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Die Statistik vom Quiz

Der Hobbit (Teil 5) – Wollt ihr mir folgen, ein letztes Mal?

13.76 % der User hatten die Auswertung: Stand by me When the night has come and the land is dark and the moon is the only light we'll see. No I won't be afraid, no I won't be afraid just as long as you stand, stand by me. So darlin', darlin', stand by me, oh stand by me oh stand, stand by me stand by me. If the sky that we look upon should tumble and fall and the mountains should crumble to the sea. I won't cry, I won't cry, no I won't shed a tear just as long as you stand, stand by me. (Ben E. King) 2 Jahre später: Während ich in der Küche stehe und Haferbrei koche, höre ich lautes Gelächter aus unserem Wohnzimmer. Ich nehme den Brei vom Feuer und lasse ihn etwas abkühlen. In der Zwischenzeit schaue ich mal, was denn da so witzig gewesen ist. An unserem großen Esstisch sitzen Bard und Bain und schauen Balian dabei zu, wie er den Tisch mit Farbstiften verziert. Ich schüttle nur den Kopf. Was soll man dazu auch sagen. „Sagt mal...Wie gedenkt ihr denn, den Tisch zu reinigen?“ Bard und Bain zucken zusammen und drehen sich zu mir um. „Ach...Hallo Liebling...“ Ich ziehe die Augenbrauen hoch. Das Liebling kann er gleich wieder vergessen. Ich gehe also zu Balian, nehme ihm den Stift aus der Hand und hebe ihn hoch. Sofort finden seine kleinen Hände meine Haarsträhnen und ziehen daran. „Ah...Aua...Balian, dass tut weh!“ Ich löse seinen Griff etwas und halte seine Hand schließlich fest. Bard schaut mich immer noch schuldbewusst an: „Tut mir leid! Aber das Gekritzel ist doch auch ganz schön...“ „Naja, wie man es nimmt. Fütterst du unseren Sohn gleich?“ „Welchen?“ fragt Bard frech. Ich schaue ihn an: „Du kannst auch gerne Bain mit Haferbrei füttern, aber ich glaube, er ist groß genug, dass er alleine essen kann!“ Ohne eine Antwort abzuwarten, setze ich Balian auf Bards Schoß und gehe zum Treppenaufgang. „SIGRID! TILDA! Seid ihr bald fertig?“ Von oben bekomme ich prompt die Antwort: „GLEICH!“ Ich drehe mich wieder zu „meinen Männern“. Bard schaut mich immer noch an. Ach ja! Der Haferbrei! Ich sprinte in die Küche, fülle ein Schälchen und bringe es Bard. Balian klatscht schon aufgeregt in die Hände. Ich streiche ihm über den Kopf und setze mich daneben. Bard füttert unseren kleinen Sohn und fragt mich: „Was macht ihr denn heute so schönes?“ Ich antworte: „Wir wollen ausreiten!“ „Aha...Und was machst du mit Balian?“ „Ich bringe ihn zu Dwalin und Balin.“ „Da ist er ja gut aufgehoben! Wir sehen uns dann erst heute Abend wieder, oder?“ Ich nicke: „Denke schon. Ihr wollt doch noch den Marktplatz fertig machen, damit nächste Woche alles fertig ist, oder?“ „Ja. Es wäre schon blöd, wenn bei dem großen Fest alles wieder aufgebaut ist, nur den Marktplatz noch nicht!“ Zur Antwort lächle ich nur. Es ist ja nicht so, dass ich ihm von Anfang an gesagt habe, er solle mit dem Marktplatz anfangen, aber mein Liebster wusste es mal wieder besser. Jetzt hat er den Salat! Aber ich halte mich strikt aus den Planungen raus! Das ist schließlich Königssache! Ja, Bard ist König von Thal geworden und ich bin somit Königin. Obwohl wir nicht geheiratet haben (und es auch nicht werden) behandeln mich die Bewohner Thals wie eine Königin. Warum wir nicht heiraten? Weil Bard es nicht will. Und ehrlich gesagt habe ich da auch kein Problem mit. Wir brauchen kein Zeichen dafür, dass wir uns lieben! „Bard vielleicht solltest du...“ „HATSCHI!“ Zu spät! Balian hat seinem Vater den Brei mitten ins Gesicht genießt. Bain schaut mich an und fängt lautstark an zu lachen. Ich kann ebenfalls nicht mehr an mich halten. Ich lache aus vollem Halse! Bard findet die ganze Sache überhaupt nicht komisch und sieht seinen Sohn böse an. Balian allerdings lacht mit uns. „Warte! Ich hole dir ein Tuch!“ Immer noch lachend stehe ich auf und gehe in die Küche. Kurze Zeit später komme ich mit einem Tuch wieder und reiche es Bard, dann nehme ich Balian auf den Arm. „Na Mausel? Willst du noch etwas essen?“ Ich halte ihm den Löffel mit Brei hin, aber Balian schüttelt nur den Kopf. Ich setze ihn in seine Spielecke und bringe den Brei weg, doch vorher rufe ich noch einmal nach oben! Wie lange brauchen die denn? Ich spüle kurz den Teller, gehe dann aber wieder ins Wohnzimmer und setze mich zu meinem Sohn, der mit Bauklötzchen spielt. Bard und Bain hängen mal wieder über den Plänen des Marktplatzes. Immerhin ist in einer Woche ein großes Fest in Thal, zu dem alle wichtigen Leute eingeladen sind. Selbst meine Eltern kommen aus dem weit entfernten Rohan. Ich habe sie seit meiner Reise nicht mehr gesehen und freue mich riesig sie wiederzusehen. Außerdem lernen sie dann endlich Bard und meine Familie kennen. Endlich höre ich Schritte auf der Treppe und schon kommt Sigrid ins Zimmer gelaufen. „Wo ist Elodie?“ fragt sie Bard. „Hier bin ich!“ rufe ich aus der Ecke. Sigrid entdeckt mich und setzt sich zu mir. Sie nimmt einige Bauklötzchen und baut damit einen Turm, den Balian sofort wieder umstößt. Sigrid ist viel erwachsener und selbstständiger geworden. Bard meint, dass ich einen guten Einfluss auf sie habe. „Wo ist deine Schwester?“ frage ich sie. „Tilda ist noch oben. Sie bekommt den Zopf nicht so ganz hin.“ Ich seufze. Das kann ja dann noch lange dauern. Doch da höre ich schon ihre Rufe: „Mama!“ Ich schaue Sigrid an, stehe auf und gehe dem Mädchen entgegen, welches auf mich zu gerannt kommt und mir in die Arme springt: „Ich krieg den Zopf nicht so schön hin wie du ihn immer machst!“ Ich streiche ihr über die Wange: „Ist doch kein Problem! Ich zeig dir noch einmal wie das geht!“ Ich löse ihre Haare und erkläre ihr Schritt-für-Schritt den Vorgang. Als ich fertig bin, strahlt sie mich an. Auch Tilda hat sich verändert. Sie ist viel offener geworden und nicht mehr so zurückhaltend. Ich muss gestehen, dass ich mich mit allen dreien gut verstehe und sie auch sehr ins Herz geschlossen habe! „So, wollen wir dann?“ frage ich in die Runde. Sigrid und Tilda nicken begeistert. „Sigrid, nimmst du Balian?“ „Klar!“ Ich gehe zu Bard und gebe ihm einen Kuss: „Pass auf dich auf!“ „Du auch auf dich!“ Beim rausgehen, strubbel ich Bain durch die Haare, der sich darüber lautstark beschwert. Kurze Zeit später kommen wir am Pferdestall an. Hugo, ein alter Mann mit grauen Locken, begrüßt mich: „Guten Morgen, Mylady! Ich wollt sicherlich ausreiten?“ „Sehr richtig! Könntet ihr unsere Pferde satteln?“ „Aber natürlich. Es dauert nur einen Moment.“ Hugo verschwindet im Stall und kümmert sich um unsere Pferde. Während Hugo Selia sattelt, gehe ich zu Sigrid und Tilda und nehme ihnen Balian ab. Sofort greift Balian wieder in meine Haare, aber ich lasse ihn diesmal. Wenigstens zieht er nicht an ihnen... „So, die Pferde sind bereit. Darf ich den Damen aufhelfen?“ Tilda und Sigrid nehmen das Angebot dankend an. Ich aber gehe zu Selia und weise sie an, sich hinzuknien. Meine treue Stute tut wie ihr geheißen und ich kann mit Balian im Arm aufsteigen. Sobald ich sitze, steht Selia wieder auf. Balian schaut mich mit großen Augen an. Er liebt es mit mir auszureiten. Als ich Selia antreibe, lacht mein kleiner Sohn und greift nach den Zügeln. Ich lasse ihn, er ist noch zu schwach um Selia zu lenken und immerhin hat er eine Mutter, die mit Pferden groß geworden ist! Ich trabe zu den Mädchen und rufe: „Können wir los? Wir müssen noch eben zum Erebor und Balian abliefern.“ „Ja wir können los!“ entgegnet Tilda. Zum Abschied winken wir noch Hugo und reiten dann los. Tilda und Sigrid galoppieren vor, aber ich bleibe im Trab. Kurze zeit später komme ich am Erebor an. Dwalin und Balin warten schon vor dem Tor auf uns. Ganz Gentleman nimmt Dwalin mir den Kleinen ab und hilft mir dann herunter. Ich begrüße Balin, indem ich ihn umarme. „Ich danke euch, dass ihr auf Balian aufpasst!“ „Immer gerne, Elodie!“ antwortet mir Dwalin. „Du brauchst dir keine Sorgen um den Kleinen machen. Er ist bei uns in guten Händen!“ Balin schaut mich lächelnd an. Ich sage ihm: „Ich weiß. Machs gut, mein Kleiner und sei schön lieb!“ Ich küsse Balian auf die Stirn und gehe dann zu Selia. „Ich hole ihn später wieder ab!“ Balin und Dwalin winken mir noch zu, dann galoppiere ich mit Tilda und Sigrid davon. Wir reiten durch Wälder. Kommen an Bächen und Flüssen vorbei. Immer weiter treibt uns die Sehnsucht nach dem Unbekannten. Der Wind weht uns durchs Haar und zerzaust es. Für mich gab es noch nie etwas schöneres, als auf Selia durch die Wälder zu galoppieren. Nach einer Weile werde ich langsamer, auch Tilda und Sigrid zügeln ihre Pferde. Wir sind auf einer weiten Lichtung angekommen. In der Nähe plätschert ein kleiner Bach. Hier waren wir noch nie, aber die Magie, die an diesem Ort herrscht, spüren wir deutlich. Ich steige von Selia ab und lasse sie frei laufen. Sigrid und Tilda tun es mir gleich. Ich laufe in die Mitte der Lichtung und drehe mich einmal um die eigene Achse: „Es ist wunderschön hier. Findet ihr nicht?“ „Doch! Es ist fantastisch!“ ruft Sigrid mir zu. Wir setzen uns auf eine Decke und ich hole eine Landkarte hervor. „Was meint ihr? Wo sind wir hier?“ „Also, wir sind erst nördlich geritten und dann östlich...“ antwortet Tilda. Ich suche den Platz ungefähr auf der Karte, finde ihn aber nicht. Als ich das den Mädchen mitteile, erklärt mir Sigrid: „Naja, dann ist das hier eben unser Geheimort.“ Ich lache. Es fühlt sich so an, als wären die Beiden meine leiblichen Kinder. Im Endeffekt mache ich da eh keinen Unterschied und trotzdem ist zwischen Bards Kindern und mir immer noch so eine gewisse Distanz. Vor allem zwischen Bain und mir. Ich gebe mir wirklich Mühe, aber die Tatsache, dass ich nicht seine Mutter bin, lässt sich leider nicht leugnen. „Wie sind deine Eltern eigentlich so?“ Tilda reißt mich aus meinen Gedanken. „Meine Eltern? Mhmm...schwer zu beschreiben, würde ich sagen. Mein Vater ist sehr streng und sehr diszipliniert. Meine Mutter sehr herzlich. Und meine beiden Brüder sind sehr mutig und waghalsig.“ „Du hast uns nie erzählt, dass du Geschwister hast.“ sagt Sigrid. „Habe ich nicht? Dann muss ich das ändern. Also, Elio ist mein ältester Bruder. Er versuchte mich immer vor allem möglichen zu beschützen. Wenn es nach ihm gegangen wäre, dann hätte ich die Reise mit den Zwergen niemals antreten dürfen. Elias ist da anders. Er hat mich immer unterstützt und mir geraten, auch mal etwas zu riskieren. Er hat mir auch das Kämpfen beigebracht.“ „Dann vermisst du sie bestimmt, oder?“ fragt Tilda. „Ja. Sehr sogar. Ich vermisse auch mein Land. Rohan ist wirklich schön. Vielleicht können wir eines Tages zusammen dahin reißen?“ „Das fände ich toll! Ich habe schon so viel über Rohan und seine Bewohner gelesen...und jetzt habe ich sogar eine rohanische Mutter...“ Sigrid lächelt mich an. Ich umarme sie. Es bedeutet mir wirklich sehr viel, dass sie mich als ihre Mutter ansieht. Am Abend reiten wir wieder zurück und holen Balian ab. Ich gebe ihn Sigrid mit, denn ich will noch einen alten Freund besuchen. Als ich am Grab Thorins ankommen, wartet da eine Überraschung auf mich. Bard steht vor mir und hält Blumen in der Hand. „Na mein König? Was machst du denn hier?“ Ein wenig erschrocken dreht sich Bard um, lächelt dann aber: „Ich komme immer hier her, wenn ich nachdenken muss...“ „Geht es um den Marktplatz? Ich hab dir von vornherein gesagt, dass das...“ Er unterbricht mich: „Es geht nicht um den Marktplatz. Es geht um Bain.“ Ich lege ihm eine Hand auf den Arm und frage: „Was ist denn mit Bain?“ „Er hat sich verliebt...“ Ich lache laut auf: „Und das ist so schlimm?“ „Ja ist es Elodie. Dieses Mädchen ist nicht gut genug für meinen Sohn!“ „Deinen Sohn? Was hat dieses Mädchen denn so schlimmes getan?“ Verärgert beginnt Bard auf und ab zu gehen: „ Sie war schon einmal verlobt...“ Erwartungsvoll schaue ich ihn an: „Ja und?“ „Elodie, muss ich dir das jetzt erklären? Sie hat nicht geheiratet, weil ihr Verlobter bei dem Brand in Esgaroth umgekommen ist.“ „Worüber machst du dir jetzt Sorgen? Du warst doch auch schon einmal verheiratet, und ich bin trotzdem mit dir zusammen.“ Bard stöhnt auf: „Das ist doch nicht das gleiche!“ „Oh doch, ist es! Kann es sein, dass du nur ein Haar in der Suppe suchst, um sie deinem Sohn auszureden? Was ist der wirkliche Grund!“ Bard schaut mich mit großen Augen an: „Dir kann man auch wirklich gar nichts vorenthalten. Ich habe einfach nur Angst, dass sie Bain nur ausnutzt, weil er früher oder später König von Thal wird.“ Ich seufze. Zwar kann ich ihn verstehen, aber er muss auch endlich akzeptieren, dass Bain kein kleiner Junge mehr ist. „Hör mir zu, Bard. Die Absichten des Mädchens werden wir nie herausfinden, aber nur mal rein theoretisch, was ist, wenn sie sich auch in Bain verliebt hat? Er würde dir das nie verzeihen, wenn du die Beiden auseinander bringst!“ „Ich weiß, aber...“ „Kein aber! Wir laden sie zum Essen ein und dann können wir sie besser kennenlernen. Vielleicht ist sie ja sehr nett.“ „Eine gute Idee. Was würde ich nur ohne dich tun?“ Ich zwinker ihm frech zu: „Immer noch Fische fangen, vermutlich!“ Weitere 5 Jahre später: „TILDA! BALIAN! Kommt ihr endlich? Wir müssen los!“ Ungeduldig stehe ich vor unserer schweren Eichenholz Tür und trommle nervös mit meinen Fingern dagegen. Wir wollten schon seit einer Stunde unterwegs sein, aber meine beiden Jüngsten brauchen mal wieder Stunden um fertig zu werden. „Liebling! Sei nicht so ungeduldig!“ Bard stellt sich zu mir und küsst mich liebevoll auf die Stirn. „Bard... Du weißt, wie lange wir für den Weg brauchen.“ „Ich weiß, Liebling! Aber du änderst nichts an der Situation.“ Ich seufze. Er hat ja Recht, aber mich nervt die Unpünktlichkeit meiner Kinder extrem. Ich hatte gestern angekündigt, dass wir früh los wollen. Wie erwartend schliefen die Beiden noch, als ich heute morgen in ihre Zimmer kam. Und natürlich waren die Sachen noch nicht gepackt. „Soll ich mal hochgehen?“ Merena steht neben Bain und lächelt uns an. Während wir nach Rohan reisen, werden Bain und seine Frau auf unser Haus achten. Obwohl Bard so große Zweifel gegen Merena hegte, gab er ihnen doch seinen Segen. Ich persönlich habe die junge Frau sofort ins Herz geschlossen. Sie war freundlich zu mir und ich verstehe mich mit ihr richtig gut. Sie und Bain sind wirklich ein Herz und eine Seele. „Das ist lieb von dir!“ Schon ist Merena im Haus verschwunden und kommt Minuten später mit den Beiden wieder heraus. „Na ihr? Was hatten wir noch einmal abgemacht?“ Betreten schauten mich die Beiden an. „Tut mir leid, Mama!“ „Das will ich auch hoffen.“ entgegne ich meinem Sohn. Bard streicht mir durchs Haar, dann sagt er: „So, da ja jetzt alle den Weg nach unten gefunden haben, können wir endlich los!“ Tilda klettert mit Balian auf den Wagen, dann hilft Bard mir hinauf. Zuletzt klettert er zu mir und setzt sich neben mich. Er nimmt die Zügel in die Hand und treibt die Pferde an. Zum Abschied winken wir Bain und Merena. Ich freue mich wahnsinnig mein Zuhause zu besuchen. Wir wollten das schon so lange tun, hatten aber nie Zeit. Als Bard mir vor zwei Tagen sagte, dass wir meine Eltern besuchen würden, bin ich regelrecht ausgerastet und bin ihm um den Hals gefallen. Es ist wirklich lange her, dass ich meine Eltern und meine Brüder gesehen habe. Die ganze Zeit über habe wir uns zwar Briefe geschrieben, dennoch habe ich sie sehr vermisst. Zumal vor 3 Monaten der Brief kam, dass Elio nun endlich eine hübsche Frau gefunden hat und die Beiden geheiratet haben. Im Moment erwarten sie ihr erstes Kind. Ich freue mich wahnsinnig alle wiederzusehen und bin gespannt, wie Elios Frau so ist. Im Übrigen wohnt Sigrid nicht mehr bei uns. Sie ist mit meinen Eltern nach Rohan gegangen und lebt nun bei ihnen. Außerdem arbeitet sie als Pferdetrainerin für den König. Bard und ich sind sehr Stolz auf sie und freuen uns natürlich, unsere Tochter wiederzusehen. Während wir durch Thal fahren, lege ich meinen Kopf auf Bards Schulter. Ich hätte niemals gedacht, dass ich so glücklich werden würde. Ich habe eine wunderbare Familie und den besten Ehemann, den es auf dieser Welt gibt. Ich freue mich wahnsinnig auf unsere Zukunft, denn ich weiß, egal wie dunkel die Nacht wird, egal wie viele Gefahren auf uns zukommen, dieser Mann wird mich niemals verlassen. Und ich ihn auch nicht!

36.31 % der User hatten die Auswertung: How will I know? There's a boy I know He's the one I dream of Looks into my eyes Takes me to the clouds above Ooh, I lose control Can't seem to get enough When I wake from dreaming Tell me is it really love How will I know? (Don't trust your feelings) How will I know? How will I know? (Love can be deceiving) How will I know? How will I know if he really loves me I say a prayer with every heart beat I fall in love whenever we meet I'm asking you what you know about these things (Whitney Houston) Einige Jahre später: Es klopft. Erst leise, dann immer lauter. Ich seufze. Warum kann ich an meinem großen Tag nicht einmal meine Ruhe haben? Dennoch erlaube ich dem Störenfried hereinzukommen. Als ich ihn erkenne, hellen sich meine Gesichtszüge auf und ich rufe: „Aragorn! Was für eine Überraschung? Was machst du denn hier?“ Er lächelt zurück und antwortet: „Ich kann mir doch die Hochzeit meiner besten Freunde nicht entgehen lassen. Im Übrigen warten unten noch weitere Gäste, die dich unbedingt sehen wollen.“ Ich kann mir schon denken, welche Gäste er meint. Ohne lange zu überlegen, laufe ich an Aragorn vorbei, renne die Treppe hinunter und rase durch die Flure des Waldlandreiches. Ein wenig außer Atem, komme ich in der Eingangshalle an und da stehen sie und schauen mich mit großen Augen an. Mir ist klar, dass ich nur einen Bademantel trage, aber ich wollte mein Freunde so schnell es geht begrüßen. Balin findet zuerst die Sprache wieder und breitet seine Arme aus: „Du hast dich verändert!“ Ich umarme ihn stürmische und antworte: „Und du hast dich kein bisschen verändert!“ Nach und nach begrüße ich die Anderen. Alle sind zu meiner Hochzeit gekommen und das macht mich sehr glücklich. Sogar Bilbo hat den weiten Weg auf sich genommen. Dwalin mustert mich von oben bis unten und fragt dann: „Aber so willst du doch nicht heiraten, oder?“ „Gefällt dir mein Kleid etwa nicht?“ frage ich frech. Entgeistert schaut er mich an, ich lache und sage: „Das war ein Scherz, Herr Dwalin!“ Jetzt lachen auch die übrigen Zwerge. „Du wirst bestimmt toll aussehen in deinem Hochzeitskleid!“ bestätigt mich Bilbo. Ich verabschiede mich von ihn. Schließlich muss ich noch etwas dafür tun, dass ich auch wirklich gut aussehe. In meinem Zimmer angekommen, setze ich mich vor den Spiegel und beginne meine Augen, nach Art der südlichen Völker, dunkel zu schminken. Die Traditionen meines Vaters lagen mir nie besonders am Herzen, aber am Tage meine Hochzeit habe ich das Gefühl, dass ich es ihm schuldig bin, wenigstens ein bisschen südländisch zu sein. Auch meine Frisur trage ich ganz traditionell. Ich habe mir sogar extra die Haare zu einem kurzen Bob schneiden lassen und hellblaue Bänder hinein geflochten. Ehrlich gesagt, gefalle ich mir so sogar noch viel besser, als mit den langen Haaren. Nun stehe ich auf und gehe zu dem Kleiderbügel, auf dem mein Kleid hängt. Natürlich ist auch dieses südländisch. Es ist lang und weiß. Außerdem habe ich mich für einen figurbetonten Schnitt entschieden. Im Rock sind ein paar hellblaue Akzente verarbeitet. Mein Kleid hat weite Ärmel, die bis zum Boden reichen. An den Armlöchern sind ebenfalls hellblaue Akzente. Ich ziehe es über. Ganz traditionell trage ich einen breiten silbernen Gürtel um die Hüften, der perfekt zu meinen silbernen Creolen passt, die Legolas mir geschenkt hat. Auf die breiten hellblauen Armbänder verzichte ich dann doch lieber. Dafür trage ich silberne Schuhe, die einen kleinen Absatz haben. Zum Schluss setze ich meine Krone auf. So stehe ich vor dem Spiegel und schaue mich an und erkenne mich selbst nicht wieder. Ich freue mich auf das Gesicht von Legolas, wenn er mich sieht. Als es diesmal an der Tür klopft, bin ich bereit und öffne sie voller Vorfreude. Vor mir steht Elrond, der große Augen macht: „Nediva, du siehst wunderschön aus. Legolas wird begeistert sein!“ Ich lache und antworte: „Das will ich auch für ihn hoffen!“ Elrond reicht mir seinen Arm und ich atme noch einmal durch, dann gehen wir zusammen hinunter. Unten angekommen, gehen wir langsam und bedächtig in Richtung der kleinen Kapelle, in der sich mittlerweile alle versammelt haben. Als wir eintreten, wird es auf einmal mucksmäuschenstill. Alle drehen sich zu uns um und starren mich an. Ich höre, wie einige Elben murmeln, dass ich so verändert aussehe. Ich lächle einfach nur, denn ich kann Legolas Blick sehen. Mein Prinz lächelt über das ganze Gesicht und hat sogar einige (wenige) Tränen in den Augen. Auf halbem Weg, bleibt Elrond stehen, küsst mich auf die Wange und übergibt meine Hand an Balin. Wieder höre ich Gemurmel, aber auch diesmal ist mir das egal. Ich wollte immer, dass mein Vater mich zum Altar bringt und Balin ist wie ein Vater für mich. Der alte Zwerg lächelt und freut sich so sehr, dass ich mir keinen besseren Brautführer wünschen könnte. Als wir am Altar angekommen sind, überreicht Balin Legolas meine Hand und sagt zu ihm: „Wehe du passt nicht gut auf sie auf!“ Legolas erwidert ihm: „Das werde ich!“ Er hält meine Hand fest und sieht mich intensiv an. Ich frage ihn neckisch: „Gefalle ich dir?“ Er lächelt und antwortet: „Du siehst atemberaubend aus!“ Wir lachen beide, bis Thranduil hervor tritt, der uns trauen wird. Das sein Vater uns traut, war Legolas einziger Wunsch und da konnte ich natürlich nicht nein sagen. Der König redet etwas von Liebe und Ehe. Ich höre nicht richtig zu, da ich viel zu beschäftigt bin, mich in den Augen meines künftigen Ehemanns zu verlieren. Thranduil übergibt nun das Wort an seinen Sohn, der mich wissend anlächelt und nun mit lauter Stimme spricht: „Es ist schwer etwas über eine Frau zu sagen, die so unbeschreiblich ist! Ich muss gestehen, dass ich diese Frau zuerst überhaupt nicht wahrnahm, da mein Herz sich verlaufen hatte. Irgendwann sah ich sie dann doch und was ich sah, erschrak mich. Diese Frau war mutig, witzig und edel. Eigentlich das perfekte Gegenstück zu mir, doch warum wollte dann mein Herz nicht auf mich hören? Doch nach einer Weile half sie mir aus diesem Labyrinth und es dauert nicht lange, da hatte sie mich verzaubert. Nediva, ich liebe dich über alles und ich bin froh, dass du mich nicht so schnell aufgegeben hast. Ich mache dir das Leben zum Himmel. Ich halte dir die Schatten vom Leib. Ich werde dich nie aus den Augen verlieren. Ich schwöre dir Liebe, bis das der Tod uns trennt!“ Ich bin gerührt über seine ehrlichen Worte. Nun bin ich an der Reihe. Ich atme ein und sage dann: „Wie alle Mädchen, habe ich immer von einem starken Prinzen geträumt. Als du vor mir standest, wusste ich, dass du der Prinz sein würdest, der mein Herz stiehlt, der mich aus einem Turm befreit und für mich gegen Drachen kämpfst. Leider musste ich feststellen, dass du in mir nicht deine Prinzessin sahst. Ich hatte mit dir abgeschlossen, hatte dich aufgegeben, da riet mir aber ein guter Freund, dass ich für die Liebe kämpfen soll. Und ich kann behaupten, dass ich das auch getan habe. Ich mache dir das Leben zum Himmel. Ich halte dir die Schatten vom Leib. Ich werde dich nie aus den Augen verlieren. Ich schwöre dir Liebe, bis das der Tod uns scheidet!“ Er lächelt und ich lächle zurück. Thranduil tritt wieder vor und sagt: „Tauscht nun eure Ringe!“ Nun tritt Aragorn nach vorne. Er gibt Legolas einen silbernen Ring, auf dem ein Stern eingraviert ist. Schüchtern halte ich meinem Mann meine Hand hin. Der Ring ist wie für mich gemacht! Als Nächster tritt Bilbo nach vorne. Ihn zu meinem Trauzeugen zu machen, war eine spontane Idee. Auch er gibt mir einen silbernen Ring. Allerdings ist auf diesem eine zwergische Rune eingraviert, die Sternenhimmel bedeutet. Ich habe Oin und Dwalin mit dem Schmieden beauftragt und ich muss sagen, sie haben ihre Aufgabe wunderbar gelöst, der Ring passt perfekt! „Nun darfst du deine Braut küssen!“ Legolas schlingt einen Arm um meine Hüfte, zieht mich zu ihm und küsst mich leidenschaftlich. Ich streiche ihm liebevoll übers Gesicht und hinter uns ertönen Jubelrufe. Zusammen drehen wir uns um und gehen Hand in Hand aus der Kapelle. Draußen werden wir von allen beglückwünscht. „Nediva, Legolas! Würdet ihr uns einen Teil eurer Aufmerksamkeit schenken! Wir haben nämlich ein Geschenk für euch.“ Balin tritt hervor und überreicht uns eine Schachtel. Ich öffne sie vorsichtig und halte den Atem an. In dieser Schachtel liegt der Schlüssel Thorins, der zu dem geheimen Eingang gehört. Ich schaue Balin an und sage: „Das können wir nicht annehmen!“ „Oh doch, dass könnt ihr. Dieser Schlüssel ist ein Symbol für die Freundschaft zwischen Zwergen und Elben!“ Wir danken unseren Freunden herzlich. Mit einem so schönen Geschenk habe ich nicht gerechnet. Nach dem wir noch einige Geschenke bekommen haben, klatsche ich in die Hände und sage: „Lasst uns feiern!“ Sofort sind alle begeistert und gemeinsam gehen wir in einen der riesigen Säle des Waldlandreichs. Dort wartet noch eine Überraschung auf uns. Die Zwerge haben ihre Instrumente mitgebracht. Als ich Musik zum Tanzen fordere, nehmen Balin, Dwalin und all die Anderen Platz und beginnen zu spielen. Ich tanze zuerst mit Legolas, dann mit Aragorn und sogar einmal mit Bilbo. Da winkt mich Balin zu sich. „Was gibt es?“ frage ich erstaunt. Balin flüstert mir etwas ins Ohr und ich muss grinsen, dann nicke ich ihm zu. Thranduil, der die ganze Zeit missmutig in einer Ecke sitzt, bekommt jetzt eine kleine Abreibung. Die Zwerge spielen ein weiteres Lied, aber diesmal singen nicht sie, sondern ich: „Kein König befehle, uns unsere Wege Wir folgen den Winden, nur ihnen allein Kein Herr ist uns Herrscher, kein Land unser Kerker Die Welt und sonst keiner, soll Richter uns sein. Wir singen die Lieder, die Lieder der Freiheit Die Welt soll uns hören, wir sind nicht allein Wir singen die Lieder, die Lieder der Freiheit Die Welt soll uns hören, komm stimm mit uns ein“ dabei schaue ich Thranduil herausfordernd an. Ihm scheint das ganze irgendwann zu peinlich zu sein, denn er verzieht sich. Hinter mir grölen die Zwerge und ein lächelnder Legolas kommt auf mich zu: „Das war gemein!“ „Mag schon sein. Aber als Schwiegertochter darf ich das.“ Legolas schüttelt nur mit dem Kopf, hebt mich dann hoch und trägt mich einfach aus dem Saal. In unserem Zimmer angekommen, lässt er mich herunter. Ich küsse ihn ungestüm und nach wenigen Sekunden liegen wir auf unserem Bett... Jahre später: Ein Rascheln im Unterholz verrät mir, dass mein Lieblingsschwiegervater von seiner Patrouille zurückgekehrt ist. In der einen Hand hält er sein Schwert, ich lächle ihn beschwichtigend an. „Es ist alles ruhig!“ sagt er zu mir. „Was hast du erwartet?“ gebe ich zurück. Während er sich zu mir auf die Decke setzt, sagt er: „Ich habe erwartet, dass du dich mehr um deine Familie sorgst!“ Ich halte es für unnötig auf diese bissige Aussage eine Antwort zu geben. Ich wende mich also von ihm ab und Thranduil merkt, dass er Mist gebaut hat. Er rutscht näher zu mir und legt mir einen Arm um die Schulter: „Verzeih mir! Das war nicht fair...“ „Was ist schon fair in dieser Welt...“ gebe ich zurück. Ich hatte gestern einen schrecklichen Streit mit Legolas. Er will unbedingt nach Bruchtal reiten, um dort an einer Versammlung teilzunehmen. Anders als er, weiß ich, warum sich alle in Bruchtal treffen. Es geht um den Ring, den Bilbo vor Jahren gefunden hat. Ich habe versucht ihm das klar zu machen, aber er wollte nicht hören. Es ist wieder einmal typische für Legolas. Er stürzt sich blind in ein Abenteuer und lässt mich mal wieder alleine im Waldlandreich versauern. Ich bin richtig wütend auf ihn. Nur weil ich schwanger bin, heißt das nicht, dass ich nicht kämpfen kann und das mich das Schicksal Mittelerdes nichts angeht. Warum denken alle Männer, dass Schwangerschaft gleich Krankheit bedeutet! Natürlich würde ich Leyla ungern alleine bei ihrem Großvater lassen, aber er kann auch nicht von mir verlangen, dass ich zu Hause bleibe und darauf warte, dass er sich irgendwann mal nach Hause bequemt! Meine kleine Tochter spielt mit ihren Puppen auf der Wiese. Ihr Vater sitzt neben ihr und schaut ihr zu. Unsere Blicke treffen sich. Schnell sehe ich zur Seite. Er soll ruhig merken, dass ich sauer bin! Er flüstert Leyla etwas ins Ohr und zeigt erst auf die eine Puppe, dann auf mich. Lelya steht auf und rennt auf mich zu mit der Puppe in der Hand: „Mama! Kommst du mit spielen?“ Ich antworte ihr: „ Natürlich meine Süße!“ Langsam stehe ich auf und gehe zu meiner Tochter, die schon wieder zu ihrem Vater gelaufen ist. Ich setze mich zu ihnen und nehme eine Puppe in die Hand. Leyla erklärt mir die Spielregeln: „Also Mama, du bist eine Prinzessin und Papa, du bist die Schwester von Mama und ich bin die Königin.“ Ich lache innerlich. Sie erinnert mich so sehr an mich, als ich klein war. Leyla bugsiert ihre Puppe in die Mitte und sagt mit verstellter Stimme: „So meine Kinder! Ich muss euch sagen, dass du...“ Sie zeigt auf die Puppe von Legolas „... auf eine gefährliche Reise gehen musst!“ Nun lasse ich meine Puppe laufen und sage: „Warum darf sie auf eine Reise gehen und ich nicht?“ „Weil du nicht gehen kannst!“ antwortet mir Legolas. „Und warum kann ich nicht?“ Ich schaue ihn herausfordernd an. „Weil es für dich zu gefährlich werden würde.“ „Ach ja? Die anderen Abenteuer haben wir auch gemeinsam bestritten und nun verlangst du von mir, dass ich zu Hause bleibe!“ Leyla schaut uns verwundert an, sagt aber nichts. „Du musst dich doch um die Königin kümmern...“ verzweifelt versucht Legolas mich zu beschwichtigen, aber ich springe auf und fahre ihn an: „DU könntest auch hier bleiben bei Leyla! Nur weil ich eine Frau bin, heißt das noch lange nicht, dass ich zu Hause sitzen muss!“ Ich raffe meine Röcke zusammen, stehe auf und gehe davon. Nach wenigen Schritten hat Legolas mich eingeholt und hält mich fest: „Nediva, ich will doch gar nicht das du zu Hause bleibst, die Kinder hütest und überhaupt nicht mehr rauskommst. Aber dieses Abenteuer übersteigt unsere Vorstellungskraft. Und du musst doch zugeben, dass es in deinem Zustand nicht erforderlich ist, dass du auf dieses Abenteuer gehst!“ Ich seufze: „Ich weiß, aber ich hätte es schön gefunden, wenn du mich wenigstens gefragt hättest, ob ich mitkommen will.“ Liebevoll küsst er mich auf die Stirn und sagt: „Ich weiß, meine Schöne. Ich will nur nicht, dass dir oder dem Kind etwas passiert. Ich will unsere kleine Familie doch nur beschützen.“ Ich umarme ihn und lege meinen Kopf auf seine Schulter. „Legolas... Es wird Zeit!“ Thranduil steht nun vor uns. Mein Prinz küsst mich ein letztes Mal und verabschiedet sich dann von unserer Tochter. Er geht zu seinem Pferd, bevor er davon reitet, winkt er uns noch einmal zu. Ich bleibe zurück und lege meine Hand auf die Schulter meiner Tochter. Ich weiß, dass wir uns wiedersehen werden. Die Frage ist nur wann... Erebor – 1 Jahr später: Von hier oben hat man eine herrliche Aussicht. Außerdem bedeutet mir der Platz sehr viel. Hier oben ist ein guter Freund vor Jahren gestorben, und doch, wenn ich hier oben bin, fühle ich mich ihm nahe. „Leyla, passe bitte auf! Nicht das du noch ins Wasser fällst!“ Leyla schaut mich an und nickt. Sie ist ein so liebes Kind. Nenya schläft ruhig auf meinem Arm. Nenya kam zu früh auf diese Welt, sie war noch so klein. Aber in ihrer Brust schlägt das Herz eines Kämpfers. Mittlerweile ist meine jüngste Tochter schon ziemlich stark und hält mich ganz schön auf Trab. Aber das kann man auch von ihrer älteren Schwester sagen! „Ob er noch kommt?“ frage ich Nenya, die daraufhin ihre kleine Nase kraus zieht. Ich seufze. Ich warte schon seit Wochen auf seine Ankunft. Ich hatte Legolas einen Brief geschrieben, dass ich nicht nach Minas Tirith komme, sondern im Erebor bin. Leider bekam ich darauf keine Antwort und auch sonst kam nichts aus der Hauptstadt Gondors. Ich weiß lediglich, dass Aragorn König ist und geheiratet hat. Mehr nicht! Ich stehe von dem Stein auf und gehe zu Leyla. „Komm wir gehen hinunter. Hast du Lust nach Thal zu gehen?“ „Jaa, sogar sehr große Lust.“ Leyla gefällt es hier. Sie liebt den Erebor und die Gegend drum herum. Auch ich fühle mich schon richtig heimisch, obwohl ich weiß, dass wir in ein paar Tagen zurück nach Hause müssen. Angekommen in Thal, läuft Lelya sofort zu einem Stand, an dem Puppen und andere Spielsachen verkauft werden. „Mama, guck mal! Die Puppe da sieht aus wie du!“ Sie zeigt auf eine schwarzhaarige Puppe, die mir wirklich etwas ähnelt. „Was kostet die?“ frage ich den Verkäufer. „Ihr bekommt sie umsonst, Mylady!“ „Aber das kann ich nicht annehmen.“ „Oh doch, das könnt Ihr. Ich bestehe darauf. Es ist mir eine Ehre, eine Puppe an die Tochter der Waldlandprinzessin zu geben.“ Ich lächle und bedanke mich, dann gehe ich mit meinen zwei Töchtern weiter. Wir gehen durch eine kleine Gasse entlang, als ich plötzlich von zwei Händen gepackt werde. Blitzschnell ziehe ich meinen Dolch aus dem Ärmel und halte ihm den Angreife demonstrativ unter die Nase. Doch als ich ihn erkenne, lasse ich die Waffe fallen. Auch Leyla hat ihn erkannt und springt ihrem Vater auf den Arm. Verdutzt stehe ich da und bringe keinen Ton raus. Da wendet sich Legolas an mich: „Willst du mich gar nicht begrüßen?“ „Du hast mich total erschreckt. Glaubst du, du bekommst jetzt noch einen Kuss?“ „Du sahst gar nicht erschreckt aus!“ Er zieht mich zu sich und küsst mich. Endlich! Nach einem Jahr, kann ich ihn wieder in den Armen halten. „Und wer ist das?“ fragt er mich. „Das ist Nenya. Deine Tochter.“ „Wie wunderschön sie ist. Genauso schön, wie meine zwei anderen Damen!“ Ich lache. Legolas nimmt mir Nenya ab und sieht sie sich genauer an, dann stellt er fest: „Sie hat deine Augen!“ Ich nicke nur, denn ich bin so unheimlich froh, dass er wieder bei mir ist. Das eine Jahr war das schlimmste in meinem ganzen Leben. Noch nie habe ich mich so einsam und verlassen gefühlt. „Lass uns zu den Anderen gehen!“ schlägt mein Mann vor. Ich stimme zu und gemeinsam begeben wir uns in Richtung Erebor, wo auch schon Aragorn und ein Zwerg, der mir als Gimli vorgestellt wird, auf uns warten. Den Rest des Tages verbringen wir zusammen in den Hallen des Erebors. Die drei Gefährten erzählen mir von ihren Abenteuern und ich höre gebannt zu. Immer noch hält Legolas seine jüngste Tochter im Arm und scheint sich auch gar nicht von ihr trennen zu wollen. Leyla beeindruckt die ganze Sache kaum, sie springt durch die Halle und hängt sich an Gimli. Egal wohin der Zwerg gehen will, meine Tochter folgt ihm und fragt ihn nach allerlei Dingen. Aber auch Aragorn kommt nicht ungeschoren davon. Er muss Leyla versprechen sie demnächst mit nach Minas Tirith zu nehmen. Am späten Abend bringen Legolas und ich die Kinder ins Bett. Als diese ruhig eingeschlafen sind, treten wir nach draußen auf unseren kleinen Balkon und sehen den Sternen beim leuchten zu. „Jeden Abend habe ich nach dem Nordstern Ausschau gehalten. Wenn ich ihn dann gefunden habe, wünschte ich mir, ich könnte bei dir sein“, bricht Legolas das Schweigen. „Genau dasselbe habe ich auch getan! Irgendwann habe ich es im Waldlandreich nicht mehr ausgehalten, also bin ich zum Erebor gegangen, aber wirklich geklappt hat es nicht!“ Legolas nimmt mich in den Arm und ich lege meinen Kopf auf seine Schulter. „Aragorn bricht morgen wieder nach Gondor auf. Wir könnten ihn begleiten und zu meinem Vater zurückkehren oder aber...“ „Aber was?“ frage ich neugierig. „Nediva, ich weiß, dass du dich im Waldlandreich nicht wohl fühlst und nur mir zuliebe dort geblieben bist. Aber in dem einen Jahr, indem ich von dir getrennt war, ist mir aufgefallen, dass du immer nur für mich auf Dinge verzichtet hast und ich niemals etwas für dich getan habe. Ich sehe aber, wie gut es dir hier geht. Und ich sehe auch, wie Leyla hier regelrecht aufblüht. Wie wäre es, wenn wir uns in der Nähe des Erebors ein Haus bauen?“ Plötzlich bin ich sprachlos. Damit habe ich nicht gerechnet. Doch je länger ich darüber nachdenke, desto mehr kann ich mich dafür begeistern. „Ich würde es wundervoll finden, hier ein Haus zu bauen!“ Legolas drückt mich fester an sich und gibt mir einen langen Kuss. Noch eine ganze Weile stehen wir so zusammen, bis wir dann todmüde ins Bett fallen. Nun weiß ich, dass Legolas mich bedingungslos liebt!

17.45 % der User hatten die Auswertung: Love will find a way In a perfect world One we've never known We would never need to face the world alone They can have the world We'll create our own I may not be brave or strong or smart But somewhere in my secret heart I know Love will find a way Anywhere I go I'm home If you are there beside me Like dark turning into day Somehow we'll come through Now that I've found you Love will find a way (Der König der Löwen 2) Jahre später in den Nebelbergen: Als ich lautes Geschrei auf dem Flur höre, schlage ich die Augen auf. „Nicht schon wieder!“ seufze ich in die Dunkelheit meines Schlafzimmers. Ich steige aus dem Bett und ziehe die Vorhänge auf. Die Sonne ist noch nicht komplett aufgegangen. Das so ein Theater immer am frühen Morgen stattfinden muss. Ich gehe also zur Tür und öffne sie. „Was soll das Geschrei denn schon wieder?“ frage ich Fili vorwurfsvoll. „Kannst du unserer Tochter mal sagen, dass sie zu Hause bleiben soll!“ Ich schüttle den Kopf. Immer das Gleiche mit den Beiden. „Och Papa, ich bin doch kein kleines Kind mehr! Ich kann alleine auf mich aufpassen!“ Fiona schaut mich hoffnungsvoll an. „Fili, Fiona hat Recht. Du kannst sie nicht immer hier einsperren. Vertraue ihr doch!“ „Danke Halona! Danke, dass wir an einem Strang ziehen!“ wütend geht Fili davon. Ich wende mich meiner Tochter zu: „Ich rede noch einmal mit ihm. Und nun...Geh dich amüsieren!“ Fiona küsst mich auf die Wange und läuft dann davon. Ich weiß wo Fili hingelaufen ist, also folge ich ihm. Im Innenhof finde ich meinen Mann, der auf einer Bank am Brunnen sitzt. Ich setze mich neben ihn und sage: „An wen erinnert sie dich?“ Fili seufzt: „An wen soll sie mich erinnern?“ Ich lache: „Ich bitte dich, wer hat mich morgens früh aus dem Bett geklingelt um mit mir in den Steinbruch zu gehen?“ „Und gerade weil ich so war, habe ich Angst um sie.“ „Fili, Fiona muss ihr eigenes Leben leben. Du kannst sie nicht immer beschützen. Lass sie ihre eigenen Fehler machen.“ „Aber das ist so schwer...“ Fili nimmt meine Hand „...ich habe Angst sie zu verlieren.“ „Wenn du sie nicht gehen lässt, dann wirst du sie verlieren!“ Schweigen breitet sich über uns aus. „Komm. Wir gehen frühstücken.“ Ich ziehe ihn von der Bank und gemeinsam gehen wir in Richtung Esszimmer. Schon von weiten hören wir lautes Gezanke. „Man hat hier aber auch nirgendwo seine Ruhe!“ seufze ich. Als ich die Tür öffne wird mir ein Stück Brot entgegen geworfen. „HADRIAN, KILIAN! Seid ihr denn wahnsinnig geworden? Was soll das denn? Man spielt nicht mit Lebensmitteln!“ Zornig schaue ich meine beiden Söhne an, die sofort einknicken und sich bei mir entschuldigen. Ich winke ab und setze mich an den Tisch. Fili folgt meinem Beispiel. „Warum seid ihr schon so früh wach?“ frage ich die Beiden. Hadrian, der nur 2 Jahre jünger als Fiona ist, antwortet mir: „Oma will, dass wir ihr helfen ihr Zimmer zu verschönern und wir naja...“ „Ihr wollt euch davor drücken?“ ergänzt Fili den Satz. „Genau!“ ruft Kilian. Ich lache und schüttle den Kopf. Kilian ist unser jüngster Sohn und ist seinem verstorbenen Onkel wie aus dem Gesicht geschnitten. Genau deshalb habe ich diesen Namen für ihn ausgesucht, obwohl Fili nicht wollte, dass wir unsere Kinder nach Thorin oder Kili benennen. Es ist echt schon ein wenig gruselig, wie sehr sich die Beiden ähneln. Kilian hat genauso braune Haare wie Kili und auch die Gesichtszüge sind gleich. Natürlich haben wir unseren Kindern von Thorin, Kili und dem Erebor erzählt. Besonders Kilian ist sehr stolz auf seinen Onkel und trägt den Namen mit sehr viel Ehrfurcht. Als er noch kleiner war, erzählte er jedem, dass Kili sein Schutzengel sei. „Wo ist eigentlich Fiona?“ fragt Hadrian. Sofort verdüstert sich Filis Miene. „Fiona ist ausgeritten. Sie kommt um die Mittagszeit zurück.“ antworte ich meinem Sohn. „Das ist unfair! Fiona darf ausreiten und ich muss mich vor Oma verstecken.“ Ein Lächeln huscht über Filis Gesicht. „Guten Morgen meine Lieben!“ ertönt hinter uns eine Stimme. Hadrian und Kilian fahren zusammen, während Fili und ich herzlich lachen. Dis setzt sich zu uns und nimmt sich eine Scheibe Schwarzbrot. „Ich hoffe ihr habt gut geschlafen. Es wartet ein anstrengender Arbeitstag auf euch!“ Ich sehe wie meine Söhne ihre Gesichter zu Grimassen ziehen. „Da hättet ihr wohl früher aufstehen müssen, um eure Großmutter reinzulegen.“ sagt Fili. Die Blicke, die Hadrian und Kilian ihm zu werfen, könnten töten. Dis wohnt seit Fionas Geburt bei uns. Damals hatten wir noch sehr viel zu tun mit dem Aufbau der Burg und waren sehr froh, dass Dis uns geholfen hat. Letztendlich ist Dis bei uns geblieben. Ein leises Klopfen fesselt nun meine Aufmerksamkeit. „Ja bitte!“ rufe ich. Ein alter Zwerg mit großen grünen Augen tritt schüchtern herein. „Euer Gnaden, es gibt ein Problem mit dem Ostflügel.“ „Welches Problem, Gundrabur?“ „Ihr wisst ja, dass wir den Flügel renovieren wollten, aber er ist zu marode. Die Decke bröckelt und einige Säulen haben schon Risse.“ „Ich kümmere mich drum, danke fürs Bescheid geben.“ Gundrabur nickt, verbeugt sich und geht dann aus dem Raum. Ich lasse mich in den Stuhl fallen. Was für ein Tag...Und er hat gerade erst angefangen. Schnell esse ich mein Brot auf, stehe dann auf, gebe meinen Liebsten einen Kuss und gehe dann in Richtung meines Ankleidezimmers. Ich wähle eine braune Lederhose und eine blaue Bluse, schließlich will ich nicht zu königlich aussehen. Meine Haare binde ich zu einem schlichten Zopf. Dann gehe ich aus dem Zimmer und wende mich nach rechts. Meine Schritte hallen von den hohen Decken wieder. Es hat fast 5 Jahre gedauert, die alte Burgruine einigermaßen bewohnbar zu machen, aber mittlerweile ist die Burg zu einem richtigen Zuhause geworden. Vor allem liebe ich die langen Flure und die vielen kleine Innenhöfe mit den Springbrunnen. Nach einigen Minuten gelange ich in den Ostflügel, wo ein großes Durcheinander herrscht. „Gundrabur. Was ist hier los?“ frage ich unseren Haushofmeister. „Euer Gnaden, verzeiht mir, dass Ihr dieses Durcheinander mitansehen müsst, aber die Handwerker versuchen alles um die Risse unter Kontrolle zu bringen.“ „So?“ frage ich misstrauisch. „Wo ist Herr Dwalin?“ „Ich hole ihn, euer Majestät.“ antwortet Gundrabur schnell. Sekunden später, kommt er mit Dwalin im Schlepptau zurück. „Halona! Hältst du mich schon wieder von der Arbeit ab?“ Dwalin lächelt mich breit an. „Das nennst du Arbeit?“ frage ich ihn frech. „Wenn ihr euch so eine Bruchbude aussucht, kann ich ja nichts für.“ gibt der Zwerg zurück. Lächelnd umarme ich ihn: „Schön das du uns hilfst. Wo ist das Problem?“ „Warte, ich zeig es dir.“ Dwalin, der seid einer Woche in dem Ostflügel als Oberbaumeister arbeitet, geht vor und führt mich zu dem Säulengang. „Siehst du? Die Risse laufen über die ganzen Säulen. Wir wissen nicht, wie wir das beheben sollen.“ Ich seufze und überlege. Ich laufe durch den Gang und sehe mir die Risse an. „Die Säulen sind nicht unsere einzigen Probleme. Auch die Decke ist nicht mehr so stabil.“ erklärt Dwalin mir. „Was würdest du tun?“ frage ich ihn. „Ehrlich gesagt Halona, ich würde den Flügel komplett neu bauen. Ich kann es nicht verantworten die Handwerker hier arbeiten zu lassen. Früher oder später stürzt das alles hier ein.“ Ich nicke und sage ihm dann: „Gut Dwalin. Veranlasse bitte die Räumung. Ich kümmere mich um den Rest.“ Dwalin verbeugt sich leicht und ruft seine Arbeiter zurück. Ich folge ihnen aus dem Flügel und achte darauf, dass auch wirklich alle hinausgegangen sind. Ich schließe die Türen und murmle etwas. Hinter der Tür hören wir, wie die Säulen zerspringen und die Wände einstürzen. „Ihr könnt morgen dann mit dem Neubau anfangen, Herr Dwalin.“ lächle ich ihn an. Er nickt nur und schaut mich erstaunt an. Zwar kennt Dwalin mich schon so lange, aber an meine Fähigkeiten konnte er sich noch immer nicht gewöhnen. „Möchtest du heute Abend zum Essen kommen?“ frage ich ihn. „Sehr gerne. Essen ist immer gut.“ Dwalin zwinkert mir zu und wendet sich dann seinen Arbeitern zu. „Gibt es noch etwas Gundrabur?“ frage ich den alten Zwerg. „Nur das Übliche. Aber da kümmere ich mich schon drum.“ „Ihr wisst, wenn Ihr Hilfe braucht, dann könnt Ihr mich gerne rufen.“ sage ich lächelnd. „Natürlich, euer Gnaden.“ Der alte Zwerg verbeugt sich und geht dann davon. Auch ich entferne mich und begebe mich in unser Solar. Dort wartet schon Fili auf mich. „Na meine Hübsche? Alles im Griff?“ „Natürlich!“ Ich setze mich neben ihn und schmiege mich an ihn. Er legt den Arm um mich und küsst mich auf die Stirn. „Dwalin kommt heute Abend zum essen“, erzähle ich ihm. „Hoffentlich isst er nicht wieder alles auf, bevor wir überhaupt da sind.“ Ich schubse ihn ein wenig zur Seite: „Das ist nicht nett von dir!“ Als Antwort bekomme ich einen langen Kuss. Plötzlich fliegt die Tür auf und eine dreckige Fiona trabt wütend ins Zimmer. Fili und ich schauen uns mit großen Augen an. „Was ist passiert, Prinzessin?“ frage ich vorsichtig. Fiona dreht sich energisch zu uns um: „Mein dämliches Pony hat mich abgeworfen und ich bin in eine Schlammpfütze gefallen!“ Ihre grauen Augen, die sie von mir hat, funkeln böse. Wieder schauen Fili und ich uns an. Ich sehe das breite Grinsen auf Filis Gesicht, das sich immer mehr in ein schallendes Lachen verwandelt. Leider bin auch ich nicht sonderlich taktvoll und beginne ebenfalls zu lachen. Fiona schaut uns beide frustriert an und zischt: „Danke für eure aufmunternden Worte!“ Damit stürzt sie aus dem Zimmer. Schnell beruhige ich mich und sage: „Ich werde mal nach ihr sehen.“ Vor Fionas Tür wartet schon Hadrian auf seine Schwester. „Fiona komm endlich! Wir verpassen den Fechtunterricht!“ „Lass gut sein Hadrian. Fiona kommt etwas später.“ Mein Sohn dreht sich zu mir um: „Was ist denn mit ihr los?“ Ich erwidere ihm: „ Ich kläre das mit ihr. Ist Kilian noch bei Dis?“ „Ja, Oma wollte, dass er ihr hilft das Bett zu verrücken.“ Ich lächle. Das ist so typisch Dis. „Okay Mama, ich geh dann mal zum Unterricht.“ Hadrian gibt mir einen Kuss auf die Wange und geht dann davon. Ich klopfe vorsichtig an die Tür meiner Tochter. Sekunden später wird diese aufgerissen und Fiona fällt mir in den Arm. Erste Tränen haben sich in ihren Augen gesammelt. Behutsam führe ich sie ins Zimmer und setze mich mit ihr auf das Sofa, dann frage ich sie: „Was ist denn los, Prinzessin?“ Fiona schluchzt: „ Ach Mama. Wie kann ich denn eine gute Prinzessin, und später Königin, sein, wenn ich noch nicht einmal alleine ausreiten kann? Papa hat wahrscheinlich Recht... Ich kann nichts ohne Hilfe...“ Ich streiche ihr die blonden Haare aus der Stirn und erwidere ihr: „Weißt du, ich hatte dieselben Bedenken, als wir damals den Erebor verlassen haben und uns aufgemacht haben in die Nebelberge. Ich sollte Königin sein? Die Tochter eines Schmiedes? Ich hatte doch absolut keine Ahnung wie man ein Königreich leitet. Aber man wächst mit seinen Aufgaben, Fiona. Außerdem werden Fili und ich immer ein Teil von dir sein, dich beschützen und für dich da sein. Also brauchst du keine Angst vor der Zukunft haben. Und wenn du einmal fällst, dann stehst du halt wieder auf und gehst weiter!“ Ich küsse sie auf die Stirn und will gerade aus dem Raum gehen, als sie mich noch einmal umarmt und sagt: „Danke Mama!“ Ich lächle: „Du solltest dich umziehen. Ach übrigens, Dwalin isst heute Abend mit uns.“ Nun gehe ich aus ihrem Zimmer und begebe mich wieder ins Wohnzimmer. Spät am Abend stehe ich vor meinem riesigen Spiegel und frage mich, ob ich das grüne Kleid anlassen soll oder nicht. Da geht die Tür auf und Fiona kommt herein. Meine Tochter ist nicht mehr das kleine Mädchen, dass lachend durch die Gänge gelaufen ist und mit ihrem Vater fangen gespielt hat, sie ist eine richtige Frau geworden. Ihre blonden Haare hat sie hochgesteckt und sie trägt ein fliederfarbenes Kleid, welches ihr wunderbar steht. „Was meinst du? Soll ich das Kleid anlassen?“ frage ich sie. „Es passt super gut zu deinen Haaren, aber es fehlt noch etwas...“ Sie geht zu meinem Kleiderschrank und nimmt einen silbernen Gürtel heraus, den ich mir dann um die Hüften binde. So gehen wir dann gemeinsam ins Esszimmer. Dort herrscht schon wieder ein großes Chaos. Hadrian und Dwalin haben sich zwei Äxte genommen und kämpfen nun damit. Fili und Kilian stehen daneben und feuern Hadrian an. Ich bleibe im Türrahmen stehen und schaue mir die ganze Show mal an. Irgendwann bemerkt Fili mich und bedeutet Dwalin und Hadrian aufzuhören. „Wie oft noch? Hier drinnen wird nicht gekämpft und wenn du schon kämpfen musst, dann gewinne doch auch bitte!“ Hadrian zieht eine Grimasse, entgegnet mir aber nichts. Wir setzen uns an den Tisch und Kilian erzählt wie doof es doch war, dass er seiner Oma helfen musste. „Das will ich jetzt aber überhört haben! Entschuldigt, dass ich so spät bin!“ Dis setzt sich neben Fili, der seine Mutter anlächelt. „Und Dwalin? Wann wird der Flügel fertig ein?“ fragt sie ihn. „Ich schätze in einem Monat, aber genau kann ich das noch nicht sagen.“ „Dann sollten wir schon einmal einen Brief zum Erebor schicken und unsere Freunde einladen. Ach, Bilbo müssen wir auch einladen!“ sagt Fili. Alle stimmen ihm zu. Wenn der Ostflügel fertiggestellt ist, sind wir endgültig fertig mit dem Umbau und der Renovierung, dann können wir endlich eine Einweihungsfreier veranstalten. Nach dem Essen sind die Kinder ins Bett gegangen und auch Fili und ich haben uns zurück gezogen. Ich bin gerade dabei meine Kleider abzulegen und meine Schlafkleider anzuziehen, als ich aus dem Augenwinkel sehe, wie Fili eine Kerze anzündet. Peinlich berührt fällt mir ein, dass heute der Todestag von Thorin und Kili ist. Langsam gehe ich zu meinem Mann und nehme seine Hand. Wir schauen der Flamme einige Augenblicke zu. „Ich vermisse sie.“ sagt Fili. Tränen treten mir in die Augen. Ich male mir aus, wie unser Leben aussehen würde, wenn die Beiden noch leben würden. „Ich weiß Fili. Es tut mir so leid.“ Ich nehme ihn in den Arm und halte ihn fest. Da kommt mir eine Idee: „Was ist, wenn wir einen Innenhof den Beiden widmen? Wir könnten ihnen zu Ehren zwei Statuen bauen?“ „Das würdest du veranlassen?“ fragt er mich mit großen Augen. „Natürlich würde ich das tun. Schließlich gehörten die Beiden ja auch zu meiner Familie.“ „Ich liebe dich Halona! Und ich bin so dankbar für alles, was du für mich getan hast!“ Ich küsse ihn und flüstere ihm dann zu: „Liebe findet immer einen Weg!“

32.48 % der User hatten die Auswertung: When you believe Many nights we prayed With no proof, anyone could hear In our hearts a hopeful song We barely understood Now we are not afraid Although we know there's much to fear We were moving mountains long Before we knew we could, yes There can be miracles When you believe Though hope is frail Its hard to kill Who knows what miracles You can achieve When you believe, somehow you will You will when you believe (Whitney Houston) 1 Jahr später: „Danke das du mir hilfst!“ sage ich meinem Vater als er Thiron ins Bettchen legt. „Das ist doch selbstverständlich, Anna.“ entgegnet mir mein Vater. Während mein Vater sich noch ein wenig um Thiron kümmert, ziehe ich Theresa den Schlafanzug an. Theresa lächelt mich an und greift mit ihren winzig kleinen Händen in meine mittlerweile langen Haare. Ich lasse sie. Dann lege ich auch sie in ihre rote Wiege und stupse die Wiege leicht an. Ein seeliges Lächeln breitet sich über Theresas Gesicht aus, und Sekunden später schlummert sie ein. Ihr Zwillingsbruder allerdings ist nicht so leicht zu besänftigen. Thiron hat dieselben blauen Augen wie sein Vater. Ich gehe also zu meinem kleinen Sohn und bringe das Mobile, welches ich von Balin und den anderen geschenkt bekommen habe, in Schwung. Sofort ist Thiron von dem Drachen, den Zwergen und den Elben begeistert. Doch nach einigen Minuten fallen auch ihm die Augen zu. Leise schließe ich das Fenster und gehe dann mit meinem Vater aus dem Zimmer. „Danke noch einmal!“ sage ich und umarme ihn. „Anna, du brauchst dich nicht immer zu bedanken.“ Er gibt mir einen Kuss auf die Stirn und geht dann davon. Auch ich begebe mich in mein Schlafzimmer, obwohl Schlafzimmer ist nicht der richtige Begriff. Mein Vater hat mir einen kompletten Teil des Palastes überlassen und mein „Zimmer“ besteht eigentlich aus einem riesigen Wohnzimmer mit angrenzendem Wintergarten und einem großen Schlafzimmer. Den Wintergarten habe ich voll und ganz meinen Kindern gewidmet. Überall liegt Spielzeug herum. Als Balin, Dain und die Anderen erfuhren, dass ich Zwillinge bekommen habe, haben sie sofort jede Menge Spielzeug anfertigen lassen und mir geschickt. Ich kann mich kaum noch davor retten. Mein Schlafzimmer besitzt einen großen Schrank, indem ich alle meine Kleider und meine Waffen einsortiert habe. Denn nur weil ich Mutter bin, heißt das noch lange nicht, dass ich langweilig sein muss, oder? Außerdem steht in einer Ecke ein Schachbrett, welches mein Vater mir überlassen hat, und in der anderen Ecke eine Harfe. Auch sie war ein Geschenk von Balin. Die Harfe gehörte nämlich Thorin und Balin meinte, sie wäre bei mir besser aufgehoben. Im Moment bin ich dabei mir selbst beizubringen auf ihr zu spielen. So sind Thorin und ich auch durch die Musik miteinander verbunden. Ich gehe nun aber zu meinem Schrank und hole ein goldenes Kleid heraus, welches ich selbst genäht habe. Dann stecke ich meine Haare hoch und schminke mich dezent. Als ich fertig bin, sehe ich wie die Sonne gerade untergeht. Ich trete ans Fenster und schaue hinaus. Ich weiß was das bedeutet und kann es kaum abwarten, da legen sie sich zwei raue Hände vorsichtig auf meine Augen und eine tiefe Stimme fordert mich auf: „Rate!“ „Oh, dass ist jetzt aber schwer...Gib mir einen Tipp!“ „Ich habe dich ungeheuer vermisst und ich liebe dich über alles!“ „Da kommen so viele in Frage...!“ Das war jetzt definitiv zu viel für Thorin, denn er nimmt seine Hände von meinen Augen und zieht mich ungestüm zu sich herum. „Mit dir macht so etwas echt keinen Spaß, Lya!“ tadelt er mich. Ich antworte ihm nicht. Ich küsse ihn einfach. Es tut so gut ihn nach einem Jahr wieder zu berühren und ihm nahe zu sein. Wir küssen uns Minutenlang, bis wir uns voneinander lösen und uns anlachen. „Wo ist mein Kind?“ fragt er mich aufgeregt. „Dein Kind?“ ich will ihn noch etwas zappeln lassen. „Lya... Hör auf mich zu quälen...“ Ich lache: „Ich quäle dich doch nicht, aber es...es gibt kein Kind.“ „Wie...Aber du warst doch schwanger? Ist etwas passiert? Oh Lya, hast du es etwas verloren?“ Ich muss mir mein Lachen wirklich verkneifen: „Nein, aber es gibt kein Kind! Es gibt zwei Kinder!“ Nun lache ich aber und Thorin schaut mich erleichtert und zugleich verwirrt an: „Zwei Kinder?“ „Ja. Wir haben Zwillinge bekommen!“ Erst jetzt scheint der Groschen gefallen zu sein, denn Thorin hebt mich hoch und wirbelt mit mir durch den Raum. „Kann ich sie sehen?“ fragt er mich. „Aber natürlich! Komm!“ Ich nehme ihn an die Hand und führe ihn zum Kinderzimmer. Leise öffne ich die Tür und muss ihn förmlich zu den beiden Bettchen schieben, denn plötzlich ist der große König gar nicht mehr so groß, sondern schrecklich nervös. Mit großen Augen schaut er mich an und ich bedeute ihm in die Wiegen zu sehen. Ganz vorsichtig blickt er hinein und sofort fällt jede Nervosität von ihm ab. „Sie sind wunderschön!“ flüstert er mir zu. Ganz vorsichtig streicht er den Beiden über die Wangen, da schlägt Theresa plötzlich ihre kleinen Augen auf und sieht Thorin an. „Hallo meine Schöne! Wer bist du denn?“ fragt Thorin seine Tochter. Theresa schaut ihn interessiert an. „Ihr Name ist Theresa.“ „Hallo Theresa. Kann ich sie auf den Arm nehmen?“ fragt er mich. „Natürlich Thorin. Sie ist doch auch deine Tochter!“ Wie schüchtern er gegenüber unseren Kindern ist. Ganz, ganz sacht nimmt er sie aus der Wiege und hält sie fest. Theresa schaut zwischen ihm und mir hin und her. „Theresa, jetzt lach deinen Vater doch mal an.“ Meine Tochter scheint die Worte verstanden zu haben, denn sie grinst erst, dann lacht sie. „Sie ist wundervoll, Lya!“ Da meldet sich auch Thiron zu Wort. Ich nehme unseren Sohn aus seinem Bett, hebe ihn hoch in die Luft und siehe da – Thiron beginnt zu lachen. Nun gehe ich zu Thorin und zeige ihm seinen Sohn: „Darf ich dir vorstellen? Das ist Thiron.“ Während Thorin unsere Tochter festhält, streicht er unserem Sohn über den Kopf. Sofort lacht Thiron seinen Vater an. „Siehst du? Er hat deine Augen...“ sage ich Thorin. Er lächelt mich glücklich an. „Wollen wir uns setzen?“ frage ich meinen Mann. Ich gehe zu dem grauen Sofa, welches ich extra ins Kinderzimmer gestellt habe, und lasse mich darauf falle. Thorin tut es mir gleich. „Du hast dir wirklich Mühe mit all dem hier gegeben.“ bemerkt Thorin, während er sich die Zeichnung des Erebor anschaut. „Ich wollte es ihnen schön machen.“ entgegne ich ihm. „Das ist dir echt gelungen.“ Ich saß an der Zeichnung einige Tage. Den Erebor bei Sonnenaufgang und Nebel zu zeichnen war etwas kniffelig, aber ich bin mit dem Ergebnis mehr als zu zufrieden. Außerdem habe ich an die anderen Wände zwergische Runen geschrieben, die uns Glück bringen sollen. Theresa ist mittlerweile auf Thorins Arm eingeschlafen und auch Thiron schlummert ein. Zusammen bringen wir unsere Kinder ins Bett. Thorin schaut sie noch einmal an und ich lehne mich an ihn. Wie schön es doch sein könnte, wenn wir eine richtige Familie wären, aber leider wollte das Schicksal es nicht. „Wollen wir gehen?“ frage ich ihn nach einer Weile. „Was wollen wir denn machen?“ „Komm mit.“ flüstere ich ihm zu und ziehe ihn in mein Zimmer. Zusammen fallen wir auf mein riesiges Bett. Ich beuge mich über ihn, sehe in seine fantastischen Augen und sage: „Ich liebe dich, Thorin!“ Er streicht mir durch die Haare und entgegnet mir: „Ich liebe dich auch!“ Er küsst mich leidenschaftlich und zieht mich in seine Arme. Wir bleiben eng umschlungen nebeneinander liegen. Ich kuschel mich noch näher an ihn und nehme seine Hand in meine. So könnte ich jeden Tag hier liegen. „Kannst du spielen?“ fragt Thorin mich plötzlich und zeigt auf die Harfe. „Nicht so besonders gut.“ „Spielst du mir etwas vor?“ Als Antwort stehe ich aus dem Bett auf, gehe zu der Harfe und setze mich. Ich schlage die Saiten an und beginne zu spielen. Nach einigen Akkorden stellt Thorin sich hinter mich und greift mir in die Saiten. „Du spielst zu elbisch. Als Frau eines Zwerges solltest du wie eine Zwergin spielen. Lass den Saiten Freiraum zum klingen. So...“ Er spielt nun einige Akkorde, die viel schöner und emotionaler klingen. „Versuch es!“ fordert er mich auf. Ich tue wie mir geheißen und tatsächlich gelingt es mir jetzt besser. „Lya, singst du mir etwas vor?“ „Aber nur, wenn du spielst!“ Wir tauschen die Plätze und Thorin beginnt zu spielen. Ich versinke in der Melodie, jetzt gibt es nur ihn und mich. Ich vergesse das Thorin in einigen Stunden wieder für ein Jahr verschwindet. Ich kenne das Liede und kann es nicht fassen, dass er es ausgesucht hat. Ich beginne leise zu singen: „ Hör auf zu weinen und nimm meine Hand. Halt sie ganz fest, keine Angst. Ich will dich hüten, dich beschützen. Bin für dich hier, keine Angst.“ Ich steigere meine Stimme und singe nun etwas lauter: „ Denn dir gehört mein Herz, ja dir gehört mein Herz, von heute an für alle Ewigkeit. Dir gehört mein Herz. Nun bist du hier bei mir, denn dir gehört mein Herz. Nur dir!“ Ich ende und schaue Thorin mit Tränen in den Augen an. Er steht auf und nimmt mich in den Arm. Ich halte ihn fest und schluchze leise. Er streicht mir über die Haare. Ich will ihn nie wieder loslassen. Es ist so unfair! „Du darfst nicht gehen.“ weine ich leise. „Lyanna, es bricht mir das Herz dich so zu sehen. Aber es geht nicht...“ Und schon steigt die Sonne unbarmherzig höher. Ich ziehe ihn in eine noch schattige Ecke meines Zimmers, küsse ihn noch einmal. „Ein Jahr.“ haucht er mir zu und ich antworte ihm: „Dir gehört mein Herz.“. Dann ist er auch schon verschwunden. Ein paar Jahre später: „Mama, wann sind wir denn endlich beim Erebor?“ fragt Thiron. „Bist du blind? Dort ist er doch schon.“ antwortet ihm seine Zwillingsschwester. „Nicht streiten. Wir sind bald da.“ aufmunternd lache ich die Beiden an. Immerhin sind wir schon seit Wochen unterwegs. Hinzu kommt, dass meine Kinder noch nie so lange in der Natur waren. Für mich ist diese Reise ein leichtes, aber für die Beiden... Naja, bald haben wir es ja geschafft. Minuten später reiten wir durch das Tor Thals. Othello verfällt in einen schnellen Schritt und die Ponys meiner Kinder tun es ihm gleich. Langsam reiten wir durch Thal, bis ich eine mir bekannte Gestalt sehe. Ich springe von meinem Pferd und gehe auf sie zu. „Hallo Drachentöter!“ Bard dreht sich zu mir um: „Lyanna, bist du das? Du siehst gut aus!“ Er umarmt mich freundschaftlich. „Darf ich dir meine Kinder vorstellen?“ Er geht mit mir zu unseren Pferden und er begrüßt Theresa und Thiron. „Das ist ganz schön lange her. Wissen Dain und Balin, dass du kommst?“ fragt er mich. „Nein, dass sollte eine Überraschung zu Balins Abschied werden.“ entgegne ich ihm. „Die Überraschung ist dir gelungen!“ Ich verabschiede mich lächelnd von ihm und reite mit Thiron und Theresa zum Einsamen Berg. Schon von weiten kann ich sehen, dass Balin auf dem Wall steht. Seine Haare sind noch weißer geworden. Ich winke ihm zu. Plötzlich ist er verschwunden, dafür geht aber das steinerne Tor auf. Als wir ankommen stehen schon die Zwerge mit ihrem König davor. Ich zügel mein Pferd und steige ab, dann falle ich Balin um den Hals. „Wie schön das ist, dich einmal wiederzusehen!“ Nun sieht er mich genau an. „Du hast dich ganz schön verändert. Bist hübscher geworden.“ Ich lache. Nach und nach begrüße ich all die Anderen. Theresa und Thiron schauen sich das ganze aus sicherer Entfernung an. „Sind deine Kinder schüchtern?“ fragt Dwalin mich. „Eigentlich sind sie sonst immer sehr vorlaut. Was ist? Wollt ihr da Wurzeln schlagen?“ frage ich sie. „Nein Mama.“ antwortet Thiron. Beide steigen von ihren Ponys ab und laufen auf mich zu. „Meine Herren, dass sind meine Kinder: Thiron und Theresa.“ Immer noch etwas ängstlich, klammern sich die Beiden an meine Arme. Balin tritt nun vor, verneigt sich und sagt: „Mein Name ist Balin. Es ist mir eine Ehre euch kennenzulernen!“ „Mama hat ganz viel von dir erzählt!“ bemerkt Theresa. „Ach? Hat sie das? Ich hoffe nur Gutes.“ Theresa nickt. „Wollen wir nicht reingehen?“ frage ich die Zwerge. Sofort stimmen alle zu. Dain führt uns in sein Königreich und ich bin geplättet. Zwar wusste ich, wie schön der Erebor ist, aber so schön hatte ich ihn nicht in Erinnerung. Auch meine Kinder staunen nicht schlecht. „Thiron, willst du nicht einmal Dwalin fragen, ob er dir die Schmieden zeigt?“ gebe ich meinem Sohn einen Anstoß. Der aber schweigt schüchtern. „Du kannst ruhig etwas sagen.“ ich schubse ihn in Richtung Dwalin. „Können wir?“ fragt Thiron den Zwerg. „Aber natürlich. Komm, wir müssen dann nach links.“ Dwalin geht vor und Thiron läuft ihm nach. „Darf ich auch mitkommen?“ ruft Theresa ihnen nach. „Sicher.“ ruft Dwalin zurück und auch Theresa verschwindet in dem Gang. „Ich glaub, dass wird er noch bereuen!“ sage ich Balin, der daraufhin lacht. Wenig später sitzen wir an einem großen Tisch, auf dem allerlei Köstlichkeiten angerichtet sind. „Was gibt es neues?“ frage ich in die Runde. Dain, der mir gegenüber sitzt, antwortet: „Die Beziehungen zum Waldlandreich haben sich wieder verschlechtert.“ Das hatte ich befürchtet. „Ich denke mal, Ihr ward da nicht ganz unbeteiligt, oder?“ Dain schaut beschämt zur Seite. „Das habe ich mir gedacht! Warum ladet Ihr Thranduil nicht zu dem Fest ein?“ Dain fährt mich plötzlich an: „Diesen hochnäsigen Clown? Auf unserem Fest? Lieber lasse ich mir meinem Bart abschneiden!“ „Ihr wollt bessere Beziehungen, aber etwas dafür tun wollt Ihr nicht. Wie soll das gehen?“ Nun mischt sich Balin in unser Gespräch ein: „Lyanna hat Recht. Wir sollten Thranduil einladen. Wir brauchen diese Beziehungen.“ Ich nicke ihm leicht zu. „Nun gut. Ich setze später einen Brief auf!“ Dain ist zwar nicht erfreut, aber wir haben ihn dennoch überzeugt und nur das zählt. „Mama!“ Theresa springt auf meinen Schoß. „Dwalin hat uns alles gezeigt!“ Ich streiche meiner Tochter durch die langen schwarzen Haare. „Wo ist Dwalin denn?“ frage ich sie. „Der kommt doch da!“ Ich schaue nach rechts. Dwalin trägt Thiron Huckepack. „Lyanna. Deine Kinder sind wirklich...“ „Anstrengend?“ vollende ich den Satz. „Aufgeweckt. Ich wollte aufgeweckt sagen.“ Wir lachen. Es ist schön wieder bei meinen Freunden zu sein und unbeschwert mit ihnen reden zu können. „Dwalin, würdest du noch ein bisschen auf sie aufpassen? Ich will noch etwas erledigen.“ „Natürlich. Wir könnten nach Thal gehen. Dort ist heute Markt.“ Theresa und Thiron sind sofort begeistert. Ich stehe also auf, verabschiede mich von Dain und gehe aus dem Raum. Nach wenigen Schritten höre ich Balins Stimme: „Darf ich dich begleiten?“ „Sicher. Das ist mir sogar ganz Recht.“ Schweigend gehen wir durch den Berg. Als wir an seinem Grab ankommen, bleibe ich stehen. „Wer hat die Lilien auf Thorins Grab gelegt?“ frage ich erstaunt. „Das war ich. Ich weiß, dass das deine Lieblingsblumen sind. Gefällt es dir nicht?“ „Doch. Sie sind wunderschön. Danke Balin!“ Wir stehen einfach nur da. Plötzlich räuspert sich Balin: „Er war wie ein Sohn für mich...“ „Es tut mir leid. Ich weiß, was er dir bedeutet hat.“ „Ich konnte mich noch nicht einmal von ihm verabschieden...“ Da kommt mir eine Idee. „Balin, kennst du die Lichtung oberhalb des Berges?“ „Natürlich!“ „Gut. Komm nach dem Sonnenuntergang dorthin.“ Balin nickt verständnislos und lässt mich dann alleine. Ich gehe näher zu dem Grab und hocke mich hin. „Verzeih mir die Störung, aber ich wollte mit dir reden.“ Ich drehe mich zu Dain und stehe dann auf. „Es gibt nichts zu verzeihen. Also, was gibt es?“ Dain räuspert sich: „Willst du im Erebor bleiben? Immerhin bist du die Königin.“ Die Frage musste früher oder später kommen. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht was ich antworten soll. Ich seufze: „Dain. Ich war Thorins Königin. Ich...ich kann nicht.“ „Ich verstehe das. Durchaus. Aber du siehst, dass ich dieses Königreich nicht alleine führen kann. Du wirst immer Thorins Königin bleiben, ich will dich ihm auf keinen Fall wegnehmen, aber was spricht dagegen, wenn du an meiner Seite regierst?“ Tja, was würde dagegen sprechen? Eigentlich nichts. Ob ich nun hier bin oder bei meinem Vater, ich denke jede Sekunde an ihn. „Ich überlege es mir.“ Dain nickt und lässt mich alleine. Ich atme tief ein und aus. Ehrlich gesagt habe ich jetzt keine Lust mehr in der Vergangenheit zu graben, also beschließe ich Dwalin auf dem Markt zu suchen. Ich hatte mich kurz hingelegt und musste wohl eingeschlafen sein, denn das Schreien meiner Kinder holte mich aus meiner Traumwelt zurück. Verschlafen öffne ich die Augen: „Thiron? Theresa? Warum macht ihr so einen Krach?“ Keine Antwort. Ich drehe mich einfach auf die Seite und schlafe weiter. Ich bin so müde. Die Reise war doch anstrengender, als ich gedacht habe. Plötzlich streicht eine warme Hand über mein Gesicht und jemand flüstert: „Wach auf meine Hübsche!“ Ich reiße die Augen auf. Thorin hat sich frecherweise neben mich gelegt und grinst mich nun selbstgefällig an. „Mama, Mama. Komm stehe auf! Es hat geschneit! Wir wollen nach draußen.“ Thiron rüttelt an meinem Arm. Ich schwinge meine Beine aus dem Bett, strecke mich und gähne. Thorin ist auch aufgestanden und kommt nun auf mich zu. „Ich hab schon gedacht, du verschläfst die Nacht.“ Er nimmt mich in den Arm. Ich lege meinen Kopf auf seine Schulter und wäre fast wieder eingeschlafen. Wie kann man nur so müde sein? Thorin belächelt mich nur. Kurzerhand schnappt er sich mich, hebt mich hoch und wirbelt mit mir durch den Raum. Ich lache: „Thorin! Bitte hör auf! Mir wird schlecht, ich bin ja schon wach!“ Er lässt mich runter, muss mich aber festhalten, weil mir schwindlig ist. „Mama! Papa! Worauf wartet ihr denn jetzt?“ Thorin lacht und gemeinsam laufen wir unseren Kindern nach. Nach einer Weile kommen wir an der Lichtung an, auf der Balin schon wartet. Als ich mich und die Kinder sieht, steht er auf und kommt auf uns zu, doch als er Thorin erblickt, bleibt er wie angewurzelt stehen. Auch Thorin hat ihn mittlerweile wahrgenommen. Auch er bleibt stehen. Ich sehe wie sich Tränen in Balins Augen sammeln. Thorin läuft auf Balin zu. Die Beide fallen sich in den Arm. Ich stehe mit unseren Kindern etwas abseits. „Papa? Hilfst du uns einen Schneemann zu bauen?“ fragt Theresa. „Aber sicher, meine kleine Prinzessin.“ Die drei beginnen also Kugeln zu formen und ich gehe zu Balin. „Danke Lyanna.“ Ich nicke nur. „Mama?“ Thiron schaut mich vorwurfsvoll an. „Komm!“ Ich nehme Balin an der Hand und gemeinsam gehen wir zu meinen Liebsten. Als ich Theresa helfe, die mittlere Kugel auf die große Kugel zu setzen, bekomme ich einen Schneeball in den Nacken. Entrüstet drehe ich mich um. Thorin sieht mich herausfordernd an. „Warte kurz! Ich muss deinen Vater fertig machen.“ sage ich meiner Tochter. Dann laufe ich los und werfe mich auf Thorin. Zusammen fallen wir in den Schnee. Blitzschnell stehe ich auf und bewerfe meinen Mann mit einem Ball. Er lässt das natürlich nicht auf sich sitzen und auch ich bekomme eine Ladung ab. Als ich zurückwerfen will, kriege ich einen Ball ab, der von meinem Sohn geworfen wurde. „Gut gemacht, mein Sohn!“ ruft Thorin ihm zu. Auch Theresa ist mit eingestiegen. Wir beide werfen nun Thorin und Thiron mit lauter Schneebällen ab. Balin hat sich auf einen Stein gesetzt und schaut uns amüsiert zu. Plötzlich reißt Thorin mich zu sich herum. In seiner Hand hält er eine ganze Ladung Schnee, die er mir ins Gesicht werfen will. Ich durchschaue ihn sofort und werfe mich auf die Seite. Wieder fallen wir Beide in den Schnee, aber diesmal stehe ich nicht auf, sondern wir purzeln weiter durch den Schnee. Letztendlich bleibe ich auf ihm sitzen und ICH werfe ihm nun den Schnee ins Gesicht. Schneller als gedacht, schafft er es sich herumzudrehen. Nun sitzt er auf mir. „Denk nicht mal dran mir Schnee ins Gesicht zu schmieren!“ drohe ich ihm. „Dann nicht...“ Ohne Vorwarnung küsst er mich und zieht mich zu sich heran. Ich lege meine Arme um ihn. Zärtlich streicht Thorin mir über den Rücken. Ein langgezogenes „Iiiiiihh“ unserer Kinder bringt uns zum Lachen. „Na kommt schon her!“ ruft Thorin ihnen zu. Sekunden später springen Theresa und Thiron ihm auf den Arm. Die drei tollen noch weiter durch den Schnee, bauen mit Balin und mir noch einen Schneemann und veranstalten mit Thorin eine erneute Schneeballschlacht, die Thorin haushoch verliert. Nach mehreren Stunden kommt Thorin auf mich und Balin zu: „Balin, würdest du meine Kinder schon mal ins Bett bringen?“ Balin nickt. Aber erst verabschieden sich Balin, Theresa und Thiron von Thorin. Als die drei fort sind, sieht Thorin mich streng an. „Was? Was ist? Was hast du?“ frage ich Thorin. „Lya. Ich weiß nicht wie ich es sagen soll...Ich...ich will, dass meine Kinder im Erebor aufwachsen. Ich will, dass du mit ihnen hier bleibst.“ „Du willst?“ Ehrlich gesagt bin ich etwas sauer. Natürlich weiß ich, dass Thorin sich nicht mehr um unsere Kinder kümmern kann, obwohl er es möchte. Aber es kränkt mich, dass er mir Vorschriften machen will, wie ich meine Kinder zu erziehen habe. „Lyanna. Bitte verstehe doch. Der Erebor ist mein Zuhause. Ich will doch nur, dass meine Kinder wie ich, wie Zwerge, aufwachsen.“ „Weißt du Thorin, ich bin damals nicht fortgegangen, weil ich es hier nicht schön fand. Ich bin gegangen, weil mich alles an dich erinnert hat. Es hat mir Schmerzen bereitet zu wissen, dass du tot bist. Und alles hat mich daran erinnert. Jeder verdammte Stein. Jetzt magst du vielleicht denken, dass auch Thiron und Theresa mit dem Verlust ihres Vaters leben müssen. Und da hast du Recht, aber sie waren nicht dabei. Sie haben dich nicht sterben sehen. Sie haben nicht deinen Hand gehalten. Ich aber habe diese Erinnerungen und es ist nicht einfach damit zu leben!“ Ich habe mich abgewendet. Nach all den Jahren spreche ich immer noch nicht gerne über meine Gefühle. „Lyanna, ich bitte nicht darum, weil ich dir Schmerzen bereiten will. Ich möchte doch nur...“ Ich unterbreche ihn: „Ich weiß, was du möchtest, Thorin. Es geht dir nicht alleine, um unsere Kinder...“ Thorin nimmt vorsichtig meine Hand: „Du kennst mich zu gut... Ich möchte auch das DU hier bleibst. Das du als Königin hier bleibst.“ „Dain hat mich das auch schon gefragt...“ Ein Lächeln huscht über sein Gesicht. Ich sehe ihm nun direkt in die Augen: „Aber ich kann nicht. Ich bin nicht die Königin, die alle in mir sehen. Ich bin keine große Königin und werde das auch niemals sein.“ Thorin lacht. Er lacht so laut und schallend, dass ich etwas von ihm weiche. „Du und keine Königin? Ich könnte dir tausend Situationen nennen, in denen du wie eine Königin aufgetreten bist. Lyanna, bitte schau in dich hinein. Du bist mehr, als du es jetzt bist. Du BIST doch die Königin, die alle in dir sehen.“ Ich bin durchaus gerührt von seinen Worten und falle ihm um den Hals. Kleinlaut gebe ich zu: „Ehrlich gesagt, finde ich es hier wunderschön! Und ich glaube auch, dass Theresa und Thiron sehr gerne hier bleiben würden!“ Thorin küsst mich liebevoll auf die Stirn und antwortet: „Das wusste ich bereits. Versprichst du es mir, dass du im Erebor bleibst?“ „Ich verspreche es!“ Zur Bekräftigung küsse ich ihn ein letztes Mal, denn am Horizont steigt die Sonne empor. Wieder verschwindet mein Liebster. Still verabschiede ich mich von meiner großen Liebe. In einem Jahr werden wir uns wiedersehen. Ich bleibe noch dort stehen und schaue mir den Sonnenaufgang an. Ich werde Dain wohl mitteilen müssen, dass er neben der Abschiedsfeier für Balin auch eine Krönungsfeier ausrichten muss. Nach einiger Zeit, gehe ich wieder in mein Zimmer. Dort haben sich Theresa und Thiron in mein Bett gekuschelt, ich lege mich zu ihnen. Wenn man daran glaubt, kann wirklich alles möglich werden!