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Die Statistik vom Quiz

Falling in love with Hogwarts-Guys

53.66 % der User hatten die Auswertung: Dein 6. Jahr (Harrys 5. Jahr): "Ach, Schätzchen, wir werden dich alle so sehr vermissen!", jammerte meine Mutter. "Ich verstehe immer noch nicht ganz, warum du so weit weg von uns in die Schule gehen willst!" Ich schüttelte ungläubig den Kopf. Das ging nun schon vier Jahre so. Ich war sechs Wochen zuhause, stritt mich ab und zu mit meinen Eltern und quasi durchgängig mit meinen kleinen Brüdern. Wie immer eben. Doch dann, wenn das Schuljahr endlich wieder los ging und meine nicht-magische Familie mich zum Gleis 9 3/4 begleitete, wurden sie alle ganz sentimental. "Mum, ich habe dir das doch schon tausendmal erklärt", stöhnte ich. "Ich bin glücklich in Hogwarts! Glücklicher als an jeder anderen Schule!" Als meine Mutter wieder zu protestieren anfing, drückte ich kurzerhand alle und stieg dann in den Zug. Wenn ich in Hogwarts war würde ich meiner Familie eine Eule schicken und mich dafür entschuldigen, dass ich sie so stehen gelassen habe und trotzdem gut angekommen bin und so weiter. Wie jedes Jahr. Ich suchte mir ein leeres Abteil und setzte mich ans Fenster. Von diesem Platz aus konnte ich meine Brüder gut beobachten. Die beiden kleinen Monster hielten fast nie den Mund, aber hier staunten sie immer so sehr über die vielen Hexen und Zauberer und was die alles mit sich herumschleppten, dass ihnen gar keine Zeit zum Quatsch machen blieb. Raphael wurde nächsten Frühling schon elf Jahre alt. Mal sehen, ob er auch Post aus Hogwarts bekommen würde... Bei Noah war das noch eine Weile hin. Meine rosafarbene Minimuffdame Mrs Austen kletterte auf meine Schulter und fiepte mir ins Ohr. Wahrscheinlich dachte sie, mir würde es nicht gut gehen, weil ich sonst nur sehr selten nachdenklich und in mich gekehrt war. Ich las meistens oder übte kleine Zauber. Ab und zu unternahm ich auch etwas mit einer Gruppe von Leuten aus meinem Haus. Wenn man so wollte, waren sie die "Coolen" und zählten mich aus irgendeinem Grund auch dazu, obwohl ich nur selten mit dabei war. Trotzdem war ich immer willkommen und das fand ich sehr schön. Weil sie mich so akzeptierten, wie ich war und ich war eben meistens in der Bibliothek und las. "Du irrst dich", flüsterte ich Mrs Austen zu. "Ich bin nicht traurig." Sie sah mich treuherzig an und kuschelte sich in meine Halsbeuge. Ich musste schmunzeln. Sie war so ein liebes Wesen. Zuhause hatte ich eine Katze, aber die durfte ich nicht mitnehmen, da sie schon recht alt war und lieber in der Muggelwelt ihre Mäuse fing. Auch wenn Mrs Austen mir vielleicht nicht glaubte, ich war nicht traurig. Ich freute mich auf die Schule, auf das Zaubern, auf meine Freunde. Und auf das Lernen. Ich lernte gern. Vor allem die Fächer in Hogwarts, auch wenn das die meisten Schüler aus Zaubererfamilien wahrscheinlich nicht begriffen. Aber die hatten ja auch bis sie elf Jahre alt waren Unterricht zuhause von ihren Eltern bekommen und mussten nicht ewig lange Kettenaufgaben lösen oder verschiedene Waldböden vergleichen, so wie die Muggelkinder in der Grundschule. Wegen meiner Wissbegierigkeit hatte mich der Sprechende Hut auch nach Ravenclaw gesteckt. Als der Zug anfuhr, wurde meine Abteiltür aufgerissen und Cho, Marietta, Anthony, Terry, Michael und Becca stürmten herein. Ich musste lachen. Das war so typisch für diese Chaotentruppe... "Hallo meine Süße!", rief Terry und warf sich auf den Sitz neben mir. "Hi Terry", grinste ich. Dieser Typ war so unglaublich. Ständig flirtete er mit irgendeinem Mädchen, obwohl er eigentlich eher Jungs bevorzugte. Das hatte ich irgendwann mehr oder weniger brutal aus ihm herausgekitzelt. Ich wusste, dass es für manche Leute- vor allem aus den anderen Häusern- so aussah, als würde zwischen uns was laufen, aber da war ganz sicher nix. Wir waren bloß beste Freunde. Auch so sah es bei mir und Jungs eher mau aus. Anscheinend war noch keinem so richtig aufgefallen, dass ich auch ein Mädchen war und man mit mir auch ausgehen konnte. Aber sooo schlimm fand ich es nun auch wieder nicht, dass ich noch nie einen Freund hatte. Ich kam auch so ganz gut zurecht. Als hätte er meine Gedanken gelesen, wendete sich Terry mir zu. "Dieses Jahr geht es bei uns wahrscheinlich ganz schön ab in der Liebe", sagte er. "Der gute Michael hat ein Auge auf die kleine Ginny Weasly geworfen, wie ich gehört habe..." Michael wurde sofort knallrot und guckte Terry peinlich berührt an. "Terry!", nuschelte er. "Oh, Michael, du musst keine Angst haben. Niemand hier steht dir im Weg. Aber pass auf McLaggen aus Gryffindor auf. Wenn der seine Tentakel nach der kleinen Weasly austreckt, ist sie verloren!" "Ach, halt den Rand, Terry!", lachte Cho. "Du bescherst dem armen Michael noch Alpträume! Und McLaggen hat es doch sowieso seit Ewigkeiten auf Granger abgesehen, aber sie checkts einfach nicht. Wenn er dann mal in die Offensive geht, wird sie wahrscheinlich ein Trauma von seinen gefühlten 50 Armen und 10 Zungen bekommen." Cho schüttelte sich. "Hast du da etwa schon Erfahrung gemacht, Cho?", fragte Becca und grinste schelmisch. Alle lachten und ich fühlte mich pudelwohl.So viel gute Energie auf einem Haufen, da konnte man ja fast schon krank werden vor Fröhlichkeit. "Cho, Cho, Cho, mit dir muss ich auch noch ein Wörtchen reden!", meinte Terry. "Oh Gott, was kommt jetzt?", fragte Cho amüsiert. "Du solltest wirklich noch mal in dich gehen!", sagte Terry todernst. "Wie ich gehört habe, stehst du jetzt auf kleine Jungs!" Er legte eine Pause ein. "Kleine Jungs wie Harry Potter." Damit hatte er die Katze aus dem Sack gelassen. "Harry Potter?" "Harry Potter, Cho? Pass auf, dass du nicht pädophil wirst!" "Harry? Harry Potter? Cho, also wirklich! Tststs!" Cho wurde augenblicklich tomatensuppenrot und Terry, glücklich über den entstandenen Tumult, lehnte sich zurück und legte einen Arm um mich. "Hab ich das nicht toll gemacht?", fragte er mich. "Ganz toll, Terry", sagte ich kopfschüttelnd. "Cho wird sich bis in alle Ewigkeiten schämen." Er lachte leise und ich wendete meinen Blick vom Fenster weg und ließ ihn durch das Abteil schweifen. An der Glastür stand einer der Weasly Zwillinge und schaute mich an. *Zeitsprung, große Halle* "Wer ist das denn?", fragte Becca und deutete auf eine kleine Frau in einem schrecklichen rosa Kostüm. "Keine Ahnung", antworteten Cho und ich wie aus einem Mund. "Ich glaub, ich kenn sie", sagte Marietta.Verwundert schauten wir sie an. "Sie hat irgendwas mit dem Ministerium zu tun. Ich glaube, sie arbeitet für Fudge. Meine Mum redet manchmal mit ihr." "Vom Ministerium? Aber was hat sie dann hier zu suchen?", fragte Cho. Das klärte sich dann aber doch recht schnell, als die Ministeriumsangestellte, die als Professor Umbridge vorgestellt wurde, Dumbledore einfach in seiner Rede unterbrach und selbst eine hielt. Diese allerdings war um Maßen schlechter. Ich verstand nicht alles, aber das was ich verstand, war nichts Gutes. "Lehrerin für Verteidigung gegen die Dunklen Künste? Ernsthaft? So sieht doch keine Lehrerin für Verteidigung gegen die Dunklen Künste aus!", meinte Anthony als wir zum Ravenclaw-Turm gingen und da konnte ich ihm nur zustimmen. "Ach, wer weiß", antwortete Becca. "Vielleicht ist sie ja gar nicht so schlimm." Aber sehr überzeugt sah sie da nicht aus. *Zeitsprung, später im Schuljahr* Becca hatte Unrecht gehabt. Umbridge war schlimm. So schlimm, dass sie von allen Schülern nur noch als "pinke Pest" bezeichnet wurde. Verteidigung gegen die Dunklen Künste war noch nie mein Lieblingsfach gewesen. Klar, es war praktisch und irgendwie auch spannend, aber mich faszinierten eher Verwandlung und Zauberkunst. Trotzdem war Verteidigung gegen die Dunklen Künste jedes Jahr erträglich gewesen (abgesehen von dem Jahr wo Lockhart unterrichtet hatte). Doch dieses Jahr war es einfach nur ein großer Haufen Drachenmist. Ich saß mit ein paar Leuten im Gemeinschaftsraum und unterhielt mich. "Wir lernen nichts!", beschwerte sich Terry und alle stimmten ihm zu. "Ja, stattdessen kriegen wir diese Bilderbücher vorgesetzt!", meinte Cho. "Echt schlimm." Ich nahm einen Schluck von der heißen Schokolade, die Anthony aus der Küche mitgebracht hatte. "Zum Glück haben wir unsere ZAGs schon", sagte ich nach einer Weile. "Stellt euch mal die vor, die sie dieses Jahr machen sollen. Mit Umbridge haben sie doch gar keine Chance." "Apropos Fünftklässler...", lenkte Terry das Thema in eine andere Richtung. "Da ist doch auch ein gewisser Harry Potter dabei. Wie läufts so mit ihm, Cho?" "Ach, halt die Klappe", meine Cho. "Wie jetzt?", fragte Terry, gespielt verblüfft. "Du bist noch nicht mit ihm ausgegangen oder so?" Anscheinend war sich Terry den warnenden Blicken, die er von allen Seiten bekam, nicht bewusst. "ICH HAB GESAGT HALT DIE KLAPPE!", explodierte Cho und stürmte aus dem Gemeinschaftsraum. Sonst lief Marietta ihr immer hinterher, aber sie war nirgendwo zu sehen, also beschloss ich, mal nach Cho zu sehen. Ich fand sie schluchzend im Mädchenklo. "Hey, Cho..", fing ich an, doch sie unterbrach mich gleich: "Lass mich in Ruhe, bitte!" Ich blieb noch kurz zögernd stehen und ging dann. Wenn sie lieber allein sein wollte, wollte ich ihr nicht unnötig auf die Nerven gehen. Ich hatte keine Lust, wieder hoch in den Gemeinschaftsraum zu gehen, also schlug ich genau die entgegengesetzte Richtung ein und verdrückte mich in die Bibliothek. "Hallo Madame Pince!", grüßte ich die Bibliothekarin, die alle für garstig hielten. Aber das stimmte überhaupt nicht. Sie liebte bloß Bücher über alles und konnte Leute, die Bücher nicht gut behandelten, nicht ausstehen. "Guten Tag", grüßte sie zurück. Ich nahm mir ein Buch über die unverzeihlichen Flüche, die wir dieses Jahr in Verteidigung gegen die dunklen Künste eigentlich lernen sollten, dies aber nur sehr sporadisch taten, und setzte mich in eine Ecke. Nach einer Weile hörte ich Gemurmel aus dem Nachbargang. Ich versuchte, dies zu ignorieren aber es ging nicht. Kurz entschlossen stand ich auf und ging einen Gang weiter. Ein Weasly- Zwilling saß an einem der langen Tische und verhexte Pergamente. Ich ging auf ihn zu. "Könntest du das bitte etwas leiser machen?", fragte ich leicht gereizt. "Ich versuche nämlich etwas über die Unverzeihlichen Flüche zu lernen, da diese Sabberhexe von einer Lehrerin nur gesagt hat, dass es drei sind und das sie unverzeihlich sind, was sich aber aus ihrem Namen schon erschlossen hat und ich trotzdem mehr darüber wissen will!" Er blickte auf und musterte mich. "Ravenclaw, hn", stellte er fest. Ich reckte mein Kinn ein Stückchen höher. Belustigt schaute er mich an. "Ich bin eh gleich weg aber ich werde mich bemühen. Und du hast Recht. Bei Umbridge lernt man nix. Die wurde uns nur geschickt, um alle davon zu überzeugen, dass Dumbledore wirklich plemplem ist und Harry auch." Ich sah ihn etwas verständnislos an. "Was meinst du damit?" "Hast du das alles echt nicht mitbekommen? Der Tagesprophet schreibt nur noch darüber!", antwortete er verblüfft. "Ich bin Muggelstämmig. Da bekomme ich keinen Tagespropheten. Und mit Potter hab ich auch nicht so viel zu tun", erklärte ich. "Ach so. Naja, Harry hat den Dunklen Lord zurück kommen sehn, und Fudge versucht mit aller Macht, dies zu verdrängen. Also stellt er so oft er kann Harry als gestört und Dumbledore als dement und schwachsinnig dar", fasste der Weasly-Zwilling zusammen. "Oh, ok", antwortete ich. "Naja, ich geh dann mal wieder. Terry, Becca und die Anderen wundern sich bestimmt schon wo ich abgeblieben bin." Ich verließ die Bibliothek und machte mich auf den Weg zum Gemeinschaftsraum. Währenddessen dachte ich über das nach, was Weasly gesagt hatte. Du-weißt-schon-wer war also wieder da und Fudge versuchte das zu vertuschen. Klar konnte es auch sein, dass der Minister Recht hatte, aber warum sollte Potter lügen? *Zeitsprung, ein Abend im November* Ich kam mal wieder aus der Bibliothek und war auf dem Weg in den Ravenclaw-Turm, als ich die Weasly-Zwillinge entdeckte, die Rund um die große Halle Plakate aufhängten, auf denen Tester für irgendwelche Süßigkeiten gesucht wurden. Die beiden entdeckten mich, wie ich ihr Plakat begutachtete und kamen zu mir. "Na, hast du Interesse?", fragte der eine. "Oder brütest du immer noch über Unverzeihlichen Flüchen?", fragte der andere. Das musste der sein, den ich in der Bibliothek vor ein paar Wochen getroffen hatte. "Weder noch", antwortete ich. "Aber ich habe eine Idee, wie ihr eure Plakate noch ein bisschen aufhübschen könnt." Ich tippte kurz mit meinem Zauberstab dagegen und ließ buntes Feuerwerk auf dem Plakat aufploppen. "Fantastisch!", rief der Zwilling aus der Bibliothek. "Willst du nicht bei uns im Geschäft einsteigen?" "Heute nicht", lachte ich. "Aber vielleicht später." Die beiden sahen leicht enttäuscht aus, fingen sich aber rasch wieder. "Wenn du schon nicht mit uns arbeiten willst, dann komm wenigstens in zwei Wochen mit uns zusammen nach Hogsmeade! Ich bin George, und der, der dich da so anstarrt ist mein Bruder Fred", meinte der andere. "Okay!", lenkte ich, immer noch mit einem Grinsen auf den Lippen, ein. *Zeitsprung, DA* Endlich war es soweit und Harry ließ uns den Patronus üben. Cho hatte mich schlussendlich mit in die Selbstverteidigungsgruppe von Harry Potter mitgenommen. Zuerst hatte ich nur zugestimmt, damit sie nicht ganz allein Harry gegenübertreten musste, aber Marietta war ja auch noch da und mir machte es richtig Spaß. Terry war auch da, und auch die Zwillinge, mit denen ich mich mittlerweile richtig gut verstand. "Schau mal, Süße!", rief Terry und ich drehte mich zu ihm um. Ein großer, geschmeidiger Panther umkreiste ihn. Als ich sah, wie mein bester Freund vor Stolz fast platzte, musste ich lachen. "Was denn?", schmollte Terry leicht beleidigt. Mein Patronus war eine wunderschöne Wildkatze. "Sogar unsere Patronen (*** sagt man das so? °-° ***) passen zusammen Baby", meinte Terry und legte einen Arm um meine Hüfte. "Ach, halt den Mund, Terry!" Lachend kämpfte ich mich frei. Ich schaute mich im Raum der Wünsche um. Lunas Patronus war ein Hase und der von Ginny Weasly ein Pferd. Ich suchte die Zwillinge mit meinem Blick, weil es mich brennend interessierte, welche Gestalten bei ihnen aus dem Zauberstab hervorbrachen. Doch Fred zauberte nicht mal ansatzweise. Er starrte bloß mich und Terry an. Als er bemerkte, dass ich ihn auch ansah, wendete er schnell den Blick ab. Ich hatte nicht länger Zeit, über sein merkwürdiges Verhalten nachzudenken, als auf einmal die Wand explodierte und Professor Umbridge in der Tür stand. *Zeitsprung, Kings Cross* Wieder einmal stand ich am Gleis des Hogwarts-Express, doch diesmal bloß um meinen großen kleinen Bruder zu verabschieden. Mum, Dad und Noah hatte ich angewiesen zuhause zu bleiben, da jetzt, wo Du-weißt-schon-wer wieder am der Macht war, es sicherer für sie war. Raphael hatte schon seine Hogwartsuniform an. Er trug einen gelben Schlips, keinen blauen so wie ich bis letztes Jahr. Es war noch ganz schön viel passiert. Die Weasly-Zwillinge hatten Umbridge den Rest gegeben und waren dann abgehauen um einen Scherzartikelladen zu eröffnen, Harry hatte im Ministerium gegen Du-weißt-schon-wen gekämpft, Fudge war kein Minister mehr, Dumbledore war gestorben und Gerüchten zufolge war jetzt Professor Snape der Schulleiter von Hogwarts. Etwas hatte sich verändert. Das spürte auch mein Bruder. "Ich will nicht nach Hogwarts!", jammerte er. "Ich will wieder nach Hause!" Es tat mir im Herzen weh, ihn so zu sehen, aber er musste zur Schule. Da führte kein Weg dran vorbei. "Schau, so schlimm kann es doch gar nicht werden! Und alle deine Freunde sitzen schon im Zug!" "Ja, aber alle Schlammblüter haben Angst!", erwiderte er. Ich schauderte. "Woher kennst du dieses abscheuliche Wort?", fragte ich ihn scharf. "Das sagen sie in der Schule zu uns. Und das sind wir doch auch, oder?", fragte er mich mit großen Augen. Darauf wusste ich nichts zu sagen. Was sollte ich jetzt bloß tun? In dem Moment sah ich Neville Longbottom. Er war auch mit im Ministerium gewesen und hatte mitgekämpft. Seine Tollpatschigkeit sah man ihm kein Stück mehr an. "Neville!", rief ich ihn. Er drehte sich suchend um. "Hier!", sagte ich und hob kurz die Hand. Mit fragendem Blick kam er auf mich zu. Klar, woher sollte er mich auch kennen... Aber das war jetzt egal. es ging um meinen Bruder. "Kannst du bitte gut auf meinen Bruder aufpassen?", fragte ich ihn. "Er ist muggelstämmig, und, naja...". Aber mehr musste ich gar nicht sagen. "Klar!", erwiderte Neville freundlich und nahm Raphael an die Hand. "Ich pass auf ihn auf!" Mir fiel ein Riesenstein vom Herzen. "Danke!", sagte ich aus tiefstem Herzen zu Neville. "Schon gut, kein Problem", antwortete er und ich verabschiedete schnell meinen Bruder, bevor er zusammen mit Neville Logbottom in den Zug stieg. Nachdem der Zug abgefahren war, bummelte ich noch etwas durch die Winkelgasse. Sie war halb leer und total ausgestorben. Alle Farben waren verschwunden. Bis auf ein Geschäft, das so bunt dekoriert war, dass es geradezu in den Augen schmerzte. Weaslys Zauberhafte Zauberscherze. Ich musste schmunzeln und trat ein. Es war nicht so voll wie ich gedacht hatte, aber andererseits waren die meisten Kunden hier Kinder. Und die meisten Kinder waren gerade nach Hogwarts gefahren. An der Ladentür klebte ein Zettel auf dem stand: "Aushilfe gesucht". Ich starrte ein paar Sekunden auf die Wörter und fasste dann einen Entschluss. Ich hatte doch sowieso gerade keinen Job, und für eine Ausbildung hatte ich mich noch nicht entscheiden können. Geld musste verdient werden und warum nicht hier? "Ha-Hallo?", fragte ich etwas unsicher in den Raum hinein. Eine Weile blieb es still, dann tauchten auf einmal die Zwillinge direkt vor meiner Nase auf und ich bekam einen Riesenschreck. "Sieh an, wer uns besuchen kommt!", verkündete George und umarmte mich. "Hi George, hey Fred", lächelte ich. "Euer Laden ist echt unglaublich bunt!" "Ja nicht wahr?", fragte George stolz und sah sich um. Um nicht unnötig Zeit zu verplempern, kam ich gleich zur Sache. Ich wandte mich an Fred. "Du hattest mir mal in Hogwarts angeboten, mit ins Geschäft einzusteigen. Und gerade hab ich gesehen, dass ihr noch ne Aushilfe sucht, also dachte ich, dass ich vielleicht... ähm... hier arbeiten könnte?" "Wow, cool, gerne!", antwortete George. "Wenn Fred nichts dagegen hat...?" Wir blickten beide zu Fred, der immer noch keinen Ton gesagt hatte. "Fred?", fragte george vorsichtig. "Wie geht es Boot?", fragte er mich unvermittelt. "Terry? Ähm... Keine Ahnung", antwortete ich wahrheitsgemäß. George, der merkte, dass hier gerade etwas sehr seltsames stattfand wandte sich zum Gehen. "Ich.. äh... werd mich dann mal um Verity kümmern." "Aber nicht zu sehr", antwortete Fred. "Sonst seid ihr beide danach wieder Stundenlang arbeitsunfähig." "Geht klar!", sagte George und verschwand. "George vögelt die Angestellte?", fragte ich leicht belutigt, leicht verdutzt. "Ja, ab und zu. Aber jetzt wieder zu dir", meinte Fred. "Boot vögelt bestimmt auch ganz toll, wo wir jetzt schon mal beim Thema sind." Ich starrte ihn an. "Was hast du bloß mit dem armen Terry? Und woher soll ich wissen wie er vögelt? Das ist absurd. Das ist total absurd. Ich habe absolut keine Ahnung, warum ich hier mit dir über so was spreche." Ohne auf meinen letzten Satz einzugehen, sprach Fred weiter. "Du bist also nicht mit ihm zusammen? Du hast keinen Sex mit ihm?" Jetzt platze mir aber doch der Kragen. "Nein, bei Merlin, ich habe keinen Sex mit Terry Boot und ich hatte auch noch nie Sex mit ihm! Warum sollte ich denn bitte? Er ist schwul, gottverdammt noch mal!" Fred starrte mich an. "Du hattest nie... und ihr wart auch nie...?" "Nein!", sagte ich bestimmt. "Achso", antwortete Fred. "Du bist übrigens eingestellt." Das war bei weitem das seltsamste Einstellungsgespräch, was je geführt wurde, da war ich mir absolut sicher. *Zeitsprung* Ich arbeitete nun schon einige Wochen in Weaslys Zauberhafte Zauberscherze und war recht zufrieden. Wenigstens gab es hier noch was zu lachen, überall sonst gab es kaum noch fröhliche Gesichter. Higwarts hatte sich total verändert, mein Bruder war in den Weihnachtsferien total geschunden nach Hause gekommen und hatte erklärt, er werde nicht mehr in die Schule zurückgehen. Ich nahm ihm das nicht übel. Bei den Geschichten, die man auf PotterWatch hörte, war es mehr als schlau. Ich hätte gleich auf ihn hören sollen, als er am Gleis nicht in den Hogwarts-Express hatte steigen sollen. Dieser war heute wieder abgefahren und hatte alle Rein-und Halbblütigen Kinder wieder ins Schloss gefahren. Vorher waren Horden von Kindern hier durch den Laden getobt und hatten viel Geld und viel Verwüstung hinterlassen. Ich war noch nach Ladenschluss hiergeblieben, um alles ordentlich aufzuräumen. Ich war fast fertig, bloß die Minimuffs mussten noch beruhigt und die Liebestränke wieder ordentlich sortiert werden. Ich war gerade dabei, dies zu tun, als ich eine Stimme hinter mir hörte. "Liebestränke, hn. Wem willst du die denn alle in den Kürbissaft schütten?" Ich drehte mich blitzschnell um und starrte direkt in das Gesicht von Fred Weasly. "Ich, also, ich sortier die bloß wieder richtig, damit es morgen wieder so aussieht wie immer." "Aber es ist doch längst Feierabend", erwiderte er. "Sicher, dass du die nicht irgendwie verwenden wolltest?" Ich bemerkte ein Schmunzeln auf seinem Gesicht und plötzlich begriff ich etwas ganz tief in mir drin. Ungefähr dort, wo mein Herz sitzen musste. "Ich brauch gar keine. Ich schummel nicht", flüsterte ich. "Nicht?", flüsterte er. "Nein", antwortete ich ganz leise und schüttelte leicht den Kopf. Und dann trafen seine Lippen auf meine und es fühlte sich an, als ob Sternschnuppen in meinem Bauch zerplatzen würden und in sanftem Glitzerregen niederrieselten. Seine Lippen passten perfekt auf meine. Der Kuss sanft und harmlos, ein gegenseitiges Erforschen und Erstaunen. Wir lösten uns langsam voneinander und ich schaute in diese wundervollen braunen Augen. "Warum bist du eigentlich hier unten?", fragte ich etwas atemlos. "George und Verity...", erklärte Fred. Ich schlang meine Arme um seinen Nacken und wieder ergriff dieses unwahrscheinlich schöne Gefühl von mir Besitz. Es war wie ein unersättlicher Durst, der nur von Fred gestillt werden konnte. Ihm schien es anscheinend genauso zu gehen wie mir und wir machten da weiter, wo George und Verity aufgehört hatten, als Fred sie allein ließ. Am nächsten Morgen wachte ich neben Fred in seinem Bett auf. Ich hatte absolut keine Ahnung, wie wir hier her gekommen waren gestern Abend. "Na, Prinzessin? Ausgeschlafen?", fragte Fred liebevoll und strich mir meine schwarzen Haare aus dem Gesicht. "Hmmm", machte ich und drehte mich so, dass ich ihn ansehen konnte. "Wie spät ist es?" "Gleich elf", antwortete er. "Gleich elf?" Ich bekam einen Riesenschreck. "Oh Gott, der Laden..." Fred lachte leise. Bei Merlin, wie ich dieses Lachen liebte. "Beruhig dich mal wieder", sagte er. "George übernimmt. Wir haben heute frei." "Frei klingt schön. Aber ich war in letzter Zeit nur arbeiten. Was macht man denn jetzt mit so einem freien Tag?" "Oh, mir fällt da schon was ein...", grinste Fred schelmisch. *Zeitsprung, Die Schlacht* Die Pause kam mir sehr recht. Ich hatte gekämpft wie noch nie und war total ausgelaugt. Außerdem hatte ich Fred aus den Augen verloren. Alle sammelten sich in der großen Halle, also machte auch ich mich auf den Weg dorthin. Als erstes sah ich den Jungen, der immer mit seiner Kamera durch die Gegend gerannt war. Seine Augen starrten leer geradeaus und seine Haut sah aus wie sehr helles Wachs. Ich spürte die Tränen in mir hochkriechen und wandte mich ab. Hier weinten sowieso schon so viele, da musste ich nicht auch noch mitweinen. Während ich weiter nach Fred Ausschau hielt, lief mir Padma Patil über den Weg. Sie hatte einen Schnitt im Gesicht, der sich vom Kinn bis zum Wangenknochen erstreckte, aber ansonsten sah sie unversehrt aus. Ich hielt sie am Arm fest. "Hey, Padma, weißt du wo Fred ist?", fragte ich. "Ich hab ihn irgendwie verloren." Als sie mich anblickte, merkte ich sofort das etwas nicht in Ordnung war. "Wo ist er, Padma? Ist er verletzt?" Sie sagte nichts und deutete vage in den hinteren Teil der Halle. Ich ließ sie stehen und lief. Dort standen die Weaslys. Es war doch keinem was passiert oder? Ich tippte Hermine Granger auf die Schulter und wiederholte mein Sprüchlein. "Hi Hermine. Ist Fred hier bei euch?" Sie nickte knapp und lehnte sich dann an Ron. Schön, dass die beiden es endlich geschafft hatten, dachte ich noch, als ich ihn sah. Fred. Meinen Fred. Auf einer Liege. Und er sah dem Jungen mit der Kamera erstaunlich ähnlich. Zu ähnlich. Und dann begriff ich irgendwie. "Nein!" Ich wusste nicht, wer geschrien hatte, bis mich alle anstarrten. "Nein", wiederholte ich, diesmal ganz leise. "Nein." George drehte sich zu mir herum, sein Gesicht war nass vor Tränen. Er nickte. Und das gab mir den Rest. Ich stürzte vor und kniete mich über Fred. Ich strich ihm über sein kaltes Gesicht, küsste seine erstarrten Lippen, die zu einem schiefen Lächeln verzogen waren. Für immer und nie mehr. Und dann brach ich zusammen. Ich lag neben dem einzigen Mann, der mich je geliebt hatte und von dem ich je geliebt werden wollte. Den Rest der Pause bekam ich nicht mit. Wie bei schlechtem Radioempfang drangen bloß einzelne Dinge an mich heran. Molly Weasly, die versuchte mich hochzuziehen, was ihr aber nicht gelang. George, der hemmungslos weinte. Das Harry Potter gestorben war und dann wieder doch nicht. Das die Schlacht von neuem begann. Und das rüttelte mich schließlich aus meiner Trance. Ich wollte Todesser töten. Soviele wie möglich. Ich sprang auf und zückte meinen Zauberstab. Stupor. Reducto. Sectumsempra. Worte, die über meine Lippen kamen. Ich stand Rücken an Rücken mit Cho, die verbissen kämpfte. Auf einmal drang Percy Weaslys Stimme an meine Ohren. "Er war es! Er hat ihn getötet!" Ich wusste dass er meinen Todesser meinte, der jetzt laut auflachte:"Meint ihr diesen dämlichen Weasly-Jungen? Was schert es euch denn das er tot ist? Gibt doch zwei von der Sorte!" Und in diesem Moment hatte ich die Kraft, den unverzeihlichsten aller Flüche auszusprechen. "Avada Kedavra!" Der Todesser, der damit nicht gerechnet hatte, kippte mit dem Ausdruck höchsten Erstaunens nach hinten und aus damit aus dem Leben. Und dann war plötzlich diese Irre Bellatrix Lestrange da. "Tztztz, ich kann es gar nicht leiden wenn dumme kleine Mädchen Todesser töten!", sagte sie und begann mit Flüchen nur so um sich zu schleudern. Ich merkte, dass sie mir überlegen war und griff nicht mehr an, sondern verteidigte mich nur noch, so gut es ging. Und dann ging es eben nicht mehr. "Cho?", fragte ich und wartete ihre Antwort nicht ab. "Sag meinen Eltern Bescheid. Ich gehe zu Fred." Keine Sekunde später war ich am Ende und Bellatrix Lestrange merkte das. Das letzte, was ich hörte, war Chos Schrei und das kranke Lachen dieser Todesserin, bevor ich mich von meinem Leben löste. Ich war in einer seltsamen, unendlichen Halle, die voller Licht war. Ich sah mich um. Ein bisschen wirkte das hier wie der Bahnhof Kings Cross. Wie passend, dachte ich und lachte leise in mich hinein. Es war klar in welche Richtung mein Zug abfuhr, nämlich dorthin wo das Licht am hellsten strahlte. So hell, das es beinahe weiß wirkte. Ich begann, mich darauf hin zu bewegen und während ich lief beschleunigten meine Füße von ganz allein, ich wurde schneller und schneller, etwas zog mich in diesem Licht wie magnetisch an. Während ich der Lichtquelle immer näher kam, bewegte sich eine graue, verschwommene Gestalt auf mich zu. War das ein Spiegel? Nein, das konnte nicht sein. Mittlerweile konnte ich die Person besser erkennen, ihre Haare waren viel kürzer als meine und ich war auch nicht so groß. Ich rannte noch schneller und dann, ganz plötzlich, war ich von einer inneren Ruhe erfüllt, die ich so noch nie gespürt hatte. Alles war in Ordnung. Ich blickte hinauf in das schönste schiefe Lächeln der Welt. "Ich liebe dich", platzte es aus mir heraus. "Und ich dich, Prinzessin", meinte Fred und streckte mir seine Hand hin. Ich nahm sie und verschlang meine Finger mit seinen. Und so gingen wir Hand in Hand das letzte Stück des Wegs gemeinsam.

4.54 % der User hatten die Auswertung: ~

41.8 % der User hatten die Auswertung: Ich saß in meiner Box, als mein Ressort-Chef Philbert auf mich zugestürmt kam und mit einem Brief in der Hand wedelte. "Anna, meine Perle, schaun Sie, was ich hier habee!", flötete er und knallte mir den Brief auf meinen Schreibtisch. Kurz schaute er auf die Bilder, die ich gerade sortierte. "Ah, wie ich sehe, waren sie mal wieder auf den Straßen auf der Jagd nach der Fashionhexe des Monats?", fragte er und ich nickte. "Feines Mädchen. Sie sind der frische, jugendliche Wind, der der Hexenwoche so sehr gefehlt hat. Vor allem hier in meinem Ressort!", meinte Philbert und beugte sich ein wenig vor, um dann vertraulich zu flüstern: "Die alte Agatha Babberleigh hat am Ende nur noch über die neuesten Kesselhüllen-Kollektionen geschrieben was nun absolut gar nichts mit 'Zauberhafte Modewelt' zu tun hat! Aber ach, ich schweife ab! Es gibt nämlich noch mehr frischen Wind", sagte er und deutete auf den Brief. Mir dämmerte etwas. In der Kantine hatte ich einige Gerüchte gehört, aber wie das so ist, Gerüchten kann man nie vollends trauen. Als ich hier neu war, wurde gemunkelt, das ich meine Haare alle zwei Wochen färben und mir außerdem ständig Schlankheitstränke brauen würde, was nun überhaupt nicht stimmte. Meine Haare waren von Natur aus Rot und mit vielen hell- bis dunkelbraunen Strähnchen durchzogen und meine Figur war- Merlin sei Dank- perfekt, ohne das ich je etwas dafür hätte machen müssen. "Es ist doch nicht etwa...", fing ich an, doch Philbert fiel mir sofort ins Wort. "Doch, doch genau das ist es! Ein Wechsel in Chefetage! Wenn Sie mich fragen, wurde es auch allerhöchste Zeit, dass der alte Drachen endlich in den Ruhestand geht... Der Neue jedenfalls lädt nächste Woche zu einer kleinen Kennenlern-Party ein und jeweils die Ressortleiter und ein Redakteur sind eingeladen. Ich werde sie mitnehmen, dass habe ich beschlossen! Keine Widerrede! Mir ist zu Ohren gekommen, dass der Neue ungefähr ihr Alter hat", sagte er und wackelte anzüglich mit den Augenbrauen. Ich schüttelte den Kopf und stöhnte. "Philbert! Ich bin bestens versorgt, danke!" Und das war nicht mal gelogen. Erst heute Morgen war ein gut aussehnder Zauberer aus meiner Wohnungstür getrottet. Vielleicht hatte er sich etwas mehr erhofft als einen One-Night-Stand, aber das war bei mir zur Zeit nicht drin. Ich konzentrierte mich voll auf meinen Job als Modejournalistin bei der Hexenwoche. Auch wenn die Zeitschrift nur von Frauen über 30 gelesen wurde, machte mir meine Arbeit sehr viel Spaß und ich ging voll darin auf. Dass ich ab und zu für ein paar Aufnahmen selbst modeln durfte war auch nicht gerade das Schlechteste... Und ich hatte die Menschen hier sehr lieb gewonnen, wie zum Beispiel den schrecklich schrulligen Philbert. "Nächsten Freitag um Acht in der Chefetage! Ich zähle auf Sie, Anna! Und werfen Sie dieses schreckliche Bild auf der Stelle weg, es bereitet mir körperliche Schmerzen!" Ich schaute auf das Foto. Darauf zu sehen war eine Hexe mit einem Magentafarbenen Umhang, an dem große türkise Blumen wuchsen. Ich fand das eigentlich ganz lustig, aber ich hatte noch genug andere gute Aufnahmen und tat, wie mir geheißen. Philbert war schon fast aus der Tür, da fiel mir noch etwas ein. "Philbert! Warten Sie!", rief ich ihm hinterher. "Wie heißt der Neue überhaupt?" "Blaise Zabini", antwortete Philbert mir über die Schulter und war weg. "Blaise Zabini? Nicht dein Ernst, oder?", fragte meine beste Freundin Hannah Abott und schrubbte den Tresen des Tropfenden Kessel, auf dem irgendein Kunde eine sehr merkwürdige Flüssigkeit hinterlassen hatte. "Der aufgeblasene Blaise Zabini aus Slytherin? Der Blaise, mit dem du quasi die ganze sechste Klasse durch geschlafen hast und der dich hat sitzen lassen?" Ich vergrub mein Gesicht in den Händen. "Wenn du das jetzt so sagst, klingt das sehr sehr seltsam", antwortete ich. "Das ist sehr sehr seltsam liebe Anna!", berichtigte mich Hannah. "Aber du musst zugeben, dass er schon unglaublich gut ausgesehen hat. Außerdem konnte er echt gut küssen!" Hannah schüttelte den Kopf. "Du hast eine ganz schöne Meise, Anna Golbraite!" "Wem sagst du das?", entgegnete ich grinsend. "Aber lass uns doch mal über dich und Neville reden..." "Ich dachte schon, du fragst nie! Und dabei gibt es doch so gute Neuigkeiten!", antwortete Hannah aufgeregt und tauchte kurz hinter dem Tresen ab. Als sie wieder hochkam hielt sie mir ihre linke Hand direkt unter die Nase. Ein geschmackvoller Silberring mit einem kleinen gelben Stein steckte an ihrem Ringfinger. "Oh. Mein. Gott!", kreischte ich. "Ich weiß! Ich weiß!", rief Hannah und hüpfte auf und ab. "Willst du meine Trauzeugin werden?" Ich konnte es nicht fassen. "Da fragst du noch? Natürlich! Lass uns darauf anstoßen! Ein Goldlackwasser für mich und die Lady hier die HEIRATEN WIRD!" "Wird gemacht!", salutierte Hannah spaßeshalber und machte unsere Drinks. "Weißt du was ich an diesem Pub hier so toll finde?", fragte ich sie. Meine beste Freundin schüttelte den Kopf. "Das ich, seit die hier eine neue Besitzerin haben, nichts mehr bezahlen muss", grinste ich und nippte an meinem Getränk. *Zeitsprung, Freitag* Nervös strich ich über mein zartrosa Cocktailkleid. Ich hatte so meine Zweifel gehabt, was die Farbe anbetraf, da ich ja rote Haare hatte und rot und rosa nicht immer miteinander harmonieren, aber Hannah hatte mich sozusagen gezwungen, dieses Kleid zu tragen, weil sie der Meinung war, dass ich darin perfekt aussah. Als der Fahrstuhl im siebten Stock anhielt und mit einem "Pling" aufsprang, war das erste, was ich sah, Philbert, der einen dunkelvioletten Anzug und eine Krawatte aus Perlen trug und mich wortwörtlich aus dem Aufzug zerrte. "Anna! Ich dachte schon, sie versetzen mich und kommen nicht!", plapperte er gleich los. "Sie sehen übrigens umwerfend aus! Einfach fantastisch!" Philbert war so überschwänglich, dass man fast schon glauben konnte, er mache sich über mich lustig, was er aber nicht tat. Das war einfach seine Art. "Sie sehen aber auch nicht schlecht aus, Philbert", erwiderte ich. "Vor allem Ihre Krawatte ist sehr extravagant." "Ja, nicht wahr?", fragte er stolz. "Aus 'Plüsch und Plunder', Winkelgasse 132. Falls Sie mal in die Nähe kommen sollten, ein entzückender kleiner Laden. Wenn auch etwas vollgeramscht." Ich musste schmunzeln. Mit Philbert an meiner Seite schritt ich nun den Korridor entlang. "Waren Sie schon einmal hier oben?", fragte ich Philbert. "Ach, Kindchen wo denken Sie hin! Natürlich nicht!", winkte er ab und hielt mir galant die Tür auf. Der Raum war umwerfend. Bis auf eine Wand waren alle Seiten des Zimmers komplett verglast und man hatte eine wunderbare Aussicht. Überall standen kleine runde Stehtische und Kellner gingen mit Häppchen und Drinks durch die Menge. Ich sah einige Mitarbeiter aus den Abteilungen "Magische Momentaufnahmen" und "Zauberhafte Rezepte zum Dahinschmelzen". Auch die Sabberhexen aus der Klatsch und Tratsch- Abteilung waren da, die ständig und überall auf der Suche nach neuen Skandalen waren. Sie widerten mich an. "Und sie müssen Mr Fender sein", hörte ich eine angenehme, dunkle Stimme. Es waren vielleicht sechs Jahre vergangen, aber trotzdem würde ich diese Stimme überall heraus erkennen. "Nur Philbert, bitte", hörte ich Philbert antworten. "Ressort-Chef von 'Zauberhafte Modewelt'. Und das hier ist mein vielversprechendstes Talent, quasi der Juwel des dritten Stocks, Anna Golbraite." Da ich Philbert keine Schande machen wollte, drehte ich mich so um, dass ich Blaise ins Gesicht sehen musste. Er reichte mir die Hand. "Schön, dich wieder zu sehen, Anna", meinte Blaise. An Philbert gewandt sagte er: "Anna und ich waren zusammen in Hogwarts. Wir hatten eine sehr...schöne Zeit zusammen." Philbert drehte sich nun so, dass Blaise sein Gesicht nicht sehen konnte und wackelte wieder mit seinen Augenbrauen. Ich schaute ihn böse an und er machte sich aus dem Staub. Wütend drehte ich mich zu Blaise. "Musste das sein, Zabini?" Belustigt zog er eine Augenbraue hoch. Gott, was hatten die bloß alle mit ihren Augenbrauen! "Komm, Anna, hör auf mit diesem Theater und nenn mich beim Vornamen. Du weißt ihn doch noch. Da bin ich mir sicher, denn für eine Hufflepuff warst du immer bemerkenswert schlau." Ich schnaubte bloß. "Wir Hufflepuffs sind schlauer als du denkst! Erinner dich zum Beispiel mal an Cedric Diggory!" "Ach ja, Diggory der Schönling", sagte Blaise abwertend. Ich erwiderte nichts sondern schnappte mir ein Glas von einem Tablett und trank es auf einen Zug aus. Dann schaute ich Blaise direkt in die Augen. Er hatte wirklich wunderschöne Augen. Braun, mit einem Stich ins honigfarbene. Ich ohrfeigte mich innerlich für diese Gedanken. Das da war der Typ, mit dem ich mein erstes Mal gehabt hatte und der mich weggeworfen hatte wie ein Spielzeug, dem man überdrüssig geworden war. Allerdings hatte er das ja mit jedem Mädchen gemacht und ich war gewarnt gewesen, aber egal. "Es war mir eine Ehre Sie kennenzulernen, Mr Zabini", sagte ich und schnappte mir noch ein Glas. "Auf eine gute Zusammenarbeit!" Mit diesen Worten stürzte ich die Flüssigkeit in mich hinein. Was war das eigentlich für ein Getränk? Egal. Es war lecker. Ich nahm mir noch etwas. Als ich Blaise' Gesicht sah, musste ich kichern. Er sah so dumm aus im Augenblick. Zwar immer noch atemberaubend schön, aber so... hick... dumm-dumm-dumm-di-dumm. Summend machte ich mich auf den Weg zur Toilette und knickte einmal blöderweise um. Was war das? Ich konnte doch sonst auch immer gut in hohen Schuhen laufen! An mir konnte das nicht liegen. Es waren wohl die Schuhe. ich würde sie gleich morgen wegwerfen müssen. Schaaade. Das waren meine Liebdings... Liebwing... Lilbing... was auch immer. *Zeitsprung, am nächsten Morgen* Ich wurde wach, weil Hannahs Kopf im Kamin steckte. "Hannah?", nuschelte ich verschlafen. Ich war absolut kein Morgenmensch. "Was macht dein Kopf da im Kamin? Und warum tut meiner so weh?" Stöhnend ließ ich mich wieder in die Kissen fallen. Hannah sah mich tadelnd an. "Was hast du bloß gestern gemacht? Und wieviel hast du getrunken?" Ich versuchte mich an den weiteren Verlauf des Abends zu erinnern. Schwach hob ich eine Hand und streckte die Finger aus. "Drei, vier Drinks.... oder fünf? Ich weiß es nicht..." Und dann brach die grausame Erkenntnis über mich herein. "Hannah!", jammerte ich. "Hannah ich glaube, ich habe mich ganz furchtbar blamiert!" "Das glaub ich so langsam auch", antwortete Hannah. "Aber ich wollte dich nur daran erinnern das ich heute Hochzeitskleid- Anprobe habe und du zu kommen hast!" "Och, Hanni, ich will mich aber den ganzen Tag in meiner Scham suhlen und nie nie wieder zur Arbeit gehn. Ich glaub ich kündige." "Schön", sagte Hannah resolut. "Wir treffen uns in einer Stunde vor Gringotts!" Ich ging an der Kleiderstange mit den Brautjungfernkleidern entlang und ließ meine Hand über die verschiedenen Stoffe gleiten. Rot, Blau, Lila, Gelb. "Warum habt ihr es eigentlich so eilig mit der Hochzeit?", fragte ich. "Naja, Neville hat mir den Antrag schon vor drei Monaten gemacht-", begann Hannah und ich unterbrach sie. "Vor drei Monaten? Und wieso, bei Merlin, hast du mir erst jetzt davon erzählt!" Ich konnte fast hören, wie Hannah in der Umkleidekabine rot wurde. "Ich dachte, ich sage es erst allen anderen, wenn der Termin schon richtig feststeht. Ich dachte... falls er sich doch anders entscheidet..." Ich konnte es nicht fassen. "Hannah, er betet dich an! Er würde sich niemals für eine andere entscheiden!", räume ich ihre Zweifel aus dem Weg. "Wenn du jetzt bei der Hexenwoche kündigst, kannst du gern bei mir im Pub aushelfen", bot Hannah mir an und wechselte das Thema. "Ich hab mir das noch mal überlegt mit der Kündigung", antwortete ich. "Ich werde Blaise kaum sehen und wenn ich kündige, würde es ja so aussehen, als ob ich vor ihm weglaufen würde, oder?" Hannah antwortete nicht. "Hannah?", fragte ich. "Alles okay mit dir?" "Ich glaub, ich hab es gefunden", antwortete sie mit zittriger Stimme und schiebt den Vorhang der Umkleidekabine beiseite. Mir bleibt der Mund offen stehn. noch nie habe ich meine beste Freundin so wunderschön gesehen. Also, natürlich ist sie sonst auch sehr schön- finde ich jedenfalls- und so weiter, aber dieses kleid gibt ihr das gewisse Etwas. Es sieht aus würde sie von Innen heraus leuchten. Das Kleid an sich ist relativ simpel ohne viel Schnickschnack. Bis kurz unter die Brust ist es aus so zartgelber Spitze, das man sie auf den ersten Blick auch für Weiß halten könnte. Der untere Teil ist in einem cremigen Weiß gehalten, geht bis zum Boden und hat einen rock, der bestimmt sehr schön schwingen kann. "Nimm es!", sage ich. "Nimm das und kein anderes!" "Wenn es bloß nicht so astronomisch teuer wäre...", seufzte Hannah. Als sie meinen Blick bemerkte hob sie abwehrend die Hände. "Schon gut, schon gut, Anna, du brauchst dich gar nicht aufzuregen! Denkst du wirklich mich könnte ein Preis davon abhalten das Kleid meines Lebens zu kaufen?" Nachdem der Traum von einem Kleid bezahlt und verpackt worden war, verabschiedete ich mich von meiner besten Freundin und beschloss, noch ein bisschen in der Winkelgasse umherzubummeln. Ich kaufte mir an einem Stand ein eisgekühltes Goldlackwasser und sah mich um. Hier ganz in der Nähe musste der Laden sein, von dem Philbert erzählt hatte, Plüsch und Plunder. Ich fand das Geschäft relativ schnell. Grob gesagt war es eine einzige Ramschkammer. Aber solche Ramschkammern sind dafür berüchtigt, dass durchaus echt Schätze zwischen den Regalreihen klemmen konnten. Ich betrachtete gerade eine ganz exquisite Ansammlung von diversen Hüten, als mich jemand ansprach. "Du trinkst das Zeug ja immer noch." Ich drehte mich um und- was für eine Überraschung- blickte in die schönsten Augen die ich je gesehen hatte. Bloß leider war Blaise' Charakter nicht halb so schön wie seine Augen. "Zabini", sagte ich kühl. Er kam auf mich zu. "Was hast du gegen mich, Anna? Was habe ich falsch gemacht?"Fragte der mich das gerade im Ernst? "Ich habe dir das Kostbarste gegeben, was ein Mädchen einem Jungen geben kann- nämlich meine Unschuld. Aber du hast mich einfach weggeworfen!", fauchte ich. Blaise sah mich spöttisch an. "An den Quatsch mit der Unschuld glaubst du doch nicht wirklich, oder? Das hast du dir bloß so zurecht gelegt, weil es gut klingt und was hermacht, wenn man es jemandem an den Kopf wirft." Widerwillig musste ich zugeben das er Recht hatte. "Und nicht ich habe dich weggeworfen, sondern du mich. Weißt du das denn gar nicht mehr? DU hast MICH abgeschossen mit der Begründung ich hätte zu viel mit meinen "Todesserkumpels" zu tun. Weißt du, es kam zwar nicht oft rüber, aber ich hatte auch mal ein Herz. Was du mir gebrochen hast." Das konnte nicht sein. Er hatte mit mir Schluss gemacht, das wusste ich doch ganz genau! Oder etwa doch nicht? Blaise kam mir immer näher, bis er so dicht vor mir stand, dass unsere Körper sich fast berührten. Völlig unvermittelt legte er mir behutsam zwei Finger unters Kinn und brachte mich so dazu, ihn anzusehen. Und dann küsste er mich und alle Erinnerungen an seine heißen, süchtig machenden Küsse kamen in mir hoch. Und nicht nur Erinnerungen an die Küsse, sondern an alles andere in unserer Beziehung, was ich so lange verdrängt hatte, dass ich selbst meinen eigenen Lügen Glauben schenkte, tauchte wieder in meinem Kopf auf. Genau in dem Moment, wo ich dachte: Er hatte Recht. Er hatte von Anfang an Recht, löste Blaise seine Lippen von meinen, schaute mich noch einmal an und verließ schnurstracks den Laden. Und während die Tür hinter ihm zuschlug, begriff ich etwas. Ich hatte ihn vermisst. Ich hatte seine Küsse vermisst, seine Berührungen, seine unverschämten Bemerkungen, IHN. Und vielleicht war ein unverbesserlicher Weiberheld, aber er war mein Weiberheld. So fühlte es sich jedenfalls an. Ich stürmte ihm hinterher auf die Straße. "Blaise!", rief ich. "Blaise! Warte!" Er blieb stehen und wandte sich um. "Es tut mir Leid!", brach es aus mir hervor. "Es tut mir so, so schrecklich Leid! Und ich habe begriffen, dass ich dich nicht für immer halten kann, aber ich will dich wenigstens so lange bei mir haben wie möglich." Und aus einem Impuls heraus schloss ich leise:"Ich liebe dich." Wir standen zwar nicht direkt nebeneinander und die vielen Menschen zwischen uns redeten alle und machten Lärm, doch ich war mir sicher, dass er mich verstanden hatte. *Zukunft* Blaise hatte dich wirklich verstanden, und zwar so sehr dass ihr schließlich geheiratet habt (was zuerst niemand glauben wollte ^^). Ab und zu schaut er zwar noch anderen Frauen hinterher aber bis auf ein paar Blicke ist er dir sehr treu geblieben. Nach einer Weile bekommt ihr zwei wunderschöne Kinder, die ihr Beau und Nina nennt.