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Die Statistik vom Quiz

Der Hobbit - Wem wird dein Herz gehören?

43.3 % der User hatten die Auswertung: Doch bevor ich darüber nachdenken konnte, kam auch schon der Hilfeschrei von Kili. Ich wollte ihm gerade zu Hilfe kommen, doch eine andere Elbin war schneller als ich. Ich musste wirklich sagen, kämpfen konnte sie, doch lange dauerte es nicht und wir wurden durchsucht, wobei der blonde Elb, den ich eben angesehen hatte, zu mir kam. Nun schauten wir uns in die Augen und ich könnte in diesen wunderschönen blauen Augen versinken, doch dann riss er mich mit einer Frage aus meinen Gedanken. „Was macht denn eine Elbin mit lauter Zwergen?“ „Ich helfe ihnen, ihre Heimat wieder zurück zu bekommen.“ „Wieso?“ „Ich habe meine Gründe.“ Und daraufhin ging er auch nicht weiter darauf ein. Er nahm nur noch meine Waffen und schon wurden wir abgeführt. Aber ich konnte Bilbo nirgends sehen. Ich hoffte nur, dass es ihm gut ging. Nach einem kurzen Fußmarsch waren wir schließlich im Palast des Waldlandkönigs Thranduil angekommen und ich konnte nichts anderes als staunen. Ich musste sagen, Bruchtal war natürlich trotzdem noch eine wirklich schöne Stadt, doch dieser Palast war auch nicht schlecht. Wir wurden also alle hinunter zu den Verliesen geführt, doch da sagte der blonde Elb zu mit:“ Mein Vater will mit euch sprechen, also kommt bitte mit.“ Und so wurden Thorin und ich zu Thranduil geführt, doch Thorin war zuerst dran. Aber verdammt noch einmal ich konnte mich nicht auf das Gespräch konzentrieren, denn ich musste einfach die ganze Zeit an ihn denken, obwohl ich ihn doch eben erst getroffen hatte. Plötzlich wurde ich aus meinen Gedanken gerissen, als ich sah, wie Thorin abgeführt und hinunter zu den Verliesen gebracht wurde. Nun war ich wohl dran, also sollte ich mich nun echt konzentrieren. „Wie ist dein Name?“ „Morna.“ „Wie ich hörte, habt ihr Thorin Eichenschild und seine Gemeinschaft schon von Anfang an begleitet, doch sagt mir, wieso gibt ihr, eine Elbin, euch mit solch einem Zwergenpack ab? Mein Sohn sagte mir nur, ihr hattet eure Gründe. Sagt mir, was sind diese Gründe?“ Dieser Elb war also der Sohn von Thranduil. Aber warte mal, war sein Name nicht Legolas? Genau. Er war nämlich schon einmal bei uns in Bruchtal, daran konnte ich mich noch erinnern. „Wie ich eurem Sohn bereits sagte, ich will ihnen helfen.“ „Da steckt doch bestimmt noch mehr dahinter, oder nicht? Denn wieso wollt ihr ihnen helfen?“ „Am Anfang wollte ich einfach nur ein Abenteuer erleben, doch dann sind sie zu guten Freunden geworden, das ist alles.“ „Das glaub ich aber nicht.“ So langsam wurde ich leicht wütend. Konnte er mich denn nicht einfach in Ruhe lassen? Sollte er doch glauben was er wollte. Ich wusste nur, dass ich die Wahrheit sagte. „Hat es etwa etwas mit einem der Zwerge zu tun?“ Das war eindeutig die falsche Frage gewesen. Nun reichte es mir und ich konnte meine Wut nicht mehr kontrollieren. Sofort spürte ich wieder, wie die Dunkelheit in mir hinaus wollte und ich ließ es zu. Der dunkle Schleier aus tiefster Dunkelheit, Schatten und purem Bösen flog auf den König zu und man hörte seine Schreie. Doch diese Schreie waren eine Wohltat für meine Ohren und ich spürte den Schmerz, den ich ihm zufügte. Außerdem ein Gefühl der Stärke, welches in mich drang. Ich hörte die Wachen schreien und spürte, wie die Dunkelheit auch über sie einfiel. Doch plötzlich hörte ich wieder diese Stimme in meinem Kopf:“ Morna was tust du da! Du musst sie kontrollieren! Wenn du es nicht schaffst, sterben diese Leute!“ Und auf einmal wurde mein Verstand klarer. Was zur Hölle tat ich hier? Die Schreie wurden schon leiser und ich bekam Panik. Was sollte ich nur tun? „Du musst dich konzentrieren, dränge sie zurück!“ Und wieder einmal, wie damals in Bruchtal, spürte ich eine andere mir unbekannte Kraft, die in mich strömte. Nicht diese Energie, die ich gerade dem König und den Wachen entzog, sondern eine helle, befreiende Kraft, die mich wieder klarer denken ließ und ich zwang die Dunkelheit langsam aber stetig wieder zurück in mich. Und endlich hatte ich es geschafft. Erleichtert sackte ich auf die Knie, nur um daraufhin von zwei anderen Wachen wieder hochgestemmt zu werden. „Ich wusste, dass ihr es seid“, flüsterte Thranduil. Oh den Valar sei dank. Ich dachte schon, ich hätte ihn umgebracht, doch er lebte noch. Doch ich hatte ihm sehr viel seiner Lebensenergie entzogen und so war er sehr schwach und machte deswegen nur noch eine Handbewegung. Die Wachen, die mich gepackt hielten, setzten sich in Bewegung, während andere Wachen heran eilten, um den König und die Wachen zu den Heilern zu bringen. Schließlich waren wir an den Verliesen angekommen und ich wurde in die Zelle herein geschubst, wo ich auf dem Boden liegen blieb. Wie ich sah, lag diese Zelle noch sehr abgelegen von denen, meiner Freunde. Ich fühlte mich schrecklich, zwar nun natürlich auch sehr stark, durch Thranduils und den Wachen ihre Lebensenergie, jedoch wollte ich das nicht. Ich wusste nicht wieso. Ich wurde plötzlich einfach so wütend, und wenn ich mal wütend war, dann kam das einfach so und ich konnte es nicht mehr konzentrieren. Schon damals in Bruchtal nicht und auch in den ganzen Trainingsstunden, die ich hatte. Ich hatte es nie richtig kontrolliert bekommen. Immer musste mir diese mysteriöse Stimme helfen. Alleine würde ich es nie schaffen. Ich war einfach so schwach und hatte Angst, dass ich irgendwann auch mal meinen Freunden das hier antat. Und so blieb ich hier liegen und weinte, bis keine Träne mehr kam. Schließlich schaltete ich einfach ab, denn ich wollte einfach nur hier liegen bleiben und dies am Besten für immer. Plötzlich ließ mich eine bekannte Stimme doch aufhorchen. „Was seid ihr?“ „Wollt ihr das wirklich wissen? Ich glaube nämlich nicht, dass ihr sonderbar erfreut darüber sein werdet. Ich wundere mich sogar gerade, wieso ihr überhaupt mit mir sprecht. Immerhin habe ich eben fast euren Vater umgebracht.“ „Aus diesem Grund würde ich gerne wissen, was ihr seid, damit ich euch helfen kann Morna.“ „Ihr könnt mir nicht helfen. Niemand kann das.“ „Sagt doch so etwas nicht. Jeder kann das schaffen, was er sich fest vornimmt. Besonders dann, wenn dieser jemand Hilfe hat. Und diese Hilfe würde ich gerne sein, denn ich weiß, das gerade eben, wart nicht ihr selbst. Also redet bitte mit mir Morna.“ Und so setzte ich mich auf und erzählte ihm alles, was Frau Galadriel mir erzählt hatte. „Das war das also. Aber was ich noch nicht ganz verstehe ist, was passiert mit der Person, die in dieser Dunkelheit gefangen ist?“ „Das weiß ich auch nicht genau. Ich weiß nur ich fühle mich schrecklich, weil ich diese Schmerzen eures Vaters, so richtig genossen habe. Ich bin ein Monster und Frau Galadriel hatte Recht. Ich habe wie alle aus meinem Volk ein dunkles und böses Herz.“ Sofort fing ich wieder an zu weinen. „Ihr habt kein böses Herz. Ich kann es spüren. Ihr seid nicht böse, ihr habt ein gutes Herz und ich weiß, dass ihr es schaffen könnt. Ich werde euch immer zur Seite stehen und euch dabei helfen.“ „Vielen Dank Legolas ich weiß eure Hilfe zu schätzen, doch wir werden sehr lange hier fest sitzen. „Das werdet ihr nicht.“ Und plötzlich hielt er in seinen Händen einen Schlüssel und sperrte die Zellentür auf. „Kommt!“ Zuerst wollte ich aufstehen und zu ihm nach draußen, doch dann entschied ich mich anders. „Ich kann nicht.“ „Wieso nicht?“ „Ich gehöre zu meinen Freunden und bleibe bis zum Ende bei ihnen.“ Sein Blick wurde leicht traurig, doch dann sagte er:“ In Ordnung, wenn ihr das wirklich wollt, dann will ich euch nicht im Weg stehen.“ Und schon machte er die Zellentür wieder zu. „Ich hoffe trotzdem, wir sehen uns wieder.“ Und weg war er. Ich wusste nicht, wie viel Zeit bis jetzt vergangen war, als einfach mal so Bilbo dort stand, mit den Schlüsseln in der Hand. Wie hatte er das denn geschafft? Aber war ja auch eigentlich egal, denn nun war er bei mir und sperrte auch meine Zelle auf. Nun waren wir auf jeden Fall draußen und wollten natürlich auch hier raus, doch Bilbo sagte, dass wir ihm folgen sollten und so landeten wir schließlich im Keller. Doch als ich die leeren Fässer sah, konnte ich mir schon vorstellen, was er vorhatte. Als er dann seinen Plan erläuterte, wollten die Anderen natürlich nicht in die Fässer, jedoch als Thorin sagte, sie sollen es tun, machten sie es widerwillig. Ich sah jedoch, dass es nur 13 Fässer waren. „Bilbo, es gibt da ein kleines Problem. Es gibt nur 13 Fässer.“ „Oh nein, tut mir Leid. Ich dachte, es wären genug.“ „Na ja was soll's. Ich kann ja schwimmen.“ „Aber was sollen wir jetzt tun?“ fragte nun Bofur. „Tief Luft holen.“ sagte nun also Bilbo und drückte den Hebel nach vorne sich die Luke öffnete und alle Fässer hinunter in den Fluss fielen. Noch einmal tief durchatmen und schon sprang ich. Kein bisschen zu früh, denn ich konnte schon Elben hören, die wohl gesehen hatten, dass wir weg waren. Wenig später, als ich wieder auftauchte, kam auch Bilbo hinunter gesprungen und los ging der Wasserspaß. Na ja ob es so ein Spaß wird, das glaubte ich doch zu bezweifeln. Und ganz unrecht hatte ich damit auch nicht. Bilbo hatte ja auch kein Fass und so hielt er sich an Noris Fass fest, da er ja auch nicht so gut schwimmen konnte. Ich hingegen konnte natürlich gut schwimmen und so hielt ich mich an keinem Fass fest. Das Tor stand auch offen und so könnten wir problemlos durch, aber natürlich wurden unsere Hoffnungen zerstört. Legolas erschien mit einem weiteren Elben und befahl ihm, das Tor zu schließen, was auch sofort geschah. Und genau dann, als wir gerade dort ankamen. Und als ob das nicht schon genug wäre, bekamen wir auch noch Besuch von Orks unter der Führung von Bolg. Das war doch echt so klar, dass nun nicht alles wie geschmiert verlief. Wenigstens hatte ich meine Waffen wieder, denn sie waren in einem Raum direkt neben meiner Zelle und so hatte ich sie mir noch schnell geholt, als Bilbo mich befreit hatte. Ich zog also mein Schwert und stach alle ab, die mir und den Anderen zu nahe kamen, doch es nützte nichts, wir mussten das Tor öffnen. Und so sprang ich auf den Platz, köpfte weiterhin Orks und bewegte mich in Richtung Hebel. Ich wollte gerade den Hebel betätigen, als ich bemerkte, dass Bolg mit seinem Bogen auf mich zielte und los ließ. Ich wusste nicht wieso, doch ich hielt nicht meine Waffe vor mich um mich zu schützen, doch das brauchte ich auch nicht, denn schon breitete sich eine dunkle Schutzmauer vor mir auf und ich wusste sofort, das das meine Kraft war, die mich nun beschützte. Ich wusste echt nicht, wie ich das immer anstellte. Wenn ich wütend war, griff die Dunkelheit denjenigen, der mich wütend machte an und nun, wenn ich in Gefahr war, beschützte sie mich. Anscheinend, auch wenn ich sie nicht so richtig kontrollieren konnte, wurde sie von meinen Gefühlen gesteuert. Zumindest jetzt noch. Und wenn das wirklich so war, sollte ich es lieber vermeiden wütend zu werden. Zuerst sah ich einen leicht verwirrten Ausdruck auf Bolgs Gesicht, doch nur Sekunden später wechselt dieser mit einem verschwörerischen Lächeln. Und schon war die Schutzwand wieder verschwunden und ich betätigte den Hebel. Sofort ging das Tor auf und es ging weiter. Ich sprang also wieder ins Wasser und schwamm voraus, wobei ich auch ab und zu mich mal auf eines der Fässer stellte und ein paar Orks mit dem Bogen abschoss. Währenddessen konnte ich sehen, dass eigentlich alle meiner Freunde einen teils verwirrten und teils ängstlichen Ausdruck auf dem Gesicht hatten. Ich glaubte wenn wir etwas Ruhe hatten, sollte ich ihn alles erzählen. Aber nun sollten wir erst einmal hier weg kommen. Außerdem konnte ich die ganze Zeit Legolas Blick in meinem Rücken spüren. Endlich nach wenigen Minuten waren wir dort weg und ließen die Orks hinter uns, auch wenn die Strömung nicht mehr da war. Jedoch kamen alle heil am Ufer an, doch sofort als ich an Land ging, fing Thorin auch schon an:“ Was zum Teufel seid ihr?“ „Ich wollte euch alles erklären, glaubt mir, doch es war einfach nie der passende Zeitpunkt, um es euch zu sagen. Obwohl ich es Bilbo bereits in Bruchtal gesagt habe, kurz nachdem ich es erfahren habe.“ „Dann sagt es uns jetzt.“ „Ich bin eine Schattenkriegerin.“ „Was ist denn eine Schattenkriegerin?“ „Ich kann euch nicht sehr viel darüber erzählen, da ich nur einige Informationen von Frau Galadriel erhalten habe. Also, wir Schattenkrieger sind eigentlich genau wie Elben, nur können wir noch die Dunkelheit und den Schatten kontrollieren. Außerdem sagte sie, dass es nicht mehr sehr viele von uns gibt und dass wir ein böses Herz haben.“ „Das war das alles bei Thranduil und gerade eben. Doch es hat so ausgesehen, als ob ihr sie nicht richtig kontrollieren könnt.“ „Das stimmt leider auch. Deswegen musste ich auch in Bruchtal bleiben, damit Herr Elrond mich lehren konnte. Er hat früher auch meine Eltern gelehrt, bevor sie von Azog umgebracht worden. Sie haben mich auch aus diesem Grund, da sie gut mit Elrond befreundet waren, mich bei ihm zurück gelassen. Und nun weiß Bolg auch, wer ich bin und so wird Azog es auch bald wissen.“ „Das ist nicht gut.“ Ich nickte einfach nur, da ich wieder in Erinnerung schwelgte, doch lange dauerte dies nicht, denn schon stand dort oben ein Mann der mit seinem Bogen auf uns zielte. Sofort stand Dwalin dort mit einem langen Stock, doch der Mann zielte gut und traf den Stock in der Mitte. Danach hatte Kili schon einen Stein parat, doch dieser wurde augenblicklich abgeschossen. „Macht das noch mal, und ihr seid tot!“ sagte er nun zu uns und zielte weiterhin auf uns. „Wenn ihr ihnen auch nur ein Haar krümmt, dann seid ihr tot!“ knurrte ich nun gefährlich, doch schon fasste Fili mich an der Hand und sagte:“ Beruhige dich Morna.“ „Ihr seid es also.“ „Ihr kennt mich, woher?“ „Ich habe viele Geschichten gehört über eine Frau die die letzte aus dem Volk der Schattenkrieger ist. Und ihr Name ist Morna.“ „Wie kommt es, dass ihr dann keine Angst vor mir habt?“ „Mir macht so schnell nichts Angst.“ Da mischte sich nun Balin ein und fragte ihn, ob der Kahn nicht zufällig ihm sei. Während ihrem Gespräch hörte ich nur mit halben Ohr zu. Woher waren diese ganzen Geschichten? Ich glaubte nämlich nicht, mal eine gehört zu haben. „Morna kommst du? Der Kahnführer nimmt uns mit.“ sagte nun Fili und ich ging zu ihnen auf den Kahn. Während der ganzen Fahrt über sprach ich kein Wort, da ich mit meinen Gedanken einfach mal alleine sein wollte, als der Kahnführer, Bard hieß er, die Anderen alle dazu auffordert in die Fässer zu steigen, was sie nur widerwillig tun. „Was soll ich tun? Immerhin wird man mich ja bestimmt erkennen, durch die ganzen Geschichten.“ „Da habt ihr Glück, denn über euer Aussehen ist nicht viel bekannt.“ „Da bin ich ja beruhigt.“ Wir kamen also an einem Fischstand an und Bard verhandelte mit so einem Kerl, der daraufhin die Fässer mit Fisch füllte. Die Armen. Nun ging es jedoch weiter nach Seestadt, doch natürlich wartete dort der Kontrolleur. „Halt, Warenkontrolle. Papiere bitte. Ach, ihr seid es, Bard.“ „Morgen, Peredur.“ „Habt ihr was anzumelden?“ „Nichts, ich bin nur durch gefroren und müde und will nach Hause.“ „Dann geht’s euch wie mir. Doch sagt, wen habt ihr denn da mitgebracht?“ Nun wurde es Zeit zu übernehmen. „Guten Tag, mein Name ist Luana und ich bin unterwegs um meine Verwandten zu besuchen, die hier wohnen. Bard war so nett, mich mit zunehmen.“ Gerade wollte er wohl fragen, zu wem genau ich will, doch dann mischte sich jemand ein, gerade, als Peredur Bard die Papiere zurück geben wollte. „Nicht so voreilig. Lieferung von leeren Fässern aus dem Waldland- Reich. Nur, sind sie nicht leer, stimmt's Bard? Wenn ich mich recht entsinne, habt ihr eine Genehmigung als Kahnführer. Und nicht als Fischer.“ „Das geht euch nichts an.“ „Irrtum. Es geht den Bürgermeister etwas an und somit geht es mich etwas an.“ „Ach kommt Alfred, habt ein Herz. Die Menschen müssen essen.“ „Dieser Fisch ist nicht genehmigt. Kippt die Fässer über Bord.“ Oh Mann, dass war gar nicht gut. Ok Morna ganz ruhig, nicht aufregen. Das schaffst du schon. Ich konzentrierte mich nun voll und ganz auf die Fässer und hoffte, dass das jetzt klappte. Ich schickte die Dunkelheit zu den Fässern und ließ sie einen unsichtbaren Schutzschild um die Fässer legen, wobei ich einfach nur an meine Freunde dachte, und dass sie in Gefahr waren. Immerhin hatte es eben ja auch geklappt. Und als ich sah, dass es wieder klappte, war ich echt überglücklich. Die Wachen schafften es nicht, die Fässer ließen sich kein bisschen bewegen. „Wieso dauert das denn so lange?“ „Die Fässer lassen sich einfach nicht bewegen.“ Da sagte Bard wieder. „Ich würde an eurer Stelle sowieso aufpassen Alfred. Immerhin wenn die Leute hören, dass der Bürgermeister Fisch in den See wirft, und wenn die Aufstände beginnen. Wird es dann euer Problem sein?“ Das hatte gesessen und auch wegen meinem Schutzschild, waren meine Freunde gerettet und wir durften endlich weiter. Doch natürlich blieb ich nun nicht verschont. „Ihr habt irgendetwas mit den Fässern gemacht, hab ich Recht?“ fragte mich nun also Bard. „Ja habe ich. Ich habe jeweils um jedes Fass einen unsichtbaren Schutzschild errichtet. Es ist das erste Mal, dass ich es geschafft habe, meine Kräfte richtig zu kontrollieren.“ „Ihr könnt eure Kräfte nicht richtig kontrollieren und sagt mir das erst jetzt?“ „Ich dachte euch macht nichts so schnell Angst?“ Nun lächelte ich siegessicher. Einen Punkt für mich. Schließlich waren wir an einem Steg abgekommen, es war niemand zu sehen und so begann Bard der Reihe nach die Fässer umzukippen. Jedoch war doch ein Mann dort, aber Bard gab ihm ein paar Silbermünzen und den Fisch und so ging es weiter. Doch schon gab es ein weiteres Problem, denn Bards Sohn kam uns entgegen und sagte, dass ihr Haus beobachtet wird. Und so mussten wir leider durch das Klosett ins Haus. Das würde ekelig werden, aber es gab leider sonst keine Möglichkeit. Könnte ich meine Kräfte reibungslos kontrollieren, wäre ich wahrscheinlich durch einen Trick „unsichtbar“ geworden, aber so wollte ich lieber nichts riskieren. Einmal hatte ich es jetzt zwar geschafft, aber ich wollte trotzdem kein Risiko eingehen. Endlich saßen wir drinnen im Haus und die jüngste Tochter von Bard gab uns gerade warme Mäntel. Unser Eingang von eben war nicht der Schönste, doch nun waren wir ja sicher im Haus angekommen. Plötzlich riss mich etwas aus meinen Gedanken und ich sah, wie die Zwerge um den Tisch herum standen und auf „Waffen“ herab sahen. Natürlich waren dies keine richtigen Waffen, doch ich glaubte auch, dass man sonst hier nichts wirklich Gutes finden würde. Und genau das Gleiche sagte nun auch Bard. Und zwar das es hier nichts Besseres außerhalb der Waffenkammer der Stadt gäbe. Ich kümmere mich natürlich nicht großartig darum, da ich ja meine Waffen behalten hatte und dazu auch noch Schattenkräfte hatte, doch die Zwerge brauchten Waffen. Und zwar Richtige. Und so sagte Balin gerade, dass wir aufbrechen sollten, doch Bard erwiderte darauf, dass wir bis zum Einbruch der Dunkelheit warten müssten, da das Haus und wahrscheinlich jeder Steg und Anleger der Stadt bewacht würden. Doch natürlich hielt sich Thorin nicht daran. Kurz darauf war Bard also kurz weg und so machten wir uns auf den Weg. Bain, der Sohn von Bard wollte uns zwar aufhalten, jedoch schaffte er es nicht. Und so waren wir später, als es bereits dunkler war, vor der Waffenkammer angekommen und ein paar von uns gingen durchs Fenster hinein, während ich und der Rest von uns draußen wartete. Plötzlich ertönte ein lautes Klappern, als ob Waffen auf den Boden gefallen wären und wenige Sekunden später wurden wir auch schon von Wachen umzingelt. Na super! Wir wurden also abgeführt und zum Bürgermeister gebracht, wo aber auch fast die ganze Stadt anwesend war. „Was ist das für ein Aufruhr?“ sagte nun also der Bürgermeister und einer der Wachen antwortete: „Wir haben sie geschnappt, als sie Waffen stehlen wollten, Herr.“ „Ah also Hochverräter hm?“ „Nur ein kümmerlicher Haufen Söldner wenn ihr mich fragt Herr.“ sagte nun auch Alfred, doch Dwalin sagte daraufhin: „Hütet eure Zunge, ihr wisst nicht, mit wem ihr es zu tun habt. Das ist nicht nur irgendein Halunke. Das ist Thorin, Sohn von Thrain, Sohn von Thror.“ Daraufhin trat Thorin hervor, sodass alle ihn sehen konnten. Ich blieb weiter hinten und hoffte, nicht erkannt zu werden. Doch natürlich musste alles anders kommen. Ich dachte natürlich, der Bürgermeister und Alfred würden sich nun Thorin zuwenden, doch dann flüsterte Alfred dem Bürgermeister etwas ins Ohr und dieser drehte sich zu mir: „Dies ist wirklich äußerst interessant, jedoch habe ich gerade mitbekommen, dass wir noch jemanden interessanteren in unserer Mitte haben. Junge Dame würdet ihr bitte vortreten?“ Nun starrten mich alle an und da ich nicht anders konnte, ging ich langsam nach vorne. „Seht sie euch an. Diese schwarzen Haare und dunklen Augen. Sie passen genau zu ihrem Namen. Morna. Die letzte aus dem Volk der Schattenkrieger.“ Sofort fing das Gemurmel an und viele schauten mich ängstlich an. „Ich habe heute eine Nachricht bekommen, von einem gewissen Herrn, den ihr bestimmt kennen werdet. Und dieser hat ein Kopfgeld auf euch ausgesetzt. Jedoch will er euch lebend.“ Und sofort wurde ich von zwei Wachen ergriffen. „Lasst mich sofort los! Das könnt ihr nicht machen!“ schrie ich ihn nun an, doch er sagte nur: „Da irrt ihr euch. Führt sie ab!“ Meine Freunde wurden nun jedoch auch festgehalten, da viele versuchten, zu mir zu kommen. Ich jedoch landete nun in einer Zelle. Ein Tag verging und ich saß einfach nur dort und wartete. Nun hatte ich wohl verloren. Azog und Bolg würden mich in ihre Finger kriegen und mich wohl so lange foltern, bis ich ihnen gehorchte. Doch das durfte auf gar keinen Fall passieren. Und schon hörte ich Schritte und zwei mir bekannte Stimmen. Die eine war von der Wache, die mich auch bewachte und die andere gehörte Bolg. Nun war es also so weit. Er erschien nun vor meiner Zelle und grinste mich hämisch an. Nun sperrte die Wache also meine Zelle auf und holte mich hinaus. Bolg gab ihm nun einen beträchtlichen Beutel, in dem bestimmt sehr viele Goldmünzen waren, und packte mich nun unsanft am Arm. Er zog mich also mit nach draußen und ich sah, dass es schon fast dunkel war. Da sah ich zur Seite und konnte weiter hinten zwei Personen ausmachen. Warte mal, konnte das wirklich sein? Wenn ich mich nicht irrte, dann waren das die Elbin, welche damals Kili gerettet hatte, und Legolas. Doch schnell wurde ich auch schon weitergezogen. Den ganzen Weg über sagte Bolg kein einziges Wort, als wir schließlich bei zwei Orks ankamen, die sagten, dass Eichenschild nicht mehr hier sei. Daraufhin hörten wir Schwerter klirren und sahen Legolas wie er die Orks tötete und auf uns zu kam. Dabei sah er mich lange an, bevor er schließlich Orkrist zog. Bolg schickte zwei Orks los, die sich um ihn kümmerten, doch natürlich waren diese kein Hindernis für Legolas, der daraufhin zu uns kam. „Lass sie sofort los!“ knurrte er gefährlich doch Bolg lächelte nur und sagte: „Das werde ich natürlich nicht tun Elbling.“ Da hatte ich genug und trat ihm mit voller Wucht auf seinen Fuß, sodass er seinen Griff wenigstens etwas lockerte und ich mich mit Mühe durch seine Arme hinaus schlängeln konnte. Doch noch bevor ich loslaufen konnte, zog er mich auch schon zurück und schlug mich so fest, dass ich zur Seite taumelte. Nun hatte Legolas genug und mit entschlossenem Gesichtsausdruck kam er auf Bolg zu und die Beiden begannen einen Kampf. Ich hielt mir währenddessen meine Nase, die sehr wahrscheinlich gebrochen war und die nun stark blutete. Es sah teilweise sehr gut für Legolas aus, doch schließlich schaffte es Bolg ihn zu besiegen und ihm ebenfalls eine blutende Nase zuzufügen. Nun kam Bolg wieder auf mich zu und zerrte mich hoch. Nun jedoch nahm er seine Keule und schlug mir damit auf den Kopf. Daraufhin wurde ich bewusstlos, konnte jedoch noch erkennen wie Bolg mich über seine Schulter legte und los ritt. Legolas dicht hinter uns. Als ich aufwachte, befand ich mich in einer noch kleineren Zelle, in der es richtig übel stank, und wo überall auf dem Boden getrocknetes Blut klebte. Außerdem hatte ich gerade starke Kopfschmerzen und legte meine Hand auf den Kopf. Dort konnte ich auch Blut spüren, welches teilweise noch feucht war. Es musste also noch gar nicht so lange her sein, seit Bolg mich mitnahm. Und als ich an meine Nase fasste, konnte ich dort auch noch Blut fühlen, jedoch nicht so viel, wie auf dem Kopf. Nun jedoch kamen sofort zwei Orks in die Zelle. Sie legten mir Handschellen an und ich weiß nicht wieso, doch ich wehrte mich nicht. Und so gingen wir endlos lange Gänge entlang, bis wir schließlich in einem großen Raum ankommen, in dem ich viele Foltergeräte erkennen konnte. Ich wusste es doch. Wir gingen also weiter, wobei mich viele Orks anstarrten, und kamen ans Ende des Raumes. Dort stand Azog und drehte uns den Rücken zu, doch als wir stehen blieben, drehte er sich um. „Ihr könnt jetzt gehen.“ sagte er zu den Orks und diese gingen auch, aber natürlich blieben die Fesseln an. „So Morna, endlich bist du hier. Ich freue mich dich zu sehen.“ „Wieso willst du uns alle umbringen?“ sagte ich jetzt einfach. Es musste doch bestimmt einen Grund geben, wieso Azog das Volk der Schattenkrieger umbrachte. „Ist das nicht selbstverständlich? Ihr seid alle viel zu gefährlich, als das ihr am Leben gelassen werden könntet. Ich habe oft gesehen wie einer deines Volkes die Kontrolle verlor und eine ganze Stadt dem Erdboden gleich machte. Ich muss zwar sagen, dass deine Eltern anders waren, aber das änderte nichts an ihrer Abstammung. Und nun bist ja nur noch du übrig.“ Während er redete, bündelte ich all meinen Zorn, der nur ihm galt. Ich wollte ihn leiden sehen. Doch ich merkte etwas in mir. Diese Dunkelheit die ich immer spürte, wenn ich wütend war und sie hinaus wollte. Ich spürte sie nicht mehr. Mein Gesicht musste mich wohl verraten haben, denn es wechselte von wütend zu verwirrt. „Du kannst deine Fähigkeit nicht einsetzen. Immerhin bin ich nicht dumm. Dies sind spezielle Fesseln die du da trägst. Sie verhindern, dass ihr eure Fähigkeit einsetzen könnt.“ Da kam er mir nun auch immer näher und blieb schließlich vor mir stehen. Plötzlich stieß er mir seiner mächtigen Metallklaue in den Bauch. „Du wirst hier noch eine lange Zeit festsitzen und dafür büßen, was deine Eltern getan haben.“ Danach zog er sie wieder hinaus und ich ging auf die Knie. „Ihr da, bringt sie wieder in ihre Zelle.“ sagte Azog nun zu zwei anderen Orks, die mich hoch zerrten und wieder in die Zelle brachten, wo ich mich an der Wand hinuntergleiten ließ und wegen des Blutverlustes nach einiger Zeit wieder einmal bewusstlos wurde. Ein paar Tage waren nun schon vergangen und jeder Tag verlief gleich. Ständig wurde ich ausgefragt über viele Dinge und gefoltert. Ich hatte bald keine Kraft mehr. Nun war es wieder mal soweit. Ein Ork kam und brachte mich in den Folterraum wie ich ihn nannte. Ich konnte schon nicht mehr richtig gehen, da mein Fuß verstaucht oder auch gebrochen war und ich lauter Schnitt- und Brandwunden am ganzen Körper hatte. Außerdem war meine linke Schulter ausgekugelt. Nun waren wir also wieder dort angekommen und ich wartete darauf, was sie nun ausprobierten. Da kam auch schon Azog, der jedes Mal dabei war. „Heute probieren wir mal etwas Neues aus.“ sagte er also und winkte einen Ork herbei der mit einem neuen Gerät kam. Unten befand sich so etwas wie ein Liege aus Holz, wo ich mich wohl gleich drauf liegen sollte. Dann ging dort eine Holzwand an der Seite hoch und ganz oben war etwas befestigt, was einer riesigen Keule glich, die an einer Stange befestigt war. Nun wurde ich auf jeden Fall auf die Holzliege drauf geschubst und festgebunden, sodass ich auf dem Bauch lag, und ein anderer Ork stellte sich an das Ende des Gerätes und nahm ein Seil in die Hand. Und schon fragte Azog mich wie jeden Tag die selbe Frage: „So wieder einmal. Wirst du dich uns anschließen Morna?“ „Meine Entscheidung wird sich nie ändern. Also sage ich dir das Gleiche wie jeden Tag. Lieber sterbe ich unter diesen ganzen Qualen, als mich dir anzuschließen und meine Freunde zu hintergehen!“ „Ich sehe schon, du bist genau wie deine Eltern. Fangt an!“ Und schon ließ der Ork das gespannte Seil los, wodurch die Keule mit voller Wucht auf meinen Rücken krachte. Doch schreien tat ich schon länger nicht mehr. Es kam einfach keiner. Stattdessen kamen nur stumm ein paar Tränen. Und wieder machte es wusch und die Keule landete auf meinem Rücken. Dies ging noch bestimmt 10 mal und ich wusste jetzt schon, dass nun auch einige Rippen angeknackst oder, was noch wahrscheinlicher war, gebrochen waren. Als letztes bekam ich noch eine Spritze. Ich wusste nicht, was dort drinnen war, doch das war mir gerade auch egal. Nun wurde ich, schon halb nicht mehr bei Bewusstsein, wieder in meine Zelle gebracht und Azog folgte uns dieses Mal. „Wenn du es nun also unbedingt willst, lasse ich dich in dieser Zelle. Deine Wunden sind sowieso schon so schlimm, dass du nicht mehr lange durchhältst.“ Und weg war er. Und ich war wieder einmal in einen tiefen Schlaf gesunken, der, wie ich hoffte, für immer anhalten sollte. Später am Tag wurde ich von lautem Krach geweckt und sah mich um. Dort war doch tatsächlich Legolas, der gerade gegen drei Orks kämpfte, sie jedoch schnell besiegte. Sofort kam er an meine Zelle und sperrte sie auf. Er kam zu mir und umarmte mich. „Morna, ich bin ja so überglücklich, dass du noch lebst.“ Als ich jedoch einen kleinen Schmerzensschrei ausstieß, ließ er von mir ab und sah mich an. „Es tut mir leid Morna. Ich wollte dir nicht weh tun. Was haben sie dir nur angetan.“ „Wie hast du es geschafft, hier rein zukommen? Hier sind doch überall Orks?“ sagte ich jedoch nur. „Ich hatte Hilfe, doch nun komm, wir müssen schnell hier weg. Kannst du laufen?“ „Nicht sehr gut.“ Und schon nahm er mich vorsichtig hoch und trug mich in seinen Armen. „Du bist leichter als ich gedacht hätte.“ sagte er nur, doch schon ertönte ein Schrei. „Legolas schnell, wir müssen hier weg!“ Es war die Elbin aus dem Wachtrupp. Ich wusste immer noch nicht, wie sie hieß. „Bald sind wir hier raus, keine Sorge.“ und schon lief er los. Im nächsten Gang trafen wir dann auf die Elbin, die mit erhobenen Waffen dort stand. „Kommt, schnell!“ Wir mussten uns wirklich beeilen, denn ich konnte die Orks schon hören. Legolas lief also so schnell er konnte und die Elbin gab uns Rückendeckung. So wie ich sehen konnte, hatten sie gute Arbeit geleistet. Überall lagen tote Orks. Schließlich schafften wir es hinaus aus dieser Festung und waren in Sicherheit, denn es war mitten am Tag und Orks scheuten ja das Tageslicht. An einer sicheren Stelle angekommen, hielten wir schließlich an und Legolas ließ mich hinunter. „Vielen Dank für ihre Hilfe.“ sagte ich nun also zu der Elbin und diese sagte mit einem kleinen Lächeln, dass es doch selbstverständlich wäre. Da drehte ich mich zu Legolas um und sagte: „Legolas, ich bin ja so froh dich zu sehen. Ich dachte, ich würde da drin sterben und dich nie wieder sehen. Zeitweise wollte ich sogar sterben, habe es jedoch nicht hinter mich gebracht.“ „Morna sag doch so etwas nicht. Du bist viel zu kostbar um aus diesem Leben zu scheiden.“ Da bemerkte ich, dass ich weinte und Legolas wischte mir sachte die Tränen weg. „Aber lass und nun erst einmal deine Fesseln abmachen und dann sehe ich mir mal deine Verletzungen an. Manche sehen wirklich schlimm aus.“ Er nahm also einen kleinen Schlüssel hinaus und sperrte damit meine Fesseln auf. Ich war sehr erleichtert, dass sie endlich wieder weg waren. Und nun konnte ich auch wieder richtig die Dunkelheit in mir spüren. Ich schaute nun also zu Legolas und erschrak. Das konnte doch nicht sein. Dort vor mir stand urplötzlich Azog, wie er mich boshaft anlächelte. „Bleib weg von mir!“ schrie ich ihn nun an, doch sein Lächeln wurde nur breiter, sodass ich meine restliche Geduld völlig verlor. Sofort schickte ich den Schatten los, der sich wie eine riesige Hand um seine Kehle schloss. So langsam konnte ich es immer besser kontrollieren und nun sollte er den Schmerz zurückbekommen, den er mir angetan hatte. Vielleicht schenkte ich ihn ja auch den Tod. „Morna nein, was tust du denn da? Hör sofort auf!“ Ich hörte die Stimme der Elbin nur wie durch einen dicken Schleier, dachte aber gar nicht daran aufzuhören. Ich konnte schon erkennen, wie sein Körper langsam erschlaffte, als plötzlich wieder diese Stimme in meinem Kopf erschien: „Morna das ist eine Falle! Es ist nicht Azog, du denkst nur, dass er es ist. In Wirklichkeit ist es der Elb, der dich gerettet hat, also lass von ihm ab!“ Da begann Azog zu verblassen und stattdessen sah ich, wie ich nicht ihn, sondern Legolas würgte. Und ich spürte, dass er nicht mehr lange aushielt. Sofort zog ich die Schatten zurück und stolperte rückwärts. Was hatte ich da getan? Er kam um mich zu retten, und ich tötete ihn fast! Sofort war die Elbin bei ihm, doch Legolas bewegte sich nicht mehr. Nein, das durfte nicht wahr sein! Ich hatte ihn umgebracht! Ich nahm meinen Kopf in die Hände und weinte wieder einmal drauf los. „Was hab ich nur getan? Ich halte das alles nicht mehr aus!“ Es gab für mich nur noch eine Möglichkeit. Etwas von mir entfernt, sah ich den Dolch liegen, den die Elbin wohl eben verloren hatte, als sie zu Legolas gerannt war. Mit einem Sprung war ich bei ihm und nahm ihn in beide Hände. Ich würde kein weiteres Mal zulassen, dass ich jemanden, den ich mochte, verletzte oder tötete. Ich wollte mir also gerade den Dolch ins Herz stoßen, als ich eine Hand an meinem Arm spürte. „Morna, tu das nicht.“ flüsterte Legolas. Vor Schock ließ ich den Dolch fallen. Er lebte! Doch kurz darauf wurde er wieder bewusstlos. Zumindest hoffte ich es. Ich musste etwas weg. Ich konnte nicht hier bleiben. Ich brachte ihn nur in Gefahr. Und so ging ich ein Stück bevor ich schließlich begann, zu rennen. Es waren nun schon einige Tage vergangen und Legolas ging es wieder gut. Ich wusste es aus diesem Grund, da ich nicht weit weg war, als die Elbin, Tauriel wie ich nun wusste, zu mir aufholte und mich zurück holte. Ich wollte zuerst nicht wieder mit ihr zurück, doch sie konnte mich schließlich dazu bewegen, wieder zu Legolas zurück zu gehen. Er würde es mir bestimmt verzeihen, da er genau wusste, dass ich nicht so war. Ich wusste auch nicht, wieso ich auf einmal Azog statt ihn dort gesehen hatte, doch da erinnerte ich mich an die Spritze. Dort musste irgend etwas drinnen gewesen sein, womit sie mich „kontrollieren“ konnten oder so etwas ähnliches. Meine Wunden waren nun auch wieder so gut wie alle verheilt. Ich konnte wieder richtig laufen und sonst waren alle Knochenbrüche verheilt. Ich musste zugeben, dass ich etwas von meiner Schattenmagie dazu benutzt hatte, nur sonst wären die Wunden nicht so schnell geheilt. Ich hatte zwar nun auch viele Narben davon getragen, aber das war ja nicht das Schlimmste. Und damit so etwas wie vor einigen Tagen nicht noch einmal passierte, übte ich regelmäßig von morgens bis abends und dass jeden Tag. Ich wurde immer besser. Heute hatte ich es sogar geschafft, einen Schattenvogel zu erschaffen, der mir nun überall hin folgt. Außerdem konnte ich nun mit dem Schatten völlig Verschmelzen und mich somit unsichtbar machen. Außerdem war Tauriel nicht mehr bei uns. Sie wollte zu Kili und ihm helfen. Ich hatte mich gut mit ihr verstanden. Nun übte ich gerade wieder, aus den Schatten Waffen zu kreieren, da ich ja nur noch eine hatte. Legolas hatte mir die Doppelklinge mitgebracht, die ich im Trollhort gefunden hatte. „Konzentriere dich Morna, du schaffst das.“ sagte also gerade Legolas zu mir und ich bemühte mich noch mehr. Wir waren uns in den paar Tagen immer näher gekommen und ich musste wohl oder übel zugeben, dass ich auf guten Wege daran war, mich in ihn zu verlieben. Ich bündelte nun aber meine ganze Vorstellungskraft und konzentrierte mich nun nur noch darauf, ein Schwert zu erschaffen. Und schon konnte ich den vertrauten Griff eines Schwertes fühlen und öffnete die Augen. Dort in meiner Hand befand sich ein mächtiges Schwert, aus schwarzem Schatten, welches vor Macht nur so zu pulsieren schien. „Ich habe es geschafft.“ sagte ich nun und freute mich wirklich sehr, dass ich die Schatten nun schon so gut kontrollieren konnte. Und das ganz ohne die Stimme in meinem Kopf. „Das ist wunderbar. Morna, ich glaube du hast es geschafft. Du kannst nun deine Magie kontrollieren.“ sagte Legolas nun und ich konnte an seinem breite Lächeln erkennen, dass er sehr stolz auf mich war. Dass ich ihn fast getötet hatte, hatte er wohl verdrängt. Auf jeden Fall redeten wir da nicht mehr drüber. Nun ließ ich das Schwert jedenfalls wieder verschwinden und fand mich augenblicklich in Legolas Armen wieder. Lange Zeit blieben wir nun so stehen, bis er sich schließlich so weit wegzog, dass wir uns in die Augen schauen konnten. Und da tat ich es. Ich beugte mich zu ihm rüber und küsste ihn. Es dauerte nicht lange und Legolas erwiderte ihn. Unser Kuss war sehr leidenschaftlich und ich war in diesem Moment einfach nur glücklich. Schließlich lösten wir uns wieder voneinander und sahen uns wieder in die Augen. „Ich liebe dich Morna. Schon seit unserer ersten Begegnung.“ „Obwohl ich versucht habe, dich zu töten?“ „Das war nicht die Morna, die ich so liebe. Das war ihre Schattenseite, doch diese kann sie jetzt kontrollieren.“ Ich fing an zu lächeln, genauso wie er und sagte: „Ich liebe dich auch Legolas.“ Ich wollte nie wieder von seiner Seite weichen und war einfach so überglücklich, jemanden gefunden zu haben, der mich liebt, egal was ich war. „Schneller!“ ich spurtete mein Schattenpferd an, noch schneller zu laufen. Ich und Legolas hatten uns wenig später auf den Weg zum Erebor gemacht, da wir ihnen helfen mussten. Wir hatten immerhin gesehen, wie Bolg mit einem weiteren Heer aus Gundabad kam. Daher hatte ich auch sofort meinen kleinen fliegenden Begleiter, Nimp hatte ich ihn genannt, was klein bedeutete, zu Gandalf geschickt, da ich wusste, dass er sich bei meinen Freunden aufhalten würde. Da kam Nimp uns auch wieder entgegen und fing an zu zwitschern. Ich konnte nämlich nicht nur Schattentiere herauf beschwören, sondern auch mit ihnen kommunizieren. Gandalf hätte wohl noch gesagt, dass ich mich beeilen sollte, da sie meine Hilfe wirklich gut gebrauchen könnten. Und so fegten wir über die Landschaft, bis wir schließlich am Erebor ankamen. Oh nein, das sah wirklich nicht gut aus. Außerdem konnte ich ganz deutlich sehen, dass Thorin Hilfe gebrauchen konnte. Ich wollte erst einmal etwas auf dem Schlachtfeld aushelfen und so sagte ich Legolas meinen Entschluss. Er würde nun Thorin helfen und so gaben wir uns noch einmal einen Kuss. „Pass gut auf dich auf.“ sagte er nun und ich antwortete: „Ich werde auf mich aufpassen, versprochen. Aber pass du auch auf dich auf.“ „Das mache ich. Ich liebe dich Morna.“ „Ich liebe dich auch Legolas.“ und schon machten wir uns auf den Weg. Ich vertraute jedoch darauf, dass wir uns noch einmal sehen würden. Als Legolas weg war, bündelte ich also meine Kräfte und beschwor mir Flügel herauf. Sofort flog ich mit rascher Geschwindigkeit in Richtung Schlachtfeld. Noch während meinem Fluge, erzeugte ich eine große Schattenwelle, die sich den meisten Orks annahm und sie fesselten. Nun sahen natürlich alle nach oben und meine Freunde sahen zuerst erstaunt, aber dann doch glücklich aus, mich zu sehen. Und so konnte ich viele Orks in Schacht halten, die nun von meinen Schatten förmlich aufgesaugt wurden. Sofort spürte ich wieder diese Stärke die ich aufsog. Nun wurde ich auch von vielen Orks angeschossen, doch die schützende Wand erschien sofort vor mir und so blieb ich unversehrt. Außerdem konnte ich erkennen, dass teilweise auch Elben auf mich schossen, was ich ihnen auch nicht verübeln konnte. Immerhin hatte ich fast ihren König umgebracht, den ich nun auch mitten im Getümmel sah. Er merkte zwei Orks nicht, die sich von hinten näherten und so schoss ich zwei Schattenstrahlen auf die Beiden, die sofort tot zu Boden gingen und Thranduil sah hoch zu mir. Ich nickte ihm nur zu und machte mich wieder auf den Weg. Ich glaubte wenn er erfuhr, dass ich mit seinem Sohn zusammen war, das würde ihm überhaupt nicht gefallen. Nun flog ich also weiter und stieß noch viele weitere dieser Schattenstrahlen auf die Orks, als ich weiter hinten in Richtung des Rabenberges zwei mir bekannte Personen sah. Es waren Kili und Tauriel, und sie saßen in mächtigen Schwierigkeiten so wie ich das sah. Und so flog ich sofort zu ihnen. Als ich dann endlich dort ankam, wollte Bolg Kili gerade erstechen, als ich mit mächtigem Wums vor ihm landete, die Flügel sich gerade auflösend. „Du bist gerade rechtzeitig gekommen.“ sagte Bolg mit einem bösen Lächeln auf den Lippen und ich konnte sehen, dass er zustechen wollte, doch ich konzentrierte mich wieder auf Kili und sendete ihm eine schützende Mauer aus Schatten und Dunkelheit, die ihn nun umgab und Bolg ihn so nicht traf. Sofort ließ er ihn los und kam nun auf mich zu. „Los lauft!“ schrie ich nun den beiden zu und ließ wieder ein mächtiges Schattenschwert erscheinen. Keine Sekunde zu früh, denn schon schlug Bolg zu und ich wehrte gerade noch ab. Und so kämpften wir lange und ich konnte sehen, dass er bald keine Kraft mehr hatte. Ich jedoch war hellwach und voller Kraft. Schneller als er also gucken konnte, hatte ich wieder diese riesige Faust aus lauter Schatten gebildet, die nun mit voller Wucht zuschlug und Bolg gegen die gegenüberliegende Wand krachen lies, wo er kraftlos zusammensank. Ich kam ihm derweil bedrohlich näher, von Schatten umgeben und blieb vor ihm stehen. „Nun, noch irgendwelche letzten Worte?“ Natürlich kam nur ein wütendes Knurren. Sofort ließ ich die Schatten los, die sich wie ein Kokon um Bolg lagen. Wieder einmal hörte ich diese schmerzerfüllten Schreie, doch dieses Mal wollte ich wissen, was dort drinnen passiert und so ging ich in diesen Kokon hinein. Doch was ich sah, war schrecklich. Die Schatten schienen Krallen und spitze Zähne bekommen zu haben und zerfleischten ihn regelrecht. Stränge aus tiefster Dunkelheit krochen in seine Wunden und begannen ihn auch von innen zu zerstören. Es sah wirklich sehr schrecklich aus, doch ich wich nicht zurück. „Du wirst dir noch wünschen, du hättest das nicht getan.“ sagte er noch mit einem kleinen Lächeln. Schnell schoss meine Hand nun nach vorne in seine Brust und ich holte sein Herz heraus. „Sei froh, dass ich es nun wenigstens schnell beendet hab.“ sagte ich noch, bevor sein Körper nun endgültig erschlaffte und ich sein Herz fallen ließ. Diese Kraft die mich nun durchströmte, war atemberaubend. Es lag soviel Macht darin und ich konnte einfach gerade nichts sagen. Jedoch löste ich nun den Schleier, doch als ich nach hinten sah, konnte ich erst gar nicht glauben, was ich da sah. Es war Legolas wie er da stand, tief umschlungen mit Tauriel. Und sie küssten sich! Sofort wurde ich wütend, und wie ich wusste war das nicht gut, doch es war mir gerade so was von egal. „Du mieses Arschloch!“ schrie ich ihm nun entgegen und die Beiden lösten sich. Tauriel wollte auf mich zu kommen, doch ich schickte ihr sofort einen Schattenstrahl entgegen, der sie am Kopf traf und sie sofort tot umfiel. „Morna, bitte beruhige dich.“ sagte nun Legolas, doch ich konnte und wollte mich nicht beruhigen. „Ich werde mich nicht beruhigen! Du hast mich eiskalt verarscht!“ schrie ich ihm entgegen und dazu kam noch eine Schlinge die sich um seine Hüfte schlang und warf ihn gegen die Felswand. Nun wagte er es auch noch mich mit einem hinterhältigen Lächeln anzusehen. „Wie könnte ich denn auch so ein Monster wie dich lieben? So etwas, was mich sogar noch töten wollte?“ Sofort schlang die Schlinge wieder zu und warf ihn an die gegenüberliegende Wand. „Sei still!“ Nun schlug ich ihm mit einer riesigen Schattenfaust in den Magen sodass er sich wieder krümmte. Und bei jedem Schlag schrie ich: „Ich hasse dich!“ Mittlerweile war ich so wütend, dass ich meine Kräfte wieder einmal nicht richtig kontrollieren konnte. Und so passierte es schließlich. Ich würgte ihn wieder einmal mit der Faust und holte ihn langsam zu mir. Währenddessen zog ich meine Doppelklinge, drückte jedoch nicht den Knopf und hatte nur diese eine Klinge. Nun war er auch bei mir angekommen und ich sah ihm in die Augen. Doch nun nicht mit Liebe, sondern mit Hass. „Das werde ich dir nie verzeihen.“ flüsterte ich und stieß zu. Er stieß noch einen erstickten Laut aus und flüsterte nur noch meinen Namen. Doch ganz plötzlich wurde mir so anders und ich sah alles mit anderen Augen. Der Hass verschwand und ich begann zu verstehen. Das war alles nur eine Illusion! Azog wusste, dass ich hier mit Legolas war und wollte es mir heimzahlen, dass ich seinen Sohn umgebracht hatte. Da verschwand die Faust und Legolas fiel in meine Arme. „Oh nein, was hab ich nur getan? Daran war nur Azog schuld. Wäre er nicht gewesen...“ Wieder einmal weinte ich aus vollen Herzen und sah, wie Legolas mir meine Tränen wegwischte, genauso liebevoll wie an dem Tag, an dem er mich befreit hatte. „Morna, ich liebe dich und werde es auch noch im Tod tun.“ flüsterte er und ich konnte deutlich erkennen, dass es ihm schwer fiel und er nicht mehr lange zu leben hatte. „Ich liebe dich auch Legolas, für immer und ewig.“ flüsterte ich nun. Nun breitete sich noch ein kleines Lächeln auf seinem Gesicht aus, doch dann bewegte er sich nicht mehr und gab auch keinen einzigen Ton mehr von sich. Sein Herz hatte aufgehört zu schlagen. Ich schloss vorsichtig seine Augenlider und legte meinen Kopf auf seine Brust, bevor ich wieder bitterlich anfing zu weinen. So lag ich dort, als ich etwas leuchten sah. Es war die Klinge. Und ganz plötzlich erschien aus der Klinge eine durchscheinende Person, die immer dichter wurde und ich sie erkennen konnte. Es war eine Frau, die ebenso schwarzes Haar hatte wie ich, welches jedoch glatt war und über ihre Schulter ging. Ihre Augen waren eisblau und sie hatte ein Kleid an, welches in dunklem Blau gehalten war. Sie sah mich an und ich glaubte sie zu erkennen. „Mutter?“ „Ja Morna, ich bin es.“ sagte sie schließlich und ich konnte ein leichtes Lächeln sehen. Außerdem kullerten ihr ein paar Tränen die Wange hinunter. „Wie kommst du hierher?“ „Dies war meine Klinge. Als ich starb, konnte ich meinen Geist dort hinein leiten und wartete nur darauf, dass du sie finden würdest.“ „Warst du es etwa auch, die mit mir sprach, wenn ich meine Fähigkeit nicht kontrollieren konnte?“ „Ja das war ich, denn dies war der einzige Weg dich davor zu bewahren, genau den gleichen Fehler zu begehen, den ich einst tat. Denn vor lauter Wut, die sich auf einmal in mir bahnte, konnte ich mich nicht mehr beherrschen und die Dunkelheit ergriff Besitz von mir. Dadurch habe ich meinen Mann, und deinen Vater umgebracht und es mir bis heute nicht verziehen.“ „Dann sag mir doch eins. Wieso hast du nicht eben eingegriffen und mir geholfen, wie an diesem Tag, als ich Legolas fast tötete?“ Da blickte sie noch trauriger. „Ich wollte dir wirklich helfen, doch ich kam nicht in deinen Kopf hinein. Du wart genauso wie ich damals erfüllt von purem Hass, den ich nicht durchdringen konnte. Es tut mir wirklich sehr leid.“ „Kannst du denn nun gar nichts tun? Ihn vielleicht wieder zurück holen?“ Ich hoffte, dass sie mir helfen könne, doch leider schüttelte sie nur traurig den Kopf. Doch schon sah ich, dass der Geist meiner Mutter langsam aber sicher verblasste. „Mutter bitte bleib noch hier. Ich habe so viele Fragen.“ „Es tut mir leid, doch meine Kräfte schwinden schnell, auch da ich dir so oft geholfen hatte. Ich muss wieder gehen. Lebe wohl meine Tochter.“ Und so verschwand sie und ich war wieder ganz alleine. Nun kauerte ich mich wieder auf Legolas Brust und blieb dort so lange liegen, bis mich Kili und Tauriel fanden. Sie erzählten mir vorsichtig was alles passierte, dass Thorin und Fili gefallen sind, aber dass es dank mir nicht all zu viele Tote gab. Nun war ja nur noch Kili übrig, was bedeutete, dass er wohl nun König unter dem Berge werden würde. Später begriff ich auch, dass als Azog starb, dass ab diesem Moment ich von dem „Fluch“ Azogs wie ich es nannte, erlöst wurde. Als ich hörte, dass Thranduil auf dem Weg hierher war, musste ich weg. Ich wollte es auf keinen Fall, doch wenn er mich hier sehen würde, wüsste er bestimmt, was vorgefallen war. Immerhin war er nicht dumm, und erinnerte sich bestimmt noch an damals. Als ich aber auch die Klinge holen wollte, war diese verschwunden. Ich gab Legolas also noch schnell einen Kuss auf die Lippen und flüsterte, dass wir uns irgendwann wieder begegnen würden und beschwor wieder einmal die Flügel hinauf und flog. Seit dem Tod von Legolas waren nun fast drei Jahre vergangen. Ich besuchte ihn regelmäßig an seinem Grab im Düsterwald, welches natürlich bewacht wurde, doch ich machte mich einfach unsichtbar und schlich mich an den Wachen vorbei. Ich war lange im Unklaren gewesen, doch nun hatte ich eine Entscheidung getroffen. Ich wollte nicht mehr ohne ihn sein. Ich hatte sowieso niemanden mehr, der mir wirklich etwas bedeutete. Von meinen damals guten Freunden hatte ich mich zurückgezogen. Eigentlich hatte ich mich vor jedem zurückgezogen, doch ich weiß nicht woher, aber überall konnte ich die Geschichte von Morna hören, der letzten aus dem Volk der Schattenkrieger. Es musste uns wohl jemand beobachtet haben, denn in der Geschichte hieß es, dass Morna und ihr Geliebter, ein junger Elb namens Legolas, sich verliebten und sie mit ihren Fähigkeiten nun endlich zurecht kam, doch dann wendete sich das Blatt und sie wurde so gesagt verrückt. Sie wurde von der Dunkelheit übermannt und tötete ihren Geliebten, jedoch kurz bevor er starb, wurden ihre Gedanken wieder klar und sie trauerte lange darüber. So ungefähr hatte ich sie mal mitbekommen. Nun jedoch wurde es langsam für mich Zeit und ich erschuf einen spitzen Dolch, den ich mir nun auf die Brust setzte. Genau da, wo mein Herz sich befand. „Sehr bald werden wir wieder miteinander vereint sein.“ sagte ich noch bevor ich mir endgültig den Dolch ins Herz stoß und neben Legolas Grab schließlich starb, mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Nun lieber Leser habe ich jedoch noch ein anderes kleines Ende, falls dieses euch nicht gefallen hat. Aber wie gesagt, das hier ist ein bisschen kürzer: Seit dem Tod von Legolas waren nun schon fast 60 Jahre vergangen und ich hatte mich verändert. Denn seit diesem Tag an, war mir etwas klar geworden. Es nützte nichts wenn man gegen den Drang in einem ankämpfte. Man musste einfach loslassen und so versuchte ich es manchmal erst gar nicht, meine Kräfte zu kontrollieren. Ich war zwar nicht gänzlich böse geworden, doch ich gehörte auch nicht mehr zu den Guten. Gandalf versuchte auch in all den Jahren immer wieder mit mir zu reden, doch ich blockte ab, denn er versuchte einfach jedes Mal heraus zu finden, wieso ich mich so verändert hatte. Immerhin wusste er nicht, was kurz nach dem Tod von Legolas geschah und dies hatte ich ihm auch nie erzählt. Nun streifte ich also umher, immer mal wieder Aufträge annehmend, bei denen ich entweder Personen entführen oder töten sollte, bis mich ein Auftrag eines Tages nach Bruchtal führte. P.S. Das zweite Ende hier war eine kleine Anspielung auf einen weiteren Der Herr der Ringe Test, da ja manche mit einigen Auswertungen nicht so zufrieden waren. Dieser könnte zwar noch etwas dauern, aber ich verspreche, dass noch einer raus kommt. Also dann, bis bald und schreibt mir doch ein paar Kommentare, würde mich freuen:)

27.09 % der User hatten die Auswertung: Ich war gerade am überlegen, wie wir diesen Trupp am Schnellsten loswerden würden, als ich Kilis Schrei hörte. Sofort drehte ich mich in diese Richtung und sah, wie eine Spinne sein Bein hatte und ihn mitzog. Gerade als ich mich verwandeln wollte, um ihm zu Hilfe zu kommen, sah ich auch schon eine rothaarige Elbin, die ihm half. Augenblicklich verspürte ich Eifersucht. So wie er sie einfach ansah. Doch schon wurde ich etwas unsanft herumgedreht und von einem Elben untersucht, während ich die ganze Zeit die Beiden beobachtete. Nun wurden wir also in eine Reihe gestellt und schließlich abgeführt. Wir gingen eine Zeit, bis ich den Palast des Königs sehen konnte. Nicht lange und wir waren schließlich dort, wo alle zu Zellen gebracht wurden. Ich wurde zusammen mit Kili in eine Zelle gepackt und saß mich hin. Gedankenverloren streifte ich meinen Ärmel etwas zurück und strich über das kleine Wolfskopftattoo, was ich immer tat, wenn mich etwas bedrückte. Ich wusste nicht genau wieso, doch es beruhigte mich. „Dich scheint irgendetwas zu bedrücken. Du weißt, dass du mit mir über alles reden kannst Anessa.“ sagte nun Kili, der sich neben mich gesetzt hatte, mit einer sorgenvollen Stimme. „Ach es ist nichts. Ich bin bloß etwas erschöpft.“ „Dann komm.“ sagte er nun und klopfte auf seinen Schoß. Mit einem Lächeln sagte er einfach nur: „Es ist gemütlich glaub mir.“ Und so willigte ich schließlich ein und legte meinen Kopf auf seinen Schoß. Es war wirklich sehr gemütlich und da er nun auch noch sanft mein Haar streichelte, war ich irgendwann eingeschlafen. Irgendwann in der Nacht wachte ich schließlich auf, lag jedoch plötzlich alleine dort in der Zelle. „Kili? Wo bist du?“ fragte ich, doch keiner antwortete. Als ich also zur Seite sah, konnte ich erkennen, dass die Zellentür auf war. Merkwürdig. Und so machte ich mich auf den Weg und konnte die ganzen Anderen auch nicht mehr in ihren Zellen entdecken. Wo waren denn bitte alle? Ich ging weiter und kam irgendwann draußen an. Währenddessen war einfach niemand zu sehen. Wirklich keiner. Und dann kam ich an einer Ecke an und schaute daran vorbei, doch ich wünschte, ich hätte es nicht getan. Denn dort drüben standen Kili und diese rothaarige Elbin, die sich küssten! Ich war am Boden zerstört. Wie konnte er mir nur so etwas antun. Ich wollte einfach nur noch hier weg und ließ, während ich rann, den Tränen freien Lauf. Doch plötzlich stolperte ich und fiel unsanft hin. Als ich guckte, worüber ich dort gefallen war, blieb mir wieder einmal der Atem weg. Dort vor mir auf dem Boden lag Kili, doch er war tot. Erstochen. Ich konnte einfach nicht mehr und schrie. Ich schrie, bis ich nicht mehr konnte, als ich auf einmal eine Hand an meiner Schulter spürte, die mich unsanft rüttelte. Schließlich wurde ich aus diesem Alptraum gerissen und sah vor mir einen besorgten Kili, der immer und immer sagte, dass das alles nur ein Traum sei und ich aufwachen sollte. Er sei ja da. Da beruhigte ich mich langsam und blickte ihm in seine Augen. Sofort versank ich fast in ihnen und konnte mich so beruhigen, sodass ich dort saß, mit tränen überströmten Gesicht. „Alles ist gut, es war nur ein böser Traum, sonst nichts.“ sagte er nun wieder beruhigend und nahm mich einfach in den Arm. Und sofort erwiderte ich seine Umarmung, da ich ihm einfach nicht böse sein konnte. Immerhin da war ja eigentlich nichts passiert zwischen den Beiden. Und das hier war nur ein Traum. Ein böser Alptraum. Natürlich sahen die Anderen besorgt zu mir, doch sie konnten ja leider nichts tun. Und so lag ich lange in Kilis Armen und blieb wach, denn nun konnte ich auf keinen Fall mehr schlafen. Die Zeit verging und ich lag mittlerweile in der hinteren Ecke, denn ich war wieder etwas müde, weil ich ja nicht so gut und folglich auch nicht so lange geschlafen hatte. Kili saß immer noch an der Tür und warf die ganze Zeit einen Runenstein hoch und fing ihn wieder auf. Plötzlich stand die rothaarige Elbin vor der Zelle und fing an mit Kili zu reden. Sie klangen irgendwie so, als ob sie sich schon länger kennen würden und Kili redete gerade über ein kleines „Abenteuer“ von ihm, wo er einen Feuermond gesehen hatte. Als ich nach unten auf den Boden sah, konnte ich dort einen kleinen nassen Fleck erkennen, der eben noch nicht dort war und fasste an mein Auge. Dort waren Tränen. Ich konnte sie einfach nicht zurückhalten und ließ sie stumm weiter meine Wange hinuntergleiten. Sie redeten einfach, als ob ich nicht da wäre und das verletzte mich sehr. Schließlich schlief ich wieder, voll Trauer, ein. Später wachte ich wieder auf, da Kili mich weckte. Und da konnte ich an der Tür Bilbo erkennen, der sie gerade aufsperrte. Wie hatte er das bloß hinbekommen? Fragte ich mich, doch wir hatten nicht viel Zeit und so machten wir uns auf den Weg, jedoch nicht nach draußen, sondern in den Keller. „Wir sind im Keller!“ sagte Kili wütend, jedoch nicht so laut. Denn wenn die Wachen hier unten aufwachen würden, wäre das nicht gut für uns. Und so gingen wir weiter, bis wir vor 14 Fässern standen. „Was sollen wir tun?“ fragte ich nun und Bilbo sagte, dass wir alle in die Fässer sollten. Dies wollte natürlich keiner machen, aber auf Thorin hörten sie schließlich und wir stiegen in die Fässer. „Und was jetzt?“ fragte nun Bofur und alles was Bilbo daraufhin sagte war: „Tief Luft holen.“ Ich hatte schon eine Ahnung, was er nun machen wollte und so klammerte ich mich an mein Fass, als er auch schon den Hebel betätigte und wir alle in den Fluss fielen und mit der Strömung davon getragen wurden, als schließlich auch Bilbo auftauchte, und sich an Noris Fass festhielt. Nun ging es weiter und ich dachte wirklich, wir kämen nun schnell voran, doch da hatte ich mich getäuscht. Denn schon kam der Sohn von Thranduil, Legolas war sein Name, und sagte auf Elbisch: „Schließt das Tor!“ Sofort ertönte das Horn und das Tor wurde geschlossen, gerade als wir dort ankamen. „Verdammt!“ fluchte ich, doch es nützte nichts, als plötzlich eine Wache tot umfiel, mit einem Pfeil im Rücken, der mir sehr bekannt vorkam. Orks! Sie waren dabei, unsere Gemeinschaft zu töten, doch dies würden sie nicht schaffen. Und so wollte ich gerade meinen Bogen holen, als ich ja bemerkte, dass ich ihn nicht mehr hatte. Doch da konnte ich Bilbo sehen, der mir ihn gerade gab. „Ich hab ihn eben aus der Waffenkammer geholt. Gandalf hat mir nämlich gesagt, von wem dieser Bogen war. Viel Glück!“ Ich wusste zwar nicht, wen Gandalf meinte, doch dies war jetzt erst einmal unwichtig. Ich kämpfte also, und schaffte es auch, viele zu töten, doch sehr viel weniger waren es dadurch nicht. Da sah ich, wie Kili auf den Platz in Richtung des Hebels rannte, doch er konnte nicht sehen, was ich sah. Denn Bolg spannte seinen Bogen und schneller als ich gucken konnte, hatte der den Pfeil auch schon losgelassen und dieser traf Kilis Oberschenkel. „Das wirst du noch büßen!“, knurrte ich leise und meine Augen blitzten gefährlich auf. Nur Sekunden später stand dort auf dem Platz ein großer Wolf, der alle Orks zerfleischte, bis viele vor mir flohen. Nun sah ich zu Bolg und fletschte die Zähne. Er wird es noch bereut haben, sich mit uns Hautwechslern angelegt zu haben. Doch nun ging ich zu Kili und verwandelte mich wieder zurück, um ihm besser zu helfen. Als er schließlich mehr oder weniger stand, drückte ich den Hebel nach unten und das Tor öffnete sich. „Danke.“ brachte er noch heraus, doch ich merkte, dass es ihn viel Kraft kostete. Es könnte möglich gewesen sein, dass dies ein Morgul-Pfeil war, was ich aber nicht hoffte. Nun mussten wir aber wieder weiter und so gingen wir zusammen zu den zwei leeren Fässern und schafften es hinein. Doch als ich nach Kili ins Fass hineinstieg, verspürte ich einen Schmerz an meiner Hüfte. Ich hatte ihn erst jetzt bemerkt, doch ich wurde wohl eben irgendwann mit dem Schwert getroffen. Aber es war keine all zu große Wunde und so ging es weiter. Ich nahm wieder meinen Bogen, den Fili mir reichte, da ich ihn eben fallen gelassen hatte, und machte da weiter, wo ich aufgehört hatte. Und so kamen wir unbeschadet dort hinaus. Wir waren wieder einige Zeit unterwegs und mittlerweile hatte die Strömung ausgesetzt, weswegen wir nur sehr langsam vorankamen. Und meine Wunde an der Hüfte schmerzte von Minute zu Minute mehr. So schlimm konnte das doch nicht sein. Wir hielten nun also an einem Platz, wo viele nicht gerade gut aus ihren Fässern herauskamen. Als alle dann jedoch draußen waren, ging ich erst einmal zu Kili, denn ihm schien es noch schlechter, als mir zu gehen. „Die Wunde muss verbunden werden.“ sagte ich also und sofort erwiderte Thorin, dass wir nur zwei Minuten hätten. Ich riss nun ein Stück meines Oberteils ab und machte einen notdürftigen Verband daraus, dem ich ihm so sachte wie möglich dran machte. Doch anscheinend sah er, dass auch ich verletzt war und sagte: „Anessa, du bist ja auch verletzt. Das muss auch verbunden werden.“ „Keine Sorge, die Wunde ist nicht so schlimm.“ Und so riss ich ein weiteres Stück ab und stand nun fast schon bauchfrei da. Vorsichtig wickelte ich es also um die Wunde und stöhnte kurz und leise auf. „Das hört sich aber nicht so an, als ob es nicht so schlimm wäre.“ sagte nun Kili sorgenvoll, doch ich erwiderte nur, dass es in ein paar Tagen wieder gut wäre und ging. Es tat mir zwar auch Leid, ihn da einfach so stehen zu lassen, doch ich musste erst mal meine Gedanken ordnen. Da hörte ich etwas und sah nach links, wo ein junger Mann stand, mit älterer und kaputter Kleidung und der gerade mit seinem Bogen auf Dwalin zielte und den Pfeil los ließ. Dieser landete sofort im geschnitzten Stab von ihm und nun wollte Kili einen Stein auf ihn werfen, doch der Fremde ließ einen weiteren Pfeil los, der auch diesen traf. „Macht das noch einmal und ihr seit tot.“ sagte er also und ich sah, dass Balin sich ihm näherte. Er blieb natürlich freundlich und fragte ihn, ob dies da hinten sein Kahn wäre. Und so begannen die Verhandlungen. Ich hörte jedoch nicht sonderlich zu, denn was sie redeten interessierte mich gerade herzlich wenig. Ich wollte einfach nur weiter über diesen Fluss. Da hörte ich plötzlich Kilis Stimme ganz dicht hinter mir und erschrak leicht. „Anessa was ist los? Du bist plötzlich so abweisend zu mir. Wenn ich irgendwas falsch gemacht haben sollte, dann sag es mir bitte.“ Ich konnte deutlich hören, dass er besorgt um mich war, doch ich wusste einfach nicht mehr, ob ich ihm glauben konnte, nachdem, was da zwischen ihm und der Elbin war. Sofort kamen wieder Tränen, doch ich blinzelte sie schnell weg und drehte mich zu ihm um, mit einem aufgesetzten Lächeln, welches er mir hoffentlich abkaufte. „Es ist nichts keine Sorge, ich brauch manchmal einfach etwas Ruhe, dass ist alles.“ Er sah zwar nicht so aus, als ob er mir glaubte, doch er zwang mich nicht weiter und so machten wir uns auf den Weg zum Kahn, mit dem wir uns jetzt auf den Weg in die Seestadt machten. Während der ganzen Fahrt über sagte ich kein Wort. Ich saß einfach nur da und starrte auf den See hinaus, den wir gerade überquerten. Ich hoffte einfach nur, dass wir dieses Abenteuer bald hinter uns hätten, denn so langsam begann ich irgendwie missmutig zu werden, was das anbelangte. Wieder einmal zog ich leicht meinen Ärmel zurück und betrachtete, das Wolfskopftattoo auf meinem Handgelenk, als ich eine Stimme hinter mir hörte. „Ihr seit eine Hautwechslerin. Ich dachte, von euch wären alle gestorben?“ Es war der Kahnführer, der, wie ich von Bilbo erfahren hatte, Bard hieß. „Es sind auch alle anderen gestorben oder umgebracht wurden. Nur noch Beorn und ich sind übrig.“ Danach senkte ich traurig den Kopf und er schien wohl zu verstehen, denn er sagte: „Es tut mir sehr Leid. Ihr müsst sehr traurig darüber sein. Und alleine aufwachsen zu müssen ist bestimmt nicht leicht.“ „Da habt ihr Recht, doch irgendwie habe ich es geschafft.“ Doch ich wollte natürlich nicht weiter über meine Kindheit sprechen und so ging ich zu den Anderen, die gerade aufstanden, da sie den Erebor gesehen hatten. Doch nun kam Bard zu uns und sagte, wir sollen in die Kisten, denn nicht weit entfernt standen Wachen. Widerwillig setzten wir uns also wieder hinein und dieses Mal musste ich mich noch kleiner machen, denn man durfte mich ja nicht sehen. Und schon warteten wir ab, bis wir plötzlich eine Menge Fisch abbekamen. Nicht sehr schön, aber besser als gleich am Haupttor erwischt zu werden, an das wir auch gerade kamen. Ich konnte hören, wie Bard mit einem Mann namens Peredur redete und dieser ihn auch gerade durchlassen wollte, als eine andere Stimme hinzu kam, die die Fische über Bord kippen wollte. Oh nein, das war überhaupt nicht gut! Und schon merkte ich, wie mein Fass angehoben wurde und ich hielt mich so gut es ging fest, doch dann auf einmal hörten sie auf und stellten das Fass wieder hin. Den Valar sei dank! Nun durften wir also weiter und nicht lange, dann durften wir aus unseren Fässern hinaus. Nun ging es weiter, doch auf halbem Wege mussten wir stehen bleiben, denn der Sohn von Bard sagte, dass ihr Haus bewacht würde. Und was nun kam, würde ich nie wieder erwähnen, denn wir mussten wirklich über deren Klosett ins Haus hinein. Natürlich wollte ich nicht, doch es gab keine andere Möglichkeit. Und so war ich froh, als wir im Haus ankamen und die jüngste Tochter von Bard warme Mäntel verteilte. „Vielen Dank.“ sagte ich also gerade, und da sah ich, wie sie auf mein Handgelenk starrte, denn der Ärmel war mal wieder zurück gerutscht. „Entschuldigt, dass ich so sehr auf ihr Tattoo starre, doch dann ist es bestimmt wahr, dass ihr eine Hautwechslerin seit, oder?“ fragte sie und ich lächelte leicht. „Ja das stimmt, ich bin ein Hautwechslerin.“ „Würde es euch etwas ausmachen, einmal eure Tiergestalt zu zeigen? Natürlich müsst ihr das nicht, doch ich habe so etwas noch nie gesehen.“ Diesen einen Gefallen konnte ich einem kleinen Kind doch nicht ausschlagen. „In Ordnung, aber nur wenn dein Vater nichts dagegen hat.“ „Keine Sorge, es wird schon niemandem hier schaden.“ sagte dieser also und so stellte ich die Tasse Tee ab. Ich konzentrierte mich also kurz und nur wenige Sekunden später stand dort ein großer Wolf. Währenddessen sahen mich alle an und das kleine Mädchen strahlte schon fast vor Freude. „Das ist so schön, endlich eine Hautwechslerin zu sehen.“ sagte sie nun mit einem Lächeln und ich stupste sie leicht an der Nase, worauf sie anfing zu kichern und mich leicht zu streicheln. Nach einigen Minuten verwandelte ich mich schließlich wieder zurück und setzte mich. Doch als ich mich setzte, kam auch ganz plötzlich der Schmerz wieder zurück, doch einen kleinen Aufschrei konnte ich noch unterdrücken. Nun als Thorin also die Waffen einforderte und Bard sie holte, zog ich mein Hemd etwas nach oben, um die Wunde an meiner Hüfte zu sehen. „Verdammt, das sieht nicht gut aus.“ murmelte ich, denn die Wunde hatte sich nur leicht verschlechtert. Doch als ich zu Kili hinüber sah, konnte ich sehen, dass es ihm genauso ging. Seine Wunde musste wohl auch schlimmer geworden sein. Was sollten wir nur tun? Da kam schließlich Bard mit den „Waffen“ wieder zurück, doch so richtig nach Waffen sah es ja nicht aus. Nun ja ich brauchte ja sowieso keine, da ich meinen Bogen hatte und, wenn nötig, auch in einer meiner Tierformen kämpfen konnte. „Das ist wohl ein Scherz.“ sagte nun Bofur und warf sein, was weiß ich was, auf den Haufen zurück, genau wie alle anderen. „Es gibt nichts Besseres außerhalb der Waffenkammer der Stadt.“ Und dies war der Punkt, weshalb sich Thorin mit uns anderen abends auf den Weg zur Waffenkammer machte. Ich blieb draußen mit einigen, während der Rest rein ging. Alles blieb still, doch dann hörten wir ein lautes Poltern, als ob Waffen runter gefallen wären und sofort konnten wir die Wachen hören. Wir wollten weg, doch schon waren wir von Speeren umzingelt und wurden nun also zum Bürgermeister gebracht. „Was ist das für ein Aufruhr?“ fragte der Bürgermeister, nachdem er auf den nun vollen Platz hinaus getreten war. „Wir haben sie geschnappt, als sie Waffen stehlen wollten, Herr.“ antwortete ihm nun einer der Wachen. „Ah also Hochverräter hm?“ „Nur ein kümmerlicher Haufen Söldner wenn ihr mich fragt Herr.“ sagte nun ein Mann, der nicht gerade gepflegt aussah und wohl so etwas wie sein Gehilfe war. Doch Dwalin sagte nun daraufhin: „Hütet eure Zunge, ihr wisst nicht, mit wem ihr es zu tun habt. Das ist nicht nur irgendein Halunke. Das ist Thorin, Sohn von Thrain, Sohn von Thror.“ Daraufhin trat Thorin hervor, sodass ihn alle sehen konnten und das Gemurmel begann. Ich blieb weiterhin hinten und hörte einfach nur zu, als ich sah, dass der Gehilfe des Bürgermeisters mich ansah und dann dem Bürgermeister etwas zuflüsterte. Nun drehte dieser sich zu mir und sagte: „Dies ist wirklich äußerst interessant, jedoch habe ich gerade mitbekommen, dass wir noch jemanden interessanteren in unserer Mitte haben. Junge Dame würdet ihr bitte vortreten?“ Nun starrten mich alle an und da ich nicht anders konnte, ging ich langsam nach vorne. „Wie sicher allen bekannt sein sollte, gab es einst das Volk der Hautwechsler, welches nun ausgerottet wurde. Nun, doch nicht ganz.“ Dabei winkte er zwei Wachen heran und diese hielten mich fest, sodass ich mich natürlich wehrte. „Lasst mich sofort los!“ Ich konnte natürlich nicht nach hinten sehen, jedoch hörte ich, wie die Wachen nun auch jemand anderes festhielten. Sie zogen also mein Hosenbein und meinen Ärmel zurück, sodass jeder meine beiden Tattoos sehen konnte, und das Gemurmel von vorne losging. „Wenn ich mich nicht Irre, ist eurer Name Anessa, hab ich Recht. Nun, ihr seit, wenn man den Geschichten glauben schenkt, die Letzte aus diesem Volk. Ich habe heute eine Nachricht bekommen, von einem gewissen Herrn, den ihr bestimmt kennen werdet. Und dieser hat ein Kopfgeld auf euch ausgesetzt. Jedoch will er euch lebend.“ Und sofort wurden mir von den Wachen Fesseln angelegt. „Das könnt ihr nicht machen!“ schrie ich, doch er sagte nur, dass ich mich irre und so wurde ich abgeführt, wobei ich einen Blick auf die Anderen warf, die alle zu mir sahen und viele wehrten sich auch, da sie festgehalten wurden. Besonders Kili. Doch viel sah ich nicht mehr, denn ich wurde schnell weitergezogen und landete also in einer Zelle, wobei mir die Fesseln abgenommen wurden. Ich musste hier sofort raus verdammt! Doch die Zellentür war natürlich ohne Schlüssel nicht aufzubekommen. Oder vielleicht doch? Ich glaubte, die Wache, die nun dort sah und in die entgegengesetzte Richtung starrte, war noch neu. Sie hätte mir nicht einfach so meine Fesseln abnehmen sollen, aber gut, Glück für mich. Und so wartete ich noch, bis die Nacht herein brach und die Wache schließlich einschlief. Nun konzentrierte ich mich wieder etwas und verwandelte mich in meine Wolfsgestalt. Es war zwar nun etwas eng hier, aber das war ja auch egal. Hauptsache, ich käme hier raus. Und so nahm ich eine Stange in den Mund und begann, sie zu biegen. Denn ich hatte ein sehr festes Gebiss und ein starkes natürlich dazu und so schaffte ich es, die Stange zu verbiegen, was zwar etwas dauerte, aber wenigstens hatte ich es geschafft. Gut wenn man in seinem Tierkörper stärker war, als in seinem Menschenkörper. Nun verbog ich also noch die Stange daneben und verwandelte mich wieder zurück, sodass ich mich dadurch quetschen konnte. Doch ich kam mit der Hüfte an die Stange und so schmerzte meine Wunde wieder, jedoch nicht mehr so schlimm, was wohl bedeutete, dass sie langsam endlich heilte. Ich wusste nicht wieso, doch es konnte nicht an den Verwandlungen liegen. Ich nahm also noch meinen Bogen und machte mich auf den Weg. Doch als ich hinaus trat und etwas weg war, sah ich noch einmal zurück und konnte Bolg erkennen, der gerade wutentbrannt die Wache hinaus schleuderte. Nun, ich war eben schneller gewesen. Aber jetzt musste ich mich beeilen und so machte ich mich auf den Weg, denn ich hatte etwas mehr Zeit verbraucht, als ich gedacht hatte. Den restlichen Abend versteckte ich mich, sodass ich nicht gefunden wurde und kam am nächsten Morgen wieder aus meinem Versteck heraus, denn nun machten sich die Anderen auf den Weg. Ich hatte mir in der Nacht noch einige Klamotten geklaut, um nun nicht aufzufallen. Das war natürlich nicht sehr nett, doch ich wollte nicht schon wieder in der Zelle landen. Dort angekommen mischte ich mich in die Menge und kam nah genug an sie heran. „Wir können sie doch nicht einfach so dort verrotten lassen, bis sie Azog in die Hände fällt.“ Dies war Kili, doch Thorin antwortete ihm natürlich nur, dass sie nicht mehr viel Zeit hätten und ohne mich los müssten. Jedoch auch ohne ihn, denn ich konnte nun auch deutlich erkennen, dass es ihm sehr schlecht ging. Und so musste Kili hierbleiben. Jedoch blieb auch Oin, ebenso wie Fili. Als das Schiff nun also losfuhr, kam gerade noch Bofur an, der wohl zu stark gefeiert hatte und das Schiff verpasst hatte. Doch nun konnte sich Kili nicht mehr richtig auf den Beinen halten und so war ich sofort bei ihm. „Keine Sorge, ich bin es.“ flüsterte ich, und noch bevor die Anderen etwas sagen konnte, hielt ich sie zurück und zusammen brachten wir Kili zu Bard. Dort angekommen, legten wir ihn auf das Sofa und Bard nahm einige Kräuter, die jedoch nutzlos waren und so fragte Oin, ob er nicht irgendwie Königskraut hätte. „Das ist Unkraut, damit füttern wir die Schweine.“ Sofort lief Bofur los um welches zu holen. Ich blieb jedoch hier, da ich nun für Kili da sein musste. Auch wenn ich einige Zeit enttäuscht von ihm war und auch etwas wütend, dass war jetzt egal, denn er stand auf der Schwelle des Todes. Denn mittlerweile wusste ich, was dies für ein Pfeil war. Ein Morgulpfeil. Ich nahm nun also seine Hand und drückte sie ganz fest. „Du wirst das schaffen Kili, halte einfach noch ein kleines bisschen durch. Für mich, bitte.“ Sofort traten mir wieder Tränen in die Augen und ich sagte noch. „Ich weiß, dass du es schaffen kannst. Denn du bist stark und nichts und niemand kann dich besiegen. Und ich werde immer da sein, denn ich werde dich für immer lieben, egal was passiert.“ Da drückte er fest meine Hand und sah mich an, wobei ich auch erkennen konnte, dass sich ein paar Tränen ihren Weg nach draußen bahnten. Doch nur Sekunden später musste er wieder vor Schmerzen aufschreien und ich hoffte, dass Bofur sich beeilte. „Ahhhhhhh!“ Der Schrei kam von oben und ich glaubte, dass er von Bard älterer Tochter kam. Und nicht lange nach diesem Schrei, tauchten auch schon Orks auf. Ich zögerte nicht und nahm meinen Bogen. Sie würden Kili nichts antun, solange ich da war. Und schon flog der erste Pfeil und eine Sekunde später der Nächste. Wenn mir ein Ork dann mal zu Nahe kam, schlitzte ich ihm einfach die Kehle durch. Da wollte einer gerade Kili zu nahe kommen, doch sofort landete ein Pfeil in seinem dämlichen Schädel und er fiel tot um. Da ging plötzlich die Tür auf und die Elbin trat hinein, bewaffnet mit zwei Dolchen und zusammen kämpften wir gegen die Orks, die nun schnell erledigt waren. Doch Kili hielt nun nicht mehr lange durch und so hatten wir Glück, dass gerade Bofur mit etwas Königskraut kam, welches die Elbin sofort nahm. Nun ging alles ganz schnell. Die Elbin befahl, dass man Kili festhalten solle, was natürlich sofort alle taten und schon fing sie mit dieser „Elbenheilkraft“ an, ihn zu heilen. Wenig später war alles vorbei und sie hatte es geschafft. Kili war gerettet. Ich war überglücklich. Da ertönte leise seine Stimme und ich kam sofort zu ihm, doch dann sagte er nur ein Wort. „Tauriel.“ Das war doch nicht wahr. Es konnte doch nicht wirklich wahr sein. Ich wollte hier weg. Und so stürmte ich aus dem Zimmer und hörte nicht mehr auf die Anderen. Schnell, wie immer, verwandelte ich mich, jedoch dieses Mal nicht in einen Wolf, sondern in einen Adler und erhob mich in die Lüfte. Ich hielt es einfach nicht mehr länger aus und wusste nicht, was ich noch glauben sollte. Ich flog und flog, bis schließlich in der Nähe von Beorn hielt. Als ich mich zurückverwandelte, kam er auch schon sofort auf mich zu und als er meine Tränen sah, nahm er mich in den Arm. Ich war einfach so froh, wenigstens ihn noch zu haben. „Komm am Besten erst einmal hinein. Dort erzählst du mir alles, was passiert ist.“ Und dies tat ich auch. Ich erzählte ihm alles, was seit unserem Abschied passiert war. „Aber vielleicht hast du dich auch nur verhört?“ „Nein, ich habe mich ganz bestimmt nicht verhört. Er sagte Tauriel.“ „Aber das muss doch nichts heißen. Vielleicht wollte er ihr sagen, dass sie vielleicht kurz weg sollte, oder er wollte ihr danken, oder.....“ Ich stoppte ihn und sagte: „Natürlich könnte all dies zutreffen, doch, ach ich weiß auch nicht. Was soll ich nur tun Beorn?“ Sofort fing ich wieder an zu weinen und er tröstete mich. „Ich fand eigentlich nicht, dass er ein schlechter Zwerg ist, als er hier war. Und ihr Beiden saht so glücklich aus. Ich finde, du solltest sofort zurückfliegen und ihn einfach zur Rede stellen. Dann wird bestimmt alles wieder gut werden. Ich will doch nicht, dass meine Patentochter unglücklich ist.“ sagte er nun mit einem leichten Lächeln zu mir und ich schaffte es schließlich auch ein Lächeln hervorzubringen. „Vielleicht hast du ja Recht. Ich hab wohl zu schnell und übertrieben gehandelt. Immerhin, ich liebe ihn und er mich. In Ordnung, ich werde mich wieder auf den Weg machen. Danke Beorn.“ Und sofort umarmte ich meinen Patenonkel, und dankte ihm. Als wir nun wieder draußen waren, wünschte er mir noch viel Glück und als ich mich wieder in einen Adler verwandelt hatte, hob ich mich in die Lüfte und flog wieder zurück in Richtung des Erebor. Ich hoffte nur, dass Kili mir verzeihen wird. Ich hätte einfach nicht so überstürzt handeln und dort bleiben sollen. Schließlich kam ich dort wieder an und sehe etwas Schreckliches. Die ganze Seestadt brannte. Dann hatten die Anderen wohl Smaug geweckt und irgendetwas Dummes getan, sodass dieser die Seestadt abgebrannt hatte. Doch viele Bewohner hatten überlebt und so flog ich nun zu dem großen Platz, wo alle versammelt waren. Viele wichen zurück, doch als ich gelandet war, kam Bard auf mich zu und ich verwandelte mich wieder zurück. „Anessa, ihr seit wieder da. Wieso seit ihr zurückgekehrt?“ fragte er mich nun und viele, nein alle, sahen mich erwartungsvoll und auch ängstlich an. Da sah ich hinten ein Schiff, in dem Fili, Oin und Kili gerade standen und sich wohl auf den Weg machen wollten, doch nun sahen alle zu mir. Besonders Kili. Und Tauriel sah ich auch dort. „Ich kam zurück, da ich falsch gehandelt habe. Jedoch habe ich durch meinen Patenonkel wieder richtig gesehen und mir wurde klar, dass das was ich getan habe, nicht richtig war. Ich hätte nicht einfach abhauen sollen und so kam ich zurück, um zu verzeihen und zu helfen.“ Dabei sah ich die ganze Zeit Kili an und bewegte mich langsam auf ihn zu, genau wie er. Und dann trafen wir uns in der Mitte und sahen uns an. „Als du damals im Düsterwald in der Zelle so vertraut mit Tauriel gesprochen hast, wurde ich eifersüchtig und war auch enttäuscht. Und als du dann in Bards Haus nach Tauriel gerufen hast, da dachte ich, du liebst mich nicht mehr und ich haute einfach so ab. Doch Beorn erklärte mir, dass ich zu überstürzt gehandelt habe und das wurde mir dann auch richtig klar. Und deshalb bin ich zurückgekommen.....“ Bevor ich mich versah, lagen Kilis Lippen auf meinen. Als er sich wieder von mir löste, sagte er: „Wie könnte ich denn aufhören dich zu lieben? Anessa, das kann ich nicht, denn ich werde dich einfach für immer und ewig lieben. Du bist einfach das Beste, was mir passieren konnte und das, als ich Tauriel sagte. Ich wollte ihr einfach nur dafür danken, dass sie mich hier bei dir gelassen hat und wollte sie fragen, ob sie kurz raus gehen könnte.“ Das sagte er natürlich wieder mit diesem süßen, unschuldigen Lächeln und ich konnte nicht anders und nahm ihn so fest ich konnte in die Arme. Natürlich sahen alle zu uns, doch das war uns egal, denn nun wusste ich, dass uns nichts und niemand auseinander bringen konnte. Ich entschuldigte mich schließlich noch bei Tauriel, bevor wir dann auch endlich aufbrechen mussten. Wir fuhren also in Richtung Erebor und kamen auch recht schnell am anderen Ufer an. Dann noch ein kleiner Fußmarsch und angekommen waren wir. „Wow.“ sagte ich, als wir drinnen ankamen. „Das sieht echt schön aus.“ Da kam plötzlich Bilbo: „Wartet. Wartet! Halt, halt, halt. Ihr müsst sofort weg hier. Wir alle müssen sofort weg hier.“ Da entgegnete ihm Bofur: „Aber wir kommen doch gerade erst an.“ „Ich hab versucht mit ihm zu reden, aber er hört nicht.“ „Was meinst du Junge?“ dies war Oin. „Thorin. Er ist seit Tagen da unten. Er schläft nicht, er isst kaum noch etwas. Er ist nicht mehr er selbst. Nicht im Geringsten. Das liegt an diesem Ort. Eine Krankheit scheint auf ihm zu liegen.“ „Was für eine Krankheit?“ fragte Kili erschrocken und sofort lief Fili los, und wir natürlich hinterher. Ich fragte mich, was denn nun los war, doch als wir bei Thorin ankamen, wusste ich, was Bilbo meinte. „Gold, Gold jenseits aller Vorstellungen. Jenseits von Trauer und Gram.“ sagte Thorin gerade und sah zu uns hoch: „Seht ihn euch an. Den gewaltigen Schatz von Thror.“ Da wurf er Fili etwas entgegen und sagte: „Willkommen meine Schwestersöhne. In dem Königreich, Erebor.“ Ich hätte es aber auch ahnen können, dass Thorin von der Drachenkrankheit befallen würde, doch nun war es bereits zu spät. Aber nun gingen wir natürlich auch noch zu den Anderen und wurden von ihnen freudig begrüßt. Wenig später hatten wir dann jedoch keine Ruhe mehr, denn Thorin befahl uns allen, nach dem Arkenstein zu suchen. „Niemand ruht, bevor der Arkenstein nicht gefunden wurde.“ sagte er gerade und ich könnte leicht ausrasten. Denn wie er doch selbst sagte, niemand ruht, aber er machte keinen Finger krumm. Also wenn das nun jeden Tag so ging, würde ich wirklich noch verdammt ausrasten, das konnte ich jetzt schon sagen. Und so vergingen die Tage und Thorin gab einfach keine Ruhe, doch wir konnten den Arkenstein einfach nicht finden. Und Thorin wurde einfach immer verrückter, fand ich zumindest. Jetzt dachte er auch schon, dass einer von uns ihn hat, ihn ihm aber nicht geben will. Das konnte doch so nicht mehr weiter gehen. Ich konnte mich etwas davonschleichen und ging gerade etwas draußen umher, als ich Bilbo dort sitzen saß. Und er hatte etwas ganz Bestimmtes in der Hand. „Du weißt schon, dass das gefährlich ist. Wenn Thorin das raus findet, steckst du in Gefahr.“ Da schrak er hoch und steckte den Stein schnell wieder in die Tasche. „Anessa, ich hab dich nicht kommen gehört.“ „Ich sollte dir den Stein eigentlich abholen und ihn Thorin geben Bilbo, und das weißt du.“ Er wollte etwas erwidern, doch da sagte ich noch schnell: „Aber ich weiß, dass dann alles nur noch schlimmer werden würde. Ich werde ihm also nichts sagen. Aber dir rate ich, pass auf!“ „Danke Anessa. Ich verspreche dir, dass ich aufpassen werde.“ sagte er sichtlich erleichtert und damit ging ich auch wieder. Ich hoffte wirklich, dass Thorin es nicht herausfinden würde, denn sonst. Ich wollte mir gar nicht vorstellen, was Thorin alles mit ihm machen würde, denn zutrauen, konnte ich ihm alles. Einige Zeit verging, als Dwalin mit der Nachricht kam, dass Seemenschen zu tausenden nach Thal hinein strömten. Und natürlich reagierte Thorin nicht gut darauf und ließ sofort das Tor verbarrikadieren. „Ich habe den Berg nur mühsam wieder bekommen und ich lasse ihn mir kein zweites Mal nehmen.“ Da reichte es mir. „Diese Menschen haben nichts mehr, Thorin. Ihnen wurde alles genommen und sie wollen wahrscheinlich nur, was ihnen zusteht. Was du ihnen versprochen hast.“ „Erzähle mir nicht, was sie verloren haben! Ihr Leid ist mir durchaus bewusst. Die das Drachenfeuer überlebt haben, sollten sich freuen. Sie haben allen Grund dankbar zu sein.“ Und damit war das Gespräch beendet und wir schufteten weiter. Schließlich waren wir fertig und ich ging an die frische Luft. „Ich kann dich verstehen, dass du wütend bist, denn das bin ich auch. Aber Thorin wird sich schon wieder einkriegen.“ sagte Kili, der gerade zu mir trat. „Das glaubst du vielleicht. So schnell wird er sich nicht mehr ändern. Besonders nicht dann, wenn er den Arkenstein hätte. Es würde einfach alles nur schlimmer werden.“ Ich saß mich nun in den Schneidersitz und Kili legte mir den Arm um die Schulter. „Wir werden das schon durchstehen.“ sagte er nun und ich lehnte mich an ihn. Wenigstens hatte ich ihn noch. Am nächsten Morgen sollten wir alle mit Thorin hinauf zum Tor kommen, nur um dann festzustellen, dass sich in Thal ein riesiges Heer von Elben versammelt hatte. Doch einer kam gerade auf uns zu geritten. Es war Bard. Dieser fing sogleich an mit Thorin zu sprechen, jedoch taten sie es nun unter vier Augen. Das Gespräch verlief aber nicht so gut, wie Bard es sich vorgestellt hatte und als wir wieder unten angekommen waren, waren die letzte Worte von Thorin, dass er verschwinden soll, ehe unsere Pfeile fliegen. Dieser ritt nun also wieder zurück und ich musste sagen, ich war genauso wütend wie er. Wie konnte Thorin sich nur so verändern? Bilbo fragte ihn nun natürlich, wieso er das getan hatte, denn wir waren nun mal in der Unterzahl. Aber er antwortete nur, dass man Zwerge nie unterschätzen sollte. Oh Mann, dass konnte nichts Gutes bedeuten. Thorin schickte uns nun wieder weg, da er noch etwas zu erledigen habe. Dies nutze ich, um mich mal etwas umzusehen. Obwohl Smaug hier drinnen war und vieles verwüstet hatte, erkannte man noch, wie edel hier früher alles aussah. Ich trat nun also in ein Zimmer, in dem ein Bett stand, welches noch wirklich gut aussah, was mich wunderte. „Gefällt es dir?“ Hinter mir kam Kili und sofort wusste ich, dass er hinter allem hier steckte. „Ja es sieht wirklich schön aus.“ Damit entlockte ich ihm ein Lächeln. „Ich hatte Glück, dass ich noch etwas Ordentliches finden konnte.“ „Aber sag mal, du hast das doch bestimmt nicht einfach so hübsch bezogen, oder?“ fragte ich ihn nun, ebenfalls mit einem Lächeln, sodass er näher kam. „Natürlich hatte ich einen guten Grund dafür.“ „Und der wäre?“ „Der hier.“ Und schon verschmolzen unsere Lippen zu einem leidenschaftlichen Kuss. Sanft aber dennoch bestimmend drückte er mich nun hinüber zum Bett, auf das wir uns nun niederließen. Nun hielt er jedoch kurz inne und sah mich an, so als ob er meine Zustimmung wollte, die ich ihm auch schnell gab, in dem ich ihn noch einmal küsste. Ich war unendlich froh, dass Thorin uns allen eine kleine Auszeit gegönnt hatte, denn diese Zeit, die ich mit Kili verbrachte, war die Schönste, die ich je hatte. Nur wenig später fanden wir uns alle in der Waffenkammer ein und rüsteten uns aus. Ich brauchte nicht lange, da ich ja nur eine Waffe hatte, und zwar meinen Bogen mit den kleinen Klingen, und eine Rüstung brauchte ich auch nicht. Wenn es dringend wurde, konnte ich zur Not auch in einer meiner Tiergestalten kämpfen. Wir rüsteten uns also aus und nebenbei bemerkte ich, wie Thorin Bilbo ein Mithril-Hemd schenkte. Doch schließlich marschierten alle los und ich ihnen hinterher, bis wir am Tor ankamen und davor Elben und Menschenheere erblickten. Thranduil und Bard kamen nun angeritten, doch Thorin schoss eine Pfeil, der direkt vor den Beiden landete. „Der Nächste trifft euch zwischen die Augen.“ Auch wenn nun die Anderen jubelten, blieb ich ruhig, denn es gab eigentlich nichts zu jubeln. Denn augenblicklich legten die ersten drei Reihen der Elben einen Pfeil auf ihre Sehen und warteten auf den Befehl, der jedoch nicht kam. „Wir kommen um euch zu sagen, dass die Begleichung eurer Schuld angeboten und angenommen wurde.“ sagte nun Thranduil, doch Thorin antwortete: „Welche Begleichung? Ich habe euch nichts gegeben. Ihr habt Nichts.“ Doch dies stimmte nicht, denn sogleich sagte Bard: „Wir haben das hier“, und zog den Arkenstein aus seiner Tasche. Nun waren natürlich alle verwundert, denn wir hatten ihnen den Stein nicht gegeben, ja wir hatten ihn ja noch nicht einmal gefunden. „Sie haben den Arkenstein. Diebe! Wie kommt das Erbstück unseres Hauses in eure Hände? Dieser Stein gehört dem König.“ rief Kili nun mit leicht erboster Stimme, doch Bard antwortete nur, dass der König ihn bekommen sollte, mit ihrem Wohlwollen. Aber zuerst müsse er zu seinem Wort stehen. Doch Thorin wollte es nicht glauben und sagte: „Sie wollen uns zum Narren halten. Das ist nur eine List. Eine dreckige Lüge. Der Arkenstein liegt in diesem Berg versteckt. Das ist eine Täuschung!“ „Nein das ist keine Täuschung.“ Erschrocken wandte ich mich um. Nein, nein, nein, wieso tat Bilbo das? Ich hatte ihm doch gesagt, wenn Thorin herausfand, dass er den Stein hatte, würde es ihm nicht mehr gut tun. Doch trotzdem stand er jetzt hier und verriet, dass er den Arkenstein genommen und den Anderen gegeben hatte. „Du?“ „Ich hab ihn als meinen 14. Teil genommen.“ „Du hast ihn mir gestohlen.“ erwiderte Thorin jedoch nur. „Dir gestohlen? Nein. Mag sein das ich ein Dieb bin, doch ein ehrlicher behaupte ich. Ich bin bereit dafür auf meine Ansprüche zu verzichten.“ Bilbo hör sofort auf und lauf! Am Liebsten würde ich nun zu ihm gehen und ihn hier wegbringen, doch Thorin machte weiter: „Deine Ansprüche? Deine Ansprüche. Du hast keine Ansprüche an mich, du elender Wurm!“ Wütend warf er seinen Bogen weg und ging auf Bilbo zu. „Ich wollte ihn dir schon geben. Viele Male wollte ich es aber.....“ „Aber was, du Dieb?“ „Du hast dich verändert Thorin. Der Zwerg den ich in Beutelsend kennenlernte, hätte sein Wort niemals gebrochen. Hätte nie an der Treue der Seinen gezweifelt.“ „Du sprichst nicht zu mir von Treue. Werft ihn den Wall hinunter!“ Das konnte er doch nicht ernst meinen. Natürlich wollte auch keiner dies tun, sodass Thorin schon Fili zwingen wollte es tun. „Dann mach ich es selbst!“ Doch noch bevor Thorin Bilbo erreichen konnte, hatte ich mich schon zwischen sie gestellt. „Du wirst ihm kein Leid zufügen Thorin, solange ich hier vor dir stehe!“ „Tritt beiseite! Sofort!“ „Nein das werde ich ganz sicher nicht tun! Lass ihn wenigstens gehen, wenn du ihn nicht wieder sehen willst, aber bring ihn nicht um.“ Und da Gandalf auch noch eingriff, konnten wir Bilbo vor größeren Schäden bewahren, während er nun also den Wall hinunterkletterte und zu Gandalf lief. „Du kannst ihm sofort folgen. Ich will dich ebenfalls nicht mehr sehen.“ sagte Thorin nun zu mir und ich musste sagen, ich war sehr froh, von ihm weg zukommen. „Aber Thorin, dass kannst du doch nicht tun.“ mischte sich nun Kili ein, doch ich hinderte ihn daran weiter zureden. „Nein Kili, ich werde gehen. Aber ich werde nicht für lange fortbleiben, mach dir da also keine Gedanken drum.“ Und zu Thorin gewandt sagte ich: „Ich hoffe sehr, dass du wieder zu Verstand kommst Thorin.“ Und schon sprang ich über den Wall, verwandelte mich mitten im Sprung in einen Adler und flog. Ich hatte noch etwas zu tun und wenn dies nicht so dringend wäre, würde ich hier bleiben. Ich werde wieder kommen, doch nicht alleine, sagte ich Gandalf noch in Gedanken, bis ich schnell weiter flog. Es dauerte nicht all zu lange, und ich kam schließlich wieder bei meinem Patenonkel Beorn an, der mich schon von weitem sah und mir entgegen kam. Sofort als ich gelandet war und mich zurückverwandelt hatte, sagte er: „Anessa, was ist los? Ist irgendwas passiert?“ „Das kannst du laut sagen. Thorin ist nicht mehr ganz bei Sinnen und hat einen Krieg mit Elben und Menschen angefangen. Und das ist auch der Grund dafür, wieso ich hier bin. Ich brauche deine Hilfe.“ Lange musste Beorn nicht überlegen und stimmte sofort zu. Wie ich eben von Gandalf noch erfahren hatte, rief Radagst ebenfalls um Hilfe. Und zwar die Adler. Doch wir hatten nicht mehr viel Zeit und so verwandelte ich mich wieder und flog zusammen mit Beorn zurück zum Erebor, wo die Schlacht schon längst im Gange war. Ich wollte ihn gerade hinunterfliegen, doch schon sprang er von meinem Rücken und verwandelte sich. Mittlerweile waren die Adler auch da und zusammen gingen wir auf die Orks los. Ich war so richtig in Fahrt, doch ich konnte auch sehen, dass Thorin und die Anderen nicht kämpften. Das durfte doch nicht wahr sein! Doch warte, was war das? Ich sah nach links, wo der Eingang des Erebors lag. Gerade eben noch war er verschlossen, durch den Kopf einer Steinfigur, doch nun schlug eine gigantische Glocke ein, sodass der Eingang wieder frei wurde. Und hinaus rannten nun Thorin, Kili und auch alle Anderen. Und dies hier sprach auch dafür, dass Thorin wieder der Alte war. Ich freue mich, dich hier wieder gesund und mit klarem Verstand zu sehen Thorin, sagte ich also nun, sodass er nach oben sah. Als er mich erblickte, hatte er einen entschlossenen Gesichtsausdruck und gab mir noch ein dankbares - wenn auch kleines – Lächeln. Nun ging es also weiter, doch es wurden einfach nicht weniger. Dazu kam ja auch noch, dass die Orks den Erebor und gleichzeitig auch Thal angriffen, sodass es für uns schwerer wurde. Als ich nun etwas später hinauf zum Rabenberg sah, konnte ich dort vier Gestalten entdecken. Es waren Dwalin, Fili, Thorin und Kili. Doch Azog, der eben noch dort stand, war verschwunden. Ich wusste schon sofort, dass das eine Falle war und flog dort hin. Gerade als ich ankam, bestätigte sich mein Verdacht. Azog hielt Fili vor sich und sagte, dass er als Erstes stirbt, dann der Bruder und dann Thorin selbst. Er wollte gerade zustechen, doch ich flog mit einem lauten Schrei zu ihm, sodass er erschrocken inne hielt und ich ihn umstoß, sodass ich mir Fili schnappen konnte und ihn sicher wieder zu Thorin und Dwalin brachte. Augenblicklich verwandelte ich mich wieder zurück, sodass Fili seinen Retter auch erkannte. „Anessa, ich dachte schon, ich würde sterben. Danke, dass du mich gerettet hast.“ Er verbeugte sich noch dazu, doch ich hielt ihn auf. „Das war doch selbstverständlich. Und ich bin froh, dass ich rechtzeitig wieder hier war, doch nun müssen wir weiter machen.“ Und so geschah es auch. Wir bekamen noch Besuch von weiteren Orks, doch ich machte mich nun auch auf die Suche nach Kili. Es dauerte nicht lange, bis ich ihn schließlich fand, doch nicht nur ihn, auch Tauriel war dort, doch sie war schwer verletzt. Und als ich nach rechts sah, wusste ich auch von wem. Bolg. Sie hatte mich bemerkt und sagte: „Schnell, hilf ihm.“ Das hätte sie mir nicht sagen müssen, denn natürlich würde ich ihm helfen. Er lag nämlich bereits in Bolgs Armen und dieser hatte den spitzen Teil seiner Keule erhoben, um ebenfalls zuzustechen. Dies war auch eine super Idee, um mich an ihm zu rächen. Für das, was er mir und meinen Eltern angetan hatte, musste er sterben. Blitzschnell hatte ich mich also wieder verwandelt, doch dieses Mal in einen großen Wolf, und sprang Bolg gerade dann an, als dieser zustechen wollte. Ich sprang und biss in seine Kehle, sodass er Kili sofort los ließ. Dieser fiel hart zu Boden, während Bolg mich nun versuchte abzuschütteln. Doch ich biss nur noch fester zu. Schließlich hatte er wohl genug und erhob nun seine Keule gegen mich, die er mir nun auf den Rücken schlug. Dies führte dazu, dass ich vor Schmerz leicht „winselte“ und meinen Griff lockerte. Nun schlug er ein weiteres Mal zu, doch nun wurde ich von ihm geschleudert und landete neben Tauriel, während ich es gleichzeitig nicht mehr schaffte, die Verwandlung Aufrecht zu halten. Kili kam sofort auf mich zu. „Anessa, wieso hast du das getan?“ „Weil ich Lust dazu hatte.“ Man konnte deutlich den Sarkasmus heraushören, doch viel bekam ich auch nicht heraus, denn sofort danach, musste ich stark husten und spuckte Blut. Er musste meine Lunge getroffen haben. Doch Bolg gab natürlich nicht auf und kam nun auf mich und Kili zu. Doch noch bevor Kili mit erhobenem Schwert auf ihn losgehen konnte, stand Tauriel schon dort und schmiss sich regelrecht an Bolg. Und da sie so viel Schwung nahm, fielen Beide den Felsen hinunter. „Anessa wir müssen dich sofort verarzten lassen, dass sieht nämlich überhaupt nicht gut aus. Kannst du gehen?“ „Ich denke schon.“ Und sofort kam ein weiterer Hustanfall, bei dem ich Blut hustete. Das Atmen fiel mir immer schwerer, doch ich versuchte auf den Beinen zu bleiben. Ich hätte diesem Mistkerl einfach den Kopf abreißen sollen, oder gleich das Herz! Während Kili mich also stützte, machten wir uns auf den Weg nach unten, doch als wir auf dem großen, mit Eis überzogenen See, vorbeikamen, hielt ich an. „Wieso hältst du an? Wir müssen......“ Da sah er ihn auch. Azog lag tot auf dem Boden, doch neben ihm lag noch jemand. Ich konnte nicht genau erkennen wer das war, doch als wir nur ein paar Schritte gegangen waren, erkannten wir ihn. Es war Thorin. „Nein.“ flüsterte ich und ging auf ihn zu. Kili neben mir sagte nichts, doch als wir sahen, dass er sich noch bewegte, liefen wir auf ihn zu, nun ja ich versuchte es zumindest. „Thorin!“ schrie Kili und kniete neben ihm nieder, während ich etwas entfernt stehen blieb, da ich den Beiden noch Zeit für sich lassen wollte. Und da kam auch noch Bilbo dazu, der relativ unverletzt aussah. Thorin hingegen sah sehr schlimm aus und ich befürchtete wirklich, dass er es nicht schaffen würde. Auch wenn es manchmal Zeiten gab, an denen ich ihn hätte Ohrfeigen können, wünschte ich jetzt einfach, dass er überleben würde. Während sich Thorin also von Bilbo und Kili verabschiedetet, stand ich einfach nur da und sah in die Ferne. Die Schlacht war zu Ende und wir hatten gesiegt. Doch dies zu einem hohen Preis. Dem Tod des Königs. Ich hoffte nur, dass es Fili gut ging. Nachdem ich ihm das Leben gerettet hatte, hatte ich ihn nicht mehr gesehen. Doch plötzlich riss mich eine schwache Stimme aus meinen Gedanken. „Anessa.“ hörte ich Thorin leise reden. Sofort drehte ich mich um und ging auf ihn zu, da ich ja nicht so gut rennen konnte. Vorsichtig kniete ich mich vor ihn und sah ihn an. „Anessa bitte verzeih mir. Ich war nicht ich selbst, doch du und alle anderen, ihr habt mir geholfen. Und ich weiß, dass du wegen mir bestimmt viele Male beinahe ausgerastet bist.“ Dabei lächelte er leicht, doch genau wie bei mir eben, musste er auch stark husten. „Thorin ich habe dir schon längst verziehen. Ich weiß, dass du nicht du selbst warst und somit nichts für deine Taten konntest. Also mach dir da jetzt keine Sorgen.“ „Es müsste viel mehr Leute wie euch geben, dann wäre die Welt ein viel besserer Ort.“ Danach sah er hinauf in den Himmel und ich konnte sehen, wie das Licht aus seinen Augen erlosch. Er war tot. Langsam liefen mir nun einige Tränen die Wangen hinunter. Wieso musste das alles hier nur passieren? Ich richtete mich nun wieder auf und wollte mich eigentlich entfernen, doch sehr weit kam ich nicht, denn meine Beine knickten weg und ich ging auf die Knie. Sofort drehte Kili sich um und kam zu mir. Doch viel bekam ich nicht mehr mit, da ich durch die ganzen Schmerzen und das eben Erlebte Ohnmächtig wurde. Als ich aufwachte, lag ich in einem Bett und sah eine weiße „Decke“ über mir. „Wo bin ich hier?“ sagte ich leise zu mir selbst und bekam sofort von rechts eine Antwort: „Du befindest dich in Thal. Wir haben notdürftig ein kleines Lager für die Verletzten eingerichtet.“ Dort rechts neben mir saß Gandalf. „Was ….?“ Bevor ich weitersprechen konnte, bedeutete Gandalf mir, dass ich nichts sagen sollte. „Du solltest fürs Erste nichts sprechen. Deine Lunge hat einiges abbekommen. Und falls du fragen willst, was alles passiert ist, nachdem du ohnmächtig wurdest, dass kann ich dir sagen. Kili hat dich bis hier her getragen. Und hätten wir nur noch etwas mehr gewartet, wärst du wahrscheinlich gestorben. Mit einigen Zaubern konnte ich die Heilung zwar etwas beschleunigen, aber trotzdem solltest du dich noch etwas ausruhen.“ Ich hatte noch eine wichtige Frage, doch da ich ja nicht sprechen durfte, versuchte ich es anders und malte zwei Buchstaben in die Luft. Ein W und ein O. „Ich habe ihn schlafen geschickt. Er war die ganze Zeit hier bei dir und hat kein Auge zugetan, doch er brauchte auch mal wieder dringend Schlaf. Ich kann ihn gleich holen wenn du möchtest.“ Da lächelte ich leicht und bedeutete ihm so, dass es ja heißen sollte. Wenig später ließ Gandalf mich wieder alleine und sagte noch, dass er Kili so schnell es ging zu mir schicken würde. Doch etwas in seinem Gesichtsausdruck verriet mir, dass er sehr glücklich war. Ich fragte mich, was los war. Doch nun lag ich also im Bett, und da niemand mehr in den Betten lag, musste ich wohl etwas länger ohnmächtig gewesen sein. Und nach einiger Zeit nickte ich ein und als ich wieder aufwachte, saß rechts neben mir wieder eine Person, die meine Hand hielt. „Anessa du bist wach, endlich.“ Es war Kili. „Gandalf hat mir schon gesagt, dass du erst einmal nichts sprechen sollst, aber das ist auch nicht nötig. Ich bin einfach nur unendlich froh, dich wieder wach und unverletzt zu sehen.“ Sofort schlich sich ein kleines Lächeln auf meine Lippen und ich drückte seine Hand, sodass auch er ein kleines Lächeln zustande brachte. Doch eine Sache fragte ich mich noch, doch diese Frage wurde mir auch sofort beantwortet. Kili sah nun wieder viel trauriger aus und sagte: „Thorin wird heute Abend mit dem Arkenstein und Orcrist unter dem Erebor begraben.“ Ich wünschte, dass ich ihm etwas aufmunterndes sagen könnte, doch ich konnte es nicht und so sah ich ihn mitfühlend an und drückte weiterhin seine Hand. Immerhin wusste ich nur allzu gut wie es ist seine Familie zu verlieren. Doch wenigstens hatte er seinen Bruder und seine Mutter noch. Später am Abend durfte ich dann auch gehen und machte mich etwas frisch. Mittlerweile ging es wieder etwas mit meiner Stimme, doch ich sollte lieber nur sprechen, wenn es wirklich nötig war. Als ich fertig war machte ich mich auf den Weg, da ich ja nicht zu spät kommen wollte. Es dauerte auch nicht lange und ich kam dort an. Es war eigentlich so gut wie jeder gekommen, doch ich stellte mich zu keinem. Kili und Fili waren gerade bei Thorin und ich wollte natürlich nicht stören. Wieder einmal kämpfte ich mit den Tränen, doch nicht nur mir ging es so. Nach einiger Zeit kamen die Beiden wieder zurück und die Anderen konnten zu Thorin. „Es tut mir sehr leid.“ sagte ich mit leiser Stimme zu Kili, der nun bei mir angekommen war. „Ich frage mich manchmal, wieso es auch die Falschen treffen muss.“ „Das frage ich mich mich auch.“ Und schon zog ich ihn in eine feste Umarmung, wodurch er auch noch einmal anfing zu weinen, wie ich. Das Leben war manchmal wirklich unfair. Aber ich konnte noch froh sein, dass ich eine Person in meinem Leben hatte, die immer für mich da war und dies auch bis in die Ewigkeit sein würde. Doch ich hatte eben auch noch etwas von Gandalf erfahren, was ich Kili dringend mitteilen musste. Aber nicht jetzt. Nun brauchte er erst einmal Zeit für sich. Ein Tag war nun vergangen und Bilbo hatte sich von uns verabschiedet. Er musste wieder nach Hause, doch er ging nicht alleine, denn Gandalf begleitete ihn. Ich hatte den Hobbit echt ins Herz geschlossen und mir fest vorgenommen, ihn zu besuchen, so oft es ging. Heute Abend sollte auch ein Fest gefeiert werden, zu dem alle gingen. Und so natürlich auch ich. Zu diesem Anlass trug ich dann auch ein Kleid, welches aber trotzdem relativ schlicht aussah. Es war länger und ging mir bis den Unterschenkeln. Die Farbe des Kleides war ein dunkleres Rot und es hatte nur einen Träger. Außerdem hatte es hinten noch eine kleine Schleppe aus einer etwas helleren roten Seide. Meine Haare ließ ich einfach offen und Schmuck hatte ich auch keinen an. Beorn war auch wieder auf dem Weg nach Hause. Ich wollte ihn zwar davon überzeugen noch hier zu bleiben, doch er musste zu seinen Tieren zurück. Und so war er schließlich ebenfalls aufgebrochen. Ich war ziemlich aufgeregt, da ich keine Ahnung hatte, wie ich Kili die freudige Nachricht überbringen sollte. Doch nun musste ich los, denn das Fest begann bald. Als ich schließlich im Erebor ankam, staunte ich nicht schlecht. Ich musste wirklich sagen, der Berg wurde wieder gut herausgeputzt. „Anessa da bist du ja. Wow, du siehst wunderschön aus.“ sagte Kili gerade als er zu mir trat. „Zu so einem Anlass dachte ich mir, könnte ich mich mal etwas feiner anziehen. Aber komm, lass uns gehen.“ Und so hakte ich mich bei ihm unter und gemeinsam gingen wir zur Feier. Es waren wirklich viele gekommen und es wurden viele Geschichten erzählt und Lieder gesungen. Es war ein langer Abend und natürlich lastete der Verlust von Thorin immer noch auf allen, aber trotzdem hatte ich einen schönen Abend. Nun brauchte ich jedoch auch etwas frische Luft, und so gingen Kili und ich hinaus. Ich war nun wirklich nervös, denn ich hatte mir eben vorgenommen, es Kili nun zu sagen. Aber wie nur? „Anessa du bist so schweigsam. Bedrückt dich etwas?“ Mittlerweile waren wir etwas vom Berg entfernt und niemand befand sich hier draußen. „Es ist nur, dass ich dir etwas sehr wichtiges sagen muss, aber nicht weiß wie.“ „Du weißt doch, du kannst mir alles sagen.“ Dabei sah er mich wieder mit einem kleinen Lächeln an und ich wusste, dass ich es ihm nun einfach direkt sagen musste. „Ich bin schwanger.“ Kurz verschwand das Lächeln und er sah etwas fassungslos drein. Freute er sich denn nicht? Traurig wandte ich den Kopf ab, doch dann hörte ich leise seine Stimme. „Ich werde Vater.“ Ich drehte mich wieder etwas zu ihm, doch nun war er keineswegs fassungslos, nein, stattdessen hatte er nun ein breites Grinsen im Gesicht und seine Augen strahlten vor Freude. „Ich werde Vater.“ sagte er nun schon lauter, ja er schrie es fast schon in die Welt hinaus. Und noch bevor ich richtig reagieren konnte, lag ich in seinen Armen und seine Lippen auf meinen. „Ich liebe dich Anessa, und dies wird sich nie ändern.“ „Ich liebe dich auch Kili und werde nie damit aufhören.“ Es war also doch eine gute Entscheidung es ihm zu sagen und ich war glücklich darüber, dass er sich so freute. Das war nämlich die Sache, die Gandalf mir erzählt hatte. Als er mich heilte, konnte er ganz leicht neues Leben in mir spüren. Ich dankte Gandalf einfach enorm, denn ohne ihn, wäre das alles hier nicht passiert. Danke für alles Gandalf.

29.61 % der User hatten die Auswertung: Ich bemerkte, dass der blonde Elb, der wohl ihr Anführer war, mich besonders stark musterte. Kannte er mich etwa? Wenn ja, nun, ich kannte ihn nicht. Aus den Augenwinkeln konnte ich außerdem erkennen, dass Thorin dies hier wohl bemerkt hatte und mit einem eifersüchtigen Blick auf den Elben sah. Nun jedoch hörte ich einen Schrei und sah nach links, wo Kili gerade von einer Spinne am Bein gepackt wurde. Doch noch bevor ich ihm zur Hilfe kommen konnte, kam eine rothaarige Elbin, die ihn auch schon rettete. Als er also in Sicherheit war, ging die Durchsuchung los und der Elb, der mich die ganze Zeit angestarrt hatte, kam zu mir, doch er durchsuchte mich nicht, sondern fing an zu reden: „Earwen, es ist sehr lange her seit unserem letzten Treffen.“ Ok nun war es klar, dass er mich kannte, aber wer verdammt noch mal war das? Ich musste gerade wohl etwas verwirrt aussehen, sodass er weitersprach: „Ich kann es dir nicht verübeln, dass du mich nicht mehr kennst. Es ist, wie ich schon sagte, sehr lange her und du warst noch sehr jung. Mein Name ist Legolas und du warst oft bei uns im Palast, da deine Mutter unsere Heilerin war.“ Das durfte doch nicht war sein. Vor mir stand Legolas, der Prinz des Düsterwaldes, und ich erkannte ihn nicht. Mann, dass war peinlich. Doch nun, da er es so erwähnte, erinnerte ich mich etwas. Ich glaube da war ich 8 oder 9 Jahre alt. Meine Mutter wurde in den Palast gerufen, da irgendeiner schwer krank war, und ich kam immer mit ihr. Und da traf ich Legolas. Wir unterhielten uns lange und er zeigte mir zum Abschluss noch, wie gut er im Bogenschießen war. Ich fand ihn damals echt süß, doch das war die Vergangenheit. Nun lebten wir in der Gegenwart. „Nun wo du es erwähnst erinnere ich mich wieder. Wir haben uns oft getroffen. Es ist mir gerade äußerst peinlich, dass ich dich vergessen habe.“ „Nun, jetzt weißt du es ja wieder und ich würde mich freuen, wenn wir uns wieder öfter sehen würden. Ich habe dich sehr vermisst.“ Schließlich nach unserem kleinen Gespräch, durchsuchte er mich auch noch, da er bei mir natürlich keine Ausnahme machen konnte. Und wenig später wurden wir abgeführt und in Richtung des Palastes gebracht. Ich fand ihn immer noch genau so schön, wie damals. Es ging also in Richtung der Verliese, doch Thorin wurde zu Thranduil gebracht, aber ich ebenfalls. Ihn kannte ich noch und meine Erinnerungen an ihn waren eigentlich gar nicht so schlimm. Nun ja ich hoffte einfach das Beste. Es dauerte auch nicht lange und schon standen wir Beide vor dem Thron, wo uns auch schon Thranduil begrüßte. Zuerst wollte er mit Thorin reden und ich konnte so lange zu Legolas gehen, mit dem ich mich sogleich etwas unterhielt. Wir redeten viel über früher und merkwürdigerweise erinnerte ich mich nun an wirklich alles, aber erst, nachdem er dies gesagt hatte. Doch da hörte ich plötzlich einen Lärm und ging nachsehen. Thorin wurde gerade von zwei Wachen abgeführt, die ihn nun ebenfalls in die Verliese schleppten. Aber als ich zu Thorin rennen wollte, stellten sich zwei Wache bedrohlich vor mich, die mich nicht durchließen. „Earwen Ihr enttäuscht mich.“ Ich drehte mich zu der Stimme um, die nur Thranduil gehören konnte. „Ich dachte, ihr wärt vernünftiger. Was habt ihr euch nur dabei gedacht euch in Eichenschild zu verlieben?“ „Woher wisst ihr das?“ fragte ich ihn, denn ich hatte keinerlei Ahnung, wie er das hatte herausbekommen können. „Sagen wir mal so, ich habe ein gutes Gespür dafür und Thorin hat es mir unbeabsichtigt erzählt.“ „Aber nur weil ich mit ihm zusammen bin, muss das noch lange nicht heißen, dass ich unvernünftig bin. Man kann sich doch nicht aussuchen in wen man sich verliebt.“ „Doch das kann man. Und ihr habt euch den Falschen ausgesucht. Es gäbe so viele bessere, doch ihr entschiedet euch für einen Zwerg.“ Ich war wirklich wütend. Wie konnte er nur so etwas sagen? „Ihr vergesst, dass ich immer noch zur Hälfte eine Zwergin bin. Lasst mich nun bitte zu ihm“, sagte ich nun also bestimmt. Meine Meinung zu ihm hatte sich gerade eben geändert. „In Ordnung, aber denkt noch einmal darüber nach Earwen.“ Und schon wurde ich von den beiden Wachen gepackt und hinunter in die Verliese gebracht. Als wir vor Thorins Zelle ankamen, sah er mich verblüfft an, da er wohl nicht damit gerechnet hatte, mich hier zu sehen. Eine der Wachen öffnete nun die Tür und ich ging hinein zu Thorin, der mich sofort in eine Umarmung zog. Nur wenig später waren die Wachen wieder weg und ich war mit Thorin alleine, denn seine Zelle lag etwas außerhalb der anderen. „Was wollte er von dir?“ fing er sofort an und ich erzählte es ihm. „Das war bei ihm doch zu erwarten.“, knurrte er, doch ich sagte: „Lassen wir das Thema einfach auf sich ruhen. Ich bin froh, dass er mich wenigstens zu dir gelassen hat.“ Ich lehnte mich nun also an seine Schulter und genoss einfach seine Nähe. Ich glaubte zu wissen wieso Thranduil so war, denn Legolas hatte mir einmal etwas in die Richtung gesagt. Doch ich war müde und so legte ich meinen Kopf auf Thorins Schulter. Ich spürte noch, wie er mir einen Kuss auf die Stirn gab und „Ich liebe dich Earwen“ sagte, bevor ich schließlich einschlief. Es war mitten in der Nacht als ich aufwachte. Irgendetwas hatte mich geweckt, doch ich wusste nicht genau was. Thorin schlief. Gestern als ich so an ihm gelehnt hatte, war er noch lange aufgeblieben und als ich eingeschlafen war, war er immer noch wach gewesen. Schlaf würde ihm jedoch auch gut tun und so ließ ich ihn weiter schlafen. Doch da hörte ich wieder ein Geräusch, welches ich jedoch nicht einordnen konnte. Ich stand auf, vorsichtig um Thorin nicht zu wecken, und schon merkte ich einen kleinen Stich an meinem Nacken. Es tat nicht weh, ich hatte einfach nur gemerkt, dass mich da etwas getroffen hatte. Ich ging also mit meiner Hand an meinen Nacken und konnte eine klitzekleine Feder spüren, die ich sofort herauszog. Doch ich konnte nicht mehr herausfinden, was dies für eine Feder war, denn augenblicklich wurden meine Glieder schwer und ich sackte zurück auf den Boden. Ich konnte mich nicht bewegen und merkte, wie meine Augen schwer wurden. Und keine fünf Sekunden später schlief ich ein. Als ich wieder einmal erwachte, tat mein ganzer Körper weh. Ich versuchte mich aufzurichten, doch schon begannen die heftigsten Kopfschmerzen einzusetzen, die ich je hatte. Und so blieb ich einige Sekunden, bis der Schmerz etwas aufhörte und ich mich aufsetzen konnte. „Earwen ihr seit endlich wach, dass freut mich.“ Oh nein was wollte Thranduil denn jetzt hier? Und wo befand ich mich überhaupt? „Wo bin ich hier? Und was wollt ihr von mir?“ fragte ich ihn also und bemerkte ein leichtes Lächeln auf seinen Lippen. „Ihr befindet euch in einem unserer Gästezimmer. Genauer gesagt in eurem alten Gästezimmer, erinnert ihr euch?“ Nun wo er das sagte, trat eine Erinnerung in meine Gedanken. Ich saß auf genau dem gleichen Bett und las in dem Buch, welches meine Mutter mir geschenkt hatte. Es war kurz vor ihrem Tod gewesen. „Und zu eurer zweiten Frage. Ihr seit hier, da ich euch brauche. Ihr wisst doch bestimmt, was ihr für eine verborgene Fähigkeit in euch tragt, die ihr durch eure Mutter habt?“ „Nein das weiß ich nicht. Als ich in Bruchtal war, versuchte Saruman diese Fähigkeit zu finden, aber er konnte nichts entdecken, als ob ich eine Barriere darum hätte.“ „Nun, das ist äußerst bedauerlich. Aber ich hätte eine Idee was dies für eine Fähigkeit sein könnte.“ Nun horchte ich erst recht auf. „Was denn?“ „Eure Mutter erzählte mir einmal was in diesem Trank drinnen war. Nun, ich habe nachgeforscht und vor langer Zeit gab es einmal genau den gleichen Trank, den eine Zauberin braute und trank. Nur wenig später hatte sie die Fähigkeit anderer Leute Wunden zu heilen, ebenso wie ihre eigenen sich nach wenigen Minuten von selbst schlossen. Außerdem konnte sie sogar Tote wieder zurück ins Leben holen.“ Während er mir dies alles sagte, ging er im Raum hoch und runter und sah mich nun an. „Ihr meint, dass ich diese Fähigkeiten auch besitze? Aber wie konnte meine Mutter denn dann sterben, wenn doch Wunden von selbst heilen?“ „Wie eure Mutter starb, dass ist ungewiss. Keiner weiß es, da kann ich euch also nicht helfen. Doch nun zu meiner Angelegenheit, weshalb ich euch hier her brachte.“ Nun kam er mir immer näher und ich wusste nicht, was er von mir wollte. Ich wusste nur, dass ich leicht Angst bekam. „Was wollt ihr denn von mir?“ „Ihr seit von sehr großen Nutzen für mich. Genauer gesagt seit ihr für jeden hier von großen Nutzen. Es wird wohl früher oder später wieder zum Krieg kommen und da könnten wir so jemanden wie euch gut gebrauchen. Außerdem könntet ihr jemanden ins Leben zurück holen, der mir sehr wichtig war. Doch als Erstes muss ich es testen, ob ihr diese Fähigkeiten auch besitzt.“ „Auch wenn ich euch helfen wollte, könnte ich es nicht. Ich weiß nämlich nicht, was ich machen müsste. Ich habe zwar das Buch meiner Mutter, aber damit komme ich nicht klar.“ „Glaubt mir, ihr könnt es.“ Nun war es mir ganz nahe und sein Gesicht begann sich zu verändern, also seine linke Gesichtshälfte. Ich konnte bereits Knochen sehen und wusste, dass dies eine echt schlimme Verbrennung sein musste. Nun wo ich also die Wunde vor mir hatte, machte etwas in meinem Kopf klick und ich konnte ganz hinten Wörter erkennen, die nun nach vorne gedrückt wurden. Komischerweise wusste ich nun sofort was ich tun musste. Ich legte meine Hand fast automatisch an seine Wange und begann zu sprechen: „gorf i le mi annin dortha tol a nesta ten!“ (So in etwa: Kraft die du in mir wohnst komm und heile ihn!) Augenblicklich befand ich mich in einer Art Starre und konnte mich nicht bewegen. Außerdem begann meine Hand leicht zu glühen. Ich konnte deutlich spüren, dass Thranduil Schmerzen litt, doch gleichzeitig war er auch sehr fasziniert und voller Freude. Es dauerte auch nicht lange und das Glühen und die Starre hörten auf. Die Brandwunde war vollkommen verheilt. Ich nahm also meine Hand von seiner Wange, die er ungläubig betastete. „Es ist also wahr. Ihr habt die Fähigkeit ebenfalls.“ Während er nun wieder auf die Tür zu ging, setzte ein leichter Schwindel ein und ich saß mich aufs Bett. Kurz darauf hörte ich die Tür zugehen und auch wie sie zugesperrt wurde. Ich fragte mich jedoch, wieso erst jetzt meine Erinnerungen zurückkamen und meine Fähigkeiten erst jetzt aktiviert wurden? Doch ich konnte nicht länger hier bleiben. Er sah doch, dass mich selbst die kleinsten Wunden schwächten. Wie sollte ich da jemand Toten wieder zurück holen können, ohne nicht vielleicht selbst in dessen Reich einzutreten? Nein, dass konnte ich nicht zulassen. Ich blieb noch etwas sitzen, bis der Schwindel wieder abgeklungen war, und ging hinüber zum Fenster. Es war gar nicht mal so hoch, ich könnte es also schaffen. Ich wollte also gerade hinaus, als ich auf dem Flur einen lauten Lärm hörte. Waffen klirrten und kurz darauf wurde die Tür aufgetreten und Thorin kam herein. Als er mich sah, und keine Verletzungen oder sonstiges sehen konnte, sagte er: „Earwen dir geht es gut.“ „Thorin, ich bin ja so froh dich zu sehen.“ Sofort lagen wir uns in den Armen und ich neigte meinen Kopf etwas und gab ihm einen Kuss. „Komm, wir müssen sofort raus hier.“ Und dies taten wir auch. Nur wenig später kamen wir schließlich an den Verliesen an, wo die Anderen schon auf uns warteten. Zusammen ging es nun weiter, doch Bilbo, der die Anderen befreit hatte, führte uns nicht nach draußen, sondern in den Keller. Natürlich regten sich alle auf, da wir uns im Keller befanden, doch sofort als ich die leeren Fässer sah, wusste ich, was Bilbo vor hatte. Er verlangte nun also von uns, dass wir in die Fässer stiegen, doch dies wollte niemand. Ich und Bilbo sahen Thorin also eindringlich ein, sodass er uns zustimmte und den Anderen sagte, sie sollen auf Bilbo hören. Und so stiegen wir alle in die Fässer und ich hielt mich schon mal gut fest, denn schon sagte Bilbo: „Tief Luft holen.“, und betätigte den Hebel. Augenblicklich ging die Klappe auf und alle Fässer fielen in den Fluss. Es dauerte nicht lange und Bilbo kam hinterher, natürlich ohne ein Fass. „Gut gemacht Bilbo“, lobte Thorin ihn nun, und er winkte einfach ab. Doch dafür hatten wir nun auch wenig Zeit. Wir mussten so schnell es geht weiter, was wir also auch taten. Wir kamen gut voran, doch es kam, wie es kommen musste und Legolas befahl, das Tor zu schließen, sodass es sich gerade schloss, als wir dort ankamen. „Verdammt!“, fluchte Thorin neben mir, doch das geschlossene Tor war leider noch nicht alles. Nur einen Augenblick später fiel eine Wache tot in den Fluss. Er wurde von einem Pfeil erschossen. Nur Sekunden später herrschte hier das pure Chaos und alle versuchten natürlich zu überleben, was etwas schwerer war ohne Waffe. „Earwen, fangt!“, rief Bilbo und noch rechtzeitig drehte ich mich um, um den Dolch zu fangen, den er mir zuwarf. Es war mein Dolch. Doch Zeit zu fragen war nicht und so nickte ich ihm einfach dankbar zu und machte mich auf den Weg auf den Platz. Natürlich war ich noch ein kleines bisschen schwach, doch das hielt mich nicht großartig auf und so machte ich mich ans Werk die Orks zu töten. Jedoch passte ich ein einziges Mal nicht richtig auf und so traf mich einer mit seiner Klinge an meinem Oberschenkel, sodass ich humpelte. Verdammt tat das weh! Doch dieser Mistkerl lebte nicht mehr lange, denn schon hatte ich ihm die Kehle durchgeschnitten. Plötzlich spürte ich ein starkes ziehen in meinem Oberschenkel und sah nach. Die Wunde begann sich wieder zusammenzuflicken. Sie heilte also wirklich. Aber warte mal. Nein nein nein, dass war überhaupt nicht gut. Mit Schrecken sah ich nach rechts, wo etwas entfernt Bolg stand mit einem boshaften und siegessicherem Lächeln auf den Lippen. Wieso musste das nur passieren? Doch es dauerte nicht lange und Bolg sah woanders hin. Und zwar zum Hebel fürs Tor, welchen Kili gerade betätigen wollte. Er spannte schon seinen Bogen und ich wusste, dass ich ihn nicht mehr rechtzeitig würde warnen können. Und so rannte ich zu ihm und gerade als der Pfeil angeflogen kam, stellte ich mich vor Kili und wurde stattdessen getroffen. Der Pfeil landete nun also in meinem, statt in Kilis Bein. „Earwen! Du Mistkerl, ich bring dich um!“ Dies war Thorins Stimme, die voller Zorn war, doch plötzlich wurde meine Sicht so verschwommen und ich hatte Glück, dass Kili mich hielt, denn sonst wäre ich hinunter in den Fluss gestürzt. „Earwen wieso hast du das getan?“ „Weil ich Lust dazu hatte“, antwortete ich Kili, wobei meine Stimme vor Sarkasmus triefte. Mit einem Ruck zog ich den Hebel hinunter und das Tor ging wieder auf. „Komm, wir müssen weiter“, sagte ich zu ihm und zusammen sprangen wir wieder in unsere Fässer, wobei der Pfeil abbrach, was verdammt weh tat. Aber ich blieb stark und konzentrierte mich wieder auf die Orks die uns ja immer noch verfolgten. Schließlich nach einigen Minuten schafften wir es und konnten von hier fliehen, sodass wir an einen Anlegerplatz kamen. Alle stiegen aus den Fässern aus und als ich sicher an Land angekommen war, war Thorin sofort an meiner Seite. „Earwen wie geht es dir? Ist es sehr schlimm? Ich schwöre dir, wenn dieser Dreckskerl mir noch einmal unter die Augen treten sollte, wird er meinen Zorn mit voller Wucht zu spüren bekommen!“, sagte er mit purem Zorn in der Stimme. „Mir geht es gut, mach dir da keine Sorgen. Die Wunde wird bald verheilt sein.“ Er half mir nun noch einen notdürftigen Verband anzulegen, bevor ich einen jungen Mann weiter links von uns bemerkte, der mit gespanntem Bogen dort stand und auf Ori zielte. Doch ich war nicht die Einzige, die es gemerkt hatte, denn schon stand Dwalin dort, mit einem Stück Holz in der Hand, den der Fremde jedoch sauber in der Mitte traf. Nun waren natürlich alle aufmerksam und Kili versuchte es mit einem Stein, der ihm jedoch aus der Hand geschossen wurde. „Macht das noch einmal und ihr seit tot“, sagte der Fremde und Balin näherte sich ihm langsam mit erhobenen Händen. Obwohl er den Bogen nun auf ihn richtete, blieb Balin ruhig und begann mit ihm zu verhandeln, da er einen Kahn entdeckt hatte, der dem Fremden gehörte, wodurch wir vielleicht den Fluss überqueren konnten. Und schließlich schaffte er es, sodass wir nun alle auf dem Kahn saßen und auf dem Weg in die Seestadt waren. „Er hat es gesehen“, sagte ich zu Thorin, der neben mir stand. „Was meinst du?“ „Bolg. Er hat gesehen, wie meine Wunde geheilt ist. Nun wissen sie also, was ich für eine Fähigkeit besitze. Zumindest teilweise. Nur Thranduil weiß, dass ich auch Wunden heilen kann und mehr, glaube ich. Ich hoffe es einfach.“ Da legte er seinen Arm auf meine Schulter und sah mich an. „Solange ich bei dir bin, und das wird immer sein, wird dir niemand ein Leid zufügen. Wenn, dann muss er erst einmal an mir vorbei.“ Da brachte ich schließlich doch noch ein Lächeln zustande. „Der, der dies versuchen würde, muss ein Narr sein.“ Da entstand auch auf seinen Gesichtszügen ein Lächeln, als ich hinter ihm etwas ausmachte und ihn darauf hinwies. Der einsame Berg, oder auch Erebor genannt. Wir hatten es fast geschafft. Doch dieser schöne Moment wurde je zerstört, als Bard zu uns kam und sagte, dass er nun das Geld bräuchte, da dort drüben Wachen stünden. Und so gaben sie ihm das Geld, bevor sie sich schließlich wieder in den Fässern einfanden. Ich musste leider draußen bleiben, da ja kein Fass mehr übrig war, und hoffte somit, dass die Bewohner der Seestadt noch nichts von mir mitbekommen hatten. Langsam fuhr der Kahn also vor, bevor er schließlich vor dem vergitterten Tor hielt und Bard und der freundliche Herr, namens Peredur, einige Worte miteinander wechselten. „Sagt mal Bard, wen habt ihr denn da mitgebracht?“, fragte er plötzlich, sodass ich aufsah. Noch bevor Bard zu einer Erklärung ansetzen konnte, fing ich auch schon an: „Entschuldigt meine Unhöflichkeit. Mein Name ist Luana und ich war auf dem Weg zu meinen Verwandten, die hier wohnen, als Bard mir freundlicherweise anbot, mich mitzunehmen.“ „Nun Luana“, ertönte da eine Stimme und ein ungepflegter Mann mit alter, zerrissener Kleidung trat hervor. „Wenn ihr wirklich so heißt, wie erklärt ihr mir dann das hier?“ Er hob einen schriftlichen Befehl hoch, der von Thranduil unterzeichnet wurde. „Das ist ein Befehl des Waldlandkönigs. Was geht Luana das an Alfrid?“, erwiderte Bard nun und auch, wenn es mir komisch erschien, konnte ich ganz deutlich Thorins Gefühle wahrnehmen, als wenn ich selbst in seinem Kopf wäre. Er hatte Angst, doch die Wut war fast sogar noch stärker. „Hier drinnen steht, dass der König eine junge Frau sucht, die aus seinem Palast geflohen ist. Wenn sie jemand sieht, soll ihm sofort Bericht erstattet werden. Nun, die Beschreibung trifft genau auf euch zu, nicht wahr Earwen?“ Thorins Wut nahm von Sekunde zu Sekunde immer weiter zu. Es würde nicht mehr viel fehlen, dann würde er aus diesem Fass springen. Thorin beruhige dich. Wenn du gesehen wirst, macht es das auch nicht besser, sagte ich nun in Gedanken und merkte sofort, wie Thorins Wut Verwirrung wich. Ich konnte ihn aber auch gut verstehen, immerhin wusste ich nicht, dass ich so etwas tun konnte. „Es tut mir leid, doch wir müssen sie in Gewahrsam nehmen.“ Die Wachen traten vor und kamen auf mich zu. Ich wusste, dass ich nicht für längere Zeit in Gewahrsam bleiben würde, denn dank Thranduil, zumindest war das die einzige Möglichkeit, war meine Macht endlich erwacht. Ich spürte all diese ganzen Zauber in mir und wollte sie unbedingt ausprobieren. Ohne mich also zu wehren, legten die Wachen mir Handschellen an und führten mich mit ihnen mit. Hab keine Sorgen, ich werde nicht lange bleiben, sagte ich noch zu Thorin, bevor ich in eine Zelle gebracht wurde. Es dauerte nicht lange, als wir auch schon an den Zellen angekommen waren und ich in eine von ihnen gesteckt wurde. Alle Wachen, außer einer natürlich, gingen wieder zurück, während ich mich an die Wand lehnte und die Augen schloss, um mich besser konzentrieren zu können. Ich horchte ganz tief in mich hinein und konnte zuerst nichts Ungewöhnliches entdecken, als ich ganz tief in meinem Inneren etwas fühlte. Es war eine ungeheure Kraft, die nun aus ihrer Barriere gelöst war. Plötzlich setzte sie sich in Bewegung und durchströmte meinen gesamten Körper, der sich nun so leicht anfühlte. Ein Gefühl der Freude und der Macht beherrschte mich und mit einem Ruck öffnete ich meine Augen. Langsam stand ich auf und bewegte mich hinüber zur Gittertür, vor der die Wache saß und nichts davon mitbekam, dass ich hinter ihr stand. Gut für mich, schlecht für ihn. Meine Hand glitt durch die Gitterstäbe und legte sich auf den Hinterkopf des Mannes, der sich nun erschrocken umwenden wollte, doch als ich „dínen“ murmelte, war er urplötzlich still und blieb auf seinem Platz sitzen. Nun machte ich genau das Gleiche wie vorhin bei Thorin, nur dass ich dieses Mal die völlige Kontrolle über seinen Geist übernahm. Edra i Fen, gab ich ihm also als Anweisung und nahm meine Hand weg. Sofort stand er auf, nahm die Schlüssel und sperrte schließlich meine Tür auf. rîn thinna, sagte ich noch, sodass er auf seinem Stuhl in sich zusammensackte und ich hier raus konnte. Jetzt wo ich draußen war, musste ich meine Freunde finden. Schnell zog ich mir noch einen Umhang an, der gerade neben mir lag, wobei ich nicht so richtig glauben konnte, dass er da rein zufällig gelegen hatte. Aber das war ja auch egal. Hauptsache war, dass ich ungesehen durch die Stadt kam. Ich wusste nicht genau wie viel Zeit vergangen war, obwohl ich mir denken konnte, dass ich nicht so lange in dieser Zelle gesessen hatte. Leise schlich ich also durch die Straßen, wobei ich bemerkte, dass mich viele ansahen. Immerhin sah ich ja schon etwas verdächtig aus, so mit der Kapuze, die ich tief ins Gesicht gezogen hatte. Doch ich achtete gar nicht richtig auf die Leute und ging weiter meines Weges. Dadurch, dass ich schon am Eingang mitgenommen wurde, wusste ich nicht, wo sich Bards Haus befand. Denn meine Freunde mussten bei ihm sein. Schließlich zog ich mich in eine ruhige Ecke zurück und atmete einmal tief ein und wieder aus. Mir fiel bestimmt etwas ein. Schließlich hatte ich noch nicht alle meine neu erwachten Kräfte ausprobiert. Ich schloss meine Augen und dachte einfach nur daran zu Thorin zu kommen. Ich stellte ihn mir genauestens vor und dachte daran, wie er mich damals bei Beorn geküsst hatte. Die ganzen Emotionen kamen mit einem Mal wieder und drohten mich zu überwältigen, als ich ihn endlich erreichte. Nun, oder zumindest sah ich ein Bild. Es zeigte Thorin, wie er mit Bard redete, und alle anderen standen um sie herum. Das hätte mir nicht viel geholfen, wenn nicht hinter ihnen ein Fenster auf gewesen wäre, durch das ich einen kleinen Steg sehen konnte, auf dem sich Netze und Kisten stapelten und davor befand sich ein Boot im Wasser. Ich wusste nun wo ich hin musste und so öffnete ich meine Augen und das Bild erlosch. Jetzt musste ich mich aber beeilen und so rannte ich los. Es dauerte nicht so lange, als ich auch schon an Bards Haus angekommen war. Ich wollte also gerade das Haus betreten, als mir Bard entgegen kam. „Earwen? Was, wie kann das sein?“ „Das erkläre ich später. Wo ist Thorin?“, fragte ich den verwirrten Bard, der mir auch sogleich antwortete. „Sie haben sich aus dem Haus geschlichen während ich kurz weg war. Sie wollen sich wohl anständige Waffen holen.“ „Die Waffenkammer“, sagte ich und lief los. „Wartet! Was habt ihr vor?“ Doch ich antwortete ihm nicht mehr. Stattdessen lief ich wieder einmal so schnell ich konnte durch die kleine Stadt, nun schon gar nicht mehr darauf achtend, ob ich gesehen werden würde, und kam wenig später an meinem Ziel an. Doch die Zwerge waren nirgends zu sehen. „Verdammt!“, fluchte ich leise und hätte auf den Sack neben mir einschlagen können. „Wo seit ihr?“ Verzweifelt drehte ich mich im Kreis und tatsächlich konnte ich noch eine Wache sehen, die Bofur mitnahm. Ich verlor keine Zeit und machte mich daran, sie zu verfolgen. Als ich etwas näher war, sah ich, dass alle von den Wachen mitgeführt wurden, was mich daraus schließen ließ, dass sie wohl erwischt worden waren. Aber wenn es nötig war, würde ich sie da natürlich wieder rausholen. Ich verfolgte sie also immer weiter, bis sie schließlich an einem großen Platz hielten, der schon voller Leute war. Man konnte schon sagen, dass sich fast die ganze Stadt hier versammelt hatte, und dem Treiben neugierig folgte. Letztendlich kam auch noch der Bürgermeister und der Mann, der mich verhafte ließ. Wenn ich es mir richtig gemerkt hatte, hieß er Alfrid. Und gerade, als ich an ihn dachte, sah er in meine Richtung. Ich blieb, starr vor Schreck, stehen wo ich war und dachte einfach nur daran mich unsichtbar zu machen. Nicht lange und er blickte leicht verwirrt wieder geradeaus zu meinen Freunden. Das war komisch. Konnte es denn sein, dass... „Ach herje“, murmelte ich und sah an mir herab. Ich war wirklich unsichtbar! Ich konnte also wirklich Dinge durch meine Gedanken und meine Vorstellungskraft hervorrufen. Interessant. So konnte ich wenigstens unbemerkt dieses Schauspiel hier verfolgen. Und so lehnte ich mich entspannt an die Wand hinter mir und sah zu, wie eine der Wachen dem Bürgermeister Bericht erstattete. Mein Verdacht erwies sich als richtig. Sie wurden dabei erwischt, wie sie Waffen stehlen wollten. Ein kleines Lächeln konnte ich hierbei einfach nicht unterdrücken. Es war einfach so typisch. Als der Bürgermeister sie nun also als Hochverräter bezeichnete und Alfrid noch dazu sagte, dass sie einfache Söldner wären, tritt Dwalin hervor und stellt Thorin erst einmal vor, sodass lautes Gemurmel einsetzte. Ich blieb weiterhin an der Wand gelehnt und hörte Thorins Rede zu. Er schaffte es wirklich alle Leute, die sich hier auf dem Platz versammelt hatten, in seinen Bann zu ziehen. Sie alle hörten aufmerksam seiner Rede, bis eine bekannte Stimme mich und alle anderen herumfahren ließ. „Tod. Das werdet ihr über uns bringen. Drachenfeuer und Verderben. Wenn ihr die Bestie weckt, werdet ihr uns alle vernichten.“ Ich ließ mir das einmal durch den Kopf gehen. Natürlich war ich auf Thorins Seite, aber Bard hatte auf der anderen Seite auch schon recht. Wenn etwas schief ging, und es ging ganz bestimmt etwas schief, würde etwas schreckliches passieren. „Ihr könnt auf diesen Schwarzmaler hören, doch ich verspreche euch, wenn es gelingt, werden alle am Reichtum dieses Berges teilhaben. Dann habt ihr genug Geld, um Esgaroth 10 Mal neu zu erbauen.“ Sofort ertönte ein langanhaltender und lauter Jubel. Sie waren wohl alle einfach nur am Geld interessiert. Ich war zwar auch zur Hälfe Zwergin, doch ich hatte mich noch nie sonderlich für Gold interessiert. Es gab deutlich wichtigere Dinge, doch ich konnte schlecht jetzt eingreifen. Da erwiderte Bard: „Habt ihr vergessen, was mit Thal geschehen ist? Habt ihr die vergessen, die ihr Leben ließen in dem Feuersturm?“ Überall sah ich traurige Blicke. Viele hier mussten einige ihrer Liebsten damals verloren haben. „Und wofür das Alles? Für eines Bergkönigs blinden Ehrgeiz. So zerfressen von Gier, dass er nur seinen eigenen Vorteil im Sinn hat!“ „Bitte, bitte. Wir dürfen, und das gilt für alle, niemanden voreilig beschuldigen. Und vergessen wir auch nicht. Es war Girion, der Fürst von Thal, euer Ahnenherr, der die Bestie zu erlegen versäumt hat“, erwiderte der Bürgermeister. Das musste ein harter Schlag für Bard gewesen sein. Thorin versuchte es schließlich weiter, bis er das vollste Vertrauen der Bürger hatte und der Bürgermeister sie alle Willkommen hieß. Als alle im Inneren der großen Halle verschwunden waren, stand ich immer noch genau am selben Platz. Ich musste einfach mal nachdenken. Mittlerweile wusste ich einfach nicht mehr so recht, was ich glauben sollte. Ich wollte Thorin nicht enttäuschen, aber ich wollte auch nicht all diese Bürger in Gefahr bringen. Und dann war da ja noch die Sache mit meiner Fähigkeit und Thranduil. Er hatte mir wirklich Angst gemacht und ich wusste ja, was er vorhatte. Eine gute Sache hatte der Besuch natürlich gebracht, da meine Kräfte dank ihm wach gerufen worden sind. Denn ich wusste einfach keine andere Möglichkeit dafür. Ich ließ mich an der Wand nieder und legte den Kopf in die Hände. Ich wünschte so sehr, dass Mutter oder Vater noch leben würde. Sie könnten mir Rat geben, wie früher. Ich vermisste sie schrecklich, von Tag zu Tag immer mehr. Mittlerweile liefen mir Tränen die Wange hinunter und ich war fix und fertig. Nach einiger Zeit hatte ich mich wieder etwas beruhigt, sodass ich meinen Kopf etwas hob und die Tränen wegwischte. Es war mittlerweile spät am Abend und alles war dunkel. Die Fenster der großen Halle waren jedoch erleuchtet und die Stimmen zahlreicher Leute waren zu hören. Ich stand auf und zog den Umhang etwas fester um meinen Körper, da es inzwischen ziemlich kühl geworden war. Ich hatte noch keine Ahnung, wie es weiter gehen sollte, doch ich fand, dass genug Zeit vergangen war und Thorin endlich wissen sollte, dass es mir gut ging. Und so schloss ich wieder einmal meine Augen und dachte an Thorin. Dieses Mal ging es schneller, sodass ich seinen Geist schnell erreicht hatte. Thorin? Fast augenblicklich kam eine Antwort: Earwen. Geht es dir gut? Wo steckst du? Wieso hast du dich so lange nicht gemeldet? Ich war krank vor Sorge. Deutlich hörte ich die Sorge um mich heraus und ich bekam sofort ein schlechtes Gewissen, dass ich mich nicht früher bei ihm gemeldet hatte. Ich weiß, ich hätte mich schon früher melden sollen, und es tut mir Leid. Du brauchst dir auch keine Sorgen zu machen, mir geht es gut, aber ich muss dringend mit dir reden. Wieder kam die Antwort sehr schnell: Natürlich, ich komme. Wo bist du? Nachdem ich ihm gesagt hatte wo ich mich aufhielt, waren keine fünf Minuten vergangen, als er von weither auf mich zukam. Na ja, oder zumindest kam er in meine Richtung, sah mich aber nicht, da ich ja immer noch unsichtbar war. „Earwen? Wo bist du?“, flüsterte er und sah sich aufmerksam um. Schnell dachte ich wieder daran, mich sichtbar zu machen, und kam auf Thorin zu. Schneller als er gucken konnte, hatte ich ihn bereits in eine Umarmung gezogen, die er nach kurzer Verwunderung erwiderte. Als wir uns aus der Umarmung lösten, kam er mir wieder näher und unsere Lippen trafen leidenschaftlich aufeinander. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, wie jedes Mal, wenn wir uns küssten. Wir hatten jedoch noch etwas wichtiges zu besprechen, weswegen ich mich widerwillig von ihm löste. „Eigentlich wollte ich ja noch etwas wichtiges mit dir besprechen.“ „Das können wir doch auch später noch“, erwiderte er und wollte mich wieder küssen, doch ich hielt ihn mit einem kleinen Lächeln etwas von mir. „Nein wirklich, es ist wichtig.“ „Na schön, dann erzähl mal. Wie bist du aus der Zelle gekommen?“ Und so erzählte ich ihm alles, was bis jetzt passiert war, wie ich aus der Zelle mithilfe meiner Magie geflüchtet bin, wie ich ihnen hinterher bin und als Unsichtbarer Zuschauer seiner Rede gelauscht habe, bevor ich schließlich zu meinen Überlegungen kam. „Das was Bard gesagt hat, hat mich nachdenklich gemacht. Er hat doch Recht. Wir werden Smaug wecken, so oder so, und dann wird er sicherlich nicht gerade erfreut sein. Wir bringen diese armen Menschen in Gefahr Thorin, willst du das wirklich riskieren?“ Während ich redete, war er stumm geblieben, doch jetzt konnte ich sehen, dass er wütend war. „Es ist unser Zuhause, Earwen, meines, wie auch deines. Willst du etwa nicht wieder dorthin zurückkehren?“ „Natürlich möchte ich unendlich gerne wieder mein altes Zuhause sehen, aber es gibt doch bestimmt auch eine andere Möglichkeit“, erwiderte ich leicht verzweifelt. „Dann sag doch mal was es für eine andere Möglichkeit gibt.“ Herausfordernd sah er mich an, doch ich konnte gerade nicht richtig nachdenken und stotterte einfach nur irgendetwas. Darüber hatte ich mir wirklich noch keine Gedanken gemacht, doch das hätte ich wohl lieber machen sollen. „Wir werden morgen früh bei Sonnenaufgang aufbrechen. Du kannst mit uns kommen, oder hierbleiben und wieder zurück zu diesem arroganten Elbenkönig gehen. Denke gut darüber nach. Ich hoffe sehr, dass du die richtige Entscheidung triffst.“ Schnell wandte er sich ab und ich wollte, dass er zurück kam und mit mir in Ruhe darüber redete, doch egal, wie oft ich ihn rief, er drehte sich kein einziges Mal um. Ich verstand nicht was mit ihm los war. So war er doch nicht. Wieder liefen mir die Tränen über die Wange und ich rannte weg. Einfach nur irgendwo hin, wo ich alleine sein konnte. Schon lange saß ich einfach nur in dieser dunklen Gasse und weinte stumm vor mich hin. Noch nie hatte ich mich so alleine gefühlt wie jetzt. Er hätte doch einfach mit mir darüber in Ruhe sprechen können. „Na wen haben wir denn da?“ Eine Stimme ließ mich hochfahren. Vor mir stand Bolg mit zwei Orks, die mich alle boshaft anlächelten. Blitzschnell war ich auf den Füßen. „Kleinen Streit mit dem Liebsten, wie ich sehe. War das euer erster Streit?“ Wütend sah ich ihn an und sagte einfach nur: „An deiner Stelle würde ich hier schnell verschwinden.“ „Du kannst deine Kräfte noch nicht richtig kontrollieren. Wieso sollte ich also Angst vor einer Anfängerin haben?“ Da hatte er leider Recht. Ich hatte gerade erst meine Zauberkräfte gefunden, wenn man es so sagen konnte, aber richtig kontrollieren konnte ich diese noch nicht. Er sah meine Unsicherheit bestimmt deutlich in meinem Gesicht, denn schon veränderte sich sein Lächeln in ein dreckiges Grinsen, während er näher kam. „Du wirst uns sehr gut helfen können. Jemand, der Wunden heilen kann, ist für den Krieg ziemlich gut zu gebrauchen.“ „Das könnt ihr vergessen!“, zischte ich und streckte meine Hände nach vorne. Augenblicklich wurde mein Gedanken wieder real, und eine Windböe riss sie von den Füßen, sodass ich fliehen konnte. „Sofort hinterher!“, schrie Bolg wütend und nur wenig später hörte ich schnelle und schwere Schritte, die die Verfolgung aufnahmen. So schnell ich konnte rannte ich die leeren Straßen entlang und warf immer mal wieder etwas um, was die Orks hinter mir, zu Fall brachte. Zwar nur für einen kurzen Moment, doch das reichte mir. Ich war jedoch zu sehr darauf fixiert nach vorne zu schauen, sodass ich den Schwertgriff nicht sah, der von rechts kam. Mit voller Wucht bekam ich ihn gegen die Schläfe, sodass ich hinfiel und mich Schwärze umfing. Langsam öffnete ich meine Augen, musste sie jedoch wieder schließen, da die Sonne mich blendete. Wo war ich? War ich tot? Nach kurzer Zeit konnte ich meine Augen wieder öffnen und auch offen halten, sodass ich erkannte, wo ich war. Ich befand mich auf einer Lichtung, in dessen Mitte ein kristallklarer Bach floss. Eine Bank stand neben einem Blumenbeet, doch sie war nicht leer. Eine junge Frau, eine Elbin, saß dort, mit langen roten Haaren, die in sanften Locken bis zu ihrer Hüfte fielen. Ihre Augen waren eisblau, fast schon grau, und sahen mich freudig an. „Mutter“, flüsterte ich ungläubig und sah, wie sich ein Lächeln auf ihrem Gesicht ausbreitete. Als sie die Arme ausbreitete wartete ich keine Sekunde und lief zu ihr, wo sie mich in eine liebevolle Umarmung zog. „Mein Kind, weine nicht. Alles ist gut, ich bin ja da.“ Ich konnte die Tränen nicht zurückdrängen. Ich war gerade einfach so glücklich. Als ich schließlich den Kopf hob, schob sie mir eine Haarsträhne hinters Ohr und sah mich an. „Wie ist das möglich? Du bist doch tot. Bin ich etwa auch..?“ „Nein, du bist nicht tot. Das alles hier spielt sich in deinem Kopf ab. Du hast dir gewünscht mit mir zu sprechen und so bin ich hier.“ „Aber wieso ist Vater nicht auch hier? Ich hätte auch gerne mit ihm gesprochen.“ „Er hat keine Magie in sich, nicht so wie wir beide.“ Das machte Sinn, aber es wäre trotzdem wirklich schön gewesen, wenn ich ihn noch einmal gesehen hätte. „Doch wir müssen uns beeilen, ich kann nicht lange bleiben.“ „Ich hab Angst. Einfach Angst, dass ich das alles nicht schaffe. Meine Kräfte sind vor kurzem geweckt worden und seitdem durchströmen mich so viele Texte und Sprüche, dass ich ganz durcheinander komme. Ich weiß einfach nicht, wie ich das alles hinbekommen soll und was ist, wenn ich sie einmal nicht kontrollieren kann und ich meinen Freunden wehtue?“ Oder Thorin? Verständnisvoll sah sie mich an. „Ich weiß, dass das jetzt alles so neu ist, aber hab nur Vertrauen in dich. Ich weiß, dass du es schaffen kannst. Ich hätte dich gerne unterrichtet, doch dafür ist es nun wohl zu spät.“ Dabei blickte sie traurig und sofort kam mir eine Frage. „Wer war für deinen Tod verantwortlich? Frau Galadriel sagte, du wärst an dem Trank gestorben, durch den meine Wunden heilen und ich selbst Wunden von anderen heilen kann. Stimmt das?“ Ich konnte es einfach nicht so recht glauben, dass es an diesem Trank gelegen haben soll. „Du bist in Gefahr Earwen. Gehe nicht zum Erebor.“ Die Traurigkeit war verschwunden und nun sah sie mich dringend an, wobei ich auch etwas Angst erkennen konnte. „Ich verstehe nicht. Mutter, was ist damals passiert? Sag es mir.“ Ich wollte sie an den Schultern fassen, doch da merkte ich, wie sie sich bereits langsam auflöste. „Nein, Mutter, du darfst noch nicht gehen. Es gibt noch so viele Dinge, die ich nicht weiß.“ „Versprich mir einfach nur eines. Halte dich von Foskar fern und pass gut auf dich auf. Ich liebe dich mein Kind.“ Sie gab mir noch einen letzten Kuss auf die Stirn, bevor sie verschwand. Nun wahrscheinlich für immer. Aber ich verstand ihre Warnung nicht. Wieso sollte ich mich von meinem Onkel fernhalten? Und wieso sollte ich nicht zum Erebor gehen? Irgendetwas war faul bei der Sache und das wollte, nein ich musste es herausfinden. Durch eine kräftige Ohrfeige wurde ich wieder in das hier und jetzt befördert. Das war ein heftiger Schlag und meine Wange brannte. Als meine Augen sich öffneten, sah ich auch, wer mir eine Ohrfeige verpasst hatte. Es war Bolg gewesen, doch ich hatte keine Ahnung, wo wir waren. Aber in der Seestadt ganz bestimmt nicht mehr. „Da hätte ich ja sogar noch fester zuschlagen können, deine Kopfwunde hätte sich so oder so geschlossen. Aber ich musste ja noch einmal kontrollieren, ob es immer noch funktioniert.“ Und tatsächlich. Als ich an meine Schläfe fasste, war dort nichts mehr zu spüren. „Wo hast du mich hingebracht?“, fragte ich und sah ihm dabei gefährlich in die Augen. „In dein neues Zuhause natürlich. Gewöhne dich besser dran, denn du wirst lange hier bleiben.“ Sofort sprang ich auf und wollte ihm eigentlich an die Gurgel gehen, als ich zurückgerissen wurde. Das sollte wohl ein Scherz sein. Ich war durch ein metallenes Halsband an die Wand festgebunden, wie ein Hund. „Ich wusste, dass du das tun würdest. Und jetzt schön brav sein.“ Mit einem höhnischen Grinsen wandte er sich zur Tür und ging. Und schon war ich wieder alleine, in dieser kleinen, dunklen und muffigen Zelle. Schon lange hatte ich meine zeitliche Orientierung verloren, aber ich befand mich bestimmt schon sehr lange hier. Jeden Tag wurde ich aus meiner Zelle geholt, um die Wunden der verletzten Orks zu heilen, auch wenn ich sie lieber töten würde. Doch dies hatte ich schon versucht, und daraufhin hatte Bolg mir eine Klinge in die Seite gerammt und mich gewarnt, falls ich es noch einmal versuchen sollte, werde er nicht mehr so sanft mit mir sein. Am Anfang habe ich es trotzdem noch ziemlich oft versucht, doch als er mir fast die Kehle durchgeschnitten hatte, hatte ich damit aufgehört. Immerhin lag mir etwas an meinem Leben und ich wusste ja nicht, ob ich auch von den Toten wieder auferstehen konnte. Jetzt gerade heilte ich den Knochenbruch eines Orks, der wohl von einer Klippe gefallen war. Ich hörte nie zu, was es war. Stattdessen machte ich einfach meine „Arbeit“. Spät am Abend wurde ich davon erlöst und durfte wieder in meine Zelle, wobei ich eher geschleift wurde. Manche hier hatten wirklich schlimme Wunden, die mir vieles an Kraft raubten. Unsanft wurde ich hineingeschmissen und blieb einfach liegen, bevor ich nach kurzer Zeit eingeschlafen war. Doch nicht lange, da wurde ich wieder von dem Quietschen meiner Tür geweckt. Die Angst überwältigte mich, als Bolg hinein kam. Ich hasste das, was jetzt kam. „Meine wunderschöne Zauberin.“ Er beugte sich zu mir hinunter und hob mein Kinn an, sodass ich ihn ansehen musste. Augenblicklich drückte er fordernd seine Lippen auf die meinen und sofort kehrte der Ekel zurück. Ich hasste mich dafür, jede Nacht. Ich wollte das nicht mehr. Nur wenig später löste er sich von mir und grinste mich lüstern an. Er packte mich grob und stieß mich an die Wand, bevor er wieder seine Lippen auf die meinen drückte und seine Hände an meine Brüste wanderten. Das was jetzt kam, ließ ich widerwillig, ohne mich zu wehren, geschehen. Schon lange wusste ich, dass es nichts brachte. Als er fertig war, lächelte er mir noch zu und sagte, dass er sich bereits auf morgen freue, bevor er endlich ging. Ich wollte alleine sein und wünschte, dass alles einfach aufhören würde. Gestern hatte ich es schon versucht, doch ich konnte es einfach nicht. Ich hatte meinen Dolch nicht, doch ich hätte mich auch anders umbringen können. Doch wegen Thorin hatte ich mir geschworen, dass ich niemals aufgeben würde. Ich würde es packen und ihm sagen, dass es mir Leid tat, und wieder wohl geborgen in seinen Armen legen. Und mit diesem Gedanken schlief ich irgendwann dann auch ein. „Schneller!“ Alle wurden vorwärts gescheucht, doch nicht nur von Bolg, denn Azog war mittlerweile auch dabei. Seit Tagen waren wir unterwegs, in Richtung des Erebors, und gestern kam die Nachricht an, dass Smaug getötet worden war, jedoch die ganze Seestadt zerstört hatte. Bard hatte also wirklich Recht gehabt. „nicht stehenbleiben! Pause wird erst morgen früh gemacht!“ Mit einem gezielten Peitschenhieb wurde ich weiter gedrängt. Doch ich würde mir das nicht mehr lange gefallen lassen. Ich hatte genug gesehen und genug Zeit gehabt, um zu wissen, wie ich hier weg kommen konnte. Und so verging die Zeit und wir hatten früh am morgen. Die Pause sollte nicht lange dauern und so musste ich mich beeilen. Alle redeten miteinander und achteten nicht großartig auf mich, außer natürlich Bolg und Azog. Immerhin wollten sie ja nicht, dass ihr kleines Haustier einfach so abhaute. Aber das würde sich gleich ändern. Es gab einen Ork hier, den ich, wenn man das so sagen konnte, gut kannte. Ich war ständig bei ihm, da er ziemlich naiv war und ich ihn oft geheilt hatte. Dementsprechend konnte ich ihn gut benutzen. Ich schloss die Augen und konzentrierte mich auf ihn. Schnell konnte ich in seinen Geist eindringen. Dort befahl ich ihm, seinen Nebenmann niederzuschlagen. Wie eine Marionette gehorchte er mir und ging mit lautem Geschrei auf ihn los. Diese Kreaturen würden aber auch einfach aus Langeweile ihre Kumpanen angreifen, wie ich gemerkt hatte. Schnell war ein Trubel entstanden und alle schauten begeistert der Prügele zu und grölten, bis ich sah, wie Azog und Bolg einschritten. Das hatte doch ziemlich gut geklappt. Schnell und leise lief ich also nach hinten, den Berg hinauf, und als ihnen auffiel, dass ich nicht da war, war ich schon längst über alle Berge und konnte noch von solch einer Entfernung ihr wütendes Geschrei hören. Ich war den ganzen Tag ohne Pause gelaufen, doch so langsam zerrte die Erschöpfung an mir. Aber es müsste nicht mehr lange sein. Wenn ich erst einmal da war, würde ich mich ausruhen, doch jetzt war dies noch zu riskant. Und so schleppte ich mich vorwärts, bis ich ihn sehen konnte. Erebor, meine alte Heimat. Eine einzige Träne der Erleichterung kullerte meine Wange hinunter, als ich mich an den Abstieg machte. Der Eingang war offen und so suchte ich mir meinen Weg über die ganzen Gesteine. Plötzlich fühlte ich einen starken Schmerz, fast so, als ob ich von innen verbrennen und ausgesaugt werden würde. Ich krümmte mich zusammen und konnte einen Aufschrei nicht unterdrücken, der durch den Berg widerhallte. Es dauerte dementsprechend nicht lange, bis drei meiner Freunde angerannt kamen; Bofur, Kili und Gloin. Als sie mich sahen, weiteten sich ihre Augen vor Erschrecken und Verwunderung. „Earwen, was ist passiert?“ Sie kamen auf mich zu und halfen mir, mich aufzustemmen. Der Schmerz nahm nicht ab und ich wurde immer schwächer. Ich wollte ihnen antworten, doch ich hatte einfach keine Kraft mehr. Sie sagten noch etwas, doch das bekam ich nicht mehr mit, denn augenblicklich umfing mich wieder einmal Schwärze und ich spürte nichts mehr. Ich stand reglos hinter einer Ecke und beobachtete, wie Foskar einen kleinen Kristall versteckte. Ich wusste, was dies war. Dieser Kristall saugte magische Energie ein. Foskar konnte mich noch nie leiden, einfach aus dem Grund, da ich Zauberin war. Er hasste Magie und deswegen ließ er diesen Kristall anfertigen. Ich hatte alles beobachtet und ich würde ihm das nicht durchgehen lassen. „Lúthien. Was machst du hier?“ Die bedrohliche Stimmung von Foskar ließ mich herumfahren. „Ich habe alles beobachtet. Du wirst damit nicht durchkommen Foskar.“ „Wenn du nur ein einziges Wort zu meinem Bruder sagst, werden du und deine Tochter leiden, dass verspreche ich dir.“ Er kam immer näher, doch ich hatte keine Angst vor ihm. Immerhin war ich diejenige mit den Zauberkräften und nicht er. Plötzlich zog er einen Dolch aus seinem Gürtel und stach in meine Richtung... „Neeeiiiinnnnn!“ Schreiend wachte ich auf und merkte zuerst gar nicht, dass jemand neben mir saß und mich versuchte zu beruhigen. „Earwen, ganz ruhig, das war nur ein Traum, du bist hier in Sicherheit. Beruhige dich.“ Es dauerte etwas, doch schließlich erkannte ich, dass dies Thorins Stimme war. Augenblicklich beruhigte ich mich und ließ seine Umarmung zu. „Thorin, ich hab dich so schrecklich vermisst.“ Als wir uns wieder lösten, sahen wir uns tief in die Augen und ich konnte sehen, dass Thorin ein schlechtes Gewissen hatte. „Ich wollte mich noch bei dir entschuldigen. Ich hätte nicht so reagieren sollen.“ Natürlich wusste ich, von was er redete. „Das ist lange her. Ich bin dir da schon längst nicht mehr böse.“ Zuerst bildete sich ein Lächeln auf seinem Gesicht, doch dieses verschwand schnell wieder. „Wieso bist du nicht mit uns gekommen?“ Die ganzen Erinnerungen sorgten dafür, dass ich weinen musste. Doch ich riss mich zusammen und fing an mit meiner Erzählung. Am Ende meiner Erzählung saß ich bitterlich weinend dort, während Thorin mich sorgsam im Arm hielt. „Das was du erlebt hast, wirst du kein zweites Mal durchleben müssen, dass schwöre ich dir. Du bist jetzt bei mir in Sicherheit.“ Er gab mir einen Kuss auf die Stirn und ich lehnte mich an ihn. „Ich werde nicht von deiner Seite weichen, Earwen. Ich liebe dich.“ „Ich liebe dich auch Thorin“, erwiderte ich und schloss die Augen. Der Traum von eben ging mir nicht mehr aus dem Kopf, aber ich war immer noch so müde und so dauerte es nicht mehr lange, bis mich der Schlaf übermannt hatte. Wir waren bereits seit einigen Tagen im Erebor und mussten ohne Pause nach dem Arkenstein suchen. Ich wusste nicht, was in Thorin gefahren war, doch er war nicht mehr er selbst. So hatte ich ihn noch nie gesehen. „Niemand ruht, bevor der Arkenstein nicht gefunden wurde“, schrie er und machte sich auf den Weg. Er könnte uns ruhig helfen, immerhin war dies kein kleiner Goldberg. Doch ich musste auch zugeben, dass ich, je länger ich mich hier aufhielt, immer schwächer wurde. Ich verstand nicht, was das war, doch dies hier, also das ständige Suchen und Laufen, hatte ganz bestimmt nichts damit zu tun. Es war schon eher so, wie damals, als ich hier ankam. Zwar nicht mehr so schlimm, doch ich konnte leicht spüren, wie etwas aus mir gesogen wurde. Ich hatte bereits einige Zauber angewandt, aber nichts half. Ich hatte Thorin auch schon darauf angesprochen, doch er meinte nur, dass ich mir keine Sorgen machen sollte und weiter nach dem Arkenstein suchen sollte. Daraufhin hatte ich ihn gefragt, was mit ihm los sei, da ich ihn nicht mehr wieder erkannte. Das Gespräch entwickelte sich zu einem Streit, bei dem ich schließlich nachgegeben hatte und weggegangen war. Ich war stinksauer gewesen und seit dem redete er kein Wort mehr mit mir. Irgendwann nach vier oder fünf Stunden ununterbrochenen Suchen, durften wir eine kurze Pause machen. Diese nutzte ich dafür, um etwas an die frische Luft zu kommen, die ich schon lange nicht mehr eingeatmete hatte. Und ich war auch nicht alleine, denn Bilbo saß dort und hielt etwas in der Hand. Er war so darauf konzentriert, dass er mich gar nicht kommen hörte. Dementsprechend erschrocken wich er auch zurück, als ich ihn rief. „Earwen, was machst du hier?“ „Ich wollte etwas an die frische Luft. Sag mal, was hast du da hinter deinem Rücken?“ „Nichts, nichts besonderes.“ Ich wusste sofort, dass er log, denn ich hatte bereits gesehen, was er da hatte. „Bitte lüge mich nicht an Bilbo, ich weiß schon, was du da hast. Und ich sollte dir eigentlich den Arkenstein abholen und Thorin geben.“ Er wollte gerade etwas erwidern, als ich die Hand hob und ihn damit zum Schweigen brachte. „Ich weiß, was du sagen möchtest, und da gebe ich dir Recht. Ich weiß nicht, was mit ihm in letzter Zeit los ist, doch er hat sich sehr verändert. So war er noch nie seit ich ihn kenne. Ich werde ihm den Arkenstein also nicht geben, doch pass gut auf dich auf Bilbo. Ich weiß nicht, was er tut, wenn er herausfindet, dass du ihn die ganze Zeit hattest.“ „Ich werde auf mich aufpassen. Danke Earwen.“ Die Erleichterung war deutlich herauszuhören. Wäre ich an seiner Stelle gewesen, hätte ich aber auch Angst gehabt. „Wir sollten schon einmal rein gehen. Die Pause ist gleich vorbei.“ Zusammen gingen wir relativ schweigend nebeneinander zurück in die riesige Halle, wo sich bereits alle anderen aufhielten. Und schon hieß es wieder nach einem kleinen, leuchtenden Stein Ausschau zu halten, der in einem übergroßen Haufen Gold „versteckt“ war. Nach einiger Zeit war ich schon am anderen Ende angekommen und merkte eine magische Kraft, die immer stärker wurde. Doch gleichzeitig wurde ich immer schwächer. Ich wollte jedoch nicht umkehren, denn vielleicht war diese Sache der Grund für meine Schwäche. Gegen Ende schleppte ich mich schon fast weiter und war alleine hier, denn alle anderen waren fast am anderen Ende der Halle. Falls also etwas passieren sollte, würden sie mich nicht so schnell finden. Entschlossen schritt ich jedoch voran und spürte ganz plötzlich wieder dieses verbrennen in mir. Es war stärker als zuvor und nun wusste ich, dass ich ganz nah war. Mit letzter Kraft schleppte ich mich vorwärts und konnte zwischen einigen Ketten und einer Krone einen gelben Kristall erkennen, der stark zu leuchten begann. Warte mal, das war doch der Kristall aus meinem Traum! Jetzt wusste ich auch, was hier los war. Dieser Kristall, den mein Onkel hier versteckt hatte, entzog mir all meine magischen Kräfte. Langsam streckte ich meine Hand aus und als ich ihn nur etwas berührte, konnte ich einen Schmerzensschrei nicht unterdrücken. Ein Blick auf meine Hand genügte. Sie verbrannte unter der Berührung, als ob der Kristall pures Feuer wäre. Wenn mir mein Leben lieb war, und das war es, dann musste mir jetzt schnell etwas einfallen, wie ich den Kristall zerstören konnte. Wut. Dieses eine Wort schlich sich in meine Gedanken und augenblicklich wusste ich, was zu tun war. Es brauchte nur eine einzige Person um meine Wut aufflammen zu lassen. Ich dachte an Bolg und was er mir tage- oder wochenlang angetan hatte. Den Schmerz fühlte ich schon fast nicht mehr, da er alleine von meiner Wut gegen diesen Mistkerl überdeckt wurde. Meine Hand, die den Kristall hielt, ballte sich zur Faust und ich drückte immer fester zu. Ich stellte mir vor, dass er die Kehle von ihm war und ich ihm die Luft abdrückte. Das Leuchten wurde stärker und ein Schrei entwich meiner Kehle, bevor alles schwarz wurde und ich wieder einmal bewusstlos wurde. Ich konnte es nicht fassen, dass mein eigener Bruder solch eine tat vollbracht hatte. Doch es war wahr. Er würde dafür büßen, dass er meine geliebte Frau umgebracht hatte! Wie immer saß er in seinem Zimmer und war über einige Karten gebeugt, doch als er merkte, dass ich reinkam, hob er den Kopf. „Leskar, mein Bruder, was für eine Freude dich zu sehen.“ „Deine geheuchelte Freude kannst du dir sparen du Mistkerl.“ Meine Stimme bebte vor Zorn und meine Hand lag an meinem Schwertgriff, als er sich schließlich zu mir umdrehte. „Was ist dir denn über die Leber gelaufen? Hattest wohl einen schlechten Tag.“ „Du hast meine Frau umgebracht Foskar. Das werde ich dir nie verzeihen.“ Das Lächeln entschwand in sekundenschnelle aus seinem Gesicht. Stattdessen verzerrten sich seine Züge zu einer wütenden Fratze. „Wie kannst du es wagen, mir so etwas zu unterstellen, kleiner Bruder?“ „Ich habe es mit eigenen Augen gesehen du Bastard.“ Sofort hatte er sein Schwert gezogen und ging auf mich los, doch ich hatte ebenfalls mein Schwert gezogen und wehrte seinen Schlag ab, bevor ich den nächsten setzte. Es entstand ein wilder Kampf und jeder war blind vor Wut, doch leider war Foskar schon immer der Stärkere gewesen. Ich dachte er wolle meine linke Seite angreifen, doch stattdessen griff er nach rechts an und verpasste mir eine tiefe Wunde an der Seite. Augenblicklich kam der nächste Schlag gegen meine Schläfe, sodass ich zu Boden ging. „Du hättest dich nicht einmischen sollen, noch hättest du dieses Weib heiraten sollen. Dann wärst du jetzt wenigstens noch am Leben. Lebe wohl Leskar.“ Und schon senkte er sein Schwert herab und stach es mitten in mein Herz... Mit wild schlagendem Herzen und schweißgebadet wachte ich auf. So langsam glaubte ich, dass diese beiden Träume keine rein zufälligen waren. Mutter hatte mich immerhin von Foskar gewarnt. Ich wusste nun, was sie damit gemeint hatte. Ich würde ihm noch einmal begegnen, doch dies würde das letzte Mal gewesen sein, für ihn. Er würde für den Tod meiner Eltern bezahlen! Doch erst einmal sah ich mich um. Ich lag nicht mehr in Gold, als hatten sie mich wohl gefunden. Wahrscheinlich hatten sie meinen Schrei gehört. Aber warte mal, was war jetzt mit dem Kristall? Hatte ich ihn zerstört? Ich wusste es nicht, doch ich fühlte mich keineswegs schwach, sondern voller Energie. Also musste ich ihn wohl zerstört haben. Als ich meine Hand hob war dort ein Verband zu sehen, doch darunter konnte ich nichts mehr von den Verbrennungen erkennen. Meine Magie war wieder zu mir zurückgekehrt. Ein leichtes Lächeln schlich sich auf mein Gesicht, als ich mich aus dem Bett erhob. Es war genau das gleiche Zimmer, in dem ich das erste Mal aufgewacht war. Doch dieses Mal saß niemand neben mir. Augenblicklich wich das Lächeln und machte einem traurigen Ausdruck Platz. Das hätte ich wirklich nicht von ihm gedacht. Doch ich fasste mich relativ schnell wieder. Als erstes wollte ich erfahren, wo alle waren und was passiert war. Ich wusste immerhin nicht, wie lange ich hier lag und das wollte ich in Erfahrung bringen. Ich schlenderte durch leere Gänge und konnte nichts hören, bis ich in Richtung des Ausgangs kam. Als ich weiter in diese Richtung ging, sah ich, dass sie den Eingang zumauerten mit verschiedenen Felsbrocken. Ich stand dort und hatte wirklich keine Ahnung, wieso sie dies taten. „Earwen, du bist wach. Was für eine Freude.“ Ich drehte mich zu der Stimme um und sah, wie Kili zu mir kam. Er umarmte mich kurz und sofort fragte ich ihn, was hier los war. Er erklärte mir kurz die Situation; in Thal brannten Lichter und die Bewohner von Seestadt befanden sich wohl alle dort. Thorin wollte nicht, dass sie hier her kamen und ließ deswegen den Eingang zumauern. „Das ist doch Schwachsinn. Diese Leute wollen uns doch nichts Böses. Sie wollen einfach nur ihren Anteil, den Thorin ihnen auch versprochen hat.“ „Ich finde es auch nicht gut, dass er das tut, aber in letzter Zeit kann man ihn einfach nicht umstimmen. Er ist schlimmer als sonst.“ Traurig wandte er sich ab, um weiter Steine aufzustapeln, während ich mich nach Thorin umsah. Einen Versuch war es immerhin wert, auch wenn ich bereits befürchtete, dass es nichts half, wenn ich mit ihm redete. Nach kurzer Zeit hatte ich ihn schließlich gefunden. Natürlich ließ er die anderen wieder schuften, während er selbst keinen Finger krumm machte. „Thorin!“ Als er meinen Ruf hörte, drehte er sich zu mir und kam auf mich zu. „Earwen, gut, dass du wieder wach bist.“ „Ist es deshalb gut, weil ich dann ja jetzt helfen kann?“ Ich sagte jetzt einfach heraus, was ich dachte. Es klang zwar etwas hart, aber dies war doch die Wahrheit. „Natürlich, aber ich freue mich auch, dass du nicht mehr verletzt bist und es dir gut geht.“ „Thorin jetzt hör mir mal zu. Kili hat mir eben erzählt, was du hier vorhast. Das kann doch nicht dein Ernst sein. Diese Leute wollen nichts weiter, als ihren Anteil des Schatzes, um ihre Stadt wieder aufzubauen. Du hast es ihnen immerhin versprochen.“ „Ich hätte nicht gedacht, dass du auch damit anfängst. Es war ziemlich schwer den Erebor wieder zurückzuerobern, doch wie haben es geschafft und ich lasse mir ihn nicht wieder nehmen.“ Er wurde schon wieder wütend und wollte gerade gehen, doch ich hielt ihn zurück. Ich war selbst ziemlich wütend, doch ich war wohl diejenige, die noch klar dachte. „Jetzt sag mir endlich, was mit dir los ist. Ich erkenne dich nicht wieder. Seit ich hier bin, hast du dich ziemlich verändert. Du warst doch früher auch nicht so gierig und..“ „Ich sage es dir jetzt schon. Wenn du mit meinen Entscheidungen nicht zufrieden bist, dann kannst du gehen. Ich möchte einfach, dass wir unsere Heimat wieder behalten, das ist alles.“ Und schon drehte er sich um und stapfte wütend davon. Na toll, schon wieder so eine Entscheidung. Verdammt, das konnte doch nicht sein ernst sein! Als ich eine Hand auf meiner Schulter spürte, blieb ich einfach stehen, bis ich Balins Stimme hörte. „Wir alle haben schon versucht mit ihm zu reden, doch ich befürchte, wenn er schon nicht auf dich hört, werden wir nichts ändern können. Die Drachenkrankheit hat ihn verdorben, wie bereits viele andere vor ihm.“ Seine Hand löste sich und ich hörte, dass er wieder zu den Anderen ging. Ich war zwar nicht dafür, dass wir diese Mauer errichteten, doch ich musste mich irgendwie ablenken, weshalb ich zu den anderen ging und ihnen half. Mit meiner Hilfe waren wir dann auch schnell fertig und die Nacht war bereits fast vorbei. Am nächsten Tag standen wir alle auf der Mauer, doch bewaffnet und mit Rüstungen ausgerüstet. Nur ich hatte keine Rüstung an. Ich trug nur den Dolch meiner Mutter bei mir und war sonst unbewaffnet. Mittlerweile befanden sich nicht nur die Menschen aus der Seestadt in Thal, sondern auch ein großes Elbenheer. Sie mussten wohl irgendwann in der Nacht gekommen sein, als wir beschäftigt waren. Thranduil und Bard kamen angeritten und sofort spannte Thorin seinen Bogen und ließ einen Pfeil los, der vor den Hufen des großen Elches landete, auf dem der König saß. „Der Nächste trifft Euch zwischen die Augen“, sagte Thorin und hielt den Bogen immer noch hoch vor sich. Währenddessen sah ich, dass Thranduil oft zu mir herauf sah. Ich konnte mir schon denken, was er gerade dachte, und sah einfach woanders hin. Schließlich ging Thorin nach unten, um mit Bard zu sprechen, während wir oben blieben. Auch, wenn ich nicht zu ihm sah, konnte ich seine Blicke förmlich spüren und sofort war mir das alles sehr unangenehm. „Wieso sieht er euch so an?“, fragte da Fili und ich antwortete: „Damals, als wir im Palast waren, hat er mich sozusagen entführen lassen und mich in ein Zimmer gebracht. Dort musste ich dann seine Wunde heilen und er hat mich eingesperrt. Er wollte, dass ich seine Frau wieder zurück hole, doch dann kam Thorin. Er will mich noch immer, aber ich weiß nicht, ob ich ihm helfen kann.“ „Er wird dich nicht bekommen, mach dir da keine Sorgen. Wir sind alle bei dir.“ „Danke Fili.“ Ein leichtes Lächeln brachte ich noch zu Stande und war froh, dass wenigstens die anderen noch nicht verrückt waren. Es dauerte nicht lange, da ritt Bard wutentbrannt wieder davon. Das konnte also nur heißen, dass es sehr bald Krieg geben würde. Das hatte uns gerade noch gefehlt! Am nächsten Tag war es dann soweit. Wir alle waren bereit und Elben, sowie Menschen standen schon alle kampfbereit dort. Bard versuchte nun noch einmal mit Thorin zu reden und ihn davon zu überzeugen, dass es kein Krieg geben müsste. Sie wären in Besitz eines Gegenstandes, den sie tauschen wollten. Und da zog er den Arkenstein aus seiner Tasche. Wie konnte das sein? Aber warte mal, ich konnte Bilbo nirgendwo sehen. Er hatte noch nicht etwa? Verdammt! Wieso hatte er das getan? Bard wollte uns den Arkenstein mit ihrem Wohlwollen überlassen, doch nur, wenn Thorin sein Wort hielt. Doch dieser sagte: „Sie wollen uns zum Narren halten. Das ist nur eine List. Eine dreckige Lüge. Der Arkenstein liegt in diesem Berg versteckt. Das ist eine Täuschung!“ Er wollte es nicht glauben, doch schon ertönte hinter uns eine Stimme: „Nein das ist keine Täuschung.“ Erschrocken wandte ich mich um. Nein, nein, nein, wieso tat Bilbo das? Ich hatte ihm doch gesagt, wenn Thorin herausfand, dass er den Stein hatte, würde es ihm nicht mehr gut tun. Doch trotzdem stand er jetzt hier und verriet, dass er den Arkenstein genommen und den Anderen gegeben hatte. „Du?“ „Ich hab ihn als meinen 14. Teil genommen.“ „Du hast ihn mir gestohlen.“ erwiderte Thorin jedoch nur. „Dir gestohlen? Nein. Mag sein das ich ein Dieb bin, doch ein ehrlicher behaupte ich. Ich bin bereit dafür auf meine Ansprüche zu verzichten.“ Bilbo hör sofort auf und lauf! Am Liebsten würde ich nun zu ihm gehen und ihn hier wegbringen, doch Thorin machte weiter: „Deine Ansprüche? Deine Ansprüche. Du hast keine Ansprüche an mich, du elender Wurm!“ Wütend warf er seinen Bogen weg und ging auf Bilbo zu. „Ich wollte ihn dir schon geben. Viele Male wollte ich es aber.....“ „Aber was, du Dieb?“ „Du hast dich verändert Thorin. Der Zwerg den ich in Beutelsend kennenlernte, hätte sein Wort niemals gebrochen. Hätte nie an der Treue der Seinen gezweifelt.“ „Du sprichst nicht zu mir von Treue. Werft ihn den Wall hinunter!“ Ich konnte es einfach nicht fassen. Ich wusste, dass Thorin ziemlich wütend sein würde, aber das er Bilbo töten wollte, dass hätte ich nicht gedacht. Als sich keiner bewegte, wollte er schon, dass Fili dies machte, doch als er natürlich nicht wollte, sagte er: „Dann mach ich es selbst!“ Doch noch bevor Thorin Bilbo erreichen konnte, hatte ich mich schon zwischen sie gestellt. „Du wirst Bilbo kein Haar krümmen Thorin.“ „Geh sofort beiseite Earwen!“ „Nein, das werde ich nicht. Ich verstehe zwar, dass du wütend bist, aber dann lass Bilbo wenigstens laufen und bring ihn nicht um.“ Und da Gandalf auch noch eingriff, konnten wir Bilbo vor größeren Schäden bewahren, während er nun also den Wall hinunterkletterte und zu Gandalf lief. „Du kannst ihm sofort folgen. Ich will dich ebenfalls nicht mehr sehen.“ sagte Thorin nun zu mir und ich war wirklich erschrocken. Nun war alles für mich klar. Ich konnte Thorin nicht mehr helfen. „Aber Thorin, dass kannst du doch nicht tun.“ mischte sich nun Kili ein, doch ich hinderte ihn daran weiter zureden. „Nein Kili, ich werde gehen. Es ist besser so.“ Und zu Thorin gewandt sagte ich: „Ich würde mich freuen, wenn du wieder zu Verstand kommst Thorin. Aber bis dahin, bleib einfach von mir fort.“ Ich spürte, dass wieder einmal die Tränen kamen und noch bevor Thorin etwas erwidern konnte, kletterte ich ebenfalls am Seil hinunter und verschwand in der Menge. Fast augenblicklich hörten wir Getrappel und es erschien eine Zwergenarmee. Was kam denn noch? Und auch noch Zwerge aus den Eisenbergen. Und ich kannte einen ganz besonderen Zwerg, der von dort kam. Und ich sah ihn auch. Foskar stand ganz vorne in der ersten Reihe und sah sich aufmerksam um. Wahrscheinlich wusste er, dass ich auch da war und suchte nun nach mir. Keine Sorge, dachte ich, du findest mich noch früh genug. Ich schlängelte mich durch die Reihen, vorbei an Gandalf, der mir hinterhersah, bis ich irgendwann am Ende angekommen war. Es würde nicht mehr lange dauern, bis Azog und Bolg mit ihrer Armee anrücken würden, und ich wünschte, ich hätte es den anderen gesagt. Doch durch das alles hier hatte ich es irgendwie vergessen. Plötzlich bebte der Boden und alle sahen zu den Felsen, aus denen nun riesige Würmer kamen. Erdfresser, wenn ich mich nicht irrte. Doch das war nicht alles. Alls diese Kreaturen wieder verschwanden, liefen hunderte, wenn nicht tausende von Orks heraus. Augenblicklich befahl Dain den Zwergen anzugreifen und so schnell sie konnten, rannten sie in diese Richtung, während meine Freunde einfach stehen blieben und nichts taten. Das konnte nicht Thorins Ernst sein! Doch ich würde helfen. Ich zog meinen Dolch und atmete noch einmal tief durch, bevor ich losrannte. „Thranduil, das ist doch Wahnsinn!“, hörte ich Gandalf rufen. Immerhin standen die Elben auch einfach tatenlos dort, während die Zwerge sich schon kampfbereit aufgestellt hatten. Ich hatte wirklich schon die Hoffnung auf Hilfe aufgegeben, als über die „Zwergenmauer“ Elben sprangen und die Orks dahinter angriffen. Nun legte ich aber auch los und tötete diese Schweine, denen ich zuvor noch geholfen hatte. Doch nun hatten sie gelitten. Wie eine Furie raste ich durch die Reihen und stach zu, oder schlitzte ihnen die Kehlen auf. Es fühlte sich gut an Rache zu nehmen. „Wenn das nicht meine reizende Nichte ist.“ Sofort fuhr ich herum und sah in das grinsende Gesicht meines Onkels. „Es ist lange her. Wieso kommst du nicht zu mir und umarmst deinen alten Onkel?“ „Ich werde keinen kaltblütigen Mörder umarmen, der so skrupellos war, seine eigene Familie zu töten“, schrie ich ihm voller Zorn entgegen und sah, wie sein Grinsen wuchs. „Es musste sein. Ich brauchte auch mal wieder etwas Spaß. Und für mich gehörte Leskar nicht mehr zur Familie, seit er dieses Miststück geheiratet hatte.“ Beim letzten Satz verschwand jedoch das Grinsen und machte einem wütenden Ausdruck Platz. Doch ich wollte keineswegs mehr hören und ging mit einem Aufschrei auf ihn los. Er hatte einen kleinen Vorteil, da er ein Schwert führte, und ich so seine Angriffe nicht sehr gut parieren konnte, doch trotzdem war ich im Kampf keine Anfängerin. Er wollte gerade wieder zustechen, als ich sprang und wieder hinter ihm landete. Damit hatte er wohl nicht gerechnet, denn schon schaffte ich es, ihm meinen Dolch in den Rücken zu rammen, sodass er mit einem Schmerzensschrei zu Boden sank. „Ich habe mich wohl in dir getäuscht. Du hättest mir noch von Nutzen sein können, aber wenn du es so willst, dann bitte. Tu es einfach! Komm schon und töte mich!“ Er verhöhnte mich, was mich rasend machte. Mit einem Ruck zog ich den Dolch aus seinem Rücken, drehte mich und stach ihm den Dolch mitten ins Herz. Ein Funken Ungläubigkeit war in seinen Augen zu sehen. Er hätte wohl nicht gedacht, dass ich es tun würde. „Schmore in der Hölle, du Dreckskerl!“, war das letzte, was ich sagte, bevor er seinen letzten Atemzug tat und ins Reich der Toten wanderte. Ich wollte gerade nach dem Dolch greifen und mich abwenden, als ich selbst einen Dolch in meinem Rücken spürte. Ich schrie auf vor Schmerzen und wurde nur kurz darauf von einem Schwertgriff am Kopf getroffen, doch nicht so hart, dass ich ohnmächtig wurde. Ich fiel natürlich trotzdem zur Seite und sah Bolg hinter mir stehen. „Du hättest nicht abhauen sollen.“ Er packte mich an den Haaren und zog mich hoch, was mich wieder leicht aufschreien ließ. Danach packte er den Dolch und zog ihn blitzschnell aus meinem Rücken, nur um ihn dann in meinen Bauch zu stoßen. Ich trat wie wild nach ihm, doch ihn schien das nicht zu stören. Er grinste einfach nur Schadenfroh und sah zu, wie ich Schmerzen litt. Doch das sollte nicht lange andauern, als plötzlich ein Schwert aus seiner Brust heraustrat. Bolg ließ mich los und ich fiel auf den Boden, wo ich sofort den Dolch aus meinem Bauch zog. Nur wenige Sekunden später begann sich die Wunde bereits zu schließen. Das Schwert wurde währenddessen wieder herausgezogen, sodass Bolg zur Seite fiel und ich sehen konnte, wer das getan hatte. Es war Thorin. Er verlor keine Zeit und kniete sofort neben mir nieder. „Ich war so ein verdammter Idiot Earwen. Ich hätte auf dich hören sollen, dann wäre das alles hier wahrscheinlich nicht passiert. Ich verfluche mich, dass ich dich weggeschickt habe, doch als du weg warst, habe ich noch einmal nachgedacht. Du hattest wirklich mit allem Recht und wolltest mir nur helfen. Aber ab jetzt werde ich mich wieder bessern, dass verspreche ich dir, denn ich liebe dich über alles.“ Und sofort lagen seine Lippen auf meinen und verschlossen sich zu einem Kuss. Eine Träne stahl sich aus meinen Augen, als wir uns wieder lösten. „Ich liebe dich doch auch Thorin und ich verzeihe dir. Doch ich glaube jetzt sollten wir uns erst noch Azog vorknöpfen.“ Ich schenkte ihm ein Lächeln, welches er erwiderte, als er mich mit einem Ruck auch schon hochzog. Ich nahm noch schnell meinen Dolch, bevor wir uns auf den Weg hinauf zum Rabenberg machten, um der Schlange den Kopf abzuschlagen. So meine lieben Leser. Ab hier wird es zwei Enden geben, da ich mich für eines nicht entscheiden konnte. Ihr dürft euch also aussuchen, ob ihr lieber ein Happy End, oder ein trauriges Ende wollt. Also dann, viel Spaß: D Happy End: Wir nahmen Fili, Kili und Dwalin mit und machten uns zusammen auf den Weg zum Rabenberg. Eben noch stand Azog dort und befehligte die Truppen, doch als wir oben ankamen, war er verschwunden. „Das ist bestimmt eine Falle. Wir sollten sehr vorsichtig sein“, meinte ich und sah mich um. Es war wirklich niemand hier. Schließlich schickte Thorin Fili und Kili um die Türme abzusuchen, während wir hier blieben. Nur wenig später erschienen relativ viele Ork-Söldner, die uns sofort angriffen, doch wir waren alle drei kampferprobt und so hatten wir sie innerhalb von wenigen Minuten erledigt. Nun hieß es warten, als auf einmal Bilbo erschien und uns warnte, dass wir von hier verschwinden sollten, da Azog mit einem zweiten Heer anrückte, das von Norden kam. Das war gar nicht gut, denn der Wachturm würde umstellt sein und Fili und Kili waren noch dort. „Ruf die beiden zurück“, sagte Thorin zu Dwalin, der gerade gehen wollte, als eine Trommel ertönte. Erschrocken drehten wir uns zum Wachturm um, von dem die Trommel kam und sahen, wie Azog hinaus kam, doch er hatte Fili in seinem Griff.Wir hätten die beiden nie dort hineinschicken sollen. „Zuerst stirbt der hier, dann der Bruder und dann du. Du kommst zuletzt Eichenschild.“ Er durfte ihn nicht umbringen, ich musste irgendetwas tun. „Flieht!“, rief Fili und keiner von uns konnte sich bewegen, als Azog seinen „Schwertarm“ hob. Augenblicklich löste ich mich aus meiner Starre und streckte meinen Arm nach vorne. Nur ein kleiner Dreh genügte, und Azogs Arm verdrehte sich, dass es knackte und er aufschrie. Ich hatte in dem Buch meiner Mutter von diesem „Blutbändigen“ gelesen, und jetzt hatte ich es zum ersten Mal selbst ausprobiert. Er ließ nun natürlich Fili fallen, der auf meinen Ruf hin sprang. Doch er fiel natürlich nicht unsanft, denn ich benutzte das Luftelement, um ihn nach unten zu bringen. „Das wirst du noch bezahlen!“, schrie Azog wutentbrannt, während Fili sanft landete. Azog verschwand wieder einmal und ließ nur noch einige Orks zurück. Nun hieß es aber nach Kili zu suchen. Er musste ja immer noch dort irgendwo in der Nähe sein. „Ich gehe Kili suchen“, sagte ich also und lief los. Ich wusste nicht genau wo er war und so musste ich zuerst noch etwas suchen, bis ich ihn fand. Er kämpfte gerade gegen drei Orks gleichzeitig. Ich warf meinen Dolch nach einem, der ihn in die Kehle traf und Kili erledigte die anderen zwei. „Earwen, wo sind die anderen?“ „Keine Sorge, denen geht es gut. Und du siehst auch unverletzt aus.“ Er hatte wirklich keine einzige Verletzung wie ich auf den ersten Moment erkennen konnte. „Wir sollten zurück zu den anderen. Ich habe Azog etwas wütend gemacht und ich weiß nicht, was er jetzt vorhat.“ Wenn man vom Teufel sprach. Augenblicklich schnellte Azog von rechts vor und hätte Kili mich nicht gewarnt, hätte Azog mich direkt in die Hüfte getroffen. Ich wusste, dass ich mit einem Dolch hier schlecht weiterkam und so dachte ich an ein Schwert, bis eines in meiner Hand erschien, gerade, als er wieder zuschlagen wollte. Sein heiler Arm war immer noch verdreht und so schnell nicht mehr zu benutzen, sodass er nur noch einen Arm hatte, den er benutzen konnte. Kili kam mir auch zur Hilfe und zusammen konnten wir ihn sogar verletzen, als er Kili mit voller Wucht gegen die Schläfe schlug, sodass dieser das Bewusstsein verlor. „Kili!“ Der Schrei kam von Thorin, der gerade eben in diesem Moment zu uns stieß. Bilbo und Dwalin waren nicht bei ihm. Als Azog ihn sah, schlich sich ein Lächeln auf sein Gesicht. Sofort war ich vergessen und stattdessen griff er Thorin an, der seine Attacken natürlich leicht abwehrte. Wir entfernten uns etwas vom Turm und befanden uns irgendwann auf einer großen Eisfläche, wo ich gut aufpassen musste, nicht auszurutschen. Gemeinsam kämpften wir gegen Azog und während dem gesamten Kampf sammelte ich all meine Kräfte. Ich wollte ihm gerade mein Schwert in den Leib stoßen, als er ausholte und mich zur Seite schlug. Kräftig knallte ich auf den Felsen und sah für kurze Zeit nur Sternchen vor meinen Augen und stark verschwommen. „Earwen! Rühr sie kein weiteres Mal an du Dreckskerl!“ Ich hörte alles wie durch einen Schleier, doch ich durfte jetzt unter keinen Umständen mein Bewusstsein verlieren. Und als ich dann sah, wie Azog es schaffte, Thorin zu Boden zu stoßen, konnte ich einfach an nichts weiter denken, als Thorin zu retten. Mit letzter Kraft hielt er Orkrist vor sich, während Azogs „Schwertarm“ immer fester dagegen drückte. Thorin würde Orkrist nicht mehr so lange halten können. Mit einem Mal sah ich wieder klar und so schnell ich konnte rappelte ich mich auf. Mit geballten Fäusten stand ich nun hinter ihm und rief: „Hey du Mistkerl. Lass ihn sofort gehen. Du willst mich doch, also los, hol mich.“ Ich hätte es ehrlich gesagt nicht gedacht, doch er ließ von Thorin ab und kam auf mich zu. Urplötzlich verdichtete sich die Luft und Azog blieb mit Schrecken geweiteten Augen stehen. Thorin wagte es nicht sich zu bewegen und nur ich stand dort und hob langsam die Hand. Ich zeigte auf Azog und schloss meine Hand von Sekunde zu Sekunde immer mehr. Er wollte etwas sagen, doch dies war schwer, wenn einem die Luft aus den Lungen gesogen wurde. Er bekam immer weniger Luft und meine Hand schloss sich immer weiter. Schließlich, als er kurz vorm Ersticken war, ließ ich los und Azog sackte hustend auf die Knie. „Deine Gräueltaten enden, jetzt.“ Blitzschnell fuhr meine Hand wieder nach vorne und viele Ranken sprossen aus dem Boden hervor, die sich alle in Azogs Körper bohrten. Es war vorbei. Alles. Kleiner Zeitsprung -Abends-: Die Schlacht war vorbei und wir hatten tatsächlich gewonnen. Leider hatten wir sehr viele Opfer zu beklagen. Als sich die Nachricht herumsprach, dass der König unter dem Berge überlebt hatte, war dies die beste Nachricht seit langem gewesen. Es wurde sogleich für ein Fest gesorgt, es wurden Lieder gesungen und Geschichten erzählt. Und ich saß in den Armen meines Geliebten. Ich wüsste nicht, was ich getan hätte, wenn ich ihn verloren hätte. Doch darüber wollte ich mir keine Gedanken machen, stattdessen erfreute ich mich an der Feier und tanzte viel. Kili hatte zwar einen großen Verband um den Kopf, doch ansonsten ging es ihm auch wieder besser. Er und Tauriel hatten zusammengefunden und ich freute mich riesig darüber. Er hatte es wirklich verdient. Legolas hatte ich nicht wieder gesehen, und ich wusste auch nicht, was er nun vorhatte, doch er musste ziemlich traurig sein. Ich wusste von seinen Gefühlen für Tauriel, wir hatten darüber gesprochen. Sie jetzt mit Kili zu sehen, war sehr schwer für ihn. „Dürfte ich bitte um Ruhe bitten.“ Thorin hatte sich von seinem Stuhl erhoben und augenblicklich wurde es ruhig im Saal. „Es gab eine Zeit, in der war ich nicht ich selbst. Man könnte sagen, dass ich ziemlich verrückt war und auf niemanden mehr gehört habe. Und dabei habe ich eine Person ganz besonders verletzt.“ Dabei blickte er zu mir und als mich alle ansahen, wurde mir sofort unangenehm. „Earwen, ich habe dich sehr verletzt und ich dachte, du würdest mir nie verzeihen und einfach davonlaufen. Doch ich habe mich getäuscht. Du bist bis zum Ende an meiner Seite geblieben und hast mir all meine Fehler verziehen. Ich erinnere mich noch sehr gut an den Abend vor Beorns Haus. Ich wusste nicht, wie ich dir meine Gefühle für dich erzählen sollte, doch als du meine Gefühle erwidertest, machtest du mich damit zum glücklichsten Zwerg in ganz Mittelerde. Und ich frage dich nun, Earwen, möchtest du zusammen mit mir regieren und Königin unter dem Berge werden?“ Während er redete, war ich einfach nur sprachlos. Als er dann einen wunderschönen Ring herausholte und mich dies fragte, sagte ich einfach nur: „Ja, ja ich will.“ Alle applaudierten und jubelten, während Thorin mich küsste und mir den Ring an den Finger steckte. Ich hätte nie gedacht, dass es so weit käme, aber ich war froh, dass er es getan hatte. In diesem Moment war ich wirklich die glücklichste Frau und dankte Gandalf dafür, dass er mich auf dieses Abenteuer mitgenommen hatte. Danke Gandalf, für alles. Traurige Ende: Zusammen mit Fili, Kili und Dwalin machten wir uns auf den Weg zum Rabenberg, wo Azog stand und seine Befehle gab. Wenn wir ihn erst einmal aus dem Weg geräumt hätten, würde die Schlacht nicht mehr lange dauern. Ein paar Orks kamen uns noch entgegen, die wir aber schnell beseitigt hatten, doch als wir uns zu Azog umdrehten, war er einfach verschwunden. „Er ist ganz sicher nicht einfach so abgehauen. Er muss hier irgendwo sein“, meinte ich. Thorin schickte also Fili und Kili hinüber zum Turm, um sich dort einmal umzusehen. „Ich komme mit euch. Und du brauchst nichts zu erwidern Thorin. Ich werde gehen und du kannst mich nicht davon abhalten.“ Ich hatte ein schlechtes Gefühl bei der Sache und ich wollte die beiden lieber nicht alleine lassen. Plötzlich kamen Ork-Söldner, doch Dwalin und Thorin kümmerten sich um sie, sodass wir weiter zum Turm konnten. Dort angekommen schritten wir leise voran und sahen uns um. Es war nichts zu hören oder zu sehen, doch plötzlich hörten wir eine Trommel. „Ich schaue mich oben um, bleibt ihr hier unten“, sagte Fili und ging weiter nach oben, während Kili und Ich uns weiter hier unten umsahen. Für einige Augenblicke war es wieder ruhig und ich wollte lieber sicher gehen, sodass ich Kili ein Zeichen gab kurz anzuhalten und zu warten. Wie schon die ganzen Male bei Thorin, versuchte ich nun Fili zu erreichen und zu sehen, was er gerade sah. Dieses Mal dauerte es etwas länger und wir konnten wieder einmal eine Trommel hören, sodass ich mich noch mehr anstrengte. Endlich hatte ich ein Bild. Fili war umzingelt von Orks und Azog erschien hinter ihm. Er fängt ihn und zerrt ihn mit nach oben. Erschrocken öffnete ich die Augen und rannte los, nicht ohne Kili zu sagen, er soll unter keinen Umständen nach oben kommen. Ich rannte und betete einfach, dass ich nicht zu spät kommen würde. Als ich schließlich oben ankam, sagte Azog gerade, dass Thorin als Letztes sterben werde und Fili schrie, dass sie fliehen sollten. Doch noch bevor Azog zustechen konnte, schnellte meine Hand nach vorne und augenblicklich schossen Ranken aus dem Boden, die sich um Azogs Hand wunden, sodass alle auf mich aufmerksam wurden. Die zwei Orks jedoch hatte ich schnell erledigt und Fili konnte sich auch aus Azogs Griff befreien, der mittlerweile begann, die Ranken zu zerschneiden. „Los, schnell weg hier.“ Dies ließ sich Fili kein zweites Mal sagen und zusammen rannten wir die Gänge entlang, wobei ich Orks hören konnten, die uns verfolgten. „Hier entlang“, sagte ich und bog nach rechts ab, wo Kili schon auf uns wartete. „Was ist passiert?“ „Das ist jetzt egal, wir bekommen Besuch.“ Ich zog meinen Dolch und schmiss ihn dem ersten in die Kehle, der sofort tot umfiel. Die beiden Brüder zogen jetzt auch ihre Schwerter und ich rannte in die Orks hinein, verteilte Schläge und Tritte und holte mir meinen Dolch wieder. Mittlerweile waren wir im Freien und kämpften gegen diese Kreaturen. Es waren jedoch nicht viele, sodass wir es schnell geschafft hatten. Da hörten wir von weiter weg einen Aufschrei, der von Thorin kam. Sofort lief ich los so schnell ich konnte. Ich schwor mir, sollte Azog Thorin auch nur ein Haar krümmen, dann würde ich ihn vernichten. Ich hörte das Klirren von Schwertern und rannte nur noch schneller. Bitte lass mich rechtzeitig ankommen, bitte. Als ich auf der großen Eisfläche ankam, lag Thorin unter Azog und versuchte mit Orkrist dessen „Schwertarm“ davon abzuhalten, ihn zu erstechen. Doch ich sah, dass er nicht mehr viel Kraft hatte. Und dann geschah etwas, was mein Blut zum gefrieren brachte. Thorin zog das Schwert weg und Azog stach zu. „Thorin!“ Azog wandte sich zu mir um und grinste mit purer Schadenfreude, doch dieses wich schnell, als Thorin ihm Orkcrist in die Brust stach. Er drehte sie beide um, sodass er oben lag und stach Azog das Schwert noch tiefer in die Brust. Er gab bloß noch ein ersticktes Keuchen von sich, bevor er aus dem Reich der Lebenden schied. Thorin erhob sich und sah zu mir. Ich verlor natürlich keine Zeit und rannte auf ihn zu. Bevor er zu Boden gehen konnte, hatte ich ihn bereits aufgefangen. Ich kniete mich hin und legte seinen Kopf auf meinen Schoß. „Earwen, ich bin ja so froh dich ein letztes Mal zu sehen.“ „Nein Thorin dies wird kein letztes Mal sein. Du schaffst das, hörst du? Ich werde nicht zulassen, dass du stirbst.“ Tränen liefen meine Wange hinunter während ich versuchte die Blutung zu stillen. „Du bist eine wundervolle Person und ich kann froh sein, dich kennengelernt zu haben. Aber du wirst auch ohne mich ein schönes Leben führen. Ich werde dich nie vergessen. Ich liebe dich Earwen.“ Gegen Ende wurde seine Stimme immer leiser, bis sie ganz verstummte. Er hatte seinen letzten Atemzug getan. Thorin, war tot. „Nein, Thorin, das kann nicht sein, es darf nicht sein. Bitte nicht. Nein.“ Ich schrie meinen ganzen Schmerz und mein ganzes Leid heraus. Wieso musste es nur so kommen? Du kannst ihn retten Earwen. Die Stimme meiner Mutter hallte in meinem Kopf wider. Ich konnte ihn retten? Ich konnte ihn retten! Thranduil hatte doch davon gesprochen, dass ich die Fähigkeit hatte, Tote wieder zurück zu holen. Aber ich wusste nicht wie? Urplötzlich schwebte ein Bild vor meinem geistigen Auge. Sofort glaubte ich zu wissen, was ich tun musste. Ich beugte mich zu Thorin hinunter, bis meine Lippen nur einen Millimeter von seinen entfernt waren und flüsterte: „cuina.“ Ich überbrückte die letzten Millimeter und legte meine Lippen auf seine. Ich spürte, wie meine Kraft auf ihn überging, ihn wieder Leben erfüllte. Doch gleichzeitig verlor ich Leben und wurde schwächer. Ich merkte, wie sein Herz wieder anfing zu schlagen und er scharf Luft einsog, sodass ich mich von ihm löste. Mit einem mal schlug er die Augen auf und blickte mich an. „Earwen.“ „Auch wenn ich es nicht will, muss ich nun gehen. Lebe wohl, Thorin.“ Das letzte was ich flüsterte war: „Ich liebe dich und werde nie damit aufhören“, bevor ich meine Augen schloss und in einen endlos dauernden Schlaf überging. Zeitsprung -5 Jahre später-: Thorin: Seit ihrem Tod waren nun schon fünf Jahre vergangen. Ich konnte es immer noch nicht fassen. Sie hatte ihr Leben gegeben, nur dass ich leben durfte. Sie hätte es mehr verdient als ich. Meine Familie sorgte sich seit dem sehr um mich. Ich hatte mich verändert. König wurde ich nicht. Stattdessen hatte ich dieses Amt an Fili weitergegeben. Ich wollte nur mit Earwen zusammen herrschen, aber nicht alleine. Ich wollte so gerne wieder bei ihr sein. Schon lange hielt ich es hier nicht mehr aus. Und heute hatte ich eine Entscheidung getroffen. Mit leisen Schritten ging ich hinüber zu dem Platz, an dem wir immer gerne saßen. Hier, wo früher Bäume standen und die unterschiedlichsten Blumen blühten, war sie begraben. Ich legte mich neben sie und nahm den Dolch von meinem Gürtel. Es war mitten in der Nacht und alle schliefen noch. Das war gut, denn so konnte mich niemand davon abhalten. „Wir werden jeden Moment wieder zusammen sein, meine Geliebte“, hauchte ich und sah hinauf in die sternenklare Nacht, bevor ich den Dolch hob und sich ein Lächeln auf meinem Gesicht ausbreitete. „Ich bin gleich wieder bei dir.“ Mit einem Ruck stieß ich zu und spürte den Schmerz schon fast gar nicht mehr, als ich ein weiteres Mal die Welt der Lebenden verließ.