen. Du hast Hogwarts damals mithilfe dieses Buches gefunden. Ein Schulbuch von Hogwarts, was du in deinem Zimmer gefunden hast. Dieses Buch ist verhext. In dem Moment, als du es berührtest, hat sich dein Schicksal entschieden. Voldemort hatte es geplant. Er wollte einen nicht magischen Menschen hierher locken und töten. Er wollte einen Geist erschaffen.“ Er blickt durch die Reihen der Schüler und fokussiert schlussendlich mich. „Das, was in den vergangenen Tagen hier geschehen ist, war nicht dein Werk Pandora. Voldemort steckt hinter all dem.“ (Hagrid) „Du bist alt geworden.“ Flüstert Pandora grinsend und schaut mich an. Ich nicke. „Das bin ich tatsächlich.“ Dann ist es wieder Still. Pandora und ich sitzen zusammen in meiner Hütte an dem riesigen Tisch, welcher sie nur noch kleiner erscheinen lässt. Noch immer haben die Schüler im Schloss Angst vor ihr, aber ich weiß, dass sie nicht böse ist und habe sie deshalb mit zu mir genommen. „Wie geht es nun weiter Rubeus?“ frage sie mich bedrückt, aber ich kann ihr darauf keine richtige Antwort geben und sage nur: „Dumbledore wird sicher eine Lösung finden.“ (George) Wir sitzen am nächsten Tag beim Frühstück als auch Hagrid, gefolgt von Pandora, die Halle betritt. Sofort wird es still und ich sehe, wie das Mädchen traurig den Kopf senkt. Sie tut mir leid. Niemand hat so ein Leben, wie sie es hatte und so einen Tod, wie den ihrigen verdient. Die beiden kommen geradewegs auf uns zu gelaufen. Unsicher kratzt Hagrid sich am Kopf. „Ich muss zum Lehrertisch, aber kann Pandora nicht dahin mitnehmen. Kann sie bei euch sitzen?“ fragt er und schaut uns bittend an. „Klar.“ Antworte ich sofort und Hagrid atmet erleichtert auf. „Danke. Ehm… Wir sehen uns dann nachher.“ Und dann geht er auch schon. Pandora steht verunsichert vor uns. Ich rutsche näher zu Fred und klopfe neben mich auf die Bank, aber als ich sehe, wie verängstigt die Zweitklässler neben mir schauen, seufze ich und rutsche zu ihnen, sodass Pandora sich zwischen mich und Fred setzten kann. (Fred) Da Hagrid den Tag unterrichten muss, neben wir Pandora mit in den Unterricht. Am Anfang ist sie sehr zurückhaltend und redet kaum und die Schüler spiegeln ihr Verhalten. Aber mit der Zeit wird es besser. Vor allem, als wir dann Verwandlung haben und Professor McGonagall sich besonders um Pandora kümmert, taut sie langsam auf und beginnt zu reden. Sie erzählt von ihrem Traum aus Kinderzeiten. Wie sie immer Hogwarts sehen wollte und als sie dann hier war, wie neidisch sie immer auf Hagrid gewesen war. Sie ist von jedem kleinen Zauberspruch total begeistert und passt in jedem Unterricht auf wie ein Schießhund. (Pandora) Eine Woche ist nun so vergangen in der ich mit Fred und George im Unterricht war. Langsam denke ich, kann man die beiden wirklich als meine Freunde bezeichnen. Sie kümmert sich gut um mich und verteidigen mich, sobald jemand dumm ankommt. Aber dann ruft Dumbledore mich eines Tages zu sich. „Wie ich höre lebst du dich gut ein.“ Begrüßt mich der alte Mann und ich nicke. Freundlich lächelt er mich an. „Aber so kann es leider nicht auf Dauer weitergehen.“ Ernst schaut er mich an. Erst will ich protestieren, aber dann wird mir klar, dass er Recht hat. Ich bin keine Hexe. Ich bin ja nicht einmal ein Mensch. Also nicke ich nur. „Du wurdest ohne deinen Willen in die Welt der Zauberer geholt und jetzt wäre es alles andere als fair, wenn ich dich einfach rauswerfen würde. Du gehört nun nach Hogwarts und darfst natürlich hier bleiben. Hier gibt es viele Geister, also sehe ich damit kein Problem.“ Erleichtert atme ich auf. „Ich will nicht einfach alleine entscheiden, wie es weitergeht, also will ich dir einen Vorschlag machen. In Ordnung?“ ich nicke und Dumbledore fährt fort. „Ich denke, es wäre das Beste, wenn wir dich in ein Haus einteilen. Du würdest dann einmal die Schulbahn durchlaufen. Du kannst zwar nicht zaubern, aber somit wirst du genug über unsere Welt lernen und wenn du dann die Schule abgeschlossen hast… Nunja, wie wäre es, wenn du als Lehrer hier anfängst?“ Ich schaue Dumbledore total überrascht an und muss lachen. Ich? Ein Lehrer? Wie soll das gehen? Es muss ein Witz sein, aber Dumbledore lacht nicht. Also versuche ich mich zu beruhigen. „Als Lehrer?“ frage ich. Dumbledore nickt. „Du kannst natürlich keines der üblichen Fächer unterrichten, aber ich glaube, dass man selten jemanden wie dich trifft. Eine Person, die so lange im Reich der Toten gelebt hat, so viel über der Tot und das Sterben weiß und sich gleichzeitig mit Geistern auskennt. Mein Vorschlag wäre also, dass wir ein neues Fach, ein Wahlfach für dich einführen, in denen du den Schülern dein Wissen über den Tod und Geister vermittelst. Was sagst du dazu?“ (Hagrid) Stolz sitze ich am Lehrertisch und schaue zu, wie Dumbledore den Schülern erzählt, was er mit Pandora beschlossen hat. Ich bin überglücklich. Sie wird hier bleiben. An dieser Schule. Ich versuche gar nicht erst mein breites Grinsen zu verberben. Die Schüler haben aber ganz eindeutig andere Gefühle bei Dumbledores Worten. Einige sehen wirklich sehr unglücklich darüber aus, aber ich bin sicher, dass sich das in den nächsten Monaten legen wird. Sie müssen Pandora nur wirklich kennenlernen. (Pandora) Und dann ist der Moment, vor dem ich am meisten Angst habe, gekommen. Ich setzte mich auf den dreibeinigen Stuhl und ziehe mir den sprechenden Hut auf. Die ganze Halle hält den Atem an. In meinem Kopf ertönt eine piepsige Stimme. „Ein Geist? Und gleichzeitig keine Hexe? Es wird ja immer verrückter, aber wenn Dumbledore beschlossen hat, dass du eingeschult werden sollst, werde ich wohl mitmachen. Also mal sehen. In welches Haus stecke ich dich? Deine Vergangenheit mit den lieben Tom, deine ganz besondere Verbindung würde ja für Slytherin sprechen, aber das kann und will ich dir nicht antun. Auch Ravenclaw fällt weg. Was ist mit Hufflepuff? Ich denke wegen der Ereignisse innerhalb der letzten Wochen, kann ich dich auch dort nicht hinschicken. Das würde dann also bedeuten…“ Das letzte Wort schreit der Hut durch die Halle. „Gryffindor!“ Erleichtert springe ich auf. Lege den Hut zurück auf den Stuhl. Ich laufe unter nur sehr vereinzelnten Geklatsche auf mein neues Haus zu. Bevor ich den Tisch erreiche, drehe ich mich noch einmal um und lächle erst Dumbledore dankbar und dann Hagrid überglücklich an. Dann renne ich die letzten Meter bis zu Fred und George, welche mich schon erwarten, und werfe mich in ihre Arme.