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HILF MIR, wenn du dich traust.

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Mein Leben ist kaputt. Hier seht ihr, wie sehr.

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    Dies ist eine Zusammenfassung meines sinnlosen Lebens, die aus Texten besteht, die ich mal Leuten geschrieben habe, oder die einfach in meinen Notizen entstanden um mir den ganzen Schrott von der Seele zu schreiben.

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    Der fahle Mondschein, der durch mein Fenster dringt ist die einzige Lichtquelle in diesem Raum. Er beleuchtet die Tränen, welche ohne Unterlass über meine Wangen fließen. Wie viele davon aus Trauer entstanden und wie viele aus Verzweiflung, vermag ich nicht zu sagen. Genauso wenig, wie ich weiß wie lange ich schon hier liege. Ich will nicht aufstehen, will nicht weitermachen und doch muss ich. Nachdem ich bestimmt eine weitere Stunde wach lag klingelt der Wecker. Ich lache bitter auf. Als ob man mich aufwecken müsste! Nachdem ich mich fertig gemacht, meine Haare geflochten und mein Schulzeug gepackt habe, mache ich mich auf den Weg in die Schule. Es ist der erste Schultag nach den Ferien. Wie ich diesen Tag verabscheue. Das schlimmste ist, dass dieses Schuljahr das erste ist, das ich alleine überleben muss. Hannah, meine beste und einzige Freundin hat die Schule verlassen und ist auf eine Hochbegabtenschule gewechselt. Hoffentlich hat sie dort mehr Glück. Hier wurde sie von allen fertig gemacht, weil sie überall die beste war und zu allem Überfluss auch noch mit mir befreundet. Ich kam an der Bushaltestelle an und betete, dass sie mich dieses Jahr einfach ignorierten. Natürlich hatte ich dieses Glück nicht. "Hey Schlampe", rief mir Sara höhnisch zu, sobald sie mich entdeckte: "Wo hast du denn Zwergin Neunmalklug gelassen? Hat sie auch endlich eingesehen wie scheiße du bist, oder hattet ihr Ehekrach?" Meine Kopfhörer aufsetzend und die Kapuze meines Hoodies über den Kopf ziehend stelle ich mich an die Straße und halte nach dem Bus Ausschau. Sie ignorieren mich also nicht. Wäre auch zu schön gewesen. "Hey, Homo, sie redet mit dir! ", schimpfte Pascal und schubste mich. Um ein Haar wäre ich vor den heran rollenden Bus gefallen, doch ich fing mich in letzter Sekunde. Der Busfahrer öffnete die Tür und schrie mich erstmal an, dass ich verdammt noch einmal aufpassen solle. Ich nicke nur stumm und lasse das Donnerwetter über mich ergehen. Das fing ja mal wieder super an. Schnell verkrümelte ich mich auf einen Sitz ganz hinten und merke, wie die 5-klässlerin auf dem Sitz vor mir mit einem: "Achtung, die ist ansteckend" von ihrem Sitz verschwindet. Die Busfahrt über höre ich Musik, ignoriere die Außenwelt so gut es geht und schreibe noch ein bisschen ins Rpg. Als wir an der Schule ankommen, schnappe ich mir schnell meine Tasche und verlasse den Bus. Bis zum Schulbeginn verstecke ich mich in der Bibliothek und betrete pünktlich mit dem Gong das Klassenzimmer. Der einzige freie Platz ist in der ersten Reihe in der Ecke. Gut. Dort wird man meistens übersehen. Den Rest des Tages versuche ich meine Ohren und mein Herz vor all den Sprüchen und Beleidigungen zu verschließen und doch breche ich daheim angekommen weinend zusammen. Mein Schluchzen hallt im Treppenhaus wieder, doch da ist niemand, der es hören könnte. Meine Eltern sind nicht da, wie immer. Auch für sie bin ich eine einzige Enttäuschung. Was mache ich mir eigentlich vor? Sie haben doch alle Recht! Ich bin ein dummes, hässliches, lächerliches und absolut erbärmliches Geschöpf, das es nicht verdient hat diese Erde mit seinem Schatten zu verschandeln. Mein Herz fühlt sich an, als würde eine eisige Hand es zusammen drücken. Ich sprang auf und rannte zum Friedhof. Dort hatte ich das Gefühl meiner Omi wenigstens ein bisschen näher sein zu können. Sie war der einzige Mensch gewesen, der mich immer in den Arm nahm, wenn es mir schlecht ging und sich immer um mich gekümmert hat. Vor ihrem Grab lasse ich mich schluchzend auf die Knie fallen. Keine Ahnung wie lange ich dort saß, als es zu regnen begann. Die eiskalten schweren Tropfen durchnässten meine Kleidung und meine Haare, aber ich blieb einfach regungslos sitzen und ließ den Regen sich mit meinen Tränen vermischen. Es donnerte und ein Blitz zeriss den Himmel. Ein typischer Herbststurm war im Anmarsch. Wie passend....

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    Ich kann nicht mehr. Morgen wäre Chemie Schaulaufgabe und ich weiß, dass ich lernen sollte um wenigstens einen Bruchteil zu können, aber es geht einfach nicht. Ich schaue 2 Stunden auf das Buch. Die Gedanken verschwinden in Leere und Dunkelheit. Es war mir eigentlich immer wichtig gut in der Schule zu sein. Entfernt erinnere ich mich daran. Aber ich kann nicht. Kann nichts mehr. Ich höre meinen Magen knurren und mir ist klar, dass ich den ganzen Tag noch nichts gegessen habe. Es ist mir egal. Mit einem Ruck ziehe ich die Schere über meine Bein und sehe dem Blut zu. Am Arm würde es jeder sehen. Sie würden mich nicht lassen. Doch ich brauche diesen Schmerz damit er für einige Sekunden den Schmerz in meinem Inneren überdeckt. "Konzentrier dich, verdammt noch mal!", schreie ich mich in Gedanken an. Auch das hilft nichts und so schalte ich die Lampe neben meinem Bett aus, die die einzige Lichtquelle im abgedunkelten Zimmer darstellt und liege regungslos da. Nach einiger Zeit höre ich die Stimme meiner Mutter von unten rufen, dass es Essen gibt. Ich sehe auf die Uhr. 3 Stunden hatte ich da gelegen. Es war Zeit fürs Abendessen. "Mir ist schlecht. Ich will nichts essen!", rufe ich zurück und starre wieder an die Decke. Eine Träne nach der anderen rollt langsam über meine Wange und versickert in meinen Haaren. Da fasse ich einen Entschluss. Es hat zwar keinen Sinn, aber wer weiß. Früher schrieb ich Tagebuch, doch es hatte mir nie geholfen, da ich immer irgendwann damit aufgehört habe. Aber wenn ich das ganze veröffentliche... In Gedanken gehe ich meine Kontakte durch und es ist letztendlich glasklar wem ich schreiben werde. Und so werde ich dir, jetzt jeden Tag eine Nachricht schicken. Du brauchst nicht darauf zu reagieren, aber der Gedanke ist tröstlich, dass meine Nachrichten wo ankommen und vielleicht gelesen werden.

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    Es ist einfach seltsam. Von einem Tag auf den anderen soll wieder alles normal sein und das nur weil die Schule wieder anfängt. Am Morgen quäle ich mich aus dem Bett und trinke als Frühstück einen Tee. Ich versuche irgendwie meine unübersehbaren Augenringe abzudecken und ein optimistisches Lächeln aufzusetzen, das die anderen nicht durchschauen. Es gelingt mir sogar einigermaßen gut. Vermutlich, weil ich es gewohnt bin. An der Bushaltestelle angekommen gibt es den ersten Schock. Die anderen aus meiner Klasse sind total in einen Zettel mit chemischen Formeln versunken, die wir für die Schulaufgabe können sollen. Siedend heiß fällt mir ein, dass ich bei der letzten Chemiestunde vor der Schulaufgabe krank war und überhaupt keine Ahnung haben, was wir gemacht haben. Der Bus kommt 10 min zu spät und gibt mir die Gelegenheit diese Formeln noch mal anzusehen. Irgendwas wird schon hängen bleiben. Und falls nicht würde es mich ehrlich gesagt auch nicht interessieren. Wir kommen 5 Minuten nach 8 Uhr in der Schule an. Unser Bus wurde in den Ferien mit Graffiti besprüht und wir haben einen neuen Busfahrer, der dauernd nach dem Weg gefragt hat. Im Nachhinein erfahren wir, dass der alte Busfahrer gestorben ist. Der Lehrer quittiert unsere Verspätung mit einem strengen Blick über den Rand seiner Teetasse. Mir fällt auf, dass er sein Shirt einmal wieder mit den Nähten nach außen angezogen hat. Kurz sehe ich zu denen aus meiner Klasse, die den vergangenen Monat in den USA verbracht hat, mit einem Austauschprogramm bei dem ich auch schon immer mitmachen wollte, aber bei meiner einzigen Chance nicht gezogen wurde. Wir setzen uns und die Schulaufgaben werden ausgeteilt. Der Lehrer sieht meinen panischen Gesichtsausdruck und lächelt mir aufmunternd zu. Ich nicke ihr zu und versuche zu lächeln, versage aber kläglich. 'Ab jetzt 45 Minuten. Wer abschreibt bekommt eine 6 muss Kuchen backen, nachsitzen und ein Referat halten', lässt der Lehrer verlauten und wir drehen die Angabenzettel um. Ich sehe auf die Aufgaben und spüre wie sich ein hysterisches Lachen in mir aufstaut. Aber ich fange mich wieder und fange an in meinem Kopf Karaoke zu singen während meine Hand sich wie von selbst über das Blatt bewegt. 'Seems like it was yesterday...', fange ich im Kopf ein neues Lied an, als mich plötzlich ein schrilles Piepen aus meinen Gedanken reißt. 'Halbzeit', ruft Hr. Bohnenstroh laut. Ich starre auf meinen Zettel. Teilaufgabe 2.2: Erkläre warum Atome nur sehr selten einzeln vorkommen!
    'Weil sie nicht gerne alleine sind.', kritzle ich auf das Blatt und singe im Kopf das Lied weiter. 20 Minuten später bin ich fertig und sehe mir das an, was ich ohne wirklich darauf zu achten fabriziert habe. Es sieht erstaunlich logisch aus, sodass ich das Blatt einfach abgebe. 'Fertig für heute. Der Rest ist nicht mehr wichtig', denke ich mir und versinke auf meinen Tisch starrend wieder in meiner Welt finsterer Gedanken. Erst als der Gong die Stille durchbricht, merke ich, dass die Schulaufgabe bereits von allen abgegeben wurde und wir jetzt Pause haben. Schnell laufe ich in die Pause und verstecke mich in der Bücherei. Die nächsten Unterrichtsstunden sitze ich einfach reglos auf meinem Platz und bin geistig so anwesend wie eine Kartoffel. Ich spüre wie ich komisch angeschaut werde und beschäftige mich in der letzten Stunde von einer inneren Unruhe erfasst mit der Verarbeitung meines Blockes in Konfetti. Nun sieht mich auch der Rest der Klasse seltsam an und ich bin mir sicher, dass sie auch fiese Kommentare abgaben, aber ich ließ alles an mir abprallen. Meine Lehrer kennen dieses Verhalten und wissen, dass ich depri bin, aber sie haben keine Ahnung wie zersplittert meine Seele tatsächlich ist. Scharfe Scherben die meine Gedanken durchbohren und mich von innen zerstören

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    In der Mittagspause verziehe ich mich in den Teil der Schule, den ich am liebsten mag. Die Bibliothek. Es gibt hier alle Arten von Fantasybüchern. Auch einige Thriller sind dabei und so versinke ich in 'Lady Midnight', das ich kurzentschlossen aus dem Regal zog. Der Gong läutet und reißt mich aus der Geschichte. Urplötzlich bin ich wieder ich. Es ist wie ein Fall aus sehr großer Höhe auf den Boden der Tatsachen, den niemals ein Lichtstrahl erreicht. Die letzten zwei Stunden lenke ich mich damit ab, ein Gedicht zu schreiben und verschwinde sobald es gongt aus der Schule. Daheim angekommen knalle ich mein Zeug in die Ecke, gehe in mein stockdunkles Zimmer und lege mich mit meinem Handy auf den Boden. Ablenkung. Ich brauche dringend Ablenkung bevor ich wieder wegdrifte. Vielleicht... Ja, warum nicht? Wenn andere das schaffen, könnte ich es auch hinbekommen. Also beginne ich mit dem Einrichten eines Youtube-Kanals. Was soll ich für ein Format machen...? Nach kurzem Zögern entscheide ich mich für Let's Play und fange an mein erstes Video aufzunehmen und zu schneiden. Mal sehen wann ich das hochlade. Ich schalte mein Handy aus und starre an die Decke. Und da ist sie wieder. Die Verzweiflung. Selbst wenn ich irgendetwas mache, würde es doch eh keinen interessieren. Ich schließe die Augen und fühle, wie ein Strudel aus Verzweiflung, Frustration, Trauer und Hass mich immer weiter hinunterzieht, doch es ist mir gleich....
    'Aua!', mit Schwung hatte mein Bruder die Türe meines Zimmers geöffnet und mir die Kante direkt gegen den Kopf geknallt. 'Es gibt Essen.', sagt er nur und geht wieder. Nicht mal eine Entschuldigung. In Gedanken überschütte ich ihn mit Verfluchungen und gehe ins Esszimmer. Ich würge eine halbe Brotscheibe mit Butter herunter und verziehe mich wieder in mein Zimmer. Draußen zieht ein Gewitter auf. Langsam öffne ich das Fenster, klettere über meinen Schreibtisch und setze mich aufs Dach. Der eiskalte Regen prasselt auf mich nieder, durchnässt meine dünne Bluse und meine Jeans, Donner, Blitz und Sturm toben. Das ist schon das dritte Gewitter mit Unwetterwarnung Stufe 5 in drei Tagen. Mehr und mehr Hagelkörner mischen sich unter den Regen und prasseln schmerzhaft auf mich nieder. Ich konzentriere mich ganz auf Schmerz und Kälte und für eine Weile gelingt es mir zu vergessen. Doch nach einiger Zeit endet das Unwetter wieder und ich klettere zurück in mein Zimmer. Ich trockne mich ab, ziehe neue Klamotten ab und beschließe noch kurz bei den Rollenspielen vorbei zu schauen. Hier verläuft alles unspektakulär und langsam. Alles wirkt wie ausgestorben. So schalte ich meinen Laptop wieder aus uns lege mich ins Bett. Eine halbe Ewigkeit liege ich einfach weinend im Dunkeln, bis mein Blick zur Uhr wandert. Es ist erst 2:30 Uhr. Mal schauen, ob bei den Rpgs noch jemand on ist....

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    Ferien. Den ganzen Tag Einsamkeit. Das Sw-Rpg wurde wieder eröffnet, aber anscheinend wollen sie mich da nicht mehr. Ich würde am liebsten schreien, doch fürchte ich daran zu ersticken. Papa ist mal wieder weg. Er kann mir auch nicht helfen. Meine Eltern würden es nicht verstehen, nicht akzeptieren. Genauso wenig, wie sie die Rpgs und das Chaos akzeptieren. Doch ich brauche das Chaos. Es spiegelt meine Seele wieder und hilft mir, mich abzulenken. Warum bricht das alles jetzt über mich hinein? Ich hätte es nicht verdrängen dürfen. Ich sollte mir nichts vormachen. Ich werde alleine sein. Niemand wird mich verstehen. Sie sind alle nur oberflächlich. Vielleicht waren sie früher mal meine besten Freundinnen, aber heute kennen sie mich nicht mehr. Und im Volleyball? Genau das selbe. Ich bin so ersetzbar und es ist schon wieder erbärmlich, wie ich hier rumheule. Notiz an mich: Nimm einfach an, dass du scheiße bist und dich niemand mag. Es ist ohnehin nur diene Schuld und nicht die der anderen. Wenn ich könnte, würde ich einfach auf ein Internat wechseln. Neue Leute, weg von meiner Familie... Aber wahrscheinlich würden mich die Leute da auch nicht mögen. Der logischste Weg wäre mich in Arbeit zu stürzen, aber dafür bin ich zu faul. Ich bin echt eine lächerliche Kreatur. Ja, Selbsthass. Ganz toll. Aber ernsthaft, wer hasst mich denn bitte nicht? Ins Schullandheim darf ich auch nicht mit. War ja mal wieder klar. Und jetzt macht sich Carpe auch noch Sorgen. Shit, ich habe heute schon wieder nichts gegessen.

    Die letzten Tage waren angenehm ruhig. Mein Bruder ist immernoch im Feriencamp und ich habe aus dem nichts meine Begeisterung fürs zeichnen entdeckt. Dabei kann ich komplett abschalten. Einfach alles vergessen. Am Abend jedoch kommen alle Gedanken wieder. Dann bleibt mir nur eine Wahl: die Nacht durchzeichnen oder versuchen zu schlafen. Letzteres misslingt meist völlig. Ich rolle mich hin und her, erwache schweißgebadet aus Albträumen oder kann erst gar nicht einschlafen. Heute versuche ich es trotzdem... "Sie sind hinter uns her, schnell!", ruft mir die weiße Frau mit der Schlange und der Baseballmütze zu. Meine Beine schmerzen und ich kann kaum mit ihr mithalten, als wir den Ort rennend verlassen und in den Wald sprinten. Nach einer Ewigkeit, kurz bevor ich zusammenbrechen würde und von den Schüssen der Männer im Anzug verfolgt springen wir den das glebe Cabrio an dessen Steuer Kurt und Marie bereits auf uns warten kaum, dass wir sitzen schießt der Wagen los. Wir fahren in die Berge, scheinen die Verfolger abgehängt zu haben. Nach einiger Zeit kommen wir an einem heruntergekommenen Hotel an. Alles dort ist klamm und riecht verschimmelt, aber immerhin werden die uns hier nicht finden. Der gelangweilte Nachtportier weist uns ein Zimmer im Obergeschoss zu, in das wir uns gerade verziehen wollen, als plötzlich quietschende Bremsen und zuschlagende Autotüren draußen zu hören sind. Erschrocken sehen wir uns an und mein Herz setzt einen Moment aus. Nur Sekunden später betreten die Männer in schwarzen Anzügen den Flur, ihre Gewehre auf uns gerichtet. Angsterfüllt sehe ich zu ihnen. Marie beginnt zu weinen. Mit einem lauten Krachen bricht auf einmal der Boden unter unseren Füßen zusammen und alles wird schwarz. Ich erwache schreiend auf der Rückbank eines gelben Cabrios, dass mit Höchstgeschwindigkeit durch die engen Gassen einer südländischen Stadt raßt. Bei meinem Schrei zuckt Kurt auf dem Fahrersitz des Wagens zusammen und die weiße Frau auf dem Beifahrersitz schnellt zu mir herum. "Nina, Kleines. Alles in Ordnung?", fragt sie. Ihr Gesicht ist von tiefen Augenringen gezeichnet und sie sieht traurig aus. Erst da fällt es mir auf: "Wo ist Marie?" Sie bricht in Tränen aus. "Die Männer haben sie erschossen", schluchtzt sie. Wir sind geradeso davon gekommen. Ein bitterer Geschmack breitet sich in meinem Mund aus und es fühlt sich an als würde mein Herz zerquetscht. Marie ist tot. Warum sie? Tränen laufen feucht über mein Gesicht und ich schließe die Augen. Das nächste mal als ich die Augen öffne befinden wir uns auf einem Boot und fahren über die Wassergräben, die große Villen umgeben. Alles wirkt ruhig und die weiße Frau redet leise mit Kurt. Gerade als ich mich bemerkbar machen will zerfetzt ein Schuss die Luft. Die beiden Erwachsenen schreien auf und versuchen im Boot Deckung zu suchen. Ich krabble hastig nach hinten und will aufytehen um schnell in Deckung zu laufen, als ich über ein Ruder stolpere und rückwärts über die Reling kippe. Kalt. Aber nicht wirklich flüssig. Anders als gedacht, befindet sich um das Boot kein Wasser sonsern eine grüne Gallertartige Masse, die mich augenblicklich nach unten zieht. Mit aller Kraft kämpfe ich dagegen an. Die Substanz dringt in meine Lungen an, ich bekomme keine Luft und verfalle in komplette Panik. Plötzlich schlage ich die Augen auf. Es war nur ein Traum. Immer das Gleiche. Die schwarzen Männer mit den Maschinengewehren und die weiße Frau mit der Schlange verfolgen mich in mwinen Träumen seit ich 9 bin, doch noch nie hat einer von ihnen auf meiner Seite gekämpft. Ist das gut? Eine Hoffnung? Oder liegt es daran, dass ich mich entschieden habe? Die Gedanken kreisen weiter in meinem Kopf und ich stehe auf. So spät schon? Anscheinend habe ich das Mittagsessen einfach verschlafen. Egal. Mir ist eh klar was ich mit dem verbliebenen Tag anfange. Also schnappe ich mir meine Inliner und mache mich auf den Weg. Erst am Abend komme ich komplett erledigt wieder zu Hause an. Sport vertreibt die Gedanken, die jetzt wieder kommen.
    Mein Leben war no ccc h nie toll, aber es war erträglich. Vor dem einen Tag, an dem ich mich entschieden habe nicht mehr vor mir selbst wegzulaufen und zu akzeptieren, was ich bin. Sie haben es nicht verstanden. Haben es als Vorwand genommen mich runter zu machen. "Mobbing" heißt sowas. Wie schön es doch ist für alles was passiert einen Fachbegriff parat zu haben. Nur versteht niemand, dass sich manche Dinge nicht in Worte fassen lassen. Von allen gehasst und verspottet zu werden kann man nicht mit einem Wort zusammenfassen.
    Du bist glücklich. Dann passiert was und du fällst in ein Loch. Aber das ist nur eine Phase und danach geht es wieder nach oben.


    Oder du wirst einfach nie wieder glücklich. Wenn die Phase zum Dauerzustand wird. Und jedes mal, wenn man versucht wieder glücklich zu sein kommt irgendjemand und drückt einen wieder runter oder es passiert etwas, dass dir den Boden, der sich gerade begann wied er zu bilden, unter den Füßen wegzieht. Manche Leute haben einfach keine Möglichkeit glücklich zu sein.
    Wenn man stark genug ist um zu fliegen. Zu kämpfen. Ist man jedoch einmal zerbrochen, wird jeder Versuch sich wieder zusammenzufügen schwieriger und jedes mal, wenn man denkt, es diesmal zu schaffen wird man wieder gebrochen. Irgendwann gubt man schlichtweg auf. Sieht ein, dass es keinen Sinn hat zu kämpfen. Denn wer nicht fliegt, kann nicht stürzen und wer nicht steht, kann nicht fallen. So bleibt man am Boden zerschmettert liegen. Letztendlich wird man auch von dort noch tiefer fallen, aber der Sturz ist nicht so hoch.
    Jedes Fünkchen Hoffnung, jeder schöne Moment und jeder Erfolg sind doch nur grausame Trugbilder des Lebens, die sich in Schall und Rauch auflösen und einwn alleine zurücklassen.

    Man kämpft nicht gegen das Schicksal. Man kämpft gegen Menschen, Ansichten, Urteile, Emotionen, Ereignisse, Ängste und Worte. Und man weiß, wann man verloren hat.
    Ich bin nicht alleine. Da sind viele. Viel zu viele Menschen, die viel zu viel sagen, was sie nicht verstehen. Ich wünschte sie würden michh einfach alle in Ruhe lassen. Ignorieren. Die Last, die jeder mit sich herumträgt, versuchen sie auf mich abzuwälzen. Aber wie soll ich sie tragen, wenn meine schon so groß ist? Ich habe aufgegeben.
    Ich habe mich aufgegeben, aber es gibt andere wie mich. Andere, die Hilfe brauchen. Ihnen habe ich versprochen da zu sein. Versprechen werde ich immer halten, denn ich habe etwas, was viele verloren haben. Ehre.
    Du denkst man kann immer kämpfen, weil du es nicht kennst. Wenn es allen, denen ich helfen will gut geht, werde ich sagen, dass ich nichts mehr mit ihnen zu tun haben darf und sie vermissen werde, sie das aber auch ohne mich schaffen. Dann werde ich gehen. Für immer. Ich will die Welt von mir befreien und hier weg. Mir ist egal, was danach kommt.

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