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Die Statistik vom Quiz

Hogwarts - Loving a bad boy

39.93 % der User hatten die Auswertung: Spielfiguren Das Leben spielt. Es spielt mit mir und benutzt dich, wie Figuren geschoben durch die schmerzende Bahn. Mal nah an dir dran, mal wieder weggerissen, verfluche ich des Lebens Spiel. Warum zwingt es mich? Zwingt mich des Hasses Liebe zu lieben und des Liebes Hass zu ertragen. Kann ich jemals gegen ihn gewinnen? Warum muss ich kämpfen? Will doch nur sie nicht verlier‘n… Doch das Leben schiebt mich weiter. Wie eine Figur auf dem Brett… Verdammt dazu des Lebens Lust zu ertragen. Dein Name ist Caroline White und du bist im Hause Hufflepuff. Du hast dunkelbraune Augen und rot-blonde Haaren. Die Story beginnt als du 15 Jahre alt bist. Die Sonne scheint dir ins Gesicht und du schließt für einen Moment die Augen, um die Wärme zu genießen. Das angenehme Gefühl auf der Haut zaubert dir ein Lächeln ins Gesicht. Doch der Moment des Friedens wird schnell gestört. „White! Hör auf zu träumen, oder ich schließ dich sofort vom Auswahlverfahren aus!“, brüllt dich Liam wenig begeistert an. Wieder in der Gegenwart angekommen, starrst du den Schrank von Kerl vor dir an. Liam ist bereits in der Siebten und macht dieses Jahr seinen Abschluss. Doch lässt er sich es nicht nehmen auch in diesem Jahr als Kapitän der Quidditchmannschaft jeden an zu schnauben, der nicht das tut was er will. Seine Statur deutet bereits auf seine Position als Treiber hin. Aber auch mit seinen breiten Schultern und dem bösen Blick macht er dir keine Angst. Und schon gar nicht mit seinen lächerlichen Drohungen. Es sind gerade mal genug Leute hier um eine ganze Mannschaft mit Ersatzspielern zu erstellen, da kann er es sich gar nicht leisten dich raus zu werfen. Und das weiß er auch. Trotzdem bemühst du dich ab nun nicht mehr zu träumen. Auch wenn das Wetter perfekt dafür ist und dich geradezu einlädt es zu tun. Kurz schwingt Liam noch große Reden über Erwartungen und das Ziel den Hauspokal zu erhalten, wie es sich für den Kapitän nun mal gehört. Wie es scheint, bist du aber nicht die Einzige die da nur halb zuhört. Besonders der Junge neben dir scheint genauso gelangweilt zu sein. Er hat braune Haare und ist ungefähr gleich groß, auch wenn er wohl noch ein Jahr unter dir ist. Durch die geringe Personenanzahl, gibt es pro Team nur zwei Jäger. Du und der Junge neben dir werden in eine Trainings Mannschaft eingeteilt. „Hey, ich bin Cedric“, stellt er sich kurz vor, bevor ihr euch auf die Besen setzt. „Hi, Caroline, aber sag lieber Caro“, erwiderst du seine Vorstellung. Er lächelt dich kurz an, dann stoßt ihr euch vom Boden ab und fliegt auf eure Positionen. Hoch oben in der Luft ist es kühler. Der Wind weht etwas und lässt dich ahnen, dass es noch etwas unangenehmer werden wird, sobald ihr losfliegt. Du bist eh schon kein großer Fan von dem kalten Windzug, der dir beim fliegen ins Gesicht knallt. Da hilft nicht mal die Wärme der Sonne. Kurz bevor der Quaffel in die Luft geworfen wird und das Spiel beginnt, schaust du rüber zu Cedric, welcher dir deutet, dass du danach greifen sollst. Du nickst, dann geht es bereits los. Euch abzusprechen war eine gute Idee, denn so passiert euch nicht das gleiche wie euren Mitbewerbern. Diese fliegen nämlich bei dem Versuch beide nach dem Quaffel zu greifen voll ineinander hinein. Es erleichtert dir das fangen nur noch. Den Ball in der Hand schnellst du vor auf Cedric zu, der bereits vor einem der Ringe wartet. Mit einem Antäuschwurf auf den unteren Ring, lenkst du den Hüter ab, welcher natürlich sofort nach unten schnellt. Doch stattdessen wirfst du im letzten Moment zur Seite, wo Cedric bereits den Quaffel erwartet und ihn ins obere Tor versenkt. Es hat keine drei Minuten gedauert, da habt ihr bereits den ersten Punkt gemacht. Kein schlechter Anfang. „So kann das gerne weiter gehen!“, ruft dir Cedric grinsend zu. „So wird es weiter gehen!“, rufst du zuversichtlich zurück. Damit solltest du sogar Recht behalten. Ihr seid zusammen fast unschlagbar gut. Jeder Torwurf sitzt. Vielleicht weil der Bewerber nicht sonderlich gut ist als Hüter, aber vermutlich eher, weil ihr ein unglaublich gutes Zusammenspiel habt. Alleine über Blicke könnt ihr euch absprechen und so den einen oder anderen Trick anwenden. Dabei weicht ihr erfolgreich den Klatschern aus, die die Treiber nicht rechtzeitig abgefangen haben, ohne auch nur einmal getroffen zu werden. Als Liam das Probetraining beendet, kann er gar nicht anders, als euch in die Mannschaft aufzunehmen. Es gab noch zwei weitere Bewerber, ein Mädchen aus der sechsten und ein Junge aus deiner Stufe. Er wird mit euch zusammen Jäger, das Mädchen wird Ersatzspielerin. Wobei das wohl mehr aus Mangel an Alternativen passiert, denn sie spielt wirklich schlecht. Doch das würdest du ihr nicht so sagen. Ihr seid ja nicht grundlos in Hufflepuff. Als ihr endlich unter die Dusche kommt, kannst du es gar nicht erwarten den Schweiß loszuwerden. Erfrischt triffst du im Gang wieder auf Cedric, welcher auch auf dem Weg zum Gemeinschaftsraum ist, weswegen ihr gemeinsam hin geht. „Es ist dein erstes Jahr in der Mannschaft, oder?“, fragt er dich neugierig. Du nickst. „Für dich auch, oder?“, fragst du ihn ebenfalls. „Ja. Ich wollte zwar schon letztes Jahr, hab mich aber nicht getraut. Ich dachte ich bin noch zu schlecht. Warum bewirbst du dich erst jetzt?“ „Das ist ne gute Frage. Ich hatte eigentlich keine Lust mich zu bewerben. Ich mag es zwar Quidditch zu spielen, aber ich hab nicht so den Wettbewerbscharakter wie Liam oder die meisten anderen Spieler. Ich will einfach nur Spaß haben. Doch als ich gehört habe, dass sich zu wenig beworben haben und wir vielleicht keine Mannschaft zusammen bekommen, hab ich mich entschlossen doch anzutreten. Ich meine bevor es kein Team gibt, spiel ich lieber mit.“ Cedric nickt verständnisvoll. „Ein Glück gab es zu wenige Bewerber, sonst wärst du nicht dabei. Und ich glaube, dass wir mit dir sogar eine Chance auf den Pokal haben. Du spielst wirklich gut!“ „Das kann ich nur zurück geben. Mit dir zu spielen macht viel Spaß. Wenn das so bleibt, könnten wir tatsächlich gewinnen.“ „Da bin ich mir sicher.“ Ihr seid mittlerweile am Gemeinschaftsraum angekommen und betretet nun gmeinsam den gelb geschmückten, runden Raum. „Wir sehen uns dann morgen beim Training!“, verabschiedet sich Cedric und verschwindet in die Schlafräume, während du dich zu Larissa und Anita setzt, welche dich neugierig anschauen. Sie sind seit der ersten Klasse deine besten Freunde auf Hogwarts. „Wer war der Schnuckelchen denn?“, fragt Anita neugierig. „Cedric. Wir spielen zusammen in der Mannschaft“, erklärst du. „Ich wusste doch, dass du das Zeug dazu hast!“, freut sich Larissa über die Tatsache, dass du tatsächlich in die Mannschaft gekommen bist. Du musst ihnen ganz genau erzählen was passiert ist und wie es war mit Cedric zu spielen. Den ganzen Abend redet ihr darüber, anscheinend gibt es für die beiden erst mal kein anderes Thema mehr. Beim Abendessen flüchtest du deswegen lieber vor ihnen. Du setzt dich stattdessen an den Tisch der Gryffindors, wo dich Angelina freundlich empfängt. Sie ist zwar zwei Jahre jünger als du, aber das tut eurer Freundschaft kein Abbruch. Ihr habt euch kennen gelernt, als du ihr letztes Jahr Nachhilfe gegeben hast. Mit ihr zusammen finden sich auch Katie Bell und die Weasley Zwillinge an. Ihr Bruder Percy ist in deiner Stufe, doch du hast nichts mit ihm zu tun. Zumal du die Zwillinge lieber magst als ihn. „Hey, Leute“, begrüßt du sie kurz und lässt dich auf den Platz neben Angelina fallen. Fred und George sitzen dir schräg gegenüber. „Hallo, Caro“, meint Angelina, bevor sie ihre Gabel in Mund nimmt. „Wie war dein Tag so? Ihr hattet heute Auswahlverfahren für eure Quidditchmanschaft, oder?“, nuschelt sie mit halb vollem Mund was dich irgendwie zum Schmunzeln bringt. „Er war gut. Ja genau, das war heute“, bestätigst du ihr. „Und?“, fragen Fred und George neugierig und wie so oft synchron. „Bist du drin?“, setzt einer der Beiden hinterher. „Ja, bin ich. Als Jägerin“, meinst du etwas stolz. „Glückwunsch!“, kommt es sofort wieder gleichzeitig von den Brüdern. „Das freut mich, Caro!“ Angelina umarmt dich freudig und Katie klopft dir auf die Schulter. „Danke Leute, ich freu mich tatsächlich dass ich es geschafft habe.“ „Dann werden die nächsten Spiele gegen Hufflepuff ja endlich mal etwas interessant!“, meint Fred grinsend. „Wir sind nämlich auch im Team, als Treiber“, setzt George hinzu. „Oha, dann muss ich ja besonders aufpassen. Nicht dass der Klatscher dann noch mit grünen Schleim überzogen ist!“, scherzt du. Leider haben die Beiden mit einem Mal ein Strahlen in den Augen, bevor ein Grinsen ihre Gesichter ziert und sie sich einen Blick zuwerfen. „Oh nein! Bitte nicht Jungs!“, stöhnst du genervt, als dir klar wird, dass du sie wohl auf eine Idee gebracht hast. „Denkt nicht einmal daran so etwas zu tun“, raunt eine Stimme hinter den beiden. Dein Blick fällt auf Oliver Wood, ein Junge ebenfalls in deiner Stufe. Seine schwarzen Haare stehen an einigen Stellen wirr vom Kopf ab, als hätte der Wind sie gerade erst zerzaust. Er setzt sich auf den freien Platz neben den Jungs. „Solange ich der Kapitän bin, wird kein Ball mit Schleim überzogen, zum explodieren gebracht oder sonst wie beeinflusst, verstanden?“, redet er weiter, während er sich etwas Essen auf seinen Teller lädt. Die Zwillinge verdrehen genervt die Augen nicken dann aber. „Ja, geht klar, Wood“, geben sie nach. Wohlwissend, dass sie sonst eine Menge Strafrunden um das Quidditchfeld erwarten würden. „Du bist wieder der Gryffindor Kapitän?“, fragst du ihn neugierig. Er hebt seinen Blick und schaut dich kurz verwundert an. „Ja, genau wie letztes Jahr“, bestätigt er dir dann. „Dann mal Glückwunsch, würde ich sagen. Ist kein leichter Job“, meinst du ehrlich. Tatsächlich wäre Kapitän sein überhaupt nichts für dich. Zu viel Verantwortung und dadurch zu wenig Spaß am Spiel. „Nein, aber dafür macht es viel Spaß“, beginnt er. Damit hast du ihn leider in Fahrt gebracht, denn er beginnt darüber zu reden was man als Kapitän alles für Vorteile hat. Besonders im Bereich der Strategien. Ihr beginnt eine Diskussion darüber welche Taktik in welchem Moment angebracht ist. Auch wenn du eigentlich geflüchtet bist, um dem Quidditch Gespräch zu entkommen, macht es dir Spaß mit Oliver zu diskutieren. Und offensichtlich findet er auch Gefallen am Gespräch. In den nächsten Tagen habt ihr bereits einige Male Training, weshalb du viel Zeit mit Cedric verbringst. Ihr versteht euch ausgezeichnet und werdet immer bessere Freunde. Die Woche ist fast vorbei und ihr seid nach dem Training noch etwas länger geblieben und um die Wette geflogen, als ihr bemerkt, dass sich am Boden Ärger anbahnt. Einige Gryffindors und einige Slytherins treffen aufeinander. Offensichtlich wollten beide Gruppen trainieren und geraten in einen Streit darüber wer das Feld haben kann. „Das endet nicht gut…“, stellst du fest. Cedric stimmt dir zu, weswegen ihr in einen steilen Sinkflug geht. Noch weit über den Streitenden, könnt ihr sie bereits verstehen. Du hörst noch bevor du ihn erkennst, dass Wood einer von ihnen ist. Er steht an der Spitze der Gryffindors und scheint kurz davor zu sein auf die Slytherins los zu gehen. Ihr landet knapp neben ihnen und rennt die restlichen Schritte schnell hin. „Verzieh dich endlich Flint!“, schreit Oliver den Kapitän der Slytherins an. Marcus Flint hat schwarze Haare und eisblaue Augen, mit denen er Oliver verbittert anstarrt. Die beiden konnten sich noch nie leiden… Schon in dem ersten Jahr sind sie aneinander geraten. „Kommt mal runter! Wo genau liegt das Problem?“, geht Cedric zwischen die Streitenden. „Was willst du denn hier? Verzieh dich, Kleiner!“, blafft Flint los, während Oliver ihn weiter böse anstarrt. „Wir wollen die Treiber trainieren. Sie ihren Hüter. Nur sind wir jetzt dran mit Training, nicht sie!“, erklärt Oliver euch kurz. „Wirklich? Deshalb streitet ihr euch? Verdammt ist ja nicht so, dass das Feld groß genug wäre…“, fluchst du über ihren Kleinkinderkrieg. Oliver schaut kurz zu dir, während Flint ihn weiter anstarrt. „Hat einer von euch von einem der Lehrer eine Sondergenehmigung?“, fragt Cedric ruhig. Beide Mannschaftskapitäne verneinen. „Dann werdet ihr euch entweder das Feld teilen oder nur die Hälfte der Zeit dort verbringen“, entschließt du endgültig. „Als ob ich die Hälfte meiner Zeit für diese Idioten opfer! Wir werden trainieren. Was die Idioten weiter hinten machen ist mir egal, sie werden eh gegen uns verlieren“, raunt der Slytherin und versucht dabei möglichst gehässig zu klingen. Oliver reagiert darauf indem er seine Hände zu Fäusten ballt. Offensichtlich ist er kurz davor auf Flint los zu gehen. Schnell stellst du dich vor ihn, woraufhin er in der Bewegung stoppt. „Er ist es doch nicht wert…“, flüsterst du ihm zu. Verärgert nickt er, jedoch ohne, dass die Spannung aus seinem Körper weicht. „Gut. Jungs, wir trainieren auf der Südhälfte!“, legt er fest. Die beiden Weasley Zwillinge, welche bisher still zugesehen haben, bewegen sich in Richtung Südhälfte. Hasserfüllt starren sie dabei die Slytherins an. Du ahnst bereits, dass es demnächst einige Streiche ihrerseits geben wird. „Du hast recht, danke“, flüstert dir Oliver zu. Er schenkt dir ein Lächeln, bevor er sich abwendet und den Jungs folgt. „Hast du etwa endlich eine kleine Freundin gefunden, Wood?“, ruft Flint ihm hinterher. Entweder hat Oliver es nicht gehört oder er ignoriert es. Du dagegen drehst dich zu Flint und starrst ihn genervt an. Cedric tritt an deine Seite und legt dir eine Hand auf den Rücken. „Lass uns gehen“, meint er zu dir. „Oh, du hast dir gleich zwei Kerle gesichert. Weiß Wood von deinem anderen Freund hier?“, stichelt Flint weiter. „Oliver weiß alles was es zu wissen gibt, ganz im Gegenteil zu dir, Flint. Du solltest dich besser informieren, bevor du den Mund aufmachst“, antwortest du möglichst ruhig. Flints Augen werden bei deinen Worten groß und er schaut dich ungläubig an. Offensichtlich hat er wohl nicht mit einer solchen Antwort gerechnet. „Komm Cedric, wir haben hier nichts mehr zu tun“, setzt du hinzu und wendest dich ab. „Wir sehen uns wieder!“, ruft dir Flint hinterher, als ihr bereits ein Stück gegangen seid. „Wir sind in einer Stufe, auf der gleichen Schule und haben Unterricht zusammen. Natürlich sehen wir uns wieder“, meinst du genervt über die Schulter. Bevor du dich wieder nach vorne drehst, meinst du ein kleines Lächeln auf seinen Lippen zu sehen. Doch das kannst du dir auch nur eingebildet haben. „Flint ist echt ein Idiot… Du hast eine interessante Art mit seinen Sprüchen umzugehen“, meint Cedric als ihr außer Hörweite seid. „Es ist das einfachste nicht darauf einzugehen. Er will die Leute damit provozieren, warum sollte ich ihm die Genugtuung geben und es mitmachen?“ „Gar nicht, du hast Recht. Ich glaube das ist er aber nicht gewöhnt. Zumindest seinem Gesicht nach zu urteilen, das war echt genial!“ Er lacht und auch du musst mit grinsen. Einen Marcus Flint sieht man nicht alle Tage sprachlos. Später beim Abendessen sitzt du neben Larissa und Anita, als sich Oliver neben dich fallen lässt. Die Mädels schauen zwischen euch hin und her und grinsen sich dann verheißungsvoll an. Selten genug, dass ein Gryffindor sich an den Hufflepuff Tisch verirrt. „Hey Caroline, ich wollt dir noch mal für vorhin danken. Wärt ihr nicht dazwischen gegangen, wäre ich wohl noch auf Flint los gegangen“, beginnt er sich zu bedanken. „Nenn mich ruhig Caro und kein Problem. Ich helfe gerne“, winkst du ab. „Das find ich gut. Immerhin braucht jeder irgendwann mal Hilfe. Normaler Weise kann ich mich beherrschen, aber nicht wenn Flint im Spiel ist…“, murmelt er und scheint schon bei dem Gedanken an den Slytherin wütend zu werden. „Ihr könnt euch wirklich nicht ab, was?“, fragst du nach. „Schon seit der ersten Klasse nicht. Aber das ist ja auch nicht so wichtig. Wenn du Cedric siehst, dank ihm bitte auch von mir“, bittet er und lächelt nun wieder. „Werd ich“, versichert du ihm lächelnd. „Gut, danke. Ich hoffe wir sehen uns bald wieder“, meint Oliver und lächelt dich leicht verlegen an, während er wieder aufsteht. „Bestimmt, mach’s gut, Oliver.“ Grinsend geht zu seinem eigenen Tisch herüber und nimmt dort Platz. Du greifst nach einem neuen Glas Kürbissaft und trinkst einen Schluck. „Was war das denn?“, fragt Anita neugierig und reißt dir das Glas aus der Hand. „Ey! Oliver hat sich nur bedankt. Er und Flint hatten vorhin einen Streit bei dem Cedric und ich geholfen haben“, erklärst du empört und holst dir deinen Saft wieder. „Ahja. Genau…“, meint Larissa mit einem Unterton der nicht daran zweifeln lässt, dass ihrer Meinung nach noch mehr dahinter ist. Du rollst genervt mit den Augen. Warum muss in den Augen deiner Freunden immer etwas dabei sein? „Du umgibst dich die letzten Tage erstaunlich oft mit gutaussehenden Jungs. Schon festgelegt welchen du lieber willst?“, fragt Anita nach. „Ach hört auf. Weder mit Oliver noch mit Cedric läuft was“, winkst du ab. „Bisher. Was nicht ist kann ja noch was werden. Mit wem der beiden würdest du eher was anfangen?“, fragt Larissa neugierig nach. „Muss ich darauf antworten?“, fragst du genervt, während du am liebsten im Saft versinken würdest. „JA!“, meinen die beiden gleichzeitig. Du seufzt genervt. Wenn sie sich einmal was in den Kopf gesetzt haben, lassen sie einen nicht mehr in Ruhe. „Ich glaub eher mit Oliver. Cedric ist für mich definitiv nur ein Freund. Das heißt aber nicht, dass ich was mit Oliver anfangen würde!“, stellst du klar. „Das wird sich ja noch zeigen“, murmelt Anita verschwörerisch. „Nein! Vergesst es! Keine Verkupplungsaktionen!“ „Nur wenn ihr es nicht alleine hinbekommt.“ Resigniert schaust du auf deinen noch immer gefüllten Teller. Der Hunger ist dir vergangen. Du hasst es wenn sie dich verkuppeln wollen. Nur weil du noch keinen richtigen Freund hattest. Dir ist doch völlig egal ob die meisten in eurem Alter schon eine Beziehung hatten oder nicht. Nur weil die anderen etwas tun, musst du es nicht auch tun. Und du fühlst dich als Single derzeit ganz wohl. Den ganzen Abend über nerven dich die beiden damit wie gut Oliver doch zu dir passen würde. Genervt schläfst du schließlich ein. Am nächsten Morgen stehst du so früh auf, dass die beiden noch schlafen. Die Ruhe genießend gehst du zum Frühstück. Die wenigsten sind bereits um diese Zeit wach, weswegen die Halle beinahe leer ist. Und doch hast du das Gefühl nicht alleine zu sein. Du schaust dich um, doch die Plätze neben dir sind leer. Auch sonst ist keiner in der Nähe den du kennst. Trotzdem wirst du das Gefühl nicht los beobachtet zu werden. Schnell begibst du dich auf einen der freien Plätze und isst. Dein Plan geht auf und Larissa und Anita kommen dir entgegen, als du gerade auf dem Rückweg bist. Erst als ihr gemeinsam zum Unterricht geht, kommt ihr wohl neues Lieblingsthema wieder auf. Genervt lässt du dich an den Tisch hinter den beiden fallen und hoffst tatsächlich das erste Mal im Leben darauf, dass der Unterricht möglichst bald beginnt. Doch es ist etwas anderes, was die Beiden zum Schweigen bringt. Gelangweilt starrst du den Kopf in die Hand gestützt auf den Tisch, als sie schlagartig verstummen. „Was ist los? Seid ihr endlich fertig mit euren Hirngespinsten? Oder habt ihr etwa den blutigen Baron gesehen?“, fragst du gelangweilt und fährst mit dem Finger die Tischmaserung nach. „Ähm…“, meint Larissa leise. Verwundert schaust du auf. Du siehst sofort den Grund für ihr Schweigen. Neben dem freien Platz an deinem Tisch steht Marcus Flint. „Ist hier noch frei?“, fragt er und schaut dich dabei an. Aus den Augenwinkeln siehst du wie Anita und Larissa einen ungläubigen Blick wechseln. „Da ich keinen imaginären Freund besitze und wie du siehst keiner dort sitzt, lautet die Antwort auf deine Frage wohl ja“, antwortest du ihm. Wieder scheint er mit einer anderen Antwort gerechnet zu haben. Offensichtlich irritiert lässt er sich trotzdem auf den freien Platz nieder. Was ist nur mit der Welt los? Jungs die sich wegen Quidditch den Kopf einschlagen wollen, deine Freunde im Verkupplungswahn und jetzt ein Marcus Flint der sich freiwillig neben eine Hufflepuff setzt? Langsam dreht jeder um dich herum durch wie es scheint. „Caroline White, oder?“, fragt Flint mit einem Mal. Jetzt ist es an dir verwundert zu sein. Zumindest für einen Moment. „Ist das eine Frage oder deine Art ein Gespräch zu beginnen? Immerhin haben wir seit mehreren Jahr zusammen Unterricht…“, konterst du seine Frage. „Ich… ich war mir bei deinem ganzen Vornamen nicht sicher, die meisten nennen dich ja nur Caro. Aber eigentlich wollte ich damit ein Gespräch anfangen…“, gibt er zu. „Caroline ist richtig. Doch wie komme ich zu der Ehre, dass du ein Gespräch mit mir führen willst?“ Der Sarkasmus beim Wort „Ehre“ ist nicht zu überhören. „Das frage ich mich auch gerade“, murrt der Slytherin leicht verstimmt. „Es erscheint mir reichlich ungewöhnlich, dass du dich auf unser Niveau herab begibst. Immerhin sind wir in deinen Augen doch alle Blutverräter, da wir uns mit Muggelstämmigen abgeben und teilweise selber welche sind.“ Die Trockenheit mit der du das sagst führt dazu, dass es weder gehässig noch fies klingt, sondern mehr wir eine Frage. Wieder schaut er dich an, als wäre er sich nicht sicher, ob er dich wirklich verstanden hat. „Ich dachte immer Hufflepuffs wären freundliche Menschen ohne Vorurteile“, grummelt er skeptisch. „Das sind keine Vorurteile, sondern Erkenntnisse die man aus eurem Verhalten geschlossen hat. Und nur weil wir freundliche Menschen sind, heißt es nicht, dass wir immer freundlich sein müssen. Es bedeutet lediglich, dass wir dazu neigen nett zu denen zu sein die es unserer Meinung nach verdient haben“, korrigierst du ihn. Das erste Mal seit langer Zeit fragst du dich wirklich wann endlich der Unterricht beginnt. Es wäre ein guter Weg dieses Gespräch zu beenden. „Du glaubst also, dass kein Slytherin eure Freundlichkeit verdient hat? Nur weil wir in diesem und keinem anderen Haus gelandet sind?“ Flint klingt nun wirklich wütend. Du musterst ihn einen Moment intensiv. Angriffslustig schaut er zurück, während seine ganze Haltung die übliche Arroganz der Slytherin in sich trägt. „Nicht unbedingt. Ich glaube viel mehr, dass jeder Slytherin erst beweisen muss, dass er anders und es wert ist“, antwortest du ihm nach einiger Überlegungszeit. „Beweisen? Wie soll ich das denn beweisen?“, fragt er verwirrt. Ein Lächeln schleicht sich auf dein Gesicht. Aus dem Augenwinkel siehst du wie Professor McGonagall den Raum betritt. Du beugst dich etwas vor, während der Unterricht beginnt. „Überleg dir was“, flüsterst du ihm zwinkernd zu. Ungläubig klappt ihm der Mund auf, während der Unterricht ihm keine Möglichkeit lässt etwas zu erwidern. Nach der Stunde packt Flint schnell seine Sachen und verlässt den Raum schon fast fluchtartig. Verwundert schaust du ihm hinterher. „Was hast du denn mit Flint zu tun?“, fragt dich Anita neugierig, während ihr ebenfalls eure Sachen zusammenpackt. „Nichts… Abgesehen von gestern auf dem Quidditchfeld, hab ich vorher kein Wort mit ihm gewechselt“, sagst du ehrlich und wirfst dir deine Tasche über die Schulter. „Komisch…“, murmelt sie. „Das kannst du laut sagen…“, stimmt auch Larissa euch zu. Nachdenklich geht ihr gemeinsam zur nächsten Stunde. Dort hält sich Flint zurück und sitzt wieder im üblichen Slytherin Kreis. Versteh man einer diesen Kerl… Den ganzen Tag verwirrt dich sein Verhalten. Du brauchst dringend wieder einen freien Kopf… Direkt nach dem Mittag machst du dich auf den Weg zum Quidditchfeld. Dein Unterricht ist für heute vorbei und das musst du nutzen. Du ziehst dir nicht einmal deine Sport Sachen an, sondern schnappst dir nur deinen Besen und fliegst drauf los. Sobald der Wind durch deine Haare fährt ist dein Kopf wieder frei. Du genießt das Gefühl der absoluten Freiheit, welches dich erfasst. Als du wieder Boden unter den Füßen hast, geht bereits die Sonne unter. Schnell rennst du in deinen Schlafsaal um zu warm duschen und dir frische Sachen anzuziehen, bevor du mit deinen Freunden zum Essen gehst. Da du schneller als gedacht fertig bist, entschließt du dich doch noch mal in die Bibliothek zu gehen um ein Buch für Zauberkunst zu leihen. Auf dem Weg dorthin kommst du am Innenhof vorbei. Zufällig siehst du wie bei einem heftigen Windstoß eine Rosenknospe vom Strauch gerissen und direkt vor die Füße von Marcus Flint geweht wird. Die Knospe ist bereits geöffnet und man erkennt die hellen, gelben Blütenblätter. Tatsächlich hebt Flint die Knospe auf und betrachtet sie. „Magst du Rosen?“, fragst du laut und gehst auf ihn zu. Eschrocken fährt er zu dir herum. „Tut mir leid ich wollte dich nicht erschrecken“´, entschuldigst du dich direkt. „Schon gut. Ich bin kein großer Blumenfan. Aber diese riecht sehr gut“, antwortet er und hält dir die Knospe hin, sodass du dran riechen kannst. „Ja, sie riecht wirklich toll. Ich liebe Rose, besonders gelbe. Sie sind meine Lieblingsblumen“, gibst du zu. Er schaut dich eine Weile nachdenklich an. Dann nimmt er die Rose und steckt sie dir hinterm Ohr in die Haare. „Steht dir gut, sieht hübsch aus“, nuschelt er und schaut dich dabei wohl mit Absicht nicht an. Daraufhin musst du Lächeln. „Du weißt es ja doch“, meinst du geheimnisvoll. Verwundert wandert sein Blick nun doch wieder zu dir. „Was weiß ich?“, fragt er überrascht. „Wie man sich Freundlichkeit verdient.“ Ein kleines Lächeln huscht über sein Gesicht. Lächelnd machst du dich auf den Weg zur Bibliothek wo du das gewünschte Buch holst. Zurück im Gemeinschaftsraum wirst du überraschender Weise bereits von Cedric erwartet. „Da bist du ja!“, meint er freundlich lächelnd. „Wo soll ich auch sonst sein? Was gibt’s Ced?“, lachst du ihm entgegen. „Für morgen ist ein Extra Training für die Jäger angesetzt worden, das sollte ich dir mitteilen. 16 Uhr auf dem Feld“, gibt er die Infos weiter. Du nickst zum Verständnis. „Okay, danke schön.“ „Kein Problem. Die Rose steht dir, sieht wirklich hübsch aus“, sagt der Jüngere und deutet auf deine Haare. Unbewusst fasst du lächelnd zu der Knospe, während Cedric sich umdreht und Richtung Ausgang verschwindet. Das Training am nächsten Tag ist wirklich anstrengend und du beginnst dich zu fragen, warum du noch mal in die Mannschaft gegangen bist. Doch wieder zeigt sich schnell, dass Cedric und du ein super Team seid. Die anderen beiden Marian und Kimberly hingegen schwächeln an der einen oder anderen Stelle. Besonders Kimberly hat offensichtlich noch eine Menge Training nötig. Auch wenn sie nur Ersatz ist, muss sie besser werden. Daher steckt Liam dich mit ihr und Cedric mit Marian zusammen, damit die beiden etwas lernen. Tatsächlich scheint es etwas zu bringen, denn Liam sieht ansatzweise zufrieden aus, als er euch endlich entlässt. Leider nicht ohne direkt das nächste Extra Training anzuordnen. Anscheinend will er die beiden unbedingt auf Cedrics und dein Level bringen. Da du keinen Hunger hast, willst du noch ein paar Runden fliegen um den Kopf frei zu bekommen. Doch noch bevor du den Boden verlässt, stellt sich jemand neben dich. Es ist Oliver wie du mit einem verwunderten Blick zur Seite feststellst. „Was dagegen wenn wir zusammen ein paar Runden fliegen? Ich wollt noch etwas Luft schnappen“, fragt er freundlich. „Nein, natürlich nicht.“ Eigentlich wärst du lieber allein gewesen, da du keine große Lust auf Konversation hast, aber du willst nicht unhöflich sein. Als ihr gemeinsam abhebt und einfach nebeneinander fliegt, freut es dich umso mehr, dass er die Stille gleichermaßen zu genießen scheint. Erst in tiefster Dunkelheit kehrt ihr zurück. Nicht ein Wort habt ihr gesprochen, aber es kommt dir nicht so vor, als hätten Worte gefehlt. „Das können wir gerne öfter machen“, meint er und lächelt dich schüchtern an. „Gerne, wie wär‘s mit nächste Woche?“, schlägst du ihm vor. „Nichts lieber als das.“ „Dann bis nächste Woche, Oliver“, meinst du und hauchst ihm einen Kuss auf die Wange. Leicht rot angelaufen, begibst du dich in die Umkleiden. Obwohl ihr kein Wort geredet habt, hast du das Gefühl ihm näher gekommen zu sein. Wochenlang trefft ihr euch zum Fliegen. Erstaunlicher Weise bekommt es auch Flint in der Zeit hin, dass du ihn sympathisch findest. Im Unterricht sitzt er weiterhin neben dir und beweist dir wieder und wieder mit kleinen Gesten, dass er eigentlich ein sehr freundlicher Mensch ist. Oder es zumindest sein kann. Manchmal ist er vielleicht etwas ungehobelt und in Gegenwart von Oliver ein absoluter Hitzkopf, doch im Prinzip hat er ein gutes Herz. Du würdest sogar soweit gehen sie beide als gute Freunde von dir zu bezeichnen. Larissa und Anita betrachten deine Freundschaft zu Oliver wohlwollend noch immer in der drängenden Annahme, dass da etwas laufen wird. Die Beziehung zu Marcus hingegen betrachten sie mit Argwohn. Auch wenn sie natürlich mitbekommen, dass er zu dir wirklich lieb ist, trauen sie ihm nicht. Es ist als würden sie nur darauf warten, dass er etwas tut weswegen sie sich auf ihn stürzen können. Doch er bietet ihnen keine Gelegenheit. Die Sonne scheint und unter normalen Umständen hättest du dich raus gesetzt um die Wärme zu genießen, nur herrschen keine normalen Umstände. Die Saison hat begonnen und heute ist dein erstes richtiges Quidditchspiel. Aufgeregt stehst du hinter dem Tor. Zum bereits vierten Mal bindest du deinen Schaal neu. Der Winter ist bereits herein gebrochen und in der Luft wird es wirklich kalt werden. Cedric haut dir mit einem Mal auf die Finger und richtet den Schaal für dich zu Ende. „Du machst mich damit schon nervös…“, kritisiert er dich. „Tut mir leid… Ich bin nur so aufgeregt“, gibt’s du zu. „Ich weiß. Ich doch auch. Aber das schaffen wir. Wir haben gut trainiert und sind ein tolles Team. Und selbst wenn wir nicht gewinnen, dann ist es eben so. Immerhin spielen wir heute gegen Ravenclaw und nicht gegen Slytherin oder Gryffindor.“ „Warum ist da gewinnen wichtig?“, lachst du verwirrt. „Naja ich würde gerne Woods und Flints Gesichter sehen, wenn wir sie fertig gemacht haben.“ Ihr müsst beide bei der Vorstellung lachen. Dann geht es los. All deine Nervosität verfliegt mit dem Wind. Ihr legt ein brillantes Spiel hin und gewinnt mit einigen Punkten Vorsprung. Nicht zuletzt dank eurem perfekten Zusammenspiel. Am Boden werdet ihr umringt und von allen Seiten beglückwünscht. Nachdem die Mannschaft euch frei gelassen hat, kommen auch Leute aus andern Häusern auf euch zu und gratulieren. Marcus ist einer der ersten der dich erwischt. Grinsend kommt er auf dich zu und nimmt dich schließlich einfach in den Arm. Eine ungewohnte Geste, denn er ist kein großer Knuddler. „Ich bin beeindruckt, du hast wirklich unglaublich gut gespielt. Vielleicht seid ihr doch eine angemessene Konkurrenz für uns“, meint er und lässt dich wieder los. Doch er geht nicht auf Abstand, sondern bleibt nah bei dir stehen. „Das will ich doch hoffen. Solange ich keinen Klatscher von euch an den Kopf bekomme, werden wir euch fertig machen!“ „Dafür wäre dein Kopf viel zu schade. Ich lass meine Leute lieber auf die Jungs zielen.“ „Wie freundlich von dir“, meinst du ironisch und lachst leise. „Hör mal Caro ich wollt dich noch mal etwas fragen…“, setzt er an, doch er wird unterbrochen. „Caro!“, ruft jemand aus etwas Entfernung. Du schaust zur Seite und entdeckst Oliver auf dich zulaufen. Auch er schließt dich in die Arme und zieht dich so von Marcus weg. Er umarmt dich etwas länger und du kannst förmlich spüren wie er und Marcus sich dabei Todesblicke zu werfen. Als er dich wieder frei lässt und du zu Marcus blickst, bestätigt sich diese Vermutung. Diesmal sieht es wirklich so aus, als wolle er Oliver umbringen. „Du warst wirklich unglaublich! Ich hab selten jemanden so gut spielen sehen“, sagt Oliver an dich gewandt. „Vielen Dank, Oliver. Das aus deinem Mund zu hören, bedeutet wirklich was.“ „Und ich mein es auch so. Weißt du was? Das müssen wir feiern. Was sagst du, nächsten Samstag gehen wir nach Hogsmeade und ich lad dich auf ein Butterbier ein?“ „Nur wir beide? Wie ein Date?“, fragst du unsicher. „Nicht wie ein Date, ein Date. Also was sagst du?“ Kurz überlegst du, aber da gibt es eigentlich nicht viel zu überlegen. Du magst Oliver und du könntest dir vorstellen, dass da etwas zwischen euch ist, daher sagst du kurzerhand zu. „Super, ich hol dich nach dem Frühstück ab. Wir sehen uns“, meint er glücklich grinsen, gibt dir einen Kuss auf die Wange, wirft Marcus einen bösen Blick zu und verschwindet wieder. Kurz schaust du ihm hinterher, bevor du dich wieder zu Marcus drehst. „Ist das dein Ernst?“, fragt er und klingt entsetzt. „Nur weil du ihn hasst, muss ich das nicht auch tun“, erwiderst du ruhig, aber energisch. „Das hab ich auch nicht gesagt, aber ich versteh nicht was du an ihm findest…“ „Das musst du auch nicht, immerhin ist es meine Sache mit wem ich ausgeh und mit wem nicht.“ Langsam wirst du doch wütend. „Schon aber muss es ausgerechnet ER sein?“ Marcus klingt wirklich wütend darüber. „Das ist doch völlig egal! Statt meine Entscheidung zu kritisieren, solltest du dich eher für mich freuen! Endlich hab ich wen gefunden den ich mag und der mich offensichtlich auch mag, also versuch nicht ihn mir aus zu reden nur weil du ihn nicht abkannst!“, empörst du dich und trittst von ihm zurück. „Aber…“, meint er, hebt die Arme etwas und kommt einen Schritt auf dich zu. Doch du weichst weiter zurück. „Kein aber!“, brüllst du ihn an. Er lässt die Arme wieder sinken und schaut dich wie ein getretener Hund an. „Tut mir leid… Ich wollte dich nicht anbrüllen…“, entschuldigst du dich sofort mit einem schlechten Gewissen. „Schon gut…“, murmelt er verstimmt. „Verstehst du mich denn überhaupt nicht?“, fragst du ruhiger nach. „Es ist Wood, daher eher nicht, nein“, brummt er und verschränkt die Arme vor der Brust. „Dann stell dir vor, dass er jemand anderes wäre. Er ist der erste der mich mag und den ich auch mag und ich will nicht, dass du mir das versuchst zu vermiesen nur weil es Oliver ist…“ Eine kleine Träne rollt dir über die Wange. Bestürzt kommt er auf dich zu und streicht sie weg. Kurzerhand zieht er dich in eine erneute Umarmung. „Verzeih mir. Ich will dir das nicht vermiesen, deshalb werde ich dazu nichts mehr sagen“, murmelt er leise in dein Ohr. „Danke…“ Du schniefst noch einmal und löst dich dann wieder. „Ist er wirklich der erste? Du hattest also noch nie einen Freund?“, fragt der Schwarzhaarige neugierig nach. Verlegen schüttelst du den Kopf. „Hattest du denn schon mal einen richtigen Kuss?“, fragt er weiter. Deine Wangen fangen an zu brennen und du schaust lieber zu Boden. „Schätze mal nicht. Mach dir nichts draus. Gibt schlimmeres als das“, versucht er dich aufzumuntern. Dankbar lächelst du ihn an. So viel Einfühlsamkeit hättest du ihm gar nicht zu getraut. Schnell gibst du ihm einen Kuss auf die Wange, lächelst ihn noch einmal an und gehst dann schnell zurück zu deiner Mannschaft, welche bereits eine Siegerparty planen. Seine Sicht: Er beobachtet wie sie zurück zu ihren Leuten und anschließend vom Feld geht. Schnell flüchtet er zwischen die dunklen, kalten Gänge seines Vertrauens. In einer Nische wo ihn keiner sehen kann, lehnt er sich gegen die Wand. Die Kälte kriecht seinen Rücken hoch, doch nicht einmal das kann ihn runter bringen. In ihm kocht die Wut. Mit einem leisen Aufschrei schlägt er gegen die Wand vor sich. Schmerz fährt deinen Arm hinauf, doch es kümmert ihn nicht. Warum musste es damit enden! Eigentlich sollte er es sein! Er sollte am Samstag mit Caroline ausgehen und nicht dieser Idiot von Wood! Warum war er nicht schneller? Nur zwei Minuten hätten gereicht, dann hätte er sie bereits gefragt, aber nein! Der Schwachkopf muss ihm auch noch zuvor kommen… Wieder und wieder schlägt er in seiner Wut auf die Wand ein, bis schließlich beide Knöchel aufreißen und zu bluten beginnen. „Mist…“, flucht er vor sich hin. Noch immer genervt von der Situation geht er in den Schlafsaal und verbindet sich die Knöchel. Der weiße Verband tränkt sich mit dem roten Blut und hinterlässt selbst an der obersten Schicht kleine Flecken. Das schlimmste an der Situation ist nicht einmal, dass sie mit jemandem anderem ausgeht, nicht mal unbedingt, dass es Wood ist. Vielmehr ist es die Tatsache, dass sie zugegeben hat, dass sie ihn mag. Das verunsichert ihn und er stellt sich unweigerlich die Frage, ob sie überhaupt mit ihm ausgegangen wäre. Doch was hat Wood, was er nicht hat? Sie sind gleichalt, ungefähr gleich groß, seine Haare sind nur wenig länger und dunkler als Woods, sie sind beide sportlich und gut gebaut. Mal abgesehen davon dass Wood ein ziemlicher Idiot ist, muss er sich eingestehen, dass sie sich in vielen Punkten ähnlich sind. Und jetzt mögen sie auch noch das gleiche Mädchen… Schon seit ihrer ersten richtigen Begegnung fasziniert Caroline ihn. Sie hat ihn mit ihrer Art komplett aus dem Konzept gebracht und genau das macht sie so anziehend. Immer wieder überrascht sie ihn, so wie mit der Tatsache, dass sie noch nie jemanden geküsst hat. Wie gerne würde er sagen können ihr erster Kuss zu sein. Das wäre etwas besonderes, was man nicht so leicht vergisst. Aber wie soll er sie küssen, ohne dass er sich zum Gespött macht? Immerhin hat sie ja Interesse an Wood, nicht an ihm. Es würde nur gehen, wenn sie nicht weiß, dass er es ist. Aber das wäre ja… eigentlich perfekt. Sie würde es keinem erzählen, da sie ja nicht weiß wer es war und er würde bekommen was er will, ohne dass jemand von seinen Gefühlen zu ihr erfährt. Ein Plan formt sich in seinem Kopf und er weiß schon genau wann er ihn durchführen wird. Am nächsten Tag haben sie wieder Verwandlung und er setzt sich wie immer an seinen Platzt neben Caroline, welche ihn zur Begrüßung freundlich anlächelt. Er lächelt kurz zurück. Wieder etwas das ihm an ihr so gut gefällt. Sie braucht keine Worte um zu zeigen was sie sagen will. Als er seine Sachen herausholt, spürt er Schmerzen in den Händen und merkt wie die Knöchel erneut aufreißen. Ein kleiner Seufzer entfährt ihm, der Carolines Aufmerksamkeit erregt. Als sie seine Hände sieht, schaut sie ihn besorgt an. „Was hast du gemacht?“, fragt sie besorgt und deutet auf seine Hand. „Ach nichts, nur die Knöchel aufgerissen. Ist nicht so schlimm“, winkt er ab. Ungläubig schaut sie ihn an. Ohne den Blick abzuwenden greift sie nach seiner Hand. Ihre Berührung löst ein wohliges Gefühl in ihm aus, doch er lässt sich nichts anmerken. Sie schaut schließlich als erste weg und betrachtet den von ihm angelegten Verband. Er hat ihn am Morgen noch mal gewechselt, damit die Blutflecken nicht zu sehen sind, doch nun füllt sich der weiße Stoff erneut mit Blut. Bemüht darum ihm nicht wehzutun, löst sie den Verband. Wie bereits bemerkt, sind die Wunden wieder aufgerissen. Sie zieht ihren Zauberstab und murmelt leise ein paar Worte. Sofort hört die Blutung auf und eine harte Kruste bildet sich über den Knöcheln. Zufrieden beginnt sie den Verband wieder drum zu wickeln. „Du musst immer noch aufpassen, es wird noch etwas dauern, bis es ganz verheilt ist“, informiert die Hufflepuff ihn. „Danke… das wäre wirklich nicht nötig gewesen…“ „Nein das nicht, aber ich hab‘s gerne gemacht. Und jetzt gib mir die andere Hand.“ Er tut wie ihm befohlen wird und reicht ihr die andere Hand. Dort tut sie das gleiche. Währenddessen beobachtet er sie ganz genau. Ihre zarten Züge hinter denen so viel Freundlichkeit und so viel Schlagfertigkeit zugleich liegen. Es bringt ihn dazu immer stärker an seinem Plan festzuhalten. Wenn er sie schon nicht haben kann, dann will er zumindest ihren ersten Kuss stehlen… Deine Sicht: Es sind solche kleinen Momente wie solche die dir wieder und wieder vor Augen führen, wer Marcus wirklich ist. In seinem Blick liegt so viel was du nicht einordnen kannst, doch du bist dir sicher, dass es nur Gutes ist. Lächelnd lässt du seine Hand wieder los und widmest dich dem Unterricht. Den ganzen Tag hast du immer wieder das Gefühl beobachtet zu werden. Doch nur ein einziges Mal siehst du, dass Marcus dich anschaut. Als er deinen Blick bemerkt, fängt er selbstbewusst an zu lächeln und du kannst nicht anders als mit zu lächeln. Larissa und Anita betrachten das Ganze argwöhnisch. „Läuft da was zwischen dir und Flint?“, fragt Anita schließlich gerade heraus. „Was? Nein, wie kommt ihr denn darauf?“, fragst du verwirrt und blickst die Brünette neben dir an. „Weil ihr euch manchmal so verhaltet. Das solltest du wirklich lassen wenn du willst, dass das mit Oliver etwas wird…“, rät sie dir. Du versuchst zu verstehen was sie meint, aber du kannst es nicht. Zwischen dir und Marcus ist ja nichts, ihr seid nur Freunde und das seht ihr beide so. Zumindest nimmst du das an. Für eine Weile wirst du nachdenklich. Aber nein, da ist nichts. Und das wird Oliver schon wissen. An dem Samstag wo ihr verabredet seid, holt Oliver dich vormittags bei deinem Gemeinschaftsraum ab. Gemeinsam schlendert ihr los in Richtung Hogsmeade. Auf dem Weg kommt euch Marcus entgegen. „Caro“, begrüßt er dich freundlich. „Wood…“, knurrt er hinterher, während er dir einen Zettel zusteckt. Dann verschwindet er wieder, noch bevor du die Gelegenheit hattest ihn zu begrüßen. „Was war das denn?“, fragt Oliver verwundert, doch du bist dir selbst nicht sicher. „Keine Ahnung.“ Verwundert öffnest du den Zettel und ließt. „Viel Spaß“, stand drauf, mehr nicht. Und doch bringen dich diese zwei Worte zum lächeln. „Was steht drauf?“, fragt Oliver neugierig. Er scheint ein wenig unsicher zu sein. „Nicht so wichtig. Komm, ich will endlich mein Butterbier!“, meinst du fröhlich, nimmst seine Hand und ziehst ihn weiter. Sofort ist seine Unsicherheit verschwunden und er lächelt dich an. Statt deine Hand wieder los zu lassen verschränkt er seine Finger mit deinen, woraufhin du leicht rot wirst. Ihr verbringt den ganzen Tag zusammen in Hogsmeade. Es ist ein wundervoller Tag und du wirst dir immer sicherer, dass du ihn magst. Seinem Verhalten nach zu urteilen, geht es ihm dabei ähnlich. Händchen haltend geht ihr zurück zum Schloss, wo ihr euch noch gemeinsam beim Essen hinsetzt. Nach dem Essen wolltest du eigentlich in den Gemeinschaftsraum um deinen Freunden alles zu berichten, doch er lädt dich noch auf einen kleinen Spaziergang ein. Freudig stimmst du zu. So kommt es, dass ihr noch ziemlich lange durchs Schloss streift. Eigentlich ist wohl schon Schlafenzeit, doch das stört euch nicht, solange ihr nicht erwischt werdet. Doch letztlich trennen sich eure Wege. „Soll ich dich noch zu deinem Gemeinschaftsraum bringen?“, fragt er flüsternd in einem Gang im siebten Stock. „Nein, danke. Lieb von dir aber den Weg finde ich alleine. Außerdem ist dein Gemeinschaftsraum doch eh hier oben, dann brauchst du nicht wieder mit runter kommen“, lehnst du sein Angebot dankend ab. „Na gut. Aber nur wenn du dir ganz sicher bist.“ „Bin ich. Danke für den schönen Tag“, lächelst du ihn an. „Können wir gerne wiederholen“, lächelt auch er. „Find ich auch.“ Ihr schaut euch tief in die Augen. Doch in dem Moment wo er dir näher kommt, hört ihr ein Scheppern nicht weit entfernt. „Mist, ich sollte los. Bis dann!“, meinst du etwas panisch, gibst ihm ein Kuss auf die Wange und rennst los. Er verschwindet in seinem Gemeinschaftsraum, während du versuchst unentdeckt zu deinem zu gelangen. Du hast sogar Glück und die Treppen stehen günstig für dich. Es ist alles so still, während du durch die Gänge schleichst. Es fehlen nur noch wenige Meter, als du mit einem Ruck an der Hüfte gepackt und in eine Nische gezogen wirst. Aus Reflex willst du schreien, doch man legt dir eine Hand auf den Mund. Dein Gesicht wird zum Gang gedreht, wo in genau dem Moment unverwechselbar Filchs Gestalt gefolgt von seinem Biest von Katze entlangläuft. Derjenige hat dich also vor ihm gerettet. „Danke, aber wer bist du?“, willst du wissen, als sich die Hand von deinem Mund löst. „Shht…“, macht eine unverkennbar männliche Stimme. Doch du kannst an diesem kleinen Geräusch niemanden erkennen. Derjenige ergreift deine Hände und führt sie vor seiner Brust zusammen, sodass er sie mit einer Hand halten kann… Leichte Panik steigt in dir hoch. „Wer bist du und was willst du von mir?“, fragst du ängstlich und weichst nach hinten aus. Nur ist da bereits die Wand. Angestrengt versucht du dein Gegenüber zu erkennen, doch es ist zu dunkel. Du kannst gerade mal grobe Umrisse erkennen. Mit der freien Hand streicht dir derjenige eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Vorsichtig fährt er dir durch die Haare und mit einem Mal entspannst du dich. Es ist eine vorsichtige und liebevolle Geste. Wer auch immer vor dir steht, will dich nicht verletzten. Seine eine Hand bleibt in deinem Nacken liegen, während die andere deine Hände frei gibt und sich an deine Hüfte legt. „Oliver?“, rätst du ins Blaue, doch dein Gegenüber sagt nichts, rührt sich nicht. Mit einem Mal spürst du wie er dir immer näher kommt. Dein Herz beginnt wie wild zu schlagen. „Wer bist du?“, fragst du erneut, doch deine Stimme ist nur noch ein raues Flüstern. Statt zu antworten, legen sich seine Lippen auf deine. Sie sind warm und fühlen sich irgendwie vertraut an, als würden diese Lippen genau dort hin gehören. Ohne nachzudenken lässt du deine Hände in seinen Nacken wandern und ziehst ihn näher zu dir, woraufhin er einen Schritt vorgeht. Er ist ein wenig größer als du und du kannst durch sein Shirt seine Muskeln fühlen. Der Kuss wird wie von alleine intensiver. Schließlich ist er es, der sich wieder löst. Dir bleibt für einen kurzen Moment die Luft weg und du weißt nicht wie du reagieren sollst. Wieder ergreift er deine Hände und hält sie zwischen euch, während er sich etwas entfernt. Ein letztes Mal streicht er dir über die Haare, bevor er tiefer in die Nische rutscht. „Warte! Ich weiß nicht mal wer du bist!“, rufst du ihm nach, doch er ist bereits verschwunden. Er muss einen Geheimgang genommen haben, denn er ist einfach weg. Verwirrt und atemlos stehst du mitten in der finsteren Nacht dort und starrst vor dich hin. Dein Kopf braucht eine Weile ehe er wieder funktioniert und dir sagt, dass du in den Gemeinschaftsraum solltest. Vorsichtig spähst du um die Ecke und rennst dann schließlich einfach los. Vor eurem Portrait hättest du fast die Klopffolge vergessen. Letztlich schaffst du es aber rein gelassen zu werden. Drin ist es nur unwesentlich heller als im Gang. Schnell feuerst du den Kamin wieder an, sodass die Flammen auflodern. Noch immer verwirrt gehst du in deinen Schlafsaal und weckst Larissa und Anita. Die beiden sind wenig begeistert davon, doch du deutest ihnen leise zu sein und mit zu kommen. Verschlafen trotten sie dir hinterher. „Was ist denn los?“, grummelt Anita. „Bist du erst jetzt zurück?“, fragt Larissa dagegen. Beide lassen sich schwerfällig auf die Couch fallen. „Krisensitzung…“, meinst du nur, woraufhin die beiden etwas wacher werden. „War’s denn so schlimm mit Oliver?“, fragt Larissa unsicher. Du schüttelst den Kopf. „Ich wurde geküsst“, sagst du gerade heraus. Damit sind die beiden endgültig wach und quietschen wie kleine Kinder. „Aber nicht von Oliver!“, setzt du hinzu, was sofortige Stille nach sich zieht. Die Beiden sind sichtlich verwirrt. „Das musst du erklären…“, bittet Anita dich. Schnell fasst du den Tag mit Oliver zusammen und berichtest ihnen von dem kleinen Moment zwischen euch im Flur, dann kommst du zum Unbekannten und dem Kuss. „Und jetzt sitzt ich hier und berichte euch alles und bin völlig verwirrt…“, endest du schließlich. Eine Weile sagt keiner der beiden etwas, sie überlegen nur still. „Also wenn du mich fragst, ist die Sache klar. Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder läuft im Schloss ein perverser rum, der einfach jede küsst die er findet, oder es gibt jemanden der heimlich auf dich steht und es dir nicht sagen kann oder will“, schlussfolgert Anita. „Ich seh‘ das auch so“, hängt Larissa dran. „Auch wenn ich die erste Theorie für unwahrscheinlich halte, das hätte sich schnell in der Schule herum gesprochen. Aber dir Frage ist ja viel mehr, was du jetzt tun sollst. Und ehrlich gesagt, würde ich dir raten gar nichts zu tun. Wenn derjenige wirklich auf dich steht, wird er früher oder später auf dich zu kommen. Besonders wenn du weiterhin mit Oliver ausgehst, denn dann würde er eifersüchtig werden. Daran kannst du ihn entlarven. Es muss jemand sein, der sich in deiner Nähe aufhält und sichtlich eifersüchtig auf Oliver ist. Wenn du dann einen Verdacht hast, sprichst du ihn wenn er alleine ist mal drauf an und harkst nach. Alleine würde er es vermutlich zu geben. Was dann zu tun ist schauen wir, wenn du ihn gefunden hast.“ „Danke. Ihr habt immer eine Idee wie ich so was lösen kann.“ Glücklich umarmst du deine Freundinnen. „Kein Problem, aber lass uns schnell zurück ins Bett, ich bin hundemüde…“ Du stimmst ihnen zu und gemeinsam geht ihr wieder zurück. Sobald du die Augen schließt siehst du den Jungen vor dir. Oder zumindest wie er sein könnte. Du denkst an so viele Gesichter und doch scheint keines das Richtige zu sein. Wer ist er nur? Die nächsten Tage versuchst du darauf zu achten welcher Junge sich besonders oft in deiner Nähe aufhält oder eifersüchtig aussieht, wenn Oliver bei dir ist. Aber es fällt keiner auf. Jedenfalls keiner der es von der Größe und Statur her sein kann. Viele sind zu klein oder zu groß und wenn die Größe stimmt, sind sie entweder nicht trainiert genug, halten sich zu selten bei dir auf oder wirken überhaupt nicht eifersüchtig. Es ist zum Haare raufen. Schließlich gibst du die Suche einfach auf. Dafür konzentrierst du dich wieder auf Oliver, welcher dich erneut auf ein Date eingeladen hat. Ihr verbringt einen ganzen Tag zusammen auf dem Quidditchfeld, spielt gegeneinander und Picknickt im Anschluss. Er beginnt dir mehr und mehr zu gefallen. Immer öfter verbringt ihr die Zeit zusammen und schließlich kommt es wie es kommen muss. Er hat dich gerade zu deinem Gemeinschaftsraum gebracht, als er dich einfach packt und küsst. Es überrascht dich im ersten Moment, doch es freut dich auch. Der Kuss ruft Gefühle in dir hervor und fühlt sich gut an, auch wenn er ganz anders ist, als der Kuss mit dem Unbekannten. Er ist zurückhaltender und weniger bestimmt. Der Unbekannte hat dich viel gezielter geküsst, als wüsste er ganz genau was er will, während Oliver unsicherer scheint. Trotzdem gefällt es dir und du gehst darauf ein. „Ich werte das so, dass du mich auch magst“, flüstert Oliver als er sich wieder löst. „Richtig gewertet…“, flüsterst du zurück und küsst ihn gleich noch mal. Damit seid ihr offiziell zusammen. Die Meisten freuen sich für euch, abgesehen von Marcus, aber der war ja nie ein Fan von Oliver. Und trotzdem hat er sich zusammen gerissen und kein schlechtes Wort über ihn gesagt, als du ihm von euch erzählt hast. Alles was er sagte war: „Viel Glück.“ Seit dem hält er sich eher fern von dir. Was nicht zuletzt auch daran liegen könnte, dass du dich fast die ganze Zeit mit Oliver umgibst. Der Unbekannte taucht nicht wieder auf und allmählich beginnst du nicht mehr drüber nachzudenken. Die Zeit vergeht und es kommt der Tag vor dem du dich noch am Anfang des Jahres gefürchtet hast. Das Spiel gegen Slytherin. Ihre Spielweise ist euch bereits bekannt, aber da gibt es auch nicht viel, sie setzten überwiegend auf rohe Gewalt. Besonders beliebt ist ihre Taktik Klatscher auf die Jäger zu hetzten. Du betest dafür, dass eure Treibe euch beschützen. Und irgendwie auch für das was Marcus mal zu dir gesagt hatte. Cedric steht hinter dem Tor neben dir und drückt deine Hand. „Keine Sorge, wir schaffen das“, muntert er dich auf. „Ich hoffe es.“ Mit dem ersten Windzug im Gesicht, der deinen Atem gefrieren lässt, beruhigen dich deine Nerven normaler Weise. Doch nicht diesmal. Von oben beobachtest du Liam und Marcus die sich die Hand geben. Dann steigen auch sie auf ihre Besen. Bevor der Quaffel in die Luft geworfen wird, nehmen sie ihre Positionen ein. Marcus fliegt dir gegenüber. Es kommt dir vor, als wäre er mit den Gedanken ganz wo anders, denn er starrt nur vor sich hin. Mit einem Mal fängt er deinen Blick auf und schaut dir in die Augen. Für eine Sekunde sieht es so aus, als wäre er unglaublich traurig. Erst als Cedric dir etwas zuruft, wendest du den Blick ab. Mit dem Ruf von einigen Zahlen, legt ihr euer Vorgehen fest. Dann beginnt das Spiel. Die Slytherins haben sichtlich einen Kampf um den Quaffel begonnen, während ihr ein Ablenkungsmanöver startet. Die Jungs scheinen sich ebenfalls auf den Quaffel zu stürzen, welcher allmählich Richtung Boden fällt, doch dabei sollen sie nur die anderen blockieren. Und es funktioniert. Du schaffst es den Quaffel zu erlangen und rast damit los in Richtung der Tore. Marcus ist der erste der das realisiert und dir hinterher rast. Doch er ist nicht schnell genug und du schaffst es einen Treffer zu landen, der euch den ersten Vorsprung verpasst. Marcus stoppt seinen Besen ganz dicht neben dir. „Guter Wurf…“, gesteht er. Wieder ist da diese Traurigkeit. Was macht ihn nur so verdammt traurig? Ihr wendet euch ab und nehmt wieder eure Positionen ein. Mit einem Mal scheint es als würde Marcus aufwachen. Er wird wieder ganz der alte, brutale Spieler. Sie fangen an mit allen Mitteln gegen euch vorzugehen. Dazu gehört vor allem mit Klatschern zu zielen. Doch er hält sein Versprechen und es zielt keiner auf dich. Nur die Jungs stehen im Visier, was es für die Beiden schwieriger macht. Deshalb endet es oft damit, dass du den Quaffel bekommst und damit auch die Chance einen Treffer zu landen. Leider sind die Slytherin nicht gewillt sich das lange anzuschauen. Marcus gibt keinen Befehl dich irgendwie aufzuhalten, was die Mannschaft wütend werden lässt. Es kommt wie es kommen muss und sie machen sich selbstständig. Du fliegst gerade erneut aufs Tor zu, als von rechts und links je einer der Jäger kommt und dich in die Mangel nehmen. Sie drücken von beiden Seiten mit aller Kraft gegen dich. Du spürst wie sie dir den Platz nehmen und die Luft aus den Lugen drücken. Sofort lässt du den Quaffel los und versuchst sie mit den Händen wegzudrücken, doch sie sind zu stark und quetschen immer weiter. Das Atmen fällt dir schwer und du hast das Gefühl zu ersticken. „Lasst sie!“, hörst du Marcus schreien, woraufhin sich die beiden lösen. Die plötzliche Luft sticht dir in die Lungen. Alles brennt und mit einem Mal wird es schwarz vor den Augen. Seine Sicht: Die beiden lassen von ihr ab, doch es scheint schon zu spät zu sein, denn mit einem Mal kippt sie vom Besen. Er will zu ihr, doch dieser Diggory ist schneller. Er fängt Caroline aus der Luft und bringt sie sicher zu Boden. In der Zeit kann er sich um seine Jungs kümmern. Alle sind angewiesen zu Boden zu fliegen. Dort schnappt er sich seine Gorillas und zieht sie zur Seite. „Was habt ihr Trollhirne euch dabei gedacht? Ich hab euch nicht angewiesen das zu tun!“ „Nein aber irgendwie mussten wir sie ja aufhalten!“, rechtfertigt sich einer von ihnen. „Ja! Die Treiber durften nicht auf sie schießen und wir sollten sie in Ruhe lassen, wie sollen wir denn dann gewinnen?“, pflichtet der andere ihm zu. „Wie wär‘s denn mit besser spielen? Schon mal dran gedacht, dass ihr einfach zu schlecht seid!“ Sofort verstummen die beiden. „Nach diesem Spiel seid ihr raus, dann könnt ihr euch auf der Ersatzbank überlegen wie ihr besser spielen lernt.“ Das Entsetzten der beiden ignoriert er. Stattdessen geht er los um zu erfahren, was mit Caroline ist. „Geht’s ihr gut?“, fragt er Diggory, der gerade von ihr weggeht. „Sie hat das Bewusstsein verloren. Deine Gorillas haben ihr Quetschungen zugefügt, aber sie wird wohl wieder. Man bringt sie jetzt in den Krankenflügel.“ Er nickt, froh darüber, dass es ihr gut geht. Doch den Regeln entsprechend geht das Spiel weiter. Die Ersatzspielerin die nun für Caroline einspringt ist absolut miserabel. Nicht mal ansatzweise ein Ersatz. Ein Wunder, dass sie nicht dauerhaft den Quaffel fallen lässt. Mit ihr haben die Hufflepuffs keine Chance und sie verlieren das Spiel. Doch im Prinzip interessiert ihn das gar nicht. Seine Gedanken schweifen immer wieder zu Caroline ab. Sobald das Spiel endet, macht er sich direkt auf den Weg zum Krankenflügel. Caroline ist bereits aufgewacht. An ihrem Bett steht Wood, wer auch sonst… Gekränkt und eifersüchtig betrachtet er die beiden einen kurzen Moment. Eigentlich würde er am liebsten umdrehen, doch Diggory taucht hinter ihm auf. Jetzt wo er ihn gesehen hat, kann er nicht einfach wieder abhauen. Gemeinsam betreten sie den Krankenflügel und gehen zu Caroline. „Wie geht’s dir?“, fragt Diggory als sie in Hörweite sind. Caroline sieht die beiden und lächelt sie freundlich an. Wood hingegen sieht bei seinem Anblick wenig begeistert aus. „Was willst du denn hier?“, knurrt er ihn genervt an. „Nach Caroline sehen, hast du etwa keine Augen im Kopf?“, knurrt er genervt zurück. Wieso muss sie ausgerechnet diesen Idioten lieben? „Jungs… Keinen Streit…Mir geht’s ganz gut, meine Seiten tun weh…“, versucht Caroline zu schlichten. „Dank deinen Idioten…“, setzt Wood hinzu. „Ich habe ihnen nicht gesagt das zu tun, wenn du das denkst!“, stellt er sofort klar. „Dann denke ich, dass du deine Mannschaft nicht richtig im Griff hast!“, faucht Wood direkt. „Es reicht!“, ruft Diggory schließlich und beendet damit ihren Streit. Hasserfüllt starren sich die Erzfeinde an. „Es ist vielleicht besser wenn einer von euch geht.“ Sowohl Cedric als auch Wood starren ihn an. Caroline blickt unsicher auf ihre Decke. „Caro…“, sagt er leise. Er will ihre Meinung dazu wissen. Nur wenn sie will dass er geht, wird er es tun. Als sie den Blick hebt, ist ihre Entscheidung nicht zu übersehen. Das trifft ihn, mehr als er zugeben will. Schnell schluckt er den Schmerz hinunter, wendet sich ab und geht. Das war‘s für ihn. Jetzt wird es ihm zu viel. Andauernd muss er wegen Wood weichen. Seit er und Caroline zusammen sind, hat er sie kaum noch zu Gesicht bekommen und jetzt ist es einfach genug. Natürlich kann er es verstehen, aber er hat keine Lust mehr. Er braucht Abstand. Solange sie mit Oliver zusammen ist, wird er sich von ihr fern halten… Egal wie sehr es ihm schmerzt und egal wie sehr er sich nach ihr sehnt. Nachdem Caroline aus dem Krankenflügel entlassen wurde, nimmt er sich vor mit ihr zu reden. Er zieht sie nach dem Verwandlungsunterricht zur Seite. „Ich muss mit dir reden“, meint er ernst. „Okay, worum geht’s?“ Sie klingt verunsichert, während sie ihn zaghaft anlächelt. „Um uns. Du bist in den letzten Wochen eine gute, sogar sehr gute Freundin geworden, aber so geht das nicht. Deine Beziehung mit Wood… Ich freu mich natürlich für dich, aber…“, beginnt er sich zu erklären. „Aber du kannst dadurch einfach nicht mit mir befreundet bleiben. Dadurch dass ihr euch hasst, kannst du nicht bei mir sein, wenn er es ist, ohne dass ihr euch streitet und wenn ihr euch streitet…“, fährt sie für ihn fort. „… verletzt es dich. Etwas was ich nicht will. Sei mir deshalb nicht böse. Ich werde dich nicht vor die Wahl er oder ich stellen, denn ich weiß, dass das zum einen nicht fair wäre und zum anderen kenne ich deine Entscheidung bereits“, erklärt er ihr frustriert. „Marcus… lass uns doch eine andere Lösung finden…“, bitte Caro ihn. Doch seine Meinung ändert sich dadurch nicht. „Es gibt keine. Ich habe schon lange darüber nachgedacht. Es ist das Beste so. Vielleicht können wir irgendwann wieder Freunde werden, aber nicht jetzt. Mach’s gut.“ Alles in ihm schmerzt und es fühlt sich an, als würde er sich selber das Herz herausreißen. Doch er kann nicht anders als sich wieder und wieder zu sagen, dass es das Beste ist. Caroline schaut ihn traurig an, doch es ist nicht die Art von Traurigkeit, die er gerne in ihren Augen sehen würde. Mit seinem Rest von Mut beugt er sich vor und gibt ihr einen Kuss auf die Wange. Ein kleines Lächeln schenkt er ihr, dann geht er. Den restlichen Unterricht schwänzt er, sie weiterhin zu sehen, würde zu sehr schmerzen… Deine Sicht: Marcus verschwindet die nächsten Tage immer wieder, als würde er dir aus dem Weg gehen. Leider ist dir bewusst, dass er genau das tut. Du hast den Mädels nichts von dem Gespräch erzählt, denn dir ist klar, dass sie seine Entscheidung nur gutheißen würden. Auch wenn das vielleicht stimmt, hilft dir das nicht weiter. Trotzdem bemerken die beiden, dass etwas nicht stimmt. „Was hat Flint gemacht, dass es dir so schlecht geht?“, fragt Anita schließlich an einem Abend. Die Zeit ist schnell vergangen und die Tage sind wieder lang geworden. „Gar nichts…“, versuchst du wenig erfolgreich ein Gespräch abzuwenden. „Das ist nicht gar nichts. Ihr redet nicht mehr, er hat sich umgesetzt und du bist immer wenn er auftaucht unglaublich still. Hat er dich verletzt? Dich beleidigt?“ Deine Freunde werfen dir einen besorgten Blick zu. „Nein… nichts in der Art…“, winkst du ab. „Was dann? Caro wir machen uns Sorgen um dich…“ „Es ist nichts. Marcus hat unsere Freundschaft beendet, weil er nicht damit klar kommt, dass ich mit Oliver zusammen bin. Immer wenn die beiden aufeinander treffen streiten sie und das verletzt mich. Das ist ihm klar gewesen und er wollte das nicht mehr. Er wollte mich nicht vor die Wahl zwischen ihm und Oliver stellen und hat es für das Beste gehalten…“, erklärst du schließlich. Larissa und Anita werfen sich einen Blick zu, den du nicht ganz einordnen kannst. Fragend musterst du sie. „Caro… ist … weißt du eigentlich, dass… naja…“, beginnt Larissa verlegen. „Marcus passt perfekt auf das Profil des Unbekannten der dich damals geküsst hat, ist dir das bewusst?“, bringt es Anita schließlich auf den Punkt. „Was? Wovon redet ihr denn da?“ Wie kommen sie denn auf so etwas? „Naja, wir haben schon ziemlich lange drüber nach gedacht. Eigentlich erfüllt Flint alle Kriterien. Er hat ungefähr die richtige Größe, ist durchtrainiert, verbringt viel Zeit mit dir und kann es nicht ertragen dich mit Oliver zu sehen“, beginnt Anita. „Aber doch nur weil wir befreundet sind und er und Oliver sich hassen“, tust du ihre Idee ab. „Schon, aber ihr habt euch erst dieses Jahr angefreundet und wir glauben, dass es nicht nur durch seinen Hass auf Oliver so ist. Ich meine wir reden hier von Flint, wann hat er sich denn mal eine Gelegenheit entgehen lassen auf Oliver rumzuhacken? Warum sollte er das jetzt für dich lassen, wenn du ihm nichts in der Art bedeutest?“, weist Larissa dich drauf hin. „Es ist nur eine Theorie von uns, aber du solltest mal darüber nachdenken“, pflichtet Anita bei. Nachdenklich beendest du das Gespräch und machst du dich auf den Weg nach draußen. Die Sonne ist noch nicht untergegangen, obwohl bald alle in ihren Räumen sein müssen. Du genießt die frische Luft und wägst es kurz ab noch eine Runde zu fliegen, doch die Zeit würde wohl nicht reichen. Stattdessen machst du dich auf den Weg zum Innenhof, wo du dich etwas hinsetzt. Der große Rosenstrauch wächst wieder hoch und du hoffst, dass schon in einigen Wochen die ersten Frühblüher Rosen ihre Pracht offenbaren werden. Jetzt erst fällt dir auf, dass du genau dort bist, wo du damals mit Marcus geredet hast, als er dir die Rose ins Haar gesteckt hat. Es war eine irgendwie vorsichtige und zärtliche Geste die dir bewiesen hat, dass er im Inneren auch freundlich ist. Noch immer musst du an das denken, was die Mädels gesagt haben. Kann es vielleicht wirklich so sein? Könnte Marcus dein Unbekannter sein? Natürlich haben die beiden mal wieder Recht und es würde alles zusammen passen, doch du kannst dir einfach nicht vorstellen, dass es wirklich so ist. Warum hat er dann nie etwas gesagt? Nicht mal bevor du mit Oliver zusammen gekommen bist? Tief in Gedanken machst du dich auf den Weg in deinen Schlafsaal, wo die meisten Mädchen sich bereits eingefunden haben. Wie so oft sitzen sie auf einem Bett und reden über alles Mögliche, bevorzugt Jungs. Du schottest dich lieber ab und ziehst die Vorhänge zu. Erst dann greifst du unter deine Matratze und holst dein Tagebuch hervor. Es ist selten dass du etwas hinein schreibst, doch manchmal brauchst du es einfach. Der Tag damals mit Flint war einen Eintrag wert. Aber es ist gar nicht deine Absicht etwas einzutragen oder einen alten Eintrag zu lesen. Du brauchst nicht einmal zu suchen, denn das Buch öffnet sich automatisch an der richtigen Stelle. Das liegt daran, dass du zu dem Eintrag die Rose gelegt hast. Getrocknet und geplättet hast du sie als Erinnerung zwischen die Seiten gelegt. Nun holst du sie hervor und nimmst sie in beide Hände. Immer wieder drehst du sie zwischen den Fingern während du sie betrachtest. Irgendwie steht diese kleine Knospe für das zwischen dir und Marcus, auch wenn du dir in dem Moment nicht mal sicher bist, was genau das ist. Lange denkst du über Marcus und den Unbekannten nach, bis du schließlich mit der Rose in der Hand einschläfst. Lange Zeit beschäftigt es dich noch, doch letztlich gibst du es auf. Selbst wenn er der Unbekannte sein sollte, ändert das nichts daran, dass er sich nicht in deiner Nähe aufhalten kann und will, während du mit Oliver zusammen bist. Und auch nicht daran, dass der Unbekannte seit jener Nacht verschwunden ist. Wochen ziehen dahin und das Jahr steht kurz vor dem Ende. Genau wie dein Geburtstag. Es ist einer der letzten Tage, bevor die Ferien beginnen. Als du aufwachst, strahlt dir die Sonne bereits ins Gesicht. Deine Freunde und Oliver gratulieren dir natürlich direkt und obwohl du keine Geschenke haben willst, haben die Mädels zusammen mit Cedric und Oliver trotzdem etwas für dich besorgt. Es ist ein recht großes Medaillon mit Platz für zwei Fotos. Auf dem einen sind du und Oliver wie ihr euch küsst. Die andere Hälfte wird von einem Gruppenbild ausgefüllt auf dem deine Freunde dir entgegen strahlen. Da sie mit einer magischen Kamera aufgenommen wurden, bewegen sie sich immer wieder. Glücklich legst du es gleich um und bedankst dich. Doch beim Essen erhältst du zu deiner Überraschung noch ein Geschenk. Es ist eine wunderschöne, gelbe Rose die an einer Spange befestigt wurde. Dabei liegt ein Zettel. Neugierig liest du ihn, während du den wundervollen Duft der Blume aufsaugst. „Alles Gute zum Geburtstag. Ich hoffe die Rose gefällt dir. Sie ist verzaubert und wird ein Leben lang frisch bleiben und blühen, sodass du deine Lieblingsblume immer ansehen und riechen kannst. Ich hoffe du bist glücklich und bleibst es auch weiterhin“, liest du den kleinen Zettel. Es steht kein Absender darunter. Doch dir ist auch so klar, dass es nur von einer Person kommen kann. Marcus ist der Einzige dem du erzählt hast, dass gelbe Rosen deine Lieblingsblumen sind. Du schaust dich in der großen Halle um und suchst nach ihm. Wie erwartet sitzt er zwischen den Slytherins an seinem Tisch. Und er schaut zu dir rüber. Dankbar lächelst du ihn an und nickst ihm zu. Kurz lächelt er auch, wobei da wieder diese Traurigkeit zu sein scheint, dann blickt er weg. Eigentlich wolltest du dich noch persönlich bei ihm bedanken, doch du bekommst ihn nicht mehr zu fassen. Die Ferien beginnen, ohne dass du ihn noch einmal gesehen hast. Im nächsten Jahr ist Liam nicht mehr auf der Schule und das Quidditch Team bekommt einen neuen Kapitän: Dich. Auch wenn du es eigentlich nicht gewollt hast, nimmst du es trotzdem an. Und du schaffst es sogar eine Mannschaft zusammen zu stellen mit der ihr wirklich Chancen habt. Noch immer bist du mit Oliver zusammen und Marcus redet nicht mit dir. Manchmal hast du das Gefühl, dass der Slytherin dich beobachtet, doch immer wenn du hinsiehst, blickt er bereits wo anders hin. Er fehlt dir, auch wenn du es nur ungerne zugibst. Vielleicht fehlt er dir auch mehr, als es gut ist, aber das versuchst du aus deinem Kopf zu verbannen. Recht erfolgreich sogar. Das Jahr geht vorüber ohne, dass etwas spannendes passiert. Das einzige Mal wo du Marcus nah gekommen bist, war beim Spiel gegen Slytherin als ihr euch die Hand gegeben habt. Sein Gesicht hat keine Emotionen zugelassen, doch als ihr euch berührt habt, war da ein kleines Glänzen in den Augen von dem du dir sicher bist, dass du es auch hattest. Wieder bekommst du an deinem Geburtstag eine gelbe Rose von ihm geschickt, diesmal eine ganz normale. Es lag nicht einmal ein Zettel dabei, doch du bist dir sicher, dass sie von ihm kam. Bis zu eurem Abschluss verändert sich nichts an eurer Situation. Es ist euer letztes Jahr und du hättest erneut Kapitän sein können, doch du lehnst es ab. Stattdessen gibst du diese Position an Cedric weiter. Einige Wochen vor eurem Abschluss erhält Oliver das Angebot als Ersatz Quidditchspieler zu arbeiten. Etwas das er natürlich nicht ablehnen kann. Dir ist bewusst, dass er damit noch viel mehr Zeit in sein Training investieren muss. Da bleibt nicht viel Zeit für eine Beziehung über. Daher beschließt du das Ganze zu beenden. Du hast zwar noch Gefühle für Oliver, aber lange nicht mehr so starke wie am Anfang. Manchmal kommt es dir so vor, als wärt ihr bereits nur noch Freunde. Auch Oliver stimmt deiner Meinung zu, daher ist es für euch beide nicht allzu schwer zu verkraften. Eure Trennung geschieht im Stillen und ihr bemüht euch es nicht an die große Glocke zu hängen, da ihr weiterhin Freunde bleiben wollt. In dieser Zeit wandern deine Gedanken wieder oft zu Marcus. Am meisten denkst du daran ihm von eurer Trennung zu erzählen, damit ihr wieder Freunde sein könnt. Aber dann fragst du dich, ob es wirklich das ist was du willst. Immerhin sind zwei Jahre vergangen und du weißt nicht ob Marcus immer noch der alte ist. Zwei Jahre bieten eine Menge Zeit um sich zu verändern. Deine innere Zerrissenheit führt schließlich dazu, dass du es ihm nicht sagst. An deinem Geburtstag erhältst du wieder eine Rose und als du genau wie vor zwei Jahren seinen Blick auffängst, macht dein Herz einen kleinen Sprung. Am Abend schmeißt ihr heimlich eine Party. Dein Geburtstag wurde dabei als Vorwand für eine Abschlussparty genutzt, doch das ist okay für dich. Es ist schon sehr spät, als du beschließt eine Auszeit zu nehmen. Du lässt die laute Musik und die betrunkenen Leute zurück und schleichst dich durch die Gänge, immer darauf bedacht nicht erwischt zu werden. Doch irgendwann hörst du Schritte hinter dir. Erschrocken flüchtest du in die nächste Nische in der Hoffnung nicht gesehen worden zu sein. Eine große Gestalt bleibt genau vor der Nische stehen. Ängstlich drückst du dich weiter nach hinten, während sich der Blick der Person zu dir richtet. „Im Verstecken bist du nicht gerade gut“, meint die Person amüsiert. An der Stimme erkennst du ihn sofort. „Marcus…“, meinst du erstaunt und kommst aus deinem Versteck hervor. Er lehnt sich lässig an die Wand, sodass das Mondlicht auf ihn fällt. „Was machst du hier?“, fragst du leise. „Könnte ich dich auch fragen“, schmunzelt er. „Bei uns steigt eine Party und ich wollte da mal weg“, erklärst du ihm. „Geht mir ähnlich. Dämliche Abschlussparty…“, meint er genervt. Du hast bereits gehört, dass Marcus eine Prüfung nicht bestanden hat und das Jahr wohl wiederholen muss. „Tut mir leid für dich…“, meinst du deswegen ehrlich. „Muss es nicht. Hat auch was Gutes, so kann ich mich von dir verabschieden. Ich glaube nicht, dass ich in den nächsten Tagen eine Gelegenheit dazu bekommen hätte“, meint er und lächelt schief. Du erwiderst das Lächeln, während in dir sich wieder dieses leichte Kribbel ausbreitet. Gemeinsam beginnt ihr durch das Schloss zu schlendern und über alles Mögliche zu reden. Es sind keine wichtigen Themen, eher das Alltägliche, doch es tut gut mit ihm zu reden. Du fühlst dich in seiner Nähe unglaublich wohl. Die Sonne geht bereits wieder auf, als ihr euch verabschiedet. Du umarmst ihn lange. Eigentlich willst du dich gar nicht mehr lösen, doch du weißt, dass du es musst. „Mach’s gut, Caro. Vergiss mich nicht da draußen“, bittet er dich leise. „Ich werde dich nie vergessen, wenn du mich nicht vergisst“, antwortest du ihm. „Wie könnte ich dich denn vergessen?“, meint er und lächelt dich liebevoll an. Erst jetzt scheint ihm aufzufallen, dass du gerade die Rosenspange im Haar trägst. „Es war ein wundervolles Geschenk“, bedankst du dich indirekt bei ihm. „Ein wundervolles Geschenk für ein wundervolles Mädchen.“ Gerührt schaust du zu Boden. Er beugt sich vor und gibt dir einen zärtlichen Kuss auf die Wange, welcher deinen Puls beschleunigt, bevor er sich umdreht und schon fast rennend abhaut. „Geh nicht!“, sagst du kleinlaut, doch er ist bereits außer Hörweite. „Ich hab dir doch gar nicht gesagt, wie sehr ich dich mag…“, flüsterst du leise vor dich hin, als dir endlich klar wird, wie sehr es tatsächlich der Fall ist. Doch er ist schon weg. Trotz intensiver Suche schaffst du es nicht mehr ihn zu finden und es kommt der Tag an dem ihr Hogwarts für immer verlasst, ohne dass du es ihm sagen konntest. Das erste Jahr nach der Schule ist das Schwerste. Er fehlt dir unglaublich stark, doch du traust dich einfach nicht ihm zu schreiben. Die Angst vor Enttäuschung oder Zurückweisung hindert dich. Auch von ihm kommt lange Zeit nichts. Du hast dir einen Job gesucht, zunächst nur einen in der Verwaltung. Es bringt etwas Geld aber ist nicht das was du willst. Irgendwann beschließt du dein Glück zu versuchen und gehst zum Probetraining für eine kleine Quidditchmannschaft, welche Ersatzspieler suchen. Und tatsächlich wirst du genommen. Damit kündigst du deinen alten Job und widmest dich der Leidenschaft des Fliegens, auch wenn du nie vorgehabt hattest Spielerin zu werden. Noch innerhalb eines Jahres wirst du vom Ersatz zur festen Spielerin. Du legst einen steilen Aufstieg hin und bald beginnen sich auch andere Mannschaften für dich zu interessieren. Du steigst in der Liga auf und findest schließlich eine Mannschaft die zu dir passt. Es scheint als hättest du endlich deinen Platz gefunden, auch wenn du nie geahnt hast, wo dieser ist. An deinem Geburtstag bekommst du wie im letzten Jahr eine gelbe Rose geschickt. Erneut ohne einen Absender. Dafür liegt ein Bild aus der Zeitung dabei, wo man dich auf dem Besen sieht. Die Überschrift war: „Das neue Jugendtalent Caroline White!“ Darunter wurde in rot etwas dazugeschrieben. „Nicht schlecht für eine Hufflepuff.“ Du musst unweigerlich grinsen. Er hat also doch an dich gedacht. Fast drei Jahre spielst du als neuer Star deiner Mannschaft. Jedes Jahr bekommst du eine gelbe Rose zum Geburtstag und allmählich hast du dich damit abgefunden, dass es wohl dabei bleiben wird. Es kommt der Tag an dem ihr für eure Mannschaft einen neuen Hüter suchen müsst, da euer alter die Mannschaft wechseln wird. Du bist beim Probetraining dabei, damit die Kandidaten tatsächlich etwas taugen. Zumindest hat das euer Trainer so gesagt. Wenig motiviert an einem Samstag deine eigentlich freie Zeit dafür zu opfern, gehst du zum Übungsplatz und steigst in die Luft. Während am Boden noch der Vorgang besprochen wird, wärmst du dich auf, etwas das die Kandidaten nicht mehr tun können. Wie du findest eigentlich nicht fair, aber das ist nicht deine Entscheidung. Euer Trainer will nur den Besten und der muss laut ihm auch ohne aufwärmen funktionieren. Zusammen mit deinen Jäger Kollegen machst du dich bereit. Der erste Kandidat ist eine Frau im mittleren Alter. Sie ist sehr flink, doch hat nicht die Kraft die Quaffel alle abzuwehren. Bei einem besonders starken Wurf fängt sie zwar, wird aber durch den Schwung nach hinten durch den Ring geworfen. Natürlich wird sie rechtzeitig aufgefangen, doch damit ist sie raus. Der nächste Kandidat ist vielversprechender. Er ist kräftiger, doch ihr merkt schnell, dass ihm dafür die Geschwindigkeit fehlt. Doch das kann man noch trainieren. Zwei weiter Männer und eine Frau werden getestet. Bisher ist der zweite Kerl noch am besten. „Das ist der Letzte!“, ruft der Trainer euch zu. „Endlich… dann können wir ja bald Pizza essen gehen!“, ruft einer der Jungs. Grinsend stimmst du ihnen zu. Ihr geht meistens nach dem Training alle zusammen Pizza essen, auch wenn euer Trainer das nicht gerne sieht. Zu viele Kalorien und Fett wie er sagt. In Gedanken schon beim Essen, bemerkst du gar nicht wer sich zwischen die Ringe stellt. Ihr wollte es schnell zu Ende bringen, weswegen ihr euer neues Manöver machen wollt. Es ist zwar riskant, aber du vertraust den beiden, dass es gelingt. Einer rast mit den Quaffel auf den Ring zu. Du steigst auf und gehst dann in deinen leichten Sinkflug direkt auf ihn zu, sodass du noch mehr Geschwindigkeit erlangst. Der andere kommt aus der anderen Richtung und dient als Ablenkung. Er fliegt in die Sicht vom Hüter genau in dem Moment, wo man dir den Quaffel zuwirft. Mit einem schlenker nach unten weicht der Werfer aus, während dein Besen auf den Ablenkenden zufliegt und von ihm gefangen wird, während du vom Besen mit dem Quaffel in der Hand ab und über ihn rüber springst. Das Ganze geschieht nur einen oder zwei Meter vorm Ring. Der Hüter ist davon völlig überrascht, da es aussah, als würdet ihr drei genau ineinander fliegen. Du holst im Flug aus und wirfst den Quaffel so stark du kannst. Doch erst in dem Moment wo er deine Hand verlässt, siehst du wer dort im Tor schwebt. Es ist Oliver. Du hast ihn seit Jahren nicht gesehen und kannst es nicht fassen, dass er jetzt dort ist. Er scheint weniger überrascht von dir zu sein, als vom Manöver. Und doch schafft er das unglaubliche, er fängt den Quaffel. Die Wucht des Aufpralls lässt ihn sich mit seinem Besen überschlagen, doch er schafft es nicht durch den Ring zu fallen und sich wieder auf dem Besen aufzurichten, während du dem Boden entgegen trudelst und schließlich von deinen Jungs aufgefangen wirst. Sie harken sich unter deine Arme und ziehen dich wieder in die Luft. Kurz steigst du bei einem auf, bis du deinen Besen wieder hast und mitten in der Luft drauf steigst. Völlig baff schaust du Oliver an, wie er mit dem Quaffel in der Hand wieder in eine stabile Lage fliegt. Alle anderen sind genauso überrascht und schauen ihn verwirrt an. „Du hast den Job!“, schreit euer Trainer begeistert zu euch hoch. „Siehst so aus als würden wir endlich mal zusammen statt gegeneinander spielen, was Caro?“, ruft Oliver dir belustigt zu, bevor er Richtung Boden schwebt. „Kennst du ihn?“, fragt Jamie, einer der Jungs, dich. „Er ist mein Ex Freund…“, gibst du noch immer baff preis. „Na das kann ja noch lustig werden…“, murmelt Thomas, bevor ihr drei zu Boden fliegt. „Lange nicht gesehen“, meint Oliver zu dir, als du dort ankommst. Du freust dich ihn zu sehen und umarmst ihn direkt. „Und doch hast du dich nicht verändert“, meinst du dabei. „Und du bist nur noch schöner geworden“, macht er dir zwinkernd ein Kompliment. Deine Wangen beginnen rot zu werden. Ihr fangt ein Gespräch an und hört erst wieder auf, als die Jungs dich abholen zum Pizza essen. Oliver wird tatsächlich euer neuer Hüter und gemeinsam gewinnt ihr ein Spiel nach dem Anderen. Die Presse schreibt immer wieder Artikel für euch. Man versucht diverse Interviews mit euch zusammen zu bekommen. Nicht selten werdet ihr gefragt ob zwischen euch etwas läuft, doch ihr lasst es immer unkommentiert. Euer Privatleben gehört nicht in die Öffentlichkeit. Doch nehmen die Meisten das Schweigen als stumme Zustimmung auf und schnell tauchen Artikel über „Das neue Traumpärchen des Quidditchs“ auf, die ihr mit einem Lächel und einem „Wenn die wüssten“ Ausdruck betrachtet. Doch irgendwann kommt der Tag der alles ändert. Die Schlacht in Hogwarts. Ohne zu zögern, machst du dich auf den Weg hin. Der Kampf ist brutal und du hast oft das Gefühl dich in den Trümmern und dem Schmerz zu verlieren, doch du gibst nicht auf. Verbittert kämpfst du weiter, Oliver steht an deiner Seite. Anita und Larissa sind auch hier irgendwo. Am Anfang hast du sie gesehen, doch seit einiger Zeit sind sie verschwunden. Du machst dir große Sorgen und hoffst einfach, dass es deinen Freunden gut geht. Trotzdem hältst du wieder und wieder nach ihnen Ausschau. Es gibt noch wen nach dem du Ausschau hältst, aber du bist dir nicht mal sicher, ob er gekommen ist. Irgendwie hoffst du es, denn es würde dir ermöglichen ihn wieder zu sehen. Das Bild aus der Zeitung vor dir welcher er dir geschickt hatte, trägst du immer bei dir, auch hier in der Schlacht. Dir kommt es vor, als würde die Anzahl der Gegner nie enden. Auf jeden den ihr besiegt habt, kommt ein Neuer und allmählich verlässt dich dein Mut. Doch mit einem Mal ist es vorbei. Ihr habt gewonnen, auch wenn ihr viele gute Menschen dafür verlieren musstet. Dein Bein wurde getroffen, während Oliver eine Wunde am Kopf hat. Beides sieht nicht gut aus und muss behandelt werden, weswegen ihr euch schnell auf den Weg in die große Halle macht, wo die Verletzten behandelt werden. Erst jetzt wo all die Toten und Verletzten hierher gebracht werden, siehst du wie groß die Halle wirklich ist. Unter den Toten sind auch einige Freunde, wie Fred Weasley, dessen Tod du sehr bedauerst. Auf der anderen Seite siehst du deine anderen Freunde, welche überlebt haben und bist froh sie zu sehen. Und doch suchst du immer weiter nach ihm… Unter den Toten befindet er sich nicht, was dich jedoch nur gering beruhigt, denn noch wurden nicht alle geborgen. Nachdem man Olivers Kopf versorgt und dein Bein verbunden hat, macht Oliver sich auf die Suche nach Krücken für dich. Notgedrungen bleibst du sitzen und schaust dich weiter um. „Nur ein Beinbruch? Nicht schlecht für eine Hufflepuff“, hörst du plötzlich eine raue Stimme hinter dir. Noch bevor du dich zu ihm umdrehen kannst, setzt er sich neben dich. „Marcus!“, sagst du glücklich ihn zu sehen. Sofort umarmst du ihn, woraufhin er schmerzvoll stöhnt. Schnell löst du dich und betrachtest ihn genauer. Sein Shirt ist zerrissen und gibt neben den Muskeln auch den Blick auf einen Verband um seinen Oberkörper frei. Sein Arm ist mit einer Schlinge um den Hals gehängt und an seiner Schläfe klebt noch Blut von einer Platzwunde, welche wohl genäht wurde. Und trotzdem scheint ihn das gar nicht zu interessieren, denn sein Blick ist fest auf dich gerichtet. Er sieht älter aus als du ihn in Erinnerung hast, irgendwie reifer, aber auf eine gute Art und Weise. Für dich wirkt er glatt noch ein Stück anziehender. „Ich bin froh, dass es dir gut geht“, gesteht er und klingt dabei fast schüchtern. „Es ist schön dich mal wieder zu sehen“, gesteht er weiter. „Ich bin auch froh dich zu sehen.“ Er lächelt dich an und du lächelst zurück. Vorsichtig streichst du ihm durch die Haare um den Schutt daraus zu entfernen. Dann greifst du zu einem Lappen und etwas Wasser neben dir. Mit dem angefeuchtetem Lappen beginnst du ihm das Blut und den Dreck aus dem Gesicht zu entfernen. Die ganze Zeit schaut er dich dabei an. „Danke“, sagt er leise, als du ihm gerade den Dreck von den Lippen entfernt hast. Er nimmt dir den Lappen ab und schaut dir tief in die Augen. Mit einer Hand beginnt er dir über die Haare zu streichen und mit einer Strähne zu spielen. „Ich hab dich vermisst…“, machst du schließlich den ersten Schritt. Für einen Moment hält er inne. „Ich dich auch… sehr sogar…“, meint er nun völlig ernst. „Ich hab immer gehofft, dass du dich vielleicht mal bei mir meldest oder vorbei kommst...“ Bedauern macht sich in seinem Blick breit. „Daran hatte ich schon oft gedacht…“, gesteht er dir, was dir einen leichten Stich versetzt. „Aber?“, harkst du nach. „Aber ich konnte es nicht. Ich mein sieh dich doch an… Du bist eine wunderschöne, junge Frau geworden mit einem Traumjob und einer steilen Aufstiegskarriere… Wie hätte ich da denn rein gepasst? Ich der nicht einmal einen guten Job gefunden hat in dem ich länger als ein halbes Jahr bleiben will… Ich war mir sicher, dass du neue Freunde gefunden hast, die mehr deinem Niveau entsprechen.“ „Das ist doch völliger Schwachsinn! Ich mag dich so wie du bist, das ist alles was zählt, egal was wir beruflich machen. Das spielt keine Rolle, genauso wenig wie irgendein Niveau. Für mich bis du mehr als nur auf meinem Niveau…“ Ihr schaut euch tief in die Augen und es entsteht eine Spannung. In dem Moment wo ihr euch näher kommt, taucht Oliver auf und zerstört es. Als Flint ihn sieht, tritt wieder diese Traurigkeit in seine Augen, vermischt mit Wut. „Huh… Hatte es schon fast vergessen. Dann will ich das „Traumpärchen“ mal nicht weiter stören.“ Seine Stimme lässt vermuten, dass es ihn verletzt. Er springt auf und läuft weg. „Marcus!“, rufst du ihm hinterher, doch er ist bereits auf dem Weg die große Halle zu verlassen. „Denkt er etwa, dass wir…?“, fragt Oliver etwas verwirrt. „Ich hab ihm nie sagen können, dass wir Schluss gemacht haben und jetzt mit der ganzen Presse…“, erklärst du es ihm. „Du magst ihn wirklich oder?“, fragt Oliver nach. Du nickst etwas bedrückt angesichts dessen, dass Oliver ihn nie leiden konnte. „Lauf ihm hinterher. Er scheint dich genauso zu mögen und ich werde euch bestimmt nicht im Weg stehen.“ Er hilft dir hoch und gibt dir die Krücken. So schnell es geht machst du dich auf den Weg hinter ihm her. Du siehst wie er auf der Brücke steht und deprimiert mit Steinen ins Nichts wirft. Als er dich kommen sieht, wird sein Blick kurz weich, bevor er sich verhärtet und der nächste Stein mit noch mehr Kraft in den Abgrund fliegt. „Warum bist du hier? Solltest du nicht mit deinem Traumpartner zusammen sein?“, fragt er und klingt dabei ziemlich gehässig, was dich verletzt. „Oliver ist nicht mein Traumpartner…“, stellst du es klar. „Ach ja? Und seit wann nicht mehr? Drei Minuten?“, harkt er nach und hebt den nächsten Stein auf. „Seit wir damals in der siebten Klasse die Beziehung beendet haben“, meinst du genervt und betonst besonders den Zeitpunkt. Er hält im Wurf inne und starrt dich an. „Was?“, fragt er verwirrt und lässt den Arm sinken. „Hättest du dich mal gemeldet wüsstest du vielleicht, dass Oliver und ich seit Jahren nicht mehr zusammen sind. Wir sind Freunde nicht mehr. Eigentlich waren wir nie wirklich viel mehr gewesen, wenn ich mal genauer nachdenke. Wenn überhaupt war nur am Anfang mehr da. Aber das ist schon lange vorbei.“ „Aber in der Zeitung…“, beginnt er. „Man sollte nicht alles glauben was die Presse schreibt…“, funkst du ihm dazwischen. Ungläubig starrt er dich an. „Dann hab ich mich eben wohl wie ein ziemlicher Idiot verhalten…“, gesteht er verlegen ein. „Tut mir leid…“, entschuldigt er sich und kommt einen Schritt näher. „Schon gut…“, verzeihst du ihm und lächelst ihn an. Wieder schaut ihr euch lange an und du spürst die Spannung zwischen euch. „Das heißt also, dass es da keinen festen Freund gibt?“, fragt er nach. „Warum ist das relevant?“, stellst du die Gegenfrage. „Weil ich mich dann wohl doch noch duellieren müsste…“, meint er leise und legt dir eine Hand an die Hüfte. Mit der anderen streicht er dir wieder übers Haar. Leise lachst du. „Nein… kein Freund“, bestätigst du. „Gut…“, murmelt er wenige Momente bevor seine Hand in deinem Nacken liegen bleibt und er dich küsst. In dir scheint etwas zu explodieren und eine wohlige Wärme breitet sich in dir aus. Es ist ein unglaublicher Kuss, doch es noch mehr als das. Es ist ein bereits bekannter Kuss. Die Art wie er dich berührt, wo er dich berührt und wie er dich küsst. Das hast du alles schon mal erlebt. Für eine kleine Sekunde bist du wieder in Hogwarts und wirst von dem Unbekannten in der Nische geküsst. Die Erkenntnis trifft dich wie ein Schlag und du löst dich um ihn anzusehen. „Das warst du… Du hast mich damals in der Nische geküsst…“, sprichst du es laut aus. Ein schelmisches Lachen legt sich auf sein Gesicht. „Du hast wirklich lange gebraucht, um das zu merken“, meint er und gesteht es damit. „Warum hast du es getan? Und warum hast du es mir nie gesagt?“, fragst du sowohl neugierig als auch irgendwie ein wenig verletzt. „Wood hatte dich an dem Tag wo ich dich um ein Date bitten wollte, ebenfalls gefragt und du hast zugesagt, bevor ich meine Frage gestellt hatte. Das er mir zuvor gekommen ist, machte mich wütend und dass du dann auch noch Interesse an ihm hattest ebenfalls. Als du dann sagtest, dass du noch nie jemanden geküsst hast, wollte ich ihm das nicht auch noch überlassen, also hab ich beschlossen deinen ersten Kuss zu stehlen, bevor er es konnte. Nicht ganz fair ich weiß… aber ich konnte einfach nicht anders…“ Wütend darüber dass er so etwas getan hat, schlägst du ihn mit einer Krücke gegens Bein. „Auuu!“, meint er beleidigt, bevor du ihn zu dir ziehst und ihn wieder küsst. „Du bist wirklich der größte und eifersüchtigste Idiot den ich kenne…“, murmelst du als ihr euch wieder löst. Er zuckt nur lächelnd mit den Schultern. „Ich liebe dich eben seit du mich als würdig für deine Freundlichkeit befunden hast…“ Dieses Geständnis überrascht dich für einen Moment. „Ich liebe dich auch…“, gestehst du schließlich, woraufhin ihr euch gleich noch mal küsst.

27.45 % der User hatten die Auswertung: Veränderungen Veränderungen haben zwei Seiten eine positive und eine negative. Manchmal ist das Alte, unveränderliche besser und manchmal das Neue, nie dagewesene. Probieren geht über Studieren. Wage das Neue und hab´ keine Angst. Doch falls du merkst das Alte war besser, behalte es und ändere nichts. Höre auf dein Herz, denn es sagt dir meist das Richtige Es warnt dich, bevor es zu spät ist. Dein Herz macht notfalls einen neuen Menschen aus dir. Und bedenke jede Veränderung, ist auch ein Neuanfang. -Scarlett Dein Name ist Josephine Groganz. Du hast blonde, lange Haare und strahlend blaue Augen. Dazu bist du etwas kleiner als der Durchschnitt. Am Arm hast du eine große, lange Narbe, wie auch sonst hier und da. Vom Beruf bist du Aurorin. Die Story Beginnt im fünften Jahr von Harry und Co. Du hältst dich im Schatten der Nacht und bemühst dich, keinen Laut von dir zu geben. Dort sitzt er. Hinter ihm steht ein Zelt. Vor ihm ein kleines Lagerfeuer. Wie lange hast du nur darauf gewartet ihn wieder zu sehen? Gewartet endlich eine alte Rechnung zu begleichen? Und nun? Nun findest du ihn durch Zufall. Fast wie durch Schicksal. Ein Lächeln kommt dir über die Lippen. Du denkst an die Narbe. Groß und lang streckt sie sich über deinen Oberarm. Das ist sein Werk und nun bekommt er das was er verdient hat. In deiner Lehre hieß es immer zuerst zu analysieren und festzustellen mit wem man es zu tun hat. Aber das hat dich noch nie interessiert. Du machst nur das was dir gefällt und genau das macht dich zu einer guten Aurorin. Für dich gibt es kein Risiko das zu groß ist. Dein Motto ist einfach leben, denn das Leben befolgt keine Regeln, es hat seine eigenen. Und entweder sehen diese Regeln vor, dass du nun stirbst oder eben auch nicht. Das wirst du ja sehen. Angst vorm Tod, hast du keineswegs, am Ende erwartet er euch alle. Ein letztes Mal atmest du tief durch. Dann stürmst du mit erhobenem Zauberstab aus dem Gebüsch. Noch bevor er in irgendeiner Weise reagieren kann, liegt er geschockt am Boden. Zufrieden beugst du dich über ihn. „Lange nicht mehr gesehen, was Scabior?“, fragst du ihn spöttisch. „Fast ein Jahr nicht, wenn ich mich recht entsinne. Naja wie auch immer. Nun sehen wir uns ja. Aber was mach ich mit dir? Keiner weiß, dass ich hier bin. Ich könnte alles mit dir machen… aber nein. Du hast Glück. Ich werde dich einfach hier liegen lassen und dein Schicksal den Gerichten überlassen. Oder? Was wäre dir am liebsten?“ Du änderst den Zauber kurz um, so dass er sein Gesicht wieder frei bewegen kann. „Also was wäre dir am liebsten?“, fragst du erneut. „Mir wäre es am liebsten wenn du verrecken und in der Hölle schmoren würdest!“ „Nicht doch. Kein Grund unhöflich zu werden. Ich werde wohl am besten den Dementoren Bescheid geben. Die können sich dann um dich kümmern.“ Er lacht verbittert. „Das bringt dir bloß nichts.“ „Ach und warum nicht?“ „Weil ich kein Todesser bin. Überzeug dich doch selbst.“ Du verziehst das Gesicht und schaust nach. Tatsächlich hat er kein dunkles Mal. „Das macht keinen Unterschied. Du bist ein Dieb und hast einen Auroren angegriffen. Das reicht für Askaban aus.“ Nun verzieht er das Gesicht. Du versetzt Scabior in einen künstlichen Schlaf und lässt ihn dann draußen liegen, während du das Zelt betrittst. Es ist nicht groß aber für eine Person reicht es schon. Die Einrichtung besteht aus einem Bett, einem Tisch und einem Stuhl. Auf dem Tisch liegen einige Sachen und du durchwühlst sie kurz. Nichts Interessantes. In einem kleinen Geldbeutel befindet sich eine minimale Summe an Knuts und Sickeln. Anscheinend ist er auch noch ein miserabler Dieb… Auf dem Tisch liegt noch sein Zauberstab den du sofort in Verwahrung nimmst. Als du nichts Weiteres im Zelt findest, gehst du wieder heraus und schickst eine Eule an das Ministerium. Dann heißt es warten. Neben dem kleinen Feuer, welches noch immer brennt, ist ein toter Baumstamm. Er ist breit, da der Baum wohl schon sehr alt war. Mit einem leichten Seufzen lässt du dich darauf fallen und starrst gedankenverloren ins Feuer. Du verfällst in ein friedliches Schweigen, während Scabior vor sich hin schlummert. Langsam vergeht die Zeit und das Feuer brennt ab. Es glüht fast nur noch und so langsam geht die Sonne wieder auf. Doch noch immer hast du keinerlei Nachricht vom Ministerium erhalten. Aber warum ist das so? Normaler Weise dauert es nicht so lange, bis man denjenigen abholt und nach Askaban verfrachtet. Nachdenklich starrst du in die Glut. „Wow, ich bin erstaunt. Ich wache auf und befinde mich noch nicht innerhalb von Askabans Mauern. Was ist denn los? Haben dich deine kleinen Freunde etwa vergessen?“, hörst du eine Stimme neben dir. Verdammt… Dein Schlafzauber hat seine Wirkung verloren. Zum Glück hält dein Schock Zauber noch etwas länger. Trotzdem hast du keine Lust dir dumme Kommentare von Scabior anhören zu müssen… „Sei still und genieße dein Glück. Du kannst froh sein, dass die Dementoren noch nicht da sind. Sie würden dir vermutlich umgehend die Seele aus deinem schmierigen, verräterischen Körper saugen!“, giftest du ihn an ohne den Blick von der Glut abzuwenden. Er verstummt tatsächlich. Eine ganze Weile starrt ihr einfach nur vor euch hin und sagt nichts. Doch du wirst ungeduldig. Was dauert das denn so lange! Du stehst auf und läufst auf und ab. Dabei spürst du Scabiors misstrauischen Blick auf dir. Es vergehen mehrere Stunden in denen die Sonne nun mittlerweile hinterm Horizont auftaucht. Das Feuer ist erloschen und nur die Dämmerung bietet euch Licht. Im Boden bilden sich bereits leichte Furchen vom auf und ab laufen, doch noch immer kommt keine Eule aus dem Ministerium… „Verdammt, wo bleiben die denn nur!“, fluchst du leise vor dich hin. Scabior lacht ein kurzes spöttisches Lachen. „Wurdest doch vergessen, was? „Sei still!“, fauchst du ihn an. „Du kannst froh sein! Die meisten anderen würden an deiner Stelle mittlerweile in Askaban sitzen und langsam aber sicher verrückt werden, weil die Dementoren ihnen jegliches Glück aussagen, bevor sie ihn dann nach jahrerlanger Qual endlich das Leben nehmen! Aber erst wenn sie ihm jeden noch so kleinen Tropfen Hoffnung, Frohsinn und Mut genommen haben und sie seit schon sehr langer Zeit um den Tod betteln!“ Scabior wird etwas bleich, lässt sich aber diesmal nicht abschrecken. „Dann können sie lange warten. Ich werde nicht darum betteln! Sie können mir auf ewig alle Hoffnung nehmen und dennoch werde ich nicht aufgeben. Egal was sie machen.“ „Das glaubst du jetzt. Das glauben sie alle, bevor sie nach Askaban kommen. Aber sie wissen ja gar nicht was sie dort alles erwartet… Es ist schlimmer als jede Folter der Welt. Die Dementoren sind kaltblütig und kennen kein Pardon. Sie machen kein Halt - vor gar nichts. Selbst wenn Voldemort Halt macht und ein Fünkchen Gnade erweist indem er ihnen das Leben nimmt, machen die Dementoren weiter. So etwas wie Mitleid kennen sie nicht. Nicht mal annähernd.“ „Klingt als hättest du damit Erfahrung…“, stellt er fest. Du schweigst kurz, während du an die dunkelste Zeit deines Lebens denkst… „Du hast keine Ahnung was ich hab und was nicht. Es gibt Dinge im Leben die sollte man besser für sich behalten.“ Auch er schweigt kurz. „Selbst wenn. Was auch immer die Dementoren machen, mich werden sie nicht bezwingen“, er klingt entschlossen, doch du lachst ihn bitter aus. „Hast du schon mal ein Crutiatus Fluch abbekommen?“ „Nein…“, gibt er zu. „Dann hast du keine Ahnung von Schmerzen.“ Er schaut dich verwundert an, sagt jedoch nichts. Wieder verfallt ihr in Schweigen. Auch wenn es dir in diesem Moment lieber gewesen wäre zu reden… Die Bilder deiner Vergangenheit kommen wieder hoch und quälen dich. Es gab eine Zeit in deinem Leben, die du am liebsten vergessen würdest. Einfach streichen oder vergraben und nie wieder zurückholen. Aber das geht nun mal nicht… Die Rede ist von deiner Kindheit. Bilder blitzen vor deinem inneren Auge auf und erinnern dich wieder … Du bist fünf Jahre alt. Verängstigt und kraftlos sitzt du in der Ecke. Tränen laufen über dein Gesicht. Draußen ist es dunkel. Ein Blitz durchzieht den Himmel und verströmt einen kurzen Lichtschimmer im Raum. Dann der Donner. Ein Donner so laut, dass alles andere zu verstummen scheint. Der Regen prasselt unaufhörlich gegen das Fenster. Außerdem Geräusch hört man nur dein leises Schluchzen. Immer und immer wieder, nur vom Donner unterbrochen. Von unten hörst du nichts. Doch sie haben gerade erst verstummt. Deine Eltern haben sich wieder gestritten, so wie sie es immer tun. Sie haben geflucht und geschrien. Wie es jeden Tag ist… Wenn es soweit ist, läufst du in dein Zimmer und setzt dich in die Ecke, wo du jetzt auch sitzt. Dann weinst du, weil du weißt, was dich erwartet. Weil du weißt, dass es noch nicht vorbei ist, weißt, dass er kommen wird. Tag für Tag wieder. Noch immer fließen Tränen über dein Gesicht, während die Tür brutal aufgerissen wird. Ein großer Mann tritt ein. Sein Hemd ist verschmutzt, die Hälfte hängt vor sich hin, die andere steckt noch in der Hose. Die Krawatte hängt schief und seine Haare sind verwuschelt. Unter dem halbherzig hochgekrempelten Ärmel schimmert das Zeichen mit der Schlange, welche aus einem Totenkopf kommt. Er hat es schon lange. Seit dem du denken kannst, prangt es dort. Damals hattest du noch keine Ahnung was genau es ist, oder wofür es steht, doch du wusstest, dass es mehrere von ihnen gibt. Und dass alle die es haben nur Unheil und Verderben bringen. „Und was ist mit dir du unnützes Miststück! Willst du dich auch gegen ihn stellen?“, pöbelt er dich an und kommt näher. Du schüttelst nur den Kopf, zu verängstigt um etwas anderes zu tun. Wieder ein Blitz der sein Gesicht erhellt und dieses noch unheimlicher erscheinen lässt. Der Schrei einer Eule lässt dich zurück in die Gegenwart kehren. „Na endlich…“, murmelst du verstimmt, als endlich eine Eule erscheint, in ihrem Schnabel ein Brief. Moment mal, nur ein Brief? Da stimmt etwas nicht… Mit einer schlechten Vorahnung, öffnest du den Umschlag. „Liebe Miss Groganz, wir haben die von Ihnen vollzogene Gefangennahme mit Freude zur Kenntnis genommen, jedoch müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir derzeit nicht in der Lage sind, die direkte Schuld des Gefangenen zu beweisen. Aufgrund dessen, dass dieser nicht der Todessergemeinschaft angehört, wird Ihr Anliegen Ihn zu verurteilen und nach Askaban zu schaffen vorerst zurück gestellt. Daher würden wie Sie bitten, den Gefangenen für die nächste Zeit in Gewahrsam zu nehmen, damit wir die entscheidenden Beweise finden können, um ihn dann schnell verurteilen zu können. Dies kann einige Tage dauern. Mit freundlichen Grüßen, Ihr Ministerium.“ Wütend zerknüllst du den Brief und schmeißt ihn in die vom Feuer übrig gebliebenen Asche. Eine Hand stützt du in die Hüfte, während du dir mit der anderen durch die Haare fährst. So ein Mist… In Gewahrsam nehmen… Nette Umschreibung für den Babysitter spielen. Das ist das Letzte worauf du jetzt noch Lust hast. Du brauchst erst mal einen Plan. Also was machst du mit ihm? Du brauchst einen Ort, wo du ihn festhalten kannst. Ministerium? Keine Hilfe. Deine Wohnung? Ganz schlechte Idee. Also eben hier behalten. Du kannst ihn aber auch nicht einfach rumlaufen lassen, also musst du ihn fesseln. Am besten im Zelt und dann noch Zauber drum. Dann brauchst du einige Sachen aus deiner Wohnung, vor allem Kleidung, ein Bett und Lebensmittel. Anscheinend wird das noch etwas länger dauern… Du spürst einen Blick auf dir und weißt sofort, dass er dich wieder beobachtet. „Tja sieht so aus, als hätten wir noch etwas länger das Vergnügen miteinander.“ „Wie erfreulich…“, sagt er mehr als nur sarkastisch. „Halt bloß die Klappe!“ Dann versetzt du ihn wieder in einen festen Schlaf. Mit einem Zauber lässt du ihn ins Zelt schweben und auf den Stuhl setzen. Du musst dringend deine Sachen holen, aber du kannst ihn ja nicht einfach so frei lassen. Am besten ist es ihn an den Stuhl zu fesseln. Aber womit? Du schaust dich um und beschließt, dass sich der Deckenbezug schon mal ganz gut eignet. Darum nimmst du ihn und bindest seinen Oberkörper an der Lehne fest, nachdem du seine Arme nach hinten gemacht hast. Mit dem Kopfkissenbezug, bindest du ihm hinter der Lehne die Arme und Hände zusammen, sodass er sie nicht mehr bewegen können sollte. Doch da du weißt, dass man mit losen Füßen auch noch ne Menge machen kann, willst du diese noch an den einzelnen Stuhlbeinen festmachen. Doch womit? Dir bleibt nicht mehr viel… Dein Blick fällt auf den Schaal um seinen Hals. Naja warum nicht? Du machst ihn ab, während du hoffst, dass er nicht gerade jetzt aufwacht… Tut er aber zum Glück nicht. Ein Bein kannst du also mit seinem Schaal festbinden. Wobei du dich selber fragst, wieso er überhaupt einen Schaal hat… Als du fertig bist, blickst du dich um. Irgendwas brauchst du noch. Du blickst an dir herunter. Wie immer bei Einsätzen trägst du deine Schwarzen Sachen. Sprich eine schwarze Röhrenjeans, die hier und da schon den einen oder andere Riss oder ein Loch hat, dazu ein schwarzes eng anliegendes Top, eine schwarze Jacke und deine robusten Leder Stiefeletten. Vielleicht würden deine Schnürsenkel gehen, doch die Gefahr, dass sie reißen ist dir zu groß. Immerhin sind die Sachen schon etwas älter und abgenutzt. Bleibt wohl nur die Jacke. Wiederwillig ziehst du sie aus und bindest damit seinen anderen Fuß fest. Obwohl es mittlerweile fast Sommer ist, ist es ohne Jacke noch immer ziemlich kühl am Morgen. Darum belegst du das Zelt von innen erst mal mit einem Wärme Zauber. Dann widmest du dich den Schutzzaubern. Von außen legst du einen Zauber um das Zelt, sodass man es nur noch durch den Eingang verlassen kann. Den Eingang belegst du mit einem Abwehrzauber, der bei jedem außer dir reagiert und den Eindringling nicht hereinlässt. Oder eben nicht heraus. Anschließend legst du noch um die Umgebung einige Zauber, die verhindern, dass man euch sehen oder hören kann. Dann gehst du noch kurz los, etwas Feuerholz sammeln, für den Abend. Zuletzt betrittst du noch das Zelt um zu überprüfen, ob noch alles da ist wo es sein soll. Zufrieden stellst du fest, dass dein Schlafzauber noch immer wirkt. Und erst dann apparierst du in deine Wohnung um deine ganzen Sachen zu holen, denn ist mittlerweile bereits Mittag geworden. Seine Sicht: Das erste was er bemerkt, als er aufwacht ist, dass er sich nicht bewegen kann. Als er die Augen aufschlägt merkt er, dass er sich wieder im Zelt befindet. Er sitzt auf dem Stuhl gefesselt mit… Moment mal! Gefesselt mit einem Bettbezug! Was zur Hölle! Er versucht sich zu befreien, aber selbst mit Bettbezug, kann sie gute Knoten machen. So ein Mist aber auch… Selbst die Füße hat sie einzeln festgebunden… Man merkt, dass der paranoide Moody ihr einiges beigebracht hat… In diesem Fall sehr zu seinem Leidwesen. Wie auch immer. Er muss es nur schaffen hier wegzukommen, bevor die Dementoren ihn holen. Aber wie soll er das schaffen? Es herrscht Stille, weshalb er vermutet, dass sie gerade weg ist. Sie kann ihn ja nicht ewig gefesselt lassen, schon gar nicht mit Bettbezug. Er beschließt, dass das seine Möglichkeit ist. Wenn sie den Bettbezug, löst um Seile anzubringen, wird er zuschlagen, ganz einfach. Ein Knall ertönt. Sie ist appariert. Kurzerhand beschließt er, dass seine Chancen größer sind, wenn sie denkt, er schläft noch. Also schließt er seine Augen. Schon im nächsten Moment hört er das Rascheln der Zeltplane. Hoffentlich klappt es… Deine Sicht: Als du das Zelt betrittst, ist noch immer alles so wie es war. Doch irgendwas stimmt nicht, das spürst du. Scabior schläft noch immer… Das kann nicht sein, selbst deine Zauber halten nicht so lange. Du tust so als würde dir nichts auffallen. Den Rucksack den du mitgenommen hast, legst du auf das Bett. Als nächstes holst du die Seile heraus, mit denen du ihn fesseln wirst. Du gehst auf die Rückseite des Stuhls, wo seine Hände sind. Es ist wie du es gedacht hast. Es wurde rumgeruckelt, um die Knoten zu lösen. Er ist also tatsächlich schon wach und tut nur noch so als ob. Du grinst breit und hältst dein Zauberstab gegen seine Schläfe. „Ach, es ist doch echt immer wieder schön für wie dumm man mich hält. Glaubst du ich weiß nicht wie lange so ein Schlafzauber hält? Oder dass ich nicht sehe, dass du versucht hast die Knoten zu lösen? Glaubst du das?“, raunst du ihm ins Ohr. „Ich hatte es gehofft…“, murmelt er, öffnet seine Augen und hebt den Kopf. Er starrt auf den Boden, während du ihn weiterhin von der Seite beobachtest. Du schnaubst verächtlich. „Du bist eben doch wie alle Anderen auch… Todesser hin oder her.“ Seine Miene verfinstert sich, doch er bleibt still. „Petrificus Totalus“, sagst du kalt. Scabior versteift sich. Erst jetzt löst du seine Fesseln und ersetzt sie gegen richtige Seile. Als du fertig bist löst du den Zauber wieder. Du drehst ihm den Rücken zu und willst rausgehen. Mittlerweile ist es schon wieder fast Abend und dein Magen knurrt gewaltig. „Nein. Ich bin nicht wie alle Anderen…“, murmelt Scabior plötzlich. Du stoppst in deiner Bewegung. „Ach nein? Und warum sollte ich das glauben?“ „Weil ich anders bin.“ „Ha! Das werden wir ja noch sehen.“ Du verlässt das Zelt endgültig. Draußen atmest du erst mal tief durch. „Ich glaub hier nach brauch ich erst mal Urlaub…“, murmelst du leise vor dich hin. Du entfachst mit einem Zauber das bereits lange erloschene Feuer wieder und bringst darüber eine Halterung für den Kochtopf an. Den Topf füllst du mit Wasser, welches du erhitzen lässt. In der Zeit, das Wasser langsam warm wird schneidest du die Zutaten für einen Eintopf und machst diesen fertig. Sobald er das ist, nimmst du dir Schüssel und Löffel und isst erst mal. Als dein Hunger gestillt ist, machst du Löffel und Schüssel wieder sauber. Dann nimmst du beides, zusammen mit dem restlichen Eintopf und bringst es ins Zelt. Dort stellst du es unter dem prüfenden Blick von Scabior auf den Tisch. Du füllst die Schüssel mit Eintopf und legst den Löffel rein. „Wenn du schon meinst anders zu sein, kannst du es ja gleich beweisen. Du brauchst gar nicht versuchen, zu fliehen, klar? Wenn du es doch versuchst, wird es Konsequenzen haben!“, drohst du. Dann fängst du an die Seile die ihn halten zu lösen. „Du willst mich wirklich losbinden?“ „Nur zum essen, danach wirst du wieder zusammengeknotet.“ „Glaubst du das ist eine gute Idee?“, fragt er mit einem neckischen Unterton. „Ich befürchte nicht…“, murmelst du leise. Während des Gespräches, hast du bereits seine Beine losgebunden. Du beugst dich weit vor, sodass eure Gesichter sich fast berühren. „Ich warne dich, keine Faxen!“, drohst du noch einmal. Er schaut unberührt in deine Augen. Dann gehst du um ihn herum und bindest seinen Oberkörper vom Stuhl. Jetzt sind nur noch seine Hände gebunden. Du seufzt kurz und bindest nun auch diese los. Sofort springst du etwas zurück und nimmst deinen Zauberstab fest in die Hand. Langsam steht er auf. Du erwartest schon, dass er zum Ausgang stürzt und hast bereits einen Zauber auf den Lippen. Doch er geht einfach nur zum Tisch, nimmt sich die Schüssel und setzt sich wieder. Dann isst er. Er isst einfach seelenruhig den Eintopf, als würdest du nicht existieren. Als er fertig ist stellt er die Schüssel mit dem Löffel auf den Tisch zurück. Dann setzt er sich wieder auf den Stuhl und verschränkt die Hände hinter dem Stuhl, so wie sie liegen müssen, damit du sie zusammen binden kannst. Etwas irritiert tust du dies auch sogleich. Danach bindest du ihn wieder vollständig fest. Es irritiert dich, dass er nicht mal versucht hat zu fliehen. „Ich bin nicht dumm, auch wenn du das vielleicht gerne denkst. Mir ist klar, dass ich nicht mal bis zum Ausgang kommen würde“, sagt er in einem bitteren Ton, während du den letzten Knoten zuziehst. „Gut, dann brauch ich dir das ja nicht noch mal klar machen. Glaub trotzdem nicht, dass ich unvorsichtig werde. Du wirst mir nicht mehr entkommen, egal wie lange ich dich dafür festhalten muss.“ „Scheint als hätte ich bei unserem letzten Treffen einen bleibenden Eindruck hinterlassen, wenn du mich schon nicht mehr gehen lassen möchtest.“ „Das einzige was du hinterlassen hast, ist eine Narbe, welche mich daran erinnert, was für ein Schweinehund du bist.“ „Du hast mich zuerst angegriffen! Ich hab mich nur gewährt!“, protestiert er, während sein Blick sich auf deine Narbe am Oberarm heftet. „Macht letztlich keinen Unterschied.“ Du greifst nach deiner Jacke, welche noch immer auf dem Boden liegt und ziehst sie schnell über. Scabiors Blick heftet sich trotzdem noch an die gleiche Stelle. Schnell verlässt du das Zelt, auch um seinem Blick zu entgehen. Du überprüfst noch einmal deine Schutzzauber, ehe du los gehst um mehr Feuerholz zu holen. Dabei beginnst du über verschiedene Dinge nach zu denken. Wieder und wieder musst du an den Tag denken, an dem du Scabior das erste Mal begegnet bist. Er ist in einem Laden in der Winkelgasse eingebrochen und hat gerade alles Geld an sich gerissen, als du vorbei gekommen bist. Es war reiner Zufall, dass du an dem Tag dort warst. Du hast instinktiv reagiert und einen Zauber auf ihn abgefeuert, wodurch er dich erst bemerkt hat. Danach gab es einen Austausch von Flüchen, wobei du am Arm verletzt wurdest. Er konnte letztlich fliehen, jedoch ohne seine Beute. Danach seid ihr noch drei weitere Male aneinander geraten. Jedes Mal durch einen Zufall, meist wenn du auf jemanden angesetzt warst, der mit ihm zu tun hatte. Und jedes Mal kam es dazu, dass ihr euch Flüche an den Kopf geworfen habt und er geflohen ist. Mit genügend Feuerholz, kehrst du zum Zelt zurück. Es scheint sich nichts verändert zu haben, trotzdem gehst du kontrollweise ins Zelt. Er sitzt noch immer dort, schaut nur kurz auf, um dann wieder auf den Boden zu starren. Zufrieden entfachst du ein neues Feuer, denn allmählich wird es Nacht. Zusammen mit der Dunkelheit kommt auch die Kälte, die du verzweifelt versuchst zu vertreiben. Einige Stunden hältst du es durch wach zu bleiben, doch je später es wird, desto schwerer fällt es dir, bis du schließlich nachgibst und dich entschließt etwas zu schlafen. Du verstärkst die Zauber ums Zelt, bevor du eintrittst. Drin brennt nur noch eine kleine Kerze, welche du zuvor entzündet hast. Scabior sitzt unverändert im Stuhl. Seine Augen sind geschlossen und er scheint zu schlafen. Du musst zugeben, dass es nicht sonderlich bequem aussieht und er dir leid tut. Zwei Nächte in solch einer Position und er kann seinen Nacken vergessen. Du nimmst das Laken vom Bett und legst es als Schutz auf den Boden, darauf kommt das Kissen. Dann weckst du deinen Gefangenen mit einem groben Schubs. Doch es reicht und er wird sofort wach. „Was?“, fragt er etwas verwirrt und verschlafen. Du bindest ihm vom Stuhl los und machst seine Beine frei, damit er aufstehen kann. „Leg dich da hin“, meinst du zu ihm. Er scheint noch nicht richtig zu verstehen, was du von ihm willst. „Na los, steh auf und leg dich da hin.“ Noch immer verwirrt, steht er auf und begibt sich zum angewiesenen Platz. Erst jetzt fällt dir auf, dass er ein ganzes Stück größer ist als du. Schnell ändert sich das, als er sich hinsetzt. Du bindest seine Beine wieder zusammen und befestigst sie dabei am Bettpfosten. Dann löst du den Knoten der seine Arme hinter dem Rücken hält und bindest sie dafür vorne an den vorderen Bettpfosten. Vielleicht nicht sonderlich bequem, aber besser als im Stehen zu schlafen. Du rückst ihm noch das Kissen zurecht, bevor du deine Jacke und die Schuhe ausziehst. Dann legst du dich ins Bett und deckst dich zu. Es ist einen Moment still in dem du seine Atemzüge hören kannst. „Warum hast du mich vom Stuhl her gebracht?“ „Weil du da unten schlafen kannst. Aufm Stuhl eher nicht.“ „Toll, Mitleid von dir. So weit ist es also schon.“ „Freu dich doch einfach.“ Wieder ist es ruhig. „Warum machst du das?“, fragt er und klingt wirklich verwundert. „Ich bin ein Mensch, kein Monster. Glaub es oder lass es sein.“ Seine Sicht: Wieder umhüllt ihn das Schweigen. Ihre Handlung passt nicht zu dem Bild was er von ihr hatte. Die Geste ist zu menschlich, zu freundlich… Zu liebenswert. So sollte sie nicht sein. Sie sollte ihn verabscheuen und leiden lassen, wo sie es nur kann. Wie alle anderen es auch tun würden. Immerhin sind sie Feinde! Da sollte man keine Güte zeigen. Und doch hat sie es getan. Warum? Er kann es nicht verstehen. Sie sagt sie ist ein Mensch kein Monster. Doch warum hat er das Gefühl, dass ihm ein Monster lieber wäre? Natürlich… Einen Menschen kann er nicht so leicht hassen wie ein Monster. Auch wenn ihm natürlich klar ist, dass sie ein Mensch ist. Er sollte sie hassen, immer hin will sie ihn verhaften lassen. Aber kann er wirklich jemanden hassen, der selbst seinen Feinden gegenüber noch Gnade und Menschlichkeit walten lassen kann? Ihm ist klar, dass er das nicht ohne weiteres kann. Selbst wenn er es gerne würde. Es muss schon eine ganze Zeit vergangen sein, in der er seinen Gedanken nach gegangen ist, denn er hört ihren Atem in ruhigen und regelmäßigen Zügen. Sie ist wohl eingeschlafen. Mit wenig Hoffnung auf eine Flucht, schaut er sich den Moment nutzend die Knoten die ihn halten genauer an. Sie sind so kompliziert geknüpft, dass er nicht mal wüsste wie er sie öffnen könnte. Knoten binden kann sie wie es scheint sehr gut. Sie hat sie fest genug gebunden, um ihn an Ort und Stelle zu halten, aber nicht so fest, dass es die Arme abschnüren wird. Wieder ein Punkt der es ihm erschwert sie zu hassen. Sie gibt ein gequältes Geräusch von sich, ehe sie sich im Bett hin und her dreht. Letztlich rollt sie sich an der Kante zusammen, sodass er ihr Gesicht erkennen kann. Die hellen Haare stechen in der Dunkelheit hervor. Es scheint als würden sie im Gegensatz zum Rest im Zelt Licht hervorbringen. Dabei muss er an ihre erste Begegnung denken. Als sie ihn damals in diesem Laden angegriffen hat, erschien sie ihm wie ein wütender Racheengel. Die blonden Haare, die wild ihr Gesicht umrahmten und die Wut die in den strahlenden, blauen Augen loderte. Hätte sie nicht einen Fluch nach dem anderen auf ihn gehetzt, hätte er sie vermutlich als hübsch beschrieben. Würde er wohl noch immer. Ein weiterer Grund der das Hassen schwer macht. Er stützt sich auf seinen Ellbogen, um sie genauer betrachten zu können. Wenn sie schläft, hat sie tatsächlich etwas von einem Engel. Sie wirkt friedlich, als sei sie mit sich und der Welt im Reinen. So ein Gefühl kennt er gar nicht. Seit er denken kann, besteht sein Leben aus einem einzigen Wegrennen. Wovor ist immer verschieden, aber letztlich versucht er auch vor sich selber wegzurennen. Er hat Angst, dass wenn er stehen bleibt und sich den Tatsachen stellt, er bemerken wird, was er alles nicht hat. Er ist Ende zwanzig und hat bisher nichts erreicht. Als Kind hat er davon geträumt einen guten Job zu haben, eine Wohnung und eine Familie. Nichts davon scheint in greifbarer Nähe und sich das einzugestehen macht ihm Angst. Lieber rennt er davon und lässt sich von Leuten wie ihr jagen. Leute wie… verzweifelt versucht er sich zu erinnern, doch tatsächlich weiß er es nicht. Er kennt nicht einmal ihren Namen. Woher denn auch? Es gab ja keine nette Vorstellungsrunde. Natürlich kennt sie seinen Namen, doch wie heißt sie? Missmutig entschließt er sich sie am nächsten Tag unauffällig zu fragen. Wenn er schon Gefangener ist, dann will er wenigstens wissen bei wem… Deine Sicht: Als du erwachst, ist es noch sehr früh. Es kann erst wenige Stunden her sein, dass du dich schlafen gelegt hast. Auch wenn es eigentlich zu wenig Schlaf war, fühlst du dich etwas erholt. Mit einem kurzen Blick vergewisserst du dich, dass Scabior auch noch da ist. Er liegt wie am Abend zuvor neben dem Bett, die Ketten ungelöst. Seine Haare sind zerzaust und die Klamotten zerknittert. Doch sein Atem geht regelmäßig und er wirkt irgendwie friedlich. Es ist das erste Mal, dass du ihm so nah bist, ohne dass ihr euch angreift, oder er von dir betäubt wurde. Es ist auch das erste Mal, dass du ihn genauer anschaust. Würdest du ihn unter anderen Umständen sehen, würdest du vermutlich nichts Schlechtes von ihm denken. Würde er den Dreck entfernen und die Haare nach hinten machen, könnte er sogar ganz gut aussehen. Seine Augen sind graublau, eine Farbe die du gerne magst, da sie etwas Geheimnisvolles ausstrahlen. Moment, du kannst seine Augenfarbe erkennen, das heißt, dass er die Augen auf hat! Erst jetzt realisierst du, dass er wach ist und dich anstarrt. „Fertig gestarrt, Blondie?“, stichelt er und grinst selbstgefällig. Hat er dich wirklich Blondie genannt! „Wollte nur sicher gehen, dass du noch nicht tot bist…“, versuchst du abzulenken. „Klar… und dafür starrst du mich fast zwei Minuten lang an, ohne es zu merken.“ „Wenn du etwas zum Frühstück haben willst, würde ich an deiner Stelle ganz schnell leise sein.“ „Wollt dich ja nur drauf hinweisen, Blondie.“ Da! Er hat es schon wieder gesagt! Du kannst es auf den Tod nicht ab so genannt zu werden. Es stempelt die Leute immer als dumm und oberflächlich ab, wie du findest. Doch du sagst lieber nichts. Wenn er merkt, dass du empfindlich reagierst, wird er es gegen dich verwenden. Schnell stehst du auf. Auch um seinen Blicken zu entgehen. Du ziehst dir deine Jacke wieder über, kontrollierst dass er auch ja nicht abhauen kann und gehst dann hinaus. Leider musst du feststellen, dass es in Strömen regnet. Du bist keine Minute draußen und schon bist du komplett durchnässt, weswegen du schnell wieder hinein gehst. Als er dich sieht, lacht er. „Ist es etwa nass draußen!“ „Klappe, sonst bind ich dich draußen an den nächst besten Baum.“ Sofort vergeht ihm das Lachen, weswegen du lächeln musst. Du ziehst die Jacke wieder aus, doch das bringt nicht viel, denn auch dein Top ist durchnässt. Verdammt noch mal, warum hast du dir nicht gleich Wechselsachen mitgenommen? Von hier drinnen kann man nicht apparieren, das verhindert dein Zauber, aber wieder hinaus möchtest du auch nicht. Zumal du dann noch ein ganzes Stück gehen müsstest, um den Zauberkreis zu verlassen. Wenn du aber die nassen Sachen anbehältst, wirst du dir den Tod holen. Und krank sein, während du auf Scabior aufpassen musst, ist wirklich keine gute Idee. Ihm scheint bewusst zu sein, welch ein Dilemma sich dir bietet. „Lass die Sachen ruhig an, ein krankes Blondchen ist bestimmt leichter zu bewältigen“, stochert er. „Sei still!“ In dem Moment beginnt es draußen zu Donnern. Na toll jetzt ist es ein Gewitter! Kurze Zeit später blitzt es und du fühlst dich in die Vergangenheit versetzt. „Und was ist mit dir du unnützes Miststück! Willst du dich auch gegen ihn stellen?“, pöbelt dein Vater dich an und kommt näher. Du schüttelst nur den Kopf, zu verängstigt um etwas anderes zu tun. Wieder ein Blitz der sein Gesicht erhellt und dieses noch unheimlicher erscheinen lässt. Er reißt dich an den Armen nach oben, was dich aufschreien lässt. „Lügnerin! Du bist genau wie deine Mutter!“ Seine Hand geht in die Höhe und leuchtet im Licht des Blitzes. Voller Furcht schließt du die Augen und versucht die Hände vors Gesicht zu halten, wodurch dich der Schlag am Arm trifft. „Nichts kannst du, du Miststück! Genau wie deine überflüssige Mutter!“ Der nächste Schlag trifft dich an der Rippe und du bekommst für einen Moment keine Luft mehr. Verzweifelt versuchst du an ihm vorbei zu kommen, doch er bekommt deinen Arm zu fassen und wirft dich aufs Bett. „Versuch gar nicht erst wegzulaufen! Das schaffst du eh nicht!“ Natürlich nicht, doch du versuchst es trotzdem wieder und wieder, woraufhin ein Schlag nach dem anderen folgt. Tränen fließen dir übers Gesicht und du betest dafür, dass es endlich vorbei geht. Betest dafür, dass er verschwindet und nie wieder kommt. Erschrocken merkst du, dass dir eine Träne übers Gesicht läuft. Schnell wischt du sie weg, doch Scabior hat sie bereits gesehen. „Alles in Ordnung?“ fragt er und klingt dabei tatsächlich leicht besorgt. „Ja. Es ist nichts. Mach dir also keine Hoffnung…“ Kurz schweigt er und mustert dich. Dann deutet er auf den Beutel von ihm, welchen du in die Ecke geräumt hast. „Da sind trockene Sachen drin. Vielleicht besser als krank zu werden und mich nicht mehr gefangen halten zu können…“, sagt er mit einem bitteren Unterton. Kurz zögerst du, dann gehst du aber schließlich doch zum Beutel. Hervor kommt ein ganzes Outfit zum wechseln. Sogar einigermaßen sauber. Das Shirt in einem dunklen Rot ist dir vermutlich zu groß. Genau wie die Hose, aber es sind zumindest trockene Sachen. Du drehst ihm den Rücken zu und hoffst, dass er dich nicht angafft, bevor du das Top über den Kopf ziehst. Nur in Hose und BH wagst du es nicht dich umzudrehen. Schnell stülpst du das Shirt über. Da es etwas länger ist, hast du auch keine Bedenken dabei schnell die Hose zu wechseln. Es ist ein komisches Gefühl seine Sachen anzuhaben, aber besser als krank zu werden ist es allemal. Als du dich wieder umdrehst, stellst du erstaunt fest, dass er die Augen zu gemacht hat. „Warum hast du die Augen zu?“ „Dachte du willst nicht, dass ich dich halb nackt sehe“, meint er und öffnet die Augen wieder. „Warum hast du nicht gegafft, wie alle anderen es tun würden?“ „Ich hab es dir schon mal gesagt. Weil ich anders bin.“ Einen Moment wirst du nachdenklich und fast, aber nur fast hättest du ihm zugestimmt. Du hängst deine Sachen über den Stuhl, sodass sie trocknen können. Ein Knurren deines Magens weist dich daraufhin, dass ihr noch nichts gegessen habt. Gezielt gehst du an deinen Rucksack und holst etwas Brot, Käse und Wurst hervor. Mit deinem Zauberstab schneidest du vom Brot eine Scheibe ab, die du halb mit Wurst halb mit Käse belegst und dann isst. Scabior beobachtet dich dabei. Erst als du fertig bist, schneidest du zwei weitere Scheiben ab und belegst sie. Den Zauberstab weit aus seiner Reichweite, gehst du zu deinem Gefangenen und löst die Fesseln vom Bett, sodass er sich hinsetzen kann. Dann gibst du ihm die Scheibe Brot so in die Hände, dass er essen kann. Gierig schlingt er das Brot hinunter, woraufhin du ihm die zweite Scheibe gibst. Er wirkt dankbar als er es entgegen nimmt und ebenso schnell verschlingt. Draußen herrscht noch immer das Gewitter. Bei jedem Donner zuckst du unwillkürlich etwas zusammen. Du setzt dich aufs Bett, da der Stuhl ja mit nassen Sachen behangen ist. Im Minuten Takt zuckst du, was Scabior natürlich nicht verborgen bleibt. Doch zunächst sagt er nichts. Aber der Regen hört nicht auf. Unerbittlich prallt er gegen das Zelt und der Donner grummelt vor sich hin. Stundenlang hört es nicht auf. Es muss schon weit nach Mittag sein, als er dich drauf anspricht. „Kannst du das Zucken nicht mal sein lassen? Du weißt doch, dass es gleich donnert…“ „Ich kann das nicht abstellen, find dich damit ab.“ Wieder Donner und wieder ein Zucken. „Warum machst du das denn? Hast du etwa Angst vorm Gewitter?“ Die Frage klingt zwar ironisch, doch sie trifft genau ins Schwarze. Du bist in einem Ort aufgewachsen, wo es fast das ganze Jahr lang geregnet hat und es viele Gewitter gab. Und solange du dich erinnern kannst, hat dich dein Vater bei jedem Gewitter geschlagen. Seit dem hast du immer wenn du den Donner hörst die Erwartung Schläge zu bekommen. „Nicht vorm Gewitter an sich, mehr vor dem was ich damit verbinde. Jeder hat vor irgendwas Angst, also sei einfach still.“ „Was verbindest du denn mit Gewitter?“ Eine Weile überlegst du. „Mit Schmerzen“, sagst du ihm schließlich, ohne zu wissen warum du es ihm anvertraust. Er sitzt still vor dem Bett und schaut zu dir hoch. „Versuch es mal mit heißer Schokolade. Meine Mutter hat früher immer welche gemacht, wenn ich Angst hatte. Hat gut geholfen.“ Das Bild von einer Kindlichen Version von ihm schleicht sich in deinen Kopf, woraufhin du lächeln musst. „Hast du dir als Kind auch schon die Haare gefärbt oder kam das erst in der Zeit wo deine Mama keine Schokolade mehr gemacht hat?“, ärgerst du ihn, auch um dich abzulenken. „Sehr witzig. Das kam danach…“ „Wovor hattest du Angst, dass deine Mutter heiße Schokolade gekocht hat?“, fragst du wirklich interessiert. „Warum sollte ich dir das sagen, Blondie?“ „Weil ich es dir auch gesagt habe“, meinst du genervt über den Spitznamen. „Kein Grund dem Beispiel zu folgen, Blondie.“ „Nenn mich nicht so!“, verlierst du letztlich die Geduld. „Wie? Blondie? Aber du bist nun mal Blond.“ „Und trotzdem habe ich einen Namen, den man benutzen kann!“ „Da bin ich mir ja nicht so sicher!“ „Und ob! Nutz ihn doch einfach und dann bekomm ich auch nicht das Bedürfnis, dich doch draußen fest zu binden.“ Er schweigt und schaut zu Boden. Da wird es dir erst klar. „Du… du kennst meinen Namen nicht?“ Sein Schweigen bestätigt es. „Muss ich wohl in der Vorstellungsrunde überhört haben“, meint er angesäuert. Tatsächlich wird dir klar, dass er ihn gar nicht kennen kann. Woher auch? Sein Name steht im Gegensatz zu deinem auf Fahndungsplakaten. „Josephine… Ich heiße Josephine.“ „Jetzt hab ich immerhin einen Namen zum verfluchen.“ Du lächelst schwach. „Du hast die Frage noch nicht beantwortet. Wovor hattest du früher Angst?“ „Dann lachst du mich nur aus.“ „Werd ich nicht. Also?“ „Ich hatte Angst vorm Dunkeln…“ Ein Grinsen kannst du dir nicht verkneifen. „Dann gab es wohl jeden Abend heiße Schokolade, was?“ „Ach sei still…“ Jetzt musst du doch lachen. Und zu deinem Erstaunen, lächelt er sogar ebenfalls. Auch wenn es nicht so sein sollte, genießt du das Gespräch mit ihm. Es lenkt dich vom Gewitter ab, sodass du es letztlich kaum noch wahrnimmst. Außerdem ist er ein guter Gesprächspartner und ihr lernt euch immer besser kennen. Obwohl dir bewusst ist, dass es nicht gut ist ihn kennen zu lernen. Kennen lernen folgt nämlich oft eine gewisse Sympathie und die solltest du unter keinen Umständen empfinden. Und doch redet ihr den ganzen Tag, bis es spät Abends aufhört zu regnen. Du beschließt heute nicht mehr hinaus zu gehen, sondern dich gleich schlafen zu legen. Auch wenn du es um jeden Preis verhindern wolltest, musst du dir eingestehen, dass du angefangen hast Scabior zu mögen. Erstaunlicher Weise scheint es ihm ähnlich zu gehen. „Hätte nie gedacht, dass ich dich mal für nett halten könnte“, meint er als ihr bereits liegt. „Auroren sind keine Monster.“ „Diebe auch nicht…“ Du drehst dich zur Seite und schaust auf ihn hinab. „Nein du hast Recht. Monster sind Diebe nicht. Todesser hingegen sind es.“ „Deshalb will ich auch nie einer werden.“ „Du hast nicht mal darüber nachgedacht?“ „Doch das natürlich schon. Aber ich bin nicht der Typ dafür. Ein Schlangen Tattoo würde mir nicht stehen“, scherzt er und du musst tatsächlich lachen. Auch wenn es ein schlechter Scherz war. „Nein, das würde nicht zu den roten Strähnen passen“, alberst du rum. „Eben!“ Eine Weile lacht ihr, bevor du wieder ernst wirst. „Schade, dass du ein Dieb bist. Unter anderen Umständen könnte ich dich sogar mögen.“ „Und so magst du mich nicht?“ „Ich sollte es zumindest nicht tun.“ „Und doch tust du es bereits.“ „Ich fürchte, ja“ „Gut. Vielleicht finde ich dich nämlich auch ganz in Ordnung. Abgesehen von dem Teil wo du mich gefesselt gefangen hältst.“ „Sorry, nimm‘s nicht persönlich, ist rein geschäftlich.“ „Ich weiß…“ „Naja… wir sollten schlafen. Gute Nacht, Scabior.“ „Gute Nacht, Josephine.“ Bei der Art wie er deinen Namen sagt, jagt ein Schauer über deinen Rücken. Es ist das erste Mal, dass er dich so nennt und irgendwie hoffst du, dass es nicht das letzte Mal sein wird. In dem Gedanken an euer Gespräch, zauberst du ein kleines Licht, welches das Zelt für die Nacht etwas erhellt. „Danke…“, hörst du ihn noch leise sagen, dann schläfst du mit einem Lächeln im Gesicht ein. Leider ist die Nacht nicht gerade angenehm, denn dich quälen Alpträume von deinem Vater. Du wälzt dich unruhig hin und her, bis du letztlich aus dem Bett fällst. Direkt auf Scabior. Bei dem Sturz werdet ihr beide wach. Erschrocken stellst du fest, dass du genau auf ihm gelandet bist. Da er noch gefesselt ist, kann er sich nicht groß bewegen, weswegen du dich schnell abstützt, um ihn zu entlasten. „Ich ähm, tut mir leid…“, stotterst du peinlich berührt. „Nicht so wild, gibt schlimmeres als eine hübsche Frau auf sich zu haben“ Etwas überrumpelt von seinem Kompliment schaust du ihm in die Augen. „Das war das erste Mal, dass du mir ein Kompliment gemacht hast…“, stellst du laut fest. „Entspricht eben der Wahrheit…“, murmelt er leise, jedoch ohne den Blick abzuwenden. Erst jetzt bemerkst du, dass euch nur wenige Zentimeter trennen. Für einen kurzen Moment bist du versucht ihn zu küssen, kannst dich aber zurück halten. Trotzdem verursacht seine Nähe ein angenehmes Gefühl in dir von dem du weißt, dass es nicht da sein sollte. Schnell bevor dein Kopf sich ausschalten kann, rollst du dich von ihm runter, bleibst aber noch kurz neben ihm liegen. „Alptraum gehabt?“, fragt er und hat dabei wieder diesen besorgten Unterton. „Ja…“ „Wovon hast du denn geträumt?“ Solltest du ihm das wirklich erzählen? Vermutlich nicht, immerhin ist er der Feind. Aber als solchen kannst du ihn in dem Moment einfach nicht sehen. „Meinem Vater…“ „Und dann war es ein Alptraum?“ „Mein Vater war ein Alptraum. Er hat meine Mutter und mich geschlagen, solange ich mich erinnern kann. Als er starb, war es eine Erleichterung für uns…“ „Das tut mir Leid. Ich hab meinen Vater nie kennengelernt. Meine Mutter hat mich alleine groß gezogen.“ „Hat meine im Endeffekt auch. Zumindest hat mein Vater nichts Gutes dazu beigetragen…“ „Bist du deshalb Aurorin geworden?“ Darüber hast du dir noch nie Gedanken gemacht. Könnte dein Vater der Grund gewesen sein? „Ich wollte immer beweisen, dass ich auch alleine klar komme. Dass ich niemanden brauche, für mich selber sorgen und mir niemand den Weg versperren kann. Kann also schon sein, dass mein Vater für diese Einstellung verantwortlich ist.“ „Klingt nach einem großen Ziel. Als Kind wollte ich einfach nur einen Job. Hab mir oft vorgestellt im Ministerium etwas zu machen.“ „Im Ministerium? Welch eine Ironie, dass dich genau dieses sucht…“ „Ja, irgendwie schon. Aber es kann ja nicht jeder seinen Traum leben.“ „Aber jeder hat die Chance es zu versuchen. Und wer weiß, vielleicht bekommst du eines Tages auch eine zweite Chance…“ „Ja, wer weiß…“ Du lächelst ihn an, während ihr einfach nebeneinander auf dem Boden liegt. Ohne es wirklich zu merken, kommt er dir immer näher, bis er plötzlich mit einem Ruck stehen bleibt. Die Fesseln verhindern, dass er dir noch näher kommt. Er lächelt etwas verbittert. „Knoten machen kannst du echt gut…“ „Sie müssen ja auch einen Zweck erfüllen.“ „Schade aber auch…“ Für eine Weile schaut ihr euch nur an. Dies war vermutlich schon der zweite Moment wo ihr euch fast geküsst hättet. Wie konntest du es nur so weit kommen lassen? Vor zwei Tagen hast du ihn noch gehasst und nun küsst du ihn fast? Was ist nur in dich geraten? Die Gedanken rasen in deinem Kopf, bis du letztlich einfach einschläfst. Als du am nächsten Morgen aufwachst, bist du froh, dass er noch immer schläft, denn du hast dich im Schlaf auf seine Schulter gelegt und diese als Kissen missbraucht. Du spürst wie das Blut in deine Wangen schießt und richtest dich schnell auf. Das einzige was dir nicht passieren durfte ist passiert: du magst ihn. Mehr als du dir eingestehen willst und viel mehr als du es solltest. Jetzt brauchst du frische Luft, sonst bekommst du deinen Kopf nicht mehr frei. Leise darauf bedacht Scabior nicht zu wecken, stehst du auf. Kurz überlegst du dir deine eigenen Sachen wieder anzuziehen, entscheidest dich aber dagegen. Das würde nur Lärm machen. So nimmst du einfach nur deinen Zauberstab und gehst hinaus. Die Luft ist noch kühl und die Sonne hüllt den Wald um dich herum in ein orangenes Licht. Man kann förmlich noch den Regen von gestern riechen. Gedanken versunken machst du dich auf den Weg. Wohin weißt du nicht und es ist dir auch egal. Du brauchst einfach etwas Bewegung. Wie konntest du nur zulassen, dass du ihn magst! Völlig in Gedanken versunken bewegst du dich weiter weg vom Lager, als du solltest und verlässt ohne es zu merken die Schutzzauber. Ein Rascheln von Rechts fällt dir gar nicht auf. Das Knacken des Astest kommt dir vor wie ein Geräusch weit entfernt. Und plötzlich, ohne dass du es erwartet hättest, rauscht nur wenige Millimeter neben deinem Kopf ein Fluch vorbei. Erschrocken fährst du herum und zückst deinen Zauberstab. „Kannst du nicht mal zielen!“, mault eine tiefe, raue Stimme, welche du in dem Moment lieber nicht gehört hättest. Mit erhobenen Pranken kommt eine furchterregende Gestalt zum Vorschein, welche dir schon des Öfteren über den Weg gelaufen ist. Nur dass er mittlerweile mehr Monster als Mensch ist. „Greyback…“, zischst du wütend. Hinter ihm kommen zwei weiter Männer zum Vorschein, welche du jedoch noch nie gesehen hast. Dir bleibt auch keine Zeit sie zu mustern, denn die Flüche fliegen dir schlagartig um die Ohren. Verzweifelt versuchst du dich gegen die drei zu wehren, doch nicht nur Greyback ist von ihnen ein guter Kämpfer. Letztlich siehst du keine andere Wahl und beginnst zu laufen. In die Richtung wo das Lager ist. Da kennst du die Umgebung besser und hoffst es zu deinem Vorteil nutzen zu können. Aber leider kommst du nicht so weit, denn einer ihrer Zauber trifft dich und du sackst mit Schmerzen im Bein auf dem Boden zusammen. In Sekundenschnelle haben sie dich umzingelt und richten ihren Zauberstab auf dich. „Du würdest einen schönen Leckerbissen abgeben…“, raunt Greyback dir zu, während ein anderer deinen Kopf nach hinten zieht und deinen Hals offenbart. „Aber das wäre zu einfach.“ Er mustert dich eine Weile und bleibt an deinen Klamotten hängen. „Das sind nicht ihre Sachen. Sie muss in Begleitung sein. Also Leckerchen verrat uns doch mal wo dein Lager ist…“ „Ich bin alleine unterwegs“, versuchst du es. Doch Greyback so nah zu sein, macht sogar dir ein wenig Angst, weswegen deine Stimme leicht zittert. „Lüg mich nicht an, sonst knabber ich vielleicht doch noch ein bisschen. Wo ist dein Lager und wer ist bei dir?“ Du schweigst woraufhin der Kerl hinter dir stärker an den Haaren zieht. Mit einem Aufschrei zuckt dein Kopf nach hinten. „Sei ein liebes Mädchen und zeig es uns. Ansonsten wirst du dir ganz schnell wünschen zu sterben…“ Seine Sicht: Als er erwacht, ist er alleine. Draußen ist alles still. Anscheinend ist sie gerade weg. Oder sie ist unglaublich still, aber das erscheint ihm bei ihr eher unwahrscheinlich. Je länger er so da liegt und sie wohl offensichtlich weg ist, desto nervöser wird er. Normalerweise ist sie nicht so lange weg, nicht einmal zum Holz suchen war sie so lange los. Da stimmt doch irgendwas nicht. Nur kurze Zeit später wird er in dieser Vermutung bestätigt, denn er hört einen lauten Schrei, welcher eindeutig menschlich war. Er versucht sich aufzurichten, doch die Fesseln halten ihn auf dem Boden. Immer stärker versucht er sich zu lösen, doch alles was geschieht ist, dass sich die Seile in seine Handgelenke schnüren und die Haut abreißen. Blut rinnt hervor, doch er achtet gar nicht drauf. Draußen sind plötzlich Stimmen zu hören. „Na geht doch…“, meint eine tiefe Stimme, welche er irgendwo schon mal gehört hat. „Und jetzt Püppchen, hebst du die Schutzzauber auf, damit wir sehen können, wer sich da drin versteckt!“, befiehlt eine andere Stimme, welche er definitiv nicht kennt. „Wird’s bald! Und ja keine Faxen!“, meint eine dritte, als nichts passiert. Es sind also mindestens drei Männer, welche Josephine bedrohen. Wieder versucht er seine Ketten zu lösen, doch da tut sich nichts. Er will ihr helfen, sie beschützen! Aber solange er gefesselt ist, kann er rein gar nichts ausrichten. Mit einem Schwung wird die Zeltwand zur Seite gezogen und Josephine stolpert hinein, gefolgt von einer großen, massigen Gestalt. Greyback, wie er sofort erkennt. Jeder kennt ihn, vermutlich war es seine Stimme die ihm bekannt vor kam. „Ein Gefangener?“, murmelt er erstaunt und greift in Josephines Haare. Mit einem Ruck zieht er sie nach hinten, sodass sie zur Decke starrt. Tränen stehen ihr in den Augen, doch sie gibt tapfer kein Laut von sich. Äußerlich scheint sie nicht verletzt zu sein, doch der Ausdruck in ihren Augen lässt ihn vermuten, dass sie ihr wehgetan haben. So viel Hass und Wut spiegelt sich in ihnen. Schlimmer noch als bei jeder ihrer Begegnungen… „Mach ihn los. Jeder Feind von dir, ist ein Freund von mir…“ Er stößt sie so stark in seine Richtung, dass sie auf den Boden fällt. Mit vor Wut gefletschten Zähnen richtet sie sich wieder auf und geht zu ihm ans Bett. Sie löst zuerst die Knoten an den Füßen, dann beugt sie sich runter um die Hände frei zu machen. Als sie das Blut sieht, stutz sie. Für den Bruchteil einer Sekunde wirft sie ihm einen besorgen Blick zu, den Greyback zum Glück nicht sehen konnte, da sie mit dem Rücken zu ihm steht. Dann ist es geschafft. Seine Hände sind wieder frei. Schnell, bevor sie ihre Hände zurück gezogen hat, greift er danach und drück sie leicht. Greyback scheint auch das nicht mitbekommen zu haben, denn er befiehlt Josephine sich zu entfernen. Langsam steht er auf, unsicher ob seine Beine ihn gleich halten. Immerhin hat er sie länger nicht dauerhaft belastet. Doch er hat Glück und sie halten ihn gleich. „Wir sind uns schon begegnet…“, stellt Greyback fest, während er ihn intensiv mustert. Das Gefühl gefällt ihm nicht, doch er nickt nur. „Scabior.“ Jetzt nickt die Wolfartige Gestalt. „Ich erinnere mich. Doyle!“ Eine unscheinbare Gestalt erscheint im Zelt und mustert ihn. „Scabior, Doyle. Er wird wohl erst mal mit uns kommen. War ihr Gefangener. Fessel sie und leg sie aufs Bett. Am besten verpasst du ihr auch noch einen Knebel, dann kann sie nicht rumschreien.“ Damit verlässt Greyback das Zelt. Doyle bedroht sie mit seinem Zauberstab und drückt sie in seine Richtung zum Bett. Ihrem Blick nach zu urteilen, überlegt sie gerade, ob sie ihm eine überziehen und weglaufen soll. Aber ihr müsste klar sein, dass sie mit Greyback vor der Tür nicht weit kommen wird. Doyle nimmt die Seile vom Boden und beginnt ihre Hände zusammen zu binden. Dabei scheint er besonders wert darauf zu legen sie zu verletzten, denn er schnürt die Seile so eng, dass sie sich bereits in ihre Haut schnüren. Nur schwer kann er mit ansehen, wie sie Schmerzen hat. Doch natürlich zeigt sie das nicht. Er beißt die Zähne zusammen und reibt sich die blutigen Handgelenke, um nicht auf den Kerl los zugehen. Verdammt was ist nur mit ihm los? Erst das heute Nacht und jetzt will er schon auf ihren Peiniger losgehen… Er muss sich wirklich mehr beherrschen. Als Josephine komplett gefesselt ist, schiebt er sie aufs Bett, sodass sie hilflos vor ihm liegt. Dann greift er in die Tasche und holt ein dreckiges Tuch hervor, welches er zusammen knüllt. „Wenn du auch nur die Anstalt machst mir das Ding da in den Mund zu schieben, beiß ich dir deine verdammte Hand ab!“, droht sie ihm. Erstaunlicher Weise scheint er ihr zu glauben. „Ein Mucks und du bekommst das ins Maul!“, droht er ihr wiederrum. „Komm mit, dann stellen wir dir Rumforth vor“, meint Doyle zu ihm und geht vor. Als er aus dem Zelt raus ist, blickt er Josephine wehleidig an. Sie sagt nichts und starrt stur an die Decke. Nur langsam folgt er ihm hinaus. Draußen lernt er das letzte Mitglied kennen, welches genauso wenig helle wirkt wie Doyle. Während sie alle anfangen über das weitere Vorgehen zu reden, zählt für ihn nur, wie er Josephine helfen kann. Auch wenn dies ebenfalls das letzte sein sollte, was er tun will. Es fällt am frühen Abend die Entscheidung, dass die Truppe erst einmal hier im Lager bleiben wird und in einer halben Woche weiter zieht. Bis dahin wird er auf jeden Fall dabei bleiben, sobald sie weiter ziehen, hat er die Wahl ob er mitgeht. Bis zum letzten Abend äußert er sich nicht dazu. Die ganze Zeit über muss er mit ansehen, wie sie Josephine schlecht behandeln, doch er kann nicht anders. Für den Plan den er gemacht hat, ist es notwendig, dass die anderen ihm vertrauen. Sie müssen ihn für einen von ihnen halten. Es ist schon spät und Greyback und Doyle sind noch einmal los Feuerholz sammeln, damit das Feuer über die Nacht hält. Rumforth sitzt am Feuer und stochert gelangweilt am Rand. „Ich seh‘ noch mal ob sie noch lebt…“, murmelt er und wie erwartet wiederspricht Rumforth ihm nicht. Als er das Zelt betritt, richtet sich ihr Blick auf ihn. Ihre Augen verengen sich und er kann die Wut und Frustration sehen. „Komm, wir müssen kurz raus.“ „Warum? Weshalb sollte ich freiwillig mitkommen?“ „Weil ich nicht hier mit dir reden kann. Rumforth kann uns noch hören“, flüstert er ihr zu, während er sich vors Bett stellt, auf dem sie liegt. Misstrauisch beäugt sie ihn. „Wir sagen du musst mal. Es ist wichtig. Vertrau mir, nur dieses eine Mal…“ „Bitte…“, hängt er an, als sie nichts sagt. Erst dann nickt sie. Er greift ihren Arm und hilft ihr sich auf zusetzten. Dabei merkt er, dass sie zittert und ganz kalt ist. Sie sieht auch sonst nicht wirklich gut aus. Diverse blaue Flecken zeugen von der Misshandlung welcher sie ausgesetzt war. Langsam kommt sie auf die Füße. Er spürt genau wie unsicher sie auf den Beinen ist. Er packt ihren Arm um den Anschein zu erwecken, dass er sie vom weglaufen hindert. Tatsächlich versucht er sie aber eher zu stützen. Gemeinsam gehen sie hinaus, was Rumforths Blick auf sich zieht. „Sie muss. Ich mach das schon. Gleich wieder da.“ „Na gut. Schade, der Anblick war es immer wert mitzugehen.“ Ekel steigt in ihm auf. Wieder wird ihm bewusst, was sie wirklich ertragen musste. Deine Sicht: Gedemütigt gehst du weiter, seine Hand immer an deinem Arm. Doch erstaunlicher Weise ist es kein brutaler oder fester Griff. Ohne Probleme könntest du dich losreißen. Nur was würde es bringen? Greyback würde dich schnell finden. Du brauchst einen Zauberstab, um entkommen zu können. Scabior führt dich weit genug weg, dass man euch nicht mehr hören und sehen kann, aber ihr doch noch in der Nähe sind. „Was willst du jetzt von mir?“ „Ich will dir helfen. Morgen ziehen wir weiter. Das Chaos beim Auf- und Abbauen bietet dir die Gelegenheit abzuhauen. Wir machen das so…“ „Warte! DU willst MIR helfen zu fliehen? Warum solltest du das tun?“ „Weil du es nicht verdient hast so behandelt zu werden. Wenn das so weiter geht, endest du noch wirklich als Greybacks Mitternachtssnack.“ „Warum hilfst du mir wirklich? Es kann dir doch egal sein, wenn ich als Snack ende.“ „Ist es mir aber nun mal nicht!“ Er muss sich offensichtlich beherrschen, damit er nicht laut wird. „Sollte es dir aber sein!“, zischst du ihm zu. Dabei spürst du wie sich dein Magen zusammen zieht. Und zwar nicht weil du Hunger hast. Es ist diese Gewissheit ihn mit voller Absicht von dir wegzustoßen, die es verursacht. Dein Herz sagt dir, dass du ihm vertrauen sollst, doch dein Kopf hat zu viel Negatives zu erwidern. „Ich sollte dir egal sein…“, fügst du leise an. Ohne dass du es gemerkt hast, ist er näher gekommen. „Bist du aber nicht…“, flüstert er so leise, dass du es kaum hörst. „Wir haben keine Zeit mehr…“ In aller Kürze erklärt er dir was der Plan ist und wie ihr ihn umsetzten werdet. Dabei geht er zu deinem Leid wieder auf Abstand. Schnell ist alles geklärt und er führt dich zurück ins Lager. Dort treffen in dem Moment auch Greyback und Doyle ein. Bepackt mit Holz. „Was hast du mit ihr vor?“, fragt Greybacks donnernde Stimme. „Nichts. Sie musste mal. Bring sie zurück ins Zelt.“ Zufrieden nickt er, bevor Scabior dich zurück ins Zelt schiebt. Sanft hilft er dir dich aufs Bett zu setzten, was mit gefesselten Händen gar nicht so leicht ist. Für einen kurzen Moment seid ihr euch dabei wieder ganz nah. Du kannst seinen Atem auf deiner Haut spüren und versinkst in dem Wunsch ihn zu berühren. Dass er seine Hand an deine Wange legt, macht es nur noch schlimmer. „Bald ist das vorbei…“, flüstert er dir ins Ohr, bevor er sich entfernt. Er wirft dir einen letzten Blick zu, bevor er das Zelt verlässt. Leicht am verzweifeln, lässt du dich zurück aufs Bett fallen. Warum? Wie konnte es nur passieren? Warum musst du dich ausgerechnet in ihn verlieben? Du kannst es nicht mehr bestreiten. Es zu leugnen, wäre sinnlos, denn du hast eindeutig Gefühle für ihn entwickelt. Zu deinem Bedauern scheint es ihm auch noch ähnlich zu gehen… Jedenfalls verhält er sich so. Das darf einfach nicht wahr sein… Dir ist klar, dass ein solches Verhältnis nicht gut enden kann. Ihr habt keine Chance zusammen zu sein. Weder jetzt, noch in Zukunft… Frustriert drehst du dich auf die Seite. Eine Träne fließt über dein Gesicht. Warum er? Wieder und wieder fragst du dich das, bis du letztlich eingeschlafen bist. Geweckt wirst du durch einen Schlag ins Gesicht. Doyle steht vor dem Bett und schaut dich widerlich grinsend an. „Aufwachen, Püppchen! Die Reise geht weiter!“ Am liebsten würdest du ihm ins Gesicht spucken, doch du verkneifst es dir. Im Hintergrund erscheint Scabior. Er beginnt nach und nach die Sachen im Zelt zusammen zu packen. Dabei wirft er dir einen kurzen Blick zu. Nicht lange genug, um bemerkt zu werden und doch lange genug um dir Hoffnung zu geben. Doyle führt dich nach draußen, wobei er beabsichtigt stark deinen Arm hält. Ein Seil wird an deinen Fesseln geknotet, woran sie dich nur zwanzig Minuten später beginnen mit zu ziehen. Während des Marsches haben sie dir sogar einen Knebel verpasst, welcher sich schmerzhaft in die Mundwinkel bohrt. Ununterbrochen lauft ihr den ganzen Tag. Als ihr am Abend endlich einen geeigneten Platz gefunden habt, bist nicht nur du erschöpft. Auch Doyle und Rumforth sind sichtlich fertig. Scabior wirkt noch einigermaßen fit, genau wie Greyback, welcher nach wie vor den Ton angibt. Sie setzten dich an einen Baum, die Hände hinter dem Rücken. So haben sie dich im Blick, wie Greyback es sagt. Doyle wird losgeschickt, um Feuerholz zu holen. Du beobachtest dabei genau, wie Scabior ihn kurz aufhält. Er redet nur wenige Worte mit ihm, doch als Doyle geht, kannst du erkennen, wie Scabior plötzlich ein kleines Jagdmesser in der Hand hat. Vielleicht ist er doch kein so schlechter Dieb. Er steckt es so weg, dass man es nicht mehr sieht. Rumforth wird los geschickt, um die Gegend zu erkunden und Schutzzauber zu errichten, bleiben also neben dir noch Scabior und Greyback über. Während Greyback das Zelt beginnt aufzurichten, soll Scabior eine Feuerstelle herrichten. Dafür sammelt er einige Steine und Äste. Als er einen großen Stein findet, nimmt er ihn heimlich mit in deine Richtung. In einem Moment in dem Greyback es nicht sieht, holt er schnell das Messer raus und steckt es dir zu. Sofort beginnst du die Seile hinter deinem Rücken zu zerschneiden. Den Stein platziert er in deiner Reichweite sodass man ihn noch sehen kann. Wie zu erwarten ist Greyback schnell fertig mit dem Zelt, während Scabior noch am aufbauen ist. Schnell suchst du Scabiors Blick und zwinkerst ihm einmal zu, um zu zeigen, dass das Seil durch ist und deine Hände damit frei. „Ich brauche noch einen weiteren Stein, kannst du mir den dahinten holen?“, fragt er Greyback, was dein Stichwort ist. Du hast nur diese eine Chance, die musst du nutzen. Der Riese grummelt etwas, begibt sich aber in deine Richtung. Gerade als er sich bückt um den Stein aufzuheben, reißt du deine Hände hervor, ergreifst den Stein und ziehst ihn dem überraschten Greyback über. Trotz mangelnder Nahrung und deiner Unsicherheit, reicht der Schlag aus, um ihn zu Boden zu bringen. Schnell schlägst du ein zweites Mal zu, woraufhin er das Bewusstsein verliert. Das war‘s. Es ist geschafft, du bist frei… Langsam erhebst du dich, wobei du dich am Baum hinter dir abstützen musst. Scabior kommt auf dich zu und dreht für dich Greyback so, dass du deinen Zauberstab aus seiner Jacke holen kannst. Ihn wieder in der Hand zu haben, ist ein unglaubliches Gefühl. Schnell geht ihr einen Schritt von Greyback weg. „Du hast es geschafft. Jetzt musst du nur noch mich umhauen und fliehen.“ Bei dem Gedanken ihm weh zu tun, zieht sich dein Magen zusammen. „Ich hätte es nicht ohne deine Hilfe geschafft.“ „Doch, da bin ich mir sicher. Vielleicht nicht ganz so schnell… Na los lass es uns hinter uns bringen, bevor die anderen zurück kommen.“ Traurig nickst du. „Leg dich am besten schon mal auf den Boden, dann bekommst du einen Schlafzauber.“ Bedrückt setzt er sich auf den Boden. Du kniest dich neben ihm. „Ich wollte dir noch danken. Für alles was du getan hast. Obwohl du mich hassen müsstest.“ „Ich hasse dich nicht. Das solltest du langsam verstanden haben.“ „Ja, das hab ich. Du meintest vor einiger Zeit, dass du anders bist. Ich wollte dir damals nicht glauben. Aber du solltest wissen, dass ich es jetzt verstehe. Du bist anders als alle anderen die mir bisher begegnet sind.“ „Das klingt als wäre es ein Abschied ohne Wiedersehen…“ „Vielleicht ist es das. Ich weiß es nicht.“ „Ich glaube nicht. Irgendwann sehen wir uns wieder. Zumindest hoffe ich das.“ „Ich hoffe es auch…“, gestehst du und lächelst ihn schwach an. „Bring zum nächsten Treffen meine Sachen mit, ich will das Shirt wiederhaben“, scherzt er. Lachend wird dir bewusst, dass du ja noch immer seine Sachen trägst. „Dann müssen wir uns ja noch mal sehen. Bis zum nächsten Treffen, würde ich mal sagen.“ „Bis zum nächsten Mal, Josephine…“ Dich trennen nur wenige Zentimeter von ihm, als du deinen Zauberstab rausholst. Er streicht dir eine Strähne hinters Ohr und lächelt dich liebevoll an. Eine Träne bahnt sich ihren Weg, während der Schlafzauber bereits auf deiner Zunge liegt. Ohne Vorwarnung liegt seine Hand mit einem Mal in deinem Nacken und zieht dich zu sich, bis sich eure Lippen treffen. Es ist wie ein Feuerwerk und dein Magen überschlägt sich regelrecht. Ihr küsst euch immer Leidenschaftlicher, bis der Schlafzauber mit einem Mal seine Wirkung zu entfalten beginnt und er müde wird. Du beugst dich vor, während er weiter nach hinten sackt nur um seine Lippen weiter auf deinen zu spüren. Schließlich liegt er vor dir auf den Boden, in einen tiefen Schlaf versetzt. Die Träne fällt auf sein Gesicht. Schnell wischt du sie weg, dann stehst du auf und beginnst zu laufen. Du weißt nicht mal wohin du rennst, Hauptsache weg. Weder Doyle noch Rumforth kommen dir in den Weg. Vermutlich eher zu ihrem Glück als zu deinem. Mit deinem Zauberstab bewaffnet hätten sie alleine keine Chance gegen dich. Nicht mit all der Wut auf sie in dir. Als du endlich stehen bleibst, ist alles schwarz um dich herum. Die Bäume verdecken mit ihren Ästen den Himmel und machen es schwer auch nur irgendwas zu erkennen. Du weißt nicht wie weit du gelaufen bist, aber es sollte weit genug gewesen sein, um aus allen Begrenzungen heraus zu kommen. Daher beschließt du es mit apparieren zu versuchen. Tatsächlich funktioniert es und du landest Sekunden später mitten im Ministerium, genau vor den Füßen von Kingsley und Moody. Sie schauen dich einen Moment verwundert und überrascht an, bevor dein Körper vor Erschöpfung zusammen bricht und es um dich herum schwarz wird. Als du wieder erwachst, liegst du in deiner Wohnung. Moody sitzt etwas entfernt auf einem Stuhl und mustert dich. „Auch endlich wach. Hab dir Brot gemacht…“ Er deutet auf den Nachttisch auf dem tatsächlich belegte Brote liegen. Hungrig greifst du danach und isst sie schnell auf. Als nächstes reicht er dir eine Flasche Wasser, welche du mit einem Schluck halb leer trinkst. „So jetzt die Geschichte. Was ist passiert?“ Zögerlich beginnst du ihm alles zu erzählen. Dabei lässt du bewusst den Teil aus, bei dem du dich in Scabior verliebt hast. Ebenso fällt der Kuss unter den Tisch. Ansonsten würde Moody dich wohl gleich wegsperren lassen. Doch du erwähnst, dass er dir zur Flucht geholfen hat, allein schon weil ihn das in ein besseres Licht rückt. Moody greift alles auf, um es später an das Ministerium weiter zu leiten. Zum Glück fragt er dich anschließend nicht weiter nach Scabior, wofür du sehr dankbar bist. Du bekommst eine Weile frei, in der du dich schnell erholst. Danach setzt man dich nur noch auf bestimmte Aufträge an, die du nicht im Alleingang bewältigen kannst. So bekommst du keine Gelegenheit nach Scabior zu suchen. Die Sachen die du von ihm hast, nutzt du mittlerweile als Arbeitskleidung, wobei du unter dem Shirt immer noch eins deiner Tops trägst. Viel Zeit verstreicht und das Ministerium beginnt sich zu wandeln. Mehr und mehr Anhänger des dunklen Lords kommen an die Macht, sodass du dich letztlich gezwungen siehst zu fliehen. Dein Name wird in den Zeitungen mit einem recht hohen Kopfgeld versehen, weshalb du dich an abgelegene, einsame Orte begibst in der Hoffnung, dass dich dort keiner findet. Und doch hast du zugleich die Hoffnung, dass er dich schon findet. Wie du gehört hast, arbeitet er nun für das Ministerium als Greifer. Doch er findet dich nicht. Wie auch sonst keiner. Frustriert lässt du die Zeit verstreichen, während du immer weiter reist. Du sehnst dich nach ihm. Mehr als dir lieb ist. Vor allem in der Anfangszeit hast du dauerhaft an ihn und besonders an den Kuss gedacht. Noch immer macht dein Magen Sprünge, wenn du daran denkst. So als sei es gerade erst passiert. Es scheint ein Tag wie jeder andere zu werden, als dich plötzlich Shacklebolt Patronus erscheint und dich zur Schlacht nach Hogwarts ruft. Ohne zu zögern packst du deinen Zauberstab und apparierst wie angewiesen nach Hogsmeade. Viele andere Menschen sind ebenfalls dort und du folgst dem Menschenstrom. Über einen Geheimgang gelangt ihr in den Raum der Wünsche, welchen du zu deiner Schulzeit nie gesehen hast. Im Raum versammeln sich immer mehr Menschen. Unter ihnen sind auch noch viele, die gerade erst ihren Abschluss gemacht haben, aber auch einige die du von früher kennst und als Auroren identifizierst. Die Kampferfahrung ist daher in einem ausgeglichenen Maße einzuschätzen. Wieder in deiner alten Schule zu sein, ist ein komisches Gefühl. Besonders angesichts dessen was euch alle erwartet. Mit einem mulmigen Gefühl verlässt du den Raum, als die Zeit gekommen ist. Noch steht der Schutzwall, aber euch allen ist klar, dass dies nicht mehr lange so sein wird. Wenn der Wall fällt, beginnt der Kampf. Mit einigen Schülern begibst du dich an den Rand der Brücke. Gemeinsam präpariert ihr sie, sodass ihr sie sprengen könnt. Der Gedanke auf diese Weise Menschen zu töten gefällt dir nicht. Aber dass Menschen sterben werden, ist eine Gewissheit. Wenn auch eine traurige… Dann ist es soweit. Zusammen mit zwei oder drei anderen, wartest du am Ende der Brücke auf Neville. Er ist derjenige, der alles in Gang bringt. Der Schutzwall fällt und ihr macht euch bereit. Neville ist schon von weitem zu erkennen. Doch als du siehst wer ihm in vorderster Reihe folgt, stockt dir der Atem. Mit vielem hättest du gerechnet, aber nicht mit Scabior… Du hättest erwartet, dass er sich aus der Schlacht raus hält. Gegen den dunklen Lord zu kämpft, hättest du nicht von ihm erwartet, aber dass er für ihn kämpft eben sowenig. Schmerzhaft zieht sich deine Brust zusammen, als du den ersten Sprengsatz explodieren siehst. Du kannst förmlich sehen wie ihm bewusst wird, was ihm bevor steht. Traurig schiebst du dich nach hinten, was dir den einen oder anderen Blick einbringt. Doch als sie dir Tränen in deinen Augen sehen, wenden sie sich wieder ab. „Jeder Einzelne davon hat sein Schicksal selbst gewählt. Verschwende nicht deine Tränen, später wirst du sie für andere brauchen“, meint ein Mädchen zu dir. Du hast sie noch nie zuvor gesehen und doch versucht sie dir Ratschläge zu erteilen? Am liebsten hättest du etwas erwidert, doch du hältst dich zurück. Es ist besser wenn alle glauben der Tod im Allgemeinen würde dich treffen. Die Brücke bricht. Alle die weiter hinten waren fallen schon, während sie vorne noch rennen. Auch Scabior rennt noch, blanke Panik in seinen Augen. Du kannst nicht anders als den Blick abzuwenden, als auch ihm der Boden unter den Füßen zusammen bricht. Neville schafft es als einziger und auch das nur ganz knapp. Eine Träne fließt über deine Wange. Schnell wischt du sie weg. Du musst dem Mädchen Recht geben. Auch er hat sein Schicksal selber gewählt. Schnell wendest du dich ab. Man braucht dich jetzt an anderen Stellen. Vor zu gehen und nach seiner Leiche zu suchen, würde dir nichts bringen. Nur weitere Schmerzen. Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt, um zu trauern. Jetzt musst du handeln. Seine Sicht: Schmerzen durchziehen seine Arme, doch er hält sich weiter fest. Er hatte unglaubliches Glück. Als die Brücke zusammen gefallen ist, konnte er sich an einem der Stützpfeiler halten, welcher nicht nachgegeben hat. Mühsam zieht er sich hoch. Es dauert eine ganze Weile, aber letztlich hat er wieder festen Boden unter den Füßen. Schwer atmend kommt er auf die Beine. Worauf hat er sich nur eingelassen? Her zu kommen war ein Fehler. Er will das alles nicht, so etwas hatte er nie gewollt. Wieso ist er nur mitgegangen? Verzweiflung macht sich in ihm breit und er fasst den Entschluss so schnell wie Möglich zu verschwinden. Nur wo kommt er hier raus? Die Brücke ist ja keine Option mehr… Er kämpft sich auf die Beine und versucht sich zu erinnern, ob es noch einen Ausgang gab. Einen, den sie nicht besetzt oder verschlossen haben. Doch da gibt es keinen. Jedenfalls keinen den er noch kennt. Überall werden Todesser sein. Keiner von denen wird ihn einfach gehen lassen. Er ist also auf sich alleine gestellt. Egal wem er begegnet, sie werden sich gegen ihn stellen. Todesser sobald sie merken, dass er abhauen will, alle anderen weil sie ihn für einen Todesser halten. Er muss ein Versteck innerhalb des Schlosses finden in dem er sicher bleiben kann. Dort wird er warten, bis alles vorbei ist, egal wie es ausgeht. Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, wird er die nächste Gelegenheit nutzen, um zu fliehen. Wohin ist ihm noch nicht klar, aber das ist in dem Moment auch nicht wichtig. Jetzt zählt einfach nur ein Versteck zu finden und das ganze zu überleben. Eine ganze Weile irrt er umher. Einige Schüler rennen an ihm vorbei. Jedesmal greifen sie zur Waffe, doch keiner feuert. Misstrauisch beäugen sie ihn, doch sie scheinen in ihm keine Bedrohung zu sehen. Zu seinem Glück… Vermutlich erkennt ihn einfach keiner, was in dieser Situation wirklich praktisch ist. Schließlich findet er eine Nische. Groß genug für drei Personen, aber trotzdem so versteckt, dass man sie nicht sofort sieht. Die Wand scheint noch gut in Takt und stabil zu sein, weswegen er beschließt zu bleiben. Viele Gestalten kann er von dieser Perspektive aus sehen. Sie rennen durch den Gang vor ihm, feuern Flüche ab oder rennen einfach nur vorbei. Doch mit einem Mal ändert sich die Situation. Direkt vor ihm entfacht ein Kampf zwischen drei Todessern und einem Gegner. Er kann nicht sehen wen sie angreifen, er sieht nur die drei Männer, die wild Flüche abfeuern. Einer geht zu Boden, doch die anderen zwei feuern weiter. Gequält von dem Gedanken jemanden nicht zu helfen, zieht er seinen Zauberstab. Doch in dem Moment wo er hervorkommen und helfen will, wendet sich das Blatt. Wie ein Wirbelsturm fliegen die Flüche zurück. Ein weiterer Angreifer wird ausgeschaltet und es steht eins zu eins. Bevor er sich versieht, liegt auch dieser am Boden. Eine kleine Gestalt mit blonden Haaren tritt vor und beugt sich über den am Boden liegenden Körper. An ihrem Arm prankt eine große Narbe, die er unter jeden Umständen wiedererkannt hätte. Sofort beginnt sein Herz wild zu schlagen und er reagiert intuitiv. Deine Sicht: Du hast es geschafft. Auch wenn sie in der Überzahl waren, konntest du dich erfolgreich verteidigen. Getötet hast du sie natürlich nicht, dann wärst du nicht besser als sie. Aber der Zauber den du verwendet hast, würde selbst einen Elefanten für einen ganzen Tag umhauen. Mit einem Mal zerrt dich jemand an deinem Arm nach hinten. Bevor du auch nur an einen Spruch denken kannst, küsst dich jemand. Nur ganz kurz und doch voller Verlangen. Perplex stellst du fest, dass es Scabior ist. Gemeinsam steht ihr in einer Nische und starrt euch an. Dein Mund klappt auf. Auch wenn du dich freust, dass er noch lebt, erinnert dich dein Gehirn ganz schnell daran, dass er auf der falschen Seite steht. „Ich dachte du bist tot…“, flüsterst du, bevor du es verhindern kannst. „So leicht kriegt man mich nicht… Ich bin froh, dass es dir gut geht…“ Er legt dir eine Hand auf die Wange und streicht mit dem Daumen drüber. Es ist ein gutes Gefühl und doch zwingst du dich zurück zu weichen. Verletzt und verwirrt schaut er dich an. „Du magst vielleicht kein Todesser sein, aber du hast dich auf ihre Seite gestellt und entschieden für sich und gegen uns zu kämpfen. Damit bist du nicht besser als sie.“ „Was? Nein, das stimmt nicht! Ich bin nicht wie sie! Ich bin…“ „Anders? Das hast du schon damals behauptet. Als du mich befreit hast, hab ich dir das sogar geglaubt. Heute hast du mich vom Gegenteil überzeugt.“ „Josephine… Bitte… Glaub mir, ich wollte sowas wie diesen Krieg nicht. Was ich will… das bist du… Lass uns von hier verschwinden, gemeinsam. Gib mir die Chance dir endgültig zu beweisen wer ich bin!“ „Ich weiß wer du bist. Aber offensichtlich kennst du mich noch nicht. Glaubst du wirklich ich könnte jetzt gehen? Meine Freunde einfach im Stich lassen, nur um mir ein schönes Leben zu machen? Du solltest es besser wissen.“ „Ich weiß es besser. Aber ich hatte gehofft dich trotzdem umstimmen zu können.“ „Das würde keiner können. Leb wohl…“ „Sehen wir uns denn nicht wieder?“ „Ich weiß es nicht. Das wird sich in der Zukunft zeigen.“ „Ich werde auf den Tag warten…“ „Wirst du nicht. Du wirst dein Leben genau wie ich einfach weiter leben.“ „Scheiß Realistin…“ Du musst leicht lächeln. Sogar in solch einer Lage kann er dich zum Lächeln bringen. Ein letztes Mal beugst du dich vor und küsst ihn. Dann lächelst du ihn traurig an und gehst. Dabei hoffst du sehnlichst ihn wieder zu sehen. Doch das sollte noch eine ganze Weile dauern. Bis zur letzten Minute kämpfst du verzweifelt weiter. Und am Ende hat es sich gelohnt, denn ihr habt gewonnen. Kurz lässt du in der großen Halle die größten Wunden grob behandeln, bevor du zurück zu der Nische läufst. Doch er ist nicht mehr dort. Wie zu erwarten. Trotzdem hattest du irgendwo gehofft, dass er dort auf dich warten würde. Fast ein ganzes Jahr vergeht. Du arbeitest erneut fürs Ministerium, welches wieder wie früher fungiert. Diverse Todesser werden von dir hinter Gitter gebracht, doch von Scabior hörst du nichts. Du erstellst gerade einen neuen Arbeitsplan mit einer Kollegin, als dich jemand von der Seite anspricht. „Können Sie mir sagen, wie ich zum Büro für Strafverfolgung komme?“ In Gedanken versunken nickst du, schaust aber nicht auf. „Zwei Stockwerke runter, den Gang links und die vierte Tür rechts…“, murmelst du als Antwort und deutest in Richtung der Aufzüge. Doch die Person bewegt sich nicht. „Ich muss los, wir besprechen den Rest morgen“, verabschiedet sich deine Kollegin. Wieder nickst du nur. Hinter dir räuspert sich der Mann, welcher wohl noch immer nicht gegangen ist. „Noch was?“, fragst du und richtest dich auf. Dabei schaust du ihn an. Es dauert einen Moment ehe du ihn erkennst. Die Haare gekämmt, ohne rote Strähne und deutlich kürzer zu einem ordentlichen Zopf gebunden. Die schäbige Jacke und die zerrissene Hose hat er gegen eine heile Jeans, Hemd und Parker getauscht. Kein Dreck im Gesicht, nur ein breites Lächeln. „Ich würde gerne noch meine Klamotten wieder haben“, meint er verschmitzt und spielt damit auf die Tatsache an, dass du sein Shirt auch heute wieder als Arbeitsshirt trägst. „Ich… Ähm … Was machst du hier?“ „Mir hoffentlich meine zweite Chance abholen. Hab gehört, dass jeder eine verdient hat. Wollt mal sehen ob das stimmt.“ „Heißt das du stellst dich freiwillig?“ „Ja. Ich will nicht mehr wegrennen. Ich hab mich auch um einen neuen Job beworben und es sieht ganz gut aus.“ „Du hast es also geschafft endlich das Leben zu führen, was du dir erträumt hast…“, stellst du fest. Es freut dich für ihn. Doch seine Anwesenheit wirft dich in dem Moment völlig aus der Bahn. „Fast ja. Natürlich muss ich den Job noch bekommen, das hängt vom Urteil des Ministeriums ab.“ „Das wird schon, ich werde versuchen ein gutes Wort für dich einzulegen.“ „Das ist lieb von dir. Wenn das klappt, bleibt nur noch eine Sache offen, die ich brauche. Hoffentlich ohne mir einen Schlag ins Gesicht einzuhandeln...“ „Und was wäre das?“ „Dich“, sagt er gerade heraus. Du spürst wie das Blut in deine Wangen schießen und du rot wirst. „Und warum befürchtest du geschlagen zu werden?“ „Liebhaber sehen das nicht gerne…“ Du willst gerade fragen was er meint, als er einen Schritt vor macht und dich küsst. Es ist nur ein kurzer Kuss, doch in ihm liegen mehr Emotionen als du es verarbeiten kannst. „Und? Muss ich mich jetzt in Acht nehmen?“, fragt er als er sich löst. In seinen Augen siehst du die Hoffnung und auch die Angst davor verletzt zu werden. „Wenn dann nur vor mir.“ „Damit komm ich klar. Kommst du das auch?“ Als Antwort lächelst du ihm zu und küsst ihn gleich noch mal. Er zieht dich an der Taille näher zu sich und du genießt das Gefühl. „Damit hab ich wohl endlich meinen eigenen Engel gefangen“, flüstert er dir nach dem Kuss ins Ohr. Es ist ein Neuanfang von dem du nie erwartet hättest, dass es ihn gibt. Und doch bist du froh darüber, dass es alles so gekommen ist, denn mit ihm zusammen, kannst du noch lange glücklich sein.

32.63 % der User hatten die Auswertung: Vergessen Vergessen zu lieben und die Liebe ist vergessen. Doch geht das einfach so? Kann man wirklich vergessen, wie des Herzens wilder Schlag dich jagt? Wie des Küssens Atemnot dich übermannt? Wie kannst du die Blicke meiden, die die Wehmut zerschneiden und dir Sicherheit geben? Kannst du das Prickeln auf der Haut ausblenden, während jede Berührung wie Feuer brennt, ohne den Wunsch zu haben daran zu verenden! Wie kannst du es wagen das zu sagen! Du kannst die Liebe nicht vergessen solange ich nicht vergesse dich zu lieben… Du bist Lizzy Wilkinson und du bist ein Werwolf. Du hast honigfarbende Haare und himmelblaue Augen. Du bist groß gebaut und etwas kurvig, was aber nichts schlechtes ist. Zum Anfang bist du 16 Jahre alt. „Dad? Ich habe Angst…“ „Ich weiß, meine Kleine. Du brauchst aber keine Angst zu haben. Keiner wird dir etwas tun, sie werden dich aufnehmen. Genau wie mich. Und dann bist du endlich sicher und nicht mehr alleine. Alle werden dir helfen, vertrau mir.“ Auch wenn du deinem Dad vertraust, bist du dir nicht sicher. Immerhin bringt er dich ja nicht zu einer einfachen Party oder so… Jeder einzelne von ihnen ist gefährlich und jeder einzelne könnte dich verletzten, wenn du etwas Falsches sagst. Ein letztes Mal schaust du in den Spiegel. Du streichst dir die Haare hinters Ohr, nur um sie kurz darauf wieder hervor zu holen, da du sonst deiner Meinung nach zu süß wirkst. Die schlichte Jeans mit dem hellen Top wirkt neutral, in der Hoffnung nicht all zu sehr aufzufallen oder niedlich oder schwach zu wirken. „Mach dir keinen Kopf, du siehst gut aus, wie immer“, meint dein Dad und tritt hinter dich. Die lange Narbe auf der Wange springt dir immer wieder ins Auge. Er hat sie schon seitdem du dich erinnern kannst. Deine Mum hat dir mal erzählt, dass sie der Grund war, warum er sich entschlossen hat der Vereinigung bei zu treten. Ungewollt greifst du an deinen Arm auf dem erst seit einiger Zeit eine Narbe zu sehen ist. Sie reicht von der Hand bis zur Schulter. Doch du bist selber Schuld. Er hat dir ja nur versucht zu helfen. Der Grund warum auch du Mitglied werden willst. Weil sie dir Hilfe versprechen. „Lass uns gehen“, meinst du und versuchst entschlossen zu wirken. Dein Vater lächelt dir aufmunternd zu. „Es wird alles gut gehen“, sagt er zur Aufmunterung, bevor er deinen Arm nimmt und ihr gemeinsam appariert. Die Straße auf der ihr rauskommt, ist trotz der noch immer scheinenden Sonne düster. Er nimmt deine Hand und zieht dich einige Gassen weiter. Vor einer Tür am Rande der Straße bleibt ihr letztlich stehen. Dann beginnt dein Vater an der Tür zu klopfen. Drei lang, sechs kurze und einmal mit der flachen Hand, wobei er ein leises Wolfsheulen ausstößt. Daraufhin öffnet sich die Tür von alleine. Dein Vater lässt dir den Vortritt und schließt hinter dir die Tür. Durch den Knall, wird es im Raum ganz still. Alle Blicke richten sich auf dich. Nervös versuchst du alle Menschen vor dir zu erfassen, doch es sind zu viele. Ein großer Mann mit blondem Haar tritt vor. Diverse Narben zieren seine Haut und er wirkt bereits bei seinem Anblick autoritär. „Da seid ihr ja. Wir dachten schon die Kleine kneift.“ „Niemals…“, erwiderst du vielleicht etwas zu trotzig. Sein Blick bringt dich zum Schweigen. „Ich bin Derek, der Alpha des Rudels. Und wenn du dich uns anschließen willst, hast du mir zu gehorchen. Verstanden?“ Du nickst, während dein Vater dir beschützend die Hand auf die Schulter legt. „Gut. Um im Rudel aufgenommen zu werden, musst du eine Nacht mit einem unserer Mitglieder verbringen und von ihm akzeptiert werden. Wenn du das nicht schaffst und die Nacht überlebst, wirst du verschwinden und dich nie wieder blicken lassen. Bei niemanden aus dem Rudel. Verstanden?“ Was? Das hat dein Vater dir nicht gesagt! Wenn du nicht akzeptiert wirst, darfst du also auch deinen Vater nie wieder sehen? Verwirrt und etwas panisch schaust du ihn an, doch er blickt stur nach vorne. „Wenn du es schaffst, wirst du aufgenommen. Hast du das verstanden?“ „Ja…“, murmelst du unsicher. „Hast du es dir anders überlegt und möchtest lieber gehen?“, fragt er spöttisch, was deinen Kampfgeist weckt. „Auf keinen Fall“, meinst du wieder selbstsicher und reckst ihm dein Kinn entgegen. Das spöttische Lachen vergeht dem Kerl sofort. Deine herausfordernde Art gefällt ihm wohl nicht. „Greyback! Du gehst mit ihr in den Wald.“ Auf einmal werden alle still… Dein Vater zieht stark Luft ein. Das heißt nichts Gutes… Aus einer Ecke taucht ein Mann auf, welcher mit seinem bloßen Auftreten für eine Gänsehaut sorgt. Er ist sehr groß, breit gebaut. Seine Arme protzen vor Muskeln. Sein Kiefer ist breit und die dicken Augenbrauen betonen die düster blickenden Augen. Alles an seinem Aussehen weist auf eine animalische Seite hin, die den meisten Menschen nicht gegeben ist. „Dann lass uns gehen…“, grollt er mit einer rauen Stimme. „Verabschiede deine Tochter“, befiehlt Derek und dein Vater gehorcht. Er schließt dich fest in die Arme. „Pass gut auf, Greyback ist brutal…“, flüstert er dir ins Ohr. Dann tritt er einen Schritt zurück. Greyback schiebt seine massige Gestalt an dir vorbei. Nur zögerlich folgst du ihm. Seine Schritte sind groß und du hast Probleme mit zu halten, doch du tust dein Bestes. Als er stehen bleibt, seid ihr mitten im Wald auf einer kleinen Lichtung. Hier kann der Mond zwischen den Bäumen hindurch scheinen. Genau das was er haben wollte wie es scheint. Noch scheint die Sonne, aber schon bald geht sie unter und lässt dich mit ihm ganz alleine. „Wie heißt du?“, fragst du ihn irgendwann, nachdem ihr eine Weile schweigend rum standet. Er wendet dir den Blick zu doch reagiert nicht. „Ich heiße Lizzy.“ Wieder schweigt er. „Ich soll nicht mit dir reden, bis du Teil des Rudels bist. Sofern du das wirst.“ „Wirst du mich töten, wenn ich es nicht schaffe?“ Er schaut dir einen Moment in die Augen, bevor er zu Boden blickt. Anscheinend ein ja… „Musste mein Vater auch gegen dich bestehen?“ „Nein.“ „Hm. Muss ich es weil ich Derek verärgert habe?“ „Ja. Er mag keine Gegenwehr. Er hat es am liebsten wenn sie sich sofort unterwerfen.“ „Dann hat er dich gewählt, weil du ein guter Kämpfer bist. Groß, stark und gnadenlos.“ „Ja.“ „Wolltest du, dass die Menschen dich so sehen? Als brutal?“ Er antwortet nicht. „Oder war das eher ein ‚netter‘ Nebeneffekt? Wenn die Leute Angst vor einem haben, dann hat das bestimmt Vorteile…“ „Sei still… Du kennst mich doch gar nicht.“ Er klingt gereizt. „Ich spreche auch nur das Offensichtliche aus.“ „Nein du sprichst aus, was du denkst was offensichtlich ist. Aber so ist das nicht. Ich bin kein Monster.“ „Das hab ich auch nicht behauptet.“ „Du lässt es aber so klingen.“ „Weil es mir so vor kommt. Wenn es anders ist, kannst du es mir ja beweisen. Sofern ich diese Nacht denn überlebe und aufgenommen werde.“ „Wenn das der Fall sein sollte, werde ich das auch!“ „Ist das ein Date?“, verschmitzt schaust du ihn an und genießt seinen perplexen Gesichtsausdruck. Dann beginnt er leise grollend zu lachen. „Deine Art gefällt mir. Vielleicht wird es das.“ Grinsend schaust du ihn an. Das war zwar nicht das Ziel des Gesprächs, aber du freust dich trotzdem. Ein Date mit ihm kann wirklich lustig werden. Leider hilft es dir auch nicht weiter, denn du hast keine Schwäche herausgefunden, wie du es eigentlich wolltest. Zu deinem Bedauern vergeht die Zeit viel zu schnell und die Sonne weicht der Nacht. „Mach dich bereit“, meint er ernst und geht einige Schritte weg, zur Mitte der Lichtung. Schnell zieht ihr eure Klamotten bis auf die Unterwäsche aus, damit sie bei der Verwandlung nicht kaputt gehen. Wobei er dir den Rücken zugewandt hat. Nur wenig später geht der Mond auf und es beginnt. Du kannst es schon spüren, doch Greyback ist es der sich als erster verwandelt. In wenigen Augenblicken ist es vorbei und aus dem großen massigen Kerl wird ein riesiger, schwarzer Werwolf. Schnell, bevor er dich in deiner Menschlichen Gestalt angreifen kann, gehst du vor. Sofort spürst du das Mondlicht und die Schmerzen der Verwandlung. Deine Gestalt ist wesentlich kleiner als seine und dein hellbraunes Fell schimmert im Licht. Du kannst jetzt nichts mehr kontrollieren, sondern musst dich auf deine tierischen Instinkte verlassen. Ein lautes Knurren, welches von dir erwidert wird, macht dich auf deinen Gegner aufmerksam. Misstrauisch beäugt er dich. Für einen Moment verengen sich seine Augen, dann greift er an. Du bist zu langsam um zu reagieren und er erwischt dich mit seinen Krallen am Bauch. Mit einem lauten Aufjaulen springst du von ihm weg. Wieder kneift er die Augen zusammen, dann springt er auf dich zu. Diesmal schaffst du es ihm auszuweichen. Dabei hörst du seinen Atem der bereits angestrengt scheint. Das ist seine Schwäche! Er versucht dich erneut anzugreifen, doch du weichst aus. Die schnellen Attacken kosten ihn viel Kraft, vermutlich hat er darauf gesetzt dem ganzen ein schnelles Ende zu bereiten. Doch deine Instinkte wissen, dass du in einem Kampf gegen ihn keine Chance hättest. Er ist viel zu kräftig und würde dir mit wenigen Schlägen den Todesstoß verpassen. Das darf unter keinen Umständen geschehen. Schnell fällt auf, dass er bevor er angreift seine Augen zusammen kneift. Genau das hast du gebraucht. Das Zeichen was ihn verrät. Du beginnst deine Kraft zu schonen und ihm nur auszuweichen. Stundenlang geht es so weiter und du merkst wie er nach und nach immer langsamer wird. Seine Kräfte neigen sich dem Ende zu. Doch auch du merkst die Anstrengung allmählich. Wenn er noch länger durchhält, kannst du auch so nicht gewinnen. Zum Glück zeigt sich bald, dass er es nicht mehr durchhält. In einem Moment, wo er leicht taumelt, siehst du deine Chance und greifst an. Tatsächlich überrascht es ihn. Doch er kann sich wehren und ein erbitterter Kampf beginnt. Schließlich ist er aber doch zu erschöpft und du schaffst es an seinen Nacken zu kommen. Mit einem kräftigen Biss, bringst du ihn zum aufjaulen. Er bäumt sich auf und versucht dich abzuschütteln, doch du hältst dich mit aller Kraft mit den Zähnen fest. Und du hast Glück. Irgendwann bricht er unter dir zusammen. Seinen Nacken fest in deiner Kontrolle zwingst du ihn dazu sich dir zu unterwerfen. Die Signale dafür sind eindeutig. Eine ganze Weile sträubt er sich dagegen, aber letztlich hast du gewonnen. Er ergibt sich. Triumphierend setzt du dich vor ihn. Böse starrt er dich an, als würde er nur darauf warten, dass du ihm das Leben nimmst, doch das willst du nicht. Du heulst laut den Mond an, um die anderen Rudelmitglieder anzulocken und tatsächlich trotten sie alle nach und nach an. Ihr Geruch ist ungewohnt, doch keiner riecht nach Gefahr, sobald sie dich über Greyback gebeugt sehen. Ehrfürchtig weichen die meisten zurück. Derek, dessen stinkenden Geruch du überall wieder erkannt hättest, tritt vor und starrt dich herausfordernd an. Deine Instinkte hätten ihn am liebsten angegriffen, doch dann hätte das Rudel dich nie akzeptiert, deshalb bietest du ihm deine Kehle dar, als Zeichen der Unterordnung. Und er nimmt es an. Damit gehörst du nun offiziell zum Rudel. Die anderen trotten auf dich zu und begrüßen dich als neues Mitglied. Als letztes kommt Greyback auf dich zu. Trotzig setzt er sich vor dich und beugt den Kopf leicht runter, was ein Zeichen des Respekts ist. Du ignorierst es und haust ihm dafür lieber mit der Pfote auf den Kopf. Als er knurrt, kommst du auf ihn zu und leckst ihm über die Wange. Wieder völlig verwirrt, entfernt er sich. Als sich die Nacht dem Ende zuneigt, trottet das ganze Rudel zurück zum Waldrand, wo sie sich teilen. Du gehst mit den wenigen weiblichen Mitgliedern etwas weiter weg, wo man neue Klamotten für euch alle hinterlegt hat. Diese zieht ihr nach der Rückverwandlung an. Später stoßen beide Gruppen wieder zusammen. „Auch als Mensch noch einmal, willkommen im Rudel“, meint Derek zu dir. Du kannst förmlich hören, dass es ihm nicht sonderlich gefällt, aber er doch Respekt vor dir hat. Dann lässt er dich alleine. Die Menschen beginnen sich zu verabschieden und zerstreuen sich in alle Richtungen. Dein Dad kommt auf dich zu und schließt dich in seine Arme. „Ich bin so stolz auf dich. Als er Greyback als Gegner ausgesucht hat, dachte ich schon ich seh‘ dich nie wieder…“ „Danke für dein Vertrauen, Dad… Es ist ja alles gut gegangen. Ich will noch meine Sachen aus dem Wald holen, dann können wir los.“ „Warte nicht, Jeffrey. Ich bringe sie nach Hause“, grollt jemand hinter deinem Vater, welcher sich daraufhin überrascht umdreht. Greyback ist auch um einiges größer als er, doch in dem Moment scheint er ernsthaft zu überlegen, ob er ihn überwältigen kann. „Ist schon gut, Dad. Geh nach Hause, ich komme nach.“ Entschlossen stellst du dich an Greybacks Seite und lächelst deinem Vater zu. Nur sehr unsicher, dreht er sich um und lässt dich mit ihm alleine. Einige Male blickt er über die Schulter zu euch zurück, woraufhin du genervt die Augen verdrehst. „Er traut mir wohl nicht“, meint Greyback, als dein Dad endlich appariert ist. „Er traut niemandem. Außerdem wolltest du mich vor drei Stunden noch umbringen.“ „Wollt ich nicht. Ich hätte dich gehen lassen.“ „Wirklich?“, du schaust ihn überrascht an. „Ja. Ich töte keine Frauen.“ „Oh wie großzügig von dir…“ Gemeinsam macht ihr euch auf den Weg zu euren Klamotten. „Fenrir“, sagt er in die Stille hinein. „Was?“ „Du hast mich gefragt wie ich heiße. Mein Name ist Fenrir.“ „Fenrir also. Schöner Name. Dann verrate mir mal, Fenrir, wann du mich denn zu unserem Date einlädst, damit du mir beweisen kannst wie du wirklich bist.“ Er lacht wieder leise und es erinnert dich irgendwie an das Donnern eines Gewitters. „Glaubst du nicht, dass ich etwas zu alt für ein Date mit dir bin?“ „Kommt drauf an was du glaubst wie alt ich bin. Außerdem scheinst du nicht so viel älter zu sein.“ „Ich bin 28. Und ich glaube, dass du damit mindestens zehn Jahre jünger bist.“ „Zwölf um genau zu sein. Aber wen interessieren schon solche Zahlen? Wenn du mir beweisen willst, dass du auch anders sein kannst, ist es völlig egal wie alt wir sind. Oder siehst du das anders?“ „Dein Vater wird nicht begeistert sein.“ „Welcher Vater ist denn auch begeistert, wenn seine kleine Tochter erwachsen wird? Da ist es egal mit wem ich ausgeh.“ Ihr seid mittlerweile wieder auf der Lichtung angekommen. „Nun gut. Wenn du Zeit hast, hol ich dich morgen Abend ab“, meint er während, er deine Klamotten aufhebt und sie dir gibt. „Klingt gut. Jetzt musst du mich nur noch heimbringen, damit du mich auch abholen kannst.“ Er lächelt dir zu und du beginnst ihn tatsächlich sympathisch zu finden. Nachdem er seine Sachen eingesammelt und das viel zu kleine Shirt gegen sein passendes gewechselt hat, greifst du seinen Arm und ihr appariert gemeinsam. Ihr kommt am Ende eurer Straße an, sodass ihr noch ein ganzes Stück geht. Dabei lässt du deinen Arm die ganze Zeit eingeharkt. Wenn er so neben dir geht, kommt er dir noch größer vor, obwohl du selber bereits 1,80m groß bist. „Ich wohn da vorne in der 34“, meinst du und deutest auf das Haus mit dem roten Dach. Die Ziegel leuchten in dem Licht des Morgens noch stärker. „Sieht schön aus. Dann weiß ich ja jetzt wo ich hin muss. Ich bin morgen um acht wieder hier.“ „Klingt gut. Dann bis morgen, Fenrir.“ Selbstbewusst stellst du dich auf die Zehenspitzen und ziehst ihn am Shirt noch etwas zu dir, sodass du ihm einen Kuss auf die Wange geben kannst. Mal wieder scheint er etwas überfordert zu sein. Lächelnd lässt du ihn stehen und gehst ins Haus, wo dich leider bereits dein Vater erwartet. Er stand die ganze Zeit am Fenster und hat euch beobachtet. „Lizzy!“, meint er sobald die Tür hinter dir zufällt. Sein Ton lässt nichts Gutes vermuten. „Was sollte das denn?“ „Was meinst du, Dad?“, versuchst du es unschuldig und ziehst deine Schuhe aus. „Du weißt was ich meine. Warum hast du ihn geküsst?“ „Es war nur ein Kuss auf die Wange. Du solltest wissen, dass ich das öfter bei Date Partnern mache.“ „Was! Willst du damit etwa sagen, dass du ein DATE mit ihm hast!“ „Genau das, Dad. Wenn du mich jetzt vielleicht in Ruhe ins Bett gehen lassen würdest, wäre ich die sehr dankbar.“ „Kommt gar nicht in Frage! Der Mann ist gefährlich! Er ist brutal, gewalttätig, viel zu alt und du wirst auf keinen Fall mit ihm ausgehen!“ „Mit wem ich ausgehe und mit wem nicht ist immer noch meine Sache! Da hast du mir gar nichts vorzuschreiben!“ „Ich bin dein Vater! Und du wohnst unter meinem Dach, daher hab ich sehr wohl ein Wort mitzureden!“ „Nein! Ich bin alt genug und wenn ich mich recht entsinne wohne ich unter dem Dach, was Mum gekauft hat! Ich treffe meine eigenen Entscheidungen und ich habe mich entschieden mit ihm auszugehen. Find dich endlich damit ab, dass ich erwachsen werde.“ Damit lässt du ihn stehen und gehst in dein Zimmer. Das nachgebrüllte „Du gehst nicht mit ihm aus!“, ignorierst du einfach. Oben angekommen legst du dich erst mal ins Bett. Du bist völlig fertig und sehnst dich nach Schlaf. Während du dich auf die Seite rollst, betrachtest du das Bild auf deinem Nachttisch. Es ist ein Bild deiner Mutter. Sie starb vor einigen Jahren, sodass es nur noch dich und deinen Vater gibt. Schnell stellst du das Bild wieder weg. Das es nur noch euch beide gibt ist auch der Grund, weswegen du es hasst mit ihm zu streiten. Früher hat deine Mum euch beide in Schach gehalten und für eine Einigung gesorgt, aber seit ihrem Tod streitet ihr immer öfter. Knapp eine halbe Stunde später klopft es an der Tür. Dein Vater steckt den Kopf hinein. „Können wir drüber reden?“ „Da gibt es nichts zu reden“, meinst du stur und drehst dich weg. Er kommt trotzdem hinein und setzt sich auf die Bettkante. „Ich finde schon. Du hast zwar Recht damit, dass du selber wissen musst mit wem du ausgehst, aber ich vertraue ihm nicht. Er sollte dich heute Nacht umbringen! Wie kannst du da einfach mit ihm ausgehen ohne Furcht zu haben?“ „Ich habe nie gesagt, dass ich mir keine Gedanken mache. Aber ich vertraue ihm trotzdem. Er hat mir nichts getan heute Nacht und ich glaube auch nicht, dass er es getan hätte, selbst wenn er die Gelegenheit bekommen hätte.“ Deine noch immer etwas schmerzende Seite an der er dich zu Anfang erwischt hat, lässt du lieber unerwähnt. Du setzt dich hin, sodass du deinen Vater ansehen kannst. „Ich verstehe einfach nicht, warum du mit ihm ausgehen musst.“ „Ich muss es nicht, aber ich will es. Er meint er ist anders als die Leute es immer sagen und das will ich sehen. Ich will wissen, ob er noch eine andere Seite hat, die andere nicht kennen. Damit will ich ihm die Chance geben sich zu beweisen. Außerdem hab ich das Gefühl, dass er mich verstehen kann. Er ist ebenfalls ein Werwolf, weiß was das heißt und wie man sich damit fühlt. Wenn er mich nicht verstehen kann, wer kann es dann? Dad, ich verstehe dass du dir Sorgen machst, aber das ist nichts wovon du mich abhalten kannst. Mein Entschluss steht fest.“ „Verstehst du denn nicht, dass ich wirklich Angst um dich habe? Greyback ist selbst unter den Werwölfen gefürchtet. Was wenn er wütend wird und sich nicht beherrschen kann?“ „Dann appariere ich. Außerdem bin ich alt genug um mich zu verteidigen. Sogar gegen ihn. Das hast du doch heute Nacht gesehen. Ich hab es geschafft ihn zu überlisten und das würde ich wieder schaffen.“ „Pass einfach auf dich auf. Ich will dich nicht verlieren.“ „Wirst du nicht, Dad.“ Ihr umarmt euch, womit das Gespräch erst mal beendet ist. Als du dich am nächsten Abend fertig machst, scheint dein Dad immer noch nicht sonderlich begeistert von der Idee zu sein. Pünktlich um acht klingelt es an der Tür. „Sei vorsichtig. Und wenn es gefährlich wird, verschwinde, ja?“, mahnt er dich bevor du aufmachen kannst. „Mach ich, bis später, Dad“ Mit einem Kuss auf die Wange verabschiedest du dich, bevor du die Tür öffnest. Fenrir sieht gut aus. Die Haare aus dem Gesicht gekämmt, eine ordentliche Hose und ein dunkles Hemd lassen ihn wie einen Gentlemen erscheinen. „Guten Abend“, begrüßt er dich mit einem Lächeln. „Guten Abend“, erwiderst du mit einem noch breiteren Lächeln. „Darf ich bitten?“, fragt er und bietet dir einen Arm an. Freudig harkst du dich ein. „Du siehst toll aus“, meint er während ihr gemeinsam die Straße herunter lauft. „Danke, das kann ich nur zurück geben.“ „Danke.“ Du kannst ihm ansehen, dass er sich tatsächlich darüber freut. Deine Vermutung ist daher, dass er wohl schon länger nicht mehr aus war. „Wohin gehen wir denn?“ „Wirst du gleich sehn“, meint er geheimnisvoll. Das gefällt dir, Überraschungen haben dir schon immer gefallen. Als ihr weit genug gegangen seid, warnt er dich kurz, bevor ihr gemeinsam appariert. Raus kommt ihr auf einem Hügel weit ab von allem. Du siehst etwas weiter vor euch eine Decke mit Picknick Sachen vorbereitet, die er nun ansteuert. Schnell folgst du ihm und setzt dich gemeinsam mit ihm hin. Die Aussicht ist wundervoll. Weit und breit sind nur Felder zu sehen, welche von der Sonne in goldenes Licht getaucht werden. „Wow… Es ist echt schön hier.“ „Finde ich auch.“ „Hätte nicht gedacht, dass du so ein romantischer Typ bist, der auf Picknicks steht.“ Er zuckt mit den Schultern. „Jeder hat so eine Seite.“ „Die Seite gefällt mir bisher schon mal besser als die des Grobians.“ „Glaubst du wirklich, dass ich so bin wie die Leute sagen?“ „Ich weiß, dass Menschen gerne übertreiben. Aber ich glaube auch, dass ein Ruf nicht von nichts kommt. In meinen Augen ist es vermutlich eher ein hochgepuschtes Missverständnis.“ „Du glaubst wohl immer an das Gute im Menschen, was?“ „Ich glaube nicht daran, ich sehe es.“ „Das ist lieb von dir. Nicht jeder hat es verdient so gesehen zu werden.“ „Das klingt als würdest du dich selbst zu der Kategorie zählen?“ „Vielleicht hab ich das auch nicht. Ich bin kein guter Mensch und das ist mir selber klar. Ich verdiene meinen Ruf vermutlich auch. Ich habe schon Dinge getan auf die ich nicht stolz bin, Dinge die ich bereue getan zu haben.“ „Weshalb hast du sie denn getan?“ „Meistens aus Wut, oder Rache. Ich denk dann oft nicht nach.“ „Tut es dir leid?“ „Einiges, ja. Anderes sehe ich als gerechtfertigt. Bin ich deshalb ein schlechter Mensch? Ein Monster?“ „Nur weil die Menschen so etwas sagen, muss es noch lange nicht stimmen. In meinen Augen bist du weder das eine noch das andere. Für mich bist du ein Mensch der die Taten die er als falsch ansieht bereut. Was du nicht bereust, war in deinen Augen das Richtige und wenn du der Meinung bist, wird es das für dich schon sein. Letztlich musst du mit deinen Taten leben, nicht alle anderen.“ „Du verurteilst mich also nicht?“ „Ich verurteile niemanden für seine Vergangenheit. Was zählt ist die Gegenwart. Ich könnte höchstens verurteilen was du in dem Moment tust, wenn ich bei dir bin.“ „Du hast ein großes Herz.“ „Biologisch gesehen eigentlich nicht, aber ich weiß ja was du meinst, daher danke.“ Er lacht, obwohl der Witz mehr als unterirdisch war. „Deine Art gefällt mir wirklich.“ „Dann bist du an der Reihe, damit ich das auch sagen kann“, grinst du ihm zu. Den ganzen Abend über unterhaltet ihr euch gut. Nach und nach schafft er es deine Sympathie zu gewinnen. Du lernst seine freundliche Seite kennen, die er wohl nicht oft jemandem zeigt. Auf deine Schlagfertige Art reagiert er am Anfang noch etwas unsicher, doch je später es wird, desto sicherer wird er. Das gefällt dir. Du magst es wenn Männer wissen was sie wollen und sich nicht in der Gegend rum schieben lassen. Es wird immer später doch du willst noch nicht nach Hause gehen. Ihr habt euch mittlerweile beim Reden hingelegt und du spürst wie dir immer wieder die Augen zu fallen, bis du schließlich einfach einschläfst. Als du wieder wach wirst, geht bereits die Sonne auf. Dir ist klar, dass dein Vater komplett ausrasten wird, aber das ist jetzt egal. Da er es sowieso wird, kannst du auch noch liegen bleiben. Du hörst wie der Wind über die Wiesen pfeift, doch du spürst nichts davon. Vorsichtig blinzelst du. Greyback liegt vor dir und bietet dir damit den perfekten Schutz vor dem kalten Wind. Er ist zwar wach, hat aber noch nicht bemerkt, dass du es auch wieder bist. Gedankenverloren starrt er in die Gegend und spielt mit einem Grashalm zwischen den Fingern. „Du hättest mich auch ruhig wecken können“, meinst du leise. Lächelnd schaut er dich an. „Hätte ich. Aber du hast so friedlich ausgesehen, dass ich beschlossen hab dich schlafen zu lassen.“ „Das ist lieb von dir. Danke. Auch fürs Wind abschirmen.“ „Dachte mir das ist sonst etwas zu kalt.“ „Ist dir denn jetzt nicht kalt?“ „Es geht.“ „Gut, dann kann ich ja noch kurz weiter schlafen“, meinst du frech und rückst näher an ihn heran. Deinen Kopf lehnst du gegen seine Brust. Dabei genießt du die Wärme, die er aussendet. „Du bist unglaublich…“, hörst du ihn murmeln. Vorsichtig legt er seinen Arm auf deine Seite und streicht dir leicht über den Rücken. Diese sanfte Bewegung hättest du ihm gar nicht zugetraut. Es vergeht eine geschätzte Stunde in der ihr einfach nur so da liegt. Du döst vor dich hin und genießt die Wärme die er abgibt. „Ich glaube wir sollten dich langsam nach Hause bringen. Deine Eltern machen sich sonst noch Sorgen.“ „Ich hab nur noch meinen Vater. Und der wird so oder so an die Decke gehen, egal ob ich jetzt oder in drei Stunden komme.“ „Was ist mit deiner Mutter geschehen? Und das ist ein Grund mehr langsam zurück zu gehen. E ist ja eh schon kein Fan von mir, da macht es das bestimmt nicht besser.“ „Schlimmer geht auch kaum. Meine Mutter ist tot. Sie starb vor einigen Jahren bei einem Unfall.“ „Das tut mir leid…“ „Warum? Du hast den Unfall ja nicht verursacht.“ „Stimmt. Trotzdem ist es traurig.“ „Natürlich ist es das… Egal. Dann lass uns mal los…“ Du rollst dich weg und streckst dich, bevor du aufstehst. Er erhebt sich ebenfalls und sammelt alle Sachen wieder in den Korb. Dann nimmt er Decke und Korb in eine Hand und bietet dir den anderen Arm an. Du harkst dich erfreut ein. Ihr appariert wieder an das Ende der Straße. „War deine Mutter auch ein Werwolf?“, fragt er dich als ihr den Weg bestreitet. „Nein. Sie war eine normale Zauberin. Das Wolfsgen hab ich von Dad. Was ist mit dir? Waren deine Eltern Werwölfe?“ Er nickt. „Wurde so geboren.“ „Das ist auch besser so. Ich kenne jemanden der zum Werwolf wurde. Ich glaube das ist viel schwieriger als damit zur Welt zu kommen. Man wächst damit auf und kennt es nicht anders. Wenn man erst normal lebt und dann so wird ist das bestimmt eine große Umstellung.“ „Das ganze Leben ist eine Abfolge von Umstellungen. Da gibt es nichts woran man sich nicht gewöhnen könnte, wenn du mich fragst.“ „Könntest du dich auch an jemanden wie mich gewöhnen?“ „Eindeutig ja.“ „Gut, denn ich hoffe, dass wir uns mal wieder sehen. Es war eine schöne Nacht“, gibst du offen zu. Ihr seid mittlerweile vor deinem Haus angekommen. „Fand ich auch. Ich würde mich freuen, wenn wir uns bald wieder sehen.“ „Schön. Meld‘ dich einfach bei mir, du weißt ja wo du mich findest.“ „Das werde ich.“ Du beugst dich wieder vor und gibst ihm ein Kuss auf die Wange, ehe du dich in Erwartung ein weiches Bett vorzufinden umdrehst. Mit schnellen Schritten schleichst du dich hinein. Dein Vater sitzt schlafend im Sessel. Offensichtlich hat er auf dich gewartet und ist dabei eingeschlafen. Darauf bedacht ihn nicht zu wecken, schleichst du dich hoch in dein Zimmer und legst dich ins Bett. Gerade rechtzeitig, denn in dem Moment wo du die Augen schließt, öffnet dein Dad die Tür und schaut hinein. Erleichtert atmet er aus. Du sagst lieber nicht, dass du gerade erst zurück bist, dann bekommt er doch noch seinen Anfall. Lieber stellst du dich schlafend, woraufhin er bald wieder geht. Einige Stunden Schlaf gönnst du dir, bevor du aufstehst. Es ist bereits Nachmittag. Dein Dad sitzt unten in der Küche und liest. Ein Glück hat er diese Woche frei bekommen… Das hat er dringend mal gebraucht. „Hey“, sagst du und setzt dich ihm gegenüber. „Hallo. Du warst sehr spät zurück, was?“ Du zuckst mit den Schultern. „Hab nicht auf die Uhr geachtet. Du bist eingeschlafen, daher hab ich mich einfach hingelegt.“ „Hm… ist alles okay bei dir?“ „Er hat mir nichts getan, wenn du das meinst. Er war sehr nett und hat mir gezeigt, dass er auch anders sein kann.“ „Du magst ihn?“ Es ist mehr eine Feststellung als eine Frage. „Ja, Dad. Ich mag ihn. Und ich werde wieder mit ihm ausgehen.“ Seufzend schaut er dich an. „Ich kann dich nicht davon abbringen?“ „Nein.“ „Dann versprich mir bitte vorsichtig zu sein. Auch wenn du ihm vertraust, pass immer gut auf dich auf.“ „Versprochen, Dad.“ Damit ist das Thema abgeschlossen. In den nächsten Tagen kommt immer wieder ein Brief von Fenrir und du genießt es ihm zu antworten. Je näher du ihn kennen lernst, desto mehr magst du ihn. Auch wenn dir eine sehr gespaltene Einstellung an ihm auffällt. Wenn ihr alleine seid oder er dir schreibt, ist er freundlich und zuvorkommend. Doch als du ihm einmal zufällig begegnest und er gerade noch mit jemandem redet, scheint er alles andere als das zu sein. Dann ist er viel strenger und grober. Erst als er dich sieht, ändert sich sein Verhalten. Ihr geht noch öfters miteinander aus. Dabei wird schnell klar, dass auch er angefangen hat Gefühle für dich zu entwickeln. Es ist nur etwas mehr als eine Wochen bis zu deinem 17. Geburtstag und damit kurz bevor das nächste und für dich letzte Hogwartsjahr anbricht. Er hat dich in seine Wohnung eingeladen, wo ihr gemeinsam gekocht habt. Jetzt sitzt ihr auf dem Sofa und redet. Dabei liegen deine Beine auf seinen und jeder hat ein Butterbier in der Hand. „Schade, dass du bald wieder in der Schule bist“, meint er und trinkt seinen letzten Schluck auf. „Warum? Wir werden doch hoffentlich weiterhin Briefe schreiben. Und in den Ferien werde ich dich besuchen kommen.“ „Schon. Aber ich hatte mich gerade an deine ständige Anwesenheit gewöhnt“, meint er und langt dabei über dich hinweg, um die leere Flasche auf die Ablage hinter dir zu stellen. Dabei ist er nur wenige Zentimeter von dir entfernt. „Stimmt, hab mich auch gerade an dich gewöhnt“, meinst du lächelnd, während er halb über dir ist. Er hält in der Bewegung inne und schaut dir in die Augen. Bevor er sich zurück ziehen kann, greifst du nach seinem Hemd und ziehst ihn zu dir ran. Als sich eure Lippen treffen ist das ein völlig neues Gefühl. Natürlich hast du schon andere geküsst, doch bei keinem hat es sich so angefühlt. So richtig, als wäre es genau das was du schon immer hättest tun sollen. Als du dich löst, scheint er einen Moment überrumpelt zu sein. Dann überrascht er dich indem er dich gleich noch einmal küsst. Diesmal mit mehr Leidenschaft. Wenig später liegt er halb auf dir und ihr seid am rummachen. Langsam drückst du ihn nach hinten, sodass du nun auf ihm liegst. Dann unterbrichst du das Ganze und grinst ihn an. „Du bist echt unglaublich…“, murmelt er und streicht dir eine Strähne hinters Ohr. „Ich weiß. Komm mit.“ Du stehst auf und nimmst seine Hand. Dann ziehst du ihn nach hinten in sein Schlafzimmer. „Was hast du vor?“, fragt er. „Was wohl“, meinst du und ziehst ihn zum Bett. „Ich bin mir nicht sicher, ob wir das tun sollten.“ „Zweifelst du etwa immer noch?“ „Ich werde wohl immer zweifeln.“ „Dann muss ich dir das eben austreiben.“ Du zwingst ihn sich aufs Bett zu setzten und setzt dich mit dem Gesicht zu seinem gewandt auf seinen Schoß. Dann beginnst du seinen Hals zu küssen und arbeitest dich Stück für Stück zu seinem Mund vor. Dann beginnst du sein Hemd zu öffnen, bis er schließlich nachgibt. Mit einem Ruck steht er auf und hebt dich dabei hoch. Dann dreht ihr euch und er legt dich sanft auf dem Bett ab. Dann beugt er sich über dich und beginnt dich verlangend zu küssen… Ob ihr jetzt zusammen seid oder nicht, habt ihr nicht besprochen. Doch da du die kommende Zeit fast ausschließlich bei ihm verbringst, gehst du einfach mal davon aus. An deinem Geburtstag nimmst du ihn mit zu dir, wo du mit deinem Dad und zwei, drei Freunden feierst. Als du ihnen Fenrir vorstellst, sind die meisten eingeschüchtert und zugleich sehr überrascht. Doch im Gegensatz zu deinem Dad freuen sie sich alle für dich. Dein Dad ist nach wie vor gegen Fenrir. Immer wenn er in seiner Nähe ist, betrachtet er ihn skeptisch. Doch solange du mit ihm glücklich bist, ist dir das egal. Am Ende des Tags, wo alle Gäste bereits gegangen sind, bist du mit deinem Dad und Fenrir am aufräumen, als letzterer auf dich zu kommt. „Ich hab noch ein Geschenk für dich.“ „Ich hab doch gesagt du sollst mir nichts schenken!“, protestierst du. „Und ich hab dir schon gesagt, dass ich es trotzdem mache“, lacht er leise und greift in seine Tasche. Hervor holt er eine Kette aus Leder mit einem rechteckigen, hölzernen Anhänger. Es zeigt einen kleinen Schmetterling. „Wow, die ist wirklich schön!“ Grinsend nimmt er den Anhänger in die Hand und beginnt ihn zu verschieben. Erst jetzt erkennst du, dass er aus zwei Teilen besteht. Er dreht die eine Hälfte so, dass aus dem Rechteck ein Herz wird. „Ich weiß nicht was ich sagen soll… die Kette ist wundervoll… Danke schön!“ Er hängt sie dir um und du gibst ihm einen langen Kuss dafür. Leider unterbricht euch dein Dad schnell mit einem lauten Räuspern. Die Augen verdrehend helft ihr weiter aufzuräumen. Noch zwei Tage verbringst du mit Fenrir, dann musst du wieder nach Hogwarts. Er verspricht dir treu zu sein und dir mindestens einmal die Woche zu schreiben und tatsächlich hält er dieses Versprechen ein. In den Winterferien besuchst du ihn. Es erscheint dir alles so perfekt. Zumindest für den Moment. Leider machst du einige Zeit später eine Entdeckung, auf die du lieber verzichtet hättest. Du bist schwanger. Wer der Vater ist, ist gar keine Frage. Die Frage ist eher, wie er reagiert wenn du es ihm sagst. Dass du es ihm sagen musst, ist klar. Außerdem musst du sehen wie du das mit deinem Abschluss machst, ob du ihn überhaupt schaffen kannst… Du bist eigentlich nicht scharf darauf, dass die ganze Schule davon erfährt. Am nächsten Wochenende holst du dir von Dumbledore eine Genehmigung einen Tag nach Hause zu gehen. Als Grund schiebst du private Gründe vor, doch so wie der alte Mann dich ansieht, ist ihm wohl schon klar, dass etwas nicht stimmt. Mit Flohpulver reist du am frühen Vormittag los. Doch dein Ziel ist nicht euer Haus, sondern Fenrirs Wohnung. Als du aus dem flammenden Kamin steigst, sitzt er gerade verschlafen am Küchentisch. Doch als er dich sieht, springt er besorgt auf. „Lizzy? Was ist los? Was machst du hier? Warum bist du nicht in der Schule?“ „Ich muss mit dir reden. Es ist wichtig, nichts was man per Brief besprechen könnte.“ Seine Miene wird ernst und er deutet dir sich ihm gegenüber hin zu setzten. Ihr schweigt euch an, während du überlegst wie du es ihm sagen kannst. „Willst du Schluss machen?“, interpretiert er die Stille falsch. „Nein! Das ist es nicht… Ich liebe dich…“ „Ich dich auch, aber was ist dann los?“ „Ich bin schwanger. Von dir“, sagst du gerade heraus, damit auch keine Missverständnisse entstehen. Du hattest Angst, dass er wütend wird, richtig ausrastet, doch das ist nicht der Fall. Er schaut dich geschockt an und schluckt kräftig. „Möchtest du das Kind bekommen?“, fragt er dich die Frage, die du dir selbst schon des Öfteren gestellt hast. „Ja…“, meinst du wenn auch nicht ganz überzeugt. „Dann werden wir wohl bald Eltern…“ „Heißt das du lässt mich damit nicht alleine?“ „Das würde ich nicht wagen. Das hättest du nicht verdient, außerdem bin ich ja auch verantwortlich dafür.“ „Danke!“, meinst du, stehst auf und umarmst ihn. Er erwidert die Umarmung und zieht dich dabei auf seinen Schoß. Für eine Weile sitzt ihr beide in Gedanken versunken so da. „Lizzy?“ „Ja?“ „Tust du mir einen Gefallen, bevor wir das Kind bekommen?“ „Welchen denn?“ „Heirate mich.“ Verwirrt schaust du ihn an. Ist das sein ernst? „Ich meine das wirklich so, bitte heirate mich. Ich liebe dich und möchte nicht, dass man unserem Kind nachsagen kann, dass es ein Bastard ist. Ein Kind vereint uns für unser ganzes Leben und das möchte ich mit dir als meiner Frau verbringen.“ „Ja…“, sagst du. Darüber brauchst du gar nicht nachzudenken. „Ja, ich werde dich heiraten“, meinst du überglücklich und küsst ihn. Noch an dem Tag geht ihr los und er kauft dir einen richtigen Ring. Er ist eher schlicht und hat statt eines Diamantens einen Rubin als Stein. Doch du freust dich sehr darüber. Am Abend fällt es dir schwer wieder nach Hogwarts zu reisen, aber es muss sein. In den nächsten Tagen überlegst du fieberhaft wegen zwei Dingen. Erstens: Wie kannst du deinen Abschluss machen, ohne dass alle von der Schwangerschaft erfahren? Und zweitens: Wie sagst du es deinem Vater, ohne dass er dich oder Fenrir umbringt? Für ersteres beschließt du den direkten Weg zu gehen. Du wendest dich an Dumbledore. In einem Gespräch mit ihm erklärst du ihm die Situation und suchst nach möglichen Lösungen. Tatsächlich findet ihr eine. Schule abbrechen möchtest du nur sehr ungerne, weil dir dein Abschluss wichtig ist. Doch Dumbledore bietet dir an, dass du fortan extra Unterricht bekommst, welcher am späten Nachmittag stattfindet. Mit den Lehrern wirst du dann den Stoff von hinten ab arbeiten, bis du alles behandelt hast. Dann werden deine Prüfungen um die hervorgegangene Zeit vorgeschoben. Du willigst ein, auch wenn das in nächster Zeit für Stress sorgen wird. Bleibt nur noch die Frage wie du deinen Vater überlebst… Ihm es per Brief mitzuteilen, wäre für dich zwar das einfachste, aber es würde dir falsch vorkommen. Bleibt also nur dir direkte Konfrontation. Aber nicht alleine. Du schaffst es eine Woche später erneut eine Ausgangserlaubnis zu erhalten. Als erstes tauchst du bei Fenrir auf, welcher dich bereits erwartet hat. „Bist du nervös?“, fragt er dich, nachdem ihr euch begrüßt habt. „Bist du es etwa nicht?“ „Ich fürchte, dass er mir den Kopf abreißt.“ „Gar nicht mal so unwahrscheinlich…“ „Lass es uns hinter uns bringen.“ Du ergreifst seine Hand, ehe ihr in den Kamin steigt. Als ihr gemeinsam in deinem Wohnzimmer wieder herausklettert, kommt dein Vater erstaunt hereingelaufen. „Lizzy? Was macht ihr denn hier? Ist etwas passiert?“ „Setzt dich, Dad. Wir müssen mit dir reden.“ „Was ist los?“, fragt er besorgt, während er sich auf den Sessel fallen lässt. Ihr zieht das Sofa etwas zu Recht, sodass ihr ihm gegenüber sitzen könnt. Dabei scheint dein Dad immer nervöser zu werden. „Also… es gibt da zwei Dinge die wir dir sagen müssen… uns ist klar, dass dir beides nicht gefallen wird, aber bitte versuch dich nicht all zu sehr aufzuregen.“ „Was habt ihr getan?“, fragt er säuerlich. Fenrir nickt dir zu und drückt deine Hand. „Ich bin schwanger. Und wir werden heiraten“, sagst du gerade heraus. Du hättest erwartet, dass dein Vater komplett ausrastet, total an die Decke geht und alles in seinem Umkreis zerkleinert. Doch er regt sich nicht. Resignierend reibt er sich über die Augen und lässt sich tiefer in den Sessel fallen. Du hast deinen Vater noch nie so alt gesehen. „Na gut. Da kann man wohl nichts machen. Habt ihr schon Pläne gemacht? Was ist mit deinem Abschluss? Brichst du ab?“ „Du…du bist nicht sauer?“ „Was würde es mir bringen sauer zu sein? Es würde an der Situation nichts ändern. Also?“ „Wir wollen heiraten, bevor das Kind kommt“, meldet sich nun Fenrir zu Wort. „Und meinen Abschluss zieh ich vor.“ Du beginnst ihm von deinem Gespräch mit Dumbledore zu berichtet. Dein Dad hört aufmerksam zu und nickt dann. „So weit so gut. Wir sollten am besten gleich anfangen alles Weitere zu planen. Wo wollt ihr heiraten? Ich glaube es im kleinen Kreis zu feiern ist der Situation entsprechend angemessener. Habt ihr schon besprochen wo ihr mit dem Kind wohnen werdet? Ich vermute, dass ihr lieber zusammen wohnen werdet, damit immer jemand für das Kind da sein kann. Ihr könntet auch hier wohnen, wenn ihr das wollt, Platzt ist ja genug da. Und ich würde mich selbstverständlich auch um das Kind kümmern, wenn euch die Zeit fehlt…“, beginnt dein Dad und hört gar nicht mehr auf zu reden. So viele Dinge spricht er an, an die du noch gar nicht gedacht hattest. Erst da wird dir bewusst, was noch alles auf euch zukommt… Es ist spät geworden, weswegen du von euch aus direkt nach Hogwarts reisen musst. Dort erwartet man dich bereits. „Sie sind spät“, bemerkt McGonagall. „Ich weiß, verzeihen Sie bitte.“ „Ich werde sie zu ihrem Schlafsaal begleitet.“ Den ganzen Weg über bist du mit den Gedanken ganz wo anders. Die nächste Zeit besteht für dich nur aus zwei Dingen. Organisieren und lernen. Per Brief klärt ihr nach und nach alles was zu klären ist. Dein Vater hat deine alten Babysachen aufgehoben, sodass ihr nicht mehr viel besorgen müsst. Ihr werdet zusammen in Fenrirs Wohnung wohnen, auch wenn der Platzt begrenzt ist. Zur Hochzeit werden nicht viele kommen. Ein Freund von ihm und eine Freundin von dir aus dem Rudel werden als Treuzeugen eingeladen. Ansonsten wird nur noch dein Vater anwesend sein. In den nächsten Wochen arbeitest du hart und die Prüfungen rücken immer näher. Doch je weiter die Zeit in Richtung Sommer rückt, desto wärmer wird es, was es für dich schwierig macht deinen Bauch zu verdecken. Doch du hast Glück und bis Mitte Frühling fragt keiner nach. Dann stehen deine Prüfungen an. Doch du schaffst sie alle mit einem guten Ergebnis. Zu deinem Glück, denn für die lockeren Pullis wird es allmählich zu warm. Die Hochzeit findet kurz danach statt. Dein Babybauch ist in dem weißen, kurzen Kleid nicht mehr zu verstecken. Doch eure Freunde aus dem Rudel werden es keinem weiter erzählen. An dem Abend gehst du mit zu Fenrir in die Wohnung, wo du ab heute mit wohnen wirst. In letzter Zeit habt ihr alle deine Sachen zu ihm gebracht und Vorbereitungen getroffen, doch euer Hochzeitstag ist der erste Tag an dem alles fertig ist und du eingezogen bist. „Das ist die erste Nacht als Mann und Frau in unserer eigenen Wohnung“, stellt er fest, als ihr gemeinsam ins Schlafzimmer geht. „Und es wird nicht die Letzte sein. In einigen Monaten sind wir dann schon zu dritt…“ „Ich kann’s kaum erwarten.“ Zärtlich nimmt er dich in den Arm und küsst dich. Es erstaunt dich auch jetzt noch immer, wie zärtlich er sein kann. Einige Monate später ist es dann soweit. Es ist mitten in der Nacht und trotzdem ist es noch immer warm. Es sind die Wehen, die dich aus dem Schlaf reißen. „Fenrir! Wach auf, es ist so weit!“, weckst du deinen Mann, der friedlich neben dir schläft. „Was?“, murmelt er verschlafen vor sich hin. „Das Baby kommt!“ Mit einem Mal ist er wach. „Wir müssen los…“ Gemeinsam macht ihr euch auf den Weg zum St. Mungos. Es läuft alles glatt und mit den ersten Sonnenstrahlen des nächsten Tages, legt man dir dein Kind in den Arm. Es ist ein Mädchen. Als sie die Augen aufmacht ist es, als würdest du Fenrir anblicken. Ansonsten sieht sie keinem von euch wirklich ähnlich. Als Fenrir eintritt, scheint er verunsichert. Langsam kommt er näher und setzt sich an dein Bett. Vorsichtig streckt er die Hand aus, zögert aber noch einmal, bevor er eure Tochter berührt. „Sie ist genauso hübsch, wie ihre Mutter.“ Du lächelst ihn an. „Möchtest du sie halten?“ „Ich… ich weiß nicht. Was wenn ich zu grob bin und sie verletzte?“ „Das wirst du nicht. Ich vertraue dir. Immerhin ist sie deine Tochter. Du würdest ihr nie etwas antun.“ Du legst ihm das kleine Bündel in den Arm. In seinen Augen siehst du etwas, das du noch nie zuvor gesehen hast. Es ist eine Mischung aus Stolz, Ehrfurcht und unglaublichem Glück. So kann nur ein Vater gucken, wenn er sein Kind ansieht, da bist du dir sicher. In dem Moment wo du ihn so mit der Kleinen siehst, scheint alles perfekt zu sein. „Wie willst du sie nennen?“, fragt er dich. Ihr hattet öfter über mögliche Namen geredet, besonders da ihr euch überraschen lassen wolltet und nicht wusstet, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird. Du musst an den ersten Abend denken an dem ihr über Namen geredet habt. Der erste Name den er genannt hat, ist dir im Gedächtnis geblieben. Und jetzt wo du deine Tochter anschaust, kommst du zu dem Schluss, dass er passt. „Nelly. Ich will dass sie Nelly heißt.“ Als er den Namen wieder erkennt, lächelt er dich an. „Du hast ihn dir gemerkt.“ „So was vergess ich schon nicht.“ „Danke“, meint er dankbar. Du lächelst. Es ist der Name seiner Großmutter, das hat er dir einmal erzählt. Den Namen nun seiner Tochter zu geben, erfüllt Fenrir offensichtlich mit Stolz. Einen Tag später kannst du das Krankenhaus verlassen. Damit beginnt für euch ein Leben als Familie. Leider ist nicht alles so wie du es dir vorgestellt hast. Während Fenrir viel arbeitet, kümmerst du dich um eure Tochter. Du bist oft alleine, auch wenn du weißt, dass es nicht seine Schuld ist. Schon kurz nach der Geburt habt ihr festgestellt, dass eure Tochter das Wolfsgen von euch geerbt hat, was das Ganze nicht viel einfacher macht. Da ihr beide bereits Mitglied im Rudel seid, steht ihr das gleiche Recht zu. Nur dass sie dort das einzige Kind ist, was es für sie nicht gerade angenehm macht. Das nächste Problem ist die Tatsache, dass die Zeiten immer gefährlicher werden. Der sogenannte Dunkle Lord sammelt seine Anhänger um sich. Immer öfter werden Leute getötet, wenn sie sich weigern sich ihm anzuschließen. Das bereitet dir Sorgen. Doch es ist noch viel schwieriger, da Fenrir deine Sorgen nicht teilt. Immer öfter kommt es zum Streit zwischen euch. „Ich glaube, dass sie uns eine Chance bieten!“, argumentiert Fenrir mal wieder. Du hast Nelly gerade erst ins Bett gebracht und versuchst deshalb leise zu reden, damit sie nicht wieder wach wird. „Welche Chance soll das bitte sein? Sie töten unschuldige Menschen.“ „Sie bieten uns die Chance ein neues Leben zu bekommen! Eins in dem man uns nicht verachtet und als Außenseiter betrachtet!“ „Fenrir bitte schrei nicht so! Nelly schläft…“ „Verstehst du es denn nicht! Das ist es was ich meine! Es wäre eine bessere Welt für sie! Unsere Tochter könnte anders als wir leben, ohne als Außenseiter gesehen zu werden! Der dunkle Lord bietet ihr die Chance auf ein bessere Leben!“ „Diese Chance auf ein besseres Leben, wird nicht durch das Töten unschuldiger herbeigeführt! Eines Tages wird man unseres Gleichens akzeptieren und als gleichwertig ansehen. Aber das darf nicht so geschehen.“ „Die Toten sind der Preis der gezahlt werden muss. Wenn es nicht jetzt passiert, dann passiert es später! Nur wenn es jetzt passiert, passiert es schneller! Ich will dass unsere Tochter in einer besseren Welt aufwächst!“ Wenn er dich so anschreit, macht er dir wirklich Angst. Du traust ihm zwar nicht zu, dass er dich verletzt, aber dir ist auch klar, dass er es könnte. Nellys Schrei ist es der dich aus den Gedanken reißt. „Toll, jetzt hast du sie aufgeweckt.“ Er will zu ihr, doch du stellst dich ihm in den Weg. „Nein. Ich mach das.“ Du lässt ihn stehen und gehst zum Kinderbett im Nebenzimmer, welches einst das Büro war. Vorsichtig hebst du Nelly heraus und beginnst sie hin und her zu schaukeln, damit sie sich beruhigt. „Hör zu, Lizzy… Ich weiß was du denkst. Natürlich finde ich es nicht gut, dass sie Menschen töten. Aber es ist nun mal so und wenn es hilft etwas zu verändern, dann ist es wohl notwendig. Verstehst du denn nicht, dass ich nur das Beste für unser Kind möchte?“ „Ich möchte auch das Beste. Aber ich glaube, dass es einen besseren Weg geben muss. Die Art wie die Todesser es angehen, ist nicht richtig. Die Menschen die sie töten sind unschuldig.“ „Vielleicht. Vielleicht auch nicht.“ Wieder und wieder geratet ihr deshalb an einander. Während Fenrir die Seite der Todesser verteidigt, bist du strikt dagegen. Immer öfter geht er abends weg ohne zu sagen wohin. Es belastet eure Beziehung und doch kommt es für dich nicht in Frage ihn zu verlassen. Dafür liebst du ihn zu sehr, auch wenn ihr euch oft streitet. Es ist Winter und du bist auf den Weg mit Nelly zu deinem Vater. Er wollte sie für ein Wochenende nehmen, damit du dich mit Fenrir ausreden kannst. Etwas das immer nötiger wird. Der Schnee fällt langsam auf den Boden. Es hat den ganzen Tag geschneit und es ist sogar liegen geblieben. Doch als du um die Ecke biegst, merkst du dass etwas nicht stimmen kann. Die Haustür steht offen. Misstrauisch gehst du näher ran. „Dad?“, rufst du ins Haus. Als keine Antwort kommt, trittst du ein. Was du siehst, meint nichts Gutes. Alles wurde verwüstet. Dinge wurden aus dem Schrank gerissen und auf dem Boden verteilt, es sieht aus als hätte es einen Kampf gegeben. Panik ergreift dich. Du überlegst einen Moment Nelly abzusetzen, aber du fürchtest, dass sie so ein leichteres Ziel abgeben würde. So nimmst du sie lieber auf den linken Arm und zückst mit rechts deinen Zauberstab. „Dad!“, rufst du erneut. Doch es kommt keine Antwort. Dafür hörst du ein Krachen aus seinem Schlafzimmer. Du rennst hin, doch du kommst zu spät. Das letzte was du siehst ist ein Mann in einem schwarzen Umhang, eine Maske vorm Gesicht und eine spitze Kaputze auf dem Kopf. Ein Todesser. Als er dich mit dem Baby auf dem Arm sieht, dreht er sich um und verschwindet in schwarzem Rauch. „Dad…“, murmelst du, als du den Körper auf dem Bett bemerkst. Schnell rennst du hin und schüttelst ihn. Doch dein Dad reagiert nicht. Als du es schaffst ihn auf den Rücken zu drehen, starren dich zwei leblose Augen an. Er ist tot, da besteht kein Zweifel. Unter Tränen brichst du zusammen. Dein Dad war alles was von deiner Familie geblieben ist. Jetzt hast du nur noch Nelly als Blutsverwandte. Du nimmst sie fest in den Arm und versuchst sie zu beruhigen, denn sie hat ebenfalls angefangen zu weinen. Schnell sendest du Eulen los. Eine an das Ministerium und eine an Fenrir. Das Ministerium erreicht euch als erstes. Sehr zu deiner Überraschung ist es ein alter Bekannter der plötzlich vor dir steht. James Potter. „Lizzy?“, fragt er dich. Erst jetzt bemerkst du auch Sirius Black, welcher hinter James auftaucht. Ihr hattet einige Stunden zusammen mit den Gryffindors und du hast dich gut mit ihnen verstanden. „Ihr habt es also geschafft Auroren zu werden, wie ihr es wolltet, was?“ „Ja, haben wir. Alles in Ordnung bei dir und… und dein…deinem Baby?“ James Worte klingen sehr überrascht. Natürlich, er hatte ja auch keine Ahnung, dass du ein Kind hast. „Ja, wir sind in Ordnung. Als ich reinkam, ist der Todesser geflohen.“ „Hast du ihn erkennen können?“ „Nein. Er trug Umhang, Kapuze und Maske. Löste sich in schwarzem Rauch auf.“ „Okay. Das Opfer ist dein Vater, richtig?“ Du nickst nur. „Mein Beileid…“ „Danke…“ „Sirius, kannst du sie raus bringen?“ Dieser nickt und legt einen Arm um dich. „Wie heißt sie?“, fragt er dich auf dem Weg raus. „Nelly.“ „Sie ist kann kein Jahr alt sein. Hast du deshalb deinen Abschluss vorgezogen?“ „Ja.“ „Sie ist sehr hübsch. Genau wie du.“ „Danke.“ „Du musst sehr wütend sein auf die Todesser.“ „Ich würde alles dafür tun, dass sie dafür büßen. Sie haben mir genommen was von meiner Familie über geblieben ist. Wenn ich könnte würde ich jeden einzelnen von ihnen den Dementoren ausliefern.“ „Hast du das Verlangen sie zu töten?“ „Nein. Dann wäre ich nicht besser als sie. Aber ich würde alles tun um sie dem zu überlassen, was sie verdienen.“ „Möglicher Weise können wir dir dabei helfen. Einige von uns versuchen genau das. Allerdings ist es eine geheime Organisation.“ „Und warum erzählst du mir dann davon?“ „Weil ich glaube, dass du ein gutes Mitglied wärst. Du bist intelligent, warst gut in Verteidigung und hast einen guten Grund die Todesser zu hassen. Das Angebot steht, du kannst es dir ja überlegen. Aber du musst mir versprechen, dass du niemanden davon erzählst. Dann wäre es ja keine Geheimorganisation mehr.“ „Ich versprech es dir. Und ich werde über das Angebot nachdenken. Danke, Sirius. Ich werde mich bei dir melden, wenn ich mich entschieden habe.“ Seine Sicht: Die Eule erreicht ihn auf der Arbeit. Doch er kann nicht direkt weg. Als er endlich wegkommt, appariert er dorthin wo er schon damals hin apparierte, als er sie das erste Mal getroffen hat. Er schafft es gerade um die Ecke, als er Lizzy schon sieht. Sie ist nur einen Meter entfernt, Nelly auf ihrem Arm. „Lizzy…“, sagt er, woraufhin sie den Blick hebt. Sie hat geweint. Er kommt auf sie zu und nimmt sie in den Arm. Stumme Tränen fließen über ihre Wangen. Schnell bringt er sie hinter die Ecke, wo er mit beiden appariert. Sie landen im Wohnzimmer der Wohnung. Lizzy lässt sich aufs Sofa fallen, Nelly fest im Arm. „Lizzy… lass mich Nelly nehmen. Ich bring sie ins Bett.“ Eine ganze Weile hält sie das Kind fest, ehe er sie ihr abnehmen kann. Dann setzt er sich wieder zu ihr aufs Sofa und nimmt sie in den Arm. Stundenlang sagt keiner etwas und sie bewegt sich nicht. Er weiß nicht wie er sich verhalten soll, wie er ihr helfen kann… Vermutlich kann er das nicht und das ist das schlimmste daran. Er will helfen, kann es aber nicht und fühlt sich aufgeschmissen. Die nächsten Tage zeigt sich bei Lizzy ein deutlicher Hass auf alle Todesser und alles was mit ihnen zu tun hat. Das wiederrum führt zu noch mehr Auseinandersetzungen zwischen ihnen. Natürlich kann er ihre Wut nachvollziehen, aber in seinen Augen tun die Todesser nur was nötig ist, um etwas zu verändern. Doch das würde Lizzy niemals akzeptieren. Jetzt nicht mehr. Er kann täglich sehen, wie sehr es sie belastet, dass er nicht ihrer Meinung ist. Doch er sieht auch immer wieder, wie sehr sie ihn liebt. Denn egal wie sehr sie sich streiten, sie ist nie lange sauer. Oft kommt sie nur wenige Momente später zu ihm, um sich zu vertragen. Je mehr Zeit vergeht, desto klarer wird sein Entschluss. Es kann so nicht weiter gehen. Er sieht wie Lizzy vom Hass und der Wut belastet wird und wie seine Einstellung dazu es nicht besser macht. Die Tatsache, dass er sich am Tag des Unfalls den Todessern anschließen wollte, hat er ihr nicht gesagt. Und dass er es noch immer vorhat auch nicht. Doch würde sie es wissen, würde sie ihn wohl auch hassen. Er sieht einen Weg, der für beide eine Lösung darstellt. Doch es ist keine Lösung die ihm gefällt. Es würde für bedeuten alles zu verlieren. Die Gedanken daran rauben ihm den Schlaf und die Kraft, doch je mehr er nachdenkt, desto deutlicher erscheint es ihm die richtige Lösung zu sein. Vielleicht auch die einzige Lösung. Es ist spät in der Nacht, genau eine Woche später. Lizzy ist bereits schlafen gegangen und er hat Nelly beruhigt, als sie wieder zu weinen anfing. Fast als ahne sie was er vor hat. Als die Kleine endlich aufgehört hat zu weinen, legt er sie wieder in ihr Bett zurück. Sie wirkt so zerbrechlich… „Ich werde dich vermissen, Kleine. Ich hoffe du bist mir nicht böse, auch wenn du dich vermutlich nicht einmal an mich erinnern wirst. Vielleicht sehen wir uns irgendwann einmal wieder, ohne dass du weißt, wer ich bin. Dann werde ich dich ansehen und wissen wer du bist. Und ich werde stolz auf dich sein, wer auch immer du dann bist. Leb wohl…“ Ein letztes Mal blickt er ihr in die Augen. Die Augen die ihn nicht einfach nur ansehen, sondern direkt in ihn hinein sehen können. Es ist als würde sie seine Seele ansehen. Sofern er noch so etwas besitzt. Vorsichtig zieht er seinen Zauberstab und spricht einen Schlafzauber durch den Nelly für einige Stunden ruhig sein wird. Das gleiche tut er dann bei Lizzy. Er braucht die Zeit die sie schlafen, ohne die Möglichkeit, dass sie aufwachen. Sobald sie schlafen, geht er als erstes an den Schrank. Er holt seine Tasche raus, vergrößert sie und beginnt alle seine Sachen hinein zu stopfen. Zuerst die Klamotten. Danach alles vom Schreibtisch, dann Küche und Wohnzimmer. Nach und nach wird alles eingeräumt und die Wohnung verliert alles was an ihn erinnert. Letztlich scheint es als hätte die Wohnung nie ihm gehört, als hätte es ihn nicht gegeben. Genau das was er wollte. Aber natürlich weiß er, dass es nicht reichen wird. Lizzy würde ihn suchen, wenn er einfach verschwindet. Suchen bis sie ihn gefunden hat. Das kann er nicht zulassen. Er hat ihr Leben schon genug beeinflusst. Und zwar in einem überwiegend negativen Weg. Es ist das Beste, wenn er sie nicht länger nach unten zieht. Ein letztes Mal setzt er sich zu ihr ans Bett. Sie atmet regelmäßig und tief, so wie es sein sollte. „Ich werde dich immer lieben. Egal was passiert und egal dass du dich nicht an mich erinnern wirst. Du und Nelly habt mich geprägt und ich werde alles versuchen, damit ihr sicher seid, so lange ich lebe.“ Es braucht viel Überwindung diesmal den Zauberstab zu ziehen. Der Zauberspruch kommt ihm nur schwer über die Lippen. Doch dann ist es vorbei. Wenn Lizzy aufwacht, wird sie sich nicht mehr erinnern. Sie wird ihn nicht mehr kennen, so als hätte es ihn nie gegeben. Die Wohnung wird in ihrer Erinnerung ihr gehören, den Vater von Nelly kennt sie nicht. Im Rudel hat sie gegen wen anderes gekämpft, die Hochzeit hat nie stattgefunden. Schweren Herzens steht er auf. Jetzt wird sie ein gutes Leben haben können. Ein Leben in dem er sie nicht belastet, runter zieht oder sonst wie schadet. Ein Leben in dem sie glücklich werden kann. Er nimmt die Tasche in die Hand und appariert. Erst mal weg, wohin weiß er noch nicht. Alles was er für sein kommendes Leben geplant hat, ist endlich zu tun, was er schon lange wollte. Jetzt hat er keine Familie mehr, die ihn davon abhält, daher wird er sich jetzt den Todessern anschließen. Deine Sicht: Als du aufwachst, hast du das Gefühl, dass etwas falsch ist. Du stehst auf und gehst durch die Wohnung. Alles sieht aus wie immer, alles steht genau da wo es gestern stand. Doch es ist still. Zu still. Schnell rennst du in Nellys Raum, doch es ist nichts. Sie liegt still im Bett und schläft. Es kommt dir ungewöhnlich vor. Damit hätte sie mehrere Stunden am Stück geschlafen. Kommt nicht oft vor, aber du bist froh, dass sie es mal getan hat. Dadurch konntest du auch etwas länger schlafen. Bis Nelly aufwacht, beginnst du dich weiter um die Sachen zu kümmern die dein Dad hinterlassen hat. Die Beerdigung, das Haus, alte Rechnungen und all das. Doch die ganze Zeit über musst du immer wieder an das denken was Sirius dir gesagt hat. Die Organisation… Es gab einen Grund weswegen du das Angebot noch nicht angenommen hattest. Einen Grund der dir viel bedeutet hat. Doch dieser Grund fällt dir nicht mehr ein. Es ist als wäre er hinter einer Mauer versteckt. Als gäbe es in deinem Unterbewusstsein eine Barriere die dich hindert den Grund zu finden. Stundenlang überlegst du wieder und wieder, doch es fällt dir nicht ein. Schließlich glaubst du, dass du dir den Grund nur eingebildet hast. Deshalb fasst du endlich einen Entschluss. Du holst dir Stift und Pergament und schreibst die Nachricht für Sirius. „Ich bin dabei, wann und wo?“ Deine Eule fliegt sogleich los, um ihn zu finden. Statt einer Antwort, bekommst du Besuch. Sirius steht eine Stunde später vor deiner Tür. Du hast Nelly noch auf dem Arm, als du öffnest. „Sirius“, meinst du überrascht. „Hallo Lizzy. Und hallo Nelly.” Er streicht der Kleinen übers Gesicht und sie scheint sich über diese Geste zu freuen. Anscheinend mag sie ihn… „Ich fasse es nicht. Selbst in dem Alter lieben sie dich“, meinst du als Anspielung auf seine Frauengeschichten. Er lacht, bevor du ihn herein bittest. „Du hast dich also entschieden dabei zu sein?“, fragt er als er sich in der Wohnung umsieht. „Ja. Ich hab außerdem hab ich nichts mehr zu verlieren. Mir ist nur noch Nelly geblieben.“ „Bist du dir dann sicher, dass du es tun willst? Wir jagen Todesser. Das birgt immer ein gewisses Risiko. Es kann sein, dass du von einem Einsatz nicht wiederkehrst. Diese Gefahr besteht und das musst du wissen. Nelly hätte dann niemanden mehr?“ „Nein. Da bin nur noch ich.“ „Was ist mit ihrem Vater?“ „Ich…“ Du versucht angestrengt darüber nachzudenken, wer Nellys Vater ist. „Ich weiß nicht wer der Vater ist“, gibst du zu. „Dann wäre sie ganz alleine.“ „Ich weiß. Aber das Risiko geh ich ein. Das tun wir alle oder nicht? Wir tun es jeden Tag, egal ob wir gegen die Todesser vorgehen oder nicht. Es würde uns höchstens weiter in ihren Fokus drängen. Wenn ich sterbe, wird Nelly bei jemandem aufwachsen, der ihr sagt, dass ich für die Richtige Sache gestorben bin. Sie wird nie alleine sein, denn es wird immer jemanden geben, der sich um sie kümmert. Selbst wenn das nicht ich sein kann.“ „Immer diese Ravenclaws. Ihr habt auf alles eine Antwort, huh?“, fragt er dich lächelnd. „Fast immer, würde ich sagen.“ „Na dann halt die Kleine gut fest, es geht los.“ Gemeinsam appariert ihr und du wirst noch am selben Abend Mitglied im Orden des Phönix. Die Jagt nach Todesser erfüllt dich. Es ist als hättest du endlich gefunden, was du schon lange gesucht hast. Auch für Nelly hat der Orden einen Vorteil. Arthur und Molly Weasley haben Zwillinge in ihrem Alter, was ihr Spielgefährten bietet. Die drei sind gerade zu unzertrennlich. Eigentlich ist Nelly mit allen Weasley Jungen gut befreundet. Als dann die Logbottoms und Lily und James ebenfalls ein Kind erwarten, freust du dich sehr für sie. Nelly ist schon zwei Jahre alt, als Neville und Harry geboren werden. Beide findest du unglaublich süß. Manchmal kümmerst du dich um einen der beiden, wenn mal wieder ein Einsatz ansteht. Doch als dann Halloween kommt, passiert das was keiner von euch erwartet hätte. Der dunkle Lord stirbt. Doch er ist leider nicht der Einzige, denn er reißt viele andere mit in den Tod. Darunter Lily und James, welche wirklich gute Freunde geworden sind. Auch Sirius wird dir genommen, denn er wird prozesslos nach Askaban gebracht. Remus plant unterzutauchen und bietet dir an, mit ihm zu kommen. Als Werwolf habt ihr es besonders jetzt nicht einfach. Doch du zögerst lange. Nelly hat es nicht verdient ein Leben auf der Flucht zu führen. Daher fasst du einen Entschluss. Du gibst Nelly zur Familie Weasley. Sie sollen für sie Sorgen, wie du es nicht kannst. Jeden Monat gibst du ihnen Geld, da du weißt, dass sie nicht viel haben. Und du kommst sie jede Woche drei Mal besuchen. In der Vollmondnacht nimmst du sie mit. Natürlich wissen die Weasleys, dass sie ein Werwolf ist, aber du kannst ihnen nicht zumuten sie in der Nacht dort zu lassen. Doch ihr habt wirklich Glück, denn der Wolfsbanntrank wird, noch bevor Nelly nach Hogwarts kommt, erfunden. Er macht es für euch alle leichter. Und es bietet deiner Tochter die Möglichkeit wie alle anderen nach Hogwarts zu gehen. Als der Brief kommt, informierst du Dumbledore und er versichert dir, dass es kein Problem darstellen wird. Je älter Nelly wird, desto mehr erinnert sie dich an deine Mutter, alles sieht ihr ähnlich, abgesehen von den Augen. Ab dem Zeitpunkt wo sie nach Hogwarts geht, wird es einfacher für dich. Natürlich besuchst du deine Freunde hin und wieder, doch lange nicht so oft wie du wegen Nelly da warst. Du kannst damit endgültig mit Remus untertauchen. Ihr haltet euch mit verschiedenen kleinen Jobs gerade so über Wasser. Die Wohnung die ihr euch teilt, ist winzig. Nicht mehr als zwei Betten, eine Kochecke und ein Tisch, doch für euch reicht es. Doch hat es den Nachteil, dass man auf dem engen Raum keine Privatsphäre hat. Aber so lange wie ihr schon gemeinsam unterwegs seid, stört es dich fast nicht mehr. Hin und wieder macht Remus eine Andeutung oder einen offensichtlichen Annäherungsversuch, aber du blockst all das ab. Wenn ihr weiter zusammen auskommen und wohnen wollt, ist eine romantische Beziehung zwischen euch nicht sonderlich hilfreich. Zumindest nicht in deinen Augen. Außerdem hast du keinerlei derartige Gefühle für ihn. Die hast du für niemanden, fast als könntest du dich einfach nicht verlieben. Oft liegst du wach und denkst darüber nach, aber dir fällt einfach kein Grund ein, warum das so ist. Manchmal denkst du, dass du vielleicht schon verliebt bist und einfach nicht mehr weißt in wen. Die Zeit vergeht schnell und als Remus beschließt Lehrer zu werden, beginnt eine einsame Zeit für dich. Dir war nie bewusst wie sehr du dich an seine Gesellschaft gewöhnt hast. Doch es hat auch einen Vorteil, so kannst du dich nämlich mal auf dich selbst konzentrieren, herausfinden was du wirklich willst. Die Antwort fällt einfach aus. Du willst Gerechtigkeit schaffen. Die Konsequenz daraus ist, dass du deinen aktuellen Job aufgibst und beginnst für das Ministerium als Kopfgeldjäger zu arbeiten. Kein offizieller Job, doch unter der Hand bezahlen sie ganz gut für die Jobs, welche Auroren aus rechtlichen Gründen nicht tun können. Je länger du das machst, desto besser gefällt es dir. Du magst den Nervenkitzel und das Gefühl das Richtige zu tun. Als Remus plötzlich mit Sirius bei dir auftaucht, bist du kurz davor beide wegsperren zu lassen. Erst als sie dir die Situation erklärt haben, beruhigst du dich. Du behandelst Sirius Wunden, bei denen du sofort erkennst woher sie kommen. Danach versprichst du ihn öfter zu besuchen und mit Lebensmittel zu versorgen, weswegen du mit ihm im Grimauldplace einziehst. Doch als Nelly 16 ist, passiert das wovor sich immer alle gefürchtet hatten. Der dunkle Lord kehrt zurück. Für dich steht fest, dass du besonders jetzt weiter machen musst. Nur wenig später ruft Dumbledore den Orden wieder ins Leben und natürlich schließt du dich an. Du triffst dort auf einige alte Gesichter, aber auch auf viele neue. Doch am meisten überrascht dich wohl Snapes Anwesenheit. Anscheinend sind auch Remus und Sirius damit nicht ganz einverstanden. Von den neuen Leuten interessiert dich aber noch mehr ein Mann, welcher wohl in euren Alter ist. Er stellt sich als Rory Dallians vor. Seine dunkelbraunen Haare bekommen an der Seite bereits einen graustich und die dunkelbraunen Augen scheinen schon viel gesehen zu haben. Etwas an ihm fasziniert dich. Als das Treffen vorbei ist, kommt er auf dich zu und setzt sich neben dich. „Lizzy, richtig?“, fragt er freundlich. Du nickst. „Freut mich. Sag mal gehe ich Richtig in der Annahme, dass du Single bist?“ „Wie kommst du darauf?“, fragst du überrascht. „Naja Sirius Black, welcher als Frauenheld bekannt ist, starrt dich des Öfteren an, deshalb bin ich davon ausgegangen, dass du keinen Freund hast und er überlegt wie er dich anmachen soll.“ Du musst schmunzeln. „Woher weißt du, dass Sirius ein Frauenheld war?“ „Ich hab mich etwas über die meisten hier informiert.“ „Auch über mich?“ „Vielleicht…“ „Dann solltest du doch die Antwort auf deine Frage kennen.“ „Ich dachte ich frag lieber noch mal nach.“ „Warum?“ „Weil ich dann sicher gehen kann, dass du keinen Grund hast Nein zu sagen.“ „Nein? Wozu?“ „Dazu, dass ich dich morgen Abend abhole und mit dir Essen gehen werde.“ „Ist das etwa die Frage nach einem Date?“ Dir gefällt seine Art. Es ist mal etwas Neues, denn so hat dich bisher noch nie jemand gefragt. „Es ist mehr die Frage, ob dir morgen passt, oder dir übermorgen lieber ist. Auf die Frage nach einem Date könntest du ja mit Nein antworten. So hast du keine andere Wahl als mit mir auszugehen.“ „Morgen Abend, punkt Acht Uhr hier.“ „Ich freu mich schon.“ Grinsend steht er auf und geht. Es gefällt dir, dass er nicht fragt, sondern festlegt. Das zeigt dir, dass er weiß was er will und offensichtlich will er dich. Das Date am nächsten Abend läuft super und ihr verabredet euch gleich noch mal. Immer öfter trefft ihr euch und werdet schließlich ein Paar. Auch wenn du dir nicht sicher bist, ob es das ist was du wirklich willst. Du magst Rory, sehr sogar und du hast auch Gefühle die über Freundschaft hinausreichen, aber es kommt dir nicht wie Richtige Liebe vor. Doch er macht dich glücklich und das ist alles was in dem Moment zählt. Zum ersten Mal seit langen fühlt es sich an, als hättest du deinen Platz gefunden. Aber natürlich ist das Leben nicht fair. Die Zeiten werden gefährlicher, mehr als es euch allen lieb ist. Sirius und einige andere verlieren viel zu früh ihr Leben. Nelly schließt sich direkt nach ihrem Abschluss dem Orden an. Es hat dich erstaunt, dass sie das Jahr beendet hat, obwohl Fred und George abgebrochen haben. Eigentlich hättest du erwartet, dass sie mit den beiden abbricht, doch sie hat eigene Pläne. Nach der Schule geht sie in die Lehre zur Aurorin. Anscheinend kommt sie sehr nach dir. Doch schon bald muss sie abbrechen. Das Ministerium wurde vollkommen von den Todessern übernommen. Statt auf Todesser wird nun ein Kopfgeld auf Auroren und Schüler ausgesetzt. Auch ihr beide bleibt davon nicht verschont. Nellys Kopfgeld ist nicht viel, aber deins hat es ziemlich in sich. Jetzt zu bleiben, wäre dumm. Du beschließt mal wieder unterzutauchen. Doch diesmal bist du nicht alleine. Rory und Nelly haben beschlossen dich zu begleiten. Es freut dich besonders, da Nelly das gleiche Angebot von ihren besten Freunden bekommen hat. Doch sie hat sich stattdessen für dich entschieden. Bald schon wird dein kleines Mädchen 19. Mehr und mehr wird dir bewusst, dass sie kein kleines Mädchen mehr ist. Sie ist erwachsen geworden. Wochenlang streift ihr umher, ohne einen Zwischenfall. Aber es kommt natürlich wie es kommen muss. Eine Gruppe von Greifern durchbricht euren Schutzwall und steht plötzlich vor euch. Sie sind mit fünf Männern in der Überzahl. Seine Sicht: Wieder einmal haben sie es geschafft einen Schutzwall zu brechen. Es ist bereits das dritte Mal in diesem Monat, sie werden eindeutig besser. In der Hoffnung wieder mal einen guten Fang gemacht zu haben, schickt er seine Leute voraus, um sie alle zu fangen und zu fesseln. Es scheint ein Tag wie jeder andere zu werden, wäre da nicht etwas das ihn stutzen lässt. Je weiter er den Männern folgt, desto intensiver wird der Geruch den er wahr genommen hat. Einen Geruch, der ihm so vertraut scheint. Den ersten den sie zu ihm bringen ist ein Mann. Ungefähr ihr Alter, doch sein Gesicht kommt ihm nicht bekannt vor. Vermutlich ist auf ihn kein Kopfgeld ausgesetzt. Doch an ihm haftet ebenfalls dieser Duft. Es ist nicht seiner, aber er hängt an ihm wie ein Schaal. Nach und nach erinnert er sich wieder an den Duft. Und diese Erkenntnis trifft ihn wie ein Schlag ins Gesicht. In dem Moment kommen die Männer mit zwei weiteren Gefangenen um die Ecke. Zwei Frauen, eine älter die andere gerade erst aus dem Jugendalter heraus. Beide wehren sich so gut sie können, doch sie sind nicht stark genug. Die jüngere bemerkt ihn als erstes. Als sie den Kopf hebt und ihn mit all der Wut in sich anblickt, hat er das Gefühl, dass sie genau in seine Seele blickt, als wäre er ein offenes Buch. Er muss mit ansehen, wie die Wut aus ihrem Gesicht der puren Panik weicht. Natürlich, sie hat ja keine Ahnung wer er wirklich ist. Er hat sich in den ganzen Jahren stark verändert. Ist mehr Wolf als Mensch geworden und hat Dinge getan, die scheußlich waren. Die Panik in ihren Gesicht, in ihren den seinen Augen lassen ihn bewusst werden, dass er zu dem Monster geworden ist, welches er nie sein wollte. Sie ist ihm nie begegnet und doch erkennt sie ihn als Greyback den brutalen, gefährlichen Werwolf. Mit einem Schlag wird er traurig. Trauriger als er je zuvor war. Jetzt hat ihn auch die andere Frau bemerkt. Sie reagiert nicht viel anders. Aber es bei ihr zu sehen, verletzt ihn glatt noch ein bisschen mehr. Er muss an all die Nächte denken die sie zusammen verbracht haben. An Nächte von denen sie nichts mehr weiß. Für sie haben diese Nächte nie existiert. Nur leider hat er sie nie vergessen, so oft hat er an ihre Nähe gedacht und das Gefühl sie im Arm zu haben. Ein Gefühl, welches er nie wieder haben wird. Seine Männer bringen die beiden zu dem Mann und zwingen sie auf die Knie. Die Brutalität mit der sie vorgehen, lässt ihn wütend werden, doch er muss sich beherrschen. Er darf nicht vergessen, dass sie ihn beide nicht kennen. „Lizzy und Nelly Wilkinson und Rory Dallians”, berichtet einer der Männer. Ihm ist sofort klar, dass auf seine Tochter und ihre Mutter ein nicht unerhebliches Preisgeld ausgelegt ist. „Auf alle drei ist was ausgesetzt. Auf die Alte am Meisten“, meint einer der Männer nachdem er die Namen im Register gesucht hat. „Wollen wir sie mitnehmen oder direkt ins Ministerium bringen?“, fragt man ihn, doch er nimmt die Frage kaum wahr. Alles was er tun kann ist zwischen Lizzy und Nelly hin und her zu sehen. Nelly ist groß geworden, aber sie hat weder von ihm noch von Lizzy viel. Man sieht nur wenn man nach Anzeichen sucht die Verwandtschaft der beiden. Beide starren ihn voller Hass und Furcht an, als würden sie erwarten jeden Moment zerfleischt zu werden. Deine Sicht: Er antwortet nicht auf die gestellte Frage. Starrt dich und deine Tochter einfach nur abwechselnd an, als würde er über etwas ganz anderes nachdenken. „Greyback?“, fragt einer der Männer schließlich noch mal nach, woraufhin er wieder ins Jetzt zurück kommt. „Was sollen wir mit ihnen machen? Direkt zum Ministerium bringen?“ „Nein“, grollt er. Es ist eine tiefe, animalische Stimme, doch sie verursacht bei dir eine Gänsehaut. Nur warum? Es ist als ob dein Körper auf die Stimme reagieren würde. Dein Kopf beginnt zu pochen, als hättest du stundenlang über etwas nachgedacht. „Lasst sie gehen“, meint er und deutet auf dich. Hat er das tatsächlich gerade gesagt? Die Männer scheinen es auch nicht zu glauben. „Was?“ „Ihr habt verstanden. Lasst sie gehen“, sagt er bestimmt. „Aber sie ist von denen am meisten wert! Sie alleine kann uns reich machen!“ „Habt ihr etwa nicht zugehört? Ich sagte: Lasst sie gehen!“, meint er diesmal mit viel Groll in seiner Stimme. Diese Wut lässt die andere zusammen zucken. Sie kommen zögerlich auf dich zu und befreien dich von den gerade angelegten Fesseln. Schnell stehst du wieder auf, damit du nicht unterlegen bist. „Ich gehe nirgendwo hin. Nicht ohne meine Tochter und Rory.“ „Macht das Mädchen ebenfalls frei“, befiehlt er. „Willst du uns verarschen! Die beiden sind viel wert und du willst sie gehen lassen?“ „ICH HABE EUCH EINEN BEFEHL GEGEBEN!“ Er scheint sich kaum noch beherrschen zu können, weswegen die Männer ohne Wiederspruch auch Nelly los machen. Glücklich hilfst du ihr hoch und nimmst ihre Hand. „Geht“, meint der Berg von Mensch zu euch, doch du schüttelst den Kopf. „Ich lass Rory nicht alleine zurück. Entweder kommt er auch mit, oder wir bleiben hier.“ Er schaut dir tief in die Augen und für einen Moment scheint es als würdest du Respekt sehen. „Er bleibt“, beschließt Greyback und nimmt eure Zauberstäbe die man euch entwendet hat an sich. „Wir ziehen weiter“, beschließt er als nächstes. Daraufhin ziehen die Männer Rory auf die Beine und zerren ihn mit sich. Greyback vorne an. „Nein!“, schreist du und läufst auf die Männer zu. Du trittst und schlägst nach ihnen, versuchst mit aller Kraft Rory frei zu bekommen. Einer verliert die Geduld und anstatt dich nur wegzuschubsen, tritt er dir ins Knie. Daraufhin landest du wieder aufm Boden. „Mom!“, schreit Nelly, wird aber sofort von jemandem festgehalten. „Lass sie in Ruhe!“, ruft auch Rory, doch natürlich ignoriert man ihn. Der Mann über dir nutzt die Gelegenheit und tritt dir in den Magen. Er hebt gerade die Faust um zuzuschlagen, als er plötzlich aufgehalten wird. Jemand hat seine Faust gepackt und scheint sie nun fest zuzudrücken. Es dauert einen Moment bis du erkennst, dass es Greyback ist. „Wage es nicht noch einmal Hand an sie zu legen“, knurrt er. Die Wut in seiner Stimme lässt alle Männer zusammen zucken. Er drückt fester zu und du kannst hören wie etwas knackt. „Du willst nicht, dass ich wütend auf dich bin, nicht wahr?“ „Nein.. nein… Bitte…“, winselt er. Schließlich lässt Greyback die Hand los, welche sofort in verschiedenen Farben anschwillt. „Ich würde das euch allen raten. Weder ihr noch dem Mädchen wird etwas angetan. Sie sind nicht unsere Gefangenen. Ist das bei allen angekommen?“ Die Männer nicken ein verständlich. Nelly wird augenblicklich los gelassen und rennt zu dir. „Alles okay!“, fragt sie besorgt. Trotz der Schmerzen im Magen nickst du. Sie hilft dir dich wieder aufzustellen. Greyback beobachtet euch dabei ganz genau. „Wir werden trotzdem nicht ohne Rory gehen.“ Und das tut ihr auch nicht. Die Männer ziehen weiter und ihr tut alles was euch einfällt, damit ihr Rory frei bekommt. Die Tatsache, dass sie euch nicht verletzten dürfen beziehungsweise es nach Greybacks Ansage nicht mehr wollen, macht es für euch einfacher. Doch die Männer geben dennoch nicht auf. „Greyback! Tu was gegen die beiden, ich verliere langsam die Geduld!“, meint einer der Männer nach einigen Stunden in denen sie Tritte Schläge und sonstige Sabotage versuche ausgehalten haben. „Kommt her ihr beiden“, befiehlt er euch. „Ich denk nicht daran!“, protestierst du und versucht es weiter. Er seufzt und kommt auf dich zu. Bedrohlich baut er sich vor dir auf. Unbeeindruckt, reckst du ihm das Kinn entgegen. Auf der einen Seite packt dich ein wenig die Angst. Von Greyback hat jeder schon mal gehört und es ist nie etwas Gutes. Er zählt als einer der brutalsten Anhänger des dunklen Lords, welcher sogar in Menschengestalt nach Blut und Fleisch giert. Doch auf der anderen Seite hast du nicht das Gefühl, dass du Angst haben musst. Es kommt dir vor, als hättest du solche Situationen schon öfter durchlebt. „Zwing mich nicht, dich zu fesseln. Du solltest froh sein, dass ich euch beide gehen lasse und die Chance nutzen.“ „Nicht ohne Rory“, zischst du ihm entgegen. Er schaut dich eine Weile an, dann blickt er zu Nelly, welche den gleichen Eindruck vermittelt. „Ihr lasst mir keine Wahl. Messer“, befiehlt er und einer der Männer hält Rory Sekunden später ein Messer an die Kehle. „Nein!“, meinst du erschrocken und willst zu Rory, wagst es aber nicht aus Angst, dass sie ihn töten könnten. „Lasst meine Männer in Ruhe ihren Job tun und ihm wird nichts geschehen. Versucht ihr aber weiter ihn zu befreien, werden wir ihm die Kehle aufschlitzen. Habt ihr das verstanden?“ Wütend starrst du ihn an. „Was man sagt, stimmt schon. Du bist ein Monster. Genau wie alle anderen hier auch.“ „Verstanden?“, wiederholt er seine Frage. „Ja…“, gestehst du ihm ein. Auch Nelly nickt. Die Männer schleifen Rory weiter und ihr folgt ihnen. Doch keiner von euch wagt es noch etwas zu tun. „Wir müssen ihn da irgendwie raus bekommen“, stellst du fest. Nelly nickt. Aber sie wirkt abwesend. Als wäre sie mit den Gedanken wo anders. „Ich frage mich, warum er so ist.“ „Wer?“, fragst du überrascht. „Greyback. Er ist brutal, gewalttätig und blutrünstig. Warum stellt er sich dann zwischen dich und seine Männer? Warum verbietet er ihnen uns etwas anzutun?“ Diese Fragen hast du dir auch schon gestellt. Aber die Antwort kennst du nicht. Nelly hat recht, dieses Verhalten passt nicht zu ihm. „Ich hab das Gefühl, dass er dich mag. Kennst du ihn irgendwoher?“ „Was? Als ob er jemanden mögen kann. Ich kenn ihn nicht. Hab ihn heute das erste Mal getroffen.“ Das was du sagst entspricht zwar der Wahrheit, doch fühlt es sich nicht wahr an. Dein Kopf pocht weiter, ohne dass du weißt warum. Du kramst in deinen Erinnerungen nach einer möglichen Begegnung mit ihm, aber da gibt es nichts. Mit einem Mal befällt dich eine unglaubliche Welle der Traurigkeit, als hättest du etwas sehr wertvolles verloren. Nur kannst du auch dieses Gefühl absolut nicht einordnen. Je länger ihr geht, desto müder werdet ihr. Es ist schon recht spät am Abend und euer Magen knurrt, als ihr endlich Rast macht. Noch immer habt ihr keinen Plan, wie ihr Rory befreien könnt. Die Greifer beginnen ein Lagerfeuer zu machen und in einem Topf etwas Suppe artiges zu kochen. Ihr haltet euch am Rande des Lichtkegels auf in der Hoffnung auf eine Gelegenheit Rory zu helfen. Doch es sind immer mindestens zwei der Männer bei ihm. „Es wird in der Nacht kalt, ihr solltet lieber näher ans Feuer kommen, wenn ihr nicht erfrieren wollt“, grollt Greyback euch zu. Ungern gestehst du dir ein, dass er Recht hat. „Er hat recht. Lass uns näher ran.“ „Traust du ihm etwa?“, fragt Nelly überrascht. „Nein. Aber wenn er uns hätte töten wollen, wären wir längst tot.“ Sie nickt und ihr setzt euch vorsichtig näher ran. Jetzt merkt ihr auch die Wärme die das Feuer abstrahlt. Der Reihe nach gehen die Männer schlafen. Ihr wagt es kaum. Nelly legt sich eine Weile hin in der du wach bleibst, später wollt ihr es anders herum machen. Greyback ist der Einzige der noch wach ist. Sogar Rory ist eingeschlafen. Damit seid es nur noch ihr beide. „Wie alt ist sie?“, fragt er plötzlich mit einem Blick auf Nelly. „Neunzehn.“ Er scheint darüber nachzudenken, dann nickt er nur. Du blickst ihm in die Augen. Erst jetzt fällt dir auf, dass sie denen von Nelly sehr ähnlich sehen. Nein nicht nur ähnlich, es könnten ihre sein… Er bemerkt deinen Blick und schaut dich an. Schnell wendest du den Blick ab, doch das Bild bleibt in deinem Kopf. Wie kann es sein, dass sie sich so ähnlich sehen? Zufälle gibt’s… „Ist er dein Mann?“, fragt er diesmal auf Rory bezogen. „Nur mein Freund.“ Wieder nickt er. Warum will er das wissen? Für einen Moment sieht es so aus, als wäre er verletzt. Eine einzelne Sekunde drängt sich ein Bild in den Kopf, das du nicht zuordnen kannst. Es ist ein junger Mann mit breiten Gesicht und strengen Zügen. Es legt sich über Greybacks Gesicht und es scheint fast eine menschlichere Version von ihm sein zu können. Doch bevor du es wirklich erfassen kannst, ist es weg. Angestrengt versuchst du dich daran zu erinnern, aber es ist weg. Als wäre es aus deinem Kopf gezogen worden. „Sind wir uns schon mal begegnet?“, fragst du völlig verunsichert. Überrascht schaut er dich an. Sein Blick wird unendlich traurig, so traurig wie du dich vorhin gefühlt hattest. „Nein. Wir sind uns nie begegnet.“ Eine ganze Weile schweigt ihr vor euch hin. Sein Blick wandert immer wieder zwischen dir und Rory hin und her. „Er liegt dir sehr am Herzen oder?“ Du gibst keine Antwort, starrst ihn nur an. Zu antworten würde dir irgendwie falsch erscheinen. Er sieht es als Betätigung. „Ich verstehe. Ich hab das Gefühl müde zu werden. Nutz die Gelegenheit um mit ihm abzuhauen.“ Er dreht sich auf die Seite, so als wäre er eingeschlafen. „Warum tust du das?“, fragst du gerader heraus. Er schaut dich an. Für einige Sekunden scheint er tief verletzt zu sein. „Du lässt uns frei, hältst deine Männer von uns fern, verletzt uns nicht und jetzt das? Warum? Was haben wir gemacht, dass du uns so behandelst?“ „Würdest du nicht verstehst. Sei doch froh, dass es so ist.“ „Bin ich aber nicht! Ich will es verstehen! Ich will wissen, warum wir?“ „Das ist doch egal.“ „Nein ist es nicht. Warum wir!“ „Du erinnerst mich an wen den ich kannte. Darum.“ „Und an wen?“ „Eine Person die ich geliebt habe. Noch immer liebe... Warte fünf Minuten, dann mach ihn los und geh.“ Er schaut gedankenverloren ins Feuer. Du bekommst das Gefühl dich bei ihm bedanken zu müssen. Schnell bevor dich der Mut verlässt, stehst du auf, gehst zu ihm und umarmst ihn kurz. Ein Gefühl der Vertrautheit kommt in dir hoch, nur kurz bevor dein Verstand die Kontrolle übernimmt. Du gehst zu Nelly und weckst sie, während Greyback so tut, als würde er schlafen. Sie beginnt Rory los zu machen, während du eure Zauberstäbe holst. „Danke… Für alles“, flüsterst du ihm dabei heimlich ins Ohr. Dann belegst du ihn tatsächlich mit einem Schlafzauber, damit die anderen keinen Verdacht schöpfen. Dann flieht ihr alle drei zusammen. Doch auch zurück auf der Flucht kannst du nicht mehr klar denken. Dauerhaft siehst du das Bild des Mannes vor dir und dein Kopf scheint zu explodieren. Greybacks Handeln erscheint dir unnatürlich und doch hast du das Gefühl, dass es das einzige war was er hätte tun können. Drei Wochen schaut Rory sich das Ganze mit an, bevor er dich drauf an spricht. „Was ist los?“ „Was meinst du?“ „Du bist seit damals anders. Stiller, dauerhaft am nachdenken“ „Ich kann mir Greybacks Handeln einfach nicht erklären.“ „Kannst du es wirklich nicht, oder willst du es einfach nicht sehen?“ „Was meinst du?“ „Die Art wie er dich angesehen hab, wie er dich behandelt hat. Die Lösung dafür liegt auf der Hand, doch ich frage mich, ob du es nur nicht sehen willst.“ „Ich weiß nicht, was du meinst.“ „Woher kennst du ihn wirklich?“, fragt Rory ernsthaft. „Was? Ich kenne ihn nicht, hab ihn noch nie vorher getroffen.“ „Lüg mich bitte nicht an!“, meint er etwas lauter, sodass du zusammen zuckst. So hast du ihn noch nie erlebt. „Ich lüge nicht! Ich kenne den Mann nicht!“ Wieder ist es da. Das Gefühl, dass das woran du dich erinnerst nicht die Wahrheit ist. Das Bild des Mannes taucht auf. Doch diesmal schaut er dich nicht nur einfach an, er beginnt zu lächeln. „Siehst du es denn nicht? Er hat dich so behandelt, weil er in dich verliebt ist! Nur verliebt man sich nicht einfach so, daher frage ich dich noch einmal: Woher kennst du ihn wirklich?“ „Ich kenne ihn nicht! Und er ist ganz bestimmt nicht in mich verliebt!“ Du siehst Rory an, dass er dir nicht glaubt. Wütend hebt er einen Stock auf und schleudert ihn gegen den nächsten Baum, sodass er zersplittert. „Weißt du was das schlimmste ist?“ Du schweigst ihn an, Tränen bahnen sich ihren Weg über dein Gesicht. „Dass es so aussah, als würdest du das Gleiche fühlen…“ Wie kann er nur so etwas glauben? Du willst ihm sagen, dass es nicht so ist, aber etwas hält dich davon ab. Das Bild vor deinen Augen hält dich ab. Er lächelt dich in deinem Kopf an und nur dieses kleine Lächeln gibt dir ein gutes Gefühl. Und genau dieses Gefühl verhindert es Rory zu protestieren. „Weißt du was? Es ist vorbei. Ich hau ab“, beschließt er. „Rory! Tu das nicht!“ „Warum? Sei doch ehrlich dir liegt nicht viel an mir, zumindest nicht so viel wie du vorgibst. Du liebst mich nicht und das hast du auch nie. Wenn du schon nicht zu mir ehrlich sein kannst, dann sei es wenigstens zu dir selber. Gesteh dir endlich ein, dass es so ist.“ Tränen fließen über dein Gesicht. Jedoch ist es nicht, weil er gehen will, sondern weil du weißt, dass er Recht hat. Du hast zwar Gefühle für ihn und du magst ihn gerne, aber Liebe war das nie. Und vermutlich wird es auch nie Liebe sein. Keine Stunde später hat Rory seine Sachen gepackt und steht abreise fertig vor dir. Nelly hat das Ganze natürlich mitbekommen und steht etwas ratlos neben dir. „Du wirst es nicht mal versuchen, oder?“, fragt er dich traurig. Du weißt was er meint. Du wirst nicht versuchen ihn aufzuhalten. Keine Antwort reicht ihm. „Lebt wohl. Vielleicht sehen wir uns eines Tages wieder.“ Dann ist er verschwunden. Einfach appariert. „Was war denn los, dass er einfach so Schluss macht und verschwindet?“, fragt dich Nelly. „Ich will nicht drüber reden. Es hat einfach nicht mehr gepasst.“ „Schade. Ich mochte ihn. Manchmal hat er mich an meinen Vater erinnert.“ Du stutzt und schaust sie verwundert an. „Deinen Vater? Aber ich weiß nicht wer dein Vater ist. Da kannst du ihn unmöglich kennen.“ „Ich weiß, dass es so sein sollte, aber immer wenn ich mir versuche meinen Vater vorzustellen, habe ich ein ganz bestimmtes Bild im Kopf. Es ist nicht ganz klar, nur für wenige Sekunden, so als wäre ich müde gewesen. Ich sehe dann immer einen Mann vor mir, groß und breit gebaut. Kräftiger Kiefer und dicke Brauen. Er hat genau die gleichen Augen wie ich und lächelt mich traurig an. Ich habe das Gefühl, dass er mir etwas sagt, aber ich erinnere mich nicht. Nur dass es eine tiefe Stimme war, weiß ich noch. Natürlich weiß ich nicht, ob diese Erinnerung mein Vater ist und ich weiß wie unwahrscheinlich das ist, aber es fühlt sich einfach so an.“ Während Nelly den Mann beschreibt, erstarrst du regelrecht, denn das Bild stimmt genau mit dem in deinem Kopf überein. Aber wie kann das sein? Nelly kann ihren Vater nie getroffen haben, du weißt ja nicht mal wer er ist. Oder? Wieder stellen sich diese Kopfschmerzen ein, doch diesmal ist es dir egal, du kannst nicht aufhören nachzudenken. Du versuchst dich an die Zeit vor Nellys Geburt zu erinnern. Aber da ist nicht viel von geblieben. Du erinnerst dich daran, dass du festgestellt hast schwanger zu sein. Das war noch in Hogwarts. An einem Wochenende warst du bei deinem Vater um es ihm zu sagen, aber du warst nicht alleine da. Nur wer war mit? Wer hat dich begleitet? Wieder und wieder versuchst du dir die Szene durch den Kopf gehen zu lassen, aber es ist als wäre etwas aus deinem Kopf gelöscht worden. Du ziehst deinen Abschluss vor, ziehst in deine Wohnung ein. Wieder hat dir dabei wer geholfen, da ist jemand bei dir gewesen. Nie warst du alleine, er war immer da. Aber wer war das? Krankenhaus Nelly wird geboren und auch hier bist du in Begleitung. Jemand nimmt das kleine Bündel auf den Arm und da ist es! Das Bild was du gesucht hast. Du siehst es deutlich vor dir, du liegst im Krankenhaus und am Bettrand sitzt er. Der Mann aus deinem Kopf. Er hält Nelly auf dem Arm und lächelt zunächst sie und dann dich an. Dann ist das Bild wieder weg. Wer ist er! Warum erinnerst du dich nicht mehr an ihn. Die Kopfschmerzen werden schlimmer, doch du bemühst dich sie zu ignorieren. Du kommst mit Nelly nach Hause und wieder ist jemand da. Ihr lebt zusammen! Immer ist er da. Du erinnerst dich wie du mit der Person gestritten hast, aber das Gesicht ist immer unscharf. Du stellst dir vor, dass die Person das Gesicht aus deinen Kopf hat und nach und nach wird es immer klarer. Je mehr du denkst, desto schlimmer wird dein Kopf. Schließlich scheint er zu explodieren, doch du hörst nicht auf in der Vergangenheit nach dem Gesicht zu suchen. Es ist als würdest du gegen eine Barrikade drücken. „Alles in Ordnung?“, fragt Nelly, doch das bekommst du kaum mit, du nickst einfach und setzt dich hin. Was ist es was dich davon abhält dich zu erinnern! Wütend versuchst du es weiter, kämpfst gegen die Barrikade in deinem Kopf an. Letztlich schaffst du es. Es ist wie ein Knall dem tausende kleine Erinnerungsmomente folgen. Du wirst ins Rudel aufgenommen und du begegnest ihm zum ersten Mal, du besiegst ihn, er lädt dich zum Date ein, ihr picknickt, trefft euch mehrere Male, du küsst ihn, ihr schlaft miteinander, führt eine Beziehung, du bist schwanger, er heiratet dich, Nelly kommt, ihr seid glücklich, streitet euch und dann der Tag wo du ihn zum letzten Mal gesehen hast. Dann war er weg. Er ist aus deinem Leben verschwunden und hat alles mit sich gerissen, was dich an ihn erinnert hat. Vermutlich war es ein Gedächtniszauber der alles löschen sollte. Ein Name taucht wieder auf, den du gehofft hattest nicht zu finden: Fenrir Greyback. Er war es also, die ganze Zeit über hattest du es vergessen, aber nun erscheint es dir unglaublich klar. Du hast Fenrir Greyback geliebt und er ist der Vater von Nelly. Das musst du erst mal verarbeiten. Solltest du es Nelly sagen oder lieber schweigen? Eigentlich hat sie ein Recht darauf. Und doch weißt du nicht wie du es ihr sagen könntest. Es ist wohl besser erst mal mit ihm zu reden. Rory hatte also doch Recht. Er hat dich so behandelt, weil er Gefühle für dich hat. Oder zumindest mal hatte. Doch wenn du genauer drüber nachdenkst, scheint es so, als hätte er sie noch immer. Wieder und wieder stellst du dir die eine entscheidende Frage: Warum hat er versucht dein Gedächtnis zu löschen und ist gegangen? Es hält dich Nächte lang wach und raubt dir allmählich den Verstand. Schließlich musst du es Nelly einfach sagen. Du erzählst ihr woran du dich erinnerst und wer ihr Vater ist. Erstaunlicher Weise reagiert sie sehr gelassen darauf. „Greyback ist also mein Vater?“ Du nickst. „Okay. Ich nehme an das er es auch weiß. Nur weiß er nicht, dass ich es auch tue, richtig?“ „Ja.“ „Dann wird es wohl mal höchste Zeit Licht ins Dunkle zu bringen und dem lieben Daddy einen Besuch abzustatten.“ „Meinst du das ernst?“ „Klar, ich will wissen warum er einfach abgehauen ist.“ „Ich glaube ihn zu finden wird gar nicht so einfach.“ „Das schaffen wir schon irgendwie.“ Ihr beginnt gleich am nächsten Morgen damit einen Plan aufzustellen wie ihr ihn finden könnt. Doch bleibt euch keine Gelegenheit diesen auch zu verfolgen, denn euch erreicht die Nachricht der Schlacht. Ihr lasst alles zurück und begebt euch sofort nach Hogsmeade. Gemeinsam mit vielen anderen geht ihr nach Hogwarts und verteilt euch auf das Schloss. Nelly bleibt in deine Nähe, doch als ihr auf Fred und George und die anderen Weasleys trefft, rennt sie zu ihnen. Natürlich, immerhin sind die Jungs wie Brüder. Sie waren die Familie die du ihr gegeben hast. Schmerzlich wird dir bewusst, dass Nelly nicht nur ohne ihren Vater aufwuchs, sondern auch die meiste Zeit auch ohne ihre Mutter verbracht hat. „Bleib bei ihnen. Immerhin haben die Jungs nur zwei Schwester und davon hat nur eine keine roten Haare“, meinst du woraufhin alle lächeln. „Danke, Mum. Ich liebe dich, pass auf dich auf.“ „Ich dich auch. Wir sehen uns nachher.“ Ihr umarmt euch und du versuchst dir die Tränen zu verkneifen. „Passt gut auf meine Kleine auf“, bittest du Fred und George, welche Nelly von jeder Seite einen Arm umlegen. „Wir lassen sie nicht aus den Augen“, meinen beide gleichzeitig. Dankbar lächelst du sie an. Hoffentlich geschieht keinem von ihnen etwas… Schnell bahnst du dir deinen Weg zur anderen Seite des Schlosses. Dann ist es so weit. Die Schutzzauber zerbrechen und die Todesser fallen ein. Der Kampf beginnt. Ehe du dich versiehst stehst du inmitten von Trümmern, Verletzte und Tote bedecken den Boden der großen Halle. Gerade hast du jemanden hergebracht, dann stürmst du wieder los. Als du um eine Ecke rennst, siehst du ihn. Fenrir, wie du ihn in Gedanken wieder nennst. „Hey!“, schreist du und er lässt sofort von seinem Gegenüber ab. Dieser ergreift die Gelegenheit zur Flucht. Er ist blutüberströmt doch es scheint vorwiegend das Blut Anderer zu sein. „Wie kannst du es wagen du riesiger, feiger Hund! Du verdammter, idiotischer Trollkopf!“, schreist du ihn an und rennst wütend auf ihn zu. Er weicht einige Schritte vor dir zurück. Sobald du ihn erreicht hast, beginnst du ihn zu hauen. Dabei steckst du all deine Wut und Kraft in die Schläge. Er fängt deine Arme ab und hält sie fest, sodass du nicht mehr zuschlagen kannst. „Du bist ein verdammter Mistkerl!“, schreist du ihn an. Er scheint tatsächlich nicht zu wissen, was er sagen soll. Also beleidigst du ihn weiter, bis dir nichts mehr einfällt. Dann schaust du ihn einfach an, Tränen in den Augen. „Wieso hast du es getan? Wie konntest du uns einfach so verlassen und vergessen lassen?“, fragst du zischend. Seine Augen weiten sich vor Überraschung. „Ja ganz recht, ich weiß es wieder. Ich kann mich an alles erinnern…“ Schlagartig lässt er deine Hände wieder los und taumelt zurück, bis er mit dem Rücken die Wand berührt. „Aber… das dürfte gar nicht möglich sein...“ „Es ist aber so. Und deshalb frage ich dich noch mal: Warum hast du das getan?“ „Ich… ich dachte es wäre das Richtige.“ „Was soll daran denn richtig gewesen sein? Du bist einfach gegangen! Hast mich verlassen! Hast deine eigene Tochter alleine gelassen!“ „Ich hab dich nicht verlassen! Ich hab dich frei gegeben!“ „Was soll dass denn heißen?“ „Ich…Ich hab dir die Möglichkeit gegeben zu wählen. Auf welcher Seite du stehst, wie dein Leben sein soll und wen du liebst. Wäre ich geblieben, hättest du dich von mir beeinflussen lassen. Du hättest nicht entscheiden können wie du es willst. Als ich ging habe ich dir die Chance gegen eine Wahl zu treffen…“ „Ich hatte meine Wahl doch schon längst getroffen… Ich habe gewählt mit dir zusammen zu sein, ich habe dich geheiratet! Glaubst du etwa das war keine eigene Wahl? Noch bevor wir geheiratet haben, wusste ich worauf ich mich einlasse! Ich wusste, dass meine Entscheidungen sich auch nach deiner Meinung richten werden, wusste wo ich stehe. Das gehört eben dazu, wenn man jemanden liebt. Diese Tatsache war mir stets bewusst und doch habe ich gewählt bei dir zu bleiben. Du musstest mich nicht frei geben, denn ich war nie gefangen…“ „Aber siehst du denn nicht, dass es vermutlich nicht gegangen wäre? Wir waren so oft am Streiten, glaubst du nicht, dass es uns irgendwann zerstört hätte?“ „Jetzt ist es zu spät um diese Fragen zu stellen, denn du hast uns die Chance genommen es heraus zu finden.“ „Ich… es tut mir Leid, Lizzy… Das was tat, tat ich weil ich es für das Beste hielt. Ich wollte euch nicht wehtun. Alles was ich tat, geschah weil ich euch liebte… Weil ich dich liebe…“ „Einst habe ich dich auch geliebt. Aber da warst du jemand anderes. Sieh dich jetzt an… Von dem Mann in den ich mich damals verliebt habe, ist nicht mehr viel übrig geblieben. Du fragtest mich einst, ob ich dich für ein Monster halte und ich sagte nein. Denn damals warst du es nicht. Heute dagegen hast du dich dem Monster in dir hingegeben. Du hast vergessen was gut und böse ist. Vergessen wer du wirklich bist.“ „Bitte… Ich bin es noch immer! Geh nicht weg, Lizzy… ich brauche dich…“ Du hättest nie erwartet, dass jemand wie er flehen könnte. Trotzdem weichst du langsam weiter zurück. „Ich hab dich auch einmal gebraucht. Aber du bist weggelaufen. Vielleicht ist noch was von meinem Geliebten in dir, jedoch will ich dich nicht sehen, bis du ihn gefunden hast. Ich brauche nicht das Monster in dir, ich brauche den gutherzigen Mann. Meld‘ dich, falls er wieder da ist.“ Damit drehst du dich schnell um und rennst weg. Tränen rinnen dir übers Gesicht, weswegen du nicht einmal bemerkst, dass es vorbei ist. Ihr habt gewonnen und du hast es nicht einmal mitbekommen. Du findest Nelly in der großen Halle, wo sie dir erzählt, dass sie Fred das Leben gerettet hat. Außer einigen Kratzern sind alle drei unverletzt davon gekommen. Ihr beginnt wieder ein normales Leben zu führen. Du arbeitest weiter als Kopfgeldjäger und bekommst schließlich eine Festeinstellung im Ministerium. Nelly steigt dagegen lieber bei Fred und George im Laden ein, welcher unglaublich gut läuft. Seit sie Fred das Leben gerettet hat, hat sich etwas zwischen den Beiden geändert. Schließlich kommen sie zusammen, etwas was keiner erwartet hätte. Immerhin waren sie jahrelang wie Geschwister. Aber natürlich freust du dich für sie. Von Fenrir hörst du lange Zeit nichts mehr. Zunächst steht er noch auf der Fahndungsliste des Ministeriums, doch du versuchst lieber nicht ihn zu finden. Irgendwann wird er einfach für tot erklärt, womit all seine Straftaten von ihm abfallen. Einige Jahre willst du nicht daran glauben, doch irgendwann akzeptierst du es einfach. Nelly und Fred heiraten und bekommen einen Sohn. Damit bist du mit gerade Mitte vierzig Oma geworden. Es scheint als hättest du endlich deinen Platz in der Welt gefunden. Eines Morgens wachst du auf, weil eine Eule an dein Fenster klopft. Du kennst die Eule nicht, doch du öffnest das Fenster trotzdem. Sie hat einen Brief für dich. Du nimmst ihn ihr ab und bezahlst sie mit einem Keks, bevor sie wieder davon flattert. „Zwischen des Felderns goldenes Licht, erwarte ich dich“, steht auf dem einzelnen Blatt im Umschlag. Dabei liegt noch etwas. Als du es vorsichtig heraus holst, traust du deinen Augen kaum. Es ist dein Ring. Der Ring mit dem Rubin, welchen er dir zur Verlobung gekauft hat. Der Brief kommt von ihm… Zwischen des Felderns goldenem Licht… Wo könnte das sein? Du schaust hinaus. Die Sonne geht langsam auf und taucht alles in ein schönes Rosa. Da fällt es dir ein und dir wird klar wo du hin musst. Schnell ziehst du dich an und apparierst. Es ist die Fläche zwischen den Feldern auf dem Hügel, wo ihr euer erstes Date hattet. Und tatsächlich steht etwas entfernt am Rande des Hügels eine Gestalt. Langsam trittst du näher heran. Als er deine Schritte hört, dreht er sich zu dir. Du bist sehr überrascht. Er sieht ganz anders aus, als vor einigen Jahren. Die Haare trägt er kurz, er hat sich gründlich rasiert und die Brauen wuchern nicht mehr so dicht. An den Seiten wird er langsam grau, doch es sieht nicht schlecht aus. Seine Augen stechen deutlich hervor und als er dich anlächelt, siehst du dass seine Zähne nicht mehr so spitz sind. Genauso wenig wie die Ohren, welche dich früher sehr an Wolfsohren erinnert haben. Er sieht eher aus wie eine ältere Version von dem Mann den du kennen gelernt hast. „Du bist tatsächlich gekommen“, meint er und klingt erleichtert. „Ja…“ „Wie du siehst, habe ich mich verändert. Deine Worte haben mich berührt und ich habe versucht den Mann in mir wieder zu finden…“ „Erfolgreich?“, fragst du und stellst dich genau vor ihn. Noch immer musst du hoch sehen, genau wie damals. „Ja. Ich weiß wieder wer ich wirklich bin. Deswegen habe ich dich kontaktiert.“ „Bereust du es?“ „Was meinst du?“ „Das was du getan hast. Alles.“ Es dauert eine Weile ehe er antwortet. „Ich bereue, dass ich vergessen habe wer ich bin. Und was ich getan habe, als das Monster in mir die Kontrolle übernommen hat. Aber am aller meisten bereue ich, dass ich euch gehen ließ. Es vergeht kein Tag, wo ich nicht an dich und an Nelly denke und euch vermisse. Ich hatte gehofft, dass du mir noch eine Chance gibst, auch wenn meine Taten mit nichts in der Welt wieder gut zu machen sind.“ „Du hast recht. Das sind sie nicht. Aber jeder hat eine zweite Chance verdient. Vielleicht nutzt du sie ja diesmal richtig.“ „Danke…“ Vorsichtig beugt er sich vor und legt seine Arme um dich, als würde er fragen, ob es in Ordnung ist. Statt die Umarmung zu erwidern, drückst du ihn weg. Traurig und verletzt schaut er dich an. Bis du ihn im Nacken runter ziehst und ihm einen Kuss gibst. Es ist nur ein kurzer, vorsichtiger Kuss, aber er ist der Beginn eines Neuanfangs.